Filmkritik: „Belzebuth“ (2017)

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BELZEBUTH

Story

 
 
 

Eine Reihe schrecklicher Morde an Kindern bringt einen Special Agent an seine Grenzen.

 
 
 


 
 
 

BELZEBUTH – Kritik

 
 
 
Wenn der Name von Schauspieler TOBIN BELL auf einem Filmplakat zu lesen ist, läuten bei Filmkennern die Alarmglocken. Das muss heftige Filmunterhaltung werden, die sich vor allem durch eines auszeichnet: Gewalt. Der Darsteller hat sich nämlich seit den 2000ern mit der Rolle als JIGSAW in der brutalen SAW-Filmreihe ein Denkmal gesetzt. Seither wird er ausschließlich mit diesen Horrorschockern in Verbindung gebracht. Dabei wird völlig vergessen, dass der Amerikaner in den 1980ern und 1990ern ganz andere Filme gemacht hat, die hochkarätig besetzt waren. Darunter Hollywood-Produktionen wie DIE FIRMA oder GOOD FELLAS. Leider wird Bell gleiches Schicksal zuteil, wie vielen Schauspielern zuvor, die zu oft in derselben Rolle zu sehen waren. Es gelingt nicht mehr aus dem Kreislauf auszubrechen und Angebote für seriöse Filme anderer Genres zu erhalten. Deshalb muss man nehmen, was kommt. Für Bell bedeutet das: neue SAW-Fortsetzungen oder Auftritte in günstigen Horrorproduktionen. Daher folgt nun nach SAW, DARK HOUSE und THE SANDMAN ein weiterer Horrorfilm. Der nennt sich BELZEBUTH, entstand in Mexiko und ist gar nicht übel. Offenbar sah das auch der amerikanische Streaminganbieter SHUDDER so und krallte sich gleich die Rechte des Thrillers.
 
 
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Special Agent Emanuel Ritter ist mit seinem Leben rundum zufrieden. Die Arbeit bei der Polizei ist interessant und auch privat läuft es perfekt. Da kommt es plötzlich zu einer grausamen Mordserie an der Grenze zwischen den USA und Mexiko, die selbst dem erfahrenen Gesetzeshüter an die Nieren gehen. Bei den Opfern handelt es sich nämlich um Kinder, die auf schreckliche Art ihr Leben lassen müssen. Darunter der eigene Nachwuchs des Polizeibeamten. Doch wer ist nur zu solchen Taten fähig? Offenbar übernatürliche Mächte. Das zumindest behauptet ein Vertreter des Vatikans, der in den Morden die Handschrift des alttestamentarischen heidnischen Dämons Beelzebub sieht. Ist da was Wahres dran? Man macht bald gemeinsame Sache und kommt so einem Strippenzieher auf die Spur, der mit allen Wassern gewaschen ist.
 
 
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Wie gewinnt man Horrorfilmzuschauer? Natürlich mit Schockwirkung. So beginnt BELZEBUTH direkt mit schrecklichen Szenen, die sich ins Gedächtnis einbrennen und das Kopfkino aktivieren. Wir sehen, wie eine Krankenschwester unzählige Säuglinge einer Geburtenstation abschlachtet. Außer ein paar Blutspritzern, Geschrei und Chaos ist nichts zu erkennen. Dennoch macht sich ein beklemmendes Angstgefühl breit. Doch das ist noch lange nicht die Spitze des Eisbergs. Es folgen weitere Massaker an unschuldigen Kindern. So sehen wir in einer anderen Szene, wie ein Junge seine Mitschüler in einer Grundschule hinrichtet. Verstörende Gewalt, die in einem weiteren Massenmord gipfelt. Die Putzfrau einer Schwimmhalle handelt von Sinnen. Die schnappt sich diverse Stromkabel und springt in ein Becken planschender Kinder. Gewalt als Mittel zum Selbstzweck. Regisseur EMILIO PORTES weiß wie viel gezeigt werden muss, ohne gleich die Splatterkeule schwingen zu müssen, damit aber trotzdem vor den Kopf stößt. Die Aufmerksamkeit des Publikums ist ihm damit gewiss.
 
 
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In der Tat sitzt man gefesselt vor der Glotze und will wissen, wer für die Taten verantwortlich zeichnet. Terroristen? Ein hasserfüllter Serienkiller? Eine Sekte? Atmosphäre und Spannungsaufbau sind beachtlich. Der Zuschauer folgt einigen Polizisten, die bei ihren Recherchen immer weiter in einen Strudel von Umständen gezogen werden, der sie am Ende in große Gefahr bringt. Der Ton ist rau, die Stimmung düster. Die Hölle allgegenwärtig. Leider kommt BELZEBUTH in der Halbzeit vom rechten Weg ab. Während der Film in der ersten Stunde um Spannung und Atmosphäre bemüht ist, platzen die Geheimnisse sprichwörtlich in der zweiten Hälfte aus ihm heraus. Plumpe Antworten, generische Abläufe, verworrene Handlungsstränge. Regisseur EMILIO PORTES opfert seinen interessanten Genre-Beitrag zugunsten kommerziellen Horrorkinos und verrennt sich zu sehr im totgefilmten Okkult-Fach. Da dürfen Exorzismusszenen ebenso wenig fehlen, wie Dämonengeplapper und plakative Effektemacherei. Die Kamera hält vehement drauf und die anfangs zelebrierte Subtilität mit dem effektiven Kopfkino wird kurzerhand über Bord geworfen. Ärgerlich.
 
 
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BELZEBUTH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Finchers SIEBEN trifft auf Friedkins DER EXORZIST. Der mexikanische Horrorfilm BELZEBUTH ist eine Granate in Sachen Atmosphäre. Der Zuschauer wird schnell in ein düsteres und ungemütliches Szenario gezerrt, das zum beunruhigendsten gehört, was man in letzter Zeit auf der Mattscheibe hatte. Dabei ganz stark: die erste Hälfte dieses Horrorthrillers. Schreckliche Morde, viele Rätsel und jede Menge Fragen. Dazwischen Kopfkino purr. So hätte es weitergehen können. Regisseur EMILIO PORTES entscheidet sich aber für einen anderen Weg und will lieber konventionell weiter machen. Viel Geschrei, plakative (teils doofe) Effekte und generische Handlungsverläufe sind die Folge. Damit schlittert BELZEBUTH haarscharf am Geheimtipp vorbei. Trotzdem ist BELZEBUTH immer noch ein sehr spannender Horrorfilm mit einem charismatischen TOBIN BELL – diesmal mit übertriebenen Tattooschmuck und langem Bart.
 
 
 


 
 
 

BELZEBUTH – Zensur

 
 
 
Die Gewaltszenen in BELZEBUTH sind heftig. Da werden Kinder ermordet. Wer aber jetzt denkt, dass die Grausamkeiten detailliert zelebriert werden, wird enttäuscht. Die Kamera blendet weg. Meist sieht man nur etwas Blut an Wände oder in Gesichter spritzen. Trotzdem sind die Reaktionen der Beobachter und die Schreie heftig. Weiterhin kommt in der zweiten Filmhälfte etwas Splatter zum Einsatz. Mit etwas Glück dürfte es für BELZEBUTH eine FSK16 geben.
 
 
 


 
 
 

BELZEBUTH – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Videocine / Pastorela Peliculas)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sieben (1995)
 
Speak no Evil (2013)
 
Sinister (2012)
 
Bereavement – In den Händen des Bösen (2010)
 

Filmkritik: „Prey“ (2019)

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PREY

Story

 
 
 

Kein Remake des niederländischen Löwen-Horrors PREY. In diesem Film nimmt ein Teenager an einem Therapieprogramm teil und muss drei Tage allein auf einer verlassenen Insel verharren. Dort bekommt er es nicht unberechtigt mit der Angst zu tun, weil plötzlich seltsame Dinge geschehen.

 
 
 


 
 
 

PREY – Kritik

 
 
 
Man nehme ein paar unverbrauchte Jungdarsteller, werfe diese in eine konventionelle Handlung, mixe das ganze mit etwas Blut und jage das alles durch einen Instagramfilter. Fertig ist aalglatte Horrorunterhaltung der US-amerikanische Filmproduktionsgesellschaft BLUMHOUSE PRODUCTIONS (THE PURGE, INSIDIOUS, SINISTER), die es sich seit dem Jahr 2000 zur Aufgabe gemacht hat, mit wenig finanziellen Mitteln möglichst gewinnbringende Horrorfilme zu produzieren. Knapp 4,5 Millionen US-Dollar stellt das Unternehmen im Schnitt für jede Produktion zur Verfügung. Kapital, das laut Unternehmensgründer JASON BLUM in der Regel wieder eingespielt wird. Ein Erfolgsplan, der sich bisher rentiert hat. Über vier Milliarden US-Dollar (Stand 2018) hat man an den weltweiten Kinokassen seit Unternehmensgründung erwirtschaftet. Doch Kino ist für genanntes Studio schon lange nicht mehr das einzige Standbein. BLUMHOUSE PRODUCTIONS verdient mittlerweile auch mit kleinen Videoproduktionen gutes Geld. Zu einer derer gehört der folgende PREY, der sich – wie hätte es anders sein sollen – mal wieder an eine jüngere Käuferschaft zwischen 16 und 30 richtet. Das Zielpublikum von Produzent JASON BLUM. Leichte Horrorunterhaltung ist somit garantiert.
 
 
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Manchmal ist es besser, wenn man das Smartphone zur Seite legt. Genau diese Erfahrung muss auch der Teenager Toby Burns (LOGAN MILLER aus ESCAPE ROOM und THE GOOD NEIGHBOR) machen. Weil der sich zu sehr auf sein Handy konzentriert, bekommt er gar nicht mit, dass der Vater vor dem Haus von Fremden ermordet wird. Wochen später hat der Jugendliche immer noch an den Geschehnissen zu knabbern und wird von Albträumen geplagt. Doch Toby soll erneut zu sich finden und das Trauma verarbeiten. Hierzu nimmt er an einem Therapieprogramm teil, bei dem er für drei Tage und drei Nächte auf eine verlassene Insel gebracht wird. Dort soll er wieder einen klaren Kopf bekommen. Aber so allein, wie vermutet ist der traumatisierte junge Mann nicht. Schnell macht er auf der vermeintlich menschenleeren Insel Bekanntschaft mit der gleichaltrigen Madeleine (KRISTINE FROSETH). Die lebt seit Jahren mit der Mutter im Dschungel und hat sich an das Leben in der Wildnis gewöhnt. Eigentlich eine gute Sache, um die langen Tage in der Natur nicht allein überstehen zu müssen. Doch Idylle schlägt bald in Angst um. Des Nachts wird es auf diesem Eiland gefährlich, denn da streifen unheimliche Schatten durch die Dunkelheit. Als nach drei Tagen auch noch Betreuer tot aufgefunden werden, die den Teenager eigentlich wieder zurück in die Zivilisation bringen sollen, wird es dem jungen Robinson Crusoe ganz anders.
 
 
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Lahmer Horror-Mix aus Survival-Horror, Mysterythriller und Kreaturen-Feature, der vor allem deshalb enttäuscht, weil eigentlich auf dem Regiestuhl jemand sitzt, der schon Ahnung von Horrorfilmen hat. Der Franzose FRANCK KHALFOUN hat von der französischen Terrorwelle zu Beginn der 2000er profitiert. Dort entstanden harte Vertreter, wie MARTYRS und HIGH TENSION. In Letzterem ergatterte er eine Hauptrolle und freundete sich während der Dreharbeiten mit Regisseur ALEXANDRE AJA an, der ihm so einige lukrative Arbeiten – darunter die Regie für P2 – SCHREIE IM PARKAUS – verschaffte. So bekam Khalfoun einen Fuß nach Hollywood und inszenierte Filme für größere Studios. Darunter: das Remake des Horrorklassikers MANIAC und AMITYVILLE: THE AWAKENING. Dass da natürlich die Erwartungen dementsprechend groß sind, liegt auf der Hand.
 
 
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Leider ist PREY keine Offenbarung. Der Streifen ist kein großes Los, obwohl er mit einer verlassenen Insel gute Voraussetzungen für einen ungewöhnlichen Horrorfilm mitbringt. PREY schwächelt an mangelnder Originalität. Die Abläufe wirken vertraut. So gilt es herauszufinden, was auf dieser Insel vor sich geht. Das erfolgt Schritt für Schritt, wobei man beinahe schon zwanghaft darum bestrebt ist, die Auflösung für mysteriöse Begebenheiten in diesem malerischen Paradies möglichst lang geheim zu halten. Da wird die Geduld des Zuschauers überstrapaziert, der natürlich nicht auf den Kopf gefallen ist. Falsch gelegte Fährten sollen für Verwirrung sorgen, führen jedoch zweifelsohne zur attraktiven Madeleine. Die halt verborgen, was niemand wissen darf. Überflüssige Geheimniskrämerei, denn die Auflösung ist – sagen wir mal so – haarsträubend und einfältig.
 
 
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Doch das ist nicht das eigentliche Problem dieses Genre-Mixes. PREY tut sich – trotz ungewöhnlichem Drehort – schwer damit Horror entstehen zu lassen. Das bedeutet für einen Genrefilm den Untergang. Gruselfaktor? Fehlanzeige! Wird es dann endlich einmal ernst, stört der zurückhaltende Einsatz von Gewalt. Offenbar wollte man auf Biegen und Brechen ein PG-13 kassieren. Böse Szenen sucht man daher vergebens. Die teils schlechten Computereffekte tun da ihr Übriges. Spätestens jetzt dürften die meisten Fans des düsteren Genres PREY von ihrer Filmliste gestrichen haben. Irgendwie verständlich.
 
 
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PREY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Visuell makelloser 08/15-Horror von der Stange, der ganz solide beginnt aber schnell in die Belanglosigkeit abdriftet. PREY folgt der Standardformel für Horrorfilme und ist dabei nicht einmal richtig gut darin. Die generischen Abläufe sind das eine. Was mehr stört, ist der kaum vorhandene Gruselfaktor und die lahme Handlung. Letzteres ist für einen Film aus den BLUMHOUSE PRODUCTIONS ungewöhnlich. Normalerweise wird dort Horror produziert, der durch hektische Schnitte und schnelles Erzählen Epilepsie auslöst. Im Falle von PREY wollte man vermutlich etwas Neues ausprobieren. Das Resultat: Langeweile mit etwas CGI-Matsche. Lange geschieht nichts und wenn dann endlich mal etwas passiert ist es vorhersehbar. Mit diesem Mix verschiedener Horror-Subgenres hat sich der Regisseur von ALEXANDRE AJAS MANIAC keinen Gefallen getan.
 
 
 


 
 
 

PREY – Zensur

 
 
 
PREY hält sich in Sachen Gewalt zurück. Eine Protagonistin wird tot aus dem Wasser gefischt. Wie sie zu Tode gekommen ist, kann man nur erahnen. Weiterhin bohrt sich ein Pfahl in den Körper einer Filmfigur. Hierzulande dürfte das alles für eine FSK16 reichen. Eine Freigabe, die die meisten Filme aus den BLUMHOUSE PRODUCTIONS besitzen.
 
 
 


 
 
 

PREY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Blumhouse Productions | GEM Entertainment | Cinedigm)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Jungle (2013)
 
Indigenous (2014)
 
Primal (2010)
 
Vinyan (2008)
 

Filmkritik: „Mary“ (2019)

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MARY

Story

 
 
 

Ein Familienvater bringt eine alte Yacht wieder auf Vordermann und fühlt sich von deren Galleonsfigur plötzlich magisch angezogen. Ein Schelm, wer da Böses vermutet.


 
 
 


 
 
 

MARY – Kritik

 
 
 
Auf einer kleinen Segelyacht auf offenem Meer festzusitzen dürfte Horrorvorstellung genug sein. So gab es schon einige Filmemacher, die daraus brauchbares Psychomaterial fabriziert und damit Zuschauer wie Protagonisten an ihre Grenzen getrieben haben. Zuletzt gelang das ROB GRANT mit HARPOON ganz gut. Darin sorgte ein Motorschaden dafür, dass sich drei Freunde auf hoher See an die Gurgel gingen. Doch auch anderer Filme nutzten das begrenzte Set eines Bootes dafür, um klaustrophobische Stimmung heraufzubeschwören und mit psychologischen Horror Herzrasen zu verursachen. Darunter TODESSTILLE oder TRIANGLE – um nur einige sehenswerte Thriller zu nennen. Irgendwo zwischen genannten Produktionen befindet sich auch MARY. Der macht sich ebenfalls die Tatsache zu Eigen, dass aus einem Kutter schnell ein verzwicktes Gefängnis werden kann, wenn man weit draußen auf dem Meer umhertreibt, wo Hilfe lang auf sich warten lässt. Was den Streifen aber von all den oben erwähnten Produktionen unterscheidet, ist der paranormale Einschlag, den sich Drehbuchautor ANTHONY JASWINSKI ausgedacht hat. Letzterer hatte vor einiger Zeit zwei gute Drehbücher abgeliefert und bescherte mit THE SHALLOWS sowie KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN kurzweiligen Adrenalinkick. Da kann eigentlich nichts mehr schiefgehen? Denkste! Offenbar verließen Jaswinski beim Drehbuch zu MARY die Geister. Kaum Spannung und alles schon unzählige Male gesehen. Auch Autoren haben mal nen schlechten Tag.
 
 
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Eine Seefahrt, die ist lustig. Eine Seefahrt bringt den Tod. In MARY dreht sich alles um Vater David (GARY OLDMAN), der ein runtergekommenes Segelschiff bei einer Auktion ersteigert und es wieder fahrtüchtig machen will. Gattin Sarah ist zwar nicht sonderlich begeistert, aber gibt letztendlich klein bei. Einige Wochen später erstrahlt das Boot in neuem Glanz und soll auch gleich ihr erstes Ziel ansteuern. Ausgerechnet zum Bermudadreieck zieht es den Besitzer. Der pfeift auf Warnungen und steuert samt Familie sowie Bekannten der Gefahr entgegen. Doch das Teufelsdreieck im Atlantik soll das kleinere Übel bleiben. Auf der restaurierten Yacht geht es bald nicht mit rechten Dingen zu. Der Freund der älteren Tochter scheint von unsichtbaren Mächten besessen und auch Nesthäkchen Mary verhält sich auf einmal alles andere – nur nicht normal. Da bekommt es das Familienoberhaupt verständlicherweise mit der Angst zu tun. Alles nur Einbildung oder waschechter Spuk? MARY nimmt zwar das Finale vorweg, rekonstruiert anschließend die Ereignisse in Rückblenden.
 
 
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Etwas Originalität wäre schön gewesen. MARY ist vorhersehbare Gruselware von der Stange, die kein Geheimnis um ihren dünnen Plot macht. Viel zu früh lüftet Regisseur MICHAEL GIO des Pudels Kern und tut sich damit keinen Gefallen. Ja, das Boot ist von einem boshaften Geist besessen, der nur ein Ziel kennt: die Besitzer ins Unglück stürzen. Das passiert Schritt für Schritt ohne dass jemand etwas davon bemerkt. Erst sind es grauenvolle Visionen und Albträume, die Mutter Sarah den Verstand rauben. Später malt der jüngste Spross schaurigen Bilder, auf denen eine dunkle Gestalt zu sehen ist, die schreckliche Dinge anstellt. Viele Zufälle – aber niemand wird stutzig. Willkommen zu einem weiteren dummen Horrorfilm des Jahres 2019.
 
 
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MARY ist eine Aneinanderreihung von Horrorfilm-Klischees, die man in beinahe jedem Geisterfilm zu sehen bekommt. Visionen, Spuk, Besessenheit und 10-kleine-Jägermeister-Prinzip. Am Ende sind fast alle tot. Neue Ideen? Fehlanzeige! Stattdessen läuft alles so ab, wie man es eben aus den vielen Gruselfilmen kennt, die seit den Erfolgen von RING, THE CONJURING oder auch PARANORMAL ACTIVITY viel zu oft über die Mattscheibe geflimmert sind. Das ist ermüdend, zumal sich Drehbuchschreiber ANTHONY JASWINSKI nicht einmal um eine kreative Auflösung bemüht hat. Viele Fragen, kaum Antworten. Stattdessen ein offenes Ende, das im Horrorfilme neuerdings zum guten Ton gehört. Da fragt man sich zu Recht, was Oscar-Gewinner GARY OLDMAN in diesem drittklassigen Horrorfilm zu suchen hat. Der hat im Jahr 2018 eine Oscar-Auszeichnung für seine Hauptrolle in DIE DUNKELSTE STUNDE erhalten und schreit sich nun – mehr schlecht, als recht – durch einen beliebigen Geisterfilm, denn man Stunden später schon wieder vergessen hat. Na hoffentlich hat er sich da nicht unter Wert verkauft.
 
 
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MARY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Plumpes Drehbuch mit null Ideen. MARY ist ein erschreckend vorhersehbarer Film, der nicht ansatzweise seine Schauspieler fordert – ganz geschweige sein Publikum. Das Drehbuch liest sich, als habe sich jemand in einer Nacht- und Nebelaktion dazu entschlossen eine Geistergeschichte zu Papier zu bringen, damit daraus ein Gruselstreifen gedreht werden kann. Klingt nach einer weiteren NETFLIX-Produktion – ist aber keine. So hat man in Gedanken erfolgreiche Gruselfilme abgespult und all jene Gruselzutaten zusammengekritzelt, an die man sich erinnern konnte. Etwas AMITYVILLE hier, etwas RING dort – fertig ist Geister-Horror nach Schema F. Damit sich der geistlose Geister-Unsinn von der Masse abhebt, entschied man sich den Ort des Geschehens auszutauschen. So spukt es diesmal nicht in einer Irrenanstalt oder in einem abgelegenen Landhaus – der schnarchende Tod geht diesmal auf einem Kutter umher. Liest sich, wie eine weitere Version des Horrorklassikers DEATH SHIP von 1980. Der war auch keine Sternstunde des Horrorkinos, schlägt MARY aber um Längen. Muss man nicht gesehen haben – auch wenn Schauspieler GARY OLDMAN dabei ist, der sich am Set verirrt haben muss und eine millionenschwere Hollywood-Produktion mit einem Low-Budget-Schnarcher verwechselt hat.
 
 
 


 
 
 

MARY – Zensur

 
 
 
MARY ist ein subtiler Gruselfilm und hat kaum Gewalt zu bieten. Letztere spielt sich im FSK16-Bereich ab. Man darf genau mit dieser Freigabe rechnen.
 
 
 


 
 
 

MARY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei RLJE Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)
 
Ghost Ship (2002)
 
Dead Water (2019)
 
Deadwater (2008)
 
Death Ship (1980)
 

Filmkritik: „Killer Sofa“ (2019)

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KILLER SOFA

(MY LOVER, MY LAZY BOY)

Story

 
 
 

Ein Sitzmöbel führt plötzlich ein Eigenleben und bringt Unheil über den Besitzer.

 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Kritik

 
 
 
Das Horrorkino ist vielfältig und abwechslungsreich. Neben harten, kontroversen, anspruchsvollen und unheimlichen Beiträgen bietet das Genre auch gut und gerne mal Abwechslung durch Selbstironie und Humor. Da werden immer öfter Horrorfilme gedreht, die sich partout nicht ernst nehmen wollen und mit absurden Ideen locken, für die man mehrere Liter Alkohol intus gehabt haben muss, um diese auf Papier kritzeln zu können. Mittlerweile ist die Liste durchgeknallter Filmspäße lang. Darauf befinden sich Horrorkomödien in denen nicht nur Tomaten, Kühlschränke oder Donuts zu aggressiven Killermaschinen umfunktioniert werden. Auch fliegende Haifische, mordende Weihnachtsbäume oder boshafte Lebkuchenmänner sind im Horror-Genre keine Seltenheit mehr. Trashfilmliebhaber und Fans von Nischenfilmen geben uns da recht.
 
 
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Der nächste Blödsinn steht nun in den Startlöchern. Der kommt diesmal aus Neuseeland und durchforstet die Lagerregale bekannter Möbelhäuser nach möglichen Einrichtungsgegenständen, die dem Besitzer das Leben zu Hölle machen können. Hängen geblieben ist man da bei S wie Sofa. Letzteres wird nun zum Killer-Möbel deklariert und soll Menschen nach dem Leben trachten. So ganz neu ist die Idee aber nicht. Vor einiger Zeit hatten wir hier ähnlichen Low-Budget-Spaß besprochen. Der schimpfte sich BED OF THE DEAD und erzählte die Geschichte eines besessenen Holzbetts, das sich an Menschenblut labte. Genau gleiches Prinzip verfolgt nun KILLER SOFA, der mit seiner skurrilen Idee immerhin für Aufmerksamkeit unter Horrorfilmjüngern sorgte und sich deshalb auf der ein oder anderen Filmvormerkliste befinden dürfte. All jene bekommen nun aber schnell einen Dämpfer. KILLER SOFA sieht zwar auf den ersten Blick ganz brauchbar aus, ist aber bei genauerer Betrachtung weit entfernt vom neuen Trash-Hit. Wir sagen Euch warum.
 
 
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Kein Sofa, sondern eher ein diabolischer Sessel mit Augen. In KILLER SOFA dreht sich alles um die Tänzerin Francesca. Die hat mehrere Verehrer, die der attraktiven Brünetten oft mal etwas zu nahe rücken. So auch ein Stalker von dem man plötzlich Körperteile findet und die Polizei vor Rätsel stellt. Doch damit nicht genug. Francesca gönnt sich den Luxus eines neuen Sessels. Der wird geliefert und beginnt plötzlich ein Eigenleben zu führen. Die ersten Morde stempelt man noch unter Unfall ab. Doch bald schon häufen sich die seltsamen Umstände. Da kommt ein Bekannter der Tänzerin auf den richtigen Pfad. Der ist fest davon überzeugt, dass das Möbel von einem Dibbuk besessen ist – einem, nach jüdischen Volksglauben bösen Totengeist.
 
 
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Ernster als gedacht – aber nicht unbedingt gut. KILLER SOFA verfügt zwar über eine ungewöhnliche Filmidee, ist aber reichlich zäh. Nach blutigem Auftakt quält sich der Streifen mit dem Erzählen seiner Geschichte. Wir bekommen sonderbare Figuren vor die Linse und natürlich auch das Sitzmöbel aus dem Trailer. Irgendwie will aber beides nicht zu einem homogenen Ganzen finden. KILLER SOFA hat Anlaufschwierigkeiten und braucht angesichts der ohnehin schon knappen Laufzeit von 75 Minuten einfach zu lange, um mal überhaupt eine Richtung zu finden. Dass da kaum Spannung entsteht, liegt auf der Hand. Der neuseeländische Filmemacher BERNIE RAO hat hier ein eigenes Drehbuch verfilmt, dem es an Feinschliff fehlt. Die Ereignisse dümpeln vor sich hin, die Protagonisten wirken unnahbar, schwarzer Humor ist überschaubar und nach richtigen Höhepunkten sucht man vergebens. Weil auch noch übertriebener Splatter fehlt, der die Geschehnisse ins Absurdum treiben könnte, versinkt KILLER SOFA schnell in der Bedeutungslosigkeit. Nee, das war nichts – die überwiegend negativen Bewertungen im Filmportal IMDB deuten darauf hin, dass es vielen anderen Zuschauern wohl genauso erging wie uns.
 
 
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KILLER SOFA – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Nix mit gaga und so furchterregend wie auf dem Poster erst recht nicht. Auch wenn sich der Plot über ein mordendes Möbelstück total bescheuert liest, KILLER SOFA enttäuscht. Hier wird viel Potenzial verschenkt, um sich den Preis für den besten Trash-Horror 2019 sichern zu können. Außer der Tatsache, dass hier ein Sitzmöbel von einem Geist besessen ist und Menschen ermordet, fehlt es KILLER SOFA an ausgefallenen Ideen, um den Zuschauer bei Laune halten zu können. Wo sind die ausufernden Splatter-Späße? Wo die für diese Art von Filmen obligatorischen Lacher? Beides Mangelware. Stattdessen zu viel Low-Budget und Belanglosigkeit. Wer gerne sehen möchte, wie ein paar Filmpraktikanten ein Möbel hin- und herschieben, sodass man meinen könnte, es bewege sich von selbst, wird mit KILLER SOFA so seinen Spaß haben. Wer hier Trash-Irrsinn im Stile eine SHARKNADO erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. KILLER SOFA ist zäh, unwitzig und langweilig obendrein. Erst im Finale passiert endlich mal was. Da hat man schon Besseres aus Neuseeland aufgetischt bekommen. Zumindest hat dort der große PETER JACKSON mit Horror-Trash den Weg ins Filmbusiness geschafft. Der drehte in Neuseeland mit gerade einmal 30.000 NZD den abgefahrenen BAD TASTE und schrieb damit Horrorfilmgeschichte. Von so was kann KILLER SOFA-Regisseur BERNIE RAO nur träumen. Übrigens hieß der Film anfangs noch ganz anders. Weil der ursprüngliche Titel MY LOVER, MY LAZY BOY wenig aussagekräftig erschien, taufte die Verleihfirma den Film einfach in KILLER SOFA um. Irreführend – vor allem auch deshalb, weil es im Film gar kein mordendes Sofa zu sehen gibt. Ob sich die Leute vom Verleih diesen Film überhaupt je angesehen haben?
 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Zensur

 
 
 
KILLER SOFA hat ein paar blutige Szenen zu bieten. Ausufernde Gewalt oder übertriebene Splattereinlagen sucht man aber vergebens. Die zelebrierten „Gemeinheiten“ bewegen sich in einem FSK16-Rahmen. Die dürfte KILLER SOFA dann auch in Deutschland erhalten. Der Film erscheint Januar/Februar 2020 in Deutschland auf Blu-ray und DVD.
 
 
 


 
 
 

KILLER SOFA – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei High Octane Pictures | Mad Kiwi Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Attack of the Killer Donuts (2016)
 
Der Kühlschrank (1991)
 
Angriff der Killertomaten (1978)
 
Sharknado – Genug gesagt! (2013)
 
Rubber (2010)
 

Filmkritik: „Here Comes Hell“ (2019)

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HERE COMES HELL

Story

 
 
 

Stark gespielter Dämonenhorror mit schaurig-kurioser Atmosphäre. Für fünf Bekannte, die sich in einem großen Anwesen treffen, wird die Nacht zum Albtraum, denn als sie versuchen mit der anderen Seite Kontakt aufzunehmen, resultiert daraus dämonischer Besuch.

 
 
 


 
 
 

HERE COMES HELL – Kritik

 
 
 
Wir schreiben das Jahr 2019 und noch immer erfreut sich der Dämonen-Horror großer Beliebtheit. Mit einem Budget von gerade mal ca. 20.000 Pfund hat sich der Newcomer Jack McHenry dann gleich mal an diesem Horror probiert. Liegt ja auch auf der Hand, denn ein großes Budget braucht man bei solchen Filmen nicht unbedingt. Herzblut und Ambitionen sind da viel wichtiger. Beides merkt man „Here Comes Hell“ an und trotzdem will das Resultat nicht so richtig funktionieren, weil zu viel Leerlauf herrscht und der geneigte Horrorfan auch nicht wirklich etwas Neues zu sehen bekommt.
 
 
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Fünf junge Leute, die allesamt in gewisser Weise miteinander in Verbindung stehen, treffen sich im Anwesen Westwood Manor zusammen, um dort eine Dinner-Party zu zelebrieren. Doch der Gastgeber hat eigentlich andere Pläne. Er will den Vorbesitzer des Anwesens hinaufbeschwören, denn der machte damals wohl Bekanntschaft mit paranormalen Wesen. Sowieso gibt es viele Gerüchte und Legenden über das große Haus und als man dann eine Séance abhält, wird schnell klar, dass an all diesen Gerüchten etwas dran ist. Der ganz normale Dämonenhorror könnte man also sagen. Was „Here Comes Hell“ ein wenig von vielen Genre-Vertretern abhebt, ist die Tatsache, dass er sich in den 1930er Jahren abspielt und man so eine sehr altmodische Stimmung erzeugt. Ansonsten läuft alles nach Schema F ab und die gängigen Klischees fehlen da auch nicht. Am ehesten erinnert das Szenario an „Evil Dead“, nur eben nicht im Wald in einer kleinen Holzhütte, sondern auf dem Land in einem großen Anwesen in älterer Zeit. Leider besitzt das Ganze nur relativ wenig Substanz und besteht nicht gerade aus vielen kreativen Ideen, so dass das Drehbuch, welches ebenfalls Jack McHenry verfasst hat, ein wenig blass bleibt.
 
 
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Eine gute Entscheidung war es allerdings, „Here Comes Hell“ komplett in Schwarz-Weiss zu drehen. Das verleiht dem Werk schon die ideale Stimmung. Die Schauplätze können sich allgemein sehen lassen und wirken authentisch altmodisch. Dazu gesellt sich noch ein recht klassischer Score, der die Atmosphäre ebenfalls verstärken kann. Man kann Jack McHenry nur dafür loben, was er aus dem schmalen Budget gezaubert hat, denn besonders aus handwerklicher Sicht lässt sich der Film gut anschauen. Das ist ambitioniert gemacht, besitzt verspielte Kamerafahrten und zudem einige Effekte, die für diese Preisklasse überraschend gut aussehen. Für diese zeichnete sich ebenfalls McHenry verantwortlich. Zwar wird leider nicht sonderlich viel gesplattert, aber ein paar blutige Effekte gibt es zu sehen und diese sind solide ausgefallen. Daneben schrumpft noch eine Frau und es tauchen Geistergestalten auf. Das sieht alles nicht phänomenal gut aus, aber man durfte solche Effekte selbst in teureren Filmen schon deutlich schlechter sehen.
 
 
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Realisiert wurde „Here Comes Hell“ dann mit eigentlich nur sechs Darstellern und man darf von einer solchen Preisklasse sicherlich nicht die besten Leistungen erwarten, doch überraschenderweise machen die Schauspieler ihre Sache gut. Immer mal ist ein wenig Overacting mit im Spiel, doch das wird glaubwürdig gespielt und ist niemals nervig ausgefallen. Sowieso lässt man sich erstaunlich viel Zeit, um die Charaktere einzuführen. Besonders viel Substanz besitzen sie dadurch nicht, aber leicht verschroben und ein wenig eigenartig wirken sie alle. Obwohl man sich so viel Zeit lässt bei der Einführung, kommen leider dennoch keine großen Sympathien auf.
 
 
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Und das ist das größte Problem von „Here Comes Hell“. Die erste Hälfte ist einfach ziemlich langweilig. Hier lernt man die fünf Charaktere kennen und wie ihre Beziehung zueinander aussieht, doch dieser Teil fällt zu langatmig aus. Bei einer Laufzeit von nur 75 Minuten (mit Abspann) ist es zu viel, wenn die Hälfte über nichts geschieht. Erst danach häufen sich die Dämonen-Attacken so langsam und ehe man sich dann versieht, ist der Film auch schon wieder zu Ende. Die zweite Hälfte ist relativ unterhaltsam und es wird etwas blutiger, so dass hier von Kurzweil gesprochen werden kann. Doch Horrorkomödie kann man das leider nicht wirklich nennen. Abgesehen davon, dass „Here Comes Hell“ niemals besonders ernst wirkt, besitzt er einfach keine Lacher und ist zu selten wirklich amüsant. Gruselig ist das allerdings auch niemals so richtig. So kann man als Fan von solchen Werken zwar mitunter seinen Spaß haben, weil ein paar wenige Einfälle etwas überraschend kommen, aber größtenteils bekommt man nichts geboten, was man nicht schon origineller gesehen hätte.
 
 


 
 
 

HERE COMES HELL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Altmodischer Dämonenhorror trifft auf abgedrehte Komödie. „Here Comes Hell“ ist handwerklich wirklich gut gemacht. Das sehr geringe Budget wurde stark genutzt, denn die Optik überzeugt, die Kulissen wirken authentisch, sogar die Darsteller agieren passend und die recht wenigen Effekte sehen für diese Preisklasse sehr gut aus. Daneben wird zusammen mit einem soliden Score eine leicht schaurige, leicht skurrile Atmosphäre erzeugt, die wirklich schön altmodisch wirkt. Leider gibt die Story aber so gut wie nichts her, es mangelt an kreativen Einfällen, die Figurenzeichnung ist langweilig und die erste Hälfte des Filmes ist deutlich zu langatmig geraten. Wenn am Ende nur eine gute, halbe Stunde Dämonen-Horror herausspringt, ist das zu wenig und lustig will es leider auch kaum werden. Fans des gut gemachten, günstigen Horrorfilms sollten ruhig einen Blick riskieren, doch die Erwartungen sollten nicht zu hoch ausfallen!
 
 
 


 
 
 

HERE COMES HELL – Zensur

 
 
 
„Here Comes Hell“ ist ein liebevoll gestalteter Horrorfilm mit kreativen Effekten alter Schule. Er wurde mittels Kickstarter finanziert und hat einige blutige Schmankerl zu bieten. Man darf von einer ungeschnittenen FSK16 ausgehen. Das deutsche Label INDEED FILM wird den Streifen im Herbst 2019 in Deutschland veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

HERE COMES HELL – Trailer

 
 

 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Trashouse Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tanz der Teufel (1981)
 
Evil Dead (2013)
 
Night of the Demons (1988)
 
Night of the Demons (1994)
 
Ritter der Dämonen (1995)
 

Filmkritik: „Ashes“ (2018)

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ASHES

Story

 
 
 

Nach dem Tod der Tante scheint es im Leben einer großen Familie drunter und drüber zu gehen. Da passieren plötzlich mysteriöse Dinge, die die Angehörigen um den Verstand bringen.

 
 
 


 
 
 

ASHES – Kritik

 
 
 
Der Amerikaner BARRY JAY liebt Horror. Der gründete 1998 ein Fitnessunternehmen, das bis heute weltweit mehrere Filialen besitzt und ordentlich Geld auf das Bankkonto des Geschäftsmanns spült. Ein Segen für den selbsternannten Horrorfilmfan, der schon als Kind eine Leidenschaft fürs Genre entwickelte. Mittlerweile sind Träume Realtität. Durch die Einnahmen kann der erfolgreiche Tausendsassa nämlich sein Hobby finanzieren. Dazu gehören das Schreiben und Produzieren von Horrorfilmen. So entstand bereits Brauchbares. Zuletzt der Fanfilm NEVER HIKE ALONE für den BARRY JAY das Budget beisteuerte und der als liebevolle Hommage an die beliebte FREITAG DER 13.-Filmreihe sogar Preise abstauben konnte. Doch das Finanzieren von Filmen allein reicht dem ambitionierten Cineasten schon lange nicht mehr. Der probiert sich seit einiger Zeit auch im Führen von Regie aus. ASHES gehört zu einer dieser Regiearbeiten, die mehr kann, als das billige Poster verspricht.
 
 
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Eigentlich ist die Familie in ASHES ein ganz heiterer Haufen. Drei Generationen leben hier unter einem Dach, kommen sich aber so gut wie nie in die Quere. Das ändert sich schon bald, denn ein Schicksalsschlag zieht schnell weite Kreise. Tante Marion (MELINDA DEKAY) stirbt ganz unverhofft – doch so keiner ist wirklich traurig darüber. Ganz unbegründet ist das natürlich nicht. Zu Lebzeiten war die alte Frau mit ihren Marotten eher Ballast und mauserte sich schnell zum Gespött der Familie. Umso verständlicher die Tatsache, dass nun keiner weiß, was mit der Asche der Verstorbenen gemacht werden soll. Vergraben will man die Überreste nicht und auch im Haus will sich partout kein Platz dafür finden. Da passieren bald seltsame Dinge. Die Großmutter erleidet einen Schlaganfall, die älteste Tochter verliert das ungeborene Kind und auch Mutter Ellyn leidet unter Albträumen. Da fällt der Verdacht bald auf höhere Mächte. Schnell ist man überzeugt davon, dass sich offenbar die verstorbene Tante aus dem Jenseits für die vielen Schandtaten rächen möchte, die ihr die Familienmitglieder einst angetan haben. Ein Hexenbrett soll die Bestätigung liefern. Doch wie so oft im Horrorfilm kommt alles ganz anders.
 
 
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Eine schrecklich nette Familie. Könnte man meinen, wenn man die ersten 30 Minuten von ASHES verfolgt. Darin bekommt man sympathische und teils durchgeknallte Persönlichkeiten vor die Linse, von denen man meinen könnte sie schon eine Ewigkeit zu kennen. Die sprechen in Interviews über paranormalen Erfahrungen und nehmen die Sache spaßig. Doch denen vergeht schon bald das Lachen. Aus ALLE UNTER EINEM DACH wird plötzlich PARANORMAL ACTIVITY und der Ton ändert sich schlagartig. Was als schwarze Komödie beginnt, entwickelt sich abrupt zum spaßfreien Horrorszenario. Spuk, Besessenheit und jede Menge Tohuwabohu – ASHES gehört wohl zu den eigensinnigsten Horrortrips der aktuellen Saison, weil man einen solch unvorbereiteten Richtungswechsel nicht kommen gesehen hat. Für günstigen Videomarkt-Horror ungewöhnlich experimentell und mutig.
 
 
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Drehbuchautor und Regisseur BARRY JAY holt alles aus dem mageren Budget von knapp $200,000 heraus. Die Schauspieler agieren für eine Low-Budget-Produktion bemerkenswert souverän und auch in Sachen Dramaturgie tut sich was. Aus einer kleinen, beinahe schon trivialen Geschichte entwickelt sich ultimativer Horror, der sich kontinuierlich steigert und in einem lauten Effektgewitter endet. Dabei versucht der Filmemacher Hintergründe möglichst lang zu verschleiern. Was hat es mit den seltsamen Vorkommnissen auf sich? Gibt es plausible Erklärungen oder steckt hinter dem ganzen Gruselschabernack vielleicht doch eine übernatürliche Präsenz. ASHES macht seine Sache gut und liefert brauchbaren Schauer, der übrigens von wahren Ereignissen inspiriert wurde.
 
 
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Nun ja, ganz so reißerisch wie im Film hat sich alles natürlich nicht zugetragen. Vielmehr erklärte Drehbuchautor und Regisseur BARRY JAY, dass der Tod seiner Tante Marion die Idee für ASHES geliefert hat. Wie im Film kam der Tod der Familienangehörigen ganz überraschend. Die Schwester des Filmemachers war die nächste Verwandte, bekam die Asche ausgehändigt – konnte aber mit den Überresten nichts anfangen, weil sie zu der Tante keine enge Verbindung hatte. Demzufolge versteckte sie die Asche in einer Kommode. Es folgten seltsame Ereignisse, die aber weitaus harmloser waren, als im Film geschildert. Offenbar beflügelten diese die Fantasie des Regisseurs. Letzterer setzte sich an einen Tisch und schrieb die Geschichte zu ASHES. Dabei ließ er sich von seinen Lieblingsfilmen DRAG ME TO HELL und EVIL DEAD inspirieren. Von letztem hagelt es Verweise im Film. So sehen wir immer wieder ähnliche Kamerafahrten wie im Kult-Horror aus der Mache von SAM RAIMI. Der damals noch unbekannte Filmemacher baute irre Kamerafahrten in seine Splatter-Orgie ein, die bis heute viele Nachahmer gefunden haben. So dürfte es wohl so einige Dämonenfilme geben, die nicht mindestens über jene kurze Szene verfügen, in der ein Dämon in Egoansicht durch Hütten oder Wälder saust. ASHES zumindest kopiert fleißig, verleugnet aber nicht die Leidenschaft seines Machers zum Horror-Genre. Eine ehrliche und ambitionierte Regiearbeit.
 
 
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ASHES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein wilder Mix aus Mockumentary, schwarzer Komödie und Hexenbrett-Horror. Der Produzent des Jason-Voorhees-Fanfilms NEVER HIKE ALONE dreht nun selbst Filme. Herausgekommen ist ASHES – ein unabhängiger Schauertrip, der wilde Wendungen und makabere Späße in petto hat. ASHES zeigt, wie das Verhältnis einer Familie durch mysteriöse Ereignisse auf eine Probe gestellt wird. Das Gebotene ist zwar nicht frei von Fehlern und hat ab und an Längen. Dafür entschädigen gute Schauspieler und ein effektreiches Finale. Wer auf Geisterkram mit Besessenheitsunsinn steht, dürfte an ASHES Gefallen finden.
 
 
 


 
 
 

ASHES – Zensur

 
 
 
ASHES hat kaum Gewaltszenen zu bieten. Eine Figur schneidet sich die Pulsadern in der Badewanne auf. Ansonsten spielt sich gewalttechnisch alles eher im Hintergrund ab. ASHES legt Wert auf subtilen Schauer. Ein Grund, der dem Filme eine FSK16 bescheren könnte – insofern der Streifen in Deutschland überhaupt ausgewertet werden sollte.
 
 
 


 
 
 

ASHES – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Killer Therapy)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ouija Experiment (2011)
 
I am ZoZo (2012)
 
The Midnight Game (2013)
 

Filmkritik: „The Convent“ (2018)

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THE CONVENT

(HERETIKS)

Story

 
 
 

Eine der Hexerei beschuldigte Frau landet in einem Kloster und erlebt dort das Grauen auf Erden.

 
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Kritik

 
 
 
Die Zeit der Inquisition war nicht unbedingt eine Sternstunde der Geschichte. Da wurden unschuldige Frauen, Männer und sogar Kinder der Hexerei beschuldigt und anschließend zum Tode verurteilt, weil man der Meinung war, dass jene ahnungslosen Seelen mit dem Teufel im Bunde standen. Ein trauriges Kapitel, das natürlich auch im Horrorfilm aufgearbeitet werden musste. Das Resultat: so reißerischer Exploitation wie DER HEXENJÄGER, HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT oder HEXEN – GESCHÄNDET UND ZU TODE GEQUÄLT. Darin wurden geschichtliche Fakten zur Nebensache. Stattdessen wurde gefoltert, ermordet, vergewaltigt und gedemütigt. Die Kamera hielt stets darauf. Ende der 1960er und zu Beginn der 1970er war das schon harter Tobak.
 
 
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Der Horrorfilm THE CONVENT ist auch einer dieser Streifen, der das Thema Inquisition als Alibi nutzt, um Horror zeigen zu können. Da kommt natürlich gleich Freude bei Liebhabern blutiger Exploitationfilme auf. Denen sei gesagt, dass THE CONVENT weitestgehend von der Zurschaustellung grausamer Gewalt absieht und eher eine atmosphärische Geschichte vor Mittelalter-Kulisse erzählt, die sich Elementen aus Okkult- und Dämonen-Horror bedient. Weil seit dem CONJOURING-Spinoff THE NUN auch Nonnen wieder in Mode sind, gibt es die gleich mit dazu. Letztere beweisen in diesem Horrorstreifen Talent fürs Quälen ahnungsloser Novizinnen. Da werden Erinnerung an Nunsploitation-Streifen der 70er Jahre wach. Darin wurde tabuloser Sex und unmenschliche Gewalt hinter Kirchentüren zelebriert. THE CONVENT schlägt ähnliche Richtung ein. Auch hier werden junge Nonnen-Anwärterinnen von Obernonnen schikaniert, bestraft und gebrochen. Nur mit schonungslosen Sexszenen geizt der Streifen – leider!
 
 
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Vom Regen in die Traufe. Die junge (HANNAH ARTERTON) ist ein Pechvogel, wie er im Buche steht. Die wird wegen Hexerei angeklagt, weil sie den Tod der Mutter vorausgeahnt hat. Nun soll das junge Ding auf dem Scheiterhaufen brennen. Ihr Schicksal scheint besiegelt. Da taucht eine geheimnisvolle Nonne (CLAIRE HIGGINS) auf, die eine religiösen Zufluchtsort in der Nähe leitet. Die wortgewandte Alte überzeugt das Gericht und darf die Beschuldigte mit in das von ihr geführt Konvent nehmen, wo sie den Weg zurück zu Gott finden soll. Doch dort soll der Horror für die ahnungslose erst beginnen. Nicht nur, dass sich der Neuling den harten Regeln der Ordensgemeinschaft unterwerfen muss. Hinter den dicken Mauern dieses Klosters herrscht offensichtlich das Böse. Da passieren plötzlich seltsame Dinge und macht Bekanntschaft mit einer bösartigen Präsenz. Als wäre das nicht alles schon schaurig genug, verhalten sich auch die Leiterinnen des Klosters seltsam. Offenbar wissen die, was hier passiert. Ein Rätsel, das nun auch lösen muss.
 
 
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Nein, THE CONVENT ist kein Remake, Reboot oder Sequel vom grotesken Kirchen-Splatter aus der Mache des MIKE MENDEZ, welcher 2000 unter gleichem Titel in den Lichtspielhäusern gezeigt wurde. Der hier besprochene THE CONVENT – der anfangs noch HERETIKS hieß – hat mit der spaßigen Genre-Produktion überhaupt nichts zu tun und will auch sonst nicht spaßig sein. Regisseur PAUL HYETT zeichnet verantwortlich. Der überraschte 2012 mit dem unangenehmen THE SEASONING HOUSE und lies anschließend in HOWL Werwölfe folgen. Spielfilm Nummer drei geht düstere Wege, ist Okkult-Horror der alten Schule und eigentlich bis Filmmitte ganz brauchbar. So muss eine junge Novizin herausfinden, welche geheimnisvollen Legenden um ein düsteres Konvent ranken, in dem immer mal wieder unschuldige Nonnen verschwinden. Weil die Heldin lang im Dunkeln tappt und THE CONVENT auch sonst ein großes Geheimnis über mysteriöse Vorkommnisse hinter Klostermauern macht, bleibt THE CONVENT spannend. Danach wird es leider dämlich.
 
 
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Leider kann der Spannungsbogen nicht lang gehalten werden. Spätestens nach der Halbzeit vertrödelt dieser gotisch angehauchte Kloster-Horror zu viel Zeit mit dem Abhandeln von Dämonen-Klischees, bedient sich bei dazu noch bei anderen Horror-Subgenres und verkommt so zu Dutzendware. Da werden nicht nur vorhersehbare Schreckmomente und fast schon grotesk anmutende Blutmanschereien abgehakt, die gar nicht zum restlichen Film passen. Auch dem Dämonen-Make-up mangelt es an Glaubwürdigkeit. So trägt das Böse im Film eigensinnige Kontaktlinsen, die leuchten. Ähnliche Anfertigungen hatten wohl feiernde Techno-Anhänger zu Loveparade-Zeiten in den Augen. Furchterregend ist etwas anderes.
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Was atmosphärisch beginnt, endet in einer klischeebeladenen Dämonen- und Zombie-Achterbahn mit schlechten Effekten. Als Liebhaber des klassischen britischen Horrors wollte Regisseur PAUL HYETT genau dieser Film-Epoche eine moderne, härtere und stilvolle Note verleihen. Das ist leider nur bedingt gelungen. Atmosphärisch fährt die dritte abendfüllenden Spielfilm-Produktion des Filmemachers groß auf. Leider wird THE CONVENT ab der Halbzeit ziemlicher Käse. Da wird alles abgefeuert, was das Horror-Genre so hergibt. Regisseur PAUL HYETT wirft Elemente aus Grusel, Zombie, Okkult, Dämonen und Kloster-Horror in einen Topf, rührt um und würzt mit miesen Effekten nach. Das Gebräu ist keine Glanzleistung in Sachen Schrecken. Vielmehr endet THE CONVENT in einer beinahe schon lächerlichen Farce in der nach Dämonen-Beschwörung und bestrafungsgeilen Nonnen plötzlich die Zombies aus ihren Gräbern steigen. Was für ein Quark. Von Regisseur PAUL HYETT hätte man was Besseres erwartet.
 
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Zensur

 
 
 
THE CONVENT ist eigentlich ein unheimlicher Gruselfilm, der eher Wert auf unheimliche Atmosphäre liegt. Eigentlich! Wären da nicht einige zufällig eingestreute Splatter-Szenen, die blutige Schauwerte zeigen. Da reißt sich eine Nonne selbst die Augäpfel aus den Augenhöhlen. In einer anderen Szene werden Nonnen zu Zombies umfunktioniert und radieren sich gegenseitig aus. Da fließt das Blut munter über die Mattscheibe. Hierzulande dürfte THE CONVENT dennoch eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Nun (2018)

The Crucifixion (2017)

Der Exorzist III (1989)

The Rite – Das Ritual (2011)

Incarnate – Teuflische Besessenheit (2016)

Filmkritik: „The Isle“ (2018)

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THE ISLE

Story

 
 
 

Exzellentes Gruselhandwerk der alten Schule: Auf einer Insel im Meer geht es nicht mit rechten Dingen zu. Drei Schiffbrüchige stranden hier und versuchen alles daran zu tun, dieses Eiland wieder verlassen zu können. Leider vergebens.

 
 
 


 
 
 

THE ISLE – Kritik

 
 
 
Eine Bootsfahrt, die ist lustig – manchmal aber auch nicht. Drei Schiffbrüchige irren im Jahre 1846 mit einem Rettungsboot übers Meer in der Hoffnung, hoffentlich bald Land zu finden. Sie sind die einzigen Überlebenden eines Handelsschiffs, das Waren von England nach Amerika bringen sollte. Doch es gab einen Unfall, das Schiff versank und riss alle in den Tod. Nun sind Kapitän Oliver Gosling und zwei Begleiter auf sich allein gestellt. Aber Rettung naht. Eine Insel vor der Westküste Schottlands taucht plötzlich im Nebel auf. Darauf leben von der Außenwelt abgeschieden wenige Menschen, die den Gestrandeten zur Hilfe eilen. Doch der Zufluchtsort offenbart sich schon bald als Tor zur Hölle. Die Insulaner wollen ihre Gäste nämlich nicht wieder gehen lassen und tun alles daran, dass eine Heimreise erschwert wird. Da ist guter Rat teuer, zumal sich plötzlich seltsame Ereignisse häufen. Da nimmt man unheimliches Geflüster im Dunkeln wahr, schauerhafte Sirenenklänge ziehen über das Meer und in der Nacht scheinen mysteriöse Schatten um die Häuser zu ziehen. Alles plausibel erklärbar oder doch schauriger Natur? Wer die Antwort darauf wissen möchte, muss THE ISLE dann doch bis zum Ende anschauen.
 
 
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Und das ist auch schon die Quintessenz dieses ansprechend verpackten Mysterythrillers. Regisseur MATTHEW BUTLER-HART macht nämlich ein großes Geheimnis über die Gründe seltsamer Vorkommnisse und löst das Mysterium dieser Insel erst im Finale auf. Bis dahin passieren immer wieder unerklärliche Dinge, die so schnell nicht erahnen lassen, was den Zuschauer hier erwarten wird. Glücklicherweise halten auch die wenigen Protagonisten dicht. Die faseln in Rätseln und versuchen das Publikum immer wieder auf falsche Fährten zu locken, um die Auflösung möglichst lang hinauszögern zu können. Ein Schachzug, der THE ISLE über weite Strecken interessant macht.
 
 
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Bei soviel Geheimniskrämerei werden Erinnerungen an den 2004 von M. NIGHT SHYAMALAN inszenierten THE VILLAGE wach. Auch hier stand ein Dorf im Mittelpunkt, in dem allerhand seltsame Dinge geschahen. Dabei wurde der Zuschauer geschickt an der Nase herumgeführt, um am Ende mit einem unerwarteten Twist vor den Kopf gestoßen zu werden. Ganz so rabiat geht Regisseur MATTHEW BUTLER-HART dann doch nicht vor. Der verstreut immer mal wieder Hinweise und lässt so schneller erahnen, welch gruseliges Mysterium dieses abgelegene Dorf umgibt. Handwerklich kann man da nicht meckern. Die nebelverhangene Kulisse Schottlands trägt einen großen Teil zur Atmosphäre bei. Da wird bei den Farben gespart und die Nebelmaschine auf Anschlag gestellt. Kühle Farbfilter tun ihr übriges. Eine permanent beunruhigende aber zugleich rätselhafte Stimmung ist garantiert. Freunde subtiler Gruselschauer und unheimlicher Geschichten wird’s gefallen.
 
 
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THE ISLE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Meisterliches Gruselhandwerk vor historischer Kulisse. THE ISLE ist ein Vertreter der alten Gruselschule und kann vor allem durch eines überzeugen: Geheimniskrämerei. Die liegt im Fokus, um jenes Mysterium bewahren zu können, das einer Insel im Meer umgibt. THE ISLE ist dem klassischen Horror verpflichtet und versucht demnach Schrecken auf subtilem Wege zu bewirken. Das bedeutet: Hektik und Adrenalin haben Sendepause. Stattdessen gilt es in langsamen Schritten einem Geheimnis auf die Schliche zu kommen. Hierbei glänzt vor allem die nebelverhangene schottische Kulisse, die prädestiniert dafür ist, schlaflose Nächte zu bereiten. THE ISLE ist stark vom übernatürlichen Kino der 1970er Jahre beeinflusst und kann sein Spannungsniveau gerade wegen seiner undurchsichtigen Handlung auf hohem Niveau halten. Regisseur MATTHEW BUTLER-HART lässt nämlich nicht so schnell durchscheinen, wohin die Reise gehen soll. Der entführt uns mit seinem Ausflug ins Mysteryfach zurück ins 19. Jahrhundert und hat hier ein eigenes Drehbuch verfilmt, das er zusammen mit Ehefrau TORI BUTLER-HART geschrieben hat. Letztere hat es sich nicht nehmen lassen auch gleich eine Rolle im Film zu übernehmen. Beide scheinen zumindest sicher darin zu sein, was sie tun. THE ISLE ist ein souverän abgehandelter Gruselstreifen, der vor allem für Mysteryfilm-Fans interessant sein dürfte. Die kommen hier auf ihre Kosten. Kann man schon mal auf seine Filmliste setzen.
 
 
 


 
 
 

THE ISLE – Zensur

 
 
 
THE ISLE ist eher ein subtiler Mysterystreifen der auf Stimmung und Atmosphäre legt. Im Film gibt es selbst keine explizit zelebrierten Todesszenen. Es gibt Tote; man bekommt aber nicht zu sehen, wie sie umgebracht wurden. Hierzulande dürfte THE ISLE von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE ISLE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Brainstorm Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Village – Das Dorf (2004)
 
The Witch (2015)
 
The Wicker Man (1973)
 
The Wicker Man (2006)
 

Filmkritik: „The Inhabitant“ (2017)

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THE INHABITANT

(EL HABITANTE)

Story

 
 
 
Für das Begleichen von Schulden brechen drei Mädchen in das Haus eines Politikers ein und erleben dort den ultimativen Horror.

 
 
 


 
 
 

THE INHABITANT – Kritik

 
 
 
Der in Uruguay geborene und in Chile beheimatete GUILLERMO AMOEDO ist ein Phänomen, das man in der Filmwelt ganz häufig zu sehen bekommt. Er gehört zu jenen Leuten, die zwar beim Film arbeiten, sich aber vermutlich nie zu Träumen gewagt haben, irgendwann mal selbst bei einem Kinofilm Regie zu führen. So konnte sich Amoedo in erster Linie durch das Schreiben von Drehbüchern einen Namen machen. Von denen profitiere der kontroverse Regisseur ELI ROTH. Mit Amoedo als Drehbuchschreiber an der Seite konnte Roth mit Filmen wie KNOCK KNOCK, AFTERSHOCK und THE GREEN INFERNO international für Furore sorgen. Offenbar gab es zum Dank von Onkel Eli etwas Geld, damit Amoedo auch einen eigenen Film drehen konnte. Der kam mit THE STRANGER im Jahr 2014 auf den Markt und wurde auf einschlägigen Festivals mit Lob überhäuft. Nun hat der Filmemacher Blut geleckt. Nach einigen TV-Filmen folgt nun ein weiterer Kinofilm. Der schimpft sich EL HABITANTE und wurde zum besseren Verständnis für den Weltmarkt in THE INHABITANT umbenannt.
 
 
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Ein Einbruch mit schwerwiegenden Folgen. Eigentlich sollte es keine große Sache werden. Drei Frauen wollen in das Haus eines Senators einbrechen und dort den Tresor plündern. Doch es kommt mal wieder alles anders. Auf der Suche nach dem Geld findet man Keller ein eingeschlossenes Mädchen. Das wurde auf ein Bett gefesselt, damit es nicht fliehen kann. Schnell vermuten die Einbrecherinnen Missbrauch und wollen das Kind von seinen Qualen erlösen. Man befreit das arme Ding und will es in ein Krankenhaus bringen. Keine gute Idee, denn die Rettungsaktion endet im Desaster. Offenbar wurde das Mädchen nicht grundlos ans Bett gefesselt, denn im Körper des Teenagers schlummert das Böse. Eine Erkenntnis die den Retterinnen zu spät kommt. Die müssen nicht nur bald die Polizei fürchten, sondern auch einen Gegner, der mit allen Wassern gewachsen ist. Dämonen sind eben hinterlistige Kreaturen.
 
 
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Wenn Dämonen ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis besitzen. Vermutlich hat jeder schon mal die Begegnung mit Menschen gemacht, die Reden als gebe es kein Morgen mehr. Einmal im Quasselmodus will sich der Mund partout nicht mehr schließen. Da würde man am liebsten zum Knebel greifen, damit der ungewollte Informationsinput endlich ein Ende findet. So ähnlich dürfte es auch dem Zuschauer von THE INHABITANT gehen. Der bekommt es in diesem Film mit einem redseligen Zeitgenossen zu tun, der irgendwie nicht die Klappe halten will. Hier will ein Dämon sein Gegenüber in Grund und Boden reden mit dem Ziel sein Opfer durch Manipulation in die Knie zu zwingen. Im Film trägt das schnell Früchte. Nur leider hat Regisseur GUILLERMO AMOEDO nicht an seinen Zuschauer gedacht. Der fragt sich nicht unbegründet, warum keiner der Anwesenden endlich die Pläne des Dämons verstanden hat. Die fallen immer wieder auf die Irreführungen des Bösen hinein und katapultieren sich damit sicher in den Tod. Gut für die Opfer – schlecht für das Publikum. Das dürfte wegen der Dauerbeschallung schnell an Kopfschmerzen leiden. Einige Aspirin dürften helfen.
 
 
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THE INHABITANT ist Okkult-Horror aus Mexiko, der sich zweifelsohne vor einem der ganz großen Exorzisten-Filmen verbeugt: DER EXORZIST. Spiderwalk und Suppenkotze fehlen zwar. Dafür sind die üblichen Klischees mit an Bord. Ein Kind ist besessen und die Eltern tun alles dran, den Eindringling zu vertreiben. So kennt der Dämon alle Geheimnisse seiner Opfer, mag Bibelsprüche gar nicht und scheut weder Anstand noch Moral. Alles wie eh und je eben. Damit es dem Zuschauer aber nicht zu eintönig wird, hat man an Wendungen gedacht. Findige Horrorkenner werden da aber schnell ebenfalls bekannte Verläufe erkennen. Das Handlungsgerüst erinnert nämlich stark an den Erfolgshorror DON’T BREATHE, der im Jahr 2016 erfolgreich im Kino lief. Darin schlichen sich ebenfalls Einbrecher in eine Hütte und bekamen es darin mit dem Bösen zu tun. Einbrechen ist eben nicht nur gesetzeswidrig, sondern auch lebensgefährlich.
 
 
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Auch wenn THE INHABITANT keinen Hehl daraus macht von bekannten und weitaus besseren Filmen zu stibitzen, ist der Streifen aber weit weg von schlecht. Die mexikanische Gruselproduktion hat zweifelsohne Schwächen, fährt aber in Sachen Atmosphäre groß auf. Das Set ist dunkel, einige Schockmomente sitzen genau und Spannung wird dahingehend bewirkt in dem man versucht den Zuschauer zu verwirren. Das Böse im Film konfrontiert seine Opfer mit inneren Dämonen. Die finden sich plötzlich in der eigenen Vergangenheit wieder und durchleben schreckliche Ereignisse erneut. Als wäre das nicht alles schon verwirrend genug, baut der Dämon in diesem Film Scheinwelten auf, die zu Recht die Frage aufwerfen, was denn nun in THE INHABITANT echt ist und was vom Dämon inszeniert, um das Gegenüber manipulieren zu können. Auf diese perfiden Spiele fallen nicht selten nur die gutgläubigen Protagonisten herein. Auch der Zuschauer dürfte sich dabei erwischen sich in einer der vielen Traumwelten zu verlaufen, die das Böse im Film aufbaut, um den Verstand zu vernebeln.

 
 


 
 
 

THE INHABITANT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
THE INHABITANT ist kein Meisterwerk. Dafür aber solide Standard-Ware, die zumindest in der ersten Hälfte ganz spannend geraten ist. Hier weiß man anfangs nicht, worauf der Film hinaus will. Da werden ein paar falsche Fährten gelegt, um die Spannung vorantreiben zu können. Ist das Geheimnis ergründet, werden die üblichen Exorzismus-Klischees abgeklappert. Nichts Neues also aus dem Exorzisten-Lager. Dennoch fährt der uruguayische Regisseur GUILLERMO AMOEDO atmosphärisch groß auf. Der nimmt sich Zeit für seine Figuren und baut schnell ein effektives Bedrohungsszenario auf, das dann doch einige ziemlich unheimliche Momente besitzt. Gruselstimmung ist somit garantiert. Leider ist ab der Halbzeit Schluß mit spannend. Dann nämlich verirrt sich THE INHABITANT zu sehr in Vorhersehbarkeiten und zeigt das, was man eben von Exorzismus-Horrorstreifen her kennt: ständig plappernde Besessene, die trotz Exorzismus einfach nicht aus dem Körper ihres Opfers fahren wollen. Mögen sie doch an einem Kruzifix im Halse ersticken.
 
 
 


 
 
 

THE INHABITANT – Zensur

 
 
 
THE INHABITANT hat kaum Gewalt zu bieten. Man sieht einen Autounfall, eine Protagonistin erhängt sich und einige Schusswunden bekommt man auch zu sehen. In Deutschland wurde THE INHABITANT ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben.
 
 


 
 
 

THE INHABITANT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Capelight Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: El habitante; Mexiko 2017

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.66:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover und im Schuber

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 26.10.2018

 

The Inhabitant [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE INHABITANT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei Capelight Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Don’t Breathe (2016)
 
Das Haus der Vergessenen (1991)
 
Der Exorzist (1973)
 

Filmkritik: „Skin Creepers“ (2018)

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SKIN CREEPERS

Story

 
 
 

Zwei Nachwuchsregisseure, ein besessenes Erotik-Model und ein chaotischer Exorzismus – das sind Gruselzutaten, die aus Deutschland kommen und unsere Lachmuskeln strapazieren wollen.

 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Kritik

 
 
 
Dämonen-Horror und Teufelsaustreibung made in Germany. Das klingt nach einem eigenartigen Experiment bei dem man nicht zu Unrecht das Schlimmste erwartet. Deutschland hat sich in Sachen Horrorfilm nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Viel Horror hat man hier nämlich nicht gedreht, was vermutlich auch daran liegt, dass diese Filme in der Regel nur selten von der deutschen Filmförderung unterstützt werden und daher aus minimalen Mitteln selbst gestemmt werden müssen. Ein schweres Unterfangen, das sich meist auch an der Qualität dieser Streifen bemerkbar macht. Wohl auch ein Grund, warum der deutsche Horrorfilm unter Zuschauern einen negativen Ruf genießt. Die meisten Filmjunkies bringen deutschen Horror nämlich gern mal mit amateurhaften Underground-Produktionen wie NEKROMANTIK oder Ittenbach-Splatter in Verbindung. Doch die Zeiten semiprofessioneller Splatter-Orgien und minderwertigen Amateur-Ware sind schon längst vorbei. Wer genauer hinschaut, hat unlängst erkannt, dass sich im deutschen Horror-Genre was tut. Kurze Lichtblicke, wie der Geisterstreifen ZIMMER 205, der Teen-Slasher ANATOMIE oder der Endzeitstreifen HELL haben eindringlich gezeigt, dass deutscher Horror funktioniert, wenn man nur will. Mit genau dieser Botschaft geht nun auch SKIN CREEPERS an den Start. Der wurde aus privaten Geldern finanziert und überrascht durch professionelle Machart. Hier riecht nichts nach Amateurfilmerei. Doch, ob der Streifen auch was kann? Wir haben uns die Horrorkomödie mal genauer angeschaut.
 
 
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Eigentlich wollten die beiden Brüder Ben und Daniel nur ihren ersten Horrorfilm drehen. Aber es kommt alles anders. Der amerikanische Erotik-Star Sasha Blue wird für die Hauptrolle engagiert und extra nach Deutschland geflogen. Eine kostspielige Angelegenheit, die beinahe das Aus für die Produktion bedeutet. Das Model hat nämlich hohe Ansprüche und verschlingt das Meiste an Budget. Grund genug für Nebenrollen günstige Darsteller aus zweifelhaften Kreisen zu besetzen, damit der Dreh fortgesetzt werden kann. Doch die Arbeiten enden anders als erwartet. Die Hauptdarstellerin verhält sich bald äußerst seltsam. Offenbar schlummert in ihr das Böse. Zeit einen Prediger zu rufen, der sich das Problem mal genauer anschauen soll. Wer Friedkins DER EXORZIST gesehen hat, dürfte in etwa erahnen, wohin die Reise gehen wird.
 
 
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Hinter SKIN CREEPERS steckt ein uns nicht Unbekannter. Vor einiger Zeit hatten wir Kontakt mit dem sympathischen Regisseur EZRA TSEGAYE. Der stellte uns im Jahr 2016 einen von ihm gedrehten Kurzfilm vor, welcher auf einschlägigen Filmveranstaltungen Preise erhielt. Auch wir hatten über CASTING DES TODES nur lobende Worte parat und waren umso neugieriger, als wir nun mit SKIN CREEPERS den ersten Langfilm des Regisseurs aus dem Briefkasten gefischt haben. Mit gerade einmal 50.000 Euro hat man hier einiges auf die Beine gestellt, das durchaus internationalen Produktionen die Stirn bieten kann. Gemeint sind damit die gut getricksten Spezialeffekte – mal handgemacht, mal am Computer erstellt – die in knapp elf Monaten Postproduktion entstanden sein sollen. Aber auch gute Hauptdarsteller, die mal eine Schauspielschule von Innen gesehen haben, runden das positive Gesamtbild ab. Bei soviel Qualitätsarbeit stellt sich dann doch die Frage, wo denn eigentlich der Haken ist? Es ist das Drehbuch, was SKIN CREEPERS ein wenig ins Stolpern bringt. So ist die Handlung mancherorts zäh und drosselt das Tempo, weil doch etwas zu viel gequasselt wird. Auch fehlen mehr zündende Pointen, die bei einer Horrorkomödie das Salz in der Suppe sind. Dennoch will man nicht zu hart ins Gericht gehen. Für ein Langfilmdebüt ist SKIN CREEPERS ganz solide. Anfängerkollegen aus Amerika liefern da regelmäßig weitaus schlechtere Videoware ab.
 
 
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In einem Interview mit EZRA TSEGAYE erhielten wir interessante Hintergründe zur Produktion. So verriet der Regisseur, dass SKIN CREEPERS bereits vor der Umsetzung des Kurzfilms CASTING DES TODES geplant gewesen war. Um das Geld für den Film zusammenzubekommen startete man ein Crowdfunding-Projekt, das aber wenig Erfolg verbuchen konnte. Deshalb blieb nichts anderes übrig, als das Produktionsbudget aus der eigenen Tasche zu zahlen. Produzent SEBASTIAN WOLF ging dabei soweit, dass er dafür ein kleines Grundstück verkaufen musste, damit die Dreharbeiten gestartet werden konnten. Acht Wochen drehte man in einer leeren Lagerhalle, die man extra in Berlin Charlottenburg angemietet hatte, um dort 60 Prozent des Filmes fertigen zu können. Dafür wurde sogar Produzent SEBASTIAN WOLF zum Bühnenbauer und werkelte vier Wochen lang mit Freunden am Hotel-Set in dem sich ein großer Teil der Geschehnisse des Films ereignet. Nach vier Wochen Drehzeit war SKIN CREEPERS im Kasten und alle Beteiligten waren erleichtert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. SKIN CREEPERS schaut für eine deutsche Indie-Produktion Bombe aus und man sieht allen Anwesenden an, dass sie trotz großen Herausforderungen enormen Spaß bei der Arbeit hatten. Da ist man doch gespannt, was Regisseur EZRA TSEGAYE als nächstes aus dem Ärmel schütteln wird. Schenkt man seiner Aussage Glauben, soll eine Dokumentation über die besten Kampfsportler Deutschlands in Planung sein.
 
 
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SKIN CREEPERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ambitionierter Exorzismus-Spaß aus Deutschland, der sich vor internationaler Konkurrenz nicht verstecken braucht. Regisseur EZRA TSEGAYE ist ein großer Fan von Filmemacher JOHN LANDIS, wobei ihm ganz besonders dessen Kulthit AN AMERICAN WEREWOLF IN LONDON am Herzen liegt. Was ihm daran gefiel? Die Mischung aus Komödie und extremen Horror. Genau jene Kombination kommt auch im ersten Spielfilm des Berliner Regisseurs zum Tragen. SKIN CREEPERS besitzt schrägen Humor und handwerklich gekonnt in Szene gesetzte Splattermomente. Dafür konnte man sogar bekannte B-Prominenz gewinnen. Keine geringere als Nackedei MICAELA SCHÄFER ist im Film zu sehen. Die macht das, was sie am besten kann: sich nackig machen. Auch wenn von ihr nicht sonderlich viel abverlangt wird, muss man sich auch als gestandener Antifan eingestehen, dass die Schäfer trotz kontroverser TV-Auftritte irgendwie sympathisch erscheint. Die war bereits in einem der Kurzfilme von Regisseur EZRA TSEGAYE zu sehen und ist natürlich auch in SKIN CREEPERS eine Augenweide. Leider hat SKIN CREEPERS so seine Schwächen beim Erzählen seiner Handlung. Mancherorts kommt die nämlich nicht in die Gänge und bremst den Spaßfaktor. Vielleicht wäre es hier gut gewesen, wenn man noch einmal gründlicher nachgearbeitet hätte. Ein paar mehr Schnitte hätten der oftmals sehr dialoglastigen Geschichte den letzten Schliff gegeben. So ist SKIN CREEPERS ein immerhin solider Vertreter der Gattung Exorzismus- und Dämonen-Horror mit kleinen Schwächen.
 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Zensur

 
 
 
SKIN CREEPERS ist eine Horrorkomödie, die wenig Gewalt zu bieten hat. Fließt dann doch etwas Lebenssaft sind die Splatterszenen reichlich überzogen. So explodieren – ähnliche wie in Cronenbergs SCANNERS – Köpfe und färben die Leinwand rot. Überraschenderweise hat SKIN CREEPERS von der FSK eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Die Heimkinofassung besitzt einen roten Freigabesticker – ist aber ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SKIN CREEPERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Daredo | Soulfood (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Skin Creepers; Deutschland 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: SFX Makeup, Visual Effects, Building a Set, Behind the Scenes, On Set with Mica, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 09.11.2018

 

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SKIN CREEPERS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen: Botchco Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hellbenders – Zum Teufel mit der Hölle (2012)
 
Scary Movie 2 (2001)
 
Von allen Geistern besessen! (1990)