Kritik: „Chilling Visions: 5 Senses of Fear“ (2013)

chilling visions
 
 
 

CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR

Story

 
 
 
Eine gar makabre und äußerst kurzweilige Geschichtensammlung über die menschlichen Sinne …
 
 
 


 
 
 

5 SENSES OF FEAR – Kritik

 
 
 
Die beliebte GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie dürfte vermutlich noch jedem halbwegs bewanderten Horrorfan ein Begriff sein. Die feierte Dank Bezahlsender HBO (Home Box Office) in Amiland zwischen 1989 und 1996 ordentliche Erfolge und kam – immens geschnitten – auch nach Deutschland. Die, an die gleichnamige Comicreihe aus den 1950ern angelehnte TV-Serie machte sich durch die makaberen Schlussgags in Fankreisen einen Namen und wurde nach der siebten Staffel eingestellt. Seither haben so einige Sender versucht, die Kurzgeschichten-Gruselrezeptur in ähnlicher Weise fortzusetzen, wobei zu den wohl bekanntesten Ergebnissen der letzten Jahre die MASTERS OF HORROR und FEAR ITSELF-Episoden gehören. Der amerikanische Sender CHILLER schafft nun Abhilfe, wenn auch leider vorerst nur in Spielfilmlänge und bringt mit CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR eine ziemlich gemeine Anthologie (leider ohne den Cryptkeeper) mit fünf Episoden in die heimischen Wohnzimmer, die in Deutschland als 5 SENSES OF FEAR vermarktet wird. Hier wird das Konzept der perfiden Schlussgags der TALES FROM THE CRYPT-Reihe erneut aufgegriffen und zum Höhepunkt jedes Segments stilisiert. Überhaupt muss man an dieser Stelle einmal sagen, dass die hauseigenen Schauerwerke der CHILLER FILMS Macher von mal zu mal besser werden. Nach eher mittelmäßigen Streifen wie DEAD SOULS (2012) oder BENEATH (2013) hat man noch einmal kräftig an der Qualitätsschraube gedreht, so dass kaum noch offensichtlich ist, dass es sich bei CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR eigentlich um einen fürs TV produzierten Horrorfilm handelt. Die Entscheidung, einen Anthologiestreifen zu drehen, dürfte am überraschenden Erfolg der V/H/S-Reihe liegen, die zusammen mit dem nicht minder beliebten The ABCS OF DEATH im Jahr 2012/2013 ausreichend Lob ernten konnte. Und in der Tat, CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR steht den genannten Horrorsammlungen in nichts nach, wobei auch die Kurzfilmchen in diesem Schocker allesamt unter einem Thema laufen und von unterschiedlichen, im Genre teils bekannten Regisseuren geschrieben und gedreht wurden. Wie der Titel schon sagt, geht es in der neusten CHILLER FILMS-Produktion um die menschlichen Sinne. Die machen den Protagonisten der Episoden das Leben zur Hölle und sind Ausgangspunkt für ein wahrlich schmerzhaftes Treiben, was vor allem das Interesse der Liebhaber des groben Schlachthandwerks wecken dürfte. Den Anfang macht die Episode:
 
SMELL, die von Regisseur NICK EVERHART (Produzent und Regisseur diverser ASYLUM-Schundwerke, u.a. DAS OMEN DES BÖSEN) inszeniert wurde. Darin geht es um Seth Kyle (COREY SCOTT RUTLEDGE), der eines Tages von einem schrägen Mary Poppins-Verschnitt ein mysteriöses Parfüm geschenkt bekommt, das Erfolg auf ganzer Linie verspricht, wenn man es aufträgt. Für Pechvogel Seth entpuppt sich das Duftwasser als Geschenk Gottes. Beruflich geht es bergauf und auch bei den Frauen ist er gefragter denn je. Leider hat das Wundermittel auch schmerzhafte Nebenwirkungen.
 
Im Segment SEE, das von MIKO HUGHES auf Film gebannt wurde, dreht sich alles um einen etwas schrulligen Augenarzt (TED YUDAIN). Der schaut nicht nur GEOFFREY BAYLDONNUR aus ASYLUM-IRRGARTEN DES SCHRECKENS (1972) unverkennbar ähnlich, sondern verhält sich auch ähnlich verhaltensauffällig. Er beherrscht eine Methode, mit der er die Augenflüssigkeit seiner Patienten konservieren kann und träufelt sich hin und wieder selbige in das eigene Sehorgan, um die gespeicherten Erinnerungen seiner Patienten erleben zu können. Für den Mediziner eine gute Möglichkeit, sich vom privaten Wohlergehen seiner Patienten zu überzeugen. Als eine seiner Lieblings-Patientinnen Opfer häuslicher Gewalt wird, ist es für den Doktor eine Herzensangelegenheit, der Leidtragenden zu helfen – mit fatalen Folgen. Regisseur MIKE HUGHES gibt zwar mit dieser Geschichte sein Regiedebüt, ist im Filmbusiness aber kein Unbekannter. Bisher hat er sich als Schauspieler, unter anderen in THE MERCURY PUZZLE (1998) und SPAWN (1997) einen Namen gemacht. Zudem hat sich HUGHES auch schon in der CHILLER FILMS-Hausproduktion REMAINS OF THE WALKING DEAD (2011) als Horrordarsteller erproben können und trat dort den Kampf gegen Horden von Zombies an.
 
Die Episode TOUCH erzählt das Schicksal eines blinden Jungen, der nach einem Autounfall im Wald dringend Hilfe für die verletzten Eltern sucht. Er stößt auf eine geheimnisvolle Holzhütte im Dickicht, in der ein kaltblütiger Psychopath haust. Der hat nicht nur panische Angst vor menschlichen Berührungen, sondern scheint auch nicht auf die List seines jungen, sehbehinderten Widersachers vorbereitet zu sein. Auf Zelluloid gebannt hat diesen schlichten aber durchaus makabren Horrorspaß EMILY HAGINS. Bereits 2006 hat die Regisseurin im Horrorbereich erste Erfahrungen sammeln können. Mit dem Low-Budget-Film PATHOGEN (2006) gab sie mit gerade einmal 13 (!) Jahren nicht nur ihren Regieeinstand, sondern bewies auch, dass sie eine unbändige Leidenschaft fürs phantastische Genre hegt. Drei Jahre später sorgte sie mit der Mystery THE RETELLING für Nachschub. Die Veröffentlichungen ihres bisherigen Schaffens in Deutschland lassen immer noch auf sich warten.
 
Weiter geht’s mit TASTE, in dem ein Hacker (DOUG ROLAND) zum Vorstellungsgespräch in ein ominöses Unternehmen geladen wird. Der soll ein mysteriöses Musikstück besorgen, schlägt aber das Angebot aus. Für Chefin Lacey (SYMBA SMITHS) Grund genug, ihre SAW-esken Fallen zu aktivieren. Wer es blutig mag, kommt hier definitiv auf seine Kosten. Nicht nur, dass diese Geschichte alle anderen Episoden miteinander verbindet und so CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR ein Sinn verleiht; Regisseur ERIC ENGLAND scheint ein regelrechter Verehrer des lukrativen SAW-Franchises zu sein, hat er doch mit der Kopf-Bärenfalle gleich eines der beliebtesten Folterutensilien der SAW-Reihe am Start. ENGLAND hat auch schon einigen Horrormist verbrochen. So dürfe der Slasher-Fanfraktion sein kläglicher MADISON COUNTY (2011) in Erinnerung geblieben sein, dem demnächst wahrhaftig ein weiterer Teil folgen wird.
 
Den Abschluss macht die Found-Footage-Episode LISTEN. Die geht einem mit den gängigen Wackelcam-Klischees (das Bild ruckelt nahezu unerträglich) zwar ganz schön auf den Zünder, hat aber Gott sei Dank eine gute Geschichte zu bieten. Im Mittelpunkt stehen einige Dokumentarfilmer, die ein unheimliches Musikstück zusammenschneiden sollen. Sie durchforsten diverse VHS-Bänder mit Fragmenten des Klavierstücks und fügen sie zu einem Komplettwerk zusammen. Ganz so ungefährlich scheint die Arbeit nicht zu sein, bringt doch das akustische Meisterwerk jeden den Tod, der es bis zu Ende hört. THE RING lässt grüßen – nach dieser Devise schließen ANDY MITON und JESSE HOLLAND die durchweg gelungene Anthologie ab, wobei man sagen muss, dass sich das Duo mit dem Erstwerk YELLOWBRICKROAD ja schon einmal akustisch und filmisch etwas in die Nesseln gesetzt hat. Der ultra-miserable Mysterythriller war einer der Rohrkrepierer des Filmjahrs 2010, so dass es erstaunt, dass die beiden mit ihrem Beitrag in CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR doch noch beweisen konnten, dass sie gute Gruselfilme machen können.
 
Letztendlich steht CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR den großen Kurzgeschichtensammlungen der letzten Zeit in nichts nach. Das Ding ist extravagant, erfrischend und effekttechnisch sogar hundertprozentig hausgemacht. Wir bekommen abwechslungsreiche Gruselgeschichten der alten Schule serviert, die einmal nicht dem obligatorischen Horrorstandard entsprechen. Zombies, Geister, Werwölfe, Vampire und skrupellose Foltergesellen machen in diesem Anthologiestreifen erst einmal Pause. Umso überraschender, dass CHILLING VISIONS direkt fürs TV produziert wurde. Qualitativ gibt es keine Ausfälle. Die Segmente sind kurz und knackig; unterhalten grandios. Wenn man etwas zu bemängeln hätte, dann die etwas schleierhaften Zusammenhänge der Geschichten. Die werden nur vage beleuchtet, was aber durchaus zu verschmerzen ist und dazu noch die Interpretationskreativität des Zuschauers entfachen dürfte. Insofern Filmschmiede CHILLER FILMS dieses Niveau weiterhin beibehält, dürften dem Filmfreund demnächst wirklich hochwertige Streifen ins Haus stehen. Eine Fortsetzung zu CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR wird nicht lange auf sich warten lassen, was durchaus zu begrüßen wäre.
 
 
 


 
 
 

5 SENSES OF FEAR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Abwechslungsreich, blutig und herrlich makaber. CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR oder wie er hier in Deutschland vermarktet wird: 5 SENSES OF FEAR ist ein bitterböser Horrorspaß in der Tradition der berüchtigten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe. Wer nostalgische Schocker der alten Schule bevorzugt und eine Leidenschaft für Filme mit perfiden Enden hegt, ist mit 5 SENSES OF FEAR auf jeden Fall gut beraten. Nach THE ABCS OF DEATH und V/H/S einer der besten Anthologiestreifen der letzten Jahre.
 
 
 


 
 
 

5 SENSES OF FEAR – Zensur

 
 
 
CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR ist ein abwechslungsreiches Horrorfilmchen, das für jeden Horrorfan etwas zu bieten hat. Auch Freunde, der etwas blutigeren Filmkost kommen in diesem Anthologiestreifen auf ihre Kosten. Demnach wurde CHILLING VISIONS: 5 SENSES OF FEAR ungeschnitten und mit KJ-Kennzeichnung nach Deutschland gebracht.
 
 
 


 
 
 

5 SENSES OF FEAR – Deutsche Blu-ray

 
 
 

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(c) Justbridge

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Chilling Visions: 5 Senses of Fear; USA (2013)

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK18 – Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray

Extras: Trailer

Release-Termin: 12.09.2014

 
 
 

5 Senses of Fear [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

5 SENSES OF FEAR – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

V/H/S 2 (2013)

The ABCs of Death (2012)

Geschichten aus der Gruft (1989-1996)

Chillerama (2011)

Scary or Die (2012)

Filmreview: „Sanitarium – Anstalt des Grauens“ (2013)

sanitarium2013
 
 
 

SANITARIUM

ANSTALT DES GRAUENS

Story

 
 
 
Eine psychiatrische Klinik erhält drei neue Insassen. Für Dr. Stenson (Malcolm McDowell) Grund genug, sich einen ersten Eindruck von den Patienten zu verschaffen und ihre Schicksale zu beleuchten …
 
 
 


 
 
 

SANITARIUM – Kritik

 
 
 
Nach den beachtlichen Erfolge von Filmen wie V/H/S und THE ABCS OF DEATH war es nur eine Frage der Zeit, bis ein nächster dieser aktuell mal wieder so beliebten Kurzgeschichtensammlungen das Licht der Filmwelt erblicken sollte. In Expertenkreisen auch als Anthologien betitelt, finden derartige Episodenfilme vor allem unter Horrorfilmfans immer ihre Befürworter. Verwunderlich ist das natürlich nicht, genießen nicht wenige dieser Filme heute Kultstatus (CREEPSHOW, TALES FROM THE CRYPT, NECRONOMICON) und sind aus dem Genre nicht mehr wegzudenken. Grund genug mit SANITARIUM einen weiteren dieser Filme ins Rennen zu schicken, auf dass dieser Beitrag gleichen Erfolg verbuchen wird, wie die vielen beliebten Horror-Episodenfilme der 70er und 80er Jahre zuvor. Wie bereits im Beitrag ASYLUM (1972), verschlägt es den Zuschauer in eine Psychiatrie, wo ihm die Schicksale jüngst eingelieferter Patienten geschildert werden. Im Mittelpunkt der Gegebenheiten steht Dr. Stenson (MALCOLM MCDOWELL) Oberarzt der Klinik, der auch die Neuzugänge der Klinik überwacht. Als Erzähler agierend, erklärt er dem Zuschauer nun, wie die drei neuen Patienten ihren Weg in die Heilanstalt gefunden haben und verbindet so die einzelnen Segmente stimmig miteinander.
 
Künstler Gustav (vollkommen durchgeknallt: JOHN CLOVER) hat nicht nur die Haare schön, sondern verhält sich auch durchweg verhaltensauffällig. Er soll seine in tadelloser Handarbeit modellierten Puppen für ein stattliches Sümmchen verkaufen. Doch Gustav scheint es nicht über das Herz zu bringen, sein Lebenswerk zu veräußern. Fortan sprechen die Puppen mit ihm und zwingen ihm zu einen teuflischen Plan. Während der Überraschungsauftritt von Legende ROBERT ENGLUND im Segment mit dem Titel PATIENT 46 ein erschreckend frühes Ende nimmt, gefällt hier die liebenswerte Hommage an die berüchtigte PUPPET MASTERS-Reihe. Eine kleine Stop-Motion-Szene alter Schule erinnert an das grandioses-melancholische Animationskino eines TIM BURTON.
 
Die zweite Episode, PATIENT 26, berichtet vom traurigen Leben des Grundschülers Steven (DAVID MAZOUZ), der nicht nur vom eigenen Vater missbraucht, sondern auch von einem augenlosen Wesen mit spitzen Zähnen und gruseliger Kutte verfolgt wird. Klassenlehrerin Ms. Lorne (LACEY CHABERTZ) ahnt Schlimmes und will dem verschüchterten Jungen helfen; ist aber zur falschen Zeit am falschen Ort. PATIENT 26 ist mehrschichtiges Mystery-Kino, dass jedoch mehr Drama sein will als waschechter Horror. Auch wenn der Zuschauer hier Zitate aus berüchtigten Schockern entdecken wird (Schulszene aus HALLOWEEN) so ist diese Episode vollgestopft mit psychologischen Deutungen und Sinnbildern, die durchaus Diskussionsgrundlage bieten dürften.
 
Die letzte Geschichte handelt von Professor James Silo (beachtlich paranoid verkörpert von LOU DIAMOND PHILLIPS), der den Untergang der Welt kommen sieht und einen Luftschutzbunker für sich und seinen Familie im Garten bauen lässt. Letztendlich kommt jedoch alles anders als erwartet und der Zuschauer erlebt eine erschütterndes Story, die in einem unglaublich depressiven Ende gipfelt.
 
SANITARIUM ist einer jener Filme, der die Horrorfilmwelt in zwei Lager spalten dürfte und nicht bei jedem Zuschauer auf Zustimmung stoßen wird. Schuld daran dürfte vor allem das reißerisch gestaltete Filmplakat sein, dass eine gänzliche falsche Erwartungshaltung schürt. Horror wird hier nur vage zum Thema gemacht. Stattdessen wird der Filmfreund mit drei ziemlich erschütternden Tragödien konfrontiert, die in ihrer Gesamtheit schon arg aufs Gemüt schlagen. Hier werden drei Schicksale vermeintlich geistig gesunder Menschen geschildert, die am Ende unfreiwilligerweise in der Psychiatrie landen. In SANITARIUM wird die Langsamkeit neu entdeckt. Die drei Regisseure BRYAN ORTIZ, BRYAN RAMIREZ und KERRY VALDERRAMA lassen sich viel Zeit mit dem Erzählen ihrer Geschichten. Ekelhaftes Gemetzel und plakativen Schrecken sucht man hier vergebens. Stattdessen haben die Protagonisten ausreichend Zeit, sich zu entwickeln, was sich vor allem beim typischen Genre-Publikum in gähnender Langeweile äußern dürfte. Wer SANITARIUM jedoch mit einer ganz anderen Erwartungshaltung goutiert, erlebt einen der vermutlich besten Anthologie-Streifen der letzten Zeit. Vor allem der außerordentlichen Schauspielleistung von JOHN CLOVER und LOU DIAMOND PHILLIPS ist es zu verdanken, dass sich der Film vom typischen Einheitsbrei abzuheben weiß und letztendlich durch Mark und Bein geht. Selten hat man einen so depressiven Genre-Beitrag gesehen, der wegen und auch trotz seiner dramalastigen Inszenierung ein Gefühl des Unbehagens auslöst. Wer eine Schwäche für psychologischen Horror besitzt und mit der teilweise gemächlichen Inszenierung leben kann, sollte sich ausreichend Zeit nehmen, das vorliegende SANATARIUM zu besuchen. Mit fast zwei Stunden Spielzeit ist diese Kurzgeschichtensammlung nicht gerade kurz. Auch wenn der vorliegende Psychotrip so ziemlich speziell ist, verdient er es definitiv, von jedem offenen Horrorfilmfan gesehen werden.
 
 
 


 
 
 

SANITARIUM – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Düster, makaber und doch so wunderschön! Eine sonderbare und vollkommen unkommerzielle Anthologie, die mit ähnlichen Filmen rein gar nicht vergleichbar ist. Ein herrlich melancholischer, stellenweise fast schon depressiver Psychotrip, der jedem offenen Horrorfilmfan zu empfehlen ist. SANITARIUM ist vermutlich kein Meisterwerk, weiß sich aber erfrischend vom üblichen Horror-Einerlei abzuheben.
 
 
 


 
 
 

SANITARIUM – Zensur

 
 
 
SANITARIUM ist eher Drama als Horror. Blut oder Gewalt gibt es hier nur selten zu sehen. Von daher dürfte der Film in Deutschland keine Probleme in seiner ungeschnittenen Form erhalten und bereits für Jugendliche geeignet sein. Die hiesige Heimkinoauswertung von SANITARIUM wurde mit dem blauen FSK16-Flatschen von der Zensurbehörde freigegeben. Aufgrund der Trailer im Bonusmaterial ist die Scheibe jedoch erst für Volljährige zu haben: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

SANITARIUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sanitarium; USA 2013

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1

Laufzeit: ca. 113 Min.

FSK: Film: FSK 16 (ungeschnittene Fassung) – BD aufgrund Bonusmaterial: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 24.03.2015

 
 

Sanitarium – Anstalt des Grauens [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

SANITARIUM – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Asylum (1972)

Insanitarium (2008)

Creepshow – Die unheimlich verrückte Geisterstunde (1982)

The Ward (2010)

Psych:9 (2010)

The ABC´s of Death (2012)

Chillerama (2011)

Filmreview: „V/H/S 2“ (2013)

V-H-S-2_Poster
 
 
 

V/H/S 2

Story

 
 
 
Zwei Privatdetektive sind auf der Suche nach einem vermissten Studenten, der nicht auf die Anrufe seiner besorgten Mutter reagiert. Um das Verschwinden des Jungen aufzuklären, durchsuchen die Ermittler seine Wohnung nach Anhaltspunkten. Sie stoßen auf seltsame Videobänder, die allerhand mysteriöse Gegebenheiten festgehalten haben. Nach und nach wird den Detektiven bewusst, dass der Junge eine Leidenschaft für Snuff-Filme hegt, die er online mit Gleichgesinnten teilt.
 
 
VIDEOBAND I – PHASE I CLINICAL TRIALS
(Adam Wingard / A Horrible Way to Die)
 
Ein junger Mann erleidet eine schwere Augenverletzung und bekommt ein künstliches Auge mit Kamera eingepflanzt. Fortan sieht er tote Menschen umherwandeln – mit fatalen Folgen.
 
 
VIDEOBAND II – A RIDE IN THE PARK
(Eduardo Sanchez und Gregg Hale / Blair Witch Project)
 
Ein unwissender Fahrradfahrer mit Helmkamera wird von zwei Zombies gebissen und verwandelt sich wenig später auch in einen Untoten.
 
 
VIDEOBAND III – SAFE HAVEN
(Gareth Huw Evans / The Raid, Timo Tjahjanto / Macabre)
 
Dokumentarfilmer wollen ein Interview mit einem indonesischen Sektenguru führen und werden in seinen Unterschlupf gerufen. Wenige Minuten später spielen sich grausame Dinge ab.
 
 
VIDEOBAND VI – SLUMBER PARTY ALIEN ABDUCTION
(Jason Eisener / Hobo with a Shotgun)
 
Ein Wochenende ohne Erziehungsberechtigte. Für eine Gruppe Teenager Grund genug, die elternfreie Zeit gebührend zu feiern. Doch der Abend entwickelt sich für die Kids zu einem fürchterlichen Albtraum – Aliens scheinen nur auf die Abwesenheit der Eltern gewartet zu haben.

 
 
 


 
 
 

V/H/S 2 – Kritik

 
 
 
Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass der Anthologie-Streifen V/H/S für weltweites Aufsehen sorgte. Auch als Kurzgeschichtensammlung bot das aktuell beliebte Found-Footage-Genre verschiedenen Regisseuren die Möglichkeit, ihre kreativen Horrorvisionen in die Tat umzusetzen; mit überraschendem Erfolg, wie sich kurz nach Veröffentlichung des Films herausstellen sollte. V/H/S – EINE MÖRDERISCHE SAMMLUNG gewann nicht nur auf Filmfestivals Preise, sondern avancierte unter Horrorjüngern rasch zum Geheimtipp des Jahres 2012, so dass eine Fortsetzung nicht lange auf sich warten ließ. Anfänglich als S-VHS betitelt, erschien jüngst das Sequel, dass das Konzept des Erstlings ebenso hervorragend weiterzuführen versteht. Von der vornehmlich kreativen Titelgebung wichen die Produzenten dennoch ab. Vermutlich aus Marketinggründen, denn aus SUPER-VHS würde schließlich V/H/S 2. Man muss ja den Bekanntheitsgrad des Originaltitels für die Fortsetzung nutzen.
 
V/H/S 2 ist vermutlich eine der wenigen Nachzügler, die bei weitem besser sind als der eigentliche Vorgänger. Das ist im Horror-Genre keine Selbstverständlichkeit, schwimmen doch die meisten Sequels erfolgreicher Filmchen vergeblich im Fahrtwasser der Vorlage und schaffen es nur selten, an die Qualität der Originale anzuknüpfen. Den Machern von V/H/S 2 ist das Gegenteil gelungen. Ganz nach der Devise „blutiger, spannender und schockierender“ werden hier alle Register effektiven Gruselns gezogen, die dem interessierten Filmfreund vor Freude das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen dürfte. Im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen wieder fünf Episoden vollgestopft mit Wackelcam-Ware, die von einer handvoll bekannter Genre-Regisseure inszeniert wurden. Für den wilden Horrorspaß konnten die Macher hinter V/H/S 2 erfahrene Filmemacher wie EDUARDO SANCHEZ und GREGG HALE (THE BLAIR WITCH PROJECT), JASON EISENER (HOBO WITH A SHOTGUN) und GARET HUW EVANS (THE RAID) gewinnen, die es durchaus verstehen, den Horrorfan das Fürchten zu lehren. Anders als in V/H/S – EINE MÖRDERISCHE SAMMLUNG kommt die Fortsetzung deutlich gehaltvoller und professioneller daher. Aufwendige Effekte und durchdachte Szenarien deuten auf ein umfangreiches Budget hin, was dem Film durchaus zu Gute kommt. Gerade in Bezug auf den Gewaltpegel gibt sich das direkte Sequel blutiger und kompromissloser. Da wird Gedärm aus Leibern gerissen, Kehlen werden aufgeschlitzt und Munition durch Schädeldecken gejagt. Ganz zur Freunde des erwartungvollen Zuschauers, der sich aufgrund der realistischen Darstellungen gierig die Hände reiben und es wohl möglich kaum erwarten dürfte, V/H/S 2 auf der heimischen Mattscheibe begutachten zu dürfen. Auch wenn das muntere Treiben knöcheltief im roten Lebenssaft watet, haben die jeweiligen Regisseure eindrucksvoll bewiesen, dass man selbst im eigentlich totgefilmten Found-Footage-Stil noch allerhand kreative Ideen entwickeln kann. So sieht man die Geschehnisse nicht nur aus der bekannten Sicht von Überwachungs- und normalen Handkameras, wie im Segment SAFE HAVEN. Die Regisseure haben versucht, jede Geschichte eine gänzlich eigene innovative Note zu verleihen. So wird die erste Episode PHASE I CLINICAL TRIALS aus der Perspektive eines künstlichen Auges geschildert – der Mystery-Thriller THE EYE lässt grüßen. In Geschichte Nummer zwei, A RIDE IN THE PARK, schlüpft der Zuschauer in die Ego-Ansicht eines Zombies und die abschließende Episode SLUMBER PARTY ALIEN ABDUCTION wird aus dem Blickwinkel eines Hundes protokolliert.
 
Wie bei Anthologie-Streifen üblich, sind natürlich alle Segmente von unterschiedlicher Qualität, wobei die Unterschiede in V/H/S 2 nicht so gravierend sind wie im Teil zuvor. Die einzelnen Geschichten sind in ihrer Machart perfekt, stimmig und derart unterschiedlich, dass man Ungereimtheiten mit der Lupe suchen müsste. Der Einsatz verschiedener Kamera-Arten lässt den Film erfrischend erscheinen, wobei die jeweiligen Regisseure stets darum bestrebt sind, aus den eigentlich hanebüchenen Stories das Maximum herauszukitzeln. Gelungen ist das definitiv. Der Unterhaltungswert ist hoch, so dass selbst Found-Footage-Gegner erstaunlich viel Spaß an V/H/S 2 haben werden. Herzstück der Sammlung ist dennoch der beeindruckende Sekten-Beitrag SAFE HAVEN, der von GARETH HUW EVANS (THE RAID) und TIMO TJAHJANTO (MACABRE) inszeniert wurde. Was dem Fan hier an absurd-überdrehten, typisch asiatischem Nonsens präsentiert wird, mag man kaum glauben. Der Einsatz des allseits bekannten Wackelcam-Konzepts wirkt hier derart durchdacht, dass es bedauerlich ist zu sehen, dass die Geschichte bereits nach 30 Minuten ein Ende findet. SAFE HAVEN ist derart vollgestopft mit wunderbar makabren Ideen und beeindruckend guten Effekten, dass das Segment für sich allein ausgereicht hätte, einen abendfüllenden Spielfilm zu erzählen.
 
Mit V/H/S 2 erlebt der Fan einen der besten Found-Footage-Schocker überhaupt. Derbe Schockeffekte, witzige Ideen und handfestes Blutgematsche lassen die viel zu plakativ eingesetzten Wackeleffekte der Kamera vergessen, die das Found-Footage-Genre seit jeher prägen. Auch wenn Gegner dieser Filmart vermutlich schnell die Nase rümpfen werden, sobald die Geschehnisse der erste Mal mit den obligatorischen Totalausfällen des Bildes zu kämpfen haben, sei versichert, dass V/H/S 2 eine merklich positives Beispiel dafür ist, wie man aus einem ausgelutschten Konzept einen interessanten Beitrag zaubern kann. Bei den bisher positiven Lobeshymnen im Internet dürfte es wenig überraschen, wenn V/H/S 2 rasch ein dritter Teil folgt. Hält dieser konsequent das gleiche Niveau, darf V/H/S gern in Serie gehen!
 
 
 


 
 
 

V/H/S 2 – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Der vermutlich beste Wackelcam-Schocker überhaupt! Ein Found-Footage-Knaller, der definitiv Spaß macht: blutig, wild und höllisch spannend!
 
 
 


 
 
 

V/H/S 2 – Zensur

 
 
 
Der zweite Teil kommt erstaunlich blutrünstig daher. Vor allem in der dritten Episode SAFE HAVEN fließt der Lebenssaft literweise. Demnach hat der Streifen hierzulande keine Freigabe in ungeschnittener Form erhalten. Die deutsche Kaufhausfassung von SUNFILM mit rotem FSK18-Flatschen ist geschnitten. Wer den Film komplett haben möchte, muss ins deutschsprachige Ausland gehen. Dort wird V/H/S 2 unter dem Titel S-VHS ungeschnitten und in deutscher Sprache von LFG in einem Mediabook angeboten.
 
 
 


 
 
 

V/H/S 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
S-VHS Mediabook

(c) LFG – ungeschnitten

 
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(c) Sunfilm – geschnitten

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: V/H/S 2; Indonesien, Kanada, USA 2013

Genre: Horror, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: SUNFILM-Fassung: FSK18 (geschnitten), LFG-Fassung: ungeprüft (ungeschnitten)

Verpackung: SUNFILM-Fassung: Amaray mit Wendecover, LFG-Fassung: Mediabook

Extras: Behind the Scenes, Interviews

Release-Termin: Beide Filmfassungen bereits erhältlich

 
 
 

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V/H/S 2 – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S (2012)

The ABC´s of Death (2012)

The Dinosaur Project (2012)

The Bay (2012)

Filmreview: „The ABC´s of Death“ (2012)

The ABCs of Death
 
 
 

The ABC´s of Death

Story

 
 
 
26 Todesarten und 26 Horror-Kurzgeschichten. Unter dem Slogan „The ABC´s of Death“ schildern 26 verschiedene Regisseure ihre ganz eigene Betrachtungsweise zum Thema Tod. Unter den anwesenden Filmemachern haben sich eine stattliche Anzahl bekannter Genre-Größen versammelt, die in der Horrorfilmszene nicht unbekannt sind:
Nacho Vigalondo“ („Timecrimes„), „Xavier Gens“ („Frontier(s)„) „Adam Wingard“ und „Simon Barrett“ („V / H / S „), „Jason Eisener“ (“ Hobo with a Shotgun „), „Ti West“ („The Innkeepers„) und „Ben Wheatley“ (“ Kill List „).
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Kritik

 
 
 
Wenn sich 26 talentierte Köche zusammentun, um an einer Suppe köcheln, so kann man laut Erfahrung oftmals davon ausgehen, dass am Ende eine ziemlich versemmelte Soße bei rauskommen dürfte. Denkste, dachten sich 26 Regisseure und begannen an einem abendfüllenden Spielfilm zu tüfteln, der die Filmwelt vom Gegenteil überzeugen sollte. Unter dem Banner „The ABC´s of Death“ bekamen 25 von Ihnen die Aufgabe mit ca. 5000 US Dollar, einen etwas 10-minütigen Filmbeitrag zu kreieren, der sich mit einer möglichst perfiden Art des Sterbens beschäftigen sollte.
Damit nicht nur alteingesessene Filmhasen die Chance ergreifen konnten, ihr künstlerischen Visionen auf die große Leinwand zu transferieren, wurden auch potenzielle Hobby- und Nachwuchsregisseure dazu aufgefordert, ihr kreatives Schaffen der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Kurzum wurde ein Youtube-Wettbewerb ins Leben gerufen, der diverse unbekannte Filmemacher dazu bewegte, eigene Kurzfilme zu drehen und sich mit selbigen für den noch fehlenden 26. Beitrag zu bewerben. Eine rege Teilnahme erfolgte, wobei sich der Brite „Lee Hardcastle“ mit seiner skurrilen Tonfiguren-Animation direkt in die Herzen der Jurymitglieder „kneten“ und sich auf diesem Wege den Buchstaben „T“ ergattern konnte.
 
Nach der Weltpremiere beim internationalen Filmfestival in Toronto wurde „The ABC´s of Death“ mit teilweise gemischten Gefühlen aufgenommen. „…Zu viele Filme, zu wenig qualitativ wertvolle Beiträge…“ ließen Kritiker verlauten und in der Tat, ein marginaler Teil der Gesamtwerks beinhaltet durchaus durchwachsene und gewöhnungsbedürftige Kost. Hierbei wären vor allem einige durchweg geschmacklose Beiträge zu nennen, die sich mit äußerst kontroversen Themen beschäftigen und sie zugleich in einen durchweg bizarre Background verfrachten. Einer dieser Beiträge ist „Ti West´s“ („House of the Devil„) „M is for Miscarriage„, in welchem eine Frau versucht ihre Fehlgeburt zu beseitigen.
West, der sich zuletzt mit zwei äußerst gelungen Spielfilmen als unkonventioneller Filmemacher behaupten konnte, hat sich mit seinem ziemlich lust- und geschmacklosen Beitrag keinen wirklichen Gefallen getan. Seine Erzählung wirkt durchweg uninspiriert, überflüssig und unwichtig, sodass man als Fan des Ausnahme-Regisseurs rein gar nicht glauben möchte, dass „West“ derart Nonsens für ein so ambitioniertes Werk, wie „The ABC´s of Death“ beigesteuert haben soll.
 
Doch nicht nur „Ti West“ allein, war der Aufgabe nicht annähernd gewachsen einen halbwegs einfallsreichen Kurzfilm zum Thema Tod beizusteuern, auch der Brite „Jason Eisener“ („Hobo with a Shotgun„) wusste mit dem ihm zugeteilten Buchstaben nichts wirklich Kreatives anzufangen. Sein Kurzfilm über einen in die Jahre gekommenen Hausmeister, der eine etwas abartige Vorliebe für die heranwachsenden Knaben einer Grundschule besitzt und mit Genuß deren Schweiß von den Sportbänken der Turnhalle schleckt und deshalb „bestraft“ wird, wirkt derb daneben und bereichert diesen Anthologie-Streifen in keinster Weise. Trotzdem, auch wenn sich in „The ABC´s of Death“ einige ziemlich misslungene Querschläger eingeschlichen haben, so sollte diese Kurzfilm-Parade von keinem Horrorfilm-Fan unbeachtet bleiben, der sich auch für Werke jenseits des Mainstreams interessiert. Die Produzenten „Tim League“ und „Ant Timpson“ haben mit ihrem „The ABC´s of Death“ ein kreativ ansprechendes Werk geschaffen, dass überwältigt und in derart umfangreichen Form seinesgleichen suchen dürfte. Ob zynisch-makaber, blutgierig-widerwärtig oder kunstvoll-experimentierfreudig; die Vielfalt der verschiedenen Segmente machen diesen außergewöhnlichen Anthologie-Streifen unglaublich abwechslungsreich und heben den Film weit über den Durchschnitt. Vor allem die unterschiedlichen Stile, mit welchen die diversen Regisseuren ihre kleinen Geschichten bereichern, sind nicht zu verkennen. Viele derer, haben das brillante Konzept zu ihrem Vorteil genutzt und kleine, kunstvolle Meisterwerke geschaffen, die es sogar schaffen, so etwas wie Anspruch in das ohnehin gebeutelte Horror-Genre zu bringen. Allen voran „Marcel Sarmiento“ („Deadgirl“), der mit seinem „D is for Dogfight“ einen unglaublich grandios gefilmten Schaukampf präsentiert, in dem sich Hund und Mensch gegenseitig in den Tod duellieren. Der, in Slow Motion abgedrehte Augenschmaus wirkt unverkennbar stimmig und derart klug ausgetüftelt, dass man diesem Segment fast schon Arthouse-lastige Züge zusprechen möchte und den Shorty zugleich auch als besten Filmbeitrag der gesamten Sammlung bezeichnen darf.
 
 
 
Wer als Horrorfilm-Freund die Nase voll hat, sich ständig mit dem immer wiederkehrenden Stereotypen und vorhersehbaren Klischees in Horrorfilmen umherschlagen zu müssen, sollte definitiv eine Auge auf den kommenden Kurzfilm-Kracher „The ABC´s of Death“ werfen. Hier schreiten zur Abwechslung einmal keine Kannibalen, Serienkiller, Geister oder Vampire schaufreudig zur Tat, sondern hier beschäftigen sich 26 ziemlich abwechslungsreiche Kurzfilme mit 26 perfiden Arten das Zeitliche zu segnen. „The ABC´s of Death“ schafft es gänzlich jeden Geschmack zu befriedigen. Aufgrund des enormen abwechslungsreichen Inszenierung dürfte hier jeder Filmfreund zumindest ein Episode finden, die seinem Geschmack perfekt zu unterstreichen weiß.
Der Gorehound bekommt mit „Xavier Gens“ („Frontier(s)„) „X for XXL“ ein derbes Splatter-Brett vor den Kopf gestoßen und auch Freunde überdreht asiatischer Skurrilitäten dürfen einmal mehr erkennen, dass die Asiaten in Bezug auf Horror und Gewalt einen vollkommen gewöhnungsbedürftigen Humor besitzen, welcher auf uns Europäern ziemlich grotesk und weltfremd wirkt. Gerade aufgrund der Vielfältigkeit der einzelnen Beiträge, sollte der Filmfreund im Laufe der zweistündigen Filmlaufzeit einige Pausen einlegen, um Gesehenes zu verarbeiten. Gerade weil die einzelnen Episoden nahtlos aneinander knüpfen und keine Rahmenhandlung existiert, die die Geschichten miteinander verbindet, dürfte dieses Kurgeschichten-Lexikon am Stück schwer zu verdauen sein. Trotzdem, die bemerkenswert internationale Vielfalt der einzelnen Beiträge beweist, dass guter Horror nicht zwangsläufig aus Amerika kommen muss, sondern eine weltweite Sprache spricht. Die Regisseure der einzelnen Geschichten stammen aus aller Herren Länder und ihre Stile bereichern das brillantes Konzept hinter „The ABC´s of Death“ ungemein. Idealerweise sollte man dieses Experiment vollkommen uneingenommen goutieren und auf sich wirken lassen – denn verdient hat es „The ABC´s of Death“ definitiv gesehen zu werden!
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
Skurril, makaber, einzigartig und uneingeschränkt sehenswert!
Eine Horrorfilmsammlung, welche man in dieser Form bisher noch nie gesehen hat.
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Zensur

 
 
 
Da es in „The ABC´s of Death“ teilweise arg rabiat zur Sache geht („X is for XXL„) und vor allem die Episode „L for Libido“ mit dem  Thema „Pädophilie“ nicht gerade zimperlich umgeht, könnte es bei der FSK-Prüfung durchaus Probleme geben. Man kann nur hoffen, dass sich die FSK gnädig stimmen lässt und sich bei diesem sehenswerten Beitrag für den „Keine Jugenfreigabe„-Stempel entscheidet, ohne dafür Schnitte zu verlangen!
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Scary or Die (2012)

The Theatre Bizarre (2011)

Chillerama (2011)

V/H/S (2012)

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Creepshow (1982)

Filmreview: „Scary or Die“ (2012)

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Scary or Die

Story

 
 
 
Die ominöse Internetseite „Scary or Die“ wartet mit allerhand seltsamen Clips auf, die sich eine junge Dame nun interessiert zu Gemüte führt. Jeder Clip erzählt eine grausame Geschichte, an dessen Ende der jeweilige Hauptprotagonist sein Leben lassen muss….
 
 
 


 
 
 

Scary or Die – Kritik

 
 
 
Bei der Indie-Produktion „Scary or Die“ erlebt der Filmfreund erneut ein recht bunt durcheinander gewürfeltes Horrorsüppchen, dass mit den unterschiedlichsten Subgenres aufwartet. In typischer „Creepshow“-Manier werden dem Zuschauer fünf qualitativ durchwachsene Horrorgeschichten serviert, die mal mehr, mal weniger überzeugen können. Hauptaugenmerk sei hierbei die umfangreichste Geschichte dieser Kurzgeschichten-Sammlung mit dem Titel „Clowned“, dessen Hauptprotagonist dem Filmfan frech-frivol vom verkaufsträchtigen Cover der Blu-ray/DVD entgegenlächelt. Um es vorwegzunehmen: Filmfreunde, die sich allein nur des reißerischen Plakats wegen für den Kauf dieses einzig für den Heimkinomarkt produzierten Titels entscheiden, dürften gnadenlos enttäuscht werden. Denn anders, als man es vermutlich aufgrund dieser fies drein grinsenden Clown-Maske erwartet, handelt es sich bei dieser Kurzgeschichte um keinen derben Killerclown-Streifen.
 
Das Geschichten-Segment „Clowned“ äußert sich eher als todtrauriges Grusel-Drama, dass von einem jungen farbigen Mann handelt, der unfreiwilligerweise von einem bösartigen Clown gebissen wird und zu selbigen mutiert. Statt auf konventioneller Strecke Gewalt zum Selbstzweck zu zelebrieren endet diese Geschichte mit fast schon poetisch und melancholisch anmutenden Bildern. Auch „Teujung´s Lament“ ist überaus sehenswert. Diese Erzählung handelt von einem alleinstehenden Mann, der vor einiger Zeit seine liebliche Ehefrau verloren hat. In seinem trostlosen Kummer und seiner endlosen Einsamkeit begegnet er einer unbekannten Schönheit, welche er aus einer misslichen Lage befreit. Als Dankeschön für seine Bemühungen spendiert die Fremde ihm einen unvergesslichen Abend – mit unvorhersehbaren Ende.
 
Mit „Teujung´s Lament“ erlebt der Filmfreund einen unangenehmen, wortkargen Beitrag, welcher allein nur von seiner überaus zermürbenden, traurigen und depressiven Grundstimmung lebt, die man in dieser Art und Weise schon lange nicht mehr in einem Genre-Film erlebt hat. Demnach äußert sich das unweigerlich konsequent-geschmacklose Ende, in seiner Form als wunderschöne Erlösung, zumindest für den leidenden Protagonisten der Geschichte. Wie schon in „Clowned“ zuvor kommt dieser Kurzgeschichte der langsame Erzählfluss zugute, der sich Zeit lässt, dem Zuschauer die Gegebenheiten ausführlichst zu erklären, damit dieser sich mit den Figuren identifizieren kann. Worte benötigt „Teujung´s Lament“ kaum, um seine beiden Charaktere zu skizzieren. Hier zählen allein Gestik, Mimik und das prägende Schicksal des männlichen Protagonisten um eine einfache, aber dennoch höchst effektive Geschichte zu erzählen, die es schafft auch ohne Blutzoll zu fesseln. Überhaupt gibt sich „Scary or Die“ wenig zeigefreudig in Sachen „Splatter-Horror“, was aber nicht heißen soll, dass in diesem Anthologie-Streifen nicht auch Freunde derber Gewalt auf ihre Kosten kommen dürfen. Die erste Geschichte „The Crossing“ geht zumindest in Sachen „handfester“ Unterhaltung nicht zimperlich vonstatten. In diesem Segment geht es um zwei menschenverachtende Hinterwäldler, die mit der Freundin des einen an die Mexikanische Grenze reisen. Dort angekommen, offenbaren die beiden Männer die wahre Intention ihrer Reise, was für alle Beteiligten ein unangenehmes Ende zur Folge hat.
 
The Crossing“ ist typisch anspruchslose Horror-Unterhaltung, die sich dem aktuell so beliebten Backwood- und Zombie-Genre bedient. Zwar wird hier auf Sparflamme gesplattert, im Vergleich zu den vier übrigen Episoden geht es dennoch sehr direkt und robust zu Gange, sodass zumindest die Filmfreunde halbwegs unterhalten werden, die sonst eher Genre-Filme der etwas härteren Gangart bevorzugen. Immerhin weiß das Ende mit seinem offensichtlich selbstironischen und ziemlich makaberen Ende zu überzeugen, welches es sogar schafft, einen winzigen Hauch des Charmes der typischen „Geschichten aus der Gruft“- Comics zu versprühen.
 
Die beiden letzten Episoden „Re-Membered“ und „Lover Come Back“ fügen sich leider kaum bis gar nicht in das Grundkonzept dieses Sammelsuriums düsteren Gegebenheiten ein. Mit ihren gerade einmal 3-5 Minuten Nettospielzeit wirken sie viel zu kurz, sodass man sich als Horrorfilmfreund überhaupt nicht mit dem Kontext und den Gegebenheiten der Erzählungen einlassen und identifizieren kann. Teilweise wirken die Geschichten lieblos und unfertig und scheinen einzig in die Handlung integriert, um die Laufzeit des Filmes auf die üblichen 90 Minuten zu strecken. Interessanterweise hat zumindest „Lover Come Back“ ein nennenswertes Erzähl-Konzept. Die Geschichte einer jungen Frau, die von ihrem Freund im Streit ermordet, in einen Koffer gequetscht und letztendlich von den Toten aufersteht, um sich für all die Schandtaten zu rächen, schildert die Rückkehr der jungen Dame auf recht unkonventionelle Art und Weise. Ihr Schicksal spielt sich rückwärts ab und darf durchaus mit einigen recht hübsch-verspielten optischen Spielereien aufwarten. Dunkle Waldpfade und unheimlicher Nebel gesellen sich zu seltsamen Kamerablickwinkeln und düsterer Atmosphäre. Hätten sich hier die Macher hinter dieser Episode mehr Zeit genommen um das Schicksal der betrogenen Freundin genauer zu beleuchten, wäre durchaus auch ein sehr sehenswerter Beitrag daraus werden können. So dümpelt diese Geschichte ebenso wie die vollkommen konfuse Rache-Episode mit dem reißerischen Titel „Re-Membered“ unvorteilhaft vor sich daher und nimmt „Scary or Die“ ein wenig das recht forsche Tempo, dass diesen kleinen Indie-Film dennoch recht sehenswert macht.
 
Nach „The Theatre Bizarre“, „V/H/S (2012)“ und „Chillerama“ ist nun „Scary or Die“ bereits der dritte Anthologie-Streifen in Folge, der 2012 dem gierigen Horrorfilmfreund das Leben herrlich-makaber und unterhaltsam-widerlich versüßen möchte. Zwar erreicht er zu keiner Zeit die künstlerische Frische eines „TTB“ und den vollkommen absurden und dennoch urkomischen Unterhaltungswert eines „Chillerama“, ist aber dennoch einer der besserer Vertreter seines Subgenres. Dass dem Film wahrlich kaum Budget zur Verfügung gestanden haben muss, ist aufgrund des Direct-to-Status offensichtlich, sieht man „Scary or Die“ dennoch kaum an. Die Filmemacher haben aus den vorhanden Mitteln das Maximale herausgeholt und schaffen es, zumindest in zwei Episoden, herausragende Leistungen zu vermitteln. Die Episode „Clowned“ ist mit Abstand das Herz dieser Kurzgeschichten-Sammlung und ist in seiner Darstellung als überaus sehenswert einzustufen. Aus den Gegebenheiten dieser Erzählung hätte man sogar einen abendfüllenden Spielfilm zaubern können – das Potenzial hätte die Story zumindest auf jeden Fall gehabt. Unter dem Strich bleibt ein kleiner unauffälliger Genre-Beitrag, der mehr verspricht, als man von derart unkommerziellen Veröffentlichungen erwarten würde.
 
 
 


 
 
 

Scary or Die – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 

Solider Genre-Beitrag mit durchwachsenen Kurzgeschichten. „Geschichten aus der Gruft“-Fans und Anthologie-Freunde dürfen durchaus einen Blick riskieren, zumal das Segment „Clowned“ zu einer der erfrischendsten Kurzgeschichten der letzten Dekaden gehört.
 
 
 


 
 
 

Scary or Die – Zensur

 
 
Bis auf die erste Episode „The Crossing“ fließt kein einziger Tropfen Blut im Film, sodass der Film ungekürzt mit FSK16 die Prüfinstanz durchwandern dürfte.
 
 
 


 
 
 

Scary or Die – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
Ähnliche Filme:

 
 

Chillerama (2011)

The Theatre Bizarre (2011)

Little Deaths (2011)

Filmreview: „The Theatre Bizarre“ (2011)

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THE THEATRE BIZARRE

Story

 
 
 
Nachdem sich eine junge Dame in ein leerstehendes Theater locken lassen hat, zeigt ihr eine menschliche Holzpuppe (Udo Kier) sechs abwechslungsreichen Horrorkurzgeschichten auf der Kinoleinwand:
 
 
Epidsode 1 – The Mother of Toads (Regie: Richard Stanleys -”Dust Devil”/ “M.A.R.K. 13”)
 
Martin und Karina – ein amerikanisches Studentenpärchen – zieht es zum Entspannen ins spanische Bergland. Doch der erhoffte Urlaub endet für das verliebte Paar frühzeitig, als Martin von einer Einheimischen erfährt, dass sie eine Kopie des sagenumwogenen Necronomicon-Buches besitzt.
 
 
Epidsode 2 – I love You (Regie: Buddy Giovinazzos – „Combat Shock“ / “Maniac 2”)
 
Für den alkoholabhängige Axel bricht eine Welt zusammen. Seine große Liebe Mo scheint ihn wegen eines gemeinsamen Bekannten verlassen zu wollen. In seiner Verzweiflung bittet er um Erklärungen für ihre Entscheidung. Da zeigt Mo ihr wahres Gesicht und beichtet ihm alle Vergehen während drei Jahren Beziehung. Eine Beichte mit Folgen …
 
 
Episode 3 – Wet Dreams (Regie: Tom Savini – „Night of the living Dead“ / „Maniac“)
 
Donnie ist ein Frauenheld und betrügt seine Gattin Carla wo und wann es nur geht. Seltsamerweise plagen ihn seit geraumer Zeit Alpträume, in denen seine Affären sich den Spaß machen, ihm seines Genitals zu entledigen. Da der junge Casanova mit der Situation so langsam nicht mehr zurecht zu kommen scheint, vertraut er sich einem Psychologen an. Ein fataler Fehler.
 
 
Episode 4 – The Accident (Regie: Douglas Bucks – “Sisters”)
 
Ein kleines Mädchen wird zusammen mit ihrer Mutter Zeuge eines tragischen Unfalls. Auf einer Waldstraße müssen die beiden hilflos mit ansehen, wie ein junger Motorradfahrer mit einem Hirsch zusammenstößt und beide aufgrund ihrer Verletzungen tragisch verenden.
 
 
Episode 5 – Vision Stains (Regie: Karim Hussain – „Subconscious Cruelty“)
 
Das recht perfide Hobby einer Schriftstellerin: Eine Autorin bringt Leute um die Ecke und entzieht ihren Opfern im Augenblick ihres Todes Flüssigkeit aus deren Augäpfeln, welche sie sich letztendlich selbst injiziert. Daraufhin durchlebt sie noch einmal das Leben derer und hält es auf Papier fest. Der Drang nach neuen Erfahrungen und neuen Geschichten wird immer stärker, als sie eine schwangere Frau vor einem Wohnblock stehen sieht. Der Reiz zu sehen, was ein sterbendes Ungeborenes sehen könnte bevor es stirbt, wird ihr letztendlich zum Verhängnis.
 
 
Episode 6 – Sweets (Regie: David Gregory – “Plague Town”)
 
Estelle und Greg stehen vor den Scherben ihrer Beziehung. Greg liebt Estelle über alles, aber Estelle liebt Greg nicht mehr. Auf einer Vernissage soll das „Beziehungsproblem“ gelöst werden und endet im Desaster.

 
 
 


 
 
 

THE THEATRE BIZARRE – Kritik

 
 
 
Mit THE THEATRE BIZARRE präsentieren diverse namhafte Horrorregisseure ihre ganz eigenen makabren, zynischen und düsteren Interpretationen des „Théâtre du Grand Guignol“ – einem französischem Theater, das in der Zeit von 1897 bis 1962 mit allerhand Gruselstücken, Krimis und rabiat-derben Komödien versuchte das Publikum zu schockieren und somit das aktuelle Splatter- und Horrorkino maßgeblich mitprägte. Herausgekommen sind sechs derart unterschiedlich gestrickte Kurzwerke, die allesamt vereint durch ein recht grotesk-anmutendes Story-Rahmengerüst durchaus Filmkost der etwas anderen und ungewohnteren Art bieten dürften.
 
Unter der Führung von DAVID GREGORY (PLAGUE TOWN) erhielten sechs, in der Horrorfilmszene nicht unbekannte Kult-Regisseure die Aufgabe, unter gleichen Bedingungen und mit jeweils gleichem Budget ausgestattet ihr cineastisches und künstlerisches Können unter Beweis zu stellen. Das Endergebnis gestaltet sich als nicht uninteressant, denn kein Film gleicht sich dem anderen. Die einzelnen Kurzgeschichten lassen durch ihre gekonnt innovative Umsetzung eindeutig die Bildsprache und Erzählweise des jeweiligen Regisseurs erkennen. Demnach dürfte jeder Filmgeschmack unter den Kurzgeschichten befriedigt werden. Ob nun klassisch gruselig, Arthaus-like künstlerisch oder einfach nur ekelhaft; THE THEATRE BIZARRE dürfte auch für den noch so speziellen Horrorfilmgeschmack den passenden Beitrag bieten.
 
Überraschenderweise gestaltet sich die Entscheidung nach seiner ganz persönlichen Lieblingsepisode als überaus schwierig, da alle Segmente auf ihrer ganz eignen charmanten Weise funktionieren und zu überzeugen wissen. Das merklich minimale Budget ist dem Gesamtmeisterwerk an keiner Stelle anzumerken. Jede Episode wurde stimmig, atmosphärisch und liebevoll umgesetzt. Gerade das Rahmengerüst, das die einzelnen Glieder miteinander verknüpft strotzt nur so vor diversen Anspielungen an die großen Horrorfilme der 70er sowie 80er Jahre und punktet mit einer derart liebevollen Umsetzung, dass der Horrorfan vor Freude im Kreise tanzen möchte.
 
Die erste Episode THE MOTHER OF TOADS ist eine liebevolle Hommage an das triviale, hölzerne, aber dafür sehr atmosphärische italienische Trash-Kino der 70er Jahre und entpuppt sich am Ende als stimmiges Horrormärchen. Horrorfilmfans, die einen Hang zu asiatischem Extrem-Arthauskinos besitzen dürften in Episode vier vollends auf ihre Kosten kommen. Aufgrund der arg superben Ausgangssituation gepaart mit ein paar überaus markerschütternden Spezialeffekten sowie dem sehr ernüchternden Ende, dürften sich Freunde asiatischer Genre-Produktionen a lá NAKED BLOOD gierig die Hände reiben. Das dieses innovative Horrorprojekt gerade aufgrund der recht zeigefreudigen und drastischen Darstellung von Gewalt bei deutschen Zensurbehörden für Missgunst sorgen dürfte, sei vorab schon einmal angedeutet. Gerade TOM SAVINIS Episode mit dem recht zynischen, aber irgendwie passenden Titel WET DREAMS und der bitterböse Beitrag SWEETS zeigen sich gewalttechnisch nicht zimperlich, so dass es ein wenig verwundert, dass THE THEATRE BIZARRE hierzulande ungeschnitten von der FSK freigegeben wurde.
 
THE THEATRE BIZARRE ist ein richtiger Kracher geworden und dürfte nicht umsonst als potenzieller neuer Kultfilm gehandelt werden. Hier haben kreative Regisseure sechs abwechslungsreiche und vor allem gehaltvolle Kurzgeschichten abgeliefert, die in ihrer Darstellung ihresgleichen suchen dürften und die jedem offenen Horrorfilmfan aufgrund ihrer absolut unkommerziellen Umsetzung auf jeden Fall zur Sichtung zu empfehlen sind. Schade nur, dass bereits nach kurzweiligen zwei Stunden Spiellaufzeit bereits der Abspann über den Bildschirm flimmert und man das Gefühl nicht los werden möchte, mehr vom THE THEATRE BIZARRE sehen zu wollen. Da darf man nur hoffen, dass dieses Projekt die nötige Aufmerksamkeit erntet, die der Film offensichtlich verdient hat und bald mit einer Fortsetzung gerechnet werden kann. Glaubt man diversen Gerüchten im Internet, ist das Sequel bereits in Arbeit.
 
 
 


 
 
 

THE THEATRE BIZARRE – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
Gerade aufgrund der absolut unkonventionellen Inszenierung und einer durchweg kreativen Umsetzung haarsträubender Horrorkurzgeschichten darf sich THE THEATRE BIZARRE einen Ehrenplatz in den Herzen weltweiter Genre-Fans sichern – Pflichtprogramm!
 
 
 


 
 
 

THE THEATRE BIZARRE – Zensur

 
 
 
Zu aller Erstaunen wurde THE THEATRE BIZARRE hierzuland ungeschnitten in den Handel gebracht und ist aufgrund einiger deftiger Gewaltakte leider erst für Volljährige geeignet: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE THEATRE BIZARRE – Deutsche Heimkinoveröffentlichung

 
 
 
Neben der herkömmlichen Blu-ray erschien der Film auch als Teil eines umfangreichen Splatter-Pakets mit sechs Filmen auf DVD. Auf diesem Heimkinomedium, das als BLOODY SPLATTER 6 MOVIE PACK in den Handel gebracht wurde, ist der Streifen ebenso ungeschnitten enthalten, wie auf der bereits erhältlichen Einzel-Blu-ray.
 
 
 
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(c) SchröderMedia HandelsGmbH

 
 
 

Bloody Splatter Collection [ 6 Filme in einer Box ] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE THEATRE BIZARRE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The ABS’S of Death (2013)
 
Tom Holland’s Twisted Tales (2013)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 

Filmreview: „Obsession – Tödliche Spiele“ (2011)

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OBSESSION – TÖDLICHE SPIELE

(LITTLE DEATHS)

Story

 
 
 
OBSESSION – TÖDLICHE SPIELE ist eine Kurzgeschichtensammlung mit drei Episoden, die allesamt etwas mit Abhängigkeit, Begierde, Leid und sexuellem Verlangen zu tun haben:
In der ersten Geschichte (HOUSE & HOME) geht es um ein triebgesteuertes Ehepaar, das auf der Suche nach dem ganzen besonderen Kick fürs Bett ist. In einer Obdachlosen sehen sie das Objekt ihrer Begierde. Leider eine fatale Entscheidung – wie sich bald schmerzlich herausstellen wird. In der zweiten Episode (MUTANT TOOL) wird eine aus Naziplänen erstellte Kreatur allerhand abartigen Experimenten ausgesetzt, die in einem Keller an ihr durchgeführt werden. Gleichzeitig wird woanders eine Drogenabhängige von einem Arzt behandelt. Zwei scheinbar grundverschiedene Handlungsstränge, die dennoch am Ende zueinander finden. Die letzte Geschichte (BITCH) rückt ein junges Paar in den Mittelpunkt. Das ist voneinander sexuell abhängig, erkennt aber bald nicht mehr die Grenzen zwischen Rollenspielen im Bett und dem wahren Leben. Nachdem die Frau kein Ende im täglichen Erniedrigen, Demütigungen und Ignorieren ihres Partners findet, schmiedet der einen makaberen Plan.

 
 
 


 
 
 

OBSESSION: TÖDLICHE SPIELE – Kritik

 
 
 
Anthologien sind immer so ein Ding. Entweder mag man sie oder eben nicht. Da jedes Segment einer Kurzgeschichtensammlung in der Regel gerade einmal 15-20 Minuten lang ist, kann es für deren Macher oft ziemlich schwer werden Charakterentwicklung, Handlungsaufbau und Schlusspointe in so kurzer Laufzeit abzuhandeln. Das Nachsehen hat meist der Zuschauer. Wegen der Zeitnot der Macher bekommt der oftmals das Gefühl mehr Quantität statt Qualität zu sehen. Doch das gilt nicht für allen Sammlungen. Stöbert man in der Geschichte phantastischer Anthologien, gab es nämlich schon einige Horror-Anthologien, die man heute als Kult betitelt. Darunter Klassiker wie ASYLUM – IRRGARTEN DES SCHRECKENS, GESCHICHTEN AUS DER SCHATTENWELT oder H.P.LOVERCRAFT’S NECRONOMICON, die Jahre vor aktuellen Hits wie SOUTHBOUND, HOLIDAYS oder V/H/S 2 erschienen sind und gezeigt haben, dass das kompakte Erzählen von Horrorgeschichten durchaus funktionieren kann.
 
 
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Zu den weniger gelungenen Episodenfilmen gehört dagegen OBSESSION – TÖDLICHE SPIELE, der im Entstehungsland als LITTLE DEATHS vermarktet wurde. Eine wirkliche Rahmenhandlung, wie bei genannten Horrorklassikern gibt es hier leider nicht, was dann doch bitter aufstößt. Die einzelnen Geschichten werden lose nacheinander erzählt, was den liebenswerten Anthologie-Flair missen lässt. Die Idee die Themen Leid, Abhängigkeit und Sex miteinander zu vermischen ist eigentlich interessant. Leider fehlt es dem Mix oft an Logik. Zudem wirkt die Inszenierung sehr konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. So funktioniert in OBSESSION – TÖDLICHE SPIELE immer noch die erste Episode HOUSE & HOME am besten – vor allem auch deshalb, weil sie die einzige Kurzgeschichte ist, die überhaupt noch irgendetwas mit dem phantastischen Genre gemein hat. Diese Kurzgeschichte macht’s auf dem traditionellen Weg. Macher SEAN HOGAN zeigt deutlich, dass eben schlicht und einfach erzählt, oftmals besser funktioniert, als komplex und wirr. Natürlich sind auch die anderen Episoden keine völligen Spaßbremsen, bleiben aber weit hinter den Erwartungen zurück. So ist das dramatische Kammerspiel BITCH zügig erzählt und schafft es innerhalb des verfügbaren Zeitrahmens eine unangenehme Spannung zwischen den beiden Protagonisten aufzubauen. Leider verpufft die unbequeme Atmosphäre vollkommen, weil die Geschichte unschlüssig ausgeht. Warum die männliche Filmfigur genannter Episode die Freundin auf eher unkonventionelle Art ins Jenseits befördert, bleibt vollkommen ungeklärt. Immerhin rettet ein Farbfilter das Desaster. Der erinnert in seiner grellen Form an den Argento-Klassiker SUSPIRIA und macht zumindest atmosphärisch einiges her.
 
 
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OBSESSION: TÖDLICHE SPIELE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
OBSESSION – TÖDLICHE SPIELE ist eine nicht sonderlich liebenswerte Horror-Anthologie. Die erste Episode HOUSE & HOME geht vollkommen in Ordnung. Das Segment MUTANT TOOL geht dagegen als wirrer SAW-HOSTEL-Mix völlig den Bach hinunter und die abschließende Geschichte BITCH rettet mit Farbspielereien was zu retten ist. Da hat man mit so Kurzgeschichtensammlungen wie THE ABCs OF DEATH besseres gesehen. OBSESSION – TÖDLICHE SPIELE ist solide Genre-Unterhaltung. Mehr aber auch nicht.
 
 
 


 
 
 

OBSESSION: TÖDLICHE SPIELE – Zensur

 
 
 
OBSESSION – TÖDLICHE SPIELE (im Original: LITTLE DEATHS) ist in Deutschland ungeschnitten erhältlich. Die hier erhältliche Fassung ist aber erst für Erwachsene freigegeben: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

OBSESSION: TÖDLICHE SPIELE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
obsession-toedliche-spiele-2011-blu-ray

(c) Tiberius Film (Erstauflage)

obsession-toedliche-spiele-bloody-movies-collection

(c) Tiberius Film (Zweitauflage in der Bloody Movies Collection)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Little Deaths; Großbritannien 2011

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Neuauflage in der Bloody Movies Collection: Amaray im Schuber

Extras: Trailer

Veröffentlichung: Erstauflage: 08.03.2012 | Zweitauflage in der Bloody Movies Collection: 11.08.2016

 
 
 

Erstauflage von Obsession – Tödliche Spiele (Uncut) [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

OBSESSION: TÖDLICHE SPIELE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hostel (2005)
 
Hostel 2 (2007)
 
Caged (2010)
 
Territories (2010)
 
V/H/S 2 (2013)
 
V/H/S 3 – Viral (2014)
 
The ABC’s of Death (2012)
 
Still 2 (2014)
 
Tom Holland’s Twisted Tales (2013)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)