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Backwood-Slasher

Kritik: „Downrange – Die Zielscheibe bist du!“ (2017)

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DOWNRANGE – DIE ZIELSCHEIBE BIST DU!

(DOWNRANGE)

Story

 
 
 

Dümmlicher Pseudo-Terror von der Stange. Eine Gruppe Freunde gerät im Hinterland an einen Sniper, der die Jugendlichen nacheinander mit seinem Gewehr in die ewigen Jagdgründe befördert.

 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Kritik

 
 
 
Dumme Teenager müssen im Horrorfilm sterben. Eine Formel, die vor allem im Slasher-Genre zum guten Ton gehört. Doch nicht immer müssen es unkaputtbare Killer sein, die sich scheinbar rastlos an die Fersen ihrer aufgescheuchten Opfer heften und sie so lange verfolgen, bis sie sich ihrem Schicksal ergeben. Es geht auch anders und das sogar ohne sich die Finger schmutzig zu machen oder gar Kalorien verbrennen müssen, wie der Splatterfilm DOWNRANGE beweist. Darin hat es sich ein Scharfschütze in einem Baum gemütlich gemacht und wartet in Seelenruhe auf seine Opfer. Die kommen schon bald. Eine Gruppe Freunde düst durch das Jagdgebiet des Fremden und muss bald ums Überleben bangen. So schießt der Killer in die Räder des Fahrzeugs und zwingt die Jugendlichen zum Stranden. Nun ist guter Rat teuer, denn weder der Wagen lässt sich fortbewegen noch haben die Handys Empfang. Da stellt sich die Frage, wie man dem Schicksal entkommen kann. Den Teenagern zumindest scheint’s egal zu sein. Die scheißen auf Pläne und laufen lieber unüberlegt durch die Szenerie. Dass sie dafür mit dem Tod bestraft werden müssen, ist so klar wie Kloßbrühe. Für den Spannungsaufbau ist ein so trivialer Ablauf leider nicht sonderlich förderlich.
 
 
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Was nur hat Filmemacher RYUHEI KITAMURA dazu getrieben, einen Film wie DOWNRANGE zu inszenieren? Der Regisseur ist fürs blutige Horrorfach bekannt und konnte sich in der Vergangenheit mit einigen sehr gelungenen Horrorstreifen einen Namen machen. So gehen auf dessen Konto der Asia-Splatter-Hit VERSUS, sowie die nicht minder deftige Schlachtplatten MIDNIGHT MEAT TRAIN und NO ONE LIVES. Das blutige Chaos wird auch im Sniper-Schocker DOWNRANGE beibehalten, der leider gar nicht mehr so unterhaltsam ist, wie die bisherigen Streifen des Filmemachers. Irgendwie steckt in diesem Film der Wurm, was in erster Linie daran liegt, dass die Charakterzeichnung unter aller Kanone ist. Nun gut, möchte man meinen, Charakterzeichnung ist im Horrorfach meist Nebensache. Wenn aber Protagonisten wie dumme Schafe vor dem Visier eines Schafschützen tanzen und dabei nicht einen klugen Gedanken fassen wollen, ist Schluss mit lustig. DOWNRANGE meint es nicht gut mit seinen Protagonisten, denn die handeln von Sinnen und befriedigen damit zumindest die Blutsucht des Zuschauers. Der bekommt in DOWNRANGE anständig gefilmte Morde zu sehen, die so zeigefreudig sind, dass der Streifen Probleme mit der FSK bekam. Der Sniper-Splatter erhielt nämlich anfangs von der Prüfbehörde keine Freigabe. Doch der Rechteinhaber ging gegen das Urteil in Berufung und hatte Erfolg. Ob dieser (finanzielle) Aufwand gerechtfertigt gewesen war, sollte an dieser Stelle jeder selbst entscheiden. DOWNRANGE ist nicht sonderlich helle und spult seine vorhersehbare und unspannende Geschichte nach Schema F ab. Das bedeutet: kreischen, winseln und sterben bis am Ende niemand mehr übrig ist. Die Charakterentwicklung ist oberflächlich, die Protagonisten sind unsympathisch und die zweckmäßigen Dialoge sind sogar noch dümmer, als die jeder gescripteten RTL2-Nachmittagssendung. Demzufolge raten wir, besser andere und gelungenere Sniper-Thriller in den Player schieben, denen es auch tatsächlich gelingt, den Puls des Publikums in die Höhe zu treiben. So schockierten zuletzt Filme wie KING OF THE HILL oder TOWER BLOCK. Zwei heftige Streifen, die das Nervenkostüm beanspruchen und dabei auch noch Kompromisse scheuen. Zartbesaitete Zuschauer sollten die aber besser meiden.
 
 
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DOWNRANGE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Intellektueller Total-Reinfall! Dafür aber professioneller Splatter im Überfluss. Den bekommt man im Falle von DOWNRANGE ziemlich oft vor die Linse und das auch noch in technisch tadelloser Umsetzung. Brutalität steht hier vor Plausibilität, denn bis auf den Filmbösewicht handelt nahezu jede Figur dieses deftigen Splatterstreifens dämlich und unüberlegt. Feingeister werden daher an dieser Stelle vorgewarnt. Die selten dummen Handlungen aller Protagonisten gehen an die Substanz und machen wütend. Wer demzufolge leicht cholerisch veranlagt ist, sollte DOWNRANGE besser meiden. Das ist besser fürs Herz.
 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Zensur

 
 
 
In DOWNRANGE – DIE ZIELSCHEIBE BIST DU (so der deutsche Titel) geht es nicht zimperlich zu. Köpfe werden überfahren, Augen ausgeschossen und Körper mit Kugeln durchsiebt. Die Gewaltexzesse sind so deftig, dass selbst die FSK keinen Spaß verstand und DOWNRANGE eigentlich ungeschnitten nicht freigeben wollte. Wer aber denkt, dass dieses Horrorthriller Federn lassen musste, wird überrascht sein. Offenbar hatte das Label SPLENDID FILM mehr Glück als gedacht. Nach einer Berufung, gabs von der FSK dann doch den Segen. DOWNRANGE steht ab sofort ungeschnitten mit rotem FSK-Sticker im Handel.
 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Downrange; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Holländisch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.05.2018

 

Downrange – Die Zielscheibe bist du! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
El rey de la montaña – Unsichtbare Gefahr (2007)
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Happy Hunting (2017)
 
Carnage Park (2016)
 

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Filmkritik: „Feral“ (2017)

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FERAL

Story

 
 
 

In einer Waldhütte geht das Böse um. Nein, FERAL ist kein weiteres Plagiat des beliebten Horrorklassikers EVIL DEAD. In diesem Horrorfilm stecken sich junge Menschen mit einem aggressiven Virus an, der diese in Monster verwandelt.

 
 
 


 
 
 

FERAL – Kritik

 
 
 
Eigentlich sollte es nur ein kleiner Campingausflug mit Freunden werden. Drei Pärchen machen sich auf in die Wälder, um die Natur genießen zu können. Doch es kommt mal wieder alles anders. Ein seltsames menschenartiges Wesen überfällt einen der Kumpels und reißt ihm die Innereien aus dem Körper. Das verursacht Panik bei den übrigen Freunden, die nacheinander ebenfalls vom Bösen attackiert werden und sich dabei mit einem ominösen Virus infizieren, der Menschen in Bestien verwandelt. Gott sei Dank kommt Unterstützung. Ein Fremder eilt den Freunden zu Hilfe und verschafft ihnen Unterschlupf im eigenen Heim. Doch offenbar ist man in dieser Hütte nicht sonderlich sicher. Ach hier ist man von den Attacken der Infizierten nicht sicher. Die versuchen alles, um weitere Menschen mit der furchtbaren Seuche anzustecken. Demzufolge ist der Fortgang von FERAL nicht sonderlich einfallsreich. Einer nach dem anderen wird angesteckt und verwandelt sich anschließend in eine ebenso aggressive Bestie, die nur ein Ziel kennt: die noch nicht infizierten Freunde ebenfalls in den Abgrund zu reißen.
 
 
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Wenn es ein Virus mal wieder nicht gut mit der Menschheit meint. Das klingt wie etwas, was man schon tausende Male gesehen hat. FERAL ist ein später Nachzügler der lukrativen Zombie-Welle, die vor einigen Jahren noch einmal erfolgreich aufkam. Dort wurden meist Menschen nach einem Virusausbruch in aggressive Kreaturen umfunktioniert, die geifernd durch Szenarien liefen, um den Virus möglichst schnell weiterzugeben. Mittlerweile ist es im Zombie-Genre verdächtig still geworden, was wohl daran liegt, dass sich allmählich ein Sättigungsgefühl beim Publikum eingestellt hat. Regisseur MARK YOUNG scheint das aber wohl egal zu sein. Der begibt sich noch einmal auf bekannte Zombie-Pfade und liefert solide Horrorunterhaltung ab, die sich irgendwo zwischen CABIN FEVER und THE DESCENT bewegt. Alles ist demzufolge wie gehabt: Protagonisten unterschätzen die Gefahr, handeln unklug und werden nacheinander mit dem Virus infiziert, der sie zu mutierten Kreaturen mit niederen Instinkten macht. Neu dagegen ist, dass eine taffe Heldin das Steuer übernimmt, die nicht unbedingt den gängigen Horror-Abziehbildern entspricht. Filmemacher MARK YOUNG hat für die Heldenrolle eine problembehaftete Kämpferin gewählt, die wegen ihrer sexuellen Orientierung private Niederlagen durchlebt. So liebt Heldin Alice (SCOUT TAYLOR-COMPTON aus GHOST HOUSE) keinen Mann, sondern hat die Reise mit der Liebsten (OLIVIA LUCCARDI aus IT FOLLOWS) angetreten, welche im Überlebenskampf stets zur Seite steht. Eine ungewöhnliche Prämisse, mit der sich FERAL zumindest etwas vom Zombie-Virus-Einheitsbrei abheben will. Doch das Abweichen von gängigen Heldenklischees funktioniert nur bedingt. Homosexualität wird in FERAL nur zum Randthema gemacht. Stattdessen liegt der Hauptfokus des Films auf das Infizieren und Auslöschen seiner Protagonisten. Sonderlich einfallsreich ist das nicht.
 
 
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Immerhin kann man Regisseur und Drehbuchautor MARK YOUNG nicht vorwerfen, dass der handwerklich nichts kann. Der Filmemacher hat in der Vergangenheit bereits einige Low-Budget-Streifen mit bekannten Gesichtern gedreht, wobei er es 2007 mit dem Horrorfilm TOOTH AND NAIL auch auf das beliebte AFTER DARK HORRORFEST geschafft hatte. FERAL besitzt gute Kameraarbeit, eine anständige Charakterentwicklung und auch Schauspieler, die ihre Rollen glaubhaft verkörpern. Zudem hat man sich auch hinsichtlich Gewaltszenen und Kreaturen-Design Mühe gegeben. Haben sich die Protagonisten des Streifens erst einmal mit dem seltsamen Virus angesteckt, verwandeln die sich schleichend in Gestalten, die an Monster von so Streifen wie THE DESCENT oder 30 DAYS A NIGHT erinnern. Damit lässt sich zwar keinen Blumentopf gewinnen – wer aber unbedingt atmosphärischen Horror-Naschub mit einigen Schocks benötigt, kann bedenkenlos zugreifen. Viel erwarten sollte man aber nicht.
 
 
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FERAL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein grimmiger Mix aus CABIN FEVER, THE DESCENT und 28 DAYS LATER mit für Horrorfilme ungewöhnlicher Heldenkonstellation. FERAL ist kein Horror-Highlight. Der Horror-Indie ist ein solider Genre-Beitrag, der wegen seiner Vorhersehbarkeit und allzu bekannter Formeln schnell wieder vergessen sein wird. Lobenswerterweise hat man auf Charakterentwicklung geachtet und an gute Schauspieler gedacht. Die machen die gradlinige Handlung halbwegs ertragbar, die einzig darin besteht, Menschen mit einem Virus zu infizieren, die anschließend umgebracht werden müssen, weil sie sich in unaufhaltbare Killermaschinen verwandeln. FERAL ist ein typischer Vertreter der Gattung: Einmal gesehen und abgehackt. Etwas mehr Kreativität und Einfallsreichtum täten dem Horror-Genre gut. Mittlerweile scheinen Filmstudios und Macher nur noch auf die schnelle Mark aus zu sein. Die Folge: Man bekommt Geschichten vor die Linse, die im Grunde genommen – minimal abgeändert – die immer gleiche Handlung abspulen. Öde!
 
 
 


 
 
 

FERAL – Zensur

 
 
 
Sehr brutal ist FERAL nicht. Hälse werden aufgeschlitzt, ein Brustkorb aufgerissen und ein Messer wird ebenso in einen Rücken gerammt. Außerdem entledigt man sich dem Bösen mit einem Schrotgewehr. Sollte FERAL hierzulande veröffentlicht werden, ist eine FSK16 durchaus denkbar.
 
 
 


 
 
 

FERAL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Redwood (2017)
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)
 
Cabin Fever (2016)
 


Filmkritik: „Scarecrows“ (2017)

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SCARECROWS

Story

 
 
 

Vier Freunde laufen beim Badeausflug dem personifizierten Bösen in die Arme.

 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Kritik

 
 
 
Was erwartet man eigentlich von einem Film mit dem Titel SCARECROWS? Vermutlich in erste Linie ein Creature-Feature, in denen boshafte Vogelscheuchen nach dem Leben ahnungsloser Menschen trachten. Manchmal kann aber so ein vielversprechender Titel auch ein gemeiner Blender sein, wie der vorliegende Film beweist. Der von STUART STONE inszenierte Streifen hat nämlich mit garstigen Strohpuppen, die im Horrorfilm meist nach Blut lechzend durch Maisfelder streifen, so rein gar nichts am Hut. Stattdessen verbirgt sich hinter dieser Produktion ein beliebiger Backwood-Slasher mit Folterelementen, der – zumindest in der deutschen Fassung – wegen seiner semiprofessionellen Synchronisation schwer zu ertragen ist. Fans von so echtem Vogelscheuchen-Horror wie DIE NACHT DER VOGELSCHEUCHE oder SCARECROW – DAS GRAUEN STIRBT NIE dürften da enttäuscht aus der Wäsche schauen. Denen sei aber versichert, dass genannte Filme weitaus besser sind, als dieser schnell für den Videomarkt produzierte aus Kanada.
 
 
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Alles fängt wie immer an und endet auch wie gehabt: Vier junge Leute, die nicht sonderlich helle sind, wollen an einem See knutschen und fummeln. Doch so einfach ist das Gewässer nicht zu finden. Ein Maisfeld versperrt den Weg. Darin befinden sich unheimliche Vogelscheuchen, die das Blut in den Adern gefrieren lassen. Beinahe will man da meinen, die Puppen wären lebendig. Ganz Unrecht hat man da nicht. Unter den Sackmasken der Strohmänner verbergen sich ahnungslose Durchreisende, die vom Besitzer des Maisfelds entführt, gefoltert und anschließend als Vogelscheuche verkleidet ans Kreuz genagelt wurden. Genau jenes Schicksal ereilt nun auch unseren vier intelligenzfreien Hauptdarstellern. Die werden nacheinander in Vogelscheuchen umfunktioniert und machen in ihrer neuen Verkleidung gar keine so üble Figur.
 
 
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Technisch okay, aber das wars dann auch. SCARECROWS ist nicht gerade das, was man sich unter einem gelungenen Horrorfilm vorstellt. Die Figuren sind nervig und verhalten sich unklug, die Geschichte verläuft nach Schema F und auch hinsichtlich gezeigter Brutalität ist SCARECROWS nicht gerade das Gelbe vom Ei. Gewalt wird nämlich kaum eingesetzt, was angesichts der Tatsache unbefriedigend ist, weil SCARECROWS dem Backwood-Horror-Fach zuzuordnen ist. Das hat sich vor allem wegen zeigefreudiger Boshaftigkeiten in den letzten Jahrzehnten einen Namen machen können und mit so Filmen wie WRONG TURN, TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder WOLF CREEK Erfolge gefeiert. Genannten Filmen kann diese kanadische Produktion freilich nicht das Wasser reichen. Dem Film fehlt das gewisse Etwas, um im Gedächtnis bleiben zu können. Regisseur STUART STONE spult seinen zweiten Spielfilm nach konventionellem Ablauf ab und lässt so kaum Überraschungen zu. Da macht sich bei erfahrenen Zuschauern schnell Langeweile breit, weil SCARECROWS so vorhersehbar ist, dass man bereits zu Beginn weiß, wie es ausgehen wird. Filmemacher STUART STONE liefert mit diesem Horrorthriller sein Zweitwerk ab. Der ist eigentlich erfahrener Schauspieler und tingelt seit knapp 40 Jahren als Darsteller durch die TV-Landschaft. Offenbar wollte er mal die Seiten wechseln. Die ersten Gehversuche als Regisseur waren – man muss es wirklich mal sagen – bisher eher bescheiden.
 
 
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SCARECROWS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Beliebiger 08/15-Teen-Horror ohne Überraschungen. Ein paar Anleihen an TEXAS CHAINSAW MASSACRE hier, etwas dreckiger HOSTEL-Look da. SCARECROWS besteht aus Versatzstücken diverser Horrorfilme und entpuppt sich als beliebiger Backwood-Horrorfilm, der mit seinem Titel in der Irre führt. Hier gibt es keine mordenden Vogelscheuchen zu bestaunen. Der Killer im Film ist menschlicher Natur und hat es mal wieder auf Teenager abgesehen. Slasher-Fans kommen da auf ihre Kosten, sollten aber kein kaltschnäuziges Gewaltfeuerwerk erwarten. Wer sich von den rauen Szenenbildern blenden lässt, wird enttäuscht werden. SCARECROWS hat – bis auf ein paar zugenähte Münder – kaum Gewalt zu bieten. Ein fataler Fehler, hätte dieser Film zumindest mit derben Schauwerten aus der Masse hervorstechen können. Weil die Geschichte mit ihren mehr als dämlichen Figuren vollkommen austauschbar und vorhersehbar ist, werden die meisten Zuschauer schnell abgeschalten haben. Die semiprofessionelle Synchronisation tut da ihr Übriges.
 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Zensur

 
 
 
Die gute Nachricht: SCARECROWS ist ungeschnitten. Das ist aber auch kein Kunststück, denn im Film wird kaum Gewalt gezeigt. Es gibt einige zugenähte Münder zu sehen. Weiterhin werden als Vogelscheuche missbrauchte Menschen von Raben angeknabbert. Zudem schockieren abgeschnittene Finger und ein Protagonist reißt sich das Bein an einem Stacheldraht auf. Da fragt man sich doch glatt, was die FSK geritten und diesen Backwood-Slasher erst für Erwachsene freigegeben hat. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media GmbH (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scarecrows; Kanada 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.04.2018

 

Scarecrows [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON New Media GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Inner Demon (2014)
 
Scathing (2016)
 
Killbillies (2015)
 


Filmkritik: „Escape from Cannibal Farm“ (2017)

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ESCAPE FROM CANNIBAL FARM

Story

 
 
 
ESCAPE FROM CANNIBAL FARM fängt passabel an, wird aber schnell unfreiwillig albern. Eine Familie gerät an eine Sippe, die auf einer Farm Menschen mit der Kettensäge in kleine Wurstscheiben schneidet.

 
 
 


 
 
 

ESCAPE FROM CANNIBAL FARM – Kritik

 
 
 
Es war einmal ein kleiner Junge, der hat sich während seiner Jugend Horrorfilme im Überfluss angeschaut. Irgendwann kam ihn ein krasses Stück Genre-Kino vor die Funzel, das ihn derart beeindruckt hat, weshalb er später auch mal einen ähnlichen Schocker drehen wollte. So oder so ähnlich dürfte es zur Entstehung des folgenden Streifens gekommen sein, der bereits Dank plakativ gewähltem Titel mit der Tür ins Haus fällt und sich nicht um Subtilität oder Geheimniskrämerei kümmert. Bei ESCAPE FROM CANNIBAL FARM ist die Titelkreation Programm. Die klärt auf, dass es wohl etwas blutiger zugehen wird. Und in der Tat. Der Trailer erfreut durch härtere Gangart und zeigt, wo der Splatter-Frosch die Locken hat. Leider der einzig nennenswerte Bonus in diesem sonst eher stumpfsinnigen Plagiat eines umjubelten Horrorfilmklassikers. ESCAPE FROM CANNIBAL FARM ist eine blutige Schlachtplatte eines noch unerfahrenen Regisseurs, der sich erst noch im Genre ausprobieren und finden muss. Hier ist der Blutzoll zwar hoch, aber das Drehbuch hätte dringend einen Lektor benötigt. Offenbar war es dem (Horrorfilm-begeisterten) Regisseur wichtiger einen Film mit viel Rot zu inszenieren, der bei Gleichgesinnten gut ankommt. Nun ja, das Resultat ist – sagen wir mal so – zweckmäßig.
 
 
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Von nervenden und unsympathischen Figuren, die (Gott sei Dank) Bekanntschaft mit der Kettensäge machen. Ein Wochenendtrip mit Familie und Wohnwagen. Das wollen Mutter und Stiefvater Harver. Die sammeln die drei Kinder ein und nehmen auch gleich noch den Fast-Schwiegersohn in spe mit auf die Reise ins britische Hinterland. Das kommt natürlich bei den Kids gar nicht gut an. Die müssen Handys und Laptop abgeben und sollen das Wochenende ohne Elektrosmog überstehen. Eine unglückliche Entscheidung, denn auf Elektrogeräte wird man bald angewiesen sein. So brennt während der Nachtruhe plötzlich das Zelt der Eltern lichterloh. Dumm nur, dass die Mutter darin geschlafen hat und schlimmste Verbrennungen erleidet. Wie kann das sein? Handelt es sich hier um Brandstiftung? Aber selbstverständlich. In dieser Gegend haust eine seltsame Sippe, die es nicht gut mit Durchreisenden meint. Auf einer Farm werden die zu Gulasch verarbeitet und das Fleisch an gut zahlende Kunden verkauft. Ganz ähnliches Schicksal müssen nun auch unsere Wohnwagen-Camper befürchten. Die werden zu besagter Farm verschleppt und in Käfige gesperrt. Ein Teenager mit Menschenhaut-Maske und Kettensäge hält Wache. Das kommt einen doch irgendwie bekannt vor.
 
 
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Was für ein Blödsinn. ESCAPE FROM CANNIBAL FARM macht in visueller Hinsicht eine hervorragende Figur. Das Szenario ist atmosphärisch, düster und dreckig. Zumindest hier erinnert der Streifen gut und gerne mal an jenen Film, von dem sich ESCAPE FROM CANNIBAL FARM offensichtlich hat inspirieren lassen: dem TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Was aber bitter aufstößt ist das haarsträubende Drehbuch mit dem sich dieser Backwood-Slasher mehr schlecht als recht über die Runden schlägt. Der Film übertrumpft sich förmlich selbst mit unerwarteten Wendungen, die aber so konstruiert wirken, dass sich einem beinahe schon die Zehennägel kräuseln. So wird hier unter fadenscheinigen Gründen nicht nur Menschenfleisch zubereitet. Ein abstruser Streit zwischen Familien lässt vor allem Feingeister die Haare zu Berge stehen. Der Zank muss – wie hätte es anders auch sein sollen – im Blutrausch ausgetragen werden, damit Gorehounds etwas zu sehen bekommen. Doch nicht nur die einfältige Handlung hinterlässt Magengrummeln. Auch seltsames Schauspiel macht den Horrorthriller zum Geduldsspiel. Hier sind zwar talentierte Darsteller am Winseln. Dennoch spielen die Akteure derart überzogen, dass man meinen könnte, hier eine Parodie auf das legendäre Meisterwerk aus der Mache des 2017 verstorbenen TOBE HOOPER zu sehen. Auch wenn ESCAPE FROM CANNIBAL FARM einige zynische Momente zu bieten hat, ist der Streifen weit weg von lustig. Man meint Gezeigtes im wahrsten Sinne des Wortes ernst, was vor allem mit Hilfe von deftigen Gewaltmomenten unterstrichen wird. Demzufolge bleibt schleierhaft, was sich Regisseur, Drehbuchautor und Produzent CHARLIE STEED mit seinem unausgereiften Plagiat zum berüchtigten TEXAS CHAINSAW MASSACRE gedacht hat. Was soll der Quatsch und warum eine so aufgeblähte Handlung, wenn alles ohnehin nur auf ein Blut- und Eingeweidefest hinausläuft? Fans heftiger Gewaltmomente wie WRONG TURN, INBRED und dem Remake zu THE HILLS HAVE EYES wird’s vermutlich weniger stören. Die bekommen als Entschädigung für Sondermüll gut getrickste Spezialeffekte vor die Linse und ein paar knackige Szenen in denen die Motorsäge knattert. ESCAPE FROM CANNIBAL FARM ist nur für Hardcore-Backwood-Horror-Fans geeignet. Für alle anderen dürfte diese britische Blutsauerei zur Farce werden.
 
 
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ESCAPE FROM CANNIBAL FARM – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
The British Chainsaw Massacre. Es hätte so schön werden können: Eine Familie gerät an Hinterwäldler und muss sich mit spitzem Werkzeug zur Wehr setzen, um dem Schicksal entkommen zu können. Leider schießt sich ESCAPE FROM CANNIBAL FARM mit üblen Nebensträngen und schwachsinnigen Wendungen selbst ins Aus. Die Erklärungsversuche für das im Film zelebrierte Massaker sind nicht nur unglaubhaft. Das Splatterfest wirkt dilettantisch und konstruiert. Hier wird eine simple Ausgangssituation mit komischen Nebenhandlungen aufgebläht, die ohnehin darauf hinauslaufen wird, möglichst viele blutige Szenen zu zeigen. Wozu der ganze überflüssige Schnickschnack? Die Frage darauf dürfte wohl nur Regisseur CHARLIE STEED beantworten können. Fakt ist, dass das unnötige Füllmaterial ESCAPE FROM CANNIBAL FARM zu lang macht und das Treiben zu schwerfällig gestaltet. Manchmal funktioniert gradlinig und simpel gestrickt besser – vor allem dann, wenn man sich in einem Subgenre bewegt, das ohnehin nur auf die niederen Instinkte des Zuschauers abzielt.
 
 
 


 
 
 

ESCAPE FROM CANNIBAL FARM – Zensur

 
 
 
ESCAPE FROM CANNIBAL FARM hat schon fiese Szenen zu bieten. Hinsichtlich Spezialeffekte fährt der Backwood-Slasher groß auf und gibt sich äußerst zeigefreudig. Es werden Hände abgerissen, nachdem ein Protagonist einen Käfig angefasst hat, der unter Starkstrom steht. Weiterhin verbrennt eine Filmfigur in einem Ofen. Eine andere kann gerade noch so aus einem brennenden Zelt gezogen werden, sieht danach aber nicht mehr ganz so frisch aus. Da im Film eine Kettensäge rattert, muss diese natürlich auch zum Einsatz kommen. Diese wird zweckentfremdet und für das Abschneiden von Gesichtshaut benötigt. Hierzulande bleibt fraglich ob ESCAPE FROM CANNIBAL FARM ungeschnitten erscheinen wird. Einige der Szenen sind hart anzuschauen und kommen allein deshalb zum Einsatz, um zu schockieren. Sollte die FSK einen guten Tag haben, könnte es gut sein, dass der Kannibalen-Kracher vollständig mit einer Erwachsenenfreigabe passieren wird. Wir rechnen aber eher mit dem Schlimmsten.
 
 
 


 
 
 

ESCAPE FROM CANNIBAL FARM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Temple Motion Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn (2003)
 
Inbred (2011)
 
Killbillies (2015)
 
The Horde (2016)
 
The Hills Have Eyes (2006)
 
The Texas Chainsaw Massacre (1974)
 


Kritik: „Wolf Creek – Staffel 2“ (2017)

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WOLF CREEK: STAFFEL 2

Story

 
 
 
Berge von Leichen und viele vermisste Personen. Leider interessiert das kaum noch überschaubare Verschwinden von Touristen im WOLF-CREEK-Universum niemanden. Deshalb hat der unberechenbare Touristen-Mörder Mick Taylor hier leichtes Spiel. Der hat Lust einen Reisebus zu entführen und die Gäste bis in den Tod zu terrorisieren. Die Gegend um den Meteoritenkrater am WOLF CREEK ist eben ein heißes Pflaster.

 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK: STAFFEL 2 – Kritik

 
 
 
Das Seriengeschäft boomt – nicht nur bei Streaming-Plattformen, wie NETFLIX, AMAZON und SKY. Auch weniger bekannte Portale ringen mit aktuellen Serien-Highlights um Abonnenten und drehen exklusives Zeug, das man nur dann sehen kann, wenn man Geld für ein Abo locker macht. So geschehen im Falle von WOLF CREEK – einem derben Slasher, dessen Fortsetzung sich sogar bis an die Spitze der australischen Kinocharts vorarbeiten konnte. Ein Grund für den australischen Streaming-Anbieter STAN sich die Rechte zu sichern und die kompromisslose Backwood-Slasher-Reihe in Serie gehen zu lassen. Leider blieb der erste Serienanlauf hinter Erwartungen zurück. Vielen Fans fehlten die detailreichen Grausamkeiten der Kinofilme. Die werden jetzt nachgereicht. Der Streaming-Anbieter STAN ließ weitere Folgen produzieren und hat diese nun als WOLF CREEK – STAFFEL 2 für zahlende Kunden zur Verfügung gestellt. Das Konzept ist das gleiche, wie bei den Kinofilmen und auch WOLF-CREEK-Schöpfer und Regisseur GREG MCLEAN ließ es sich nicht nehmen, für die ersten beiden Folgen der zweiten Season noch einmal selbst auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Der verkündete in Interviews stolz, dass man weiter auf die „Psyche eingehen und den Schockfaktor in bislang ungekannte Höhen schrauben“ wolle. Viel irreführendes Marketing-Geschwätz. Auch die zweite Staffel der WOLF CREEK-Serie ist kein Burner. Die Grausamkeiten sind zwar da, verteilen sich aber überschaubar auf knapp sechs Stunden Laufzeit. Dazwischen wird viel geweint, gequasselt und planlos durchs Outback gelaufen. Etwas mehr Drive, Fokus auf das Wesentliche und kürzere Folgen hätten der Serie gut getan.
 
 
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Alles auf Anfang. WOLF CREEK – STAFFEL 2 hat nichts mit den Filmen und der vorhergehenden Season am Hut. Die Serie ist eine Anthologie-Serie, was bedeutet, dass jede Staffel eine eigenständige und abgeschlossene Geschichte erzählt und nur mit Filmkiller Mick Taylor Gemeinsamkeiten zu den übrigen Produktionen des WOLF CREEK-Franchise besitzt. Diesmal muss eine Gruppe Reisender ums Überleben bangen. Die unternimmt mit einem Reisebus eine Spritztour durch Zentralaustralien, um das Outback besser kennenzulernen. Das findet auch WOLF CREEK-Killer Mick interessant. Der ermordet kurzerhand den ortskundigen Reiseführer und nimmt den Platz des Busfahrers ein. Den Urlaubern wundert der plötzliche Fahreraustausch wenig. Doch die naive Gutgläubigkeit schlägt bald in Panik um. Outback-Killer Mick betäubt nämlich die Reisegruppe, lässt den Bus tief in der Wildnis stehen und verschwindet mit Satellitentelefon und Busbatterie. Für die gestrandeten Touristen der Horror. Die haben nämlich bald nicht nur mit Wasserknappheit und Nahrungsmangel zu kämpfen. Weitaus schlimmer ist die Tatsache, dass sie in der freien Wildbahn leichte Zielscheiben für die Schießübungen des skrupellosen Touristen-Jägers sind. So zeichnet sich schnell ab, mit was sich WOLF CREEK – STAFFEL 2 beschäftigen wird. Im Mittelpunkt steht der gnadenlose Überlebenskampf verschiedener Menschen, die sich mit einem Feind konfrontiert sehen, der weder Erbarmen noch Gnade kennt. Natürlich erweist sich eines der Opfer als taff genug, um am Ende dem Killer die Stirn bieten zu können. Ob das Filmfigur Mick Taylor beeindrucken wird? Nach sechs (zu) langen Folgen wird man schlauer sein.
 
 
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Killer Mick Taylor wird zur australischen Nervensäge. Bisher hat das Konzept vom unberechenbaren Killer gut funktioniert, der im australischen Outback Urlauber jagt und anschließend blutig um die Ecke bringt. In Staffel 2 der WOLF CEEK-Serie machen sich aber langsam Abnutzungserscheinungen bemerkbar. Der Antiheld entwickelt sich nämlich nicht weiter, sondern verfolgt wie eh und je gleiche Pläne, um gerecht werden zu können, was Fans des Franchises erwarten. So stiefelt der Outback-Mörder weiterhin ziellos durch karges Hinterland, um Menschen aufzulauern, die er dann abschlachtet. Angesichts der langen Laufzeit ein Geduldsspiel. Auch Staffel 2 besitzt Stoff, der gerade einmal für einen Spielfilm reicht. Dennoch wurde er auf sechs Einzelfolgen verteilt, damit man daraus eine Season machen konnte. Da bleibt Platz für viel Leerlauf, der sich nicht gerade förderlich auf die Spannungskurve auswirkt. Immerhin bekommt der Zuschauer im Unterschied zur Vorgängerstaffel den Filmbösewicht öfters vor die Linse. Dieser glänzt mal wieder mit zynischen Humor und macht das was er am besten kann: töten. Mehr verlangt das Drehbuch nicht von Schauspieler JOHN JARRED, der diesmal zwar mehr morden darf, dafür aber langsam zum nervtötenden Störfaktor avanciert. Im Gegensatz zu seinen Opfern scheint der – trotz Alter – mit übermenschlicher Intelligenz, abnormaler Vitalität und Bärenkräften gesegnet zu sein. Egal wo sich Opfer in den Weiten australischer Natur verstecken, sie werden von Mick Taylor gefunden. Ein fairer Überlebenskampf wird da zunichte gemacht, zumal das Prinzip vom Davonlaufen, Gefundenwerden und Abschlachten in knapp sechs Stunden Laufzeit so oft wiederholt wird, dass man müde vom Zuschauen wird. Da fragt man sich doch glatt, was sich Drehbuchautoren einfallen lassen, um eine weitere Season rechtfertigen zu können. Als hätte man es geahnt, überlebt Killer Mick am Ende der Staffel den Blutrausch und kann sich in Sicherheit bringen. Weil dem Franchise keine Neuerungen einverleibt wurden, macht sich langsam ein Sättigungsgefühl bemerkbar. Demzufolge macht eine weitere Serienstaffel wenig Sinn. Aber wie heißt es so oft: Die Kuh muss gemolken werden, bis sie keine Milch mehr gibt. Habt Erbarmen mit uns Horrorfilmfans.
 
 
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WOLF CREEK: STAFFEL 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Nun ist aber gut. Mit Staffel 2 der WOLF CREEK-Serie wird die beliebte Reihe um einen furchtlosen Outback-Killer gleichzeitig zu Grabe getragen. Das Konzept, welches dem Franchise Daseinsberechtigung gibt, wird hier bis zum Erbrechen ausgereizt. Unterm Strich bedeutet das, dass verängstigte Reisende orientierungslos durch das australische Outback laufen und sich vor den Attacken besagten Mörders in Sicherheit bringen müssen. Doch egal, was sie zum Schutze tun, es nützt letztendlich nichts. Psychopath Mick Taylor ist immer einen Schritt voraus und seine Opfer nicht die hellsten Kerzen auf der Torte. Der unfaire Überlebenskampf hat zwar vor allem dann seine Höhepunkte, wenn die Blutkeule geschwungen wird. Klammert man aber die Gewaltmomente aus, beginnt der Antiheld spätestens in der Halbzeit zu nerven, weil er offenbar mehr Leben besitzt, als zehn Katzen zusammen. Vielleicht wäre es besser gewesen, man hätte auf die Serie zum Horror-Hit verzichtet und stattdessen zwei eigenständige Spielfilme gedreht. Staffel 2 ist nämlich über weite Strecken träge und dürfte dafür sorgen, dass Zuschauer zur Fernbedienung greifen, um Kapitel überspringen zu können. Da nützen auch Fan-Wünsche nichts. Im Gegensatz zur Vorgänger-Season, orientiert sich Staffel 2 nämlich mehr an der Machart der Filme und bietet zudem mehr Screentime für den eigentlichen Star des Franchise: Killer Mick Taylor. Leider entwickelt der sich nicht weiter, sondern verharrt in der ihm auferlegten Rolle. Sinnfreies Morden ohne Konsequenzen und rastloses Umherirren in der australischen Einöde kann eben auch irgendwann mal langweilig werden. WOLF CREEK – STAFFEL 2 ist bis auf die letzten zwei Folgen eine eher ermüdende Angelegenheit. Das müssen sich auch eingefleischte Fans eingestehen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK: STAFFEL 2 – Zensur

 
 
 
Im direkten Vergleich zum splattrigen WOLF CREEK 2 ist die zweite Season der Serie Kinderfasching. Zwar wurde im Gegensatz zur ersten Staffel der Gewaltpegel erhöht. Dennoch dürfte der Fans der Reihe enttäuschen. Fast alle der 13 Urlauber des Reisebusses und einige Nebenfiguren sterben. Dabei wird auf gute alte Handarbeit zurückgegriffen. Zu sehen gibt es Verbrennungen, Kopf- und Gesichtsschüsse, Messerstiche in Bauch oder Hals, Erdrosselungen und anderer Splatterkram. Hierzulande reicht das dennoch für eine Erwachsenenfreigabe. Man darf mit einer ungeschnittenen Freigabe mit rotem FSK-Flatschen rechnen.
 
 
 


 
 
 

WOLF CREEK: STAFFEL 2 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Stan Australia)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wolf Creek: Die Serie – Staffel 1 (2016)
 
Wolf Creek (2005)
 
Wolf Creek 2 (2013)
 
Outback – Tödliche jagd (2011)
 
Crawl (2011)
 
Drifter (2016)
 


Filmkritik: „Mercy Christmas“ (2017)

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MERCY CHRISTMAS

Story

 
 
 

Der Angestellte eines Büros erlebt ein besonderes Weihnachten. Er gerät an eine Horde Kannibalen, die ihn zu einem Weihnachtsbraten verarbeiten wollen.

 
 
 


 
 
 

MERCY CHRISTMAS – Kritik

 
 
 
Jede Familie hat an Weihnachten ihre Traditionen. Die einen gehen in die Kirche und essen am Abend Würstchen mit Kartoffelsalat. Andere schmücken in Vorfreude den Weihnachtsbaum und verspeisen anschließend gemeinsam die Weihnachtsgans. Aber es geht unkonventioneller. Die Familie im folgenden Horrorfilm frönt nämlich anderen Leidenschaften. Die pfeift auf Karpfen, Gans und Truthahn. Stattdessen muss was Richtiges auf den Tisch: Menschenfleisch. Willkommen zu einem weiteren Horrorstreifen, der sich der besinnlichsten Zeit des Jahres annimmt und die Festtage für blutiges Massaker missbraucht. Diesmal werden aber keine mordenden Weihnachtsmänner auf Beutezug geschickt. Die haben im Falle von MERCY CHRISTMAS Sendepause, was man aber auch mal als Wohltat werten kann. Mittlerweile ist man nämlich überdrüssig von den immer gleichen Geschichten in denen sich Nikoläuse sinnfrei durch Handlungen schlachten. MERCY CHRISTMAS ist nicht weniger blutig, nimmt sich aber zu keiner Minute ernst. Ein Pluspunkt, der den Film hervorstechen lässt. Demzufolge sollte man sich nicht vom Low-Budget-Look des Trailers abschrecken lassen. Diese Splatterkomödie kann mehr, als die meisten Horrorstreifen des aktuellen Filmjahrs. Gute Aussichten also.
 
 
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MERCY CHRISTMAS rückt den Einzelgänger Michael Briskett (STEVEN HUBBELL) in den Mittelpunkt. Viele Freunde hat er nicht und auch die eigene Mutter macht sich an Weihnachten lieber aus dem Staub, damit sie nicht mit dem Sohn die Festtage verbringen muss. Daher entschließt sich das Arbeitstier dazu eine kleine Weihnachtssause daheim zu veranstalten und verteilt im Büro Flyer. Doch die Feier wird ein Desaster: es kommt nämlich niemand. Als der Gastgeber enttäuscht die Tische räumen möchte, schaut doch noch jemand vorbei. Es ist die attraktive Kollegin Cindy, die Mitleid empfindet und den Eigenbrötler zum Weihnachtsschmaus bei den Eltern einlädt. Der nimmt die Einladung dankend an und erlebt die Hölle auf Erden. Die Familie der Kollegin ist zwar nett, hat aber große Pläne mit Michael. Der soll nämlich als Braten auf dem Küchentisch enden und findet sich bald im Keller mit anderen Menschen wieder, die ebenfalls verspeist werden sollen. Da ist guter Rat teuer. Doch auch Kannibalen machen Fehler. Die haben sich nämlich Opfer ausgesucht, die mit allen Wassern gewaschen sind. Da ist eine Schlachtplatte garantiert. Wer Splatter mag, kommt da auf seine Kosten.
 
 
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Alle Jahre wieder – vor allem zum Ende des Jahres – wird das Genre mit Weihnachtshorrorfilmen überschwemmt. Viel bekommen wir hier in Deutschland nicht davon mit. Anders sieht es da in Übersee aus, wo bevorzugt Slasher entstehen, die das Weihnachtsfest mit blutiger Schlachterei versüßen wollen. Leider ist die in den meisten Fällen ein Reinfall, denn gute Fest-Horrorfilme sind rar geworden. Deswegen werden diese Produktionen meist nur im Entstehungsland veröffentlicht, weil man deren unterirdische Qualität Europäern nicht zumuten möchte. Die Horrorkomödie MERCY CHRISTMAS bildet da fast schon eine Ausnahmeerscheinung in der eine Kannibalenfamilie zu Tisch gebeten wird. In diesem Blutspaß werden Lachmuskeln überstrapaziert, denn der Regisseur scheint geschult im Umgang mit schwarzem Humor zu sein. Den gibt es – trotz Blut im Überfluss – reichlich, was MERCY CHRISTMAS wohlwollend vom Einheitsbrei abheben lässt. Beinahe könnte man meinen hier eine Persiflage auf amerikanische Weihnachtskomödien zu sehen, in denen heile Familienwelt übertrieben zur Schau gestellt wird bis sich die Balken biegen. Die Figuren im Film sind nämlich überzeichnet, ungewöhnlich nett zueinander und bescheren dem Film Dank Overacting einen fast schon Comic-gleichen Einschlag. So werden Opfer zerstückelt und Fleisch aus Pobacken in Filetform auf den Tisch gebracht. MERCY CHRISTMAS zieht Kannibalen-Klischees durch den Kakao, lässt Opfer über sich hinauswachsen, die sich am Ende unkonventionell zu wehren wissen. Die können sich aus den Fängen der Menschenfresser befreien und schwören blutige Rache. Auf Ernsthaftigkeit wird da gepfiffen. Stattdessen hangelt man sich von Klamauk zu Klamauk und lässt Lachtränen fließen. Da werden Gesichter in Kuchenmehl gepresst, bis die Oper zu ersticken drohen. Aber auch Bügeleisen oder Nudelholz funktioniert man in Waffen um und verwendet diese als Mordutensilien. So wird es Rot unterm Weihnachtsbaum. Fans blutiger Späße wird’s freuen. In diesem Sinne: MERCY CHRISTMAS!
 
 
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MERCY CHRISTMAS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Spaß und Blut – Was will das Horrorherz mehr? MERCY CHRISTMAS ist eine köstlich rabenschwarze Kannibalenkomödie vor weihnachtlicher Kulisse, die besser ist, als es der günstig zusammengeschnittene Trailer vermuten lässt. Der Streifen besitzt bissigen Wortwirz, skurrile Figuren und allerhand blutigen Schabernack, der sich zu keiner Minute ernst nimmt. Da kann man gern einen Blick wagen – vor allem weil hier immer etwas los und kaum Leerlauf vorhanden ist. Dank zügiger Inszenierung und kurzer Laufzeit entpuppt sich MERCY CHRISTMAS als unterhaltsamer und kurzweiliger Vorweihnachtssnack für kalte Wintertage vorm Kamin. Übrigens ist das Finale eine Spaßbombe. Hier reiht sich Gag und an Gag und Regisseur RYAN NELSON scheint die Floskel „kreativ Sterben“ etwas zu ernst zu nehmen. Wer’s auch an Heiligabend blutig braucht, ist mit MERCY CHRISTMAS gut beraten. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Film für (fast) die ganze Familie.
 
 
 


 
 
 

MERCY CHRISTMAS – Zensur

 
 
 
MERCY CHRISTMAS ist zwar eine Horrorkomödie, hat aber auch einige Schauwerte zu bieten. Unkonventionell wird hier gemordet, was vor allem im Finale Freude bereitet. Es wird ein Gesicht mit einem Bügeleisen „bearbeitet“, Beine werden abgetrennt, ein Opfer wird mit Elektroschocks gequält und Punsch dient als Brandbeschleuniger. Die gezeigten Gewaltmomente besitzen zwar ironischen Unterton. Dennoch könnte es passieren, dass MERCY CHRISTMAS nur mit einem roten FSK-Flatschen in den Handel kommen wird – dazu sind einige Schauwerte dann doch etwas zu zeigefreudig ausgefallen.

 
 
 


 
 
 

MERCY CHRISTMAS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Gravitas Ventures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
We Are What We Are (20013)
 
Better Watch Out (2016)
 
Bitter Feast- Blutiges Kochduell (2010)
 
Dying Breed AU (2008)
 
Leatherface: Texas Chainsaw Massacre III (1990)
 


Filmkritik: „Talon Falls“ (2017)

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TALON FALLS

Story

 
 
 

Von dummen Teenagern und foltergeilen Bösewichten. In einer Geisterbahn in einem Vergnügungspark werden Menschen gefoltert, um Besucher zu schockieren. Das finden vier Jugendliche seltsam und wollen herausfinden, was wirklich dahintersteckt. Wie dämlich …

 
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Kritik

 
 
 
Kennst Du einen, kennst Du alle. Der folgende Schocker macht es vielen Horrorfilmen gleich, die während der 2000ern entstanden sind. Dort herrschte im Heimkino ein raues Lüftchen, was vor allem durch brutale Gewaltkicks wie SAW, HOSTEL oder der französischen Terrorwelle begünstigt wurde. Weil auch unbekannte Filmemacher bekannt werden wollten, entstanden so viele grausame Ableger mit kleinem Budget, die es erst gar nicht ins Kino schafften und gleich auf dem Videomarkt veröffentlicht wurden. Zu einem derer gehört auch TALON FALLS – einer weiterer ach so krasser Horrortrip, der auf die niederen Instinkte des Filmfans abzielt. Leider kommt TALON FALLS mit Verspätung. Mittlerweile sind Folterfilme nämlich nicht mehr sehr lukrativ, weil sich die meisten Zuschauer daran sattgesehen haben. Das kümmert aber Regisseur JUSHUA SHREVE nicht. Der ist zwar noch relativ frisch im Filmbusiness, lässt aber reißerische Torture Porn-Zeiten wieder aufleben.
 
 
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Der günstig gedrehte Nachzügler handelt von vier jungen Amerikanern, die mal wieder nicht sonderlich helle sind. Die tun Dinge, die kein normalsterbliche Menschen machen würde und entscheiden während eines Camping Trips einen Umweg zu fahren. Man erfährt von einer interessanten Attraktion, die man gesehen haben muss. Dabei handelt es sich um eines dieser legendären Spukhäuser in Amerika, die während der Halloween-Zeit im ganzen Land zum Erschrecken einladen und von Privatpersonen betrieben werden. Eine solche Geisterbahn befindet sich in einem ominösen Vergnügungspark und den wollen sich auch unsere vier Freunde nicht entgehen lassen. Doch weil man zu neugierig ist, wird man dafür bestraft. Die dort gezeigten Grausamkeiten kommen den Darstellern dieses Films nämlich spanisch vor. Deshalb schnüffelt man durch die Keller der Attraktion und findet heraus, dass es sich bei den Opferszenen nicht um Statisten handelt, sondern dass dort echte Menschen gequält werden. Leider wird die Erkenntnis zum Verhängnis. Die Macher der Geisterbahn überwältigen die neugierigen Schnüffelnasen und sperren sie in Käfige. Was kommt, kann man sich ausmalen. Unsere vier Helden werden selbst zu Statisten, die bald selbst ums Überleben winseln werden. Leider denken die Besucher der Attraktion, dass das alles nur Spaß ist. Wie makaber.
 
 
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Man kann Regisseur JUSHUA SHREVE keine Talentlosigkeit vorwerfen. TALON FALLS schaut trotz Low-Budget-Herkunft nach etwas aus und sticht daher aus der Masse an ähnlich gestrickten Billigfilmen hervor. Der Mix aus HAUS DER 1000 Leichen und HOSTEL überzeugt durch atmosphärisches Folterset, stimmungsvollen Kamerafahrten und dreckigem Videolook. Zudem verfehlen die deftigen Folterszenen – vermutlich auch wegen der einfachen Machart – ihre schmerzhafte Wirkung zu keiner Minute. Was aber gar nicht gefallen will, ist das Schauspiel. Offenbar musste man wegen kleinem Budget Abstriche machen. Viel zu sagen haben die Darsteller nicht. Trotzdem ist offensichtlich, dass keiner derer je eine Schauspielschule von innen gesehen hat. Das stößt bitter auf und verleiht TALON FALLS Amateurfilmstatus, der immerhin ab Filmmitte an der Gewalt- und Temposchraube dreht. Horrorfans mit einer Vorliebe für Ekelhandwerk dürfte das freuen. Die werden durch eine kurzweilige Folterachterbahn gejagt in der reichlich geschrien und gestorben wird. Wer Substanz erwartet, ist hier jedoch falsch. Aufgrund des schmuddeligen Trailers war das aber abzusehen. Demzufolge richtet sich TALON FALLS eher an die, die Roths Folter-Hit HOSTEL als große Filmkunst betiteln. Nur jene werden mit diesem unsinnigen Gewaltrauch ihre Freude haben und sich nicht an genannten Mankos stören. Übrigens wurde der Film in einem bekannten amerikanischen Vergnügungspark gedreht. Der schimpft sich Talon Falls Screampark und befindet sich in Melber, Kentucky. Damit geht man gleichen Schritt wie andere Filme. Darunter so Gurken wie THE BATES HAUNTING oder HOUSES OF TERROR. Bei genauerer Betrachtung waren das eigentlich Werbefilme in Spielfilmlänge für unheimliche Freizeitparks, wo man Geld zahlen kann, um sich erschrecken lassen zu können.
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Dreckig-blutiger Mix aus HOSTEL, TEXAS CHAINSAW MASSACRE und HAUS DER 1000 LEICHEN. Da muss wohl jemand eine Menge Terror- und Folterfilme geguckt haben. Parallelen zu vielen bekannten Filmen dieser Subgenres sind nicht von der Hand zu weisen, denn hier wird ausführlich zitiert und kopiert. Die simple Geschichte von TALON FALLS kann man in zwei Sätzen zusammenfassen, ist hier aber nicht sonderlich wichtig. Untalentierte wurden von der Straße aufgelesen und sollen nun in einem Horrorfilm ums Überleben winseln. Das Schauspiel ist haarsträubend und als eher zweckmäßig zu betiteln. Unterm Strich keine schlimme Angelegenheit, denn der Fokus liegt in TALON FALLS eher auf das Sterben. Wer das ausklammern kann, dürfte gut unterhalten werden. Zuschauer, die aber von hastig heruntergerasselten Billigproduktionen so langsam die Nase voll haben, sollten am besten schnell die nächste Kritik lesen. TALON FALLS ist nämlich eines dieser Machwerke, die man in erster Linien für den Videomarkt dreht, um rasch etwas Geld verdienen zu können. Nachhaltig ist Gebotenes nicht und dürfte wenige Tage nach Veröffentlichung schon wieder in den Wühltischen landen, weil sich niemand mehr dafür interessiert. TALON FALLS ist kein Horrorfilm für die Ewigkeit, sondern austauschbarer Horror-Trash, der aber wegen plakativer Gewalt dennoch sein Publikum finden wird.
 
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Zensur

 
 
 
TALON FALLS hat einige schmerzhafte Szenen zu bieten. Der heftigste Part reduziert sich auf eine sehr lang zelebrierte Folterszene in der Ohren abgeschnitten und Zehennägel abgeschlagen werden werden. Sollte TALON FALLS veröffentlicht werden, kann man von einer Erwachsenenfreigabe ausgehen – vermutlich ungeschnitten mit rotem FSK-Flatschen.

 
 
 


 
 
 

TALON FALLS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von der Webseite zum Film.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Darkroom – Das Folterzimmer (2013)
 
Hostel (2005)
 
Haus der 1000 Leichen (2003)
 
Slasher in the Woods (2013)
 
Deadly Weekend (2013)
 
Another Deadly Weekend (2015)
 


Filmkritik: „Leatherface – The Source of Evil“ (2017)

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LEATHERFACE – THE SOURCE OF EVIL

(LEATHERFACE)

Story

 
 
 

Der hier besprochene LEATHERFACE hat nichts mit den neueren Chainsaw-Teilen aus dem MICHAEL-BAY-Universum am Hut. Hier wird die Vorgeschichte zum kultigen Originalfilm von TOBE HOOPER erzählt, der im Jahr 1974 den ersten Streifen der legendären Reihe inszeniert hat. Darin wird dem Zuschauer erklärt, wie sich der kleine Jed Sawyer in das bestialische Monster Leatherface verwandelt.

 
 
 


 
 
 

LEATHERFACE – Kritik

 
 
 
Und wieder wird eine Ikone des modernen Horrorfilms entmystifiziert. Was bereits mit dem unaufhaltsamen Monstrum MICHAEL MEYERS aus HALLOWEEN und der heimtückischen Kreatur aus ALIEN wenig eindrucksvoll fürs Kino aufbereitet wurde, muss nun auch Filmkiller LEATHERFACE aus dem berüchtigten TEXAS CHAINSAW MASSACRE über sich ergehen lassen. Dessen Jugendjahre werden nun ausführlich von den französischen Regisseuren JULIEN MAURY und ALEXANDRE BUSTILLO unter die Lupe genommen, die sich seit dem kontroversen Terrorhit INSIDE mit deftigem Gewalthorror gut auskennen. Leider zeigt sich im Falle von LEATHERFACE mal wieder, dass die Qualität von Horrorfilmen durch möglichst lang und häufig zelebrierte Gewalt nicht unbedingt gesteigert wird. LEATHERFACE hat davon zwar reichlich; blickt man aber tiefer bekommt man das kalte Grausen. Da fragt man sich doch glatt, was die beiden Filmemacher für ein Drehbuch gelesen haben. Schenkt man nämlich Interviews Glauben, war das französische Regie-Duo so angetan von der Vorgeschichte, dass sie es kaum erwarten konnten den Film zu drehen. Offenbar hat man da wohl ein anderes Drehbuch in den Händen gehabt. Was man nämlich mit LEATHERFACE auf Zelluloid gebannt hat, ist weit weg von gut. Ob da wohl das Produktionsstudio Einfluss gehabt und die Visionen der Filmemacher zunichte gemacht hat? Angesichts der verspäteten Veröffentlichung und einem gestrichenen Kino-Release kann man davon ausgehen, dass man vom fertigen Produkt nicht sonderlich überzeugt gewesen ist.
 
 
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LEATHERFACE entführt den Zuschauer nach Texas. Im Jahr 1955 feiert dort der kleine Jed Sawyer seinen Geburtstag und wird von der Familie zum ersten Mord mit einer Kettensäge angestiftet. Weil der Junge noch unbeholfen agiert, muss Opa nachhelfen. Doch es kommt noch schlimmer. Wochen später kommt es in einer Scheune zu einem folgenschweren Vorfall. Die Tochter von Texas Ranger Hal Hartman (STEPHEN DORFF) wird dort vom gewissenlosen Nachwuchs der Kannibalenfamilie bestialisch ermordet, so dass der Vater des Opfers Rache schwört. Was folgt, ist für die heranwachsenden Jed Sawyer kein Zuckerschlecken. Weil Mutter Verna in ihrer Erziehung versagt hat, wird ihr der Sohn weggenommen und in ein Sanatorium für Problemkinder gesteckt. Zehn Jahre später ist Jed Sawyer zu einem attraktiven Mann herangewachsen. Nun fordert Mutter Verna mit Hilfe eines Anwalts Besuchsrecht ein. Dies wird ihr verständlicherweise verwehrt, was das Familienoberhaupt aber nicht davon abhält den Sohn auf eigene Faust in der Anlage zu suchen. Kein guter Tag für die Angestellten der Einrichtung. Weil die Mutter des berüchtigten Sawyer-Clans bei Ihrer Suche nach dem Sohnemann gegen jegliche Sicherheitsauflagen verstößt, bricht in der Klinik das Chaos aus. Es kommt zu einer Revolte der inhaftierten Jugendlichen, die letztendlich fliehen können. Darunter auch: Jed Sawyer.
 
 
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Wer LEATHERFACE folgen möchte, muss zwingend den Verstand ausschalten. Was Drehbuchautor SETH M. SHERWOOD nämlich hier zu Papier gebracht hat, ist jenseits von Gut und Böse. Entweder hat der gute Mann nicht legale Substanzen geraucht oder sich den Verstand mit Alkohol benebelt. Anders lässt sich der intelligenzhemmende Blödsinn nicht erklären, der dem Zuschauer nun mit LEATHERFACE zugemutet wird. Hier wird auf Biegen und Brechen nach Erklärungen gesucht, die erläutern sollen wie es dazu kam, dass der mit Menschenhaut maskierte Killer aus dem von TOBE HOOPER geschaffenen TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Universum zur unberechenbaren Bestie wurde. Das Resultat ist haarsträubend. Wohl auch deshalb, weil es reichlich konstruiert und unglaubwürdig ist – Logiklöcher und Plotungereimtheiten gibt es inklusive. Statt das Hauptaugenmerk auf den Filmhelden und dessen Verwandlung zu richten, stehen Nebenfiguren im Mittelpunkt. Die sind dafür da, um die Geschehnisse im Blut zu ersäufen. Generell ist Gewalt hier – wer hätte auch etwas anderes erwartet – der eigentliche Star des Films. Bereits in der Neuverfilmung zum Terrorklassiker von 2003 wurden dazu erste Weichen gestellt. So bekam das Kettensägen-Franchise durch Regisseur MARCUS NISPEL nicht nur einen neuen, düsteren Anstrich, auch hinsichtlich Gewalt wurde groß aufgefahren, was Zensurwächter schlaflose Nächte bereitete. Die hatten auch mit dem neusten Ableger der Reihe so gar keinen Spaß. In Deutschland musste daher zur Schere gegriffen werden und das nicht ohne Grund, denn LEATHERFACE strotzt nur vor zwanghaft eingestreuter Gewaltausbrüche, die generell den Anschein machen, als müsste man der nach Blut lechzenden Fangemeinde irgendwie gerecht werden. So bietet jede noch so banale Situation kontroversen Zündstoff. Da fliehen gewaltbereite Jugendliche aus einer psychiatrischen Anstalt und verstecken sich in einem leerstehenden Wohnwagen. Dort finden sie die verweste Überreste des Besitzers jener Unterkunft. Weil das allein nicht ausreicht, um zu schockieren, musste nachgeholfen werden. Deshalb müssen zwei der Teenager die modernden Knochen der Leiche in ihre Sexspiele mit einbeziehen. Ein Sinn dahinter bleibt verborgen. Freunde fragwürdiger Exploitation und Gewaltfans wird’s dennoch freuen.
 
 
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Unterm Strich ist LEATHERFACE nichts, das Nachdruck verleiht. Der Film ist grob und hart. Darüber hinaus bleibt aber nichts im Gedächtnis hängen, das sich von ähnlichen Streifen dieser Art abheben könnte. Weil der eigentliche Antiheld des Films im Zuge dummer Gewaltausbrüche verblasst ist dieser Brutalo-Blödsinn eine herbe Enttäuschung für jene, die mit den mehr oder weniger gelungenen Fortsetzungen des TEXAS CHAINSAW MASSACRE aufgewachsen sind. Dennoch wird das vermutlich kein Grund sein, weitere Ableger folgen zu lassen. Die werden mit Sicherheit kommen – ob man es will oder nicht.
 
 
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LEATHERFACE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Haarsträubendes Blut-Chaos wirr erzählt. Mit LEATHERACE bekleckern sich die Franzosen JULIEN MAURY und ALEXANDRE BUSTILLO nicht gerade mit Ruhm. Der Film beginnt als Psychiatriethriller, verwandelt sich anschließend zum blutigen Roadmovie und findet erst in den letzten Minuten zu eigentlicher Stärke zurück, durch die das TEXAS CHAINSAW MASSACRE bekannt geworden ist. Die Verwandlung von LEATHERFACE zum unberechenbaren Monster ist unglaubhaft und auch nicht gerade ausführlich. Der Grund: hier stehen andere Figuren im Mittelpunkt und der eigentliche Filmheld kommt zu kurz. Statt sich von bekannten Pfaden zu distanzieren und wirklich mal die Jugendjahre des Serienkillers und dessen moralischen Abstieg zu beleuchten, setzt der Film erst mit der Volljährigkeit des Kettensägenmörders ein und überschlägt sich mit sinnloser Gewalt. Was bleibt ist ein unnötiges Sequel, das eigentlich niemand braucht und Fans der Reihe vor den Kopf stößt. Letztere werden gerade wegen unglaubhafter Erklärungsversuche so ziemlich enttäuscht über das sein, was Drehbuchautor SETH M. SHERWOOD mit der geliebten „Lederfresse“ angestellt hat. Manchmal ist es eben besser, wenn man das Analysieren von Filmmonster unterlässt damit ihnen nicht der Schrecken geraubt wird.
 
 
 


 
 
 

LEATHERFACE – Zensur

 
 
 
Die Bildsprache in LEATHERFACE ist hart. Das sahen auch die Prüfer der FSK so. LEATHERFACE musste vom Rechteinhaber EUROVIDEO MEDIEN um 1,5 Minuten geschnitten werden. Die erhältliche deutsche Kaufhausfassung ist demnach geschnitten. Aber Liebhaber filmischer Grausamkeiten dürfen sich freuen. TURBINE MEDIEN vertreibt die ungeschnittene Fassung und das sogar in unterschiedlichen Ausführungen. Diese findet man in speziellen Online Shops und in einigen Elektrofachmärkten auf Anfrage.
 
 
 


 
 
 

LEATHERFACE – Deutsche Blu-rays

 
 
 

(c) Turbine Medien (Mediabook A – Ungeschnittene Fassung – auf 1000 Stück limitiert)

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(c) Turbine Medien (Mediabook B – Ungeschnittene Fassung – auf 1000 Stück limitiert)

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(c) Turbine Medien (Mediabook C – Ungeschnittene Fassung – auf 2000 Stück limitiert)

(c) Eurovideo Medien (KeepCase – Geschnittene Fassung)

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(c) Turbine Medien (KeepCase – Ungeschnittene Fassung)

(c) Turbine Medien (Digipack – Ungeschnittene Fassung – auf 1000 Stück limitiert)

(c) Turbine Medien (Steelbook – Ungeschnittene Fassung – auf 5000 Stück limitiert)

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(c) Turbine Medien (Exklusives Müller Digibook – Ungeschnittene Fassung – auf 1000 Stück limitiert)

 
 


 
 

Alle technischen Daten beziehen sich auf die ungeschnittenen Turbine-Veröffentlichungen!

 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Leatherface; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 7.1), Englisch (DTS-HD Master Audio 7.1), Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min. (ungeschnittene Fassung)

FSK: SPIO/JK: keine schwere Jugendgefährdung (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover, Mediabook, Digibook, Steelbook

Extras: Making of „Leatherface“ (13:21 Min.), Promo-Featurette (05:10 Min.), Hinter den Kulissen (12:42 Min.), Entfernte + alternative Szenen (21:04 Min.), Interviews (96:53 Min.), diverse Trailer zum Film, 36-seitige Booklet „Leatherface Legacy“ von Tobias Hohmann. Bis auf die Trailer besitzen alle Extras deutsche Untertitel.

Release-Termin: Mediabooks, Steelbook, Digibook: 19.01.2018 | ungeschnittenes KeepCase: 02.02.2018

 

Leatherface [ungeschnittene Blu-ray im Steelbook] auf AMAZON bestellen

Leatherface [ungeschnittene Blu-ray im Digipack] auf AMAZON bestellen

Leatherface [geschnittene Blu-ray im KeepCase] auf AMAZON bestellen

[ungeschnittene Blu-ray im Mediabook C] auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

LEATHERFACE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre (2003)
 
Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)
 
Texas Chainsaw 3D (2013)
 
Drifter (2016)
 
Wolf Creek 2 (2014)
 
The Redwood Massacre (2014)
 


Filmkritik: „Killing Ground“ (2016)

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KILLING GROUND

Story

 
 
 

Von Soziopathen und Campern. In der australischen Wildnis lauert das Böse in Menschengestalt und meint es nicht gut mit jenen, die in friedlicher Natur nach Entspannung suchen.

 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Kritik

 
 
 
Im australischen Outback weht ein rauer Wind. Die Erkenntnis ist nicht sonderlich neu. Vor allem Horrorfilmkenner wissen von den Gemeinheiten, die in abgeschieden Teilen Australiens auf ausländische Reisende lauern. Down Under überrascht neuerdings positiv ins Sachen Genrekino, wie Leser vermutlich mitbekommen haben, die regelmäßig Filmvorstellungen auf unserer Webseite lesen. Nahezu jeder Horrorschocker vom fünften Kontinent, den wir in den letzten Wochen hier vorgestellt haben, hat prägenden Eindruck hinterlassen und Bestnoten erhalten. Da macht auch der folgende Thriller keine Ausnahme, der mit Hochspannung fesselt und beweist, dass Kopfkino bei weitem fieser ist, als bluttriefende Gewaltexzesse mit der Schlachtkeule. KILLING GROUND schimpft sich der Geheimtipp aus Australien, der des Zuschauers Nerven strapazieren möchte. Der zeigt schonungslos offen, wie hinterlistig, respektlos und gemeingefährlich die Spezies Mensch mit den eigenen Artgenossen umgehend kann. Die scheint zu jeder Schandtat bereit und sei sie auch noch so bestialisch. Das macht KILLING GROUND so unberechenbar, der harmlos beginnt und sich bis zum Finale zu einem der anstrengendsten Überlebenstrips entwickelt, die man seit langem im Kino zu sehen bekommen hat. Wer diesen Thriller gesehen hat, wird wissen was wir damit meinen. Sogar der Begriff „Die Zigarette danach“ erhält nach Sichtung eine gänzlich neue Bedeutung.
 
 
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Trügerische Naturidylle: Im Horrorfilm können sich schnell traumhafte Landschaften in bluttriefende Albträume verwandeln. Ebensolche Erkenntnis durchleben auch der erfolgreiche Arzt Ian Smith (IAN MEADOWS aus SCARE CAMPAIGN) und dessen Verlobte Samantha Shaw (HARRIET DYER). Die wollten im Australischen Outback eigentlich campen und in abgeschiedener Wildnis das neue Jahr begrüßen. Doch wie immer hat der Drehbuchschreiber andere Pläne mit seinen ahnungslosen Protagonisten. Das verliebte Paar stößt nämlich auf ein verlassenes Zelt und entwickelt ein mulmiges Gefühl. Doch leerstehende Camperbehausungen sind noch das kleinere Übel. Wenige Meter entfernt findet man ein hilfloses Kleinkind, das orientierungslos durch den Wald irrt. Seltsamerweise ist von dessen Eltern weit und breit keine Spur. Leider hat der eigene Wagen eine Panne, weshalb man nicht zurück in die Stadt fahren kann, um Hilfe anzufordern. Da ertönen Motorgeräusche und ein Einheimischer (AARON GLENANE) macht Halt. Der scheint offenbar zu wissen, was hier im Argen liegt und entpuppt sich als abgebrühter Menschenjäger, der zusammen mit seinem nicht minder kaltschnäuzigen Kumpanen (beängstigend: AARON PEDERSEN) Spaß am Töten von Campern besitzt. Kein guter Tag für die Liebenden. Die müssen im Outback den Kampf gegen böse Männer aufnehmen, die vor nichts und niemand Gnade kennen. Ein mörderisches Katz- und Mausspiel beginnt, das am Ende nur einen Sieger kennt.
 
 
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Die australische Horrorfilmindustrie hat den Bogen raus. KILLING GROUND reiht sich siegessicher in die Reihe von derbem Überlebens-Horror wie WOLF CREEK oder zuletzt BLOOD HUNT ein. Die wurden ebenso im Land der Kängurus gedreht, um Freunde der blutigen Bildsprache Adrenalinkicks zu bescheren. Letztere bleiben auch in KILLING GROUND nicht aus, der ungemütlichen Überlebenskampf in menschenleerer Wildnis zeigt und vom Publikum einiges abverlangt. Überraschenderweise bleibt bluttriefendes Gewaltspektakel aus. Regisseur und Newcomer DAMIEN POWER zeigt wenig und deutet nur an. Das mag sich harmlos anhören – ist es aber keineswegs. Die Bösewichte im Film spielen mit ihren wehrlosen Opfern und strapazieren so das Nervenkostüm des Zuschauers. Das verstört und lässt schnell ein Gefühl der Hilflosigkeit entstehen, das bald in blanken Psycho-Horror umschlägt. Damit macht es KILLING GROUND dem Horrorthriller EDEN LAKE von 2008 gleich. Im direkten Vergleich spulen nämlich beide Filme die gleiche Geschichte ab und scheuen weder Kompromisse noch Auswege. So werden Opfer bis zur Erschöpfung terrorisiert bis ihnen am Ende die Lebenslichter ausgehen. Übrigens bedient sich Filmemacher DAMIEN POWER unkonventioneller Erzählmethoden. KILLING GROUND beginnt mit zwei unterschiedlichen Handlungssträngen, die in der Halbzeit ineinander laufen. Während der eine die romantische Silvesterfeier besagten Pärchens dokumentiert, welches später ums Überleben kämpfen muss, handelt der andere von einer Familie, die Stunden zuvor bereits von den skrupellosen Soziopathen um die Ecke gebracht wurde. Das stiftet anfangs für Verwirrung, tut der kaum auszuhaltenden Spannung aber keinen Abbruch. Trotz Kopf-Kino kein Film für Weicheier und Zartbesaitete. KILLING GROUND ist für Fans von Überlebensschockern Pflichtprogramm, da hier Spannungsschrauben minütlich fester gezogen werden und kaum Zeit zum Verschnaufen geboten wird. Angesichts der Tatsache, dass hier Debütware aufgetischt wird, eine bemerkenswert runde Sache, die unbedingt Erwähnung finden sollte.
 
 
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KILLING GROUND – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Intensiv, kompromisslos und unerbittlich. Grausamer Campingausflug für Nervenstarke. Harter Survival-Schocker aus Australien, der eher auf psychischem Wege Horror entstehen lässt. Hier werden ahnungslose Camper von Menschenjägern durch Wälder gehetzt, die alles tun, um irgendwie zu überleben. KILLING GROUND baut schnell eine unbequeme Atmosphäre auf und setzt am Ende auf Tempo, das das Herz des Zuschauers schneller schlagen lässt. Wieder einmal hat sich ein Neuling in Sachen Regie ausprobiert und gleich einen Volltreffer gelandet. Tiefgründigkeit ist Nebensache. Dafür wird mal wieder die Bestie Mensch in all ihren Facetten in den Mittelpunkt gerückt. Regisseur DAMIEN POWER setzt da an, wo Filmemacher wie JOHN BOORMAN mit BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE oder zuletzt MICKEY KEATING mit CARNAGE PARK vorgelegt haben. In Sachen Kaltschnäuzigkeit ist KILLING GROUND genannten Werken ebenbürtig, denn an unmenschlicher Grausamkeit wird nicht gespart – auch wenn man sich mit Schauwerten stark zurückhält. Das ist im Falle von KILLING GROUND nicht weiter tragisch. Gebotenes ist dennoch hart anzusehen. Wer demnach eine Vorliebe für Survival-Horror hegt, ist hier an der richtigen Adresse. Da überlegt man sich doch glatt beim nächsten Urlaub in Australien ein Hotel in der Großstadt zu mieten. Naturausflüge sind dort offenbar nicht sicher.
 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Zensur

 
 
 
Die Gewaltszenen in KILLING GROUND halten sich in Grenzen. Es wird in Köpfe und Körper geschossen. Zudem wird ein Kleinkind unsanft auf den Boden geworfen. Meist blendet die Kamera weg, wenn es zu heftig wird. Trotzdem oder vielleicht auch deswegen geht Gezeigtes durch Mark und Bein. Die FSK hat eine Freigabe für Erwachsene vergeben: Keine Jugendfreigabe in der ungeschnittenen Fassung.
 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) BUSCH MEDIA GROUP (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Killing Ground; Australien 2016

Genre: Horror, Thriller Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keien Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow

Release-Termin: 10.11.2017

 

Killing Ground [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

KILLING GROUND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei BUSCH MEDIA GROUP)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Eden Lake (2008)
 
Carnage Park (2016)
 
The Mooring (2012)
 
Quarries (2016)
 
Timber Falls (2007)
 
Storm Warning (2007)
 
Manhunt – Backwood Massacre (2008)
 
King of the Hill (2007)
 
Preservation (2014)


Filmkritik: „Inner Demon“ (2014)

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INNER DEMON

Story

 
 
 

Du musst nicht sterben, um in die Hölle zu gehen: Ein Psychopath – der wohl als Kind zu oft auf den Kopf gefallen ist und seither mit Vorliebe das Lied von Hänsel und Gretel trällert – entführt mit seiner Komplizin gern mal Kinder und Teenager, um sich an ihnen vergehen zu können. Leider haben sie sich mit der attraktiven Sam das falsche Opfer ausgesucht. Das Mädchen bereitet Probleme und nimmt den Kampf gegen das Psycho-Paar auf.

 
 
 


 
 
 

INNER DEMON – Kritik

 
 
 
Wenn Frauen Horrorfilme drehen. Das ist in Zeiten wie der unseren nichts Ungewöhnliches mehr. Schon lange gehen weibliche Filmemacher in ihren Streifen nicht weniger brutal vor, wie manch männlicher Filmkollege. Das gilt auch für Newcomerin URSULA DABROWSKY. Die Australierin versucht so Herrschaften wie ALEXANDRE AJA, ELI ROTH oder ROB ZOMBIE Konkurrenz zu machen und traut sich in ihren Filmen das zu zeigen, was im Horrorfilm mittlerweile nicht mehr fehlen darf: Gewalt. Zu sehen gibt es die im zweiten Spielfilm der Regisseurin zuhauf. Der nennt sich INNER DEMON und bildet den zweiten Teil einer Trilogie, die mit dem Psycho-Horror FAMILY DEMONS bereits 2009 begonnen wurde und sich einem Thema widmet, das sich immer noch großer Beliebtheit erfreut: Dämonen. Während der Vorgängerfilm jedoch noch hauptsächlich Horror auf psychologischem Wege in die Köpfe der Zuschauer transferiert hat, geht INNER DEMON eine andere Richtung. Der geizt nicht mit grausamer Zeigefreudigkeit und wandelt damit auf den Pfaden des französischen Extrem-Horrors, der in den 2000ern aufhorchen lies und deftige Genre-Hits wie MARTYRS, HIGH TENSION oder INSIDE ins Wohnzimmer brachte. In Interviews erklärte Filmemacherin URSULA DABROWSKY, dass die Liebe zum Horrorfilm durch den von TAKASHI SHIMIZU gedrehten THE GRUDGE ausgelöst wurde. Den sah die Australierin 2003 und war danach Feuer und Flamme. Vor allem die schaurige Geisterthematik des Gruselstreifens hinterließ Eindruck. Der muss wohl so bleibend gewesen sein, dass eine übernatürliche Note auch in die eigenen Filme eingebaut werden musste. Demzufolge besitzen auch die ersten beiden Filme der geplanten Dämonen-Trilogie ähnlichen Einschlag. Im Falle von INNER DEMON will es leider unterm Strich nicht so recht passen. Der komische Mix aus Backwood-Schocker, Überlebensthriller und Geisterfilm macht am Ende nicht sonderlich viel Sinn. Da war die Liebe zum Paranormalen wohl größer als rationaler Menschenverstand.
 
 
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Kein guter Tag für Teenager Sam Durelle (SARAH JEAVONS). Die passt daheim auf die kleine Schwester auf und bekommt plötzlich Besuch von einer unbekannten Frau zu unchristlicher Zeit. Die möchte gern mal telefonieren, weil das Auto in der Nähe einen Unfall hatte. Leider hinterlässt die Fremde aber keinen vertrauenswürdigen Eindruck. Berechtigt, denn zusammen mit ihrem Psycho-Freund Karl entführt sie gern Heranwachsende, um sich an ihnen vergehen zu können. Gleiches Schicksal muss jetzt auch Sam über sich ergehen lassen. Die wird in den Kofferraum der Täter verfrachtet, kann sich aber befreien und flüchtet in die Wälder. Leider geht das Opfer dort alles andere als vorsichtig vor und läuft zu einer klapprigen Hütte, in der sie auf Hilfe hofft. Weil INNER DEMON nun mal im Horrorgenre beheimatet ist, kann sich jeder ausmalen, um wessen Haus es sich hierbei handelt. Es ist die Behausung jener Übeltäter, die mit Teenagern gern mal böse Spiele spielen. Das muss auch die Filmheldin erkennen, die sich in letzter Minute in einen Kleiderschrank verstecken kann und dort die Hölle auf Erden erlebt.
 
 
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Aus dem Leben eines wenig cleveren Teenagers. INNER DEMON ist Low-Budget-Horror aus Australien, der beinahe übertrieben Horror-Klischees abhandelt und damit erfahrene Zuschauer zur Weißglut bringt. Von Fluchtmomenten in denen die Heldin mehrmals über die eigenen Beine fällt bis hin zu Handys, die ausgerechnet in wichtigen Momenten den Geist aufgeben müssen, gibt es allerhand Quatsch aus der Horrormottenkiste zu sehen, der bei alteingesessenen Liebhabern des Genres Kopfschütteln verursachen dürfte. Wirklich helle handelt hier niemand. Das gilt vor allem für die junge Hauptdarstellerin des Films. Die tritt bei ihrer Flucht vor bösen Menschen in jedes erdenkliche Fettnäpfchen, das ihr bis zur Zielgeraden in den Weg gestellt wurde und macht sich damit beim Zuschauer keine Freunde. Doch Filmemacherin URSULA DABROWSKY weiß Rat. Die hat mit INNER DEMON zwar nur beliebigen Fast-Food-Horror zu Papier gebracht, kennt aber die Ansprüche hungriger Genre-Fans. Den meisten von denen dürstet es nämlich weniger nach tiefgründigen Geschichten, sondern eher nach Blut und Gewalt. In diesen Belangen macht INNER DEMON eine gute Figur. So wurde die überschaubare Handlung um fiese Spezialeffekten bereichert, die wohl nicht bei jedem Moralapostel auf Zustimmung stoßen dürften. Da werden Köpfe zermatscht und Körper mit der Motorsäge zertrennt. Die Kamera fängt beinahe voyeuristisch ein und befriedigt so den Exploitation-Hunger vieler Zuschauer. Auch wenn Gewalt keine Lösung ist, bewirkt Drehbuchautorin und Regisseurin URSULA DABROWSKY mit gut gewürzter Gewaltsuppe schnell ein Gefühl des Unbehagens, das zusätzlich durch düstere Optik verstärkt wird. Da werden schnell Erinnerungen an das französische Extremkino der 2000er wach. Irgendwo dort dürften wohl auch die Wurzeln von INNER DEMON liegen. So sollen laut Aussage der Filmemacherin europäische Horror-Experten wie PASCAL LAUGIER, ALEXANDRE AJA, NEIL MARSHALL und JAMES WATKINS Inspiration geliefert haben. Im Vergleich zu den unbequemen Terrorausflügen genannter Regisseure ist INNER DEMON aber noch weit entfernt. Hier muss eine ambitionierte Filmschaffende wohl noch etwas üben.
 
 
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INNER DEMON – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Kompromisslos und blutig. Unbequemer Filmalbtraum der an das Exploitationkino der 1970er und die französische Horrorwelle erinnert, welche während der 2000er Jahre wütete. Hier haben es zwei schmierige Zeitgenossen auf wehrlose Kinder abgesehen, mit denen sie zu Hause furchtbare Dinge veranstalten. Dabei scheint das Böse hier im Streifen Dejá-vu-Momente auszulösen. Mit ihrer ungepflegten und ruppigen Art könnten die skrupellosen Gestalten des Films nämlich auch aus einem Horrorschocker des gern mal polarisierenden ROB ZOMBIE entsprungen sein. INNER DEMON ist nichts Großes. Hierbei handelt es sich um Low-Budget-Ware mit Gewalt und vielen (unnötigen) Horrorklischees. Wirklich interessant wird es erst in den letzten zwanzig Minuten. Dann nämlich verlässt der Mix aus Terror-Streifen und Backwood-Slasher bekannte Pfade und schlägt andere Richtung ein, um eine Brücke zum doppeldeutigen Titel schlagen zu können. Kann man sich mal ansehen. Muss man aber nicht.
 
 
 


 
 
 

INNER DEMON – Zensur

 
 
 
Ein Körper wird zersägt, eine Wunde wird in Großaufnahme provisorisch genäht und ein Kopf wird auf brutale Weise eingeschlagen. Letztere Szene ist sehr hart anzuschauen und dürfte für Probleme sorgen. Es könnte gut sein, dass diese Szene geschnitten werden muss, damit INNER DEMON hierzulande eine Freigabe erhält. Keine Jugendfreigabe – insofern der Film hier veröffentlicht wird.
 
 
 


 
 
 

INNER DEMON – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Bilder / Szenenbilder: Sean King)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mum & Dad (2008)
 
Cassidy Way (2016)
 
Jack Ketchums Evil (2007)