Filmkritik: „Al Morir la Matinée“ (2020)

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AL MORIR LA MATINÉE

Story

 
 
 

Wer sich zur Vorstellung des Todes wagt, ist bei „Al Morir la Matinée“ genau richtig, denn in diesem Kino verlässt das Publikum den Saal bestimmt nicht lebendig.

 
 
 


 
 
 

AL MORIR LA MATINÉE – Kritik

 
 
 
Horrorkost aus Uruguay ist nun sicher nicht alltäglich; hochwertige Horrorkost aus Uruguay bestimmt sogar noch viel seltener. Gerade Slasherfans werden mit „Al Morir la Matinée“ auf ihre Kosten kommen und wer das Horrorkino der 70er und 80er Jahre zu schätzen weiß, sollte hier durchaus auch mal einen Blick riskieren.
 
 
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Das Geschehen spielt sich in einem Kino ab, welches früher mal prächtig war, mittlerweile aber ziemlich heruntergekommen ist. Tochter Ana löst ihren kranken Vater für die Vorstellungen ab, obwohl sie eigentlich viel eher für ihr Examen lernen müsste. Während lediglich eine handvoll Zuschauer sich einen Exploitationsstreifen anschauen, geht ein Killer im dunklen Saal umher und metzelt einen nach dem anderen nieder. Nun, innovativ ist diese Story sicher nicht, aber das ist im Slasher nun auch eher selten der Fall. „Al Morir la Matinée“ lässt sich ganz klar als große Hommage an das Horrorkino der 70er und 80er Jahre bezeichnen, was man alleine schon an den ganzen Filmplakaten im Hintergrund erkennt. Etwas schade ist lediglich, dass man sich keinen größeren Plot ausgedacht hat, denn nicht selten spielt man im Slasher gerne mal mit der Identität des Killers. Eine Auflösung hält die Story hier jedoch nicht parat. Simpler könnte es wirklich kaum sein, aber gerade weil die Umsetzung sich doch sehen lassen kann, verzeiht man dem Werk das ganz gerne.
 
 
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Regisseur Maximiliano Contenti besitzt eine echte Leidenschaft für das ältere Horrorkino und das erkennt man. „Al Morir la Matinée“ ist erst sein zweiter Langfilm und gerade wenn man bedenkt, dass man sich hier völlig in Low-Budget-Kreisen bewegt, kann sich das Resultat doch echt sehen lassen. Das Kino als Schauplatz mag auf Dauer etwas eintönig sein, zaubert jedoch eine wunderbare Atmosphäre hervor. Da lässt sich die Liebe für’s Kino absolut erkennen und man fühlt sich fast selbst wie das Publikum im Saal. Die Horror-Anteile lassen sich zwar etwas Zeit, doch wenn der Killer dann zuschlägt, geht es auch ganz gut zur Sache. Mittlerweile mag man Härteres gewöhnt sein, doch in den 80ern wäre das in Deutschland sicherlich nur gekürzt erschienen. Der nächste Pluspunkt ist: Die Effekte sind herrlich altmodisch von Hand gemacht und sehen sogar ziemlich gut aus. Leider geht der Killer nicht besonders abwechslungsreich zur Sache, aber die Morde sind dennoch brachial genug, um den Gorehound zufrieden zu stellen. Daneben gibt es immer mal wieder ein schönes Spiel mit Lichtern und Farben (was schon fast etwas an einen Giallo erinnert) und allgemein kann man der handwerklichen Arbeit für diese Preisklasse nicht viel vorwerfen.
 
 
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Nun ist nicht alles Gold, was glänzt und auch „Al Morir la Matinée“ besitzt seine Schattenseiten. Etwas bedauerlich ist, dass der Film recht langsam ist. Bis es überhaupt mal etwas zur Sache geht, ist bereits über ein Drittel der Laufzeit vorüber. So richtig böse sein, will man dem Werk dafür zwar nicht, weil die Atmosphäre einfach stimmt, aber trotzdem sind die Highlights zu selten vertreten. Hinterher kommt zwar noch etwas Spannung auf, weil sich die finalen Opfer auch zu wehren wissen, aber so richtig aufregend will das niemals werden und so stellt das Geschehen eher seichte Slasher-Kost dar. Angenehm hingegen sind die Darsteller, die zwar echt nicht besonders viel zu tun haben, aber ihre Sache passabel machen und überhaupt nicht stören. Die Figurenzeichnung ist (nahezu obligatorisch) kaum präsent und ein echtes Mitfiebern mit den Charakteren stellt sich alleine deshalb schon ein, aber immerhin ist hier niemand nervig und die Sympathien stimmen soweit. Abgerundet wird das Geschehen von einem herrlichen Retro-Score, der einfach perfekt passt.
 
 


 
 
 

AL MORIR LA MATINÉE – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
„Al Morir la Matinée“ ist ein Film für echte Slasherfans, die handgemachten Splatter zu schätzen wissen. Gerade die Atmosphäre dieses Retro-Horrors ist sehr gelungen. Zwar gibt die Story nahezu nichts her, aber der Schauplatz weiß zu gefallen und die Darsteller agieren allesamt sehr erträglich. Die handwerkliche Arbeit ist überraschend hochwertig und genügend Blut fließt definitiv. Leider besitzt der Film so seine Längen und ist im Endeffekt einfach kaum aufregend, aber als Hommage an das alte Horrorkino ist das hier absolut zu gebrauchen. Sympathisch!
 
 
 


 
 
 

AL MORIR LA MATINÉE – Zensur

 
 
 
Der Film ist ziemlich blutig und besitzt eine beachtliche Anzahl an Splatterszenen – meistens wird hierbei mit dem Messer vorgegangen. Ein Titel wie „Al Morir la Matinée“ wäre in den 1980ern hierzulande sicher nur geschnitten in die Videotheken gekommen. Heutzutage dürfte aber einer ungeschnittenen FSK18 Freigabe nichts im Wege stehen.
 
 
 


 
 
 

AL MORIR LA MATINÉE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Yukoh Films | RBS | Reel Suspects)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Im Augenblick der Angst (1987)
 
Final Cut – Die letzte Vorstellung (2014)
 
Edge of the Axe (1988)
 
Behind the Mask (2006)
 

Filmkritik: „Kumanthong“ (2019)

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KUMANTHONG

(THAT SON TAM LINH)

Story

 
 
 

In „Kumanthong“ wird frei die Geschichte des ersten vietnamesischen Serienkillers nacherzählt.

 
 
 


 
 
 

KUMANTHONG – Kritik

 
 
 
Viele Länder haben so ihre berüchtigten Serienkiller und Namen wie Jack the Ripper, Jeffrey Dahmer etc. werden wohl den meisten etwas sagen. Dass auch Vietnam seine Serienkiller hatte, wird hingegen nicht vielen bekannt sein. In „Kumanthong“ bekommen wir nun die Geschichte des ersten offiziellen Serienmörders dieses Landes erzählt. Das Ergebnis ist allerdings viel mehr ruhiges Drama, als echter Thriller geworden und besitzt leider zahlreiche Längen.
 
 
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Die taubstumme Soi lebt in einem kleinen Dorf und wird von den meisten Bewohnern wie eine minderwertige Behinderte behandelt. Eines Tages kommt der fremde Huynh ins Dorf. Er ist ein Schamane und kann sein Talent gleich unter Beweis stellen, weshalb er auch seine eigene Praxis errichten kann. Außerdem nimmt er Soi zu seiner Frau. Sie könnte damit eigentlich glücklich sein, aber bald muss sie herausfinden, dass Huynh für seinen Kumanthong-Zauber die Knochen von Menschen braucht und um diese zu bekommen, muss er töten. Die Handlung basiert auf wahren Begebenheiten, wurde aber mit der Fantasie der Drehbuchautoren angereichert und erzählt diese Geschichte nun wohl sehr frei nach. Die Zutaten der Story sind definitiv nicht verkehrt und werden soweit auch gut genutzt, nur dauert es viel zu lange, bis die Handlung mal an Fahrt aufnimmt. Das westliche Publikum könnte so seine Probleme haben mit der Herangehensweise warm zu werden.
 
 
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Der Einstieg fällt dabei durchaus interessant aus. Das Dorf, in dem sich alles abspielt, bietet wirklich die reine Natur und ist als Schauplatz eines Serienkiller-Films mal etwas gänzlich anderes. Auch die Tatsache, dass die Hauptfigur taubstumm ist, ist nichts alltägliches in solchen Filmen. Allerdings sorgen gerade diese Faktoren hinterher dafür, dass keine echte Spannung aufkommen will. Man entwickelt als Zuschauer keinen richtigen Draht zu Soi. Dass sie insgesamt schlechte Karten hat, ist glaubwürdig und dennoch will sich der Verlauf der Handlung nicht so richtig erschließen. Nachdem Huynh anfangs als super sympathischer Doktor eingeführt wurde, wandelt er sich zum echten Psychopathen, was ebenfalls nicht so glaubwürdig daherkommt, selbst wenn seine Background-Story die Erklärungen liefert. Nein, die Figurenzeichnung ist in „Kumanthong“ nicht sonderlich gut gelungen, weil sie sich auf der einen Seite bedeutungsschwanger gibt und auf der anderen Seite doch nur oberflächlich bleibt. Die recht überschaubare Anzahl an Darstellern macht dabei einen soliden Job und man kann sich über die Leistungen nicht beklagen, doch so richtig markant will das alles nicht wirken und es wird schnell wieder aus dem Gedächtnis verflogen sein.
 
 
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Für Regisseur Le Binh Giang stellt „Kumanthong“ erst der zweite Film dar, nachdem er mit seinem ersten wohl massive Probleme hatte. Aus handwerklicher Sicht kann man dem Werk nicht viele Vorwürfe machen. Die Kulissen haben durchaus etwas für sich und ein wenig experimentell wird es mit seltsamen Rückblicken/Visionen auch noch. Trotzdem ist der Stil noch ausbaufähig und wirkt manchmal etwas zerfahren. Nach einem sehr zähen Mittelteil, in dem eigentlich viel und dennoch kaum etwas geschieht, gibt es immerhin noch ein halbwegs spannendes Finale zu verfolgen. Trotzdem ziehen sich die rund 100 Minuten Laufzeit ganz schön in die Länge. Es gibt wenig Spannung und viel Drama, welches aber aufgrund des fehlenden Drahts zu den Figuren nicht richtig wirken kann. Hinzu gesellt sich noch ein manchmal viel zu theatralischer Score, der teilweise sehr gut passt, teilweise aber auch echt zu sehr übertreibt.
 
 


 
 
 

KUMANTHONG – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
In seinem Heimatland soll „Kumanthong“ wohl ein Erfolg gewesen sein, aber für ein westliches Publikum ist das nur bedingt empfehlenswert. Auch wenn man gerne mal die „anderen“ Filme schaut, bekommt man hier zu viele Längen geboten, um sich jemals richtig unterhalten zu fühlen. Die Grundzutaten sind dabei echt nicht verkehrt. Sowohl die Story ist interessant, wie auch die handwerkliche Arbeit. Außerdem sind die Darsteller brauchbar. Im Endeffekt gibt es aber zu viel unausgegorenes Drama und zu nichtssagende Charaktere. Wer am vietnamesischen Kino interessiert ist, sollte sich am besten selbst ein Bild davon machen, denn gute Seiten besitzt „Kumanthong“ definitiv, aber er ist nebenbei leider oftmals ziemlich langweilig!
 
 
 


 
 
 

KUMANTHONG – Zensur

 
 
 
In „Kumanthong“ geht es zwar um einen Serienkiller; die Ereignisse sind aber nicht drastisch bebildert. Zwar geht es in ein paar Szenen etwas derber zur Sache, explizit wird es aber kaum. „Kumanthong“ dürfte in Deutschland problemlos ungeschnitten eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

KUMANTHONG – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Galaxy Studio | Galaxy M&E)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bedevilled – Zeit der Vergeltung (2010)
 
Manhole – Bedrohung von unten (2014)
 
The Wailing (2016)
 

Filmkritik: „Schlaf“ (2020)

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SCHLAF

Story

 
 
 

Nachdem Marlene den Ort ihrer Albträume aufgesucht hat und in einen komatösen Zustand verfällt, versucht ihre Tochter den Geheimnissen der Träume auf die Spur zu kommen.

 
 
 


 
 
 

SCHLAF – Kritik

 
 
 
Wieder mal hat sich ein deutscher Regisseur am Genrefilm probiert und Skepsis ist da von vornherein angebracht, denn gute Horrorfilme aus unserem Lande gibt es einfach nicht sonderlich viele. „Schlaf“ hingegen schafft es seine Vorbilder zu kopieren und nebenbei dennoch eine Eigenständigkeit hervor zu zaubern, weshalb hier nicht ganz zu Unrecht vom besten, deutschen Genrefilm des Jahres gesprochen wird.
 
 
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Marlene geht es psychisch schon lange nicht mehr gut. Sie leidet an Albträumen, die oftmals mit der Wirklichkeit verschwimmen. Eines Tages findet sie ein Hotel, welches das aus ihren Träumen zu sein scheint und besucht es auch prompt. Ein Krankenhausaufenthalt und ein komatöser Zustand sind die Folgen. Ihre Tochter Mona besucht daraufhin ebenfalls das Hotel und versucht herauszufinden, was es mit dem Zustand ihrer Mutter auf sich hat. Dabei verschwimmen Realität und Traum immer mehr, bis sich selbst Mona nicht mehr sicher ist, bei klarem Verstand zu sein. Welche Vorbilder das Drehbuch hatte, ist nicht sonderlich schwer zu erkennen. Gerade durch die verschiedenen Traumebenen und die Verschmelzung zwischen Fiktion und Realität, spürt man hier immer einen David Lynch. Doch auch „Shining“ blitzt gerade durch den Schauplatz des Hotels immer mal wieder durch. Wenn da alte Bilder im Hotel zu sehen sind, fühlt man sich sofort an Stephen King erinnert. Daneben gelingt es der Story jedoch auch einen eigenen Weg zu gehen. Die Ideen sind solide, teilweise sogar schön bizarr und es bleibt stets interessant. Natürlich muss auch eine Auflösung daher und diese enttäuscht nicht, kann allerdings nicht so sehr begeistern, wie das Mysterium zuvor.
 
 
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Allgemein beginnt „Schlaf“ mit einer tollen, ersten Hälfte. Obwohl der Film ziemlich ruhig ist, setzt man von Anfang an auf ein hohes Tempo, was die Handlung betrifft und so dauert es nicht lange, bis der Horror sich langsam entfalten kann. Der Aufbau ist gelungen und die Atmosphäre, die sich hier entwickelt, kann sich sehen bzw. spüren lassen. Da gibt es ein paar herrlich skurrile Szenen zu bewundern und die Traumsequenzen hat man ebenfalls toll gestaltet. Highlight ist hier sicherlich eine erotisch wirkende und dennoch verstörende, eigentlich recht simpel gemachte Szene, die ihre Wirkung aber vollkommen erreicht. Das ist vor allen Dingen deshalb ziemlich beeindruckend, weil Regisseur Michael Venus, der übrigens auch am Drehbuch beteiligt war, mit „Schlaf“ sein Langfilmdebüt gab. Allerdings muss man auch sagen, dass er durch Fördergelder den Luxus hatte, ca. 1,4 Millionen Euro Budget zu erlangen. Das kann längst nicht jeder Debüt-Regisseur von sich behaupten. Schön, dass Herr Venus etwas daraus gemacht hat. Das Hotel als Schauplatz ist große Klasse und allgemein gibt es starke Bilder zu sehen. Die handwerkliche Arbeit braucht sich definitiv kaum hinter genannten Vorbildern zu verstecken.
 
 
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Die zweite Hälfte kann dieses Niveau nicht ganz halten und wird manchmal etwas zu wirr. Umso mehr man dem Geheimnis auf die Schliche kommt, desto mehr verliert „Schlaf“ leider auch an Reiz. Das Finale ist dann nicht mehr besonders spannend und wirkt zudem seltsam unglaubwürdig. Das ist etwas schade, zieht das Gesamtwerk aber zum Glück nicht zu sehr herunter, denn dafür wird man über 100 Minuten Laufzeit dann doch zu gut unterhalten. Außerdem kann sich der Film auf seine ordentlichen Darsteller verlassen. Gro Swantje Kohlhof machte ihre Sache ausgezeichnet und besitzt ein paar Szenen, die sicher nicht leicht zu spielen waren. Daneben weiß August Schmölzer vollkommen zu überzeugen und alle anderen enttäuschen ebenfalls nicht. Die Figurenzeichnung wurde schön rätselhaft gestaltet, ohne dabei jedoch zu plakativ zu wirken und nebenbei darf auch der Score manchmal gelungen zur Atmosphäre beitragen. Nur Blut sollte man hier nicht viel erwarten, denn darauf legt es dieser Film absolut nicht an.
 
 
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SCHLAF – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
„Schlaf“ beweist, dass deutsches Genrekino doch etwas taugen kann. Stilistisch wandelt man auf Pfaden eines David Lynch, ist aber trotzdem eigenständig genug. Während die Schauplätze schon ein echter Star sind, können auch die Darsteller vollkommen überzeugen und die handwerkliche Arbeit kann sich definitiv sehen lassen. Das besitzt eine starke, erste Hälfte und flacht hinterher leider etwas ab, was dann eine höhere Wertung verhindert. Wer jedoch Lust auf einen deutschen Mysterythriller/Horrorfilm hat, nach dem man sich nicht denkt, dass die Deutschen es nicht können, sollte „Schlaf“ nicht verpasst haben!
 
 
 


 
 
 

SCHLAF – Zensur

 
 
 
„Schlaf“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Diese Freigabe ist auch gerechtfertigt. Der Film startet am 29.10.2020 bundesweit in den Kinos.
 
 
 


 
 
 

SCHLAF – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Junafilm | Salzgeber & Co. Medien GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Shining (1980)
 
Mulholland Drive – Straße der Finsternis (2001)
 
Inception (2010)
 
Lost Highway (1997)
 

Filmkritik: „For the Sake of Vicious“ (2020)

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FOR THE SAKE OF VICIOUS

Story

 
 
 

Eine Krankenschwester, ein Verrückter und ein gefolterter Mann müssen sich in „For the Sake of Vicious“ gegen eine Horde irrer Killer verteidigen.

 
 
 


 
 
 

FOR THE SAKE OF VICIOUS – Kritik

 
 
 
Der Home-Invasion-Thriller erfreut sich gerade im Low-Budget-Bereich immer wieder großer Beliebtheit, was nicht verwunderlich ist, da man hier mit recht simplen Mitteln viel erreichen kann. So geschieht es auch in „For the Sake of Vicious“, der einen hammerharten Beitrag garantiert und Freunde des blutigen Filmes sicher nicht enttäuschen wird.
 
 
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Romina kommt an Halloween von ihrer Schicht nach Hause und findet dort einen Verrückten mit seinem Opfer vor. Chris ist sich sicher, dass der ominöse Geschäftsmann Alan seine Tochter vergewaltigt hat und durch ein paar Zufälle, konnte er ihn in Rominas Haus stellen. Zunächst wissen alle drei Parteien nicht so recht, wie sie mit der Situation umgehen sollen, doch als das Haus dann auch noch von Killern gestürmt wird, bahnt sich ein Kampf um Leben und Tod an.
 
 
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Im Grunde genommen, ist diese Handlung sehr simpel, sie wird jedoch verschachtelt genug erzählt, um Interesse zu erzeugen. „For the Sake of Vicious“ macht sich einen Spaß daraus, den Zuschauer lange nicht genau wissen zu lassen, wer hier denn eigentlich im Recht ist und was dort überhaupt vor sich geht. Der Aufbau ist sehr gelungen und erzeugt Spannung. Viel erklärt, wird auch hinterher nicht, aber das sorgt dafür, dass hier nichts zu vorhersehbar ist. Einziger Wermutstropfen am Drehbuch ist, dass es nicht unbedingt logisch zur Sache geht. Die Killer stürmen das Haus nur in Wellen, was zwar für den Blutgehalt zweckdienlich ist, aber nicht glaubwürdig wirkt. Außerdem halten die wichtigsten Charaktere enorm viel aus. Das ist jedoch Meckern auf hohem Niveau und wer beim Realismus ein paar Abstriche machen kann, bekommt eine gelungene Handlung serviert.
 
 
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Mit Gabriel Carrer und Reese Eveneshen besitzt der Film gleich zwei Regisseure, die schon einige Erfahrung sammeln konnten und hier wunderbar zusammenarbeiten. Es gibt ein paar herrlich stylishe Bilder zu sehen, die von dem elektronischen Soundtrack ideal ergänzt werden. Die Lautsprecher sollte man jedenfalls schön aufdrehen, denn der Sound macht echt etwas her. Die handwerkliche Arbeit ist rundum gelungen. Zwar muss man es mögen, wenn es desöfteren Mal hektische Schnitte zu sehen gibt, aber bei „For the Sake of Vicious“ wirkt das gut genug gemacht, um nicht zu unübersichtlich zu werden. Daneben können sich auch die drei Hauptdarsteller sehen lassen. Lora Burke macht ihre Sache glaubwürdig und Nick Smyth mutiert hinterher zu einer Art John Wick, was er ebenfalls ordentlich verkauft. Auch das Spiel von Colin Paradine ist alles andere als schlecht. Dass sich das Treiben an Halloween abspielt, bekommt man zwar selten so richtig mit, aber diese Tatsache stellt das i-Tüpfelchen der Atmosphäre dar. Diese gibt sich völlig humorfrei und ist enorm düster, was dem Spaß allerdings keinen Abbruch tut.
 
 
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Dabei hält sich die erste Hälfte noch ziemlich zurück. Hier kann man schon fast von einer Art Kammerspiel reden. Dass es nicht langweilig wird, liegt daran, dass man die Charaktere noch nicht richtig durchschauen kann und nicht weiß, auf wessen Seite man eigentlich sein soll. Ziemlich genau zur Halbzeit wechselt das Geschehen dann zum blutigen Home-Invasion-Thriller und bietet fast Nonstop-Action, die reichlich brutal ausgefallen ist. Da wird ein Hammer ins Auge gerammt, Messer kommen oft zum Einsatz und Schädel werden regelrecht zertrümmert. Die Gewalt tut manchmal schon richtig weh und dass die Effekte nebenbei von Hand gemacht sind, wird den Gorehound ebenfalls erfreuen. Bei einer Laufzeit von gerade mal 80 Minuten (mit Abspann) kann sich „For the Sake of Vicious“ das hohe Tempo hinterher durchaus leisten und der Film ist wirklich sehr kurzweilig. Da nebenbei genügend Action und Spannung vorhanden sind, verfliegt diese Laufzeit sehr schnell.
 
 
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FOR THE SAKE OF VICIOUS – Fazit

 
 
8 Punkte Final
 
 
„For the Sake of Vicious“ ist ein knüppelharter Home-Invasion-Thriller, der nichts für Zartbesaitete ist. Nach einer etwas ruhigeren, ersten Hälfte geht es reichlich brachial zur Sache. Die Story ist an sich nichts Besonderes, wird aber originell genug erzählt, um nicht zu langweilen und die handwerkliche Arbeit kann sich sehen lassen. Hinzu gesellen sich ordentliche Darstellerleistungen und der tolle Score rundet das Geschehen ideal ab. Lediglich auf Realismus sollte man keinen zu großen Wert legen. Spannend, kurzweilig und temporeich. Für Freunde der härteren Gangart absolut zu empfehlen!
 
 
 


 
 
 

FOR THE SAKE OF VICIOUS – Zensur

 
 
 
„For the Sake of Vicious“ ist brutal! Hier wird ein Hammer ins Auge gestoßen, Schädel werden zertrümmert und das Messer darf sich austoben. Zudem kommt der Film mit sehr ernster Atmosphäre daher. Fraglich, ob es der Home-Invasion-Schocker überhaupt in Deutschland unbeschadet durch die FSK schaffen wird.
 
 
 


 
 
 

FOR THE SAKE OF VICIOUS – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Raven Banner Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Motorrad – The Last Ride (2017)
 
Hate Crime (2013)
 
Kidnapped (2010)
 
Trauma – Das Böse verlangt Loyalität (2017)
 
Deadly Home (2015)
 
The Blood Lands – Grenzenlose Furcht (2014)
 

Filmkritik: „Rent-A-Pal“ (2020)

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RENT-A-PAL

Story

 
 
 

Seltsame Freundschaft und beunruhigende Liebesgeschichte. Ein Einzelgänger bekommt eine Videokassette in die Hände, auf der ein Moderator zu sehen ist, welcher schnell das Vertrauen seines neugierigen Gegenübers gewinnt und für eigene Zwecke missbraucht.

 
 
 


 
 
 

RENT-A-PAL – Kritik

 
 
 
Das Besondere an Horrorfilmen ist, dass fantasiebegabte Drehbuchautoren die Möglichkeit haben jede noch so belanglose Situation auszunutzen, um darum Albträume zu weben. Da können Duschvorhänge – wie in CURTAIN – schon mal schlaflose Nächte bereiten, weil die immer wieder von Geisterhand verschwinden. Aber auch ein schlichtes Loch in der Wand wurde schon als Aufzieher verwendet, um eine schaurige Geschichte zu erzählen, die sich ins Gedächtnis gebrannt hat – DEEP DARK lässt grüßen. Den Möglichkeiten für Angstmacherei sind kaum Grenzen gesetzt. Treu der Devise „je sonderbarer, umso genialer“ wurden sogar schon Sitzmöbel (KILLER SOFA), Reifen (RUBBER) und Nahrungsmittel (ANGRIFF DER KILLERTOMATEN) dafür verwendet, um Zuschauern Schrecken einzujagen. Die Liste absurder Horrorszenarien ist lang. Der Psychothriller RENT-A-PAL ist da noch lange nicht die Spitze des Eisbergs.
 
 
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Der spielt in den 1990ern, beginnt ganz unscheinbar und erzählt vom traurigen Leben des Einzelgängers David (BRIN LANDIS FOLKINS aus SLASHED – AUFGESCHLITZT). Der lebt zurückgezogen mit der an Alzheimer erkrankten Mutter in einer Wohnung und kümmert sich liebevoll um das Familienmitglied. Leider verlangt die Pflege so einiges von unserem Helden ab. Der muss auf Privatleben verzichten, weil er dafür schlichtweg keine Zeit mehr hat. Dennoch sehnt es ihn nach Geborgenheit. Deshalb hat sich David bei einer Video-Dating-Firma angemeldet. Die dreht Kontaktanzeigen, spielt diese auf Videokassette und vermittelt so unter den Suchenden untereinander. Leider hat David damit gar kein Glück. Keine Frau will sich auf seine Videoannonce melden. Bis ihm ein mysteriöses Videoband namens „Rent-A-Pal“ in die Hände kommt. Darauf sind zwar keine Kontaktanzeigen interessierter Damen zu sehen. Dafür wirbt aber der charismatischer Andy (WIL WHEATON) für genau das, was der einsame David sucht: Freundschaft, Verständnis und Zugehörigkeit. Bei so verheißungsvollen Botschaften kommt es unserem Helden gar nicht seltsam vor, dass das Videoband offenbar ein Eigenleben führt. Für jede Frage hat Andy nämlich eine Antwort. Für jedes Problem die passende Lösung. So entwickelt sich eine skurrile Männerfreundschaft, die im wahrsten Sinnes des Wortes bald keine Grenzen mehr kennt.
 
 
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Kennt Ihr noch WIL WHEATON? Wem der Namen gar kein Begriff ist, dürfte den Schauspieler dennoch schon einmal auf der Mattscheibe gehabt haben. Hierbei handelt es sich um einen der Freunde im King-Drama STAND BY ME. Mittlerweile ist der Kinderdarsteller erwachsen geworden und hat die Seiten gewechselt. Aus Gut wurde Böse und hinter treu blickenden Rehaugen verbirgt sich schon mal das personifizierte Böse – wie RENT-A-PAL beweist. Hier hält der Filmfan den wohl sonderbarsten Horrorstreifen des Jahres 2020 in den Händen, der auch gleich einen der ungewöhnlichsten Schurken innerhalb des Horror-Genres mitbringt. Statt messerschwingende und maskierte Irre auf das Publikum loszulassen, geht es Regisseur JON STEVENSON weitaus psychologischer an. Sein Killer ist ungewöhnlich anders und tötet gar nicht selbst. Statt Killer aus Fleisch und Blut zur Tat schreiten zu lassen, stiftet ein Videoband zum Mord an, indem es manipuliert. Darauf zu sehen: ein Moderator der mit vertrauenswürdigen Floskeln das Gehirn seines Zuschauers wäscht. Eine makabre wie kontroverse Prämisse – vor allem auch deshalb, weil der Film auf erschreckende Weise zeigt, was Menschen tolerieren, um geliebt zu werden. Liebe macht eben bekanntlich blind.
 
 
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Filmemacher JON STEVENSON thematisiert in seinem Film die ausweglose Suche nach Liebe, Zugehörigkeit und Verständnis in einer anonymen Welt, wo es immer schwieriger wird, Freundschaften zu pflegen und Partner zu finden. RENT-A-PAL zeigt hierbei wie schnell sich Suchende vom rechten Weg locken lassen, in dem sie gutgläubig und blind dem verzweifelten Ruf der Liebe folgen, ohne zu hinterfragen, ob das Gegenüber ernsthafte Absichten hegt oder nicht. Geht es nach Stevenson haben moderne Gesellschaften sogar verlernt, Kontakte auf herkömmlichem Wege zu knüpfen und gesundes Misstrauen zu entwickeln. Eine kranke Entwicklung, die in RENT-A-PAL beinahe schon zynisch auf die Spitze getrieben wird. Demzufolge findet es Held David im Filmverlauf gar nicht so ungewöhnlich mit einem Videoband zu sprechen. Statt das Herz für interessierte Frauen zu öffnen und raus in die Welt zu gehen, verkriecht er sich stattdessen in seinem Zimmer und knüpft dort Bande mit einer anonymen und nicht greifbaren Person. Die heuchelt auf einem Videoband Freundschaft vor und macht das Gegenüber emotional gefügig. Das mag zwar alles auf den ersten Blick gaga, grotesk und surreal wirken. Dennoch ist Thematik hinter dem Genre-Film gar nicht weit hergeholt. Zieht man nämlich Parallelen zum heutigen Zeitgeschehen, könnte die Geschichte hinter RENT-A-PAL gar nicht aktueller sein.
 
 
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Die Digitalisierung hat es möglich gemacht, dass es einerseits zwar leichter geworden ist, mit Mitmenschen in Kontakt zu treten. Dennoch heißt das nicht zwangsläufig, dass es im Internet leichter ist die Liebe des Lebens oder gar echte Freunde zu finden. Dennoch wird zu schnell und leichtsinnig dem Unbekannten vertraut. So tummeln sich zwar auf Social Media Plattformen, Dating-Portalen oder Partner-Börsen kontaktfreudige Menschen, die Gleichgesinnte suchen. Leichter wird dort die Suche nach Mitgliedern mit ernstzunehmenden Absichten nicht zwangsläufig. Hinter anonymen Profilen tummeln sich gern auch zwielichte Gestalten, die alles andere – nur nicht ernstzunehmende Absichten suchen. Ein gefundenes Fressen für Cyberkriminelle, Stalker und Abzocker, die die Gutgläubigkeit des Gegenübers ausnutzen und Zuneigung vortäuschen. Brisanter Stoff, der schon einige Male im Horror-Genre behandelt wurde. Filme wie UNKNOWN USER und THE DEN sollten an dieser Stelle Erwähnung finden.
 
 
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RENT-A-PAL – Fazit

 
 
8 Punkte Final
 
 
Die wohl krankeste aber auch traurigste Liebesgeschichte des Jahres. Intensiver Psycho-Horror, der unscheinbar beginnt und ganz unerwartet den Boden unter den Füßen wegzieht. Man sollte sich daher keinesfalls vom nichtssagenden Titel und dem doch schon langweilig gestalteten Filmplakat blenden lassen. Der Psychothriller RENT-A-PAL ist ein Geheimtipp für Genre-Fans und sollte unbedingt gesehen werden. Warum? Weil der Zuschauer hier einen der ungewöhnlichsten Psychopathen der Filmgeschichte zu sehen bekommt. Der zieht sein Opfer schnell in den Bann und treibt ihn mit allen Mitteln der Manipulation in den Abgrund, ohne dabei aktiv oder gar selbst zum Mordwerkzeug greifen zu müssen. Das ist teils erschreckend pervers und makaber anzusehen – hat aber alles Hintergrund. RENT-A-PAL strotzt nämlich so vor Gesellschaftskritik und zeigt einmal mehr als deutlich in welchen abartig kranken Zeiten wir eigentlich leben. Dass der Streifen trotz Erstlingswerk ganz ordentlich geworden ist und hervorragende Schauspieler zu bieten hat, mag nicht von Ungefähr kommen. Hinter dem Psycho-Horror, das sich irgendwo im Stalker-Genre ansiedeln lässt, steckt nämlich der genreerprobte JON STEVENSON. Der war vor einigen Jahren am Body-Horror EAT als Kameramann am Start und feiert mit RENT-A-PAL sein Regiedebüt. Statt sich – wie die meisten Newcomer durch Gewalt, Blut und Gore ins Gedächtnis der Horrorfangemeinde einzubrennen – geht er es subtil und bedacht an. Viel Hintergrund, bedachte Charakterentwicklung und Spannungsaufbau. Das Ergebnis: Ein filmisches Experiment mit brisanter Botschaft, das zum Nachdenken anregt und doch schon irgendwie Angst macht.
 
 
 


 
 
 

RENT-A-PAL – Zensur

 
 
 
RENT-A-PAL ist mehr Charakterstudie mit psychologischem Horror statt krasse Schlachtplatte. Am Ende wird es etwas „tödlich“. Gründe, die dem Streifen eine FSK16 einbringen dürften. Es würde wundern, wenn sich in Deutschland für diese sehenswerten Streifen kein Rechteinhaber finden sollte.
 
 
 


 
 
 

RENT-A-PAL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
One Hour Photo (2002)
 
13 Cameras (2015)
 
I Trapped the Devil (2019)
 

Filmkritik: „Der Hexentöter von Blackmoor“ (1970)

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DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR

(IL TRONO DI FUOCO | THE BLOODY JUDGE)

Story

 
 
 
Der sadistische und machtgeile Richter George Jeffreys verteidigt mit erbarmungslosen Urteilen gegen die Bevölkerung seinen Stand sowie das Amt des neuen Königs, doch als der Sohn eines einflussreichen Earls eine Verurteilte Hexe befreit, verkomplizieren sich Dinge…

 
 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Kritik

 
 
Das Jahrzehnte überspannende, mehrere Genres und hunderte Produktionen abdeckende Schaffen des umtriebigen Regisseurs Jesus Franco in Genrekreisen vorzustellen wäre in etwa so nötig, wie in Hollywoodkreisen Größen wie Christopher Nolan neu zu etablieren. Franco hat sich mit erotischen wie atmosphärischen, europäischen und oftmals übernatürlich angehauchten Filmen einen Namen gemacht, bei über 200 Werken selber Regie geführt und war vom Ende der 50er Jahre bis hin zu seinem Tod 2013 für Klassiker wie „Vampyros Lesbos“, „Bloody Moon“, „Venus in Furs“, „Exorcism“ oder „Sie tötete in Ekstase“ verantwortlich, die spielfreudig zwischen Arthousefilm und Bahnhofskino Karrieren starten und beenden, Fanherzen beglücken und enttäuschen sollten. Der Beginn von Francos Schaffensphase in den Siebzigern ist dabei mit einem Historiendrama gekennzeichnet, das nicht zu Unrecht mit Christopher Lee auf dem Cover glänzt und deutlich seriöser vermarktet wird, als viele der allzu trashigen Auswürfe des Exploitationmeisters. Denn „Night of the Blood Monster“, bei uns ähnlich griffig und weniger übernatürlich in die Irre führend „Der Hexentöter von Blackmoor“ getauft, ist kein billiger Schnellschuss, der zwischen drei anderen Produktionen mit Restsets gedreht wurde, um sex- und blutgeilen Allesguckern das Gehalt aus den Taschen zu ziehen, oder fühlt sich zumindest nicht so an.
 
 
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Ein kurzes Intro informiert uns über das historische Setting, England anno 1685, sepiafarbene Schlachten verschneiden sich im Hintergrund zu Bruno Nicolais erhebender, schriller Score. Die folgenden 100 Minuten Kulturcrash dürfen sich dann zwei ganz und gar unterschiedliche Komponenten teilen, die für einen überraschend kurzweiligen und unterhaltsamen Film sorgen. Einerseits wäre da das überzeugende technische Niveau des Films, das mit farbenfrohen Sets und realistisch anmutenden Kostümen eben so punkten kann, wie mit malerisch eingefangenen Landschaftsaufnahmen, versierten Zooms und gialloesque verträumten Einzelsequenzen. Ein Film der Kutschen und Fahnen, der Waffen und Helme und Käfige, der durch seinen schieren Aufwand und sein gelungenes Design glänzen kann, fast schon unabhängig vom Plot. Kerzen und Fackeln werfen spannende natürliche Schatten im dreckigen Kerker, im Kontrast dazu stolziert Christopher Lee im feinsten Garn durch seine königlichen Gemäuer. Apropos, Christopher Lee: Was für eine Naturgewalt dieser Mann doch war! Die Rolle des sadistischen, machtgeilen Judge Jeffries steht seiner ausdrucksstarken Ausstrahlung in die Stimmbänder geschrieben und wann immer er hier Drohungen ausspricht oder Urteile verhängt, seine Mitmenschen mit Ignoranz straft oder gar an seinen Überzeugungen zweifelt, weiß Lee durch Details und Aussprache, Körperhaltung und Mimik eine Wucht in seine Performance zu bringen, die den Restcast mühelos an die Wand spielt. Auffallend trashig schlecht oder unpassend gespielt ist hier zwar niemand, einige Rollen jedoch bleiben blasser als es nötig gewesen wäre.
 
 
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Was die überraschenden Qualitäten des Films abrundet, ist neben der immer wieder mal positiv auffallenden Score und Ernsthaftigkeit des Geschehens zudem noch der Dialog selber, der gefühlt nie versucht, eine authentische und echte Repräsentation der englischen Sprache zur Zeit zu imitieren, aber doch durch bewusste Wortwahl und Intonationen voll und ganz in die Filmwelt zieht, statt durch Anachronismen oder fehlende Requisiten und Details die Immersion zu zerstören. Was dem Vorhaben, ein durchgängig seriöser und packender Film zu bleiben, nur leider im Weg steht, sind einzelne Szenen oder Charaktere, die ungewollt komisch wirken oder schlichtweg zu selbstzweckhaft das Pacing stören. So gibt es einen Henker mit einem allzu merkwürdigen Gang, Statisten, die in die Kamera blicken, Schauspielerinnen die offensichtlich mit Puppen ausgetauscht wurden und natürlich Zitate wie „Witches hate iron!“ oder „A witch can make a dead man bleed.“, die durch ihre Delivery und schlußendlich doch leicht dilletantische Darstellung innerhalb der Szene schwerlich für Gänsehaut sorgen.
 
 
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Meine größte Überraschung aber war die, dass die Folterszenen zwar allesamt erbarmungslos und blutig sind, aber nie explizit gesplattert oder mit fiesen Wunden etc. gearbeitet wird, auch hält die Nacktheit des Films sich gute 80 Minuten lang in einem recht realistischen und nicht allzu voyeuristischen Rahmen, bevor dann aber eine merkwürdig entspannende Erotikszene mit ruhiger Musik und massiver Überlänge folgt, bevor es nahezu nahtlos mit einer – wenn auch sehr harmlosen – Softsexszene weitergeht, die inhaltlich leider so gar keinen Sinn ergibt.Was mit einer Puppe voller Nadeln, Tänzen ums Feuer und Wickerman-Vibes begonnen hat, bleibt auch in diesen Szenen dabei ästhetisch ansprechend gefilmt und fernab billiger Fleischbeschau-Produktionen ohne eigenen Esprit, man wird weder die aufwendige und lange Sequenz mit gut 20 Stuntpferden in der Kavallerie gegen die Kanonen des Königs vergessen, noch den eigentlichen Entführungs- und Befreiungsplot, doch Franco gibt in diesen Momenten sein Bestes, dass der Zuschauer in erster Linie über die bezaubernde Maria Rohm sinniert. Das Happy End wirkt ein wenig aufgesetzt und scheint wenig realistisch oder auch nur „verdient“, dafür ist Christopher Lees letzte Szene sehr atmosphärisch geschrieben und beendet den Pfad seines Charakters auf unerwartete Weise.
 
 
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Der Hexentöter von Blackmoor lebt von seiner Zeit, seinen Kostümen und seinen Settings, ebenfalls aber von der durchaus reizvollen Mischung aus exploitativen Elementen blutüberströmter nackter Frauen und seriöser, spannender Dialogszenen im alten England, mit einer Meisterklasseperformance eines Meisterklasseschauspielers. Die Geschichte ist wendungsreicher und komplexer als gedacht und alles andere als ein Vorwand für sleazige Szenarien und auch wenn die Dramaturgie mal durchhängen sollte, kann man sich an den Bildern so schnell nicht satt sehen. Ein qualitativ hochwertige Produktion mit vereinzelt naiv-unbedarften Momenten, die aus einer konzeptuell wilden (italienische Exploitation – Christopher Lee – Historienfilm) Idee ein klappendes Ganzes macht, das mit etwas besserem Pacing und eindeutigerer Direktion sogar 8 Punkte abgesahnt hätte.
 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Punktuell exploitativ, größtenteils aber überraschend professionell und seriös erzähltes Stück Zeitgeschichte vor und hinter der Kamera – allein für Lee und die Ausstattung einen Blick wert, zudem eine gute Annäherung an die Riege weniger selbstzweckhafter Francofilme.
 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Zensur

 
 
 
„Der Hexentöter von Blackmoor“ lief im Kino nur gekürzt. Auch auf VHS erschien der Film nur gekürzt. Erst im DVD-Zeitalter wurde eine Langfassung veröffentlicht in der zusätzliches Filmmaterial aus verschiedenen internationalen Filmfassungen zusammengeschnitten wurde. Die nun auf Blu-ray veröffentlichte Fassung beinhaltet neben der kürzeren Kinofassung auch die ungeschnittene internationale Filmfassung des Streifens sowie die bereits auf DVD veröffentlichte Langfassung. Alle Fassungen wurden von der FSK im Jahr 2020 neu geprüft und erhielten eine Freigabe ab 16 Jahren. Übrigens war „Der Hexentöter von Blackmoor“ von 1982 (VHS-Fassung) bis 2007 indiziert. Erst 2007 wurde die Indizierung aufgehoben.
 
 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Digipack mit 2 Blu-rays + 2 DVDs + 1 CD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Il trono di fuoco; Deutschland | Italien | Liechtenstein | Spanien 1970

Genre: Horror, Historienfilm, Drama

Ton: Deutsch PCM 2.0 (Mono), Englisch PCM 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 79 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack

Extras: 16-seitiges Booklet mit einem Text von Oliver Nöding, Neu abgetastet Deutsches Filmnegativ, Neu abgetastet Englisches Filmnegativ, Disc 1: Blu-ray Deutsche Kinofassung (HD, 79:04 Min.), Einleitung von Filmpapst Christian Kessler (4:37 Min., Deutsch, Ohne Untertitel), Geschnittene Szenen (6:17 Min., Italienisch, Optionale Deutsche Untertitel), Trailer, TV-Spot (0:32 Min.), Bildergalerie (HD, 71 Bilder), Disc 2: Blu-ray Internationale Fassung (HD, 102:40 Min.), Disc 3: Dokumentation „Franco-Phibes“ über Jess Franco (65:19 Min. mit deutschen UT), Deutsche Super-8-Fassung (31:40 Min., Deutsche, Ohne Untertitel), Disc 4: Integral Fassung mit zusätzlichen Szenen (Langfassung, Deutsch Dolby Digital 2.0 Mono, Englisch Dolby Digital 2.0 Mono, Deutsche Untertitel, Englische Untertitel – ca. 104:08 Min.), Geschnittene/ Alternative Szenen (2:14 Min., – Spanisch / italienisch, Optionale Deutsche Untertitel), Disc 5: Soundtrack-CD mit der Filmmuisk von Bruno Nicolai

Release-Termin: Digipack: 09.07.2020

 


 

Der Hexentöter von Blackmoor [Digipack mit 2 Blu-rays + 2 DVDs + 1 Soundtrack-CD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DER HEXENTÖTER VON BLACKMOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hexen bis aufs Blut gequält (1970)
 
Castigata – Die Gezüchtigte (1974)
 
Der Hexenjäger (1968)
 
Das Pendel des Todes (1961)
 

Filmkritik: „Maniac“ (1980)


 
 
 

MANIAC

Story

 
 
 
Frank Zito (Joe Spinell) lebt in seiner finsteren New Yorker Wohnung. Freunde hat er keine. Nur die Schaufensterpuppen, die um sein Bett herumstehen und ihm lebendig scheinen, leisten ihm Gesellschaft. Liegt auch an den blutverschmierten Haarteilen und Kleidungsstücken, die ihnen Frank angelegt hat. Die gehören seinen Opfern – der Mann ist ein bestialischer Serienkiller, den der Hass auf seine Mutter in die paranoide Schizophrenie getrieben hat. Wenn ihn der Irrsinn packt, zieht er durch Manhattan und lauert seinen Opfern auf, die er skalpiert und tötet. Als ihn die Fotografin Anna beobachtet und er ihr nachstellt, fühlt er zum ersten Mal nicht den Morddrang in sich aufsteigen…

 
 
 


 
 
 

MANIAC – Kritik

 
 
Joe Spinell, eigentlich ein vielseitiger und technisch hochtalentierter Schauspieler, verdankt seinem rauen Äußeren, der Hakennase, der pockennarbigen Haut, zeitlebens meistens in Rollen von Mördern, Tyrannen, Gangstern und anderen Figuren von der dunklen Seite des Storytellings besetzt zu werden. Herausforderungen, die der Charakterdarsteller stets bravourös meistert. Wie es das Klischee des ordentlichen Kinobösewichts immer wieder will, gilt Spinell im wahren Leben als schüchterner und stets freundlicher Mensch, der seine Fans und Freunde behandelt wie Gold und jüngeren Schauspielern immer mit guten Karriere-Ratschlägen zur Seite steht. Während der Oscar-Zeremonie, der ein junger Steven Spielberg von der New Yorker Wohnung seiner Eltern aus beiwohnt, sitzt Joe Spinell neben ihm auf der Couch. 1989 stirbt der Bluter nach einem Sturz in der Badewanne. All dieses Wissen ist Nebensache, betrachten wir seine Performance als Mörder Frank Zito isoliert. Schwitzend, sichtlich leidend, von seinem Drang, morden zu müssen so beherrscht wie Peter Lorre in Fritz Langs „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931), nehmen wir Zito als getriebenen, seine Kontrolle in Gänze verloren habenden Menschen wahr, empfinden vielleicht sogar Mitleid mit ihm – bis der nächste bestialische und minutiös abgefilmte Tötungsakt passiert. Mit dem ehemaligen Bondgirl Caroline Munro steht ihm eine Darstellerin gegenüber, für deren wirklich singuläre Schönheit es sich auch lohnen würde, das Leben zu ändern.
 
 
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William Lustig ist New Yorker und kennt die unappetitlichsten Winkel seiner Heimatstadt wie seine sprichwörtliche Westentasche, hat er doch schon während seiner ersten Karriere als Regisseur ein paar äußerst ruppiger Pornos vor ein paar Jahren hier gedreht. In diesen verwaisten Neon-Katakomben des Big Apple ist der Maniac Frank Zito zuhause, hier ist sein Jagdrevier. Ohne das Insiderwissen des Regisseurs um diese apokalyptisch wirkenden Flecken in der Metropole, wäre die schwarze Magie seines „Maniac“ nicht die gleiche. Tom Savinis Skalpierungs-Spezialeffekte zählen zu den handwerklich besten und optisch erschreckendsten seiner Karriere. Die Arbeiten an den Slasher-Grausamkeiten von „Maniac“ und den in Romano Scavolinis derbem Slasherfilm „Nightmare In A Damaged Brain“ (1981) gezeigten, erreichen einen Grad an widerlichem Realismus, der sogar dem Splatter-Effektmeister selbst unangenehm und grenzwertig erscheint, wie er in Interviews immer wieder betont.
 
 
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MANIAC – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
„Maniac“ ist ein essentieller Slasherfilm und könnte strenggenommen schon als letztes Genrewort gesehen werden, was die Unzahl an Zehn-kleine-Negerlein-Filmen, die auf ihn folgen, praktisch überflüssig macht. Ein Film von der 42. Straße, wo einst die New Yorker Straßenprostituierte vor den Grindhouse-Kinos standen, für die 42. Straße. Ein Top-20-Horrorfilm der Achtziger Jahre, den man gesehen haben sollte und der sich auf der gleichen Stufe findet wie „Tanz der Teufel“.
 
 


 
 
 

MANIAC – Zensur

 
 
 
„Maniac“ erschien bereits im Kino leicht zensiert. Genau diese Fassung erschien später auf VHS und wurde 1983 indiziert. Dabei sollte es aber nicht bleiben. Fünf Monate nach der Indizierung folgte die Beschlagnahmung. „Maniac“ gilt als erster Streifen in Deutschland, dessen Heimkinofassung beschlagnahmt wurde. Die Beschlagnahmung löste in den 1980ern eine Welle weiterer Beschlagnahmungen anderer Genre-Filme aus. 36 Jahre sollte es dauern, bis man in „Maniac“ keine Jugendgefährdung mehr sah. Der Streifen wurde im Dezember 2019 vom Index gestrichen, weil man in „Maniac“ nach heutigen Maßstäben nicht mehr den Tatbestand des §131 StGB sah. Daraufhin ließ Rechteinhaber SONY den Kulfilm neu von der FSK prüfen und erhielt für den Streifen eine Freigabe mit roten FSK-Flatschen in ungeschnittener Form. Die nun im Kaufhaus erhältlichen Blu-rays und 4K-UHD-Scheiben beinhalten genau diese neu geprüfte und ungekürzte Fassung. Das man das als Filmfan noch erleben darf!
 
 
 


 
 
 

MANIAC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Entertainment (KeepCase – mit 2 Blu-rays)

(c) Sony Pictures Entertainment (Limited Vintage Edition – Digipack – mit 5 Discs)

(c) Sony Pictures Entertainment (Ultimate Edition – Büstenedition – mit 6 Discs exklusiv nur bei AMAZON erhältlich)

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(c) Sony Pictures Entertainment (Steelbook – mit 3 Discs – exklusiv nur bei MediaMarkt erhältlich)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Maniac; USA 1980

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Digipack | Büstenedition | Steelbook

Extras – KeepCase-Variante: Remastered Uncut Version, Audiokommentar von Co-Producer/Director William Lustig und Co-Producer Andrew W. Garroni, Audiokommentar von Co-Producer/Director William Lustig, Special Make-Up Effects Artist Tom Savini, Editor Lorenzo Marinelli und Joe Spinells Assistent Luke Walter, Featurettes, Making Of, TV-Spots, Radio Spots, U.S. „Hard“ Trailer (Red-Band), U.S. „Soft“ Trailer (R-Rated), International Trailer, Deutscher Teaser, Deutscher Trailer, Französischer Trailer, Italienischer Trailer, Exklusives Interview mit William Lustig in seinem Hotelzimmer als er zu Gast in Deutschland war, Exklusives Interview mit William Lustig im Retromovieshop als ihn Markus Hagge eingeladen hatte, A Maniac meets the Retromaniacs, Maniac: The Making of a living pulp novel, William Friedkin spricht über „Maniac“, Outtakes, „Returning to the Scene of the Crime“ mit William Lustig, „Anna und der Killer“ – Interview mit Caroline Munro, „The Death Dealer“ – Interview mit Special Make-up Effects Artist Tom Savini, „Dark Notes“ – Interview mit Composer Jay Chattaway, „Maniac Men“ – Interview mit den Songwritern Michael Sembello und Dennis Matkosky, The Joe Spinell Story, Mr. Robbie: Maniac 2 Promo Reel, Maniac Publicity, Channel 7 News, 3/6/81, 11:00pm, Channel 11 News, 3/6/81, 10:30pm, NBC Tomorrow Show, 3/10/81, Channel 2 News, 2/3/81, 10:00pm, Channel 10 News, 3/2/81, 11:00pm, Channel 3 News, 3/3/81, 6:00pm, Channel 3 News, 3/3/81, 11:00pm, Channel 6 News, 3/3/81, 5:30pm, Violent Movies, Movie Violence, Al Goldstein rants against violent movies, Al Goldstein mutilates his love doll, Gallery Of Outrage, Joe Spinell bei „The Dive“, Bildergalerie

Extras – Limited Vintage Edition – Digipack: Alle Extras der KeepCase-Veröffentlichung zzgl: 52-seitiges Booklet mit Bildern und Hintergründen zur Entstehung des Films!
Wertiges Package im Retro-Look mit Digipack und Slipcase im Hardcover-„Jacket“, Director’s Cut auf Blu-ray, Kinofassung auf Blu-ray, DVD mit Kinofassung in 1.33:1

Extras – Ultimate Edition – Büstenedition: Alle Extras der KeepCase-Veröffentlichung zzgl: Weltexklusiv! Limitierte, handbemalte „Maniac“-Büste – limitiert auf 500 Stück, 52-seitiges Booklet mit Bildern und Hintergründen zur Entstehung des Films, T-Shirt mit exklusivem Maniac Motiv, Limitierungs-Zertifikat, Director’s Cut auf Blu-ray, Kinofassung auf Blu-ray, 4K-UHD-Disc des Films, Soundtrach-CD

Extras – Steelbook: Alle Extras der KeepCase-Veröffentlichung zzgl: Director’s Cut auf Blu-ray

Release-Termin: Büstenedition: 01.10.2020 | Digipack: 01.10.2020 | KeepCase: 01.10.2020 | Steelbook: 01.10.2020

 

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MANIAC – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Henry: Portrait of a Serial Killer (1986)
 
Der New York Ripper (1982)
 

Filmkritik: „Party des Grauens“ (1976)

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PARTY DES GRAUENS

(DEATH WEEKEND | INFERNO IM MOOR | THE HOUSE BY THE LAKE)

Story

 
 
 

Der schmierige Zahnarzt Harry bumst gerne und lädt sich in diesem Sinne das ehemalige Model Diane in seine Ferienhütte ein. Er erzählt ihr zwar, dort würde eine Party steigen, sagt aber nicht, dass außer ihr und ihm (und seinem Aal) eigentlich keine weiteren Gäste eingeplant sind. Auf dem Weg ins ländliche Kanada legen sich die beiden mit dem angesoffenen Sportwagenfahrer Lep und seinen räudigen Kumpels an, als der die Power seiner Karre präsentieren will. Es kommt wie’s kommen muss und die Unholde lauern dem Pärchen, das keins ist, auf und veranstalten eine Menschenschinderei nach alter Väter Sitte.

 
 
 


 
 
 

PARTY DES GRAUENS – Kritik

 
 
 
William Fruet, mit strammen 87 noch immer unter den Lebenden, kann auf eine ungemein fruchtbare Karriere als Regisseur und Drehbuchdoktor zurückblicken. Neben zahllosen Episoden von Fernsehserien aller erdenklicher Genres fertigt der Kanadier in den Siebzigern und Achtzigern ein paar sichtlich kostengünstige aber sehr unterhaltsame Horror- und Exploitationfilme an, von denen der äußerst asoziale Backwoods-Schänder TRAPPED (1982) besonders erwähnenswert ist. 1976 entsteht, als Fruets zweiter Film, PARTY DES GRAUENS. Der ist nicht minder derb.
 
 
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In der wichtigsten Rolle des Films, als Drecksacks Lep nämlich, sehen wir Don Stroud, einen echten Beach Boy und Surfer erster Generation aus Hawaii, den es über die Arbeit als Stuntman irgendwann vor die Kamera geführt hat. Aus Interviews geht hervor, dass der Mann in Wirklichkeit ein ziemlich relaxter und dufter Typ ist. Das hält ihn aber nicht davon ab, in neun von zehn Rollen Lumpenhunde und Galgenstricke liederlichster Garnitur zu verkörpern. PARTY DES GRAUENS lässt ihn ein weiteres Mal alle Register seines schurkischen Könnens ziehen. Lep ist ein Baddie-Charakter, den man als Zuschauer vom ersten Auftritt an mit dem Schritt voran in eine Kreissäge werfen möchte. Das treue Gartengerät Häcksler wäre auch okay. Zusammen mit seinen debilen Kumpanen frönt der Saubock Schnaps und Marihuana in ungesundem Maß, was der Enthemmung im Quälen der Gefangenen ordentlich die Sporen gibt. Meine Herren!
 
 
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Vorbild der Produktion könnte durchaus Sam Peckinpahs STRAW DOGS – WER GEWALT SÄT sein. Der gilt in seiner Schonungslosigkeit schließlich als Klassiker unter den Filmen, in denen unbescholtene Protagonisten von Mordbrennern besucht und terrorisiert werden. Dort wie hier muss der belästigte Bürger das innere Wildschwein befreien, um den Spieß irgendwann in rächender Absicht herumzureißen. Diese Aufgabe fällt maßgeblich der armen Diane zu, was PARTY DES GRAUENS sogar noch eine als feministisch zu lesende Nuance verleiht.
 
 
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Angesiedelt zwischen der guten alten Menschenjagd, den Regeln des Rachefilms und dem, was man heutzutage Home Invasion nennt, nimmt der vom späteren GHOSTBUSTERS-Regisseur Ivan Reitman produzierte Fiesefilm hier – im Gegensatz zu Lep und seinen Teufeln – keine Gefangenen. Das wussten zu seligen Videozeiten auch die Zensurteufel verschiedener Länder und so landet der Film im panischen England zum Beispiel auf der ebenso berühmten wie paranoiden Liste der Video Nasties. Auch hierzulande hat Fruets grober Kino-Keil seinerzeit keinen leichten Stand. Das wird jetzt vielleicht anders.
 
 
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PARTY DES GRAUENS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Komischer Titel, ist doch der Auslöser der ganzen Misere im Wald, dass die Party gar nicht stattfindet. Nichtsdestotrotz ist William Fruets Film ein Mosaikstein im großen Bild der Seventies-Exploitation, den der Schweinefilmliebhaber von Rang mit Vergnügen seiner Videothek einverleiben wird.
 
 
 


 
 
 

PARTY DES GRAUENS – Zensur

 
 
 
PARTY DES GRAUENS lief im Kino ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Im Jahr 1983 wurde der Film indiziert und wurde nach Ablauf der 25 Jahre auf Liste A folgeindiziert. Das ist bis heute so. Doch NSM RECORDS interessiert das nicht. Das Filmlabel aus Österreich hat sich die Rechte geschnappt und den indizierten Streifen ungeschnitten zum ersten mal im deutschsprachigen Ausland auf Blu-ray veröffentlicht. Der Filmfan hat die Wahl zwischen diversen Mediabooks und einer Blu-ray KeepCase. Die auf den Scheibe gepresste Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

PARTY DES GRAUENS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 333 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover E – auf 222 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover F – auf 111 Stück limitiert)

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(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover G – auf 111 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Death Weekend | Kanada 1976

Genre: Horror, Thriller, Klassiker

Ton: Deutsch DTS HD 2.0, Englisch DTS HD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: KeepCase: ungeprüft (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Marco Erdmann vom Wicked Vision Magazin,
Originaltrailer | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet von Lars Dreyer-Winkelmann und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 12.07.2019 | KeepCase: 28.08.2020

 
 
NSM hat 2019 sieben limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit August 2020 kann man PARTY DES GRAUENS auch als deutsche Blu-ray im KeepCase erwerben. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ebenso ungeschnitten und – wie die Mediabooks – von deutschen Zensurbehörden ungeprüft. Interessant: PARTY DES GRAUENS besitzt noch keine weltweite Blu-ray-Auswertung. NSM RECORDS hat einige Jahre nach verwertbarem HD-Material gesucht, weil das vom Lizensgeber gelieferte Material nicht brauchbar gewesen war. Nach langer Suche hat man zwei mehr oder weniger gute Filmrollen gefunden und das 35mm-Material-Material neu abtasten lassen. Auf dieser Grundlage besteht nun die erste weltweite Blu-ray. Diese ist natürlich keineswegs referenzwürdig, wie der teils sehr übertriebene Kontrast zeigt. Dennoch kann man froh sein den seltenen Rachefilm endlich in einer Qualität zu sehen, die immer noch besser ist, als jede DVD und VHS des Klassikers.
 
 

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PARTY DES GRAUENS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Wer Gewalt sät (1971)
 
Straw Dogs – Wer Gewalt sät (2011)
 
Funny Games (1997)
 
Ich spuck auf dein Grab (1978)
 
Trespass (2011)
 

Filmkritik: „The Owners“ (2020)

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THE OWNERS

Story

 
 
 

Vier abgefuckte, britische Leute ohne Perspektiven brechen in das Haus eines älteren Ehepaares ein, das sich jedoch zu wehren weiß.


 
 
 


 
 
 

THE OWNERS – Kritik

 
 
 
Die besten Horrorfilme sind die, die nicht auf Anhieb verraten, wohin die Reise gehen wird. In einer Zeit in der Horrorware am Fließband gedreht wird und quasi stets die gleichen Geschichten nur mit anderen Gesichtern abgespult werden, tun frische Ideen Not, die den Zuschauer trotz ewig gleicher Rezepturen an die Glotze fesseln können. Der Horrorthriller THE OWNERS ist so ein Fall. Der beginnt zwar damit eine bekannte Geschichte zu erzählen, die man so ähnlich schon unzählige Male gesehen hat. Was danach folgt, ist aber mutig und neu. Schluss mit bekannten Klischees und vorhersehbarem Ablauf. Der französische Regisseur JULIUS BERG spickt sein Langfilm-Regiedebüt mit unvorhersehbaren Wendungen und viel frischem Wind. Da schaut man doch gern genauer hin.
 
 
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Wenn die Verlockung vom leichten Geld zur Todesfalle wird. THE OWNERS erzählt die Geschichte von britischen Landeiern, die fette Beute wittern. Vier junge Leute – welche an Charaktere des Kultfilms TRAINSPOTTING erinnern – erhoffen im Haus eines älteren Arztehepaares ein stattliches Vermögen. Die brechen in das Anwesen ein und staunen nicht schlecht, als man im Keller einen riesigen Safe vorfindet. Leider hat die Sache einen Haken. Die Ganoven haben nicht das notwendige Equipment dabei, um den Tresor knacken zu können. Da kommt einer der Amateureinbrecher auf eine Idee. Man wartet einfach die Rückkehr der Eigentümer ab und setzt diese unter Druck mit dem Ziel, dass die freiwillig die Kombination des Schlosses herausrücken. Gesagt getan. Kaum kommen die Herrschaften nach Hause, geht es drunter unter drüber. Doch der Plan geht nicht auf. Die Hausbesitzer sind zwar in die Jahre gekommen, aber immer noch ganz fit im Kopf. Damit sind sie den perspektivlosen Einbrechern einen Schritt voraus. Sie manipulieren die Ganoven und sperren sie im morschen Gebäude ein. Was folgt ist ein perfides Katz- und Mausspiel, das aus Opfern Täter und Täter zu Opfern macht. Klingt berechtigterweise nach DON’T BREATHE von 2016 und ist bei genauerer Betrachtung tatsächlich eine weitere Variante des erwähnten Home-Invasion-Thrillers.
 
 
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Dennoch ist THE OWNERS keine plumpe Kopie. Der Film basiert auf dem Comicroman UNE NUIT DE PLEINE LUNE, welcher bereits 2011 veröffentlicht wurde, und ist vollgestopft mit feinstem englischen Humor, welchen wohl nicht jedermann so lustig finden wird. Für diesen Ausflug in Horrorgenre benötigt man ein dickes Fell, denn der bitterböse Humor dieses Films dürfte bei empfindsamen Zuschauern dafür sorgen, dass denen das Lachen im Halse stecken bleibt. Doch damit nicht genug. THE OWNERS zeichnet sich durch zynische Einfälle, perfide Abläufe und unvorbereitete Gewaltausbrüche aus. Dazwischen ein ungleicher Kampf zwischen Jungen und Alten, der hier auf die Spitze getrieben wird und stets spannend bleibt. Damit hebt sich die britische Produktion von den üblichen Verdächtigen der Gattung Home-Invasion-Horror ab und macht THE OWNERS zum Fest für Horrorfilmfans. Mehr über die Handlung zu verraten verdirbt den Spaß, denn THE OWNERS lebt von der Prämisse, dass nie ersichtlich ist, was als Nächstes passieren wird. So erleben Zuschauer und Protagonisten eine Nacht des Schreckens an deren Ende nichts mehr so ist, wie es den Abend zuvor gewesen war.
 
 
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JULIUS BERG – der sich als großer Fan von Genreware wie SUSPIRIA, DER WEISSE HAI und ALIEN bezeichnet – hat zuvor einiges fürs Fernsehen gemacht und war auch für die Mini-Serie DER WALD als Regisseur für Netflix tätig. In Interviews mit der Presse erklärte er, dass er für die Verfilmung der Graphic Novel viel Freiheit von der Autoren des Comics erhielt und so ein neues, überraschendes und grimmigeres Ende kreieren durfte. Auch inszenatorisch beweist Macher JULIUS BERG Einfallsreichtum und kramt in der Filmtrickkiste. Dem Zuschauer sollte – wie den Protagonisten – das Gefühl vermittelt werden, selbst gefangen zu sein. Im Film wird das ganz clever gelöst. So wird einfach der Bildausschnitt immer kleiner, bis man das Treiben im Finale nur noch durch ein quadratisches Fenster sieht. Solltet Ihr Euch daher wundern, warum plötzlich aus 16:9 ein 4:3 wird, liegt das nicht daran, dass Eurer TV-Gerät einen Defekt hat. Hierbei handelt es sich um ein Stilelement des Regisseurs, der mit den beschnittenen Bildinformationen das klaustrophobische Gefühl der eingesperrten Antihelden unterstreichen möchte, die vergeblich nach einem Weg suchen den Ausgang des Herrenhauses zu finden, um aus den Krallen der schrulligen Herrschaften zu entkommen.
 
 
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THE OWNERS – Fazit

 
 
8 Punkte Final
 
 
Schräge Protagonisten, böser Humor und mörderisch gute Schocks. THE OWNERS ist ein Mix aus DON’T BREATHE und YOU’RE NEXT, der sich an jene richtet, die das Horrorgenre nicht immer so ernst nehmen. Genau das tut nämlich auch diese britische Produktion nicht. Für ungeübte Zuschauer mag das hier zelebrierte Treiben kranker Shit sein. Erfahrene Zuschauer ertappen sich öfters beim Schmunzeln, denn schwarzer, britischer Humor durchzieht den ganzen Film. Damit macht es THE OWNERS Filmen wie DALE & TUCKER VS EVIL gleich. Letzterer persiflierte das Genre der Backwood-Slasher-Filme. THE OWNERS nimmt sich die Gattung Home-Invasion-Schocker vor und wirft seine Helden in ein skurriles und schräges Szenario, das man in dieser Art und Weise vermutlich noch nicht auf der Mattscheibe hatte. THE OWNERS ist definitiv ein Geheimtipp für Horrorfilm-Fans und wird seine Fans finden, weil er die bekannte Home-Invasion-Formel verdreht und somit mit der Erwartung des Publikums spielt. Ansehen lohnt daher unbedingt!
 
 
 


 
 
 

THE OWNERS – Zensur

 
 
 
THE OWNERS ist eher ein Thriller, der Gewalt reduziert einsetzt. Kommt die aber dann mal zum Einsatz ist sie umso heftiger. Wir denken jedoch, dass THE OWNERS eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

THE OWNERS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei RLJE FILMS)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Don’t Breathe (2016)
 
Dark Paradise (1988)
 
Mum & Dad (2008)
 
Das Haus der Vergessenen (1991)
 

Filmkritik: „Follow Me“ (2020)

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FOLLOW ME

Story

 
 
 

Wenn ein Youtube-Star sich jeder Herausforderung stellt, muss er auch damit rechnen plötzlich in einem Escape-Room zu landen, der nicht so ist, wie alle das anfangs gedacht haben.


 
 
 


 
 
 

FOLLOW ME – Kritik

 
 
 
Die Prämisse des Escape-Rooms für einen Horrorfilm zu nutzen, ist noch gar nicht so alt und scheint dennoch bereits abgenutzt. „Escape Room“ von 2019 hatte in dieser Hinsicht eigentlich bereits alles erzählt, war an den Kinokassen aber recht lukrativ und so dürfen Nachzügler sicher nicht fehlen. Wobei es fraglich ist, ob ein Kandidat wie „Follow Me“ es wirklich zur Kinoveröffentlichung geschafft hätte, wenn das Kino wegen Corona nicht gerade stark gebeutelt wäre. Hat man keine zu hohen Erwartungen, bekommt man solide Genrekost, aber auf keinen Fall mehr!
 
 
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Der Influencer Cole verbringt seine Zeit schon seit Kindestagen vor der Kamera und sieht seine Aufgabe darin, sich im Social-Media-Bereich von Followern Aufgaben geben zu lassen, die er dann erfüllt. Nun feiert er sein zehnjähriges Jubiläum und seine Freunde haben sich dafür etwas ganz Besonderes ausgedacht. Ein Escape Room in Russland, der härter sein soll, als alle anderen. Zusammen mit seinen Freunden macht sich Cole auf die Reise dorthin und schon bald soll er erfahren, dass das Versprechen „härter“ nicht gelogen sein sollte. Die Story wird nun sicher keine Innovationspreise gewinnen. Weder ist die Prämisse eines Influencers neu, noch eben die Idee mit einem Escape Room. Darum geht es dann aber auch weniger, als die Story anfangs vermuten lässt, ohne hier zu sehr zu spoilern. Im Endeffekt bietet das Drehbuch einen Querschnitt aus Motiven, die es in den letzten zwei Jahrzehnten im Mainstream-Horrorgenre so gab. Soll heißen: Ein bisschen „Saw“ hier, ein wenig „Hostel“ dort und dann natürlich noch etwas „Escape Room“. Originell ist das nicht, neu definitiv ebenfalls nicht, aber das muss im Horrorgenre auch gar nicht der Fall sein, um überzeugen zu können. Leider macht es einem die unglaubwürdige Story aber nicht sonderlich leicht, sie zu mögen, denn selbst wenn es hinterher ein paar Wendungen gibt, so hat man sich nicht besonders viel Mühe gegeben, den Zuschauer zu überraschen.
 
 
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Das größte Problem besitzt „Follow Me“ allerdings mit seinen Figuren und seinen Darstellern. Kein Charakter ist auch nur annähernd so sympathisch, um mit ihm mitfiebern zu können und alleine dadurch stellt sich die Spannung schnell ein. Keegan Allen ist in der Hauptrolle sicherlich brauchbar und eigentlich machen alle Darsteller ihre Sache solide, doch bei dermaßen nichtssagenden Charakteren bringt das im Endeffekt nicht sonderlich viel. So richtig glaubwürdig mag hier auch niemand handeln und deshalb sind dem Zuschauer die Figuren schlichtweg egal. Ein weiterer negativer Aspekt ist, dass sich „Follow Me“ viel zu lange Zeit nimmt, um mal in Fahrt zu kommen. Wenn die Laufzeit sowieso nur knapp 90 Minuten beträgt, dann ist es nicht förderlich, wenn im ersten Drittel überhaupt nichts geschieht, was den Horrorzuschauer irgendwie in den Bann ziehen könnte. Bis der Horror mal los geht, fühlt man sich am ehesten wie in einer Reality-Show eines Youtube-Stars und die entsprechenden Einblendungen fehlen da genauso wenig, wie der etwas pubertäre Humor.
 
 
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Ja, es ist nicht zu übersehen, dass sich „Follow Me“ an ein jüngeres Publikum richtet, doch das muss ja nicht sofort verkehrt sein. Wenn es eine Anekdote zu „Stirb langsam“ gibt, ist das sogar richtig sympathisch. Und sowieso ist nicht alles an diesem Film schlecht. Selbst wenn das Budget sicherlich etwas geringer ausgefallen ist, so gibt es dennoch ordentliche Bilder zu sehen. Manch eine Aufnahme von Russland macht etwas her und die Räumlichkeiten, wo der Horror dann beginnt, können sich ebenfalls echt sehen lassen. Außerdem gelingt dem Werk dann manchmal doch ein gewisser Spannungsaufbau und manche Ideen der Fallen (auch wenn sie leider viel weniger Raum einnehmen, als gewünscht) sind kreativ. Ein höherer Gore-Gehalt hätte hier sicherlich auch helfen können, aber „Follow Me“ ist im Endeffekt relativ harmlos, was die Freigabe ab 16 Jahren durchaus berechtigt. Da die Laufzeit nicht so hoch ist und man zum Ende hin noch deutlich mehr Dynamik mit ins Geschehen bringt, langweilt man sich zum Glück nach dem lahmen Start kaum noch, aber aufregende Unterhaltung sieht definitiv auch anders aus.
 
 
Capelight Pictures
 
 


 
 
 

FOLLOW ME – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
„Follow Me“ wirkt unausgegoren und mischt sich zwischen „Saw“, „Hostel“ und „Escape Room“ irgendwas zusammen, was am Ende nicht so richtig funktionieren will, vor allen Dingen schon deshalb nicht, da die meisten Vorbilder deutlich brachialer zur Sache gingen. Während man Story und Figurenzeichnung nahezu vergessen kann, ist immerhin die handwerkliche Arbeit teilweise recht ansehnlich und manchmal gelingt es dem Streifen auch eine solide Atmosphäre zu kreieren. Der Unterhaltungswert ist jedoch nur durchschnittlich, denn die lange Einleitung lässt sich zu viel Zeit und echte Spannung kommt nur ganz selten mal auf. Auch an unangenehmer Gewalt mangelt es erheblich. Man kann sich das mal anschauen und wer bereits genannte Filme abfeiert, wird daran vielleicht etwas finden, aber im Kino hat das eigentlich nichts verloren!
 
 
 


 
 
 

FOLLOW ME – Zensur

 
 
 
„Follow Me“ ist unerwartet zurückhaltend was grafische Gemeinheiten angeht. Man merkt, dass hier eher ein jugendliches Publikum angesprochen werden soll. Demzufolge niedrig ist auch die Altersfreigabe. Die deutsche Fassung des Streifen ist bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet und ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

FOLLOW ME – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei CAPELIGHT PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape Room (2019)
 
Saw (2004)
 
Escape Room (2017)