Filmkritik: „Follow Me“ (2020)

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FOLLOW ME

Story

 
 
 

Wenn ein Youtube-Star sich jeder Herausforderung stellt, muss er auch damit rechnen plötzlich in einem Escape-Room zu landen, der nicht so ist, wie alle das anfangs gedacht haben.


 
 
 


 
 
 

FOLLOW ME – Kritik

 
 
 
Die Prämisse des Escape-Rooms für einen Horrorfilm zu nutzen, ist noch gar nicht so alt und scheint dennoch bereits abgenutzt. „Escape Room“ von 2019 hatte in dieser Hinsicht eigentlich bereits alles erzählt, war an den Kinokassen aber recht lukrativ und so dürfen Nachzügler sicher nicht fehlen. Wobei es fraglich ist, ob ein Kandidat wie „Follow Me“ es wirklich zur Kinoveröffentlichung geschafft hätte, wenn das Kino wegen Corona nicht gerade stark gebeutelt wäre. Hat man keine zu hohen Erwartungen, bekommt man solide Genrekost, aber auf keinen Fall mehr!
 
 
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Der Influencer Cole verbringt seine Zeit schon seit Kindestagen vor der Kamera und sieht seine Aufgabe darin, sich im Social-Media-Bereich von Followern Aufgaben geben zu lassen, die er dann erfüllt. Nun feiert er sein zehnjähriges Jubiläum und seine Freunde haben sich dafür etwas ganz Besonderes ausgedacht. Ein Escape Room in Russland, der härter sein soll, als alle anderen. Zusammen mit seinen Freunden macht sich Cole auf die Reise dorthin und schon bald soll er erfahren, dass das Versprechen „härter“ nicht gelogen sein sollte. Die Story wird nun sicher keine Innovationspreise gewinnen. Weder ist die Prämisse eines Influencers neu, noch eben die Idee mit einem Escape Room. Darum geht es dann aber auch weniger, als die Story anfangs vermuten lässt, ohne hier zu sehr zu spoilern. Im Endeffekt bietet das Drehbuch einen Querschnitt aus Motiven, die es in den letzten zwei Jahrzehnten im Mainstream-Horrorgenre so gab. Soll heißen: Ein bisschen „Saw“ hier, ein wenig „Hostel“ dort und dann natürlich noch etwas „Escape Room“. Originell ist das nicht, neu definitiv ebenfalls nicht, aber das muss im Horrorgenre auch gar nicht der Fall sein, um überzeugen zu können. Leider macht es einem die unglaubwürdige Story aber nicht sonderlich leicht, sie zu mögen, denn selbst wenn es hinterher ein paar Wendungen gibt, so hat man sich nicht besonders viel Mühe gegeben, den Zuschauer zu überraschen.
 
 
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Das größte Problem besitzt „Follow Me“ allerdings mit seinen Figuren und seinen Darstellern. Kein Charakter ist auch nur annähernd so sympathisch, um mit ihm mitfiebern zu können und alleine dadurch stellt sich die Spannung schnell ein. Keegan Allen ist in der Hauptrolle sicherlich brauchbar und eigentlich machen alle Darsteller ihre Sache solide, doch bei dermaßen nichtssagenden Charakteren bringt das im Endeffekt nicht sonderlich viel. So richtig glaubwürdig mag hier auch niemand handeln und deshalb sind dem Zuschauer die Figuren schlichtweg egal. Ein weiterer negativer Aspekt ist, dass sich „Follow Me“ viel zu lange Zeit nimmt, um mal in Fahrt zu kommen. Wenn die Laufzeit sowieso nur knapp 90 Minuten beträgt, dann ist es nicht förderlich, wenn im ersten Drittel überhaupt nichts geschieht, was den Horrorzuschauer irgendwie in den Bann ziehen könnte. Bis der Horror mal los geht, fühlt man sich am ehesten wie in einer Reality-Show eines Youtube-Stars und die entsprechenden Einblendungen fehlen da genauso wenig, wie der etwas pubertäre Humor.
 
 
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Ja, es ist nicht zu übersehen, dass sich „Follow Me“ an ein jüngeres Publikum richtet, doch das muss ja nicht sofort verkehrt sein. Wenn es eine Anekdote zu „Stirb langsam“ gibt, ist das sogar richtig sympathisch. Und sowieso ist nicht alles an diesem Film schlecht. Selbst wenn das Budget sicherlich etwas geringer ausgefallen ist, so gibt es dennoch ordentliche Bilder zu sehen. Manch eine Aufnahme von Russland macht etwas her und die Räumlichkeiten, wo der Horror dann beginnt, können sich ebenfalls echt sehen lassen. Außerdem gelingt dem Werk dann manchmal doch ein gewisser Spannungsaufbau und manche Ideen der Fallen (auch wenn sie leider viel weniger Raum einnehmen, als gewünscht) sind kreativ. Ein höherer Gore-Gehalt hätte hier sicherlich auch helfen können, aber „Follow Me“ ist im Endeffekt relativ harmlos, was die Freigabe ab 16 Jahren durchaus berechtigt. Da die Laufzeit nicht so hoch ist und man zum Ende hin noch deutlich mehr Dynamik mit ins Geschehen bringt, langweilt man sich zum Glück nach dem lahmen Start kaum noch, aber aufregende Unterhaltung sieht definitiv auch anders aus.
 
 
Capelight Pictures
 
 


 
 
 

FOLLOW ME – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
„Follow Me“ wirkt unausgegoren und mischt sich zwischen „Saw“, „Hostel“ und „Escape Room“ irgendwas zusammen, was am Ende nicht so richtig funktionieren will, vor allen Dingen schon deshalb nicht, da die meisten Vorbilder deutlich brachialer zur Sache gingen. Während man Story und Figurenzeichnung nahezu vergessen kann, ist immerhin die handwerkliche Arbeit teilweise recht ansehnlich und manchmal gelingt es dem Streifen auch eine solide Atmosphäre zu kreieren. Der Unterhaltungswert ist jedoch nur durchschnittlich, denn die lange Einleitung lässt sich zu viel Zeit und echte Spannung kommt nur ganz selten mal auf. Auch an unangenehmer Gewalt mangelt es erheblich. Man kann sich das mal anschauen und wer bereits genannte Filme abfeiert, wird daran vielleicht etwas finden, aber im Kino hat das eigentlich nichts verloren!
 
 
 


 
 
 

FOLLOW ME – Zensur

 
 
 
„Follow Me“ ist unerwartet zurückhaltend was grafische Gemeinheiten angeht. Man merkt, dass hier eher ein jugendliches Publikum angesprochen werden soll. Demzufolge niedrig ist auch die Altersfreigabe. Die deutsche Fassung des Streifen ist bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet und ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

FOLLOW ME – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei CAPELIGHT PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape Room (2019)
 
Saw (2004)
 
Escape Room (2017)
 

Filmkritik: „Ravage“ (2019)

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RAVAGE

(SWING LOW)

Story

 
 
 

Eine Naturfotografin wird Zeuge eines Verbrechens und entfacht so einen blutigen Überlebenskampf.


 
 
 


 
 
 

RAVAGE – Kritik

 
 
 
Es gibt Filme im Horror-Genre, die lassen trotz immer gleichem Ablauf aufhorchen. Die Rede ist von sogenannten Rache- sowie Rape-and-Revenge-Filmen, die sich besonders seit dem Remake von I SPIT ON YOUR GRAVE unter Fans härterer Kinoware großer Beliebtheit erfreuen. Meist wird in dieser Art von Schockern den Protagonisten die Würde genommen. Die werden gequält, gefoltert oder missbraucht – und die Kamera hält darauf. Simple Gewalt-Rezepturen, die die niederen Instinkte des Zuschauers stimulieren sollen und ihren Ursprung im Drama DIE JUNGFERNQUELLE von 1960 fanden. Was jedoch damals schockierte, lockt heute kaum noch hinterm Ofen hervor. Die Zurschaustellung von Gewalt im Kino ist freizügiger geworden. Grenzen gibt es quasi nicht. Eine Tatsache, die auch der Horrorfilm RAVAGE für eigene Zwecke nutzt. Hier wird ebenfalls eine Frau zusammen mit einer handvoll Männer in einen Ring geworfen. Vergewaltigt wird zwar nicht. Dafür reichlich gerächt und das nicht gerade zimperlich. Regie-Newcomer TEDDY GRENNAN bedient sich ausgiebig beim Exploitationkino der 1970er. Es werden bekannte Klassiker dieser Zeit zitiert. Darunter Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE, Zarchis I SPUCK AUF DEIN GRAB sowie Boormanns BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. Herausgekommen ist ein ganz brauchbarer Schmuddelfilm im Stile der Exploitation-Schocker der 1970er, welcher sich das ländliche Amerika zunutze macht, wo sich die Menschen von der Regierung abgehängt fühlen und nach eigenen Regeln leben. Wenn das mal keine vielversprechenden Aussichten sind.
 
 
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Manchmal sollte man die Nase nicht in Dinge stecken, die einen nichts angehen. Eine Weisheit, die Harper Sykes (ANNABELLE DEXTER-JONES aus #HORROR und AVA’S POSSESSIONS) erst zu spät begreift. Sie ist Naturfotografin und wird Zeuge einer Folterung. Doch damit nicht genug. Zuschauen reicht nicht. Sie hält das Verbrechen mit ihrer Kamera fest und gerät so in einen Strudel von Umständen, der sie in Lebensgefahr bringt. Die Täter bekommen nämlich von der heimlichen Beobachterin Wind und heften sich an die Fersen der ängstlichen Harper, um der Mitwissenden nach dem Leben zu trachten. Doch die junge Frau lässt sich nicht unterkriegen. Sie entwickelt einen Plan, wie sich die Verfolger abschütteln lassen. Statt mit den Ganoven zu reden, macht die Verfolgte blutigen Prozess. Das gefällt zwar der FSK nicht unbedingt, macht aber Sinn. Die Täter sind nämlich skrupellos und unmenschlich dazu. Wer schön ähnliche Genre-Filme gesehen hat, der weiß: Eine andere Sprache kennt das Böse im Horrorfilm nicht.
 
 
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Willkommen zu einem weiteren Streifen aus der Rubrik: Wenn Frauen Rachegelüste entwickeln. Spätestens dann sollte sich das männliche Geschlecht in Sicherheit bringen – wie diese unabhängige Produktion beweist. RAVAGE – der übrigens anfangs noch SWING LOW hieß – ist ein typischer Vertreter der Gattung Survival-Horror in Kombi mit Rache. Ähnlich wie in BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE muss sich hier ein Opfer durch die Wildnis arbeiten, um sich vor Verfolgern in Sicherheit zu bringen. Weil nur Flüchten auf Dauer eintönig wird, lässt Regisseur TEDDY GRENNAN seine Heldin zur Amazone werden. Die kombiniert schnell, dass Davonlaufen nichts nützt und dreht den Spieß einfach um. Damit macht es Grennan so Filmemachern wie CORALIE FARGEAT und STEVEN R. MONROE gleich. In deren Filmen standen auch starke Frauen im Mittelpunkt. Die mussten erst grausames über sich ergehen lassen, bis sie letztendlich über sich hinauswachsen konnten und den männlichen Gegenspielern den Marsch bliesen. Ein Martyrium, dass natürlich auch die Heldin in RAVAGE durchleben muss. Deren Charakterisierung ist rudimentär, was aber nicht unbedingt heißt, dass dieser Überlebens-Horror schlecht ist.
 
 
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Ganz im Gegenteil. Filmemacher TEDDY GRENNAN dosiert Schocks wohlüberlegt. Den ersten gibt es gleich zu Beginn des Streifens. Unüblich für diese Art von Filme nimmt man dem Zuschauer das Ende vorweg. So erfährt der Zuschauer direkt, dass die Hauptdarstellerin überleben wird. Die liegt übel zugerichtet im Krankenhaus und berichtet einem Polizisten in Etappen vom Überlebenskampf. In Rückblenden werden die Geschehnisse rekonstruiert und gefackelt wird nicht lang. Die erste Leiche ist schon nach wenigen Minuten zu beklagen. Dennoch ist Obacht gegeben. RAVAGE ist kein Splatterfeuerwerk. Gewalt wird reduziert eingesetzt. Kommt sie dann doch einmal, prasselt sie mit aller Härte auf das Publikum ein.
 
 
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Weitaus heimtückischer ist da der Ton des Films. Grennan schafft es als Newcomer ein permanentes Gefühl der Bedrohung entstehen zu lassen. So muss unsere Heldin stets auf der Hut sein, von ihren Peinigern nicht entdeckt zu werden. Dabei wird das unangenehme Treiben von aggressiven und plakativen Soundelementen begleitet. Der diktiert die ungeschönte Marschrichtung und lässt den Puls so einige Male schneller schlagen. Da übersieht man doch gern einmal, dass RAVAGE nur Schwarz und Weiß kennt. Regisseur TEDDY GRENNAN verharrt zu engstirnig in den klar definierten Formeln, welche Rache- und Überlebensfilmen zugrundeliegen. Es gibt nur Gut und Böse. Es gibt nur töten und getötet werden. Den Protagonisten werden keine Möglichkeiten für alternative Entscheidungen gegeben. So wird gemordet, gefoltert und geschrien bis der Abspann über die Mattscheibe flimmert. Fans dieser Film wird das egal sein. Die werden sich der bekannten Abläufe wegen trotzdem ganz wohlfühlen. Denen sei RAVAGE aber auch gegönnt.
 
 


 
 
 

RAVAGE – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Eine Frau gegen eine Horde Männer. Blutiger Überlebenskampf im Stile von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. RAVAGE ist ein Survival-Thriller mit Rache-Anteil, der trotz überschaubarer Gewaltausbrüche ganz gut geworden ist. Das Anfängerwerk beginnt brachial, arbeitet danach am Spannungsbogen und wird am Ende noch einmal heftig. Dazwischen gut dosiert Gewalteskapaden für die Fanboys. Viel geredet wird nicht – stattdessen lässt Regisseur TEDDY GRENNAN Bilder sprechen. Die wechseln sich ab. Neben idyllischen Landschaftsaufnahmen und fiesem Blutszenen wird auch schwül-schwitzige Spätsommeratmosphäre geboten, mit der auch Michael Bay im Remake zu TEXAS CHAINSAW MASSACRE Eindruck hinterließt. Komplettiert mit aggressiven Soundelementen wird der Exploitation-Festschmaus zum Festschmaus für Rachefilm-Fans. RAVAGE ist für ein Regiedebüt ganz ordentlich – zumal Regisseur TEDDY GRENNAN ein gutes Händchen für Spannung, Technik und Schocks besitzt. Kann man gucken, wenn man ein Faible für ungeschliffenen Indie-Horror hat.
 
 
 


 
 
 

RAVAGE – Zensur

 
 
 
RAVAGE hat einige blutige Momente zu bieten. Ein Protagonist wird geköpft, ein anderer von Gewehrmunition durchsiebst. Desweiteren wird eine Figur in einem Bullenkörper gesteckt. Danach wird der Kadaver zugenäht. Hierzulande dürfte es für RAVAGE wegen der Selbstjustiz-Thematik wohl eine Erwachsenenfreigabe geben.
 
 
 


 
 
 

RAVAGE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Brainstorm Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Revenge (2017)
 
Blutrache – Blood Hunt (2017)
 
I’ll never die alone (2008)
 
Carnage Park (2016)
 

Filmkritik: „Funhouse“ (2019)

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FUNHOUSE

Story

 
 
 

Acht Prominente wollen in einer Realityshow viel Geld gewinnen. Doch statt Reichtum wartet der Tod.

 
 
 


 
 
 

FUNHOUSE – Kritik

 
 
 
Jede Zeit hat ihre Vorbilder, Helden und Idole. Während in vergangenen Tagen Menschen von Persönlichkeiten beeindruckt waren, welche etwas bewegen konnten und die für etwas Essenzielles eintraten, ist offenbar die Zeit für die Vermittlung von Werten vorbei. Statt sich von revolutionären Gedanken eines MARTIN LUTHER KINGS oder MAHATMA GANDHIS inspirieren zu lassen, geht man lieber den Weg des geringen Widerstandes. So repräsentieren die Helden heutiger Kinderzimmer nicht unbedingt mehr Ideale. Vorbilder von heute arbeiten als Influencer, Models oder YouTuber. Sie sprechen über aktuelle Einkäufe, Werben für die Produkte ihrer Sponsoren oder lassen den Zuschauer am teils verschwenderischen Lebensstil teilhaben. Eine erschreckend oberflächliche Veränderung an die auch der Horrorfilm FUNHOUSE kein gutes Haar lässt.
 
 
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Darin geht es um acht Prominente aus aller Welt, die als Influencer groß rausgekommen sind. Sie nehmen an einer Online-Realityshow teil, bei welcher sie fünf Millionen US-Dollar gewinnen können. Die Spielregeln sind ganz einfach. Man muss in einem unterirdischen Komplex mehrere Tage verbringen und wird 24h am Tag von Kameras gefilmt. Hierbei können die Konflikte zwischen den Teilnehmern vom Zuschauern online verfolgt werden. Letzterer entscheidet regelmäßig per Voting über den Verbleib im Spiel. Eine Art BIG BROTHER, welche jedoch einen Haken hat. FUNHOUSE ist nämlich ein Horrorfilm, was bedeutet, dass vermutlich alles blutiger wird, als gedacht. In der Tat geht auch bald das Sterben los. So muss jeder Spieler sein Leben lassen, der vom Publikum rausgewählt wird. Ein makaberes Treiben, das vom Publikum gefeiert wird. Letzteres sieht dabei zu, wie unwichtige Celebrities in Säure getaucht, erschlagen oder gevierteilt werden. Eine bitterböse Medienschelte, die dann doch etwas sehr geschmacklos und vor allem oberflächlich anmutet.
 
 
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Die Argumente, mit welchen Regisseur JASON WILLIAM LEE den Tod für seine unsympathischen Charaktere rechtfertigt, sind nämlich sehr fadenscheinig. Der hat offenbar Wut auf die erfolgs- und egogeilen Menschen, die sich in den sozialen Medien präsentieren, von Jugendlichen gefeiert werden und damit Millionen kassieren. Nichts investiert, aber maximalen Umsatz generiert. Zum Leidwesen gut ausgebildeter Fachkräfte – wie der Film suggerieren will. Die haben lang studiert und verdienen mit harter Arbeit nicht einmal ansatzweise so viel, wie DAGI BEE, BIBI und Co. Nun gut, ganz Unrecht hat der Filmemacher da nicht. Dennoch will nicht einleuchten, warum das alles in Form eines Horrorfilms angeprangert werden muss. FUNHOUSE verliert schnell seine eigentliche Kritik aus den Augen und wälzt sich stattdessen genüsslich in Gewalt und Kunstblut. Handlung, Kritik und Schicksale werden bald nebensächlich. Stattdessen steht das Sterben im Mittelpunkt. Darauf wird besonders Wert gelegt, wobei man aber auch sagen muss, dass die Morde eine wohlkommende Abwechslung zum eher langweiligen Treiben bilden. FUNHOUSE quält sich nämlich eine Geschichte zu erzählen, beleuchtet seine Figuren nur oberflächlich und haucht ihnen weder Leben noch Mitleid ein. Es wird viel unnützes Zeug von wenig talentierten Darstellern geredet. Unter denen: VALTER SKARSGÅRD. Bitte wer? Der Schauspieler war schon im kontroversen Drama LORDS OF CHAOS zu sehen und ist der jüngere Bruder von Pennywise-Darsteller BILL SKARSGÅRD.
 
 
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Der gebürtige Schwede verkörpert in FUNHOUSE einen der Helden, bleibt aber blass und unsympathisch. Genau das trifft aber auch auf den Film selbst zu. Der versucht irgendwie zu verstehen zu geben, wie abgestumpft der Zuschauer mittlerweile auf Unterhaltung reagiert. Hat man früher über familienfreundliche Sitcoms gelacht, dürstet es dem Publikum von heute nach reißerischem Content. Treu nach der Devise „je oller, desto doller“ werden mittlerweile Menschen vor TV-Kameras gedemütigt und bloßgestellt. Vermutlich wird auch bald live auf PRO SIEBEN gefoltert. Offenbar wirds dann erst interessant. Doch dem Betrachter scheints mittlerweile egal zu sein. Der ist zwar geschockt und irritiert, schluckt aber runter und geht anschließend beruhigt schlafen. Wenn man es genau betrachtet, trifft es aktuell auch auf das Horror-Genre zu. Zwischen einem I SPIT ON YOUR GRAVE von 1978 und dem Remake von 2010 liegen zweifelsohne Welten. So ist aus schneller Rache aus den 1970ern bluttriefender Sadismus geworden, der einzig darauf aus ist, die niederen Instinkte des Publikums zu stimulieren. Trotzdem sind es Wegweiser der jeweiligen Zeit, die für jeden Horrorfilmfan Pflichtprogramm sind. Im direkten Vergleich ist FUNHOUSE ein müder Pups im Wind. Hier wird heuchlerisch der Zeigefinger gehoben und Kritik nur oberflächlich angerissen. FUNHOUSE riskiert nichts, sondern kopiert flach, was so Konsorten wie SAW und HOSTEL schon vor knapp 15 Jahren weitaus besser und vor allem fesselnder in Szene gesetzt haben. Daher empfohlenes Alternativprogramm: DISLIKE aus Russland. Der kritisiert ähnlich, ist nicht so tiefgründig, versteht aber mehr davon, über das die ganze Zeit in FUNHOUSE gesprochen wird: Unterhaltung.
 
 
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FUNHOUSE – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
SAW meets BIG BROTHER. Blutige Medienschelte mit heftigen Kills – aber doofer Auflösung. Regisseur JASON WILLIAM LEE versucht mit FUNHOUSE seinem Ärger Luft zu machen. Nach tollwütigen Menschen in THE EVIL IN US wird es im neuen Film gesellschaftskritisch. In diesem Folter-Slasher-Mix geht es Influencern an den Kragen. Die werden im Film als Nichtsnutze dargestellt, die mit wenig Können maximalen Reibach verdienen und ganz nebenbei auch noch dafür sorgen, dass der Zuschauer vor der Glotze vollkommen verblödet. Interessante Ansätze, die eigentlich eher als Auslöser für Geschrei, Gewimmer und Gewinsel dienen. Die Pseudo-Kontroverse über das verschobene Verständnis von Unterhaltung in der heutigen Gesellschaft ist kaum der Rede wert. Ansätze sind da – zu Ende gedacht wird aber kaum. Daher bleiben einzig die fiesen und sadistischen Gewaltmomente in Erinnerung. Dennoch machen die aber aus einem langweiligen Horrorfilm keinen neuen JAMES BOND. Abschalten lohnt daher – auch wenn FUNHOUSE technisch gesehen ganz akzeptabel daherkommt.
 
 
 


 
 
 

FUNHOUSE – Zensur

 
 
 
FUNHOUSE zeigt einige sehr gemeine Morde, die dazu auch noch sehr lang zelebriert werden. Teils werden Mitspieler einer Spielshow vor den Augen der anderen hilflosen Teilnehmer hinterlistig und kaltblütig ermordet, dass hier mindestens eine Erwachsenenfreigabe erteilt werden muss. Wir gehen sogar so weit und meinen, dass FUNHOUSE nur geschnitten auf den deutschen Markt gebracht wird.
 
 
 


 
 
 

FUNHOUSE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von SF Studios)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dislike (2016)
 
Pain – Vile (2011)
 
Unsichtbare Augen (2002)
 

Filmkritik: „Finale“ (2018)

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FINALE

Story

 
 
 
Agnes und Belinda können sich zwar nicht leiden, müssen aber auch nur eine ruhige Tankstellenschicht zusammen überleben, bevor Feierabend und Lebenswandel folgen – doch was mit harmlosen Späßen beginnt, entwickelt sich alsbald zum wahren Alptraum.

 
 
 


 
 
 

FINALE – Kritik

 
 
Das Debüt des 57-Jährigen Dänen Søren Juul Petersen, der bisher nur als Produzent und Schauspieler in Erscheinung getreten ist, kann sich wahrhaftig sehen lassen. Ist die europäische Genrefilmlandschaft zwar keinesfalls eingeschränkt oder unterentwickelt zu nennen, so verbinden die meisten Filmfans Dänemark wohl eher mit Sozialdramen, schwarzen Komödien und den Werken von Nicolas Winding Refn, als wirklich reinrassiger oder blutrünstiger Genrekost, die den Zuschauer zusammenzucken lässt. Doch Petersen tut gut daran, dies zu ändern – denn wenn im Booklet des Mediabooks erzählt wird, dass „Finale“ ein reinrassiger Torture-Porn-Vertreter sei, so kann ich bei der Laufzeitverteilung und dem Aufbau des Films nur widersprechen – aber wenn Petersen selber in einem Interview vor dem Film festlegt dass es sich um einen Horrorfilm handle, und entschieden nicht „nur“ um einen Thriller, dann muss ich dem beipflichten.
 
 
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Denn “Finale“ ist hart, keine Frage und ja, “Finale“ beinhaltet auch definitiv ungeschönte Folterelemente – doch statt diese auszubeuten und zum Dreh- und Angelpunkt des Geschehens zu machen, geht der Film das Thema stattdessen subtiler an und spielt seine Hauptthemen von Voyeurismus, Überwachung und Paranoia dabei gelungen aus, ohne Körpersäfte spritzen zu lassen – die Angst vor der Dunkelheit und dem Unbekannten ist hier nämlich genau so wichtig, wie die vor Schmerz am eigenen Körper. Mit einem Rauschen, Dröhnen und Bildfehlern werden wir nämlich vom Film begrüßt, bevor ein roter Vorhang den Prolog einleitet, der 1:1, aus Frankenstein übernommen wurde. Ein weiß geschminkter Frackträger erscheint und spricht eine freundliche Warnung aus, rollt das r, lässt den dänischen Akzent durchkommen, nimmt das Thema des Films vorweg: „Morbid curiosity of the human mind.“ – sehr stilvoll und nett gedacht, gleichzeitig aber sehr direkt und unverblümt. Ein zu niedrig aufgelöster Text informiert uns über ein weiteres Intro, in der Ouvertüre nämlich ruft eine Frau im Dunkeln panisch nach Belinda, hört Geräusche um sich herum, scheint in einem Lüftrungsrohr oder einer Box zu sein, Kakerlaken rennen über ihre nackten Beine. Sie tritt gegen die Ecke ihres Gefängnisses und erhascht etwas Licht, eine Clownshand nimmt ihr dieses wieder.
 
 
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Schnitt und nach zwei sehr unterschiedlichen, aber durchaus gelungen zu nennenden Intros startet also der eigentliche Film: Zu einladend idyllischen Einstellungen rast ein Pärchen zum Sonnenuntergang durch die Feldwege, das Radio informiert dass Dänemark scheinbar im Finale ist. Auch wenn die Sportart nie genannt wird, bleibt also festzuhalten dass niemand aufpasst oder unterwegs ist in diesem Film, weil sie alle vor der Glotze hängen und ein von Kameras gefilmtes Machtspiel angucken, wink wink. Belinda, so der Name der Freundin, wird von ihrem Freund zur Tankstelle gebracht, dieser düst ab, Agnes, die Tochter des Tankstellenbetreibers, ist dabei die ungeliebte Arbeitskollegin für die Nacht. Die Frauen werden von Anfang an als unterschiedlich und doch irgendwo ausgeglichen harmonisch etabliert und die Sympathie des Zuschauers dürfte hier einige Male von „unsympathisch“ zu „egal“ zu „ich fieber aktiv mit“ schwanken, da die Handlungen beider zumeist realitisch verunsichert oder gar panisch, aber trotzdem noch sinnvoll erscheinen. Sanfte Synthieklängen leiten uns angenehm früh im Film durch ein wenig dramatische Backstory von Belinda, Agnes hingegen studiert Psychologie und wirkt recht selbstsicher. Eine letzte Schicht im Grenzgebiet bevor der Umzug nach Hamburg folgt, was soll schon geschehen? Nach 12 Minuten Film ist die Luftpumpe bereits umgestellt, auch kommt ein leicht merkwürdiger, theatralischer Almgaudi-Typ vorbei, wirklich erstmals spannend wird es dann aber, wenn wir über vermisste Mädchen in der Umgebung informiert werden und zwei fies aussehende, unangenehme Typen ankommen, von denen einer die ganze Zeit aufdringlich filmt. Nachdem diese aber ohne direkte Konfrontation oder offensichtliche Bedrohung wieder weg sind, meint Belinda etwas durchaus Beunruhigendes entdeckt zu haben – oder hat ihre Fantasie ihr da einen Streich gespielt?
 
 
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23 Minuten im Film und es dämmert langsam, in welcher Situation sich die blonde Frau aus dem Intro scheinbar befindet und wer sie ist, denn ja, ein sehr nach Agnes aussehender Mensch wird weinend und schmerzhaft an den Haaren aus der Dunkelheit gezogen, bevor es zurück zum Hier und Jetzt geht und die Luftpumpe das zweite Mal wie von Geisterhand weg gestellt wurde. Kenny, der Freund von Belinda, kommt vorbei um sich Geld zu leihen, der Kommentar „Die Leute machen alles um ins Fernsehen zu kommen“ fällt, die Überwachungskameras der Tankstelle werden immer wieder eingeblendet – das Thema kristallisiert sich heraus, eine bedrohliche Atmosphäre macht sich breit, nach 33 Minuten, also genau einem Drittel des Films, ertönt dann auch ein netter Retro-Horror-Jingle und die bereits als harmlos abgetanen Typen von vorher kommen zurück. Derweil informiert eine englische Stimme uns darüber, dass die finalen Vorbereitung für unser „danish delight“ im Gange sind und das Kamera-Overlay darüber, dass bereits zwei Tausend, absurd schnell mehr werdend, Zuschauer online warten. Die Clownshand gehört dem Ringmeister bzw. Moderator der Veranstaltung und setzt unserem Opfer eine ausdruckslose Maske auf. Ein zweites Mal entpuppen sich die gruseligen, nächtlichen Tankstellenbesucher als harmlose Reisende mit unwahrscheinlichen Problemen und Umständen, beherzt darf gelacht werden um einen funktionierenden Jumpscare um die Ohren gejagt zu bekommen, bevor die absolut beunruhigende Routine der magisch umgestellten Luftpumpe ein drittes Mal zum Tragen kommt…
 
 
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„Preshow Pressure“ wird es derweil genannt, wenn dekadente Anzugträger gegen vermutlich viel Geld ihre dänische Delikatesse berühren und unangenehm halb ausziehen dürfen, während sie wehrlos gefesselt und entmenschlicht im rostigen Stuhl sitzt, von in stylischen Nahaufnahmen surrenden Kameras umgeben – alptraumhaft bereits hier, ganz ohne Zerstörungen des menschlichen Körpers. „Don’t cry Agnes – It’s only showbiz“ haucht der sadistische Ringmaster einfühlsam hämisch sein Opfer an und an dieser Stelle muss ich ein großes Lob an Damon Younger aussprechen, der die Rolle des perfiden Showmasters und clownsgesichtigen Sexualsadisten inbrünstig unangenehm spielt und dem gesamten Restcast so ziemlich die Show stiehlt. Ein fieser, unangenehmer Antagonist der ins Mark geht, gefährlich nahe an schelmischer Sympathie grenzt, dann aber wieder unaussprechliche Gräueltaten exekutiert.
 
 
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Aber bei denen sind wir noch nicht angelangt – Agnes und Belinda finden ein schick eingerichtetes Setpiece mit bedrohlicher Botschaft, die Polizei wird angerufen doch schnell wieder abbestellt, da sich die Situation entspannt. Ohne die Zwischenschnitte in eine Welt aus Schmerz, wähnten wir uns nun fast schon in Sicherheit – so aber nicht. Denn nach genau 49 Minuten und somit also der Hälfte des Films heißt es „meet the meat“ bei unseren Perversen und somit werden Aussagen von Agnes erzwungen, endlose Kameras aufgezählt und vor, laut Stream, 25 Tausend Zuschauern eine wunderbar gemeine Mad Hatter-Performances zum Besten gegeben, die dann auch tatsächlich in der ersten Folterszene mündet – und während eben jene dann zwar recht sadistisch und unangnehm war, so gab es doch kaum was zu sehen und nach SO einem Aufbau war ich erleichtert bzw. enttäuscht, nicht wirklich mitgenommen zu werden. Doch als wüsste der Film das, so schlägt er direkt unerbitterlich mit erbarmungsloser Härte zu und nach 60 der rund 100 Minuten also war ich bereits ziemlich verstört und musste schlucken, da hier exzellente, handgemachte, nahe gehende Effektarbeit abgeliefert wurde. Weiterer Splatter folgt, greift aber weniger, danach ist Akt 1 der dekadenten Vergnügungsshow auch schon durch und wir kommen zum Hauptakt – und da wir auch an der Tankstelle inzwischen den Zeitpunkt der Entführung erreicht haben, gibt es nun auch keine Flucht oder Abwechslung mehr. Oder?
 
 
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Waren Intro und Ouvertüre bereits unüblich und die Struktur von „Finale“ bis dato sehr interessant, so ist auch der weitere Verlauf vermutlich nicht das, was man sich wahlweise erhofft oder befürchtet hat. So liefert „Finale“ dem geneigten Horrorfan jetzt nämlich in der Tat weitere Gewalttaten und Folter, doch diese fallen imo allesamt weniger sadistisch, mitnehmend oder brutal aus, als man annehmen sollte. Das liegt einerseits daran, dass man anno 2020 durch Sachen wie Jackass spätestens einige Dinge einfach schon in Echt gesehen hat, die hier zur Folter gemacht werden, weshalb man sehr wohl weiß, wie aushaltbar und prinzipiell „ungefährlich“ die Handlung ist, andererseits aber auch daran, dass ganz ohne Realitätsanspruch das Gore bzw. Splatterpulver bereits vorher verschossen wurde, weshalb nun nur noch weniger Ekliges/Brutales auf der Liste steht.
 
 
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Dadurch, dass unser Moderator nach wie vor in britische Formulierungen und etwas Französisch ausweicht und ihm die Rolle des perversen High-Class-Entertainers im Folterkeller einfach steht, sowie durch die professionelle Inszenierung, Beleuchtung und den Chat des Streams, ist das nun zwar immer noch unterhaltsam und durchaus spannend, gleichzeitig aber auch oft gesehen und nicht mehr nahegehend. Gott sei Dank hält sich „Finale“ aber nun auch nicht mehr lange mit diesem Subgenreversatzstück auf, sondern liefert nach etwas sexualisierter Gewalt schnell einen krachenden Kampf, der mit seiner Drastik und durch seinen repetitiven Aufbau leider immer wieder an einer Comedy kratzt. 20 Minuten vor Ende habe ich mich dann gefragt, was jetzt noch folgen soll oder wo der Film hin will, nur um leider herauszufinden, dass er in der Tat auch als 80-Minüter geklappt hätte: Denn das Finale von „Finale“ ist leider ziemlich generisch, unnötig und hinten dran geklebt und nachdem ich die „eigentliche“ Auflösung schon ziemlich schwach fand, so machen diese 15 Minuten Versteckenspielen mit Pistolen und oft gesehener Dramaturgie leider auch nichts wett, das im Script nicht stimmt.
 
 
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Sind wir am reichlich konstruierten Ende angekommen, so wissen Technik, Optik, Soundtrack und Schauspiel durchaus wieder zu gefallen, nur leider ist das Ganze dabei so episch und pompös und aufgeblasen inszeniert, dass es sich anfühlt als hätte man gerade 3 Stunden Überlebenskampf um Troja überlebt, nicht einen nahe gehenden, fiesen, „privaten“ Horrorsteifen um menschlichen Sadismus, Voyeurismus und Schadenfreude. „Finale“ macht vieles richtig, gerade auf der technischen Seite: Der Film nutzt seine Settings sinnvoll, sieht trotz niedrigem Budgets wirklich gut aus und punktet mit gelungenen Schauspielerinnen in den Leads sowie einem charismatisch-unangenehmen Killerclown-Moderator als prägnanten Antagonist. Die Effekte sind handgetrickst und überzeugend, der Soundtrack stimmungsvoll und schnell kommt eine düstere, nächtliche, paranoide Stimmung auf. Auch der Chat des späteren Folterstreams geizt nicht mit realistischen Reaktionen, Usernamen und Details. Then again aber ist sowohl hier, wenn z.B. die „Faces of Death“-Reihe im Chat verlinkt wird oder eine generische Gallerie wenig gruseliger Bilder, als auch im Editing und Script immer wieder eine gewisse Unbeholfenheit zu spüren, mit der in aller Deutlichkeit „on the nose“ die Themen von Überwachung angesprochen und Parallelen gezogen werden, die über „camera bad“ nie hinaus kommen. Ambitionierter, schicker und kompetenter als die endlosen Riegen der Hostel-Nachmacher und 2000er-Folterhorror vom Fließband ist das definitiv, sehenswert imo allein für die Performance von Young, den gelungenen Aufbau mit steter Verunsicherung und die generell auswegslose Atmosphäre, doch mit ein paar totgeguckten Tropen aus der „Bitte meiden!“-Genrekiste weniger und etwas mehr Grips sowie Mut hätte man einen knüppelharten, erbarmungslosen Horrorfilm schaffen können, der sich weder intelektuell noch cerebral vor der Konkurrenz zu verstecken bräuchte.
 
 


 
 
 

FINALE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Spannend strukturierter, handwerklich sehr gut gemachter, beklemmender Horrortrip mit starken Performances und fiesen Spitzen, der sich nur zu einfach mit seinem Storyverlauf zu Frieden gibt. Knappe 7,5 Punkte noch, aber näher an der 7 als an der 8. Für Genrefans so oder so sehenswert.
 
 


 
 
 

FINALE – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Finale“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „keine Jugendfreigabe“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

FINALE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Finale; Dänemark 2018

Genre: Thriller Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Dänisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Trailer, Q&A-Talk, Poster, Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 05.06.2020

 

Finale [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

FINALE – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Our Evil (2017)
 
Hostel (2005)
 
Circus of the Dead (2014)
 
Hush (2008)
 

Filmkritik: „Daddy’s Girl“ (2018)

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DADDY’S GIRL

(SUICIDE SOLUTION)

Story

 
 
 

Ein Mann foltert Frauen – seine erwachsene Tochter ist dabei.

 
 
 


 
 
 

DADDY’S GIRL – Kritik

 
 
 
„Daddy’s Girl“ ist ein Film, dessen Existenz ich mir nicht ganz erklären kann: Wagt man sich an ein Debütwerk, so will man zwar vermutlich direkt einen bleibenden Eindruck hinterlassen, gleichzeitig kann ich es aber auch irgendwo verstehen, wenn man hier x- mal aufgewärmte Genreformeln und bewährte, sichere, wenig originelle Muster nutzt, um zu schauen ob überhaupt die so inszeniert werden können, wie man es sich vorstellt. Und wenn man sich an ein neues Genre wagt, das man vorher noch nicht betreten hat, ist man vielleicht auch etwas vorsichtiger. Last but not least haben TV-Produktionen z.B. natürlich meistens ihre Restriktionen, die einiges entschuldigen können, was generisches Writing angeht.
 
 
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Aber wieso zum Teufel sollte ein gestandener US-Genreregisseur namens Julian Richards, der in Indiekreisen spätestens nach seinem Underground-Hit „The Last Horror Movie“ kein Unbekannter mehr ist, anno 2018 noch einen derart ausgelutschten und oft gesehenen Film inszenieren, bei dem ich wenige Stunden nach der Sichtung schon froh bin, mir Notizen gemacht zu haben, da ich sonst wirklich Probleme hätte, mich an irgendwas vom Geschehen zu erinnern? Drohnenfahrten zu bedrohlicher Musik und Aufnahmen blutiger Ketten in kahlen Kellerräumen sind die ersten Eindrücke des Films, danach wird man als Zuschauer innerhalb der ersten vier Minuten bis zur Titlecard direkt mit Misshandlung, Selbstmord und Inzest bombardiert, da die Backstory unseres titelgebenden Killersproß‘ wenig subtil ausfällt. Unsere scheinbare, titelgebende Protagonistin sitzt an einem Tisch und liebäugelt mit der geladenen Waffe, überlegt auf wen sie sie richten soll, steckt sie in Ihren Mund… Vater und Tochter fahren zu einer Bar und auch wenn hier das realistische Sounddesign, die Umgebungsgeräusche und vereinzelt nette Farbschemen auffallen, so fällt die folgende Auswahl eines Opfers sowie das Verschleppen in den gerade präsentierten Folterraum genauso spröde und vorhersehbar aus, wie es sich jetzt liest – keine Charaktere zum Mitfiebern, kein audiovisueller Reiz, keine Glanzleistungen auf schauspielerischer Leistung und auch keine deftige Gewalt, denn die einzige, wenn auch frühe, Goreeinlage, ist miserabel am PC bearbeitet und missglückt zu nennen.
 
 
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Wie dem auch sei, ein paar routinierte Drohnenfahrten später werden zwei weitere Charaktere vorgestellt, da der örtliche Deputy eine Tramperin mitnimmt, die in der lokalen Bar jobben wird. Wie genau das mit unserer killenden Kleinfamilie zusammenhängt, erschließt sich zu dem Zeitpunkt noch nicht, immerhin gibt es für den Zuschauer aber die Chance auf eine Konfrontation oder einen spannenden, weiteren Verlauf – traurig nur, dass wir bei einem Polizisten nur müde hoffen, Unterhaltung zu kriegen, statt mit Schweißperlen auf der Stirn zu hoffen, dass dieser unser Held werden könnte. Unser Deputy geht einem wenig spannenden Fall nach, ein paar freche Teenies haben das Fenster einer alten Frau zerstört – eine Szene die nur darum im Kopf bleibt, weil der Deputy laut rufend zu seinem Auto rennt, nachdem er dort die Kids entdeckt hat, um die es geht, während die Frau seelenruhig zurück in ihr Haus geht und überhaupt nicht auf die Verfolgungsjagd, Kinder, oder wütende Rufe reagiert. Zurück in der Polizeistation treffen wir auf die schlecht gespielte Kollegin unseres Deputies, die die Beziehung zwischen John und seiner „Freundin“ zu Recht in Frage stellt, ihre Lines dabei aber wenig überzeugend an den Mann bringt. Daheim hingegen geht es schauspielerisch durchwachsen und somit gelungener zu, leider bleibt es inhaltlich so peinlich wie oft gesehen: Eine Bärenfalle wird nicht nur dramatisch offensichtlich platziert, sondern gar mit einem Pseudo-Jumpscare versehen, unser Killer war natürlich im Irak und hat dort das Töten lieben gelernt und einen an der Klatsche, mehr noch, religiöse Untertöne und wenig ratsame Ideen konservativer Erziehungsmethoden („My daddy would’ve taken the belt to them!“) gesellen sich schnell dazu, ein Abziehbild des sadistischen Unholds zu erstellen. Doch während ich bei „Get In“ auf Maskulinitätsideale und deren Konstruktion bzw. Rollenerwartung gestoßen bin, so täte ich auch „Daddy’s Girl“, dessen psychosexuelle Komponente gerade im Torture/Horror-Bereich, schon im Titel steht, Unrecht, ihn nur als stumpfen, unmotivierten Horror abzutun – nein denn es scheint, als sei Motivation da. Doch nach der eingangs schon erwähnten, bisherigen Filmographie und somit Vorerfahrung unseres Regisseurs kann ich mir die verwässerten, vagen und nie wirklich hervorgearbeiteten Symbole bzw. Themen von Feminismus und Unterdrückung, Macho- Attitüden und auch Sympathie des Zuschauers für bzw. gegen eben jene, nur damit erklären, dass hier allzu subtil gearbeitet werden sollte.
 
 
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Für eine „zweite Ebene“ reicht das nämlich leider nicht, wenn eine selbstbestimmte Barkeeperin dem ekelhaft ranmachendem Kunden einen Drink ins Gesicht schüttet und damit bei der gepeinigten Protagonistin ankommt, die Tochter unseres Killers bemüht ist, seinen Opfern den Freitod zu gewähren oder, am schlimmsten, John immer wieder pseudocoole One-Liner in den Mund gelegt werden, die ikonisch und schwarzhumorig und böse sein sollen, aber leider nur nerven. Als hätte jemand den sehr guten und in der Tat charismatisch-zynischen Killer aus „Wolf Creek“ gesehen und gedacht, ein „Welcome to Hell“ hier und ein erzwungen peinlicher Monolog über sich fortpflanzende Katzen dort, schon ist die nächste Ikone im Antagonisten- Bereich geschaffen, doch der fette Akzent ist eher peinlich und für einen Antihelden fehlt auch einfach die Ausstrahlung. „Witze“ über die Abgeschiedenheit des Ortes á la „No one can even hear you“, haha, versteht ihr, weil sie zu Tode gefoltert wird, nicht weil sie Sex haben werden, haha, sind da leider noch das Highlight, zusammen mit einigen passablen Aufnahmen. Aber selbst denen fehlt es leider an Charakter – ein 5/10er-Film mit Standardstory kann bei mir immer noch teils ungerechtfertigt viele Punkte kriegen, einfach wenn er (audio)visuell überzeugt, aber „Daddy’s Girl“ hat leider ein einschläferndes colourgrading, keine herausstechenden Sets oder liebevollen Farben, keine ikonischen Kostüme und scheint bemüht, den Kopf des Horrorfans möglichst schnell wieder zu verlassen.
 
 
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Nachdem „Annie“ ein recht hübsches Alternative-Girl, nämlich auch aus der Bar mitgenommen und ohne Schauwerte, wenn auch erstmalig mit durchaus beklemmend- unangenehmer Folteratmosphäre, umgebracht wurde, realisiert man ggf. dass man schon etwa eine halbe Stunde mit diesem Film verbracht hat, der dank seiner extremen Kürze nun nur noch 45 Min Zeit hat, um zu beeindrucken. Wirklich gelingen, so viel kann ich vorweg nehmen, tut das nicht mehr – auch nach etwa der Hälfte des Films ist kein wirklicher Fortschritt zu finden, was Settings, Spannungsbogen oder Charaktertiefe angeht, irgendwann, etwas peinliches Photoshop und repetitive Szenen überstanden, glaubt dann aber auch endlich der Sheriff selber seiner Kollegin, recherchiert und – welch Überraschung doch, wir Zuschauer wissen das seit des Titels bereits – findet heraus, dass „Daddy’s Girl“ halt wirklich Daddy’s Girl ist, und nicht Daddy’s Wife. Etwas soundtrackloses, ungezeigtes Kettensägengeschnibbele hier, einen lauten Jumpscare dort, dann sind wir auch schon bei den letzten 25 Minuten angekommen und unser bärtiger Serienkiller-Veteran Inzest-Vater offenbart sich natürlich noch als karikiert ausrastender Choleriker. Beim Einkaufen trifft der Deputy in einer wenig spannende Szene auf die beiden, bietet direkt seine Hilfe an, wird zurückgewiesen. Töchterlein warnt das nächste, aufgegabelte Opfer noch vor ihrem Schicksal, wird aber nicht ernst genommen. Und nun sind wir auch schon bei der 60-Minuten-Marke, der Deputy folgt unserem Dreiergespann viel zu nah auf einer viel zu selten befahrenen Straße und die Bärenfalle steht auch immer noch im Garten, was wird nur passieren?!
 
 
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Puh, wo soll ich anfangen, bzw. wo soll ich aufhören? Mit der Nacherzählung hier und jetzt auf jeden Fall, denn sollte dieser Film überhaupt je jemanden gruseln oder Spannung empfinden lassen, ohne dass reine Enttäuschung einsetzt, dann in dieser viertel Stunde Finale, wenn man es bisher irgendwie geschafft hat, investiert zu sein. Das Zitat „Goddamn chickenshit pussy!“ ist noch schön und ja, sogar etwas Motivation für den Killer kriegen wir noch zugeworfen und die erste gelungene Wunde, der erste nette Effekt, ist hier auch versteckt. Doch nicht nur ist das Finale insgesamt so unfassbar stumpf, vorhersehbar und uninteressant, wie auch der gesamte Film vorher, nein, imo trifft er sogar noch eine ziemlich problematische bzw. unüberlegte Aussage über Trauma und den Umgang damit, da hier am Ende etwas Pseudocooles und Rockiges inszeniert wird, das im Endeffekt aber nur erzwungen, unrealistisch und vor Allem wenig erstrebenswert wirkt.
 
 
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DADDY’S GIRL – Fazit

 
 
3 Punkte Final
 
 
„Daddy’s Girl“ ist ein Film aus dem Charmevakuum, ein Script ohne jeden Herausstellungsfaktor, inszeniert ohne jeden eigenen Flair, unmotiviert, staubtrocken, tausendmal gesehen, langweilig, unspektakulär und ohne redeeming qualitites. Grauenhaft schlecht ist hier nichts, sehenswert aber auch nicht. Schwache 3/10.

 
 
 


 
 
 

DADDY’S GIRL – Zensur

 
 
 
DADDY’S GIRL hat von der FSK in ungeschnittener Form eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Die Freigabe ist gerechtfertig. Das Label PIERROT LE FOU hat sich die Rechte geschnappt und hat den Film in seiner beliebten Mediabook-Reihe ausgewertet, in der etwas härtere Horrorfilme ungeschnitten herausgebracht werden.
 
 
 


 
 
 

DADDY’S GIRL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Daddy’s Girl; USA 2018

Genre: Thriller Horror, Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Audiokommentar, Interview mit dem Regisseur, Trailer, Poster, Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 28.08.2020

 

Daddy’s Girl [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DADDY’S GIRL – Trailer

 
 


 
 
 

Dr. Barry Nyle

(Rechte für Abbildungen stammen von Zee Studios International | Seahorse Filmhouse | Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tödliches Spiel – Would you Rather? (2012)
 
Amusement (2008)
 
Live Feed – Alle zahlen den Preis (2006)
 

Filmkritik: „Get In – Or Die Trying“ (2019)

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GET IN – OR DIE TRYING

(FURIE)

Story

 
 
 
Als Familie Diallo vom Urlaub zurückkommt, erwartet sie eine böse Überraschung. Ein gesetzliches Schlupfloch ausnutzend, hat das Kindermädchen sich und ihrem Mann den Besitz überschreiben lassen. Die Diallos sind machtlos. Bis der sonst so friedliche Vater Paul den Rowdie-Ex seiner Frau kennenlernt, der ihm ein oder zwei Dinge beibringt über das Recht des Stärkeren …

 
 
 


 
 
 

GET IN – Kritik

 
 
Mein lieber Herr Gesangsverein, was für ein Film! Was für eine Achterbahn, was für eine Erfahrung, nicht falsch verstehen – ich wusste, dass der Tag kommen würde, an dem ich durch meine Schreibarbeit hier an einen Film komme, der weder langweiliger Durchschnitt, noch „nur“ solide, noch wirklich schlecht ist, aber dass es so schnell und so eindeutig geschehen würde, dass ich nach einem bereits sehr sehenswertem Film wie „Mr. Long“ von einem meiner Lieblingsregisseure und dann noch dem russischen Splatstick-Hit „Why don’t you just die“ in so kurzer Zeit direkt eine Naturgewalt von Film sehen würde, die es schafft mich so derart mitzunehmen, das hätte ich nicht erwartet – doch fangen wir vorne an. Olivier Abbou ist ein französischer Regisseur, der neben einigen Kurzfilmen und TV/Serien/Miniserienprojekten wie „Screened“ und „Die Geister des Flusses“ vor allem für seine beiden Langfilme bekannt sein dürfte, mit denen er bereits deutlichen Genreeinschlag klar gemacht hat: Über „Madame Hollywood“ konnte ich dabei nur wenig Aussagekräftiges in Erfahrung bringen, der Titel selber lädt aber zur Kontextualisierung über Hollywood-Gewalt, Frauenbilder und Revenge- Filme ein, sein 2010 entstandener Film „Territories“ könnte einigen noch als wahlweise ziellos- verunstaltete, oder knüppelharte bis gar subversive Horrorkost über Freiheitsentzug im Hinterkopf kleben.
 
 
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10 Jahre nachdem Abbou durch diesen Titel an die Hemisphäre der deutschen Blu-ray-Regale gelangt ist, kommt er nun also zurück mit „Furie“, der aus wenig verständlichen Gründen international wohl „Get In“ getauft wurde, nur um in Deutschland dann, in absolut kein bisschen passender Anlehnung an das 50-Cent-Album (??), „Get In – Or Die Trying“ genannt zu werden. Auf dem düsteren Cover eine verregnete Villa im Hintergrund zu sehen, davor ein bewaffneter, blutverschmitzter Mann mit Schweinsmaske auf dem Kopf, davor ein zweiter Mann, kniend, leidend, bewaffnet, ohne Maske. Gerade zusammen mit dem Titel wirkte das spontan reichlich martialisch und vermutlich so gar nicht zum Film/Genre passend, überrascht war ich nur dass hier keine Querverweise zur french extremity angepriesen wurden, dafür spricht das Backcover von „hypnotischen Bildern“ was wahlweise genau mein Fall sein kann, oder aber ein billiger Werbespruch, wenn man sonst nix zu loben weiß.
 
 
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Im schlichten Menü O-Ton eingestellt und ab geht’s in 98, ohne Abspann etwa 94 Minuten europäisches Kino, die gleich mehrfach meine Erwartung unterwandert haben. Der Film startet direkt mit langsamen Zooms, natürlichem Licht und einer professionellen Non-Indie-Optik und wenn ich das sage, dann rede ich nicht von „für das Budget gut ausgeleuchteten, aber begrenzten Sets“ oder „einigen netten Einstellungen“, sondern wirklich von wunderbar eingefangenen Kameramoves und Sets, die durch den ganzen Film beeindrucken. Hier wird mit One-Takes und Kamerabewegung gespielt, die flüssig und gleitend ist, hier werden dauerhaft Objekte, Handlungen, Andeutungen oder Charaktere im Hintergrund drapiert, hier ist fast jederzeit auf jeder Bildebene was los, sei es durch ein Licht im Hintergrund, einen ausgelassenen Fokus durch Unschärfe, die weitwinklig eingefangene Landschaft oder ein prachtvolles, kreatives Party-Set, in dem in einer kalten, leeren Halle nur durch Licht, Musik und viele Extras eine fast schon heimelige, gemütliche Atmosphäre aufkommt. Aber ich nehme schon wieder zu viel vorweg, 8 Minuten im Film kommen bereits, ganz ohne Cold open oder Opening Kill oder sonstige Genre-Versatzstücke, die schlechten Nachrichten und wir erfahren, was es mit diesem, realen – zumindest anfänglich, von der Prämisse her – Fall auf sich hat, auf dem der Film basiert: Ausgesperrt im eigenen Haus und die Justiz kann nichts tun. Klingt nach einer uncoolen, aber prinzipiell erstmal wenig bedrohlichen oder angsteinflößenden Situation, die auch in „Jerks“ abgehandelt werden könnte und durch den Wohnwagen so existenzbedrohend nicht wirkt und kaum spreche ich den Gedanken aus, setzt doch tatsächlich ein beschwingtes, rein instrumentales Schlagzeug-Stück ein, dessen Aufbau, Sentiment und Melodie doch tatsächlich SEEHR an die deutsche Comedysendung erinnern.
 
 
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Ob das tonal auch ohne die Ulmen-Assoziation ein Fehlgriff wäre, kann ich nach 10 der 100 Minuten allerdings noch nicht bewerten, also vermerkt und weiter dem Schicksal unserer dreiköpfigen Familie gefolgt: Die finden mit ihrem Wohnwagen jetzt nämlich auf einem Campingplatz halt, auf dem der durchtrainierte, tätowierte Platzwärter scheinbar eine Vorgeschichte mit der Frau unseres Protagonisten hat… Kamerawinkel und Spiegel werden hier bereits pointiert benutzt, um zwischenmenschliche Anspannungen bzw. rassistische Untertöne aufzuzeigen, innerhalb kürzester Zeit vergehen dann die Tage von Ende August zu Anfang, Mitte, Ende September und nichts geschieht, die Situation bleibt aussichtslos. Untersättigte, leicht gräuliche Farben in der frohen Naturumgebung, dazu ein nicht wahrgenommener Termin beim Pärchenpsychologen und erste unprofessionelle Reaktionen im Jobleben unseres als Lehrer arbeitenden Familienvaters Paul – die Zeichen stehen erneut eher auf Thriller oder Sozialdrama denn Horror, keine unnötigen Jumpscares oder Gewalttaten, subtile Andeutung einer Vorgeschichte aber keine Ausbeutung von Trauma, während wir uns auf die 30-Minuten Marke zu bewegen.
 
 
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Die Weichen für eine Entwicklung, Läuterung oder Konfrontation, allgemein für einen zweiten Akt werden dann in weiterhin lobenswert atmosphärischen, nächtlichen Einstellungen gestellt, wenn gut gespielte, größtenteils nachvollziehbare Non-Stereotypen philosophische Sentenzen im Dialog bergen, Grauzonen der Charaktere ausgeleuchtet werden und mit schicken Kamerafahrten, inklusive Vertigo-Zoom in Frage gestellt wird, ob es Paul vielleicht einfach an Männlichkeit, Mut und Eiern fehlt, um sich sein Haus zurück zu holen. Von diesem Moment an wurde das Konzept klar gemacht, die Fallhöhe gesetzt und die Skizzierung der Story vorgenommen, trotzdem könnte „Furie“ jetzt noch eine gute Stunde lang in so ziemlich jede Richtung ausschlagen – bisher haben wir es mit einem ästhetischen Dramathriller zu tun, der langsam spannender wird und technisch viel her macht – aber inhaltlich? Der Film übt sich fortan gut darin, vieles anzudeuten und Fragen zu stellen, aber nicht alles zu übererklären – absolut gekonnt epische, behebende Musik wie sie aus einem Hollywood-Film stammen könnte, setzt ein während Paul joggt und trainiert, aber geht es jetzt wirklich stumpf Richtung „Rache“, ist „Furie“ wirklich nur ein „Rachethriller in hypnotisierenden Bildern“, oder steckt hier noch mehr hinter? Verarschen Mickey und seine weißen, glatzköpfigen, tätowierten Freunde Paul nur, machen sich über seine Hautfarbe lustig, wollen seine Frau haben, oder helfen sie wirklich? Ist Paul wirklich der domestizierte Ehemann, dessen Löwe gebändigt wurde und nun wieder herausgekitzelt wird, oder war er nie eine Kämpfernatur to begin with? Und zieht das Recht des Stärkeren wirklich noch, wenn es um Kämpfe auf staatlicher Ebene wie die um Grundbesitz geht? Statt Antworten zu geben, nutzt der Film das hoffentlich beim Zuschauer geweckte Interesse, um gleichzeitig weiter zu charakterisieren und audiovisuell Spaß zu machen – das bereits angesprochene Partyset kommt zum Zug und hier kann dann nach Herzenslust gefeiert, getrunken und auf wilde Weise die Männlichkeit bewiesen werden. Ob man bereits von einer Transformation reden will ist die eine Sache, doch die industrielle Partyhöhle ist allein als Set sehenswert und wichtig für die Zukunft unseres Plots. Mit dem Symbolismus geht der Film dabei teilweise etwas zu sehr on the nose, holzhammerhaft um, doch weil diese Geschichte abseits davon so erfrischend zurückhaltend, geerdet und realistisch erzählt wird, hat mir das nicht allzu viel ausgemacht. Dynamische Kamerafahrten feiernder Menschen weichen dann schick durchkomponierter Einstellungen jagender, besoffener Typen in einem leeren Fabrikgelände und auch hier ist Paul natürlich am Start, erschießt sein erstes Schwein – Männlichkeit bewiesen, auf zur Konfrontation? Tatsächlich macht der Film es nicht so einfach bzw. direkt, was ich eben so feiere – statt Gewalt auf Gewalt folgen zu lassen und einen „Silent Night, Deadly Night“-mäßigen, psychologischen Kurzschluß zu zeigen, in dem stumpf A auf B reagiert, berücksichtigt „Furie“ stattdessen auch andere Aspekte und lässt von Sozialisierung und Vergangenheit der Charaktere über Rollenerwartungen ans Geschlecht sowie die Rolle des Vaters bis hin zu Rassismus und moralischen Fragen über Richtig und Falsch wenig ungenannt, was sich jedoch bestens in das dramaturgische Geflecht einfügt und fortwährend für Verlaufsspannung beim Zuschauer sorgt.
 
 
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Der Jerks-Song kommt, gerade zusammen mit wunderschönen Naturaufnahmen noch einmal zurück und allgemein ist man nach der Feier so ziemlich am Stimmungshöchstpunkt angekommen, doch dann folgt auch schon das marginal konfrontativere, zweite Gespräch mit den ungewollten Hausbesitzern, weitere, dreckige Details kommen ans Tageslicht und die Stimmung kippt wieder ordentlich, Monate nach dem ersten Zwischenfall zu Beginn des Films gibt es hier nun ernste Blicke, intensivierende Musik und Details über unsere Familie, die alles nur so viel menschlicher, verständlicher und nachvollziehbarer machen. Ob man selber so entschieden hätte, wie die Charaktere, ist fraglich – aber es passt einfach ideal zu dem Bild der Figuren, denen man mittlerweile einige Zeit folgt. Dass das Kindermädchen und ihr Mann, die den ganzen Konflikt im Endeffekt starten, dabei nur skizziert werden und keine eigene Tiefe verliehen kriegen ist dabei eine der wenigen Schwächen, die dieser Film hat. Durchaus großes Kino trotzdem, 50 der 93 Minuten im Film, technisch nur zu loben, nuanciert genug gespielt, spannend und doch so harmlos – da wird ein Entschluss gefasst. Das Fassen des Entschlusses selber ist dabei vorhersehbar, um nicht zu sagen berechenbar, doch die Inszenierung ist dafür ein reiner Gaumenschmaus – fantastisches, triebhaftes Editing, bunte Farben, Gaspar Noé- mäßige Bildverzerrung und dann vom Trip auch direkt ins letzte Drittel, die Eskalation, das Finale – und heilige Scheiße, was hab ich hier doch gelitten und gefeiert und „Wow“ gesagt. „Furie“ macht nämlich keine Gefangenen und ich fand es nicht nur verwunderlich, dass auf dem Cover keine Verweise zur french extremity genannt wurden, nein, ich war auch schlichtweg überrascht, dass dieser Film einfach so uncut durch die FSK gepurzelt ist, während „Dream Home“, an den ich deutlich erinnert wurde, natürlich heftigst geschnitten wurde. In einer fabelhaften Planeinstellung orientieren wir uns durch das Setting während auf mehreren Bildebenen blankes Entsetzen herrscht und wenn man denkt, puh, das war es, setzt der Film auf gemein-realistische, sadistische Weise noch einen drauf. Natürlich hat man es hier nicht mit Torture-Porn oder explizitem Gore zu tun, aber eben weil ich mich als Zuschauer so eingelassen hatte auf die Charaktere, Geschichte und das Setting, war das auch überhaupt nicht nötig. Spielfreudige Antagonisten mit erbarmungsloser Kaltschnäuzigkeit dominieren, grobkörniges Footage á la “August Underground“ wird reineditiert, nie so explizit natürlich aber stilistisch ähnlich fies, dass zum ersten Mal die Logik bzw. der Realismus strapaziert wird mit verpassten Chancen und einem fehlenden Geräusch/Effekt (?) kann man da definitiv noch verschmerzen – 23 Minuten vorm Ende des Films schließlich, was kann da noch schief gehen?
 
 
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Verzückt über die weiterhin motivierte Verwendung von Spiegeln, Schatten Silhouetten und Beleuchtung also, sowie verstört von diesem unerwartet drastischem Finale geschieht dann nach einigen Minuten aber der zweite Fauxpas, der allzu sehr nach „Genre“ schreit für diesen bis dato sehr realistischen, ernsten und bodenständigen Film, und ich fange langsam an zu zweifeln, was genau die Vision hinter dem Werk jetzt war – und dann passiert es, kurz vor Ende, also wirklich. Olivier ist entweder ein undiszipliniertes Spielkind oder ein bewusster Troll, anders kann man es sich dann wirklich kaum noch erklären – fernab von Klischees und trashiger Teeniehorrorunterhaltung wird hier 80+ Minuten ein spannender, erwachsener, reifer und technisch absolut erhabener Thriller mit beeindruckend derbem Finale präsentiert, nur um sich dann doch tatsächlich mit definitiv bewussten Tropen endgültig als Genrefilm zu outen, doch nicht nur das, mit einem ironischen Genreeinschlag kann ich noch leben, doch dann muss dieser Film auf komödiantische Weise fast schon, ich musste zumindest laut lachen und „Wtf?“ sagen, seine bis dahin größtenteils nebensächliche oder angedeutete Symbolik holzhammerartig und mit aller Redundanz ins Gesicht schmieren, bar jeder Subtilität, so dass auch der allerletzte Gelegenheitsgucker es checkt – Peinlich, unpassend, Atmosphäre zerstörend und unrealistisch bis zum geht nicht mehr.
 
 
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Wäre das Ende so geradlinig, böse, verstörend wie der Weg dahin, man könnte hier von einem fiesen Reißer á la „Eden Lake“ oder „Kidnapped“ sprechen, wenn auch mit anderem Aufbau, aber irgendwie kann ich dem Film nicht böse sein – besser und konsequenter wäre „Furie“ sicherlich, hätte er sich am Ende zusammen genommen und nicht noch mit Unrealismus, fehlgeleiteten Ideen und lauter neu aufkommenden Fragen um sich geschmissen – doch der unterhaltsamere Film, der wildere Ritt, der größere, unberechenbarere „Wtf“-Film, gerade nach diesem hochprofessionellem Build-Up, das ist er durch diese paar Minuten erst geworden und das Ende unterstreicht das Ganze noch ordentlich – denn irgendwie hat die Wahl der Ending Credits, der süffisant-ironische Track, der schon im Menü zu hören war, sowie die ganze Inszenierung der letzten 2 Minuten etwas derart Pubertäres an sich, dass ich fast schon überrascht bin, einen bis dahin doch relativ reifen und differenzierten Film gesehen zu haben. 9 Punkte wären drin gewesen, hätte man es böse und grimmig gelassen, so reicht es dafür nicht – sehr wohl aber für eine dicke Sichtempfehlung.
 
 


 
 
 

GET IN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Audiovisuell erhabener, sehr gut geschriebener und gespielter Thriller, dessen Finale unerwartete Drastik, Intensität und Spannung aufbaut. Allein für die Kamera, Bilder und das (leider?) absolut kuriose Ende sehenswert, beinhart, wunderschön.
 
 


 
 
 

GET IN – Zensur

 
 
 
„Get In – Or Die Trying“ (Originaltitel: „Furie“) hat von der FSK eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Auf der erhältlichen Heimkinoauswertung befindet sich ein roter FSK-Flatschen. Wichtig für Genre-Fans: der französische Horrorfilm ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

GET IN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Furie; Frankreich 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS HD MA 5.1, Französisch DTS HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,39.1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 27.03.2020

 

Get In – or die trying [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GET IN – Trailer

 
 


 
 
 

Dr. Barry Nyle

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cherry Tree Lane (2010)
 
Die Meute (2010)
 

Filmkritik: „True Fiction“ (2019)

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TRUE FICTION

Story

 
 
 

Wenn Experimente außer Kontrolle geraten. Eine Amateur-Schriftstellerin begibt sich in die Hände ihres Idols und lässt sich auf Psychospiele ein, die bald die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischen lassen.

 
 
 


 
 
 

TRUE FICTION – Kritik

 
 
 
Filme aus der Mache von BRADEN CROFT scheinen eine sichere Bank zu sein. Mit HEMORRHAGE drehte der Filmemacher bereits 2012 ein intensives und erschütterndes Psychodrama, das vor allem durch filmischen Tiefgang überzeugen konnte. Offenbar ist Anspruch eines der wichtigsten Attribute, die der Regisseur beim Inszenieren seiner Produktionen beherzigt. Der will sein Publikum fordern und nicht immer die gleichen Geschichten erzählen, die man schon dutzende Male auf der Mattscheibe hatte. Eine Tatsache, die auch gleich im neusten Film des Kanadiers eine Rolle spielt. TRUE FICTION nennt sich der Spaß, der alles andere – nur nicht lustig ist. Croft verbeugt sich hier vor gleich zwei Genre-Beiträgen, die erfahrenen Zuschauern ein Begriff sind. So ließ er sich einerseits von der King-Verfilmung MISERY inspirieren, aber auch das Zwei-Personen-Stück HARD CANDY hatte Einfluss. Beide Filme erzählen von Personen, die aus Besessenheit beinahe schon im Wahn handeln. TRUE FICTION hat ähnlichen Verlauf.
 
 
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Wirklich erfolgreich ist die 20-jährige Hobby-Schriftstellerin Avery Malone (SARA GARCIA) nicht. Ein Grund mehr, warum sie sich für eine Stelle als Assistentin bei ihrem Lieblingsautor Caleb Conrad (JOHN CASSINI) bewirbt, um sich dort ein paar Kniffe abschauen zu können. Der will einen neuen Roman schreiben und benötigt Unterstützung. Zufälligerweise kommt die junge Frau in die engere Auswahl und freut sich wahnsinnig, als die den Job bekommt. Doch der bekannte Schriftsteller hat eine andere Vorstellung vom Assistieren. Der überredet Avery an einem Experiment teilzunehmen, das als Basis für ein neues Buch dienen soll. Was folgt, ist grotesk: Die Probandin wird mit Ängsten konfrontiert, damit Conrad deren emotionale Reaktionen dokumentieren, kontrollieren und verstehen kann. Weil TRUE FICTION immer noch im Horror-Genre beheimatet ist, dürfte klar sein, dass das Psycho-Experiment schnell außer Kontrolle gerät. Avery verliert den Bezug zur Realität und kann bald nicht mehr differenzieren, was tatsächlich passiert oder ihrem vernebelten Verstand entspring. Spätestens jetzt wirds blutig.
 
 
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Das hat man nicht kommen gesehen. TRUE FICTION ist eine waschechte Überraschung. Das Kammerspiel beginnt unscheinbar und ruhig, ändert aber schnell seinen Ton. Regisseur BRADEN CROFT hat mit seinem dritten Spielfilm ein effektives Verwirrspiel auf Zelluloid gebannt, bei dem nichts ist, wie es scheint. Während im ersten Teil der Handlung die erfolglose Avery Malone den perversen Angst-Experimenten ihres Vorbilds ausgeliefert ist, dreht Croft in der Halbzeit den Spieß einfach um. Da werden auf einmal Opfer-Täter-Rollen vertauscht, nur um die Karten kurz vor Ende abermals neu zu mischen. Wer ist denn nun in dieser Handlung der Bösewicht und zu was wird das alles hier führen? Ganz so einfach ist TRUE FICTION nicht zu durchschauen. Immer wenn man meint, genug Antworten gefunden zu haben, kommt ein neuer Twist um die Ecke, der alles über Bord wirft. Das macht diesen Psychotrip zu einem gelungenen Genre-Beitrag, in dem es sogar relativ blutig einhergeht. Da mündet ein spannendes Psychospiel plötzlich in deftige Splatterei und die Protagonisten werden mit reichlich Kunstblut übergossen. Klingt alles verwirrend, macht aber am Ende Sinn. Mehr über den Fortlauf der Handlung zu verraten, wäre dem Publikum unfair zugegen. TRUE FICTION zehrt von der Tatsache, dass Regeln missachtet werden und der Zuschauer verblüfft wird. Das macht den Streifen zu erfrischender Genre-Unterhaltung für verregnete Wochenenden. Deshalb: Unbedingt auf die Horrorfilm-Watchlist setzen!
 
 
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TRUE FICTION – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Eine bitterböse Wundertüte, die alle Beteiligten durch die Hölle gehen lässt. TRUE FICTION zeigt, was passiert, wenn Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischen. Regisseur BRADEN CROFT – der übrigens auch den Horrorfilm FEED THE GODS inszenierte – hat hier eine weitere Version des King-Buches MISERY auf Film gebannt, die aber Indie-Horror alle Ehre macht. Statt vertraute Abläufe abzuhandeln, traut sich der Filmemacher was, das man sich eigentlich nur im Indie-Kino trauen kann. Er verlässt bekannte Pfade und erzählt eine Geschichte, deren Verlauf man so nicht kommen sieht. In diesem Psycho-Horror wird gekonnt mit der Erwartungshaltung des Publikums gespielt. Hinzukommt, dass gleich mehrere Wendungen für Verwirrung sorgen. Nicht zu ahnen, was passieren wird – daraus zieht TRUE FICTION seinen Reiz. Wem es im Genre daher nach Neuerungen dürstet und mal über den Tellerrand schauen will, muss diesen unabhängigen Psycho-Horror sehen. Festival-Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

TRUE FICTION – Zensur

 
 
 
Während sich die erste Filmhälfte eher mit psychologischer Gewalt beschäftigt, geht es in der zweiten Hälfte recht blutig zu. So werden unter anderem Finger abgetrennt und die beiden Protagonisten bieten sich ein Gewalt-Duell der Extraklasse. Hierzulande dürfte der Film wohl erst für Volljährige Filmfans geeignet sein. Zu schneiden wird es aber nichts geben. Eine ungeschnittene Freigabe mit rotem FSK-Flatschen ist denkbar.
 
 
 


 
 
 

TRUE FICTION – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen stammen von 775 Media Corp)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Audition (1999)
 
Extremity – Geh an deine Grenzen (2018)
 
Misery (1990)
 

Filmkritik: „Hell Is Where the Home Is“ (2018)

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HELL IS WHERE THE HOME IS

(TRESPASSERS)

Story

 
 
 

Ein blutig-unterhaltsames Gemetzel: Zwei Paare mieten im Internet eine moderne Villa für das Wochenende an. Keine gute Idee, denn bald werden die jungen Leute dort von Fremden überrascht, die es nicht gut mit den ahnungslosen Mietern meinen.

 
 
 


 
 
 

HELL IS WHERE THE HOME IS – Kritik

 
 
 
Wenn es in Horrorfilmen am späten Abend an Haustüren klopft oder klingelt, stellen sich Zuschauer in Alarmposition. Nicht ohne Grund, denn in den meisten dieser Filme stattet dann nämlich der Tod einen Besuch ab. HELL IS WHERE THE HOME IS ist der gefühlt tausendste Schocker dieser immer wieder gleich aufgebauten Art von Filmen in denen ahnungslose Personen von bösen Menschen in den eigenen vier Wänden terrorisiert werden. Regisseur ORSON OBLOWITZ erfindet mit seinem Beitrag zum Home-Invasion-Filmfach das Rad nicht neu. Trotzdem sorgt er mit seinem Film für etwas Abwechslung in dem er an unerwartete Wendungen denkt und sich so einige Meter von den üblichen Pfaden des Home-Invasion-Genres entfernt. Zwar nicht viel – aber immerhin.
 
 
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Eine Nacht mit unerwartetem Ausgang. Vier Freunde haben sich eine Villa übers Wochenende gemietet. Darin will man es sich gut gehen lassen und einige Probleme klären. Doch statt klärende Gespräche zu führen, wird lieber Koks geschnüffelt und durch die Betten gesprungen. Eine trügerische Idylle, die bald ihren Zenit erreicht. Die beiden befreundeten Paare bringen nämlich Konfliktpotenzial mit. Das bekommt auch eine mysteriöse Besucherin zu spüren, die zu unchristlicher Stunde an der Türe klingelt. Die Fremde gibt sich als Nachbarin aus und bittet um Hilfe. Das glauben die Freunde aber nicht. Die vermuten böse Intensionen und treten so eine Kette von Umständen in Gang, die für reichlich Kunstblut sorgt.
 
 
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HELL IS WHERE THE HOME IS bietet blutigen Nachschub für Liebhaber fieser Home-Invasion-Thriller, wobei sich der Film dann doch etwas sehr viel Zeit damit lässt, genanntem Subgenre die Weichen zu ebnen. Wir erleben, wie es in vier Freunden brodelt. Die sehen zwar makellos aus, haben es aber faustdick hinter den Ohren. Hinter der perfekten Fassade verbergen sich dunkle Geheimnisse und skrupellose Persönlichkeiten. Eine Tatsache mit der sich HELL IS WHERE THE HOME IS keinen Gefallen tut. Die fehlerbehafteten Figuren treten nämlich alles andere, nur nicht sympathisch in Erscheinung. Das ist für einen Horrorfilm nicht unbedingt förderlich, der das Publikum dazu auffordert mit den Protagonisten durch die Hölle zu gehen. Weil die Figuren nur selten zugänglich sind und man sich nicht mit ihnen identifizieren kann, leidet man nicht mit. So bleibt das Schicksal der Helden weitestgehend egal. Keine guten Voraussetzungen, um einem Horrorthriller bis zum Abspann zu folgen.
 
 
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Offenbar hat das selbst Drehbuchautor COREY DESHON erkannt. Der versucht im letzten Moment die Kurve zu bekommen und bereichert seine Geschichte um jede Menge Schmuddelkram. Ein paar nicht minder skrupellose Gesellen statten den jungen Leuten einen Besuch ab und machen den Mittdreißigern das ohnehin schon vermasselte Leben zur Hölle. Die Richtungswechsel wirken konstruiert, bietet aber die Möglichkeit jede Menge Gewalt zu zelebrieren. Da werden die Frauen des makellosen Viergespanns gequält, Macheten in Köpfe geschlagen und Kamerastative zweckentfremdet – die Feuerlöscherszene aus IRREVERSIBEL lässt grüßen. Das Blut fließt reichlich und entschädigt für manch müden Hänger in der ersten Filmhälfte.
 
 
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HELL IS WHERE THE HOME IS – der übrigens anfangs noch den weitaus passenderen Titel TRESPASSERS (deutsch: Eindringlinge) trug – ist keine Sternstunde des Home-Invasion-Genres. Dennoch liefert er solide Unterhaltung für jene, die gern ahnungslosen Menschen dabei zusehen, wie sie von zwielichtigen Gestalten gequält, überfallen und getötet werden. Der Film verfügt über einen stimmigen Synthesizer-Soundtrack, wie man ihn vor allem in vielen italienischen Horrorfilmen der 1980er ganz ähnlich gestrickt zu hören bekam. Zudem überzeugt der Film durch durchdachte Kamerafahrten und atmosphärische Kameraeinstellungen. Letztere werden gern mal in sattes Blau oder Rot getaucht. Ob da jemand Altmeister DARIO ARGENTO nacheifern wollte? Zumindest stehen die stilistischen Spielereien dem Schocker ganz gut und lassen ihn wertiger erscheinen, als er letztendlich ist. Für einen ungemütlichen Winterabend mit der schreckhaften Freundin ganz brauchbar, denn trotz Schwächen wird man solide unterhalten!
 
 


 
 
 

HELL IS WHERE THE HOME IS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wendungsreicher Home-Invasion-Schocker mit makabren Überraschungen. HELL IS WHERE THE HOME IS nimmt sich ziemlich viel Zeit, bis er endlich mal zum Punkt kommt. Dafür bricht der Albtraum dann umso schonungsloser über die Protagonisten herein. Zwar leidet der Streifen unter seinen unnahbaren Helden, denen man schon recht früh einen möglichst grausamen Tod wünscht. Dafür wird er Zuschauer mit einigen blutigen Finessen in der zweiten Filmhälfte entschädigt, die definitiv nichts für zimperliche Gemüter sind. Was man HELL IS WHERE THE HOME IS gutheißen muss ist die Tatsache, dass hier alles etwas anders kommt, als erwartet. Das wirkt zwar manchmal etwas konstruiert, gestaltet sich aber als cleverer Schachzug, um auch jene ansprechen zu können, die nahezu alle Home-Invasion-Thriller der letzten Jahre gesehen haben und müde von den immer gleichen Abläufen geworden sind. HELL IS WHERE THE HOME IS ist ein bitterböser Home-Invasion-Horror, der keine Gefangenen macht. Wer es etwas härter im Film bevorzugt, ist hier an der richtigen Adresse.
 
 
 


 
 
 

HELL IS WHERE THE HOME IS – Zensur

 
 
 
HELL IS WHERE THE HOME IS hat in der zweiten Filmhälfte einige Gewaltszenen zu bieten. Eine Machete wird in einen Kopf geschlagen und Messer in Körper gerammt. Außerdem wird vor Gesichtern mit einem Eisengegenstand auf Pistolenmunition geschlagen, bis diese gezündet wird. Die makaberste Szene ist diese, in der eine Filmfigur mit dem Gesicht auf einen Gegenstand fällt und sich dieser durch ihr Auge bohrt. Hierzulande hat es für diesen Thriller eine Erwachsenenfreigabe gegeben. Ungeschnitten, keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

HELL IS WHERE THE HOME IS – Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU – Uncut #18 (limitiertes Mediabook mit DVD + Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hell Is Where the Home Is; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch, Englisch DD 5.1 + DTS HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35.1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook

Extras: Trailer | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet, Poster

Release-Termin: Mediabook: 13.12.2019 | KeepCase: 13.12.2019

 

Hell Is Where The Home Is [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Hell Is Where The Home Is [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

HELL IS WHERE THE HOME IS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei PIERROT LE FOU | IFC FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ghostland (2018)
 
Kidnapped (2010)
 
Mother’s Day (2010)
 
You’re Next (2011)
 

Filmkritik: „Mollywood“ (2019)

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MOLLYWOOD

Story

 
 
 

Keine Macht den Drogen: Ein Drogen-Dealer vertickt nicht nur gern Rauschmittel auf einer Party. Er tötet auch die Konsumenten seiner bunten Pillen – blutig und grausam. Zur Abschreckung, als Lehre oder nur zum Spaß? Wer die langweiligsten 90 Minuten des Jahres 2019 übersteht, wird vermutlich nicht viel klüger sein.

 
 
 


 
 
 

MOLLYWOOD – Kritik

 
 
 
Hoch lebe die IMDB. Seit vielen Jahren gehört diese Webseite zum unverzichtbaren Nachschlagewerk für Filmemacher und Filmbegeisterte. Das Online-Portal hält nicht nur wichtige Fakten über jede erdenkliche Kino-, Video- oder TV-Produktion parat. Auch Filmbewertungen gehören zum obligatorischen Standard, damit sich Besucher über die Qualität des gesuchten Streifens informieren können. Oftmals verrät die viel, vor allem auch deshalb, weil Nutzer weltweit dazu beitragen können, die Spreu vom Weizen zu trennen. Die Filmdatenbank ermöglicht es nämlich, dass Kinoliebhaber gesehen Filme bewerten können. Da werden schnell mal mehrere tausend Stimmen abgegeben, damit andere Besucher wissen, ob ein Film lohnt gesehen zu werden oder eben nicht. Eine wichtige Funktion, die so überflüssige Machwerke wie MOLLYWOOD entlarvt. Schenkt man nämlich den IMDB-Bewertungen Glauben, hat man es hier mit Bodensatz zu tun. Die Warnung können wir nur bestätigen. MOLLYWOOD ist Zelluloid-Verschwendung und ein gemeiner Zeiträuber dazu. Der Farbe beim Trocknen zuschauen ist spannender.
 
 
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Irgendwo in Chicago steht ein Club namens Mollywood, der zu den begehrtesten Diskotheken gehört, die die Stadt zu bieten hat. Die Gründe für die Beliebtheit liegen auf der Hand. Dort läuft nicht nur angesagte Mukke – auch neue Drogen bekommt man dort unter der Hand. Eine Tatsache, die ein Irrer namens Chase ausnutzt. Er verkauft jungen Menschen ein selbstgemachtes Betäubungsmittel und schlachtet seine Käufer in der Phase des Rauschzustandes ab. Da häufen sich so langsam die Leichen, was den Undercover-Polizisten Zach zu Ermittlungen zwingt. Leider ist die Suche nach dem selbsternannten Rächer nicht gerade einfach. Die Drahtzieher im Untergrund halten nämlich dicht, schließlich lässt sich mit Drogen und deren Konsumenten ganz schön viel Geld verdienen.
 
 
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Von leicht zu erobernden Frauen und prolligen Alphamännchen – Herr wirf Hirn vom Himmel. Die Welt von Drehbuchautor KEN HOYD scheint ziemlich verschoben zu sein. Der hat mit MOLLYWOOD einen Horrorthriller zu Papier gebracht, dessen intelligenzfreien Figuren man besser nicht im Dunkeln begegnen möchte. Frauen werden hier zu unterwürfigen und nicht immer hellen Begattungswesen deklariert; Männer dagegen verhalten sich wie allseits potente Macho-Gangster, die sofort zum Messer greifen, wenn man zu persönlich wird. So oberflächlich die Charakterisierung, so oberflächlich gestalten sich auch die Gespräche zwischen den Protagonisten. Der beschränkte Wortschatz besteht ausschließlich aus einer Aneinanderreihung vulgärer Floskeln. Im Vergleich dessen sind die Dialoge in TV-Formaten privaten Fernsehanstalten preisverdächtig.
 
 
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MOLLYWOOD besitzt keinerlei Sympathieträger und auch sonst quält sich der Streifen damit eine Geschichte zu erzählen. Regisseur MOROCCO VAUGHN hat seinen Film mit vielen unwichtigen Szenen gefüllt, in denen uninteressante Figuren etwas sagen, das ohnehin nicht von Bedeutung ist. Irgendwo dazwischen passieren Morde, die MOLLYWOOD offenbar ihre Daseinsberechtigung geben. Betrachtet man sich das Machwerk nämlich genauer fällt schnell auf, dass die Handlung um die wenigen Gewaltexzesse geschrieben wurde und nur Alibifunktion besitzt, damit MOLLYWOOD überhaupt Spielfilmlänge erreicht. Nun gut, mag man meinen. Im Slasher-Film der 1980er Jahre hat man das nicht anders gemacht. Das ist korrekt. Nur war dort das abwechslungsreiche Morden der eigentliche Höhepunkt jedes Meuchelthrillers. Anders dagegen in MOLLYWOOD. Zwar sind auch hier sadistische Kills vorhanden; die einfältigen Effekte sind aber so durchschaubar, billig und hektisch geschnitten, dass selbst Fans härterer Filme gelangweilt abwinken. Alles wirkt hingeschludert und wirklich böse oder gar schonungslos ist MOLLYWOOD zu keiner Minute. Angesichts dessen, dass viele Horrorfilme neueren Datum zumindest versuchen mit grausamen und perfiden Gewalteinlagen zu schockieren ist das, was in MOLLYWOOD gezeigt wird, kaum der Rede wert. Selten so einen schlechten Horrorstreifen gesehen. Das sahen wohl auch die vielen Nutzer der Filmdatenbank IMDB so. Die hinterließen auf dem Portal ein vernichtendes Feedback zu MOLLYWOOD, das sich mit unseren negativen Eindrücken deckt. Besser meiden!
 
 


 
 
 

MOLLYWOOD – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Die wohl langweiligste Suche nach einem perfiden Killer im aktuellen Filmjahr. Okay, MOLLYWOOD hat ein paar Gewaltmomente zu bieten in denen ein fanatischer Serienkiller aus Bestrafung jungen Menschen tötet, die kurz zuvor noch selbstgebraute Drogen beim Mörder gekauft haben. Die Morde machen dieses Machwerk aber auch nicht zur Sternstunde des Slasher-Kinos, weil die wenigen Kills schlichtweg beliebig sind. Da wird ein Bein abgesägt und Chemikalien ins Auge geträufelt. Sieht alles billig und semiprofessionell aus, was wohl vermutlich von den Machern nicht so gewollt war. MOLLYWOOD will in seinen Gewaltexzessen brutal und schonungslos sein. Das Resultat ist ernüchternd, weil man wegen mangelnder Sympathie zu den Opfern kaum Interesse am Ableben der Opfer hegt. Die mangelnde Qualität der Spezialeffekte tut da ihr Übriges. Dass dieser miserable Anti-Drogen-Propaganda-Film dazu noch kaum Handlung besitzt, macht ihn gleich doppelt unbrauchbar. Immerhin lässt man kurz einige Horror-Kultfilme der 1980/90er aufleben. MOLLYWOOD erinnert mit seinem vermummten Rächer an jene Horrorfilme in denen Polizisten aus der Hölle das Gesetz selbst in die Hand nahmen und Opfer wie Täter kaltblütig des Spaßes wegen ausradiert haben. Wer jetzt nicht weiß welche Filme gemeint sind: PSYCHO COP oder MANIAC COP sind einige derer.
 
 
 


 
 
 

MOLLYWOOD – Zensur

 
 
 
MOLLYWOOD hat in der zweiten Filmhälfte einige Gewaltszenen zu bieten. Es werden u.a. Chemikalien in das Auge eines Frau geträufelt, die zur Folge haben, dass die Haut verätzt. Weiterhin wird das Bein eines soeben mit Drogen benebelten Opfers abgesägt. Die meisten Gewaltszenen reduzieren sich auf die letzte halbe Stunde. MOLLYWOOD ist ein FSK18-Kandidat. Eine Indizierung muss nicht befürchtet werden.
 
 
 


 
 
 

MOLLYWOOD – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Momentum Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Psycho Cop (1989)
 
Maniac Cop (1988)
 
Maniac Cop 2 (1990)
 
Maniac Cop 3 (1993)
 

Filmkritik: „Havana Darkness“ (2019)

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HAVANA DARKNESS

Story

 
 
 

Drei neugierige Mittdreißiger bekommen ein Manuskript von Schriftsteller Ernest Hemingway in die Hände, das sie nach Havanna führt, wo sie an eine seltsame Organisation geraten, die eine Leidenschaft fürs Terrorisieren und Foltern hegt.

 
 
 


 
 
 

HAVANA DARKNESS – Kritik

 
 
 
Manchmal ist es besser, wenn man seine Nase nicht in Dinge steckt, die einen doch nichts angehen. Weise Worte, die leider Protagonisten in Horrorfilmen zu oft nicht ernst nehmen wollen. Da ist die Neugierde meist größer als der Verstand, was zur Folge hat, dass Figuren in Umstände hineingerissen werden, aus denen sie schnell nicht mehr entkommen können. Auch der mexikanische Regisseur GUILLERMO IVÁN liebt offenbar Horror-Klischees und nutzt die für etwas reißerisch in Szene gesetzten Horror. Der hat in Kuba im Filmfach studiert und verdient seit Jahren als Schauspieler, Produzent und Regisseur sein Lohn und Brot. Offenbar hat er während seiner Studienzeit ein paar düstere Ecken in Havanna gefunden, die geradezu prädestiniert dafür sind, dort einen Horrorfilm spielen zu lassen. Das Ergebnis ist HAVANA DARKNESS – ein beliebiger Folter-Slasher-Mix mit immerhin atmosphärischen Momenten.
 
 
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Wenn Neugierde in der Sackgasse endet. Carlos Carrasco ist Historiker und bekommt ganz zufällig ein unveröffentlichtes Manuskript in die Hände, das der Schriftsteller Ernest Hemingway während seiner Zeit im kubanischen Havanna geschrieben haben soll. Grund genug das Schriftstück genauer unter die Lupe zu nehmen und mit zwei Freunden nach Kuba zu reisen. Dort will man die Echtheit des Textes prüfen und geht dabei einem Abschnitt im Manuskript auf dem Grund, in dem von einer mysteriösen Mordserie erzählt wird. Die soll sich während des Aufenthalts Hemingways in einer Villa im Herzen der Stadt zugetragen haben. Düstere Legenden oder tatsächlich passiert? Eine Frage, die den drei Hobbydetektiven bald zum Verhängnis wird. Schnell hat man nämlich das geheimnisvolle Anwesen gefunden und verschafft sich trotz Warnung Einheimischer Zutritt. Ein fataler Fehler, der den Freunden zum Verhängnis wird.
 
 
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Ein Horrorfilm aus Kuba? Nun ja nicht ganz. HAVANA DARKNESS ist der erste englischsprachige Genre-Film, der in Kuba gedreht wurde und die Kulisse maroder Bausubtsanz dafür nutzt, um etwas HOSTEL-Feeling auf Zelluloid bannen zu können. Kuba ist nämlich nicht nur für karibisches Nächte und Salsa berüchtigt; das kommunistische Land hat auch enorme wirtschaftliche Probleme. Da bröckelt es an allen Ecken und Kanten. Doch Geld für die Restaurierung alter Gebäude ist nicht vorhanden. Ein Vorteil, der HAVANA DARKNESS förderlich ist. Der Horrorthriller entführt den Zuschauer schnell in eine dunkle Welt, die sich inmitten von Bauruinen auftut und eine Atmosphäre zutage fördert, wie man sie aus schmuddelig-dreckigen Folterwerken kennt. Da werden Erinnerung an so deftige Hausmannskost wie HOSTEL, SEE NO EVIL oder WHAT THE WATERS LEFT BEHIND wach. Wobei wir auch schon beim Film wären. HAVANA DARKNESS ist bei genauerer Betrachtung ein Mix aus Folterfilm und Slasher-Streifen, der sich aber erstaunlich zurückhält bei dem, was solche Filme eben ausmachen. Da wird Gewalt auf das Nötigste beschränkt. Eine etwas unsanfte Beinbehandlung mit einem Sägewerkzeug bildet da leider auch schon den Höhepunkt. Terror- und Folterfilme sind eben auch nicht mehr das, was sie mal waren.
 
 
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Doch bevor der Streifen überhaupt erst einmal an Fahrt gewinnen kann, hat der Film mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Da wird viel recherchiert und um den heißen Brei geredet. So müssen die Helden erst einmal die Fährte wittern und nach Havanna reisen. Der Handlungsverlauf wirkt hierbei unglaubwürdig und konstruiert. So stellt sich bald heraus, dass die Texte des Ernest Hemingway keineswegs echt sind. Die wurden von zwielichtigen Personen in Umlauf gebracht, um ahnungslose Menschen in eine Art unterirdische Kampfarena zu locken. Dort angekommen, werden Nägel mit Köpfen gemacht. Drei maskierte Killer spielen mit ihren Opfern und jagen sie mit Mordwerkzeugen ausgestattet durch blutbesudelte Flure und schlecht ausgeleuchtete Zimmer. Dabei wird die perfide Hetzjagd von einem geheimnisvollen Beobachter über verschiedene Überwachungskameras verfolgt. Das klingt krass, liest sich aber reißerischer, als es letztendlich ist.
 
 
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Viel Lärm um nichts also. HAVANA DARKNESS hat zwar eine Million Dollar gekostet, kann aber seine Video-Herkunft nicht verleugnen. Offenbar ist das gesamte Produktionsbudget in das schmuddelige Set und die immerhin gut kreierten Masken geflossen. Letztere erinnern an die Maskierung des Fallenstellers im Online-Survival-Game DEAD BY DAYLIGHT. Kenner des Horror-Spiels dürften zweifelsohne Parallelen entdecken. Das macht HAVANA DARKNESS aber nicht zum Highlight. Dem Streifen mangelt es an dem, was man eben von Slashern und Terrorfilmen erwartet. Das ist nun mal Gewalt, Gewalt und nichts als Gewalt. Die ist überschaubar und deren Mangel wohl auf fehlendes Budget zurückzuführen. Damit dennoch Spielfilmlänge erreicht werden kann, hetzt man die Protagonisten am Ende etwas zu lang durch ein dunkles Verlies. Da wird’s dem Zuschauer selbst bald düster vor Augen, weil er vom ewigen Gehetze und Verfolgen ganz müde wird. Immerhin fühlten sich die Schauspieler gefordert. In einem Interview erklärte Schauspielerin CAROLINA RAVASSA, dass HAVANA DARKNESS für sie der herausforderndste Film ihrer bisherigen Karriere gewesen sei: emotional, physisch und psychisch. So musste die Darstellerin unentwegt laufen, keuchen, weinen und zittern. Für ihren Körper eine Herausforderung, die die Schauspielerin an ihre Grenzen brachte.
 
 


 
 
 

HAVANA DARKNESS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
HAVANA DARKNESS zeichnet sich durch die schaurigste Killer-Maskierung aus, die man in einem Horrorfilm zu sehen bekommen hat. Zudem gefällt das schmuddelige Folter-Set, das Erinnerungen an Filme wie HOSTEL oder KILLER INK wach werden lässt. Leider war’s das dann aber auch schon mit den Höhepunkten. HAVANA DARKNESS ist ein B-Movie, dem oft das kleine Budget einen Strich durch die Rechnung macht. Das macht sich vor allem am mageren Blutzoll bemerkbar. Irgendwie will man das Gefühl nicht loswerden wollen, als hätten die Macher mehr gewollt, aber nicht mehr gekonnt. Für einen Film dieser Kategorie sind die gezeigten Grausamkeiten beinahe eine Beleidigung. Trotz Folter- und Überlebensthematik sollten Fans dieser Gattung Film demzufolge nicht zu viel erwarten. Hier winkt definitiv ein blauer FSK-Sticker – der Albtraum eines jeden Liebhabers härterer Horrorfilme.
 
 
 


 
 
 

HAVANA DARKNESS – Zensur

 
 
 
Man sollte sich nicht vom reißerischen Filmplakat blenden lassen. HAVANA DARKNESS ist kein Foltermeisterwerk in dem der Lebenssaft minütlich fließt. Der Fan für härtere Filmware darf sich nur an wenigen Gewaltmomenten erfreuen, die dazu auch noch sehr kurz gezeigt werden. Pfeile bohren sich in Körper, ein Kehlenschnitt hat es in den Film geschafft und eine festgebundene Filmheldin muss eine schmerzhafte Fußmaniküre über sich ergehen lassen. Weiterhin fällt ein Protagonist in eine Pfütze und erliegt anschließend einer Elektrobehandlung, weil Strom ins Wasser geleitet wird. HAVANA DARKNESS dürfte hierzulande ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HAVANA DARKNESS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Gravitas Ventures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sportkill (2007)
 
Hostel (2003)
 
Raze – Fight or Die! (2013)
 
Are You Scared (2006)