Filmkritik: „Die tödlichen Bienen“ (1967)

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DIE TÖDLICHEN BIENEN

(THE DEADLY BEES)

Story

 
 
 

Ein durchgedrehter Bienenzüchter schreibt den Behörden Drohbriefe. Seinen geplanten Terrorszenarien unter dem Einsatz steuerbarer Schwärme von Killerbienen werden als Spinnereien abgetan. Das Geschehen verlagert sich an die Seite der Schlagersängerin Vicki Robbins, die der Stress während einer Fernsehshow von den Beinen gehauen hat. In ein nobles Sanatorium auf einer Insel verfrachtet, trifft das Popsternchen auf verschiedene exzentrische Charaktere, unter denen sich, wie es der Zufall will, ein schräger Bienenfreund befindet. Plötzlich scheint der erpresserische Imker seine Drohungen in die Tat umzusetzen…

 
 
 


 
 
 

DIE TÖDLICHEN BIENEN – Kritik

 
 
 
Wenn man auf einer dieser klischeebelasteten Cocktail-Parties, zu denen man ja glücklicherweise gar nicht erst eingeladen wird, den Kultur-Smalltalk mit dem Bonmot „Hammer Films dürfte die wichtigste Produktionsgesellschaft der englischen, wenn nicht gar europäischen Horrorfilmgeschichte gewesen sein“ bereichern würde, wäre das nicht einmal aus der Luft gegriffen. Klassische Figuren des viktorianischen Schauer-Entertainments wie Graf Dracula oder Dr. Frankenstein samt dessen Monster, stilecht anzutreffen in gotischen, obskur-alteuropäischen Gemäuern, treffen auf knallige Technicolor-Blutspritzer auf den zugeschnürt-bebenden Dekolletés überrumpelter Jungfern, die vor lauter Unschuld und Weltfremde kaum geradeausschauen können. Die Charakterausarbeitung erwähnter Damen bleibt hierbei stets weit weniger-dimensional ausgearbeitet als ihre Körperbauten. Eine oft wiederholte Rezeptur, die das „House Of Horror“ über Jahre hinweg zu einer veritablen Gelddruckmaschine macht.
 
 
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Beginnend in den frühen Sechziger Jahren erhalten die ehrwürdigen Studios Konkurrenz im eigenen Vorgarten. Die in die Alte Welt eingereisten Amerikaner Max J. Rosenberg und Milton Subotsky verpassen dem britischen Genrekino eine Infusion, nein, eine Dopingbehandlung. Unter dem Namen Amicus Films erhöht das Produzenten-Team M und M die Drehzahl deutlich. Der englische Horrorfilm gewinnt an bizarren Todesszenen, die erahnen lassen, wie das Splatter-Genre bald aussehen wird. Gleiches gilt für die Taktung der, im internationalen Vergleich sicherlich noch immer zahmen, Szenen von Nacktheit und Erotik. Der größte Input von Amicus ist allerdings das Verlagern eines Großteils der produzierten Filmhandlungen in die Gegenwart. Wo Hammer noch mit Vorliebe in einer nicht näher bezifferten Zeitzone der Spukschlösser und Postkutschen dreht, finden sich bei Amicus schon früh moderne Settings. In den späten Sechzigern und dann den Siebzigern muss sich das heute zuschauende Auge dann auch erstmal an die Potpourris schmieriger Frisuren und fieser Kleidung gewöhnen.
 
 
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„Die tödlichen Bienen“ ist für solcherlei Swinging-London-Ausstattungs-Exzesse noch nicht ganz zu haben. Allein die Entstehungsgeschichte aber zeugt von der künstlerischen Vision seiner Produzenten: Ursprünglich 1941 als Roman „Bitterer Honig“ des Krimischriftstellers H.F. Heard erschienen, ist der Plot noch ein stark an den Logik-Detektivabenteuern um Sherlock Holmes und Dr. Watson orientiertes Unterhaltungsstück. Rosenberg und Subotsky beauftragen Robert Bloch, Horror-Autor und Verfasser des Drehbuchs zu Alfred Hitchcocks „Psycho“, mit dem Aufpolieren der Buchvorlage. Bloch merkt, nicht ganz zu Unrecht, dass spätestens mit „Die Vögel“, natürlich ebenfalls vom großen Sir Alfred, die Zeichen der Zeit auf Filme deuten, in denen die Natur sich gegen die Vorherrschaft des Menschen auf Erden wendet. Ob diese Rache der Umwelt nun mit Erdbeben oder Sturmfluten erfolgt oder die Tierwelt auf die arroganten Zweibeiner loslässt – alles legitim und zuschauerfreundlich. Realistischer Horror eben. Ein seit ein paar Jahren in den Medien hochgeschriebenes Ereignis kommt dem talentierten Scriptwriter dazu gerade Recht: Ende der Fünfziger Jahre wirkt eine Real-Life-Frankensteiniade fest auf die Vorstellungskraft der schockierten Zeitungsleser. Ein Biologe namens Kerr züchtet, hochoffiziell mit Staatsauftrag, im brasilianischen Dschungel eine neue, zu höherer Produktionsleistung fähige Bienenart. Hierzu bedient sich der Wissenschaftler einer eigens aus Afrika importierten Unterart der Insekten. Kerrs neue Biene fällt zuerst durch ihre markanteste negative Eigenschaft auf: Sie ist ungemein aggressiv. Der Begriff der „Killerbiene“ erobert die Medien. Selbstredend ist der 1967, also nur ein paar Jährchen nach Hitchcocks Gefieder-Horror und noch keine Dekade nach den echten Monsterinsekten in Südamerika, entstandene „Die tödlichen Bienen“ kein hoch-budgetierter Hollywood-Schocker. Der Film ist ganz und gar britisch. Die Settings, die Gesichter, die Regierarbeit des Hammer-Veteranen Freddie Francis. Unverkennbar und Muss für Fans des Genrefilms von der Insel.
 
 
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DIE TÖDLICHEN BIENEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Die tödlichen Bienen“ ist vieles. Eine frühe Wegmarke fürs Genre Tierhorror, Englands Antwort auf „Die Vögel“, ein klassischer Amicus-Film und nicht zuletzt der erste Film, in dessen Zentrum kriegerische Honigbienen auf Menschenjagd stehen. Besonders ist den Siebzigern, jenem Jahrzehnt des Katastrophenfilms, werden die Tierchen zur festen Bank im Kino und bis heute erleben wir immer wieder, wie die Thematik neu aufgegriffen wird. Ohne diesen selten gesehenen und doch so wichtigen Film wäre das nicht möglich.
 
 
 


 
 
 

DIE TÖDLICHEN BIENEN – Zensur

 
 
 
DIE TÖDLICHEN BIENEN gehört zu den ersten Bienen-Horrorfilmen, die jemals gedreht wurden. Der Streifen wurde für seine Kino-Uraufführung in Deutschland von der FSK ab 16 Jahren in ungeschnittener Form freigegeben. Auch die späteren Ausstrahlungen im Pay- und Free-TV waren ungeschnitten. Leider wurde DIE TÖDLICHEN BIENEN nie auf Blu-ray und DVD ausgewertet. Dank dem Label WICKED VISION ändert sich das jetzt. Dort hat man sich dem Amicus-Klassiker angenommen und eine aufwendige HD-Veröffentlichung spendiert. Das Release von WICKED VISION im Mediabook ist ebenso ungeschnittenen, wie alle bisher erhältlichen Fassungen und natürlich frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DIE TÖDLICHEN BIENEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) WICKED VISION MEDIA (Mediabooks)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Deadly Bees; Großbritannien 1966

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: 3 verschiedene Mediabooks

Extras: 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Dr. Rolf Giesen, Audiokommentar mit Dr. Gerd Naumann & Dr. Rolf Giesen, „Hives of Horror“: Interview mit Produktionsmanager Ted Wallis und Requisiteur Peter Allchorne, „Monsterama“: Interview mit Suzanna Leigh, Bildergalerie, Originaltrailer

Release-Termin: 29.03.2019

 

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Die tödlichen Bienen (Mediabook Cover C) auf AMAZON kaufen

 
 
DIE TÖDLICHEN BIENEN war bis zum Jahr 2019 weder auf VHS, DVD oder gar Blu-ray erhältlich. Doch das Label WICKED VISION schafft nun Abhilfe. Dort hat man sich die Rechte am britischen Tier-Horror gesichert und bringt den Amicus-Klassiker auch gleich als deutsche HD-Premiere auf den Markt. Hierbei hat der Horrorfilm-Fans die Wahl der Qual. WICKED VISION spendiert dem Horrorthriller drei unterschiedliche Cover-Varianten im Mediabook. Entscheides Euch zwischen dem deutschen, amerikanischen und italienischen Kinoplakat. Jedes Mediabook ist streng limitiert und mit reichlich Bonusmaterial ausgestattet. Neben dem Hauptfilm auf Blu-ray und DVD besitzt das Release einige Extras, sowie das 50-minütige Monsterama Special mit Suzanna Leigh. Ein 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Dr. Rolf Giesen runden dieses tolle Sorglos-Paket ab.

 
 
 


 
 
 

DIE TÖDLICHEN BIENEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei WICKED VISION MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Vögel (1963)
 
Der tödliche Schwarm (1978)
 
Killerbienen (1976)
 

Filmkritik: „Haus der Todsünden“ (1976)

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HAUS DER TODSÜNDEN

(HOUSE OF MORTAL SIN | THE CONFESSIONAL MURDERS)

Story

 
 
 

Jenny (Susan Penhaligon) ist jung, hübsch und verfügt über einen, nun ja, nicht gerade strengen Moralkodex. Nachdem sie ihren alten Freund Bernard trifft, der zwischenzeitlich zu Gott gefunden und sogar die Priesterweihe erhalten hat, denkt sie über Religion nach. Passt gut, verlässt sie doch gleich ihr Lover Terry. Jenny möchte bei Bernard beichten gehen. Leider hat der ältere Priester Meldrum (Anthony Sharp) Dienst. Er nimmt ihr die Beichte ab und dreht anschließend ordentlich am Rad. Eine schiere Besessenheit von der jungen Frau packt den Gottesmann. Erpressung mit Jennys auf Tonband aufgenommener Beichte ist da noch das harmloseste Vergehen, da der Pfarrer zu einem ausgewachsenen Slasher mutiert, dessen Mord-Arsenal immer einen Kirchenbezug hat. Giftige Hostien oder ein geschwungener Weihrauchkessel kommen zum irren Einsatz.

 
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Kritik

 
 
 
Nicht erst im schleimigen Glanze der ständig aktuellen Skandale um sexuell ausgebeutete kleine Bübchen ist Kritik an der Katholischen Kirche angebracht. Der nach eigener Einschätzung heilige Moloch aus Rom ist seit zweitausend Jahren das finanzstärkste Unternehmen des Planeten und geht im Namen seines absoluten Machterhalts und der Deutungshoheit über einen Großteil der weltweit religiös engagierten Menschlein buchstäblich über Leichen. Politik, Dominanz, Krieg. Wenn es der Organisation nützt, werden auch ganz und gar nicht fromme Herrscher der weltlichen Fraktion gefördert. So weit, so brachial-banal. Kirchenkritische Filme gibt es ähm, Gottseidank, fast seit Anbeginn der Kinowirtschaft. Das Spektrum ist breit gefächert, reicht zum Beispiel von Luis Bunuels karriereumspannender Prügel für den Klerus über beinahe körperlich schmerzende Leinwand-Exzesse wie Pier Paolo Pasolinis „Salo – Die 120 Tage von Sodom“ (1975) oder Ken Russels „Die Teufel“, vier Jahre davor bis hin zu derben Quatsch-Komödien aus – eigentlich pervers – stramm katholischen Ländern wie Italien oder Spanien. Mit „Haus der Todsünden“ betritt 1975 niemand Geringeres als der Brite Pete Walker die Bühne des cinematischen Anprangerns kommerziell organisierter Religionen. …und das tut er auf seine ganz eigene Weise.
 
 
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Peter Walker, 1939 in Brighton geboren, ist während seiner Schaffenszeit, 1968 bis 1983, so etwas wie die Exploitation-Geheimwaffe des britischen B-Films. Zielsicher und einsetzbar an jedem Schauplatz. Kaum eine Sparte des grellen Bahnhofskinos, die nicht mit ätzenden Juwelen aus der Hand dieses boshaft-zynischen Regisseurs beschenkt worden wäre. Eindeutig britisch kommt sein Stil daher. Grundsätzlich. Deprimierende, graue Außenaufnahmen trister englischer Stadtpanoramen, seltsame, völlig in ihrer Zeitepoche verhaftete Figuren, von denen niemand wirklich komplett sympathisch gezeichnet ist und plötzliche Ausbrüche von über die Lächerlichkeit der menschlichen Tragödie spottender Brutalität zeichnen das Oeuvre Peters des Großen aus.
 
 
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In Pete Walkers an Höhepunkten nicht armer Filmografie leuchten herausragende Werke wie der fiese Vorstadt-Kannibalismus-Klassiker „Frightmare“ (1974) oder schräge Erotik-Trasher á la „The Four Dimensions of Greta“ (1972) und der hierzulande brillant betitelte „Der Porno-Graf vor Schweden“ (1969), harr, harr. Für seinen letzten Film, die 1983 erschiene Spaß-Horrorschau „Das Haus der langen Schatten“ versammelt er sogar die rüstige Gruselfilm-Altstar-Gang Vincent Price, Christopher Lee, Peter Cushing und John Carradine vor der Kamera. Seine größten Momente hat Pete Walker, wenn er mit dem Drehbuchautor David McGillivray zusammenarbeiten kann. Der ist auch nicht minder menschenfeindlich bei der Sache. Regisseur und Autor ergänzen sich derart kongenial, dass wahre Glücksfälle entstehen können. „Haus der Todsünden“ ist ein solcher Glücksfall. McGillivray bekommt als Ausgangsbasis eine Story aus der Feder Walkers vorgelegt und verwandelt die in ein Skript, bereit für Walkers Verfilmung. Da ist Gedankenübertragung in beide Richtungen am Werk – künstlerisch ideal. Im Bonusmaterial des nun erhältlichen Mediabooks aus dem Hause Wicked Vision findet sich ein Gespräch McGillivrays mit dem unverwüstlichen englischen Horror-Kenner Kim Newman.
 
 
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Die dem „Haus der Todsünden“ zu Grunde liegende Kurzgeschichte Walkers ist geprägt von persönlichen Eindrücken und entsprechend wütend geschrieben. Man kann den Groll des desillusionierten Katholiken im Regisseur deutlich herauslesen. Daher ist Susan Penhaligon – für Pete-Walker-Verhältnisse – in der Hauptrolle auch erstaunlich positiv angelegt. Anthony Sharps hervorragend gespielter Gaga-Priester ist eine regelrechte Verkörperung der Verlogenheit und Zielstrebigkeit von Mutter Kirche. Ein „der Zweck heiligt die Mittel“ personifiziert in der Gestalt eines einzelnen, Vernunft und Mitgefühl gleichermaßen unterdrückenden Würdenträgers im Auftrag des Herrn, dem aber die Realität längst zwischen den Fingern durchgeronnen ist. Der bereits erwähnte Berufswahnsinnige Ken Russell, dessen noch heute viel-zensierter „Die Teufel“ jedem englischsprachigen Film-Provokateur nach 1971 ein Vorbild gewesen sein muss, wirkt von Sharps Performance inspiriert. In seinem 1984 erschienen Schmier-Thriller „China Blue – Bei Tag und Nacht“ quält der verrückte Pfarrer Peter Shayne (Anthony Perkins, natürlich ebenso top wie over-the-top) seine Opfer zum Beispiel mit messerscharfen Dildos. Parallelen, auch im Spiel der beiden Anthonys, sind deutlich.
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
„Haus der Todsünden“ ist ein späterer und ungewöhnlich persönlicher (man höre sich seinen Audiokommentar an) Film eines der wenigen noch lebenden Exploitation-Zauberer und natürlich ein toller zweiter Eintrag in die Pete-Walker-Collection, welche das Label Wicked Vision nun ins Leben gerufen hat. Ein Projekt, von dem man sich Komplettismus wünschen möchte. Zur makellosen Ausstattung der Mediabook-Veröffentlichung kommt die mutige und ungemein begrüßenswerte Entscheidung des Labels, die unvermeidliche deutsche Audiokommentar-Spur mal von anderen als den üblichen zweieinhalb Wichtigtuern des heimischen Marktes einsprechen zu lassen. Der gute Rolf Giesen war dazu schon eine Autorität auf dem Gebiet des Phantastischen Films als man für solcherlei Passionen hierzulande noch quasi-öffentlich für geistesgestört gehalten wurde. Herausragendes Mediabook.
 
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Zensur

 
 
 
Die damaligen deutschsprachigen VHS-Veröffentlichungen vom Anbieter VMP waren ungekürzt. Eine dieser erhielt sogar in der ungeschnittenen Fassung eine FSK18. „Haus der Todsünden“ wurde 1984 von der BPjM indiziert. Erst im Jahre 2009 wurde die Indizierung aufgehoben. Das Label Wicked Vision hat den Streifen nun erneut im Mediabook veröffentlicht – erstmalig sogar auf DVD und Blu-ray. Die Veröffentlichung ist zwar ungeprüft, aber ebenso ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) WICKED VISION MEDIA (Mediabooks)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: House of Mortal Sin; Großbritannien 1976

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: ungeschnittene, ungeprüfte Fassung

Verpackung: 3 verschiedene Mediabooks

Extras: 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Jonathan Rigby, Audiokommentar mit Regisseur Pete Walker und Jonathan Rigby, Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen, Dr. Gerd Naumann und Matthias Künnecke, Featurette: „Sheila Keith – Eine nette alte Frau?“, Interview mit Pete Walker, „House of Walker“: David McGillivray & Kim Newman über „Das Haus der Todsünden“, Bildergalerie, Originaltrailer

Release-Termin: 29.03.2019

 

Haus der Todsünden (Mediabook Cover A) auf AMAZON kaufen

Haus der Todsünden (Mediabook Cover B) auf AMAZON kaufen

Haus der Todsünden (Mediabook Cover C) auf AMAZON kaufen

 
 
Anbieter Wicked Vision feiert die HD-Premiere von „Haus der Todsünden“ mit drei Mediabooks und veröffentlicht den Streifen in der Pete-Walker-Collection Nr. 2. Jedes der Bücher besitzt ein anderes Cover-Motiv und ist streng limitiert. Darüber hinaus wurde die Veröffentlichung mit ausführlichem Bonusmaterial ausgestattet. Neben diversen Audiokommentaren, einem Interview mit Pete Walker sowie weiteren Featurettes liegt ein 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Jonathan Rigby bei. Natürlich ist diese Veröffentlichung von „Haus der Todsünden“ ungeschnitten. Sammler greifen schnell zu, denn lange wird es diese Mediabooks wegen der hohen Nachfrage nicht geben.

 
 
 


 
 
 

HAUS DER TODSÜNDEN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei WICKED VISION MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Teufel (1971)
 
China Blue – Bei Tag und Nacht (1984)
 
Killer Nun (1979)
 

Kritik: „She – Eine verrückte Reise in die Zukunft“ (1982)

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SHE – EINE VERRÜCKTE REISE IN DIE ZUKUNFT

(SHE | SHE – EINE BRUTALE REISE IN DIE ZUKUNFT)

Story

 
 
 
Neulich in der Post-Apokalypse. Einmal mehr hat die dämliche Menschheit atomar gezündelt, sich den rettenden Ast unterm Hinterteil weggebombt. Klingt angesichts der gegenwärtigen Wendungen der menschlichen Saukomödie gar nicht mehr so abwegig. Die Ödlande sind nach dem großen Knall in die Hände sich meistens bekriegender Amazonenclans gefallen. Also weiter Kampf. Als der Wasteland-Cowboy Tom die Entführung seiner Schwester erleben muss, tritt ihm die Kämpferin „She“, verstrahlt verkörpert von Tänzerinnen-Hardbody und Schwarzenegger-Co-Star Sandahl Bergman, zur Seite.
 
 
 


 
 
 

SHE – Kritik

 
 
 
SHE ist nicht die intellektuelle Sci-Fi-Dystopie eines Philip K. Dick oder der endlos einflussreichen Schriftsteller-Gebrüder Strugatsky. Paten stehen hier eher Schnellfilm-Ungeheuer wie Joe D’Amato oder David A. Prior. Das Projekt SHE, entstanden als italienisch-amerikanische Co-Produktion, orientiert sich wenig überraschend an den trendigen Endzeitfilmen jener Jahre, wie sie auf beiden Seiten des Großen Teichs kostengünstig auf ausrangierten Steinbrüchen und in kargen Waldlandschaften entstehen. Regisseur Avi Nesher verbindet auf virtuose Art die Schwachsinnigkeit der Genrefilme von USA und ITA. Ein World-Cup-Unentschieden, könnte man sagen. Im Stil einer Comic-Erstausgabe bietet der Film Herkunftsgeschichten der Figuren, um sie final aufeinandertreffen zu lassen. Nüchtern betrachtet, entfaltet sich vorm Auge des geneigten Schlockfilm-Glotzers ein Potpourri aus allem, was schon einzeln zündet: Science-Fiction, Action, nackte Möpse, Spaß. Ein sicherer Treffer für Freunde des guten schlechten Geschmacks. Kommen wir hiermit zum Ende der halbwegs seriösen Faktenbeschreibung dieses schönen Films, der, möglich gemacht durch das Abgrasen noch nicht vergebener Lizenzen, über dreißig Lenze nach Entstehung auf DVD erscheint. Eine VHS im schicken, roten VPS-Cover gab es hierzulande mal.
 
 
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Was SHE – EINE VERRÜCKTE REISE IN DIE ZUKUNFT vor vielen Jahren zum Liebling bierseliger Videoabende macht, ist, wie so oft im VHS-Zeitalter, die deutsche Synchronisation. Zu den großangelegten Mechanismen der Alltags-Straffung gehört das strenge Einsortieren und Benennen jedeweder Sache. Filmgenres entstehen auf Blogs und an den Vermarktungsschreibtischen der Hersteller bereits nach der Sichtung von drei Filmen mit sich ähnelnden Handlungselementen. Ärgerlich alberne tags wie Home-Invasion-Film versprechen Vereinfachung des Konsums und Schonung der grauen Zellen. Dieser Arbeitsweise benutzen wir heute auch einmal und ordnen SHE einem ganz besonderen Genre zu: Filme, in denen kein normaler Satz gesprochen wird. Einsamer Rekordhalter dieses Konstrukts ist der italienische Barbaren-Irrsinn SUPERMÄNNER GEGEN AMAZONEN, zufälligerweise damals auch bei VPS veröffentlicht. Avi Neshers Apokalypsen-Klopper hier braucht sich hinter dem aber nicht zu verstecken. Ein Fest.
 
 
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SHE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wie muss es sich für den Videothekenpilger in den späten Achtzigern angefühlt haben, verleitet von Covergestaltung und dem Hunger nach dem nächsten TERMINATOR, dem nächsten MAD MAX, Avi Neshers unglaublicher Trash-Atomrakete auf den Leim gegangen zu sein? Der Zuseher des Jahres 2018 kann den exotischen Hasscocktail aus Enttäuschung und Hirnverknotung quasi auf der Zunge schmecken, trotzdem nur ahnen und sich glücklich schätzen, SHE bewusst ausgewählt zu haben. Ein Film, den man mit dem Sticker „Das ist Trash“ mit einer Sonde ins All schießen müsste, auf dass unsere außerirdischen Herrscher in spe wissen, worauf sie sich hier unten einlassen.
 
 


 
 
 

SHE – Zensur

 
 
 
Im Kino und auf VHS gab es SHE nur gekürzt. Im digitalen Zeitalter ist das jetzt anders. Die erhältliche DVD beinhaltet die ungeschnittene Fassung. Fans und Sammler trashiger Perlen aus den 1980ern dürfte das freuen. Aber Obacht: SCHRÖDER MEDIA hat den Titel geändert. Auf dem Cover steht nun nicht mehr SHE – EINE VERRÜCKTE REISE IN DIE ZUKUNFT. Das „verrückte“ wurde gegen „brutale“ ausgetauscht.
 
 
 


 
 
 

SHE – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Schröder Media (DVD auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: She; USA | Italien 1982

Genre: Abenteuer, Action, Fantasy

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,66:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Ausgetauschte Szene (1:38 Min.), Genauso bekloppt! („Mission Force“-Trailer, 6:09 Min.), Damals war alles besser (Trailershow, 15:47 Min.)

Release-Termin: 07.09.2017

 

SHE – Eine brutale Reise in die Zukunft [Limited DVD Edition] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

SHE – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Conan der Barbar (1982)
 
Red Sonja (1985)
 
Die Barbaren (1987)
 
Drei Engel auf der Todesinsel (1984)

Filmkritik: „Neon Maniacs“ (1986)

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NEON MANIACS

(MANIACS – DIE HORRORBANDE)

Story

 
 
 
Aus den Tiefen der Hölle, einer anderen Dimension oder dem schwefelsauren Planeten Rotktraut 9 flutschen zwölf blutgierige Mutanten in die Welt der Menschen und töten, was ihnen vors vielfältige Waffenarsenal läuft. Die Begegnung verschiedener unwichtiger Menschlein mit den NEON MANIACS findet ihren Höhepunkt auf einer Battle-Of-The-Bands-Show.

 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Kritik

 
 
 
Viel Handlung is‘ da nich. Da wollen wir auch keine schrägen Behauptungen in andere Richtungen aufstellen. Was soll auch groß an Plot-Twists und narrativen Vielschichtigkeiten aufgefahren werden, wenn in Prinzip auf dem Tapet steht, ein gutes Dutzend sagenhaft maskierter Unholde auf blödes Teenager-Kanonenfutter loszulassen? Darum geht’s, sonst um nicht viel. NEON MANIACS bringt praktisch auf den Punkt, was man in den Achtzigern und frühen Neunzigern mittels durchgerittener Vorspultasten herbeizaubern musste. Monster metzeln Menschen. Und das mit Volldampf und obendrein im Rahmen eines Bandwettbewerbs, der glatt aus HOWARD THE DUCK stammen könnte. Wahnsinn.
 
 
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Gigantischer Pluspunkt dieses Films, der in vielen Momenten wirkt, als habe man im Hause TROMA vergessen, ihn für die eigene Distribution zu lizensieren, ist die Arbeit der Make-Up-Abteilung. Mit echter, zweifellos als amerikanisch zu erkennender Latex- und Gummi-Prop-Kunst erschafft der Film einen fantastischen Kanon von Bösewichtern als Dreh- und Angelpunkt, wie sie in einer derartigen Tiefe vielleicht noch in Clive Barkers seinerzeit völlig zu Unrecht untergegangenem Monster-Feuerwerk CABAL zu finden ist. Jede dieser fleischgewordenen Monsterpuppen hat eigene Merkmale in Optik und Verhalten, ruft praktisch nach einer Verwertung als detailgetreue Action Figures fürs Regal des Horror-Fans von echtem Schrot und Korn. Eine Liebe zum Detail, die fast vermuten lässt, es mit dem ersten Film einer avisierten Reihe zu tun zu haben. Leider wurde NEON MANIACS nicht fortgesetzt.
 
 
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Regisseur Joe Mangine war maßgeblich Kameramann, stand bei einigen sehr undergroundigen Produktionen seiner New Yorker Heimat seit jungen Jahren hinter der Linse. In seiner Filmographie stehen neben Exploitationern wie einem sudeligen Krokodil-Horrorfilm auch Ausflüge in die Welt des Bumskinos – CAPTAIN LUST aus dem Jahre 1977 etwa. Somit ist der Mann seinerzeit irgendwie prädestiniert für die Leitung der Aufnahmen zu einem Genre-Destillat, wie es NEON MANIACS darstellt. Genug fiese Handlungsarmut für einen schmissigen Grindhouse-Kracher, genug Effekt-Brutalität für einen Splatter-VHS-Hit, der mehr Zuschauer verdient hätte. Mit diesem neuen Release des Films hierzulande wünschen wir dem Film neue Popularität. Verdient hat er’s seit Jahrzehnten. Motherfuckers.
 
 
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NEON MANIACS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wir wünschen uns eine Sekunde was von Euch. Ausnahmsweise. Seid tolerant gegenüber einer Horde ältlicher Horror-Geeks, wenn sie einem Film, der andernorts das sprichwörtliche Fell über die Ohren gezogen bekommt, mehr Lorbeeren ans gummige Hälschen werfen als rational zu begründen. NEON MANIACS macht auf der Schiene von Logik und Spannungskurve manch‘ unbotmäßigen Fehler, leider. Dann aber diese Figuren. Diese Masken! Schmacht! Ein Horrorfilm, Kind seiner Zeit und doch aus der Zeit gefallen. Wie wunderbar!
 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Zensur

 
 
 
Wie viele andere Horrorfilme in den 1980ern hatte es auch NEON MANIACS in Deutschland nicht leicht. Der Streifen wurde zwar ungeschnitten auf VHS-Kassette veröffentlicht, anschließend jedoch auf den Index gesetzt. NEON MANIACS war von 1988 bis 2013 indiziert. Erst 2013 wurde die trashige Komödie aus der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen. Mittlerweile kann er ohne Probleme im Kaufhaus gekauft werden – ungeschnitten und mit FSK18-Flatschen. Letzterer wirkt für heutige Verhältnisse ungerechtfertigt. Bei einer Neuprüfung würde vermutlich eine FSK16 rausspringen.
 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CMV LASERVISION – Mediabook Motiv A (limitiert auf 666 Stück)

Neon Maniacs - mediabook-b

(c) CMV LASERVISION – Mediabook Motiv B (limitiert auf 333 Stück)

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(c) CMV LASERVISION – Blu-ray KeepCase

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Neon Maniacs; USA 1986

Genre: Komödie, Horror, Trash, Klassiker

Ton: Deutsch DD 2.0 (Mono), Englisch DD 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook in 2 Cover-Varianten

Extras: Booklet, Original Trailer, Interview mit Special Make-Up Artist Allan Apone, Isolated „Music Only“ Track, umfangreiche Bildergalerie, Programmtrailer

Release-Termin: 08.12.2017

 

Neon Maniacs (Mediabook – Cover A mit Blu-ray und DVD) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 

Neon Maniacs (Blu-ray im Keepcase) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

NEON MANIACS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei CMV LASERVISION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sgt. Kabukiman N.Y.P.D. (1990)
 
Cabal – Die Brut der Nacht (1990)
 
Atomic Hero (1984)
 

Filmkritik: „Stephen Kings Stark“ (1993)


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK

(THE DARK HALF)

Story

 
 
 

Schöngeist Thad Beaumont verfasst Horror-Romane, deren blutrünstigste niedergeschriebene Aussetzer er unter dem Nome de plume George Stark veröffentlicht. Als ein schmieriger Neider Beaumont erpressen will, es geht um die Enttarnung des Pseudonyms, werfen wir einen Blick in die sonderbare medizinische Vergangenheit des ach so harmlosen Autoren und werden Zeugen einer gänzlich andersartigen Manifestation des Unholds Mr. Stark.

 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Kritik

 
 
 
Als erstes ist STARK, das sieht der sprichwörtliche Blinde mit dem Krückstock, Stephen Kings Variation einer der bekanntesten Horrorliteratur-Ideen überhaupt: Der böse Zwilling, der Doppelgänger, das andere Ich. Populärstes Exempel R.L. Stevensons Dr. Jekyll & Mr. Hyde. Direkter Einfluss der Ende des 19. Jahrhunderts aufkommenden Erfolgsgeschichte der Psychoanalyse Siegmund Freuds auf das Genre des Schauerromans. Unter dieser ersten, inhaltlichen Oberfläche bekommt es der Leser, hier besser gesagt und fortgesetzt: der Zuschauer, mit dem möglicherweise am stärksten autobiographisch gefärbten Stoff des Meisters aus Maine zu tun. Schreiben, Saufen, Schreiben, Saufen, Ohnmacht, Saufen, Schreiben. Heute weiß man, wie heftig die Todeskämpfe mit König Alkohol getobt haben müssen, der besonders in der ersten Lebenshälfte Kings mehr und mehr Kontrolle über seine Person und sein kreatives Ich gewinnen sollte. Mit ein paar Jahrzehnten Distanz spricht der im Zweifel wichtigste Horror-Romancier nicht nur der Gegenwart offen, ehrlich und sogar ironisch von jenen Jahren, in denen zwar unbestrittene Meisterwerke des Horrors wie CARRIE – DES SATANS JÜNGSTE TOCHTER entstanden, über die er jedoch vom herbeigesoffenen Filmriss bedingt keinerlei Erinnerung besitzt. Man kann sagen, Stephen King sind die misslichen Abenteuer seines Buchhelden Beaumont mit dem hemmungslosen Herrn Stark nur all zu bekannt. So lohnt sich mehrfaches Beschäftigen mit STARK ungemein, möchte man nicht nur hervorragend unterhalten werden, sondern auch noch intime Einblicke ins Unterbewusstsein seines Schöpfers gewinnen. Hier können jetzt Beaumont und King gemeint sein. Viele Häute hat die Zwiebel.
 
 
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Der erst jüngst – das wisst Ihr natürlich – abgetretene George A. Romero war nicht nur selbst langjähriger guter Freund der Whiskeyflasche, er teilte den Rausch auch regelmäßig mit seinem Bruder im Geiste King. Bei den Dreharbeiten zu CREEPSHOW etwa, waren beide nur mit vier Promille an Bord. Trotzdem oder gerade deswegen brachte die hochprozentige Zusammenarbeit der beiden Ostküsten-Spritmeister immer wieder schöne Ergebnisse mit sich. STARK ist ein Höhepunkt. Er funktioniert als Horror-Reißer und unterhält wirklich ganz prächtig. Dazu ist er einer der stärksten Filme, die Kings real life diabolischer Zwilling George abseits seiner ersten „…OF THE DEAD“- Zombie-Kultwerke hinbekommen würde, machen wir uns da mal nichts vor. Bei aller Verbundenheit zu Einkaufszentren in Pittsburgh.
 
 
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STEPHEN KINGS STARK – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Stephen Kings sehr persönlicher Stoff, verständnisvoll und doch effektiv von seinem echten Freund George A. Romero auf die Leinwand gebracht. Hier wurde tatsächlich mal alles richtig gemacht.
 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Zensur

 
 
 
STEPHEN KINGS STARK hatte es bisher in Deutschland nicht leicht. Wenige Monate nach der Veröffentlichung landete der Gruselstreifen im Jahr 1994 auf dem Index. Die Indizierung besteht bis heute. Neben der ungeschnittenen, indizierten Fassung wurde eine FSK-geprüfte Filmversion auf VHS veröffentlicht. Diese musste knapp sechs Minuten geschnitten werden, um eine Freigabe erhalten zu können. Im Jahr 2017 feierte der King-Klassiker seine HD-Premiere. OFDB FILMWORKS erwarb die Rechte und warf den Streifen in einer limitierten Sonderausgabe auf den Markt. Diese Filmversion ist ungeschnitten, ist aber wegen der Indizierung nur in einschlägigen Onlineshops erhältlich und darf nur an volljährige Filmfans verkauft werden. Weil sich Sehgewohnheiten geändert haben, ist die Indizierung jedoch ungerechtfertigt. Für heutige Verhältnisse befinden sich die Gewaltakte im Film aus FSK16-Niveau. Sollte die Indizierung irgendwann aufgehoben und STARK neu geprüft werden, ist eine Jugendfreigabe nicht unwahrscheinlich.
 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB Filmworks (Digipack – Front)

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(c) OFDB Filmworks (Digipack – Rückseite)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Dark Half; USA 1993

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch (Linear PCM 2.0), Englisch (Linear PCM 2.0)

Untertitel: Film: Deutsch, Englisch | Extras: Deutsch

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 121 Min.

FSK: Ungeprüfte Fassung – indiziert (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack – limitiert auf 2000 Stück

Extras: Audiokommentar mit Regisseur George A. Romero (englisch), Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch), The Directors: George A. Romero – Dokumentation über den Regisseur, The Sparrows Are Flying Again – The Making of „The Dark Half“, Deleted Scenes, Behind The Scenes Footage: Special Effects, Behind The Scenes Footage: On The Set, Vintage Making of Featurette, Vintage Interviews, deutscher und englischer Kino-Trailer, TV-Spot, Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch

Veröffentlichung: Digipack: 07.07.2017

 
 
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Stephen Kings Stark [3-Disc Digipak mit DVD + Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

STEPHEN KINGS STARK – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei OFDB FILMWORKS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Unzertrennlichen (1988)
 
Schwestern des Bösen (1973)
 

Filmkritik: „In den Krallen des Hexenjägers“ (1971)

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IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS

(THE BLOOD ON SATAN’S CLAW)

Story

 
 
 

Oh Handlung, kleine Handlung. Im England des frühen 18. Jahrhunderts buddelt ein Farmer den unirdischen, noch nicht in Gänze verwesten Schädel eines vorzeitlichen Monstrums aus. Die örtliche Elite, angeführt vom Richter, sieht sich bald den Einflüssen des Dämons ausgeliefert, der sich der Kinder und Jugendlichen bemächtigt. Die mutieren zu pelzigen Höllen-Bälgern und revoltieren gegen ihre Altvorderen.


 
 
 


 
 
 

IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS – Kritik

 
 
 
Sehen wir hier ein perverses Märchen? Einen betont europäischen Monsterfilm? Oder soll das gar eine Sozial-Metapher (die Alten gegen die Jung-Generation) sein? Wurscht. Was hier auf uns hereinbricht ist all das und mehr. Ein – in Ermangelung eines schöneren Wortes – Horrorfilm, wie er nur zu genau dieser Zeit und in genau jenem Landstrich entstehen konnte. So britisch, so exzentrisch, so selbstbewusst unverwechselbar in jeder Einstellung. BLOOD ON SATAN´S CLAW, wie Piers Haggards Meisterwerk des ländlich-psychedelischen Verrücktmacher-Horrors in seiner Heimat heißt, genießt dort nicht umsonst einen Ruf, der nur noch vom sagenhaften THE WICKER MAN in den Schatten gestellt wird. Ja, ländlicher Horror („rural horror“, „folk horror°), ein kleines Subgenre, eher fast schon eine filmgewordene Empfindung, besonders im englischen Genrekino, die in den letzten Jahren wiederentdeckt wurde und in den ersten, noch independent produzierten Filmen des genialen Wahnsinnigen Ben Wheatley ein kleines Revival feiern konnte. Etwa KILL LIST oder A FIELD IN ENGLAND. Empfehlung an dieser Stelle!
 
 
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Die hübsche Linda Hayden, in der Rolle der vom Ungetüm verführten Unschuld mit Namen Angel, spielt hier schon früh die ikonengleiche Rolle ihres Lebens und spornt die restliche Ensemble-Besetzung zu unglaublichen Leistungen an. Persönlich denke ich bei ihr oft an die Titelfigur meines Lieblingsfilms VALERIE – EINE WOCHE VOLLER WUNDER, kurz vorher in der damaligen Tschechoslowakei gedreht. Viel ist über IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS geschrieben worden, meist zu Hause freilich. Die Betrachtung dieses Druidenfelsen von Film kann aber der schönste und aufrichtigste Beweihräucherungs-Text nicht ersetzen. Tony Tenser, der Sparfuchs am Ruder bei Tigon, der produzierenden Firma, konnte seinerzeit nicht viel anfangen mit Haggards Film. Zu abseitig und in einer eigenen Welt stattfindend kam ihm vor, was er eigentlich als günstiges Rip-Off der damals kassenträchtigen Hexen- und Hexenjäger-Filme aus England und Kontinentaleuropa in Auftrag gegeben hatte. Man kann seine Sicht auch nachvollziehen. IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS ist ein Film ohne Vergleichsmöglichkeit in direkter Nachbarschaft. Nur so: Der stimmige Soundtrack ist vor rund zehn Jahren auf Trunk-Records erschienen und kostet inzwischen auch schon die meine oder andere Münze.
 
 
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IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Was ganz Feines! Die aufgemotzte Edition eines sturmerprobten Klassikers, gleichzeitig ewigen Geheimtipps des Brit-Horrors abseits der großen Genrefilm-Lieferanten. Gehört sowas von in jede Sammlung. Bastapasta.
 
 
 


 
 
 

IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS – Zensur

 
 
 
IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS lief im Kino geschnitten und erschien auf VHS nicht ganz komplett. Erst Koch Media veröffentlichte 2004 eine ungekürzte Fassung auf DVD. Auch die nun erhältliche Blu-ray ist bereits für Jugendliche geeignet und natürlich ungeschnitten: FSK16.
 
 
 


 
 
 

IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 333 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Blood on Satan’s Claw; Großbritannien 1971

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono) = Deutsche Video-Synchronisation von 1982, Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono) = Deutsche Kino-Synchronisation von 1972

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Daniel Peree und Marco Erdmann vom Wicked Vision Magazin, Audiokommentar von Piers Haggard und Linda Hayden und Robert Wynne-Simmons, Alternative deutsche Synchronisation, Originaltrailer, Interview mit dem Regisseur, Interview mit Linda Hayden, Making of, Filmographien, Bildergalerien | zusätzlich im Mediabook: ein Booklet

Veröffentlichung: Mediabook: 24.02.2017 | KeepCase: 27.10.2017

 
 
NSM hat drei limitierten Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit Oktober 2017 kann man IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS auch in Deutschland als Blu-ray im KeepCase im Handel erwerben und muss keine Umwege über das deutschsprachige Ausland in Kauf nehmen. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ungeschnitten.
 
 

In den Krallen des Hexenjägers – [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

In den Krallen des Hexenjägers – [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover A] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

In den Krallen des Hexenjägers – [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover B] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

In den Krallen des Hexenjägers – [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover C] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Hexenjäger (1968)
 
Hexen bis aufs Blut gequält (1970)
 
Hexen – Geschändet und zu Tode gequält (1973)
 

Filmkritik: „Kochendes Blut“ (1970)

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KOCHENDES BLUT

(EL COLECCIONISTA DE CADÁVERES | CAULDRON OF BLOOD)

Story

 
 
 

Ganz in der Tradition bekloppter Künstler im Gruselkino steht Franz Badulesco (Boris Karloff), der, lahm und blind, aus Skeletten wahrlich horrible Installationen baut. Was der kreative Wirre nicht weiß: Derzeit verarbeitet er die Überreste der Opfer seiner mörderischen Frau, die aus dem Jenseits schon wieder wenig Gutes plant. Ein junger Schreiberling kommt der Sache auf die Spur…

 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Kritik

 
 
 
Aus der Zeit, in der die Ur-Horror-Ikone Boris Karloff, inzwischen vom Alter sichtlich gebrechlich geworden und später bemitleidenswert auf einen Rollstuhl angewiesen, das Gnadenbrot in Filmen der AIP Studios oder mexikanischen Z-Film-Klitschen erwirtschaftete, stammt auch KOCHENDES BLUT. In der Alten Welt, Spanien genauer gesagt, entstanden und erst drei Jahre nach Drehschluss als Cash-In auf den Tod des Stars aus FRANKENSTEIN und zufällig auch des Regisseurs für den internationalen Markt veröffentlicht, ist dieser Euro-Horror-Ausflug durchaus ein paar Blicke wert. Erwähntes Produktionshaus AIP und die dort gefertigten Poe-Adaptionen aus der Hand Roger Cormans sollten vom unter spanischem Pseudonym werkelnden Regisseur Edward Mann wohl auch als Inspiration dienen. Die tatsächlich recht Poe-artige Story vom durchgedrehten Kunstschaffenden und dessen Verwendung einst lebenden Rohmaterials gibt es schon immer im Genrefilm. Ob bei Cormans DAS VERMÄCHTNIS DES PROFESSOR BONDI (1959), anschließend HG Lewis‘ COLOR ME BLOOD RED und THE GRUESOME TWOSOME, bis hin zum realen Horror aus den Hirnwindungen des mittlerweile offenbar geistesabwesenden Kadaver-Präparators Gunter von Hagens und seinen doch arg unethischen KÖRPERWELTEN-Reiseausstellungen. Das Faszinosum der Störung der Totenruhe im Namen der bildenden Kunst ist in der westlichen Welt ungebrochen. Unser hier vorliegender Reißer KOCHENDES BLUT atmet den eigentümlichen und unverwechselbaren Geist spanischen Horrorkinos, wie er später immer wieder bei den REITENDEN LEICHEN oder den zahllosen Zelluloid-Knallbonbons des legendären Paul Naschy gesucht und gefunden werden würde. Der hierbei nicht bestreitbare Mangel an stringentem Erzähltempo und -fluss und das permanente lustvolle Opfern inhaltlicher Logik auf dem Altar der Filmatmosphäre verzeiht der gewogene Fan des iberischen Schauerfilms seinen Idolen nur zu gerne, gehört dieses ungewohnte Stilmittel doch zum Gesamtbild wie die bebenden Dekolletés der vom Hammer-Kino beeinflussten Damen in Not. Auch Spaniens berühmt-berüchtigster Inszenator, Jess Franco, kann hier genannt werden. Lustigerweise steht hinter dem Vertrieb des Films das legendäre CANNON-Studio, später prägend für schweinische Actionware der Achtziger.
 
 
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KOCHENDES BLUT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
William „Boris Karloff“ Pratt. Einer der ersten großen Horror-Stars in den letzten Zügen seiner jahrzehntelangen Karriere. KOCHENDES BLUT ist B-Grusel eindeutig europäischen Charmes und macht sich zweifellos schmuck in den überquellenden DVD-Gewölben des Sammlers von Welt.
 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Zensur

 
 
 
Während die bisherigen VHS-Fassungen von KOCHENDES BLUT (englischer Titel: CAULDRON OF BLOOD) noch geschnitten waren, sieht das bei der nun erhältliche DVD schon wieder ganz anders aus. Diese besitzt war auch noch das alte FSK-Zeichen, ist aber 100& ungeschnitten. Sammler gruseliger Kuriositäten können demnach bedenkenlos zugreifen und die Lücken in der Horror-Sammlung schließen.
 
 
 


 
 
 

KOCHENDES BLUT – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Castle View Film (DVD KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: El Coleccionista de cadáveres; Großbritanien | Spanien 1970

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 1.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 1.0 Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,78:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe | FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Deutsche Kinoversion (87:49 Min.)

Veröffentlichung: 27.01.2017

 
 

Kochendes Blut [DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei Castle View Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Color Me Blood Red (1965)
 
Das Vermächtnis des Prof. Bondi (1959)
 
Die Verfluchten – Der Untergang des Hauses Usher (1960)
 
Satanas – Das Schloß der blutigen Bestie (1964)
 

Filmkritik: „Maniac Cop“ (1988)

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MANIAC COP

Story

 
 
 

Der hier portraitierte Freund und Helfer hat einen an der Waffel. Ganz forensisch sogar. Unter den Polizisten New York Citys befindet sich einer, der den bekämpften kriminellen Widerlingen in nichts nachsteht. Dieser „Maniac Cop“ Matt Cordell mordet sich brutalst durch die schmierigen Neon-Nächte der Millionenstadt am Hudson und ist dabei gerissen genug, einen unschuldigen Kollegen, gespielt von Bruce Campbell persönlich, in den Fokus der Ermittlungen zu lavieren.

 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Kritik

 
 
 
Seltsames Gefühl, wenn einem auffällt, welche kleinen Klassiker des Blut- und Gerölle-Kinos noch nicht in respektabler Heimkinoform zur Verfügung stehen. MAINAC COP, dieser nach grundsympathischem Schema F gezauberte Bullen-Slasher, ist auch so ein Titel. Nach dem meisterhaft übelkeiterregenden Schlitzer-Klassiker MANIAC, starring Klapsmühlen-Gottfigur Joe Spinell, muss man dessen Erschaffer William Lustig nicht erst dazu zwingen, diesen knackigen Namenszusatz des Wahnsinnigen ein weiteres, kassenklingelndes Mal zur Titel-Verwendung zu bringen. Der mit allen Porno-Wassern gewaschene Kleinstbudget-Regisseur aus New York weiß, was alle Augen auf die eigene Arbeit lenkt und spielt die Klaviatur des Eighties-Horrors wie ein ganz Großer. Ein Slasher für die Galerie! Zur Seite stehen dem späteren Independent-Studio-Chef (Anchor Bay, dann Blue Underground) neben einer Traumbesetzung des gehoben-groben Drive-In-Schotters wie Richard Roundtree, Bruce Campbell, Tom Atkins und William Smith auch der Regisseur und Drehbuchautor Larry Cohen. Der stramm linksliberale Filmemacher zeichnet unter anderem für exploitofonische Granaten wie die IT’S ALIVE! Monsterbaby-Reihe, den Quetzacoatl-Saurier-Irrsinn AMERICAN MONSTER, den Blaxploitationfilm erster Kategorie BLACK CAESAR („Der Pate von Harlem“) oder den bis heute nicht in deutscher Sprache erschienenen Ultra-Kultschocker GOD TOLD ME TO (1976) verantwortlich.
 
 
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Eine sicherlich irgendwo politisch motivierte Slasher-Parade über einen Mörder-Polizisten lässt er sich natürlich nicht entgehen. Jahre später würde Herr Lustig seinen alten Kollegen mit einer edlen DVD-Edition auf Blue Underground ehren. Hier, beim ersten Teil der mehrfach fortgesetzten Reihe MANIAC COP, gibt sich das findige Gespann alle Mühe, seine New Yorker Heimat so sleazy wie möglich erscheinen zu lassen und den uniformierten Baddie Robert Z’Dar mit genug monströser Bedrohlichkeit für zwei bis drei Leinwand-Unholde zu versehen. Ach, Robert! In über hundert Filmen variierender Rauheit als Schlägertyp, Psychopath oder psychopathischer Schlägertyp gecastet, macht der durch den seltenen Knochendefekt des Cherubismus verunstaltete Brocken von Mann das Beste aus den Vorgaben der Gene und lebt bis zu einem furchtbaren Setunfall, der ihn erst in den Rollstuhl und 2015 auf den Friedhof bringt, ganz ordentlich von seinen Zügen. Zu seinen Fans war er, wie es das Bösewichter-Klischee so will, immer zuckersüß und freundlich.
 
 
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MANIAC COP – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Zu Recht beliebtes Kult-Kino aus Genremeister-Hand. Den guten alten MANIAC COP kennen die meisten Horror-Nerds schon immer, die älteren sowieso. Für die Uneingeweihten empfiehlt sich, zurückgelehnt einen oder sieben auf Robert Z’Dar zu heben und das Dream Team Lustig/Cohen seine Grindhouse-Magie entfalten zu lassen.
 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Zensur

 
 
 
Wie viele Horrorfilme in den 1980ern hatte es auch der MANIAC COP nicht leicht. Der wurde kurzerhand indiziert und durfte hierzulande nicht beworben oder im stationären , deutschen Handel verkauft werden. Das änderte sich aber vor einigen Jahren. MANIAC COP wurde im April 2013 vom Index genommen und im August 2016 durch die FSK neugeprüft. Bei dieser Neuprüfung erhielt der Film in seiner ungekürzten Fassung eine FSK 16-Freigabe. Diese darf nun regulär in jedem Fachmarkt oder Online Shop verkauft werden. Wie sich die Zeiten ändern. Die nun erhältliche Blu-ray ist trotz FSK16-Flatschen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MANIAC COP – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 999 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 666 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Futurepak – auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Maniac Cop; USA 1988

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook | Futurepak

Extras: Kinofassung (HD, ca. 85 Min.), Deutscher Audiokommentar von Marco Erdmann und Daniel Perée vom Wicked Vision Filmmagazin für die Kinofassung, Audiokommentar von William Lustig, Larry Cohen, Bruce Campbell und Jay Chattaway, Doomed Detective, Intro von Tom Atkins, Lady of the Night, Scripting a new Slasher Super Villian, TV-Szenen, Interview mit William Lustig, Bildergalerie, 2 TV-Spots, Deutsche Trailer zu allen drei „Maniac Cop“-Filmen, 4 Englische Trailer, Französischer Trailer | zusätzlich im Mediabook noch eine Soundtrack-CD und ein Booklet

Veröffentlichung: Mediabook: 09.10.2015 | KeepCase: 28.04.2017 | Futurepak: 27.01.2017

 
 
Neben vier limitierten Mediabooks mit zusätzlichem Booklet wurde der Film auch in einem edlem Blu-ray-Futurepak veröffentlicht. Seit April 2017 kann man MANIAC COP auch in Deutschland als Blu-ray KeepCase im Handel erwerben und muss keine Umwege über das deutschsprachige Ausland in Kauf nehmen. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ungeschnitten.
 
 

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MANIAC COP – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Maniac Cop 2 (1990)
 
Maniac Cop 3 (1992)
 
Mad Cop (1989)
 
Psycho Cop 2 (1992)
 

Filmkritik: „Drei Engel auf der Todesinsel“ (1984)

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DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL

(THE LOST EMPIRE)

Story

 
 
 
Es war einmal. Ein höchst bizarres Busenschwenkerinnen-Trio, wohlüberlegt zusammengecastet aus einer Polizistin mit Rachegedanken, einer taffen Gangsterbraut und der überdrallen Geisterwelt-Indianerin Whitestar schleust sich in die passend biblisch Golgatha getaufte Inselfestung eines irren Sektenchefs mit zwei Identitäten ein. Dessen gehörig üble Ideen der Weltherrschafts-Übernahme müssen freilich sofort unterbunden werden. Als Hindernisse legt der schizophrene Schuft den knusprigen Hüterinnen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung insektoide Monsterroboter, Killeraffen und den glatzköpfigen Stuntman und im Privatleben Motorradbanden-Kriminellen Bob Tessier (das Gesicht kennt jeder, mindestens aus dem A-TEAM und allen anderen Knaben-Actionserien der Eighties) in den Weg.
 
 
 


 
 
 

DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL – Kritik

 
 
 
Was. Für. Ein. Film. Als DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL vor wie im Fluge vergangenen 27 Jahren im Nachtprogramm deutscher Privatfernsehens-Hölle versendet wurde, fanden sich die unschuldigen Äuglein manches jugendlichen Zusehers und eventuell späteren Hardcore-Fans der schlockigen Seite des Kinos in Tränen quasireligiöser Erweckung stehend. Geiler Satz. Danke, danke. Das mehr als rassige Russ-Meyer-Sexungeheuer Raven De La Croix kämpft als Kriegerin aus dem Reich der Toten Seit‘ an Seit‘ mit zwei etwas weniger bebend brustlastigen Halbschauspielerinnen gegen die sicherlich sträflich unterbezahlten Heerscharen des Bösewichts. Den verkörpert, als wären alle anderen Freuden dieses kalten Büffets des Grindhouse-Irrsinns nicht schon befriedigend genug, Angus Scrimm – Fans des Horrorgenres als Tall Man aus den PHANTASM/DAS BÖSE-Filmen des sträflich unterschätzten Don Coscarelli bekannt. Dem jungen Filmemacher, welchem die Community des schmutzigen Entertainments diesen Eisbecher und auch Eisbrecher des internationalen Kopfschüttel-Kinos verdankt, sollte das Anheuern eigentlich verblühter B-Stars in gnadenlosen Rumpel-Filmen zum Markenzeichen werden. Neben todesmutiger Verachtung auch der einfachsten Regeln kommerziellen Drehens natürlich. Da sind die Special Effects auch mal eher unspeziell, die abenteuerliche Musik aus der Feder des Carpenter-Kollaborateurs Alan Howarth von eher plastikhafter Synthesizer-Qualität und die Herausstellungsmerkmale der Hauptdarstellerinnen im Textil ihrer Büstenhalter gefangen. Trotzdem, sehr verehrte Damen und Herren, liebe Kinder, erstrahlt hier ein Film auf dem Bildapparat des Heimkinos, der nach dem Anschauen mit einem fürsorglichen Gutenachtküsschen ins Regal gestellt werden muss.
 
 
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Ja, man mag’s sprichwörtlich nicht glauben – selbst wenn’s ja anders nicht geht. Logik und so. Auch ein vermeintlich seit Anbeginn der Sudelfilm-Zeitrechnung existierendes und operierendes Trashologismus-Regie-Schlachtross wie Jim Wynorski hat irgendwann mal seinen Erstling gedreht. Dass es sich bei seinem Einstieg via Chefsessel am Set um ein Feuerwerk des feierlich ausgerufenen schlechten Geschmacks wie DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL handelt, spricht natürlich Bände und ließ Freunde autokinotauglicher Leinwandreißer seinerzeit geradezu frohlocken. Über dreißig Video-Ferkeleien zwischen Monstern, Brüsten und Monsterbrüsten sollten folgen; nicht selten auch mal im Produktions-Tag-Team mit seinem nicht minder schmerzfreien Regisseurs-Kollegen Fred Olen Ray. Wir lehnen uns nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn wir behaupten, dass die vorliegende Model-Möpse-Moonboot-Show zu den besten und unterhaltsamsten Filmen aus der Kralle des guten Jimbo W. zählt. Eine nicht zu leugnende Amerika-Feindlichkeit des hiesigen Trashfilm-Publikums führte zu seligen VHS-Zeiten zu einer gewissen blasierten Ignoranz gegenüber den Werken dieser Generation breit grinsender US-Regisseure ohne Budget. Es ist an der Zeit, diese Leute als das zu würdigen, was sie sind: Die Fackelträger sympathisch hemdsärmeliger B-Hollywood-Filmkunst in Zeiten millionenschwerer und doch seelenloser Giga-Produktionen. THE LOST EMPIRE, wie der Film im Original eher planlos betitelt ist, bietet dem hingerissenen Konsumenten fast alles, was einen standesgemäßen Exploitation-Film am Fuße der achtziger Jahre ausmacht. Amerikanisch verschämte Nackedideleien, comicstriphafte Action, ein debiles Quäntchen Fantasy und im Regelfall schmackiges Tempo. Da ist die angemessen perverse deutsche Synchronisation fast schon Ehrensache. Wir bei FILMCHECKER sind alte Männer und gehen auf keine Partys. Würden wir das doch tun, bekäme DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL von uns völlig unverblümt das Prädikat Partyfilm auf seine schwitzig-schmierige Backe geklebt.
 
 
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DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Hier beginnt die Karriere eines immer und immer wieder Resultate liefernden US-Trash-Meisters. Dieser Film ist ein Wirbelsturm knüppeldicker Exploitation mit Unterhaltungs-Versprechen und liegt obendrein in einer Referenz-Edition vor, die sogar Regisseur Jim Wynorski höchstselbst die Spucke wegbleiben ließ.
 
 


 
 
 

DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL – Zensur

 
 
 
DREI ENGEL AUF DER TODEESINSEL hatte es in Deutschland nicht leicht. Noch im Veröffentlichungsjahr wurde der Film auf den Index verbannt und erst im Jahr 2009 „entlassen“. Weil niemand den indizierten Fantasyklassiker auf DVD veröffentlichen wollte, hat sich nun SCHRÖDER MEDIA erbarmt und im Zuge der Index-Listenstreichung eine Veröffentlichung direkt auf Blu-ray vorgenommen. Lobenswert. Jetzt kann man diesen seltenen Klassiker ohne Umwege und in bester Qualität im heimischen Wohnzimmer genießen.
 
 
 


 
 
 

DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MIG | Schröder Media (auf 1000 Stück limitiertes BD KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Lost Empire; USA 1984

Genre: Abenteuer, Action, Komödien

Ton:Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono) = Videopitch, Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono) = Kinopitch

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK18 – keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und Schuber

Extras: Bildergalerie (6:32 Min.), Retro-Trailershow (14:35 Min.): Starker Verkehr, Hell’s Angels ’70, Mandingo, Alles fliegt dir um die Ohren, Die Teuflischen 8

Release-Termin: 01.12.2016

 

3 Engel auf der Todesinsel [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei MIG | Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Herkules (1983)
 
Red Sonja (1985)
 
Conan der Barbar (1982)
 

Filmkritik: „Blutnacht – Das Haus des Todes“ (1972)

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BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES

(SILENT NIGHT, BLOODY NIGHT | NIGHT OF THE DARK FULL MOON)

Story

 
 
 
Ein junger Kerl erbt das Haus seines Großvaters, das schon in dessen Jugend kein schöner Ort war. Noch früher war in dem Kasten gar eine Klapsmühle untergebracht, die maßgeblich forensisch Betroffenen bewachtes Obdach geboten hatte. Opa hat dort dann auch ein schreckliches Ende gefunden. Großbrand, Ursache unbekannt. Jedenfalls übernimmt der geschäftstüchtige Enkel eine ganze Zeit nach dem Unfall die unsympathische Immobilie und will sie zügig verkaufen. Gefällt den Anwohnern überhaupt nicht. Der angegriffene Kasten gilt als verflucht, soll laut deren Meinung aber bitte in Familienbesitz bleiben. Seltsam. Wie bestellt bricht aus der nächsten aktuell in Betrieb befindlichen Psychiatrie ein Schlitzer aus und macht Tabula Rasa in der Gemeinde. Offenbar kennt der wiederum die Hintergründe für die Katastrophen, die auch den Großvater röststeten.
 
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Kritik

 
 
 
BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES (Original: SILENT NIGHT, BLOODY NIGH) ist ein klassischer Fall eines unter dem Radar durchgeflogenen Films. Falsche Zeit, falscher Ort; und das gleich mehrfach. Seine Veröffentlichung auf VHS erlebte der Film mit dem so ungemein austauschbaren deutschen Titel weiland am abebbenden Ende der Slasher-Zeit. Hier liegt auch die Erklärung dafür, dass er maßgeblich von Horror-Fans gesichtet wurde, die sich jeden Film mit maskierten und messerschwingenden Bekloppten plus den Verstümmelungs-Exzessen á la TOM SAVINI im Kopf antun wollten. Da war THEODORE GERSCHUNYS kantiger Seventies-Reißer natürlich völlig vorbei an Trend und Stimmung. Zwar gibt´s hier auch einen übergeschnappten Mörderer und die Splattereffekte lagen deutlich über dem, was zeitgenössische Regisseure den Mägen ihrer Autokino-Zuschauer zumuteten (wenn sie nicht gerade Herschell Gordon Lewis hießen), man ließ der Handlung im Vergleich zu Jason siebenunddreißig aber viel Luft zum atmen. Atmosphärisch lässt sich auch nichts aussetzen – wenn man weiß, was man von einem Independent-Horrorfilm aus den frühen Siebzigern zu erwarten hat, dessen einziger Schauspieler mit gewissem Bekanntheitsfaktor das in seiner Rollenwahl über Jahrzehnte hinweg berüchtigt völlig schmerzfreie Schlachtross JOHN CARRADINE ist. Der Charme eines solchen Kleisterwerks ist krude, wie man so sagt. Poliert ist hier nichts und niemand, keine Kante all zu gerade. Aber stört das?
 
 
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Mitnichten! Verwirrende Entwicklungen auf jeden Fall, die BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES sowohl den Freunden des klassischen Horrors als auch den Videotheken-Splatter-Fetischisten durch die Lappen gehen ließ. Den einen was zu sudelig, den anderen nicht sudelig genug. Schade. Regisseur THEODORE GERSCHUNY (1933-2007), ansonsten einigen noch bekannt als Mann hinter dem für das frühe TROMA gedrehte gefertigte, an ein Bühnenstück erinnernde Erotik-Lustspiel SUGAR COOKIES, war ein mit Ex-Warhol-Girl und B-Film-Ikone Mary Woronov verheirateter Künstler, der sich nur nebenbei mit dem Medium Film beschäftigte. Seine Credits sind nicht sehr umfangreich. Vielleicht erklärt sich so die so untypische Gestalt seines Horrorfilms hier.
 
 
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BLUTNACHT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Horrorfilm-historisch interessanter Grindhouse-Schocker, in dessen Verlauf sich altmodisch-atmosphärisch gelungener Spukhaus-Grusel und schweinischer Früh-Splatter immer wieder die Hand reichen. Jetzt findet eine schöne, limitierte Wiedergeburt des Films für den Heimkino-Markt, nachdem die Videokassette in wilden Slasher-Zeiten unverdient untergegangen war, statt. Hat er sich verdient, wie wir finden.
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Zensur

 
 
 
Auch BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES – der übrigens 2013 ein äußerst miserables Remake erhielt – hatte es in Deutschland nicht leicht. Er wurde hierzulande Anfang der 1980er erstmals auf VHS ungekürzt veröffentlicht. Doch wie die meisten Horrorfilme zu jener Zeit hatten Zensurwächter auch mit diesem Titel so ihre Probleme. 1983 indizierte die BPjS den seltenen Horrorklassiker. 25 Jahre später wurde er vom Index gestrichen. Das sah das Label SCHRÖDER MEDIA zum Anlass ihn hierzulande noch einmal unter die Leute zu bringen. Die Blu-ray zu BLUTNACHT – DAS HAUS DES TODES ist trotz Kaufhausfassung ungeschnitten. Sammler und Nostalgiker können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) WGF | Schröder Media (auf 1000 Stück limitiertes BD KeepCase im Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Silent Night, Bloody Night; USA 1972

Genre: Horror, Klassiker

Ton:Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK18 – keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover und Schuber

Extras: Originaltrailer (1:13 Min.)

Release-Termin: 11.08.2016

 

Blutnacht – Das Haus des Todes [Blu-ray im Schuber auf 1000 Stück limitiert] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

BLUTNACHT – Trailer

 
 


 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei WGF | Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Silent Night, Bloody Night: The Homecoming (2013)
 
Vor Morgengrauen (1981)
 
Halloween (1978)
 
Black Christmas (1974)