Filmkritik: „Quiet Comes the Dawn“ (2019)

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QUIET COMES THE DAWN

(RASSVET)

Story

 
 
 

Neues Gruselfutter von den Produzenten des russischen Gruselstreifens THE BRIDE. Eine junge Frau erlebt in ihren Träumen den Albtraum auf Erden.

 
 
 


 
 
 

QUIET COMES THE DAWN – Kritik

 
 
 
Träume sind etwas Wunderbares – zumindest wenn man nicht gerade Protagonist in einem Horrorschocker ist. Dort verwandeln sich Träume nämlich schnell mal in Albträume und bringen die Helden jener Filme direkt in Teufels Küche. Bestes Beispiel: die Horror-Reihe rund um Traumdämon FREDDY KRUEGER. Letzterer fand einen kreativen Weg, um Schaden anrichten zu können. Statt aus der Hölle, dem Jenseits oder Parallelwelten Unruhe zu stiften, entpuppte sich der von WES CRAVEN erschaffene Bösewichte als erfinderischer Schurke. Der suchte seine Opfer in deren Träumen heim und machte sie dort einen Kopf kürzer. Auf so eine Idee muss man als Serienkiller erst einmal kommen.
 
 
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Das ist offenbar Stoff, der auch in Russland gefällt. QUIET COMES THE DAWN (Originaltitel: RASSVET) ist nämlich bei näherer Betrachtung ein weiterer, nicht unbedingt guter Aufgruß des beliebten Kultfilms A NIGHTMARE ON ELM STREET – nur ohne Pizzagesicht FREDDY KRUEGER. Darin geht es um die Geschwister Sveta und Anton, die früh die Mutter bei einem Autounfall verloren haben. Ein tragischer Schicksalsschlag, der sich bald wiederholt. An Svetas Geburtstag nimmt sich der geliebte Bruder ganz unerwartet das Leben und springt aus dem Fenster. Offenbar litt Anton unter schrecklichen Albträumen, die bald auch Sveta plagen. Steckt dahinter etwa ein Schema? Das will die junge Frau herausfinden. In einem Institut forscht man zum Thema Schlaf und schlägt der Leidgeplagten vor, an einer kollektiven Schlaftherapie teilzunehmen. Hierbei werden alle Probanten in einem gemeinschaftlichen, bewussten Traum versetzt und irren bald durch eine unheimliche Traumwelt, wo Ängste bittere Realität werden.
 
 
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Außen hui, innen pfui. QUIET COMES THE DAWN schielt gut und gerne mal nach Amerika, wo ästhetische Horrorfilme am Fließband produziert werden. Demnach schaut diese russische Produktion alles andere – nur nicht russisch aus. Zu aalglatten Bildern gesellen sich attraktive Jungdarsteller, die durch teils schaurig ausgeleuchtete Flure schleichen und so für laute Schockmomente sorgen. Alles gut und schön. Nur wo hat sich die Story versteckt? QUIET COMES THE DAWN ist ein undurchsichtiger Wirrwarr an Ideen, die haltlos einandergekleistert wurden und kaum Sinn ergeben wollen. Die Handlung kommt nicht richtig in Schwung und je näher sich der Gruseltrip dem Ende nähert, umso konfuser werden die Geschehnisse. Da werden Protagonisten hypnotisiert und durchleben zusammen einen gemeinsamen Traum. Weil das zu unspektakulär zu sein scheint, wird von Verwirrungstaktik Gebrauch gemacht. Die Folge: Realität und Traumwelt verschmelzen. Ist das, was gerade passiert real oder befinden sich die Protagonisten immer in der Welt der Träume. Eine berechtigte Frage, denn je näher sich QUIET COMES THE DAWN der Zielgerade nähert, umso undurchsichtiger wird diese russische Produktion. Da bleiben ratlose Gesichter zurück, zumal Rechteinhaber EUROVIDEO MEDIEN kein aufschlussreiches Bonusmaterial mit auf die deutsche Heimkinoveröffentlichung gepackt hat. Demnach muss auf klärende Audiokommentare oder einleuchtende Making-ofs verzichtet werden. Die hätten möglicherweise Licht ins Dunkel bringen können.
 
 
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QUIET COMES THE DAWN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärisches Verwirrspiel zwischen Traum und Wirklichkeit. QUIET COMES THE DAWN punktet in Sachen Atmosphäre. Ein unverzichtbares Element, auf das man in Horrorfilmen nicht verzichten kann. Was aber bitter aufstößt, ist die uninteressant aufbereitete Geschichte. Verschiedene Probanten einer Schlaftherapie werden in Schlaf versetzt und befinden sich gemeinsam in einem gleichen Traum. Dort werden sie mit ihren Ängsten konfrontiert und sogar von einem Dämon mit brennendem Gesicht verfolgt. Als wäre das nicht alles schon reißerisch genug, kommt auch noch eine Sekte ins Spiel. Klingt eigentlich nach spannender Genre-Ware. Wie das aber alles an den Zuschauer gebracht wurde, ist quälend langweilig und dazu noch wirr. Daher bleibt nur zu erwähnen, dass es bessere Filme über unheimliche Träume gibt. A NIGHTMARE ON ELM STREET, THE DROWNSMAN und DREAM DEMON gehören dazu – um nur einige zu nennen.
 
 
 


 
 
 

QUIET COMES THE DAWN – Zensur

 
 
 
QUIET COMES THE DAWN hat kaum Gewalt zu bieten. Hier regiert eher der psychologische Horror. Demzufolge hat der Streifen in Deutschland auch eine FSK16 erhalten. Die Filmfassung auf Blu-ray und DVD ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

QUIET COMES THE DAWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rassvet; Russland 2019

Genre: Horror, Thriller, Mystery, Grusel

Ton: Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Russisch (DTS-HD MA 5.1)

Untertitel: Keine

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK16

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 30.01.2020

 

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QUIET COMES THE DAWN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dream Demon – Der Traumdämon (1980)
 
Nightmare – Mörderische Träume (1984)
 
Nightmare II – Die Rache (1985)
 
Nightmare – Schlaf nicht ein! (2017)
 

Filmkritik: „Wer hat Tante Ruth angezündet?“ (1971)

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WER HAT TANTE RUTH ANGEZÜNDET?

(WHOEVER SLEW AUNTIE ROO?)

Story

 
 
 

Rosie Forrest, die pummelige, herzliche Direktorin eines englischen Waisenhauses in den Zwanziger Jahren, wird von allen nur Tante Ruth genannt. Während der Weihnachtsfeier im Kinderheim findet ein neugieriger Schützling des Hauses heraus, dass Tante Ruth auf dem Dachboden die vertrocknete Leiche ihrer jung gestorbenen Tochter aufbewahrt. Christopher, so sein Name, verfügt allerdings über eine nur allzu lebhafte Einbildungskraft. Somit ist man hin und hergerissen zwischen seinen Schilderungen und den verschiedenen Zwiebelhäuten der Realität.


 
 
 


 
 
 

WER HAT TANTE RUTH ANGEZÜNDET – Kritik

 
 
 
WHOEVER SLEW AUNTIE ROO?, so der Titel dieses erklärten Juwels filmischen Wahnsinns im Original, gehört in ein nachträglich zurecht-kuratiertes Mini-Genre, das kreativerweise Grande Dame Guignol oder etwas gröber Hagsploitation getauft wurde. Hag bedeutet böses altes Weib. Diverse Bette-Davis-Filme am Ende ihrer Mainstream-Karriere passen hier rein, aber auch der vorliegende Kracher mit Shelley Winters, einer Oscar-Gewinnerin, in deren Werksverzeichnis aber auch so viel Schrott zu finden ist und die folglich mehr als nur qualifiziert ist, hier Star zu sein. Entstanden unter der Regie des nicht zu Unrecht kultisch Verehrten Curtis Harrington, ein Jahrzehnt nach seinem Ableben als Wegbereiter der schwulen Filmkunst anerkannt, gab es den Film vor Jahren mal in einem dieser geilen Midnite-Movie-Doppelfeature-DVDs aus den USA. Für die deutsche Fassung musste man auf ein altes VHS-Tape zurückgreifen oder – als es so etwas noch gab – eine nächtliche TV-Ausstrahlung in einem der kleineren Fernsehprogramme hoffen.
 
 
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Was wir hier haben ist ein angenehm verrücktes Meisterwerk des Autoren- und Genrekinos. Harrington erzählt eine Art Märchen mit Hintertür zum Abgrund. Ein Lebkuchenhaus, hinter dessen zuckrigen Wandpanelen Eiter und Horror schwelen. Ähnlich metapherngespickte Filme kamen zu dieser Zeit eher aus Osteuropa, wo man den politischen Repressalien Kritik nur auf dem Weg des Irrealen entgegensetzen konnte. Dem Regisseur ist zu verdanken, diese sehr spezifische Stimmung des Phantastischen Films auch in die amerikanischen Grindhouse-Kinos übertragen sehen zu können.
 
 
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Perverses Stück Trivia: Mark Lester, ein Kinderstar seiner Zeit, hat nicht nur einige sehr wilde Filme im Resümee, sondern auch noch den Trash-Ruhmesmoment, nach dem Tode Michael Jacksons behauptet zu haben, der tatsächliche Vater von dessen Kindern zu sein. Zu schön eigentlich. Ein durch seinen Tod vollkommen rehabilitierter Päderast bittet einen erwachsen gewordenen Bubenschauspieler um das Begatten seiner Alibi-Frau. Keiner zweifelt hernach an der Zeugungskraft des erwähnten Päderasten, auch wenn dessen Kinder weißer als weiß sind. Könnte aus einem Drehbuch Curtis Harringtons sein eigentlich.
 
 
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WER HAT TANTE RUTH ANGEZÜNDET – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
In die Gegenwart transportiertes Märchen? Schwarze Komödie mit Horror-Anstrich? Camp-Show eines gefeierten schwulen Filmemachers? WER HAT TANTE RUTH ANGEZÜNDET? ist all das und noch zwei Kugeln Eis obendrauf. Wir gehen davon aus, dass viele unserer Leser und auch die wenigen Filmfans, die uns nicht kennen (höhö), so etwas wie Curtis Harringtons Juwel hier noch nicht gesehen haben. Zeit, das zu ändern.
 
 
 


 
 
 

WER HAT TANTE RUTH ANGEZÜNDET – Zensur

 
 
 
WER HAT TANTE RUTH ANGEZÜNDET lief 08.02.1980 in den deutschen Kinos und war bereits damals ungeschnitten. Auch auf VHS war der Streifen – trotz Freigabe ab 12 Jahren – ungeschnitten. Das hat sich auch bei allen Folge-Veröffentlichungen nicht geändert. Die nun erhältliche Blu-ray ist trotz grünem FSK-Flatschen und Jugendfreigabe komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

WER HAT TANTE RUTH ANGEZÜNDET – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 222 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 111 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Who Slew Auntie Roo?; Großbritannien 1971

Genre: Horror, Klassiker, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Dr. Gerd Naumann und Dr. Rolf Giesen, Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 31.05.2019 | KeepCase: 31.01.2020

 
 
NSM hat vier limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit Januar 2020 kann man WER HAT TANTE RUTH ANGEZÜNDET auch in Deutschland als Blu-ray im KeepCase im Handel erwerben und muss keine Umwege über das deutschsprachige Ausland in Kauf nehmen. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ungeschnitten.
 
 

Wer hat Tante Ruth angezündet? [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Wer hat Tante Ruth angezündet? [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover A] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Wer hat Tante Ruth angezündet? [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover B] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Wer hat Tante Ruth angezündet? [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover C] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Wer hat Tante Ruth angezündet? [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover D] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

WER HAT TANTE RUTH ANGEZÜNDET – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Wiegenlied für eine Leiche (1964)
 
Was geschah wirklich mit Baby Jane? (1962)
 
Psycho (1960)
 

Filmkritik: „Stay Out Stay Alive“ (2019)

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STAY OUT STAY ALIVE

Story

 
 
 

Fünf Freunde erleben in einer alten Mine einen Goldrausch und müssen dort um ihr Leben bangen.

 
 
 


 
 
 

STAY OUT STAY ALIVE – Kritik

 
 
 
Schilder auf denen ein „Betreten verboten“ vermerkt ist, sind im Horrorfilm immer so eine Sache. Grundsätzlich handelt es sich dabei um Dekoration, werden die darauf vermerkten Hinweise in der Regel missachtet. Die Einsicht kommt meistens zu spät. Weil die Warnung nicht ernst genommen werden, wird mit dem Tod bestraft. Protagonisten in Genrefilmen lernen eben nicht dazu. Genau diese Erfahrung müssen auch unsere neunmalklugen Helden in STAY OUT STAY ALIVE machen, die sich mal wieder über jedwede Verbote hinwegsetzen und am Ende die Konsequenz dafür erhalten. Die amerikanische Indie-Produktion über Naivität, Moral und Habgier geht auf das Konto von DEAN YURKE. Der zeichnete bisher für unzählige visuelle Effekte in vielen bekannten Hollywood-Streifen verantwortlich. Darunter: THE AVENGERS, diverse STAR WARS- und auch HARRY POTTER-Filme. Als Regisseur betritt er nun Neuland und ist damit nicht allein. Im Horrorfilm-Geschäft ist es mittlerweile keine Seltenheit mehr, dass Kreativlinge der Filmbranche auch in anderen Bereichen Erfahrungen sammeln.
 
 
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In diesem Film geht es um fünf junge Menschen, die sich zu einem Ausflug in einen amerikanischen Nationalpark begeben, um dort ein paar alte Minen zu erkunden. Die Gegend hat eine tragische Vergangenheit. Während der Zeit des Goldrausches in der Mitte des 19. Jahrhundert kam es hier zu Auseinandersetzungen zwischen amerikanischen Ureinwohnern und Minenarbeitern. Seither ist die Gegend verflucht. Doch das kümmert unsere Freunde nicht. Die setzen sich den Anweisungen von Park-Rangerin Susanna hinweg und erkunden trotz Warnungen das Naturschutzgebiet auf eigene Faust. Die Strafe folgt auf dem Fuß. Einer der Freunde verunglückt in einer der Minen. Doch der Unfall hat auch etwas Gutes. In diesem verlassenen Schacht gibt es Gold in Hülle und Fülle. Das spornt die Kumpels an, doch etwas länger zu verweilen. Das Wohl des verletzten Freundes ist schnell Nebensache. Viel wichtiger ist das Gold und vor allem das, was man damit anfangen kann. Ein verhängnisvolles Unterfangen, das den jungen Leuten das Leben kosten wird.
 
 
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STAY OUT STAY ALIVE beruht – so erklärt man im Vorspann – auf wahren Begebenheiten. Der Streifen wurde vom Mariposa-Indianerkrieg und einem daraus resultierenden Fluch inspiriert. Das ist zwar alles weit hergeholt, lässt sich aber besser verkaufen. Weitaus weniger dick aufgetragen ist die Botschaft des Films. Die handelt einmal mehr von der Bestie Mensch, die – sobald mit Extremsituationen konfrontiert – ihr wahres Gesicht offenbart. Genau das passiert auch in STAY OUT STAY ALIVE. Rasch ist man vom schnellen Reichtum fasziniert, der die Protagonisten verändert. Da ist sich bald jeder selbst der Nächste. Freundschaften oder gar ein Menschenleben haben auf einmal kaum noch Gewichtung. Dass das im Chaos enden wird, dürfte abzusehen sein.
 
 
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STAY OUT STAY ALIVE ist kein Horrorfilm im klassischen Sinne. Vielmehr verbirgt sich hinter dem reißerischen Titel ein Psychothriller, der den Zuschauer den Spiegel vor Augen halten will. Ein zynisches Lehrstück über menschliche Schwächen, das vor allem dank gut ausgewählten Jungdarstellern nachwirkt. Frische Gesichter, die dazu auch noch was können. Das ist normalerweise in Indie-Produktionen mit so einem kleinen Budget nicht die Regel. Die talentierten Akteure stemmen das kammerspielartig ausgelegte Survival-Stück allein auf ihren Schultern und bekommen kurz Unterstützung von Horrorikone BARBARA CRAMPTON. Die war in den 1980/90er in einige sehr bekannten Horrorfilmen zu sehen und scheint sich zu ihren Anfängen zurückzubegeben. Zuletzt sah man sie verstärkt in Genre-Produktionen. Darunter: dem gefeierten WE ARE STILL HERE – aber auch im hundsmiserablen Splatter-Trash DEATH HOUSE.
 
 
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STAY OUT STAY ALIVE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Eine ungemütliche Parabel über Habgier, Neid und Raffsucht. Wenn fünf junge Leute alte Minen erkunden, erwartet man eigentlich so Filme wie THE DESCENT in denen boshafte Kreaturen nach dem Leben der Helden trachten. Dass sich Horror aber auch ohne Monster in Höhlen entfalten kann, beweist STAY OUT STAY ALIVE. Darin springen sich Freunde wegen gefundenem Gold an die Gurgel, weil niemand was abgeben möchte. Der Film kommt fast ohne Spezialeffekte aus und geht es weitaus psychologischer an. Regisseur DEAN YURKE streift menschliche Urängste, thematisiert aber auch die dunkle Seite des Menschen, welche in jedem von uns schlummert. Entstanden ist ein kleiner Indie-Beitrag, der vor allem von der Tatsache zerrt, wie und ob das hier alles gut enden wird. Der Film entfaltet eine bemerkenswerte Dynamik. Schnell kippt die Stimmung, es werden Konflikte geschnürt und es kommt zum unausweichlichen Showdown. Angesichts der Tatsache, dass das alles nur für etwas Gold passiert, schockiert – ist aber nicht weit hergeholt. STAY OUT STAY ALIVE ist eine zynische Geschichte, wie sie tagtäglich so ähnlich überall auf der Welt passiert. Da kommt mal wieder zum Vorschein, dass der Mensch für ein paar Taler mehr in der Tasche dem Teufel gern seine Seele verkauft.

 
 
 


 
 
 

STAY OUT STAY ALIVE – Zensur

 
 
 
STAY OUT STAY ALIVE hat eigentlich keine Gewalt zu bieten. Eine Spitzhacke wird in einen Körper gehauen und ein Gewehrschuss wird ausgelöst – das war’s. Ansonsten klemmt sich eine Protagonistin das Bein ein. Der Rest ertrinkt. Hierzulande ist definitiv eine FSK16 möglich. Vielleicht sogar auch eine FSK12. Insofern es der Überlebensthriller überhaupt nach Deutschland schafft.
 
 
 


 
 
 

STAY OUT STAY ALIVE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Brainstorm Motion Pictures LLC)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hole (2001)
 
Die Höhle – Überleben ist ein Instinkt, keine Wahl (2014)
 
Beneath – Abstieg in die Finsternis (2013)
 

Filmkritik: „Dark Light“ (2019)

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DARK LIGHT

Story

 
 
 

Eine junge Mutter zieht in das Haus aus ihrer Kindheit und erlebt dort einen Neuanfang des Schreckens.

 
 
 


 
 
 

DARK LIGHT – Kritik

 
 
 
Einmal Horrorfilm-Macher, immer Horrorfilm-Macher. PADRAIG REYNOLDS erfüllt das Klischee von jenen Regisseuren, die mit dem Inszenieren von Horrorschockern Erfolg haben und damit nicht mehr aufhören können. Der bekam mit dem Genre-Werk RITES OF SPRING den Fuß ins Filmgeschäft und legte anschließend mit nicht minder gruseliger Ware wie THE DEVIL’S DOLLS und OPEN 24 HOURS nach. Mittlerweile sind wir bereits bei Spielfilm Nummer vier angekommen und der ist – man mag es nicht glauben wollen – wieder ein Horrorthriller. DARK LIGHT nennt sich das Ganze und sollte ein Okkult-Schocker mit Dämonen werden. Doch die Idee zu THE DEVIL IS REAL – so der anfängliche Titel – war den Produzenten zu abgedroschen. Deshalb bat man Regisseur PADRAIG REYNOLDS darum, das Skript umzuschreiben und daraus einen Kreaturenfilm zu machen. Ein Vorschlag, die bei genanntem Filmemacher Anklang fand. Der wollte schon immer ein Creature-Feature machen und ging mit seiner Idee zu Kumpel AARON SIMS, der bereits Spezialeffekte für Kinohits wie READY PLAYER ONE und PLANET DER AFFEN beigesteuert hat. Der kreierte zusammen mit seinem Team ein groteskes Wesen, das sich durchaus sehen lassen kann – zumindest, wenn man es nicht bei voller Ausleuchtung zu Gesicht bekommt.
 
 
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Annie Knox (JESSICA MADSEN aus LEATHERFACE – THE SOURCE OF EVIL) muss noch einmal neu anfangen. Der Gatte hat sie betrogen und die Mutter ist plötzlich verstorben. Die Folge: ein Nervenzusammenbruch. Deshalb zieht sie aus der gemeinsamen Wohnung aus und nimmt Tochter Emily mit in das Landhaus der verstorbenen Mutter weit abseits der Stadt. Hier inmitten von Maisfeldern und Wäldern ist es still, hier will die gekränkte Frau wieder neue Kraft tanken. Doch daraus wird so schnell nichts. Kaum eingezogen, passieren seltsame Dinge. In der Nacht ziehen Lichtkegel um das Haus und mysteriöse Schritte sind zu hören. Hinzukommt, dass die kleine Emily immer wieder von starkem Nasenbluten geplagt wird. Sind hier übernatürliche Kräfte am Werk? Zumindest ist sich Annie Knox ganz sicher. Doch niemand will ihr Glauben schenken – nicht einmal die Polizei.
 
 
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Effektives Verwirrspiel. Die große Stärke von DARK LIGHT liegt in der Tatsache, dass lang unklar bleibt, um was es denn nun wirklich in diesem Film geht. Wird die junge Mutter tatsächlich von boshaften Wesen terrorisiert oder sind die Erscheinungen alles nur psychische Manifestationen einer gestressten Frau, die – ähnlich wie im Mysterythriller DER BABADOOK – einfach überfordert mit ihrer aktuellen Situation ist? Regisseur PADRAIG REYNOLDS hebt sich die Antworten darauf bis zum Finale auf und verwirrt den Zuschauer mit immer wieder unheimlich ausgeleuchteten Konfrontationen zwischen der Filmheldin und obskuren Kreaturen, die die Frage in den Raumen werfen, ob das alles echt oder nur Einbildung ist. Apropos Ausleuchtung: DARK LIGHT tischt in Sachen Atmosphäre groß auf. Der Streifen ist von allgegenwärtiger Dunkelheit umhüllt. Ab und an huschen eigensinnige Schatten durch die Kamera. Seltsame Lichtstrahlen und ein unheimlicher Klangteppich sorgen für dichte Atmosphäre. Da kann nichts mehr schiefgehen – oder?
 
 
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DARK LIGHT verfügt über gute Voraussetzungen für einen schaurigen Filmabend. Leider kann DARK LIGHT das hohe Gruselniveau nicht bis zum Abspann halten. Der Streifen wandelt beim Showdown auf konventionellen Pfaden. Vorbei der bedachte Aufbau von Gruselstimmung, Schluss mit doppeldeutigem Verwirrspiel. PADRAIG REYNOLDS entscheidet sich für den Massengeschmack und macht Nägel mit Köpfen. Die Antworten werden auf dem Silbertablett serviert und sind etwas sehr platt, generisch und vorhersehbar geraten. Als wäre das nicht alles schon ärgerlich genug, wird das Publikum auch noch durch hektische Bilder und (zu) laute Schockmomente verschreckt. Letztere werden beinahe inflationär eingesetzt und reißen oft wegen der Lautstärke aus dem Filmsessel. Somit könnte DARK LIGHT auch ein beliebiger Schocker aus dem amerikanischen BLUMHOUSE STUDIOS sein. Dort zählen durchgestylte Filme mit makellosen Jungdarstellern und aggressiven Schocks mehr, als frische Ideen aus den Köpfen kreativer Drehbuchautoren.
 
 
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DARK LIGHT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Anfangs Psychothriller, später Spukhausfilm, am Ende Kreaturen-Horror. DARK LIGHT ist ein atmosphärisch dichter Horror-Mix, der aber nach einem starken Auftakt so ziemlich hanebüchen wird. Dabei macht es das Creature-Feature vielen Horrorfilmen gleich, die es zu gut mit dem Zuschauer meinen. Die meisten Filmemacher legen sich anfangs ins Zeug, um möglichst gruselige Stimmung zu erzeugen. Leider sieht man sich nicht selten im Finale gezwungen, Selbiges mit Pauken und Trompeten abschließen zu müssen. Da überschlagen sich die Ereignisse und der Film muss zwangsläufig im lauten Effektegewitter enden. Dieser generische Ablauf ist auch in DARK LIGHT Programm. Anfangs wohlig schaurig, wird es vorm Abspann hektisch, laut und überladen. Aber das ist nicht der einzige Punkt, der übel aufstößt. DARK LIGHT erinnert stark an DEVIL’S GATE aus dem Jahr 2017. Auch darin wird ein junger Mann mit mysteriösen Dingen in einem Landhaus konfrontiert. Beinahe alles wurde aus genanntem Sci-Fi-Horror stibitzt: die Handlung, die Kulisse – selbst der Look. Das ist irgendwie frech.
 
 
 


 
 
 

DARK LIGHT – Zensur

 
 
 
DARK LIGHT hält sich in Sachen Gewalt zurück. Die Monster im Film knappern etwas an menschlichen Körpern herum. Ansonsten kommt mal kurz ein Schrottgewehr zum Einsatz. Hierzulande ist locker eine FSK16 drin.
 
 
 


 
 
 

DARK LIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Devil’s Gate (2017)
 
Extraterrestrial (2014)
 
A Dark Place (2018)
 
Vergeltung – Sie werden Dich finden (2006)
 
The Hole In The Ground (2019)
 

Filmkritik: „Warlock – Satans Sohn“ (1989)

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WARLOCK – SATANS SOHN

(WARLOCK)

Story

 
 
 

Der Leibhaftige persönlich ist’s, der einen üblen Hexenmeister im 17. Jahrhundert vor dem Scheiterhaufen bewahrt, indem er ihn in die Gegenwart, ok, die späten 1980er, teleportiert. Hexenjäger Giles Redferne benutzt das gleiche Portal und jagt dem diabolischen Schurken nach. Gemeinsam mit der überforderten Kellnerin Kassandra, gespielt vom späteren „Tank Girl“ Lori Petty, versucht Redferne, den Hexer davon abzuhalten, die Bruchstücke eines finsteren Zauberbuchs zusammenzusuchen, mit dem er das Ende der Welt herbeiführen will.

 
 
 


 
 
 

WARLOCK – Kritik

 
 
 
Ende der Welt? Nicht ganz. Tatsächlich soll das ominöse „Grand Grimoire“-Buch die Entstehung von Erde und Menschheit rückgängig machen. Bibel, Schöpfungsgeschichte und so. Vermutlich ist es dieses Element der Zeitreise zur Veränderung der bekannten Weltgeschichte, was nicht wenige Kritiker bei Erscheinen von „Warlock – Satans Sohn“ dazu verführt, Parallelen ausgerechnet zum noch immer populären „Terminator“ James Camerons zu ziehen. Muss man erstmal drauf kommen. Cyborg-Schwarzenegger aus der dystopischen Maschinendiktatur-Zukunft, Julian Sands aus der Zeit der Hexenprozesse. Apropos: Charakterdarsteller Julian Sands ist dem Genrefreund ein langhaariger und gänzlich geisterhaft daherkommender Begriff. Peinliche Trivia: Bis vor ein paar Minuten war der Verfasser dieser Kritik davon ausgegangen, der Brite sei auch – in der Rolle des fiesen Lucius Malfoy – in den Harry-Potter-Filmen dabei gewesen. Da dürfte man sich an Sands orientiert haben.
 
 
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Die „Warlock“-Filme sind seine kleinen Geschenke an den treuen Mob der Horrorfans. Wir sind nun mal berechenbar, nostalgisch und begeisterungsfähig. Unter der soliden Regie des Routiniers Steve Miner (unter anderem ganz früher Mitstreiter von Wes Craven und später auch für „Freitag, der 13.“-Teile verantwortlich) entstanden, ist „Warlock – Satans Sohn“ ein weiterer dieser in den späten Achtzigern typischen Versuche, eine weitere Franchise-Bösewicht-Figur für den noch immer boomenden Videothekenmarkt zu etablieren. Wenn Freddy Krueger, Jason, Michael und gar der religiös-sinistere Pinhead funktionieren, warum sollte da kein Platz für den fiesesten Schwarzmagier der Zelluloidgeschichte sein? So ist die Hexenjagd quer durch die ländlicheren Gefilde der USA eindeutig ihrer Entstehungszeit zuzuordnen. Die ganze Ästhetik, das Tempo, die teils recht holprigen Effekte, alles atmet den Geist von mit Gleichgesinnten bevölkerte Spätvorstellungen in kleinen Kinos und später dem – heute würde man Binge Watching sagen – Durchrattern des Films und ähnlicher Reißer an Videoabenden. Fantastisch! Den nicht minder unterhaltsamen zweiten Teil der Saga, „Warlock – Satans Sohn kehrt zurück“ dreht vier Jahre später dann Anthony Hickox, der mit seinen beiden wilden „Waxwork“-Filmen und dem Vampir-Trasher „Sundown“ auch selbst ein paar beliebte Horrorfilme auf der Pfanne hat.
 
 
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WARLOCK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wie an dieser Stelle gern betont: They just don’t make em like this anymore! „Warlock – Satans Sohn“ ist ein durchgehend erfreuliches Stück Fantasy-Horror mit einem ikonischen Hauptdarsteller und einer Stimmung, die dazu einlädt, den zweiten Teil direkt im Anschluss in den Player zu werfen.
 
 
 


 
 
 

WARLOCK – Zensur

 
 
 
Wie so viele Horrorfilme in den 1980ern hatte es auch „Warlock – Satans Sohn“ nicht leicht. Bereits bei seiner deutschen Kinoaufführung (FSK16) im Jahr 1989 musste der Film Federn lassen – wenngleich es sich dabei eher um Handlungsschnitte handelte. Die später erhältliche Videofassung (FSK16) wurde jedoch noch weiter zensiert. Ähnlich erging es diversen TV-Auswertungen. Die ungeschnittene Originalfassung kam erst Dank NSM RECORDS im Jahr 2011 in deutscher Sprache heraus. Der Anbieter veröffentlichte „Warlock – Satans Sohn“ in diversen Ausführungen. Mittlerweile wurde der Horrorfilm von der FSK neu geprüft. Nun ist der Streifen komplett ungeschnitten und in voller Länge bereits für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

WARLOCK – Deutsche Blu-rays

 
 
 
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(c) NSM Records (Mediabook A)

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(c) NSM Records (Mediabook B)

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(c) NSM Records (KeepCase – Erstauflage – ungeprüft)

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(c) NSM Records (KeepCase – Neuauflage FSK 16)

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(c) NSM Records | Intergroove (KeepCase – Neuauflage – FSK 18)

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(c) NSM Records (Hardbox – Cover A)

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(c) NSM Records (Hardbox – Cover B)

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(c) NSM Records (Futurepack)

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(c) NSM Records (Trilogie Mediabook A)

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(c) NSM Records (Trilogie Mediabook B)

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(c) NSM Records (Trilogie Mediabook C)

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(c) NSM Records (Trilogie Mediabook D)

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(c) NSM Records (Trilogie Blu-ray-Steelbook)

 
 

WARLOCK – Alle Blu-ray-Veröffentlichungsdaten

 
 

Veröffentlichung: Mediabook – Cover A + B: 04.11.2011

Veröffentlichung: Hardbox – Cover A + B: 16.12.2011

Veröffentlichung: Keepcase – ungeprüft: 27.04.2012

Veröffentlichung: Keepcase Neuauflage – FSK18 geprüft: 27.04.2012

Veröffentlichung: Keepcase Neuauflage – FSK16 geprüft: 25.11.2016

Veröffentlichung: 3D FuturePak: 07.01.2017

Veröffentlichung: Trilogie Mediabook – Cover A + B + C + D: 30.04.2019

Veröffentlichung: Trilogie Steelbook: 04.11.2019

 
 

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WARLOCK – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Warlock – Satans Sohn kehrt zurück (1993)
 
End of Days (1999)
 
Hänsel und Gretel: Hexenjäger (2013)
 

Filmkritik: „The Silence“ (2019)

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THE SILENCE

Story

 
 
 
In „The Silence“ wird die Menschheit von einer unbekannten Parasitenart überfallen, die ein enorm gutes Gehör besitzt. Es gilt also: Nur, wer sich absolut still verhalten kann, hat auch Chancen zu überleben.

 
 
 


 
 
 

THE SILENCE – Kritik

 
 
Die Story von „The Silence“ mag denen, die „A Quiet Place“ gesehen haben ziemlich bekannt vorkommen. Da dieser 2018 einer der größten Überraschungs-Hits war, liegt der Verdacht nahe, dass man es hier mit einer Kopie zu tun hat, weil andere auch etwas vom Kuchen abhaben wollten. Das wäre jedoch unfair, weil die Dreharbeiten zu „The Silence“ bereits 2017 begannen, außerdem basiert das Ganze auch noch auf einem Roman. Trotzdem sind Vergleiche natürlich nicht zu verhindern, da sich die Szenarien sehr ähneln. Man hat aus der Geschichte jedoch eine sehr eigenständige Variante gemacht, die äußerst kurzweilig daherkommt.
 
 
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In einem Höhlensystem wird eine bislang unbekannte Parasitenart entdeckt, die sich rasch verbreitet und schon bald ganz oben in der Nahrungskette steht. Diese Spezies, welches „Wespe“ genannt wird, ist blind, kann aber äußerst gut hören. Deshalb muss sich jeder enorm still verhalten, wenn er überleben möchte. Nun bekommt der Zuschauer den Überlebenskampf vom Familie Andrews zu sehen, die schon bald nach der Nachricht, was in der Welt vor sich geht, aufbricht, um irgendwie irgendwo bestehen zu können. Wie auch bei „A Quiet Place“ ist ein taubes Familienmitglied vorhanden, Gebärdensprache kommt vor, dominiert das Geschehen jedoch nicht so stark und geflüstert wird ebenfalls reichlich. Viele Elemente sind gleich, doch kopiert wirkt das dennoch niemals, denn dafür sind die Herangehensweisen zu unterschiedlich. Die Parasiten, welche die Prämisse erst möglich machen, sind nicht gerade ein kreativer Höhepunkt, dienen aber sowieso nur als Mittel zum Zweck. Im letzten Drittel schlägt man nämlich überraschend einen doch noch ganz anderen Weg ein. Gerade hier distanziert man sich sehr von „A Quiet Place“. Genügend Eigenständigkeit ist also vorhanden und somit weiß das Drehbuch zu überzeugen.
 
 
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Anfangs gibt es noch ganz normale Dialoge zu hören, denn da ist die Welt noch in Ordnung. Es dauert nicht lange, bis die Wesen angreifen und mit fortschreitender Laufzeit wird immer weniger gesprochen. Hinterher wird oftmals geflüstert oder man verständigt sich über Gebärdensprache. Man muss als Zuschauer also schon mal desöfteren Untertitel lesen, doch allgemein sind die Dialoge, ob nun gesprochen oder in Textform, gar nicht so interessant. Viel packender ist es immer dann, wenn absolute Stille das Treiben beherrscht und man versuchen muss, diese aufrecht zu erhalten. Hieraus schöpft „The Silence“ ein paar spannende Momente, die zwar leider meistens recht flott wieder gelöst werden, aber dennoch für Kurzweil sorgen. Die 90 Minuten Laufzeit sind wirklich zügig vorbei und besitzen keinerlei Längen. Das offene Ende ist fast etwas zu happy geraten, doch allgemein ist die Atmosphäre schön düster und ein wenig postapokalyptisches Feeling kommt mit simplen Mitteln ebenfalls zustande. Das wurde handwerklich schon souverän gestaltet. Die Schauplätze wechseln einige Male und das Tempo ist sehr hoch. Zeitgleich werden viele Szenen aber von dieser Ruhe beherrscht – Ein schöner Gegensatz, der das Geschehen nur noch unterhaltsamer macht. Über die Effekte kann man sich ebenfalls nicht beklagen. Zwar sieht man, dass die Parasiten aus dem Computer stammen und ihr Aussehen ist nicht höchst originell, aber solide ist das durchaus. Zudem gibt es ein paar recht brutale Szenen, die schon weh tun können.
 
 
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Die Darsteller wissen zu überzeugen. Allen voran ist Stanley Tucci absolut souverän in seiner Rolle. Er strahlt eine tolle Ruhe aus, aber auch Kiernan Shipka ist als seine taube Filmtochter gut und die Beiden geben auf jeden Fall die eindringlichsten Leistungen von sich. Vom Rest wird weniger verlangt, doch enttäuscht wird man hier ebenfalls nicht. So viele Darsteller gibt es übrigens gar nicht zu sehen, was im Falle von „The Silence“ gut so ist. Die Figurenzeichnung ist ziemlich normal und zweckdienlich. Viel erfährt man über die Charaktere nicht und wirklich viel erzählen, dürfen sie ja auch gar nicht. Trotzdem sind genügend Sympathien vorhanden, um mit Familie Andrews mitfiebern zu können. Schön ist nebenbei, dass das Verhalten der Protagonisten recht logisch ist und nebenbei bekommt man noch einen unaufdringlichen Score zu hören, der die Atmosphäre gut unterstützt.
 
 
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THE SILENCE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Mit „The Silence“ bekommt der Sinnes-Horror einen weiteren, gelungenen Beitrag spendiert. Der Film erinnert zwar schon sehr an „A Quiet Place“, stellt jedoch keine reine Kopie dar und macht einige Dinge sogar besser. Auf jeden Fall ist er dynamischer und kurzweiliger. Aus der simplen Grundprämisse hat man mit guten Ideen eine ganze Menge gemacht und selbst wenn die Logik manchmal minimal schwächelt, ist das Szenario authentisch umgesetzt. Außerdem gibt es gute Darsteller zu sehen, die handwerkliche Arbeit überzeugt und manche Szenen besitzen eine ordentliche Portion Spannung. Leider kommt das Ende ziemlich abrupt und manche Momente hätten noch deutlich mehr Potenzial gehabt, aber Fans von „A Quiet Place“ sollten sich diese Variante keineswegs entgehen lassen. Unterhaltsam!
 
 
 


 
 
 

THE SILENCE – Zensur

 
 
 
„The Silence“ hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE SILENCE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Silence; Deutschland | USA 2019

Genre: Thriller, Horror, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 07.11.2019

 

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THE SILENCE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Constantin Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Quiet Place (2018)
 
Bird Box – Schließe deine Augen (2018)
 

Filmkritik: „Mary“ (2019)

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MARY

Story

 
 
 

Ein Familienvater bringt eine alte Yacht wieder auf Vordermann und fühlt sich von deren Galleonsfigur plötzlich magisch angezogen. Ein Schelm, wer da Böses vermutet.


 
 
 


 
 
 

MARY – Kritik

 
 
 
Auf einer kleinen Segelyacht auf offenem Meer festzusitzen dürfte Horrorvorstellung genug sein. So gab es schon einige Filmemacher, die daraus brauchbares Psychomaterial fabriziert und damit Zuschauer wie Protagonisten an ihre Grenzen getrieben haben. Zuletzt gelang das ROB GRANT mit HARPOON ganz gut. Darin sorgte ein Motorschaden dafür, dass sich drei Freunde auf hoher See an die Gurgel gingen. Doch auch anderer Filme nutzten das begrenzte Set eines Bootes dafür, um klaustrophobische Stimmung heraufzubeschwören und mit psychologischen Horror Herzrasen zu verursachen. Darunter TODESSTILLE oder TRIANGLE – um nur einige sehenswerte Thriller zu nennen. Irgendwo zwischen genannten Produktionen befindet sich auch MARY. Der macht sich ebenfalls die Tatsache zu Eigen, dass aus einem Kutter schnell ein verzwicktes Gefängnis werden kann, wenn man weit draußen auf dem Meer umhertreibt, wo Hilfe lang auf sich warten lässt. Was den Streifen aber von all den oben erwähnten Produktionen unterscheidet, ist der paranormale Einschlag, den sich Drehbuchautor ANTHONY JASWINSKI ausgedacht hat. Letzterer hatte vor einiger Zeit zwei gute Drehbücher abgeliefert und bescherte mit THE SHALLOWS sowie KRISTY – LAUF UM DEIN LEBEN kurzweiligen Adrenalinkick. Da kann eigentlich nichts mehr schiefgehen? Denkste! Offenbar verließen Jaswinski beim Drehbuch zu MARY die Geister. Kaum Spannung und alles schon unzählige Male gesehen. Auch Autoren haben mal nen schlechten Tag.
 
 
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Eine Seefahrt, die ist lustig. Eine Seefahrt bringt den Tod. In MARY dreht sich alles um Vater David (GARY OLDMAN), der ein runtergekommenes Segelschiff bei einer Auktion ersteigert und es wieder fahrtüchtig machen will. Gattin Sarah ist zwar nicht sonderlich begeistert, aber gibt letztendlich klein bei. Einige Wochen später erstrahlt das Boot in neuem Glanz und soll auch gleich ihr erstes Ziel ansteuern. Ausgerechnet zum Bermudadreieck zieht es den Besitzer. Der pfeift auf Warnungen und steuert samt Familie sowie Bekannten der Gefahr entgegen. Doch das Teufelsdreieck im Atlantik soll das kleinere Übel bleiben. Auf der restaurierten Yacht geht es bald nicht mit rechten Dingen zu. Der Freund der älteren Tochter scheint von unsichtbaren Mächten besessen und auch Nesthäkchen Mary verhält sich auf einmal alles andere – nur nicht normal. Da bekommt es das Familienoberhaupt verständlicherweise mit der Angst zu tun. Alles nur Einbildung oder waschechter Spuk? MARY nimmt zwar das Finale vorweg, rekonstruiert anschließend die Ereignisse in Rückblenden.
 
 
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Etwas Originalität wäre schön gewesen. MARY ist vorhersehbare Gruselware von der Stange, die kein Geheimnis um ihren dünnen Plot macht. Viel zu früh lüftet Regisseur MICHAEL GIO des Pudels Kern und tut sich damit keinen Gefallen. Ja, das Boot ist von einem boshaften Geist besessen, der nur ein Ziel kennt: die Besitzer ins Unglück stürzen. Das passiert Schritt für Schritt ohne dass jemand etwas davon bemerkt. Erst sind es grauenvolle Visionen und Albträume, die Mutter Sarah den Verstand rauben. Später malt der jüngste Spross schaurigen Bilder, auf denen eine dunkle Gestalt zu sehen ist, die schreckliche Dinge anstellt. Viele Zufälle – aber niemand wird stutzig. Willkommen zu einem weiteren dummen Horrorfilm des Jahres 2019.
 
 
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MARY ist eine Aneinanderreihung von Horrorfilm-Klischees, die man in beinahe jedem Geisterfilm zu sehen bekommt. Visionen, Spuk, Besessenheit und 10-kleine-Jägermeister-Prinzip. Am Ende sind fast alle tot. Neue Ideen? Fehlanzeige! Stattdessen läuft alles so ab, wie man es eben aus den vielen Gruselfilmen kennt, die seit den Erfolgen von RING, THE CONJURING oder auch PARANORMAL ACTIVITY viel zu oft über die Mattscheibe geflimmert sind. Das ist ermüdend, zumal sich Drehbuchschreiber ANTHONY JASWINSKI nicht einmal um eine kreative Auflösung bemüht hat. Viele Fragen, kaum Antworten. Stattdessen ein offenes Ende, das im Horrorfilme neuerdings zum guten Ton gehört. Da fragt man sich zu Recht, was Oscar-Gewinner GARY OLDMAN in diesem drittklassigen Horrorfilm zu suchen hat. Der hat im Jahr 2018 eine Oscar-Auszeichnung für seine Hauptrolle in DIE DUNKELSTE STUNDE erhalten und schreit sich nun – mehr schlecht, als recht – durch einen beliebigen Geisterfilm, denn man Stunden später schon wieder vergessen hat. Na hoffentlich hat er sich da nicht unter Wert verkauft.
 
 
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MARY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Plumpes Drehbuch mit null Ideen. MARY ist ein erschreckend vorhersehbarer Film, der nicht ansatzweise seine Schauspieler fordert – ganz geschweige sein Publikum. Das Drehbuch liest sich, als habe sich jemand in einer Nacht- und Nebelaktion dazu entschlossen eine Geistergeschichte zu Papier zu bringen, damit daraus ein Gruselstreifen gedreht werden kann. Klingt nach einer weiteren NETFLIX-Produktion – ist aber keine. So hat man in Gedanken erfolgreiche Gruselfilme abgespult und all jene Gruselzutaten zusammengekritzelt, an die man sich erinnern konnte. Etwas AMITYVILLE hier, etwas RING dort – fertig ist Geister-Horror nach Schema F. Damit sich der geistlose Geister-Unsinn von der Masse abhebt, entschied man sich den Ort des Geschehens auszutauschen. So spukt es diesmal nicht in einer Irrenanstalt oder in einem abgelegenen Landhaus – der schnarchende Tod geht diesmal auf einem Kutter umher. Liest sich, wie eine weitere Version des Horrorklassikers DEATH SHIP von 1980. Der war auch keine Sternstunde des Horrorkinos, schlägt MARY aber um Längen. Muss man nicht gesehen haben – auch wenn Schauspieler GARY OLDMAN dabei ist, der sich am Set verirrt haben muss und eine millionenschwere Hollywood-Produktion mit einem Low-Budget-Schnarcher verwechselt hat.
 
 
 


 
 
 

MARY – Zensur

 
 
 
MARY ist ein subtiler Gruselfilm und hat kaum Gewalt zu bieten. Letztere spielt sich im FSK16-Bereich ab. Man darf genau mit dieser Freigabe rechnen.
 
 
 


 
 
 

MARY – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei RLJE Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Triangle – Die Angst kommt in Wellen (2009)
 
Ghost Ship (2002)
 
Dead Water (2019)
 
Deadwater (2008)
 
Death Ship (1980)
 

Filmkritik: „Girl on the Third Floor“ (2019)

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GIRL ON THE THIRD FLOOR

Story

 
 
 

Kleines Heim in idyllischer Lager macht es seinen neuen Bewohnern nicht leicht. Es hat ein Faible für moralische Prüfungen und nimmt die neuen Eigentümer hart in die Mangel.


 
 
 


 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR – Kritik

 
 
 
Was wäre das Horror-Genre nur ohne seine Spukhäuser. Seit Jahrzehnten tummeln sich darin paranormale Quälgeister, die nur ein Ziel haben: den noch lebenden Bewohnern das Leben zur Hölle zu machen. Ob luxuriöses Apartment in der Großstadt, familiengerechte Herberge in familienfreundlicher Gegend oder stattliches Herrenhaus irgendwo auf dem Land – Dämonen und Geister sind nicht wählerisch und nehmen was kommt. Das freut den Zuschauer, der sich vor allem dann besonders die Hände reibt, wenn sogenannte Haunted-House-Horrorfilme auch noch auf wahren Begebenheiten beruhen. So hat beinahe jedes tatsächlich existierende und halbwegs bekannte Spukhaus bereits eine eigene Verfilmung erhalten. Darunter so furchteinflößende Schauerbuden wie die Horror-Behausung im idyllischen Amityville oder das unheimliche Winchester-Haus in San Jose. Letzteres wird sogar heute noch als eines der nennenswertesten Wahrzeichen Kaliforniens gehandelt. Sachen gibts über die kann man nur mit dem Kopf schütteln.
 
 
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Nicht minder gruselig, aber leider ohne realen Background ist das Heim im nun vorgestellten GIRL ON THE THIRD FLOOR. Auch dieser Streifen macht es den meisten Spukhausfilmen gleich und klappert die Mehrzahl der gängigen Haunted-House-Klischees ab. Wir sehen: knarzende Türen, unheimliche Schatten und seltsame Erscheinungen. Nichts Neues also von der Gruselhaus-Front. Ungewöhnlich ist hingehend die Besetzung. Wrestler CM Punk hat die Hauptrolle übernommen und meistert seine Aufgabe zu aller Überraschung erstaunlich gut. Der verkörpert im Film den arbeitslosen Don, der in der Vergangenheit nicht immer ehrenhaft gehandelt hat. Doch damit soll nun endlich Schluss sein. Zusammen mit der schwangeren Gattin will der einen Neuanfang starten und bezieht ein Haus in guter Lage, dass er ganz allein beginnt zu renovieren. Bald geht es aber dort nicht mit rechten Dingen zu. Erst läuft Glibber aus Wänden, Steckdosen und Wasserhähnen. Später schaut eine mysteriöse Schönheit vorbei, die dem neuen Eigentümer den Kopf verdreht. Der landet mit der attraktiven Femme fatale im Bett, ohne zu ahnen, dass er damit eine unheimliche Kette von Umständen in Gang tritt, die ihm den Verstand rauben wird.
 
 
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GIRL ON THE THIRD FLOOR ist weder Fisch noch Fleisch, weder Rohrkrepierer noch Glücksgriff. Der Grund: alles schon mal irgendwie so ähnlich gesehen. Déjà-vu-Gefühle bleiben da nicht aus. Dennoch sind ein paar gute Ideen vorhanden. So beginnt alles haargenau so wie in jedem Spukhausfilm. Eine kleine Familie mit Hoffnungen wagt einen Neuanfang, bezieht ein Haus und nimmt Warnungen der Nachbarn nicht ernst. Als habe man es kommen gesehen, werden Konflikte innerhalb der Familie geschürt und es kommt zu ersten schaurigen Vorkommnissen. Vorhersehbar und platt. Doch Regisseur Travis Stevens erweitert seine Gruselgeschichte durch nette Einfälle, die so auch hätten einem Film aus der Mache von DAVID CRONENBERG entspringen können. Letzterer machte sich bekanntlich durch Body-Horror in Horrorfan-Kreisen einen Namen. Ähnliche Motive finden auch in GIRL ON THE THIRD FLOOR Verwendung. So führt das Haus selbst im Film ein illustres Eigenleben und wird als lebendes Wesen dargestellt, dessen Lebenssaft in Form von Schleim aus den Wänden fließt. Als wäre das alles nicht schon surreal genug, muss Antiheld Don auch noch feststellen, dass hinter dünnen Wänden Fleisch pulsiert. Verrückt und eklig ist das schon irgendwie.
 
 
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Apropos eklig: in Sachen Schauwerte wird einiges geboten. GIRL ON THE THIRD FLOOR hat handgemachte Spezialeffekte zu bieten, die im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehen. Da werden Murmeln zweckentfremdet und wandern plötzlich durch den Körper unseres Hauptdarstellers. Zartbesaitete schauen zu Recht weg – vor allem auch deshalb, weil Filmfigur Don mit spitzem Hilfsmittel versucht, die Glaskugeln wieder loszuwerden. Doch das ist nicht alles. Eine obskure Geister-Gestalt mit deformiertem Körper spukt durch das Anwesen. Die erinnert mehr an SILENT HILL, statt an Haunted-House-Horror – verursacht dennoch Unbehagen. Leider ist die nur eine Randfigur und wird beiläufig erwähnt. Damit geht es ihr wie der gesamten Geschichte. Von allem etwas – aber nicht genug. GIRL ON THE THIRD FLOOR hat gute Ansätze, die aber oft viel zu schnell wieder fallengelassen werden. Anfangs noch um Spannung und Atmosphäre bemüht, lüftet Regisseur TRAVIS STEVENS zu früh das Geheimnis des mysteriösen Anwesens und findet nicht mehr auf den rechten Weg zurück. Da überschlagen sich die Ereignisse und es wird ziemlich wirr. Mehr Geheimniskrämerei wäre angebracht gewesen bevor man die Katze aus dem Sack gelassen hätte. Trotzdem: für eine erste Regiearbeit mit überschaubarem Budget ganz solide.
 
 
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GIRL ON THE THIRD FLOOR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Moralischer Selbstfindungstrip der schaurigen Sorte. GIRL ON THE THIRD FLOOR ist ein Low-Budget-Spuk, der durch hohen Standard überrascht. Spezialeffekte, Set und Schauspieler sind über jeden Zweifel erhaben. Was leicht übel aufstößt, ist die etwas undurchdachte Geschichte, die sich annähernd wirr über die Zielgerade schleppt. Regisseur TRAVIS STEVENS erzählt hier von einem Haus, das ein Eigenleben führt und seine Bewohner „prüft“. Dass da nicht jeder den Test besteht, dürfte im Horror-Genre nichts ungewöhnliches sein. Übrigens ist TRAVIS STEVENS ein Filmemacher mit Horrorfilm-Erfahrung. Der war bisher als Produzent von Genre-Ware tätig und finanzierte so Streifen wie 68 KILLS, STARRY EYES, AGGRESSION SCALE und WE ARE STILL HERE mit. Letzterer ist auch im Spukhaus-Genre beheimatet und leider aber auch weitaus besser als die erste Regiearbeit von Stevens, der mit GIRL ON THE THIRD FLOOR sein Regiedebüt feiert.
 
 
 


 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR – Zensur

 
 
 
GIRL ON THE THIRD FLOOR ist keine Splattergranate. Trotzdem sind einige Spezialeffekte nicht ganz ohne. So gelangt eine Murmel unter die Haut des Protagonisten und sucht sich ihren Weg nach draußen. Der versucht diese mit einem Teppichmesser loszuwerden. Unblutig ist das nicht. Weiterhin gibt es eklige Flüssigkeiten zu sehen, die aus allen erdenklichen Hausöffnungen austreten. Ein paar schaurige Monster runden den Gruselcocktail ab. Hierzulande passt das alles noch für FSK16.
 
 
 


 
 
 

GIRL ON THE THIRD FLOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Sky Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Amityville: The Awakening (2017)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
The Remains (2016)
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 
Winchester (2018)
 

Filmkritik: „Wishmaster“ (1997)

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WISHMASTER

(WES CRAVEN’S WISHMASTER)

Story

 
 
 

Der Wunschmeister des Titels ist ein orientalischer Djinn, also grob gesagt ein Flaschengeist, der vor 800 Jahren in einen Edelstein verbannt wird, nachdem er diktatorische Anwandlungen an den Tag legt. Der Dämon erfüllt seinen Findern klassisch drei Wünsche und schafft jedes Mal, den dritten Wunsch im Ableben des blöden Menschen enden zu lassen. Wenn er auf diese Art genügend Seelen eigesammelt hat, übernimmt er die Herrschaft der Welt. 1997 wird der WISHMASTER in den USA aus seinem magischen Gefängnis befreit und macht da weiter, wo er im 12. Jahrhundert unterbrochen wurde.

 
 
 


 
 
 

WISHMASTER – Kritik

 
 
 
Wes Cravens Beiträge zur Entwicklung des Horrorfilms sind nicht zu bestreiten. Gleichsam muss gesagt werden, dass sein Spät-Erfolg SCREAM Mitte der 1990er mitnichten das charmante Persiflieren abgehangener Genre-Klischees ist, den die desinteressierte Presse damals zu erkennen glaubt. Ein widerlich-cooles Persiflieren, zu dessen nachfolgenden Tiefpunkten Herablassungs-Orgien wie THE CABIN IN THE WOODS zählen. Craven selbst tut sein Übriges, um sich von da an in der Rolle des großen Genre-Dekonstruktivisten zu gefallen. Tatsächlich handelt der Filmemacher in den Folgejahren eher situationsabhängig. Wenn die Kasse stimmt, werden wahlweise glatte Horrorfilmchen oder das Genre verdammende Interviews veröffentlicht.
 
 
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WISHMASTER – auf der anderen Seite – ist genau das, was andere Filme damals gerne gewesen wären: Ein sympathisches Stück Horrorkino mit dem vollen Bewusstsein, am Ende einer 90 Jahre alten Filmtradition zu stehen. Die Handlung, eine schnörkellose Übung von Moralstück mit vielen sarkastischen Twists, ist natürlich straight aus der Welt der grellen EC Comics entliehen. Diese Bildgeschichten waren schon Vorbild für Kultmaterial wie CREEPSHOW oder den GESCHICHTEN AUS DER GRUFT. Doch nicht nur auf der Erzählebene behandelt der Film seine Wurzeln mit Respekt. Die Besetzung der Nebenrollen ist ein Who-Is-Who amerikanischen 80er-Jahre-Horrors. Da finden sich neben Angus Scrimm und Reggie Bannister aus PHANTASM/DAS BÖSE Joseph Pilato aus DAY OF THE DEAD und neben dem ewigen Landstreicher-Darsteller George „Buck“ Flower (als Landstreicher, nur der Vollständigkeit halber erwähnt) der unverwüstliche Ted Raimi. Drei der Opfer des Flaschengeists sind Freddy Krueger, der Candyman und Jason Vorhees, beziehungsweise deren dem Fan-Auge vertraute Darsteller Robert Englund, Tony Todd und Kane Hodder. Hier könnte man natürlich einen lustigen Seitenhieb hineininterpretieren, durch den der böse Flaschengeist (oder sein zuständiger Schauspieler, der sehr charismatische Andrew Divoff) direkt seinen Slasher-Film-Vorgängern den symbolischen Garaus macht.
 
 
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Alles in allem ist WISHMASTER im selben Moment ein unterhaltsamer, seiner Entstehungszeit angepasster Horror, wie auch ein Rückblick aufs Genre. Obendrein bietet der langjährige Effekt-Spezialist Robert Kurtzman (KNB FX) in seiner zweiten Regiearbeit einen fast visionären Ausblick auf das vor Zitaten und Cameo-Auftritten alter Genre-Helden nur so strotzende Horrorkino unserer Gegenwart. Ein Horrorkino, das zum großen Teil als wohltuendes Retro-Familienfest zu funktionieren hat und in dessen Rahmen der Fan jeden Film in zahlreichen Edel-Editionen kaufen und danach seine Lieblingsstars ganzjährig auf teuren Conventions persönlich treffen kann.
 
 
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WISHMASTER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Eigentlich pervers, bei rüden Slasher-Filmen von „Wohlfühl-Horror“ zu schreiben aber wir sind ja unter uns! Der von Altmeister und Profi-Namens-Verleiher Wes Craven präsentierte WISHMASTER hat eigentlich alles, was das Fan-Herz begehrt: Da wäre der flotte, comichafte Plot, die brutal-schweinischen Splatter-Ausbrüche, schwarzer Humor und eine Parade von Genre-Altstars, die wie bei einer Retro-Revue kleine und größere Rollen füllen. Es wäre wünschenswert, wenn das moderne Horrorkino die Balance von WISHMASTER hinbekäme, anstatt wahlweise plump albern oder – genauso beschissen – plump todernst daherzukommen. Heil Divoff!
 
 
 


 
 
 

WISHMASTER – Zensur

 
 
 
WISHMASTER erschien ungekürzt in Deutschland auf VHS und wurde 1999 von der BPjS indiziert. Eine ungekürzte DVD erschien später von ATLANTIS FILM auf DVD. Im August 2016 wurde der Splatter-Hit vorzeitig vom Index gestrichen. Daraufhin ließ das Label NSM RECORDS den Horrorfilm neu prüfen und erhielt eine FSK16 für die ungeschnittene Fassung. Nach ungeprüften Blu-ray/DVD-Mediabooks, einer Büsten-Veröffentlichung und einem Blu-ray-3D-Futurepak, die alle im deutschsprachigen Ausland released wurden, erscheint WISHMASTER nun zum ersten Mal offiziell und ungeschnitten auf Blu-ray für den deutschen Handel. Das österreichische Label NSM RECORDS veröffentlicht die Uncut-Dassung von WISMASTER hierzulande auf Blu-ray im Steelbook. Deutsche Horrorfans können das Sammlerstück bedenkenlos im Elektronikfachmarkt kaufen. Kompletter bekommt man den Film wohl die nächsten Jahre nicht auf Heimkinomedium.
 
 
 


 
 
 

WISHMASTER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wishmaster; USA 1997

Genre: Horror, Fantasy, Splatter

Ton:Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Steelbook

Extras: Audiokommentar mit Robert Kurtzman (Regisseur) – Peter Atkins (Autor) und Greg Nicotero (Second Unit Director – FX), Audiokommentar von Daniel Peree und Marco Erdmann vom Wicked Vision-Magazin, Deutscher Trailer, Originaltrailer, TV Spots, Making of, Featurette, Hinter den Kulissen, Interviews: Wes Craven – Andrew Divoff – Tammy Lauren – Robert Englund – Tony Todd – Kane Hodder – Robert Kurtzman – Peter Atkins – Pierre David – Clark Peterson, Filmographien, Bildergalerie

Veröffentlichung: Steelbook: 18.10.2019

 
 

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WISHMASTER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wishmaster (1997)
 
Wishmaster 2 – Das Böse stirbt nie (1999)
 
Wishmaster 3 – Der Höllenstein (2001)
 
Wishmaster 4: Die Prophezeiung erfüllt sich (2002)
 
Jason Goes to Hell – Die Endabrechnung (1993)
 
Wish Upon (2017)
 

Filmkritik: „The Terror of Hallow’s Eve“ (2017)

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THE TERROR OF HALLOW’S EVE

Story

 
 
 
Für den 15-jährigen Timmy wird Halloween dieses Jahr wirklich zum Albtraum, denn er begegnet einem Trickster und ist nicht vorsichtig genug, was er sich wünscht.

 
 
 


 
 
 

THE TERROR OF HALLOW’S EVE – Kritik

 
 
Billige Halloween-Schocker gibt es wie Sand am Meer und schwer zu produzieren, sind sie nun wirklich nicht. Man nehme das Halloween-Fest, eine übernatürliche Gestalt und veröffentlicht das Ganze am besten um die Halloween-Zeit – Fertig ist sicheres Geld. Den Zweck des schnellen Geldes erfüllt sicherlich auch „The Terror of Hallow’s Eve“, wobei er eigentlich gar nicht so schlecht wäre, wäre er nicht so wahnsinnig ereignislos.
 
 
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Das Leben des Teenagers Timmy hat sich deutlich verschlechtert, seitdem sich seine Mutter von seinem Vater getrennt hat. Timmy liebt Horrorfilme und zieht sich gerne in seine düstere Welt zurück, weshalb er von anderen gemieden wird und allgemein als Nerd gilt. Als Timmy an Halloween verprügelt wird und daraufhin einen Kürbis findet, soll der Horror seinen Lauf nehmen. Ein Trickster meldet sich und Timmy wünscht sich, dass sich seine Peiniger zu Tode erschrecken würden, ohne zu wissen, dass die Erfüllung des Wunsches wörtlich zu nehmen sein wird. Die Story ist ziemlich langweilig und bietet keinerlei Zutaten, die man nicht schon deutlich besser gesehen hat. In der ersten halben Stunde gibt es erst mal ein kaum glaubwürdiges Drama zu sehen. Warum es Timmy so schlecht gehen soll, wird jedenfalls nicht ersichtlich und von Mobbing kann hier auch keine Rede sein. Seine Figur ist von Anfang an wenig glaubwürdig und die ganzen Klischees wie Scheidung etc. sind einfach zu beliebig. Scheinbar kommt es zudem nicht aus der Mode, Filmen den Stempel „Nach wahren Begebenheiten“ aufzudrücken. Das ist hier aber ebenfalls so beliebig, wie alles an dem Werk und wird wohl keinen Horrorfan hinterm Ofen hervorlocken.
 
 
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Nach der recht langen, ereignislosen, aber doch ganz gut konsumierbaren ersten Hälfte gesellt sich dann der Horror zum Geschehen und hier geht es leider sehr einfallslos zur Sache. Ein Wunsch geht in Erfüllung, ein paar innere Dämonen werden Wirklichkeit, es gibt ein paar Leichen und schon ist wieder Schluss mit dem Spuk. Man kann bei „The Terror of Hallow’s Eve“ zwar weder von Dilettantismus noch von extrem billig sprechen, aber dass es kostengünstig bleiben sollte, sieht man trotzdem an jeder Ecke. Den Kulissen fehlt es besonders im Horror-Anteil einfach an Schauwert. Dabei sind die Effekte gar nicht mal so übel. Es gibt zwar nicht viele zu sehen, aber die vorhandenen sind sogar von Hand gemacht und ein paar minimale Splatter-Einlagen sind ebenfalls vorhanden. Dies führt jedoch nicht zu viel, denn nach einer halben Stunde ist der Horror auch schon wieder vorbei. Es baut sich keine Spannung auf, weil die Charaktere dem Zuschauer sowieso ziemlich egal sind. Leider folgt nach einer guten Stunde Hauptfilm dann auch noch ein unnötig langer Epilog, der das Treiben wohl nur noch zehn Minuten länger machen sollte.
 
 
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Über die Darsteller kann man sich dabei nicht mal beschweren. Caleb Thomas passt zwar nicht wirklich zu dem Charakter, den er verkörpern soll, spielt das aber nicht unangenehm. Sowieso fällt hier niemand positiv, noch negativ auf und sogar die deutsche Synchronisation lässt sich dabei gut anhören. Die etwas prominenteren Namen, die „The Terror of Hallow’s Eve“ aufzuweisen hat, stellen sich allerdings als Mogelpackung heraus. So schaut Eric Roberts vielleicht eine Minute vorbei, Christian Kane ist auch nicht lange zu sehen und lediglich Doug Jones bekommt als Trickster noch etwas mehr Aufmerksamkeit spendiert. Der Trickster sieht übrigens auch ganz nett aus und ist ein wenig markant geraten. Nebenbei wird mit simplen Mitteln auch noch ein wenig Halloween-Atmosphäre erschaffen, was letztendlich keinen Mehrwert erzeugt, aber trotzdem zu gefallen weiß.
 
 
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THE TERROR OF HALLOW’S EVE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
„The Terror of Hallow’s Eve“ ist ein günstiger, aber nicht wirklich schlecht gemachter Horrorfilm, der keinerlei Spannung bietet, zudem eigentlich kaum Horror besitzt und trotzdem über weite Strecken belanglos-nett unterhalten kann. Wer also nichts gegen den kleinen, plumpen Horror für gemütliche, regnerische Tage hat, kann sich das ruhig ansehen, wer hingegen auf der Suche nach dem nächsten Halloween-Hit ist, lässt lieber die Finger davon. Dafür ist das Geschehen hier zu harmlos und nichtssagend. Da helfen auch passable Darsteller und ein paar nette Effekte nicht. Für eine Empfehlung reicht es also nicht aus, für einen Totalverriss ebenfalls nicht!
 
 
 


 
 
 

THE TERROR OF HALLOW’S EVE – Zensur

 
 
 
„The Terror of Hallow’s Eve“ ist kein brutaler Horrorfilme oder gar ein Streifen, der mit vielen Schauwerten aufwartet. Deshalb hat der Gruselfilm hierzulande eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Dass „The Terror of Hallow’s Eve“ auch noch ungeschnitten erschienen ist, dürfte Fans des Horror-Genres freuen.
 
 
 


 
 
 

THE TERROR OF HALLOW’S EVE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Studio Hamburg (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Terror of Hallow’s Eve; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 04.10.2019

 

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THE TERROR OF HALLOW’S EVE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Studio Hamburg)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Hole – Wovor hast Du Angst? (2009)
 
Brainscan (1994)
 
Gänsehaut (2015)
 
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