Filmkritik: „Fried Barry“ (2020)

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FRIED BARRY

Story

 
 
 
Der drogensüchtige Barry wird von Aliens entführt, die sich fortan in Menschenhülle mit seiner abgefuckten Umgebung vertraut machen und den Fortbestand ihrer Rasse sichern.

 
 
 


 
 
 

FRIED BARRY – Kritik

 
 
Was für ein befreiendes, Vergnügen bereitendes, Hoffnung in die Zukunft des Indiefilms, und gar deutscher Veröffentlichung derart punkiger Filme, machendes Gefühl es doch ist, hier einen Film vorstellen zu können, hinter dem ich absolut stehe, den ich von vorne bis hinten genossen habe, zweimal sogar, in kurzer Zeit. Das passiert wahrlich nicht häufig und wenn doch, dann sind es oftmals Filme, die in Deutschland nicht erscheinen, oder nur schwer zu kriegen sind, oder falsch vermarktet werden, oder zensiert, oder oder. Doch hier, bei diesem südafrikanischen Langfilmdebüt, passt tatsächlich mal alles: Ungekürzt ab 18, gut, eine 16er-Freigabe hätte es vielleicht auch getan, mit Blu-ray, Extras und passenden Pressestimmen – denn ja, brillant und kultverdächtig ist diese Independent-Bombe auf jeden Fall.
 
 
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Nach einer charmanten BBFC-Retro-Warnung darüber, dass der folgende Film erst für Erwachsene geeignet ist, folgt direkt die unübliche Bezeichnung „A Ryan Kruger Thing“, die schon den gleichnamigen Kurzfilm geziert hat und ja, ein unberechenbares, schwer kategorisierbares „Ding“ ist „Fried Barry“ definitiv. Begleitet von schnellen Schnitten zu exzessivem Drogenkonsum, Makroaufnahmen von Spritzen, schrillen Synthesizern und überlagernden Szenen im Rausch werden wir innerhalb der ersten Minuten in Barrys Welt geworfen, ein Junkie mit Familien- und Geldproblemen, abhängigen Freunden, meckernder Frau, in einer verdreckten Umgebung. Nach wenigen Minuten wird sich der erste Schuss gegeben und zu einem arthousigen, großartigen Soundtrack und ästhetischer Cinematographie beginnt die wohl beste Alien-Entführungsszene, die ich je gesehen habe. Denn ja, ein roter Traktorstrahl scheint aus dem Himmel und der zuckende, zappelnde, röhrende Barry wird drei Minuten lang in retrofuturistischen, verstörenden, betörenden, beklemmenden Bildern mit einem 10/10er Sounddesign ästhetisch wie sonst was entführt, untersucht und eingenommen und nachdem das überlebt wurde, startet der ohnehin schon geistesabwesende Protagonist erst so richtig durch.
 
 

„On this day, pussy has eluded you my friend!“

 
 
HD-Aufnahmen der neonbeleuchteten Stadt, ein Alien in Menschengestalt das verwirrt die Gestalten der Nacht absorbiert, ein Clubbesuch mit bunten Lichtern, aushakenden Unterkiefern, XTC-Pillen und lauten Bässen – die ersten 15 Minuten dieser Indieerfahrung sind für mich auch beim Rewatch noch eine 9/10, führen perfekt in die folgende Erfahrung ein, lassen allenfalls etwas zu hohe Erwartungen aufkommen. Die Nebencharaktere der nächtlichen Odyssey sind dabei teils etwas zu trashig oder overacted, auch besteht die gesamte Viertelstunde nach der Entführung quasi nur aus Sex und sexuellen Angeboten – doch die schiere Kurzweil, die überraschend harmlose, aber sehr witzige, erste Sexszene selbst sowie der wunderbare, handgemachte, komplett nackte Splatter- Insert, der als Finale der ersten halben Stunde dient, gleichen dies locker wieder aus.
 
 

„You’re quite the organ pusher, aren’t you?“

 
 
Denn auch wenn „Fried Barry“ keinesfalls in erster Linie an Gross-Out-Humor oder brutalen Effekten interessiert ist, so weiß die eine Szene, die relativ früh in den Film geplatzt kommt, dafür umso mehr zu verwundern und überzeugen. Nach dem ersten Drittel dieser etwas zu langen 94 Minuten wird nun erstmalig durchgeatmet, da zu einem wunderbar ruhigen Ambient-Soundtrack meditativ durch die Sonne gelaufen und die Umgebung gescannt werden darf. 12 Minuten relativ alltägliches Familienleben, spaßig angedeutete, übernatürliche Kräfte und eine gelungene Sexmontage später jedoch schellt das Tempo wieder hoch und der Film geht in die Vollen: Barry rennt in Zeitlupe durch die Straßen, kriegt von Fremden Crystal Meth verabreicht, was für den größten und mit besten WTF-Moment des Films sorgt, metallisches, anschwillendes
 
 
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Sounddesign, laute Bässe, Rumrennen mit Kopfhörern und bester Laune, Musikvideo-Schnitte und -Bilder – und auf einmal ist auch schon die „Intermission“ erreicht, in der kurz 2001 Tribut gezollt, aber auch das Ansinnen des Films, einfach nur zu Unterhalten, klargestellt wird. Nach meiner Erstsichtung war ich der Überzeugung, dass der Unterhaltungsfaktor des Films an dieser Stelle fast schon endet, da der gesamte dritte Akt zu langsam, zu unspektakulär und zu gehemmt ist, um nach einem so genialen Beginn noch zu überzeugen – doch auch wenn der Film erst einmal ausgebremst wird und es in der Tat nie wieder so locker, so witzig, so kurzweilig oder partylastig, musikintensiv wird, wie in der ersten halben Stunde – so konnte ich beim zweiten Versuch doch noch einige Qualitäten entdecken, die auch die folgenden 42 Minuten noch sehenswert machen.
 
 

„Fried, definitely fried!“

 
 
So ist das nächste Setpiece zum Beispiel eine angenehm dreckige, industrielle Ruine mit gut gespieltem Antagonisten, krachendem Kettensägenkampf und heftig lärmendem Terror-Soundtrack, bevor nach ganzen 70 Minuten, die größtenteils kurzweilig gefüllt wurden, zum ersten Mal eine wirklich zu lange Monolog-Szene von Sean Cameron Michael folgt, die den Film erheblich ausbremst. Aber auch das überlebt man, nur um mit einem technisch beeindruckenden, gut choreographierten One-Take, ideenreicher Inszenierung, Retro-Rückprojektionen, mehr Drogenkonsum, einem Ritt durch die Hölle, einer videospielartigen, handgemachten Welt aus Karton und unironisch desorientierenden, alptraumhaften Horror-Visionen belohnt zu werden.
 
 

„It’s been a wild ride, eh?“

 
 
Ein absolut wilder Ritt also auch in der zweiten Hälfte und auf einmal sind es nur noch die letzten fünfzehn Minuten, und „Fried Barry“ ist schon wieder vorbei – diese sind nun zwar erneut zu langgezogen, zu ruhig, zu pseudodramatisch und pseudoemotional nach so viel kurzweiliger, schneller Indie-Energie – doch dies sei einem Film verziehen, der über so weite Strecken so viel so richtig macht. „Fried Barry“ ist ein Indiewerk mit wenig Budget und viel Herz, der zeigt wie man auch mit extrem wenig Story einen mehr als sehenswerten, spaßigen Film schaffen kann, einfach durch den richtigen Stil, eine interessante Welt, gelungene Situationskomik, eigensinnige Kreativität abseits der Norm, Party-Attitüde und mutiges Casting. Barry selber könnte dabei nicht besser verkörpert werden und präsentiert auf beeindruckend minimalistische Weise wie man größtenteils nonverbales Schauspiel, mit dem ausgedrückt werden soll dass hier gerade ein unbedarfter Alien in Menschenform agiert, perfektionieren kann.
 
 


 
 
 

FRIED BARRY – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Irrsinnig mutiges und eigenständiges Projekt, das unter zwei Szenen und einigen Minuten zu viel leidet, abseits davon aber als Partyfilm, Drogenfilm, WTF-Filmerfahrung, als Statemtent im Indiefilm und Neontraum mit herrlichem Soundtrack taugt.
 
 


 
 
 

FRIED BARRY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Fried Barry“ ist ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

FRIED BARRY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Spirit Media GmbH (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Fried Barry; Südafrika 2020

Genre: Horror, Komödien, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 102 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Audiokommentar, 2 Trailer, Bildergalerie, Behind the Scenes, Fried Barry – Der Kurzfilm, Post-Credits-Szene, Alternatives Ende, Deleted & Extended Scenes, Parodistisches

Release-Termin: KeepCase: 24.09.2021

 

Fried Barry [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

FRIED BARRY – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Spirit Media GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jesus Shows You the Way to the Highway (2019)
 

Filmkritik: „Cosmic Sin – Invasion im All“ (2021)

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COSMIC SIN – INVASION IM ALL

(COSMIC SIN)

Story

 
 
 
In ferner Zukunft ist es den Menschen gelungen fremde Planeten zu besiedeln. Doch damit macht man sich auch außerirdische Feinde.
 
 
 


 
 
 

COSMIC SIN – Kritik

 
 
„Cosmic Sin – Invasion im All“ ist der nächste „Das-Gesicht-von-Bruce-Willis-ist-fett-auf-dem-Cover-zu-sehen“ Reißer, der früher am ehesten hartnäckige Videotheken-Gänger interessiert hätte. Viel zu erwarten, ist beim Namen Willis mittlerweile sowieso nicht mehr und so bekommt man das, was vorherzusehen war. Einen langweiligen Science-Fiction-Actioner, bei dem man niemals das Gefühl loswird, dass hier niemand so richtig Lust auf das Ganze hatte.
 
 
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Im Jahr 2524 haben die Menschen mehrere Planeten besiedelt. Ausgerechnet auf dem Mars kommt es nun zu Komplikationen, denn hier soll eine Schlacht mit einer außerirdischen Intelligenz stattfinden. Diese Spezies ist in der Lage den Körper der Menschen zu infizieren und nutzt den Wirt dann für seine Zwecke. General Ford, der einst eine ganze rebellische Mars-Kolonie ausgelöscht hatte, bekommt den Auftrag, diese Gefahr abzuwenden. Doch das wird nicht so einfach. Einfach hingegen macht es sich das Drehbuch. Hier werden einfach zahlreiche Ideen anderer Vorbilder in einen Topf geworfen, man rührt lieblos um und dabei kommt dann eine Story wie die von „Cosmic Sin“ heraus. Mit Hintergründen gibt man sich bedeckt und so wirklich erklärt, wird hier eigentlich gar nichts. Nun muss man bei einem B-Movie sicher mit keiner ausgefeilten Geschichte rechnen, aber etwas lustvoller hätte diese Story schon erzählt werden dürfen. Das wirkt alles sehr austauschbar und die Filmwelt kann damit garantiert nicht bereichert werden.
 
 
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Bei der Inszenierung kommt dem Zuschauer auch am ehesten das Wort „Lustlos“ in den Sinn. Sicherlich war das Budget nicht besonders hoch und das kann der Film kaum verbergen, aber mit etwas mehr Kreativität lässt sich auch aus geringen Mitteln etwas zaubern. Wie diese Zukunft hier dargestellt wurde, ist an Einfallslosigkeit kaum zu überbieten. Das Treiben könnte auch direkt ein paar Jahre nach unserer Zeit spielen. Regisseur Edward Drake, der mit am Drehbuch schrieb und in nächster Zeit gleich drei weitere Filme mit Bruce Willis herausbringen wird, scheint eher wie am Fließband zu arbeiten, achtet dabei aber nicht besonders auf Qualität. Die Actionszenen sind unübersichtlich und völlig unspannend geraten. Außerdem machen sie visuell einfach nichts her. Die Effekte, von denen es übrigens nicht besonders viele zu sehen gibt, sind allerdings ganz okay ausgefallen und wirken selten zu billig. Die handwerkliche Arbeit kann das jedoch kaum auf den Durchschnitt hieven.
 
 
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Wenn man schon mit dem Wort „lustlos“ um sich schmeißt, kann man auch gleich zu den Darstellern kommen. Bruce Willis macht mal wieder das, was er im letzten Jahrzehnt am besten konnte: Sich in einer belanglosen Nebenrolle bewegen, bei welcher er durchaus gelangweilt wirkt und überhaupt nichts machen muss. Frank Grillo, der erst vor kurzem so positiv in „Boss Level“ auffiel, macht es dem alten Actionstar glatt nach und liefert eine belanglose Leistung ab. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die Darsteller nichts gegen die platte Figurenzeichnung unternehmen können. In „Cosmic Sin – Invasion im All“ bekommt niemand ein richtiges Profil spendiert und nicht mal der Feind wirkt in irgendeiner Art und Weise markant. Deshalb ist man auch froh, wenn man diese Figuren nach 88 Minuten Laufzeit schnell wieder vergessen darf. Am ehesten überzeugen da noch Costas Mandylor und Lochlyn Munro, aber wirklich reißen kann hier echt niemand etwas.
 
 
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Der Unterhaltungswert taugt im Endeffekt leider kaum etwas. Das Treiben beginnt schon relativ lahm und dies kann man im weiteren Verlauf nicht steigern. Es gibt zwar Action zu sehen, aber sie wirkt obligatorisch. Als hätte man die Actionszenen nur eingebaut, weil das ja erwartet wird. Das stumpfe Geballer lässt jedenfalls niemals Spannung aufkommen. Sowieso bekommt man kaum mit, was hier Einleitung, Hauptteil und Finale darstellen soll. So langweilt man sich durch die, immerhin normal gehaltene, Laufzeit. Die Atmosphäre lässt dabei niemals richtige Stimmung entstehen. Es fehlt an Witz, an Coolness, an Tiefe, an Bedrohung. Der austauschbare Score rundet das dann passend ab, lässt sich aber noch anhören.
 
 
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COSMIC SIN – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Cosmic Sin – Invasion im All“ ist eine schrecklich öde Angelegenheit geworden, bei der man sich als Zuschauer fragt, ob hier überhaupt ein einziger Beteiligter irgendwie Lust auf die ganze Sache hatte. Das Problem fängt schon bei der lahmen Story an, die zwar bei vielen Vorbildern abkupfert, daraus aber niemals etwas Gutes kreieren kann. Die Darsteller brauchen sich keinerlei Mühe zu geben, die Inszenierung wirkt zwar relativ sauber, besitzt jedoch keinen kreativen Anstrich und die Atmosphäre könnte belangloser gar nicht sein. Dass das nicht unterhaltsam sein kann, sollte keine Überraschung darstellen. Es mangelt einfach an Ideen, es fehlt an einer brauchbaren Figurenzeichnung und selbst wenn man auf Science-Fiction abfährt, bekommt man hier visuelle Lustlosigkeit par excellence geboten. Ein paar Effekte sind okay, aber das war es dann auch schon. Rein qualitativ noch okay, aber wirklich grauenvoll langweilig!
 
 


 
 
 

COSMIC SIN – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Cosmic Sin – Invasion im All“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

COSMIC SIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Dolphin Medien & Beteiligungs GmbH | Koch Films (Blu-ray im KeepCase mit Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cosmic Sin; USA 2021

Genre: Thriller, Action, Abenteuer, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Schuber und Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow, Slideshow

Release-Termin: KeepCase: 12.05.2021

 

Cosmic Sin – Invasion im All [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

COSMIC SIN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Dolphin Medien & Beteiligungs GmbH | Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blade Runner (1982)
 
Ghosts of Mars (2001)
 

Filmkritik: „Psycho Goreman“ (2020)

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PSYCHO GOREMAN

Story

 
 
 
Was geschieht, wenn Kinder plötzlich über eine uralte, dämonische Macht verfügen, zeigt uns äußerst eindrucksvoll der Funsplatter „Psycho Goreman“.
 
 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Kritik

 
 
Es ist immer erfreulich, wenn man endlich wieder eine gute Horrorkomödie vor sich hat, denn davon gibt es echt viel zu wenige. „Psycho Goreman“ klingt zwar eigentlich mehr nach einem echten Gorefest, bietet im Endeffekt aber erstaunlich harmonische Unterhaltung, die sich einen Dreck um politische Korrektheit schert, schön anarchisch und trotzdem irgendwie süß daherkommt. Ein Fest für jeden, der auf kuriose Unterhaltung steht.
 
 
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Die beiden Geschwister Mimi und Luke entdecken beim Spielen einen seltsamen Edelstein und ein ominöses Gerät in einem Erdloch. Ohne zu wissen, womit sie es da zu tun haben, setzen die Geschwister eine äußerst gefährliche außerirdische Kraft frei, die einst von einem anderen Planeten Lichtjahre entfernt verbannt wurde. Für Mimi ist das jedoch kein Grund, um Angst zu haben, denn mit dem Edelstein lässt sich das gruselige, zerstörerische Monster ganz leicht kontrollieren. Wer im Besitz des Edelsteins ist, hat das Sagen und deshalb richtet Mimi gemeinsam mit Luke so einigen Schaden an. Doch auf einem Planeten in weiter Ferne läuten die Alarmsignale und eine weitere Macht ist auf dem Weg, um dem Ungetüm Einhalt zu gebieten. Was für ein schriller Mix! Bei „Psycho Goreman“ fühlt man sich an unglaublich viele Dinge erinnert. An „Wishmaster“, an „Hellraiser“, an „Masters of the Universe“, an „Flash Gordon“, ja sogar irgendwie etwas an „Krieg der Sterne“ und sogar minimal an „Dragon Ball Z“. Dieser Film mischt sich wirklich von allem etwas zusammen und erscheint im Endeffekt trotzdem recht eigenständig. Man hatte herrlich schräge Ideen und formt diese zu einem kindlich-naiven, albernen und völlig sinnbefreiten Quatsch, welcher jedoch absolut Spaß macht. Das Drehbuch hat schon mal das Zeug zum Kult.
 
 
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Dass das so gut funktioniert, liegt vor allen Dingen an der Atmosphäre, die schrulliger einfach nicht hätte sein können. Wenn ein kleines Mädchen das Sagen über eine Bestie hat, dann kommt man sich fast vor wie in einem Werk von Disney. Im nächsten Moment fliegen dann aber die Gedärme herum. „Psycho Goreman“ ist ein Film der Gegensätze und das macht ihn so heiter. Dabei ist der Grundton überraschend soft und sogar ein wenig Coming-of-Age-Drama schafft es in die Handlung. Der übernatürliche Teil wirkt wie eine abgefahrene Mischung aus Science-Fiction, Fantasy und Horror, während ein Großteil der Laufzeit von der Komödie dominiert wird. Hier gilt wie immer: Humor ist Geschmackssache und nicht jeder wird die Gags gut finden. Viele davon sind nämlich wirklich over-the-top und wirken mächtig albern. Trotzdem ist die Trefferquote angenehm und das gesamte Treiben ist dermaßen locker und schräg, dass man sich sehr gut unterhalten fühlt.
 
 
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Mit Steven Kostanski ist sowieso immer wieder zu rechnen. Mit „The Void“ zeigte er seine ernste Seite, aber schon bei Streifen wie „Manborg“, „Father’s Day“ oder der überraschend guten Neuauflage „Leprechauns Returns“ bewies der Mann, dass er amüsanten Horror bestens beherrscht. Die Inszenierung ist kreativ, verspielt und teilweise ziemlich verrückt, nur um in manchen Momenten dann fast wieder kommerziell zu wirken. Hinzu gesellen sich abgefahrene Effekte, die herrlich retro erscheinen, weil sie eben überwiegend von Hand gemacht wurden. Die ganzen Wesen sehen richtig schön kreativ gestaltet aus und auch der Psycho Goreman ist eine Wucht. Die vielen Lichteffekte könnten so direkt aus den 80ern stammen, was hier positiv verstanden werden soll. Außerdem splattert es ab und zu noch schön, wobei die Freigabe ab 16 Jahren hier schon verrät, dass es nicht zu derb wird. Das ist etwas schade, denn mehr wäre definitiv nicht verkehrt gewesen, aber der Blutgehalt geht dennoch in Ordnung und der Soundtrack macht dem Wort „retro“ ebenfalls alle Ehre.
 
 
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Über die Darsteller kann man sich übrigens nicht beklagen. Es ist immer mutig Kinder in Hauptrollen zu stecken, denn viele Filme scheiterten schon daran. Mit der Figur von Mimi macht es sich „Psycho Goreman“ ebenfalls nicht leicht, denn nicht jeder wird etwas mit dem rotzfrechen Gör anfangen können. Da befindet man sich auf einer schmalen Linie zwischen cool und nervig. Nita-Josee Hanna macht ihre Sache aber ganz ordentlich und Owen Myre agiert angenehm zurückhaltend. Die Rollen der Eltern hätten etwas markanter ausfallen dürfen, gehen jedoch in Ordnung und Matthew Ninaber ist in der Rolle des Psycho Goreman einfach herrlich. Zum Glück verfehlt hier auch die deutsche Synchronisation ihren Zweck nicht. Nebenbei bekommt man sogar eine einigermaßen stimmige Figurenzeichnung geboten, die teilweise bewusst kitschig ist, teilweise aber auch erfreulich stark auf gewisse Klischees verzichtet.
 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
„Psycho Goreman“ besitzt ganz klar seine Schwächen, aber diese können dem Sehgenuss kaum etwas anhaben und man hat es hier mit einem potenziellen Kultfilm zu tun. Die Story ist völlig simpel, aber herrlich kreativ und man hat hier einfach dermaßen viele Zutaten vermischt, dass die Atmosphäre kaum vielseitiger sein könnte. Das geht über Sci-Fi bis hin zu Fantasy und endet in einer albernen Komödie, die manchmal sehr kindlich-naiv wirkt. Mit dem Humor muss man sich arrangieren können, aber das ist einfach Geschmackssache. Auch sollte man auf altmodische Effekte stehen, aber sowieso schreit einfach alles an „Psycho Goreman“ nach retro. Das wurde handwerklich ordentlich gemacht, besitzt einen klasse Unterhaltungswert, gute Darsteller, wunderbare Effekte und ein paar echt gelungene Lacher. Zwar können einem manche Figuren etwas auf den Keks gehen und für mehr Gore wäre man bei dem Titel ebenfalls dankbar gewesen, doch alles in einem ist dieser Film köstlich und dass er mit viel Herz gemacht wurde, bemerkt man ebenfalls. Gerne eine Fortsetzung davon!
 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Psycho Goreman“ ist ungeschnitten und überraschenderweise bereits für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

PSYCHO GOREMAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (Mediabook – Cover A – Koch Films Shop exklusiv)

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(c) Koch Films (Mediabook – Cover B – Amazon exklusiv)

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(c) Koch Films (Mediabook – Cover C)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Psycho Goreman; Kanada 2020

Genre: Horror, Komödien, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabooks

Extras: Audiokommentar des Regisseurs, Interview mit Steven Kostanski, Interviews mit Cast & Crew, Deleted Scene, Behind the Scenes, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 22.04.2021 | Mediabook: 25.02.2021

 

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PSYCHO GOREMAN – Trailer

 
 



 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wes Craven’s Wishmaster (1997)
 
Hellraiser – Das Tor zur Hölle (1987)
 
Masters of the Universe (1987)
 
Flash Gordon (1980)
 
Turbo Kid (2015)
 

Filmkritik: „Deathstalker 2 – Duell der Titanen“ (1987)

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DEATHSTALKER 2 – DUELL DER TITANEN

(MYSTOR – DER TODESJÄGER II / DEATHSTALKER 2)

Story

 
 
 
Barbar Mystor nimmt die üblichen Unwegsamkeiten des Fantasy-Mittelalters nicht immer so ernst wie eigentlich nötig. Er überlegt es sich erst dann anders, als er Prinzessin Evie kennenlernt. Sie hat der Hexenmeister Jarek von Thron gejagt und sie sucht nach Mitstreitern, um jetzt wiederum den wenig bezaubernden Zauberschurken in die Wüste zu schicken. Auf dem Weg dorthin wird ausgiebig gekämpft, gezaubert und menschenfressenden Amazonen vom Teller gesprungen.

 
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER 2 – Kritik

 
 
Auch Roger Cormans letztes Werk aus seiner zackig hintereinander in Argentinien heruntergekurbelten Reihe von Fantasy-Krachern überzeugt mit allem, was diese Art des grellen Unfugskinos so schön macht. In der Hauptrolle stolziert der Fernsehschauspieler und heute vielbeschäftigte Serienregisseur John Terlesky durch die Pampa – dieses lockere Scherzchen ist hier sogar geographisch korrekt – und hat Spaß dabei und nicht nur das: Für die Rollen der knappbekleideten Sword-And-Sorcery-Babes bringt der Beach Boy gleich zwei seiner Exfreundinnen mit: Monique Gabrielle und Toni Naples, zwei Autoritäten auf dem Gebiet des Mopshüpfens und in den Jahrzehnten nach DEATHSTALKER 2 in einem halben Videothekenregal handlungsarmer Softsex-Schmonzetten zu bewundern. Mit der wuchtigen Dee Boher, die unter dem Namen Queen Kong Wrestlerin bei GLOW (der Wrestling-Show, nicht der Netflix-Serie) aktiv ist, hat er unseren Informationen zu Folge vor den Dreharbeiten kein Date gehabt. Den hexenden Unhold gibt John LaZar, ein hagerer, halbindianischer Charakterkopf, der einst bei Russ Meyer mitspielen durfte und schon in mancher Serie kriminelle Elemente verkörpert hat.
 
 
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Für die Aufgabe der Regie vor Ort kommandiert Corman, dieser ewige Impressario des B-Movies weltweit, seinen Einser-Schüler Jim Wynorski, einen ausgewiesenen Fachmann für wutziges und witziges Horror-, Science-Fiction- und sonstiges Gaga-Kino, ab. Bei uns habt ihr schon über einige seiner Filme gelesen. Alles in allem ein schätzenswerter Mann.
 
 
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Wynorski bestätigt später, was der geneigte Liebhaber des Achtziger-Jahre-Barbarenfilm-Booms bereits vermutet: Roger Corman kann sich nie so ganz verzeihen, dass Anfang der Achtziger andere Produzenten die Verfilmung von Robert E. Howards CONAN-Heftchen auf die Beine stellen und dreisterweise damit auch noch einen Welterfolg landen. Also will er wenigstens mit den gleichen Zutaten arbeiten und sein Stück vom Kuchen mitnehmen. Jene Zutaten stammen natürlich viel eher aus dem Regal des Discounters, machen den testosterongefüllten Zuschauer aber auch satt. Magische Fantasy-Reiche mit Muskelmännern, Titten, Schwertkampfgewalt und dem einen oder anderen Billig-Monster – was will man mehr? Was Wynorski als Bonus für seine Zuschauer gelingt, ist die Beimischung von Humor, der auf dem Papier nicht ins Genre passt. In der Praxis sieht das anders aus. Terlesky ist kein Schwarzenegger, weiß das aber. Genau wie seine Gefährten und Gegenspieler scheint der schwertschwingende Geck zu wissen, in was für einem Mumpitz er da herumstapft und die Zähne zeigt. Vom Regisseur stammt auch der so passende Spruch, dass man versehentlich eine aus der Zeit gefallene Komödie gedreht habe. Passt so.
 
 
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DEATHSTALKER 2 – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Auch im zweiten Teil der spaßigen Reihe – insgesamt wurden derer vier auf die Welt losgelassen – werden keine Gefangenen genommen. Unter der Regie des Schlock-Meisterwerk-Garanten Jim Wynorski wandert der Todesjäger, wie ihn die deutsche Filmwirtschaft seinerzeit verkauft, durch eine halbe Persiflage auf Fantasyfilme, haut aber trotzdem in Schleifen, was ihm vor die Klinge springt. Essentieller Trash!
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER 2 – Zensur

 
 
 
1989 wurde DEATHSTALKER in der deutschen, ungeschnittenen FSK 18-VHS indiziert. Nach Ablauf der 25-Jahres-Frist erfolgte die Listenstreichung, was das Label daredo / Soulfood im Jahr 2019 dazu veranlasste den Kult-Trash auf Blu-ray in Deutschland angeschnitten zu veröffentlichen. Die erhältliche Fassung auf Blaustrahl und DVD ist daher ungeschnitten und komplett. Auf dem Cover befindet sich ein roter FSK-Flatschen. Interessant: Neben der Kinofassung von DEATHSTALKER 2 befindet sich auf der Blu-ray / DVD auch der Director’s Cut.
 
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

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(c) White Pearl Movies (Mediabook mit Blu-ray + DVD auf 1500 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deathstalker 2; Argentinien | USA 1987

Genre: Fantasy, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 77 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Audiokommentar mit John Terlesky, Toni Naples & Jim Wynorski, Originaltrailer (1:45 Min.), Artworkgalerie (0:54 Min.) | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 16-seitiges Booklet mit Infos zu Film und Darstellern sowie vielen Bildern

Release-Termin: Mediabook: 08.03.2019 | KeepCase: 27.11.2020

 

Deathstalker 2 – Duell der Giganten [Mediabook mit Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Deathstalker 2 – Duell der Giganten [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DEATHSTALKER 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deathstalker – Der Todesjäger (1983)
 
Red Sonja (1985)
 
Conan der Barbar (1982)
 

Filmkritik: „Deathstalker – Der Todesjäger“ (1983)

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DEATHSTALKER – DER TODESJÄGER

(DEATHSTALKER)

Story

 
 
 
Unser Titelheld ist ein umhervagabundierender Schwertmann, der lieber für das Gute antritt. Eine Hexe gibt ihm die Mission, verschiedene magische Relikte aufzutreiben, von denen sich zwei im Besitz des Magier-Diktators Munkar befinden. Auf dem Weg zu diesem Munkar schließen sich dem Deathstalker die knapp bekleidete Kriegerin Kaira und ein findiger Taschendieb an. Sie nehmen an Kampfturnieren teil, deren Sieger zur nächsten Turnier-Runde auf Munkars Festung eingeladen werden. Wäre doch gelacht, wenn unsere Eisenbeißer nicht alle Kräfte bemühen könnten, um dem üblen Hexer das Handwerk zu legen.

 
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER – Kritik

 
 
Passt alles. Die Gewalt ist ordentlich, Langeweile gibt’s nicht und man wird beim Anschauen des Films sofort wieder neun Jahre jung. Die Kaira spielt Lana Clarkson, jene ultra-amerikanisch aussehende Amazone, die in so manchem dieser Filme zu bewundern ist und 2003 von ihrem Mann, dem legendären Musikproduzenten Phil Spector, über den Haufen geballert wird. Angestachelt vom Erfolg des DEATHSTALKER lässt Produzent Roger Corman (ja, an dem Mann führt nix vorbei – niemals!) die Zelte am argentinischen Drehort gleich stehen und improvisiert der fitten Lana den auch geilen BARBARIAN QUEEN auf den knusprigen Leib. Prinzessin Codille wird von Barbi Benton gegeben, die eine ähnliche Biographie vorzuweisen hat, jedoch nicht erschossen wurde. Bisher noch nicht zumindest. Hach, die Barbarenfilm-Welt der frühen Achtziger! Ausgelöst vom Erfolg des geilsten aller Schwarzenegger-Böller, CONAN DER BARBAR, entfaltet sich eine regelrechte Schattenindustrie der Muskelidioten-Meisterwerke. Eine Schattenindustrie, der man noch heute jeden Abend ein Kerzchen anzünden und ein Käsebrot opfern sollte, aus Dank für all die so mordsmäßig unterhaltsamen Trash-Raketen, deren Ästhetik zwischen World Wrestling Federation, den Pulp-Gemälden Frank Frazettas und Dungeons & Dragons-Rollenspielen zuhause ist.
 
 
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Wie bei DEATHSTALKER! Man denkt, es habe zwischen 1982 und etwa 1988 ein inoffizieller Wettstreit bestanden. Ein Turnier, in dem die rücksichtslosesten Regie-Söldner aus den USA, Italien, bis rüber auf die Philippinen beweisen müssen, wer den geilsten Muckibude-gegen-Plastikmonster-Sudelfilm aufs von jeder inneren Qualitätskontrolle befreite Publikum loslassen kann. Wer dieses Turnier auf Produzentenseite für sich entscheiden konnte, wissen wir nicht. Was wir allerdings wissen, ist der erste Platz auf dem Siegertreppchen für den Zuschauer.
 
 
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Kinder, es gibt an manchen Tagen nichts Besseres, als Filme, in denen Bodybuilder ohne Schauspielerfahrung mit weiß glänzenden Raubtierzähnen durch das kalifornische oder römische Hinterland stapfen. Dort treffen sie auf ehemalige Playboy-Bunnys mit unglaublich hochgesprühten Mähnen, G-Strings und manchmal sogar Silikonhupen der garstigen Achtziger-Herstellungsweise – also zwei bewegungslos unter gespannter Haut steckende Tennisbälle, durch deren Mitte ein Motorrad fahren könnte. Dann noch ein Dieb, Elf, Zwerg, untalentierter Zauberer oder anderer Standard-Fantasy-Nebencharakter und die Sache kann losgehen. Gemeinsam muss die Crew wahlweise eine Prinzessin befreien, einen tyrannischen Herrscher stürzen oder einem schlecht in Stop-Motion, Pappmaché oder Pappmaché-Stop-Motion verwirklichtes Riesenmonster Mores lehren.
 
 
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Barbarenfilme sind immer gleich. Ja, gegen den variationsarmen und eigentlich nicht zu begreifend immer unterhaltsamen Stumpfsinn nach Conan sind Genres wie Italo-Western, Kung-Fu-Filme oder Porno-Best-Ofs Blumensträuße der Abwechslung. Trotzdem: Auf der Beerdigung des Rezensenten wird neben LSD-Zwang, einer Free Jazz Band und einem Ringkampfturnier auf ein 48-Stunden-Barbarenmarathon laufen.
 
 
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DEATHSTALKER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Ihr seht, heute steht hier der Text eines Genre-Liebhabers. Im vollbesetzten Umkleidepuff der Barbarenfilme trägt DEATHSTALKER, der erste von insgesamt vier Teilen, eine Kapitänsbinde. Wer Fantasy mag, die statt ätherischer Tolkien-Pose lieber rülpst und ihrem Nächsten auf die Nase haut, der kommt an dieser gut gelaunten Sonnencreme-Rakete von einem Film nicht vorbei.
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER – Zensur

 
 
 
1985 wurde DEATHSTALKER in der deutschen, ungeschnittenen FSK 18-VHS indiziert. Nach Ablauf der 25-Jahres-Frist erfolgte die Listenstreichung, was das Label daredo / Soulfood im Jahr 2018 dazu veranlasste den Kult-Trash auf Blu-ray in Deutschland angeschnitten zu veröffentlichen. Die erhältliche Fassung auf Blaustrahl ist daher ungeschnitten und komplett. Auf dem Cover befindet sich ein roter FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

DEATHSTALKER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

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(c) White Pearl Movies (Mediabook mit Blu-ray + DVD auf 1500 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deathstalker; Argentinien | USA 1983

Genre: Fantasy, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Originaltrailer (2:03 Min.), Artworkgalerie (2:42 Min., 27 Bilder) | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 16-seitiges Booklet mit Infos zu Film und Darstellern sowie vielen Bildern

Release-Termin: Mediabook: 24.08.2018 | KeepCase: 23.10.2020

 

Deathstalker – Der Todesjäger [Mediabook mit Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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DEATHSTALKER – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mystor – Der Todesjäger II (1987)
 
Red Sonja (1985)
 
Conan der Barbar (1982)
 

Filmkritik: „Monster Hunters – Die Alienjäger“ (2020)

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MONSTER HUNTERS – DIE ALIENJÄGER

(MONSTER HUNTERS)

Story

 
 
 
Ein Ufo mit gefangenen Verbrecher-Aliens stürzt auf unserer Erde ab. Zum Glück ist die U.S. Army darauf vorbereitet und hat eine Spezialtruppe für solche Fälle aufgestellt.

 
 
 


 
 
 

MONSTER HUNTERS – Kritik

 
 
Die Billigproduktions-Schmiede „The Asylum“ hat zwar auch mal ein paar eigene Filmideen parat, aber überwiegend verdient man dort sein Geld, in dem man Hollywood-Blockbuster kopiert – in super billig versteht sich. Eigentlich sollte dieses Jahr die Videospielverfilmung „Monster Hunter“ mit Milla Jovovich in die Kinos kommen, aber aufgrund von Corona hat sich das verzögert. „Monster Hunters“ ist die Mockbuster-Antwort von „The Asylum“ zu diesem Film. Und er steht für all das, was man dieser Filmgesellschaft vorwerfen kann.
 
 
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In der kalifornischen Wüste stürzt ein unbekanntes Flugobjekt ab. An Bord waren scheinbar ein paar bösartige Aliens, die sich nun durch die Gegend morden. Doch seit Roswell gibt es bei der U.S. Army die „Alien Defense Unit“, die darauf spezialisiert wurde gegen Außerirdische zu kämpfen. Leider hat die Truppe aber noch gar keine Übung darin. Was für ein Schrott an Story. Jedes Kind besitzt da deutlich mehr Fantasie und hätte eine beeindruckendere Geschichte über Außerirdische erzählen können. In „Monster Hunters“ geht es wirklich sehr ideenarm zur Sache und es geschieht fast gar nichts. Eigentlich funktioniert das nicht mal als Billigvariante zu „Monster Hunter“. Ob das hier nun Aliens oder Monster sind, spielt aber sowieso keine Rolle. Es werden nur ein paar obligatorische Zutaten abgespult und dann erscheint der Abspann.
 
 
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Unterhaltsam ist daran nun wirklich nichts. Es geht zuweilen dermaßen ruhig und ereignislos zur Sache, dass man fast vergisst, dass man hier gerade einen Film schaut. Wenn man dort auf Aliens im Wald trifft, ist das so entspannend gestaltet, dass jede private Paintball-Veranstaltung mehr Adrenalin fördern wird. Die Gegner machen es den Protagonisten auch sehr leicht und greifen natürlich nur dann an, wenn das Drehbuch einen Toten vorsieht. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich das Muster einige Male wiederholt und man sich fast wie in einer Dauerschleife gefangen vorkommt. Bis es dann zum letzten Drittel geht. Hier entsteht sogar tatsächlich noch eine etwas andere Dynamik und das wäre vielleicht echt noch brauchbar gewesen, wenn da nicht diese grauenvollen Computereffekte wären. Die Aliens sehen absolut lustlos, unkreativ und langweilig aus, könnten so aber auch direkt aus einem Videospiel der N64 stammen. Wenn es große Ufos und verschiedene Laser-Schüsse zu sehen gibt, sieht das selbstredend nicht besser aus. Wenigstens sind ein paar kleine Splatter-Effekte von Hand gemacht. Sie kommen aber nicht oft vor und können auch nichts reißen. Die handwerkliche Arbeit ist wirklich unter aller Sau. Wäre die Optik nicht so hochauflösend, könnte man glatt denken, es mit einem Amateurfilm aus den 90ern zu tun zu haben.
 
 
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Dort hätte sich aber bestimmt nicht Tom Sizemore blicken lassen, wobei es schwer zu verstehen ist, weshalb er dies bei „Monster Hunters“ tut. Seine einstige Karriere scheint wohl endgültig vorbei zu sein. Dementsprechend lustlos agiert er auch, aber zumindest darf er überwiegend sitzen. Vielleicht sollte er mal etwas zusammen mit Steven Seagal drehen. Anthony Jensen ist hier der einzige, der halbwegs überzeugen kann. Im Gegensatz zum restlichen Spiel, wirkt er schon nahezu überambitioniert. Den Rest kann man wirklich vergessen. Das sind im besten Falle schlechte und im schlimmsten Falle peinliche Leistungen. Die alles andere als natürlich klingende, deutsche Synchronisation macht es nicht besser. Sympathien kommen hier keine auf, dafür darf man jedoch unfassbar blöden Dialogen zuhören. Was die Leute hier so von sich geben, ist kaum zu ertragen und macht oftmals keinerlei Sinn. Weil das alles dermaßen lieblos wirkt, wird sich aber selbst der Trashfan nicht daran erfreuen können. Guter Trash entsteht eben nicht von alleine, den muss man schon hinbekommen.
 
 
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MONSTER HUNTERS – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
„Monster Hunters“ ist mal wieder das Paradebeispiel, weshalb die Filme von „The Asylum“ einen solch schlechten Ruf haben. Die Handlung wirkt wie hingerotzt und besitzt keinerlei Seele, die „Action“ ist so lahm, dass sich selbst Schildkröten langweilen würden und die Darsteller kann man überwiegend auch vergessen. Nebenbei hagelt es dämliche Dialoge, es gibt die billigsten CGI-Aliens zu sehen, die selbst in Videospielen der 90er schon so aussahen und von Kreativität fehlt jegliche Spur. Dass das pure Langeweile bietet, braucht man wohl kaum extra zu erwähnen. Lediglich das letzte Drittel und ein passabler Anthony Jensen, sowie die unfreiwillige Komik sorgen noch für zwei Punkte. Man sollte trotzdem die Finger von diesem Produkt lassen!
 
 


 
 
 

MONSTER HUNTERS – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Monster Hunters – Die Alienjäger“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

MONSTER HUNTERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Monster Hunters; USA 2020

Genre: Thriller, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 11.12.2020

 

Monster Hunters – Die Alienjäger [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

MONSTER HUNTERS – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alien Predator (2018)
 
AVH: Alien vs. Hunter (2007)
 

Filmkritik: „Invasion Planet Earth – Sie kommen!“ (2019)

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INVASION PLANET EARTH – SIE KOMMEN!

(INVASION PLANET EARTH)

Story

 
 
 
Die Aliens sind wieder da und machen es der Menschheit schwer. Aber was steckt hinter ihren Plänen?

 
 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Kritik

 
 
Wenn nicht gerade Zombies, Werwölfe, maskierte Killer, Vampire, Tiere oder Mumien den Menschen nach dem Leben trachten, sind es höchstwahrscheinlich mal wieder die Außerirdischen. Wenn sich dann noch billige Effekte hinzu gesellen, ist die nächste Totalkatastrophe nicht weit. Im Falle von „Invasion Planet Earth“ wäre das jedoch etwas gemein, denn Regisseur Simon Cox hatte es wirklich nicht leicht. Bereits 1999 fingen seine Pläne für diesen Film an. Vier Jahre später war das Skript fertig, doch da niemand das Projekt finanzieren wollte, musste Cox per Crowdfunding Geld aufbringen. Dieses reichte aber nicht aus und erst viele Jahre später kam es doch noch dazu, dass Cox seinen Film beenden konnte. So gesehen stecken also knapp zwei Jahrzehnte Zeit in diesem Projekt und das bedeutet zwangsläufig viel Herzblut. Wirklich verreißen, mag man ein solches Werk kaum, aber man muss halt auch ehrlich sein. Und die Wahrheit ist: Selbst wenn man „Invasion Planet Earth“ das Herzblut von Cox anmerkt, besitzt der Film zu viele Fehler, um als gut zu gelten.
 
 
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Der Arzt Tom hat eine schreckliche Vergangenheit, denn seine kleine Tochter ist gestorben. Nun ist seine Frau allerdings wieder schwanger und so scheint es voran zu gehen. Bis Tom eines Tages von einem Lichtstrahl getroffen wird und sich in einem Ufo befindet. Die Außerirdischen kommen und sie greifen die Welt an, aber sind sie wirklich nur auf Zerstörung aus oder steckt vielleicht doch mehr dahinter? Die Story ist ambitioniert und im Kern nicht schlecht, wird aber leider ziemlich schlecht vorgetragen. Vielleicht war es Absicht, die Geschichte so wirr und konfus aufzubauen, doch wirklich profitieren kann der Film davon nicht. Die Grundidee ist nun auch nicht unbedingt völlig neu, aber Cox lenkt den Zuschauer schön auf die falsche Fährte und am Ende ist dieses Drehbuch nicht verkehrt, nur wird es eben verkehrt präsentiert.
 
 
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Das fängt schon bei den ganzen seltsamen Traumsequenzen an. Sobald Tom von den Aliens entführt wurde (was übrigens auch etwas zu lange dauert), entsteht ein mittlerer Teil, der fast nur aus verschiedenen Visionen besteht. Als Zuschauer verliert man da gerne mal den Überblick. Viel schlimmer ist aber noch, dass dies scheinbar nur die Laufzeit strecken soll, denn wirklich von Belang ist dieser Mittelteil nicht. Man kann ihn skippen, ohne etwas verpasst zu haben. Der Unterhaltungswert macht es einem da auch nicht gerade leicht. Eigentlich wird erst das letzte Drittel solide. Da kommt es nämlich endlich mal zu etwas Action und das lange, ziemlich ruhige Ende enttäuscht dann wenigstens nicht, weil die Wendung ganz gut platziert wurde.
 
 
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Wenn man überlegt mit welch bescheidenen Mitteln Simon Cox seinen Film realisieren musste, kann sich „Invasion Planet Earth“ aber sogar halbwegs sehen lassen. Einen Science-Fiction-Film mit nahezu keinem Budget umzusetzen, ist ein mutiges Projekt. Deshalb darf man sich über billige Computer-Effekte nun auch nicht wundern. Diese bekommt man allerdings auch in Streifen geboten, die deutlich mehr Budget zur Verfügung haben und in Anbetracht dessen, sieht das hier sogar noch halbwegs akzeptabel aus. Selbstbewusstsein besitzt Cox jedenfalls, wenn er trotzdem eine Schlacht präsentiert. Aus handwerklicher Sicht ist das definitiv unterdurchschnittlich, aber man durfte im billigen Bereich sicher schon Schlimmeres betrachten.
 
 
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Zu den Darstellern kann man kaum lobende Worte verlieren, was nun aber auch kaum verblüffen dürfte. Simon Haycock ist als Hauptdarsteller mit einem zugekniffenen Auge gerade noch so okay. Es gibt tatsächlich ziemlich viele Darsteller zu sehen. Ein paar fallen kaum auf, manche spielen aber auch auffällig mies. Die Figurenzeichnung funktioniert lediglich bei Hauptfigur Tom ein wenig. Sein Hintergrund ist zwar alles andere als originell, passt soweit aber gut zur Geschichte. Alle anderen wirken belanglos und Sympathien kommen hier keine auf. Sowieso mangelt es an Spannung und es ist zu lange zu wenig los.
 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Invasion Planet Earth“ wirkt auf jeden Fall wie der nächste, billig und schnell heruntergedrehte Sci-Fi-Klopper, der für den Sender TELE 5 konzipiert zu sein scheint, aber wenn man die Entstehungsgeschichte kennt, wird man dem Werk damit nicht ganz gerecht. Besser wird der Film dadurch zwar nicht unbedingt, aber man kann ein paar Punkte weniger streng beurteilen. Auf jeden Fall besitzt die Handlung gute Ideen, die nur nicht sonderlich gut verpackt wurden. Die Inszenierung ist sogar noch passabel, wobei die handwerkliche Arbeit eher schlecht ist. Trotzdem kann man mit den Effekten leben, wenn man eben weiß, dass hier so gut wie kein Budget zur Verfügung stand. Unter diesen Umständen sind auch die Darsteller noch fast erträglich und das letzte Drittel ist dann gar nicht so verkehrt. Nur zuvor herrscht überwiegend gähnende Langeweile. Eine Empfehlung gibt es dafür nicht, aber einen kompletten Verriss ebenfalls nicht.
 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Invasion Planet Earth“ ist mit ihrer FSK12-Freigabe vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Invasion Planet Earth; Frankreich | Großbritannien 2019

Genre: Mystery, Abenteuer, Action, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailershow

Release-Termin: Steelbook: 20.11.2020

 

Invasion Planet Earth – Sie kommen! [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

INVASION PLANET EARTH – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Arrival – Die Ankunft (1996)
 
Krieg der Welten (2005)
 
Independence Day (1996)
 
Krieg der Welten 2 – Die nächste Angriffswelle (2008)
 

Filmkritik: „The Terror Within“ (1989)

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THE TERROR WITHIN

(GOOD NIGHT HELL)

Story

 
 
 
Aus der Rubrik Corona und Co. Ein aus dem Ruder gelaufenes Biowaffen-Experiment putzt in damals naher Zukunft die Platte leer. Schlabberdibapp. Ein Grüppchen verzweifelter Überlebender – wie immer – brütet in der Mojave-Wüste in einer weitläufigen unterirdischen Bunkerlandschaft der Armee und erkundet gelegentlich das seuchenzerfressene Amerika nach anderen Übriggebliebenen. Oben herrschen säuische Tiermutanten, die von den Kellermenschen als „Gargoyles“ bezeichnet werden. Als die Belegschaft eine junge und verwundete Frau bei sich aufnimmt, macht sie einen gravierenden Fehler. Mademoiselle ist nämlich gerade von einer der Bestien vergewaltigt worden und trägt dessen viehische Saat im Leibe. Der Nachwu

 
 
 


 
 
 

THE TERROR WITHIN – Kritik

 
 
Geilste Idee vorneweg: Der wunde Punkt der zwei Meter großen Echsenmutanten mit genetisch eingebauter Anabolika-Leidenschaft liegt nicht bei ihrer Reaktion auf Atomwaffen, Motorsägen oder anderer Arten von Knüppel aus dem Sack. Nein, die Pestilenz aus dem Labor hat die Biester mit empfindlichen Hörorganen geschlagen, die mit Hundepfeifen an den Rand des Kollapses geführt werden können. Als Filmemacher auf eine solch brillante Art am Waffen-Budget zu sparen, muss man erst einmal kommen, Brüder und Schwestern.
 
 
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Erster deutscher Auftritt: Zu späteren VHS-Zeiten gab’s den spaßigen Stinker unter dem Titel GOOD NIGHT HELL in einer schicken Großbox. In Übersee erfährt er als eine der letzten nach typischer Facon hergestellten Produktionen aus der Verantwortung des mächtigen Roger Corman ein dementsprechendes Marketing. Die vorliegende digitale Auflage bedient sich endlich auch dieses werbewirksamen Prädikats. Tatsächlich erinnert der Aufbau von THE TERROR WITHIN an ganz frühe Filme des Königs der B-Movies. Eine minimal gehaltene Besetzung im Kampf gegen ein Billigheimer-Ungeheuer in Kulissen, die diese Bezeichnung eigentlich gar nicht verdient haben. Man gibt sich schon mit geeigneten Räumlichkeiten aus dem Bereich verlassener Industriegebäude zufrieden. Langt ja auch. In ernsthaftem Cineasten-Kontext würde man wohl von einer kammerspielartigen Atmosphäre schwadronieren. Zum Glück müssen wie an dieser Stelle keine Seriosität simulieren. Das Setting der Welt nach dem großen Knall oder der reinigenden Seuche (wobei die Bunkeranlage auch in jeder nicht postapokalyptischen Umgebung stehen könnte) ist ebenfalls ein Stilmittel, das El Gran Rogerio schon 1955 in seinem Frühwerk DIE LETZTEN SIEBEN zu nutzen weiß. California über alles, wie eine berüchtigte Musikkapelle schon Ende der Siebziger zu singen wusste. Dort wie hier sind die Schauspieler ein Potpourri aus Nobodys und verstrahlten Kultstars mit beschädigter interner Qualitätskontrolle.
 
 
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In THE TERROR WITHIN stehen 1989 der unverwüstliche, aus geschätzten achttausend Filmen bekannte Schrank George Kennedy und Widerling Andrew Stevens ihren Mann. Besonders Stevens scheint so ein Vergnügen an der Chose zu haben, dass er zwei Jahre später in der Fortsetzung mitspielt und obendrein auch noch Regie führt. Den wuchtigen Gargoyle mit vorbildlichem Fortpflanzungstrieb spielt ein Stuntman und Kampfsportler mit dem beneidenswerten Namen Jack van Landingham. Die Art der Action, also menschliche Monsternahrung, die durch enge Schächte gejagt wird, bevor schließlich gar blutig Sense ist, entlehnt Regisseur Thierry Notz natürlich Ridley Scotts ALIEN – DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER FREMDEN WELT (1979). Auch die Brutzeit im menschlichen Wirtskörper – die ist kurz, höchstgradig schmerzhaft und beim Wurf splatterig-tödlich – kennt der geschulte Filmfreund von den Brustzerplatzer-Crashgeburten der Xenomorph-Außerirdischen aus der Alptraumwerkstatt HR Gigers. Ja, wie dort auch haben die Monstrositäten in allererster Linie den Erhalt der Spezies auf dem Ticker und schändet jedes menschliche Wesen, das ihnen vor die pochende Schleimrute läuft. Pfui.
 
 
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THE TERROR WITHIN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
THE TERROR WITHIN ist knuspriges Trash-Unterhaltungskino aus geschulter Hand. Produzent Roger Corman mixt wild Ideen aus Nach-dem-Weltuntergangs-Film und den Tunnelhetzjagden und Chest-Burster-Exzessen aus dem 1979er Science-Fiction-Horror-Klassiker ALIEN. So einen Film 1989 zu servieren zeugt von der Furchtlosigkeit seiner Macher. Mit dem gütigen Auge des Retro-Fandoms betrachtet, gewinnt der Spaß gleich noch einen Old-School-Sympathiebonus. Jetzt schauen wir mal aus dem Kellerfenster, ob uns COVID-19 schon Gargoyles beschert hat.
 
 


 
 
 

THE TERROR WITHIN – Zensur

 
 
 
THE TERROR WITHIN erschien ungeschnitten mit FSK18-Einstufung auf VHS-Kassette, wurde aber danach schnell auf dem Index gesetzt. Dort verweilte er zwischen 1990 und 2015. Während dieser Zeit wurde der Monster-Trash mehrfach auf DVD in unterschiedlichen Schnittfassungen veröffentlicht. Dank M-Square Pictures kommt der Ex-Indexfilm nun endlich ungeschnitten und legal als Blu-ray in die deutschen Wohnzimmer. Die aktuell im Handel erhältliche Blu-ray im Mediabook ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE TERROR WITHIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) M-Square Classics (Mediabook – limitiert auf 1200 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Terror Within; USA 1989

Genre: Horror | Trash | Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: Film zusätzlich auf DVD, 16-seitiges Booklet mit tollen Fotos und Hintergrundinformationen, Erstmals auf DVD und Blu-ray als limitierte Mediabook-Edition, Weltpremiere in HD auf Blu-ray, Uncut Fassung, Digital Remastered (Neues HD Master), FSK Logo ablösbar, Open-Matted Original Deutsch VHS Version, Originaltrailer, Artwork Galerie

Release-Termin: Mediabook: 25.09.2020

 

The Terror Within [Mediabook mit Blu-ray + DVD] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE TERROR WITHIN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei M-Square Classics)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Terror Within II – Die Gene schlagen zurück (1991)
 
Das Nest (1988)
 
Mutant – Das Grauen im All (1982)
 
Anthony (1987)
 

Filmkritik: „Sie kamen von jenseits des Weltraums“ (1967)

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SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS

(THEY CAME FROM BEYOND SPACE)

Story

 
 
Ein rätselhafter Meteorschauer hagelt auf eine englische Ackerlandschaft hernieder. Rätselhaft? Tatsächlich, landen die außerirdischen Gesteinsbrocken doch in einer lupenreinen V-Anordnung in dem Feld nahe Cornwall. Dr. Temple, eigentlich eine große Nummer in der europäischen Alien-Forschung, nimmt nach einem Autounfall nicht an den Untersuchungen der Einschlagstelle teil, seine Freundin Lee, auch vom Fach, allerdings hat Dienst. Besser so, zumindest für Temple, da die Köpfe der an der Ortsbegehung teilnehmenden Wissenschaftler von Außerirdischen in Besitz genommen werden. Schlechter sind nur noch die Dorfbewohner der Umgebung dran. Sie werden von einer unbekannten Seuche befallen, bei der ihre Körper voller ausgetretener Blutstropfen sind, bevor schließlich unvermeidlich der Tod eintritt. Temple scheint jedoch immun gegen die Hirnübernahme und sogar die Weltraum-Seuche zu sein. Beides sind – man kann es sich denken – Maßnahmen, mit denen die Aliens hinter dem hinterlistigen Meteoriten-Angriff am End‘ den rückschrittlichen Planeten Erde übernehmen wollen.

 
 
 


 
 
 

SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS – Kritik

 
 
Aliens, Seuchen, menschliche Arbeitstiere für den Mond – potent, potent! Die zaghaft unternommenen Ausflüge der beiden großen britischen Horror-Studios ins Genre der Science-Fiction sind heute beinahe völlig vergessen. Zu erschlagend und stilprägend ist das Horror-Oeuvre von Hammer Films und – wie im Falle von SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS – Amicus Productions, zu klein der Gesamtoutput der berühmten Produktionsgesellschaften an Weltraum-Fantasy. Die Kulissen eines ebenfalls von Rosenberg und Subotsky produzierten Films aus der Welt von DR. WHO, der wohl berühmtesten englischen Science-Fiction-Figur, stehen noch und werden frechweg gleich nochmal verwendet. Ja, wir haben es mit einer kostengünstigen Arbeit zu tun.
 
 
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Als Star des Films sehen wir den Amerikaner Robert Hutton, einen seit 1943 maßgeblich in B-Produktionen und am Theater tätigen Leading Man klassischer Erscheinung, an den sich mittlerweile nur noch die richtig versierten Kinonerds erinnern. Freunde des absonderlichen Films könnten sich Hutton 1963 noch im amerikanischen Ultra-Billigheimer-Monster-Movie THE SLIME PEOPLE zu Gemüte führen. Dort führt er sogar Regie. Von den heimisch gezüchteten Genreprofi-Gesichtern vor der Kamera erleben wir hier nur Michael Gough als „Master Of The Moon“. Die Kollegen der schauspielerischen Gruselfilm-Prominenz, Christopher Lee, Peter Cushing und so weiter ist zum Zeitpunkt der Dreharbeiten andernorts am Set zu finden. Dafür ist durch die Regie von Freddie Francis höchster britischer Genrekino-Standard garantiert. Für das Drehbuch zeichnet niemand geringeres als Amicus-Miteigentümer Milton Subotsky verantwortlich – eine schöne Parallele zu Hammer-Films-Chef Michael Carreras, der ja gelegentlich auch mal als Autor und Regisseur in Erscheinung getreten ist.
 
 
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SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS ist Science-Fiction-Trash, wie man ihn typischerweise aus amerikanischer Herstellung kennt. Unzweideutig für ein Minibudget gedreht und durchgehend mit absurden Ideen gespickt. So muss das sein. Nehmen wir etwa die Immunität des Helden gegen die außerirdischen Krankheitserreger. Dr. Temple wird nur deswegen nicht von den tödlichen Alien-Blutpocken erwischt, weil ihm infolge seines Verkehrsunfalls eine Metallplatte in den Kopf eingesetzt wurde. Auch die Psy-Attacken auf den freien Willen der Forscher wehrt die Platte im Schädel ab. Man kennt ja die blöden Witze oder todernste Aussagen von Betroffenen, die angeblich Radiosignale über solche chirurgischen Ersatzteile empfangen können. Virenresistenz ist neu – geht aber schließlich um eine Krankheit von jenseits des Weltraums. Da geht das. Auch die Umleitung über den Mond ist so gaga, dass man anderthalb Augen zudrücken müsste, wenn man denn vorhätte den Film als bitterernste Zukunftsvision zu sehen. Aber das will ja hoffentlich niemand, oder?
 
 
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SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Science-Fiction, britisch und dann auch noch von den Amicus Productions, ist ein ebenso seltenes und seltsames Tier im Dschungel der B-Movie-Fauna. SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS verpasst amerikanischen Außerirdischen-Invasions-Filmen einen Anstrich englischer Bedächtigkeit. Aliens suchen auf der Erde nach Sklaven für ihre Werkstatt auf dem Mond. Damit ist eigentlich alles gesagt. Space-Age-Exotica eben. Das geht immer!
 
 


 
 
 

SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS – Zensur

 
 
 
Die aktuell in Deutschland erhältliche Fassung auf Blu-ray und DVD ist ungeschnitten und frei ab 12 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: They Came from Beyond Space; Großbritannien 1967

Genre: Horror, Abenteuer, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: 16-seitiges Booklet, Original Trailer, Artworkgalerie, DVD-Fassung des Films

Veröffentlichung: Mediabook: 11.09.2020

 
 

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SIE KAMEN VON JENSEITS DES WELTRAUMS – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei White Pearl Movies | Daredo)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Feinde aus dem Nichts (1957)
 
Blumen des Schreckens (1962)
 
Invisible Invaders (1959)
 

Filmkritik: „Das Grauen auf Schloss Witley“ (1965)

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DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY

(DIE, MONSTER, DIE!)

Story

 
 
 
Arkham, in England, anstatt, wie üblich Massachusetts. Das Herrenhaus (meinetwegen auch Schloß) der Familie Witley ist bei der Landbevölkerung nicht gerade wohlgelitten. Grausige, übernatürliche Dinge sollen hinter den Mauern vorgehen, der alte Nahum Witley (Boris Karloff, zeitypisch leider im Rollstuhl) mit widernatürlicher Wissenschaft experimentieren. Susan, Nahums Tochter, ist mit dem Amerikanier Stephen liiert. Als der auf Inselbesuch kommt, wird der Alte stinkig, will nicht, dass der Schwiegersohn in spe hier übernachtet. Am liebsten wäre ihm gar ein promptes Ende der Beziehung. Warum? In seinem Gewächshaus erforscht Nahum die Wirkung eines auf seinem Grund niedergegangenen Komenten auf die örtliche Pflanzenwelt. Der gleiche Himmelskörper, der für das Verdorren der gesamten Fauna im Umland verantwortlich ist.

 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY – Kritik

 
 
American International Pictures (AIP) nimmt gewohnheitsmäßig keine Gefangenen, wenn’s um’s Verballern äußerst sparsam angesetzter Budgets unter der Maßgabe maximaler Effektivität und Kassenklingelei geht. Da ist’s fast verzeihlich, wenn AIPs hart arbeitende Drehbuchteufel sich beim Adaptieren populärer Horrorliteratur dermaßen viele künstlerische Freiheiten gönnen, dass die Vorlagen zum Schluss gerne mal nur noch an den Namen der Figuren zu erkennen sind. So geschehen auch bei „Das Grauen auf Schloß Witley“. Die Geschichte könnte so auch dem Edgar-Allan-Poe-as-imagined-by-Roger-Corman-Filmzyklus entstammen. Spuk-Gemäuer, Horror-Altstar, langezogener Plot, herausragende Leistungen von Licht, Kamera und Soundtrack, die über das fehlende Produktionsgeld hinwegtäuschen – alles da. Verfilmt wird H.P. Lovecrafts berühmte Geschichte „Die Farbe aus dem All“, etstanden im Jahr 1927. Die Figurennamen sind zusammengebastelt aus denen von Charakteren dieser Story und der ein Jahr später verfassten Geschichte „Das Grauen von Dunwich“, wo die Protagonisten ja die Redneck-Voodoohexer der Familie Wateley (hier zu „Witley“ verknappt) sind.
 
 
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Boris Karloff als verrückter Wissenschaftler, der mit der Strahlung aus einem Kometen Mutationsexperimente an Pflanzen macht, ist auch so eine Sache, die deutlich mehr „AIP“ als HPL“ ruft. Will sagen, so eine eher bodenständige Mad-Scientist-Schote mit strahlenden Helden gegen den greisen Finsterling im Laborkittel entspricht nicht der Arbeitsweise des Schöpfers von außerirdischen Grauensgottheiten wie dem Großen Cthulhu, Shub-Niggurath und des ihnen gewidmeten Subgenres des „Cosmic-Horror“. Nein, das früher häufige, mit der Qualitätssteigerung der Möglichkeiten von Computereffekten inzwischen weniger oft fallende Attribut „unverfilmbar“ trifft auf die Welten H.P. Lovecrafts noch immer zu und lässt seine Fans weiter auf adäquate Adaptionen seiner Geschichten und ihrer Atmosphäre warten. Richard Stanley geht mit „Die Farbe aus dem All“ schonmal in die richtige Richtung, tappt aber in die Falle, Nicolas Cage einen Nicolas-Cage-Film machen zu lassen.
 
 
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„Das Grauen auf Schloß Witley“ sieht – wie erwähnt AIP-typisch – klasse aus. Das liegt auch an Regisseur Daniel Haller, der wirklich bei Dutzenden Filmen – inklusive des kompletten Horrorkataloges – seines „Heimatstudios“ gelernt hat, mit wenig Mitteln große und beeindruckende Optik zu zaubern. Unter anderem findet sich Hallers Set-Design bei 1963 in Roger Cormans „Die Folterkammer des Hexenjägers“, einer großen Vincent-Price-Show, deren Plot auch ein bunter Lovecraft-Eintopf ist aber als Poe-Verfilmung vermarktet wird. Großer Cthulhu, steh uns bei, ist das kompliziert! 1969 kehrt er zu Lovecraft zurück und arbeitet als Regisseur am psychedelischen „Voodoo Child„. Hinter diesem sicherlich von einem Jimi-Hendrix-Fan ausgesuchten Filmtitel steckt dann tatsächlich eine fantasievolle, wenn auch nicht sonderlich originalgetreue Adaption von „The Dunwich Horror“.
 
 
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DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Als frühe Verfilmung der Ideen H.P. Lovecrafts, gebührt „Das Grauen auf Schloss Witley“ ein besonderer Platz in den Annalen des Horror-Genres. Die Gang bei American International Pictures verwurstet gleich mehrere Stories des Meisters aus Providence für das Drehbuch. Das Endergebnis ist okay – wirklich vom Hocker reißt einen der Film leider nicht. Ein Schicksal das er sich mit einem Großteil der HPL-Filme teilt. Boris Karloff ein weiteres Mal als gebrechlichen Senior im Rollstuhl zu sehen, tut im Herzen weh.
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY – Zensur

 
 
 
„Das Grauen auf Schloss Witley“ lief 1968 in den westdeutschen Kinos und wurde dort in der ungeschnittenen Fassung mit einer Freigabe ab 16 Jahren gezeigt. Die folgenden VHS- und DVD-Veröffentlichungen waren ebenfalls ab 16 und ungeschnitten. Das hat sich auch bei der Blu-ray-Auswertung nicht geändert. Diese ist nach wie vor für Sechzehnjährige geeignet und uncut.
 
 
 


 
 
 

DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Wicked Vision Media (Mediabook – Cover A – limitiert auf 444 Stück)

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(c) Wicked Vision Media (Mediabook – Cover B – limitiert auf 444 Stück)

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(c) Wicked Vision Media (Mediabook – Cover C – limitiert auf 333 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Die, Monster, Die!; Großbritannien | USA 1965

Genre: Horror, Mystery, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: 44-seitiges Booklet mit einem Text von Dr. Rolf Giesen & dem Original Comic zum Film, Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen & Dr. Gerd Naumann, Deutsche Nostalgie-Fassung (4:3), Deutsche Titelsequenz, Umfangreiche Bildergalerie, Trailer, Film zusätzlich auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 14.09.2018

 

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DAS GRAUEN AUF SCHLOSS WITLEY – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Wicked Vision Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Curse (1987)
 
Saat des Bösen (2008)
 
Die Farbe (2010)
 
Die Farbe aus dem All (2019)