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Folterhorror

Filmkritik: „Even Lambs Have Teeth“ (2015)

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EVEN LAMBS HAVE TEETH

Story

 
 
 

Zwei Freundinnen – die eine zurückhaltend, die andere rebellisch (KIRSTEN PROUT & TIERA SKOVBYE) – wollen sich auf einem Bauernhof etwas dazuverdienen, geraten aber in die Fänge gewissenloser Kleinstädter, die mit den Mädchen andere Pläne haben.

 
 
 


 
 
 

EVEN LAMBS HAVE TEETH – Kritik

 
 
 
Darf’s denn was mit Rache sein? Seit Anbeginn des Kinos sind Filme nicht mehr von der Leinwand wegzudenken, in denen Frauen vergewaltigt oder gefoltert werden. Dass sie sich anschließend kalt an ihren Peinigern rächen, kam später hinzu. Rape-and-Revenge-Movies schimpft sich jenes Subgenre, das mit Ingmar Bergmans DIE JUNGFERNQUELLE quasi Geburt feierte und während der 1970er/1980er mit rohen Klassikern wie I SPIT ON YOUR GRAVE oder LAST HOUSE ON THE LEFT Hochkonjunktur erlebte. Seit einigen Jahren feiert diese Art des Schmuddelkinos eine kleine Renaissance. Im Gegensatz zu damals legen die Rachestreifen von Heute noch eine Schippe drauf. Mehr Brutalität und möglichst lang zelebrierte Szenen, in den Frauen vergewaltigt oder gedemütigt werden, sind mittlerweile Pflicht. Eine fragwürdige Entwicklung, die auch die Zensurbehörden nicht kalt lässt. Wie bereits zur Blütezeit der Exploitationfilme haben es auch heute viele dieser Streifen nicht leicht und werden in vielen Fällen nur in geschnittener Form veröffentlicht. Zuletzt geschehen mit I SPIT ON YOUR GRAVE 2. Die Fortsetzung der Neuverfilmung wurde hierzulande (nicht unbegründet) um 16 Minuten erleichtert. Doch Fans stört das offenbar nicht, denn die meisten dieser Film gibt’s komplett im deutschsprachigen Ausland – wenn auch zu nicht immer moderaten Preisen zu kaufen. Ein Hoch auf die österreichischen Nachbarn!
 
 
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Selbstjustiz als Mittel zum Selbstzweck ist auch in folgendem Rachestreifen Programm, bei dem bereits der doppeldeutige Titel Vermutungen aufkommen lässt, was dem Zuschauer in diesen Film geboten wird. EVEN LAMBS HAVE TEETH nennt sich der blutige Thriller aus der Feder von TERRY MILES, der es sich nicht nehmen lassen hat auch gleich noch auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Kopiert hat der fleißig, denn sein Rachefilm scheint nicht unwesentlich vom anfänglich erwähnten I SPIT ON YOU GRAVE 2 inspiriert – auch wenn dessen Härtegrad nicht annähernd erreicht werden kann. Dafür gibt’s reichlich schwarzen Humor, der mit fortschreitender Laufzeit immer präsenter wird und im Rachepart zu Höchstform auffährt. Doch kann die Kombination aus ernst und zynisch bei so kontroverser Thematik überhaupt richtig funktionieren? EVEN LAMBS HAVE TEETH rückt zwei beste Freundinnen in den Mittelpunkt, die sich zu einem Bio-Bauernhof aufmachen, um dort in vier Wochen etwas Geld zu verdienen, das sie dann bei einem Shopping-Trip in New York City ausgeben wollen. Doch der Onkel von Kathie ist skeptisch, hat der als FBI-Detektiv doch schon einige schlimme Dinge gesehen, die reisenden jungen Frauen widerfahren sind. Ganz unbegründet ist die Sorge leider nicht. Kaum aus dem Haus, geraten die Mädchen an zwei attraktive Jungs, die ihre Pläne haben. Sie entführen ihre ahnungslosen Opfer und sperren die High-School-Schönheiten in zwei Baucontainer, wo sich das halbe Dorf kostenpflichtig an ihnen vergehen darf. Doch bald reicht es den Opfern. Sie können entkommen, fahren zum nächsten Baumarkt und decken sich mit spitzem Werkzeug ein. Was folgt kann man sich ausmalen. Vergeltung steht auf dem Plan – und die geht nicht gerade zimperlich über die Bühne.
 
 
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Erst unerbittlich winseln, dann kreativ töten. Nichts Neues an der Rache-Front. Was sich hier liest wie Rape-and-Revenge in Reinform, ist unterm Strich mehr Revenge statt Rape. Löblicherweise blendet Regisseur TERRY MILES nämlich weg, wenn es den grünschnäbeligen Heldinnen an den Kragen geht, hält dafür aber umso detaillierter drauf, wenn die bösen Jungs für ihre Untaten zahlen müssen. EVEN LAMBS HAVE TEETH ist ein weiterer, nicht unbedingt besserer Vertreter seiner Gattung, der ernst beginnt und anschließend ins Rache-Absurdum getrieben wird. Spätestens hier unterscheidet sich der Film von den üblichen Verdächtigen, denn die Rachegelüste zwei gedemütigter High-School-Schülerinnen erhalten nahezu groteske Ausmaße. Da werden Heimwerkergegenstände und Gartengeräte zweckentfremdet und zum Mordwerkzeug umfunktioniert, die sich irgendwie und möglichst blutig in menschliche Körper bohren. Als wäre das nicht schon absurd genug, entwickeln die Gepeinigten im Verlauf ihres Martyriums sonderbaren Zynismus. So wird mit trockenen Sprüchen gemordet, die Meuchelmörder FREDDY KRUEGER Konkurrenz machen könnten. Ein comichafter Unterton lässt sich da nicht von der Hand weisen. Dennoch; auch wenn EVEN LAMBS HAVE TEETH an Sarkasmus nicht geizt, handelt es sich hier nicht unbedingt um den hellsten Film dieser Art. Was passiert orientiert sich am Horror-Standard und verrennt sich in Klischees. Somit wird Mitfiebern unterbunden, gerade auch deshalb, weil die Protagonisten unnahbar bleiben. Hier wäre es wohl besser gewesen, wenn sich TERRY MILES wohl mehr um das emotionale Ungleichgewicht seiner Heldinnen gekümmert hätte, anstatt die Geschehnisse im Blut zu ersäufen. Die Figuren bleiben nämlich blass, handeln nach den ihnen vordiktierten Regeln und verhalten sich alles andere als klug. Weil man von solchen Filmen mittlerweile so viele gesehen hat, dürfte man trotz zusätzlicher Humor-Zutat auch mit EVEN LAMBS HAVE TEETH keinen Blumentopf mehr gewinnen können. Man darf aber davon ausgehen, dass bald ein weiterer, ähnlich gestrickter Kandidat die Runde machen wird. Solange sich mit immer wieder gleichen Geschichten genug Zaster verdienen lässt, wird es wohl auch keine Neuerungen in einem Subgenre geben, das menschliche Abgründe zum Thema macht. Was für ein Teufelskreislauf.
 
 
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EVEN LAMBS HAVE TEETH – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die Horrorversion von THELMA & LOUISE. Wenn Frauen sich rächen, freut’s den Zuschauer. EVEN LAMBS HAVE TEETH steht brutalen Rachefilmen wie I SPIT ON YOUR GRAVE (das Remake!) und BOUND TO VENGEANCE in nichts nacht. Auch hier wird recht grafisch das Auslöschen skrupelloser Männer zelebriert – Regisseur und Drehbuchautor TERRY MILES würzt diesmal jedoch mit schwarzhumoriger Note nach. Eine nette Dreingabe, die den Film nicht unbedingt besser macht. Das Problem: dem Film mangelt es an guten Ideen. Das einzig Kreative ist das abwechslungsreiche Töten der Bösewichte. Wem das an Neuerungen reicht, wird sicher gut unterhalten. Wer jedoch gern mal über den Tellerrand schaut und so ziemlich jeden Rape-and-Revenge-Schocker der letzten Jahrzehnte gesehen hat, wird sich reichlich unterfordert fühlen. Warum? EVEN LAMBS HAVE TEETH verläuft nach üblichem Schema und wagt nicht vom Weg abzukommen. Das macht ihn leider vollkommen austauschbar. Netter Zeitvertreib – mehr aber nicht.
 
 
 


 
 
 

EVEN LAMBS HAVE TEETH – Zensur

 
 
 

Schwer zu sagen, ob EVEN LAMBS HAVE TEETH ungeschnitten veröffentlicht werden kann, denn auch wenn ein humoristischer Unterton zu verzeichnen ist, geht es den männlichen Filmkollegen am Ende recht krude an den Kragen. So wird ein mit Stacheldraht umwickelter Baseball in den Anus einer der Protagonisten eingeführt und Tennisbälle mit Nägeln versehen, die dann den Bösewichten entgegengeworfen werden. Zudem bekommt ein Übeltäter eine Gesichtspolitur mit dem Rasentrimmer. Alles recht deftig anzusehen. Weil auch noch Selbstjustiz eine Rolle spielt, könnte es durchaus Probleme mit einer Freigabe geben.

 
 
 


 
 
 

EVEN LAMBS HAVE TEETH – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bound to Vengeance (2015)
 
I Spit on your Grave 2 (2013)
 
I Spit on your Grave 3 (2015)
 
Savaged (2013)
 
Evangeline (2013)
 
Big Driver (2014)
 
Autumn Blood – Zeit der Rache (2013)
 
Hidden in the Woods (2012)
 
Hidden in the Woods (2014)
 
Girls against Boys (2012)
 


Filmkritik. „The Horde“ (2016)

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THE HORDE

Story

 
 
 
Deformierte Hinterwäldler kämpfen gegen ahnungslose Studenten und einen Ex-Marinesoldat. Mögen die Schlachkämpfe beginnen.

 
 
 


 
 
 

THE HORDE – Kritik

 
 
 
Vermutlich dürften sich noch viele Horrorfilmliebhaber an den Backwood-Slasher WRONG TURN und das Remake zu THE HILLS HAVE EYES erinnern. Die haben vor knapp zehn Jahren derbes Zeug auf der Leinwand gezeigt und konnten sich dank kruder Spezialeffekte einen Ehrenplatz in den Herzen vieler Genrefans sichern. Mittlerweile gehören beiden Filme zum Bestandteil jeder gut sortierten Horror-DVD-Sammlung und werden stolz hervorgekramt, wenn im Freundeskreis nach harten Horrorfilmen gefragt wird. Eine gute Alternative wird nun mit THE HORDE geboten. Der hat nichts mit dem französischen Zombie-Actioner LA HORDE von 2009 gemein, sondern ist bei genauerer Betrachtung eigentlich ein günstig gedrehter Mix aus anfangs erwähnten Mutanten-Schockern WRONG TURN und THE HILLS HAVE EYES. Deren Erfolgszutaten wurden hier ganz unverfroren für den Videomarkt kopiert, um mit der langsam abebbenden Backwood-Horror-Welle noch schnell etwas Geld verdienen zu können. Entstanden ist dabei kein nachhaltiger Horrorfilm an den man sich auch in zehn Jahren noch erinnern wird. Vielmehr bekommen Freunde fürs Grobe ausschließlich das, was ihnen in Deutschland oft wegen den strengen Zensurauflagen vorenthalten wird. Im Falle von THE HORDE ist das Gewalt, Gewalt und nochmals Gewalt. Zur Freude für jene, die den täglichen Brutalo-Kick im Genre suchen. Die werden wegen der vielen zermatschten Köpfe, abgesägten Gliedmaßen und unzähligen Knochenbrüchen feuchte Höschen bekommen – auch wenn nicht unverborgen bleibt, dass mit kleinem Budget gehaushaltet werden musste. Für genug Schauwerte hat das schmale Kapital dennoch ausgereicht.
 
 
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Hinter dem heftigen Filmchen steckt JARED COHN. Der hat sich bisher an reichlich B-Movie-Futter (u.a. BUDDY HUTCHINS) ausprobiert und auch genug Quatsch für das Filmstudio THE ASYLUM verbrochen, das seit dem Erfolg des Hai-Trash-Horrors SHARKNADO besorgniserregend viel Aufmerksamkeit erhält. Von selbstironischem Trash ist THE HORDE weit entfernt, auch wenn ausgelutschte Horror-Klischees, quälend dumme Stereotypen und penetrantes Overacting anfangs eine Parodie auf Backwood-Slasher vermuten lassen. Der Streifen bekommt jedoch schnell die Kurve. So wird der Action- und Gewaltanteil drastisch erhöht, damit dem Horrorfan nicht sofort auffällt, dass THE HORDE trivial und einfältig zusammengekritzelt wurde. Das Drehbuch zum Film glänzt nämlich nicht gerade durch Einfallsreichtum. Stattdessen wird die obligatorische Schlachtplatte serviert, weil sich nun mal Gewalt und Gore gut verkaufen lassen.
 
 
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In THE HORDE geht es einigen Studenten an den Kragen. Die wollten eigentlich mit Lehrerin Selina Duboix (TIFFANY BROUWER) und ihrem Freund John Crenshaw (PAUL LOGAN – der übrigens auch gleich das Drehbuch zum Film abgeliefert hat) einen Ausflug in die Wälder unternehmen, um dort Nachhilfe in Sachen Fotografie zu erhalten. Doch es kommt alles anders. Einige deformierte Kreaturen und ihre grausamen Anführer treiben in genau jenem Waldstück ihr Unwesen, in dem die Fotosafari stattfinden soll. Wer schon einige Backwood-Slasher gesehen hat, kann sich ausmalen, was passieren wird. Die Schüler werden von der Horde Hinterwäldler überwältigt und in den Unterschlupf verschleppt. Dort wird Menschenfleisch filetiert und verspeist. Gott sei Dank ist Begleiter John Crenshaw ein ehemaliger Soldat und wurde für Kriegseinsätze ausgebildete. Der weiß sich zu verteidigen und wird zum Retter in der Not. Mit puren Fäusten kämpft er sich den Weg zu Freundin Selina frei, die vom Oberbösewicht als neues Begattungsopfer auserkoren wurde. Wetten, dass das blutig wird?
 
 
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Trotz simpel zusammengeschusterter Geschichte ist ein gewisser Unterhaltungswert nicht vonn der Hand zu weisen. Das liegt in erster Linie an der temporeichen Inszenierung, die kaum Platz für Längen bietet und den Zuschauer durch ein ungemütliches Szenario hetzt, in dem die vielen Gewaltakte wegen der schmuddelig-dreckigen Atmosphäre gleich doppelt so deftig ausschauen. Viel Zeit für Nebensächlichkeiten wird nicht vergeudet. So geht es nach einer oberflächlichen Charakterisierung auch gleich in den Bau kannibalistisch veranlagter Waldbewohner, die ihre Opfer vergewaltigen, schlachten und fressen. Nacheinander müssen sich die hilflosen Studenten ihrem Schicksal beugen und einen qualvollen Filmtod sterben. Sind die meisten der törichten Opfer tot, rächen sich die wenigen Überlebenden. Dabei erweist sich B-Movie-Darsteller PAUL LOGAN als Glücksgriff, der der sich hier als unkaputtbarer Filmheld durch unzählige Körper schlitzt, schießt und schlägt. Schauspielerisch ist das was in THE HORDE geboten wird ziemlicher Käse. Hier sticht niemand mit herausragenden Qualitäten hervor. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn bis auf schreien, schluchzen und prügeln wird nicht viel abverlangt. THE HORDE ist brutales Fast-Food-Gemetzel ohne Anspruch. Splatterfans und Gorehounds wird das kaum stören. Die werden glücklich darüber sein, dass endlich mal wieder lupenreines Metzelfutter aufgetischt wird, das kompromisslos über den Bildschirm flimmert. Demzufolge sollte man das Hirn ausschalten und ein Bier trinken. Nur so lässt sich das hirnfreie Gewaltspektakel ertragen.
 
 
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THE HORDE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
WRONG TURN meets THE HILLS HAVE EYES. THE HORDE ist ein brutales und kompromissloses Gewaltspektakel, das das Herz eines jeden Horrorfan schneller schlagen lassen wird – insofern man Horrorfilme nur dann genießen kann, wenn es darin auch deftig zur Sache geht. Schauspiel oder Geschichte sind hier nebensächlich. Der Fokus liegt auf Spezialeffekte und Filmgewalt. Letztere kommt recht zeigefreudig zum Einsatz und hält die austauschbare und triviale Handlung zusammen. Trotz hanebüchener Geschichte kann THE HORDE was. Der günstige Videolook deutet darauf hin, dass schnell und günstig produziert werden musste. Dennoch stört die DTV-Optik keineswegs, sondern lässt viele der kruden Morde teilweise noch deftiger ausschauen. Glanzstück ist dabei eine Szene, in der einem der Opfer die Zunge herausgeschnitten und danach die Beine abgesägt werden. Empfindsame Gemüter werden angewidert abschalten – Gorehounds wiederum geraten bei solch rücksichtloser Zeigefreudigkeit ins Schwärmen. Weil Regisseur JARED COHN auf Logik pfeift, das Filmgeschehen mit Leichen pflastert und den Actionanteil erhöht, wird THE HORDE nie langweilig. Das ist doch letztendlich das, worauf es im Filmgeschäft ankommt, schließlich will niemand langweilige Horrorstreifen sehen. Demzufolge sollte man das Hirn abschalten und mit Alkohol betäuben. Nur so macht THE HORDE Laune.
 
 
 


 
 
 

THE HORDE – Zensur

 
 
 
Zermalmte Köpfe, aufgeschnittene Hälse, durchtrennte Achillessehnen, offene Brüche und Nägel, die durch Hände geschlagen werden. THE HORDE geizt nicht mit Gewaltakten und zelebriert diese genussvoll. Weil im Film das möglichst brutale Töten als einziger Ausweg definiert wird, dürfte es THE HORDE schwer haben in Deutschland überhaupt ungeschnitten veröffentlicht zu werden. Hierfür dürfte allein schon jene Szene Probleme bereiten, in der einem Protagonisten die Zunge herausgerissen wird. Wenig später schneidet sich eine Handkreissäge durch dessen Beine. THE HORDE ist definitiv nur für ein erwachsenes Publikum geeignet. Eine mögliche ungeschnittene Fassung dürfte wohl nur über das deutschsprachige Ausland erhältlich sein.
 
 
 


 
 
 

THE HORDE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei Gravitas Ventures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bela Kiss: Prologue (2013)
 
Wrong Turn 5 (2012)
 
Wrong Turn 6: Last Resort (2014)
 
Hatchet 3 (2013)
 
No One Lives (2012)
 
Inbred (2011)


Filmkritik: „Hidden in the Woods“ – Remake (2014)

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HIDDEN IN THE WOODS (REMAKE)

Story

 
 
 

Zwei Mädchen können sich zusammen mit ihrem kleinen Bruder aus den Fängen des tyrannischen Vaters befreien und begeben sich auf eine Reise voller Gefahren.

 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Kritik

 
 
 
Nicht ein einziges Jahr vergeht, in dem mindestens ein Horrorfilm gedreht wird, der die Geister in zwei Lager teilt. Das passiert vor allem immer dann, wenn Filme entstehen, die einzig darauf abzielen, mit möglichst viel Gewalt und polarisierendem Inhalt maximalen Reibach zu machen. So geschehen auch im Falle des chilenischen EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD (internationaler Titel: HIDDEN IN THE WOODS), der 2012 aufgrund seiner recht kontroversen Thematik die Horrorfans gegeneinander aufbrachte. Sein Regisseur, PATRICIO VALLADARES, nutzte geschickt Stilmittel des Exploitationfilms der 1970er und eckte damit vor allem bei den Zensurbehörden an. Auch die deutsche FSK verstand angesichts der Erniedrigung, Demütigung und Vergewaltigung wehrloser Frauen keinen Spaß, was dazu führte, dass der krude Genre-Mix aus Kannibalismus, Rape-and-Revenge und Überlebens-Thriller hierzulande kräftig Federn lassen musste. Trotz der semi-professionellen Machart fand der chilenische Exploitationer trotzdem viele Fans. Zu denen rechnet sich wohl auch der amerikanische Schauspieler MICHAEL BIEHN, der laut der Filmzeitschrift FANGORIA bis dato noch nie einen so heftigen Film gesehen hatte. Wegen seines realen Hintergrunds (das Original beruht angeblich auf wahren Begebenheiten) nahm ihn Biehn nicht einmal als unnötig brutal oder sonst ausbeuterisch wahr. Die weltweit stattfindende Gewalt gegenüber Frauen und deren (sexuelle) Ausbeutung muss gestoppt werden, forderte er in Interviews. Noch immer sei es an der Tagesordnung, dass Frauen sexuell missbraucht würden.
 
 
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Warum er sich mit dieser Kontroverse anschließend nicht tiefgründig in Form eines glaubhaften Dramas beschäftigt hat, weiß wohl nur Biehn selbst. Stattdessen beauftragte er den chilenischen Regisseur PATRICIO VALLADARES, seinen EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD für den amerikanischen Filmmarkt neu zu interpretieren. Die Finanzierung des Streifens kam zwar vom hauseigenen Produktionsstudio, doch das perverse Endprodukt spottet jeglicher Beschreibung. Dem chilenischen Filmemacher PATRICIO VALLADARES gelang das Kunststück aus der ohnehin schon missratenen Vorlage ein noch schlechteres Remake zu inszenieren, das obendrein nur aus einer Aneinanderreihung fragwürdiger Szenen besteht. Das muss ihm erst mal jemand nachmachen.
 
 
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Die Neuverfilmung mit dem Titel HIDDEN IN THE WOODS beginnt für zwei heranwachsende Schwestern nebst kleinem Bruder nicht gerade rosig. Die Mutter ist früh gestorben, weshalb der Vater (MICHAEL BIEHN aus THE VICTIM, ALIENS – DIE RÜCKKEHR oder PSYCH: 9) die Kinder großzieht und sich regelmäßig an ihnen vergeht. Jahre nach den täglichen psychischen und physischen Attacken des Familienoberhaupts soll damit Schluss sein. Die Geschwister wollen sich der Polizei anvertrauen und die Behörden von den gesetzesfernen Machenschaften des Vaters unterrichten. Der missbraucht seine Kinder nicht nur regelmäßig, sondern handelt zudem mit größeren Mengen an Drogen. So wandert der Vormund nach einem blutigen Amoklauf sogar ins Gefängnis, ruft aber das Interesse seines Bruders auf den Plan. Der hat nun Sorge um seine Drogen, die der Inhaftierte bei sich zu Hause verstecken sollte. Ein fleißiges Familienunternehmen. Was folgt wird für die fliehenden Kinder kein Zuckerschlecken. Die sind nun nicht mehr nur auf der Flucht vor dem tyrannischen Vater, sondern müssen sich auch noch vor den Launen des psychopathischen Onkels in Sicherheit bringen, der seine Drogen zurückhaben möchte – koste es was es wolle.
 
 
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Von häuslicher Gewalt, gesetzesfremden Bürgern und einem ernstlich verschobenen Frauenbild. Das Remake zu HIDDEN IN THE WOODS bietet im Grunde viel Zündstoff, der aber durch die exploitationhafte Inszenierung an Schlagkraft verliert. Neben verrohter Sprache und ebensolcher Gewalt hat der Film eines der haarsträubendsten Drehbücher zu bieten, die man in den letzten Jahren zu sehen genötigt wurde. Darin passiert reichlich Willkürliches und Unglaubhaftes. Man schüttelt den Kopf in Fassungslosigkeit. Weil jeder Handlungsstrang ins Extreme abdriften muss, ist das was in HIDDEN IN THE WOODS geboten wird Gewalt-Fetischisierung pur. Der Film schert sich keinen Deut, tiefgründiger in die Seelen von Täter und Opfer zu blicken. Stattdessen zelebriert er Gewalt der Gewalt wegen und um Fans derberer Unterhaltung glücklich zu stimmen. Sonderlich glaubwürdig ist hier gar nichts. Quälend dumme Dialoge gesellen sich zu hündisch schlechten Schauspielleistungen, die aber zumindest das kaum vorhandene Niveau des Streifens noch einmal ganz trefflich unterstreichen. Damit bleibt die amerikanische Version zu HIDDEN IN THE WOODS weit hinter den Erwartungen jener Filmfans zurück, die daran geglaubt haben, dass mit größerem Budget mehr heftige und professionell inszenierte Gewalteffekte umgesetzt würden. Sicher, die Neuauflage bietet genaug brutales Material – zu genüge sogar. Leider verfehlen all die roh zelebrierten Abartigkeiten im Film die nötige Intensität, weil ihnen dieser gewisse semi-professionelle Schmuddel-Charakter fehlt, der manchen Brutalo-Moment im spanisch-sprachigen Original noch unangenehmer zur Geltung kommen ließ. Was bleibt ist ein leidlich spannender True-Crime-Thriller mit Hang zum Extremen, der zwar zahlreiche Gewaltakte abspult, aber den Fan des Groben doch unbeeindruckt vor der Glotze zurücklässt. Alles schon mal gesehen – und das sogar weitaus besser. Wir empfehlen: Abschalten.
 
 
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HIDDEN IN THE WOODS – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Ein Brutalo-Werk sondergleichen. HIDDEN IN THE WOODS ist die Neuverfilmung eines auch schon missratenen Films von 2012, dem das zweifelhafte Kunststück gelingt die miserablen Minus-Qualitäten der Vorlage noch in den Schatten zu stellen. Das Drehbuch ist eine lupenreine Schande, die Dialoge unter aller Kanone und die Schauspielleistungen mit viel gutem Willen als zweckmäßig zu betiteln. HIDDEN IN THE WOODS zielt ausschließlich darauf ab, einem bestimmten Publikum seinen Kick zu liefern. Zuschauer, denen im Genre gar nicht genug Frauen gequält, missbraucht und gefoltert werden können, werden hier definitiv auf ihre Kosten kommen. Weil man aber mittlerweile so viele ähnlich gestrickte Streifen gesehen hat, berührt das Gezeigte keineswegs. Vor allem auch deswegen, weil sich die Figuren so unsinnig verhalten, dass man sich kaum mit ihnen identifizieren kann oder auch nur möchte. So wird Gewaltexzess an Gewaltexzess geklebt und mit reichlich milieugeschädigter Sprache unterstrichen. Betrachtet man die Liste aller inszenierten Remakes der letzten zehn Jahre, ist die Neuverfilmung von EN LAS AFUERAS DE LA CIUDAD die wohl erbärmlichste Neuinterpretation, die überhaupt das Licht der Zelluloid-Welt erblickt hat. Gott sei Dank hat die deutsche FSK wegen der vielen fragwürdigen Szenen einige Schnitte gefordert, so dass dem Zuschauer mehr Lebenszeit bleibt. In solchen Momenten zahlt sich die Arbeit der sonst so oft kritisierten Zensurbehörde endlich mal aus.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Zensur

 
 
 
Es werden Frauen missbraucht und wild um sich geschossen. Zudem kommt eine Kettensäge zum Einsatz. Was im Film gezeigt wird ist keineswegs für Kinder und Jugendliche geeignet. Das sah auch die FSK so. Die deutsche Fassung wurde zwar erst für Erwachsene freigegeben, ist aber um knapp drei Minuten geschnitten.
 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hidden in the Woods; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,78:1 (1080p) | 24 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailer

Veröffentlichung: 02.06.2016

 
 
 

Hidden in the Woods [Blu-ray] auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

HIDDEN IN THE WOODS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Tiberius Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hidden in the Woods (2012)
 
I Spit on your Grave 2 (2013)
 
I’ll never die alone (2008)
 


Filmkritik: „The Red House“ (2013)

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THE RED HOUSE – DIESES HAUS TÖTET DICH

Story

 
 
 
Ein Haufen Twentysomethings sucht mal wieder eine unheimliche Hütte irgendwo im Wald heim und sieht sich alsbald mit der blutigen Dezimierung ihrer flotten Truppe konfrontiert.
 
 
 


 
 
 

THE RED HOUSE – Kritik

 
 
 
Die Inhaltsangabe zu „The Red House“ ist fast schon zu klischeehaft, um sie überhaupt noch zu erwähnen. Regie-Neuling Gregory Avellone, der auf die Regie-Erfahrung eines Films von 1999 sowie zweier Kurzfilme zurückgreifen kann und auch gleich das Drehbuch zu diesem überflüssigen Film aus 2014 geschrieben hat, scheitert wirklich auf ganzer Linie ob seiner mangelnden Kreativität. Shelby (Kate French) hat von Opi irgendeine Buckelbutze im Wald geerbt, die sie nun mit drei ihrer Freundinnen plus Quoten-Mann angucken geht. Doch schon bald nach ihrer Ankunft beginnen sich die flotten Fünf zu dezimieren. Als erstes verschwindet Tussi-Nervensäge Carissa (Yvette Yates), der das alles zu unkomfortabel war. Die taucht dann irgendwann in einem muffigen Keller wieder auf, in dem sie vom großen Unbekannten gefoltert wird. Derweil versuchen sich die verbliebenen Fab Four im Überleben, was logischerweise nicht allen gelingt. Dann tauchen ein paar schießwütige Hillbillys mit schlechten Zähnen auf und fordern die Twens auf, Haus und Wald zu verlassen, weil is so. Und auch der scheinbar nette Sheriff zeigt Verhaltensauffälligkeiten…
 
 
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Filme mit Teens oder Twens wahlweise an einem See / in einer Waldhütte / in einem unheimlichen Spukhaus gibt es ja wie Sand am Meer. Dass Avellone sich nun ausgerechnet dieses abgegriffene Horror-Thema für seinen zweiten Langfilm in immerhin 15 Jahren ausgesucht hat, zeugt schon mal von nicht gerade großer Kreativität. Leider durchzieht dieser Mangel an Ideen den gesamten 88minütigen Film. Darüber hinaus kommt nahezu zu keinem Zeitpunkt auch nur der Hauch von Spannung auf. Wie auch, wenn man vorrangig damit beschäftigt ist, sich ob der strunzdämlichen Dialoge und der miesen Schauspieler-Darsteller die Lachtränen aus den Augen zu wischen? Eben.
Nach über der Hälfte der Laufzeit beginnt man langsam zu realisieren, dass das mit „The Red House“ wohl nix mehr werden wird. Auch nach 52 Minuten lässt sich keinerlei Spannung ausmachen, ebenso ist von einer halbwegs schlüssigen Story weit und breit keine Spur. Schlussendlich guckt man ein paar vollpfostigen Twens dabei zu, wie sie im Haus und ums Haus herum eiern und Stuss reden. Die esoterisch veranlagte Wie-hieß-sie-noch-gleich spürt komische Schwingungen im Haus und guckt darob verstört. Der Quotenmann und -schwarze gibt ein paar sowohl testosterongetränkte als auch hohle Sprüche von sich, Carissa hat sich zum Glück schon in den Folterkeller verpieselt und Shelby und die andere da kommen gegen die vollkommene inhaltliche Leere des Films auch nicht mehr an und verlegen sich aufs recht apart aussehen und in knappen Klamotten rumlaufen.
 
 
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Glücklicherweise fehlt es dem gesamten Cast an auch nur rudimentärem Schauspieltalent, so dass sie zumindest alle gleich schlecht spielen und man sich über alle darstellerischen Leistungen gleichermaßen aufregen kann. Erstaunlich ist dieser Talentmangel allerdings schon, denn alle Hauptakteure haben umfangreiche Serien- oder Kurzfilmerfahrung, auch diverse Mini-Rollen in Kinofilmen sind dabei. Dennoch wirkt die ganze Truppe schwerst überfordert mit ihren mehr als stereotypen Rollen. Woran zugegebenermaßen auch – mal wieder – die grauenhafte deutsche Synchronisation schuld ist. Wenigstens an Bild und Ton der Scheibe gibt es nichts auszusetzen, die Qualität ist ok und auch der Ton wurde annehmbar ausgesteuert. Da man hier nur eine Handvoll Opfer zur Auswahl hat und die Morde größtenteils Offscreen stattfinden, fehlen „The Red House“ ebenfalls ein paar zünftige Splattereinlagen oder zumindest ein Hauch von Horror. Der einzige zu entdeckende Horror bleibt aber die Unfähigkeit von Darstellern und Regisseur. Deshalb gibt es natürlich auch schöne Regiefehler: Zum Beispiel sind die Zähne von Hillbilly 2 abwechselnd strahleweiß und dann wieder sumpfgrauschwarz. Wunderbar, so gibt es wenigstens irgendetwas zu entdecken in diesem hüftlahmen Film. Das Finale setzt dem Schwachsinn dann natürlich die Krone auf, entlockt dem Zuschauer aber dennoch gute Laune, da der Film somit endlich zu Ende ist.
 
 
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THE RED HOUSE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
„The Red House“ ist bedauerlicherweise ein ganz schlechter Vertreter seines Genres. Der noch unerfahrene Regisseur und Drehbuchautor Gregory Avellone zeigt in seinem zweiten Langfilm vornehmlich, was er alles nicht kann: Gute Geschichten schreiben, souverän Regie führen, fähige Darsteller auswählen, den Unterschied zwischen innovativ und total ausgelutscht erkennen usw. Der Film generiert zu keinem Zeitpunkt Spannung oder auch nur rudimentäres Interesse an den Protagonisten und ihrem Schicksal. Das liegt zum einen daran, dass sie fortwährend nur Schwachsinn von sich geben und zum anderen, weil sie nur von Schauspieler-Attrappen dargestellt werden, die nichts können. Darüber hinaus findet in diesem Horrorfilm der Horror vorwiegend Offscreen statt, so dass man sich noch nicht einmal richtig freuen kann, wenn mal wieder einer der Nervensägen der Garaus gemacht wird. „The Red House“ ist ein billiger, schlecht bespielter und in Genreklischees erstarrender Horror-Murks, der das Ansehen keinesfalls wert ist. Fürs lustige Regiefehler zählen und zumindest teilweises Amüsement ob der hirnhautlösend dämlichen Dialoge gerade mal noch drei von zehn roten Häusern, um die man einen großen Bogen machen sollte.
 
 
 


 
 
 

THE RED HOUSE – Zensur

 
 
 
„The Red House – Dieses Haus tötet dich“ wurde von der FSK erst für Erwachsene freigegeben. Die in Deutschland erhältliche Filmfassung ist ungeschnitten und trägt das rote Freigabesiegel: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

THE RED HOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Savoy Film (Horror Extreme Collection)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Red House; USA 2013

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer

Veröffentlichung: 16.05.2014

 
 
 

The Red House – Dieses Haus tötet dich [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE RED HOUSE – Weitere Veröffentlichungen

 
 
 
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(c) Edel Germany GmbH

 
 
Neben der Einzelveröffentlichung von „The Red House – Dieses Haus tötet dich“ gibt es den Streifen in einer Horrorsammlung, die als „Horror Extreme Collection – Volume 2“ in den Handel gebracht wurde und neben besagten Horrorfilm auch die Streifen „Darkroom – Das Folterzimmer“ und „Paranoia – Der Killer in Dir“ beinhaltet. Leider gibt es dieses Horror-Sammlung nur auf DVD. Der Rechteinhaber hat auf eine parallele Vermarktung auf Blu-ray verzichtet. Immerhin sind alle Filme in der Box (Veröffentlichungstermin: 5. Februar 2016) ungeschnitten.
 
 
 

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THE RED HOUSE – Trailer

 
 

 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei Edel Germany GmbH | MIG Film GmbH | Savoy Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wrong Turn 6: Last Resort (2014)

Bela Kiss: Prologue (2013)

Cabin Massacre (2008)

Sawney – Menschenfleisch (2012)


Filmkritik: „The Lesson“ (2015)

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THE LESSON

Story

 
 
 

Ein Lehrer sieht rot: Mr. Gale wird von seinen Schülern im Unterricht so lange schikaniert, bis ihm die Sicherungen durchbrennen. Mit Folterspielchen will er zwei besonders unbelehrbare Exemplare zurück auf den Pfad der Tugend bringen.

 
 
 


 
 
 

THE LESSON – Kritik

 
 
 
Wenn alle Stricken reißen, mach was mit Folter, schließlich kommt brutale Menschenquälerei beim Horrorpublikum immer gut an. Ähnliches dürfte sich wohl auch Regisseurin RUTH PLATT gedacht haben, die sich mit dem Spielfilm THE LESSON in einem Subgenre behaupten muss, das in erster Linie von männlichen Kollegen dominiert wird. Die Regie-Newcomerin war in der Filmbranche bisher stets als Schauspielerin (in DER PIANIST und diversen TV-Serien) unterwegs, wollte aber wohl auch mal etwas anderes ausprobieren und nahm so auf dem Regiestuhl Platz. Entstanden ist kontroverser Torture-Horror mit gesellschaftskritischen Ansätzen, der sich nicht ausschließlich auf brutales und zeigefreudiges Misshandeln hilfloser Menschen konzentriert. RUTH PLATT beweist Mut zum Analysieren, denn neben Foltern und Quälen versucht die Autorin und Filmemacherin die Wurzeln der Gewalt zu erforschen – wenngleich nicht sonderlich tiefgründig.
 
 
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Wenn Schüler nicht mehr bloß Mitschüler mobben. Im ersten eigenen Spielfilm der Regisseurin wird ein brisantes Thema unter die Lupe genommen, mit dem sich wohl immer häufiger auch Lehrer in Brennpunkt-Gegenden konfrontiert sehen. Dort ist es nicht selten, dass auch Dozenten, Lehrer und Pädagogen ins Visier respektloser Schüler geraten, die die Autorität der Schutzbeauftragten mit Füßen treten. So auch geschehen zu Jugendzeiten der Filmemacherin. Die berichtete in einem Interview, dass sie sich für das Filmdebüt von Erlebnissen aus der eigenen Schulzeit inspirieren lies. RUTH PLATT erinnerte sich an einen Vorfall bei dem ein Lehrer von Schülern in einem Schrank eingeschlossen wurde und in Tränen ausbrach. Schon damals stellte sie sich die Frage, was Schüler zu solch Verhalten getrieben haben könnte. Weiterhin beunruhigte ein Zeitungsartikel. Darin lass der Regie-Neuling von einem Lehrer, der zuvor nie straffällig gewesen war und einem Schüler unerwartet schwere Kopfverletzungen zugefügt hatte. Das rief Interesse für Ursachenforschung hervor. Demzufolge setzte sich Platt an einen Tisch und begann an einem Drehbuch zu schreiben, in dem sie mögliche Indikatoren und Auswirkungen für solche Taten genauer unter die Lupe nehmen wollte.
 
 
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In THE LESSON erteilt ein Lehrer (ROBERT HANDS) zwei Schülern mit problematischem Elternhaus die Lektion ihres Lebens. Die nehmen die Schule nicht sonderlich ernst, treiben in der Freizeit nur Unfug und schikanieren im Unterricht mit unbändiger Unverfrorenheit Lehrer Mr. Gale. Der hat irgendwann die Nase voll. Er entführt die beiden Teenager, verschleppt sie in den Keller seines Hauses und erteilt ihnen dort schmerzhaften Privatunterricht. Die müssen sich ihrem Schicksal beugen und zur Abwechslung genau zuhören, was der Lehrer zu sagen hat. Das ist auch zwingend notwendig, denn Ungehorsamkeit wird in THE LESSON mit Nagelpistole und Bohrmaschine bestraft. Werden die Burschen die etwas andere Schulstunde heil überstehen und fürs Leben lernen?
 
 
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Von unterprivilegierten Familien Großbritanniens, Schwächen im britischen Bildungssystem und Problemen des Erwachsenwerdens. THE LESSON greift gesellschafskritische Debatten auf und bietet viel Zündstoff – reist kontroverse Problematiken jedoch nur oberflächlich an und untersucht nichts detaillierter. Während fiesen Bestrafungs- und Foltermomenten vergisst Regisseurin RUTH PLATT verdächtig schnell, dass sie eigentlich analysieren wollte. So verpufft die Intension der Filmemacherin zügig. Dabei war sie anfangs doch so ambitioniert darum bestrebt, die Entstehung aggressiven Verhaltens von Lehrern wie Schülern zu studieren. Immerhin kommt sie zur Erkenntnis, dass Boshaftigkeit nicht angeboren ist. So wachsen die Teenager im Film in familiär verkorksten Verhältnissen auf und sind erschreckend oft auf sich allein gestellt, so dass sie sich letztendlich selbst erziehen müssen – ohne Regeln, Normen und Werte. Ein Teufelskreis, denn der Film stellt klar, dass fehlgeleitetes und aggressives Verhalten nur Reflektion einer fehlerbehafteten und inkonsequenten Erziehung ist, das früher oder später für Chaos sorgt, weil es jene ansteckt, die in gutbehüteten Familien aufgewachsen sind. Leider werden die guten Ansätze im Film zu Gunsten zeigefreudiger Folterei rasch abgehandelt. Demzufolge ist THE LESSON dann doch mehr Horror statt ernstzunehmendes Gesellschaftsdrama mit dem man sich im Anschluss auseinandersetzen möchte. Ob Gezeigtes mindest der Gewaltfraktion zusagen dürfte, bleibt fraglich. Zwar gibt es einige schmerzhafte Bestrafungen zu sehen; reichen dürfte das aber den meisten Gorebauern weniger, denn in THE LESSON wird eindeutig zu viel gequasselt. So entpuppt sich das Debüt als unausgegorener Schnellschuss, der sich nicht so recht entscheiden kann, in welche Genre-Schublade er gesteckt werden möchte. Immerhin: Technisch ist trotz ungeschliffenem Indie-Look zumindest schon mal Potenzial vorhanden und auch die Schauspieler waren gut gewählt. Trotzdem ist THE LESSON weit entfernt von jenem Ausnahmefilm, der bei der Regisseurin großen Eindruck hinterlassen hat: FUNNY GAMES.
 
 
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THE LESSON – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Kontrovers, ungemütlich und brisant. Regie-Neuling RUTH PLATT versucht im ersten Spielfilm die Ursachen dafür zu ergründen, was Schüler dazu treibt Lehrer zu schikanieren und wie es dazu kommen kann, dass Lehrer plötzlich rot sehen. Einige Interpretationsansätze sind ganz interessant; dennoch stiert THE LESSON zu angestrengt Richtung Torture-Genre und zeigt schmerzhafte Quälerei von Minderjährigen. Im Geschrei der Opfer verliert die anfänglich aufgegriffene Gesellschaftskritik ihre Wichtigkeit. Das macht THE LESSON austauschbar, denn aus der Idee über Ursachenforschung von Mobbing und Gewalt wird schnell 08/15-Folterblödsinn für die, die so etwas mögen. Anfänglich Drama mit Hintergrund, später Gewalt-Horror ohne Sinn. Passt vorn und hinten nicht zusammen.
 
 
 


 
 
 

THE LESSON – Zensur

 
 
 
Wie es sich für Folterfilme gehört, gibt es auch in THE LESSON diverse Gemeinheiten zu sehen. Die Opfer müssen jede Menge Quälerei über sich ergehen lassen. So werden Nägel in Hände geschlagen. Mit einer Nagelpistole werden zudem Nägel in Körper und Hälse geschossen. Selbstverständlich kommen auch andere Werkzeuge zum Einsatz. Zwar halten sich die Gewaltakte in Grenzen; weil im Film aber Heranwachsende von Schutzbefohlenen gequält werden, könnte es gut sein, dass THE LESSON keine Freigabe in ungeschnittener Form erhalten wird. Die FSK ist gerade in Sachen Folterfilme nicht sonderlich gnädig.
 
 
 


 
 
 

THE LESSON – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei UrbanFox Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Big Bad Wolves (2013)
 
The Tortured – Das Gesetz der Vergeltung (2010)
 
Hard Candy (2005)


Filmkritik: „Cassidy Way“ (2016)

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CASSIDY WAY

Story

 
 
 

Drei Filmstudenten (darunter NIKKI MOORE aus SCARY OR DIE und CRAWLSPACE) geraten an einen zornigen Familienvater, der mit den Mittzwanzigern ein grausiges Bestrafungsspiel spielt.

 
 
 


 
 
 

CASSIDY WAY – Kritik

 
 
 
Immer wenn man meint, polarisierende Horror-Trends hätten an Reiz verloren, tauchen Sie aus unerklärlichen Gründen wieder auf, um Zuschauern weiterhin den Nerv rauben zu können. Einige Jahre sind nun schon ins Land gegangen, seit das Foltern fürs Kino salonfähig gemacht wurde. Filme wie SAW und HOSTEL zeigten einer neuen Generation von Horrorfans, auf welch sadistisch-kreative Weise man Menschen quälen kann. Mehr als zehn Jahre hat man damit gut Geld verdient, bis niemand mehr Tortur sehen wollte. Mittlerweile sind Folterstreifen im Heimkino die Ausnahme geworden. Dennoch versuchen immer noch Filmemacher mit dem Leid unschuldiger Menschen Kasse zu machen. Verwunderlich ist das leider nicht, braucht man nicht viel, um Quälfilme zu drehen. Das sah wohl auch Multitalent HARVEY LOWRY ähnlich. Der ist im Horror-Geschäft kein Unbekannter und war schon als Produzent und F/X-Künstler an Kino-Mainstream beteiligt. So entwarf Lowry schaurige Spezialeffekte und ekliges Grusel-Make-up für DIE KILLERHAND, NIGHT OF THE DEMONS (Remake) oder I AM LEGEND, finanzierte gleichzeitig aber auch günstiges Horrorfutter wie CABIN MASSACRE, TRAILER PARK OF TERROR oder den No-Budget-Trash SINDBADS FÜNFTE REISE. Leider alles mäßig unterhaltsames Zeug. Trotzdem scheint HARVEY LOWRY ein neugieriges Arbeitstier zu sein, denn die Liste seiner bisherigen Arbeiten liest sich lang. Interessant ist dabei, dass der Amerikaner gern mal über den Tellerrand schaut, um Dinge auszuprobieren, die ihm bisher fremd waren. Demzufolge verwundert es nicht, dass er seit einiger Zeit auch als Regisseur tätig ist und selbst Filme dreht. Erfolgreich war er damit bisher leider nicht, denn herausragend war bisher keine seiner Regiearbeiten.
 
 
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Es wird wieder gefoltert, denn mit CASSIDY WAY soll dank einfach zusammengebrauter Horror-Rezeptur endlich der Durchbruch als Regisseur gelingen. Ob der ausgerechnet mit diesem Film folgen wird, dürfte fraglich bleiben, denn Macher HARVEY LOWRY rechtfertigt Folterei mit einer Geschichte, die weder Hirn noch Logik besitzt. Drei Freunde kommen hier einem paranoiden Familienvater in die Quere. Der hat vor langer Zeit eines seiner Kinder auf tragische Weise verloren, weil ein skrupelloses Unternehmen auf der anderen Straßenseite sogenanntes Fracking betreibt und auf alles schießt, was sich versehentlich aufs Grundstück verirrt. Das Vorgehen hat auch seinen Grund, denn niemand soll wissen, dass Chemikalien im Grundwasser landen, die durch Erdgasgewinnung freigesetzt werden. Zehn Jahre später müssen drei Studenten für skrupellose Geschäftsmethoden bezahlen. Die wollten eigentlich nur eine Dokumentation über die Machenschaften besagter Firma drehen und stoßen bei Recherchen auf genau jenen Vater, der vor vielen Jahren sein Kind unter tragischen Umständen verloren hat. Der glaubt, dass das Filmteam mit den Inhabern des Fracking-Unternehmens unter einer Decken steckt und erteilt den Freunden im Keller seines Hauses eine Lektion des Grauens. Gott hab ihn gnädig!
 
 
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Fragen über Fragen, dumm handelnde Figuren und ein Plot mit dem man sich keine Freunde macht – der aber von wahren Begebenheiten inspiriert sein soll. Regisseur HARVEY LOWRY versucht in CASSIDY WAY tragischen Familien-Horror als Vorwand zu benutzen, um etwas Leid auf der Mattscheibe zeigen zu können. Leider wirkt die Handlung aber so konstruiert und unglaubwürdig, dass bereits vor der Halbzeit die Lust vergeht, dem plumpen Treiben weiter folgen zu wollen. So kauft ein Erdgasunternehmen eine ganze Stadt auf, um weiter erfolgreich nach Erdgas bohren zu können und ahnungslose Bürger werden wahnsinnig, weil sie vergiftetes Wasser trinken. CASSIDY WAY ist kein Film für schlaue Köpfe, denn was hier passiert hat jemand krampfhaft zu Papier gebracht, der auf Heller und Pfennig ein Drehbuch schreiben musste, ohne gute Ideen zu besitzen. Anders lässt sich wohl nicht erklären, warum die erzwungene Handlung absurde Wendungen erhält, denen kein Zuschauer Glauben schenken möchte. Das macht sich auch im Spannungsbogen bemerkbar,. Der ist nahezu kaum vorhanden und macht Horrorfans ungeduldig, weil fiese Foltermethoden zu lang auf sich warten lassen. Die gibt es erst in den letzten 15 Minuten zu sehen – dafür aber heftig und grausam. Vom Körperzerteilen bis Ausbluten gibt Schmuddelkram zu sehen, der vor allem Gewaltfans zusagen dürfte. Bevor jedoch Vorfreude entsteht: die meisten Quälereien werden nur kurz gezeigt – verfehlen ihre Wirkung aber keineswegs. Wer demzufolge die Geduld aufbringen möchte, sich durch einen Film mit übler Handlung wegen etwas Tortur zu quälen, kann einen Blick riskieren. Die, die spannende Geschichten und zugängliche Figuren voraussetzen, um mitfiebern zu können, sollten diesen Film besser meiden. CASSIDY WAY ist ein unnötiges Machwerk, das hastig und spannungsarm für den Videomarkt gemacht wurde. Wer da einschaltet und enttäuscht wird, ist selber schuld.
 
 
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CASSIDY WAY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ungemütlicher Folter-Albtraum mit unappetitlichen und schmerzhaften Spezialeffekten. Wer aber denkt, dass CASSIDY WAY ein weiterer Quälfilm im Schlage eines HOSTEL ist, wird enttäuscht. Vielmehr verbirgt sich hinter genanntem Gewaltblödsinn ein beliebiger Horrorfilm, in dem ein tragisches Familienschicksal als Alibi herhalten muss, damit ein wenig Folter und Tortur gezeigt werden kann. Wie es letztendlich zum Gewaltakt kommt, wirkt an den Haaren herbeigezogen und ist keineswegs glaubhaft. So verhält sich eine Familie paranoid und psychopathisch, weil sie vergiftetes Wasser getrunken hat. Als drei Studenten auf die Eigenbrödler stoßen, wird an den Freunden ein Exampel statuiert. Apropos Glaubwürdigkeit: CASSIDY WAY soll angeblich auf wahren Begebenheiten beruhen. Wer’s glaubt, wird selig.
 
 


 
 
 

CASSIDY WAY – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen Folterfilm gehört, gibt es auch in CASSIDY WAY allerhand Elend und Leid zu sehen. Fersen werden aufgeschnitten, damit Opfer nicht davonlaufen können. Außerdem gibt es Elektrofolter zu sehen, einem Opfer wird ein Schraubendreher in den Gehörgang geschlagen und eine Szene in der ein Opfer zerstückelt wird, hat es auch in den Film geschafft. Weil die FSK sehr kleinlich mit Folterfilmen ins Gericht geht, dürfte auch CASSIDY WAY gleiches Schicksal ereilen, wie viele thematisch ähnliche Horrorfilme zuvor: die ungeschnittene Freigabe bleibt fraglich.
 
 
 


 
 
 

CASSIDY WAY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Grafiken & Abbildungen stammen von der Filmwebseite)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mum & Dad (2008)
 
Jack Ketchums Evil (2007)
 


Filmkritik: „Martyrs“ (2015)

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Achtung: Diese Kritik verrät viel über das Original. Wer MARTYRS aus dem Jahre 2008 noch nicht gesehen hat, sollte besser erst den Vorgängerfilm sehen. Zudem beinhaltet die Kritik viele Spoiler zum Remake.
 
 
 

MARTYRS

Story

 
 
 
Eine sektenartige Organisation quält Menschen, bis sie nach verlorenen Todeskampf die Schwelle zum Jenseits betreten und berichten können, was sie dort sehen. Eines ihrer Opfer kann entkommen und fordert Jahre nach der Tat Vergeltung.

 
 
 


 
 
 

MARTYRS – Kritik

 
 
 
Niemand mag Neuverfilmungen – zumindest niemand, der eine Vorliebe für Horrorfilme besitzt. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass man sich mit Neuinterpretationen liebgewonnener Genre-Klassiker kaum Freunde macht. Ob A NIGHTMARE ON ELM STREET, IT’S ALIVE oder DAS OMEN – kaum ein erfolgreicher Horrorfilm aus den experimentierfreudigen 70er und schrillen 80er Jahren kam nicht in den zweifelhaften Genuss eines glattpolierten Remakes. Ihren Originalen das Wasser reichen konnten die wenigsten. Weil mittlerweile die wichtigsten Horrorfilme neu gedreht wurden, gehen profitgierigen Produzenten aus Amerika die Vorlagen aus. Die haben aber gemerkt, dass der Horrormarkt in Europa brodelt und dort viel Material in die Kinos gebracht wird, das unbedingt recycelt werden muss. So geschehen mit dem skandinavischen LET THE RIGHT ONE IN. Weil das Vampirdrama viel internationales Lob erhielt, musste eine amerikanische Fassung her. Die erschien unter dem Titel LET ME IN und hatte nur mäßigen Erfolg. Hierzulande dürften vermutlich nur die Wenigsten wissen, dass es diesen Aufguss überhaupt gibt.
 
 
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Weitaus populärer ist da schon der nächste Kandidat – ein kontroverser Psychoschocker, der während der Terrorfilm-Welle veröffentlicht wurde, die zwischen 2003 und 2008 in Frankreich wütete. Unter dem Namen MARTYRS bekannt, bekam der Zuschauer eine psychologische Studie über Gewalt und ihre erschütternden Folgen zu sehen, die aufgrund schroffer Spezialeffekte für viele Horrorfans als das wohl Härteste gilt, das man in den letzten Jahren zu sehen bekommen hat. Umso verständlicher die kritischen Stimmen, die sich häuften, als 2011 Informationen über eine Neuverfilmung aufkamen. Die sollte eigentlich der Deutsche DANIEL STAMM inszenieren, der mit THE LAST EXORCISM einen Großerfolg feierte, dieses Projekt aber verließ, weil ihm das Budget zu knapp war. Demzufolge ging das Regiezepter an die Brüder KEVIN und MICHAEL GOETZ, die aus dem bekannten Stoff einen deftigen Horrorstreifen gemacht haben, der aber keineswegs die zermürbende und nervenzehrenden Atmosphäre der Vorlage erreicht.
 
 
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Natürlich greift das Remake eine ähnliche Geschichte auf, wie sie auch der Franzose PASCAL LAUGIER zu Papier und auf Zelluloid gebracht hat. So kann sich die kleine Lucie aus den Fängen einer geheimnisvollen Organisation befreien, die den Menschen Furchtbares antut. Das Mädchen kommt in ein katholisches Waisenhaus und lernt dort Anna kennen, von der sie sich verstanden fühlt. Doch Lucie wird von schrecklichen Dämonen verfolgt, die sich in ihrem Unterbewusstsein manifestiert haben, als sie in ihrem Gefängnis gefoltert wurde. Zehn Jahre später findet die Gepeinigte (jetzt verkörpert von TROIAN BELLISARIO) die Täter und ermordet sie im Vergeltungsrausch. Mit dabei die langjährige Freundin Anna (BAILEY NOBLE aus der Serie TRUE BLOOD), die im Haus der Beschuldigten einen geheimen Gang entdeckt, der in ein unterirdisches Kellergefängnis führt. Dort stößt man auf die kleine Samantha, die hier ebenfalls für mysteriöse Versuche festgehalten wird. Doch ein Ende der Qualen ist nicht in Sicht. Die übrigen Organisationsmitglieder erfahren von der Bluttat, fangen die Mädchen ein und halten sie fest. Für die ohnehin labile Lucie beginnt der Albtraum von Neuem.
 
 
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Typisch amerikanisch, aber ganz okay. Wer mit vorurteilsbehafteter Meinung diese Neuverfilmung sieht, wird eines Besseren belehrt, denn der MARTYS-Aufguss ist nicht so schlecht, wie anfangs befürchtet. Während sich die erste Hälfte so nah wie möglich am Original orientiert, gehen die Goetz-Brüder in den übrigen 45 Minuten eigene Wege. So liegt hier weniger Terror, Angst und Folter im Mittelpunkt, sondern Rache, Adrenalin und Tempo. Der amerikanische MARTYRS ist vornehmlich um aussagekräftige Bilder und plausible Erklärungen bemüht. Das ist dahingegen nicht ungewöhnlich, weil man Zuschauern in Übersee vornehmlich Antworten auf dem Silbertablett servieren muss – vermutlich, um ihre Hirne nicht zu überfordern. Demzufolge werden Beweggründe der Filmsekte genauer studiert und das psychische Martyrium der Filmfiguren in den Hintergrund gerückt. Die schießen sich am Ende mit scharfem Gerät durch eine stattliche Anzahl an Bösewichten und wollen nur eins: in die Freiheit. Leider wirkt die neue Verfilmung nicht lange nach, wohl auch deswegen, weil die psychische Qual von Heldin Lucie nicht sonderlich viel Spielraum erhält. Die darf zwar bis kurz vor dem Abspann überleben, muss aber bis dahin seltsame Versuche über sich ergehen lassen, während Komplizin Anna Forschungsräume mit Lebenssaft der Täter besudelt. Trotz weitaus blutigeren Bildern, bleiben Schockwirkung und unwohliges Magengefühl aus. Stattdessen fiebert der Film zu überhastet seinem Finale entgegen und verliert die Angst und das psychische Ungleichgewicht seiner Hauptdarstellerinnen aus dem Auge. Immerhin: Das alles erreicht zwar nie die psychologische Härte des französischen Originals; kurzweilig ist das Reboot aber erstaunlicherweise allemal. Wer sich bisher nicht an die Vorlage herangewagt hat, weil er schlaflose Nächte befürchtet, sei der Griff zum Remake empfohlen. Das ist nicht perfekt und hinkt dem von PASCAL LAUGIER inszenierten Angstmacher hinterher. Dafür ist es nicht ganz so unerträglich und über weite Strecke spannend – trotz konventionellerer Machart.
 
 
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MARTYRS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Konventionell und nicht so hart, wie der Vorgänger – aber spannend. Vergleicht man den amerikanischen MARTYRS mit der französischen Vorlage, zieht die von den Goetz-Brüdern inszenierte Neuauflage definitiv den Kürzeren. Das überrascht wenig, gehört das französische Terrorstück zum Besten, was das moderne Horrorgenre hervorgebracht hat. Trotzdem, nach vielen missratenen Remakes in den letzten Jahren, sollte man nicht zu vorurteilsbehaftet mit dem 2015er MARTYRS ins Gericht gehen. Zu aller Überraschung kann der neue Film was – nämlich unterhalten. Statt Angst, Terror und Psychoqual stehen im Neuaufguss Tempo, Hektik und Rache auf dem Umsetzungsplan. Das ist zwar nicht gerade das, mit dem die Vorlage ihren Siegeszug angetreten hat. Dennoch, der neue MARTYRS überzeugt als kurzweiliger und packend Inszenierter Überlebens- und Rachethriller in allen Belangen. Leider mangelt es dem Streifen in der zweiten Hälfte an Logik, denn die Figuren verhalten sich auf ihrer Flucht vor bösen Sektenmitgliedern etwas hanebüchen. Zudem fehlen dem neuen MARTYRS psychischen Strapazen, die das Original auszeichneten und unwohliges Baugefühl verursacht haben. Das ist bedauerlich, weil das MARTYRS-Remake trotz souveräner Machart zwar kurzweilige 90 Minuten verspricht; aufgrund fehlender Terror-, Holzhammer- oder Schockmethoden leider nur ein weiterer Rache- und Überlebensthriller unter so vielen bleiben dürfte.
 
 


 
 
 

MARTYRS – Zensur

 
 
 
Während das Original hauptsächlich mit psychischem Terror überzeugen konnte, fehlt der im Remake fast gänzlich. Hier zählen hauptsächlich blutige Schauwerte, die zum größten Teil aus Schussverletzungen mit einer Schrotflinte bestehen. Außerdem gibt es Elektro-Folterung und Menschenverbrennung zu sehen, sowie eine kurze Häutungsszene. Weil es in der zweiten Hälfte sehr hektisch zugeht, verpuffen jedoch die Gewaltdarstellungen im Eifer des Gefechts. Vielleicht gibt es daher für das Remake in ungeschnittener Form die höchste Altersfreigabe: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

MARTYRS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei ANCHOR BAY | TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Martyrs (2008)

Eden Lake (2008)

Funny Games (1997)

Menschenfeind (1998)

Inside (2007)

Undocumented (2010)


Kritik: „Die Teuflischen von Mykonos“ (1976)

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DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS

(TA PEDHIA TOU DHIAVOLOU)

Story

 
 
 
Mykonos. Sonnig-schläfriger Inseltraum in strahlendem blau und weiß. Hier hat es ein englisches Touristenpärchen hinverschlagen. Typische Seventies-Jungleute. Dürr, schlecht frisiert und pervers bekleidet. Man ist ohne Unterlass geil aufeinander, knattert auch mal in der Telefonzelle, während mit Frau Mama telefoniert wird. Allerdings ist man nicht im Urlaub. Man befindet sich auf einer Mission. Die Welt (Mykonos zuallererst) soll vom fortschreitenden Schmutz und Moralverfall befreit werden. Ja, von genau diesen beiden. Wir stellen fest: Der Wahnsinn schwingt das Zepter. Ein Maler wird verführt und bestialisch gemeuchelt, der örtliche Homosexuelle ist fällig, eine reiche Dame mit gesunder Libido hat sich auch die falschen Orgienpartner gewählt. Nur drei der Opfer des messerwetzenden Mordgespanns. Zwischendurch immer wieder fröhliches Knöchleinverstecken. Oh, die Polizei wird der Sache irgendwann gewahr – kein Wunder bei diesem Bevölkerungsschwund – und beim schönsten Rammeln wird fallengelassen, dass die Turteltäubchen eigentlich mehr sind als nur Lovers. Lassen Sie Sich überraschen. Danach allerdings Duschen. Dieser Film macht den Zuschauer schmutzig.

 
 
 


 
 
 

DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS – Kritik

 
 
 
Liebe Kinder, was Ihr hier vor Euch habt, ist eine der größten Perverso-Film-Obszönitäten, die das international, abseits vom zivilisierten Hafen Hollywoods operierende Schmier-Kino hervorbringen konnte. Selbstverständlich aus den Siebziger Jahren. Wenn ein Exploitationfilm aus einem recht ungewöhnlichen Kinoland wie Hellas kommt, trotzdem in so mancher Top-10 der wahnwitzigsten Sex&Violence-Heuler auftaucht und sich dazu noch der Hauptdarsteller umgebracht hat, indem er sich eine Propangasflasche in den Mund gesteckt hat, dann, ja dann ist Weihnachten im Drecksploitationfilm-Regal.
 
 
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Unter diversen Titelvariationen hatte es „Die Teuflischen von Mykonos“ immer wieder in die schwitzigen Flossen derer geschafft, die scharf auf ihn waren. Da gab es „Island Of Death“, „The Devils Of Mykonos“, „Die Teuflischen der Insel“. Immer so weiter. An den unterschiedlich fokussierten unterschiedlichen Herangehensweisen der Zensur ließ sich immer schön ablesen, wo im jeweiligen Land die Schmerzgrenze lag. Waren es im Ausland eher die sexuellen Fiesigkeiten, die man dem Publikum ersparen wollte, blieb in Deutschland zum Beispiel die grobe Szene, in der die ältliche Lebedame vor ihrer brutalen Ermordung noch angepinkelt wird, drinne. Dafür fehlten auf der deutschen Videokassette ein paar ruppige Gewaltmomente. Ich persönlich wurde mehrfach Zeuge der gruseligen Episode, sozial ausgegrenzte Splatterfilm-Selbstbefriediger zu sehen, die mit heiserer Stimme fragten, ob die Hardcore-Sexszene mit der Ziege denn enthalten sei. Diese Szene gibt es selbstredend nicht und die Fragesteller dufteten ganz exquisit nach dem, was der Macher dieser Seite hier so treffend als „Butterschweiß“ bezeichnet, wenn er des Sommers die Torheit einer Fahrt in den öffentlichen Verkehrsmitteln begeht.
 
 
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Nichtsdestoweniger haut Regisseur Niko Mastorakis, der noch ein paar andere, weitaus weniger fetzige Genrebeiträge auf dem Kerbholz hat, ungebremst auf die Kacke. Was als Idee, dem Schockwert des „Texas Chainsaw Massacre“ mit einem eigens gefertigten Exploiter auch ein paar Kino-Drachmen abzutrotzen begann, wandelte sich in einen Ferkelringkampf, bei dem kein Hieb verboten verboten war. Egal, wie tief unter die Gürtellinie er auf gehen mochte.Die inzestuösen Bonnie und Clyde ziehen zu melancholischer Easy Listening Mucke durch die Film gewordenen Postkarten der ägaischen Insel und wechseln Sex und Tod ab wie die gewählten Waffen eines Kriegseinsatzes. All das als Kampf wider die Perversion. Sie merken, werte Schweinefilmgucker, bei den beiden sind nicht alle Latten am Zaun. Das Schiff fährt auf Volldampf, der Kapitän hat aber die Brücke verlassen. Irrsinn, Gaga. Mord und Tod. Eigentlich fehlt nur ein Granatenangriff auf ein Kinderheim. Von der Idee des kranken Christophers, den Mordfeldzug als moralische Säuberungsaktion zu begreifen, auf den Regisseur zu schließen, wäre zu einfach. Es böte sich, im Angesicht der typisch mediterranen Homophobie etwa, aber an. Am besten fragt ihr ihn mal selbst. In einer Videothek in Athen hängt der alte Knochen gerne rum und hält Hof für hereinschneiende Sleaze-Fans aus aller Herren Länder.
 
 
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DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein in seiner barbarischen Schamlosigkeit einzigartiger Film und absoluter Höllenritt des amoralischen Bahnhofskinos. Somit natürlich unbedingt empfohlen. Aber bitte Propangasflasche für eventuellen Suizid beim Anschauen bereithalten. „Die, die Ihr eintretet, lasst alle Hoffnung fahren.“
 
 
 


 
 
 

DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS – Zensur

 
 
 
Lange Zeit war DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS in Deutschland auf dem Index für jugendgefährdende Medien. Nach 25 Jahren wurde er schließlich 2010 vom Index gestrichen. Die nun erhältliche Fassung auf Blaustrahl (von OFBD Filmworks veröffentlicht) ist SPIO/JK geprüft. Ergebnis: keine schwere Jugendgefährdung – und das sogar in der ungeschnittenen Form.
 
 
 


 
 
 

DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB FILMWORKS – Blu-ray im KeepCase

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(c) OFDB FILMWORKS – Mediabook Cover A (auf 750 Stück limitiert)

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(c) OFDB FILMWORKS – Mediabook Cover B (auf 750 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ta paidia tou Diavolou; Griechenland 1976

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.33:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: SPIO JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook in 2 Cover-Varianten

Extras: Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger, Exploring Island of Death – Filmhistoriker Stephen Thrower über die Entstehung eines Kult-Klassikers, Return to Island of Death – Nico Mastorakis kehrt an die Originalschauplätze auf Mykonos zurück, Alternative Eröffnungssequenzen, Island Sounds – fünf Tracks aus dem Soundtrack von Island of Death, Original Kinotrailer, Deutscher Trailer, Einführung von Nico Mastorakis zur deutschen Blu-ray-Premiere, Aushangfotos und Plakat der deutschen Kino-Erstaufführung | zusätzlich im Mediabook: Die Filme von Nico Mastorakis, Interview mit Nico Mastorakis, Mastorakis Trailer Reel, 16-seitiges Booklet (Texte von Thorsten Hanisch & Vrasidas Karalis)

Release-Termin: 27.11.2015

 

Die Teuflischen von Mykonos [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Die Teuflischen von Mykonos [Blu-ray & DVD Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Die Teuflischen von Mykonos [Blu-ray & DVD Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DIE TEUFLISCHEN VON MYKONOS – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei OFDB FILMWORKS

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Last House on the Left (1972)
 
Ausbruch zur Hölle (1977)
 
Schwer erziehbare Mädchen (1975)


Filmkritik: „Bastard“ (2015)

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BASTARD

Story

 
 
 
Was für ein Zufall: Ein frisch vermähltes und blutgeiles Killer-Duo (DAN CREED und ELLIS GREER) gabelt auf der Fahrt zu einem Liveauftritt ein verliebtes Tramper-Paar (darunter REBEKAH KENNEDY aus HOUSE HUNTING und THE UNDERNEATH) auf der Landstraße auf und nimmt es mit dem Auto mit. Die Anhalter outen sich später als Bruder und Schwester und landen zusammen mit den neuen mordgierigen Freunden in einer Herberge auf der Speisekarte von Kannibalen. Tja, das Leben geht manchmal seltsame Wege.
 
 
 


 
 
 

BASTARD – Kritik

 
 
 
Ein weiterer Streich von AFTER DARK FILMS. Nachdem man sich mit dem AFTER DARK HORRORFEST in Fankreisen einen Namen machen konnte, produziert man seit einigen Jahren selbst Horrorfilme, um Fans der schaurigen Unterhaltung mit immer neuen Horrorprodukten bei Laune halten zu können. Dabei liegt der Fokus vor allem auf Abwechslung, damit dem Publikum nicht langweilig wird. Ob mordende Zwillinge, ausgefuchste Serienmörder, turboschnelle Zombies oder hysterische Sektengurus – unter dem Banner AFTER DARK ORIGINALS wird im Akkord Gruselzeug fürs Heimkino fabriziert, um die gierige Horrormeute mit stets unterhaltsamen Indie-Schockern fernab des Mainstreams zu versorgen. Mittlerweile gehören die hauseigenen Produktionen aus den AFTER DARK-Studios zum Must-See für Horrorfans, denn anders als Horror-Verbrechen aus den Schrottpressen ASYLUM oder SYFY ist man bei AFTER DARK FILMS immer noch um ein gewisses Maß an Qualität und Schrecken bemüht. Trotz sehenswerte Angstmacher haben es leider immer noch nicht alle AFTER DARK ORIGINALS-Filme nach Deutschland geschafft. So warten vor allem ältere Produktionen, wie CHILDREN OF SORROW, RITUAL oder DARK CIRCLES auch weiterhin auf eine deutsche Auswertung und das, obwohl Letztgenannter zu einem der besten Machwerke gehört, die die Schauerschmiede bis heute produziert hat.
 
 
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Mit dem Horror-Thriller BASTARD probieren die Experten für kurzweiligen Schauer etwas Neues aus. Der Streifen gehört nämlich so jener Art von Filmen, die sich nicht unbedingt in eine Schublade stecken lassen. So vermischen die Regisseure POWELL ROBINSON und PATRICK ROBERT YOUNG (die mit BASTARD übrigens ihr Regiedebüt feiern) zig Subgenres zu einem skurrilen Horror-Mix, der gut startet, aber im haarsträubenden Gewaltrausch vom rechten Weg abkommt. Erzwungen blutig geht es hier zu, denn was als anarchische Bonnie-und-Clyde-Kopie beginnt, wandelt ganz schnell auf Tortur, Slasher- und Kannibalenpfaden – bösem Zynismus inklusive. Was sich jedoch für den Liebhaber deftigeren Filmhandwerks als Offenbarung entpuppt, gerät beim Blick über den Tellerrand zum wirren Horrordebakel, in dem man nicht nach Logik suchen sollte. Glaubwürdigkeit scheint nämlich abhandengekommen zu sein, was BASTARD dann doch immer mal wieder unfreiwillig komisch erscheinen lässt – gewollt war das definitiv nicht. Doch damit nicht genug. Das eifrige Kombinieren unterschiedlicher Subgenres will nicht so recht funktionieren. Oftmals kann man sich dem Gefühl nicht entziehen, als habe man versucht Drehbücher zu unfertigen Filmen in irgendeiner Weise zusammenzuführen, um daraus gewaltigen Horrorquatsch zu machen. Der Verdacht kommt nicht von ungefähr. Schenkt man Interviews der Macher im Netz glauben, so sollte die Idee von einem Killer-Pärchen anfänglich in Form eines Kurzfilmes Verwendung finden, das Drehbuch hierzu war bereits in Arbeit. Letztendlich entschied man sich jedoch dazu, die mordlüsternen Liebenden zusammen mit anderen Protagonisten (aus ebenso selbst geschriebenen, unfertigen Skripten) in einem Film unterzubringen und von bösen Kannibalen schlachten zu lassen. Ob das wirklich so gut gewesen ist, wie es die Regisseure POWELL ROBINSON und PATRICK ROBERT YOUNG in euphorischen Lobgängen bekunden, mag bezweifelt werden, denn Fakt ist: in BASTARD passt irgendwie kaum etwas zusammen.
 
 
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Dabei waren die Ambitionen groß. So orientierte man sich visuell an Klassikern wie FREITAG DER 13. oder CARRIE. Inspirationen für die akustische Untermalung lieferten die Kultwerke HALLOWEEN und SUSPIRIA. BASTARD verbeugt sich als selbsternannter Retro-Slasher mit pumpenden Synthesizer-Klängen, abrupten Schnitten und heftigen Kills (die handgemachten Effekte sehen übrigens klasse aus) vor den bösen Meuchelfilmen der späten 70er und frühen 1980er, von denen viele auch heute noch ihr Dasein auf der Liste für jugendgefährdende Medien fristen. Trotz ähnlicher Machart sollte dennoch unterschieden werden. Während man heutzutage gern an viele der aktuell immer noch beschlagnahmten Filme zurückblickt, dürfte sich in dreißig Jahren wohl kaum jemand an diese AFTER DARK-Produktion erinnern können. BASTARD ist ein komisches Machwerk, über dessen Sinn und Unsinn man sich definitiv streiten kann. Umso mehr lässt der Gedanke erschauern, dass dieser Horror-Thriller in Serien gehen könnte. Über drei mögliche Fortsetzungen und einem Prequel witzeln die Regisseure mit der Fachpresse. Da kann man nur hoffen, dass es auch wirklich beim Spaß bleibt.
 
 
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BASTARD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine haarsträubende Geschichte über Inzucht, Kannibalismus und deftigen Morden. BASTARD ist ohne Zweifel ein Fest für Liebhaber der härteren Filmgattung. Leider wurden für diesen AFTER DARK-Film zu viele Subgenres miteinander kombiniert, weshalb sich der Retro-Slasher dann doch in allerhand unglaubwürdigen und konstruiert wirkenden Handlungsverläufen verfängt. Nichts will in BASTARD zusammenpassen, weil hier offensichtlich Ideen gesammelt und unbedacht zusammengeführt wurden. Für den kurzen Adrenalinschub mag das ausreichen. Klammert man jedoch die Gewaltmomente aus, bleibt nur eine löchrige Handlung übrig, die im Grunde genommen kaum Sinn ergibt. Als Horror-Thriller kann man BASTARD nicht ernst nehmen. Trotz dezentem Zynismus und viel unfreiwilliger Komik funktioniert das Machwerk auch als rabenschwarze Horrorkomödie nicht – dazu ist der Film einfach nicht lustig genug.
 
 


 
 
 

BASTARD – Zensur

 
 
 
BASTARD ist kein Film, der sich in Sachen Gewalt zurückhält. Einem Protagonisten wird die Wirbelsäule bei lebendigem Leib herausgerissen, ein Kind wird aus dem Mutterleib einer Heldin herausgeschnitten und in menschlichem Gedärm wird auch herumgewühlt. Das ist teils hart anzuschauen. Demnach könnte es Probleme mit der FSK geben. Man darf gespannt sein.
 
 


 
 
 

BASTARD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Among the Living (2014)
 
GirlHouse (2014)
 
Awaiting (2015)
 
Starve (2014)
 


Filmkritik: „Pinup Dolls on Ice“ (2013)

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PINUP DOLLS ON ICE

Story

 
 
 
Eine gesunde Mischung aus Sex und Gewalt: Einige Stripperinnen müssen um ihr Überleben bangen. Ein grimmiger Killer hat sich an ihre Fersen geheftet und will sie besitzen.
 
 
 


 
 
 

PINUP DOLLS ON ICE – Kritik

 
 
 
Was wäre ein Slasher nur ohne weibliche Opfer, die sich im Todeskampf bevorzugt leicht bekleidet um Kopf und Kragen schreien? Vermutlich hätten viele dieser Streifen nicht jenen Kultstatus erreicht, den sie heute in Fankreisen genießen. Seit den Anfängen der Meuchelfilme gehören prallbrüstige Kampfamazonen quasi zur Grundausstattung moderner Slasher-Ware und haben schon so manch cineastisches Desaster vor dem Untergang gerettet. Wie gut, dass es in PINUP DOLLS ON ICE gleich mehrere dieser zeigefreudigen Schönheiten gibt, die sich textilfrei vor der Kamera räkeln und männlichen Zuschauern feuchte Träume bescheren. Mit knapp zweijähriger Verspätung hat es die Fortsetzung des 2009 gedrehten Slasher BIKINI GIRLS ON ICE auch nach Deutschland geschafft. Scheinbar hatte sich kein Verleih so recht getraut das Machwerk in unseren Breitengraden zu veröffentlichen. Kein Wunder, wurde der plumpe Vorgänger nicht nur von Fans gnadenlos zerrissen wurde. Auch die hiesige FSK hatte mit dem semiprofessionellen Schlachtmarathon nur wenig Freude und forderte für eine deutsche Auswertung rigoros Schnitte. Ein Schicksal, das dem zweiten Teil glücklicherweise erspart blieb. Der wurde trotz deftiger Todesszenen ungeschnitten veröffentlicht, so dass deutsche Slasher-Fans bedenkenlos zugreifen können. Doch lohnt der Kauf?
 
 
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Sex sells! Das gilt ach für PINUP DOLLS ON ICE in dem das Quintett der Pinup Dolls von Bar zu Bar zieht, um fürs männliche Publikum zu strippen. Mit „schlagkräftigen“ Argumenten wird Geld eingefordert, denn wer für Auftritte nicht zahlen will, bekommt schon mal den Zorn der Mädchen zu spüren. Ebenso zornig ist auch ein grimmiger Fremder, der nicht nur eine Vorliebe für schöne Frauen besitzt – er sammelt ihre toten Körper. Der unberechenbare Eigenbrödler bringt seine Opfer brutal um die Ecke, legt sie auf Eis, damit er sich zu passender Gelegenheit an ihnen zu vergehen kann. Genau jenem Zeitgenossen kommen die Pinup Dolls in die Quere und sehen sich mit einer unkontrollierbaren Tötungsmaschine konfrontiert, die ohne Erbarmen Jagd auf die verschreckten Damen macht.
 
 
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Schablonenhafte Metzelei nach bekanntem Schema: PINUP DOLLS ON ICE folgt gleichem Verlauf, wie unzählige Slasher zuvor. So werden Frauen nach allen Regeln der blutigen Slasher-Kunst grausam um die Ecke gebracht bis keine mehr von ihnen übrig ist. Das mag für Fans jener Gattung Film durchaus akzeptabel sein. Gelegenheitsgucker dürften jedoch gelangweilt den Abspann herbeisehnen, denn die Macher GEOFF KLEIN und MELISSA MIRA wagen erst gar nicht den Versuch Figuren sympathisch erscheinen zu lassen oder ihnen eine Charakterentwicklung einzuräumen. PINUP DOLLS ON ICE hält kaum Überraschungen parat und hakt Slasher-Regeln müde ab. So folgt die dünne Handlung einem blutroten Faden und gipfelt – wie hätte es auch anders sein sollen – in einem hektischen Finale, in welchem sich Heldin und Killer gegenüberstehen. Spätestens hier wächst PINUP DOLLS ON ICE zu eigentlicher Größe heran, denn während in der ersten Stunde viel unnützes Zeug gequasselt wird, geht es in den letzten 15 Minuten reichlich atmosphärisch zugange. So wird Dynamik durch hektisches Heran- und Wegzoomen der Kamera bewirkt und die finstere Kulisse sorgt für wohliges Unbehagen. Trotz gelungenem Endkampf ist PINUP DOLLS ON ICE dennoch nur ein weiterer, unnötiger Slasher über den bald niemand mehr sprechen wird. Der Streifen lebt ausschließlich von seinen blutigen Morden, die für Indie-Verhältnisse überzeugend in Szene gesetzt werden. Leider quält das Sequel wie bereits sein Vorgänger mit schlechten Dialogen, kaum vorhandenen Spannungsbogen und vorhersehbaren Schreckmomenten, so dass dieser Film wohl nur jenen Zuschauern zusagen dürfte, die die Qualität von Horrorfilme anhand ihres Gewaltpegel beurteilen.
 
 
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PINUP DOLLS ON ICE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Kennst Du einen, kennst Du alle. Nichts Neues aus der Slasher-Ecke. PINUP DOLLS ON ICE ist die überflüssige Fortsetzung eines miserablen Horrorfilms von 2009. Der hieß BIKINI GIRLS ON ICE und erhielt kurz Aufmerksamkeit, weil er blutiges Töten zelebrierte. Nicht anders sieht es in der Fortsetzung aus, die den Vorgänger quasi kopiert. So werden abermals leicht bekleidete Frauen von einem Psychopathen möglichst grausam in die ewigen Jagdgründe befördert. Eine Brücke zum Vorgänger wird nicht geschlagen, so dass man den ersten Teil nicht gesehen haben muss, um der Fortsetzungen folgen zu können. Viel wird vom Zuschauer auch nicht abverlangt, denn sonderlich schwer sollte es nicht sein der rudimentären Handlung zu folgen. Die besteht ohnehin nur aus einer Aneinanderreihung von Todesszenen und freizügigen Momenten in denen sich Frauen textilfrei vor der Kamera räkeln.
 
 


 
 
 

PINUP DOLLS ON ICE – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen Slasher gehört, geht es auch in PINUP DOLLS ON ICE nicht gerade zimperlich zu. Zwar ist die Kamera in Gewaltmomenten äußerst hektisch oder blendet weg, wenn es richtig zu Sache geht. Dennoch sind die kurzen Gewaltspitzen hart anzusehen. Hierzulande hat es der Film erstaunlicherweise ungeschnitten in die Händlerregale gebracht, während der ähnlich gestrickte Vorgänger BIKINI GIRLS ON ICE Federn lassen musste. Die FSK hat den Film erst für Erwachsene freigegeben: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

PINUP DOLLS ON ICE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Donau Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pinup Dolls on Ice; Kanada 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton:Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 18.09.2015 | Mediabook: 05.10.2015

 

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PINUP DOLLS ON ICE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Donau Film.

 
 
 
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