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Monster-Horror

Filmkritik: „Gremlin“ (2017)

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GREMLIN

(GIVE IT TO SOMEONE YOU LOVE)

Story

 
 
 

Die Büchse der Pandora: Aus einer Box krabbelt ein seltsames Ding, das einer Familie das Leben zur Hölle macht. Leider kann die Box weder zerstört oder weggeworfen werden. Wer sie einmal sein Eigen nennt, kann dem Fluch nicht mehr entkommen. Eine Erkenntnis, die auch Familienvater Adam Thatcher Sorgen bereitet.

 
 
 


 
 
 

GREMLIN – Kritik

 
 
 
Ach herje, die Gremlins sind wieder da. Zumindest liegt die Vermutung nahe, wenn man den Titel zu folgendem Horrorfilm liest. Der lässt nämlich unweigerlich Koboldschabernack ins Gedächtnis rufen, der in den 1980ern unter dem Titel GREMLINS – KLEINE MONSTER für Aufsehen gesorgt hat. Leider ist die Titelkreation im Falle von GREMLIN irreführend. Mit dem Monsterspaß aus der Mache von JOE DANTE hat dieser Streifen nämlich gar nichts gemein. Hier wird günstiger Nachschub für den Videomarkt geboten, der wegen seiner teils schlechten Effekte eher das Interesse von Trash-Fans auf den Plan rufen dürfte, die selbst an üblen Trash-Produktionen aus den legendären THE ASYLUM-Studios etwas Positives abgewinnen können. Wer jetzt aber glaubt, dass hinter GREMLIN genannte Produktionsschmiede steckt, dürfte eines Besseren belehrt werden. Weder THE ASYLUM noch der Trash-erfahrene Horrorsender SYFY haben sich diesen Käse ausgedacht und auf Film gebannt. Stattdessen geht der Monster-Blödsinn auf das Konto von RYAN BELLGARDT, der hier das Drehbuch geschrieben, Regie übernommen und auch noch produziert hat. Manch einer scheint offenbar zu viel Zeit und kaum gute Ideen zu haben. Anders lässt sich nicht erklären, warum in den letzten Jahren so viele dieser schlechten Billigschandtaten das Licht der (Heim)Kinowelt erblickt haben. GREMLIN ist weit weg von gut. Wer sich diesen Monster-Trash demnach freiwillig gibt und am Ende enttäuscht wird, ist selber Schuld. Viel erwarten sollte man nicht.
 
 
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Du kannst es nicht töten. Du kannst ihm nicht entkommen. Du kannst es nur jemandem übergeben, den Du auch wirklich liebst. So zumindest wird auf dem immerhin ansprechenden Poster für Aufmerksamkeit geworben, das immer noch zum Besten gehört, was der Film zu bieten hat. In GREMLIN erhält Familienvater Adam Thatcher (ADAM HAMPTON) von der Mutter ein mysteriöses Kästchen, das bald ein schauriges Eigenleben führt. Daraus schlüpft in regelmäßigen Abständen eine seltsame Kreatur, die es auf die übrigen Familienmitglieder abgesehen hat. Nachdem Großmutter und der Freund von Tochter Anna durch Attacken des geheimnisvollen Wesens ihr Leben lassen mussten, wird schnell klar, dass ein schrecklicher Fluch auf der rätselhaften Box liegen muss. Grund genug, um dem Geheimnis auf dem Grund zu gehen. Offenbar ist die Kiste ein uralter Kriegsgegenstand, der dem Besitzer Schaden bringen soll. Er tötet die Nahestehenden und am Ende den Eigentümer selbst. Doch dem Schicksal kann entkommen werden. Wer die Box an vertraute Menschen weiter verschenkt, kann sich und seine Lieben retten. Leider steht Familienoberhaupt Adam da vor unüberwindbaren Problemen. In seiner Familie haben bereits alle das Zeitliche gesegnet, die ihm gut und teuer waren. Deshalb muss er dem Bewohner der Box die Stirn bieten. Eine heikle Angelegenheit, denn die Büchse der Pandora kennt mit nichts und niemand Gnade.
 
 
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Schlechte Effekte und unerfahrene Schauspieler. Letztere handeln nicht immer helle und erinnern an Darsteller von TV-Soaps. Ein Problem, das offenbar immer mehr Indie-Horrorfilme haben, weil untalentierte Akteure wohl weniger kosten, als welche die was können. Überhaupt scheint in GREMLIN ein harter Sparzwang geherrscht zu haben. Das ist vor allem am Kreaturen-Design bemerkbar, das kaum überzeugen kann. Statt furchteinflößender Teufelskreatur, krabbelt eine Art Alien-Gnom aus der Box, der im überstürzten Finale zum Riesen mutiert und auf das Dach eines Hauses krabbelt. Komischerweise bricht die Bretterhütte nicht unter der Last des Mehrfüßlers ein, während ahnungslose Polizisten mit Gewehren ziellos ins Nichts feuern. Unfreiwillige Ironie nennt man so etwas oder auch in Fachkreisen: Filmfehler. In Interviews erklärte Regisseur RYAN BELLGARDT, dass sein GREMLIN eine Hommage an die B-Movies der 1950er und 1960er sein soll. Doch nicht nur die GODZILLA und viele RAY HARRYHAUSEN-Filme sollen Inspiration geliefert haben. Auch 80er Jahre Kult aus der Mache von STEVEN SPIELBERG oder RIDLEY SCOTT standen Pate und haben nachhaltig geprägt. Leider ist GREMLIN (der anfangs übrigens noch GIVE IT TO SOMEONE YOU LOVE) trotz gut gemeinter Absichten nicht der Rede wert. Der Streifen hat kaum Höhepunkte zu bieten und ist weit weg von clever oder gar originell. Da fragt man sich doch glatt, warum der Film ausgerechnet einen Namen wie GREMLIN trägt, obwohl im Film gar kein Kobold zu sehen ist. Vermutlich ist die Antwort in der Zugkraft genannten Wortes zu suchen. Das suggeriert ein Remake des Kassenschlagers GREMLINS, der 1984 bei einem Budget von 11 Mio. Dollar allein in den USA 148 Mio. Dollar einspielen konnte. Von solchen Summen kann RYAN BELLGARDT nur träumen. Der dürfte wohl erleichtert aufatmen, wenn er mit den Einnahmen seines zweiten Spielfilms die Cateringkosten der Filmcrew begleichen kann.
 
 
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GREMLIN – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
THE ZWILIGHT ZONE trifft auf OUTHER LIMITS. Günstig produzierter Monster-Trash, der Ähnlichkeit mit dem hat, was sonst Trash-Buden wie THE ASYLUM oder SYFY verbrechen. Während Gedrehtes dort mit einem Augenzwinkern und einer gehörigen Portion Selbstironie genossen werden kann, nimmt sich GREMLIN bierernst. Der Film spult ein lustloses Ausradieren von Familienmietgliedern ab, die in den Besitz einer mysteriösen Schachtel kommen, auf der ein tödlicher Fluch liegt. Leider muss man den Spannungsbogen mit der Lupe suchen, denn die Geschichte von GREMLIN ist so vorhersehbar, dass wohl die meisten Zuschauer – vor allem auch wegen der miesen CGI-Effekte – rasch das Weite suchen werden. Da bereits der Trailer den halben Film zeigt, kann man sich die knapp 90 Minuten Spielfilm sparen. So ist GREMLIN nur etwas für hartgesottene Trash-Liebhaber.
 
 
 


 
 
 

GREMLIN – Zensur

 
 
 
GREMLIN hat kaum Schauwerte zu bieten. Die Kreatur im Film schneidet Hälse auf, bohrt sich durch den Bauch einer Frau und sticht mit seinen Gliedmaßen in einen Brustkorb. Der Film dürfte locker mit einer Freigabe ab 16 Jahre durch die FSK kommen.
 
 
 


 
 
 

GREMLIN – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hole – Wovor hast Du Angst? (2009)
 
Don’t Be Afraid of the Dark (2010)
 
Don’t Be Afraid of the Dark (1973)
 
The Gate (1987)
 
Gate II – Das Tor zur Hölle (1990)
 


Filmkritik: „The Void“ (2016)

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THE VOID

Story

 
 
 

Ein nahezu stillgelegtes Krankenhaus mitten im Nirgendwo entpuppt sich für einen kleinen zusammengewürfelten Trupp zu einer Art Vorhölle …

 
 
 


 
 
 

THE VOID – Kritik

 
 
 
Nach einem eher ereignislosen Tag stolpert Sheriff Carter mitten im nächtlichen Wald ein sich auf der Flucht befindlicher verletzter junger Mann vor die Füße, den er ins nächstgelegene Krankenhaus chauffiert. Dort verrichten die letzten Mitarbeiter ihren Dienst, der hauptsächlich darin besteht, für Notfälle zur Verfügung zu stehen. Soweit dies nach einschränkenden Brandfolgen möglich ist.
Kurz darauf treffen zudem zwei äußerst aggressiv wirkende, bewaffete Männer ein, die dem gerade Eingelieferten ans Leder wollen. Doch damit nicht genug. Während die erste Krankenschwester plötzlich beginnt durchzudrehen, versammeln sich vor den Türen bereits schweigend unheimlich wirkende Zeitgenossen, deren Art Ku-Klux-Klan-Gewänder nichts Gutes verheißen. Die Nacht des Grauens kann beginnen. THE VOID bedient von Beginn an die tief verankerten Bedürfnisse von Horrorfans mit einer stimmigen Prämisse. Eine kleine Gruppe, eingeschlossen an einem trostlos einsamen Ort an dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, wird mit dem Unvorstellbaren konfrontiert und kämpft verzweifelt einen aussichtslos wirkenden Kampf um ihr Leben. Wobei das Böse nach weitaus mehr trachtet.
 
 
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Nach zirka 13 Minuten beginnt die Gewaltschraube anzudrehen und gewährt erstmals einen Blick auf die recht heftigen, liebevoll handgemachten Effekte, die sich als Stärke des klassische Muster bedienenden Horror-Scifi-Zwitters erweisen werden. (Übrigens: Erstaunlich was hier inzwischen alles ab FSK16 durchgewunken wird.) Und hier gibt es tatsächlich nichts zu meckern. Seit THE THING wurde wohl nicht mehr so schön geschmaddert und tentakelt. An den deformierten Kreaturen kann sich das Herz eines jeden Creature-Feature-Fans einfach nur erfreuen. Für die Ausarbeitung der Charaktere und deren Dialoge gilt dies leider nicht. Es ist immer ungünstig, wenn man ausgerechnet mit den Bedrohten kaum mitfiebern kann, weil sie emotional nicht berühren oder phasenweise nerven. Problematisch bleibt ebenso der Umstand, dass sich die nicht wirklich innovativ aus einigen Klassikern zusammen rezitierte krude Story, vom Timing her etwas zu langatmig nur von Effekt zu Effekt hangelt. Die ernste Situation aller Protagonisten ist dabei drehbuchtechnisch durchaus erfreulich ohne Augenzwinkern frei von Komik und überflüssigen Albereien angelegt. Umso mehr stören nun jedoch naive holprige Textpassagen, die einen an den Kopf fassen lassen. So stellt ein Protagonist nachdem bereits draußen wie drinnen das Chaos wütet unvermittelt fest: „Wir sind hier nicht sicher!“ Ja, Recht hat er ja der Gute, nur war dies zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als offensichtlich.
 
 
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Nachteilig wirkt sich neben den eher hölzernen Figurenzeichnungen (Obwohl zum Beispiel Kenneth Welsh aus TWIN PEAKS und Art Hindle aus BLACK CHRISTMAS ihr Bestes geben) der fast fehlende melodische Score aus, an dem wohl gespart werden musste, um die Kosten zu stemmen, die durch Crowdfunding aufgetrieben wurden. Von einem auch nur annähernd so wundervoll einprägsamen Thema wie bei HALLOWEEN, A NIGHTMARE ON ELM STREET oder FREITAG DER 13. ist bei THE VOID kein Ton zu hören. Dafür wabert ein Klangteppich der die trostlose Grundstimmung unterstreicht und bei Gefahren bedrohlich anschwillt. Das klingt kritisch und doch gelingt dem Streifen, der die 80er nahezu atmet, etwas was nicht viele Filme schaffen. Während man sich mit voranschreitender Laufzeit oft von dem Gesehenen distanziert, beginnt THE VOID zunehmend zu bannen und mit einem „irgendwie“ stimmigen Finale ausgesprochen versöhnlich zu enden. Der Hinweis im Abspann, dass die irre Geschichte nicht der Wirklichkeit entspricht und Ähnlichkeiten mit lebenden Personen rein zufällig wären, entlässt zudem mit einem kleinen Lächeln. Die fähigen Regisseure Gillespie und Kostanski haben die Hoffnungen der Förderer des Projekts, dass zudem in kurzer Zeit abgedreht wurde, sicher nicht enttäuscht
 
 
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THE VOID – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Bei aller Kritik und dem Verneinen von Superlativen unterhält das nahezu philosophische THE VOID durchaus und erweckt Sympathie, wenn man sich die liebevoll mit Leidenschaft für´s Genre in Szene gesetzte Story bewusster vor Augen führt. Die teils bizarre Collage aus an HELLRAISER, ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT, BASKIN, THE THING u.v.a.(!) erinnernden Szenen liefert somit unterm Strich ambitioniert nostalgischen Spaß und hat bei allen Abzügen deutlich mehr zu bieten, als viele andere lieblos hingehunzte Genrevertreter. Und unter uns: Ist ein unvollkommenes, aber engagiert-ehrgeiziges B-Movie nicht deutlich charmanter als ein glatt polierter A-Blockbuster?

 
 
 


 
 
 

THE VOID – Zensur

 
 
 
Heftig und kompromisslos geht es zu. Während gestochen, gehackt und verbrannt wird, spritzen Blut und Schleim so wie es sich gehört und auch Schwangere werden nicht verschont. Sehr lobenswert, dass THE VOID trotzdem eine ungeschnittene Freigabe erhalten hat. Eine Ursache dafür mag sein, dass die Gewalt an keiner Stelle selbstzweckhaft grenzaustestend zelebriert wird, sondern eher die phantasievollen Mutationen im Mittelpunkt stehen. Auf dem Cover der erhältlichen Heimkinofassung ist der FSK16-Flatschen zu sehen. Glücklicherweise besitzt die Veröffentlichung ein Wendecover. Horrorfans und Sammler können demnach bedenkenlos zugreifen.
 
 


 
 
 

THE VOID – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Void; Kanada 2016

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover und Schuber

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 19.05.2017

 

The Void [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE VOID – Trailer

 
 

 
 
 

Andy78

(Rechte für Grafiken liegen bei ASCOT ELITE HOME ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Thing (2011)
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
Black Mountain Side (2014)
 
Blutgletscher (2013)
 
Harbinger Down (2015)
 
Hellraiser – Das Tor zur Hölle (1987)
 


Filmkritik: „Devil in the Dark“ (2017)

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DEVIL IN THE DARK

Story

 
 
 

Die zwei Brüder Adam (ROBIN DUNNE) und Clint (DAN PAYNE aus CABIN IN THE WOODS) werden in den Wäldern Kanadas mit der Vergangenheit konfrontiert und müssen gleichzeitig ums Überleben kämpfen.

 
 
 


 
 
 

DEVIL IN THE DARK – Kritik

 
 
 
Wenn nach der Sichtung eines Horrorfilms Fragen entstehen, weil man Gesehenes nicht einordnen kann, ist das schon einmal ein gutes Zeichen. In der Regel werden so die grauen Zellen des Zuschauers beansprucht, der sich auch nach dem Abspann mit Eindrücken auseinandersetzen muss, um plausible Antworten zu finden. Wenn man aber einen Horrorstreifen gesehen hat, der trotz akribischer Analyse irgendwie gar keinen Sinn ergeben will, ist das alles andere als erbaulich. Offenbar hat dann der Regisseur sein Ziel verfehlt, der mit undurchsichtiger Handlung eher die Wut des Zuschauers schürt, statt ihn spannend zu unterhalten. Ganz ähnliches Desaster ist dem Regisseur TIM BROWN mit DEVIL IN THE DARK passiert – einem Mystery-Scharcher dessen Geschichte in den letzten Minuten sonderbare Wege geht. Dabei hat der Filmemacher eigentlich schon Erfahrung im Angstmachen sammeln können. Auf seine Kappe gehen Filme wie BITE und ANTISOCIAL 2 für die er zwar nicht auf dem Regiestuhl gesessen hat, aber immerhin als Geldgeber in Erscheinung getreten ist. Nun versucht sich TIM BROWN als Multitalent. Für den zweiten Spielfilm mit dem Titel DEVIL IN THE DARK zeichnet er neben der Produzententätigkeit ebenso als Regisseur verantwortlich. Entstanden ist ein Gruseldrama, bei dem nicht immer eindeutig ist, was man da eigentlich zu sehen bekommt.
 
 
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Wenn ein Vater seinem Kind nicht die Beachtung schenkt, welche es sich erhofft hat. Das Gruseldrama DEVIL IN THE DARK erzählt das Schicksal zweier Brüder, die nach 15 Jahren aufeinandertreffen, um jene Route durch die Wälder zu laufen, die auch der verstorbene Vater mit ihnen an Kindstagen gegangen ist. Leider ist das Verhältnis zwischen den Geschwistern angespannt. Der Vater hatte sie zu Lebzeiten nicht gleichwertig behandelt, was zu Spannungen geführt hat. Diese halten die beiden Männer auch Jahre nach dem Tod des Familienoberhaupts auf Distanz, was den Jagdausflug in den kanadischen Wäldern nicht gerade einfach gestaltet. Doch Familiendiskrepanzen sind bald das kleinere Übel. Im Schutze der Dunkelheit geht nämlich etwas Böse auf Beutezug. Eine unheimliche Kreatur will den Brüdern nichts Gutes und heftet sich an die Fersen der Männer. Bald wird klar, dass dieses Wesen kein Unbekannter ist. Bereits in der Kindheit haben die Brüder Adam (ROBIN DUNE) und Clint (DAN PAYNE) mit der finsteren Gestalt Bekanntschaft gemacht. Dass sie nun ausgerechnet als Erwachsene wieder auf den grotesken Bösewicht stoßen kann doch kein Zufall sein. Oder etwa doch?
 
 
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Was wie Werbung für Urlaub in den kanadischen Wäldern anmutet, hat mit Erholung nichts zu tun. Die Naturkulisse ist nur Schein, denn DEVIL IN THE DARK entpuppt sich als fast schon klaustrophobisches Gruseldrama in dem der Wald zur Falle, aber gleichzeitig auch zur Erlösung wird. Was wie beliebiges Gruselfutter beginnt, ist mehr Familiendrama statt Horror und begleitet zwei Brüder auf eine Reise in die kanadische Wildnis, auf der die entfremdeten Geschwister wieder zueinander finden werden. Während sich der eine vom verstorbenen Vater stets unverstanden gefühlt hat, sieht der andere im Familienoberhaupt sein Vorbild. Dass unterschiedliche Sichtweisen bereits an Kindertagen zu Spannungen und Rangkämpfen zwischen den Brüdern geführt hat, wird in Rückblenden geschildert. Doch alles wendet sich zum Guten. Die Geschwister sprechen sich aus und nähern sich an. Ein Happy End wäre somit vorprogrammiert gewesen, würde Regisseur TIM BROWN am Ende nicht einen unnötigen Rattenschwanz anhängen, der bei genauerer Betrachtung zu Verständnisproblemen führt. Da heftet sich plötzlich eine Kreatur an die Fersen der beiden Wanderer und zerrt den jüngeren Adam in seinen Bau. Der ältere Clint ringt mit der Angst und eilt dem Bruder herbei. Was folgt erschließt sich nicht wirklich. Fungiert die schlecht animierte Kreatur nur als Metapher für verdrängte Kindheitserlebnisse und die unterdrückte Emotionen der Hauptprotagonisten oder will hier einfach nur ein Walddämon Angst und Schrecken verbreiten. Aufgrund eines abrupten Endes und dem – in Horrorfilmen gern mal eingesetzten – Plottwist werden neue Fragen aufgeworfen, die in erster Linie eines gut können: verwirren. Weil Regisseur TIM BROWN mit einem offenen Ende nicht die erhofften Antworten bietet, die das Publikum wohl erwartet hat, dürften die meisten Zuschauer DEVIL IN THE DARK als Blödsinn abstempeln. Demzufolge ist dieser Mystery-Thriller definitiv nichts für jene, die Antworten auf dem Silbertablett serviert bekommen haben wollen. Mit denen hält man sich nämlich zurück, was zu einem mehr als unbefriedigendem Filmerlebnis führt.
 
 
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DEVIL IN THE DARK – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Unheimliches Mystery-Drama mit fast schon surrealem Einschlag. DEVIL IN THE DARK zeigt schöne Landschaftsaufnahmen, hat gute Darsteller zu bieten und beginnt auch vielversprechend. Doch je näher sich der Streifen der Zielgeraden nähert, umso mehr enttäuscht der gebotene Mix aus Drama, Grusel und Mystery zunehmend. So wird die Handlung in den letzten dreißig Minuten immer verworrener, was das Folgen der Handlung unnötig erschwert. Weil Regisseur TIM BROWN mehrere Interpretationen zulässt, offenbar von Metaphern Gebrauch macht und sich einen Deut darum schert Antworten zu liefern, dürfte das DEVIL IN THE DARK bei den meisten Zuschauern durchfallen. Apropos durchfallen: Auch wenn dieser Streifen im Horror-Genre verwurzelt ist, hat DEVIL IN THE DARK mit Horror nur wenig am Hut. Der Film fokussiert sich in erster Linie auf das Verhältnis zweier entfremdeter Brüder, die sich durch eine bewegte Vergangenheit kämpfen. Demzufolge passt der Streifen eher ins Dramenfach – auch wenn am Ende schlechtes CGI in Form einer ominösen Waldkreatur über die Mattscheibe flimmert. Manchmal ist es eben doch besser, wenn man dem Zuschauer einfach gestrickte Geschichten erzählt, die er auch versteht und deuten kann.
 
 
 


 
 
 

DEVIL IN THE DARK – Zensur

 
 
 
In DEVIL IN THE DARK werden kaum Schauwerte geboten. Der Film lebt in erster Linie von seiner unheilvollen Atmosphäre. Einer der Brüder stürzt von einer Klippe. Am Ende sehen wir eine von Elchgeweihen durchbohrten Körper. Demzufolge dürfte DEVIL IN THE DARK ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

DEVIL IN THE DARK – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei eOne Entertainment | Momentum Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Witch (2015)
 
It’s in the Blood (2012)
 
The Monster (2016)
 


Filmkritik: „The Dark Below“ (2016)

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THE DARK BELOW

(THE CREATURE BELOW)

Story

 
 
 

Eine Meeresbiologin macht Bekanntschaft mit einem seltsamen Wesen aus dem Meer, das sie im heimischen Keller großzieht. Mit fatalen Folgen.

 
 
 


 
 
 

THE DARK BELOW – Kritik

 
 
 
Nicht alles was günstig ist, muss zwangsläufig auch gleich schlecht sein. Low-Budget-Horror eilt in der Regel seinem Ruf voraus, was aber oftmals ungerechtfertigt ist, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass man auch mit überschaubarem Budget sehenswerte Grusler inszenieren kann. THE DARK BELOW (Originaltitel: THE CREATURE BELOW) ist so ein Kandidat, der auf den ersten Blick einen unnötigen Zeiträuber vermuten lässt. Der Trailer zeigt schlechte Computereffekte, die man sonst eigentlich in Produktionen der Trash-Schmieden THE ASYLUM zelebriert und auch das reißerische Plakat zum Film erinnert eher an grauenhaften B-Movie-Trash aus dem Hause SYFY. Doch wer nicht voreingenommen ist, könnte positiv überrascht werden, denn THE DARK BELOW verblüfft mit stimmungsvoller Kreaturen-Gruselei, wie man sie gern mal in den 1980ern zu sehen bekommen hat. Zudem hagelt es auch noch Umweltbotschaft – wenngleich eher subtil. Mut soll belohnt werden und den hat dieser britische Horror-Indie zweifelsohne. Der gruselt mit Old-School-Horror und ist darin gar nicht mal so untalentiert. Da schaut man doch gern über kleine Schwächen hinweg, die eben auf Budgetmangel zurückzuführen sind.
 
 
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Meeresbiologin Olive Crown (ANNA DAWSON) hat offenbar keinen guten Tag. Bei einem Tauchgang in den Tiefen des Atlantischen Ozeans macht die Forscherin Bekanntschaft mit einer mysteriösen Wasserkreatur, die ihr Leben verändern wird. Doch kaum gesehen, verliert die Frau das Bewusstsein und muss von der Crew an Bord geholt werden. Weil jegliches Tauchequipment nun auf dem Meeresboden sein Dasein fristet und Olive keinen blassen Schimmer hat, was ihr da im Wasser zugestoßen ist, verliert sie ihren Job und wird nach Hause geschickt. Doch die Wissenschaftlerin findet im Taucherhelm ein seltsames Ei, was sie heimlich aus dem Labor schleust und im Keller der eigenen vier Wände ausbrütet. Was da schlüpft, überrascht nicht. Ein krakenähnliches Wesen macht es sich einem Aquarium bequem und will gefüttert werden. Doch mit Plankton oder Meeresgetier will sich die Kreatur nicht zufriedengeben. Es ist menschliches Blut, was dem Meeresbewohner offenbar zu schmecken scheint, weshalb sich die Biologin überlegen muss, wie sie an den Lebenssaft kommt. Doch je mehr sich Olive mit dem Wesen beschädigt, umso stärker werden die Muttergefühle. Dass da die Katastrophe nicht weit ist, dürfte wohl jeder Leser rasch erahnen.
 
 
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Handgemachter Glibber und Krakenmonster aus Gummi. Die Effekte in THE DARK BELOW sind simpel, dafür aber wirkungsvoll. Regisseur STEWART SPARKE bewirkt mit schlecht ausgeleuchteter Kulisse und dreckig-farblosem Look schnell eine Aura der Bedrohlichkeit, die ein merklich ungutes Magengefühl entstehen lässt. Doch das minimalistisch ausgeleuchtete Szenario hat noch andere Vorteile zu bieten. Wegen Mangel an Licht schaut die Filmkreatur weitaus furchterregender aus, als sie letztendlich ist. Da bekommt der Zuschauer mal ein Krakenbein zu Gesicht oder die Kamera zoomt so stark heran, dass nur ein Monsterauge zu sehen ist. Weil es dem Set an Licht mangelt, fällt so schnell gar nicht auf, dass die Filmkreatur mit einfachsten Mitteln gebaut wurde. Ein raffinierter Taschenspielertrick, der gern in Low-Budget-Produktionen Verwendung findet, um Illusionen vorzugaukeln. Im Falle von THE DARK BELOW eine gut funktionierende Prämisse, die den Film nach deutlich mehr aussehen lässt, als er letztendlich gekostet hat. Demzufolge sollte man sich nicht von den missratenen Computereffekten zu Beginn des Streifens blenden lassen. Horrorfan und Filmemacher STEWART SPARKE hat hier eine Lovecraft’sche Symbiose aus BASKET CASE und HELLRAISER mit zynischem Ausgang geschaffen, die – gerade wegen ihrer boshaften Art – an die Folgen der beliebten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie erinnert. Wer eine Vorliebe für handgemachtes Monsterkino besitzt sollte diesem kleinen Creature-Feature daher unbedingt eine Chance geben. Die hat dieser kleinen Grusel-Indie nämlich definitiv verdient.
 
 
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THE DARK BELOW – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein düsterer Grusel-Mix aus BASKET CASE und HELLRAISER mit einer Prise H.P.LOVECRAFT. THE DARK BELOW (im Original: THE CREATURE BELOW) stand zwar nicht viel Budget zu Verfügung. Dafür wurde trotzdem genug Herzblut investiert, weshalb der Streifen weit mehr taugt, als die meisten B-Movies neueren Datums. Das Creature-Feature sticht mit ungeschliffenem Indie-Look hervor und zitiert gut und gerne. Darunter Altmeister wie FRANK HENENLOTTER oder JOHN CARPENTER. Letzterer stand hier wohl für den Soundtrack Pate, denn THE DARK BELOW erinnert mit seinem monotonen Bass-Grummeln an die Werke des erwähnten Kult-Regisseurs. In Interviews mit der Presse erklärte THE DARK BELOW-Filmemacher STEWART SPARKE, dass er eine Leidenschaft für Horrorfilme besitzt, die von starken Frauen getragen werden. So zählte er Filme wie THE SHALLOWS, YOU’RE NEXT, THE BABADOOK und UNDER THE SKIN auf, in denen Frauen nicht von Männern gerettet werden mussten, sondern sich selbst zu helfen wussten. Demzufolge verwundert es nicht, dass die Vorliebe für Frauenpower auch im ersten Langfilm Verwendung findet. So macht es THE DARK BELOW genannten Filmen gleich und lässt eine selbstbewusste ANNA DAWSON zur aggressiven Furie mutieren, die im unfreiwilligen Mutter-Wahn den Verstand verliert. Übrigens outete sich Regisseur STEWART SPARKE – wen wundert’s – als großer Fan des Schriftstellers H.P.LOVECRAFT. Mit dessen Büchern kam er zwar erst vor einigen Jahren in Berührung. Diese hatten ihn aber derart fasziniert, dass er die Werke nach eigener Aussage regelrecht verschlungen hat. So kommt es nicht von ungefähr, dass sich THE DARK BELOW anfühlt, als würde man ins Lovecraft’sche Albtraum-Universum eintauchen. Wer es ungeschliffen mag, sollte unbedingt einen Blick wagen. Puristen, Erbsenzähler und Fans makelloser Hollywood-Blockbuster werden mit diesem Low-Budget-Horror dagegen wohl gar nichts anfangen können.
 
 
 


 
 
 

THE DARK BELOW – Zensur

 
 
 
Gewalt hat THE DARK BELOW (Originaltitel: THE CREATURE BELOW) kaum zu bieten. Einige Protagonisten werden an das Wesen verfüttert. Aber die Kamera blendet weg, wenn das Monster zuschlägt. Das Creature-Feature hat hierzulande eine FSK16 erhalten wird – in ungeschnittener Fassung.
 
 
 


 
 
 

THE DARK BELOW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Creature Below; Großbritanien 2016

Genre: Horror, Science Fiction, Grusel, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 02.06.2016 (BD KeepCase)

 

The Dark Below [Blu-Ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE DARK BELOW – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Abbildungen liegen bei MAD DIMENSION)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
H.P. Lovecrafts Necronomicon (1994)
 
Dagon (2001)
 
Basket Case – Der unheimliche Zwilling (1982)
 


Filmkritik: „Arbor Demon“ (2016)

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ARBOR DEMON

(ENCLOSURE)

Story

 
 
 
Ehe-Jubiläum mit Folgen: Ein Hochzeitstag endet anders als erwartet, nachdem man bei einem Campingausflug im Wald auf unheimliche Kreaturen stößt.

 
 
 


 
 
 

ARBOR DEMON – Kritik

 
 
 
Ob im Sport, der Musik oder eben auch im Film: Es ist nicht selten, dass Kinder von Berühmtheiten in die Fußstapfen ihrer Eltern treten. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Mal ist es, weil sie nichts Anderes kennen oder den Eltern nacheinfern wollen. Manchmal kann es aber auch sein, dass gezeigt werden will, dass der bekannte Name nicht alles ist über das man verfügt, sondern dass auch Talent vorhanden ist. So ähnlich dürfte es auch Schauspielerin FIONA DOURIF ergehen, deren Familienname zumindest in Genre-Kreisen kein unbeschriebenes Blatt ist. Kein Geringerer als Horrorlegende BRAD DOURIF ist nämlich der Vater genannter Dame und dürfte vielen Liebhabern des Phantastischen Films durch Auftritten in Kultfilmen wie ALIEN – DIE WIEDERGEBURT, DUNE oder HERR DER RINGE ein Begriff sein. Weitaus mehr Popularität erhielt der Schauspieler aber mit einer Sprechrolle. Was nämlich nur eingefleischte Horrorfans wissen: Mörderpuppe Chucky wird von BRAD DOURIF gesprochen – und das bereits seit 1988. Dass die Erwartungen an Tochter Fiona demzufolge besonders hoch sein dürften, ist nicht unbegründet. So konnte sich der Nachwuchs bereits durch Hauptrollen in Horrorware wie CURSE OF CHUCKY (da hat der Vater wohl Kontakte spielen lassen) oder FEAR CLINIC einen Namen machen. Mit guter Rollenauswahl und ausreichend Fleiß könnte FIONA DOURIF so gleichen Weg einschlagen, wie die nicht minder bekannte DANIELLE HARRIS. Letztgenannte genießt durch unzählige Auftritte in Horrorfilmen den Ruf einer waschechten Scream Queen und hat sich Jahre nach HALLOWEEN 4 zur beliebten Horrorikone gemausert, die sich gern mal in günstig gedrehten Schockern blicken lässt.
 
 
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Nächste Ausfahrt: Horrorfilm. Auch ARBOR DEMON (der anfangs noch ENCLOSURE hieß) ist selbstverständlichen im düsteren Genre beheimatet und dürfte dem Bekanntheitsgrad von FIONA DOURIF zugutekommen. Darin schlägt Mutter Natur mal wieder erbarmungslos zu – subtile Umweltbotschaft gibt’s gratis obendrauf. Ausgedacht hat sich den geradlinigen, aber dennoch kritischen Wald-Horror Regisseur PATRICK REA. Der wirbelte die Horrorszene vor einigen Jahren mit dem Low-Budget-Grusler NAILBITER auf, war aber danach wieder in der Versenkung verschwunden. Mit ARBOR DEMON versucht er wieder für Gesprächsstoff zu sorgen und präsentiert klaustrophobischen Zelt-Schauer mit außergewöhnlichem Kreaturen-Design, das man so schon lange nicht mehr im Horrorfilm zu sehen bekommen hat.
 
 
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Eigentlich wollten Ex-Rettungssanitäter Charles (KEVIN RYAN) und Frau Dana nur den zweijährigen Hochzeitstag beim gemütlichen Camping im Wald feiern. Doch im Horrorfilm kommt meist immer als anders. Dana (FIONA DOURIF) ist nämlich schwanger und traut sich nicht dem Gatten davon zu berichten, weil man eines dieser Pärchen ist, das nicht so gut mit Kindern kann. Umso erschütternder, was den Liebenden widerfahren wird. Sie geraten in einen Strudel von Umständen, der die Beziehung auf eine harte Probe stellt. Erst sind es lokale Jäger, die von Etwas angefallen und in Stücke gerissen werden. Später nehmen die beiden einen der Überlebenden (JAKE BUSEY aus MOST LIKELY TO DIE und THE DEVIL’S DOZEN) auf, welcher im Zelt von unheimlichen Legenden berichtet, die ihm von der Großmutter erzählt wurden. Schnell wird klar, dass die Geschichten Wahrheitsgehalt besitzen. Was draußen im Wald seine Kreise zieht, haust seit Jahrhunderten im Verborgenen und wurde zuvor von noch keinem Menschen gesehen. Nur warum tötet es ahnungslosen Spaziergänger, die in der Natur Erholung suchen? Die Antwort darauf lässt nicht lange auf sich warten, denn Dana trägt etwas in sich, was den geheimnisvollen Kreaturen des Waldes lieb und teuer ist.
 
 
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Die Idee zum Film kam Regisseur PATRICK REA selbst bei einem Campingausflug mit der Frau. Kaum am Lake Perry – einem See in der Nähe der Stadt Lawrence in Kansas – angekommen, beobachtete das Paar in den frühen Morgenstunden eine Auseinandersetzung zwischen zwei Campern. Als sich einer der beiden Streithähne wutentbrannt auf sein Quad schwang und beinahe das Zelt der Turteltauben streifte, rastete das Paar aus. Um sich den Ausflug nicht madig zu machen, scherzte Rea, dass es doch lustig wäre, wenn als Strafe etwas aus dem Wald kommen und die Übeltäter bestrafen würde, damit man wieder in Ruhe schlafen könne. Als man Jahre später das Drehbuch zu ARBOR DEMON verfasste, war Reas Frau schwanger. Ein Umstand, der mit in die Geschichte eingeflochten wurde und für zusätzliche Spannungen sorgen soll. Apropos Spannung: Diesbezüglich hat genannter Waldkreaturen-Horror erhebliche Startschwierigkeiten. Der Film beginnt mit gängigem Muster, lässt Camper unheimliche Geräusche hören und zeigt mysteriöse Schatten auf Fotos, die Fotografin Dana mit der Spiegelreflexkamera geschossen hat. Die vorhersehbaren Verläufe sind keine Spannungsgaranten. Trotzdem schafft ARBOR DEMON in der letzten halben Stunde die Kurve. Erst nach und nach bekommt der Zuschauer zu sehen, was sich im Gebüsch vor neugierigen Blicken versteckt. Zeigen sich die Filmbösewichte dann endlich in voller Pracht, überrascht der Einfalls- und Detailreichtum der Maskenbilder. Die verdienen Lob, denn gerade der obskuren Kostüme wegen bleibt ARBOR DEMON in Erinnerung. Trotzdem ist auch dieser Horrorfilm – trotz FIONA DOURIF als Hauptdarstellerin – kein Geheimtipp. Sieht man vom Kreaturen-Design ab, ist auch dieser Streifen auch nur ein weiterer der Sorte: Menschen werden im Wald vom Bösen verfolgt und müssen dabei ums Überleben bangen. Ob da nun Bären, Hexen, Bigfoot oder Waldwesen nach dem Leben trachten, ist letztendlich Jacke wie Hose. Handlungsverläufe fernab der üblichen Pfade hätten im Falle ARBOR DEMON vermutlich Wunder bewirken können. So ist es leider nur aufgewärmter Kaffee.
 
 


 
 
 

ARBOR DEMON – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Mutter Natur gibt – Mutter Natur nimmt. Klaustrophobischer Zelt-Horror mit einzigartigem Kreaturen-Design und subtiler Ökobotschaft. Aus ARBOR DEMON (Alternativtitel: ENCLOSURE) hätte ein wirklich sehenswerter Horrorfilm werden können, wenn man Mut zum Unkonventionellen bewiesen hätte. Die Filmbösewichte sind Bombe und zeugen von Einfallsreichtum. Leider trifft das aber nicht auf die Handlung zu. Die klaut schamlos bei Filmen wie BLAIR WITCH PROJECT, WILLOW CREEK und Konsorten. Zu sehen gibt es besorgte Protagonisten, die sich im Schutze eines Zeltes vor etwas Bösem in Sicherheit bringen müssen. Drinnen wird nicht nur vor dem da draußen gebibbert. Auch private Konflikte sorgen zusätzlich im Zelt für Spannung. ARBOR DEMON ist kein großer Wurf. Die Geschichte passt auf einen Bierdeckel, hat aber immerhin talentierte Schauspieler zu bieten, die man in vielen B-Movies oft vergebens sucht. Die retten, was zu retten ist und machen aus ARBOR DEMON zuminest solide Genre-Unterhaltung für verregnete Sonntage. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
 
 
 


 
 
 

ARBOR DEMON – Zensur

 
 
 
ARBOR DEMON hat nicht viel Brutalität zu bieten. Einen Knochenbruch gibt es zu sehen und wie einem Protagonisten mit einer Waffe ins Beim geschossen wird. Weiterhin fällt einer der Charaktere mit dem Schädel gegen ein Hirschgeweih und ein Genick wird ebenfalls gebrochen. Das alles reicht für eine umgeschnittene FSK16.
 
 
 


 
 
 

ARBOR DEMON – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Gravitas Ventures | Producer Capital Fund)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Feed the Gods (2013)
 
Willow Creek (2013)
 
The Jungle (2013)
 
The Monster (2016)


Filmkritik: „Die geheimnisvolle Insel“ (1961)

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DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL

(MYSTERIOUS ISLAND)

Story

 
 
 
Während des amerikanischen Bürgerkriegs Mitte des neunzehnten Jahrhunderts flieht ein zusammengewürfelter Haufen von Nordstaatlern im Heißluftballon vor der Gefangenschaft der Südstaaten-Armee. Sie stranden auf einer gänzlich unbekannten Insel, wo sie auf weitere havarierte Menschen treffen und sich, ganz im Geiste der Pioniere, mit der neuen Welt arrangieren. Bis sie eine große Persönlichkeit treffen: Kapitän Nemo, der sagenumwobene Kommandant der Nautilus, bekannt aus Jules Vernes 20.000 MEILEN UNTER DEM MEER, hat auf der Insel Fuß gefasst und an der Zucht gigantischer Tiere gearbeitet, mit der er das Hungerproblem der Welt in den Griff bekommen möchte.
 
 
 


 
 
 

DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL – Kritik

 
 
 
Für Fans von Abenteuerfilmen alter Schule und handgemachten Spezial-Effekten schlicht und ergreifend traumwandlerischer Qualität, sind die Adaptionen von jedem bekannten Märchenstoffen oder der Werke klassischer Phantastik-Autoren wie H.G. Wells oder natürlich Jules Verne der größtmögliche Zelluloid-Glücksfall. Gelingt dieser Kategorie Film doch mühelos, den Betrachter in eine Vergangenheit zu entführen, in der das Kino noch in der Lage war, ohne ein alles zukleisterndes Dauerfeuer an Zynismus und ironischer Brechung das Tor in eine andere Welt zu öffnen. Ein „Match Made In Heaven“ wahrlich, wenn die dem puritanischen Geiste ihrer Entstehungszeit so bewundernswert entkommenden Bücher in Technicolor-Farben-Filmträumen wie DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL aufgehen. Da stört es niemanden so wirklich, wenn sich das Studio die eine oder andere Freiheit genommen hat, der Stoff nicht eins zu eins aus den Seiten der Bücher übertragen wurde.
 
 
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Cy Endfield, der amerikanische Regisseur des Films, war ein weniger prominentes Hexenjagd-Objekt des antikommunistischen Psychopathen Senator McCarthy. Die Regie des Mannes von der Ostküste, dessen populärster Film wohl der hervorragende Afrika-Kolonialismus-Kriegsfilm ZULU ist und auf dessen Kerbholz auch der leicht schräge Sixties-Marquis- De-Sade-Film mit Senta Berger eingeritzt steht, bewegt sich angemessen zurückhaltend und solide durch die Laufzeit. Wie zum Beispiel bei den SINDBAD-Filmen jener Jahre nicht anders, liegt das Hauptaugenmerk auch bei DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL auf den legendär gewordenen Stop-Motion-Zaubereien des großen Ray Harryhausen. So liest sich die Besetzung vor der Kamera auch konsequent eher unspektakulär. Einzig Herbert Lom in der Rolle des idealistischen Umweltschutz-Pioniers Kapitän Nemo ist ein Schauspieler mit gewissem Namenswert. Harryhausens Arbeit spricht wie immer für sich. Riesenhafte, die Menschen auf dem Eiland attackierende Tiere, ob mit ihren scharfen Scheren rasselnde Krusten-Ungetümer aus den Fluten des Meeres oder prähistorische Vögel aus der Luft, erstrahlen auf der Leinwand in jener einzigartigen Onkel-Harryhausen-Charme-Offensive, die den Zuseher unversehens wieder zum Kind macht und ihn den Film mit einer Tasse Kakao mit Marshmallows drinne vor der Nase anschauen lassen will. Natürlich stilecht mit der Bettdecke auf den Knien. Cinemagic.
 
 
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DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein im besten Sinne naiver Abenteuerfilm aus einer längst vergessenen Kino-Zeit. Nicht selten wünscht man sich als Filmfan das Tempo und die Atmosphäre einer Perle wie DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL zurück. Kino als purer Eskapismus. Mehr davon.
 
 
 


 
 
 

DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL – Zensur

 
 
 
DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL erschien am 22. Dezember 1961 in den deutschen Kinos mit einer Freigabe ab 6 Jahren bereits ungeschnitten. Das sieht heute nicht anders aus. Wegen Bonusmaterial, das in Zeiten digitaler Bild- und Tonträger ebenfalls auf die Scheiben gepackt wird, ist die nun erhältliche Blu-ray Disc aber FSK12.
 
 
 


 
 
 

SDIE GEHEIMNISVOLLE INSEL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment | Explosive Media (KeepCase mit Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Mysterious Island; Großbritannien | USA 1961

Genre: Abenteuer, Fantasy, Kinder/Familie, Klassiker, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Erstauflage im Schuber

Extras: Ray Harryhausen über Mysterious Island, Islands of Mystery, Bildergalerie, TV Spots, Original Kinotrailer

Release-Termin: 17.01.2017

 

Die geheimnisvolle Insel / Mysterious Island [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei KOCH MEDIA HOME ENTERTAINMENT | EXPLOSIVE MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sindbads fünfte Reise (2014)
 
Sindbad und das Auge des Tigers (1977)
 
Sindbads gefährliche Abenteuer (1973)
 
Sindbads siebente Reise (1958)
 
Kampf der Titanen (1981)
 
Die Geheimnisvolle Insel (1973)
 
Herrscher einer versunkenen Welt (1973)
 
Geheimnisvolle Insel (1995)
 
Mysterious Island – Die geheimnisvolle Insel (2005)
 


Filmkritik: „Das Grauen aus der Tiefe“ (1980)

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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE

(The HUMANOIDS FROM THE DEEP)

Story

 
 
 
Ein verpenntes Nestchen in amerikanischen Küstenregionen hat eines Tages seltsame Fälle von Vandalen-Kriminalität zu beklagen. Irgendwelche noch nicht identifizierten Unholde erlegen die Hunde der Bürgerlein und die weibliche Bevölkerung wird in beunruhigendem Maße von schattigen Figuren bedrängt, die es so eigentlich nicht geben sollte. Ja, mutierte Fischmenschen plagen den Landstrich, ihre äh maritimen Geschlechtsorgane bereit zur Paarung mit nichts Böses witternden Flachland-Pomeranzen all´Americana!. Die Herren der Schöpfung verweigern sich allzu blumigen Erklärungen. Nur ein amerikanischer Ureinwohner scheint zu wittern, was die Natur mit den frechen Menschen vor hat. Niemand glaubt ihm – natürlich. Als man die Meinungen zum alten Indianer ändert, ist der Käse allerdings längst in den Brunnen gefallen und das Kind gelutscht. Beim groß vorbereiteten Stadtfest nämlich ist Land unter. Die Fischkopf-Admiräle, also Stuntmänner in Taucheranzügen und Algen obendrauf, kommen ans Ufer und verstehen die Kleinstädter als warmes Büffet. Surf And Turf.

 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Kritik

 
 
 
Tja, Experimente mit kleinhirnigen Meeresbewohnern und ihrem Wohnort. Blubb und Autsch! Das war damals so. Wichtige Zutat eines jedes Katastrophen-Films. Großes Genre zwischen 1970 und 1983 etwa. Ob nun mit Naturereignissen, die dem Menschen den Arsch versohlen oder durchgedrehten Expeditionen ins Tierreich. Wenn die Natur zurückschlägt, dann geht es finster aus. Für die Vergewaltigungs-Landgänge scharfer Unterwasser-Lumpen bedarf es allerdings eher eines Roger Corman als eines Stephen Spielberg. Als kein Weißer Hai hier. Manchmal, so beim fassungslosen Wegdriften in die Realität von DAS GRAUEN AUS DER TIEFE greift man verdattert zur Hülle und schaut lieber noch mal nach, ob der Film nicht doch aus Italien stammt. Vor der Kamera mit Doug McClure (der immerhin zu einer eigenen SIMPSONS-Figur mutieren durfte, mit dem Vornamen „Troy“) und dem nur wenige Jahre später am Set von einem Helikopter enthaupteten Vic Morrow Schlachtrösser des Trash- und Sudelfilms, zu denen man eigentlich Sir sagen müsste. Und hinter den Kulissen? Meine Herren, es pocht im Hause FischMac!
 
 
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Okay, selbst der einfallsloseste Drittgrad-Schreiblackel weiß es inzwischen und pupst es von den Dächern: Roger Corman war als Produzent sein Leben lang ein wahrer Mäzen, der jungen Regisseuren, Drehbuchautoren oder anderen Handwerkern des Filmbetriebs in seinen unterschiedlichen Kino-Firmen die Möglichkeit bot, unter realistischen und finanziell äußerst knappen Bedingungen ihr Metier zu erlernen. So etwa wie eine Hochdampf-Filmhochschule ohne Seil und doppelten Boden. Coppola, Bogdanovich, Demme, Nicholson – nur vier Namen von vielen, die beim Drive-In-Gott mit der sonoren Stimme durch die Lehre gegangen sind. Was nun noch kein Binsenweisheitszahn von Journalistico ausgeschlachtet hat: Sir Rogers Funktion als Pate quasi feministischen Filmemachens! Barbara Peeters, über längere Zeit als Regisseurin bei Cormans tätig, zählt zu den ersten Damen im geldscheffelnden Exploitation-Universum, die sich nicht á la Roberta Findlay oder Doris Wishman in die Niederungen der Pornographie begeben musste, um von ihrem obersten Studiochef ernstgenommen zu werden. Roger wusste, was er an der Frau hat. Zweiter Regisseur war der 2014 verstorbene Nippon-Amerikaner Jimmy T. Murakami, der bei Corman noch den irrwitzigen Ranz-Tanz SADOR – HERRSCHER IM WELTRAUM dirigieren durfte aber als Fachmann für Animation unter anderem am Kultfilm HEAVY METAL beteiligt war und Mitte der achtziger Jahre den todtraurigen Atomschlags-Trickfilm WENN DER WIND WEHT verantwortete. Sowas musste sich meine Generation von Sowjet-Fürchtern in der Schule ansehen. Anschließend tagelanges Verbarrikadieren untern Bett, meine Damen und Herren! In den Neunzigern gab es unglaublicherweise für DAS GRAUEN AUS DER TIEFE sogar ein wildes US-Fernsehremake mit ausrangierten Gesichtern aus Edel-TV wie DALLAS oder FALCON CREST. Hossa. Da rasselt´s beim alten Corman in der Kasse.
 
 
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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Gemächlich startender, dann aber in die Vollen bretternder Fischmann-Vergewaltiigungs-Trash mit gelegentlichen Ausflügen zum Splatter. Als wenn Roger Corman sich eine Story aus den Fifties geborgt und als Grindhouse-Schlammpackung zur Wiedergeburt gebracht hätte. Genossen, der kursierende Bootleg, jetzt auch schon mit zehn Jährchen auf dem illegalen Buckel, war ganz gut, landet jetzt aber bitte im Spendentopf fürs Weihnachtswichteln. Hier liegt jetzt eine offizielle Veröffentlichung von ordentlichem Karat vor!
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Zensur

 
 
 
DAS GRAUEN AUS DER TIEFE wurde im Jahr 1980 ungeschnitten und für Erwachsene ins Kino gebracht. Seither erschien der Film nie legal auf DVD, VHS oder Blu-ray. Filmfans mussten demzufolge immer mit miserablen Bootlegs oder den ungeschnittenen TV-Ausstrahlungen Vorlieb nehmen. Dank dem Label OFDb FILMWORKS ändert sich das jetzt. Der Rechteinhaber bringt das GRAUEN AUS DER TIEFE erstmals ungeschnitten und offiziell auf Blu-ray und DVD in die Wohnzimmer. Die Fassung ist ungeprüft, wäre aber ein definitiver FSK16-Kandidat, sollte der Streifen der FSK zur Prüfung vorgelegt werden.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) OFDB FILMWORKS – Digipack (auf 3000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Humanoids from the Deep; USA 1980

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1,78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack limitiert auf 3000 Exemplare

Extras: Audiokommentar mit Cutter Mark Goldblatt (englisch), Audiokommentar von Kai Naumann & Marcus Stiglegger (deutsch), The Making of Humanoids from the Deep (22:42 Min.), The Deep End mit Creature Effects Artist Steve Johnson (21:46 Min.), The Corman Sounds mit Sound Designer David Lewis Yewdall (14:39 Min.), Deleted Scenes (07:11 Min.), Deutscher Trailer (02:00 Min.), Englischer Trailer (01:47 Min.), TV-Spot (00:32 Min), Radio-Spot (00:29 Min.), Fotogalerie, The Directors: Roger Corman – Dokumentation über den Produzenten (58:33 Min.), Leonard Maltin interviewt Roger Corman über die Entstehung des Films (03:26 Min.), 16seitiges Booklet mit einem Text von Thorsten Hanisch, Limitierungszertifikat mit kurzem Geleitwort zum Film, Deckblatt-Karte mit dem „gewissen Extra“

Release-Termin: 25. November 2016

 

Das Grauen aus der Tiefe [Collector’s Edition im Dipipack – BD & 2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 

DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Digipack

 
 
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DAS GRAUEN AUS DER TIEFE – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und Abbildungen liegen bei OFDB FILMWORKS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Came from Beneath the Sea (1955)
 
Humanoids from the Deep (1996)
 
Octaman – Die Bestie aus der Tiefe (1971)
 


Filmkritik: „SiREN“ (2016)

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SIREN

Story

 
 
 
Ein Spin-Off des Found-Footage-Horrors: V/H/S – EINE TÖDLICHE SAMMLUNG. Darin wird eine singende Schönheit – auch Sirene genannt – zur tödlichen Gefahr für alle Männer im Film.
 
 
 


 
 
 

SIREN – Kritik

 
 
 
Wenn ein kurzer Kameraschwenk zum großen Leinwand-Wiedersehen führt. Das ist in der Welt der Kinofilme mittlerweile nicht ungewöhnliches mehr. So erhielten in den vergangenen Jahren immer mal wieder Figuren eigene Spielfilm-Abenteuer, die in anderen Werken nur in einer Nebenrolle zu sehen waren. Was aber sich vor allem im Marvel- und DC-Universum großer Beliebtheit erfreut, hat längst auch im Horrorfilm Einzug gehalten. Antiheld MACHETE wäre an dieser Stelle zu nennen. Der huschte in einem fiktiven Trailer der Bahnhofskino-Hommage GRINDHOUSE durch die Kamera. Weil der blutige Clip den Horror-Hunger beim Zuschauer weckte, musste der Machete schwingende Rächer zum Doppeltäter werden. Aus dem coolen Fake-Trailer wurden zwei Spielfilme und Hauptdarsteller DANNY TRJEO zur gefeierten Genre-Ikone. Ganz ähnlich passiert das jetzt wieder. Diesmal ist es kein fiktives Werbefilmchen, das zum Spielfilm gemacht wird. Für den Horrorstreifen SIREN musste eine der wohl erfolgreichsten Gruselanthologien der letzten Jahre herhalten. V/H/S – EINE MÖRDERISCHE SAMMLUNG entpuppte sich 2012 wegen seiner damals noch unverbrauchten Machart zum Überraschungs-Hit. Der Zuschauer bekam hier diverse Kurzgeschichten zu sehen, die wegen verrauschtem Videokassetten-Look den Eindruck erwecken sollten, als hätten hier ganz normale Menschen mysteriöse Ereignisse mit der Videokamera gedreht. Eine dieser Kurzgeschichten genannter Sammlung schimpfte sich AMATEUR NIGHT. Darin machten einige sexhungrige Freunde Bekanntschaft mit einer schüchternen Schönheit, die kurz darauf einen unstillbaren Hunger nach Menschenfleisch an den Tag legte. Weil die Episode gut ankam, war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand auf die Idee kam, der geheimnisvollen Kreatur einen eigenen Spielfilm zu widmen. Der ist nun fertig und soll mehr Details um das männermordende Wesen preisgeben. Ob sich die Arbeiten zum Spin-Off gelohnt haben, das übrigens – nur so am Rande – ganz auf den Found-Footage-Stil verzichtet?
 
 
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SIREN erzählt praktisch das Davor oder Danach der Episode aus dem Found-Footage-Horror V/H/S. Ganz schlüssig ist das leider nicht gelöst. Trotzdem hat sich Regisseur GREGG BISHOP um kreative Antworten bemüht, damit der Horrorfilmfan mit interessanten Facetten über das mysteriöse Fabelwesen Lily versorgt werden kann. Die permanent nackt umherlaufende Frau ist definitiv nicht von dieser Welt, durchlebt sie doch im Jagdtrieb eine merkwürdige Metamorphose. Da wachsen der singenden Jungfrau plötzlich Schwanz, Flügel und spitze Zähne, was das Interesse eines Kreaturensammlers auf den Plan ruft. Der ist immer auf der Suche nach grotesken Gestalten, die er dann in seinem Prachtbau zahlenden Gästen vorführen kann. Mit genau jenem finsteren Zeitgenossen machen auch die Freunde Jonah, Mac, Rand und Elliott Bekanntschaft. Die wollten es eigentlich auf einem Junggesellenabschied so richtig krachen lassen. Doch es kommt mal wieder alles anders. Ein Fremder spielt den Kumpels die geheime Adresse eines zwielichtigen Nachtclubs zu. Kaum angekommen geht es dort drunter und drüber. Jonah begegnet hier der eingesperrten Lily und sorgt sich um das Wohlergehen der verschreckten Gestalt. Der lässt die schüchterne Dame aus ihrem Käfig, ohne zu ahnen, dass er damit die Büchse der Pandora öffnet. Die attraktive Gefangene wird zum Monster, richtet ein Blutbad an und heftet sich dankend an die Fersen ihres Retters. Der ist über die Dankbarkeit alles andere als erfreut und flüchtet vor der todbringenden Gestalt. Leider keine gute Idee, denn die Flucht vor der nach Männern gierenden Schönheit macht alles nur noch schlimmer.
 
 
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SIREN könnte man gut und gerne auch als weiteren Spielfilmableger der beliebten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Serie sehen. Hier gibt es nämlich allerhand groteskes Zeug zu sehen, das bereits die TV-Serie und die dazugehörigen Kinoabenteuer so erfolgreich gemacht hat. Neben genug schwarzem Humor und zynischen Sprüchen, ist es vor allem die bitterböse Pointe am Ende des Films, mit der man sich vom üblichen Horror-Nonsens abheben will. Leider ist SIREN bei genauerer Betrachtung aber auch nichts weiter als konventionelles Horrorkino, das eher auf die schnelle Mark aus ist und mit bekannter Mixtur aus Gewalt, Schocks und dämlichen Handlungsverläufen unterhalten möchte. Das macht SIREN aber immerhin souverän, damit erst gar kein Leerlauf entsteht. Zuschauer und Protagonisten werden hier rastlos durchs Drehbuch getrieben, weshalb erst gar nicht auffällt, dass die Filmhandlung dann doch so ziemlich dünn geraten ist. Die passt auf einen Bierdeckel und scheint sich des Öfteren auch nicht im Klaren darüber zu sein, welche Figur denn nun eigentlich im Film als Identifikationsfigur für den Zuschauer dienen soll. Sonderlich tiefgründig ist keiner der Charaktere ausgearbeitet, weshalb es schwerfallen dürfte überhaupt für jemanden Sympathien zu entwickeln. Im Zuge der zügigen Inszenierung ist das aber nicht weiter tragisch. SIREN ist unterhaltsamer Popcorn-Horror ohne tieferen Sinn, der von schnellen Schnitten und guten Spezialeffekten lebt. Trotzdem sollte man nicht zu viel erwarten, denn der von CHILLER FILMS mitproduzierte Fast-Food-Horror kann nicht verbergen, wo die Ursprünge des Produktionsstudios liegen. Die Genre-Schmiede ging aus der Beliebtheit des amerikanischen TV-Senders CHILLER hervor. Der zeigt seit 2007 Thriller- und Horrormaterial – oftmals sogar in Eigenproduktion. Irgendwo dort lässt sich auch SIREN einordnen, der straffen aber auch überraschend blutarmen Horror auf TV-Niveau zelebriert. Für einen kurzen Mitternachtssnack reicht Gezeigtes aber allemal.
 
 
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SIREN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kurzweiliger und rasant inszenierter Grusel-Horror mit geheimnisvollem Filmmonster aber überraschend zurückhaltendem Blutzoll. SIREN ist ein Kurzfilm, der krampfhaft auf Spielfilmlänge geblasen wurde, aber eine Geschichte erzählt, die man hätte auch in 30 Minuten abhandeln hätte können. Große Horrorfilmkunst ist SIREN keineswegs. Hier wird von einer Kreatur aus der griechischen Mythologie berichtet, die Männer mit ihrem Gesang verzaubert und damit ins Verderben stürzt. Anders als in den vielen Fabeln, wo im Meer singende Sirenen bevorzugt Seefahrer in den Tod gerissen haben, erhält die heimtückische Fabelkreatur in diesem Film ein neues, modernes Gesicht. Dank sehenswerten Make-up-Künsten ist der Horrorfilm auch über weite Strecken ganz passabel geraten, weil GREGG BISHOP zusätzlich aufs Gaspedal tritt, als gäbe es keinen Morgen mehr. Der konnte für sein Spin-Off einer Episode der Kurzgeschichtensammlung V/H/S – EINE MÖRDERISCHE SAMMLUNG noch einmal die gleiche Schauspielerin gewinnen, die auch schon dort im Segment AMATEUR NIGHT als mordende Sirene triebgesteuerten Männern nach dem Leben trachtete. Ein guter Schachzug – wie wir finden – denn dank der hervorragenden Leistungen von HANNAH FIERMAN geht von dem unberechenbaren Filmmonster eine gewisse Faszination aus. Weil das griechische Fabelwesen im Vergleich zu den vielen Serienmördern, Zombies und Geistern eine wohlwollende Abwechslung darstellt, kann man davon ausgehen, dass SIREN mit Sicherheit eine Fortsetzung erhalten wird. Angesichts vieler offener Fragen, die Filmemacher GREGG BISHOP (bewußt?) unbeantwortet gelassen hat, ist ein Sequel ohnehin unvermeidlich.
 
 


 
 
 

SIREN – Zensur

 
 
 
Was im Trailer reißerisch beworben wird, ist im Film nur ein laues Lüftchen. Wer hier meint, dass es so richtig ans Eingemachte geht und die Gewaltkeule geschwungen wird, dürfte so ziemlich schnell dumm aus der Wäsche schauen. Die meisten Morde der singenden Lily passieren im Off. Das bedeutet, dass man meist nur ein Schmatzen aus der Ferne hört oder entsetzte Gesichter sieht, die die Überfälle der mordenden Kreatur stumm beiwohnen. Ansonsten gibt es einen Kehlenschnitt, ein übel zugerichtetes Gesicht und eine abgeschlagene Kniescheibe zu sehen. Sonderlich brutal ist der Film nicht. SIREN ist ein todsicherer FSK16-Kandidat.

 
 
 


 
 
 

SIREN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(echte für Abbildungen und Trailer liegen bei CHILLER FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Siren – Verführung ist mörderisch (2010)
 
Der Todesengel aus der Tiefe (2001)
 
Nymph (2014)
 


Filmkritik: „Sindbad und das Auge des Tigers“ (1977)

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SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS

(SINDBAD AND THE EYE OF THE TIGER)

Story

 
 
 
Seefahrer Sindbad will sein Leben als Stoff von Heldengesängen an den Nagel hängen, sesshaft werden und reist an den Hof eines benachbarten Reiches. Dort wartet seine Holde, die Prinzessin. Leider gibt´s dort auch eine böse Stiefmutter, die mit Hilfe finsterer Mächte die Angehörigen der Königsfamilie in Tiere verwandelt hat. Legenden berichten von einem Einsiedler, der die Hexerei umkehren kann. So machen sich Sindbad und seine Crew auf eine weitere große Reise, die sie in phantastische Inselreiche voller mythischer Kreaturen und kampflüsterner Monster führt. Sogar den verschollenen Kontinent Hyperborea besucht man auf der Suche nach der Rettung von Sindbads Zukunft als Ehemann und Throninhaber.
 
 
 


 
 
 

SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS – Kritik

 
 
 
Die Katze aus dem Sack, bitte: SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS ist ein Ray-Harryhausen-Film. Natürlich ist er das. Der 2013 verstorbene Gründervater des Stop-Motion-Effekts dürfte wohl der einzige Tricktechniker aus Hollywood oder anderorts sein, dessen Name zum Synonym der Filme geworden ist, in denen seine Arbeit zu sehen war. Die Namen der verschiedenen durchgereichten Regisseure sind da eher Nebensache. Jene der Hauptdarsteller ehrlich gesagt auch. Hat sich aber keiner dran gestört. Ganz im Gegenteil. Mancher zum Zerkrümeln langweilige Sonn- oder Feiertag konnte Kindern in aller Welt mit den phantasievollen Orient-Märchenfilmen und ihren über den Bildschirm zuckelnden Monstrositäten aus Tausendundeinernacht erträglicher gestaltet werden. Konsequenterweise fungierte der Effekt-Pionier hier auch als Co-Autor des Drehbuchs und sogar als Produzent. Somit war gesichert, wo bei SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS die Prioritäten zu liegen haben.
 
 
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Der Film ist – dankenswert – eine Revue der unendlich kreativen Stop-Motion-Effekte aus erklärter Großmeister-Werkstatt. Die Finanzmenschen der Columbia Studios hatten ihrem dritten Sindbad-Film 1977 großzügige sieben Millionen Dollar Budget genehmigt. Das ist für diese Zeiten mehr als ordentlich. Zudem es sich um einen an ein kindliches Publikum adressierten Film handelt. Mit dem Geld konnten Regisseurs-Handwerker Sam Wanamaker und seine Mannschaft wunderbar stimmige Drehorte im Nahen Osten und in der Mittelmeerregion ins Auge der Kamera rücken. Die antike Felsenstadt Petra, im heutigen Jordanien gelegen, findet sogar explizit Erwähnung in der Handlung. Die Besetzung, wie erwähnt, zweitrangig. John Philip Law hatte 1977 keine Lust, den tollkühnen Märchenhelden aus Bagdad nochmal zu geben. Also fiel die Titelrolle an den armen Patrick Wayne, zeitlebens geschlagen mit dem übermächtigen Schatten seines Vaters: Western-Volksheld und ewiges Idol amerikanischer Konservativer: John Wayne. Junior macht seine von vornherein mit Einschränkungen versehene Sache gut, genau wie die über-hübsche James-Bond-Gespielin Jane Seymour an seiner Seite oder auch Peter Mayhew, der seine zweizwanzig kurz darauf ins berühmte Fellkostüm des Chewbacca am Set von KRIEG DER STERNE wickeln sollte.
 
 
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SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Die Orient-Abenteuer aus dem Schoß der Columbia-Studios sind in etwa sowas wie die amerikanischen Gegenstücke zu den hierzulande so beliebten Märchenfilmen aus der Sowjetunion oder der Tschechoslowakei. Ray Harryhausens Spezialeffekte im Stop-Motion-Stil bilden das Zentrum der Sindbad-Filme und wissen auch heute noch mit ihrem (inzwischen leicht antiquierten) Charme zu begeistern. SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS besitzt die magische Fähigkeit, den Zuschauer zurück in die verregneten Fernsehnachmittage der Kindheit zu versetzen. Was will man von einem Film für kleine und große Kinder noch mehr?
 
 
 


 
 
 

SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS – Zensur

 
 
 
Auch die nun erhältliche Blu-ray zu SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS ist ungeschnitten und – wie bereits zur Kinoaufführung im Jahr 1977 – frei ab 6 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment | Explosive Media (KeepCase mit Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sinbad and the Eye of the Tiger; Großbritannien | USA 1977

Genre: Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 113 Min.

FSK: FSK6 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Erstauflage im Schuber

Extras: The Harryhausen Chronicles (ca. 58 Min.), This is Dynamation Featurette (ca. 3:30 Min.), Bildergalerie (HD, ca. 2 Min.), Original Kinotrailer (ca. 2 Min.)

Release-Termin: 01.12.2016

 

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SINDBAD UND DAS AUGE DES TIGERS – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei KOCH MEDIA HOME ENTERTAINMENT | EXPLOSIVE MEDIA)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sindbads fünfte Reise (2014)
 
Sindbads gefährliche Abenteuer (1973)
 
Sindbads siebente Reise (1958)
 
Kampf der Titanen (1981)
 


Filmkritik: „The Monster“ (2016)

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THE MONSTER

(THERE ARE MONSTERS)

Story

 
 
 
Ein zerrüttetes Mutter-Tochter-Verhältnis erlebt eine Wendung, als man nach einem Autounfall im Wald auf ein Monster stößt und jetzt mit vereinten Kräften ums Überleben kämpfen muss.

 
 
 


 
 
 

THE MONSTER – Kritik

 
 
 
Es ist mal wieder Zeit für einen guten Monsterfilm – so richtig mit Tiefgang und düsterer Stimmung, wollen wir sagen. Das alles und noch mehr wird nun endlich wieder in Form eines Indie-Horrorfilms in die Wohnzimmer gebracht, der den unaufhaltsamen Legionen der Monster-Heuler bekannter Trash-Verbrechern selbstbewusst den Mittelfinger zeigt. Das ist auch bitter nötig, haben vor allem Täter-Studios wie THE ASYLUM oder SYFY das Genre des Monsterfilms zu oft durch den Kakao gezogen, dass diese Art von Streifen – vor allem aufgrund der schlechten Effekte – komplett des Schreckens beraubt wurde. Da ist es für das blutende Horrorfan-Herz eine regelrechte Wohltat, wenn dann solche Filme gedreht werden, wie THE MONSTER (sollte anfangs eigentlich THERE ARE MONSTERS heißen). Dieser Kreaturen-Streifen quält nämlich mit all dem nicht, was die Werke der oben genannten Müllschmieden auszeichnen. Statt schlechter Effekte, mieser Darsteller und (unfreiwilliger) Komik werden endlich mal wieder Ernsthaftigkeit, Atmosphäre und gute Schauspieler geboten. Aufgrund der vielen schlechten Filme der letzten Zeit klingt das doch durchaus vielversprechend, oder?
 
 
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Und Monster gibt es doch! Das zumindest müssen Mutter und Tochter am eigenen Leib erfahren. Die beiden haben sich leider mit der Zeit vollkommen voneinander entfremdet. Mutter Kathy (ZOE KAZAN) säuft wie ein Loch und lebt perspektivlos in den Tag hinein, während die kleine Lizzy (beeindruckend: ELLA BALLENTINE) tatenlos zusehen muss, wie sich das nächste Familienmitglied selbst zerstört. Als sich nach einem Streit die Fronten verhärten, will das Mädchen nur noch eins: beim getrennt von der Mutter lebenden Vater aufwachsen. Doch die Reise ins neue Leben schlägt eine ebenso sonderbare wie grauenhafte Wendung ein. Auf der Fahrt zum Vater überkreuzt ein Wolf die Landstraße und verwickelt Mutter und Tochter in einen Autounfall. Zwar sitzt der erste Schock tief, aber Hilfe ist schnell gerufen. Leider hat das Schicksal aber andere Pläne mit der kleinen Familie. Während Kathy und Lizzy im defekten Auto geduldig auf Polizei und Krankenwagen warten, zieht im Wald eine bösartige Kreatur ihre Kreise. Ob noch rechtzeitig Rettung eintreffen wird?
 
 
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Was für ein verheißungsvoller Titel zu einem doch eher kleinen Film, der mit weniger als drei Millionen US-Dollar Budget produziert wurde. Hinter THE MONSTER steckt BRYAN BERTINO. Der hat dem Zuschauer mit THE STRANGERS und PLAY – TÖDLICHES SPIEL schon zweimal Albträume beschert und wandelt auch im dritten Streifen auf Horror-Pfaden. Wer jetzt aber meint, dass hier 08/15-Monsterfutter vorgesetzt wird, dürfte sich schnell eines besseren belehrt fühlen. THE MONSTER ist nämlich keines dieser stumpfsinnigen Machwerke, in denen dumme Figuren von schlecht animierten Computerkreaturen gejagt und verspeist werden. Ganz im Gegenteil. Der Filmemacher legt in der selbst geschriebenen Geschichte Wert auf Drama und Hirn. So zeichnet sich THE MONSTER – wie bereits auch schon das Debütwerk THE STRANGERS – nicht nur durch einen fesselnden Spannungsbogen aus, der Zuschauern wie Protagonisten einiges abverlangt. Letztere durchleben im Verlauf der Handlung eine entscheidende Entwicklung und finden inmitten von Angst und Terror wieder zueinander. Überhaupt ist hier das gefräßige Monster nur Beiwerk. THE MONSTER ist eher Familiendrama mit Horror-Elementen in dem das zerrissene Verhältnis einer Mutter und ihrer Tochter in den Mittelpunkt gerückt wird. Warum sich die Figuren voneinander entfernt haben, wird in Rückblenden geschildert. Dazwischen wird mit allen Mitteln gegen ein Wesen gekämpft, das sich erbarmungslos gegen alles und jeden wendet, der zur Rettung eilt.
 
 
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Ist das Wesen hier wirklich so echt, wie auf der Mattscheibe gezeigt? THE MONSTER lässt mehrere Interpretationsmöglichkeiten zu. So funktioniert der Film als lupenreines Monsterkino ebenso, wie als beunruhigender Blick in die Seele eines desorientierten Kindes, das sich auf eine verstörende Suche nach Liebe, Zugehörigkeit und Geborgenheit begibt. Das Monster ist da freilich nur Metapher für das seelische Ungleichgewicht eines verletzten Mädchens, das jeden Hoffnungsstrang verschlingt, an den sich die kleine Hauptdarstellerin klammert. Sieht man THE MONSTER mit diesen Augen, dürften schnell Erinnerungen zu Filmen wie THE BABADOOK oder THE NOONDAY WITCH wach werden. Auch hier wurden Monster als Metapher geschaffen, um das seelische und psychische Ungleichgewicht der Filmhelden zum Ausdruck zu bringen. Allein schon der Vergleich zu genannten Psychodramen wegen, sollten Zuschauer mit Vorliebe für intelligentes und Horror-Kino einen Blick wagen. THE MONSTER reiht sich in die Gruppe mutiger und mehrdeutiger Gruselstreifen ein, die sich siegessicher gegen den austauschbaren Horror-Markt behaupten wollen und können. Klein aber oho!
 
 
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THE MONSTER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Hervorragend gespieltes Horror-Drama, das tiefgründiger ist, als es auf den ersten Blick scheint. Wer einen hektischen Horrorfilm mit deftigen Schocks erwartet, wird enttäuscht werden. THE MONSTER ist ein ruhig erzählter Gruselfilm mit psychologischem Einschlag, der mehr als nur eine Interpretation zulässt. Nach dem eher bescheidenen Found-Footage-Streifen PLAY – TÖDLICHES SPIEL, findet Regisseur BRYAN BERTINO zu eigentlicher Größe zurück. Mit THE MONSTER hat er einen sehenswerten, intelligent inszenierten Beitrag mit Substanz inszeniert, bei dem weit mehr dahintersteckt, als nur das Abhaken von Monster- und Horrorklischees. Was ruhig und subtil beginnt, wird ab der Halbzeit immer ungemütlicher und gipfelt in einem kompromisslosen Finale, dass vor allem für die kleine Hauptdarstellerin Qual, Erlösung und Neuanfang zugleich ist. Aufgrund der guten Darstellerleistung, dem cleverem Spannungsbogen und der permanent bedrohlichen Stimmung gibt es von uns eine Empfehlung. Wer Fast-Food-Horror mit blutigem Gemansche sucht, ist hier an der falschen Adresse. Auch wenn die beiden Hauptdarsteller – wie auch im Erstlingswerk des Regisseurs: THE STRANGERS – isoliert gegen das ultimativ Böse kämpfen müssen, bleiben ausufernde Gewaltexzesse aus. Dafür wird übrigens viel handgemachtes Kreaturen-Zeugs geboten. Das Ding im Film wurde nicht mittels Computer zum Leben erweckt, sondern besteht aus Elektronik und Kunststoff. Schon allein das macht THE MONSTER sympathisch über den BRYAN BERTINO übrigens folgendes schrieb: „Geschichten über die Angst vor dem Unbekannten sind mir die liebsten. Horror lässt die üblichen Verwicklungen des Lebens außer Acht und zwingt uns dazu, etwas Tieferes in uns selbst zu entdecken. Was ist uns wirklich wichtig im Leben? Angst zeigt es auf,“ (Quelle des Zitats: blairwitch.de).
 
 
 


 
 
 

THE MONSTER – Zensur

 
 
 
THE MONSTER bietet nicht das, was man sich bei einem Film mit diesem Titel vorstellt. Der Film beschert Gänsehaut vornehmlich auf subtilem Wege. Es gibt einen toten Wolf zu sehen, einen abgeschlagenen Arm und einige Attacken der Kreatur auf Menschen. Aufgrund der dunklen Kulisse und den schnellen Schnitten, erkennt man aber kaum, was die Kreatur da in den Wäldern mit seinen Opfern genau macht. Eine FSK16 ist demnach absolut realistisch und hat der Film auch bekommen.
 
 
 


 
 
 

THE MONSTER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Monster; USA 2016

Genre: Horror, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover im Schuber

Extras: „Eyes in the Darkness“ Featurette, Trailer, Trailershow

Release-Termin: 23.03.2017

 

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THE MONSTER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen in dieser Kritik liegen bei Koch Media Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Babadook (2014)
 
Cujo (1983)
 
Burning Bright – Tödliche Gefahr (2010)
 
The Noonday Witch (2016)
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)
 
Feed the Gods (2014)
 
Under the Bed – Es lauert im Dunkeln (2012)
 
Hypothermia – The Coldest Prey (2010)