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Mysterythriller

Filmkritik: „Ghost House“ (2017)

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GHOST HOUSE

Story

 
 
 

Ein Urlaub mit Schrecken: Zwei Urlauber werden in Thailand von einem Geist verfolgt, der offenbar eine Leidenschaft fürs Terrorisieren von Touristen besitzt.

 
 
 


 
 
 

GHOST HOUSE – Kritik

 
 
 
Vermutlich glauben nur die wenigsten Leser hier an Geister oder Gespenster. In aufgeklärten Zeiten wie der unseren ist das aber auch kein Wunder, gehören Dämonen, Spuk und Geisterwesen in die Welt des Aberglaubens, mit denen man vor allem Kindern gern mal einen Schreck einjagen kann. Anders sieht es da in Thailand aus, denn dort ist der Glaube an Geister weit verbreitet. So ist es nicht unüblich einen eigenen Haus- und Hofgeist zu haben, der natürlich gebührend beherbergt werden muss! Thais glauben nämlich, dass jedes Stück Land von einem Geist bewohnt wird. Will man darauf ein Haus bauen, nimmt man der rastlosen Seele das Zuhause weg. Um die Kreaturen nicht zu verärgern, bauen ihnen die Thailänder eigene Häuschen und richten diese gemütlich ein. Die stehen in der Regel an Grundstücksgrenzen, damit unliebsame Menschen möglichs früh von den Bewohnern der kleinen Häuser vertrieben werden können. Genau jene Thematik liegt dem folgenden GHOST HOUSE zugrunde. Hier muss die interessante Folklore aber als Alibifunktion herhalten, damit lautes Spuktheater veranstaltet werden kann. Regisseur RICH RAGSDALE nutzt Thai-Legenden aus, um das Massenpublikum mit oberflächlicher Gruselware zu beglücken. GHOST HOUSE ist demzufolge eher Gruselhappen ohne Überraschungen. Wer mehr über die kleinen Geisterhäuser im Film wissen möchte, muss selbst recherchieren.
 
 
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Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn sich Julie (SCOUT TAYLOR-COMPTON aus 247°F) und Jim (JAMES LANDRY HÉBERT aus CARNAGE PARK) vor ihrem Trip nach Thailand Reiseführer besorgt und diese auch studiert hätten. Dann wäre ihnen so manch Problem im Reiseland erspart geblieben. Die wollen dort heilige Geisterschreine – auch San Phra Phum genannt – fotografieren, ohne sich davor ausführlich mit diesen unheimlichen Gegenständen auseinandergesetzt zu haben. Die Lehre folgt auf dem Weg. Zwei Briten nutzen die Unwissenheit der Touristen aus, um ihnen etwas Furchtbares anzuhängen. Sie führen das ahnungslose Paar zu einem besonders gefürchteten Exemplar, wo Julie eine mysteriöse Figur aus genanntem Schrein entwendet und so den Zorn eines besonders bösen Geistes auf sich lenkt. Da ist plötzlich Schluss mit Reise- und Entdeckungslust. Eine grimmige Geisterfrau heftet sich an die Fersen der attraktiven Urlauberin und beschert ihr die Hölle auf Erden. Gut, dass Jim seine Freundin liebt. Der versucht dem Spuk ein Ende zu bereiten und findet heraus, dass die Liebste unter einem Fluch steht. Leider hat er nur drei Tage Zeit, um das Desaster rückgängig zu machen. Anderenfalls ist die Liebe seines Lebens für immer verloren. Ob am Ende alles gut wird? Man wird sehen.
 
 
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Wenn Amerikaner Gruselfilme drehen, die sich mit fremden Bräuchen und Traditionen beschäftigen, kann in der Regel nur überflüssiger Nonsens entstehen. GHOST HOUSE ist nichts anderes, als ein weiterer Versuch mit fernöstlicher Mythologie Kasse zu machen. Der Film macht es den Neuverfilmungen THE GRUDGE oder RING gleich und bringt seichte Gruselei ins Heimkino, die sich fremder Folklore bedient von der hierzulande nur die wenigsten gehört haben. Das mag sich zwar auf den ersten Blick erfrischend oder gar interessant anhören. Das Ergebnis wurde aber einfältig amerikanisiert, so dass die Erforschung thailändischen Geisteraberglaubens zügig ins Abseits gerät. GHOST HOUSE klappert ab, was eigentlich nicht neu ist und in so jedem Geisterfilm abgehandelt wird. Ein Geist ist wütend und treibt allerhand Schindluder mit seinen Opfern. Dabei wird der Zorn durch Einsatz möglichst fieser Schreckmomente, unheimlicher Geräuschkulisse und düsterer Optik zum Ausdruck gebracht. Leider wirken viele Schockmomente abgenutzt, denn sonderlich originell wird nicht erschreckt. So erscheint die garstige Kreatur der heimgesuchten Filmheldin in unmöglichsten Momenten abrupt und treibt ihr Opfer damit in den Wahnsinn. Immerhin besitzt GHOST HOUSE trotz Jump Scares und vorhersehbarer Handlung reichlich Tempo, das den konventionellen Spuk-Brei halbwegs unterhaltsam gestaltet. Die Protagonisten müssen einen Weg finden, den Fluch zu brechen und holen sich Rat bei Einheimischen, die selbstverständlich wissen wie man dem Spuk ein Ende bereiten muss. Klingt abgedroschen, ist es auch. Für Fans von DER FLUCH VON DARKNESS FALLS oder DON’T KNOCK TWICE vermutlich dennoch einen Blick wert. Ein informatives Buch über die sogenannten Geisterhäuser in Thailand dürfte hingegen wohl mehr Gänsehaut bescheren.
 
 
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GHOST HOUSE – Fazit

 
 
 

6 Punkte Final

 
 
 
Andere Länder, andere Sitten: Konventionelles Spuktheater, das sich zwar thailändischer Folklore bedient aber dann doch aussieht, wie Geister-Allerlei großer amerikanischer Studios. Visuell kann GHOST HOUSE überzeugen. Der Gruselstreifen schaut atmosphärisch aus und auch obligatorische Schreckmomente verfehlen ihre Wirkung nicht. Leider geht der Film zu beliebig vor und hebt sich nicht von den üblichen Konsorten ab. Wieder einmal treibt ein Geist Schabernack. Die Filmhelden müssen Antworten finden und den Unruhestifter in seine Schranken weisen. Sonderlich neu oder originell ist das nicht. Wegen der straffen Inszenierung ist GHOST HOUSE zumindest halbwegs unterhaltsam – Langeweile kommt nämlich kaum auf. Dennoch bleibt nach Sichtung nicht sonderlich viel hängen, weil GHOST HOUSE ein typischer Vertreter der Sorte „einmal gesehen und schnell wieder vergessen“ ist. Aufgrund der interessanten und unverbrauchten Thematik über thailändische Geisterschreine irgendwie schade.
 
 
 


 
 
 

GHOST HOUSE – Zensur

 
 
 
GHOST HOUSE hat kaum Gewaltmomente zu bieten. Hier handelt es sich in erster Linie um einen Gruselstreifen, der von Schocks und Schreckmomenten lebt. Immer wieder taucht die Geisterfrau unverhofft auf, um der Filmheldin den Verstand zu rauben. Gewalttechnisch gibt es nur einen abgeschnittenen Finger zu sehen – das war’s. Hierzulande dürfte der Streifen wegen seiner gruseligen Momente eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

GHOST HOUSE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Fluch – The Grudge (2004)
 
Drag Me to Hell (2009)
 
Don’t Knock Twice (2016)
 
Der Fluch – The Grudge 2 (2006)
 
The Eye (2002)
 
Make Me Shudder (2013)
 
Der Fluch von Darkness Falls (2003)
 

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Filmkritik: „Dave Made a Maze“ (2017)

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DAVE MADE A MAZE

Story

 
 
 

Ein selbstgebautes Labyrinth – das offenbar als Metapher für die Midlife-Crisis eines jungen Mannes dienen soll – gerät aus den Fugen. Erbauer Dave hat sich selbst darin verlaufen und weiß nicht mehr weiter. Da ist guter Rat teuer.

 
 
 


 
 
 

DAVE MADE A MAZE – Kritik

 
 
 
Wenn man so etwas toleriert, muss es wahrlich Liebe sein. Als Annie (MEERA ROHIT KUMHANI) eines Abends von einem anstrengenden Tag nach Hause kommt, traut sie ihren Augen nicht. Die Wohnstube ist mit Pappkartons übersät und von Freund Dave (NICK THUNE) weit und breit keine Spur. Doch der ist gar nicht so weit, wie die Liebste anfangs vermutet. Der kreative Tüftler sitzt nämlich inmitten seiner Papp-Konstruktion und findet nicht mehr heraus. Dave hat aus Schachteln ein Labyrinth gebaut, das ein skurriles Eigenleben führt. Was von außen klein erscheint, ist nämlich im Inneren riesig. Trotz aller Warnungen wird ein Rettungsversuch gewagt. Zusammen mit einigen Freunden betritt Freundin Annie den seltsamen Irrgarten und bringt sich dabei in Gefahr. Was leider niemand ahnt: Die komplexe Konstruktion ist mit Fallen gespickt. Zudem zieht ein aggressiver Minotaurus in den Gängen seine Runden. Was folgt ist ein entdeckungsreicher Ausflug mit surrealen Vorkommnissen, den keiner der Anwesenden so schnell vergessen wird.
 
 
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Von Helden, die sich in bemalte Handpuppen aus Pappe verwandeln und Lebenssaft, der in Luftschlangen-Form aus Körpern tritt. Was nur haben Drehbuchautor STEVEN SEARS und Regisseur BILL WATTERSON geraucht, um auf so sonderbare Ideen zu kommen? DAVE MADE A MAZE ist zweifelsohne einer der abgefahrensten Filme des Jahres 2017 und beweist mal wieder eindrucksvoll, dass solch absurde Streifen eigentlich nur aus dem Indie-Bereich kommen können. Ausschließlich hier entsteht Unkonventionelles, was sich große Studios in der Regel nicht trauen zu produzieren. Das ist offenbar auch gut so. Selten hat man einen so ungewöhnlichen Streifen zu sehen bekommen, der sich dazu auch noch weigert, ernst genommen zu werden. Gebotenes macht keinen Sinn und lebt in erster Linie von kreativen Einfällen, die DAVE MADE A MAZE über Wasser halten. Die Sache hat nur einen Haken. Inhaltlich wird auf Sparflamme geköchelt, was den positiven Gesamteindruck trübt. Die wenigen Protagonisten irren durch Pappräume, quasseln lustige Sprüche und versuchen einen Weg nach Draußen zu finden. Weil das Labyrinth aber ein Eigenleben führt und stetig wächst, wird das Herauskommen zum Kraftakt.
 
 
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Trotz surrealer Bilderflut und liebevoll gestalteter Pappkulisse ist DAVE MADE A MAZE ein zweischneidiges Schwert. Dem Film mangelt es an Substanz und auch ein Spannungsbogen ist kaum zu verzeichnen. Der Streifen hangelt sich von Einfall zu Einfall, besitzt aber weder Tiefe noch Botschaft. Ein bedauerliches Fiasko, das angesichts der Ausstattung übel aufstößt, weil Regisseur BILL WATTERSON viel Herzblut in die visuelle Umsetzung seiner Ideen investiert haben muss. Der zeigt hier mit viel Liebe zum Detail, dass Filme auch mit schmalem Geldbeutel gedreht werden können und dazu auch noch nach was ausschauen. Wem das bewusst ist und sich auf dieses groteske Filmerlebnis einlässt ohne Erwartungen zu stellen, könnte dennoch gut unterhalten werden. Das kann DAVE MADE A MAZE tadellos. Zum neuen Kultfilm fehlt jedoch noch ein Stück.
 
 
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DAVE MADE A MAZE – Fazit

 
 
 

6 Punkte Final

 
 
 
Schon mal einen Minotaurus aus Pappe gesehen, der Jagd auf Menschen macht? Wenn dem nicht so sein sollte, könnte ein Blick in DAVE MADE A MAZE Erleuchtung bringen. Hier will ein Mittdreißiger der Midlife-Krise entkommen und allen zeigen, dass er auch etwas auf die Beine stellen kann, von dem die Leute reden werden. Prompt bastelt er an einem Labyrinth aus Pappe, das sich bald verselbstständigt. DAVE MADE A MAZE macht visuell alles richtig. Der Streifen sieht nach deutlich mehr aus, als er vermutlich gekostet hat. Regisseur BILL WATTERSON hat mit dem ersten Spielfilm eine sonderbare Welt aus Pappe kreiert, die man in derart Form vermutlich noch nie auf der Mattscheibe hatte. Optischen Gags und kreative Einfälle gibt es hier en masse. Leider hapert es etwas mit der Geschichte. Die will trotz visuellem Detailreichtum irgendwie nicht so recht zünden. Demnach lebt DAVE MADE A MAZE ausschließlich von seinen surrealen Bildern, hat aber sonst wenig zu bieten. Ob visuelle Raffinessen allein ausreichen, um 80 Minuten zu füllen, sollte jeder selbst für sich ergründen. Uns war’s leider etwas zu wenig.
 
 
 


 
 
 

DAVE MADE A MAZE – Zensur

 
 
 
Blut oder Gewalt gibt es eigentlich gar nicht zu sehen. Der Irrgarten ist mit Fallen übersät denen die Freunde von Filmheld Dave nacheinander zum Opfer fallen. Statt Blut fliegen aber rote Luftschlangen durch die Luft. Zudem werden die Morde humoristisch dargestellt und wirken zu keiner Zeit hart. Deshalb dürfte DAVE MADE A MAZE eine FSK12 erhalten.
 
 
 


 
 
 

DAVE MADE A MAZE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
My Name Is Bruce (2007)
 
Bubba Ho-Tep (2002)
 
Jumanji (1995)


Filmkritik: „Camera Obscura“ (2017)

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CAMERA OBSCURA

Story

 
 
 

Ein Veteran und Ex-Kriegsfotograf kommt dem Sensenmann in die Quere. Mit einer Kamera kann er den Tod von Menschen voraussehen und versucht dadurch Leben zu retten. Ein fataler Fehler – wie sich bald herausstellen wird.

 
 
 


 
 
 

CAMERA OBSCURA – Kritik

 
 
 
Wäre es nicht schön, wenn man den Sensenmann überlisten und dadurch den Tod unschuldiger Menschen verhindern könnte? Was bereits mit Filmen wie FINAL DESTINATION oder TELL ME HOW I DIE packend fürs Kino umgesetzt wurde, soll jetzt noch einmal für schnellen Herzschlag sorgen. CAMERA OBSCURA nennt sich ein weiterer Streifen, der sich mit jener hilfreichen Gabe beschäftigt, die Pläne von Gevatter Tod zunichte macht. Diesmal sind es aber keine Visionen oder Tagträume, die das baldige Ableben von Menschen voraussagen. In diesem, vom Horrorkanal CHILLER produzierten Gruselstreifen ist es eine alte Kamera, die Fluch und Segen zugleich ist. Die fällt Veteran und Ex-Kriegsfotograf Jack Zeller (CHRISTOPHER DENHAM aus THE BAY) in die Hände. Freundin Claire (NADJA BOBYLEVA) möchte ihrem Liebsten was Gutes tun und ersteigert die alte Fotokiste auf einer Auktion, um sie ihm als Geburtstagsgeschenk zu übergeben. Da Jack in der Vergangenheit viel Elend und Leid festgehalten hat, ist er über das Geschenk anfangs nicht sonderlich erfreut. Doch er gibt sich einen Ruck und setzt seine Fotoarbeiten mit dem antiken Gerät fort. Leider passieren bald seltsame Dinge. Die ersten Abzüge zeigen nämlich Motive, die der erfahrene Fotograf gar nicht geknipst hat. So sind auf den Bildern tote Menschen zu sehen, die auf schreckliche Weise ihr Leben verloren haben. Das Mysterium löst sich bald auf. Die neue, alte Kamera hält nämlich die Zukunft fest. Auf den Bildern sind Menschen zu sehen die bald sterben werden. Für Jack Anlass genug, um deren Leben zu retten. Leider versteht der Sensenmann mit ambitionierten Lebensrettern so gar keinen Spaß. Der erteilt dem eifrigen Fotografen eine Lektion und führt Jack so in einen Teufelskreis aus dem es bald kein Entkommen mehr gibt.
 
 
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CHILLER FILMS macht’s noch mal mit kleinem Budget und strickt makabren TV-Horror, der gern mal die nicht minder gemeinen Episoden der beliebten TV-Serie GESCHICHTEN AUS DER GRUFT in Erinnerung ruft. CAMERA OBSCURA ist nämlich von der bitterbösen Sorte und spinnt hier ein Geflecht aus makabren Ideen, die das Lachen im Halse stecken lassen. Die Hilfsbereitschaft des Helden nimmt nämlich bald sonderbare Züge an. Um das Leben eines Menschen zu retten, der auf den Fotos bereits als Leiche zu sehen ist, muss ein anderen in genau jener Position sterben, wie es das Foto zeigt. So wird aus Jack bald ein Killer, der im Rettungswahn Menschen tötet und irgendwann die Kontrolle verliert. Die Verwandlung ist nachvollziehbar. Weil man dem Sensenmann in die Quere kommt, wird der Tod erfinderisch. Der schreibt die Zukunft neu und setzt die Liebste des selbstlosen Retters auf die Todesliste. Was folgt kann man sich ausmalen. Um das Leben der Angebeteten zu retten, nimmt Jack alles in Kauf. Das sorgt für unangenehme Filmmomente, die in CAMERA OBSCURA natürlich nicht unblutig in Szene gesetzt werden, weil Effekt-Künstler ROBERT KURTZMAN verantwortlich zeichnet. Letzterer ist kein unbeschriebenes Blatt und dürfte vielen Horrorfilmfans ein Begriff sein. Der Effekte-Guru hat nämlich die Spezialeffekte für viele Genrestreifen beigesteuert. Darunter für Hits wie WISHMASTER, FROM DUSK TILL DAWN oder SCREAM. Vom Hit ist CAMERA OBSCURA aber weit entfernt. Das Problem: Der Film fokussiert hauptsächlich das unkontrollierte Ausradieren von Menschen und vernachlässigt dabei den psychischen Abstieg des Filmhelden, der vom Einsatz als Kriegsfotograf schwer traumatisiert ist. Hin und wieder macht Regisseur AARON B. KOONTZ das psychische Ungleichgewicht der desorientierten Filmfigur zum Thema, verliert aber dessen Schicksal zugunsten blutiger Goreszenen gern mal aus den Augen, um die Mattscheibe rot zu färben. So ist CAMERA OBSCURA nur Halbgares, das zumindest spannend inszeniert wurde. Dennoch will man das Gefühl nicht loswerden, als hätte Macher AARON B. KOONTZ hinter die Fassade des Filmhelden schauen wollen, wurde aber vom Studio gebremst. Fans gemeiner Genrefilme dürfte das aber nicht weiter stören. Die werden mit CAMERA OBSCURA gut unterhalten, denn trotz mangelnder Tiefe kann dieser Horrorstreifen mehr als die Vielzahl Filme neueren Datums, die für den Videomarkt produziert werden. Den bitterbösen Morden sei Dank.
 
 
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CAMERA OBSCURA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Blutig-makaberer Horrorstoff, der den Begriff „Lebensretter“ aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet. CAMERA OBSCURA ist die Spielfilmversion eines Kurzfilms mit dem Titel APERTURE den Regisseur AARON B. KOONTZ bereits 2015 gedreht hat. Letzterer feiert mit dem bitterbösen Kamera-Horror CAMERA OBSCURA sein Langfilmdebüt, konnte sich aber in der Vergangenheit schon mal als Produzent von so Streifen wie STARRY EYES einen Namen machen. Von der Schockwirkung genanntem Indie-Krachers ist CAMERA OBSCURA aber noch weit entfernt. Der Film hat zwar seine Momente, verliert sich aber in der zweiten Hälfte im unkontrollierten Ausradieren von Menschen und vernachlässigt dabei Geschichte und Figuren. So wird die Charakterentwicklung von Held Jack im Film sehr stiefmütterlich behandelt, was dazu führt, dass die Figur dem Zuschauer gleichgültig wird. Für einen Horrorfilm etwas ungeschickt, ist der Held in diesen Filmen doch gleichzeitig auch Identifikationsfigur fürs Publikum. Das macht CAMERA OBSCURA etwas einseitig und vor allem beliebig. Kurzweilig ist der Streifen aber allemal. Wer trotz reißerischer und erfrischender Idee Erwartungen herunterschraubt, könnte daher gut unterhalten werden.
 
 
 


 
 
 

CAMERA OBSCURA – Zensur

 
 
 
Schwer zu sagen, ob CAMERA OBSCURA hierzulande eine FSK16 erhalten wird. In einigen Momenten geht nämlich ganz schön die Post ab. Zwar wird nicht immer explizit mit der Kamera draufgehalten, wenn gemordet wird. Dafür wird umso häufiger gemordet. Bei einige dieser Kills fließt doch schon sehr viel Lebenssaft, zumal die Todeskämpfe teils sehr lang und schmerzhaft zelebriert werden. Man darf mit einer ungeschnittenen Freigabe mit rotem FSK-Flatschen rechnen.
 
 
 


 
 
 

CAMERA OBSCURA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Chiller Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tell Me How I Die (2016)
 
Final Destination (2000)
 
Final Destination 2 (2003)
 
Final Destination 3 (2006)
 
Final Destination 4 (2009)
 
Final Destination 5 (2011)
 


Filmkritik: „Rings“ (2016)

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RINGS

(RING 3)

Story

 
 
 
Fortsetzung und gleichzeitig Reboot zum amerikanischen Horrorfilm THE RING von 2002. Auch im dritten Film machen Menschen Bekanntschaft mit einem unheimlichen Geistermädchen, weil sie ein schauriges Videoband angesehen haben.

 
 
 


 
 
 

RINGS – Kritik

 
 
 
Die 2000er Jahre waren ein wichtiges Jahrzehnt – vor allem für das Horror-Genre. Profitorientierte Filmstudios und Filmproduzenten aus Amerika kamen nämlich auf die glorreiche Idee mit Neuverfilmungen beliebter Horrorstreifen Geld zu verdienen. Das stieß zwar nicht bei jeden Fans auf Zustimmung, ließ aber Kassen klingeln. Weil beinahe jedes Horror-Remake ein Hit wurde, entwickelte sich bald eine regelrechte Flut an Neuverfilmungen, die vor keinem Horrorklassiker Halt machte. So entstanden Neuinterpretationen reißerischer Streifen, die in den 1970er und 1980er für Furore gesorgt haben. Darunter: THE HILLS HAVE EYES, DAWN OF THE DEAD oder das berüchtigte TEXTAS CHAINSAW MASSACRE. Aber nicht nur Altbewährtes wurde für Geld noch einmal durch den Fleischwolf gejagt. Auch beliebte Hits aus Fernost mussten herhalten und wurden von amerikanischen Filmemachern ansprechend neu verfilmt, damit möglichst viel Reibach gemacht werden kann. So entstanden Remakes von Filmen wie A TALE OF TWO SISTERS, INTO THE MIRROR oder auch RING. Letzterer mauserte sich 2002 zum Überraschungserfolg und zog drei Jahre später eine Fortsetzung nach sich, die aber nicht mehr an die Erfolge des Vorgängers anknüpfen konnte. Mittlerweile ist über ein Jahrzehnt vergangen. Dennoch zog man das zornige Geistermädchen Samara noch einmal aus ihrem Brunnen, um es ein weiteres Mal auf den Kinogänger loszulassen. Entstanden ist RINGS – Teil drei der amerikanischen RING-Serie, der sich zumindest visuell an den Vorgängern orientiert.
 
 
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Das Geistergör Samara ist wieder da und verbreitet erneut Angst und Schrecken. Diesmal steht Biologieprofessor Gabriel (JOHNNY GALECKI aus dem 90er TV-Quotenhit ROSEANNE) im Mittelpunkt, der auf einem Trödelmarkt einen alten VHS-Rekorder kauft und darin ein ominöses Videoband entdeckt. Natürlich wird es abgespielt. Darauf entdeckt er verstörende Bilder, die nichts Gutes verheißen. Wenig später klingelt das Telefon. Geistermädchen Samara teilt dem Professor mit, dass er noch sieben Tage zu leben hat. Doch der findet eine Lösung um den vorausgesagten Tod zu entkommen. Weniger Glück hat dagegen Studentin Julia (MATILDA ANNA INGRID LUTZ). Die kommt bei ihrer Suche nach Freund Holt (ALEX ROE) auch in Kontakt mit dem schaurigen Video und bangt um ihr Leben. Doch offenbar ist sie auserwählt. Geistermädchen Samara scheint ein besonderes Interesse an der jungen Frau zu haben. Letztere wird auf eine mysteriöse Reise geschickt, während der es gilt weitere Details über das unfreiwillige Ableben des wütenden Waisenkinds in Erfahrung zu bringen.
 
 
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Die permanente Ideenarmut großer Studios nervt. Offenbar versucht man den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und kramt Filmrezepturen aus der Schublade, die vor vielen Jahren schon mal Kinosäle füllen konnten. Die PARAMOUNT STUDIOS brauchen wohl dringend Geld. Anders lässt sich nicht erklären, warum man ein Desaster wie RINGS in Produktion gegeben hat, das wohl zu den erzwungendsten Fortsetzungen gehört, die man in den letzten zwanzig Jahren zu sehen bekommen hat. Die Lieblosigkeit spürt man an allen Ecken und Kanten. Spannung fehlt, für Gruselmomente hatte man keine Zeit und an die für Horrorfilme obligatorischen Schreckmomente hat man erst gar nicht gedacht. RINGS erweckt den Eindruck, als habe man hier hastig was ins Kino bringen wollen, was normalerweise für den Videomarkt produziert wird. Der Film ist mehr Mystery-Schnitzeljagd als Horrorfilm und versucht krampfhaft weiterzuführen, was man mit RING im Jahr 2002 begonnen hat. Eigentlich wurde dort alles gesagt. Auch die Fortsetzung RING 2 von 2005 gab Antworten auf Fragen, die noch unbeantwortet waren. Demzufolge mutet RINGS überflüssig an, der künstlich Handlungsstränge spinnt, um das RING-Universum zwölf Jahre nach dem letzten Ableger ein weiteres Mal aufleben zu lassen. Leider ging die Rechnung nicht auf. RINGS blieb weit hinter den Erwartungen zurück und konnte international gerade einmal 88 Millionen Dollar (Stand Juni 2017) einspielen. Das ist gerade einmal die Hälfte dessen, was noch RING 2 an den Kinokassen einbringen konnte. Letztendlich ist das auch kein Wunder. Das Böse im Film kommt nämlich reichlich zu kurz. Geistermädchen Samara darf nur wenige Male aus Fernsehgeräten grabbeln. Das langweilt den Zuschauer, der außer ästhetischen Hochglanzbildern nur wenig Horror zu sehen bekommt. Vielleicht sollte man es dabei belassen. Die Ring-Akten wurden bereits 2005 geschlossen. Demzufolge wäre jedes weitere Sequel vergeudete Zeit.
 
 
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RINGS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine der wohl überflüssigsten Fortsetzungen, die man von einem erfolgreichen Horrorfilm zu sehen bekommen hat. RINGS ist Fortsetzung und Reboot zugleich und knüpft da an, wo die Reihe mit RING 2 im Jahr 2005 abgeschlossen wurde. Samaras Rückkehr ist eine Rückkehr mit Hindernissen. Das Sequel mit dem Titel RINGS sollte eigentlich schon im Mai 2015 in die Kinos kommen. Der Start wurde aber mehrfach verschoben. Offenbar war man nicht sonderlich überzeugt vom Resultat und ordnete Nachdrehs an. Die konnten aber auch nichts mehr retten, denn RINGS ist derart geist- und lieblos, dass Fans der Gruselreihe wohl bitter enttäuscht sein werden. RINGS ist nicht sonderlich spannend und befindet sich dramaturgisch auf TV-Niveau. Dabei wird weiter in der Vergangenheit von Geistermädchen Samara gegraben, die sich im neuen Ableger übrigens verdächtig wenig auf der Mattscheibe zeigt. RINGS ist eine Schlafpille vor dem Herrn. Besser man meidet diesen Zeiträuber aus der Traumfabrik und schaut sich noch einmal das japanische Original von 1998 an. Darauf basieren nämlich die amerikanischen RING-Teile.
 
 
 


 
 
 

RINGS – Zensur

 
 
 
RINGS hat kaum brutale Momente oder gar Schauwerte zu bieten. Es gibt einige Leichen mit schmerzverzerrten Gesichter zu sehen. Zudem fällt ein Mann die Treppe hinunter. Hierzulande hat RINGS eine FSK16 in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

RINGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PARAMOUNT PICTURES HOME ENTERTAINMENT DEUTSCHLAND

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rings; USA 2016

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DTS-HD MA 7.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Der Kreis des Schreckens schließt sich, Wiederbelebung der Toten: Die Rückkehr von Samara, Unheimliche Szenen, Entfallene / Erweiterte / Alternative Szenen

Release-Termin: 15.06.2017

 

Rings [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

RINGS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei PARAMOUNT PICTURES HOME ENTERTAINMENT DEUTSCHLAND)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
The Tag-Along (2015)
 
Grave Halloween (2013)
 
Ring: Kanzen-ban (1995)
 
Ring – Das Original (1998)
 
Ring 2 (1999)
 
Ring: Spiral (1998)
 
Ring Ø (2000)
 
Rasen (1999)
 
The Ring Virus – Kreaonisches Remake (1999)
 
Ring – Amerikanisches Remake (2002)
 
Ring 2 – Amerikanisches Remake (2005)
 
Ju-on: The Grudge (2002)
 


Filmkritik: „The Bride“ (2017)

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THE BRIDE

(NEVESTA)

Story

 
 
 
Post-mortem-Fotografie und ihre Folgen: Auf einem abgelegenen Landsitz soll die Hochzeit eines verliebten Pärchens gefeiert werden. Leider entwickelt sich die Feier zu einem Albtraum aus dem es bald kein Erwachen mehr gibt.

 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Kritik

 
 
 
Wer regelmäßig bei FILMCHECKER liest, hat vermutlich schon mitbekommen, dass wir gern auch mal über den Tellerrand schauen. So finden nicht nur Horrorfilme aus Übersee bei uns Beachtung. Ab und an erhalten wir auch Ansichtsexemplare von Filmen aus Ländern, von denen man bisher nicht einmal wusste, dass dort Horrorfilme produziert werden. Dabei ist uns in letzter Zeit vor allem Russland positiv aufgefallen, wo man offenbar am Horrorgenre Gefallen gefunden hat und gern mal schaurigen Filmstoff dreht, der auch über die Landesgrenzen hinaus Beachtung findet. Zuletzt war das bei Filmen wie PARANORMAL DRIVE, DIE DUNKLE GRÄFIN oder auch DER FLUCH DER HEXE – QUEEN OF SPADES der Fall. Zu genannten Angstmachern gesellt sich nun ein weiterer. Der nennt sich THE BRIDE und sorgt bereit mit einem furchteinflößenden Trailer für Gänsehaut. Gute Aussichten also. Nur, ob der Streifen auch das halten kann, was der unheimliche Werbefilm verspricht?
 
 
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Hochzeit mit Komplikationen und unheimliche Familientraditionen. Die attraktive Nastya und ihr Verlobter Ivan schweben im siebten Himmel. Deshalb soll jetzt auch der Bund der Ehe eingegangen werden. Doch die Hochzeit soll besonders werden. Deshalb hat man sich für Zeremonie und Feier das abgelegene Grundstück von Ivans Familie ausgesucht. So weit, so gut. Leider kommt natürlich alles anders – schließlich ist THE BRIDE ein Horrorstreifen und kein Liebesfilm. So verhält sich die Familie des Angebeteten plötzlich alles andere als normal. Da wird hinter Türen geheimnisvoll geflüstert und getuschelt. Offenbar soll der verunsicherten Nastya etwas verheimlicht werden. Die forscht nach und macht eine schreckliche Entdeckung. Hier soll keine Hochzeit gefeiert werden. Die Familie plant eine Willkommensfeier der etwas anderen Art. Was das genau bedeutet, soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden. Für die nichtsahnende Heldin von THE BRIDE entwickelt sich dieser Landausflug zumindest zum Albtraum. Als hätte man es geahnt.
 
 
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THE BRIDE (oder NEVESTA – so wie der Streifen in Russland vermarktet wird) ist kurzweiliges Gruselvergnügen, das Grauen langsam heraufbeschwört und erst im Finale das Gruselfeuerwerk aus der Effektkiste kramt. Damit macht es der russische Geisterfilm dem internationalen Gruselmarkt gleich, wo zuletzt mit Horrorhits wie THE CONJURING, INSIDIOUS oder OUIJA – URSPRUNG DES BÖSEN Kinokassen klingelten, weil dort nach ähnlichem Prinzip Gänsehaut beschert wurde. Apropos international: THE BRIDE macht auch in visueller Hinsicht eine souveräne Figur. Mit atmosphärischen Hochglanzbildern erinnert das Schauermärchen an konventionellen Gruselkram namhafter Studios aus Amerika, die regelmäßig ästhetisch gefilmten Schrecken nach stets gleichem Schema herstellen, um Zuschauer nicht zu überfordern. Vermutlich war das im Falle von THE BRIDE Taktik. Der Film schaut erschreckend amerikanisch aus. Wohl ein cleverer Schachzug der Macher, um den Streifen auf dem Weltmarkt besser verkaufen zu können. Ein guter Plan. THE BRIDE konnte in viele Länder verkauft werden und hat’s neben Deutschland sogar bis nach Mexiko und Argentinien geschafft. Das schaffen nur ausgewählte Horrorfilme.
 
 
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Trotz bekannter Gruselpfade und amerikanischer Horror-Optik ist THE BRIDE nicht zwangsläufig schlecht. Der von SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY inszenierte Geisterstreifen erfindet das Rad zwar nicht neu, macht aber seine Sache ganz gut. Langsam wird hier Spannung aufgebaut und die Möglichkeiten von Klangteppich und Ausleuchtung dafür verwendet, um merklich gruselige Stimmung entstehen zu lassen. Das lenkt von der vorhersehbaren Geschichte ab, die dann doch reichlich früh durchschaut werden kann, weil bereits im Prolog zu viel verraten wird. Übrigens ist Macher SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY im Horrorbereich kein Unbekannter. Der hat bereits vor THE BRIDE einen Horrorstreifen nach amerikanischem Vorbild gedreht, welcher unter dem Titel DER FLUCH DER HEXE – QUEEN OF SPADES zum russischen Kinohit avancierte. Auch dort ging es nicht minder schaurig zu. Ganz zum Leidwesen seichter Gemüter, die dem russischen Filmemacher offenbar besonders am Herzen liegen. Die werden auch in THE BRIDE mit fiesen Schreckmomenten um den Schlaf gebracht. Das nämlich kann Herr SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY besonders gut.
 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Geisterfilm nach amerikanischem Vorbild. Ja, Fans von so ästhetisch gefilmten und stimmungsvoll erzählten Gruselhits wie THE CONJURING und Konsorten sind hier an der richtigen Adresse. Der russische Filmemacher SVYATOSLAV PODGAYEVSKIY hat seine Hausaufgaben gemacht und viele effektreiche Schauerproduktionen studiert, die gern mal in der Traumfabrik für kleines Geld produziert werden. Demzufolge verwundert es wenig, dass THE BRIDE eher den Anschein erweckt, als hielte man hier eine amerikanische Produktion in den Händen und keine aus Russland. Wer daher im Horrorkino Wert auf Schreckmomente und schaurige Stimmung legt, ist hier genau richtig. Der Film hat alles, was man von gruseligen Horrorfilmen neueren Datums erwartet. So darf man sich auf düstere Stimmung, unheimliche Geräuschkulisse und langsam aufbauenden Spannungsbogen freuen. Nur beim Blutzoll müssen Abstriche gemacht werden. Aber den erwartet man von einem atmosphärisch erzählten Geisterfilm ohnehin nicht unbedingt. Bei so viel Lob sollte jedoch erwähnt werden, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Trotz makelloser Fassade wurmt es im Drehbuch. THE BRIDE hinterlässt leider (Er)Klärungsbedarf. So bleibt weitestgehend ungeklärt, was der Budenzauber unterm Strich eigentlich soll, der am Ende laut und tobend im Film zelebriert wird. Vermutlich brauchte man noch Stoff für eine mögliche Fortsetzung. Es würde nicht wundern, wenn die auch noch kommt.
 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Zensur

 
 
 
In THE BRIDE gibt es eigentlich gar kein Blut zu sehen. Hier werden seltsame Rituale vollzogen, die aber keine Schauwerte besitzen. Gewalttechnisch gibt es nur einen Einschuss in einen Körper zu sehen. Weiterhin wird ein Mensch zu einer lebenden Fackel umfunktioniert. Das war’s. Hierzulande hat THE BRIDE eine FSK16 in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Nevesta; Russland 2017

Genre: Horror, Thriller, Grusel, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Russisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 28.07.2017

 

The Bride [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE BRIDE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dead Still (2014)
 
Dibbuk – Eine Hochzeit in Polen (2015)
 
Conjuring 2 (2016)
 
Der Fluch von Darkness Falls (2003)
 
Don’t Knock Twice (2016)
 
The Devil’s Hand (2014)
 


Filmkritik: „Dead Awake“ (2016)

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DEAD AWAKE – WENN DU EINSCHLÄFST BIST DU TOT

(DEAD AWAKE)

Story

 
 
 

Was tun, wenn man in einer Art Wachzustand gefangen ist, sich nicht bewegen kann und den Attacken eines Geistes ausgesetzt ist. DEAD AWAKE erklärt, was zu tun ist.

 
 
 


 
 
 

DEAD AWAKE – Kritik

 
 
 
Manchmal sollte man Geschwister auch ernst nehmen – vor allem dann, wenn sie von mysteriösen Erscheinungen im Schlaf sprechen. Mit Letzteren macht auch die attraktive Beth Erfahrung, die während sogenannter Schlaflähmung mit einer eigensinnigen Kreatur Bekanntschaft macht. Leider will der verzweifelten Frau niemand Glauben schenken, was auch gleichzeitig ihr Todesurteil bedeutet. Kaum eingeschlafen befindet sich Beth wieder im Zustand der Schlafparalyse und muss tatenlos mit ansehen, wie sie von einem Geisterwesen erwürgt wird. Der rätselhafte Tod der lebenslustigen Mittdreißigerin wirft Fragen auf, die vor allem Schwester Kate ins Grübeln bringen. Die glaubt nicht an einen natürlichen Tod, weil auch sie seit Tagen unter Schlaflähmung leidet und von einer unheimlichen Präsenz heimgesucht wird. Doch es kommt noch schlimmer. Auch im Freundeskreis geht plötzlich der Sensenmann um, was Kate dazu veranlasst, nach den Ursachen zu forschen. Sie findet heraus, dass eine bösartige Kreatur den regungslosen Zustand der Schlafparalyse ausnutzt, um Menschen zu töten. Scheinbar erscheint sie nur denen, die auch an sie glauben. So beginnt für Kate ein Wettlauf gegen Zeit und Müdigkeit, schließlich könnte jeder Schlaf für sie der Letzte sein.
 
 
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Der Schöpfer von so Teen-Horror, wie FINAL DESTINATION und TAMARA meldet sich zurück, um schreckerprobten Horrorfilmfans mit solidem Gruselnachschub zu versorgen. JEFFREY REDDICK nennt sich der Genre-Experte, der offenbar am Niederkritzeln von Schauergeschichten einen Narren gefressen hat. Schon früh erprobte sich der Horrorfan im Schreiben von Filmdrehbüchern. So verfasste er mit gerade einmal 14 Jahren ein zehnseitiges Prequel zum Kultstreifen A NIGHTMARE ON ELM STREET und sendete es an das damals noch kleine Filmstudio NEW LINE CINEMA. Das war nicht interessiert und sendete das Skript ungelesen zurück. Doch Reddick ließ nicht locker und forderte Erklärungen für die Absage. Die Hartnäckigkeit machte sich bezahlt und das Studio bot dem Filmfan ein Praktikum an, während dem er die Drehbücher zu FINAL DESTINATION und dessen Fortsetzung verfasste. Nachdem damit Erfolge an den Kinokassen eingefahren werden konnte, verließ JEFFREY REDDICK das Studio nach elf Jahren, um sich auf eigene Projekte konzentrieren zu können. Eine gute Entscheidung, denn sonst hätte man den erfolgreichen Geschichtenschreiber vermutlich noch zu zwanzig weiteren Drehbuchfortsetzungen des beliebten FINAL DESTINATION-Franchise verpflichtet.
 
 
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Statt dem Sensenmann erfinderisch von der Schippe zu springen, kommt der Tod jetzt im Schlaf. DEAD WAKE schimpft sich ein weiterer Coup des talentierten Drehbuchautors, der sich – ähnlich wie die Gruseldokumentation THE NIGHTMARE – dem rätselhaften Phänomen der Schlafparalyse widmet, unter dem Millionen Menschen auf der ganzen Welt leiden. Hierbei befinden sich Betroffene bereits in der Aufwachphase, sind aber körperlich und mental immer noch in einem traumähnlichen Zustand, der ein Bewegen oder Sprechen unmöglich macht. Das ist passender Stoff aus dem Albträume gewebt werden können, denn nichts scheint furchteinflößender zu sein, als die Tatsache im Schlaf vom Bösen heimgesucht zu werden. Was aus Ärztesicht jedoch harmlos ist, wird im Falle von DEAD WAKE auf die Spitze getrieben. Hier wird die Hilflosigkeit von schlafenden Menschen ins Absurdum getrieben, die sich wegen genannter Schlaflähmung nicht bewegen können. Entstanden ist ein simpler Mysterythriller, der seine Heldin auf eine gefährliche Reise voller Gefahren schickt, während der vor allem eines zum größten Problem wird: die Müdigkeit. Sind Protagonisten im Film nämlich einmal dem Schlaf verfallen, wachen sie nicht mehr auf. Eine makabrer Einfall, der unweigerlich Reddicks Liebe zum Kultklassiker A NIGHTMARE ON ELM STREET aufleben lässt. Darin ermordete ein Traumdämon ebenso hinterlistig Teenager im Schlaf, die Wege finden mussten, um das Böse aus ihren Träumen verbannen zu können. Was dort clever, kreativ und nahezu comicgleich fürs Publikum aufbereitet wurde, erinnert in DEAD AWAKE eher an einen weiteren Ableger der japanischen Horror-Reihe RING. Statt einem Rasiermesserkiller bekommen es die Protagonisten nämlich hier mit einem geisterartigen Wesen zu tun, das bewegungsunfähigen Opfern an die Gurgel springt.
 
 
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Dank markerschütternder Klangteppich und gutem Monster-Design sind die Erscheinungen der Geisterfrau nicht ohne. DEAD AWAKE hat nämlich ein kleines Problem mit dem Tempo, was Dank regelmäßig eingestreuter Geister-Attacken und gut platzierter Schockmomente nicht sonderlich ins Gewicht fällt. Leider bleibt das Mysterium weitestgehend ungeklärt. Der Zuschauer erfährt wenig über die Gründe der Angriffe – vermutlich, um dem Geisterwesen nicht seinen Schrecken zu nehmen. Ein Vorgehen, das zumindest im Falle von DEAD AWAKE Sinn macht, hat doch die Vergangenheit gezeigt, dass es nicht immer förderlich ist, wenn man in Horrorfilmen übernatürliche Bösewichte demaskiert. So erntete Rüpel-Rocker ROB ZOMBIE mit seinem Remake zum Kultklassiker HALLOWEEN Kritik, weil er zu akribisch versucht hatte, denn Mythos um Horror-Ikone MICHAEL MEYERS zu ergründen. Gleichen Fehler versucht man in DEAD AWAKE zu umgehen. Der Mysterythriller bleibt mysteriös und wirft mit unbeantworteten Fragen das Kopfkino des Zuschauers an. Weil die Thematik von der Schlafparalyse weitestgehend unverbraucht ist und ein offenes Ende auf eine Fortsetzung schließen lässt, dürfte auch dieser Horror-Titel aus der Feder von JEFFREY REDDICK in Serie gehen. Insofern man nicht wiederholt, sondern weiterspinnt, könnte DEAD AWAKE zu einem neuen Horror-Franchise mit Suchtpotenzial werden.
 
 
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DEAD AWAKE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
A NIGHTMARE ON ELM STREET nur ohne FREDDY KRUEGER. Eine beunruhigende Grusel-Symbiose aus NIGHTMARE IN ELM STREET und RING. Was, wenn man wach ist, sich aber nicht bewegen kann und tatenlos mit ansehen muss, wie man gerade umgebracht wird. Genannter Einfall ist makaber, wird aber im Falle von DEAD AWAKE effektiv genutzt, um maximales Unbehagen entstehen zu lassen. Drehbuchautor JEFFREY REDDICK zitiert und verbeugt sich ehrfürchtig vor dem 2015 verstorbenen Altmeister WES CRAVEN und hat sein Drehbuch zu DEAD AWAKE von Regisseur PHILLIP GUZMAN verfilmen lassen, der daraus einen handwerklich soliden Thriller mit übernatürlichen Touch gemacht hat. Aufgrund der unverbrauchten Thematik über Schlaflähmung bleibt der Streifen – trotz konventionellem Ablauf – über weite Strecken spannend. Ein großer Teil dessen ist dem mysteriösen Filmmonster zu verdanken. Wenn sich das Böse nämlich in seiner fiesen Pracht auf der Mattscheibe zeigt, wächst DEAD AWAKE zu eigentlicher Größe heran. Auch wenn Gebotenes mancherorts etwas sehr an den japanischen Geister-Reißer RING erinnert, macht DEAD AWAKE wegen äußerst fieser Einfälle Lust auf mehr. Weil FINAL DESTINATION-Schöper und Drehbuchautor JEFFREY REDDICK Erfahrungen mit Fortsetzungen hat, dürfte es nicht verwundern, wenn auch dessen Schlafparalyse-Grusler weitergeführt wird.
 
 
 


 
 
 

DEAD AWAKE – Zensur

 
 
 
In DEAD AWAKE – WENN DU EINSCHLÄFST BIST DU TOT gibt es kein Blut zu sehen. Die wenigen Gewaltmomente reduzieren sich auf Attacken eines Geistes, der seine Opfer während des Schlafes erwürgt. Hierzulande hat DEAD AWAKE eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

DEAD AWAKE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) EUROVIDEO MEDIEN (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dead Awake; USA 2016

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.00:1 | @23,976 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 25.07.2017

 

Dead Awake [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DEAD AWAKE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Nightmare on Elm Street (1984)
 
A Nightmare on Elm Street (2010)
 
Dream Demon (1988)
 
The Drownsman (2014)
 
The Nightmare (2015)
 
Ring (2002)
 


Filmkritik: „Beacon Point“ (2016)

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BEACON POINT

Story

 
 
 

Einige Wanderer kommen bei einem Zehntagemarsch in den Appalachen vom rechten Weg ab und bekommen es wegen mysteriöser Ereignisse mit der Angst zu tun.

 
 
 


 
 
 

BEACON POINT – Kritik

 
 
 
Offenbar geht ohne Crowdfunding seit einigen Jahren gar nichts mehr. In Zeiten in denen es immer schwieriger wird, für interessante Filmprojekte Geldgeber zu finden, muss der Zuschauer eben selbst ran. Fremdfinanzierung durch Filmfans heißt eine neue Art des Geldeintreibens, bei der das Publikum quasi zum Produzenten wird. So zahlt der Kinofan auf Internetplattformen wie KICKSTARTER oder INDIEGOGOP für spannende Projekte einen Betrag nach Wunsch, damit die dann von ambitionierten Filmemachern umgesetzt werden können. Eine gute Sache, die mittlerweile Schule macht und mutige (Heim)Kinoexperimente hervorbringt, die sonst hätten nie verwirklicht werden können. Auch der Science-Fiction-Horror BEACON POINT ist einer jener Kandidaten dessen Startkapital von Horrorfans aufgebracht wurde. Die haben hier knapp 24.000 US-Dollar in 45 Tagen auf KICKSTARTER gespendet, damit Regisseur ERIC BLUE seinen ersten Langfilm inszenieren köonnte. Schenkt man dem Newcomer Glauben, beruht der Film auf Erlebnissen, die er im Jahr 1994 gemacht haben soll. Zu genau jener Zeit war der Regisseur mit seiner Freundin auf einem Campingtrip in den Great Smoky Mountains unweit des Appalachen-Wegs. Des Nachts bemerkte er, wie er von etwas Unbekannten beobachtet wurde. Als dann auch noch Vögel ohne Grund aufgeregt zu zwitschern begannen, bekam es das Paar mit der Angst zu tun. Genau jene Erlebnisse bilden das Fundament zum Horrorthriller BEACON POINT.
 
 
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Auf in die Natur. Das will auch Zoe (RAE OLIVIER), die mit anderen Teilnehmern an einem Wandertrip teilnimmt, um in den Appalachen den Kopf frei zu bekommen. Doch die Wanderung steht unter keinen guten Stern. Ausgerechnet der vorbestrafte Drake (JOHN BRIDDELL) übernimmt die Führung der Gruppe. Der wurde eigentlich vom Chef gekündigt, weil er in Stresssituationen gern mal die Fassung verliert. Doch das hält das Alphamännchen nicht davon ab, noch einmal in seinem alten Job aufzuleben. Leider passieren bald seltsame Dinge. Übel zugerichtete Menschenkörper und Tierkadaver verunsichern zwar, hält aber die Gruppe nicht davon ab, die Wälder genauer zu erkunden. Ein fataler Fehler – wie sich bald herausstellen wird. Erst verliert man die Orientierung und verläuft sich in den Appalachen. Später findet man ominöse Steine und fühlt sich verfolgt. Vor allem die taffe Zoe wird bald von Albträumen geplagt und ahnt, dass etwas Schlimmes passieren wird. So ganz Unrecht hat sie mit ihrer Vermutung nicht. Einer der Anwesenden klagt über merkwürdige Beschwerden und in der Nacht schleichen dunkle Schatten um die Zelte. Ob die ahnungslosen Wanderer wieder heil zurück finden werden? Man kann es nur hoffen.
 
 
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BEACON POINT spielt mit der Angst vor dem Unbekannten, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht. Was verfolgt die ahnungslosen Wanderer in den Wäldern? Sind es hungrige Tiere, fiese Waldwesen oder vielleicht doch höhere Mächte? Regisseur und Drehbuchautor ERIC BLUE macht nicht Nägel mit Köpfen, sondern zögert hinaus. Damit baut er Spannung auf und verursacht Unbehagen, das durch Isolation und Orientierungslosigkeit zusätzlich verstärkt wird. Nur kurze Flashbacks, die Filmheldin Zoe hin und wieder plagen, lassen Vermutungen aufstellen, dass hier offenbar höhere Mächte am Werk sein müssen. Trotzdem wird bis kurz vorm Finale nicht zu viel verraten, was BEACON POINT zu solider Genre-Unterhaltung macht, die für Low-Budget-Verhältnisse beachtlich temporeich abgehandelt wird. Handwerklich kann man nicht meckern. BEACON POINT glänzt durch stimmungsvolle Naturaufnahmen und guten Kamerafahrten. Nur bei den Figuren fehlt es am Feinschliff – etwas, dass im Horrorfilm ohnehin gang und gäbe ist. Die wenigen Protagonisten verhalten sich nicht immer klug und entsprechen den gängigen Stereotypen, die man in nahezu jedem Horrorstreifen zu sehen bekommt. Das ist aber nicht weiter tragisch, sind die Filmfiguren ohnehin nur dazu da, um im Verlauf der Handlung das Zeitliche zu segnen. Auch wenn von den immerhin gut gewählten Schauspielern nicht sonderlich viel abverlangt wird, kann sich BEACON POINT für ein Horror-Debüt durchaus sehen lassen. Der Streifen besitzt kaum Längen und macht aus harmlosem Waldcamping unterhaltsamen Überlebenskampf mit Ecken und Kanten. Angesichts der souveränen Inszenierung darf man gespannt sein, was Filmemacher ERIC BLUE als nächstes fabrizieren wird. Dessen erster Spielfilm ist trotz kleinem Budget kein Rohrkrepierer. In Anbetracht dessen, was andere Regie-Newcomer dem Zuschauer regelmäßig zumuten, sollte man das an dieser Stelle mal lobend erwähnen.
 
 
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BEACON POINT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Tief in den Wäldern hört dich niemand schreien. Handwerklich souverän inszenierter Science-Fiction-Horror mit Ecken und Kanten. Für ein Horror-Debüt kann sich BEACON POINT sehen lassen, das mit einfachen Mittel maximales Grauen heraufbeschwört. Hier werden einige Camper mit einer unheimlichen Bedrohung konfrontiert, die einen Wanderausflug zum Albtraum werden lässt. Was den ahnungslosen Wanderern auf der Lauer liegt, sei an dieser Stelle nicht verraten. Die Auflösung ist nämlich die Quintessenz genannten B-Movies, das für schmales Budget Horror in die Wohnzimmer bringt, der spannend und kurzweilig unterhält. Regisseur ERIC BLUE spricht im Erstling Themen wie Paranoia, Isolation, Orientierungslosigkeit und Angst vor dem Unbekannten an. Damit beschwört er in Windeseile ein ungutes Gefühl herauf, das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht. Eine beachtliche Leistung – vor allem auch deshalb, weil er das Böse nur andeutet und nie wirklich zeigt. Damit verursacht er Kopfkino, das bekanntermaßen furchterregender ist, als unerträgliche Gewalt und literweise Kunstblut. Das eigene Hirn spielt eben immer noch die unheimlichsten Filme ab.
 
 
 


 
 
 

BEACON POINT – Zensur

 
 
 
Es gibt im Film kaum nennenswerte Gewalt zu sehen. Man findet eine übel zugerichtete Leiche im Wald und ebenso Tiere, die in Stücke zerfetzt wurden. Weiterhin werden Protagonisten die Augen herausgerissen und ein Hirschgeweih bohrt sich durch einen Kopf. BEACON POINT ist ein sicherer FSK16-Kandidat.
 
 
 


 
 
 

BEACON POINT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Blue Lantern Films | Uncork’d Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Devil in the Dark (2017)
 
It’s in the Blood (2012)
 
Arbor Demon (2016)
 
Feed the Gods (2013)
 
Willow Creek (2013)
 


Filmkritik: „Get Out“ (2017)

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GET OUT

Story

 
 
 
Albtraum Schwiegereltern: Im spannenden Horrorthriller GET OUT soll ein Farbiger die künftigen, weißen Schwiegereltern kennenlernen. Doch der Besuch verläuft anders als geplant und entwickelt sich rasch zum Albtraum.

 
 
 


 
 
 

GET OUT – Kritik

 
 
 
Kann es vielleicht sein, dass es auch dem Mainstream-Publikum dringend nach Neuerungen im Horror-Genre dürstet? Anders lässt sich wohl nicht erklären, warum sich ausgerechnet ein eher unscheinbarer Thriller wie GET OUT in kürzester Zeit zum Publikums-Hit mausern konnte. Bereits wenige Wochen nach dem amerikanischen Kinostart befand sich der Streifen auf Rekordkurs und spielte soviel Geld ein, wie es schon lange zuvor keinem R-Rated-Horrorstreifen mehr gelungen ist. Dabei war GET OUT für das eher für konventionelles Horrorkino berüchtigte Filmstudio BLUMHOUSE PRODUCTIONS ein Schnäppchen. Der Streifen kostet gerade einmal fünf Millionen Dollar und spielte in den weltweiten Kinos sensationelle 193 Mio. Dollar (Stand April 2017) ein. Demzufolge gehört GET OUT schon jetzt zum kommerziell zweiterfolgreichsten R-Rated-Horrorfilm aller Zeiten. Ob es dem Mystery-Horror gelingen wird den Kultfilm DER EORZIST vom Thron zu stoßen? Der steht mit 204 Millionen Dollar Einspielergebnis auf dem Siegertreppchen und konnte – zumindest finanziell – bis dato von noch keinem R-Rated-Horror geschlagen werden.
 
 
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Hollywood kann auch anders. Der Horrorfilm GET OUT erzählt diesmal eine überraschend unverbrauchte Geschichte und macht sogar vor Rassismus-Kritik nicht halt. Wo Afroamerikaner normalerweise für schräge Späße sorgen und danach möglichst schnell ableben sollen, übernimmt der farbige DANIEL KALUUYA die Hauptrolle und erlebt dabei die Hölle auf Erden. Er verkörpert den smarten Chris im Film, der nun schon einige Monate mit der attraktiven Rose (ALLISON WILLIAMS) zusammen ist. Da will man endlich den nächsten Schritt wagen. Chris soll die Eltern seiner Freundin kennenlernen und reist deshalb mit der Angebeteten ins ländliche Amerika, wo die Eltern schon sehnsüchtig auf den potenziellen Schwiegersohn warten. Zwar ist die Begrüßung herzlich, doch Chris entwickelt bald ein mulmiges Bauchgefühl. Nicht nur, dass zwei Afroamerikaner die Haus- und Gartenarbeit übernehmen müssen. Auch Mutter und Vater der neuen Freundin sorgen mit unnatürlichen Freundlichkeit und ihrer offenen Art gegenüber farbigen Mitmenschen für Skepsis. Offenbar ist die auch berechtigt, denn bei einer skurrilen Feier überschlagen sich Ereignisse und Chris bemerkt schnell, dass diese Familie etwas verborgen hält, von dem niemand wissen darf.
 
 
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Komiker auf Abwegen. Weitaus interessanter als der unvorhersehbare Plot, ist die Tatsache, wer da hinter der Kamera steht. JORDAN PEELE zeichnet in diesem Falle verantwortlich. Der wollte offenbar etwas Neues ausprobieren und wechselte die Seiten. Statt als Comedy-Star (unter anderem in KEY & PEELE) vor der Kamera zu stehen, hat er es sich für GET OUT erstmals dahinter gemütlich gemacht und schlägt ungewöhnlich ernste Töne an. Damit erfüllte er sich einen langjährigen Traum. In Interviews lies er nämlich verlauten, dass er schon immer mal selbst einen Film drehen wollte. Mit GET OUT wurde ihm die Möglichkeit eröffnet für den er sich laut eigener Aussage vom Science-Fiction-Horror DIE FRAUEN VON STEPFORD inspirieren lies – einem Klassiker von 1975, in dem sonderbare Dinge in einer Vorortgemeinde New York Citys geschehen. So mysteriös wie die Vorlage, ist selbstverständlich auch GET OUT geworden. Der entwickelt sein ganzes Gruselpotenzial nur dann, wenn man so wenig wie möglich über die Handlung in Erfahrung bringt. Die geht nämlich erfrischend neue Wege und hebt sich damit vom üblichen Horror-Blödsinn ab, der mit den immer gleichen Geschichten dem Zuschauer das Geld aus der Brieftasche ziehen möchte. GET OUT hat zur Abwechslung keine Killer, Monster, Zombies der Geister in petto. Der Horror manifestiert sich auf anderem Wege und das ist auch gut so. Lang wird verschleiert, in welche Richtung GET OUT tendieren wird. Regisseur JORDAN PEELE gibt nur wenig Anhaltspunkte und hält damit die Spannung konstant. Erst kurz vor der Zielgeraden wird des Rätsels Lösung gelüftet und das Finale – zur Freude Liebhaber härterer Hausmannskost – im Blut ersäuft. Somit werden Mystery-, Grusel- und Splatterfans gleichermaßen zufriedengestellt. GET OUT ist eine Runde Sache und dürfte gelangweilte Horror-Zuschauer wieder wachrütteln. Daher die Bitte an Hollywood: Gern öfters mal was Neues ausprobieren und jenseits der üblichen Horror-Pfade wandeln. Dann machen auch Genre-Pfade endlich wieder Spaß.
 
 
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GET OUT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Gute Schauspieler, eine unverbrauchte Story, reichlich Spannung und etwas Blut – GET OUT bringt all das mit, was man von guten Horrorfilmen erwartet. Da will man gar nicht so recht glauben, dass genau jene Genre-Schmiede GET OUT fabriziert hat, die sonst immer vorhersehbare und klischeebehaftete Gruselstreifen ohne Überraschungen dreht. Mystery-Horror at its Best wird geboten, denn Regisseur JORDAN PEELE schwört das Grauen langsam herauf und lässt dann unverhofft die Katze aus dem Sack. Damit bringt er frischen Wind in ein Film-Genre, das mit generischen Geschichten selbst eingefleischten Fans die Freude am Filmeschauen genommen hat. GET OUT ist ein satirisch angehauchter, beinahe selbstironischer Mystery-Psychothriller, dem es spielerisch gelingt eine beklemmende Stimmung heraufzubeschwören, die ein Gefühl der Paranoia (bei Zuschauer und Identifikationsfigur) entstehen lässt. Das presst in den Kinosessel – vor allem dann, wenn es für den Filmheld am Ende gilt dem Albtraum zu entkommen. Trotz unscheinbarem Filmtrailer und ebenso nichtssagendem Poster: GET OUT ist so etwas wie ein Hollywood-Geheimtipp. Hoffentlich vermasselt die Traumfabrik den positiven Gesamteindruck nicht und schiebt eine erzwungene Fortsetzung nach. Angesichts der rekordverdächtigen Einspielergebnisse dürfte das aber wohl nicht wundern.
 
 
 


 
 
 

GET OUT – Zensur

 
 
 
Erst im Finale geht es Schlag auf Schlag und etwas Gewalt gibt es zu sehen. Eine Schädeldecke wird aufgesägt, ein Körper wird von einem Hirschgeweih durchbohrt, Gewehrmunition kommt zum Einsatz und ein Schädel wird mit einem Gegenstand eingeschlagen. In Amerika gab es dafür ein Rated R – was hierzulande mit einer Erwachsenenfreigabe gleichzusetzen wäre. Doch in Deutschland ging die FSK dann doch nicht so weit. GET OUT hat eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

GET OUT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universal Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Get Out; USA 2017

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS 5.1, Italienisch DTS 5.1, Spanisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Arabisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Hindi, Isländisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Filmkommentar des Autors/Regisseurs Jordan Peele, Alternatives Ende mit Kommentar des Autors/Regisseurs Jordan Peele (3:38 Min.), Frage-und-Antwort-Runde mit dem Autor/Regisseur Jordan Peele und der Besetzung (5:26 Min.), Unveröffentlichte Szenen mit Kommentar des Autors/Regisseurs Jordan Peele (23:47 Min.), Ein Blick hinter den Horror von Get Out (8:48 Min.)

Release-Termin: 07.09.2017

 

Get Out [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZOn bestellen

 
 


 
 
 

GET OUT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Universal Pictures Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Birthday (2004)
 
Die Frauen von Stepford (1975)
 
Awaiting (2015)
 
The Harvest (2013)
 


Filmkritik: „We Go On“ (2016)

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WE GO ON

Story

 
 
 

Miles Grissom hat Angst vorm Sterben und vor allem vor dem was danach kommt. Deshalb zahlt er viel Geld an denjenigen, der ihm zeigen kann, was auf der Schwelle zum Tod passieren wird. Gott sei Dank steht immer Mutter Charlotte (ANNETTE O’TOOLE aus SMALLVILLE) zur Seite, die ihren Sohnemann vor Betrügern und Unachtsamkeit beschützt. Der muss bald am eigenen Leibe erfahren, dass mit dem Tod gern auch mal Geschäfte gemacht werden.

 
 
 


 
 
 

WE GO ON – Kritik

 
 
 
Was passiert eigentlich, wenn wir tot sind? Gibt es mit bereits verschiedenen Menschen ein Wiedersehen im Jenseits oder irren wir als verbitterte Geisterwesen rastlos auf Erden umher? Werden wir in einer anderen Lebensform wiedergeboren oder verharren wir bewegungslos in einer Holzkiste bis unsere Körper zu Staub zerfallen sind? Der Indie-Gruselstreifen WE GO ON geht diesem Thema auf den Grund und versucht Antworten auf eine Frage zu finden, die bereits seit Menschengedenken gestellt wird. Dabei hebt sich der Streifen mit seinem erfrischenden Konzept wohlwollend von der austauschbaren Geister- und Spukmassenware ab, die nahezu täglich in TV oder Kino zu sehen ist. Was hier gezeigt wird ist vom Ablauf ungewöhnlich unkonventionell und macht deshalb neugierig, weil WE GO ON nicht so schnell durchscheinen lässt, wohin die Reise führen wird. Das verwundert, vor allem deshalb, weil dieser tiefgründige Genre-Beitrag von Filmemachern inszeniert wurde, die vor einigen Jahren mit eher unbedachtem Horrorstoff von sich hören lassen haben. Mit dem Debütstück YELLOWBRICKROAD bekleckerten sich JESSE HOLAND und ANDY MITTON im Jahr 2010 nicht sonderlich mit Ruhm und lieferten langweiligen Mystery-Unsinn ab, der zu Recht von Kritikern verrissen wurde. Jetzt ist aber alles anders. Die beiden Newcomer scheinen nach einigen Regie-Arbeiten, wie CHILLING VISIONS – 5 SENSES OF FEAR dazugelernt zu haben. Entstanden ist sehenswertes Indie-Gruselkino, das den Zuschauer auf unbekannte Genre-Territorien lotst und dabei auch noch eine unverbrauchte Geschichte zu erzählen hat. Wem es daher dringend nach Neuerungen im Genre und gut durchdachten Handlungsaufbau dürstet, ist mit WE GO ON gut beraten.
 
 
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Das Leben geht manchmal seltsame Wege. So auch für den attraktiven Miles (absolut glaubwürdig: CLARK FREEMAN), der nach einem schweren Autounfall plötzlich mit vielen Ängsten zu kämpfen hat. Vor allem das Sterben bereitet dem Leidgeplagten große Sorgen und das, was danach kommt oder auch nicht. Um sich die begründete Angst vor dem Tod nehmen zu lassen, gibt der Angsthase eine Anzeige in der Tageszeitung auf. Darin verspricht er demjenigen 30.000 Dollar, der ihm einen Beweis liefert, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Natürlich melden sich gleich dutzende Menschen, die meinen Geister oder Engel gesehen zu haben. Doch schnell wird klar, dass es sich bei den meisten derer um Spaßvögel und Betrüger handelt, die nur auf schnelles Geld aus sind. Immerhin können drei Kandidaten Interesse wecken. Darunter ein Wissenschaftler, ein Medium und der Inhaber eines geheimnisvollen Holzkästchens – HELLRAISER lässt grüßen. Leider erhält der Fragesteller auch dort nicht die Antworten, die er sich anfangs erhofft hat. Da klingelt unverhofft das Telefon und ein mysteriöser Anrufer will den skeptischen Miles eines Besseren belehren. So wandelt unser ängstlicher Held bald auf Spuren des Außerweltlichen und kommt der Totenwelt näher, als es ihm lieb sein dürfte. Manchmal ist es eben besser, bestimmte Türen nicht zu öffnen.
 
 
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Die Geister, die er rief, wird er nicht wieder los. Hinter WE GO ON verbirgt sich ein origineller Mystery-Beitrag, der das Thema ‚Leben nach dem Tod‘ aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet. Statt schockiert, gegruselt und erschreckt, wird hier endlich mal wieder „erzählt“. Die Regisseure JESSE HOLAND und ANDY MITTON fokussieren sich auf Protagonisten, deren Ängsten und Schicksale und setzen in ihrem clever gestrickten Mysterdrama eine Kette von Umständen in Gang, die Zuschauer und Filmhelden am Ende gewünschte Erleuchtung bringen wird. Dabei erweisen sich die zugänglichen und sympathischen Hauptfiguren als eigentliche Geheimzutat. Aus denen geht die gesamte Geschichte hervor und man wünscht ihnen nichts Böses. Weil die sich rational und menschlicher verhalten, wachsen sie schnell ans Herz. Etwas, was man in vielen schnell abgedrehten und austauschbaren Genre-Produktionen neueren Datums vermisst. WE GO ON ist kein Film fürs breite Publikum. Der günstige produzierte Mysterystreifen protokolliert in ruhigen und zurückhaltenden Bildern die berechtigte Angst vorm Tod, belehrt aber am Ende fast schon ermahnend, dass die Furcht vor dem Ableben unbegründet ist und man besser das Leben in vollen Zügen genießen soll. Der langsame Handlungsaufbau und der gemächliche Erzählstil sind jedoch Fluch und Segen zugleich. Weil sich WE GO ON leider viel Zeit für Geschichte und Figuren lässt und dabei auch kaum Horrorelemente zu bieten hat, dürfte sich manch Mainstream-verwöhnter Filmfan schnell gelangweilt fühlen. Angesichts der Flut an sich ständig wiederholender Grusel- und Horrorgeschichten ist das egal, schließlich steckt in WE GO ON das, was in vielen aktuellen Produktionen fehlt: Herzblut und Originalität.
 
 
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WE GO ON – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Eine emotionale Suche nach Antworten. WE GO ON ist einer der emotionalsten und tiefgründigsten Gruselstreifen der letzten Jahre, der viele neuere Horror-Produktionen in den Schatten stellt. Das Szenario ist originell und die ungewöhnlichen Figuren wachsen schnell ans Herz. Trotz Geisterthematik ist WE GO ON aber kein Gruselfilm von der Stange. Schockmomente gibt es hier kaum zu sehen und auch sonst wird eher Unkonventionelles geboten. Überhaupt verbirgt sich hinter dem unaufgeregten Film mehr Drama über den Kampf gegen Ängste, das gerade wegen seiner hervorragend gewählten Schauspieler von aufgeschlossenen Genre-Fans vorgemerkt werden sollte. Statt eindimensionaler Massenware wird Grusel mit Hirn aufgetischt, der zum Miträtseln animiert und trotz ruhiger Inszenierung stets spannend bleibt. Die Wendungen, die WE GO ON im Verlauf der Handlung einschlägt, sieht man nicht kommen. Da kann sich der selbsternannte Mystery-Guru Hollywoods M. NIGHT SHYAMALAN (THE VILLAGE, SPLIT, THE VISIT) gern mal eine Scheibe von abschneiden. Der hat mit seinen haarsträubenden und überraschenden Filmauflösungen zuletzt eher für lautes Gelächter gesorgt, statt für verblüffte Gesichter. Wie’s richtig geht zeigen deshalb die Regisseure JESSE HOLAND und ANDY MITTON mit WE GO ON. Trotz mangelnder Effekthascherei – und vielleicht auch gerade deshalb – ist dieser Gruseltrip einer der unheimlichsten Filme, die wohl je gedreht wurden. Von uns gibt es daher das Prädikat: Geheimtipp!
 
 
 


 
 
 

WE GO ON – Zensur

 
 
 
WE GO ON hat eigentlich kaum Gewalt oder Schauwerte zu bieten. Man sieht eine halb verweste Leiche und eine Schusswunde. Das war’s. Hierzulande reicht das für FSK16. Ob sich aber ein deutsches Label erbarmen und diesen originellen Gruselfilm hierzulande veröffentlichen wird, dürfte hingegen fraglich sein. Hier sollte man sich mal überraschen lassen.
 
 
 


 
 
 

WE GO ON – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Sixth Sense (1999)
 
Wait Till Helen Comes (2016)
 
Jack Goes Home (2016)
 
The Suffering (2016)
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 


Filmkritik: „Shut In“ (2016)

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SHUT IN

Story

 
 
 
Nach einem tragischen Verkehrsunfall versucht Kinderpsychologin Mary den Tod ihres Mannes zu verarbeiten, während sie zudem die Pflege ihres in eine Art Wachkoma gefallenen Stiefsohnes übernimmt. An einem eingeschneiten Ort, bei dem das Wort Abgeschiedenheit noch untertrieben scheint, beginnt die Überforderte, nachdem sich unheimliche Ereignisse mehren, zunehmend an ihrem Verstand zu zweifeln …

 
 
 


 
 
 

SHUT IN – Kritik

 
 
 
„Shut In“, was übersetzt soviel wie „ans Haus bzw. Bett gefesselt“ bedeutet, gehört zu den Filmen, die nur dann Spaß machen, wenn man wenig bis nichts über sie weiß. Diesem Umstand wird versucht beim Schreiben der Kritik zu entsprechen. Doch soviel sei verraten: Sechs Monate nach dem traumatischen Ereignis wird Mary noch immer von Gewissensbissen geplagt. Nachdem sie sich in der Vergangenheit weder als neue Mutter noch Therapeutin dem enthemmt pubertierenden Stiefsohn aus gewachsen fühlte, zehrt nun auch dessen tägliche Betreuung nach einer schweren Behinderung an den Nerven. Obendrein wird die psychotherapeutische Praxis weiter betrieben, in der sie ein junger Patient (dargestellt durch Jacob Tremblay, der bereits in „Before I Wake“ als Unheil ankündigendes aber knuffig ins Herz spielende Kind brilllierte) auch an ihre beruflichen Grenzen stoßen lässt. Als dessen Therapie beendet wird und der neunjährige Junge trotzdem in der Nacht unvermittelt vor ihrer Tür steht, beschließt sie ihm auch gegen übergeordnete Entscheidungen zu helfen. Doch dazu kommt es nicht, denn ebenso plötzlich ist er wieder verschwunden. Erneut psychisch erschüttert, da sie davon ausgehen muss, dass der kleine Kerl in der eisigen Einsamkeit erfroren ist, verliert sie zunehmend die Kontrolle über ihre Wahrnehmungen. Als optische und akustische Halluzinationen sie zu quälen beginnen, stellt sich unabwendbar die Frage, ob sie noch „Herrin ihrer Sinne“ ist.
 
 
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Die horrorerprobte Naomi Watts (Ring / Ring II / Kinder des Zorns IV) schlägt sich tapfer und erotisch ansprechend durch die bereits auf den ersten Blick hochwertig wirkende Produktion. Optik, Cast, Score usw. stimmen und auch wenn sich die Handlung langsam entwickelt, entsteht keine Langeweile. Dafür sorgen recht wirkungsvoll gesetzte kleine Schreckmomente, die eine ansprechend bedrohliche Stimmung untermalen. Doch reicht die Story, die wohl über mehrere Jahre auf der sogenannten Black List für „die besten unverfilmten Drehbücher“ stand, aus, um Horrorfans bei der Stange zu halten? „Shut In“ gelingt es lange Zeit, den Zuschauer ebenso wie seine gebeutelte Hauptprotagonistin in die Irre zu führen. Was ist Wahn? Was Wirklichkeit? Oder bekommt man es am Ende gar mit einem übernatürlichen Phänomen zu tun?
 
 
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Diese Unklarheit hat durchaus ihren Reiz und auch die Twistauflösung nach cirka der Hälfte der Laufzeit funktioniert durchaus erfreulich. Leider begibt sich der Streifen danach aber eher in arg konventionelle, das heißt schon wiederholt gesehene Gefilde, ohne neue Akzente zu setzen. Dass sich dabei unlogische Situationen häufen, sei verziehen, wenn man bedenkt in welchem Genre man sich befindet. In puncto Body Count, Tempo und bebildertem Schrecken hätte man die Handbremse allerdings durchaus mehr lockern können, wenn nicht müssen, um Begeisterungsstürme auszulösen. Das relativ unaufgeregte Ende hätte zudem eindeutig etwas mehr Innovation vertragen, um nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben. Zudem wirkt die Schlussszene unangenehm harmonisch und, nachdem was sich zuvor an Grauen ereignet hat, auch deplatziert unglaubwürdig.
 
 
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SHUT IN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„Shut In“ ist für einen kuschlig stimmungsvollen Schmusegruselabend nahezu prädestiniert, während er als Partyhorror mit Kumpels wohl nicht die erste Wahl sein dürfte. In der ersten Hälfte begeistert die Geschichte mit einer cleveren Grundidee, welche sich bis zum Abschluss immer mehr in vorhersehbaren Entwicklungen verliert, was verdammt schade ist. Wer gepflegtem psychologischen Nervenkitzel ohne allzu laute Töne etwas abgewinnen kann, müsste an dem atmosphärischen Kammerspiel dennoch seine Freude haben.
 
 
 


 
 
 

SHUT IN – Zensur

 
 
 
Neben dosierten Gewaltspitzen wie Messerattacken oder Schlägen an den Kopf bewegt sich das Gezeigte in einem Bereich, der die FSK friedlich gestimmt hat. Der Streifen lief in den Kinos bereits mit FSK16. Das hat sich auch bei der Heimkinoauswertung nicht geändert. „Shut In“ hat den blauen FSK16-Flatschen bekommen.
 
 
 


 
 
 

SHUT IN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shut In; USA | Kanada | Frankreich 2016

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow, Interviews mit Cast & Crew

Release-Termin: 21.04.2017

 

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SHUT IN – Trailer

 
 

 
 
 

Andy78

(Rechte für Grafiken liegen bei Universum Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Babadook (2014)
 
The Noonday Witch (2016)
 
Babycall (2011)