Filmkritik: „Quiet Comes the Dawn“ (2019)

quiet-comes-the-dawn-2019-poster
 
 
 

QUIET COMES THE DAWN

(RASSVET)

Story

 
 
 

Neues Gruselfutter von den Produzenten des russischen Gruselstreifens THE BRIDE. Eine junge Frau erlebt in ihren Träumen den Albtraum auf Erden.

 
 
 


 
 
 

QUIET COMES THE DAWN – Kritik

 
 
 
Träume sind etwas Wunderbares – zumindest wenn man nicht gerade Protagonist in einem Horrorschocker ist. Dort verwandeln sich Träume nämlich schnell mal in Albträume und bringen die Helden jener Filme direkt in Teufels Küche. Bestes Beispiel: die Horror-Reihe rund um Traumdämon FREDDY KRUEGER. Letzterer fand einen kreativen Weg, um Schaden anrichten zu können. Statt aus der Hölle, dem Jenseits oder Parallelwelten Unruhe zu stiften, entpuppte sich der von WES CRAVEN erschaffene Bösewichte als erfinderischer Schurke. Der suchte seine Opfer in deren Träumen heim und machte sie dort einen Kopf kürzer. Auf so eine Idee muss man als Serienkiller erst einmal kommen.
 
 
quiet-comes-the-dawn-2019-bild-1
 
 
Das ist offenbar Stoff, der auch in Russland gefällt. QUIET COMES THE DAWN (Originaltitel: RASSVET) ist nämlich bei näherer Betrachtung ein weiterer, nicht unbedingt guter Aufgruß des beliebten Kultfilms A NIGHTMARE ON ELM STREET – nur ohne Pizzagesicht FREDDY KRUEGER. Darin geht es um die Geschwister Sveta und Anton, die früh die Mutter bei einem Autounfall verloren haben. Ein tragischer Schicksalsschlag, der sich bald wiederholt. An Svetas Geburtstag nimmt sich der geliebte Bruder ganz unerwartet das Leben und springt aus dem Fenster. Offenbar litt Anton unter schrecklichen Albträumen, die bald auch Sveta plagen. Steckt dahinter etwa ein Schema? Das will die junge Frau herausfinden. In einem Institut forscht man zum Thema Schlaf und schlägt der Leidgeplagten vor, an einer kollektiven Schlaftherapie teilzunehmen. Hierbei werden alle Probanten in einem gemeinschaftlichen, bewussten Traum versetzt und irren bald durch eine unheimliche Traumwelt, wo Ängste bittere Realität werden.
 
 
quiet-comes-the-dawn-2019-bild-2
 
 
Außen hui, innen pfui. QUIET COMES THE DAWN schielt gut und gerne mal nach Amerika, wo ästhetische Horrorfilme am Fließband produziert werden. Demnach schaut diese russische Produktion alles andere – nur nicht russisch aus. Zu aalglatten Bildern gesellen sich attraktive Jungdarsteller, die durch teils schaurig ausgeleuchtete Flure schleichen und so für laute Schockmomente sorgen. Alles gut und schön. Nur wo hat sich die Story versteckt? QUIET COMES THE DAWN ist ein undurchsichtiger Wirrwarr an Ideen, die haltlos einandergekleistert wurden und kaum Sinn ergeben wollen. Die Handlung kommt nicht richtig in Schwung und je näher sich der Gruseltrip dem Ende nähert, umso konfuser werden die Geschehnisse. Da werden Protagonisten hypnotisiert und durchleben zusammen einen gemeinsamen Traum. Weil das zu unspektakulär zu sein scheint, wird von Verwirrungstaktik Gebrauch gemacht. Die Folge: Realität und Traumwelt verschmelzen. Ist das, was gerade passiert real oder befinden sich die Protagonisten immer in der Welt der Träume. Eine berechtigte Frage, denn je näher sich QUIET COMES THE DAWN der Zielgerade nähert, umso undurchsichtiger wird diese russische Produktion. Da bleiben ratlose Gesichter zurück, zumal Rechteinhaber EUROVIDEO MEDIEN kein aufschlussreiches Bonusmaterial mit auf die deutsche Heimkinoveröffentlichung gepackt hat. Demnach muss auf klärende Audiokommentare oder einleuchtende Making-ofs verzichtet werden. Die hätten möglicherweise Licht ins Dunkel bringen können.
 
 
quiet-comes-the-dawn-2019-bild-3
 
 


 
 
 

QUIET COMES THE DAWN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärisches Verwirrspiel zwischen Traum und Wirklichkeit. QUIET COMES THE DAWN punktet in Sachen Atmosphäre. Ein unverzichtbares Element, auf das man in Horrorfilmen nicht verzichten kann. Was aber bitter aufstößt, ist die uninteressant aufbereitete Geschichte. Verschiedene Probanten einer Schlaftherapie werden in Schlaf versetzt und befinden sich gemeinsam in einem gleichen Traum. Dort werden sie mit ihren Ängsten konfrontiert und sogar von einem Dämon mit brennendem Gesicht verfolgt. Als wäre das nicht alles schon reißerisch genug, kommt auch noch eine Sekte ins Spiel. Klingt eigentlich nach spannender Genre-Ware. Wie das aber alles an den Zuschauer gebracht wurde, ist quälend langweilig und dazu noch wirr. Daher bleibt nur zu erwähnen, dass es bessere Filme über unheimliche Träume gibt. A NIGHTMARE ON ELM STREET, THE DROWNSMAN und DREAM DEMON gehören dazu – um nur einige zu nennen.
 
 
 


 
 
 

QUIET COMES THE DAWN – Zensur

 
 
 
QUIET COMES THE DAWN hat kaum Gewalt zu bieten. Hier regiert eher der psychologische Horror. Demzufolge hat der Streifen in Deutschland auch eine FSK16 erhalten. Die Filmfassung auf Blu-ray und DVD ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

QUIET COMES THE DAWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
quiet-comes-the-dawn-2019-bluray

(c) Eurovideo Medien (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rassvet; Russland 2019

Genre: Horror, Thriller, Mystery, Grusel

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Russisch (DTS-HD MA 5.1)

Untertitel: Keine

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 30.01.2020

 

Quiet comes the Dawn [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 
 


 
 

QUIET COMES THE DAWN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dream Demon – Der Traumdämon (1980)
 
Nightmare – Mörderische Träume (1984)
 
Nightmare II – Die Rache (1985)
 
Nightmare – Schlaf nicht ein! (2017)
 

Filmkritik: „Belzebuth“ (2017)

bulzebuth-2017-poster
 
 
 

BELZEBUTH

Story

 
 
 

Eine Reihe schrecklicher Morde an Kindern bringt einen Special Agent an seine Grenzen.

 
 
 


 
 
 

BELZEBUTH – Kritik

 
 
 
Wenn der Name von Schauspieler TOBIN BELL auf einem Filmplakat zu lesen ist, läuten bei Filmkennern die Alarmglocken. Das muss heftige Filmunterhaltung werden, die sich vor allem durch eines auszeichnet: Gewalt. Der Darsteller hat sich nämlich seit den 2000ern mit der Rolle als JIGSAW in der brutalen SAW-Filmreihe ein Denkmal gesetzt. Seither wird er ausschließlich mit diesen Horrorschockern in Verbindung gebracht. Dabei wird völlig vergessen, dass der Amerikaner in den 1980ern und 1990ern ganz andere Filme gemacht hat, die hochkarätig besetzt waren. Darunter Hollywood-Produktionen wie DIE FIRMA oder GOOD FELLAS. Leider wird Bell gleiches Schicksal zuteil, wie vielen Schauspielern zuvor, die zu oft in derselben Rolle zu sehen waren. Es gelingt nicht mehr aus dem Kreislauf auszubrechen und Angebote für seriöse Filme anderer Genres zu erhalten. Deshalb muss man nehmen, was kommt. Für Bell bedeutet das: neue SAW-Fortsetzungen oder Auftritte in günstigen Horrorproduktionen. Daher folgt nun nach SAW, DARK HOUSE und THE SANDMAN ein weiterer Horrorfilm. Der nennt sich BELZEBUTH, entstand in Mexiko und ist gar nicht übel. Offenbar sah das auch der amerikanische Streaminganbieter SHUDDER so und krallte sich gleich die Rechte des Thrillers.
 
 
bulzebuth-2017-bild-1
 
 
Special Agent Emanuel Ritter ist mit seinem Leben rundum zufrieden. Die Arbeit bei der Polizei ist interessant und auch privat läuft es perfekt. Da kommt es plötzlich zu einer grausamen Mordserie an der Grenze zwischen den USA und Mexiko, die selbst dem erfahrenen Gesetzeshüter an die Nieren gehen. Bei den Opfern handelt es sich nämlich um Kinder, die auf schreckliche Art ihr Leben lassen müssen. Darunter der eigene Nachwuchs des Polizeibeamten. Doch wer ist nur zu solchen Taten fähig? Offenbar übernatürliche Mächte. Das zumindest behauptet ein Vertreter des Vatikans, der in den Morden die Handschrift des alttestamentarischen heidnischen Dämons Beelzebub sieht. Ist da was Wahres dran? Man macht bald gemeinsame Sache und kommt so einem Strippenzieher auf die Spur, der mit allen Wassern gewaschen ist.
 
 
bulzebuth-2017-bild-2
 
 
Wie gewinnt man Horrorfilmzuschauer? Natürlich mit Schockwirkung. So beginnt BELZEBUTH direkt mit schrecklichen Szenen, die sich ins Gedächtnis einbrennen und das Kopfkino aktivieren. Wir sehen, wie eine Krankenschwester unzählige Säuglinge einer Geburtenstation abschlachtet. Außer ein paar Blutspritzern, Geschrei und Chaos ist nichts zu erkennen. Dennoch macht sich ein beklemmendes Angstgefühl breit. Doch das ist noch lange nicht die Spitze des Eisbergs. Es folgen weitere Massaker an unschuldigen Kindern. So sehen wir in einer anderen Szene, wie ein Junge seine Mitschüler in einer Grundschule hinrichtet. Verstörende Gewalt, die in einem weiteren Massenmord gipfelt. Die Putzfrau einer Schwimmhalle handelt von Sinnen. Die schnappt sich diverse Stromkabel und springt in ein Becken planschender Kinder. Gewalt als Mittel zum Selbstzweck. Regisseur EMILIO PORTES weiß wie viel gezeigt werden muss, ohne gleich die Splatterkeule schwingen zu müssen, damit aber trotzdem vor den Kopf stößt. Die Aufmerksamkeit des Publikums ist ihm damit gewiss.
 
 
bulzebuth-2017-bild-3
 
 
In der Tat sitzt man gefesselt vor der Glotze und will wissen, wer für die Taten verantwortlich zeichnet. Terroristen? Ein hasserfüllter Serienkiller? Eine Sekte? Atmosphäre und Spannungsaufbau sind beachtlich. Der Zuschauer folgt einigen Polizisten, die bei ihren Recherchen immer weiter in einen Strudel von Umständen gezogen werden, der sie am Ende in große Gefahr bringt. Der Ton ist rau, die Stimmung düster. Die Hölle allgegenwärtig. Leider kommt BELZEBUTH in der Halbzeit vom rechten Weg ab. Während der Film in der ersten Stunde um Spannung und Atmosphäre bemüht ist, platzen die Geheimnisse sprichwörtlich in der zweiten Hälfte aus ihm heraus. Plumpe Antworten, generische Abläufe, verworrene Handlungsstränge. Regisseur EMILIO PORTES opfert seinen interessanten Genre-Beitrag zugunsten kommerziellen Horrorkinos und verrennt sich zu sehr im totgefilmten Okkult-Fach. Da dürfen Exorzismusszenen ebenso wenig fehlen, wie Dämonengeplapper und plakative Effektemacherei. Die Kamera hält vehement drauf und die anfangs zelebrierte Subtilität mit dem effektiven Kopfkino wird kurzerhand über Bord geworfen. Ärgerlich.
 
 
bulzebuth-2017-bild-4
 
 


 
 
 

BELZEBUTH – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Finchers SIEBEN trifft auf Friedkins DER EXORZIST. Der mexikanische Horrorfilm BELZEBUTH ist eine Granate in Sachen Atmosphäre. Der Zuschauer wird schnell in ein düsteres und ungemütliches Szenario gezerrt, das zum beunruhigendsten gehört, was man in letzter Zeit auf der Mattscheibe hatte. Dabei ganz stark: die erste Hälfte dieses Horrorthrillers. Schreckliche Morde, viele Rätsel und jede Menge Fragen. Dazwischen Kopfkino purr. So hätte es weitergehen können. Regisseur EMILIO PORTES entscheidet sich aber für einen anderen Weg und will lieber konventionell weiter machen. Viel Geschrei, plakative (teils doofe) Effekte und generische Handlungsverläufe sind die Folge. Damit schlittert BELZEBUTH haarscharf am Geheimtipp vorbei. Trotzdem ist BELZEBUTH immer noch ein sehr spannender Horrorfilm mit einem charismatischen TOBIN BELL – diesmal mit übertriebenen Tattooschmuck und langem Bart.
 
 
 


 
 
 

BELZEBUTH – Zensur

 
 
 
Die Gewaltszenen in BELZEBUTH sind heftig. Da werden Kinder ermordet. Wer aber jetzt denkt, dass die Grausamkeiten detailliert zelebriert werden, wird enttäuscht. Die Kamera blendet weg. Meist sieht man nur etwas Blut an Wände oder in Gesichter spritzen. Trotzdem sind die Reaktionen der Beobachter und die Schreie heftig. Weiterhin kommt in der zweiten Filmhälfte etwas Splatter zum Einsatz. Mit etwas Glück dürfte es für BELZEBUTH eine FSK16 geben.
 
 
 


 
 
 

BELZEBUTH – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Videocine / Pastorela Peliculas)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sieben (1995)
 
Speak no Evil (2013)
 
Sinister (2012)
 
Bereavement – In den Händen des Bösen (2010)
 

Filmkritik: „Girl on the Third Floor“ (2019)

girl-on-the-third-floor-2019-poster
 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR

Story

 
 
 

Kleines Heim in idyllischer Lager macht es seinen neuen Bewohnern nicht leicht. Es hat ein Faible für moralische Prüfungen und nimmt die neuen Eigentümer hart in die Mangel.


 
 
 


 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR – Kritik

 
 
 
Was wäre das Horror-Genre nur ohne seine Spukhäuser. Seit Jahrzehnten tummeln sich darin paranormale Quälgeister, die nur ein Ziel haben: den noch lebenden Bewohnern das Leben zur Hölle zu machen. Ob luxuriöses Apartment in der Großstadt, familiengerechte Herberge in familienfreundlicher Gegend oder stattliches Herrenhaus irgendwo auf dem Land – Dämonen und Geister sind nicht wählerisch und nehmen was kommt. Das freut den Zuschauer, der sich vor allem dann besonders die Hände reibt, wenn sogenannte Haunted-House-Horrorfilme auch noch auf wahren Begebenheiten beruhen. So hat beinahe jedes tatsächlich existierende und halbwegs bekannte Spukhaus bereits eine eigene Verfilmung erhalten. Darunter so furchteinflößende Schauerbuden wie die Horror-Behausung im idyllischen Amityville oder das unheimliche Winchester-Haus in San Jose. Letzteres wird sogar heute noch als eines der nennenswertesten Wahrzeichen Kaliforniens gehandelt. Sachen gibts über die kann man nur mit dem Kopf schütteln.
 
 
girl-on-the-third-floor-2019-bild-1
 
 
Nicht minder gruselig, aber leider ohne realen Background ist das Heim im nun vorgestellten GIRL ON THE THIRD FLOOR. Auch dieser Streifen macht es den meisten Spukhausfilmen gleich und klappert die Mehrzahl der gängigen Haunted-House-Klischees ab. Wir sehen: knarzende Türen, unheimliche Schatten und seltsame Erscheinungen. Nichts Neues also von der Gruselhaus-Front. Ungewöhnlich ist hingehend die Besetzung. Wrestler CM Punk hat die Hauptrolle übernommen und meistert seine Aufgabe zu aller Überraschung erstaunlich gut. Der verkörpert im Film den arbeitslosen Don, der in der Vergangenheit nicht immer ehrenhaft gehandelt hat. Doch damit soll nun endlich Schluss sein. Zusammen mit der schwangeren Gattin will der einen Neuanfang starten und bezieht ein Haus in guter Lage, dass er ganz allein beginnt zu renovieren. Bald geht es aber dort nicht mit rechten Dingen zu. Erst läuft Glibber aus Wänden, Steckdosen und Wasserhähnen. Später schaut eine mysteriöse Schönheit vorbei, die dem neuen Eigentümer den Kopf verdreht. Der landet mit der attraktiven Femme fatale im Bett, ohne zu ahnen, dass er damit eine unheimliche Kette von Umständen in Gang tritt, die ihm den Verstand rauben wird.
 
 
girl-on-the-third-floor-2019-bild-4
 
 
GIRL ON THE THIRD FLOOR ist weder Fisch noch Fleisch, weder Rohrkrepierer noch Glücksgriff. Der Grund: alles schon mal irgendwie so ähnlich gesehen. Déjà-vu-Gefühle bleiben da nicht aus. Dennoch sind ein paar gute Ideen vorhanden. So beginnt alles haargenau so wie in jedem Spukhausfilm. Eine kleine Familie mit Hoffnungen wagt einen Neuanfang, bezieht ein Haus und nimmt Warnungen der Nachbarn nicht ernst. Als habe man es kommen gesehen, werden Konflikte innerhalb der Familie geschürt und es kommt zu ersten schaurigen Vorkommnissen. Vorhersehbar und platt. Doch Regisseur Travis Stevens erweitert seine Gruselgeschichte durch nette Einfälle, die so auch hätten einem Film aus der Mache von DAVID CRONENBERG entspringen können. Letzterer machte sich bekanntlich durch Body-Horror in Horrorfan-Kreisen einen Namen. Ähnliche Motive finden auch in GIRL ON THE THIRD FLOOR Verwendung. So führt das Haus selbst im Film ein illustres Eigenleben und wird als lebendes Wesen dargestellt, dessen Lebenssaft in Form von Schleim aus den Wänden fließt. Als wäre das alles nicht schon surreal genug, muss Antiheld Don auch noch feststellen, dass hinter dünnen Wänden Fleisch pulsiert. Verrückt und eklig ist das schon irgendwie.
 
 
girl-on-the-third-floor-2019-bild-2
 
 
Apropos eklig: in Sachen Schauwerte wird einiges geboten. GIRL ON THE THIRD FLOOR hat handgemachte Spezialeffekte zu bieten, die im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehen. Da werden Murmeln zweckentfremdet und wandern plötzlich durch den Körper unseres Hauptdarstellers. Zartbesaitete schauen zu Recht weg – vor allem auch deshalb, weil Filmfigur Don mit spitzem Hilfsmittel versucht, die Glaskugeln wieder loszuwerden. Doch das ist nicht alles. Eine obskure Geister-Gestalt mit deformiertem Körper spukt durch das Anwesen. Die erinnert mehr an SILENT HILL, statt an Haunted-House-Horror – verursacht dennoch Unbehagen. Leider ist die nur eine Randfigur und wird beiläufig erwähnt. Damit geht es ihr wie der gesamten Geschichte. Von allem etwas – aber nicht genug. GIRL ON THE THIRD FLOOR hat gute Ansätze, die aber oft viel zu schnell wieder fallengelassen werden. Anfangs noch um Spannung und Atmosphäre bemüht, lüftet Regisseur TRAVIS STEVENS zu früh das Geheimnis des mysteriösen Anwesens und findet nicht mehr auf den rechten Weg zurück. Da überschlagen sich die Ereignisse und es wird ziemlich wirr. Mehr Geheimniskrämerei wäre angebracht gewesen bevor man die Katze aus dem Sack gelassen hätte. Trotzdem: für eine erste Regiearbeit mit überschaubarem Budget ganz solide.
 
 
girl-on-the-third-floor-2019-bild-3
 
 


 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Moralischer Selbstfindungstrip der schaurigen Sorte. GIRL ON THE THIRD FLOOR ist ein Low-Budget-Spuk, der durch hohen Standard überrascht. Spezialeffekte, Set und Schauspieler sind über jeden Zweifel erhaben. Was leicht übel aufstößt, ist die etwas undurchdachte Geschichte, die sich annähernd wirr über die Zielgerade schleppt. Regisseur TRAVIS STEVENS erzählt hier von einem Haus, das ein Eigenleben führt und seine Bewohner „prüft“. Dass da nicht jeder den Test besteht, dürfte im Horror-Genre nichts ungewöhnliches sein. Übrigens ist TRAVIS STEVENS ein Filmemacher mit Horrorfilm-Erfahrung. Der war bisher als Produzent von Genre-Ware tätig und finanzierte so Streifen wie 68 KILLS, STARRY EYES, AGGRESSION SCALE und WE ARE STILL HERE mit. Letzterer ist auch im Spukhaus-Genre beheimatet und leider aber auch weitaus besser als die erste Regiearbeit von Stevens, der mit GIRL ON THE THIRD FLOOR sein Regiedebüt feiert.
 
 
 


 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR – Zensur

 
 
 
GIRL ON THE THIRD FLOOR ist keine Splattergranate. Trotzdem sind einige Spezialeffekte nicht ganz ohne. So gelangt eine Murmel unter die Haut des Protagonisten und sucht sich ihren Weg nach draußen. Der versucht diese mit einem Teppichmesser loszuwerden. Unblutig ist das nicht. Weiterhin gibt es eklige Flüssigkeiten zu sehen, die aus allen erdenklichen Hausöffnungen austreten. Ein paar schaurige Monster runden den Gruselcocktail ab. Hierzulande passt das alles noch für FSK16.
 
 
 


 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Sky Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Amityville: The Awakening (2017)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
The Remains (2016)
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 
Winchester (2018)
 

Filmkritik: „Here Comes Hell“ (2019)

here-comes-hell-2019-poster
 
 
 

HERE COMES HELL

Story

 
 
 

Stark gespielter Dämonenhorror mit schaurig-kurioser Atmosphäre. Für fünf Bekannte, die sich in einem großen Anwesen treffen, wird die Nacht zum Albtraum, denn als sie versuchen mit der anderen Seite Kontakt aufzunehmen, resultiert daraus dämonischer Besuch.

 
 
 


 
 
 

HERE COMES HELL – Kritik

 
 
 
Wir schreiben das Jahr 2019 und noch immer erfreut sich der Dämonen-Horror großer Beliebtheit. Mit einem Budget von gerade mal ca. 20.000 Pfund hat sich der Newcomer Jack McHenry dann gleich mal an diesem Horror probiert. Liegt ja auch auf der Hand, denn ein großes Budget braucht man bei solchen Filmen nicht unbedingt. Herzblut und Ambitionen sind da viel wichtiger. Beides merkt man „Here Comes Hell“ an und trotzdem will das Resultat nicht so richtig funktionieren, weil zu viel Leerlauf herrscht und der geneigte Horrorfan auch nicht wirklich etwas Neues zu sehen bekommt.
 
 
here-comes-hell-2019-bild-3
 
 
Fünf junge Leute, die allesamt in gewisser Weise miteinander in Verbindung stehen, treffen sich im Anwesen Westwood Manor zusammen, um dort eine Dinner-Party zu zelebrieren. Doch der Gastgeber hat eigentlich andere Pläne. Er will den Vorbesitzer des Anwesens hinaufbeschwören, denn der machte damals wohl Bekanntschaft mit paranormalen Wesen. Sowieso gibt es viele Gerüchte und Legenden über das große Haus und als man dann eine Séance abhält, wird schnell klar, dass an all diesen Gerüchten etwas dran ist. Der ganz normale Dämonenhorror könnte man also sagen. Was „Here Comes Hell“ ein wenig von vielen Genre-Vertretern abhebt, ist die Tatsache, dass er sich in den 1930er Jahren abspielt und man so eine sehr altmodische Stimmung erzeugt. Ansonsten läuft alles nach Schema F ab und die gängigen Klischees fehlen da auch nicht. Am ehesten erinnert das Szenario an „Evil Dead“, nur eben nicht im Wald in einer kleinen Holzhütte, sondern auf dem Land in einem großen Anwesen in älterer Zeit. Leider besitzt das Ganze nur relativ wenig Substanz und besteht nicht gerade aus vielen kreativen Ideen, so dass das Drehbuch, welches ebenfalls Jack McHenry verfasst hat, ein wenig blass bleibt.
 
 
here-comes-hell-2019-bild-1
 
 
Eine gute Entscheidung war es allerdings, „Here Comes Hell“ komplett in Schwarz-Weiss zu drehen. Das verleiht dem Werk schon die ideale Stimmung. Die Schauplätze können sich allgemein sehen lassen und wirken authentisch altmodisch. Dazu gesellt sich noch ein recht klassischer Score, der die Atmosphäre ebenfalls verstärken kann. Man kann Jack McHenry nur dafür loben, was er aus dem schmalen Budget gezaubert hat, denn besonders aus handwerklicher Sicht lässt sich der Film gut anschauen. Das ist ambitioniert gemacht, besitzt verspielte Kamerafahrten und zudem einige Effekte, die für diese Preisklasse überraschend gut aussehen. Für diese zeichnete sich ebenfalls McHenry verantwortlich. Zwar wird leider nicht sonderlich viel gesplattert, aber ein paar blutige Effekte gibt es zu sehen und diese sind solide ausgefallen. Daneben schrumpft noch eine Frau und es tauchen Geistergestalten auf. Das sieht alles nicht phänomenal gut aus, aber man durfte solche Effekte selbst in teureren Filmen schon deutlich schlechter sehen.
 
 
here-comes-hell-2019-bild-2
 
 
Realisiert wurde „Here Comes Hell“ dann mit eigentlich nur sechs Darstellern und man darf von einer solchen Preisklasse sicherlich nicht die besten Leistungen erwarten, doch überraschenderweise machen die Schauspieler ihre Sache gut. Immer mal ist ein wenig Overacting mit im Spiel, doch das wird glaubwürdig gespielt und ist niemals nervig ausgefallen. Sowieso lässt man sich erstaunlich viel Zeit, um die Charaktere einzuführen. Besonders viel Substanz besitzen sie dadurch nicht, aber leicht verschroben und ein wenig eigenartig wirken sie alle. Obwohl man sich so viel Zeit lässt bei der Einführung, kommen leider dennoch keine großen Sympathien auf.
 
 
here-comes-hell-2019-bild-4
 
 
Und das ist das größte Problem von „Here Comes Hell“. Die erste Hälfte ist einfach ziemlich langweilig. Hier lernt man die fünf Charaktere kennen und wie ihre Beziehung zueinander aussieht, doch dieser Teil fällt zu langatmig aus. Bei einer Laufzeit von nur 75 Minuten (mit Abspann) ist es zu viel, wenn die Hälfte über nichts geschieht. Erst danach häufen sich die Dämonen-Attacken so langsam und ehe man sich dann versieht, ist der Film auch schon wieder zu Ende. Die zweite Hälfte ist relativ unterhaltsam und es wird etwas blutiger, so dass hier von Kurzweil gesprochen werden kann. Doch Horrorkomödie kann man das leider nicht wirklich nennen. Abgesehen davon, dass „Here Comes Hell“ niemals besonders ernst wirkt, besitzt er einfach keine Lacher und ist zu selten wirklich amüsant. Gruselig ist das allerdings auch niemals so richtig. So kann man als Fan von solchen Werken zwar mitunter seinen Spaß haben, weil ein paar wenige Einfälle etwas überraschend kommen, aber größtenteils bekommt man nichts geboten, was man nicht schon origineller gesehen hätte.
 
 


 
 
 

HERE COMES HELL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Altmodischer Dämonenhorror trifft auf abgedrehte Komödie. „Here Comes Hell“ ist handwerklich wirklich gut gemacht. Das sehr geringe Budget wurde stark genutzt, denn die Optik überzeugt, die Kulissen wirken authentisch, sogar die Darsteller agieren passend und die recht wenigen Effekte sehen für diese Preisklasse sehr gut aus. Daneben wird zusammen mit einem soliden Score eine leicht schaurige, leicht skurrile Atmosphäre erzeugt, die wirklich schön altmodisch wirkt. Leider gibt die Story aber so gut wie nichts her, es mangelt an kreativen Einfällen, die Figurenzeichnung ist langweilig und die erste Hälfte des Filmes ist deutlich zu langatmig geraten. Wenn am Ende nur eine gute, halbe Stunde Dämonen-Horror herausspringt, ist das zu wenig und lustig will es leider auch kaum werden. Fans des gut gemachten, günstigen Horrorfilms sollten ruhig einen Blick riskieren, doch die Erwartungen sollten nicht zu hoch ausfallen!
 
 
 


 
 
 

HERE COMES HELL – Zensur

 
 
 
„Here Comes Hell“ ist ein liebevoll gestalteter Horrorfilm mit kreativen Effekten alter Schule. Er wurde mittels Kickstarter finanziert und hat einige blutige Schmankerl zu bieten. Man darf von einer ungeschnittenen FSK16 ausgehen. Das deutsche Label INDEED FILM wird den Streifen im Herbst 2019 in Deutschland veröffentlichen.
 
 
 


 
 
 

HERE COMES HELL – Trailer

 
 

 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Trashouse Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tanz der Teufel (1981)
 
Evil Dead (2013)
 
Night of the Demons (1988)
 
Night of the Demons (1994)
 
Ritter der Dämonen (1995)
 

Filmkritik: „Dark Waters“ (1993)

dark-waters-1993-poster
 
 
 

DARK WATERS

(DEAD WATERS | TEMNYE VODY)

Story

 
 
 

Die junge Britin Elisabeth reist auf der Suche nach ihrer Familiengeschichte gen Osteuropa. In einem ukrainischen Kloster hat sie ihre Mutter unter mysteriösen Umständen zur Welt gebracht. Kaum angekommen in diesem immer von schweren Stürmen geplagten Alptraumgemäuer, merkt Elisabeth, dass die Betschwestern nicht nur alle schwer einen an der Murmel haben, sondern auch einer Religion anhängen, die nicht wirklich christlich ist. Etwas altes und im Kloster omnipräsentes wird verehrt und vorm Ausbruch in die Welt der Menschen abgehalten.

 
 
 


 
 
 

DARK WATERS – Kritik

 
 
 
Ein Nonnenfilm ohne Nunsploitation zu sein, ein Italo-Horrorfilm ohne die groben Gore-Eskapaden des späteren Lucio Fulci und dem Genre treu ohne zu kopieren. Es ist wie ein Fluch: Mariano Bainos „Dark Waters“ ist schlicht ein Meisterwerk. Volle Punktzahl in allen Belangen. Böse gesagt ist dem neapolitanischen Regisseur mit seinem Spielfilmdebüt bereits das Magnum Opus gelungen, an dem sich seine weitere Filmographie messen lassen muss; ein zwickmühlenartiges Vergleichen, dem alles, was Baino in den letzten 25 Jahren an Filmen abgeliefert hat, gar nicht standhalten kann. Vielleicht weiß er das aber auch. Nachdem er über eine Spezialversion der amerikanischen Green Card an eine Arbeitserlaubnis gekommen ist, betätigt sich der Italiener nämlich von New York City aus mit einigem Erfolg als Multimedia-Künstler. Das Erschaffen von Spielfilmen ist längst nicht mehr sein primärer Fokus. Ganze drei sind es seit „Dark Waters“, der in seiner Wahlheimat unter dem Titel „Dead Waters“ firmiert, geworden.
 
 
dark-waters-1993-bild-3
 
 
„Dark Waters“ basiert auf einer Kurzgeschichte des Autors Andy Bark. Eine fadenscheinige Information, die nur zum Lückenfüllen in Kritiken dient, ist doch der eigentliche Motor der Story niemand Geringeres als der große H.P. Lovecraft. Selten ist einem Film das Projizieren der literarischen Alleinstellungsmerkmale des womöglich bedeutendsten Horror-Schriftstellers per se so vorzüglich gelungen wie diesem hier. Die Abgelegenheit des Handlungsortes, der Bezug auf das Meer als doch noch weitgehend unerforschte Heimstatt kosmisch-riesenhafter Monstrositäten, die Rolle der Menschen als nichtige, eigentlich nur der eigenen Beruhigung dienende „Wachmannschaft“ und die Verbindung des Protagonisten mit den erlebten Ereignissen. All das könnte direkt aus „Der Schatten über Innsmouth“ oder einer anderen maritimen Schreckensetüde Lovecrafts stammen. „Dark Waters“, dem ersten nach Zusammenbruch der Sowjetunion in der Ukraine gedrehten Film, gelingt hervorragend die karge, in einer undefinierten Vergangenheit steckengebliebene Parallelwelt dieses osteuropäischen Staats für seine Atmosphäre zu benutzen.
 
 
dark-waters-1993-bild-2
 
 
Wo er H.P. Lovecraft für den narrativen Unterbau des Films übernimmt, bedient sich Baino für die Optik bei einigen der besten und beliebtesten Bild-Komponisten der italienischen Kinogeschichte. So erinnert manche Einstellung und Farbwahl an den unerreichten Mario Bava, die eine oder andere verwegene Kamerafahrt an Dario Argento. Bei Erscheinen von „Dark Waters“ zuerst auf den einschlägigen Genrefilm-Festivals, lag es für manch einen Chronisten des Horrorkinos dann auch auf der Hand, Mariano Baino als logische Fortführung des Italo-Horror-Stammbaums zu erachten. Die Frage, was der Mann in einer kinofreundlicheren Epoche noch auf die Reihe bekommen hätte, muss leider im Reich der Hypothesen verpuffen.
 
 
dark-waters-1993-bild-1
 
 


 
 
 

DARK WATERS – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Als die italienische Kinoindustrie völlig im Einer war und man Geld nur noch über das korrupte Fernsehsystem Silvio Berlusconis verdienen konnte, schafft ein unbekannter Filmemacher aus dem Südzipfel des Landes das Unvorstellbare: „Dark Waters“ ist der letzte große Italo-Horrorfilm und ein Glanzstück des Genres an sich. Nebenbei stellt der Film noch eine der akkuratesten Leinwandabbildungen der Ideen H.P. Lovecrafts dar, was auch schon wieder Bonuspunkte sammelt
 
 
 


 
 
 

DARK WATERS – Zensur

 
 
 
„Dark Waters“ wurde bislang nicht in Deutschland veröffentlicht. Die nun erhältliche, deutsch synchronisierte Veröffentlichung ist somit die Erstveröffentlichung des Titels in Deutschland. Der Streifen wurde nicht von der FSK geprüft und ist somit ungeprüft. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DARK WATERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
dark-waters-mediabook-a

(c) WICKED VISION MEDIA (Mediabook – Cover A – auf 333 Stück limitiert)

dark-waters-mediabook-b

(c) WICKED VISION MEDIA (Mediabook – Cover B – auf 444 Stück limitiert)

dark-waters-mediabook-c

(c) WICKED VISION MEDIA (Mediabook – Cover C – auf 333 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dark Waters; Großbritannien | Italien | Russland 1993

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: ungeprüft

Verpackung: Mediabook

Extras: 48-seitiges Booklet mit einem Text und Kurzgeschichte von David Renske sowie einem Text von Michele De Angelis [in Deutsch/Englisch], Audiokommentar mit Regisseur Mariano Baino & Michele De Angelis, Vorwort von Mariano Baino, „Beneath Dark Waters“: Video-Essay von Pelle Felsch, Featurette: „Lovecraft Made Me Do It“, Featurette: „Let There Be Water“, Featurette: „Controlling the Uncontrollable“, Featurette: „Aqua Destruit Ecclesiam“ Featurette: „Alles Lovecrafts Schuld“, Featurette: „The Darkest Water (2019)“, Dokumentation: „Deep into the Dark Waters“, Kurzfilme mit Regie-Kommentar: „Dream Car“ – „Caruncula“ – „Never Ever After“, Making-of: „Never Ever After“, Musik-Video: „Face and the Body“, Promo-Clips 1-4 (2019), Wicked-Promo 2019, Geschnittene Szenen, Silent Bloopers, Vorwort des Regisseurs (2006), Originaltrailer, Deutscher Trailer, Bildergalerien

Release-Termin: 27.05.2019

 

Dark Waters (3-Disc Mediabook) – Cover A ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Dark Waters (3-Disc Mediabook) – Cover B ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Dark Waters (3-Disc Mediabook) – Cover C ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
Bei der erhältlichen Veröffentlichung von WICKED VISION im Mediabook handelt es sich um die deutsche Erstveröffentlichung des Titels. Das Label scheute keine Kosten und ließ den Film 25 Jahre nach der Welturaufführung synchronisieren. Zudem wurde „Dark Waters“ vom Anbieter sogar noch einmal in deutsche Kinos gebracht. Bei „Dark Waters“ handelt es sich um einen der ersten Horrorfilme, die nach dem Mauerfall in der Ukraine gedrehte wurden. Leider wurde dem Streifen hierzulande bisher kaum Beachtung geschenkt. Das ändert sich jetzt. WICKED VISION hat dem Okkult-Thriller eine besondere Veröffentlichung spendiert. Der Film erscheint hierzulande in drei limitierten Mediabooks. Die darin enthaltene Filmfassung ist ungeschnitten und ungeprüft.

 
 
 


 
 
 

DARK WATERS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei WICKED VISION MEDIA)

 
 
Ähnche Filme:
 
Die Teufel (1971)
 
Die Mächte des Wahnsinns (1994)
 

Filmkritik: „Ashes“ (2018)

ashes-2018-poster
 
 
 

ASHES

Story

 
 
 

Nach dem Tod der Tante scheint es im Leben einer großen Familie drunter und drüber zu gehen. Da passieren plötzlich mysteriöse Dinge, die die Angehörigen um den Verstand bringen.

 
 
 


 
 
 

ASHES – Kritik

 
 
 
Der Amerikaner BARRY JAY liebt Horror. Der gründete 1998 ein Fitnessunternehmen, das bis heute weltweit mehrere Filialen besitzt und ordentlich Geld auf das Bankkonto des Geschäftsmanns spült. Ein Segen für den selbsternannten Horrorfilmfan, der schon als Kind eine Leidenschaft fürs Genre entwickelte. Mittlerweile sind Träume Realtität. Durch die Einnahmen kann der erfolgreiche Tausendsassa nämlich sein Hobby finanzieren. Dazu gehören das Schreiben und Produzieren von Horrorfilmen. So entstand bereits Brauchbares. Zuletzt der Fanfilm NEVER HIKE ALONE für den BARRY JAY das Budget beisteuerte und der als liebevolle Hommage an die beliebte FREITAG DER 13.-Filmreihe sogar Preise abstauben konnte. Doch das Finanzieren von Filmen allein reicht dem ambitionierten Cineasten schon lange nicht mehr. Der probiert sich seit einiger Zeit auch im Führen von Regie aus. ASHES gehört zu einer dieser Regiearbeiten, die mehr kann, als das billige Poster verspricht.
 
 
ashes-2018-bild-2
 
 
Eigentlich ist die Familie in ASHES ein ganz heiterer Haufen. Drei Generationen leben hier unter einem Dach, kommen sich aber so gut wie nie in die Quere. Das ändert sich schon bald, denn ein Schicksalsschlag zieht schnell weite Kreise. Tante Marion (MELINDA DEKAY) stirbt ganz unverhofft – doch so keiner ist wirklich traurig darüber. Ganz unbegründet ist das natürlich nicht. Zu Lebzeiten war die alte Frau mit ihren Marotten eher Ballast und mauserte sich schnell zum Gespött der Familie. Umso verständlicher die Tatsache, dass nun keiner weiß, was mit der Asche der Verstorbenen gemacht werden soll. Vergraben will man die Überreste nicht und auch im Haus will sich partout kein Platz dafür finden. Da passieren bald seltsame Dinge. Die Großmutter erleidet einen Schlaganfall, die älteste Tochter verliert das ungeborene Kind und auch Mutter Ellyn leidet unter Albträumen. Da fällt der Verdacht bald auf höhere Mächte. Schnell ist man überzeugt davon, dass sich offenbar die verstorbene Tante aus dem Jenseits für die vielen Schandtaten rächen möchte, die ihr die Familienmitglieder einst angetan haben. Ein Hexenbrett soll die Bestätigung liefern. Doch wie so oft im Horrorfilm kommt alles ganz anders.
 
 
ashes-2018-bild-4
 
 
Eine schrecklich nette Familie. Könnte man meinen, wenn man die ersten 30 Minuten von ASHES verfolgt. Darin bekommt man sympathische und teils durchgeknallte Persönlichkeiten vor die Linse, von denen man meinen könnte sie schon eine Ewigkeit zu kennen. Die sprechen in Interviews über paranormalen Erfahrungen und nehmen die Sache spaßig. Doch denen vergeht schon bald das Lachen. Aus ALLE UNTER EINEM DACH wird plötzlich PARANORMAL ACTIVITY und der Ton ändert sich schlagartig. Was als schwarze Komödie beginnt, entwickelt sich abrupt zum spaßfreien Horrorszenario. Spuk, Besessenheit und jede Menge Tohuwabohu – ASHES gehört wohl zu den eigensinnigsten Horrortrips der aktuellen Saison, weil man einen solch unvorbereiteten Richtungswechsel nicht kommen gesehen hat. Für günstigen Videomarkt-Horror ungewöhnlich experimentell und mutig.
 
 
ashes-2018-bild-1
 
 
Drehbuchautor und Regisseur BARRY JAY holt alles aus dem mageren Budget von knapp $200,000 heraus. Die Schauspieler agieren für eine Low-Budget-Produktion bemerkenswert souverän und auch in Sachen Dramaturgie tut sich was. Aus einer kleinen, beinahe schon trivialen Geschichte entwickelt sich ultimativer Horror, der sich kontinuierlich steigert und in einem lauten Effektgewitter endet. Dabei versucht der Filmemacher Hintergründe möglichst lang zu verschleiern. Was hat es mit den seltsamen Vorkommnissen auf sich? Gibt es plausible Erklärungen oder steckt hinter dem ganzen Gruselschabernack vielleicht doch eine übernatürliche Präsenz. ASHES macht seine Sache gut und liefert brauchbaren Schauer, der übrigens von wahren Ereignissen inspiriert wurde.
 
 
ashes-2018-bild-3
 
 
Nun ja, ganz so reißerisch wie im Film hat sich alles natürlich nicht zugetragen. Vielmehr erklärte Drehbuchautor und Regisseur BARRY JAY, dass der Tod seiner Tante Marion die Idee für ASHES geliefert hat. Wie im Film kam der Tod der Familienangehörigen ganz überraschend. Die Schwester des Filmemachers war die nächste Verwandte, bekam die Asche ausgehändigt – konnte aber mit den Überresten nichts anfangen, weil sie zu der Tante keine enge Verbindung hatte. Demzufolge versteckte sie die Asche in einer Kommode. Es folgten seltsame Ereignisse, die aber weitaus harmloser waren, als im Film geschildert. Offenbar beflügelten diese die Fantasie des Regisseurs. Letzterer setzte sich an einen Tisch und schrieb die Geschichte zu ASHES. Dabei ließ er sich von seinen Lieblingsfilmen DRAG ME TO HELL und EVIL DEAD inspirieren. Von letztem hagelt es Verweise im Film. So sehen wir immer wieder ähnliche Kamerafahrten wie im Kult-Horror aus der Mache von SAM RAIMI. Der damals noch unbekannte Filmemacher baute irre Kamerafahrten in seine Splatter-Orgie ein, die bis heute viele Nachahmer gefunden haben. So dürfte es wohl so einige Dämonenfilme geben, die nicht mindestens über jene kurze Szene verfügen, in der ein Dämon in Egoansicht durch Hütten oder Wälder saust. ASHES zumindest kopiert fleißig, verleugnet aber nicht die Leidenschaft seines Machers zum Horror-Genre. Eine ehrliche und ambitionierte Regiearbeit.
 
 
ashes-2018-bild-5
 
 


 
 
 

ASHES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein wilder Mix aus Mockumentary, schwarzer Komödie und Hexenbrett-Horror. Der Produzent des Jason-Voorhees-Fanfilms NEVER HIKE ALONE dreht nun selbst Filme. Herausgekommen ist ASHES – ein unabhängiger Schauertrip, der wilde Wendungen und makabere Späße in petto hat. ASHES zeigt, wie das Verhältnis einer Familie durch mysteriöse Ereignisse auf eine Probe gestellt wird. Das Gebotene ist zwar nicht frei von Fehlern und hat ab und an Längen. Dafür entschädigen gute Schauspieler und ein effektreiches Finale. Wer auf Geisterkram mit Besessenheitsunsinn steht, dürfte an ASHES Gefallen finden.
 
 
 


 
 
 

ASHES – Zensur

 
 
 
ASHES hat kaum Gewaltszenen zu bieten. Eine Figur schneidet sich die Pulsadern in der Badewanne auf. Ansonsten spielt sich gewalttechnisch alles eher im Hintergrund ab. ASHES legt Wert auf subtilen Schauer. Ein Grund, der dem Filme eine FSK16 bescheren könnte – insofern der Streifen in Deutschland überhaupt ausgewertet werden sollte.
 
 
 


 
 
 

ASHES – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Killer Therapy)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ouija Experiment (2011)
 
I am ZoZo (2012)
 
The Midnight Game (2013)
 

Filmkritik: „The Convent“ (2018)

the-convent-2018-poster
 
 
 

THE CONVENT

(HERETIKS)

Story

 
 
 

Eine der Hexerei beschuldigte Frau landet in einem Kloster und erlebt dort das Grauen auf Erden.

 
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Kritik

 
 
 
Die Zeit der Inquisition war nicht unbedingt eine Sternstunde der Geschichte. Da wurden unschuldige Frauen, Männer und sogar Kinder der Hexerei beschuldigt und anschließend zum Tode verurteilt, weil man der Meinung war, dass jene ahnungslosen Seelen mit dem Teufel im Bunde standen. Ein trauriges Kapitel, das natürlich auch im Horrorfilm aufgearbeitet werden musste. Das Resultat: so reißerischer Exploitation wie DER HEXENJÄGER, HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT oder HEXEN – GESCHÄNDET UND ZU TODE GEQUÄLT. Darin wurden geschichtliche Fakten zur Nebensache. Stattdessen wurde gefoltert, ermordet, vergewaltigt und gedemütigt. Die Kamera hielt stets darauf. Ende der 1960er und zu Beginn der 1970er war das schon harter Tobak.
 
 
the-convent-2018-bild-2
 
 
Der Horrorfilm THE CONVENT ist auch einer dieser Streifen, der das Thema Inquisition als Alibi nutzt, um Horror zeigen zu können. Da kommt natürlich gleich Freude bei Liebhabern blutiger Exploitationfilme auf. Denen sei gesagt, dass THE CONVENT weitestgehend von der Zurschaustellung grausamer Gewalt absieht und eher eine atmosphärische Geschichte vor Mittelalter-Kulisse erzählt, die sich Elementen aus Okkult- und Dämonen-Horror bedient. Weil seit dem CONJOURING-Spinoff THE NUN auch Nonnen wieder in Mode sind, gibt es die gleich mit dazu. Letztere beweisen in diesem Horrorstreifen Talent fürs Quälen ahnungsloser Novizinnen. Da werden Erinnerung an Nunsploitation-Streifen der 70er Jahre wach. Darin wurde tabuloser Sex und unmenschliche Gewalt hinter Kirchentüren zelebriert. THE CONVENT schlägt ähnliche Richtung ein. Auch hier werden junge Nonnen-Anwärterinnen von Obernonnen schikaniert, bestraft und gebrochen. Nur mit schonungslosen Sexszenen geizt der Streifen – leider!
 
 
the-convent-2018-bild-5
 
 
Vom Regen in die Traufe. Die junge (HANNAH ARTERTON) ist ein Pechvogel, wie er im Buche steht. Die wird wegen Hexerei angeklagt, weil sie den Tod der Mutter vorausgeahnt hat. Nun soll das junge Ding auf dem Scheiterhaufen brennen. Ihr Schicksal scheint besiegelt. Da taucht eine geheimnisvolle Nonne (CLAIRE HIGGINS) auf, die eine religiösen Zufluchtsort in der Nähe leitet. Die wortgewandte Alte überzeugt das Gericht und darf die Beschuldigte mit in das von ihr geführt Konvent nehmen, wo sie den Weg zurück zu Gott finden soll. Doch dort soll der Horror für die ahnungslose erst beginnen. Nicht nur, dass sich der Neuling den harten Regeln der Ordensgemeinschaft unterwerfen muss. Hinter den dicken Mauern dieses Klosters herrscht offensichtlich das Böse. Da passieren plötzlich seltsame Dinge und macht Bekanntschaft mit einer bösartigen Präsenz. Als wäre das nicht alles schon schaurig genug, verhalten sich auch die Leiterinnen des Klosters seltsam. Offenbar wissen die, was hier passiert. Ein Rätsel, das nun auch lösen muss.
 
 
the-convent-2018-bild-4
 
 
Nein, THE CONVENT ist kein Remake, Reboot oder Sequel vom grotesken Kirchen-Splatter aus der Mache des MIKE MENDEZ, welcher 2000 unter gleichem Titel in den Lichtspielhäusern gezeigt wurde. Der hier besprochene THE CONVENT – der anfangs noch HERETIKS hieß – hat mit der spaßigen Genre-Produktion überhaupt nichts zu tun und will auch sonst nicht spaßig sein. Regisseur PAUL HYETT zeichnet verantwortlich. Der überraschte 2012 mit dem unangenehmen THE SEASONING HOUSE und lies anschließend in HOWL Werwölfe folgen. Spielfilm Nummer drei geht düstere Wege, ist Okkult-Horror der alten Schule und eigentlich bis Filmmitte ganz brauchbar. So muss eine junge Novizin herausfinden, welche geheimnisvollen Legenden um ein düsteres Konvent ranken, in dem immer mal wieder unschuldige Nonnen verschwinden. Weil die Heldin lang im Dunkeln tappt und THE CONVENT auch sonst ein großes Geheimnis über mysteriöse Vorkommnisse hinter Klostermauern macht, bleibt THE CONVENT spannend. Danach wird es leider dämlich.
 
 
the-convent-2018-bild-1
 
 
Leider kann der Spannungsbogen nicht lang gehalten werden. Spätestens nach der Halbzeit vertrödelt dieser gotisch angehauchte Kloster-Horror zu viel Zeit mit dem Abhandeln von Dämonen-Klischees, bedient sich bei dazu noch bei anderen Horror-Subgenres und verkommt so zu Dutzendware. Da werden nicht nur vorhersehbare Schreckmomente und fast schon grotesk anmutende Blutmanschereien abgehakt, die gar nicht zum restlichen Film passen. Auch dem Dämonen-Make-up mangelt es an Glaubwürdigkeit. So trägt das Böse im Film eigensinnige Kontaktlinsen, die leuchten. Ähnliche Anfertigungen hatten wohl feiernde Techno-Anhänger zu Loveparade-Zeiten in den Augen. Furchterregend ist etwas anderes.
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Was atmosphärisch beginnt, endet in einer klischeebeladenen Dämonen- und Zombie-Achterbahn mit schlechten Effekten. Als Liebhaber des klassischen britischen Horrors wollte Regisseur PAUL HYETT genau dieser Film-Epoche eine moderne, härtere und stilvolle Note verleihen. Das ist leider nur bedingt gelungen. Atmosphärisch fährt die dritte abendfüllenden Spielfilm-Produktion des Filmemachers groß auf. Leider wird THE CONVENT ab der Halbzeit ziemlicher Käse. Da wird alles abgefeuert, was das Horror-Genre so hergibt. Regisseur PAUL HYETT wirft Elemente aus Grusel, Zombie, Okkult, Dämonen und Kloster-Horror in einen Topf, rührt um und würzt mit miesen Effekten nach. Das Gebräu ist keine Glanzleistung in Sachen Schrecken. Vielmehr endet THE CONVENT in einer beinahe schon lächerlichen Farce in der nach Dämonen-Beschwörung und bestrafungsgeilen Nonnen plötzlich die Zombies aus ihren Gräbern steigen. Was für ein Quark. Von Regisseur PAUL HYETT hätte man was Besseres erwartet.
 
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Zensur

 
 
 
THE CONVENT ist eigentlich ein unheimlicher Gruselfilm, der eher Wert auf unheimliche Atmosphäre liegt. Eigentlich! Wären da nicht einige zufällig eingestreute Splatter-Szenen, die blutige Schauwerte zeigen. Da reißt sich eine Nonne selbst die Augäpfel aus den Augenhöhlen. In einer anderen Szene werden Nonnen zu Zombies umfunktioniert und radieren sich gegenseitig aus. Da fließt das Blut munter über die Mattscheibe. Hierzulande dürfte THE CONVENT dennoch eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE CONVENT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Nun (2018)

The Crucifixion (2017)

Der Exorzist III (1989)

The Rite – Das Ritual (2011)

Incarnate – Teuflische Besessenheit (2016)

Filmkritik: „I Trapped the Devil“ (2019)

i-trapped-the-devil-2019-poster
 
 
 

I TRAPPED THE DEVIL

Story

 
 
 

Zwei entfremdete Brüder treffen am Heiligen Abend aufeinander und erleben ein Weihnachtsfest voller Angst.

 
 
 


 
 
 

I TRAPPED THE DEVIL – Kritik

 
 
 
Horrorfilme, die an Heiligabend spielen, bilden nicht erst seit gestern ein eigenes Genre. Bereits in den 1970ern wurde Weihnachten in Filmen wie BLACK CHRISTMAS oder UNTER MORDVERDACHT zum bluttriefenden Grauen deklariert, wo statt gefeiert grausam gestorben werden musste. Was in den 1970ern aber noch die Ausnahme war, hat sich mittlerweile im Horror-Genre fest etabliert. So vergeht nahezu kein Jahr an dem nicht mehrere Horrorfilme gedreht werden, die das Weihnachtsfest zum Thema schrecklicher Ereignisse machen. I TRAPPED THE DEVIL ist einer derer. Kurioserweise handelt es sich hier um einen Genre-Beitrag, der zwar zur Weihnachtszeit spielt, aber kaum Weihnachtsstimmung aufkommen lässt. Stattdessen wird der Zuschauer in einen Albtraum aus Wahn, Paranoia und Okkult-Horror gezogen, der vor allem durch eines auffällig wird: klaustrophobische Bilder und ungemütliche Atmosphäre.
 
 
i-trapped-the-devil-2019-bild-2
 
 
Wenn Weihnachten eine unerwartete Richtung einschlägt. Eigentlich möchten Matt und Frau Karen nur die Festtage mit der Familie verbringen. Doch es kommt alles ganz anders. Die beiden wollen Matts psychisch labilen Bruder besuchen, um ihm am Weihnachtsabend Gesellschaft zu leisten. Leider ist Bruderherz Steve über den unangemeldeten Besuch alles andere als erfreut. Die miese Weihnachtsstimmung hat auch ihren Grund. Steve hat nämlich andere Sorgen. Der hat im Keller einen Menschen eingesperrt, von dem er fest davon überzeugt ist, dass es sich dabei um den Leibhaftigen persönlich handelt. Letzterer soll angeblich für die vielen Negativschlagzeilen in den Tageszeitungen verantwortlich zeichnen. Eine gewagte Theorie, die bald absurde Ausmaße annimmt und die Frage in den Raum stellt, ob der paranoide Bruder damit Recht behält oder alles doch nur einem kranken Geist entspringt.
 
 
i-trapped-the-devil-2019-bild-1
 
 
Handwerklich souverän inszenierter Gruselfilm mit kleinen Schwächen. Die Geschichte hinter I TRAPPED THE DEVIL erinnert ein wenig an die 41. Episode der beliebten THE TWILIGHT ZONE mit dem Titel THE HOWLING MAN von 1959. Auch dort drehte sich alles um einen eingesperrten Mann, der angeblich deshalb hinter verschlossenen Mauern sein Dasein fristen musste, weil man fest der Überzeugung war es hier mit dem Teufel zu tun zu haben. Was dort aber in knapp 30 Minuten über die Mattscheibe lief, wird in I TRAPPED THE DEVIL in Spielfilmlänge abgehandelt. Das ist dahingehend problematisch, weil nicht viel Story geboten wird. Regisseur JOSH LOBO lässt die überschaubare Handlung zu häufig um die Frage kreisen, was denn nun eigentlich des Pudels Kern seines ersten Spielfilms ist. Wer befindet sich tatsächlich im Keller und haben die wüsten Verschwörungstheorien überhaupt Gewichtung mit denen der Zuschauer hier konfrontiert wird? Um genau jene Fragen wird ein großes Mysterium gesponnen, für welches das Publikum viel Geduld mitbringen muss. Die Auflösung flimmert nämlich erst eine Minute vorm Abspann über den Bildschirm.
 
 
i-trapped-the-devil-2019-bild-3
 
 
Viel Substanz besitzt I TRAPPED THE DEVIL keineswegs. Die Geschichte tritt nämlich zugunsten Atmosphäre in den Hintergrund. Hier erhalten unbequeme Bilder und angespannte Stimmung Hauptaugenmerk. Regisseur JOSH LOBO versucht mit gruseligen Kameraeinstellungen und farblich stimmiger Ausleuchtung (da werden Bilder in stechendes Rot getaucht – DARIO ARGENTO lässt grüßen) eine Atmosphäre der Angst zu schaffen, die bis zum erlösenden Abspann aufrechterhalten werden soll. In der Tat schafft sie das problemlos. Schnell ist man mittendrin und sitzt angespannt vor dem Fernseher, um genau jene Auflösung zu ergründen, die I TRAPPED THE DEVIL ansteuern möchte. Leider wird die Antwort auf die entscheidende Frage so nur künstlich hinausgezögert. Die Hinhalte-Technik macht nämlich schnell müde. Ein langsamer Erzählfluss tut da sein Übriges. Regisseur JOSH LOBO nimmt sich viel Zeit, um Charaktere zu beleuchten und Stimmung durch visuelle Stilelemente aufzubauen. Die eigentliche Handlung kommt dabei aber nur schleppend in Fahrt. Das macht den visuell starken und schauspielerisch gut besetzten I TRAPPED THE DEVIL zu einem zweischneidigen Schwert. Filmfans mit Hang zum Mainstream werden da schnell das Interesse verlieren.
 
 


 
 
 

I TRAPPED THE DEVIL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Der wohl gruseligste Weihnachtsfilm, der jemals gedreht wurde. I TRAPPED THE DEVIL ist ein schauriges und vor allem mehrdeutiges Gruselerlebnis, das das Gruselhandwerk der alten Schule zurück auf die Mattscheibe bringt. Hier übernehmen leise Töne die Oberhand. Mit gerade einmal drei Hauptdarstellern wird hier eine subtile und gleichzeitig klaustrophobische Geschichte erzählt, die sich in nur drei Zimmern abspielt. Die überschaubare Kulisse nutzt alle Möglichkeiten des subtilen Angstkinos aus. Da sorgen mysteriöse Stimmen für Gänsehaut, eine befremdliche Ausleuchtung schwört Unbehagen herauf und unbeantwortete Fragen treiben die Spannung voran. Leider hat dieses Debüt-Stück eines ambitionierten Nachwuchsregisseurs einen Haken. I TRAPPED THE DEVIL wird derart langsam erzählt, dass man Probleme bekommen könnte der Handlung zu folgen, wenn man nicht ausgeschlafen ist. Hinzukommt, dass der Streifen in der ersten halben Stunden mit Leerlauf zu kämpfen hat, weil der dünne Plot auf 83 Minuten Laufzeit gestreckt werden musste. Zwar sind alle Zutaten für gruseliges Gänsehautkino vorhanden. Dennoch benötigt der Film lang bis diese zu einem Ganzen finden. Dafür ist das Finale stark. I TRAPPED THE DEVIL ist unausgereiftes Indie-Kino, das aber immer noch weit besser ist als das, was einem mittlerweile alles im Horror-Genre zugemutet wird.
 
 
 


 
 
 

I TRAPPED THE DEVIL – Zensur

 
 
 
I TRAPPED THE DEVIL ist eher ein ruhig erzählter Gruselthriller ohne großartige Gewaltausbrüche. Erst am Ende wird ein Messer in einen Körper gestoßen und eine Waffe kommt auch zum Einsatz. Hierzulande dürfte das alles für eine ungeschnittene FSK16 reichen.
 
 
 


 
 
 

I TRAPPED THE DEVIL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Rite – Das Ritual (2011)
 
Erlöse uns von dem Bösen (2014)
 
Lost Souls – Verlorene Seelen (2000)
 

Filmkritik: „The Wind“ (2018)

the-wind-2018-poster
 
 
 

THE WIND

Story

 
 
 

Ein Siedler-Paar erlebt im Westen Amerikas den blanken Horror, als man in der verlassenen Prärie versucht ein neues Leben zu beginnen.

 
 
 


 
 
 

THE WIND – Kritik

 
 
 
Frauen, die Horrorfilme drehen sind immer noch eine Randerscheinung. Aber es gibt sie. Die sind nicht weniger kreativ im Angstverursachen, wie die männlichen Filmkollegen und machen auch in Sachen Filmgewalt keine Gefangenen. So gehen Kultfilme wie FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE oder SLUMBER PARTY MASSACRE auf das Konto genau jener Regisseurinnen. Aber auch in Schockern jüngeren Datum sitzen immer häufiger Frauen auf dem Regiestuhl. Mit Erfolg. So erhielt Horror-Ware wie RAW, BRAID oder DER BABADOOK international viel Lob von Fans und Kritikern. Letztere waren mindestens genauso vom psychologischen Grauen in THE WIND angetan. Auch für diesen Film übernahm eine Frau das Ruder. Newcomerin EMMA TAMMI drehte zuvor Dokumentationen und hat nun zum ersten Mal für einen Spielfilm Regie geführt. In Anbetracht dessen, was einem sonst an Debüt-Werken im Horrorfilm-Sektor zugemutet wird, ist THE WIND eine regelrechte Offenbarung. Der Streifen schaut hochwertig aus und ist alles andere – nur kein Einheitsbrei. Wem es daher im Horror-Genre nach Anspruch dürstet, ist hier goldrichtig.
 
 
the-wind-2018-bild-4
 
 
Das ländliche Amerika irgendwann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Lizzy Macklin (CAITLIN GERARD) und Gatte Isaac (ASHLEY ZUKERMAN) lassen sich auf einem unbesiedelten Stück Land nieder, um dort den amerikanischen Traum zu leben. Doch so weit weg von der Zivilisation passieren bald seltsame Dinge. Die treusorgende Ehefrau beginnt plötzlich eine unheimliche Präsenz zu spüren, die offenbar vom Wind getragen wird. Doch der Liebste tut die Bedenken als Aberglauben ab und schenkt den Sorgen seiner Frau noch wenig Beachtung. Da bekommt das Paar Besuch. Zwei neue Nachbarn stellen sich vor und wollen in der Nähe auch ein neues Leben beginnen. Eigentlich eine schöne Sache, wären da nicht Lizzys Ängste, die die Leidgeplagte an ihre Grenzen gehen lässt. Letztere ist fest davon überzeugt, dass etwas Böses sie heimgesucht hat. Da entwickelt sich Furcht mit einem Male zu Wahn und bringt alle Beteiligten in große Gefahr.
 
 
the-wind-2018-bild-3
 
 
Ein Grusel-Western, den man mehrdeutig interpretieren kann. Sind hier wirklich dämonische Kräfte am Werk, die der Hauptdarstellerin zu schaffen machen oder macht THE WIND Einsamkeit zum Thema, welche die Filmheldin an ihre psychischen Grenzen bringt? Regisseurin EMMA TAMMI macht es so Filmen wie THE NOONDAY WITCH oder THE HOUSE ON PINE STREET gleich. Auch dort vermischte man menschliche Ängste mit übernatürlichem Hokuspokus, hielt sich aber mit Antworten zurück, um das Kopfkino des Zuschauers zu aktivieren. Ein cleverer Schachzug, der den metaphernreichen THE WIND aus dem Strudel an immer trivialer werdenden Spuk-, Dämonen- und Geisterfilmen hervorstechen lässt. So bleibt lang unklar, worauf Filmemacherin EMMA TAMMI hinauswill. Die hat sich bei ihrem Debüt-Stück für eine nicht-lineare Erzählweise entschieden, um den Zuschauer zu fordern. Was anfängt wie eine bloße Ansammlung von Momenten, entwickelt sich schnell zu einem beunruhigenden Filmalbtraum, der in den letzten 20 Minuten auf Hochtouren läuft. Dann laufen die Geschehnisse aus dem Ruder und steuern auf ein Desaster hin, das nicht unberührt lässt.
 
 
the-wind-2018-bild-1
 
 
THE WIND ist ein gutes Beispiel dafür, mit welch einfachen Mitteln sich ein unheilvolles Gefühl der Unruhe und Bedrohung auf Zelluloid bannen lässt. Der Film besitzt weder Spezialeffekte, noch reißerische Gewaltszenen. Stattdessen folgt Regisseurin EMMA TAMMI den Gruselregeln der alten Schule, lässt lieber Bilder sprechen und übergibt hervorragenden Darstellern das Zepter. Die Protagonisten haben kaum etwas zu sagen und Dialoge sind aufs Wesentliche reduziert. So kann sich der Zuschauer ganz auf die Geschehnisse konzentrieren und der hervorragenden Hauptdarstellerin folgen, die den Film fast ganz allein auf ihren Schultern tragen muss. Die verfällt in einen von Trauer getriebenen Wahnsinn und kann bald nicht mehr zwischen Gut und Böse entscheiden. Hierbei erweist sich Schauspielerin CAITLIN GERARD als perfekte Wahl. Die geht in ihrer Rolle als gequälte Lizzy derart auf, dass man sich schnell mit ihr verbunden fühlt und Verständnis für ihre Ängste entwickelt. Apropos Angst: mit Genrefilmen kennt sich die attraktive Amerikanerin aus. CAITLIN GERARD schrie sich bereits durch die Horrorstreifen THE AWAKENING, SMILEY und INSIDIOUS 4. Die Filme sind keine Glanzleistungen. THE WIND kommt dieser Bezeichnung schon ein Stück näher, weil er den Zuschauer mit Köpfchen das Fürchten lehren möchte und nicht durch den Dauereinsatz von Schockmomenten und Horrorfilm-Klischees.
 
 
the-wind-2018-bild-2
 
 


 
 
 

THE WIND – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Intelligenter Grusel-Western mit Arthaus-Flair und hervorragender Hauptdarstellerin. Der wortkarge THE WIND erinnert ein wenig an den gleichnamigen Stummfilm mit LILLIAN GISH aus dem Jahre 1928. Regisseurin EMMA TAMMI beteuerte in Interviews aber, dass ihr Langfilm-Regiedebüt rein gar nichts mit genanntem Klassiker zu tun hat. Ihr THE WIND ist eine nicht-lineare Erzählung über Verlust, Paranoia, Angst und Zorn, die schnell eine ganz eigene Dynamik entwickelt, sodass ein Desaster unvermeidbar bleibt. Was langsam brodelt, entwickelt sich schnell zum Psycho-Trip. Dabei werden mit Absicht Grenzen zwischen Realität und Aberglauben verwischt, um den Zuschauer – wie die Filmheldin – zu verunsichern. Was passiert in THE WIND wirklich? Folgt der Film eine psychisch labilen Frau, die im Wahn ihr eigenes Grab schaufelt? Oder sind hier wirklich paranormale Kräfte am Werk, die es mit der Hauptfigur gar nicht gut meinen. Die Antwort darauf ist mehrdeutig auslegbar.
 
 
 


 
 
 

THE WIND – Zensur

 
 
 
THE WIND hat nur wenige Gewaltmomente zu bieten. Diese werden zudem nicht selbstzweckhaft eingesetzt. Ein Säugling wird tot zur Welt gebracht, eine Protagonistin wird erschossen, ein anderer Protagonist wird erstochen. Hierzulande wird THE WIND vermutlich eine FSK16 erhalten. Diese Freigabe ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

THE WIND – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC MIDNIGHT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Noonday Witch (2016)
 
Der Babadook (2014)
 
The Disappointments Room (2016)
 
The Hole in the Ground (2019)
 
Dark Circles (2013)
 

Filmkritik: „Viking Vengeance“ (2018)

viking-vengeance-2018-poster
 
 
 

VIKING VENGEANCE

(THE HEAD HUNTER | THE HEAD)

Story

 
 
 

Aus dem Leben eines Monsterjägers: Ein namenloser Kopfgeldjäger hat es sich zur Aufgabe gemacht das Königreich von Monstern zu säubern. Bis er auf jenes Monster trifft, mit dem er privat ein Hühnchen zu rupfen hat.

 
 
 


 
 
 

VIKING VENGEANCE – Kritik

 
 
 
Mittelalter, Blut und Horror – das ist stets eine sichere Bank. Nicht ohne Grund erreichen TV-Serien wie GAMES OF THRONES, VIKINGS oder THE LAST KINGDOM enormen Zulauf und bescheren TV-Kanälen so rekordverdächtige Einschaltquoten. Dass sich daran natürlich auch der Videomarkt orientiert, dürfte nicht überraschen. Doch die Sache hat einen Haken. Diese Art Filme kosten Geld, weil sie besondere Kostüme und natürlich auch komplizierte Kulissen voraussetzen. Kein Hindernis für Multitalent und Finanzgenie JORDAN DOWNEY. Der war schon Praktikant von WES CRAVEN und scheint vom Altmeister Tipps bekommen haben, wie man mit kleinem Budget maximalen Horror fabriziert. Entstanden ist so THE HEAD HUNTER – das bisher ehrgeizigste Projekt des Regisseurs, das für den deutschen Markt in VIKING VENGEANCE umgetauft wurde und Downeys Leidenschaft fürs Horrorkino unterstreicht. Der startete seine Karriere als Filmemacher bereits 2009 mit dem ersten Langfilm THANKSKILLING. Die trashige Hommage an die vielen Horrorfilme, mit denen der Regisseur aufgewachsen war, kam so gut bei Horrorfilm-Jüngern an, dass schnell eine Fortsetzung gedreht werden musste. Letztere stellte im Jahr 2012 einen Rekord auf KICKSTARTER auf. Über 100.000 US-Dollar machten begeisterte Filmfans locker, damit das Sequel gedreht werden konnte. Bis dato kam für keine andere Horrorproduktion auf dem Crowdfunding-Portal KICKSTARER so viel Geld zusammen, wie für den Nachfolger genannten Splatter-Ulks.
 
 
viking-vengeance-2018-bild-3
 
 
Wir machen eine Reise zurück ins Mittelalter. Irgendwann zu jener Epoche fristet ein Kopfgeldjäger ein jämmerliches Dasein. Der Bursche ist von Hass getrieben und das nicht ohne Grund. Eine boshafte Kreatur hat den Tod der einzigen Tochter auf dem Gewissen. Nun fordert der von Wut getriebene Rächer Vergeltung und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschheit vom Bösen zu befreien. Tagein, tagaus reitet er deshalb mit seinem Pferd durchs Land, um das Reich vor Monstern, Drachen und anderen okkulten Gefahren zu schützen. Mit Erfolg, wie die heimische Trophäen-Wand beweist. Dort hat der Rächer die Köpfe all jener Monster gesammelt, mit denen er kurzen Prozess veranstaltet hat. Routiniertes Monsterschlachten also – bis der Krieger auf die Gestalt trifft, die einst die Tochter getötet hat.
 
 
viking-vengeance-2018-bild-4
 
 
Unabhängiges Horrorkino auf einem neuen Level. VIKING VENGEANCE zeigt ganz eindrucksvoll, dass Filme mit kleinem Budget nicht zwingend kostengünstig aussehen müssen. Was hier mit gerade einmal 20.000 US-Dollar auf Film gebannt wurde, ist kaum zu glauben. Ob Kulisse, das Schauspiel, Schnitt, Kameraarbeit oder die musikalische Untermalung – nichts zeugt davon, dass beim Produzieren auf Sparflamme geköchelt werden musste. In VIKING VENGEANCE schaut alles nach mehr aus, als es gekostet hat, was auf das Konto von Regisseur JORDAN DOWNEY geht. Der scheint ein talentiertes Händchen fürs Buchhalten zu besitzen. Zuletzt sorgte der noch unbekannte Filmemacher für Furore, als ein von ihm gedrehter achtminütiger Fanfilm zum Kult-Horror CRITTERS im Netz die Runde machte. Auch dort verblüffte der Newcomer mit hohem technischen Standard, den sich sonst nur Produktionen namhafter Studios leisten können.
 
 
viking-vengeance-2018-bild-2
 
 
Doch so groß die Freude über technische Fertigkeiten auch ist, so deprimierend die Tatsache, dass VIKING VENGEANCE kein neuer Kultfilm ist. Der Streifen schaut zwar prächtig aus, geizt aber mit Handlung. So folgen wir stets den gleichen Abläufen. Der Krieger bereitet sich auf Einsätze vor, vernimmt ein Warnsignal und reitet los, um den Monstern den Marsch zu blasen. Was genau im Gefecht passiert, erfährt der Zuschauer nicht. Die Handlung setzt erst wieder ein, wenn der namenlose Kämpfer heimkehrt, um die Trophäe seines Einsatzes an die Wand zu nageln. Auf Dauer eine ermüdende Angelegenheit, zumal sich WIKING VENGEANCE so anfühlt, als habe man krampfhaft versucht aus einer Kurzgeschichte einen Spielfilm zu machen. Immerhin wird es im Finale interessant. Dann nämlich versucht der Streifen aus seiner Monotonität auszubrechen. Da steht unser Held plötzlich jenem Feind gegenüber, der ihn zu dem gemacht hat, was er jetzt ist. Da kommt VIKING VENGEANCE endlich mal in Fahrt und zeigt einmal mehr, wie einfach es doch sein kann aus wenigen Mitteln effektives Monsterkino zu machen.
 
 
viking-vengeance-2018-bild-1
 
 


 
 
 

VIKING VENGEANCE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Horror-Indie-Kino 2.0: Der handwerklich beeindruckende VIKING VENGEANCE lässt alle bisher gedrehten Low-Budget-Produktionen alt aussehen. Was man mit einem Mini-Budget von gerade einmal 20.000 US-Dollar hier auf die Beine gestellt wurde, verschlägt den Atem. Der Streifen schaut aus, wie die Produktion eines großen Studios und lässt nicht einmal ansatzweise erahnen, das der Film mit kaum finanziellen Mitteln gedreht wurde. Für diese Glanzleistung muss man alle Beteiligten einmal loben. Um gut haushalten zu können, musste gespart werden, wo es nur ging. Deshalb drehte man in einem zweihundert Jahre altem Dorf, in dem gerade einmal drei Menschen leben. Eine derer ist die Großmutter von Kameramann und Drehbuchautor KEVIN STEWART. In deren Obhut befand sich Stewart als Kind so ziemlich oft und vertrieb sich gern mal die Zeit in den zerfallenden Steinhäusern und alten Ruinen des Ortes. Die perfekte Kulisse für VIKING VENGEANCE, der mit kaum Dialog auskommt und stattdessen eine One-Man-Show in den Fokus rückt, die aber etwas unter dem nicht sonderlich umfangreichen Drehbuch leidet. So erfährt man im Film nicht unbedingt viel über den einzigen Protagonisten, der getrieben von Rache nur selten einen Blick hinter die emotionale Fassade zulässt.
 
 
 


 
 
 

VIKING VENGEANCE – Zensur

 
 
 
VIKING VENGEANCE – der im Original eigentlich THE HEAD HUNTER heißt – hat nur wenige Gewaltmomente zu bieten. Man bekommt abgetrennte Monsterhäupter zu sehen und einige von Monstern zugefügte Kratzer, die der Filmheld mit eigensinniger Medizin behandelt. Außerdem bekommt der Zuschauer einen abgeschlagenen Menschenkopf zu sehen, der aufgespießt wird. Hierzulande hat der Streifen einen FSK16 in ungeschnittener Form erhalten. Diese ist gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

VIKING VENGEANCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
viking-vengeance-blu-ray

(c) INDEED FILM (Blu-ray im KeepCase)

viking-vengeance-mediabook

(c) INDEED FILM (Limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Head Hunter; USA 2018

Genre: Horror, Thriller, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 73 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Mediabook

Extras: Trailer, Trailershow, Audiokommentar | zusätzlich im Mediabook: Booklet, neben der Blu-ray befindet sich der Hauptfilm zusätzlich auf DVD

Release-Termin: 07.06.2019

 

Viking Vengeance [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Viking Vengeance [Mediabook mit DVD + Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

VIKING VENGEANCE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken + Packshots liegen bei INDEED FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der 13te Krieger (1999)
 
Beowulf (1999)
 
Outlander (2008)