Filmkritik: „Teenage Space Vampires – Angriff der Weltraumvampire“ (1998)

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TEENAGE SPACE VAMPIRES – ANGRIFF DER WELTRAUMVAMPIRE

(TEENAGE SPACE VAMPIRES)

Story

 
 
 
Eine friedliche Kleinstadt wird von außerirdischen Vampiren angegriffen. Kann der Teenager Billy die Katastrophe abwenden?

 
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Kritik

 
 
Normale Vampire gab es ja schon oft genug. Warum sollte man diese Wesen nicht also einfach mal mit Außerirdischen kombinieren? Neu ist diese Idee nicht, denn bereits 1976 schrieb der Autor Colin Wilson die Geschichte „The Space Vampires“, die von Tobe Hooper 1985 sogar verfilmt wurde unter dem Titel „Lifeforce“. Hier mit solchen Titeln und Namen um sich zu werfen, kann jedoch ganz schnell falsche Erwartungen wecken, denn bei „Teenage Space Vampires“ bekommt man es mit einem günstigen Fernsehfilmchen zu tun, welches nicht viel zu bieten hat.
 
 
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Billy wird eines nachts Zeuge davon, wie ein UFO abstürzt und zusammen mit einem Team von SETI erforscht er die Sache. Nebenbei verhalten sich die Einwohner der Kleinstadt, in der Billy lebt, immer seltsamer. Das liegt an außerirdischen Vampiren, welche die Sonne zerstören wollen und die Menschen zu ihren Sklaven machen wollen. Nur Billy kann sie davon abhalten. Das Drehbuch bietet reichlich viel Unsinn und versucht erst gar nicht, die schwache Grundidee authentisch zu verkaufen. Dass man sich ganz schön an „The Faculty“ orientiert hat, ist zu jedem Zeitpunkt erkennbar, aber eigene Ideen besitzt „Teenage Space Vampires“ kaum und wenn, dann sind diese echt bescheuert. Trotzdem lässt es sich mit der dümmlichen Geschichte noch leben.
 
 
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So wie man dem Werk allgemein nicht so böse sein kann, weil er doch einen gewissen Charme versprüht. Wenn man mal nebenbei ein Nickerchen machen möchte und friedliche Unterhaltung laufen soll, dann taugt „Teenage Space Vampires“ jedenfalls etwas. Die deutsche Synchronisation lässt sich erstaunlicherweise gut anhören und ist hochwertiger, als die gesamte handwerkliche Arbeit. Dass es sich hierbei nämlich um einen direkt fürs Fernsehen produzierten Film handelt, kann man stets erkennen. Die Optik geht zwar klar, aber die Effekte könnten simpler kaum sein. Der böse Haupt-Alien-Obervampir sieht total lächerlich aus mit seiner Maske. Das kann sich jeder für wenig Geld selbst kaufen und man durfte an Halloween wohl privat schon deutlich gruseligere Masken betrachten. Daneben gibt es sehr billige Effekte aus dem Computer und so lässt sich hier schon mal nichts ernst nehmen. Brutal wird es übrigens ebenfalls so gut wie gar nicht und die deutsche Freigabe ab 16 Jahren erscheint nahezu übertrieben. Für Kinder würde „Teenage Space Vampires“ als Horrorfilm aber vielleicht noch funktionieren.
 
 
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Immerhin versteht er sich selbst nicht gerade als ernster Film, was sich immer wieder durch eine Portion Humor beweist. Das ist zwar nicht unbedingt lustig, doch das gesamte Werk ist dermaßen locker und entspannt, dass es schon wieder ganz sympathisch erscheint. Wer jedoch auf der Suche nach richtig guter Unterhaltung ist, schaut in die Röhre, denn in „Teenage Space Vampires“ ist fast nie etwas los. Es gibt sehr wenig Action und überhaupt keine Spannung. Nicht mal das Finale gewinnt an Tempo. Überwiegend besteht das Treiben aus Dialogen, die sich wenigstens nicht schmerzhaft anhören und naiven Handlungen. Dass über dem Ganzen stets eine große Trash-Atmosphäre schwebt, dürfte niemanden verwundern. So kommen Fans von diesem immerhin noch etwas auf ihre Kosten, wobei einem hier deutlich zu wenig geboten wird. Da ist das Nickerchen nebenbei dann schon angebracht und wenn man 20 Minuten später wieder aufwacht, hat man sowieso nichts verpasst.
 
 
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Regisseur Martin Wood ist überwiegend fürs Fernsehen tätig und hat auch schon bei einigen Serien Episoden gedreht. Sein Budget war sicherlich sehr gering und deshalb gibt es an „Teenage Space Vampires“ auch überhaupt nichts Erwähnenswertes. Die Kulissen sind okay, die Kleinstadt-Atmosphäre kommt sogar solide durch, aber das ist aus handwerklicher Sicht alles dermaßen belanglos, dass nichts davon in Erinnerung bleiben wird. Selbst dann nicht, wenn die Darsteller doch noch einigermaßen okay sind. Einige von ihnen sind nicht mal komplett unbekannt, wie z.B. Robin Dunne und Lindy Booth. Die Leistungen sind zwar schwach, hier jedoch noch brauchbar. Und der Figurenzeichnung ist man im Endeffekt auch gar nicht mal so böse. Die Charaktere könnten zwar austauschbarer kaum sein, stören überraschenderweise allerdings nicht. Der Score stört dann schon eher, weil er wirklich sehr billig klingt.
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Teenage Space Vampires“ ist zwar total ereignislos und im Endeffekt auch ganz schön langweilig und dennoch wirkt er zuweilen ganz sympathisch. Auf jeden Fall ist das der perfekte Sonntagmittag-Nickerchen-Film, wenn man eigentlich gar keine Lust hat aufzupassen, nebenbei aber dennoch etwas laufen soll. Der simplen und bescheuerten Handlung zu folgen, ist schon mal nicht schwer, Schauwerte gibt es sowieso keine und das Ganze ist dermaßen locker, dass der Trash-Faktor niemals zu anstrengend wird. Die handwerkliche Arbeit ist nicht erwähnenswert, weder im positiven, noch im negativen Sinne und von den Darstellern lässt sich das ebenfalls behaupten. Die „Effekte“ animieren zum Schmunzeln und wenn nicht mal das Finale Tempo entstehen lässt, weiß man, dass die Augen ruhig geschlossen bleiben können. Absolut nicht gut, aber auch nicht ärgerlich!
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Zensur

 
 
 
„Teenage Space Vampires – Angriff der Weltraumvampire“ feierte in Deutschland seine Premiere im Pay-TV und wurde dort ungeschitten ab 16 Jahren gezeigt. Erst 2021 erfolgte die erste Veröffentlichung auf Heimkinomedium. Die erhältliche DVD ist ungeschnitten und ebenso FSK16.
 
 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Teenage Space Vampires; USA 1998

Genre: Horror, Komödie, Grusel, Trash

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase

Extras: Originaltrailer

Release-Termin: KeepCases: 09.07.2021

 
 

Teenage Space Vampires – Angriff der Weltraumvampire [DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

TEENAGE SPACE VAMPIRES – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lifeforce – Die tödliche Bedrohung (1985)
 
The Faculty (1998)
 

Filmkritik: „Liebling, du beißt so gut – Draculas heiße Nächte“ (1978)

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LIEBLING, DU BEISST SO GUT – DRACULAS HEISSE NÄCHTE

(DRACULA SUCKS)

Story

 
 
 
Dass Dracula nicht einfach nur Blut will, sondern sich auch gerne sexuell vergnügt, zeigt uns der pornographische Horrorfilm „Liebling, du beisst so gut“, der in Deutschland allerdings um seine freizügigsten Szenen erleichtert wurde.

 
 
 


 
 
 

LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Kritik

 
 
Die Vorlage „Dracula“ von Bram Stoker wird nicht nur heutzutage in allerlei Variationen benutzt, sondern erfreute sich auch früher schon großer Beliebtheit. Es ist nicht mehr zählbar, wie viele Vampirfilme es mittlerweile gibt und wenn man den ganz klassischen Stoff bedient, ist es natürlich nicht leicht noch irgendwelche Alleinstellungsmerkmale zu besitzen. Nun war es in den 70er und 80er Jahren ziemlich populär Pornofilme mit richtiger Handlung anzureichern und nahezu „richtige“ Filme daraus zu machen, aber auch in Sexploitations-Werken (oftmals italienischer Herkunft) wurden Hardcore-Szenen eingefügt, um besonders provokant zu wirken. Also durfte 1978 auch Dracula höchstpersönlich mal dran und bekam den im Original betitelten „Dracula sucks“ spendiert.
 
 
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In seiner entschärften Variante bekam der Film bei uns den Titel „Liebling, du beisst so gut“ und wurde nun erstmals auf DVD veröffentlicht. Die gekürzte Version läuft nur noch 78 Minuten, aber insgesamt gibt es weltweit ganz schön viele verschiedene Fassungen. Da noch den Überblick zu behalten, fällt schwer. Auf der deutschen DVD ist sogar eine Langfassung enthalten, die auf der Hardcore-Version basiert, aber in den Hardcore-Szenen geschnitten wurde. Will man das komplett uncut schauen, braucht man schon die Laufzeit von 95 Minuten. Dann gibt es hier und da ein wenig pornographisches Material, welches allerdings niemals den Rahmen sprengt und welches es auch gar nicht mal zwangsläufig gebraucht hätte. Ansonsten gibt es natürlich reichlich nackte Haut zu sehen, die meistens ganz ansprechend serviert wird und ein wenig Erotik aufkommen lässt. Doch was hat „Liebling, du beisst so gut“ sonst noch so zu bieten?
 
 
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Handlungstechnisch ist das Treiben reichlich simpel ausgefallen, aber dass Dracula sein Unwesen in einer psychiatrischen Klinik treibt, ist sicher nicht die schlechteste Idee, die man haben kann. Van Helsing darf selbstverständlich ebenfalls nicht fehlen und während man versucht das Böse zu bekämpfen, wird halt immer mal wieder gerammelt. Dabei ist der Anblick von einem weiblichen Vampir, der in einen erigierten Penis beißt, sicherlich nichts, was man jeden Tag zu sehen bekommt, aber eben auch nur in der völlig ungeschnittenen Fassung vorhanden. Nein, viel Reiz besitzt es ansonsten nicht der Geschichte zu folgen, denn sie hat nicht gerade viel zu bieten. Die Sexszenen bremsen das Geschehen sogar unnötig aus, sorgen aber immerhin für die leicht kuriose Note.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht kann man „Liebling, du beisst so gut“ sicher keine großen Vorwürfe machen. Früher sahen solche Filme qualitativ meistens noch sehr ordentlich aus und das ist auch hier der Fall. Die Kulissen mögen etwas einfallslos wirken, erfüllen jedoch ihren Zweck und die Inszenierung ist brauchbar. Was dem Werk jedoch völlig fehlt, ist eine ansprechende Atmosphäre. In der deutschen Fassung wurde das halbwegs lustig vertont und man fühlt sich hier schon fast wie in einer schlüpfrigen Komödie und auch die Original-Version nimmt sich keineswegs so ernst, aber von einer echten Parodie kann auch nicht die Rede sein. Dafür fehlen einfach die Gags und mit Horror braucht man nun echt nicht zu rechnen. Dracula ist hier nicht dazu da, um für eine Bedrohung zu sorgen. Bis auf etwas rote Farbe, die vergossen wird, ist eigentlich keine Gewalt zu sehen und Effekte braucht der Film ebenfalls nicht. Wenn, dann sind die Tricks sehr simpel gehalten. Lediglich ein paar Szenen in der Nacht sorgen mit ihrem Sound für ein wenig Stimmung.
 
 
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Die Darsteller stammen logischerweise überwiegend aus dem Porno-Bereich, aber damals konnte man auch als Porno-Darsteller halbwegs ernst genommen werden. Die Leistungen sind durchaus zu gebrauchen, wenn auch überhaupt nichts Weltbewegendes. Mit Reggie Nalder ist noch ein Schauspieler mit dabei, der gerade Fans von Exploitation ein Begriff sein könnte. Leider ist die Figurenzeichnung reichlich lahm ausgefallen. Hier wäre mehr drin gewesen, wenn man die Charaktere markanter gestaltet hätte. Dann hätte es vielleicht auch etwas mehr Spaß gemacht das Geschehen zu verfolgen. Hat man sich nämlich erst mal an die Kombination mit pornographischen Material gewöhnt, ist das Geschehen ganz schön einseitig. Etwas Handlung, ein paar Dialoge, kurze Sexszene und von vorne. Das Konzept ermüdet sich mit der Zeit und das kleine, relativ unspektakuläre Finale kann daran ebenfalls nichts ändern. Der Score hört sich brauchbar an und wurde gut eingesetzt.
 
 
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LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Im Endeffekt ist „Liebling, du beisst so gut“ nichts anderes, als ein handlungstechnisch auf ein Minimum reduziertes Sexfilmchen, welches eben Dracula benutzt, daraus jedoch so gut wie keinen Horror bezieht. Ist das in der deutschen Fassung alles noch ein wenig auf lustig getrimmt und nur schlüpfrig, bekommt man in der völlig ungeschnittenen Fassung immer wieder kurze Hardcore-Szenen zu sehen. Zwar wirken ein paar Szenen in dieser Mischung leicht skurril, doch viel Mehrwert besitzt das Geschehen leider kaum. Das ist alles okay, aber eben nie mehr. So ist die Inszenierung in Ordnung, die Darsteller stören nicht und die Kulissen gehen gerade noch so als brauchbar durch. Highlights sind jedoch sehr rar gesät und mit der Zeit beginnt man sich zu langweilen, weil die Geschichte nicht viel zu bieten hat und keinerlei Spannung aufkommen lassen will. Gewitzt geht es aber ebenfalls nicht zur Sache. Man verpasst hier also nichts!
 
 


 
 
 

LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Zensur

 
 
 
Der Vampir-Erotik-Horrorfilm „Liebling, Du beißt so gut“ hat eine sehr komplizierte Fassungsgeschichte. Der Schmuddelfilm existiert nämlich in einer Softcare- und in einer Hardcore-Version. Beide Versionen beinhalten Szenen, die in der jeweils anderen Version nicht enthalten sind. Zudem ist bei beiden Filmfassungen die Handlungsabfolge ähnlich – allerdings wurde diese bei beiden Filmfassung komplett neu zusammengeschnitten. Aufgrund des Hardcore-Contents ist die Veröffentlichungspolitiik in diversen Ländern problematisch, denn das Werk kam weltweit in verschieden gekürzten Fassungen heraus.

In die deutschen Kinos und bei den VHS-Auswertungen wurden zumeist die Hardcoreszenen entschärft. Trotzdem schaffte es der Horror-Trash „Liebling, Du beißt so gut“ von 1982 bis 2007 auf dem Index. Da die gekürzte Fassung in Deutschland mittlerweile von der Liste der „bösen Filme gestrichen wurde“, hat sich das Label Mr. Banker Films / Cargo Records hierzulande die Rechte an „Liebling, Du beißt so gut“ gesichert und bereits im April 2022 auf DVD herausgebracht. Auch wenn der Release laut Cover erst für Erwachsene geeignet ist und das alte FSK-Zeichen besitzt: So wirklich komplett ist die Veröffentlichung aber nicht. Immer noch fehlen Hardcore-Szenen.

Die erhältliche DVD-Fassung von „Liebling, Du beißt so gut“ aus dem Hause Mr. Banker Films / Cargo Records beinhaltet zwei Fassungen. Einmalig die nachgebaute deutsche Kinofassung (77:50 Minuten) sowie die erweiterte Langfassung (ca. 89:54 Minuten). Letztere ​basiert auf der Hardcore Version. Die Hardcore-Szenen wurden aber rausgeschnitten. Immerhin kann man froh sein, dass ein so seltener Film überhaupt in Deutschland irgendwie legal erscheint.
 
 
 


 
 
 

LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase – limitiert auf 1000 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dracula sucks; USA 1978

Genre: Horror, Thriller, Komödie, Sex, Trash

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK18 (geschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase mit Schuber

Extras: Originaltrailer, Langfassung, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCases: 15. April 2022

 
 

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LIEBLING, DU BEISST SO GUT – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Vampyres (1974)
 
Vampyros Lesbos – Erbin des Dracula (1971)
 
Lips of Blood (1975)
 

Filmkritik: „Phantom Town – Spukstadt des Schreckens“ (1999)

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PHANTOM TOWN – SPUKSTADT DES SCHRECKENS

(PHANTOM TOWN)

Story

 
 
 
Auf der Suche nach ihren Eltern geraten drei Geschwister in eine Geisterstadt, die von einer geheimnisvollen Bedrohung beherrscht wird.

 
 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Kritik

 
 
Der Titel wird schleimgrün eingeblendet und auch sonst dominiert die Farbe grün, wenn es um Effekte geht. Zudem spielen Kinder die Hauptrolle. Nein, die Rede ist nicht von der Fernsehserie „Gänsehaut – Die Stunde der Geister“, selbst wenn man das bei „Phantom Town“ sofort denken könnte. Tatsächlich wirkt dieser kostengünstig produzierte Horrorfilm wie eine überlange Folge der früher erfolgreichen Gruselserie für Kinder. Doch obwohl selbst diese sich auf TV-Niveau befand und sicher keine Meisterleistung handwerklicher Arbeit darstellte, besaß sie eine deutlich höhere Qualität als dieser Murks hier.
 
 
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Die Eltern der Geschwister Reeves waren unterwegs, weshalb die drei Teenager auch gleich mal eine schicke Party geschmissen haben. Doch als ihre Eltern anrufen und die Verbindung unterbrochen wird, machen sich die Kids Sorgen. Die Polizei will nicht behilflich sein, also müssen es die jungen Leute selbst in die Hand nehmen. Dabei geraten sie in eine Geisterstadt, die man nur im Schlaf betreten kann. Werden sie hier ihre Eltern finden? Die Story taugt nichts, aber wirklich so gar nicht. Auf dem Papier klingt das Szenario um eine Geisterstadt, die ihre Besucher verschlingt noch einigermaßen reizvoll, aber was man daraus gemacht hat, gleicht einer Schande. Das gesamte Szenario wird total wirr und unlogisch dargeboten. Absolut nichts ergibt hier einen tieferen Sinn und auch die Ideen, die verwurstet werden, kennt man bereits aus etlichen anderen Filmen. „Phantom Town“ mischt sich aus allen Ecken etwas zusammen, braut daraus jedoch überhaupt nichts Brauchbares. Nein, da hatten selbst die simplen Geschichten aus „Gänsehaut“ deutlich mehr Reiz.
 
 
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Diese filmische Katastrophen-Kuriosität wird noch dadurch skurriler, dass sie in Deutschland früher tatsächlich mal erst ab 18 Jahren freigegeben war. Das ist schon nicht mehr lächerlich, das ist einfach nur noch traurig. Mittlerweile hat „Phantom Town“ eine angemessene Freigabe ab 12 Jahren. Wenn die Rückseite der DVD dann aber mit einem Spruch wie „…einen gruseligen, spannenden und harten Schocker…“ wirbt und einen nebenbei der grüne Sticker anlacht, dann kann man nur noch lachen oder eben weinen. Man hat es hier eindeutig mit einem Film zu tun, der sich an Kinder und nicht an Erwachsene richtet. Das sieht man schon sehr klar daran, dass zwei Hauptdarsteller selbst Kinder sind. Blut wird hier überhaupt nicht vergossen. Stattdessen gibt es ab und zu grünen Schleim zu sehen. Die Effekte sind unter aller Sau und sehen maßlos billig aus. Davon profitiert aber immerhin der Trash-Faktor und wenn man „Phantom Town“ nicht mit Humor nimmt, hat man sowieso echt schlechte Karten.
 
 
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Das gesamte Szenario ist nämlich so unsinnig, plump, hölzern und blöd, dass hier stets eine unfreiwillige Komik herrscht. Manchmal will der Film aber selbst auch noch komisch sein und wenn es albern wird, ist die Peinlichkeit kaum noch auszuhalten. Von einem Horrorfilm kann übrigens einfach keine Rede sein. Vielleicht gruselt man sich hier von sechs bis zehn Jahren, doch selbst zwölfjährige dürften für diesen Quatsch bereits zu abgeklärt sein. Die versprochene Western-Stimmung kommt auch nur ganz selten mal durch. Es ist wirklich kaum zu fassen, dass sich Jeff Burr für „Phantom Town“ verantwortlich zeigte. Sicherlich ist der Mann nicht gerade für die höchste Qualität bekannt, aber mit den Fortsetzungen zu „Stepfather“, „Texas Chainsaw Massacre“, „Puppet Master“ und „Pumpkinhead“ hat der Mann doch noch etwas mehr Qualität geboten. Die Inszenierung ist wirklich miserabel, weil der gesamte Film miserabel ist. Hier will nichts zusammenpassen, die Kulissen sind billig und optisch bekommt man fast gar nichts geboten.
 
 
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Und als wäre das alles noch nicht genug, gibt es auch noch sehr untalentierte Darsteller zu betrachten, für die das Wort „belanglos“ erfunden geworden zu sein scheint. Mit Kindern in solchen Werken ist das immer so eine Sache. Manchmal geht die Rechnung auf, hier stören sie einfach. Die Erwachsenen machen ihre Sache jedoch mitnichten besser und wirken allesamt gelangweilt. Ebenso langweilig ist die Figurenzeichnung ausgefallen und in „Phantom Town“ kommen null Sympathien auf. Stattdessen verhalten sich die Personen unlogisch und doof. Das Ganze muss man dann über 90 Minuten durchhalten, was für den simplen Plot viel zu lange ist. Wäre es doch nur eine Episode von „Gänsehaut“ gewesen, dann hätte der Spuk nach einer knappen halben Stunde ein Ende gehabt. Dafür wäre diese dumme Geschichte auch noch ausreichend gewesen. So zieht sich das Treiben quälend in die Länge. Keine Spannung, kaum Action, dummer Humor. Nicht mal der Score stimmt versöhnlich. Und wenn für das Finale dann noch die alte Puppenkiste durchstöbert wurde, resigniert man entweder schon, ist total betrunken, eingeschlafen oder lacht müde darüber.
 
 
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PHANTOM TOWN – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
„Phantom Town“ ist ein billiger, unkreativer und sinnfreier Film, der sich ganz klar nur als Horror bezeichnen lässt, wenn man die 12 Jahre noch nicht überschritten hat. Doch während Filme für die ganze Familie selbst dem Erwachsenen Freude bereiten können, bekommt man hier lediglich Unvermögen zu betrachten. So viel, dass es selbst dem Trash-Fan zu viel werden könnte, da die permanente unfreiwillige Komik anstrengend wird. Nun, lächerliche Momente gibt es so immerhin genügend zu sehen und alleine die „Effekte“ sind eine Frechheit. Ein schwaches Drehbuch, schlechte Darsteller und eine komplett nichtssagende Inszenierung runden das passend ab. Dann doch lieber noch mal die 90er Fernsehserie „Gänsehaut“ anschauen, denn die war wenigstens noch ansatzweise gruselig und bot mehr Kreativität!
 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Zensur

 
 
 
„Phantom Town – Spukstadt des Schreckens“ feierte in Deutschland seine Premiere im TV und wurde dort ungeschitten gezeigt. Erst 2021 erfolgte die erste Veröffentlichung auf Heimkinomedium. Die erhältliche DVD ist ungeschnitten und FSK12.
 
 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Mr. Banker Films (DVD im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Phantom Town; Kanada | USA | Rumänien 1999

Genre: Horror, Thriller, Komödie, Grusel

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: keine

Bild: 1,33:1

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: DVD im KeepCase

Extras: Originaltrailer

Release-Termin: KeepCases: 11.06.2021

 
 

Phantom Town – Spukstadt des Schreckens [DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

PHANTOM TOWN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gänsehaut (2015)
 
R.L. Stine – Geisterstadt: Kabinett des Schreckens (2015)
 
Gänsehaut – Die Stunde der Geister (1995)

Filmkritik: „Frank & Zed“ (2020)

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FRANK & ZED

Story

 
 
 

Zwei eigentlich friedliche Monster geraten in einen Krieg mit Dorfbewohnern, die sich noch immer vor der Vergangenheit fürchten.

 
 
 


 
 
 

FRANK & ZED – Kritik

 
 
 
Wenn man an einen Puppenfilm für Erwachsene denkt, fällt einem sicherlich sofort „Meet the Feebles“ ein, der bisher ziemlich einzigartig war. Selbst wenn Werke wie „Der dunkle Kristall“ oder „The Happytime Murders“ ebenfalls Puppen benutzten, waren dort auch menschliche Darsteller zu sehen und es ging durchaus weniger verrückt zur Sache. Doch jetzt kommt „Frank & Zed“ daher und er macht „Meet the Feebles“ zumindest optisch Konkurrenz, leidet nebenbei jedoch an einigen erzählerischen Schwächen.
 
 
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Es ist schon einige Jahrhunderte her, als ein Dorf in eine magische Schlacht geriet. Die Titelfiguren Frank und Zed waren daran beteiligt und leben seitdem in den Ruinen von damals ein doch recht friedliches Leben, in dem sich jeder um die Ernährung des anderen kümmert. Doch als eines Tages ein Dorbewohner das Jagdgebiet der Monster betritt, kommt es zum Mord und die Dorfbewohner wollen dafür unbedingt Rache. Die Story gibt nicht viel her, versucht aber dennoch episch zu wirken. So richtig will dies leider nicht gelingen, da vieles angedeutet wird, aber im Endeffekt doch nur bekannte Motive von Fantasy-Werken zusammengebastelt wurden. Wäre da nicht dieser weiterhin ziemlich einzigartige Stil, würde sich für die Handlung wohl kaum jemand interessieren. Außerdem wird das Ganze unnötig langsam erzählt und weiterhin gibt es im Ton doch zahlreiche Ungereimtheiten.
 
 
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So richtig entscheiden mag sich „Frank & Zed“ nämlich nicht. Will er jetzt eher eine tragische Geschichte von zwei ehemaligen Feinden erzählen oder doch ein fantasievolles Epos voll mit dunkler Magie? Möchte er ernst wirken, dramatisch oder lieber albern sein? Oder will er im Endeffekt doch nur einen Funsplatter darstellen? Von nahezu allem finden sich ein paar Elemente, doch keines davon dominiert und deshalb kommt einem das Resultat doch relativ unentschlossen vor. Manchmal wirkt „Frank & Zed“ nämlich durchaus ernst, nahezu düster und unheilvoll. Dann wiederum wird plötzlich der Humor bedient, aber auf eine ziemlich plumpe Art und Weise. Und dann wäre da immer wieder eine Portion Drama, welche jedoch an Tiefe vermissen lässt. Die verschiedenen Zutaten ergeben hier kein rundes Gesamtbild und das stört zuweilen doch ein bisschen.
 
 
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Das ist gerade deshalb schade, weil „Frank & Zed“ optisch eine Wucht darstellt. Laut Regisseur Jesse Blanchard haben die Arbeiten an dem Werk ca. sechs Jahre gedauert; eine unheimlich lange Zeit. Dafür, dass es sich bei diesem Film aber eben um keine Big-Budget-Produktion handelt, glaubt man gerne, dass sehr viel Zeit investiert werden musste, denn hier stammt wirklich so gut wie alles von Hand. Das ist noch altmodischer Puppentrick, wie es die Muppets zelebriert haben und selbst wenn man „Meet the Feebles“ schon auswendig kennt, ist es immer noch befremdlich solche Puppen in einem Film für Erwachsene zu sehen. Gerade wenn sich dann auch noch Splatter mit zum Geschehen gesellt, wird es zwangsläufig abgefahren. Die Effekte sind wirklich toll geworden und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Doch auch die ganzen Kulissen sehen wunderbar aus. Auch wenn der Computer dann mal helfen durfte, wenn es z.B. an die Magie geht, sieht das astrein aus. Alleine diese Optik strahlt genügend Faszination aus, dass man dem Film für seine Schwächen nicht so böse sein möchte.
 
 
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Die Figuren hat man insgesamt ganz ordentlich dargestellt und optisch sind sie markant geraten, was natürlich vor allen Dingen an den titelgebenden Frank und Zed liegt. Deren Hintergrundgeschichte besitzt sogar etwas Tiefe, was man von den anderen Figuren weniger behaupten kann. Leider geraten die beiden Monster besonders im mittleren Teil etwas zu sehr in den Hintergrund und auf die größten Dialoge sollte man sich nun nicht einstellen. Schade ist zudem auch, dass man niemals einen echten Draht zu den Charakteren erhält. Die Monster sind auf ihre eigene Art und Weise irgendwie drollig, doch wirklich mitfiebern kann man mit ihnen nicht und die ganzen Dorfbewohner erscheinen schon einigermaßen belanglos. Ein weiterer, nicht unerheblicher Schwachpunkt ist der Score. Eigentlich wurde musikalisch alles richtig gemacht, nur sind die vorhandenen Melodien dermaßen wenig eingängig und austauschbar, dass dabei keine echte Freude aufkommen will.
 
 
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Außerdem muss man sich fragen, weshalb Blanchard dieses Werk auf rund 90 Minuten langziehen wollte. Dafür gibt die Handlung nicht genug her und so entstehen zwangsläufig Längen. Hat man sich erst mal an die abgefahrene Optik gewöhnt, unterhält diese alleine nämlich eben auch nicht mehr. So schade es ist, aber „Frank & Zed“ ist in einigen Momenten schon etwas langweilig, weil einfach nicht viel geschieht und das Treiben nicht in die Gänge kommen möchte. Auch mit dem größten Splatterfest sollte man jetzt nicht rechnen. Da muss man schon auf das Finale warten, welches dann zum Glück einiges retten kann. Hier geht es mächtig zur Sache und wenn sich die Puppen da gegenseitig zerfetzen, ist das definitiv etwas, das man nicht alle Tage zu sehen bekommt. Das entschädigt schon für die ein oder andere Länge.
 
 


 
 
 

FRANK & ZED – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
„Frank & Zed“ ist ein eigentümlicher Film, bei dem man sehr das Herzblut spürt, welches in das Werk geflossen ist. Er ist ein kurioser Film mit einer gewitzten, abgefahrenen Optik, mit zwei kreativen Monstern und tollen Kulissen. Aber leider ist er nebenbei kein besonders guter Film, was an mehreren Gründen liegt. Die Handlung ist dünn und was „Frank & Zed“ optisch an Fantasie zu bieten hat, geht ihm erzählerisch leider abhanden. Außerdem ist er zu lang und bietet nicht so viel Splatter, wie er verspricht. Der Score klingt völlig austauschbar und es gibt doch schon einige Längen. Selbst wenn sich diese Kritik im Endeffekt nicht nach sechs Punkten liest, gewinnt am Ende doch das Herzblut. Außerdem macht das blutige Finale echt noch etwas her. Ob „Frank & Zed“ es zum gleichen Kult bringen wird, wie es „Meet the Feebles“ geschafft hat, ist fraglich, aber wer diesen als gut empfand, kommt um dieses Werk wohl kaum herum und eine gewisse Faszination kann man dem Ganzen nun wirklich nicht absprechen!
 
 
 


 
 
 

FRANK & ZED – Zensur

 
 
 
In „Frank & Zed“ kracht es eigentlich erst am Ende in Sachen Gewalt. Da splatterts schon ganz gut. Da es sich jedoch bei den Todesopfern um Puppen handelt, ist eine Freigabe ab 16 Jahren vorstellbar.
 
 
 


 
 
 

FRANK & ZED – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Puppetcore)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Meet the Feebles (1989)
 
Team America (2004)
 
The Happytime Murders (2018)
 

Filmkritik: „Slaxx“ (2020)

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SLAXX

Story

 
 
 
Wem die Liste der mordenden Gegenstände noch nicht lang genug ist, für den wurde wohl „Slaxx“ gemacht, denn genmanipulierte Baumwolle sorgt plötzlich dafür, dass eine Jeans mächtig viel Lust verspürt zu morden.

 
 
 


 
 
 

SLAXX – Kritik

 
 
Nachdem nahezu alle Tiere bis hin zum Hamster sich mal durch die trashige Horrorlandschaft morden durften, bekamen auch die an sich leblosen Gegenstände vermehrt Aufmerksamkeit. Egal ob ein Rucksack, Donuts, Tomaten, Tische, Kondome oder auch Reifen – Die Liste an Killer-Gegenständen ist erstaunlich lang. Zu dieser gesellt sich nun „Slaxx“ hinzu, der sich zwar enorm trashig anhört, eigentlich aber ein sehr ernstes Anliegen besitzt. Dieser Ansatz ist löblich, nur leider wurde nebenbei vergessen, einen unterhaltsamen Film zu drehen.
 
 
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Um welche Kritik es „Slaxx“ geht, ist dabei nicht schwer herauszufinden. Man braucht eigentlich nur zu erwähnen, dass es um eine Modekette geht, die Nachhaltigkeit und Fair-Trade anpreist, ihre Ware aber aus genmanipulierter Baumwolle herstellt, die zusätzlich auch noch in Indien durch Kinderarbeit gewonnen wurde. Dabei kommt eine ganz tolle, neue Hose auf den Markt, die sich optimal an jede Figur anpassen soll. Ein paar Mitarbeiter des Geschäfts sollen für den kommenden Montag alles vorbereiten, wenn die Hose ihr Verkaufsdebüt feiert. Dafür werden sie extra eingeschlossen, um auch alles ganz geheim zu halten. Und schon geht es bereits einem nach dem anderen an den Kragen.
Die weitere Kritik richtet sich natürlich an den Verbraucher selbst, der oftmals möglichst billige Ware haben möchte und damit solch Dinge wie Kinderarbeit und schlechte Arbeitsbedingungen erst ermöglicht. Nebenbei bekommt noch die Generation „Influencer“ ihr Fett weg. Die Idee hinter „Slaxx“ ist wirklich nicht verkehrt und die Themen, welche man hier anspricht, verdienen es angesprochen zu werden. Auf offene Ohren stößt man bei der breiten Masse nicht ungern mal mit einem Film, der dann auch ruhig als Horrorkomödie durchgehen darf. Die problematische Thematik verliert dadurch ja nicht an Gewicht. Wenn das Resultat jedoch ziemlich langweilig ist, darf bezweifelt werden, ob sich jemand danach noch an den Film erinnert und somit auch an die Problematik, die er anspricht.
 
 
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Dabei lässt sich aus handwerklicher Sicht eigentlich gar nicht so viel bemängeln. Selbstverständlich hat „Slaxx“ nicht das große Geld gekostet, denn dafür ist sein Nischendasein einfach zu offensichtlich. So muss man sich mit doch recht einfallslosen Schauplätzen zufriedengeben, die optisch nicht gerade als Highlight zu verbuchen sind. Ansonsten ist die Inszenierung aber sauber und seine Qualitäten besitzt der Streifen durchaus. Für die Regisseurin Elza Kephart, die auch mit am Drehbuch schrieb, war „Slaxx“ wohl eine Herzensangelegenheit. Sie hat innerhalb der letzten 20 Jahre ein paar wenige Male Regie geführt, war ansonsten jedoch nicht sehr fleißig in diesem Bereich. Dafür kann sich die Inszenierung dann doch sehen lassen und vor allen Dingen die mordende Hose wurde gut umgesetzt. Es ist sicherlich nicht so leicht einer Hose einen Charakter zu verleihen und sie als Mörder dazustellen. Diesem Film ist dies überraschend gut gelungen und da viele Szenen per Greenscreen realisiert wurden, gibt es nicht mal so viele billige CGI-Effekte zu betrachten.
 
 
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Allerdings besitzt „Slaxx“ ein großes Problem. Er versteift sich so sehr darauf mit erhobenem Zeigefinger und der Moral daher zu kommen, dass der Spaß scheinbar komplett vergessen wurde. Als Komödie scheitert das Werk nämlich leider nahezu komplett. Rassen-Gags über Vorurteile etc. wurden jedenfalls vor 20 Jahren schon ansprechender und witziger präsentiert. Ob man eine Tanz-Einlage der Hose nun zwangsläufig gebraucht hätte, ist fragwürdig, aber immerhin ist dies eine der wenigen Szenen, die wohl länger in Erinnerung verweilen dürfte. Das Ableben der überwiegend unsympathischen Protagonisten ist nämlich nicht viel reizvoller ausgefallen. Hier hätte man es echt krachen lassen können. Wenn schon eine Hose für die Morde höchstpersönlich zuständig ist, hätte man abgefahrene Kills spendieren können. Es wird aber sicherlich auch dem geringen Budget zu verschulden sein, dass man meist nur rote Farbe an die Wand spritzen sieht und vieles im Off stattfindet. Es gibt zwei, drei Szenen, die schön splatterig sind und gute, von Hand gemachte Effekte besitzen. Nur ist das im Endeffekt zu wenig.
 
 
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Obwohl „Slaxx“ eine Laufzeit von gerade mal 76 Minuten (mit Abspann) besitzt, zieht er sich nämlich ganz schön in die Länge. Dabei ist die Einleitung schnell abgehandelt und bis die Hose zum Einsatz kommt, vergeht echt nicht viel Zeit, aber es mag einfach keinerlei Spannung aufkommen. Somit versagt das Werk auch als Horrorfilm. Dass die Figurenzeichnung nebenbei ziemlich unsympathisch geraten ist, war sicherlich beabsichtigt, ist aber nicht gerade förderlich für die Spannung. Romane Denis, Brett Donahue und Sehar Bhojani spielen die einzigen drei größeren Rollen zwar ganz passabel, können jedoch wenig reißen. Sowohl ihre Darstellung, wie auch ihre Charaktere hat man nach dem Film fast schon wieder vergessen. Das ist schade, weil es auch immer mal wieder ein paar gelungene Momente zu betrachten gibt. So ist gerade die Szene, in welcher man verblüffend glaubwürdig die Motive der Killer-Hose erfährt, in ihrer Schlichtheit erstaunlich gut geraten. Im Endeffekt reicht das allerdings nicht, wenn der Rest nach einem völlig bekannten Schema abläuft, welches definitiv eine Frischzellenkur vertragen hätte können.
 
 
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SLAXX – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Slaxx“ klingt auf dem Papier nach einem total abgefahrenen Trash-Fest, bietet dann im Endeffekt aber eher gepflegte Langeweile. Die Moral dahinter ist sehr ernst und es ist löblich, dass dieses Thema angesprochen wird, aber es bringt auch niemandem etwas, wenn eine Horrorkomödie einfach keinen Spaß machen will. Von daher war die Idee gut, aber die Umsetzung schlecht. Es wird leider wirklich nicht lustig und mit Horror hat das ebenfalls nichts zu tun. Lediglich die handwerklich simple, aber passende Arbeit, drei passable Hauptdarsteller, zwei, drei schöne Splatter-Effekte und ein paar gelungene Einfälle retten hier vor der Totalkatastrophe. Ansonsten wird man nämlich enttäuscht. Der Unterhaltungswert ist überwiegend schlecht. Da ist kein Witz, keine Spannung, zu wenig Action, zu wenig Gore. Außerdem ist die Figurenzeichnung doof und man hätte es hier einfach viel, viel mehr krachen lassen müssen, um dem Zuschauer ein unvergessliches Vergnügen zu bieten. Dann doch lieber noch mal die Killertomaten; der war zwar doof, dafür aber unterhaltsam!
 
 


 
 
 

SLAXX – Zensur

 
 
 
„Slaxx“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben.
 
 
 


 
 
 

SLAXX – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Slaxx; Kanada 2020

Genre: Horror, Komödie, Trash

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 76 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 24.03.2022

 

Slaxx [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SLAXX – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das blutrote Kleid (2018)
 
Rhea M – Es begann ohne Warnung (1986)
 
Bed of the Dead (2016)
 
Überfall der Mörderrucksäcke (2006)
 
Monsieur Killerstyle (2019)
 

Filmkritik: „Bloody Hell – One Hell of a Fairy Tale“ (2020)

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BLOODY HELL – ONE HELL OF A FAIRY TALE

(BLOODY HELL)

Story

 
 
 
Ein Ex-Knacki im Urlaub gerät in die Hände einer äußerst unangenehmen Familie mit mysteriösen Beweggründen

 
 
 


 
 
 

BLOODY HELL – Kritik

 
 
Der australische Drehbuchautor und Regisseur Alister Grierson zeichnet sich bereits für diverse Werke wie „Sanctum“ oder „Kokoda“ verantwortlich, doch weder eine Comedy, noch einen allzu brutalen oder gar splatterigen Film hat er bisher inszeniert – umso erfreulicher also, dass „Bloody Hell“ nach langer Zeit mal wieder als Punktlandung im Bereich des reinen Unterhaltungsfilms zu sehen ist, da hier ohne Kompromisse, unnütze Dramaturgie oder totgeguckte Klischees ein höchst charismatischer und spannender Protagonist präsentiert wird, dessen innerer Monolog am laufenden Band Spaß macht, so aussichtslos die Situation auch wirkt. Aber der Reihe nach:
 
 

„In some versions you’re The Dark Knight, in others you’re The Joker!“

 
 
Nach einem atmosphärischen und gut fotografierten Opener im finnländischen Wald geht es zu gezupfter Countrygitarre nach Idaho, wo ein junger, gutaussehender Mann in der Bank ansteht, um „Maddy“, die hübsche Bankangestellte, zu sprechen. Die Rede ist von Rex, unserem von Ben O’Toole verkörperten Protagonisten, vermutlich in der bisherigen Rolle seines Lebens. Zackig geschnitten, professionell inszeniert und kurzweilig wird nun erzählt wie bewaffnete Bankräuber das Gebäude stürmen, Ben in Selbstjustiz alle davon fertigmacht, dafür als Held gefeiert wird, aber auch 8 Jahre ins Gefängnis kommt. Seines zweifelhaften Ruhms überdrüssig entscheidet er kurzerhand nach Finnland zu ziehen, um dort neu anzufangen.
 
 

„Fee Fi Fo Fum – I smell the blood of an American. May he alive, or may he dead, I grind his bones to make my bread.“

 
 
Direkt am Flughafen trifft Rex auf mehrere, ältere Finnen die irgend etwas unverständliches nuscheln, ihn merkwürdig beäugen und seine Paranoia auslösen, doch ein beruhigendes Selbstgespräch auf der Toilette später hat sich unser vermutlich nur überreagierender, PTSD- geplagter Protagonist genug beruhigt, um in den Flieger zu steigen. Jedes dieser Selbstgespräche zwischen Rex und seinem inneren Ich wird dabei durch technisch einwandfreie Szenen inszeniert, in denen O’Toole zweimal zu sehen ist und flüssig auf sich selbst reagiert, mit sich selbst diskutiert. Und so, durch einen Betäubungsgasangriff, ohne auch nur die kleinste Verschnaufpause, gelangen wir also nach weniger als 20 Minuten bereits nach Finland, wo Rex in einem dreckigen, schick beleuchteten Keller von der Decke baumelt und seinen rechten Unterschenkel vermisst…
 
 
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Wie so oft bei guten, überraschenden Filmen soll auch an dieser Stelle gar nicht weiter erzählt werden, denn auch wenn weder die Antagonisten, noch das Setting an sich allzu originell oder neu sind, so ist es hier einerseits das „Wie“, andererseits das „Warum“, das in einigen Flashbacks amüsant erzählt wird oder durch bissiges, witziges Writing immer wieder überzeugen kann. Die Selbstgespräche sind super realistisch und schwarzhumorig, die Kamerafahrten durch die Böden, Etagen und Decken des alten Hauses beeindruckend und flüssig, hauptsächlich aber reicht schon O’Toole in dieser sehr ungünstigen Situation beim Hadern mit sich selber, um zu unterhalten.
 
 
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Denn auch wenn mir eine Offenbarung sowie Ausführung jener etwas zu trashig und häufig gesehen ist, wir wenig über die Entführerfamilie erfahren und der Film sich im zweiten Akt mit zu viel Hintergrundgeschichte trotzdem noch etwas ausbremst, so überwiegt in erster Linie die Freude darüber, mal wieder einen charakterbasierten Film zu sehen, der um die Stärke seines Schauspielers und Drehbuchs weiß und darum nicht großartig versucht, mit Gore, Sadismus oder unnötig aneckenden Witzen auf sich aufmerksam zu machen.
 
 
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Was jedoch nicht heißen soll, dass „Bloody Hell“ harmlos wäre, ganz im Gegenteil: So amüsant und schwarzhumorig dieser Film auch sein mag, im der dramatische Kern ist tragisch, glaubhaft und funktioniert, wird gut erzählt und sorgt für mehr als nur die oberflächlichste Unterhaltung. Der Charakterwandel ist interessant nachzuvollziehen und wirkt nie zu aufgesetzt und auch wenn der Film es nie nötig hat, unbekannte Nebencharaktere für Gore-Einlagen zu töten, so ist der Gore, der dann später aufkommt, absolut schonungslos, wunderbar handgetrickst und geradezu kathartisch zu nennen. Man liest es schon raus, ich war höchst amüsiert von und zufrieden mit „Bloody Hell“: Trotz wenigen Settings und „kleiner“, simpler Story wurde hier ein großartig galliges, von vorne bis hinten frisches und spaßiges Script auf höchst brutale, clevere, sympathische Weise konsequent umgesetzt. Mit einem fantatischen Hauptdarsteller in einer auf ihn zugeschnittenen Rolle, spitzen Dialogen, höchst witzigen Galgenhumor-Einlagen, nicht zu unterschätzenden, brutalen Mini- Massakern und fast perfektem Pacing. Wäre ein Charakter ausgetauscht, eine Szene etwas umgeschrieben, ich wäre bei ganzen 8/10 Punkten, so aber schrappt der Film ganz knapp daran vorbei.
 
 
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BLOODY HELL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Bitterböse, witzige, sarkastische, höchst kurzweilige Comedy mit deftigen Gewalteinlagen, tragischer Backstory und fantastischer Performance von Ben O’Toole.
 
 


 
 
 

BLOODY HELL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Bloody Hell – One Hell of a Fairy Tale“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

BLOODY HELL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Splendid Film (2 Blu-rays im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Bloody Hell; Australien | USA 2020

Genre: Horror, Thriller, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Making-of, Original-Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film „We Summon the Darkness“ auf Blu-ray, 20-seitiges Booklet

Release-Termin: Mediabook | KeepCase: 24.09.2021

 

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BLOODY HELL – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Aggression Scale – Der Killer in dir (2012)
 
Very Bad Things (1998)
 

Filmkritik: „Tanz der Teufel“ (1981)

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TANZ DER TEUFEL

(THE EVIL DEAD)

Story

 
 
 
Im Horrorklassiker „Tanz der Teufel“ geht es um eine Gruppe von Freunden, die mit dem berüchtigten Necronomicon das Böse heraufbeschwören.

 
 
 


 
 
 

TANZ DER TEUFEL – Kritik

 
 
Wer den Namen Sam Raimi nur von Mainstream-Werken wie etwa die „Spider-Man“-Trilogie kennt, der wird nicht schlecht gucken, wenn er sich den Film ansieht, mit dem Raimi erst den Durchbruch schaffte. Genau wie Peter Jackson, der ebenfalls mit deftigem Splatter auf sich aufmerksam machte und danach in Mainstream-Gefilden werkelte, erschuf auch Raimi mit seinem ersten, echten Film „The Evil Dead“, oder zu deutsch „Tanz der Teufel“, einen echten Klassiker. Wobei Raimi schon zuvor einen Langfilm und etliche Kurzfilme drehte. Doch erst der, damals als enorm brutal aufgenommene, Horrorschocker „Tanz der Teufel“ brachte die nötige Aufmerksamkeit. In Deutschland hat das eine bewegte Zensur-Geschichte hinter sich, aber heutzutage ist der Film sogar ab 16 Jahren freigegeben. Sämtliche Sittenwächter sprangen damals auf die Barrikaden. Das waren halt noch die guten, alten 80er, in denen man leicht schocken konnte. Schaut man sich „Tanz der Teufel“ heute an, dann funktioniert er vor allen Dingen aus Nostalgie-Gründen, doch auch so hat Raimi einen hübsch-hässlichen Horrorfilm gezaubert, dem man es gar nicht so oft anmerkt, dass es erheblich an finanziellen Mitteln fehlte.
 
 
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Fünf Freunde fahren in den Urlaub. Ziel ist eine verlassene Waldhütte mitten in der Wildnis von Tennessee. Kaum angekommen, findet man auch schon einen gruseligen Keller, in welchem sich ein ominöses Buch befindet. Die Freunde machen sich einen Spaß daraus und beschwören das Böse. Natürlich glaubt niemand, dass dies funktionieren würde, aber kurze Zeit später ist auch schon einer von ihnen von einer bösen Macht besessen. Und das ist erst der Anfang einer blutigen, grauenvollen Nacht. Sam Raimi, der das Drehbuch selbst schrieb, fühlte sich von „Night of the Living Dead“ inspiriert und setzte dieses Szenario bereits zuvor als Kurzfilm um, der jedoch nie offiziell veröffentlicht wurde. Die Ideen, die Raimi hatte, mögen 40 Jahre später als nicht mehr besonders kreativ oder originell wirken, aber damals war er seiner Zeit doch ein wenig voraus. Viele Zutaten wurden oftmals kopiert und alleine deshalb hat Raimi mit „Tanz der Teufel“ einen Kultfilm erschaffen, der mit seiner Geschichte zwar gänzlich simpel erscheint, durch die vielen Ideen vom Regisseur jedoch mächtig aufgewertet wird.
 
 
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In der Inszenierung hat sich Herr Raimi nämlich mächtig ausgetobt. Schon gleich am Anfang gibt es die berühmte Wackelkamera zu sehen, ein Stilmittel, welches Raimi zwar nicht unbedingt erfunden hat, aber in der Art und Weise, wie er es einsetzte, wurde es sehr oft kopiert. Diese Kamerafahrten durch den Wald in Verbindung mit den unheimlichen Geräuschen erzeugen auch heute noch eine tolle Atmosphäre. Diese wird durch reichlich Nebel ergänzt. Der Schauplatz könnte gar nicht simpler sein, erfüllt seinen Zweck jedoch vollkommen. Dass man nicht viel Budget zur Verfügung hatte, bemerkt der Zuschauer an der handwerklichen Arbeit keineswegs, denn gerade die Effekte sehen selbst heute noch gut aus. Da wurde viel mit Stop-Motion gearbeitet, was ungemein aufwendig gewesen sein muss und das Resultat kann sich noch immer sehen lassen. Die Dämonen-Masken sind abscheulich – im positiven Sinne versteht sich – und gesplattert wird natürlich auch. Zwar ist das Ganze niemals so eine Sause wie z.B. „Braindead“ und die heutige Freigabe ab 16 Jahren ist deutlich berechtigt, aber trotzdem kommt der Gorehound in manchen Szenen auf seine Kosten und die Effekte sehen einfach alle herrlich altmodisch aus.
 
 
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Es ist allerdings vor allen Dingen die Atmosphäre, welche „Tanz der Teufel“ so einmalig macht, denn auf der einen Seite will der Film gar nicht komplett ernst wirken und auf der anderen Seite ist er so schräg, abgefahren und schrill, dass man sich doch fast wie in einer Horrorkomödie vorkommt. Diesen Stil sollte Raimi mit dem zweiten Teil auf die Spitze treiben, doch schon hier sind Anzeichen davon vorhanden. Trotzdem steht der Terror im Vordergrund und es wird oftmals eine unheimliche Stimmung erzeugt. Sogar ein paar surreale Momente gibt es zu verbuchen und das Endergebnis ist vor allen Dingen eines: Verspielt. Nach einer kurzen Einleitung geht es ziemlich schnell zur Sache und in der nächsten Stunde geht man eigentlich nie wieder vom Gas herunter. Sei es eine Vergewaltigung durch Baumwurzeln oder die Waldhütte, die von Minute zu Minute immer gefährlicher wird. Bis zum Finale steigert sich der Wahnsinn immer mehr. Das ist zwar heutzutage nicht mehr unbedingt spannend und als Fan hat man dieses Werk sicher auch schon zu oft gesehen und trotzdem vermag das Treiben noch immer gut zu unterhalten, was eben an dieser starken Atmosphäre liegt.
 
 
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Von den Darstellern sollte man indes nicht zu viel erwarten, denn diese stammen allesamt aus dem Freundeskreis von Raimi und Campbell. Bruce Campbell, selbst ein guter Freund von Raimi, ist eigentlich auch der einzige, der hier eine richtig gute Leistung vollbringt. Er war allerdings auch von Anfang an mit vollem Herzblut an dem Projekt beteiligt und brachte es damit im Horrorbereich zur Kultfigur. Alle anderen Schauspieler, viele sind es sowieso nicht, sind nicht weiter erwähnenswert und haben danach gar nicht mehr so viel mit dem Filmbusiness zu tun gehabt, aber trotzdem gehen ihre Leistungen vollkommen in Ordnung. Für eine solche Low-Budget-Produktion kann man da echt nicht meckern. Die Figurenzeichnung steht natürlich ganz hinten an und es gibt sie quasi gar nicht. Man erfährt nichts über die Charaktere und so hält sich das auch mit den Sympathien in Grenzen. Dafür wäre allerdings auch gar keine Zeit gewesen, denn Raimi legt viel mehr Wert auf dämonischen Terror und hier liefert er einfach ab. Da gibt es genügend Szenen, die man damals nicht vergessen konnte und es bis heute immer noch nicht getan hat. Abgerundet wird das Vergnügen von einem herrlich unheimlichen Score, der zu einem Großteil aus gruseligen Sounds besteht.
 
 


 
 
 

TANZ DER TEUFEL – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
„Tanz der Teufel“ ist ein Klassiker und lässt sich selbst 40 Jahre nach seinem Erscheinen noch immer gut anschauen, selbst wenn der Film längst keine Perfektion darstellt. Dafür sind die Darsteller nicht hochwertig genug, dafür ist die Figurenzeichnung zu belanglos und dafür fehlt dem Werk die klare Linie. Er zelebriert nämlich Terror und ist in manchen Momenten verdammt unheimlich, nur um dann doch wieder abgefahren, skurril und fast schon albern zu wirken. Trotzdem ist Raimi hier Großartiges gelungen, weil er mit wenig Geld und simplen Mitteln eine famose Atmosphäre gezaubert hat. Zudem entwarf er gleich mal Stilmittel, die hinterher zahlreiche Male kopiert wurden. Bruce Campbell wurde danach zur Kultfigur, es gab zwei Fortsetzungen, ein Remake und sogar eine Serie. Selbst wenn das Treiben aus heutiger Sicht etwas harmlos wirkt, gibt es starke Effekte zu betrachten, die jeden Gorehound befriedigen sollten. Außerdem brennen sich viele Szenen einfach ins Gedächtnis ein. Das ist zwar nicht mehr gerade spannend, aber noch immer höchst sehenswert und einfach echt kreativ gemacht!
 
 


 
 
 

TANZ DER TEUFEL – Zensur

 
 
 
„Tanz der Teufel“ hatte es mit den deutschen Zensurbehörden nicht leicht. Der Streifen wurde in den deutschen Kinos ungekürzt mit SPIO-Freigabe gezeigt, zeitgleich kam er auf VHS heraus. 1984 wurde „Tanz der Teufel“ indiziert. Drei Monate später erfolgte die erste Beschlagnahme, von denen noch viele folgen sollten. Anfang der 1990er veröffentlichte man den Film erneut auf VHS und schnitt 44 Sekunden heraus. Diese Fassung wurde aber nur kurz in die Videotheken gebracht und landete 1993 auch auf dem Index. Im August 2016 wurde bekannt, dass die Beschlagnahmen des Splatterklassikers aufgehoben wurde. Im Oktober 2016 wurde „Tanz der Teufel“ auch vom Index gestrichen. Im Januar 2017 wurde der Streifen neu von der FSK geprüft und erhielt in der ungeschnittenen Form eine Freigabe ab 16 Jahren. Seither sind alle aktuellen Heimkino-Veröffentlichungen auf DVD, Blu-ray und in 4K ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

TANZ DER TEUFEL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Evil Dead; USA 1981

Genre: Horror, Klassiker, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.33:1 | 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Disc 1: Blu-ray 16:9 und 4:3 Fassung Remastered (HD, 85:26 Min.): Audiokommentar mit Regisseur Sam Raimi, Produzent Robert Tapert und Darsteller Bruce Campbell (Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), Disc 2 Blu-ray Bonus Blu-ray (SD, über 300 Min.): One by One will take you: The Untold Saga of the Evil Dead (53:45 Min., Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), Treasures Room: The Cutting Room Floor (59:22 Min., Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), Ellen and Drama Teacher (03:59 Min., Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), Make-Up Test (01:07 Min., Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), Unconventional: The Ultimate Discussion of Grueling Horror (19:09 Min., Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), On Stage Interview (07:18 Min., Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), The Ladys of the Evil Dead meet Bruce Campbell (28:54 Min., Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), Reunion Panel (31:18 Min., Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), At the Drive-In (12:03 Min., Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), Discovering Evil Dead (13:05 Min., Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), Book of the Dead: The other Pages (01:56 Min., Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), Trailer/Spots:Trailer Deutsch 4:3 / 16:9 (02:20 Min., Deutsch), Trailer Englisch 4:3 / 16:9 (02:06 Min., Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), TV-Spot #1 (0:32 Min., Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), TV-Spot #2 (0:32 Min., Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), TV-Spot #3 (0:33 Min., Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), TV-Spot #4 (0:33 Min., Englisch, mit optionalen deutschen Untertitel), Poster und Bilder Galerie (13:32 Min.), Talent Bio Bruce Campbell, Talent Bio Sam Raimi (Writer/Director), Talent Bio Robert Tapert (Producer)

Release-Termin: KeepCase: 28.03.2017

 

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TANZ DER TEUFEL – Deutsche 4K-UHD

 
 
 
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(c) Sony Pictures Entertainment (4K UHD im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Evil Dead; USA 1981

Genre: Horror, Klassiker, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Deutsch DD 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Lateinamerikanisches Spanisch DD 5.1, Polnisch (Voice-Over) DD 5.1, Spanisch DD 5.1, Tschechisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Arabisch, Bulgarisch, Brasilianisches Portugiesisch, Chinesisch (traditionell), Chinesisch (vereinfacht), Dänisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Hindi, Isländisch, Italienisch, Kroatisch, Lateinamerikanisches Spanisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Schwedisch, Serbisch, Slowakisch, Slowenisch, Spanisch, Thailändisch, Tschechisch, Türkisch

Bild: 1.33:1 | 1.85:1 | @23,976 Hz | 4K native, Dolby Vision, HDR10

Laufzeit: ca. 85 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: 4K-UHD + Blu-ray im Keepcase

Extras: Audio-Kommentar mit Sam Raimi, Produzent Robert Tapert und Darsteller Bruce Campbell, Featurettes Dokumentatione, Poster- & Bilder-Galerie, Talent-Biographien, 4 TV-Spots, 2 Kino-Trailer (Deutsch und Englisch)

Release-Termin: KeepCase: 21.10.2021

 

Tanz der Teufel [4K UHD-Disc + Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

TANZ DER TEUFEL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Sony Pictures Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Evil Ones – Die Verfluchten (2016)
 
Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt (1987)
 
Evil Dead (2013)
 
Armee der Finsternis (1992)
 
Ash vs. Evil Dead (2015-2018)
 

Filmkritik: „Chuckys Baby“ (2004)

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CHUCKYS BABY

(SEED OF CHUCKY)

Story

 
 
 
In „Chucky und seine Braut“ schon angedeutet, ist es bei „Chuckys Baby“ nun so weit. Die ikonische Killerpuppe bekommt Nachwuchs, denkt aber gar nicht daran nun als gutes Vorbild zu fungieren.

 
 
 


 
 
 

CHUCKYS BABY – Kritik

 
 
Abgesehen von der riesigen Reihe „Puppet Master“, gibt es wohl keine langlebigere Puppenhorror-Reihe, als „Chucky“. Das fing 1988 noch recht ernst, als düsterer Horrorfilm an und selbst wenn das Original mittlerweile etwas angestaubt ist, ist es für Fans noch immer brauchbar. Danach wurden schnell zwei Fortsetzungen hinterher geschmissen und dabei wurden die Komödien-Anteile von Teil zu Teil erhöht. Seinen Höhepunkt fand das 1997 in „Chucky und seine Braut“, einer reinen Horrorkomödie, die der Reihe neues Leben einhauchen konnte. Weitere sieben Jahre sollten vergehen, bis es zu „Chuckys Baby“ kommen sollte und dieser setzt den vorher eingeschlagenen Weg konsequent fort.
 
 
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Schon im letzten Teil wurde es angedeutet, jetzt ist es so weit: Chucky und Tiffany haben ein Baby gezeugt. Allerdings sind die beiden mordlustigen Puppen nicht mehr am leben. Ihr Baby sorgt jedoch dafür, dass sie bald wieder morden können. Dafür nisten sich Chucky und Tiffany bei der Schauspielerin Jennifer Tilly ein, die gerade erst eine Rolle für einen neuen Chucky-Film angenommen hat und eine Beziehung mit dem Regisseur eingeht. Der Plan ist simpel: Die beiden Puppen wollen in die Körper der beiden Menschen. Nebenbei gilt es jedoch auch Elternpflichten zu übernehmen. Die Meta-Ebene in „Chuckys Baby“ ist enorm. Das sieht man schon daran, dass sich die Darsteller selbst spielen. Dieses Drehbuch, welches natürlich erneut von Don Mancini stammt, ist sehr verspielt, bietet dem Fan allerdings auch nicht mehr unbedingt die Zutaten, die man zuvor von „Chucky“ gewohnt war. Trotzdem hatte Mancini einige abgefahrene Ideen und verpackt diese ziemlich kreativ. Alleine die Sache mit dem Baby ohne Geschlecht ist amüsant. Es gibt zudem einige Anspielungen auf andere Filme und somit bietet diese Handlung genügend Spaß.
 
 
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Den sollte man auch erwarten, denn selbst wenn die Komödien-Anteile von Teil zu Teil größer wurden, war doch immer noch Horror vorhanden. Dies ändert sich mit „Chuckys Baby“ komplett, denn der Film stellt eigentlich eine reine schwarze Komödie dar, die zudem reichlich grotesk daherkommt. Das ist alles ganz schön verrückt, hysterisch und durchgeknallt. Leider wird es zuweilen auch mal arg albern, weshalb der Humor definitiv nicht jedem zusagen dürfte. Einige Gags sind echt lustig, manche überspannen den Bogen dann allerdings auch. Fakt ist trotzdem, dass Mancini die Reihe hier mehr oder weniger neu erfunden hat. Er übernahm zum ersten Mal auch selbst die Regie und aus handwerklicher Sicht kann man dem Werk kaum Vorwürfe machen. Wenn die Puppen animiert sind, sieht das nicht ganz so toll aus, doch ansonsten kommen Chucky und Tiffany so daher, wie man es sehen will und werden durch noch eine neue Puppe ergänzt. Die Inszenierung erfüllt ihren Zweck, aber ein paar Horror-Elemente wären für die Abwechslung dennoch gut gewesen. Der groteske Anteil strapaziert nämlich manchmal etwas die Nerven.
 
 
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Die Darsteller passen sich diesem Niveau an und betreiben überwiegend Overacting. Eigentlich hätte „Chuckys Baby“ in diesem Bereich nicht sonderlich viel zu bieten, wäre da nicht Jennifer Tilly, die zuvor Tiffany ihre Stimme lieh, das weiterhin macht, aber nun auch als Darstellerin zu sehen ist und sich selbst spielt. Dabei ist sich Tilly nicht zu schade schön selbstironisch zu agieren und das macht sie einfach köstlich. Der Rapper Redman spielt sich ebenfalls selbst und kann nur bedingt überzeugen. Ansonsten lieh natürlich erneut Brad Dourif im Originalton Chucky seine Stimme. Es gibt noch ein paar ganz nette Gastauftritte wie etwa von John Waters. Ansonsten wird einem schauspielerisch nicht besonders viel geboten, doch das Hauptaugenmerk liegt ja sowieso auf den Puppen. Diese agieren so, wie man das gewohnt ist und Chucky darf einen bösartigen Spruch nach dem anderen heraushauen. Auch die neue Puppe Glen(da) erfüllt ihren Zweck vollkommen. Dass sich viele Schauspieler selbst spielen, sorgt nebenbei für den ein oder anderen netten Seitenhieb auf Hollywood. Für eine tiefgründige Figurenzeichnung ist da selbstverständlich kein Platz.
 
 
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Über den Unterhaltungswert kann man sich dann überhaupt nicht beklagen, denn in „Chuckys Baby“ ist ständig etwas los. Die Geschichte wird schnell vorangetrieben und legt niemals Pausen ein. Das Treiben ist zwar überhaupt nicht spannend, legt den Fokus aber ja sowieso viel mehr auf Humor und deshalb ist das nicht schlimm. An Action mangelt es definitiv nicht und an Gewalt ebenso wenig. Obwohl der Splattergehalt nie größer war, ist die deutsche Freigabe ab 16 Jahren trotzdem gerechtfertigt, denn die Effekte sind völlig over the top. Da fließt literweise Blut und realistisch wirkt daran überhaupt nichts. Schön ist, dass die meisten Effekte von Hand stammen und da verzeiht man es auch gerne, dass nicht alles optimal aussieht. Nach 86 Minuten Laufzeit ist der Spaß dann schon zu Ende und Längen sind da eigentlich keine zu verbuchen.
Score und Soundtrack erfüllen ihren Zweck und sind passend ausgefallen.
 
 
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CHUCKYS BABY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Chuckys Baby“ ist purer Nonsens und gibt sich völlig als Groteske. Wer hier noch nach Horror sucht, wird definitiv nicht fündig. Wer hingegen schwarzen Humor haben will und es verkraften kann, dass es manchmal sehr albern wird, befindet sich an der richtigen Adresse. Die Handlung ist zwar relativ simpel, wird aber durch viel Einfallsreichtum aufgewertet und der ganze Meta-Humor ist ebenfalls gelungen. Am Ende steht und fällt „Chuckys Baby“ mit dem Humor des Zuschauers, denn Geschmackssache ist diese neue Herangehensweise schon. Da jedoch einige Treffer bei den Gags vorhanden sind, es schön splatterig wird und Chucky einfach Spaß macht, überwiegen doch die positiven Seiten. Gute Darsteller braucht es da nicht zwangsläufig, aber der Film hat immerhin eine tolle Jennifer Tilly zu bieten. Die Inszenierung sitzt und der Unterhaltungswert ist teilweise schon sehr gut. Nicht jeder wird das gut finden, aber die Neuausrichtung funktioniert überraschend gut und wer die Reihe danach weiterhin verfolgte, weiß ja auch, dass es noch mal ernster werden sollte!
 
 


 
 
 

CHUCKYS BABY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Chuckys Baby“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Das betrifft die R-Rated-Fassung (Kinoversion) ebenso wie die Unrated-Fassung genannter Slasher-Komödie. Letztere wurde erst 16 Jahre nach Veröffentlichung der R-Rated-Fassung synchronisiert und im Zuge der HD-Premiere auf den deutschen Markt gebracht. Die Unrated-Fassung beinhaltet nicht mehr Gewalt. Stattdessen gibt es einige Dialogszenen mehr zu begutachten.
 
 
 


 
 
 

CHUCKYS BABY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Seed of Chucky; Großbritannien | Rumänien | USA 2004

Genre: Horror, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Unrated-Fassung (HD, 87:15 Min.), R-Rated-Fassung (HD, 86:22 Min.), Nur für die Ratedfassung: Audiokommentar mit Regisseur Don Mancini und Schauspielerin Jennifer Tilly, „Hell-iday“ – Das Familienalbum (3:25 Min.), Making of „Chuckys Baby“ (18:44 Min.), Interview mit den „Chucky-Stars“ (4:25 Min.)

Release-Termin: KeepCase: 02.09.2021

 

Chuckys Baby [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

CHUCKYS BABY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Constantin Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Chucky 2 – Die Mörderpuppe ist wieder da (1990)
 
Chucky 3 (1991)
 
Chucky und seine Braut (1998)
 
Curse of Chucky (2013)
 
Cult of Chucky (2017)
 

Filmkritik: „Sharknado 6: The Last One“ (2018)

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SHARKNADO 6: THE LAST ONE

(THE LAST SHARKNADO: IT’S ABOUT TIME)

Story

 
 
 
Im letzten Teil der legendären „Sharknado“-Reihe geht es um nichts Geringeres, als Zeitreisen. Fin und seine Leute versuchen nämlich alle vergangenen Sharknados aufzuhalten.

 
 
 


 
 
 

SHARKNADO 6 – Kritik

 
 
2013 gelang dem Fernsehsender Syfy eine kleine Sensation. „Sharknado“ lief dermaßen erfolgreich, dass er sogar kurzzeitig in die Kinos kam. Eine Produktion der Trash-Schmiede „The Asylum“ im Kino – Das hätte wahrscheinlich niemals jemand erwartet. Das Interesse des Publikums war so groß, dass es zu zahlreichen Fortsetzungen kam. Doch mit dem letzten Teil „Sharknado 5“ gingen die Einschaltquoten zurück und ein Ende war somit so langsam abzusehen. Eigentlich muss man darüber froh sein, denn wer weiß, wie lange das sonst noch weiter gegangen wäre. Man muss allerdings auch so fair sein und sagen, dass die Reihe, abgesehen vom schwachen, vierten Teil, stets eine gewisse Durchschnitts-Qualität hielt. „Sharknado 6“ stellt nun das endgültige Finale der Reihe dar und das hat man gut genutzt, denn es geht doch reichlich unterhaltsam zur Sache.
 
 
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Am Ende des letzten Teils gelangte Fin weit in die Zukunft, denn sein Sohn hatte eine Zeitreisemaschine gebaut. „Sharknado 6: The Last One“ beginnt allerdings weit in der Vergangenheit bei den Dinosauriern. Hier soll Fin den allerersten Sharknado verhindern und dabei trifft er auf längst totgeglaubte, alte Freunde. Der Einsatz misslingt jedoch und so reisen die Freunde quer durch die Zeit, um allerlei Sharknados zu bekämpfen. Scotty Mullen, der als Drehbuchautor vorhanden blieb, konnte sich da echt austoben. Die Geschichte ist natürlich mal wieder absoluter Quatsch und könnte so auch dem Hirn eines kleinen, abenteuerlustigen Jungen entspringen, aber man kann nicht behaupten, dass nicht zahlreiche, kreative Ideen vorhanden waren. Die Sache mit der Zeitreise wurde gut genutzt und so kann man dem ganzen Humbug abermals die Krone aufsetzen. Dabei geht es auch sehr abwechslungsreich zur Sache, denn was bei den Dinosauriern startet, geht über zu Merlin, zum Unabhängigkeitskrieg, es geht in den Wilden Westen und dann wieder ab in die Zukunft. Da ist so viel los, dass man sich über Logik keine Gedanken zu machen braucht.
 
 
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Tempo war stets ein Markenzeichen der Reihe und so legt auch „Sharknado 6: The Last One“ sofort los. Wenn es ab zu den Dinosauriern geht, ist „The Asylum“ mit den miesen Effekten natürlich voll in seinem Element. Allerdings kann man nicht sagen, dass der Film lieblos gestaltet wurde, denn die verschiedenen Zeitepochen hat man doch ganz nett bebildert. Regisseur Anthony C. Ferrante, der ausnahmslos bei jedem Teil Regie führte, inszeniert das wie gewohnt. Teilweise ist das ganz bewusst billig gemacht und so verschleiert man auch keine Filmfehler, aber einen gewissen Aufwand kann man dennoch erkennen und längst nicht jeder Effekt sieht so mies aus, wie er das hätte tun können. Aus handwerklicher Sicht kennt man da gerade von „The Asylum“ wirklich viel Schlimmeres, aber da die Reihe so erfolgreich war, stand natürlich auch stets etwas mehr Budget zur Verfügung. Gesplattert wird übrigens nicht mehr so viel, aber das fällt bei dem ganzen Getummel sowieso kaum auf.
 
 
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„Sharknado 6“ ist nämlich noch deutlich mehr Fantasy, als alle vorherigen Teile zusammen. Die Atmosphäre lässt sich schon nahezu als abenteuerlich bezeichnen. Mit echtem Horror hatte das gewiss niemals etwas zu tun, aber die Stimmung vom Finale ist doch deutlich anders, wirkt fast schon familientauglich. An Anspielungen auf berühmte Filme mangelt es natürlich wieder nicht und die Laufzeit wurde mit gerade mal 82 Minuten erfreulich gering gehalten. Da man sich in verschiedene Zeiten begibt und in jeder stets mit den Haien kämpft, ist für einen Leerlauf so kaum Platz. Selbst wenn sich das Konzept mal wieder relativ früh abnutzt, gibt es dieses Mal so viel Abwechslung, dass es nicht langweilig wird. Damit hat der Abschluss den meisten anderen Teilen gegenüber einen erheblichen Vorteil. Sogar der Humor funktioniert ab und zu mal etwas besser, wobei die meisten Sprüche natürlich peinlich bleiben.
 
 
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Erstaunlich ist, dass „Sharknado 6: The Last One“ nicht mehr so stark auf Cameos setzt und stattdessen lieber viele, bekannte Schauspieler in die Rollen von bekannten Persönlichkeiten steckt. So sehen wir z.B. einen Leslie Jordan als Benjamin Franklin und einen Darrell Hammond als George Washington. Dabei lässt man auch so manch eine bekannte Figur aus den Vorgängern erneut auftauchen. So verkörpert Cassie Scerbo wieder die Nova, es gibt ein Wiedersehen mit Vivica A. Fox und auch ein Gary Busey taucht am Ende kurz auf. Sogar John Heard lässt man kurz wieder auferleben. Schade ist nur, dass man Rollen von z.B. David Hasselhoff für das Finale nicht noch mal zurückgeholt hat. Die Hauptrolle verkörpert aber natürlich sowieso wieder Ian Ziering, der das über sechs Teile hinweg immer mit einer gewissen Motivation getan hat und von dem diese Reihe stets profitieren konnte. Tara Reid gehört selbstverständlich ebenfalls mit dazu, nervt jedoch mittlerweile eher. Da ist es schon ganz gut, dass sie, abgesehen vom Finale, keine so große Rolle bekommen hat. Am Ende wird die Figurenzeichnung hier auch gelungen abgeschlossen und das sind vielleicht keine Charaktere für die Ewigkeit, aber ein paar der Figuren besitzen schon ihren gewissen Wiedererkennungswert.
 
 
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SHARKNADO 6 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Sharknado 6: The Last One“ gehört zu den besten Teilen der Reihe, weil er einfach schön verspielt und kurzweilig ist. Aus der bescheuerten Grundidee wird hier das Maximum an weiteren, bescheuerten Einfällen herausgeholt. Dabei wird die Geschichte ordentlich abgeschlossen und die Sache mit den Zeitreisen sorgt für viel Abwechslung. Die Darsteller agieren solide und es ist schön, dass man ein paar bekannte Gesichter zusammengetrommelt hat, wobei hier auch noch deutlich mehr drin gewesen wäre. Der Rest ist wie gewohnt: Billige CGI-Effekte treffen auf hohes Tempo. Dämliche Sprüche treffen auf jede menge Hai-Action. Wer das bisher mochte, bekommt genau das Programm, was er wohl erwartet, wobei es gerne etwas blutiger zur Sache hätte gehen dürfen. Wer das bisher nicht mochte, wird auch diesen Teil nicht verstehen können. Abschließend sei gesagt, dass „Sharknado“ insgesamt zwar sehr kalkulierter Trash war, dabei teilweise jedoch erstaunlich gut funktionierte und mit „Sharknado 6“ ein würdiges Finale findet!
 
 


 
 
 

SHARKNADO 6 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Sharknado 6: The Last One“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SHARKNADO 6 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray + DVD im Steelbook – auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Last Sharknado: It’s About Time; USA 2018

Genre: Horror, Action, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Steelbook

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: Steelbook: 20.08.2021

 

Sharknado 6: The Last One [Blu-ray + DVD im Steelbook] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SHARKNADO 6 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sharknado – Genug gesagt! (2013)
 
Sharknado 2 (2014)
 
Sharknado 3: Oh Hell No! (2015)
 
Sharknado 4: The 4th Awakens (2016)
 
Sharknado 5: Global Swarming (2017)
 

Filmkritik: „Sharknado 5: Global Swarming“ (2017)

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SHARKNADO 5: GLOBAL SWARMING

Story

 
 
 
Das Problem der Sharknados wurde noch immer nicht gelöst und wird nun auch global. Die ganze Welt steht vor dem Abgrund. Gelingt es Fin sie zu retten?

 
 
 


 
 
 

SHARKNADO 5 – Kritik

 
 
Während Fans der „Sharknado“-Reihe (ja, die gibt es tatsächlich!) sich wahrscheinlich über jeden neuen Teil erfreuten oder dies noch immer tun, werden alle anderen nur weiter den Kopf schütteln und sich fragen, wann das mal ein Ende hat. Eine berechtigte Frage, denn „Global Swarming“ stellt nun bereits den fünften Teil der Reihe dar und dass es die absurde Grundidee mal auf eine solch stolze Zahl bringen würde, konnte ein paar Jahre zuvor niemand ahnen. Mit dem vierten Teil machten sich allerdings verstärkt Abnutzungserscheinungen bemerkbar und wenn man diese Kuh noch weiter melken wollte, musste man sich etwas einfallen lassen. Gesagt, getan! „Sharknado 5“ kommt wieder etwas frischer daher, kann es jedoch nicht verbergen, dass hier einfach ein kalkuliertes Werk vorliegt.
 
 
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In Stonehenge findet Nova den Ursprung der Sharknados, welcher viel älter ist, als gedacht. Dabei wird allerdings sofort ein neuer, noch viel mächtigerer Sharknado frei gesetzt und dieser ist dieses Mal global. Als dann auch noch Gil, der jüngste Sohn von Fin, in einen Sharknado gezogen wird, beginnt eine Reise um die ganze Welt. Nebenbei muss diese natürlich auch noch gerettet werden. Tatsächlich hat sich mal etwas bei den Machern geändert, denn Thunder Levin, der zuvor stets für das Drehbuch verantwortlich war, gibt seinen Posten an Scotty Mullen ab und eine Veränderung ist definitiv angebracht. Man hatte zuvor bereits dermaßen viele bekloppte Ideen verwurstet, dass es von Teil zu Teil schwieriger wurde, dem noch einen draufzusetzen. Eines sei versprochen: „Global Swarming“ gelingt es tatsächlich den Nonsens nochmals zu toppen, nur hat man sich als Zuschauer eben zu sehr an diesen Quatsch gewöhnt. Den Ursprung der Sharknados zu erforschen und dabei mächtig einen auf „Indiana Jones“ zu machen, ist gar keine schlechte Idee und insgesamt können sich ein paar Einfälle schon sehen lassen. Zu abgenutzt, ist die Prämisse mittlerweile aber trotzdem und daran wird sich wohl auch nichts mehr ändern.
 
 
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Viele Worte über den Rest zu verlieren, erübrigt sich eigentlich, wenn man bereits vier Teile davon kritisiert hat, gehört zu einer Besprechung aber nun mal dazu. An der Regie hat sich nichts verändert und Anthony C. Ferrante bleibt der Reihe treu. Die Inszenierung unterscheidet sich von den Vorgängern kaum und setzt zum Glück erneut voll auf Tempo. Es dauert zwar ganze 20 Minuten, bis man einen schick gestalteten Vorspann zu sehen bekommt, aber auf der Stelle tritt „Sharknado 5“ niemals. Das ist ständig in Bewegung, besitzt viele verschiedene Schauplätze und da es so rasant ist, bemerkt man die schlechten Szenen auch gar nicht so sehr. Das ist gut so, denn es gibt davon eigentlich jede Menge. Für die einen ist das Trash zum Hirnausschalten für die anderen nur kalkulierter Möchtegern-Trash. Jeder hat da seine eigene Meinung, aber die Atmosphäre ist zuweilen dermaßen durchgeknallt, dass das Treiben teilweise schon Spaß macht. Zudem wird das Ganze von einem guten Soundtrack begleitet, der Laune macht.
 
 
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Trotzdem ist der Unterhaltungswert nur durchschnittlich, denn was anfangs noch amüsant-turbulent erscheint, nutzt sich im Laufe der Zeit eben auch schnell ab. Eigentlich hätte schon nach der Hälfte der Laufzeit wieder Schluss sein dürfen, aber „Global Swarming“ läuft eben, wie alle anderen Teile auch, ca. 90 Minuten lang und obwohl man das Tempo stets hält, ist der Zuschauer irgendwann übersättigt. Übersättigt vor allen Dingen vom Humor, der selten mal treffsicher ist und meistens einfach nur peinlich erscheint. Das soll so schlecht sein, wirkt dadurch aber auch kalkuliert und das büßt an Charme ein. An die mittelprächtigen Effekte (die für „The Asylum“ Verhältnisse trotzdem gut aussehen) hat man sich mittlerweile ebenfalls gewöhnt. Ob da nun viel gesplattert wird (was der Fall ist) oder nicht, spielt aufgrund der künstlichen Effekte sowieso kaum eine Rolle.
 
 
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Bleiben wie immer die Darsteller und die bekannten Cameos. Ian Ziering zieht das weiterhin erstaunlich motiviert durch, während man sich an Tara Reid so langsam satt gesehen hat. Cassie Scerbo ist noch ganz passabel und der Rest besteht dann eigentlich aus zahlreichen Gastauftritten, die mal mehr und mal weniger gelungen eingebaut wurden. Da es zeitweise auch nach Deutschland geht, gibt es z.B. (zum zweiten Mal) Oliver Kalkofe und Peter Rütten zu sehen. Aber auch Persönlichkeiten wie Olli Schulz, Bela B., Oliver Welke und Dieter Nuhr tauchen mal auf. Das geht teilweise so schnell, dass man es fast nicht mitbekommt. An neuen, richtig bekannten Schauspielern hat man dieses Mal allerdings etwas gespart. Dolph Lundgren schaut zwar kurz vorbei, aber da hatten die Vorgänger manchmal mehr zu bieten. Chris Kattan weiß jedoch zu gefallen und teilweise machen die anderen Gastauftritte ebenfalls Spaß. Die Figurenzeichnung bleibt so schlicht, wie das immer der Fall war und trotzdem bleibt eine gewisse Kontinuität vorhanden, was auch weiterhin von Vorteil ist. Ansonsten könnte der Zuschauer mit dieser schablonenhaften Zeichnung nämlich sicherlich noch weniger anfangen.
 
 


 
 
 

SHARKNADO 5 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Sharknado 5: Global Swarming“ setzt den befürchteten Abwärtstrend tatsächlich nicht fort und kommt wieder etwas besser daher, als der vierte Teil. Damit war nicht unbedingt zu rechnen, aber so richtig begeistern, mag das Resultat ebenfalls nicht, denn dafür wirkt alles zu kalkuliert. Die Story setzt in Sachen Quatsch neue Maßstäbe und besitzt durchaus ein paar nette Einfälle. Das ungemein hohe Tempo nutzt sich allerdings schnell ab und der Zuschauer ist nach der ersten Hälfte eigentlich schon satt, weshalb es trotzdem zu Längen kommt. Handwerklich ist das wie immer möglichst billig, aber eben doch mit etwas Qualität umgesetzt und der Rest besteht aus den gewohnten Cameo-Auftritten, die teilweise gut und teilweise sehr lieblos eingesetzt wurden. Wer damit bisher etwas anfangen konnte, wird sich beim fünften Teil der Reihe ganz wohl fühlen, alle anderen sind sowieso längst ausgestiegen!
 
 


 
 
 

SHARKNADO 5 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Sharknado 5: Global Swarming“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SHARKNADO 5 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray + DVD im Steelbook – auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sharknado 5: Global Swarming; USA 2017

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Steelbook

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: Steelbook: 23.07.2021

 

Sharknado 5: Global Swarming [Blu-ray + DVD im Steelbook] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SHARKNADO 5 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sharknado – Genug gesagt! (2013)
 
Sharknado 2 (2014)
 
Sharknado 3: Oh Hell No! (2015)
 
Sharknado 4: The 4th Awakens (2016)