Filmkritik: „Die Insel der Ungeheuer“ (1976)

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DIE INSEL DER UNGEHEUER

(THE FOOD OF THE GODS AND HOW IT CAME TO EARTH | THE FOOD OF THE GODS)

Story

 
 
 
Chemikalien blubbern aus dem Boden einer Insel vor Kanadas Küste und werden vom gottesfürchtigen alten Farmerehepaar Skinner mit einem Geschenk von ganz oben verwechselt. Sie verfüttern den üblen Stoff an ihr Nutzvieh, Hühner bevorzugt, und werden hernach Zeugen von deren Riesenwachstum. Hallelujah! Footballspieler Morgan (Marjoe Gortner) nebst Mannschaftskollegen, ein schwangeres Pärchen (Tom Stovall und Belinda Balaski, sie aus PIRANHA, also erfahren mit Tierhorror), ein Hundefutterfabrikant (Ralph Meeker) und eine Wissenschaftlerin bereisen die Insel mit den unterschiedlichen Absichten auf den Seelen. Die kommerzielle des Pressfleischherstellers ist davon die offensichtlichste und abstoßendste. Nun haben in der Zwischenzeit mannshohe Nagetiere das Regiment übers Eiland unternommen. Die ungleichen Leidensgenossen verschanzen sich im Haus der Skinners und stehen mitten im Krieg gegen die Riesenratten.

 
 
 


 
 
 

DIE INSEL DER UNGEHEUER – Kritik

 
 
Mr. BIG. Initialen des Bert Ira Gordon, die sich ihr Besitzer zum Markenzeichen machen sollte. Größer, monströser, wilder. Eine haarige Spinne (DIE RACHE DER SCHWARZEN SPINNE, 1958), die durch in der Highschool-Turnhalle gespielte Rock ’n’ Roll Musik wächst und wächst, mutierte Zyklopen mit nicht zu leugnendem Aggressionsproblem (DER KOLOSS, 1957) oder eben die Kreaturen aus Wald und Flur im heute behandelten Schlockbomber DIE INSEL DER UNGEHEUER, Gordons sehr freier und verknappter Interpretation einer Geschichte von Fantasy- und Sci-Fi-Urvater H.G. Wells. Für Adaptionen des klassischsten aller Science-Fiction-Autoren war der Amerikaner ein Spezialist. Das erkannte man auch bei der Kult-Autokino-Filmschmiede American International Pictures und erteilte Mr. Big den Auftrag, seine preisgünstigen und trotzdem überzeugenden Fähigkeiten doch in eine etwas zeitgemäßere Verpackung zu wickeln. Der Film wurde zu AIPs erfolgreichstem Produkt der Saison und sein Regisseur wird, so Gott will, zur Belohnung für seinen Output hundert Jahre alt werden. Lang ist das nicht mehr hin.
 
 
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Hauptdarsteller Marjoe Gortner ist geschlagen mit einer Optik zwischen David Hasselhoff, Mike Krüger UND Thomas Gottschalk, also gleich beiden Supernasen. Auch sonst ist er ein außergewöhnlicher Mensch. Kein Eintrag seiner Filmographie kann guten Gewissens mit dem – wie wir Psychologen wissen – problematischen Wörtchen „normal“ gekennzeichnet werden. Da gab es Riesenvieh-Horror wie den Film, über den Sie gerade lesen, einen fiesen Auftritt im Seventies-Mainstream-Katastrophen-Reißer ERDBEBEN oder einen ebenso geisteskranken wie budgetschwachen KRIEG DER STERNE-Raubfilm namens STAR CRASH. Der natürlich aus Italien kommen musste. In dem spielt sogar der junge Hasselhoff selbst mit. Schwer auseinander zu halten, diese beiden permanent brünstigen Afro-Elche. Seinen größten Auftritt hat der charismatische Knallkopf aber in einer legendären Dokumentation. In MARJOE führt Gortner vor, wie er als Kinderprediger jahrelang frenetisch-gläubige Kirchengemeinden in den amerikanischen Südstaaten um ihr Erspartes brachte. Als junger Kerl, vom eigenen Vater um die Beute aus der evangelikalen Gläubigenmelkung gebracht, lebte er halbjährlich als Hippie in Kalifornien und zog das andere halbe Jahr zurück in den Süden, wo er den Hinterwäldlern gegen bare Münze das Seelenheil aufbesserte.
 
 
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Der „Golden Turkey Award“ der Gebrüder Medved – ging in ihrem Buch (also der ersten Sekundärliteratur zum Phänomen Trash-Kino) auch an „Die Insel der Ungeheuer“. Ausgezeichnet wurde er als der mieseste Rattenfilm. Kann man das so unterschreiben? Bedingt. Rattenfilm ist das Kleisterwerk sowieso erst in seiner zweiten Hälfte, der sparsamen und leider merklich entschleunigten Belagerungssequenz. Entschleunigt aber nur dann, wenn Marjoe nicht brüllend durchs verranzte Gehöft rennt und unintelligent Getier aufscheucht. Vorher ist der Film ein brillanter Lehrfilm für angehende Tricktechniker. Behandelt wird die Frage, wie man analoge Spezialeffekte besser nicht zur Schlussmontage in den Schneideraum gibt. Wir sehen den kernigen Star im Kampf gegen einen riesenhaften Gockel. Damit ist ausnahmsweise wirklich das Vogelmännchen gemeint. CGI gab’s noch lange nicht. Was es aber auch 1976 schon gegeben hätte, heißt Sorgfalt. Die hat man aber im Auto gelassen und so ist der Kampfhahn ein Konstrukt aus Pappe und Federn, dessen sich der lockige Landpfarrer erwehren muss. Es ist wundervoll. Ratten durfte der FX-Pappdeckelrührer auch basteln – aber nur für die Nahaufnahmen und die Angriffe der fiesen Beißer. Man stelle sich die armen Produktionshelfer vor. Dunkelheit, nasses Matschwetter auf einer versprengten Insel vor British Columbia. Endloses Knien, dann zottige Riesenrattenköpfe in das Auto eines gleich totgebissenen Landwirts schieben. Liebe Leser, diese Production Assistants sind für Ihre Unterhaltung durch den Morast gekrochen. Die Methode der Rückprojektion wird ebenfalls ausgiebig genutzt. Killerwespen, natürlich auch per Videoschnitt aufgeblasen, und weitere Ratten werden an die Wand gestrahlt. Die tapferen Humanoiden bekämpfen dann diese Wände. Das sieht so beknackt aus, wie es klingt. So fünfzehn Dollar mehr hat dann das nachträgliche Reinkopieren der Bestien in das fertige Filmmaterial gekostet. Mehr definitiv nicht. Woran nicht gespart wurde, war Kunstblut. Man tobt sich regelrecht aus. Stellenweise erinnert das Geschäume an den US-Frühsplatter von Herschell Gordon Lewis. Warnung: Eine American Humane Association gab es in ihrer heutigen Form noch nicht und so werden leider auch echte Ratten in den Tierhimmel befördert. Also nix für Halter von Haustiernagern, der Film. .
 
 
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DIE INSEL DER UNGEHEUER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
DIE INSEL DER UNGEHEUER versucht den Brückenschlag zwischen einem klassischen Genre für Trashliebhaber, dem Fifties-Monsterfilm nämlich und der härteren Horrorshow der Siebziger. Das Experiment gelingt in Ansätzen sogar so, wie es sich die Macher gedacht haben dürften, unterhält aber noch mehr durch seinen Nostalgiewert. Der setzt sich, wenn heute unter die Lupe genommen, aus den gebündelten Geschmacklosigkeiten beider Jahrzehnte zusammen und trifft ins Schwarze. Dazu die Besetzung. Neben Prediger-Unikum Gortner schlafwandelt Film-Noir-Idol Ralph Meeker als derber Kapitalist durch das Skript und die fromme Mrs. Skinner wird von Ida Lupino gegeben. Die gilt als eine der ersten unabhängigen Regisseurinnen Hollywoods und dürfte sich in jungen Jahren auch nicht dabei gesehen haben, irgendwann als Chemikalie verkauften Pudding an Hühner zu verfüttern.
 
 


 
 
 

DIE INSEL DER UNGEHEUER – Zensur

 
 
 
DIE INSEL DER UNGEHEUER erschien zur Veröffentlichung auf VHS-Kassette mit einer Freigabe ab 16 Jahren und war ungeschnitten. Auf DVD wurde der Tier-Horrorfilm in Deutschland nie veröffentlicht. Das hat sich aber im HD-Zeitalter geändert. Das österreichische Label NSM hat sich dem Klassiker angenommen und ihm eine würdige Blu-ray-Veröffentlichung spendiert. Die nun erhältliche Blu-ray Disc aus dem Hause NSM RECORDS ist ebenfalls ab 16 und absolut ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DIE INSEL DER UNGEHEUER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (KeepCase Blu-ray mit Wechselcover)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover A)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover B)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover C)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover D)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover E)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover F)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover G)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: The Food of the Gods; USA 1976

Genre: Horror, Grusel, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | KeepCase: FSK16 (ungeschnitten)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen und Dr. Gerd Naumann, Super-8-Fassung, deutscher Trailer (Recut), Originaltrailer (Recut) | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 24-seitiges Booklet

Release-Termin: Mediabook (Cover A-G): 08.05.2020 | BD-KeepCase: 25.06.2021

 

Die Insel der Ungeheuer [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Die Insel der Ungeheuer [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Die Insel der Ungeheuer [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Die Insel der Ungeheuer [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Die Insel der Ungeheuer [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover D] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Die Insel der Ungeheuer [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover E] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Die Insel der Ungeheuer [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover F] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Die Insel der Ungeheuer [Blu-ray + DVD im Mediabook Cover G] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DIE INSEL DER UNGEHEUER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Village of the Giants (1965)
 
Die Stunde der Ratte (1989)
 
In der Gewalt der Riesenameisen (1977)
 

Filmkritik: „The Last Exorcist: Die Pforten zur Hölle sind geöffnet“ (2020)

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THE LAST EXORCIST: DIE PFORTEN ZUR HÖLLE SIND GEÖFFNET

(THE LAST EXORCIST)

Story

 
 
 
Zwei Schwestern müssen sich dämonischen Kräften stellen nachdem ihr Pflegevater von einem Dämonen ermordet wurde.
 
 
 


 
 
 

THE LAST EXORCIST – Kritik

 
 
Das Thema rund um den Exorzismus beschäftigt die Filmwelt fleißig weiter. So simpel die Grundprämisse meist auch ist, wenn man es gekonnt gestaltet, kann daraus effektiver Horror werden, der sich manchmal gar nicht hinter dem großen Original „Der Exorzist“ verstecken muss. Wie man es hingegen nicht machen sollte, zeigt eindeutig „The Last Exorcist“, der billiger kaum hätte ausfallen können.
 
 
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Jo und Maddie hatten einen Pflegevater, der gleichzeitig Pater war. Nachdem er bei einem mysteriösen Anschlag ums Leben kam, wird Maddie plötzlich von Visionen geplagt. Sie verhält sich immer merkwürdiger und scheint nicht mehr sie selbst zu sein. Als Jo eingreifen will, ist es schon fast zu spät, doch mit der Hilfe von Priester Marco scheint es noch eine Chance zu geben. Die Story ist sehr schwach und stets durchschaubar. Es geht zwar um einen Exorzismus, doch wie man das ganze Szenario gestaltet hat, ist absolut lustlos. Eigene Ideen besitzt das Drehbuch nicht, kreativ kopierte Einfälle gibt es aber ebenfalls nicht zu sehen. Das wirkt wie eine Kurzgeschichte, die man auf einen Langfilm aufblähen wollte, denn die Story gibt einfach enorm wenig her und wird zudem dermaßen plump, unglaubwürdig und doof vorgetragen, dass einem bereits hier der Spaß vergehen kann.
 
 
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Am schlimmsten ist jedoch, dass sich „The Last Exorcist“ selbst völlig ernst nimmt. Das Werk versucht tatsächlich richtigen Horror darzustellen und scheitert damit gnadenlos, weil hier einfach alles viel zu billig ist. Die Regisseurin Robin Bain, die selbst mit am Drehbuch schrieb, in der Filmwelt unter anderem auch als Darstellerin oder als Produzentin aktiv ist, hat hier nach etlichen Kurzfilmen ihren zweiten Langfilm realisiert, aber Talent ist da eigentlich keines erkennbar. Selbst wenn das Budget mit Sicherheit sehr gering war, so steckt einfach kein Herzblut in dem Streifen. Dafür ist das nämlich alles viel zu lustlos und gelangweilt gestaltet. Wenn das nun wenigstens Humor besitzen würde, dann könnten Trashfans aufhorchen, doch da echter und vor allen Dingen dramatischer Horror präsentiert werden soll, kann man nur mit dem Kopf schütteln. Die Inszenierung taugt nichts und lässt nur ganz vereinzelt in den Visionen einen minimal kreativen Einschlag erkennen. Das Ganze ist von vorne bis hinten öde gemacht, wirkt unfreiwillig komisch und besitzt eine Atmosphäre, die man eben niemals ernst nehmen kann.
 
 
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Man muss zugeben, dass die üble, deutsche Synchronisation ihren Teil dazu beiträgt, aber passend ist sie dann schon irgendwie, weil sie einfach gelangweilt und unpassend wirkt. Das kann man von den Darsteller jedoch auch behaupten, denn niemand will so ganz in seine Rolle passen und die meisten Darbietungen wirken schon ziemlich lächerlich. Terri Ivens hat eigentlich eine sehr schwierige Aufgabe und macht das von allen sogar noch am besten, nervt mit dem Overacting aber dennoch. Und natürlich wirbt es sich immer gut mit dem Namen Danny Trejo, selbst wenn es sich um keinen Actionfilm handelt. Trejo ist völlig fehlbesetzt, aber zum Glück sowieso nicht lange zu sehen. Seinen Charme kann der Kerl nie verlieren, aber in „The Last Exorcist“ punktet er überhaupt nicht. Die restlichen Darsteller sind nicht der Rede wert und die Figurenzeichnung könnte unglaubwürdiger, wie belangloser kaum sein. Den Score muss man ebenfalls nicht erwähnen und die wenigen Effekte sind mit einem zugedrückten Auge noch ganz passabel. Am besten gefällt der Abspann, weil es dann vorbei ist und es da wenigstens noch einen halbwegs guten Song zu hören gibt.
 
 
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THE LAST EXORCIST – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
„The Last Exorcist“ ist eine billige Filmgurke geworden, die sich unnötigerweise sogar noch völlig ernst nimmt und echten Horror präsentieren möchte. Spätestens wenn man das im deutschen Ton schaut, wird daraus nichts mehr, aber auch so ist das alles viel zu hölzern, simpel und plump gestaltet, als dass es jemals bedrohlich werden könnte. Die Handlung taugt überhaupt nichts, die Inszenierung wirkt einfallslos, die handwerkliche Arbeit ist billig und die Darsteller können kaum etwas. Zum Glück ist das Ganze mit seinen knapp 80 Minuten Laufzeit relativ kurz ausgefallen und es gibt tatsächlich ein, zwei Szenen, die ein Quäntchen Können aufblitzen lassen, doch ansonsten sollte man um „The Last Exorcist“ eher einen weiten Bogen machen, selbst wenn man sich Trashfan nennt, denn die unfreiwillige Komik macht hier definitiv keinen Spaß. Und bloß nicht wegen Trejo schauen, denn der ist kaum zu sehen und kann hier auch nichts reißen!
 
 


 
 
 

THE LAST EXORCIST – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Last Exorcist: Die Pforten zur Hölle sind geöffnet“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet. Wegen einiger höher von der FSK eingestuften Bonusmaterialien auf der Blu-ray / DVD, ist die Heimkinoveröffentlichung aber erst für volljährige Zuschauer geeignet.
 
 
 


 
 
 

THE LAST EXORCIST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies | Daredo (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Last Exorcist; USA 2020

Genre: Thriller, Mystery, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Minuten

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: FSK18

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow, Bonusfilm: Zombie Invasion War

Release-Termin: KeepCase: 30.04.2021

 

The Last Exorcist: Die Pforten zur Hölle sind geöffnet [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE LAST EXORCIST – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies | Daredo)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Skin Creepers (2018)
 
The Crucifixion (2017)
 
Devil Inside – Keine Seele ist sicher (2012)
 

Filmkritik: „One Last Call“ (2020)

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ONE LAST CALL

(THE CALL)

Story

 
 
 
Vier Freunde können sich eine menge Geld verdienen, wenn sie einfach nur einen Anruf tätigen und 60 Sekunden in der Leitung bleiben. Aber die Sache hat einen Haken.
 
 
 


 
 
 

ONE LAST CALL – Kritik

 
 
Dass B-Movies gerne mit bekannten Darstellern werben, wenn sie sonst nicht viel zu bieten haben, daran hat man sich als Fan solcher Werke schon längst gewöhnt. „One Last Call“ ergeht es da nicht anders. Abgesehen davon, dass man hier Lin Shaye, die seit „Insidious“ aus dem Horror nicht mehr wegzudenken ist und Tobin Bell, der seit „Saw“ ebenfalls fest mit diesem Genre verbunden wird, erstmals zusammen vor der Kamera sieht, hat der Streifen wirklich kaum etwas zu bieten.
 
 
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Einst führte Edith Cranston eine Kindertagesstätte, doch seit ein Mädchen verschwand und man ihr die Schuld daran gab, leidet die Frau unter Depressionen. Dass eine dreiköpfige Jugend-Bande ihr seitdem Streiche spielt, macht die Lage nicht besser. Eines Abends reicht es Edith dann und sie bringt sich um. Ihr Mann Edward ruft die Jugendlichen danach zu sich, denn Edith hat ein Testament aufgesetzt. Die Freunde sollen einfach einen Anruf tätigen, 60 Sekunden in der Leitung bleiben und erhalten daraufhin viel Geld. Doch das ist natürlich nur eine Falle, um sich rächen zu können.
Die Story klingt erstmal gar nicht so uninteressant und besitzt ein paar ganz gute Ansätze, macht daraus im Endeffekt jedoch viel zu wenig. Das liegt mit daran, dass das Erzähltempo erstaunlich langsam ist. An sich wäre das nicht verkehrt, wenn sich hier denn wenigstens etwas aufbauen würde, doch im Endeffekt mangelt es erheblich an Einfällen. Wer schon länger Horrorfan ist, den kann man mit einem solch simplen Szenario im Jahre 2021 sicherlich nicht mehr abholen. Die kleine Wendung am Ende ist ebenfalls nicht gerade kreativ und wirkt vor allen Dingen reichlich unglaubwürdig. Ein wenig erinnert das Geschehen dann auch an „A Nightmare on Elm Street“, was der Score an manchen Stellen stark unterstreicht, doch wirklich zünden will das Drehbuch nicht, denn dafür ist es einfach zu einfallslos.
 
 
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Dem Unterhaltungswert merkt man dies stark an, denn das Tempo von „One Last Call“ ist viel zu gering. Man bemerkt dies schon an den ersten fünf Minuten, die überhaupt nichts zur Geschichte beitragen können. Danach gönnt man sich fast die erste Hälfte lang, um das Geschehen vorzubereiten. Der Zuschauer braucht hier schon ein wenig Geduld, doch wenn es dann zur Sache geht, hätte es deutlich besser werden gönnen. Leider ist das jedoch nicht der Fall, denn anstatt jetzt mal auf’s Gas zu treten, irren unsere Protagonisten minutenlang durch die Gegend, ohne dass wirklich etwas geschieht. Mit Horror hat das nicht sonderlich viel zu tun und erschreckend ist daran am ehesten, wie erschreckend einfallslos das Szenario umgesetzt wurde. Obwohl man sich da in eine surreale Welt begibt, bleiben die Bilder lustlos.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht kann man „One Last Call“ zwar gar nicht mal so große Vorwürfe machen und man bemerkt auch, dass Regisseur Timothy Woodward Jr. nicht erst seit gestern Filme dreht, aber viel bringt das dem Streifen nun wirklich nicht. Die Optik ist annehmbar und es gibt ein paar wenige Momente, in denen das visuell auch mal etwas ansprechender verpackt wurde, doch ein Großteil der lang wirkenden 97 Minuten Laufzeit herrscht Leerlauf. Horror kommt fast keiner auf und wenn dann mal Grusel entstehen soll, versucht man dies mit billigen Jumpscares zu erreichen. Es gibt wirklich nur wenige Szenen, die etwas Atmosphäre aufkommen lassen. Der Score mit seinem Retro-Charme klingt dabei noch ganz brauchbar und dass es nur wenige Effekte zu sehen gibt, muss im Gruselbereich ebenfalls kein negatives Kriterium sein, aber insgesamt bietet der Film dem Zuschauer viel zu wenig. Da bringt auch das düstere Ende nichts, welches an sich löblich erscheint, einen aber dennoch kalt lässt.
 
 
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Dass dem so ist, liegt sicherlich auch mit an der Figurenzeichnung. Die Protagonisten stellen sich schon schnell eher als Antagonisten heraus und können kaum Sympathien auf ihre Seite holen. Eine gewisse Ambivalenz kann reizvoll sein, aber ein Mitfiebern stellt sich so eben schnell ein. Die Darsteller machen ihre Sache dafür dann aber doch ganz brauchbar. Chester Rushing spielt passabel und hat das Glück so ziemlich als einziger eine etwas bessere Figur darstellen zu dürfen. Dann wären da natürlich noch Lin Shaye und Tobin Bell, mit denen ja fleißig geworben wird. Sie bringen tatsächlich eine schauspielerische Klasse mit ins Geschehen, die sich sehen lassen kann, aber viel zu sehen ist davon dann leider trotzdem nicht. Ihre Auftritte halten sich nämlich stark in Grenzen. Während man Bell wenigstens noch als Nebenrolle bezeichnen kann, sieht man Shaye nur am Anfang und am Ende kurz. Also hat man es im Endeffekt mal wieder mit einer kleinen Mogelpackung zu tun.
 
 

 
 


 
 
 

ONE LAST CALL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Aus rein handwerklicher Sicht ist „One Last Call“ nicht schlecht gemacht und die Darsteller missfallen ebenfalls nicht, doch ansonsten bietet der Film leider am ehesten reichlich Langeweile. Die Story ist simpel, aber die Grundidee hätte etwas taugen können, wenn man mit mehr kreativen Einfällen am Start gewesen wäre. Im Endeffekt macht es sich der Film aber damit gemütlich, dass er Szenen auf eine Laufzeit aufbläht, die es nicht gebraucht hätte. So entstehen von vornherein Längen und unterhaltsam wird es so gut wie nie. Ein paar Momente sind ganz gut geraten und überzeugen dann auch visuell, aber überwiegend wirkt die Inszenierung einfallslos. Wie so oft im Horrorfilm taugt die Figurenzeichnung nichts und so bekommt man am Ende zwar keinen ärgerlichen, aber einen völlig belanglosen Beitrag, den man schnell vergessen hat und der einfach nur langweilt!
 
 


 
 
 

ONE LAST CALL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „One Last Call“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

ONE LAST CALL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Call; USA 2020

Genre: Thriller, Mystery, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 17.06.2021

 

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ONE LAST CALL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Nightmare – Mörderische Träume (1984)
 
976-Evil – Durchwahl zur Hölle (1988)
 
Ein tödlicher Anruf (2008)
 

Filmkritik: „Gothic“ (1986)

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GOTHIC

Story

 
 
 
In einer stürmischen Sommernacht im Juni 1816 lädt der Dichter Lord Byron die zukünftigen Eheleute Percy und Mary (noch mit dem Mädchennamen Godwin) Shelley, Marys Stiefschwester Claire und seinen Arzt Polidori in sein herrschaftliches Anwesen am Genfer See ein. Die Gruppe gebildeter Oberschichtler verbringt eine intensive Zeit tiefschürfender Gespräche über Unheimliches aus Geschichte und Medizin und Psychologisches, okkultistischer Spielereien und schließlich auch körperlicher Annäherungen zueinander. Am Ende ihrer Zusammenkunft ist in Mary Shelley die Saat zum Verfassen ihres Romans „Frankenstein“ gelegt.

 
 
 


 
 
 

GOTHIC – Kritik

 
 
GOTHIC, ein Film, den man in jenen lange vergangenen Tagen von Fernsehaufnahmen und VHS-Kassetten, nachdem man aus englischsprachiger Filmliteratur gerade den Begriff des, ja, „Gothic Horror“ für die Hammer Studios etc. gelernt hatte, fieberhaft von seinem tristen Suchlistenfilm-Schicksal erlösen wollte. Mancher geifernde Horror-Geek war dann allerdings ein wenig angefressen oder sollten wir lieber sagen überfordert vom raumgreifenden, wuchtigen Stil Ken Russells. Andere lieben Film und Regisseur. Der Engländer ist im November nun auch schon zehn Jahre fort und man könnte glauben, die Horror-Bubble reduziert diesen wirklich phänomenalen Regisseur auf seinen meisterlichen Kirchenquälereien-Schocker DIE TEUFEL, erschienen 1971. Dessen gesuchte Langfassung und die darin vermutlich enthaltenen Grausamkeiten vernebeln so manchem die Sicht auf ein umfangreiches Oeuvre großartiger, bildgewaltiger und mit unterbewussten Traum-Ängsten spielender Filme, das zu jeder Zeit eine Heimkino-Retrospektive verdient.
 
 
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Auch GOTHIC, oberflächlich mit ordentlichem Budget versehenes Ausstattungskino mit Gruselkante, in dem Exzentriker Russell mit Julian Sands und Gabriel Byrne gleich zwei der übelsten Schmierlappen inseleuropäischen Schauspielhandwerks auf einmal aufs Publikum loslässt, wirft eben diesem Publikum die gleichen Fragen zur Existenz selbst, überwindungsbereiter Gesellschaftspolitik und der Instabilität psychischer Schutzmechanismen an die Birne. Sogar die in der Gegenwart heißer denn je diskutierten Geschlechterklischees und Erwartungen daran werden mittels der Figur des schwulen und von Selbstzweifeln zerfressenen Doktor Polidori eingeflochten. Aus dessen Feder stammt der Roman „Die Vampire“, in dem der Mediziner auch die Erkenntnisse aus den Tagen am Genfer See zu verwerten weiß.
 
 
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Ja, das kann der berufswahnsinnige Maestro gut. Sind es Drogen, mentale Überspanntheit oder doch aus dem Dunkel von Unterbewusstsein oder den Tiefen der Schattenwelt angreifende Dämonen, die dem Freundeskreis experimentierfreudiger britischer Jungmenschen diese Tage so in wahrsten Sinne des Wortes unvergesslich machen? So ganz eindeutig wird die Frage nicht beantwortet. Ist aber doch eine schöne Idee, die Wurzel für einen der Genrestartschüsse des Horrors in einer vernebelten Sause von Sex und Opium und spiritistischen Sitzungen verorten zu dürfen, oder?
 
 
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Diese auf wahren Ereignissen beruhende Story, zweifelsohne doch eine veritable Wegmarke der Horrorliteratur-Geschichte, beschäftigt auch nach GOTHIC noch weitere Filmemacher. 1988 erscheint der elegische SCHWARZER SOMMER, gedreht vom subversiven Tschechen Ivan Passer und 2017 die eher seichte Romanze MARY SHELLEY unter der Regie von Haifaa al-Mansour, Saudi-Arabiens erster anerkannter Filmerin, international bekannt geworden durch DAS MÄDCHEN WADJDA.
 
 

 
 


 
 
 

GOTHIC – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Auch nach über dreißig Jahren noch faszinierendes Portrait einer opiumgeschwängerten Gründerstunde des Horror-Genres. GOTHIC, nicht bloß aufgrund Thomas Dolbys Soundtrack jederzeit als Produkt der aalglatten Achtziger zu erkennen, ist sicherlich nicht der beste Film des wunderbar verrückten Ken Russell, lohnt aber, in einer schönen Fassung wie der vorliegenden ins Regal eingereiht zu werden. Gilt natürlich auch für Fans, die nicht nur Gothic Horror schauen.
 
 


 
 
 

GOTHIC – Zensur

 
 
 
GOTHIC erschien zur Veröffentlichung auf VHS-Kassette noch mit einer Freigabe ab 18 Jahren. Das galt auch für die erhältliche DVD. Alle bis dato herausgebrachten Veröffentlichungen waren aber ungeschnitten. Im Jahr 2013 legte 20TH CENTURY FOX den Film neu der FSK vor und erhielt für den Klassiker eine FSK 16-Freigabe. Das hat sich auch mit der nun erhältlichen Blu-ray aus dem Hause NSM RECORDS nicht geändert. Der Streifen ist trotz Jugendfreigabe ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

GOTHIC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (KeepCase Blu-ray mit Wechselcover)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover A – auf 444 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover B – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover C – auf 222 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover D – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover E – auf 222 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Gothic; Großbritannien 1986

Genre: Horror, Grusel, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0, Instrumental DTS-HD MA 2.0, Deutsch DTS-HD MA 2.0 = Deutsche Kinosynchronisation

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | KeepCase: FSK16 (ungeschnitten)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar mit Lisi Rusell und Filmhistoriker Matthew Melia (Englisch DTS-HD MA 2.0, Ohne Untertitel), Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Dr. Gerd Naumann (Englisch DTS-HD MA 2.0, Ohne Untertitel), Isolierte Musik & Audio-Interview mit Komponist Thomas Dolby, Fear Itself – Interview mit Drehbuchautor Stephen Volk (17:26 Min., Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Englisch Untertitel), One Rainy Night – Interview mit Kamermann Mike Southon (23:09 Min., Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Englisch Untertitel), The Soul of Shelley – Interview mit Schauspieler Julian Sands (17:53 Min., Englisch, Optionale Deutsche Untertitel, Optionale Englisch Untertitel), Deutscher Trailer (2:41 Min.), Originaltrailer (2:17 Min.), TV-Spot (0:34 Min.), Bildergalerie (4:08 Min. | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 16-seitiges Booklet mit einem Text von Jonas Hoppe

Release-Termin: Mediabook (Cover A-E): 27.09.2019 | BD-KeepCase: 30.04.2021

 

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GOTHIC – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mary Shelley’s Frankenstein (1994)
 
Begierde (1983)
 
Crimson Peak (2015)
 

Filmkritik: „Wishmaster 2 – Das Böse stirbt nie“ (1999)

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WISHMASTER 2 – DAS BÖSE STIRBT NIE

(WISHMASTER 2: EVIL NEVER DIES)

Story

 
 
 
Gangsterbräutchen Morgana und ihre Kollegen klauen im Museum schöne Sachen und zerballern dabei den Edelstein, der dem Wüstendämon Wishmaster zum Gefängnis geworden ist. In sein irdisches Ich Demarest verwandelt, unternimmt der Flaschengeist aus der Hölle eine weitere Zerstörungstour auf der Jagd nach Seelen, die von Morgana vorneweg, und versorgt, ebenso hinterhältig wie tödlich, Bösewichter von Knastis bis Mafia-Russen mit der Erfüllung ihrer Wünsche. Die Seelen der Wünschenden braucht der Unhold zum Herbeiführen der Weltherrschaft durch seine feinstofflichen Djinn-Kameraden. Klar. Rhino Michaels (heißt wie ein Wrestler, ist aber ein ins Kantige gelifteter Stuntman und Schlägertypendarsteller) und die anderen Zuchthäusler sind keine Gegner für den vorgeschichtlichen Buhmann. Die Russen spielt er ebenso problemlos gegeneinander aus und Morgana, die als Identifikationsfigur fürs Publikum nicht wirklich erste Wahl ist, beißt sich das eine ums andere Mal die Zähne am antiken Fiesemöpp aus, bevor die Welt wieder in langweiliger Ordnung ist.

 
 
 


 
 
 

WISHMASTER 2 – Kritik

 
 
Die WISHMASTER-Filme sind in den späten Neunzigern und den frühen Zweitausendern eine Art Rückblick auf die Größe des Horrorkinos, speziell der Klassiker aus den glanzvollen Achtzigern. Damals ist die Industrie noch auf der Jagd nach „frischem Wind“ fürs Genre – die heutige Retro-Besessenheit hingegen undenkbar. Das Rezept ist Eighties pur: Ein klugscheißender Baddie mit Merchandise-Potential zerlegt mehr oder minder fantasievoll und gory eine Galerie von Opfern. Heute ohne Kommentar an eine eingebildete Internet-Horror-Community nicht möglich.
 
 
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Ein definitiv erwähnenswertes Tidbit ist der Regisseur. Jack Sholder, 1945 in Philadelphia geboren, steckt hinter einer Handvoll der interessanteren Horrorfilme der Slasher-Ära. Schon sein Debüt, ZWEI STUNDEN VOR MITTERNACHT, lässt den großen Martin Landau und den zumindest massiven Erland van Lidh (fucking Dynamo aus RUNNING MAN) als Feuerteufel und Kinderficker Amok laufen. Das ist 1982. Sholders beliebtester Film ist 1987 THE HIDDEN – DAS UNSAGBAR BÖSE, einer der knackigsten Horror/Sci-Fi-Hybriden und Killeralien-Klopper überhaupt, den Ihr hoffentlich kennt. Der zweite Freddy-Krueger-Teil ist auch von Sholder und man kann sich nur fragen, was ein fitter Filmemacher wie er aus einem NIGHTMARE-Sequel gemacht hätte, das nicht als homosexueller Autorenfilm aus dem eitlen Anus-Geist Wes Cravens konzipiert war. Vielleicht so etwas wie WISHMASTER 2 – DAS BÖSE STIRBT NIE. Der übrigens kein Anus-Geist ist, also der Flaschengeist. Jack Sholder auch nicht dafür aber gelegentlicher Filmprofessor an der Uni und ansonsten Rentner.
 
 
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Andrew Divoff gibt wieder mit Volldampf den Drecksack aus 1001 Nacht. Bei Horrorfans gilt seine Arbeit in der Reihe als Paraderolle. Ihm, einem vielseitigen Schauspieler, ist der Genrestar-Status nur recht und er spielt den Finsterling in a bottle mit einer überzogenen Verve, die gelegentlich an Vincent Price, aber auch an Robert Englund denken lässt, dessen Horror-Franchise-Erbe der in Südamerika geborene Divoff deutlich antreten soll. Sieht man Hat nicht sollen sein. Schuld hat das von uns schon mehrmals traurig beschriebene Klima der Horrorfilmfeindlichkeit, unter dem die späten Neunziger zu leiden hatten und die auch ein Erfolgsfilm-Sequel wie das heute vorgestellte ins enge und nicht gerade von Production Values strotzende Korsett eines Fernsehfilms zwängen. Ja, das Budget einer Kino-Gesellschaft hätte dem Film wirklich gut getan. Wie man so sagt: Wrong place, wrong time.
 
 
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WISHMASTER 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Leider auffällig niedrig budgetiertes Sequel zum Überraschungs-Slasher-Hit WISHMASTER. Diese fürs Fernsehen gemachte Fortsetzung lebt, steht und fällt von und mit der Performance ihres Hauptdarstellers Andrew Divoff. Wenn man den Film als das Show-Reel eines immer prächtig aufgelegten Stars sieht, der seine Arbeit und seine Fans liebt, macht WISHMASTER 2 – DAS BÖSE STIRBT NIE mehr Spaß, als er unter den bestehenden Umständen eigentlich sollte.
 
 


 
 
 

WISHMASTER 2 – Zensur

 
 
 
WISHMASTER 2 – DAS BÖSE STIRBT NIE erschien bei seiner Erstveröffentlichung angeschnitten für Erwachsene. Es folgten eine um knapp 4,5 Minuten gekürzte 16er-Fassung und eine um 67 Sekunden zensierte KJ-Version. 2001 wurde die Horror-Fortsetzung auf den Index gesetzt. Im Juni 2018 erfolgte eine vorzeitige Listenstreichung. Die nahm Anbieter NSM RECORDS zum Anlass, um auch das Sequel neu von der FSK prüfen zu lassen. Diese vergab für die umgeschnittene Fassung von WISHMASTER 2 eine FSK16. Demzufolge ist die Fortsetzung zum Kultfilm in der kompletten Filmversion nun auch für jugendliche Zuschauer geeignet.
 
 
 


 
 
 

WISHMASTER 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
wishmaster-2-bluray-keepcase

(c) NSM RECORDS (KeepCase Blu-ray mit Wechselcover)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover A – auf 750 Stück limitiert)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover B – auf 750 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Wishmaster 2: Evil Never Dies; USA 1999

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | KeepCase: FSK16 (ungeschnitten)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar mit Jack Sholder, Deutscher Trailer, Originaltrailer, Filmografien, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 16-seitiges Booklet mit einem Text von Jonas Hoppe

Release-Termin: Mediabook (Cover A-D): 25.08.2017 | BD-KeepCase: 26.03.2021

 

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WISHMASTER 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wishmaster (1997)
 
Leprechaun – Der Killerkobold (1993)
 
Nightmare II – Die Rache (1985)
 

Filmkritik: „Growl – Er riecht Deine Angst“ (2019)

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GROWL – ER RIECHT DEINE ANGST

(CUERDAS | PREY)

Story

 
 
 
Wie gefährlich ein tollwütiger Hund werden kann, muss die querschnittsgelähmte Elena am eigenen Leib erfahren. Kann sie sich gegen das aggressive Tier verteidigen?
 
 
 


 
 
 

GROWL – Kritik

 
 
Neben zahlreichen Insekten-Variationen, gehört der Hund wohl zum beliebtesten Geschöpf, wenn es um Tierhorror geht. Das Subgenre hat ein paar Klassiker wie „Cujo“ hervorgebracht und wird gerne variiert, aber so bodenständig, wie es in „Growl – Er riecht Deine Angst“ zur Sache geht, sieht man Hundehorror auch nicht alle Tage. Obwohl das begrüßenswert ist, stellt sich der Film damit teilweise leider selbst ein Bein.
 
 
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Seit einem Autounfall ist Elena querschnittsgelähmt und die Lust am Leben hat die junge Frau ebenfalls verloren. Ihr Vater versucht ihr so gut wie möglich zu helfen, aber die Beziehung ist schon seit langer Zeit sehr angespannt, was mit der Vergangenheit zu tun hat. Elena bekommt einen belgischen Schäferhund an ihre Seite gestellt, der sie unterstützen soll, außerdem hat ihr Vater ein Haus auf dem Land präparieren lassen. Doch als sich der Hund mit einer gefährlichen Krankheit infiziert, wird er plötzlich sehr aggressiv und schon bald ist Elena auf sich alleine gestellt.
Die Prämisse einen tollwütigen Hund gegen eine junge Frau, die im Rollstuhl sitzt, antreten zu lassen, klingt vielversprechend, aber auch schwierig. Da braucht man schon eine menge Ideen, um ein solches Szenario interessant zu halten. Genau hier liegt dann auch die größte Schwäche von „Growl“, denn diese Vielzahl an Ideen hatte man nicht. Man baut noch ein paar surreale Ebenen mit ein, aber es ist nicht schwer zu erkennen, dass diese lediglich zum Strecken dienen. Die Hintergrundgeschichte hätte man jedenfalls auch anders erzählen können. Immerhin war man hier bemüht und hat sich etwas einfallen lassen. Außerdem ist es nicht verkehrt, dass der Zuschauer nur stückchenweise Informationen erhält, denn so weiß man nach der Einleitung noch längst nicht alles über die vergangenen Geschehnisse.
 
 
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Sowieso ist der gesamte Anfang vielversprechend. Das erste Drittel baut sich langsam auf und wirkt alles andere als stumpf. Da bekommt das Drama überraschend viel Platz eingeräumt und vor allen Dingen wirken die wenigen Figuren sehr glaubwürdig. „Growl“ kommt mit nur vier Darstellern aus und lediglich Paula del Río bekleidet eine Hauptrolle. Sie macht ihre Sache doch sehr brauchbar und mimt das alles relativ glaubwürdig. Die anderen Darsteller sind ebenfalls solide, aber man sieht nicht viel von ihnen. Natürlich wäre da dann noch der belgische Schäferhund, der für den Horror sorgen soll. Es ist immer erfreulich, wenn man mit echten Tieren arbeitet und nicht irgendwelche Computeranimationen zu sehen bekommt. Der Hund wurde gut dressiert und liefert ab, allerdings erweckt der Begriff Hundehorror dann doch etwas zu hohe Erwartungen, denn der Hund steht gar nicht mal so oft im Fokus und sorgt eher nur für die bedrohliche Prämisse. Wenn der Schrecken startet, konzentriert man sich auf ihn, aber danach kann er nur noch mal im Finale einen Eindruck hinterlassen. Das ist leider etwas zu wenig.
 
 
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Sowieso fällt Regisseur und Mitschreiber am Drehbuch José Luis Montesinos nicht genug ein, um das Treiben interessant zu halten, weshalb der Unterhaltungswert nach dem ersten Drittel auch relativ schnell sinkt. Es ist nicht besonders spannend Elena minutenlang dabei zu verfolgen, wie sie mit ihrem Rollstuhl durch die Wohnung fährt. Wenn dann sogar noch eine weitere Figur auftaucht, wird diese zu schnell verpulvert. Hier hätte man für mehr Spannung sorgen können. Das Finale bekommt dann zwar zum Glück wieder die Kurve, doch der gesamte mittlere Teil ist viel zu arm an Highlights. Es geschieht nicht viel, das Tempo ist zu gering und ob man den Nebenstrang um die verstorbene Schwester nun gut findet oder nicht, stellt wohl am ehesten Geschmackssache dar.
 
 
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Die Inszenierung ist allerdings nicht verkehrt und rein qualitativ kann „Growl – Er riecht Deine Angst“ schon einen guten Eindruck hinterlassen. Dass der Film eher simpel und schlicht wirkt, stört bei dem Szenario nicht. Die Schauplätze erfüllen ihren Zweck und die Kamera fängt alles gut ein, selbst wenn sie ruhig etwas dynamischer zur Sache hätte gehen dürfen. Die Atmosphäre ist recht trocken, besitzt keine auflockernden Zutaten und besteht im Endeffekt aus mehr Drama, als gedacht. Dies wäre an sich nicht verkehrt gewesen, nur enttäuscht eben der Horror-Anteil etwas. Dass es kaum Effekte zu sehen gibt und das Treiben relativ harmlos daherkommt, macht die Sache ebenfalls nicht aufregender. Der meistens recht dezent eingesetzte Score kann allerdings überzeugen.
 
 


 
 
 

GROWL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Growl – Er riecht Deine Angst“ ist wirklich gut gemeint und macht am Anfang viel richtig. So schlicht die Story auch ist, man hat einen funktionierenden Hintergrund eingeräumt, die Figurenzeichnung wirkt niemals zu banal und die Darsteller taugen ebenfalls etwas. Außerdem setzt man einen echten Hund ein, der in ein paar Szenen Eindruck hinterlässt. Nur leider eben in zu wenigen. Im gesamten mittleren Teil steht der Hund völlig im Hintergrund und daraus resultiert dann ab und zu gepflegte Langeweile. Hier hätte es neben mehr Spannung und mehr Action vor allen Dingen mehr Ideen gebraucht. Gute Einfälle waren zwar vorhanden, manche fährt man aber auch relativ konsequent an die Wand. Schade, denn obwohl „Growl“ wirklich sehenswerte Momente besitzt, kommt er so über den Durchschnitt kaum hinaus. Fans des Hundehorrors können aber dennoch einen Blick riskieren, denn gut gemacht ist der Film durchaus!
 
 


 
 
 

GROWL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Growl – Er riecht Deine Angst“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

GROWL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cuerdas; Spanien 2019

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 87 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 07.05.2021

 

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GROWL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cujo (1983)
 
Rottweiler (2004)
 
The Breed (2006)
 

Filmkritik: „Hard Kill“ (2020)

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HARD KILL

Story

 
 
 
Ein geheimes Projekt bedroht das Leben vom CEO Chalmers, denn Terroristen wollen sich daran zu schaffen machen. Ex-Marine Miller soll mit seinem Team helfen.
 
 
 


 
 
 

HARD KILL – Kritik

 
 
Die Zeiten, in denen Bruce Willis für Qualität stand, sind längst vorbei. Mittlerweile hat es sich der einstige Actionheld gemütlich gemacht, schaut in Filmen gerne mal als Nebenrolle vorbei, aber die Werbetrommel für günstige B-Movies ist dann groß, weil man ja eine hochkarätige Besetzung vorzuweisen hat. Selbst wenn die Nebenrolle klein ist, sieht man auf dem Cover dann ganz groß den Kopf von Willis abgebildet. Kommt einem bekannt vor? Ja sicherlich, denn die Ähnlichkeiten zu einem Steven Seagal sind nicht von der Hand zu weisen. Nur war Seagal niemals so lange ein großes Tier in Hollywood, wie einst Bruce Willis. Die Erwartungen an einen neuen Film mit dem „Stirb langsam“ Star dürfen dann gerne mal geringer ausfallen und echte Vorfreude dürfte bei einem Titel wie „Hard Kill“ bestimmt auch nicht aufkommen. Dabei ist der Film qualitativ gar nicht mal so schlecht geraten, nur leider ist er eben reichlich langweilig.
 
 
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Der milliardenschwere CEO Chalmers hat ein Problem. Er hat ein geheimes Projekt angeleitet und weiß als einziger das Passwort dafür. Ein Terrorist namens „Der Prediger“ würde sich gerne an diesem Projekt vergreifen, denn damit könnte er die Welt ins Chaos stürzen. Also braucht Chalmers Hilfe und diese bekommt er vom Ex-Marine Miller, der ihn mit seinem Team beschützen soll. Doch wie so oft werden falsche Spiele gespielt und am Ende guckt der Gute wieder in die Röhre. Die Handlung würde eigentlich noch als brauchbar durchgehen, wäre sie nicht so unglaubwürdig. Besonders nervig ist es, wenn die Gegner sich völlig dämlich anstellen und überhaupt keine Bedrohung darstellen können. Leider ist das hier der Fall. Das Drehbuch bleibt recht simpel, geht für einen Actionfilm jedoch in Ordnung und so uninteressant bereitet man die Sachen gar nicht mal auf. Das bringt dem Film im Endeffekt nur einfach nicht viel, weil der Draht zu den Charakteren fehlt.
 
 
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Es ist immer schade, wenn die Bösewichte nicht gut besetzt sind und „Hard Kill“ besitzt mit dem Prediger einen völlig langweiligen Kontrahenten. Selbst wenn Sergio Rizzuto okay spielt, ist seine Zeichnung so öde, dass man keine Lust an seiner Rolle verspüren kann. Seine bewaffneten Männer sind meist sowieso nur mit Maske zu sehen und bringen somit null Wiedererkennungswert mit sich. Zusätzlich machen sie es den „Guten“ viel zu leicht und verhalten sich wie Computer-Bots auf dem Schwierigkeitsgrad „einfach“. Am ehesten überzeugt Jesse Metcalfe, den manch ein Zuschauer vielleicht noch als Gärtner aus der Serie „Desperate Housewives“ kennen könnte. Man nimmt ihm die Actionrolle sogar halbwegs ab und er gibt sich hier engagiert. Bruce Willis selbst bekleidet natürlich mal wieder nur eine Nebenrolle, ist aber gar nicht mal so wenig zu sehen und macht seine Sache routiniert. Dafür braucht man kein großes Talent, aber seine Performance war in den letzten Jahren sicher schon mal gelangweilter. Die restlichen Darsteller sind soweit allesamt okay. Hier fällt niemand besonders positiv, noch negativ auf und die Leistungen sind brauchbar. Es harpert im Endeffekt am ehesten an der Figurenzeichnung, denn diese ist zu nichtssagend. So stellt sich ein Mitfiebern mit den Protagonisten von Anfang an ein und ob hier jemand stirbt oder am Leben bleibt, ist schlichtweg egal.
 
 
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Regisseur Matt Eskandari und Bruce Willis scheinen mittlerweile ein Team geworden zu sein, denn „Hard Kill“ ist bereits die dritte Zusammenarbeit der Beiden in kurzer Zeit. Aus rein handwerklicher Sicht kann man diesem B-Movie dann auch gar keine so großen Vorwürfe machen. Die Kulissen sind in Ordnung und die Inszenierung erfüllt ihren Zweck. Die recht lange Einleitung gestaltet sich als halbwegs interessant, nur wenn es dann zur Sache gehen müsste, enttäuscht der Streifen. Es wird zwar ab und zu geballert, aber die Action wurde lustlos umgesetzt und lässt keinerlei Spannung aufkommen. Sowieso wirkt die Prämisse von Minute zu Minute unglaubwürdiger und Eskandari gelingt es einfach nicht, das Szenario packend zu gestalten. So langweilen die etwas zu langen, knapp 100 Minuten Laufzeit auf Dauer doch zu sehr. Dass die Action zudem so gut wie keinerlei Gewalt parat hält, ist da nicht gerade förderlich. Immerhin ist der Score noch ganz brauchbar und dass man auf zu viel doofen Humor verzichtet hat, wertet die Atmosphäre noch minimal auf.
 
 
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HARD KILL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Abgesehen davon, dass Bruce Willis „Hard Kill“ weder auf- noch abwertet, bekommt man hier das, was zu erwarten war. Ein B-Movie, welches man nicht gesehen haben muss, welches rein handwerklich aber doch gar nicht mal so schlecht erscheint. Die Inszenierung ist nicht verkehrt und die Kulissen wissen zu überzeugen. Außerdem sind die Darsteller in Ordnung. Ansonsten kann man jedoch wenig positive Worte darüber verlieren. Mit der simplen Story kann man noch leben, aber der Figurenzeichnung mangelt es völlig an markanten Typen, so dass hier einfach jeder egal erscheint. Packende Action gibt es nicht zu begutachten, Spannung erst recht nicht und Gewalt ebenfalls nicht. Das ist alles ziemlich langweilig und besitzt keinen Mehrwert. Das Resultat ist zwar überhaupt nicht ärgerlich, weil ein paar Qualitäten vorhanden sind, nur bringt das dem Zuschauer wenig, wenn er einfach nicht gut unterhalten wird und deshalb kann es für „Hard Kill“ auch keine Empfehlung geben!
 
 


 
 
 

HARD KILL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Hard Kill“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

HARD KILL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) EUROVIDEO MEDIEN (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hard Kill; USA 2020

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 98 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Making Of, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 20.05.2021

 

Hard Kill [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

HARD KILL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Assault – Anschlag bei Nacht (1976)
 
Survive the Night (2020)
 

Filmkritik: „Boss Level“ (2021)

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BOSS LEVEL

Story

 
 
 
Die nächste Variante vom Murmeltier: Ein Veteran findet sich in einer Dauerschleife wieder, in der man ständig versucht ihn umzubringen. Nur was es damit auf sich hat, weiß unser Protagonist lange Zeit nicht.
 
 
 


 
 
 

BOSS LEVEL – Kritik

 
 
Es ist schon erstaunlich, was „Und täglich grüßt das Murmeltier“ in den 90ern erreicht hat, denn die Geschichte der Zeitschleife wird auch knapp 30 Jahren später immer wieder neuinterpretiert. Egal ob als Science-Fiction-Kriegsfilm wie „Edge of Tomorrow“ oder sogar als Slasher wie „Happy Deathday“. Die echt simple Prämisse ist aber auch einfach reizvoll und „Boss Level“ gelingt es nun, der Erzählweise ein paar weitere Facetten abzugewinnen.
 
 
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Ohne irgendwelches Vorwissen wird der Zuschauer sofort in eine Prämisse geworfen, in welcher er Roy bei der morgendlichen Routine zuschaut. Diese sieht so aus, dass er erst mal einen Angreifer abwehren muss und kurz danach auch schon von einem Helikopter aus beschossen wird. Roy erklärt schnell was Sache ist: Er macht diesen Tag schon eine gefühlte Ewigkeit durch und stirbt er, beginnt das Spiel einfach von vorne. Warum das Ganze stattfindet, weiß Roy nicht, nur dass es mit seiner Ex Jemma zu tun haben muss, die an einem geheimen Projekt der Spindel der Osiris arbeitete. Um mehr zu erfahren, muss Roy zunächst überleben. Das Grundprinzip ist alles andere als neu, wird aber zumindest erfrischend verpackt und mit einigen Merkmalen des Videospiels bereichert. Meistens beginnen Filme der Marke „Murmeltier“ damit, dass man jeden Tag erneut mit dem Protagonisten erlebt. „Boss Level“ steigt einfach mitten ein und erklärt die Dinge erst hinterher. Das sorgt schon mal für Abwechslung. Etwas Neues hat das Drehbuch dabei kaum zu erzählen und mit Hintergründen gibt man sich arg bedeckt, aber was für eine größere Logik erwartet man bei einem solchen Film auch schon? Sicherlich hätte man manchmal für etwas authentischeren Tiefgrund sorgen können, doch im Großen und Ganzen überzeugt das Drehbuch mit halbwegs originellen Ideen und mit einem anfangs enorm flotten Tempo.
 
 
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Der Start ist echt grandios gestaltet, setzt aber auch sofort sehr hohe Erwartungen. Die ersten zehn Minuten sind an Geschwindigkeit und Gags kaum noch zu überbieten. Das geht alles dermaßen schnell, dass man sich nahezu überrannt fühlt, aber dieses Gefühl macht mächtig Laune. Stilmittel wie die Stimme aus dem Off und Anspielungen auf Videospiele funktionieren auf Anhieb gut. Danach geht „Boss Level“ jedoch so langsam vom Gas und mit einigen Rückblicken verleiht man der Geschichte mehr Hand und Fuß. Spätestens in der zweiten Hälfte sorgt das manchmal für ein paar Längen, denn das starke Anfangstempo kann nicht gehalten werden und nicht jede kleine, ruhige Szene hätte es zwangsläufig gebraucht. Dafür gestaltet sich das letzte Drittel dann etwas anders, als erwartet und das offene Ende passt irgendwie ganz gut. Wenn man hier auf die Kacke haut, dann macht man das auch richtig, was sich in den vielen Actioneinlagen zeigt. Bereits der Anfang macht keine Gefangenen. Da werden munter Köpfe abgeschlagen, Körper mit Kugeln oder anderen Dingen durchsiebt und es dürfen viele Gegenstände in die Luft fliegen. „Boss Level“ bietet dabei sogar überraschend hochwertige Effekte. Natürlich sieht man einigen die Herkunft aus dem Computer an, aber einiges stammt auch von Hand und über ein mangelndes Gewalt-Level kann man sich echt nicht beklagen.
 
 
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Die Freigabe ab 16 Jahren scheint trotzdem berechtigt zu sein, weil sich der Film niemals besonders ernst nimmt und eher locker daherkommt. Zu dieser Gangart passt dann auch Hauptdarsteller Frank Grillo ideal. Er gibt sich selbstironisch und wirkt von der ersten Sekunde an völlig sympathisch. Die Nebenrollen sind allerdings auch nicht zu verachten und mit Namen wie Naomi Watts und Mel Gibson darf einem da schon das Wasser im Munde zusammenlaufen. Leider macht „Boss Level“ von diesen Talenten aber nicht so viel Gebrauch, weil beide wenig zu sehen sind. Gerade bei Gibson ist das doch sehr schade. Er bekommt so seine kleinen Momente spendiert, hätte aber ruhig länger zu sehen sein dürfen. Auch Ken Jeong wird mehr oder weniger verpulvert. Dennoch macht es Freude diese Darsteller zu betrachten. Dass die Figurenzeichnung dann eher konventionell daherkommt, wird wohl die wenigsten verwundern. So schlimm ist das im Endeffekt auch nicht, weil die Charaktere ihre gewisse, markante Art besitzen und sympathisch genug sind. Sympathien gehen dann noch an den Soundtrack, der mit schön viel Rock dienen kann und zu dem ganzen Szenario ideal passt.
 
 
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BOSS LEVEL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Perfekt ist „Boss Level“ mit Sicherheit nicht, aber eine spaßige Angelegenheit hat Regisseur Joe Carnahan hier schon gedreht. Die simple Handlung macht Laune, selbst wenn sie ruhig etwas mehr Hintergrundgeschichte besitzen hätte dürfen. Wer jedoch Bock auf eine simple, sinnbefreite Actionplatte hat, der kommt auf seine Kosten, weil es oftmals kracht und es nebenbei auch noch schön deftig zur Sache geht. Mit den Nebendarstellern hätte man etwas besser umgehen können und Fans von Gibson kommen nur bedingt auf ihre Kosten, aber Frank Grillo ist schon Entschädigung genug. Zwar kann das grandiose Anfangstempo nicht gehalten werden und es kommt innerhalb der 100 Minuten Laufzeit zu ein paar Längen, doch insgesamt wird man kurzweilig, actionreich und vor allen Dingen ziemlich spaßig unterhalten. Wenn es also mal wieder stupide, aber gut gemachte Unterhaltung sein darf, ist man bei „Boss Level“ definitiv an der richtigen Adresse.
 
 


 
 
 

BOSS LEVEL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Boss Level“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

BOSS LEVEL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) LEONINE (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Boss Level; USA 2021

Genre: Thriller, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englsich DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 101 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Making Of (8:18 Min.), Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 23.04.2021

 

Boss Level [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BOSS LEVEL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei LEONINE)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Edge of Tomorrow (2014)
 
Happy Deathday (2017)
 

Filmkritik: „Der Hexenclub“ (1996)

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DER HEXENCLUB

(THE CRAFT)

Story

 
 
 
Sarah besucht eine neue Schule und scheint das vierte Mitglied eines Hexenzirkels zu sein. Doch die Teenager haben keine Ahnung, auf welche Mächte sie sich einlassen.

 
 
 


 
 
 

DER HEXENCLUB – Kritik

 
 
Wenn es um Hexen geht, gibt es ganz unterschiedliche Herangehensweisen, wie Filme dieses Thema umsetzen. Manchmal als seriöser Horror, manchmal auch als Gruselkomödie. Wenn man es zusätzlich mit einem Werk aus den 90ern zu tun hat, liegt es nahezu auf der Hand, daraus einen Teenie-Horrorfilm zu machen. Das tat 1996 „Der Hexenclub“, der erst letztes Jahr eine Art Remake erhielt. Vielleicht hat der Streifen damals sein Publikum gefunden, doch heute kann man das am ehesten aus nostalgischen Gründen noch halbwegs genießen.
 
 
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Nach einem gescheiterten Selbstmordversuch zieht Sarah mit ihrem Vater um. An der neuen Schule findet sie gleich drei neue Freundinnen, die sich eher im Hintergrund bewegen. Nancy, Bonnie und Rochelle halten sich nämlich für Hexen und haben ihren eigenen Zirkel. Sie denken, dass Sarah die Vierte im Bunde sein soll, weil sie tatsächlich ein paar übernatürliche Fähigkeiten besitzt. Und siehe da: Mit Sarah im Zirkel funktioniert die Sache mit der Hexerei gleich viel besser. Sarah bemerkt allerdings zu spät, dass sie mit Mächten hantiert, die sie schwer kontrollieren kann und die anderen Mädels denken gar nicht daran aufzuhören. Das Drehbuch mag 1996 noch einigermaßen funktioniert haben, wirkt aus heutiger Sicht jedoch ziemlich lahm. Man hat einfach das Thema Hexen genommen und dieses mit einem typischen Teenie-Film kombiniert. Der Verlauf der Geschichte ist vorhersehbar und so richtig originelle Ideen findet man nicht. Außerdem ist das Treiben doch arg brav und sehr moralisch. Ein bisschen mehr Pfeffer hätte sicher nicht geschadet. Wo die Story etwas enttäuscht, kann sich aber wenigstens die Umsetzung teilweise sehen lassen.
 
 
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Von der Inszenierung her macht „Der Hexenclub“ nämlich nicht viel falsch. Dunkle Bilder paaren sich mit reichlich Gewitterblitzen, es gibt Schlangen, Käfer, Würmer zu sehen, Menschen können schweben, albtraumhafte Bilder werden hervorgezaubert. Zwar gewinnt der Film auch hier keinen Preis für Originalität, aber manche Effekte sind recht kreativ geraten und vor allen Dingen sehen sie sehr ordentlich aus. Dafür, dass das Werk bereits sein Vierteljahrhundert auf dem Buckel hat, lässt sich das hübsch anschauen. Billig wirkt hier sowieso nichts und Regisseur Andrew Fleming hat seine Arbeit solide gemacht. Leider mangelt es jedoch etwas an Atmosphäre. Man kann zwar von einem Horrorfilm sprechen, aber der Horror-Anteil ist doch relativ gering und lässt kaum Bedrohung entstehen. Für etwas mehr Grusel hätte man ruhig auch sorgen dürfen. Dafür hätte im Gegenzug der ganze Teenie-Anteil etwas zurückgeschraubt werden dürfen.
 
 
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Das hätte „Der Hexenclub“ vielleicht auch unterhaltsamer gemacht, denn besonders in der ersten Hälfte der 100 Minuten Laufzeit lässt man sich zu viel Zeit. Hier geht es fast durchgehend locker zur Sache und selbst wenn das kurzzeitig ganz amüsant sein mag, verstreicht zu viel Zeit für Belanglosigkeiten. Das wird hinterher zum Glück etwas besser und das Finale ist wirklich nicht schlecht ausgefallen, aber von Spannung kann man eher nicht sprechen und mehr Action wäre definitiv nicht verkehrt gewesen. Auch ein bisschen mehr Blut hätte fließen dürfen. Wirklich stark ist allerdings der Soundtrack ausgefallen, der so richtig schön nach den 90er Jahren klingt und sehr vielseitig ist.
 
 
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Über die Darsteller kann man sich nicht wirklich beklagen, aber Jubelstürme werden hier ebenfalls nicht ausbrechen. Robin Tunney macht ihre Sache noch am besten, kann ein paar Facetten mit ins Spiel bringen und wirkt allgemein ganz sympathisch. Etwas nervenstrapazierend ist die Darbietung von Fairuza Balk, die zwar nicht schlecht spielt, aber ab und zu doch etwas zu sehr übertreibt. Neve Campbell und Rachel True machen das Quartett vollständig, bleiben aber überwiegend im Hintergrund und fallen kaum auf. So wie jeder andere Darsteller hier auch. Ähnliches lässt sich über die Figurenzeichnung sagen, die doch eher flach bleibt und keinen echten Draht zu den Charakteren entstehen lässt.
 
 


 
 
 

DER HEXENCLUB – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Der Hexenclub“ wird am ehesten Kinder der 90er Jahre ansprechen und kennt man den Film von früher, sorgt er für einen angenehmen, nostalgischen Touch. Wirklich gut, macht ihn das jedoch keineswegs. Die Handlung ist dünn, wenig originell und zu vorhersehbar, die Darsteller agieren zwar passabel, können aber nicht viel reißen und die Figurenzeichnung ist zu oberflächlich. Die größten Qualitäten liegen in der handwerklichen Arbeit, denn die Effekte sehen ordentlich aus und die Inszenierung ist nicht verkehrt. Allerdings macht es sich der Unterhaltungswert zu gemütlich. Erst passiert lange nichts und auch hinterher kommt kaum Spannung auf. Das sehenswerte Finale und der tolle Soundtrack entschädigen zwar etwas dafür, doch insgesamt kann „Der Hexenclub“ es nicht über den Durchschnitt hinaus schaffen! Übrigens wurde mit „Blumhouse’s Der Hexenclub“ knapp 24 Jahre später eine überflüssige Fortsetzung nachgeschoben, die das Franchise wieder zum Leben erwecken sollte.
 
 


 
 
 

DER HEXENCLUB – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Der Hexenclub“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet. Im Jahr 1996 war diese Freigabe gerechtfertigt. Würde der Streifen heute neu bei der FSK vorgelegt werden, dürfte er wohl ohne Probleme eine FSK12 erhalten.
 
 
 


 
 
 

DER HEXENCLUB – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Craft; USA 1996

Genre: Horror, Thriller, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Arabisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Hindi, Norwegisch, Schwedisch, Türkisch; Englisch für Hörgeschädigte

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Kommentar des Regisseurs, Der Hexenclub jenseits der Kamera – Originaldokumentation, Entfallene Szenen mit optionalem Kommentar, Entstehung von „Der Hexenclub“, Trailer, BD-Live

Release-Termin: KeepCase: 08.10.2009

 

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DER HEXENCLUB – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blumhouse’s Der Hexenclub (2020)
 
Teen Witch (1989)
 
Der Pakt (2006)
 
Carrie 2 – Die Rache (1999)
 

Filmkritik: „Blumhouse’s Der Hexenclub“ (2020)

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BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB

(THE CRAFT – LEGACY)

Story

 
 
 
24 Jahre nach „Der Hexenclub“ wird es Zeit, die Geschichte um vier junge Hexen, die ihren eigenen Zirkel betreiben, noch mal neu zu erzählen.

 
 
 


 
 
 

BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB – Kritik

 
 
Remakes stehen in den letzten zwei Jahrzehnten wohl so hoch im Kurs, wie niemals zuvor. Und auch das Modell, dass man älteren Filmen einfach lange Zeit später eine Art Fortsetzung spendiert, ist momentan sehr beliebt. Wenn man die richtig bekannten Streifen durch hat, muss man irgendwann auf eher unbekanntere Filme zurückgreifen. Nach einem Remake von „Der Hexenclub“ hat sich bestimmt niemand gesehnt und wer nicht gerade mit dem 90er-Jahre-Kino groß geworden ist, kennt das Vorbild vielleicht nicht mal. Nun ist „Blumhouse’s Der Hexenclub“ aber trotzdem da und wäre dem nicht so gewesen, ihn hätte wohl niemand vermisst.
 
 
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Lily zieht mit ihrer Mutter in eine neue Stadt, denn Helen hat einen neuen Mann gefunden und will mit ihm zusammenziehen. An der neuen Schule blamiert sich Lily gleich am ersten Tag, aber sie hat Glück und findet drei neue Freundinnen. Diese sind schon lange auf der Suche nach einem vierten Mitglied für ihren Hexen-Zirkel. Obwohl Lily sich mit so einem Zeug gar nicht auskennt, stellt sie bald fest, dass sie tatsächlich übernatürliche Fähigkeiten besitzt. Das nutzen die Mädels zu ihrem Vorteil, aber im Verborgenen liegt auch ein Feind, der sich erst spät zu erkennen gibt. Ist das nun eine Fortsetzung oder ein Remake? Eine berechtigte Frage, auf die es keine klare Antwort gibt. Ungefähr zwei Drittel von „Blumhouse’s Der Hexenclub“ wirken wie ein Remake, in welchem man ungefähr dasselbe Szenario zu sehen bekommt, welches es im Original bereits gab. Erst zum Schluss hin macht man daraus doch eher eine Art Fortsetzung, wobei alles sehr konstruiert und wenig glaubwürdig wirkt. Sowieso ist das Drehbuch sehr vorhersehbar, dient mit keinerlei Überraschungen und wirkt abgedroschen. Schon das Original war keine Bombe in Sachen Originalität, doch was einem hier geboten wird, befindet sich nicht mal auf Serien-Niveau.
 
 
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Hier überhaupt noch von einem Horrorfilm zu sprechen, grenzt an einer Frechheit. Den Teenie-Anteil (der schon im Vorgänger zu hoch war) hat man noch ausgebaut. Nun geht es um Dinge wie Sexualität und Familientragödien. Da fühlt man sich eher wie in einer Teenie-Seifenoper. Das Schlimme daran ist, dass „Blumhouse’s Der Hexenclub“ diese Schiene konsequent durchzieht und erst in den letzten zehn Minuten versucht Spannungs-Elemente mit einzubauen. Von Horror ist auch hier keine Spur; eher fühlt man sich wie in billiger Fantasy. Wenn der böse Antagonist dann mal schnell von vier Mädels platt gemacht wird, die ihre Kräfte erst seit kurzem besitzen, ist das nicht nur unglaubwürdig, sondern so plump, dass es ärgerlich wird. Ansonsten werden ein paar harmlose Zaubereien betrieben, die mit reichlich Glitzer daherkommen. Das fühlt sich eher so an, als wäre der Film für ein weibliches Publikum zwischen zehn und 14 Jahren gemacht worden. Der Erwachsene schaut völlig in die Röhre. Es gibt keinen guten Humor, so gut wie keine Action, keine Spannung, keine Bedrohung, keinen Horror. Nur Teenie-Geplänkel auf unterem Niveau. Dass die handwerkliche Arbeit halbwegs in Ordnung ist, bringt dem Werk da auch nichts mehr.
 
 
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Es herrscht einfach durchgehende Langeweile und man kann froh sein, dass nach 85 Minuten der Abspann erscheint. Obwohl „Blumhouse’s Der Hexenclub“ mit ein paar prominenten Namen wie Michelle Monaghan und David Duchovny aufwarten kann, wird er dadurch nicht positiver, weil beide sich absolut anpassen und gelangweilt agieren. Die neue Hauptrolle wird von Cailee Spaeny noch ganz passabel gespielt, aber alle anderen Darsteller verpuffen im Nichts, sind kein Stück markant und bleiben keine Minute nach Filmende in Erinnerung. Der kleine Cameo-Auftritt von Fairuza Balk am Ende ist zwar nett gemeint, bringt jedoch ebenfalls nichts. Ein weiteres Problem ist die durchgehend uninteressante Figurenzeichnung, die keinerlei Sympathien aufkommen lässt. Hier ist einfach alles belanglos. Selbst der Soundtrack, der nun natürlich gefüllt ist mit modernem Pop.
 
 


 
 
 

BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Wem „Der Hexenclub“ von 1996 schon zu weichgespült war, der lässt von „Blumhouse’s Der Hexenclub“ am besten die Finger, denn hier gibt es einen reinen Teenie-Film mit vereinzelten Fantasy-Momenten, aber auf gar keinen Fall Horror! Überwiegend gibt es eine noch viel harmlosere Variante des Originals zu sehen und am Ende versucht man sich als Fortsetzung darzustellen, was jedoch völlig unglaubwürdig und konstruiert wirkt. Die handwerkliche Arbeit geht noch als okay durch, wobei der Film nicht gerade aufwendig gestaltet wurde und die Darsteller liefern keine Totalkatastrophen ab, wirken aber allesamt austauschbar und gelangweilt. Das ist von vorne bis hinten enorm fad, niemals unterhaltsam und dass man erst in den allerletzten zehn Minuten daran denkt, vielleicht noch etwas Spannung zu kreieren, sagt eigentlich schon alles. Als Kinderfilm vielleicht noch halbwegs brauchbar, als Horrorfilm eine Nullnummer!
 
 


 
 
 

BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Blumhouse’s Der Hexenclub“ ist ungeschnitten und – anders als sein Vorgänger – bereits für Zuschauer ab 12 Jahren geeignet. Das verwundert wenig, ist „Blumhouse’s Der Hexenclub“ doch eher ein Teenie-Film und hat wegen der seichten Inszenierung kaum Gewalt zu bieten.
 
 
 


 
 
 

BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Craft: Legacy ; Kanada | USA 2020

Genre: Horror, Drama, Fantasy

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1, Russisch (Voice-Over) DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Arabisch, Dänisch, Estnisch, Finnisch, Französisch, Lettisch, Litauisch, Niederländisch, Norwegisch, Russisch, Schwedisch, Spanisch, Türkisch, Ukrainisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Minuten

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Featurette: Blumhouse-Franchise & Starke Geschichte, Featurette: Magische Regisseurin, 4 alternative Szenen (mit Einleitung von Regisseurin Zoe Lister-Jones)

Release-Termin: KeepCase: 11.02.2021

 

Blumhouse’s Der Hexenclub [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BLUMHOUSE’S DER HEXENCLUB – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Hexenclub (1996)
 
Teen Witch (1989)
 
Der Pakt (2006)
 
Carrie 2 – Die Rache (1999)