Filmkritik: „The Black String – Das Böse in Dir“ (2018)

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THE BLACK STRING – DAS BÖSE IN DIR

(THE BLACK STRING)

Story

 
 
 
Nachdem der junge, einsame Jonathan sich bei einer Single-Hotline gemeldet und ein Date gemeistert hat, wird er von dunklen Visionen und fiesen Wunden geplagt, die allmählich die Kontrolle über seinen Alltag erlangen.

 
 
 


 
 
 

THE BLACK STRING – Kritik

 
 
Brian Hansons Regiedebüt startet ohne Umschweife direkt in der ersten Sekunde mit dem Filmtitel, bevor wir Hauptprotagonist Jonathan, der in einem Liquor Store arbeitet, beim Joggen zu Rockmusik kennenlernen dürfen. Jonathan wird dabei von Frank Muniz gespielt, der den meisten Zuschauern wohl durch „Malcolm mittendrin“ bekannt sein dürfte, während ich ihn dank der damals verdammt coolen Kindheitserinnerung „Cody Banks“ sowie dem Teenie-Videospiel- Horrorfilm „Stay Alive“ bereits in meinem Hinterkopf abgespeichert hatte. Bereits nach wenigen Minuten baut sich eine beunruhigende, mystische Ambient-Soundkulisse auf und Jonathan wird von einem vewirrt bis diabolisch wirkenden Obdachlosen gestalkt, das bleibt aber auch die einzige Interaktion mit einem anderen Menschen, da er fortan nur gedankenverloren Skater beobachtet, seine Mutter am Handy wegdrückt, ein Buch darüber liest, Menschen in sein Leben zu lassen. Erotische Zeichnungen und der Soundtrack vervollständigen das Bild des introvertierten, aber talentierten und nicht unsympathischen Loners, „I’m only free when I’m alone“ tönt es, bevor er sich ungelenk beim Verkauf von Kondomen anstellt – und erneut von dem mit Müll eingesauten Obdachlosen beäugt wird…
 
 
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Der zweite Teil der Exposition wird im ähnlich rasanten Tempo abgehandelt: Jonathan ruft des Nachts bei einer „Private Party“ Hotline zur anonymen Datevermittlung an und erzählt seinem Kollegen Eric davon, dieser wird von Blake Webb gespielt und auch wenn beide manchmal etwas overacten oder zu drüber geschrieben sind, so herrscht doch eine überzeugende und authentische Chemie zwischen ihnen, die für kurzweilige Dialoge sorgt. Der Anruf bewirkt ein Wunder, das Date ist nicht nur echt sondern auch weiblich und bildhübsch, trotz aller Schüchternheit und überspielter Passivität schafft „Dena“, so Ihr Name, es schließlich den Store Clerk zu entjungfern. Ende gut, alles gut?
 
 
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Und hier scheint sich dann also ein Plot anzubahnen: Am nächsten Tag entdeckt Jonathan ungewollte Verfärbungen an seinem Genital, einen Arztbesuch später und der Zuschauer wird tatsächlich mit fiesen, eitrigen Ausschlägen und Bodyhorror konfrontiert. Denas Nummer ist nicht erreichbar, der Besitzer des Hauses, von dem er sie abgeholt hat, weiß von nichts und hat, in der wohl subtil-gruseligsten Szene des Films, einen boshaft aussehenden, schwarzen Cowboyhut tragenden Mann im Hintergrund sitzen, der mit eiskaltem Blick Richtung Kamera schaut. Als unser Protagonist daraufhin nicht nur von der Hotline-Gesellschaft angesprochen und bedroht wird, sondern auch noch schwarzen CGI-Schleim an der Wand findet und im Diner des ersten Dates auf Spurensuche geht, fühlt man sich von der leichtherzigen und doch irgendwo bedrohlichen, amüsanten aber doch mysteriösen Stimmung spätestens an „John dies at the End“ erinnert, nur im deutlich kleineren Rahmen. Das nächste Treffen mit Eric spendiert gar einen gelungenen Jumpscare sowie die Attacke eines unbekannten Angreifers, durch erste Details über Jonathans Vergangenheit und merkwüdiges Verhalten der Polizisten etc. kommen zudem Anklänge eines Paranoia- oder Verschwörungsthrillers hoch, in dem vielleicht nicht alles ist, wie es zu sein scheint. Etwa eine Stunde Laufzeit bleibt „The Black String – Das Böse in Dir“ nun noch, um einen eigenen Weg zu gehen und den Zuschauer zu überzeugen. Ob das Vorhaben gelingt?
 
 
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Die erfreulichen Infos zuerst: Der Film bleibt fast durchgängig so kurzweilig, amüsant, schnell gepacet und leichtherzig wie zu Beginn. Die wiederkehrenden Alpträume um den Stetson tragenden „Man in Black“ sind so atmosphärisch wie vorahnend, die deutlichen Donnie Darko-Referenzen mit einem Regel erklärenden und sehr an Roberta Sparrows „P.O.T.T.“ erinnernden Buch sowie die wunderbare Aufwachszene wissen zu gefallen und fügen sich gelungen in den Genre- und Tonalitäts-Mix. Muniz weiß den introvertierten, geplagten Helden auf der Suche nach Erklärungen mit zunehmender Ernsthaftigkeit und Verzweiflung stimmig darzustellen, die Wahrnehmung verstreuter Hinweise oder Andeutungen auf spätere Szenen macht gerade anfänglich neugierig und Spaß, gerade mit ihm als Protagonist. Zu guter Letzt muss lobend erwähnt werden, wie der Film im späteren Verlauf mehrfach mit seiner Drastik und Kaltschnäuzigkeit überzeugt, da hier sowohl am Computer entstandende als auch handgetrickste Effekte überraschend gorig daherkommen und den Genrefreund für ein paar Sekunden verzücken könnten.
 
 
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Doch für fast jeden dieser eindeutigen Pluspunkte macht der schwarze Faden leider an anderer Stelle wieder etwas falsch, sei es eine reichlich unnötige Tankstellen-Szene ohne jeden Mehrwert, lahme und unpointierte Versuche an Offbeat-Humor der Marke „Napoleon Dynamite“ oder „Hot Rod“, oder, am Ärgsten gar, eine sehr oft so oder so ähnlich gesehene, wenig originelle und vorhersehbare Story. Denn was spaßig, erfrischend, kurzweilig und kreativ beginnt, wird mit steigender Ernsthaftigkeit leider auch immer unmotivierter, irgendetwas Neues aus der Prämisse zu holen oder generell mutige Schritte zu wagen. Zahlreiche der Dialoge, gerade zwischen dem manischer wirkenden Jonathan und seinen Mitmenschen, kann man 1:1 so in anderen Filmen finden, dazu gesellt sich immer wieder unangenehmes Overacting, so z.B. auf Seiten der surreal überreagierenden Eltern.
 
 
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Hätte „The Black String – Das Böse in Dir“ seine merkwürdig-charmante Grundstimmung beibehalten und nicht versucht, ernsthaft zu verstören oder Angst zu machen, so wäre er vielleicht viel gruseliger, da unbekannter und persönlicher geworden, als in der vorliegenden Version. Statt einer vergnüglichen Achterbahnfahrt à la „John Dies at the End“, die vor Kuriositäten und Genreelementen nur so strotzt, hat dieser Mystery-Horror-Auswurf leider deutlich weniger Originalität zu bieten, da sich im Minutentakt Genrekonventionen anbiedern, die in dieser wenig audiovisuell mitreißenden Ausführung allenfalls zum Gähnen animieren. Schade um die heftigen Effekte, den sympathischen Anfang, die guten Ansätze und die durchgängig kompetente, wenn auch unauffällige Technik. Als Debüt jedoch ein bemerkenswerter Film, der als Genrefan definitiv einen Blick wert ist.
 
 


 
 
 

THE BLACK STRING – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Eigenständig anfangender Indie-Mysteryhorror mit coolen Ideen, etwas Gore und stimmigen Performances, der sich mit der Zeit immer mehr in altbekannten Klischees verliert.
 
 


 
 
 

THE BLACK STRING – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Black String – Das Böse in Dir“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Sonderlich viele Schauwerte besitzt der Film nicht.
 
 
 


 
 
 

THE BLACK STRING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Black String; USA 2018

Genre: Thriller, Krimis, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.94:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Deleted Scenes, Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 29.01.2021

 

The Black String [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE BLACK STRING – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
John Dies at the End (2012)
 
The Box – Du bist das Experiment (2009)
 

Filmkritik: „The Beach House“ (2019)

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THE BEACH HOUSE

Story

 
 
 
Für Emily und Randall wird ein geplanter Urlaub im Strandhaus zum Albtraum, als eine unbekannte Seuche die Runde macht.

 
 
 


 
 
 

THE BEACH HOUSE – Kritik

 
 
Dass sich die Natur am Menschen rächt, bekommt man jeden Tag mit und dass es effizientere Lebensformen als den Menschen gibt, sollte nun auch kein Geheimnis sein. Natürlich bedient sich auch der Horrorfilm manchmal an solchen Themen, wobei Öko-Horror nicht unbedingt etwas ist, was man alle Tage zu sehen bekommt. Es ist auch nicht leicht, dieses Thema in einen packenden Film zu transportieren. So ganz gelingt dies „The Beach House“ leider ebenfalls nicht, doch das Werk ist ambitioniert und wenn man nichts gegen eine sehr ruhige Herangehensweise hat, dann kann man sich hier doch solide unterhalten lassen.
 
 
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Der Vater von Randall besitzt ein Strandhaus. Momentan ist keine Saison und so plant Randall mit seiner Freundin Emily einen schönen Trip zum Strand. Die Beiden müssen sowieso an ihrer Beziehung arbeiten. Allerdings sind sie gar nicht alleine im Haus, denn alte Freunde von Randalls Vater haben sich hier ebenfalls einquartiert. Zum Glück verstehen sich Randall und Emily gut mit dem älteren Ehepaar. Zu Problemen kommt es erst, als die Natur verrückt spielt. Draußen geht etwas Merkwürdiges vor sich und es macht die Menschen krank. Das Drehbuch ist ziemlich simpel gehalten und versucht erst gar nicht die Geschehnisse zu erklären. Andeutungen werden zwar getätigt, aber was es wirklich damit auf sich hat, muss jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Ganz klar ist aber, dass die Natur thematisiert wird. Eine Öko-Kritik steckt jedoch nicht dahinter; zumindest ist sie nicht erkennbar. Die Story ist insgesamt etwas zu dünn, funktioniert aber gerade deshalb ganz gut, weil die Aufmachung gelungen ist. So lässt man den Zuschauer eine ganze Weile im Dunkeln tappen und verrät nicht zu früh, dass hier etwas nicht stimmt.
 
 
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Das bringt anfangs weniger Längen mit sich, als man vermuten könnte. Zwar ist die Figurenzeichnung nicht das Gelbe vom Ei, aber die Charaktere sind gerade interessant genug, damit sie dem Zuschauer nicht völlig egal sind. So gelingt die erste halbe Stunde solide. Selbst wenn hier noch keine Gefahr vorhanden ist, schaut man den Personen ganz gerne zu. In der zweiten Hälfte steigert sich der Horror gekonnt und hier kombiniert man verschiedene Elemente. Ein wenig Mystery-Flair schwebt ständig mit, ein bisschen wie in Science-Fiction kommt man sich ebenfalls vor und dann wäre da auch noch eine Prise Body-Horror. Diese Kombination sorgt für Abwechslung, doch leider geht „The Beach House“ gerade zum Finale hin deutlich die Luft aus. Regisseur Jeffrey A. Brown, der auch das Drehbuch schrieb und mit diesem Werk sein Debüt ablieferte, fällt dann nur noch wenig ein, wie er das Szenario aufregend halten kann. So kommt es schon zu einigen Längen, gerade dann, wenn man eigentlich ansteigende Spannung erwartet. Sowieso muss man es ruhiger mögen, denn die Ereignisse überschlagen sich nie, das Tempo ist allgemein ziemlich gering und man sieht die Personen auch schon mal minutenlang einfach durch die Gegend schleichen.
 
 
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Dass dies nie zu langweilig wird, liegt an einer souveränen Inszenierung, der man es kaum anmerkt, dass man es hier mit einem Debüt zu tun hat. Die Bilder werden schick eingefangen und obwohl das Budget sicherlich ziemlich gering war, wirkt „The Beach House“ relativ hochwertig. Der Schauplatz ist simpel, macht optisch aber etwas her und ein paar Schauwerte sind definitiv gegeben. Besonders viele Effekte sollte man zwar nicht erwarten und es wird eigentlich nie brutal, aber dafür schielt man ab und zu auf den Ekel und in den wenigen Momenten, in denen man dies tut, funktioniert das auch ganz ordentlich. Dass man es mit handgemachten Effekten zu tun hat, verstärkt die Wirkung nur noch. Außerdem sind die Darsteller durchaus brauchbar. Liana Liberato spielt die wichtigste Rolle und macht das authentisch. Noah Le Gros kann da nicht ganz mithalten, stört jedoch nicht. Ansonsten gibt es nur noch zwei Nebenrollen und eine davon bekleidet der deutlich bekanntere Jake Weber, von dem man gerne noch etwas mehr gesehen hätte. „The Beach House“ kommt wirklich nahezu mit nur diesen vier Darstellern aus. Abgerundet wird das Ganze von einem gut eingesetzten Score, der seine Sache zweckdienlich erfüllt.
 
 
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THE BEACH HOUSE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„The Beach House“ ist sicher nicht der große Wurf, aber wer Interesse an Öko-Horror hat, bekommt doch ein brauchbares Exemplar geboten. Die Story ist allgemein etwas zu dünn und hätte gerne etwas mehr erklären dürfen, aber wie man das Szenario umgesetzt hat, ist doch ansprechend. Besonders die Inszenierung macht hier nicht viel verkehrt und bietet genügend Abwechslung. Dies ist auch notwendig, weil das Tempo nämlich sehr gering ist. Stört dies anfangs noch überhaupt nicht, wird es besonders im letzten Drittel etwas anstrengend, weil hier recht viel Geduld erforderlich ist. Solide Darsteller und eine angenehm düstere Atmosphäre entschädigen dafür. Auch die Figurenzeichnung ist soweit okay. Zudem gibt es ein paar hübsche Ekel-Effekte zu sehen, von denen es allerdings gerne deutlich mehr hätte geben dürfen. Somit bleibt ein nicht sonderlich spannender, aber sehenswerter Beitrag zum Thema „Natur vs. Mensch“. Nicht unbedingt ein Must-see, jedoch absolut kein Rohrkrepierer.
 
 


 
 
 

THE BEACH HOUSE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Beach House“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Diese Freigabe ist auch berechtigt.
 
 
 


 
 
 

THE BEACH HOUSE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Beach House; USA 2019

Genre: Horror, Mystery, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Original-Trailer (2:08 Min.), Deutscher Kinotrailer (1:45 Min.), Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 22.04.2021

 

The Beach House [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE BEACH HOUSE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Nebel (2007)
 
Cabin Fever (2002)
 
Long Weekend (2008)
 

Filmkritik „Wrong Turn“ (2021)

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WRONG TURN

(WRONG TURN: THE FOUNDATION)

Story

 
 
 

Eine Gruppe junger Wanderer kommt am Appalachen-Trail vom rechten Weg ab und zahlt dafür mit dem Tod.

 
 
 


 
 
 

WRONG TURN – Kritik

 
 
 
Jedes Horrorfilm-Franchise hat seine Antihelden. NIGHTMARE ON ELM STREET hat Kultkiller Freddy, FREITAG DER 13. lässt Hockeymasken-Mörder Jason auf Teenager los und TEXAS CHAINSAW MASSACRE wäre ohne den kettensägenschwingenden Leatherface nur halb so beliebt. Was aber, wenn man aus diesen Filmreihen das streicht, was sie berüchtigt gemacht hat. Genau dieses Experiment ist man bereits in den 1980ern mit HALLOWEEN III und der Serie FREDDY’S NIGHTMARES eingegangen. Dort entfernte man die Horrorikonen Michael Myers und Freddy Krueger. Das Ergebnis war wenig überraschend. Erwähnte Produktionen kamen beim Publikum gar nicht gut an. Berechtigte Kritik, die nun offenbar auch CONSTANTIN FILM mit seiner Endlos-Reihe WRONG TURN riskieren möchte. Im Jahr 2018 wurde nämlich bekannt, dass man dem Franchise neues Leben mit einem Reboot einverleiben wollte. Ein nur allzu berechtigtes Vorhaben machten sich die letzten Ableger der WRONG TURN-Reihe weniger durch Ideen und Qualität einen Namen als vielmehr mit Gewalt, schlechten Effekten und Zensurproblemen.
 
 
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Ein Neustart war demzufolge unausweichlich. Nun steht dieser an, kommt ins Kino und spult vertraute Abläufe ab. Alles beginnt mit einem aufgewühlten Vater (MATTHEW MODINE aus 47 METERS DOWN). Der macht sich auf die Suche nach Tochter Jen (CHARLOTTE VEGA), die sich seit Wochen nicht meldet. Die Sorgen sind groß, kann die New Yorkerin nicht mehr erreicht werden. Das Telefon ist aus und auch sonst herrscht Funkstille. Ob da etwas passiert ist? Ganz abwegig ist der Gedanke nicht. Die junge Frau hatte sich nämlich mit einigen Freunden auf den Weg zum Appalachian Trail gemacht. Dort wollte man etwas Wandern und die Natur erkunden. Eine spannende Reise, die aber bald in Horror umschlägt – wie Rückblenden erklären. Trotz Warnungen von Einheimischen hält man sich nicht an Wegmarkierungen. Die Strafe folgt auf dem Fuß. Man stapft in sonderbare Fallen und bekommt es mit der Angst zu tun. Als man wieder klare Gedanken fassen kann, befindet man sich in den Fängen einer ominösen Gemeinschaft. Die ist nicht gut auf neugierige Wanderer zu sprechen, welche fernab der üblichen Waldwege herumschnüffeln.
 
 
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Alles auf null und doch ganz anders. Der WRONG TURN-Neuanfang ist eine Sache, die bei eingefleischten Fans der Filmreihe so gar nicht auf Begeisterung stoßen wird. Das Problem: die Erwartungshaltung. Was in diesem Reboot fehlt, sind nämlich die deformierten Hinterwäldler, welche in der Original-Serie für Angst und Schrecken gesorgt haben. Diese wurden entfernt und durch eine mysteriöse Gemeinschaft von Bergbewohnern ersetzt, die seit Mitte des 19. Jahrhundert im Osten der Vereinigten Staaten autark leben und alles daran tun, damit man deren verborgenes Dorf nicht findet. Klingt natürlich weitaus langweiliger, als entstellte Kannibalen, die niederen Instinkten frönen. Aber wir geben Entwarnung. Das Quasi-Remake von WRONG TURN ist ganz ordentlich, orientiert sich in der Machart an den Sekten-Thriller MIDSOMMAR und lässt sogar Fans des blutigen Handwerks nicht unbefriedigt zurück. Subtile Gesellschaftskritik gibt es übrigens gratis dazu.
 
 
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Mehr Thrill statt Horror lautet die Devise. WRONG TURN von 2021 ist in erster Linie ein Survival-Thriller und will mit Backwood-Horror so gar nichts mehr zu tun haben. Eine weise Entscheidung von Drehbuchautor ALAN B. MCELROY, auf dessen Kappe bereits das Drehbuch zum Original von 2003 geht. Der hat hier eine weitaus erwachsenere Geschichte zu Papier gebracht, die von MIKE P. NELSON inszeniert wurde. Letzterer hat offenbar Blut im Horror-Genre geleckt. Zuletzt führte er Regie beim Endzeit-Horror THE DOMESTICS und bewies eindrucksvoll, dass er sich gut mit Spannung und Überlebenskämpfen auskennt. Gute Voraussetzungen, um WRONG TURN zu alten Qualitäten zurückzuführen. Was da nämlich in den letzten Teilen zugemutet wurde, war keine Sternstunde des Horrorkinos.
 
 
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So teilt sich das Reboot in zwei Handlungsstränge auf und hetzt seine Helden sprichwörtlich in ein ungewisses Abenteuer. Während der eine vom sorgenden Vater Scott erzählt, der sich auf die Suche nach der verschollenen Tochter begibt, berichtet die andere von jungen Leuten, die durch eine Reihe von Umständen in den eigenen Tod schlittern. Das mag zwar alles etwas konstruiert anmuten, wird aber von Regisseur MIKE P. NELSON derart rasant zum Ende geführt, dass kaum Zeit zum Verschnaufen bleibt. Erst im Finale kreuzen sich beide Handlungsstränge und laufen ineinander. Adrenalin-Horror hat nie besser funktioniert.

 
 


 
 
 

WRONG TURN – Fazit

 
 
8 Punkte Final
 
 
Weg vom Splatter-Nonsens hin zum Spannungskino. Das Remake, Reboot oder wie man auch immer die Neuauflage bezeichnen möchte, hat mit der vertrauten Reihe kaum noch etwas gemein. Die beliebten Bösewichte hat man aus dem Drehbuch radiert und der Gewaltpegel wurde nach unten geschraubt. Ein gewagtes Unterfangen, das dennoch sehenswert ist. WRONG TURN von 2021 hat eine toughe Heldin, hervorragende Darsteller und eine ordentliche Portion Spannung. Hinzukommt, dass er technisch endlich mal wieder Kinoqualität erreicht und auch noch gut getrickste Spezialeffekte in petto hat. Da sieht man gern über die Tatsache hinweg, dass es vielleicht besser gewesen wäre, wenn man den Schocker unter anderem Titel vermarktet hätte. So muss sich der Film missgünstigen Vergleichen eingefleischter Fans der Originalreihe stellen, die jetzt schon – gelinde gesagt – unfair sind. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass sich jeder Zuschauer am Ende die Frage stellen wird, wie man diesen WRONG TURN fortsetzen könnte. Viele Optionen werden nicht gegeben. Wir meinen aber, dass man vermutlich Wege finden wird, um einen Spagat zu den Bösewichten der Originalserie zu ziehen. Dazu ist das Fan-Echo einfach zu wichtig für CONSTANTIN FILM – schließlich will das Filmunternehmen in Zukunft weiter diese lukrative Kuh melken.
 
 
 


 
 
 

WRONG TURN – Zensur

 
 
 
Das Remake / Reboot von WRONG TURN hat in Deutschland eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Diese Filmfassung ist ungeschnitten. Es werden zermatschte Köpfe gezeigt, eine Figur fällt in eine Falle mit Holzpfählen und Augen werden auch noch mit einem heißen Eisen ausgebrannt. Weiterhin gibt es Messereinstiche und Pfeilwunden zu sehen. Demzufolge ist die hohe Freigabe gerechtfertig. Wer aber ein Splatterfeuerwerk und sadistische Morde erwartet, wird enttäuscht werden.
 
 
 


 
 
 

WRONG TURN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei CONSTANTIN FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Midsommar (2019)
 
The Village – Das Dorf (2004)
 
Kinder des Zorns (1984)
 

Filmkritik: „Voices – Stimmen aus dem Jenseits“ (2020)

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VOICES – STIMMEN AUS DEM JENSEITS

(VOICES)

Story

 
 
 
Nachdem ein junges Mädchen erblindet ist, kann es die Stimmen von Toten hören. Diese Gabe soll ein zukünftiges Verbrechen auflösen.

 
 
 


 
 
 

VOICES – Kritik

 
 
Wenn man einen Film mit Werken wie „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“ oder „The Sixth Sense“ vergleicht, weckt das sicherlich Erwartungen, denn diese Vorbilder sind Meisterleistungen in ihrem Gebiet. Einen Gefallen tut man „Voices“ und vor allen Dingen dem Zuschauer damit jedoch überhaupt nicht, denn man bekommt hier nur eine dröge Schlaftablette geboten, die einfach nichts aus dem vorhandenen Material machen kann.
 
 
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In der Kindheit erleidet Lilly mit ihrer Mutter einen Unfall, der sie blind macht und der Mutter das Leben nimmt. Kurz darauf beginnt Lilly Stimmen zu hören, die von toten Menschen stammen. Ihre Erblindung hat ihre anderen Sinne geschärft. Mit den Jahren gewöhnt sich Lilly daran, aber die Stimmen werden auch immer leiser und verschwinden dann. Erst als sie schwanger wird, tauchen die vielen Stimmen wieder auf. Darunter befindet sich z.B. ein kleines Mädchen aus der Nachbarschaft, welches mit einem unaufgeklärten Verbrechen zu tun hat. Außerdem bedrohen die toten Seelen das Baby von Lilly. Kann die blinde Frau das alles lösen? Vom reinen Grundgedanken her geht die Story durchaus in Ordnung. Sie kupfert zwar hemmungslos bei anderen Vorbildern, besonders bei „Echoes“ ab, doch in diesem Bereich ist es sicher nicht einfach, sich etwas Originelles einfallen zu lassen. Leider macht das Drehbuch aus der Grundprämisse sowieso viel zu wenig. Was hier erzählt wird, hätte für einen Kurzfilm gereicht. Es gibt dermaßen viel belangloses Füllmaterial, dass man die Geduld verlieren kann.
 
 
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Dass „Voices – Stimmen aus dem Jenseits“ dann auch noch ganze 108 Minuten lang sein muss, ist einfach keine clevere Entscheidung gewesen, denn es versteht sich von selbst, dass er sich damit nur unnötig in die Länge zieht. Alleine die ganzen Rückblicke aus Lillys Kindheit und dem Teenager-Alter wirken wie verschwendete Zeit, weil sie die Story nahezu gar nicht voranbringen. Das Geschehen in der Gegenwart ist allerdings kaum interessanter, weil man hier erst zum Ende endlich mal auf den Punkt kommt. Das Finale ist dann sogar erträglich gestaltet und lässt zum Glück mal etwas Action aufkommen. Wenn von 108 Minuten jedoch lediglich 15 Minuten halbwegs unterhaltsam sind, dann ist das einfach viel zu wenig. Die handwerkliche Arbeit kann da auch nicht viel reißen. Zwar ist die Optik okay, aber Schauwerte bekommt man kaum welche geboten. Mit richtigem Horror hat „Voices“ ebenfalls nicht viel am Hut. Das ist ein Mysterythriller, aber einer der ganz zahmen Sorte. Wenn ab und zu mal ein paar Tote im Bild sind, muss das für den Grusel ausreichen. Wenigstens sind die wenigen Effekte ganz in Ordnung und die Gestalt am Ende sieht sogar leicht kreativ aus.
 
 
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Bis es jedoch soweit ist, muss man sich mit ziemlich uninteressanten Charakteren herumschlagen. Der Film versucht sich zwar an einer funktionierenden Figurenzeichnung, nur leider gelingt ihm das nicht. Hier wirkt alles künstlich und konstruiert, so wie die gesamte Handlung, die mit ihrem Twist am Ende sicher nicht für viele offene Münder sorgen dürfte. Passend dazu gibt es auch noch eine ziemlich schlechte, deutsche Synchronisation obendrauf. Die Dialoge werden reichlich hölzern vorgetragen und dienen mit viel pseudo-philosophischen Gewäsch. Der Score wird in den falschen Momenten zu theatralisch eingesetzt und ist in den richtigen Momenten zu wenig präsent. Zumindest gehen die Darsteller noch einigermaßen in Ordnung. Mit Jordan Ladd und Leslie Easterbrook sind ein paar Namen mit dabei, die dem einen oder anderen bekannt vorkommen könnten. Die Hauptrolle spielt jedoch Valerie Jane Parker. Dies macht sie völlig unaufällig, aber immerhin nicht gänzlich unbrauchbar. Wäre der deutsche Ton nicht so plump, kämen eventuell minimale Sympathien auf, aber ausreichend wäre das trotzdem niemals.
 
 
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VOICES – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Voices – Stimmen aus dem Jenseits“ ist selbst für einen seichten Sonntag-Nachmittag-Mysterythriller zu langweilig. Vor einer Totalkatastrophe schützen lediglich halbwegs brauchbare Darsteller, ein paar ganz nette Effekte und das fast passable Finale. Ansonsten taugt der Film nichts. Aus der wenig originellen Story hätte man etwas machen können, aber man erzählt lieber viel belanglosen Kram und würzt das Ganze dann noch mit einem vorhersehbaren, völlig konstruierten Twist. Die Charaktere wirken künstlich, die deutsche Synchronisation nervt und es passiert einfach viel zu wenig. Die Drama-Anteile, die reichlich lahm wirken, sind zu hoch, echter Grusel will nie aufkommen und der Thrill-Faktor ist höchstens am Ende noch minimal gegeben. Leider absolut nicht empfehlenswert!
 
 


 
 
 

VOICES – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Voices – Stimmen aus dem Jenseits“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Die Freigabe ist gerechtfertigt.
 
 
 


 
 
 

VOICES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Voices; USA 2020

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 108 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 19.02.2021

 

Voices – Stimmen aus dem Jenseits [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

VOICES – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 
The Sixth Sense (1999)
 
Du hättest gehen sollen (2020)
 

Filmkritik: „The Vigil – Die Totenwache“ (2019)

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THE VIGIL – DIE TOTENWACHE

(THE VIGIL)

Story

 
 
 
Ein Aussteiger aus der jüdischen Gemeinde nimmt das Angebot an, eine Totenwache zu absolvieren und muss sich dabei einem jüdischen Dämon stellen.

 
 
 


 
 
 

THE VIGIL – Kritik

 
 
Ein Horrorfilm, der sich um Dämonen dreht und an einem orthodoxen Schauplatz spielt, klingt nicht gerade besonders originell. Das ist „The Vigil“ auch absolut nicht. Trotzdem holt er aus dem Setting eine ganze Menge heraus und eignet sich für Zuschauer, die auf den eher kleinen Grusel stehen, auf jeden Fall gut.
 
 
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Yavoc will aus seiner ultraorthodoxen-jüdischen Gemeinde heraus und nimmt dafür an einer Selbsthilfegruppe teil. Erst vor kurzem verlor Yavoc seinen jüngeren Bruder und das Trauma sitzt tief. Außerdem findet er sich in der „normalen“ Welt nur schwer zurecht. Weil das Geld bei ihm knapp ist, nimmt er trotzdem das Angebot an, eine Totenwache abzuhalten. Ein altes Mitglied der Gemeinde ist verstorben und Yavoc soll die Nacht mit Gebeten verbringen, um die Seele des Verstorbenen zu trösten. Allerdings bekommt er es dabei mit einem alten, jüdischen Dämon zu tun, der nun auch Yavoc plagen möchte. Die Geschichte erfindet das Rad des Dämonenhorrors nun wirklich nicht neu und bedient eigentlich nur bekannte Zutaten. Der Unterschied ist nur, dass man es mit jüdischen Dämonen in diesem Bereich nicht jeden Tag zu tun bekommt. So erfährt man auch noch etwas mehr über den orthodoxen Glauben. Das Drehbuch ist schön zurückhaltend geschrieben, verurteilt nicht und heißt nichts gut, weshalb man sich darauf auch gut einlassen kann. Größere Überraschungen sollte man nicht erwarten, dafür bekommt man aber hübsch altmodisch gestalteten Spuk geboten.
 
 
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Allerdings sollte man es ruhiger mögen, denn „The Vigil“ besitzt seine Langsamkeit. Obwohl die Prämisse schnell eingeleitet wurde, dauert es eine halbe Stunde, bis der Grusel langsam los legt. Auch danach ist nie zu viel los und die Ereignisse überschlagen sich nicht. Selbst wenn die langsame Machart für ein paar Längen sorgt, so entsteht doch eine gelungene Atmosphäre, die für wohligen Schauer sorgt. Leider konnte Regisseur-Neuling Keith Thomas nicht auf ein paar obligatorische Jump-Scares verzichten, die ihre Schockwirkung am ehesten aufgrund des lauten Sounds erreichen, aber er hält sich damit doch angenehm zurück und ein paar Schockeffekte verfehlen ihr Ziel sicher nicht. Den größten Gruselfaktor besitzt der Film dabei nicht, aber man kann trotzdem genug mitfiebern. Die handwerkliche Arbeit wirkt gekonnt und die langsamen Kamerafahrten machen etwas her. Auch der minimalistische Schauplatz wurde solide genutzt und wirkt nicht zu beengt. Mit kleineren Spielereien, wie etwa das Einblenden des Textes vom Handy, wird für genügend Abwechslung gesorgt und die Inszenierung macht allgemein nicht viel verkehrt.
 
 
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Es gibt in „The Vigil“ nur einen Hauptdarsteller und da ist es natürlich wichtig, dass dieser auch abliefern kann. Dave Davis bekommt das gut hin und spielt seine Rolle glaubwürdig. Die Figurenzeichnung von Yavoc ist dabei nicht besonders kreativ, funktioniert allerdings und ausreichend Sympathien werden gesichert. Die restliche Besetzung ist sehr marginal, doch auch hier spielt niemand schlecht. Allgemein ist der gesamte Film reichlich simpel gestaltet. Oftmals wird minutenlang gar nicht gesprochen und die Bilder sprechen für sich. Dank einer normalen Laufzeit von nur 90 Minuten, ist das niemals zu langweilig und der Spannungsaufbau ist gelungen. Trotzdem führen ein paar Szenen auch etwas zu sehr ins Leere, so dass man von keiner besonders aufregenden Unterhaltung sprechen kann. Wirklich gut gelungen ist allerdings noch der elektronische Score, der manche Szenen dominiert und sich sehr gut anhören lässt. Viele Effekte gibt es übrigens nicht, doch diese braucht es hier auch überhaupt nicht, da sich der Film überwiegend dem altmodischen Grusel hingibt.
 
 
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THE VIGIL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„The Vigil“ ist ein minimalistischer Horrorfilm mit wenig Darstellern, begrenztem Schauplatz und einer sehr langsamen Herangehensweise. Manchmal ist das etwas zu langsam und strapaziert die Geduld, aber man kann daraus immerhin eine ansprechende Atmosphäre kreieren. Super unheimlich ist das Ganze nicht, aber der Schauer verfehlt seine Wirkung nicht und ein paar Schockeffekte wissen ebenfalls zu überzeugen. Zusätzlich wird der Film gut gespielt und besitzt einen sehr effektiven Score. Die handwerkliche Arbeit kann sich sehen lassen und ein paar Bilder besitzen definitiv ihre Eigenständigkeit. Somit bietet „The Vigil“ nicht den großen Wurf im Spuk-Genre, bedient dieses aber völlig souverän und verdient von Fans solcher Filme definitiv eine Sichtung!
 
 


 
 
 

THE VIGIL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Vigil – Die Totenwache“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Der Gruselfilm ist eher subtiler Natur. Großartige Gewaltmomente sind nicht zu erwarten.
 
 
 


 
 
 

THE VIGIL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Eurovideo Medien (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Vigil; USA 2019

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 11.02.2021

 

The Vigil – Die Totenwache [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE VIGIL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Amulet (2020)
 
Relic (2020)
 
Veronica (2017)
 
Lights Out (2016)
 

Filmkritik: „Abrakadabra“ (2018)

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ABRAKADABRA

Story

 
 
 
30 Jahre nachdem sein Vater bei einem tragischen Bühnenunfall verstorben ist, hat Lorenzo Mancini selber eine Karriere als Magier. Doch neben dem Alkoholismus und der überfälligen Miete muss er sich jetzt auch noch mit einem blutrünstigen Mörder rumschlagen, der seine Opfer auf Mancinis Bühne drapiert….

 
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Kritik

 
 
Die Gebrüder Onetti dürften Genrefans nach den letzten Jahren bereits bekannt sein, zeichnet sich Luciano Onetti doch mitverantwortlich für die Regie, und eigenverantwortlich für die Score zu den bisherigen Neo-Gialli „Sonno Profondo“ und „Francesca“ sowie dem grimmigen Slasher „What the Waters left Behind“, während Nicolás Onetti sich hauptsächlich als (Mit-)Produzent bei Werken wie „Asylum“, – dessen Job als Creative Director er auch belegte – „Aquaslash“ oder gar „Trauma“ betätigt hat, aber neben den eigenen Filmen z.B. auch als Segment Director bei „A Night of Horror: Nightmare Radio“ vertreten war.
 
 
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Einige Jahre an Übung zur Perfektionierung der hauseigenen Low- bis No-Budget-Giallohommage also, und die Zeit hat sich gelohnt: Der mittlerweile dritte Langfilmanlauf setzt voll und ganz auf die audiovisuellen Stärken des Genres und versteht sich zugleich als Hommage, Stilübung und augenzwinkernde Parodie des – in erster Linie – Argentoschen Giallo, dezimiert jeden Anflug von Langeweile oder Aufgeblähtheit mit einer Kürze von gerade einmal 69 Minuten (mit Abspann!) und dürfte jedem Genrefan munden, der die abstrusen Geschichten, endlosen Twists und unbedarft chargierenden Charaktere der alten Filme ebenso genießen konnte, wie die oppulente Optik.
 
 
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Nach einem sehr stumpf brutalen Labelintro mit peinlichem 2000er-CGI, eben jenem Label, das bei der Laufzeitangabe auf dem Backcover stolze 24 Minuten dazu gedichtet hat, nehme ich an, beginnt „Abrakadabra“ mit einem Flashback ins Turin der 50er Jahre, direkt fällt auf wie die kräftig übersättigten Technicolor-Farben die roten Vorhänge nahezu glühen lassen, wie die Font 1:1 aus den Argentofilmen geliehen wurde, wie im Intro eine Femina Ridens-Anspielung zu finden ist, wie eine in Zeitlupe zerberstende Glasscheibe zusammen mit progressiven, verzerrten Gitarrensounds und einem auf der Bühen gehaltenem Vortrag über das Übernatürliche ganz eindeutig „Profondo Rosso“ sowie „Vier Fliegen auf grauem Samt“ Tribut zollen.
 
 
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30 Jahre später, so informiert uns die altmodische Texttafel, wird zu großartigen Panflöten und Chören eine Lustfahrt auf dem Mofa durch den Turiner Sommer gefeiert und von den Kostümen bis hin zum Framing der Einstellungen, Pacing der einzelnen Szenen für sich als auch in der Montage oder den Dialogen fühlt man sich in Rekordzeit in das Jahrzehnt, die Stadt, das Genre hineinversetzt. Als dann das erste Opfer vor dem Auftritt unserers Zauberers Lorenzo Mancini sowie auf dessen Bühne sein Schicksal erleiden darf, tobt sich der Film dermaßen aus was Stilmittel und Argento-Rhetorik angeht, – Nahaufnahmen panischer Augen, Puppen, Reißzooms, mörderische Kunst, artifizierte Tötungen, ermordete Künstler, Bühne als entkoppelter Raum, schnelle Schnittmontagen – dass erstmalig die Idee einer Parodie aufkommt. Auf dem Rückweg vom Theater wird Lorenzo nun fotografiert, was in schwarzweißen Freeze Frames festgehalten wird, erneut ganz wie beim italienischen Meister. Das Radio spricht derweil gelangweilt von einem weiteren Verbrechen im Theater, ich grinse und stelle schockiert fest, dass wir uns erst sieben Minuten im Film befinden.
 
 
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Lorenzo Mancini, der dauerhaft saufende, Schulden habende Magier, ist der Sohn des im Intro verstorbenen Dante des Großen und wird nun des Mordes verdächtigt, dazu findet er nach seiner überraschend zahm inszenierten Zaubershow einen mysteriösen Brief in der Post. Die folgenden Szenen könnte man nun wahlweise konfus, sinnlos oder langsam nennen, ist man rein auf der Suche nach Slasher-Action oder Dialogen, die die Story vorantreiben, doch schon in den Originalfilmen ist szenenweise „nichts“ passiert und auch hier IST der Stil die Substanz. Bei besagter Bühnenshow wird aus Versehen für eine halbe Sekunde der nächste Track angespielt, beim rauchigen Pokerspiel werden drei Augenpaare gleichzeitig eingeblendet, wird nach einer Duschszene herumstolziert, dann natürlich im roten Handtuch und steht irgendwo eine dekorative Flasche rum, ist es selbstverständlich J&B.
 
 
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Wem dieser letzte Block zu zäh war, der dürfte durch das stimmungsvolle, farbenfrohe Licht und die einfallsreichen Winkel hoffentlich trotzdem noch am Ball bleiben, denn nun imitiert Onetti eine astreine Goblin-Score, die mit Hexenchören, Hammond-Orgel, Synthesizern und catchiger Bassgitarre in die Vollen geht, bevor als Nächstes die obligatorische 70s-Barszene mit Progressive Rock und anschließender Schmuseszene von der Genrefilmliste abgehakt wird. Weder die Duschszene, noch diese trippige Einlage mit Mehrfachbelichtung sind dabei je ausgewalzt oder exploitativ, da hier offensichtlich eher dem stilvollen, langsamen und sich auf Charaktere, ihre Umgebungen, und Ermittlungen konzentrierendem Giallo gehuldigt wird, denn den sleazigeren Machwerken der Marke Bianchi.
 
 
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Eine unfassbar stilvolle, mehrfach verspiegelte Präsentation der nächsten Leiche weiß zu beeindrucken, auch wenn die Schauspielerin natürlich noch atmet, etwas Recherche im Zeitungsarchiv, die nächste archetypische Genrestation, offenbart die ersten Hintergrundinformationen. Was von nun an geschieht, ist herrlich angedeutet und doch im Detail unvorhersehbar, leicht verworren präsentiert, blutig, nach gerade einmal 65 Minuten wieder vorbei und bis dahin jede Sekunde wert – denn ich möchte nicht spoilern, doch die Story versteht es trotz der wenigen Charaktere bestens, Giallo-Formulare zu adaptieren, zu überraschen und zu unterhalten. Okkultes, rituelles Zischen wechselt sich mit einem waschechten 80s-Beat ab, gotischer Horror mit neumodischer Parodie, Fulci-Puppen mit expliziten Tenebrae-Zitaten. Hier fühl ich mich wohl.
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Ein bildhübscher, witziger, charmanter, atmosphärischer und größtenteils kurzweiliger Neo-Giallo mit guten bis „stimmigen“ Darstellern und einem unverwechselbarem Gespür für die Zeit und das Genre. Ein Fantraum im richtigen Bildformat, mit der richtigen Font, den richtigen Farben, Kostümen, Charakteren, Dialogen, Settings, Twists, Kills, Morden usw., ein kurzer Happen verspielter Nostalgie.
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Abrakadabra“ ist ungeschnitten und ungeprüft. Da bisher noch keine FSK-Prüfung erfolgte, ist die Veröffentlichung automatisch erst für Erwachsene geeignet. Sollte eine FSK-Prüfung erfolgen, kann man von einer ungeschnittenen Freigabe ab 16 Jahren ausgehen.
 
 
 


 
 
 

ABRAKADABRA – Deutsche Blu-ray

 
 
 

(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray Hardbox Cover A auf 66 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray Hardbox Cover B auf 66 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A auf 666 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Abrakadabra; Argentinien | Mexiko | Neuseeland 2018

Genre: Horror, Mystery, Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0, Italienisch DTS-HD MA 5.1, Italienisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 70 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Hardbox | Mediabook

Extras: Behind The Scenes „Abrakadabra Raw“ (11:25 Min.), Bildergalerie (2:15 Min.), Trailer (1:51 Min.) | zusätzlich im Mediabook: Hauptfilm auf DVD, Soundtrack, 24-seitiges Booklet von Leonhard Elias Lemke

Release-Termin: Mediabooks: 04.01.2021 | Hardbox: 15.12.2020

 

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ABRAKADABRA – Trailer

 
 



 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Cinestrange Extreme)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Francesca (2015)
 
The Editor (2014)
 
Amer (2009)
 
Der Tod weint rote Tränen (2013)
 
Symphony in Blood Red (2009)
 
Masks (2012)
 
Tulpa (2012)
 

Filmkritik: „Reborn“ (2018)

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REBORN

Story

 
 
 
In „Reborn“ erfahren wir was passiert, wenn eine Totgeburt von einem Psychopathen aufgezogen wird und an ihrem sechzehnten Geburtstag mehr über ihre Vergangenheit wissen will.

 
 
 


 
 
 

REBORN – Kritik

 
 
Paranormale Fähigkeiten haben es natürlich besonders dem Horrorbereich schon immer sehr angetan. Einer der größten Klassiker in diesem Bereich kam wohl 1976 heraus, nämlich die Romanverfilmung von „Carrie“. Seitdem versuchen sich immer mal wieder Filmchen an Figuren, die eine übernatürliche Begabung haben. So auch „Reborn“, dem allerdings kaum etwas einfällt, was ihm eine Daseinsberechtigung verschaffen würde.
 
 
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Tess landet als Totgeburt im Leichenschauhaus. Hier arbeitet ein Psychopath mit Vorliebe für Leichen. Als plötzlich ein mächtiges Gewitter anbricht, wird die kleine Tess wie durch Zauberhand wieder lebendig. Der Irre nimmt sie daraufhin mit nach Hause und zieht sie auf. Sechzehn Jahre später hat Tess Fragen über ihre Herkunft und sie muss bald feststellen, dass sie auch im Besitz einiger Fähigkeiten ist. Aber ob sie diese für den guten Zweck einsetzt auf der Suche nach ihrer Mutter, ist eher fraglich. Dass die Story nicht besonders viel zu erzählen hat und keineswegs originell erscheint, lässt sich noch am ehesten verzeihen, denn gut geklaut ist manchmal eben doch besser, als schlecht selber ausgedacht. Leider wirkt das Drehbuch in „Reborn“ aber enorm konstruiert und ziemlich hölzern. Man kauft dem Werk seine Geschichte einfach nicht richtig ab. Außerdem ist das Szenario arg vorhersehbar, so dass der Zuschauer sich stets denken kann, was als nächstes geschieht und damit auch immer Recht behält.
 
 
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Das raubt vor allen Dingen Spannung. Obwohl „Reborn“ nur 77 Minuten (mit Abspann) lang ist, zieht er sich spätestens in der zweiten Hälfte ganz schön in die Länge. Hier ist aber auch wirklich kaum etwas los. Die flotte Einleitung geht dabei noch in Ordnung und danach kann man kurz die Hoffnung haben, dass man die Fähigkeiten von Tess für Action nutzen wird, aber der Bodycount bleibt erschreckend gering und mehr als sich von einem lahmen Mord zum nächsten zu hangeln, geschieht hier nicht. Abgesehen davon, dass Tess nur Dinge mit Strom steuern kann, ist ihre Begabung nun auch nichts Neues, aber es wird sowieso viel zu selten Gebrauch davon gemacht. Scheinbar versteht sich das Ganze auch fast mehr als Drama und so kommt es zu vielen ruhigen Szenen, in denen es um die Mutter geht. Wäre das nicht alles so platt und unglaubwürdig, hätte es funktionieren können, aber die Drama-Anteile sind eher misslungen, weil man überhaupt keinen Draht zu den Charakteren erhält. Die Figurenzeichnung ist einfach nur konstruiert und wirkt als Mittel zum Zweck, was sie ja nun mal auch ist. Das Finale hält ebenfalls keine Highlights parat und so muss man sich überwiegend langweilen. Wer es gerne etwas blutiger hat, wird enttäuscht sein, denn die Morde sind sehr harmlos und besitzen leider keine so guten Effekte.
 
 
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Nun hat man es trotzdem nicht mit einer Totalkatastrophe zu tun, denn „Reborn“ besitzt tatsächlich ein paar Qualitäten. So überzeugt schon mal die Optik und aus handwerklicher Sicht ist das Produkt sogar ganz gut zu gebrauchen. Man sieht zwar, dass nicht so viel Geld zur Verfügung stand, aber die Inszenierung von Julian Richards ist an manchen Stellen ambitioniert und allgemein sieht der Film ganz schick aus. Außerdem sind die Darsteller in Ordnung. Scream Queen Barbara Crampton übernimmt eine überraschend große Rolle, gibt sich nicht zu viel Mühe, agiert aber auf einem passablen Niveau. Auch über Kayleigh Gilbert kann man nicht so viel meckern, denn eine solche Rolle kann man wesentlich mieser spielen. Mit Michael Paré ist noch ein bekannter Name mit dabei, aber er hat hier nur die Rolle des unnötigen Polizisten erhalten und kann daraus nun wirklich nichts machen. Die restliche Anzahl der Darsteller ist sehr überschaubar und hier wird sonst nicht viel verlangt.
 
 


 
 
 

REBORN – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Reborn“ wäre solide gewesen, wenn er nicht so ereignislos daher käme. Die Story ist zwar ausgelutscht und das Drehbuch nicht gut geschrieben, doch gerade weil die Inszenierung passabel ist und die Darsteller (samt anhörbarer, deutscher Synchronisation) nicht zu negativ auffallen, hätte man daraus etwas machen können. Es passiert nur leider fast nichts, das Drama ist unglaubwürdig und die paar Morde machen kaum einen Horrorfilm daraus. Etwas mehr Action, mehr Gewalt und allgemein höhere Schauwerte wären nicht verkehrt gewesen. So bekommt man einen ziemlich lustlosen Versuch „Carrie“ mit „Der Feuerteufel“ zu paaren, der zwar noch deutlich schlechter hätte ausfallen können, für den man aber leider auch keine Empfehlung aussprechen kann.
 
 


 
 
 

REBORN – Zensur

 
 
 
„Reborn“ erschien in Deutschland ungeprüft auf Blu-ray und DVD im Mediabook. Sollte dennoch irgendwann mal eine FSK-geprüfte Filmveröffentlichung erscheinen, dürfte „Reborn“ ohne Probleme eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

REBORN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION (Mediabook mit BD + DVD – Cover A – auf 222 Stück limitiert)

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(c) RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION (Mediabook mit BD + DVD – Cover B- auf 222 Stück limitiert)

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(c) RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION (Mediabook mit BD + DVD – Cover C – auf 222 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Reborn; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Making-of Synchro, Trailer, Slideshow, Film auf DVD und 24-seitiges Booklet mit einem Text von Christoph N. Kellerbach

Release-Termin: Mediabook: 04.12.2020

 

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REBORN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei RAWSIDE ENTERTAINMENT / WICKED VISION)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)
 
Der Feuerteufel (1984)
 
Stephanie – Das Böse in ihr (2017)
 
Dark Touch (2013)
 

Filmkritik: „The Mangler“ (1995)

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THE MANGLER

Story

 
 
 
Unsympath Gartley (Robert Englund) betreibt in seinem Kaff eine herabgewirtschaftete Wäscherei. Als seine Nichte sich eines Tages schneidet und die Mangel mit Blut benetzt, erwacht ein archaischer Dämon im toten Industrieapparat zum Leben. Der schließt einen Pakt mit Grtley und den anderen Altvorderen des Orts. Sechzehnjährige Töchter gegen Reichtum. Alte Schule. Sapperlot! Da liefert die Maschinerie blütenweiße Ergebnisse und ist doch vom Leibhaftigen besprungen. Polizist Hutton (Ted Levine) und sein Schwager, der engagierte Dämonologe Jackson, machen sich auf, der Teufelsmangel den Scheitan auszutreiben. Der Exorzismus nach katholischem Ritus scheint schonmal Früchte zu tragen. Oder nicht?

 
 
 


 
 
 

THE MANGLER – Kritik

 
 
Tobe Hooper zählt zeitlebens zum erlauchten Kreis von Genrefilm-Regisseuren, deren Namen vor den Titeln auf den Filmplakaten stehen. Heute ist das Usus, einst muss der Name schon Romero, Carpenter oder eben Hooper lauten. All das aufgrund eines spröden Seventies-Studentenfilms mit dem klangvollen Namen THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Danach ist, außer in generell recht durchwachsenen Filmen aufflackernden kleinen Hoffnungsschimmern, nicht mehr viel Positives von den 2017 unerwartet verstorbenen Filmemacher zu berichten. Trotzdem: Unsere Kollegen der früher mal ruhmreichen deutschen Filmzeitschrift CINEMA können THE MANGLER seinerzeit so gar nicht leiden, treffen jedoch in einem Nebensatz mit der Beurteilung des Horrorgenres anno 1995 als „dauerhaft kränkelnd“ voll ins Schwarze. Die goldenen Slasher-Jahre der Achtziger sind lange passé, im Kino läuft Horror nur noch sporadisch. Hauptsächlich werden das wie geschmiert laufende Videothekengeschäft und dessen etwas blutrünstigere Kundenkreise beackert. Von der überraschend großen und kassenträchtigen, dafür eigentlich schon beleidigend uncoolen Behandlung des Horrorfilms als Opfer postmoderner Persiflage – via Wes Cravens üblem SCREAM und so weiter – sind wir bei THE MANGLER zum Glück noch befreit. Auch wenn die Ruhe nur noch ein Jahr währt.
 
 
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Auch unser Hauptdarsteller und Gewohnheitsbösewicht Robert Englund steckt 1995 noch in der misslichen Lage, aufgrund seiner berühmtesten Rolle als Fred Krueger keinen Job außerhalb des siechen Gruselkinos landen zu können. So nimmt er wohl oder übel einiges an mittelprächtig bezahlten Gigs in B-Ware an und hält sich im Geschäft. Im neuen Jahrtausend greift dann die Verliebtheit der Popkultur in ihre Vergangenheit in Form des Retro-Phänomens und Englund fühlt sich wieder wohl. Als seinen heldenhaften Gegenspieler dürfen wir Ted Levine, weg von seiner genialen Darstellung des Unholds Buffalo Bill in Ted Demmes Horror-Mainstream-Crossover-Megaerfolg DAS SCHWEIGEN DER LÄMMER (1991) und noch vor der neuen Karriere als MONK-Fernsehgesicht, bewundern.
 
 
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Kantiges Trash-Monsterkino vom alten Schlag oder Parodie? Wir müssen an dieser Stelle zugeben, uns selbst nicht einig zu sein. Kann ein Film über eine von Dämonen besessene Wäschereimaschine wirklich unkomödiantisch gemeint sein? Wenn die fiese Mangel ihre menschlichen Opfer am Schlafittchen packt und sie mit Dampf zu sauber gefalteten Bettlaken verwurstet, kann man das nur schwerlich ernst nehmen. Andererseits, wieso sollte man?
 
 
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THE MANGLER entspringt den Seiten von Stephen Kings erster Kurzgeschichtensammlung NACHTSCHICHT. Diese im amerikanischen Original 1978 und auf Deutsch 1984 erschienene Anthologie zuvor in Literaturmagazinen veröffentlichter Short Stories des Horror-Großschriftstellers aus Maine kann mit Fug und Recht als eine Petrischale seines Schaffens bezeichnet werden. So finden sich in NACHTSCHICHT die aus Platzgründen sehr kondensierten Urversionen von BRENNEN MUSS SALEM und THE STAND – DAS LETZTE GEFECHT. Dazu einige Geschichten, die ungleich später zu Kino-Ehren kommen. Natürlich die (beinahe) titelgebende SPÄTSCHICHT, KINDER DES ZORNS, QUITTERS INC., MANCHMAL KOMMEN SIE WIEDER, RHEA M. – ES BEGANN OHNE WARNUNG und eben THE MANGLER. Der Film zum hier ebenfalls enthaltenen RASENMÄHERMANN hat bis auf den Titel ja leider nüscht mit der Vorlage zu tun.
 
 
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THE MANGLER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Angenehm unaufgeregter Horror-Trash aus jenen verlorenen Jahren, in denen Horror nur für sein damals kleines Stammpublikum und nicht das gezüchtete Multiplex-Publikum produziert wird. Robert Englund macht, was er am besten kann, nämlich böse und hinterhältig spielen und durch die ausnehmend gut gestalteten Kulissen huschen. THE MANGLER hätte auch gut in den Rahmen von sowas wie GESCHICHTEN AUS DER GRUFT gepasst. Das ist als Kompliment gemeint.
 
 


 
 
 

THE MANGLER – Zensur

 
 
 
THE MANGLER erschien in Deutschland auf VHS in seiner ungekürzten R-Rated-Fassung mit einer FSK 18-Freigabe. Auch im TV wurde häufig genau diese ungeschnittene R-Rated-Fassung ausgestrahlt. Leider wurde uns in Deutschland die blutigere Unrated-Fassung stets vorenthalten. Dank dem Label NSM Records ändert sich das jetzt. Im Zuge diverse Blu-ray-Veröffentlichungen kommen nun auch deutsche Fans in den Genuss der Unrated-Filmfassung. Diese ist auf allein deutschen Blu-rays enthalten. Das zuvor fehlende Filmmaterial wurde mit deutschen Untertiteln versehen. NSM Records ließ THE MANGLER übrigens neu von der FSK prüfen. Kurioserweise attestierte das Prüfkremium für die Unrated-Fassung eine Jugendfreigabe. Diese ist jetzt ungeschnitten frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

THE MANGLER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM RECORDS (KeepCase Blu-ray mit Wechselcover)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover A)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover B)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover C)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover D)

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(c) NSM RECORDS (Mediabook mit BD + DVD – Cover E (Remastered Auflage))

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

The Mangler; USA 1995

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | KeepCase: FSK16 (ungeschnitten)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: R-Rated Version (Open Matte), Original-Trailer, Deutscher Trailer, Filmographien, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD und 16-seitiges Booklet mit Text von Nando Rohner

Release-Termin: Mediabook (Cover A-D): 25.08.2017 | Remastered Mediabook (Cover E) 11.09.2020 | BD-KeepCase: 30.10.2020

 

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THE MANGLER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei NSM RECORDS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Mangler 2 (2002)
 
Scream of the Banshee (2011)
 
Rhea M – Es begann ohne Warnung (1986)
 

Filmkritik: „The Special – Dies ist keine Liebesgeschichte“ (2020)

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THE SPECIAL – DIES IST KEINE LIEBESGESCHICHTE

(THE SPECIAL)

Story

 
 
 
Eine mysteriöse Box, die eigentlich als männlicher Freudenspender dienen soll, entfacht bei Jerry einen folgenschweren Wahn.

 
 
 


 
 
 

THE SPECIAL – Kritik

 
 
Wohl kaum jemand hat den Body-Horror so sehr geprägt, wie David Cronenberg, doch er ist natürlich nicht der einzige, der sich diesem Thema widmet. Auch „The Special – Dies ist keine Liebesgeschichte“ versucht sich daran und bleibt dabei lange Zeit so schleierhaft, wie sein allgemeiner Titel. Leider ist das Werk ziemlich langatmig, doch da man als Zuschauer bis zum Ende wissen will, was dort vor sich geht, wiegt diese Tatsache zum Glück nicht vernichtend schwer.
 
 
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Jerry ist unzufrieden mit seiner Ehe und glaubt, dass seine Frau ihn betrügt. Also hat Kumpel Mike die perfekte Lösung: Ein Besuch im Bordell. Allerdings soll Jerry den besten Sex seines Lebens nicht mit einer Frau haben, sondern mit einer ominösen Box, die ihn einlädt, sein bestes Stück in eine Öffnung zu stecken. Obwohl Jerry das lächerlich findet, spielt er mit und hat dann tatsächlich den besten Sex seines Lebens. Von nun an verändert sich Jerry und er entwickelt einen Wahn für diese Box. Um mit ihr zusammen zu sein, geht er sogar über Leichen. Das klingt definitiv nicht nach einer Geschichte, die man alle Tage zu sehen bekommt und hört sich sicherlich auch recht bizarr an. Allerdings geht es „The Special“ nicht darum möglichst absurd zu sein. Er verkauft seine Story schon ernsthaft und das ist über weite Strecken auch gelungen. Mit simplen Mitteln entsteht hier ein gewisses Interesse beim Zuschauer. Wobei nicht wirklich etwas aufgeklärt wird, gibt es eine gelungene Pointe am Schluss und allgemein ist das Drehbuch nicht verkehrt.
 
 
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Leider reicht die Geschichte nur nicht ganz für einen Langfilm mit einer Laufzeit von 94 Minuten aus. Das bemerkt man vor allen Dingen im recht lahmen Mittelteil, der ziemlich in die Länge gezogen wirkt. Anfangs funktioniert das Geschehen noch gut, doch dann lässt man sich viel Zeit und das Tempo wird immer geringer, bis das Finale dann doch endlich mal Nägel mit Köpfen macht. Somit hätte man „The Special“ gut und gerne um eine halbe Stunde verkürzen dürfen. Dann wären sicher auch ein, zwei Punkte mehr drin gewesen, denn der Film plätschert einfach zu lange ereignislos vor sich hin. Die allgemein ganz passable handwerkliche Arbeit kann daran nichts verändern. Zwar ist die Inszenierung keineswegs schlecht, doch an den langweiligen Kulissen kann man gut erkennen, dass hier nicht das große Budget vorhanden war. Überraschend fallen dafür die handgemachten Effekte aus, wenn man sich am Ende dem Body-Horror hingibt. Es sind zwar wirklich nicht viele Effekte, aber die vorhandenen sehen dann prima aus. Brutal wird es übrigens nahezu gar nicht und die eigentliche Freigabe des Filmes ist berechtigt ab 16 Jahren.
 
 
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Die Darsteller sind, der Preisklasse entsprechend, keine großen Talente, stören aber zumindest nicht. Davy Raphaely ist sogar hin und wieder ganz brauchbar. Schade ist nur, dass seine Figur recht nervig gestaltet wurde. Er dient sicher nicht als Protagonist, hätte aber auch nicht unbedingt so unsympathisch gezeichnet werden müssen. Sein Schicksal lässt den Zuschauer somit nämlich doch relativ kalt. Auch die anderen Charaktere sprühen nicht gerade vor Charme, aber man kann mit ihnen leben und die deutsche Synchronisation hätte ebenfalls mieser ausfallen können. Da alles auf das bedeutungsschwangere Finale hinausläuft, verlässt man „The Special“ mit ganz guter Laune, weil eben dieses alles andere als enttäuschend ausgefallen ist. Das entschädigt zwar nicht völlig für manch eine Länge, hält aber wenigstens was es verspricht. Vom Score hat man etwas zu stark Gebrauch gemacht, aber schlecht klingt er immerhin nicht.
 
 
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THE SPECIAL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„The Special – Dies ist keine Liebesgeschichte“ ist wirklich ein recht spezieller Film, der von der Story her sehr reißerisch und fast schon dämlich klingt, daraus aber doch etwas kreiert, das man ernst nehmen kann. Zwar hätte sich das Szenario für einen etwas längeren Kurzfilm eher angeboten, jedoch gibt es durchaus gelungene Sequenzen. Besonders der Anfang und das letzte Drittel wissen jedenfalls zu überzeugen. Die Kulissen sind etwas monoton, die Charaktere zu farblos und unsympathisch und die Darsteller reißen jetzt auch nicht gerade viel, aber eine gewisse Qualität steckt dennoch dahinter und die wenigen Effekte am Ende sehen stark aus. Für den großen Wurf reicht das nicht aus, aber wer am kleineren Body-Horror Interesse hat, bekommt eine interessante Version davon zu sehen!
 
 


 
 
 

THE SPECIAL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Special – Dies ist keine Liebesgeschichte“ ist ungeschnitten. Aber Achtung: Der Hauptfilm ist FSK16. Auf der Blu-ray befindet sich aber ein roter FSK-Sticker. Das liegt daran, weil auf der Blu-ray selbst Bonusmaterial enthalten ist, das von der FSK höher eingestuft wurde.
 
 
 


 
 
 

THE SPECIAL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Steelbook Blu-ray – auf 1000 Stück limitiert)

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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Special; USA 2020

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Wegen Bonusmaterial ist Blu-ray: keine Jugendfreigabe

Verpackung: Steelbook| Blu-ray im KeepCase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: Steelbook + KeepCase: 06.11.2020

 

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THE SPECIAL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Videodrome (1983)
 
Rabid – Der brüllende Tod (1977)
 

Filmkritik: „Trolls World – Voll vertrollt“ (2020)

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TROLLS WORLD – VOLL VERTROLLT

Story

 
 
 
Ein böser Troll, der im Mittelalter verbannt wurde, gelangt durch einen Zufall wieder zum Leben und versucht seinen Plan, die Welt zu erobern, fortzusetzen.

 
 
 


 
 
 

TROLLS WORLD – Kritik

 
 
Als Trashfan sollten einem „Troll“ und besonders „Troll 2“, der teilweise als schlechtester Film aller Zeiten bezeichnet wird, durchaus ein Begriff sein. Ca. 25 Jahre später plante Eric Dean Hordes eine inoffizielle Fortsetzung, die teilweise durch Crowdfunding finanziert wurde. Doch dann hörte man von dem Projekt plötzlich gar nichts mehr. Nun, im Jahre 2020, liegt tatsächlich „Trolls World – Voll vertrollt“ vor, doch warum hat das so lange gedauert? Die Geschichte dahinter ist wirr und kaum nachvollziehbar. Scheinbar haben sich Darstellerin/Mit-Produzentin/Geldgeberin Eva Habermann und Regisseur Eric Dean Hordes zerstritten, weil unterschiedliche Visionen mit im Spiel waren. Hordes durfte seinen Film dann nicht herausbringen und mittlerweile existieren gar zwei Versionen von diesem Streifen. Man findet ihn nämlich auch unter „Goblin – Das ist echt Troll“. Mittlerweile wird Hordes aber auch bei „Trolls World – Voll vertrollt“ als Regisseur gelistet. Was auch immer da hinter den Kulissen geschehen ist, es ist wahrscheinlich deutlich interessanter, als die Version des Filmes, die hier vorliegt. Man bekommt es nämlich mit einem unfassbar albernen Werk zu tun, welches so hart versucht Trash zu sein, dass es seine Wirkung verfehlt.
 
 
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Im 14. Jahrhundert wird ein böser Troll zu einer Statue verwandelt. So konnte man seine Pläne, die Unterwelt zu öffnen und mit einer Troll-Armee die Welt zu erobern, erfolgreich vereiteln. Bei Bauarbeiten in Baden-Baden wird ausgerechnet diese Statue beschädigt und der Troll kommt frei. Er schlüpft in den Körper von Vanessa, braucht eine Jungfrau, braucht auch noch ein Baby und kommt seinem Ziel allmählich immer näher. Wenn man die originalen „Troll“ Filme kennt, weiß man schon, dass einem hier am ehesten Quatsch geboten wird, aber Schwachsinn ist nicht gleich Schwachsinn. Es gibt die Art, die zu unterhalten vermag und die, die wirklich nur Schrott darstellt. Leider hat man es hier eher mit zweiteren Gattung zu tun. Als richtige Fortsetzung darf man das nun ebenfalls nicht verstehen, aber das ist auch egal, weil die Story sowieso kaum einen roten Faden besitzt. Hier werden allerlei Zutaten in einen Topf geschmissen, vermischt und dann genauso wieder heraus geschmissen. Einen Sinn sucht man dahinter vergebens.
 
 
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Wobei der gesamte Film dermaßen skurril daher kommt, dass man zeitweise schon nicht schlecht staunt. „Trolls World – Voll vertrollt“ bietet die volle Breitseite an Klamauk und ist wahnsinnig albern. Manchmal rechnet man fast damit, dass gleich Otto mit seinen sieben Zwergen vorbeischaut. Dabei waren die Vorbilder schon im Bereich des Horrorfilms angesiedelt. Davon ist hier nichts mehr übrig, was auch die Freigabe ab 12 Jahren beweist, denn es wird niemals auch nur ansatzweise blutig, höchstens ein wenig sexistisch. Eine weitere Kuriosität ist, dass man es zwar mit überwiegend deutschen Darstellern zu tun hat, diese aber dennoch nachsynchronisiert wurden und deshalb allerlei bekannte Stimmen aus amerikanischen Filmen besitzen. Das wirkt befremdlich, macht zuweilen aber fast schon etwas Spaß. Spaß, den man ansonsten vergeblich sucht. Der Film versucht dermaßen krampfhaft einen auf Trash zu machen, dass er im Endeffekt zwar solchen darstellt, aber eben keinen sympathischen. Nur aufgrund der Vorgeschichte kann man sich nicht sicher sein, ob daran nun wirklich Regisseur Hordes schuld ist.
 
 
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Die Darsteller sind mit reichlich Overacting mit dabei, sorgen aber immerhin noch für ein paar Schmunzler. Eva Habermann ist okay und Katy Karrenbauer macht es auch nicht verkehrt. Zudem sieht man Helmut Krauss in seiner letzten Rolle. Synchronsprecher Santiago Ziesmer zu sehen, sorgt ebenfalls für etwas Freude und eine schöne Idee war es George Hardy mit ins Geschehen einzubauen. Der spielte nämlich damals schon in „Troll 2“ mit. Viel mehr Positives gibt es dann aber leider kaum zu berichten. Zwar ist die Inszenierung ganz okay und „Trolls World – Voll vertrollt“ wirkt rein optisch nicht zu billig, aber die Atmosphäre versagt. Man fühlt sich wie in einer albernen Fantasy-Komödie mit deutscher Kulisse. Anfangs sorgt das zwar für ein paar befremdliche Gefühle, doch das reicht nicht aus, um durchgehend unterhalten zu werden. Die platten Sprüche ebenfalls nicht. Und die paar Effekte auch nicht. Der Troll sieht gar nicht so verkehrt aus und die Lichteffekte besitzen einen Retro-Charme, doch wenn die 95 Minuten Laufzeit vorbei sind, ist man trotzdem erleichtert.
 
 
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TROLLS WORLD – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Trolls World – Voll vertrollt“ ist ein seltsames Projekt mit noch viel seltsamerer Hintergrundgeschichte. Dort blickt man fast genauso wenig durch, wie durch die konfuse Handlung, die man hier vorgesetzt bekommt. Wenn es als Komödie von Otto gedacht gewesen wäre, dann wäre das jedenfalls weniger verwirrend gewesen, als diese Hommage an einen trashigen Horrorfilm, die mit Horror jedoch rein gar nichts mehr gemeinsam hat. Nun ist das Ganze wenigstens ab und zu dermaßen skurril, dass man sich minimal unterhalten fühlt und die bekannten Darsteller machen ihre Sache ebenfalls nicht schlecht. Allerdings geht es teilweise auch unerträglich albern und platt zur Sache, weshalb sich die Laufzeit spätestens aber der zweiten Hälfte doch arg in die Länge zieht. Aus rein handwerklicher Sicht kann man damit leben, aber der krampfhafte Versuch edlen Trash zu spendieren, geht nach hinten los. Da sieht man sich doch lieber erneut „Troll 2“ an, denn der ist wirklich so schlecht, dass er schon wieder gut ist.
 
 


 
 
 

TROLLS WORLD – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Trolls World – Voll vertrollt“ ist mit ihrer FSK12-Freigabe vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

TROLLS WORLD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

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(c) White Pearl Movies (Steelbook Blu-ray – auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Trolls World – Voll vertrollt; Deutschland 2020

Genre: Horror, Trash, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Steelbook

Extras: Internationale Filmfassung: “Trolls World – Possessed by a Monster” (OV, Optional Englische Untertitel), Trolls World – Behind the Scenes (Deutsch, ca. 28 Min.), Deutscher Trailer, Alternativer Kurztrailer, Diverse Interviews zum Film: u.a. mit Eva Habermann, Katy Karrenbauer, Désirée Nick, Lutz van der Horst uvm., Entfallene Szenen, Outtakes, Trailershow

Release-Termin: KeepCase + Steelbook: 23.10.2020

 

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TROLLS WORLD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Troll (1986)
 
Troll 2 (1990)