Filmkritik: „Jeepers Creepers: Reborn“ (2022)

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JEEPERS CREEPERS: REBORN

(JEEPERS CREEPERS 4)

Story

 
 
 
Der Creeper ist zurück und er hat mal wieder mächtig Hunger.
 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 4 – Kritik

 
 
 
Victor Salva hat ja nun wirklich keinen guten Ruf, wofür er selbst gesorgt hat. Man muss dem Mann aber lassen, dass er mit „Jeepers Creepers“ einen guten und fast schon ikonischen Horrorfilm gedreht hat, der die Filmwelt auch gut 20 Jahre später nicht wirklich loslässt. Nach einer schon etwas schlechteren, aber immerhin noch halbwegs amüsanten Fortsetzung, war es um die Figur des Creepers lange ruhig geworden, bis Salva seine eigene Reihe 2017 mit einem völlig überflüssigen, billigen, dritten Teil fast schon zerstörte. Der kommerzielle Erfolg blieb zwar aus, aber scheinbar glauben die Studios noch immer an ein paar schnelle Einnahmen mit dem Creeper. Anders ist es nicht zu erklären, dass es 2022 zu dem lieblosen Film „Jeepers Creepers: Reborn“ gekommen ist. Mit Salva hat das Ganze jetzt übrigens gar nichts mehr zu tun und das Ganze möchte einen Neustart wagen. Das wäre an sich ja auch nicht verkehrt gewesen, wenn das Ergebnis nicht so schrecklich belanglos ausgefallen wäre.
 
 
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Die Probleme fangen schon bei der austauschbaren Story an. Da geht es einfach um zwei junge Leute, die ein Horror-Festival besuchen. Die junge Frau erhält jedoch immer wieder seltsame Visionen, die mit dem Creeper zu tun haben. Der ist mal wieder reichlich munter und mordet sich durch die Gegend. Mehr lässt sich dazu eigentlich nicht schreiben. Kleinere Ideen wie die, dass der Creeper gewisse Unterstützung erhält und dass Visionen mit im Spiel sind, sind kaum der Rede wert und bereichern das Drehbuch nicht unbedingt. Ansonsten ist das nämlich dermaßen großer 08/15-Standard, dass man selbst zur Zeit, als der erste Teil entstand, nicht begeistert hätte sein können darüber. Der gesamte Verlauf der Handlung ist uninteressant und überraschungsarm. In dieses Drehbuch kann nicht viel Mühe und Zeit gesteckt worden sein; man könnte es eigentlich innerhalb von ein paar Stunden verfassen.
 
 
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Die Probleme setzen sich bei der Figurenzeichnung immens fort. Was sind das hier doch für uninteressante, unsympathische und belanglose Charaktere! Niemand erhält auch nur den Hauch eines Profils und ein Mitfiebern kann so überhaupt nicht entstehen. Die Darsteller haben da zwar von vornherein schlechte Karten, sind aber sowieso nicht besonders gut. Alle wirken ziemlich gelangweilt, was man ihnen nicht verübeln kann, was die Sache jedoch keinen Deut besser macht. Nicht mal im O-Ton hören sich die Dialoge interessant an. Dass man eine Dee Wallace für sich gewinnen konnte, macht da auch keinen großen Unterschied mehr. Ihre Rolle ist sowieso klein und gänzlich belanglos.
 
 
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Über die handwerkliche Arbeit noch positive Worte zu verlieren, fällt alles andere als leicht. Wie bereits am Anfang erwähnt, ist Salva nun überhaupt nicht mehr involviert, aber selbst wenn er sich im dritten Teil nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatte, so zeigt Regisseur Timo Vuorensola doch wie es noch deutlich schlechter geht. Selbst wenn sich der Mann mit den beiden „Iron Sky“ Filmen einen gewissen Namen machen konnte, so ist die Inszenierung in „Jeepers Creepers: Reborn“ grauenvoll öde. Lediglich das Filmfestival sorgt für ein paar kleine Schauwerte, ansonsten taugen die Kulissen wenig und sehen manchmal viel zu künstlich aus. Selbst wenn der Film ja gerne ein Reboot sein möchte und deshalb gerne neue Wege gehen darf, wirkt das ganze Treiben trotzdem nicht mehr nach einem Film dieser Reihe. Dafür mangelt es nämlich vor allen Dingen erheblich an Atmosphäre. Horror kommt hier fast gar keiner mehr auf, weil das Geschehen dafür einfach viel zu langweilig ist.
 
 
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Und das bringt uns dann auch zu dem Kritikpunkt, der wohl am schwersten wiegt. Der Unterhaltungswert ist vernichtend gering. Schon der Opener ist mit seinen zehn Minuten Laufzeit erschreckend beliebig und hätte theoretisch auch gleich wegbleiben dürfen. Danach geht es munter weiter mit Belanglosigkeiten und obwohl die Gefahr eigentlich von Anfang an präsent ist, zieht sich das Geschehen dermaßen in die Länge, dass einem die knapp 90 Minuten Laufzeit mindestens doppelt so lang vorkommen. Von Spannung ist keine Spur und die Action ist viel zu lahm. Da man keinerlei Draht zu den Charakteren aufbauen kann, ist es einem sowieso egal, was hier geschieht. Leider war „Jeepers Creepers: Reborn“ dann nicht mal so mutig und belohnt den Zuschauer mit einer krassen Portion Gewalt. Sicherlich ist das manchmal nicht harmlos, aber heute lockt man damit sicher niemanden mehr vor dem Ofen hervor. Die Effekte sind außerdem oftmals zu künstlich und sichtbar aus dem Computer stammend, nur die Maske des Creepers sieht erneut ganz gut aus. Seinen Reiz verliert die Figur hier allerdings komplett und der Score ist auch eher nervig, als schön anzuhören.
 
 
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JEEPERS CREEPERS 4 – Fazit

 
 
2 Punkte Final
 
 
Konnte man schon „Jeepers Creepers 3“ als Enttäuschung abtun, so geht „Jeepers Creepers: Reborn“ tatsächlich noch einen Schritt weiter hinunter, was die Qualität betrifft. Das hier ist eine typische, seelenlose Möchtegern-Fortsetzung, die lediglich mit einem bekannten Namen dafür sorgen soll, dass schnelles Geld gemacht wird. Mühe hat nämlich sicherlich niemand in dieses Werk gesteckt. Die ideenlose Story grenzt an einer Frechheit, die Charaktere sind hundsmiserabel geschrieben und die Darsteller können nicht in Erinnerung bleiben. Die Inszenierung wirkt gelangweilt und einfach nichts an dem Film macht den Eindruck, als hätte jemand Lust darauf gehabt. Eine Atmosphäre kommt erst gar nicht auf und die ehemals echt coole Figur des Creepers, wird hier zur belanglosen Randnotiz. Es gibt eine kleine Portion Gewalt und ein paar minimale Schauwerte, doch ansonsten herrscht hier überwiegend quälend langweiliger Leerlauf. Selbst wenn da in der zweiten Hälfte doch einiges los ist und die Geschichte noch mit tollen Wendungen dienen möchte, gibt es keinerlei Spannung. Man ist definitiv froh wenn dieser Murks vorbei ist. Und dass „Jeepers Creepers: Reborn“ der Auftakt einer neuen Trilogie sein soll, wirkt bei diesem Ergebnis schon eher als Drohung. Ganz schwach!
 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 4 – Zensur

 
 
 
„Jeepers Creepers: Reborn“ hat von der FSK eine Jugendfreigabe erhalten und ist ungeschnitten frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

JEEPERS CREEPERS 4 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jeepers Creepers – Es ist angerichtet (2001)
 
Jeepers Creepers 2 (2003)
 
Jeepers Creepers 3 (2017)
 

Filmkritik: „Und wieder ist Freitag der 13.“ (1982)

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UND WIEDER IST FREITAG DER 13.

(FREITAG DER 13. – TEIL 3 | FRIDAY THE 13TH PART 3: 3D)

Story

 
 
 
Im dritten Teil der Kultreihe erhält Jason endlich sein Markenzeichen, die Eishockey-Maske, denn mit der mordet es sich einfach besser, als mit einem Kartoffelsack auf dem Kopf.
 
 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Kritik

 
 
Während Jason im ersten Teil einer der kultigsten Slasher-Reihen überhaupt ja quasi noch gar nicht auftauchte, durfte er in „Jason kehrt zurück“ ein Jahr später bereits das Morden üben. Und da der Film in Amerika durchaus erfolgreich war, folgte nur ein weiteres Jahr später, nämlich 1982, die nächste Fortsetzung. Im Deutschen fast schon humorvoll-stagnierend mit „Und wieder ist Freitag der 13.“ betitelt, wiederholt man das stumpfe Szenario zwar eigentlich nur, aber in diesem Teil bekommt Jason endlich seine Eishockey-Maske. Dies ist jedoch nicht der einzige Grund, weshalb man es mit einem der besten Teile der Reihe zu tun bekommt, selbst wenn das längst nicht jeder Fan so sieht.
 
 
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Wenn man hier etwas kritisieren möchte, dann sollte es am ehesten die Handlung treffen, denn diese könnte einfallsloser kaum sein. Ein paar Freunde, Crystal Lake, Jason – Mehr Worte braucht man nicht, um die Geschichte zu erläutern und jeder weiß, wie das alles ablaufen wird. Auf Logik hat man nebenbei ebenfalls verzichtet. So soll sich das Treiben zwei Tage nach dem letzten Teil abspielen, was dann streng genommen gar nicht mehr Freitag der 13. sein könnte. Das ist jedoch alles egal, denn ein altmodischer Slasher-Fan wird keine echte Story brauchen. Immerhin hatte man hier zahlreiche blöde Ideen, die man eingebaut hat und die den Zuschauer erheitern können.
 
 
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„Und wieder ist Freitag der 13.“ hat hier tatsächlich zwei Faktoren zu bieten, die man selten beide von einem Film der Reihe geboten bekam. Auf der einen Seite ist der Film nämlich ganz schön bescheuert, ja teilweise arg trashig, besitzt Fehler und ein paar Charaktere, die man nun absolut nicht ernst nehmen kann. Das sorgt für Belustigung und macht den dritten Teil schon mal unterhaltsam. Auf der anderen Seite will Steve Miner, der wie schon beim Vorgänger Regie führte, aber auch gerne Atmosphäre aufbauen. Das sieht man am oftmals sehr langsamen Aufbau, den manche für langweilig halten mögen, der aber tatsächlich eine bedrohliche Stimmung entstehen lässt. Außerdem ist Jason hier noch kein Übermensch, durchaus verletzbar und das besitzt seine ganz eigene Note. Somit gelingt „Und wieder ist Freitag der 13.“ die Symbiose aus Trash und spannendem Slasher, was man in diesem Subgenre nun durchaus nicht oft finden kann.
 
 
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Gerade deshalb fällt es auch gar nicht so negativ auf, dass man eigentlich nur schon wieder die bekannten Zutaten vorgesetzt bekommt. Von Vorteil ist ebenfalls, dass Crystal Lake nun anders aussieht, als zuvor und eher an eine Farm erinnert. Hier spielt sich ein Großteil des Filmes ab und die Optik weiß durchaus zu gefallen. Ein weiterer, belustigender Aspekt ist, dass „Und wieder ist Freitag der 13.“ damals in 3D-Version in die Kinos kam, was in den 80er Jahren gerade in Amerika ja unheimlich beliebt war. Ständig werden Gegenstände in die Kamera gehalten und was damals im Kino vielleicht als Attraktion galt, verführt heute eher zu einem nostalgischen Grinsen. Das alles sorgt aber für eine unschlagbare Atmosphäre, die eben nahezu alle Facetten bedient. Der dritte Teil von „Freitag der 13.“ ist doof, unfreiwillig komisch, amüsant, aber auch spannend, bedrohlich und vor allen Dingen ganz schön blutig.
 
 
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Über Gewalt muss man bei dieser Reihe ganz ausführlich sprechen, denn kaum eine Reihe hatte so viele Probleme mit der Zensur. Schon bevor die Filme ins Kino kamen, wurden sie leider entschärft, um ein X-Rating zu vermeiden. In Deutschland landeten sie dann aber obligatorisch trotzdem schnell auf den Index und wurden zusätzlich gekürzt. Wenn man sich „Und wieder ist Freitag der 13.“ heutzutage anschaut und überlegt, dass er mittlerweile ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben wurde, kann man die ganzen Beschlagnahmungen von früher natürlich nur belächeln. Aber trotzdem ist der Gewaltgrad höher, als in den beiden Vorgängern und für einen Slasher aus damaliger Zeit, lässt man es hier ganz schön krachen. Die Effekte sind nicht perfekt, aber eben von Hand gemacht. Manche sehen sehr derb aus, andere animieren eher zum Schmunzeln.
 
 
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Wobei man schon etwas warten muss, bis es hier mal zur Sache geht. In der ersten Hälfte ist mit Jason wirklich noch nicht so viel los und es dreht sich eher um die bekloppten Teenies, um ihre Streiche, ums Kiffen, natürlich um den Beischlaf (wobei der Film leider zu wenig nackte Haut für einen Slasher bietet) und dann kommen auch noch bedrohliche Biker mit hinzu. Obwohl hier slasher-technisch nicht so viel geschieht, ist das alles überhaupt nicht langweilig und höchst amüsant ausgefallen. Außerdem lässt man es dann im langen Finale ordentlich krachen. Da steigt der Bodycount dann doch schnell an und der finale Überlebenskampf ist sogar ziemlich spannend geraten. Vorher ist das alles eher entspannende Unterhaltung, die aber eben dennoch die notwendige Portion Atmosphäre besitzt. Nur auf die Wiederholung des Finales aus dem zweiten Teil hätte man gerne verzichten können, aber da bereits der zweite Teil dieses Element nutzte, sei dem Werk dies verziehen.
 
 
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Was gehört sonst noch so zu einem Slasher? Natürlich dumme Charaktere, die nur als Kanonenfutter dienen. Davon gibt es hier genügend, aber erstaunlicherweise wirken diese gar nicht mal so unsympathisch. Zumindest größtenteils nicht. Und ganz ansprechend gespielt, werden die Figuren ebenfalls. Mit Dana Kimmell ist ein brauchbares Final-Girl anwesend und auch sonst versprühen die vielen, belanglosen Charaktere so ihren Charme. Jason wurde übrigens zum ersten und letzten Mal von Richard Brooker gespielt, was dieser ordentlich gemacht hat. Er gibt dem Killer mit seinen Körperbewegungen eine psychopathische Note, welche weit entfernt ist vom späteren Übermenschdasein. Und den typischen Jason-Sound gibt es natürlich auch genügend zu hören. Ein solch simpler Sound, an dem man sich kaum satthören kann. Insgesamt ist der Score brauchbar und begleitet das Treiben atmosphärisch.
 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ein Hauch von Handlung, hinzu eine ziemliche Kopie des zweiten Teils und dennoch ist „Und wieder ist Freitag der 13.“ ein toller Slasher geworden. Die Mischung aus Trash (der hinzu nicht selten auch noch unfreiwillig entsteht) und spannendem Slasher ist eine Seltenheit. Hier kann man sich entspannt zurücklehnen, sich amüsieren und bekommt dennoch eine gelegentlich ansprechende Atmosphäre mit gelungenem Spannungsaufbau geboten. Die Figuren sind überwiegend doof, aber markant und gar nicht so unsympathisch, die Darsteller spielen völlig passabel, die Kulissen sehen gut aus und die Inszenierung funktioniert. Hat man die ganzen amüsanten Momente hinter sich, bekommt man zudem eine gute Portion harten Splatter geboten. Nein, perfekt ist das nun wirklich nicht, aber so verdammt charmant und nur für den Fall, dass es jemand noch nicht mitbekommen hat: Jason bekommt hier halt seine ikonische Eishockey-Maske! Noch Fragen?
 
 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Zensur

 
 
 
„Und wieder ist Freitag der 13.“ erschien in Deutschland ungekürzt auf VHS. Im Jahr 1985 wurde Teil 3 indiziert und 1988 wurder der Slasher vom Amtsgericht Frankfurt beschlagnahmt. Ein Jahr später erfolgte die Einziehung und der 3. Teil der Freitag-Reihe landete für viele Jahre im Giftschrank. Erst im Juni 2016 gelang es dem Anbieter 84 Entertainment die Indizierung aufheben zu lassen. Man ließ „Und wieder ist Freitag der 13.“ von der FSK neu prüfen und erhielt für den Streifen in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren. Seither kann er ungeschnitten und legal im stationären Handel gekauft werden.
 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Pictures (Blu-ray im KeepCase – Erstauflage)

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(c) 84 Entertainment (Blu-ray im KeepCase – Zweitauflage)

(c) Paramount Pictures (Freitag der 13. Blu-ray-Collection mit den Teilemn 1-8)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Friday the 13th Part 3: 3D; USA 1982

Genre: Thriller, Horror, Splatter

Ton: Deutsch DD 2.0 (Mono), Englisch Dolby TrueHD 5.1, Französisch DD 2.0 (Mono), Italienisch DD 2.0 (Mono), Spanisch DD 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Spanisch, Portugiesisch, Schwedisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Frische Schnitte: 3D Terror, Slasher Filme: Immer die Halsschlagader, Die Geschichte der Maske, Vergessene Geschichten aus dem Camp Blood – Teil 2, Vergessene Geschichten aus dem Camp Blood – Teil 3, Original Kinotrailer

Release-Termin: KeepCase Erstauflage: 12.02.2011 | KeepCase Zweitauflage: 10.02.2021 | 8-Movie-Collection: 13.05.2022

 

Und wieder ist Freitag der 13. [Blu-ray im KeepCase – Erstauflage] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Und wieder ist Freitag der 13. [Blu-ray im KeepCase – Zweitauflage] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Und wieder ist Freitag der 13. [Freitag der 13. Blu-ray-Collection mit den Teilemn 1-8] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

UND WIEDER IST FREITAG DER 13. – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Freitag der 13. (1980)
 
Freitag der 13. – Jason kehrt zurück (1981)
 
Das Camp des Grauens 2 (1988)
 
Das Camp des Grauens 3 (1989)
 

Filmkritik: „Jason X“ (2001)

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JASON X

(FREITAG DER 13. – TEIL 10 | FRIDAY THE 13TH – PART 10)

Story

 
 
 
Im zehnten Teil der legendären „Freitag der 13.“ Reihe führt es Jason ins Weltall. Und was macht er da? Natürlich wieder metzeln bis zum geht nicht mehr.
 
 
 


 
 
 

JASON X – Kritik

 
 
Schon der fünfte Teil der „Freitag der 13.“ Reihe bemühte sich um Veränderungen. Hier war es gar nicht Jason selbst, der sich durch die Gegend mordete. Das kam selbstverständlich schlecht an. Danach bekam er es noch mit telekinetischen Fähigkeiten zu tun, durfte auf einem Schiff morden, kam in die Großstadt und wurde letztendlich sogar von seltsamen Würmern befallen. „Jason Goes to Hell“ wirkte schon eher wie ein Fantasy-Film und die Einnahmen wurden immer geringer. Deshalb wurde es auch acht lange Jahre still um den Killer mit der Eishockey-Maske. Und was macht man, wenn einem nichts mehr einfällt? Genau, man schickt Jason einfach ins Weltall. Hat man bei „Critters 4“ (wobei es da wenigstens noch etwas Sinn ergab) und „Leprechaun 4“ ja immerhin auch schon gemacht. Damit ist Jason allerdings der einzige der ikonischen Slasher-Figuren der bisher das Weltall besuchen durfte und so doof die Idee auf dem Papier auch klingt; die Umsetzung ist überraschend gut gelungen.
 
 
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Dabei hatte der letzte Teil Jason ja eigentlich in die Hölle geschickt und ein Crossover mit Freddy Krueger wurde angedeutet. Dieses kam jedoch erst zwei Jahre später zustande und um vorherige Geschehnisse kümmert sich „Jason X“ nicht. Da unser Jason einfach nicht totzukriegen ist, wird er nun als biologische Waffe angesehen. Doch alles geht mal wieder schief, Jason gerät in eine Kryo-Kammer und erwacht erst 455 Jahre später. Die Erde ist mittlerweile unbewohnbar, also muss sich der gute, alte Killer eben im Weltall durch die Gegend meucheln. Die Umgewöhnung fällt ihm jedoch nicht besonders schwer und schon ist wieder alles beim Alten.
Es mag wirklich affig und Banane klingen, diese Reihe jetzt mit Science-Fiction zu kombinieren, aber die Story schlägt sich erstaunlich solide. Zumindest wurde es einigermaßen gut konstruiert, weshalb Jason sich jetzt im Weltall befindet und der Rest besteht dann sowieso aus den altbekannten Zutaten. Dadurch, dass sich das Treiben allerdings weit in der Zukunft abspielt, konnte man noch ein paar kreative Ideen mit einbauen und das hat man schon genutzt. Obwohl sich an der Prämisse „Jason metzelt alles nieder“ überhaupt nichts geändert hat, wirkt „Jason X“ frisch.
 
 
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Dabei ist es nun wirklich keine Selbstverständlichkeit, dass eine Reihe, die ihre Ursprünge in den 80er Jahren hat, den Sprung ins neue Jahrtausend so solide bewältigt. Aber Regisseur Jim Isaac hat seine Hausaufgaben gemacht, bedient beliebte Markenzeichen, kann durch das etwas andere Szenario aber auch genügend eigenständige Dinge unterbringen. Was da im weiteren Verlauf so geschieht, hätte man damals von einem „Freitag der 13.“ Film sicherlich kaum erwartet. Das gibt sogar Raum für ein paar witzige Szenen und der Endkampf ist einfach mal obercool. Außerdem gibt es noch eine schöne Hommage an das Original. Man muss sich selbstverständlich auf diesen Quatsch einlassen können, doch wenn dem so ist, bietet „Jason X“ amüsante, völlig übertriebene Unterhaltung, die nicht mehr so viel mit einem üblichen Slasher zu tun hat, von der Atmosphäre aber genau die Zutaten bietet, die man erwartet.
 
 
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Die Einleitung ist innerhalb von wenigen Minuten abgehakt und bis Jason wieder zur Bedrohung wird, vergeht gar nicht mal so viel Zeit. „Jason X“ lebt von einem hohen Tempo und besitzt überraschend viel Action. Spannend ist das Ganze zwar eigentlich nie, doch dafür ist die Stimmung auch viel zu locker. Interessant war damals sicherlich auch, wie sich der Sprung ins neue Jahrtausend denn auf den Gewaltgrad auswirken würde. Und auch hier macht der zehnte Teil der Reihe alle Ehre. Zwar wird nicht alles explizit gezeigt, doch es splattert schon ordentlich. Die Effekte stammen mittlerweile oftmals aus dem Computer, was bei dem Thema Zukunft jedoch irgendwo als logisch erscheint. Für einen Film mit doch eher geringen Budget können sich aber sogar die Außenaufnahmen des Weltalls einigermaßen sehen lassen. Und wenn es blutig wird, stammt zum Glück noch viel von Hand, so dass jeder Gorehound auf seine Kosten kommen dürfte.
 
 
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Am wichtigsten ist jedoch die Frage, wie sich Jason im Weltall so schlägt und da macht er eine gewohnt gute Figur. Seine Optik ist mal wieder gelungen und der Über-Jason sieht auch ganz schön cool aus. Kane Hodder übernahm hier leider zum letzten Mal die Rolle von Jason, was bedauerlich ist, da er ihn doch am besten darstellte. Von den restlichen Darstellern sollte man genretypisch nicht zu viel erwarten, aber schlecht agiert hier fast niemand. So ist Lexa Doig als neues Final Girl ziemlich sympathisch und Lisa Ryder weiß ebenfalls zu gefallen. Dazwischen befinden sich viele Schauspieler, die Nebenrollen bekleiden und am ehesten als Kanonenfutter dienen, so wie sich das gehört. Man bekommt hier keine besonderen Leistungen geboten, aber brauchbare und die Charaktere sind auf jeden Fall markant genug. Dass manche recht unsympathisch erscheinen, ist volle Absicht und auch dies erfüllt seinen Zweck. Außerdem schaut David Cronenberg kurz vorbei, was ganz witzig ist. Der Score ist leider weniger der Rede wert und vom typischen Jason-Sound hat man etwas zu selten Gebrauch gemacht.
 
 


 
 
 

JASON X – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Jason X“ ist unrealistisch, unlogisch, völlig übertrieben und die Idee mit dem Weltall mag manchen zu doof sein, aber für einen zehnten Teil schlägt er sich überraschend gut und bietet genügend Abwechslung innerhalb der Reihe. Lässt man sich auf das Szenario ein, bekommt man kreative und auch witzige Ideen serviert, die erstaunlich gut funktionieren. Außerdem gibt es reichlich Action und es ist immer etwas los. Jason darf auch im All blutig genug und sogar noch abwechslungsreicher morden. Das ist brauchbar inszeniert, besitzt eine spaßige Atmosphäre, die Darsteller spielen solide und die Figurenzeichnung ist niemals zu nervig. Von daher hat man eigentlich alles richtig gemacht und es ist schon ein bisschen schade, dass dies mit sehr niedrigen Einspielergebnissen bestraft wurde. Denn auch wenn Jason zwei Jahre später noch mal auf Freddy Krueger traf und „Freitag der 13.“ 2009 ein schlechtes Remake erhielt, blieb „Jason X“ doch der letzte echte Solo-Film. Dafür wurde die Reihe hier aber würdevoll beendet und das Ergebnis ist auch heute noch wunderbar spaßig!
 
 
 


 
 
 

JASON X – Zensur

 
 
 
„Jason X“ kam mit „SPIO/JK: strafrechtlich unbedenklich“-Siegel nach Deutschland, wurde im Jahr 2004 indiziert und lief entsprechend gekürzt im Pay-TV. Nachdem im Laufe der letzten Jahre alle vorherigen Teile vom Index gestrichen wurden und ungeschnitten mit FSK-Freigabe in den Handel kamen, wurde auch „Jason X“ nach 16 Jahren vom Index genommen. Mittlerweile wurde der Slasher ebenso von der FSK geprüft und ist ungeschnitten frei ab 18 Jahren im regulären Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

JASON X – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Warner Home Video (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Jason X; USA 2001

Genre: Thriller, Horror, Komödie, Splatter, Science Fiction

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte; Spanisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Audiokommentar mit Jim Isaac, Todd Farmer und Noel Cunningham, Die vielen Leben des Jason Voorhees (29:56 Min.)
By Any Means Necessary: The Making of Jason X (17:33 Min.), USA-Kinotrailer (2:01 Min.), Bonusfilm „Jason goes to Hell (Ratedfassung)“

Release-Termin: KeepCase: 10.06.2021

 

Jason X [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

JASON X – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Warner Home Video)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jason Goes to Hell – Die Endabrechnung (1993)
 
Space Platoon (1996)
 
Critters 4 – Das große Fressen geht weiter (1992)
 

Filmkritik: „Scream“ (2022)

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SCREAM

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Story

 
 
 
25 Jahre nach den ersten Morden in Woodsboro kehrt Ghostface abermals zurück, um die Regeln des Slashers auf Herz und Nieren zu prüfen.

 
 
 


 
 
 

SCREAM – Kritik

 
 
Manche Reihen sind einfach nicht totzukriegen und die Nostalgie-Welle scheint auch nicht mehr abzuebben. Viele große Filmreihen ziehen ihr eigenes Ding durch, locken den Zuschauer von damals aber mit dem originalen Cast. Das kann durchaus gut ausgehen, wie zuletzt „Ghostbusters: Legacy“ bewies. Es kann aber auch redundant werden, wie es der neue „Scream“ beweist. Dass dabei auf eine Fünf im Titel verzichtet wurde, macht schon mal deutlich, dass man sich hier nicht nur als verspätete Fortsetzung, sondern auch als Remake/Hommage versteht. Dabei war die Reihe bisher wirklich gut. Wes Craven schuf mit dem ersten Teil 1996 einen Kultfilm, der clever mit Genre-Regeln spielte und eine Meta-Ebene besaß, die man so zuvor in einem Slasher noch nicht gesehen hatte. Mit dem zweiten Teil wurde das sehr gut und mit dem dritten Teil immerhin noch solide fortgesetzt, bis es still wurde um „Scream“. 2011 kehrte Craven mit einem moderneren, vierten Teil jedoch noch mal zurück. Es war sein letzter Film und Craven verstarb 2015 leider. Die Modernisierung war allerdings geglückt, nur floppte das Werk an den Kinokassen und eine neue Trilogie schien sich somit erledigt zu haben. Da momentan so gut wie alles, was jemals auch nur halbwegs erfolgreich war, eine Fortsetzung, ein Remake, ein Reboot, eine Hommage oder auch ein „Requel“ erhält, muss selbstverständlich auch „Scream“ 2022 noch mal ordentlich die Nostalgie-Keule schwingen. Und die ersten Kritiken klangen enorm vielversprechend. Allgemein kommt der fünfte Teil bisher überraschend gut an. Überraschend ist das deshalb, weil er eigentlich überhaupt nichts Neues zu bieten hat und teilweise fast schon nervig geraten ist.
 
 
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Über die Story braucht man kaum Worte zu verlieren. Alles beginnt mit der berühmten Telefon-Szene am Anfang. Dieses Mal soll Tara das Opfer sein, aber sie überlebt den Angriff von Ghostface schwer verletzt und befindet sich danach im Krankenhaus. Ihre ältere Schwester kommt zurück nach Woodsboro, obwohl sie den Ort eigentlich nie wieder sehen wollte. Gemeinsam gilt es nun, herauszufinden, wer der Täter sein könnte. Man kommt sich wirklich mehr wie in einem Remake, als in einer Fortsetzung vor, weil die Story der aus dem ersten Teil (an dem sich „Scream 2022“ auch am meisten orientiert) doch sehr ähnlich ist. Teilweise kann man schon von einer Kopie sprechen. Kreativ ist das nicht und man bemerkt deutlich, dass Kevin Williamson und Ehren Kruger als Drehbuchautoren fehlen. Dabei versucht der Film enorm clever zu sein. Er legt es so sehr darauf an, dass er damit scheitert. Die ganzen Gags auf Meta-Ebene gehören sicherlich zu „Scream“ dazu, aber dieses Szenario wurde nun bereits vier Male zuvor bedient und dem neuen Werk fällt da einfach nichts Neues ein. Außerdem heuchelt sich „Scream“ anno 2022 selbst etwas vor. Er macht nämlich genau das, was er eigentlich die ganze Zeit kritisiert: Eine lustlose, uninspirierte Hommage bieten, die kein neues Material besitzt.
 
 
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Das Drehbuch könnte man theoretisch seitenlang verreißen, denn die guten Elemente kann man an einer Hand abzählen. Dabei ist die Herangehensweise, sich selbst nicht ernst zu nehmen, garantiert nicht verkehrt, aber etwas ernster hätte sich der neue Film dann doch nehmen dürfen. Am Ende weiß man nämlich gar nicht mehr so recht, ob man sich noch „Scream“ anschaut oder doch schon beim nächsten „Scary Movie“ angelangt ist. Das Motiv der Taten ist nämlich arg weit hergeholt. Sicherlich steckt hier etwas Satire versteckt, aber diese wird leider überhaupt nicht bissig, sondern eher unsinnig dargeboten. Das große Rätselraten bleibt ebenfalls aus. Man kann vielleicht vorher schon erahnen, wer hinter den Taten steckt, aber die Auflösung wird allgemein ziemlich schlecht vorbereitet und da die neuen Täter kaum ein Profil erhalten, ist es auch nicht sonderlich interessant, warum sie überhaupt morden.
 
 
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„Scream“ setzt 2022 das große Problem der Figurenzeichnung in modernen Film fort. Erst vor kurzem scheiterte die Neuauflage von „Texas Chainsaw Massacre“ daran und nun diese Fortsetzung. Die Charaktere bilden sich einfach aus irgendwelchen jungen 08/15-Leuten, denen es an Persönlichkeit fehlt. Man wird sich an diese Figuren nicht lange erinnern können. Im Gegenzug dazu kann man den originalen Film selbst seit der Entstehung nicht mehr gesehen haben und erinnert sich trotzdem noch an die markanten Charaktere von damals. Es fehlt allerdings auch an einprägsamen Leistungen bei den Darstellern. Jenna Ortega spielt als einzige der vielen neuen Personen einigermaßen gut und hinterlässt einen kleinen, aber bleibenden Eindruck. Die restlichen neuen Darsteller sind zwar okay, aber völlig nichtssagend. Also müssen es mal wieder die bekannten Charaktere richten, wobei selbst diese Rechnung nicht aufgeht. Neve Campbell und Courteney Cox hätte man sich nämlich sparen können. Sie schauen sowieso nur ein paar Male kurz vorbei und ihre Rollen wirken hier doch reichlich erzwungen. Nur mit David Arquette hat man alles richtig gemacht. Seine Rolle ergibt durchaus einen Sinn und Arquette spielt das sehr sympathisch. Die Szenen mit ihm gehören zu den besten, die „Scream“ zu bieten hat.
 
 
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Leider sind das nicht sonderlich viele, obwohl nicht alles an diesem Werk schlecht ist. Ist der lustlose Start erst mal überwunden, gibt es hin und wieder ein paar Szenen, die ganz geschickt mit den Konventionen spielen. Diese Herangehensweise ist zwar ebenso wenig neu, wie sich quer durch das Horrorgenre zu zitieren, macht aber in manchen Momenten noch etwas Laune. Ansonsten mangelt es dem Film eindeutig an Atmosphäre. Ghostface wirkt nicht mehr wie ein bedrohlicher Killer, sondern taucht einfach immer mal wieder kurz auf und verschwindet dann wieder. Seine Präsenz war in keinem Film der Reihe jemals so bedeutungslos. Horror kommt also schon mal kaum auf. Die Komödien-Aspekte machen das allerdings nicht gerade wieder gut. Dass sich „Scream“ 2022 nicht ernst nimmt, wurde ja bereits erwähnt, dass er gerne eine Persiflage wäre, kann man wohl deutlich herauslesen und dass er meint, besonders clever zu sein, ist der größte Irrglaube. Die Gags zünden einfach nicht und es gibt nur wenige Pointen, die mal etwas besser sitzen.
 
 
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Dass das Gesamtpaket nicht gerade unterhaltsam ausfallen kann, sollte einem bei all der negativen Kritik nicht wirklich wundern. Was muss also her? Genau! Man kompensiert alle Schwächen einfach mit viel Gewalt. So brutal, wie hier, ging es in dieser Reihe jedenfalls noch nicht zur Sache und ein paar Szenen sind schon reichlich brachial. Dass die Effekte überwiegend von Hand stammen, ist eine schöne Sache. Nur bringt das dem Werk im Endeffekt eben auch nicht gerade viel, weil dem Regie-Duo Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett einfach zu wenig einfällt, um ihrem neuen „Scream“ eine eigene Handschrift zu verpassen. Zu sehr suhlt man sich im Erfolg des Originals, aber Craven hatte inszenatorisch eben deutlich mehr auf dem Kasten. Das soll nicht heißen, dass der Film handwerklich schlecht gemacht wurde. Er sieht optisch passabel aus und die Inszenierung ist sauber. Das ändert jedoch nichts daran, dass die knapp zwei Stunden Laufzeit keinerlei Spannung aufkommen lassen und jede menge Füllmaterial besitzen. Das mehr als übertriebene Ende ist immerhin noch halbwegs amüsant, aber der langweilige Score klingt wirklich sehr ideenarm.
 
 


 
 
 

SCREAM – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Gäbe es „Scream 1“ bis „Scream 4“ noch nicht, dann wäre „Scream“ von 2022 ein guter, selbstironischer Slasher. Als fünfter Teil ist er jedoch überflüssig. Weder ist die Hommage besonders gut gelungen (weil Hommage nicht einfach nur kopieren heißt), noch macht das als Fortsetzung großartig Sinn. Das Drehbuch ist eine echte Schwäche, selbst wenn manche das bescheuerte Ende sicherlich abfeiern werden. Negativ sind auch die meisten, nichtssagenden Darsteller, die eine völlig belanglose Figurenzeichnung erhalten haben. Das Spiel mit der Meta-Ebene ist ausgelutscht, frische Ideen gibt es keine. Außerdem besitzt der Film einfach keine eigene Handschrift. Ein paar Szenen sind gut, der Gewaltpegel ist ziemlich hoch, die Effekte sehen ordentlich aus und David Arquette lässt immerhin kurz Freude aufkommen. Ansonsten stellt „Scream“ anno 2022 eine ziemliche Nullnummer dar, die man sich echt hätte sparen können. Das hat die Reihe wirklich nicht verdient!
 
 


 
 
 

SCREAM – Zensur

 
 
 
„Scream 5“ ist in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren zu haben. Die Altersfreigabe mutet etwas niedrig an, bedenkt man, wie zeigefreudig der neue Film der Reihe in Sachen Gewalt doch ist.
 
 
 


 
 
 

SCREAM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scream; USA 2022

Genre: Horror, Komödie, Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DTS-HD MA 7.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Japanisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Chinesisch (traditionell), Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Niederländisch, Portugiesisch, Spanisch, Thailändisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 114 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Audiokommentar, Entfallene Szenen (ca. 3 Min.), Trailer von Scream – Schrei! (1996), Featurettes: Neues Blut (ca. 7 Min.), Blutlinien ca. 8 Min.), Im Schatten des Meisters (ca. 7 Min.)

Release-Termin: KeepCase: 28.04.2022

 
 

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SCREAM – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scream – Schrei! (1996)
 
Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast (1997)
 
Düstere Legenden (1998)
 

Filmkritik: „Der Wolf – Theater des Todes“ (2021)

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DER WOLF – THEATER DES TODES

(DER WOLF UND DIE 7 GEISSLEIN – THEATER DES TODES)

Story

 
 
 
In „Der Wolf – Theater des Todes“ macht ein als Wolf maskierter Killer ein paar freiwilligen Helfern im Theater das Leben zur Hölle. Er sieht sie nämlich als die sieben Geißlein an und das bedeutet, dass sie sterben müssen.

 
 
 


 
 
 

DER WOLF – Kritik

 
 
Wenn der nächste Horrorfilm aus Deutschland das Licht der Welt erblickt, werden sicherlich nur wenige Genrefans begeistert jubeln. Wenn es sich dann zusätzlich auch noch um einen Slasher handelt, sinkt die Erwartungshaltung zwangsläufig Richtung Keller. Wirft man jedoch einen Blick auf den Regisseur, darf man beruhigt sein. David Brückner hat nämlich 2020 mit „Rapunzels Fluch“ einen immerhin soliden Vertreter realisiert. Dass der Mann sein Fach echt gut beherrscht, kann er mit „Der Wolf – Theater des Todes“ beweisen, denn gerade optisch ist das schon sehr hochwertig geraten. Da auch der Rest ordentlich funktioniert, kann man hier schon fast von einem Highlight des deutschen Horrors sprechen.
 
 
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Im Alptheater soll am nächsten Tag die Premiere von „Der Wolf und die sieben Geißlein“ stattfinden. Deshalb muss am vorherigen Abend noch viel erledigt werden. Ein paar Service-Kräfte helfen mehr oder weniger freiwillig aus. Darunter befindet sich auch Emma, für die dies der letzte Tag im Alptheater darstellen soll, weil sie sich auf ihre Schauspielkarriere konzentrieren möchte. Doch als plötzlich ein als Wolf maskierter Killer das Theater unsicher macht, sind die Arbeiten schnell vergessen. Eingeschlossen und ohne Kontakt zur Außenwelt müssen sich die Protagonisten dem irren Killer stellen. Schon in „Rapunzels Fluch“ bediente sich David Brückner an einem Märchen von den Gebrüdern Grimm, doch wirklich etwas mit der Vorlage hatte die Geschichte dort nicht zu tun. Bei „Der Wolf – Theater des Todes“ sieht das schon etwas anders aus, denn hier wird das Märchen ab und zu zitiert und auch ganz stimmig in die gesamte Story mit eingebaut. Lediglich die Tatsache, dass dort eigentlich nur sechs Mitarbeiter als Opfer dienen, aber immer vom siebten Geißlein gesprochen wird, wirkt undurchdacht. Trotzdem ist das Drehbuch ganz gut gelungen. Die finale Wendung lässt sich zwar als geübter Zuschauer durchaus vorhersehen, jedoch ist das Motiv astrein und gänzlich plausibel. Hier hat man sich schon Mühe gegeben und sich Gedanken gemacht.
 
 
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Außerdem ist David Brückner, für den „Der Wolf – Theater des Todes“ sein fünfter Langfilm darstellt, ein echt guter Regisseur. Dass der Film nur 25.000 € Budget hatte, sieht man überhaupt nicht, denn alleine die Optik kommt an Kino-Qualitäten heran. Das Spiel mit farbigen Lichtern ist sicher nichts Neues, funktioniert aber immer wieder ordentlich, wenn es gekonnt gestaltet ist. So sehen die Szenen in rot einfach wunderbar aus. Die Inszenierung macht nahezu alles richtig, die Kamera begleitet das Ganze dynamisch genug und so gibt es aus handwerklicher Sicht einfach nichts zu meckern. Die Atmosphäre ist dabei genau so geraten, wie man das von einem Slasher erwartet und „Der Wolf – Theater des Todes“ folgt auch allen Regeln von diesem Subgenre. So gibt es das Final-Girl und Handyempfang hat man natürlich nicht. Dafür findet man hier aber sogar einen durchaus plausiblen Grund. Wenn der Killer zuschlägt, entsteht schon eine Bedrohung, aber trotzdem mangelt es der Stimmung etwas an Horror. Das war schon bei „Rapunzels Fluch“ der Fall.
 
 
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In erster Linie liegt das daran, dass sich der Horror in der ersten Hälfte einfach zu selten blicken lässt. Die Szenen, in denen sich das Personal neckt, sind zwar überhaupt nicht langweilig, aber irgendwann reicht es damit eben auch. Außerdem wurden ein paar Szenen etwas zu sehr in die Länge gezogen. Der größte Unterhaltungswert bleibt somit aus, aber so tragisch ist das im Endeffekt nicht, weil „Der Wolf – Theater des Todes“ trotzdem kurzweilig genug ist. Mit seinen 84 Minuten besitzt das eine passende Laufzeit und selbst wenn Spannung sich eher selten blicken lässt, wird dem Auge und dem Ohr genug geboten. Dem Auge in Form von Splatter. Der Bodycount ist zwar gering und viele Splatter-Szenen gibt es nicht, die vorhandenen haben es aber durchaus in sich. Die handgemachten Effekte sehen großartig aus! Dem Ohr in Form vom Score. Hier dominieren reichlich Synthie-Klänge, die der immer noch beliebten Retro-Welle perfekt stehen und sich echt gut anhören.
 
 
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Bleiben noch die Darsteller, von denen man sicher nicht zu viel erwarten sollte, die ihre Sache aber dennoch erfreulich passabel machen. Kiana Klysch ist als Hauptfigur unscheinbar, aber passend und solide. Während Sabine Heinen ihre Sache doch etwas zu künstlich macht, überzeugen Robin Czerny, Wolfgang Riehm und Robin Leo Hoffmann bis auf wenige Ausnahmen komplett. Minicuta ist ebenfalls nicht schlecht, Davis Schulz kennt man schon aus „Rapunzels Fluch“ und David Brückner ist in einer kleinen Rolle ebenfalls wieder zu sehen. Gerade im deutschen Indie-Bereich haben die Dialoge oftmals das Problem, dass sie sehr künstlich und hölzern klingen, eben wie in einem Schultheater-Stück. Das ist bei „Der Wolf – Theater des Todes“ in ganz wenigen Fällen auch mal der Fall, doch größtenteils kann man sich die Dialoge wirklich gut anhören. Da ist auch eine Prise Wortwitz mit im Spiel. Wenn sich da unterhalten wird, ob ein Dämon oder ein Werwolf mächtiger ist, wird es schon relativ amüsant. Erfreulich ist auch die Figurenzeichnung, denn selbst wenn sie flach bleibt, wirkt es niemals so, als würden die Charaktere lediglich als Kanonenfutter dienen.
 
 


 
 
 

DER WOLF – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Der Wolf – Theater des Todes“ ist nicht perfekt, das muss er aber auch gar nicht sein. Für einen Slasher ist er schon mal ganz ordentlich geraten, für einen deutschen Slasher ist er fast meisterhaft. Das Drehbuch besitzt kleine Fehler, wirkt im Endeffekt aber durchaus durchdacht und stimmig. Die Regeln des Slashers werden gut befolgt und dennoch wirkt der Film nicht wie schon etliche Male gesehen. Gerade die handwerklich Arbeit weiß sehr zu gefallen und die Effekte sehen ebenfalls genial aus. Es hätte insgesamt etwas mehr Horror geben dürfen und Spannung will leider selten richtig aufkommen, so dass manch eine Filmminute etwas belanglos wirkt. Die gelungene Atmosphäre, solide Darstellerleistungen und ein wirklich guter Score entschädigen dafür allerdings. Es wird spannend zu sehen sein, was Herr Brückner in Zukunft noch so bringt, denn „Der Wolf – Theater des Todes“ ist ihm wirklich gut gelungen. Für Slasher-Fans gibt es eine uneingeschränkte Empfehlung!
 
 


 
 
 

DER WOLF – Zensur

 
 
 
„Der Wolf – Theater des Todes“ ist ein deutscher Slasher und wurde in Sachsen gedreht. Der Streifen wurden in Deutschland ungeschnitten und frei ab 16 Jahren veröffentlicht. Wegen von der FSK höher eingestuftem Bonusmaterial, ist auf der Heimkinoscheibe aber ein roter FSK-Flatschen zu sehen.
 
 
 


 
 
 

DER WOLF – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Daredo | White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Der Wolf; Deutschland 2021

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | wegen Bonusmaterial ist BD aber ab 18

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 25.02.2022

 

Der Wolf – Theater des Todes [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DER WOLF – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Daredo | White Pearl Moviess)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Aquarius – Theater des Todes (1987)
 
Cut (2000)
 
Halloween – Die Nacht des Grauens (1978)
 
Freitag der 13. (1980)
 

Filmkritik: „Night Slash – Schrei lauter!“ (2020)

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NIGHT SLASH – SCHREI LAUTER!

(THE LAST LAUGH)

Story

 
 
 
Hinter den Kulissen einer Comedy-Show ersticht ein maskierter Killer die Menschen um Myles Parcs herum, einen erfolglosen Stand-Up-Comedian mit großen Hoffnungen und einer düsteren Vergangenheit.

 
 
 


 
 
 

NIGHT SLASH – Kritik

 
 
Der US-amerikanische Indieslasher „The Last Laugh“ wird in Deutschland unter dem noch generischeren Titel „Night Slash – Schrei Lauter!“ vermarktet und zudem mit der mutigen Pressestimme „Suspiria trifft auf Scream“ versehen. Erwartungen die der 78 Minuten kurze, mittlerweile vierte Genre- Langfilm von Jeremy Berg jedoch weder erfüllen kann, noch möchte – und wenn doch, wurde das Ansinnen zumindest ordentlich an die Wand gefahren.
 
 
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Denn so schmucklos wie die untertitel-, bonusmaterial- und kapitelmenülose Blu-ray daherkommt, gibt sich nämlich auch dieser allzu magere und altbekannte Blick in das Leben des Stand-Up- Comedians Myles Parcs, der mittels seines Agenten versucht einen großen Gig zu landen, dabei aber sowohl für die anderen Charaktere als auch für den Zuschauer unsympathisch und unlustig herüberkommt. Seine selbstbemitleidende Comedy in den ersten Minuten des Films weiß nicht zu überzeugen, direkt danach ist der Ton ganz furchtbar rauschend und amateurhaft abgemischt – doch in die Untiefen filmischer Unbegabtheit stürzt „Night Slash – Schrei Lauter!“ zum Glück trotzdem nicht, fängt sich in den nächsten Szenen sogar wieder einigermaßen, da in der ersten viertel Stunde zumindest zwei hübsche Einstellungen zu finden sind und zudem der erste Kill stattfindet, in dem durch schwarze Handschuhe, einen maskierten Killer, eine phallische Tatwaffe und das Reflektieren des Gesichtes im eigenen Blut, umrandet vom roten Samt der Theatervorhänge, tatsächlich erstmalig Giallo-Stimmung verbreitet wird.
 
 
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Auch das weitere Treiben hinter den Kulissen des Theaters, allein durch das Setting und langsame Umbringen der Beteiligten, weiß natürlich an Argentos „Opera“ zu erinnern – ohne jedoch je dessen Klasse zu erreichen. Die Kills sind dabei nämlich blutig, aber oftmals offscreen und zudem belanglos, die hübschen Dolly-Fahrten, Kameraperspektiven oder Anflüge von motiviertem Dialog werden durch Langeweile, einen oftmals fehlenden Soundtrack, fehlende Spannung und technische Probleme wieder zunichte gemacht. Leichen werden entdeckt aber nicht kommuniziert, Kills sind auf dem Papier überzeugend, in der Ausführung aber fast schon zahm zu nennen.
 
 
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In erster Linie hält unser Protagonist nämlich Gespräche mit der Garderobe, seinem Agenten, den Bühnenarbeitern oder Bühnenmanagern und auch wenn es hier dem Whodunnit-Mystery dienliche Informationen oder Andeutungen gibt und ein paar der Performances nicht schlecht sind, so ziehen sich diese Szenen enorm, da sie keinen anderen Zweck zu verfolgen scheinen bis auf Myles weiter zu charakterisieren und neue Opfer vorzustellen, die kurz darauf dann unspektakulär über die Klinge springen. Optisch sowie schauspielerisch ein kompetenter Film mit einigen motivierten Bildern, der unoriginell aber technisch solide sein Ding macht, auf Sound-Ebene dafür von einigen Problemen sowie unverständlichen Szenen geplagt, im Script unmotiviert, behäbig und aussagelos.
 
 
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Hier und da versucht er auch noch Spannungsmomente durch Fake-Scares oder aber Comedy einzubringen, doch während erstere Versuche überhaupt nicht funktionieren können und zum Glück nur recht kurz gehalten wurden, geht gerade letztere Idee in einer überlangen, überreferenziellen Dialogszene äußerst auf die Nerven, da nichts schlimmer ist als unwitzige Humorversuche. Die teils gallige, zynische Darstellung der Bühnenwelt und Entertainer-Ecke hat seine Pointen und trockenen Beobachtungen, der Protagonist leidlich amüsante Entwicklungen, die subtileren Ideen funktionieren hier und da – doch für wirkliche Comedy sind weder Cast noch Script überzeugend genug.
 
 

„We all have crimes we want to atone for, don’t we?“

 
 
Dass Myles von einem Trauma geplagt sein muss ist auch klar, die Auflösung dieser allzu oft gesehenen, für den Plot kaum einen Unterschied machenden Szenen ist allerdings noch enttäuschender als erwartet. Am Ende zeigt der Film dann effektiv wer hier wirklich den letzten Lacher hat: Der Regisseur und Drehbuchautor selber, der ein Finale oder eine Auflösung quasi verweigert, einsieht wie egal die Chose ist oder war und einfach endet. Soviel Mut muss man erst einmal haben.
 
 


 
 
 

NIGHT SLASH – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Night Slash – Schrei Lauter!“ ist ein belangloser Billig-Slasher der halbwegs selbstreflektiert ist und einen grob Giallo-motivierten Killer, sonst aber überhaupt nichts mit „Scream“, „Suspiria“ oder auch nur einem guten Film zu tun hat. Rettet sich durch Kürze und ein paar Grundkompetenzen noch vorm Ärgernis.
 
 


 
 
 

NIGHT SLASH – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Night Slash – Schrei lauter!“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

NIGHT SLASH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Last Laugh; USA 2020

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.11:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 81 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 22.10.2021

 

Night Slash – Schrei lauter! [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

NIGHT SLASH – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blind – Du bist niemals allein (2019)
 
Bleed (2002)
 
Halloween Haunt (2019)
 
The Strangers: Opfernacht (2018)
 

Filmkritik: „Cat Sick Blues“ (2015)

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CAT SICK BLUES

Story

 
 
 
Ein Katzenmasken tragender, introvertierter Mann startet ein Massaker um seine Katze wieder zu beleben, als sein Weg eine traumatisierte, junge Katzen-Youtuberin trifft.

 
 
 


 
 
 

CAT SICK BLUES – Kritik

 
 
Das Menü schreit bereits nach Indiefilm, bockt durch seinen düsteren, treibenden, metallisch kreischenden Elektrosound zugleich sehr, die ersten sieben Minuten präsentieren sich dann als Opening-Kill in gewohnter Slasher-Manier, nur bereits sehr eigenständig, sehr außergewöhnlich zubereitet: So sind kiffende, junge Frauen, die Youtube-Videos gucken zum Beispiel direkt viel sympathischer, wenn sie die albernen Videos selber enttäuschend und unlustig finden, so ist der Killer in seinem zu kurzen, roten Sweatshirt und mit seiner kindlichen Maske per se erstmal eine lächerliche Figur, die dann aber gnadenlos zuschlägt. Allzu explizit und drastisch wird es nun noch nicht, doch der dreckige, schrille Retro-Grindhouse Synthesizer, die für wenige Sekunden punkig und lautstark explodierende John Carpenter-Score und die bunt aufblinkenden, in Farbklecksen designten Opening Credits mit Gaspar Noé-Vibes, Noise Metal und Stativaufnahme lassen bereits voraus ahnen, dass wir es hier mit einer ungewöhnlichen und wilden Mischung zu tun haben.
 
 
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Und so soll es auch kommen: Die junge Claire hat ihre Katze durch Videos zum Youtube-Star gemacht, doch da ihr feliner Star, „Imelda“, momentan eine Halskrause trägt und keine Lust zu filmen hat, steckt sie in einer kreativen Sackgasse. Ihre Freundin Emma kommt kurz zu Besuch und der Film scheint sich nun seine Zeit zu nehmen, die Charaktere langsam aufzubauen und einen Konflikt zu schaffen, der mit der Katze zu tun hat – doch falsch gedacht, denn nach einer Viertel Stunde Laufzeit betritt ein beunruhigender Fan des Channels das Gebäude, bittet um Einlass, verhält sich undurchsichtig, hat Probleme richtig zu sprechen oder Blickkontakt zu halten – und tötet daraufhin Imelda, nur um die völlig schockierte Claire in diesem Moment der Schwäche auszunutzen, zu vergewaltigen und dies zu filmen.
 
 
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Keine exploitativ ausgebeutete Szene, keine die witzig sein soll, trotzdem eine unerwarteterweise todernste, höchst dramatisch und staubtrocken inszenierte Passage, die mich schwer verwundert hat – ist „Cat Sick Blues“ etwa ein wahrer „Sicko“, „Misery Porn“ zum Mitleiden statt kurzweiliger Indie-Splatterunterhaltung? Es scheint, als sei das filmische Aufweisen beider Inszenierungsweisen solcher Gewalttaten und Täter hier das Ziel gewesen, denn während der Katzenmaske tragende, zu Catgirls im Webcam-Erotikchat masturbierende, sich von einem herrlich bodenständig gespielten Künstler und Handwerker zielgerichtete Katzen-Waffen anrichten lassende, Killer, sehr kurzweilig ist und mit einer haften bleibenden, Synthesizerscore mit Glocken und Ohrwurmmelodie unterlegt wurde, zeigt der Film ebenso die weinende, völlig verstörte Claire, wie sie schluchzend auf dem Boden ihrer Wohnung liegt. Bittere Realität gegen filmische Ikonisierung kranker Gewalttäter, so könnte man den Einstieg in „Cat Sick Blues“ zusammenfassen.
 
 
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Nachdem der Täter sich eine seiner Tötungen in verrohender Endlosschleife anguckt wie es schon in „Benny’s Video“ mit dem Schwein geschah und zufrieden schnurrt, was mich immer wieder zum Lachen gebracht hat in diesem kranken Kontext, verfolgt er unser traumatisiertes Vergewaltigungsopfer zu ihrer Bewältigungsgruppe – nur, dass Claire sich abstruserweise entschieden hat, in eine Gruppe für die Verarbeitung verstorbener Haustiere zu gehen, nicht in eine für Vergewaltigungsopfer?! Absurde, böse, Comedy, oder soll ich das ernst nehmen? Der Gipfel der absoluten Unglaubwürdigkeit folgt auf den Schritt, denn nachdem es in einer expliziten sowie grotesk-witzigen Szene in der Gruppe selber, in der Patrick von seiner explodierenden Katze erzählt, wieder recht witzig wurde, fragt unser Killer höchst unbeholfen und sozial inkompetent nach einem Date – und Claire sagt prompt ja. Scheinbar ohne Zweifel im Hinterkopf, ohne böse Vorahnung, ohne sich bei einer Freundin zu melden und abzusichern, oder sich zu bewaffnen, trifft sie sich mit diesem definitiv nicht vertrauenswürdigem Charakter, der am ganzen Körper zittern und stöhnen musste, als sie von ihrer Vergewaltigung erzählt hat, und trifft sich auch noch bei ihm zuhause, nicht bei ihr oder in der Öffentlichkeit.
 
 
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Hat man allerdings auch das „geschluckt“, zu diesem Zeitpunkt nicht frustriert aufgegeben, so hat „Cat Sick Blues“ für den geneigten, und abgehärteten Indie-Fan, dann doch noch einige Highlights und amüsante Schmankerl zu bieten – so versteckt Patrick in einer witzigen Montagesequenz mit hämmerndem Bass die Leichenteile in seiner Wohnung, später werden im Soundtrack psychdelische 70s-Töne angeschlagen, bevor einige höchst amüsante, wenn auch tief zynische Youtuber-Cameos folgen. So amüsant diese Szenen jedoch sind, so belanglos sind sie auch oftmals – zu einem sehr guten Dreampop-Track werden zum Beispiel blutigs vier Backpackerinnen umgebracht, doch da sich keine von ihnen wehrt, wir niemanden davon kennen und bereits wissen, dass alle sterben werden, ist hier nur der halbe Unterhaltungswert gegeben.
 
 
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Der dritte Akt ist es dann allerdings, in dem mich ein paar Zeilen Dialog versöhnlich gestimmt haben: Ohne zu viel vorwegzunehmen war ich nämlich sehr erfreut, dass hier offensichtliche Kritikpunkte, die es hageln könnte, vom Film selber angesprochen und ausgehobelt werden, mehr noch, ein vorher aufgebauter Charakter in wenigen, messerscharfen Zeilen gezielt zugrunde gerichtet wird. Was bleibt nach dieser sehr eigenwilligen, tonalen Achterbahnfahrt also noch zu sagen? „Cat Sick Blues“ ist mir zu sehr in die Länge gezogen, zu zynisch ohne wirklichen Mehrwert oder Aussagekraft, zu erbarmungslos für einen Film der Spaß machen will und zu slashertypisch für einen, der sich ernst nimmt – doch die kreative Inszenierung, der wunderbare Soundtrack, die einmalige Performance und die blutigen Kills sorgen in ihrer Zusammenstellung dann doch für einen fiesen Genre-Bastard, den man sich als Fan definitiv mal angucken kann.
 
 


 
 
 

CAT SICK BLUES – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Bitterböse, gemein, realistisch und unwitzig, dann wieder ziemlich überdreht, kreativ, spaßig und losgelöst von modernen Konventionen – kein überragend guter, sehr wohl aber ein sehr eigenständiger Film.
 
 


 
 
 

CAT SICK BLUES – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung „Cat Sick Blues“ fiel bei der FSK durch. Diese wollte den kontroversen Streifen in seiner ungekürzten Fassung nicht freigeben. Demzufolge ging Rechteinhaber Busch Media Group zur Juristenkommission. Im Gegensatz zur FSK sah diese aber bei genanntem Horrorfilm keine Probleme und vergab das Siegel: keine schwere Jugendgefährdung. Die deutsche Fassung von „Cat Sick Blues“ ist demzufolge ungeschnitten und frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

CAT SICK BLUES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Busch Media Group (2 Blu-rays im Mediabook – limitiert auf 2000 Exemplare)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cat Sick Blues; Australien 2015

Genre: Thriller, Horror, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Minuten

FSK: SPIO JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase | Mediabook

Extras: Trailershow | zusätzlich im Mediabook: 24-seitiges Booklet mit Text von Faye Hell (in Kooperation mit dem deadline-Filmmagazin), Musikvideos, Behind-the-Scenes, Webserie, Kurzfilm Cat Sick Blues

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 20.08.2021

 

Cat Sick Blues [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Cat Sick Blues [2 Blu-rays im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

CAT SICK BLUES – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Greasy Strangler (2016)
 
Der goldene Handschuh (2019)
 
100 Tears (2007)
 
Mosquito der Schänder (1977)
 

Filmkritik: „Camp Wedding“ (2019)

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CAMP WEDDING

Story

 
 
 
Bei den Vorbereitungen zu einer Hochzeit in einem Camp geht es Braut, Bräutigam und ihren Freunden bald an den Kragen, weil sie sich nicht an die Regeln halten.
 
 
 


 
 
 

CAMP WEDDING – Kritik

 
 
Noch immer erfreut sich der Slasher großer Beliebtheit, doch in letzter Zeit kam es mehr und mehr in Mode, ein solches Szenario humorvoll zu gestalten. „Camp Wedding“ will auf diesen Zug aufspringen, hat im Endeffekt aber leider viel zu wenig zu bieten, um den Zuschauer überzeugen zu können.
 
 
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Mia will bald heiraten und stellt sich die Hochzeit ganz besonders vor. Sie soll in einem Camp stattfinden und über alle Social-Media-Kanäle lädt Mia ihre Freunde ein. Sie sollen bei den Vorbereitungen helfen. Das Camp Pocumtuck soll als Kulisse dienen und man hat es mit einem berühmt-berüchtigten Camp zu tun, denn hier fand früher ein Indianer-Massaker statt, es gab Hexenverbrennungen und noch weitere seltsame Dinge ereigneten sich hier. Außerdem gibt es einige Regeln und dazu gehört auch das Verbot der Handynutzung. Das ist den Freunden jedoch ziemlich egal, was bestraft gehört. Die Story war sicherlich als Seitenhieb auf die Social-Media-Generation gemeint, doch davon bekommt der Zuschauer nicht viel mit. Ständig gibt es Gags über Glutenunverträglichkeit und ansonsten tippen die Progatonisten fleißig auf ihren Smartphones herum. Weil das ja verboten ist, rächt sich das Verhalten im Laufe der Zeit, doch dafür braucht man Geduld, denn das Treiben dümpelt lange Zeit ohne echte Ereignisse vor sich hin. Hinterher wird es dann auch noch etwas wirr, aber Überraschungen bleiben größtenteils aus und so gut gemeint die Grundidee auch sein mag, was man daraus gemacht hat, überzeugt überhaupt nicht.
 
 
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Wirklich enttäuschend fällt zudem die Atmosphäre aus, denn vom versprochenen Slasher ist hier nichts zu spüren. Obwohl sich das gesamte Geschehen in einem Camp abspielt, kommt man sich niemals wie in einem Slasher vor, was das Vorhandensein von Geistern noch mal bestätigt. Die Stimmung hat nicht viel zu bieten und von der Komödie bekommt man leider ebenfalls nicht viel mit. Ein paar kleine Einfälle, besonders am Anfang, sind noch halbwegs amüsant, doch hinterher wird das Szenario immer monotoner. Jeder bekommt seltsame Nachrichten auf sein Handy und im Wald lauert die Gefahr, doch Bedrohung kommt keine auf und die Witze wiederholen sich auch nur noch. Das macht die 97 Minuten Laufzeit ziemlich zäh. Das Finale wird noch minimal besser, doch bis dahin ist man schon reichlich gelangweilt.
 
 
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Der Inszenierung fällt da leider nicht viel ein, um der Langeweile entgegenzusteuern, denn „Camp Wedding“ ist einfallslos gestaltet. Dass die ganzen Textnachrichten stets eingeblendet werden, wirkt auf Dauer auch sehr monoton. Aus der Kulisse wird nicht viel gemacht und die Szenen im Wald bei Nacht könnten unspektakulärer kaum aussehen. Viel Budget steckt sicher nicht dahinter, aber zu billig erscheint der Film ebenfalls nicht. Er ist nur eben völlig ohne Kreativität gestaltet. Außerdem mangelt es an Gewalt. Auch hier verdient das Werk den Namen Slasher niemals, denn es geht überwiegend harmlos zur Sache und die Freigabe ab 16 Jahren wirkt fast übertrieben. Somit gibt es auch nicht wirklich viele Effekte zu sehen. Dafür sind die Darsteller noch halbwegs brauchbar. So richtig gut spielt niemand, manche Schauspieler nerven auch etwas, aber man kann mit diesen Leistungen noch leben. Schade ist viel mehr, dass die Figurenzeichnung so langweilig und vor allen Dingen künstlich ausgefallen ist. Man kauft den Freunden niemals ab, dass sie Freunde sein sollen und mit markanten Charakteren braucht man nicht zu rechnen.
 
 
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CAMP WEDDING – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Camp Wedding“ ist vielleicht gut gemeint, aber schlecht gemacht. Aus der simplen Grundidee hätte man etwas machen können, aber weil kreative Einfälle weitestgehend ausbleiben, bekommt es der Zuschauer mit einer Schlaftablette zu tun. Slasher-Feeling kommt überhaupt nicht auf, die Komödie lässt sich ebenfalls nur selten mal blicken und außerdem geht es sehr harmlos zur Sache. Das ist handwerklich okay gemacht, wird von den meisten Darstellern erträglich gespielt und hat ein paar passable Gags in petto, bietet ansonsten aber reichlich monotone Langeweile, Albernheiten und auch manch eine Peinlichkeit. Gerade weil die Atmosphäre so enttäuschend ist, rettet auch das halbwegs solide Finale nichts mehr. Verzichtbar!
 
 


 
 
 

CAMP WEDDING – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Camp Wedding“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

CAMP WEDDING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies | Daredo (Blu-ray im KeepCase)

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(c) White Pearl Movies | Daredo (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Camp Wedding; USA 2019

Genre: Horror, Mystery, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: 16-seitigem Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook + KeepCase: 28.05.2021

 

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CAMP WEDDING – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies | Daredo)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
You Might Be the Killer (2018)
 
The Final Girls (2015)
 
Scream – Schrei! (1996)
 

Filmkritik: „Game of Death – It’ll Blow Your Mind“ (2017)

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GAME OF DEATH – IT’LL BLOW YOUR MIND

(GAME OF DEATH)

Story

 
 
 

Als eine Gruppe hedonistischer, reicher, junger Erwachsener unbedacht ein altes Brettspiel startet, löst sie damit eine Orgie explodierender Köpfe und brutaler Tötungen aus.

 
 
 


 
 
 

GAME OF DEATH – Kritik

 
 
 
Der 2017 in Kanada entstandene, mit 73 Minuten extrem kurze Film „Game of Death“ polarisiert verständlicherweise, macht er es dem Zuschauer doch wirklich nicht leicht: Nicht leicht, ihn komplett zu hassen, da er dafür einfach viel zu frech, eigen, charakterstark, gut getrickst und professionell gefilmt ist. Aber auch nicht leicht, ihn einfach zu empfehlen oder gut zu finden, da sich selbst in einer solchen Laufzeit massig Probleme, Stilverirrungen und Fragezeichen tummeln können, die die Wertung runterziehen.
 
 
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Es beginnt mit bunten Buchstaben in den Opening Credits, danach eingedeutschten Spielanweisungen vor Retro-Pixelart, mit Synthiescore und coolen 32-Bit-Animationen. Apokalyptisch retrofuturistische Szenarien im Blauton treffen auf den Totenkopf-Virus des titelgebenden Brettspieles in Pixelfont. 3 Sekunden vertikales Handyvideo einer jungen Blondine als nächstes Opening Signal, dann weist uns eine ambitionierte Kamerafahrt durch den Raum von Tom, einem großgewachsenen, reichen, blonden Asthmatiker mit Katana an der Wand und Sehkuhdokumentation auf dem Bildschirm. Ein langsamer Beat, der uns noch öfter begegnen soll, baut sich auf und erinnert an die ersten Szenen von „Why don’t you just die“. Die folgende Montage an Handyclips, POV-Aufnahmen und hübsch kadrierten Sommerimpressionen stellt die sechsköpfige Gruppe an Teenies/Twentysomethings vor, wie sie kiffen, labern, chillen, rummachen. Könnte man mitreißend, sommerlich und einladend sympathisch inszenieren, hier aber drehen sich die Gespräche auschließlich um Sex und die Protagonisten sind innerhalb kürzester Zeit höchst unsympathisch, nervig und hohl gezeichnet. Der Nachbar guckt kurz creepy sexuell über den Gartenzaun, es wird Flaschendrehen gespielt weil natürlich wird es das, technisch gelungen inszeniert sind u.a. Facesitting und Lapdancing in Zeitlupe und zur Klaviermusik, doch eben genau so inhaltslos und nichtssagend. Junge reiche, weiße, priviligierte Menschen, die nichts tun bis auf Lästern, hedonistischen Trieben nachgehen, und das dabei filmen. Doch „Game of Death“ ist sich seiner Kürze bewusst und so ist diese fadenscheinige „Exposition“ nach stolzen 10 Minuten auch bereits abgehakt, wuchtige Akkorde mit Videospiel-Einschlag setzen stattdessen ein und das Spiel wird ausgepackt.
 
 
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Der Drogendealer stößt dazu, sieben Protagonisten also, 63 Minuten Zeit noch für ein Massaker. Die Finger werden auf das Spiel gelegt und eine Nadel sticht alle für etwas Blut, nach etwas Diskussion bleibt nur eine ominöse „24“, ein Ticken und Ratlosigkeit. Im der meiner Meinung nach besten Einstellung des Films fährt die Kamera nun, ganz im Stile von „It follows“ z.B., stylisch kadriert und mit aller Zeit der Welt, langsam und bedrohlich auf die Bierbong saufende Gruppe junger Erwachsener zu, die im idyllischen Sommerwetter halbnackt ihr Leben genießen. Die Score schwillt langsam an und auch die Kopfschmerzen des ersten Opfers tun es, bevor sein Kopf, allem Anschein nach handgetrickst, höchst effektiv bis zum Maximum aufgeblasen wird und platzt.
 
 
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Das CGI ist sichtbar und nicht makellos, wird aber angemessen von eimerweise Blut unterstützt, die Panik der Gruppe ist nun spürbar und hektisch, aber dank moderaten Shakycam-Einsatzes nicht zu nervig oder anstrengend. Diese spezielle Art der Exekution hat man als Horrorfan zwar schon endlos oft gesehen, in einem Indie-Film aber so früh einen so drastischen Kill zu finden, schürt Hoffnung. Die Stadien „Verschwörungstheorien“, „Es muss draußen ein Schütze sein!“ und „Lasst uns das Teil einfach zerstören!“, die in ähnlich geplotteten Produktionen regelmäßig viel zu viel Zeit im ersten Akt füllen sollen, werden nun innerhalb weniger Minuten abgehandelt, dann folgt auch schon der zweite Kill und endgültig sind unsere teils halbnackten Protagonisten nun verstört, traumatisiert und von oben bis unten voll Blut gespritzt. Die „24“ auf dem Timer, die bisher noch ein kleines Mysterium war, wird alsbald als Anzahl der zu tötenden Leute offenbart – was die deutsche Vermarktung bezüglich „Battle Royale“ also als schlichtweg falsch erweist, da hier unschuldige Menschen von reichen Unsympathen umgebracht werden müssen, nicht etwa diese untereinander. Sobald diese, irgendwie etwas enttäuschende, Prämisse aus dem Sack ist, folgt also das erste große Fragezeichen, da der bisher bereits ruhige und leicht merkwürdige, vielleicht narzisstische, nie aber full-on wahnsinnige Tom einfach entscheidet, das Schicksal des Spiels hinzunehmen und mit seiner Pistole also 22 weitere Leute umzubringen, um sich und die Gruppe zu retten. Das nimmt natürlich jegliche Restsympathie und ist wenig nachvollziehbar, aber auch, dass keiner der anderen Charaktere direkt versucht, etwas dagegen zu unternehmen, oder genauer erläutert wird, ob man selbst jemanden umbringen muss oder es reicht, wenn eine Person es für die ganze Gruppe macht, wo die Tagline doch „Kill or be killed“ ist, reichert bereits Frust beim Zuschauer an.
 
 
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Die Gruppe fährt zusammen vom blutgetränkten Haus weg, der Soundtrack macht Spaß und es ist beachtlich, wie schnell es derart brutal wurde. Die Cops kommen der reichen Killerbande entgegen, das omnipräsente Ticken des Spiels unterstützt die Anspannung und der Effekt des brutal überfahrenen Joggers wird die Gorehounds auch aufheulen lassen – aber wieso sollte man diese Prämisse, die vom „Jumanji“ bzw. „Gruppe wird von übernatürlicher Kraft zum Töten gezwungen“- Moment lebt, nun umschreiben in eine beliebige Geiselsituation, in der ein bewaffneter Psycho die Waffe an den Kopf hält? Wo ist da der Spaß, wo die Innovation? Eine weitere Joggerin muss dran glauben, die Kamera guckt durch den Durchschuss in ihrem Kopf und langsam spüre ich, wie diese bildhübsch eingefangene Satire (?) sich zu einer zynischen, peinlichen und bemüht coolen Amateurproduktion wandelt, in der sich jemand einfach nicht zusammenreißen konnte. Wie anders sollte man die zwei Sekunden „Carmageddon“-Gameplay erklären, die aus dem Nichts in den Film editiert werden, nur um daran zu erinnern, dass es ja eigentlich eine spaßige Videospiel- Angelegenheit sein könnte?
 
 
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Der Stil-Overkill, der sich durch das Intro und die langsamen Arthouse-Fahrten zu Beginn bereits angekündigt hat, wird nun konsequent verfolgt: Eine zu lange singende, aufgedreht gut-gelaunte, mittelalte Försterin, die direkt aus einem Coen-Film zu kommen scheint, dehnt eine überlange Szene aus und stellt einen Hund vor, der nie wieder vorkommt, danach fängt diese digital gedrehte Produktion willkürlich mit letterboxing an und ändert sein Format für ein paar Minuten Autofahrt – sieht cool aus, sagt aber – erneut – nichts aus. Sobald die 10 Minuten Instagram-Impressionen, die folgenden 10 Minuten erste Kills daheim und nun auch die 20 Minuten auf dem Weg, im Auto, beim Ranger und auf der Straße durch sind, bewegt man sich mit der letzten halben Stunde auch schon in großen Schritten auf das Finale zu und, wer hätte es gedacht, demnach gibt es auch nur noch ein Setting. Ob die Wahl eben jenes besonders barmherzig oder zynisch ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, einen Unterschied für die Wucht der folgenden zwei Minuten Animationssequenz macht es ohnehin nicht.
 
 
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Zu einer französischen Klavierballade werden wir zuerst mit einer wunderbar lang gehaltenen Kamerafahrt verwöhnt, dann, wenn die Gitarre einsetzt, mit einer erfrischend vielfältigen und abwechslungsreichen, brutalen, kurzen Hotline Miami-Hommage, die aber auch Voxelgrafiken und andere bekannte Stile benutzt. Pointierter als der Carmageddon-Einspieler und aufwendig animiert, gleichzeitig aber auch ein Blender für die unlogische, zynische, im Endeffekt einfach geskippte Sequenz in der gefühlt ohne jede Gegenwehr, Alarme, Polizei oder Munitionsbedenken massig Menschen getötet werden. Ein drastischer Duschstangenskill bleibt fiese in Erinnerung. Und somit sind wir auch schon beim eigentlichen Finale des Films angekommen und auch wenn hier erneut ein fieser und handgetrickster, blutiger Kill auf dem Programm steht und betörend schöne Einstellungen gewählt wurden, so ergeben weder der pseudomoralische Monolog am Ende, noch die Handlungen der Charaktere zu diesem Zeitpunkt auch nur irgendeinen Sinn – das ist nach so einem Tag vielleicht verständlich, aber dann halt schwach geschrieben. Das Outro schenkt noch etwas Weihnachtsflair, bleibt aber leider auch genau so vorhersehbar wie der Rest des Films ab Zeitpunkt x.
 
 
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Und so sind sie also verflogen, die außergewöhnlich kurzen 73 Minuten von „Game of Death“, und ich kann jeden Ärger über dieses Projekt verstehen: Wie kann man eine prinzipiell spannende Prämisse, die sich um ein Brettspiel dreht, nur innerhalb kürzester Zeit zu einem reinen „Killer aufhalten“-Plot umschreiben? Wieso möglichst unsympathische Protagonisten inszenieren, wenn diese dann nicht aufeinander losgehen müssen oder Charakterbögen zum Ausgleichen haben, sondern selber noch aktiv Leute umbringen? Wieso diese großartige Technik mit wunderschönen Shots, beeindruckendem Colourgrading, gekonnten One-Takes und extrem drastischen, handgemachten Effekten so sehr verheizen mit Schauspielern, die größtenteils ihre ersten Erfahrungen sammeln? „Game of Death“ ist ein ordentlich splatternder, zynischer, prinzipiell unsympathischer, aber eben auch sehr durchgestylter und kurzer, moderner Hirnaus-Blödsinn, der wahlweise nur nerven, oder aber für ne knappe Stunde schockieren und unterhalten kann. Keine leichte Kost, keine gute Kost, aber zu gut zum völligen Ignorieren, egal wie moralisch bankrott, dumm, oder schlecht gespielt.
 
 


 
 
 

GAME OF DEATH – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
Ordentlich goriger Blödsinn mit privilegierten, jungen Erwachsenen ohne Charakter oder Schauspieltalent. Hübsch gefilmt, pubertär geschrieben und inszeniert, professionell getrickst. Ganz ganz knappe 6/10.
 
 
 


 
 
 

GAME OF DEATH – Zensur

 
 
 
„Game of Death – It’ll Blow Your Mind“ hat von der FSK eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Diese ist auch gerechtfertigt, denn im Film geht es – wie man an den Filmfotos erkennen kann – nicht gerade zimperlich zu. Der Splatter-Spaß ist übrigens ungeschnitten. Fans härterer Filmware können daher bedenkenlos zugreifen!
 
 
 


 
 
 

GAME OF DEATH – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-On New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Game of Death; Frankreich | Kanada | USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 73 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 28.05.2021

 
 

Game of Death – It’ll Blow Your Mind [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GAME OF DEATH – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Abbildungen stammen von I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jumanji (1995)
 
As the Gods Will (2014)
 
Battle Royale (2000)
 
Die Todeskandidaten (2007)
 
Das Belko Experiment (2016)
 

Filmkritik: „15 Killings – Interview mit einem Serienkiller“ (2020)

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15 KILLINGS – INTERVIEW MIT EINEM SERIENKILLER

(15 KILLINGS)

Story

 
 
 
Ein Neurologe besucht einen inhaftierten Serienmörder, um sein Gehirn zu untersuchen und entdeckt den Schrecken, der hinter seinen gewalttätigen Impulsen lauert.
 
 
 


 
 
 

15 KILLINGS – Kritik

 
 
Dennis Nilsen, geboren 1945, verstorben 2018, war ein schottischer, nekrophiler, homosexueller Serienkiller, dessen zahlreichen Morde an jungen Männern viel zu spät und umständlich entdeckt wurden, obwohl alle typischen Zeichen des introvertierten Mannes, der laut Film natürlich schon als Kind eine Katze erwürgt hat, seit Jahren abzulesen waren. Um sich Details zu diesem tatsächlich sehr spannenden, tragischen und furchterregenden Fall anzueignen, kann man wahlweise die (englische) Wikipediaseite lesen, oder aber knapp 100 Minuten lang diesen Film von Yianni John Dracos angucken, der nach einer Komödie Anfang der 2000er hier nun seinen ersten ernsteren Langfilm präsentiert – ich empfehle eindeutig Ersteres. Denn bei Gott, was für eine sterbenslangweilige, frustrierende und repetitive Erfahrung das Erdulden dieses Totalausfalls doch war; und das auch noch bei einer wenn auch nicht einmaligen, so doch eindeutig zur Adaption einladenden Vorlage. Aber wie so oft bei niedrig budgetierten Genrefilmen fragt man sich leider schnell, für wen diese Produktion überhaupt gemacht wurde.
 
 
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Nilsen hat seine Opfer ausschließlich stranguliert oder ertränkt, was sämtliche Gorebauern und Splatterfans, die selbst True Crime Werke in einem Akt ultimativen Zynismus für die saftigen Schauwerte gucken, zu Recht abschrecken dürfte. Hab ich zum Glück auch nie erwartet, aber auch was Würgeszenen selber angeht sollte man keinen nahegehenden Realismus á la „No Country for Old Men“ oder „Der Goldene Handschuh“ erwarten. Als realistisches, korrekt recherchiertes Charakterporträt, psychologischer Thriller internaler Traumaverarbeitung oder Biographie Nilsens von der Geburt bis zu seinem Tod taugt der Film dann auch nicht, da hier nur blitzlichtartig und unzusammenhängend in die Vergangenheit geblendet wird, während im Hier und Jetzt nur seine Morde, und somit letzten freien Jahre festgehalten wurden.
 
 
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Und wer nun also weder auf die Akkuratesse der genauen Fakten, noch auf verstörenden Gewaltszenen aus ist und, wie ich, sich auch einfach mit einem guten, unterhaltsamen Genrefilm zufrieden geben will, der hat erst so richtig verloren. Das komplett irreführende Cover mit den zahlreichen Hieb- und Stichwaffen, die im gesamten Film sowie in der Realität des Falles allenfalls als kurz gezeigte Leichenzerkleinerer zum Zuge kommen, nie aber als Mordwaffe, also komplett ignoriert, startet der Film zu unruhigen Streichern, Schwarzblenden und natürlich Hauptdarsteller Steve Bongeorno als schmierigen Protagonisten Norris, wie er in einer Bar einen blonden Jüngling beäugt. Die Musik klingt dabei tatsächlich so, als käme sie aus den Boxen der Bar, das ist aber leider auch schon das Highlight dieser Szene, die mit ihrem billigen Look, überbeleuchtetem Bild und schlimm abgemischten Atmos direkt negativ auffällt. Natürlich kommt der junge Mann mit zu Norris, eine Liebelei wird nicht gezeigt, am nächsten Morgen aber erdrosselt Norris wie erwartet sein Opfer und die Kamera dreht sich kopfüber, als wären wir in einem Noé – unerwartet und relativ effektiv, Titlecard setzt ein, Hoffnung ist da.
 
 
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Ein uninspiriertes, wenn auch professioneller aussehendes Set dient als Verhörraum, Genre- & Percy Jackson-Star Maria Olsen muss sich nun in endlos belanglosem Schulvortragsstil durch ziemlich grottigen und sinnlosen Mono/Dialog quälen, in dem sie Norris den Aufbau des gesamtem Gehirns erklärt. Warum? Weil sie durch das Interview mit ihm erzielen möchte, ihn für weitere Tests zu gewinnen, die klären, wie die Gehirne von Psychopathen beeinflusst oder aufgebaut sind. Wird das je wieder aufgegriffen, ist das wichtig für den sonstigen Film, je interessant, clever, witzig, pointiert oder allgemein relevant? Nein, absolut nicht. Maria Olsen war vermutlich für einen Tag da, hat keinen Fick gegeben, warum auch, einmal diesem Try-Hard Laiendarsteller die ausgedruckten Wikipedia Hirndefinitionen vorgelesen und ist dann wieder gefahren, der Rest ist der eigentliche Film. Schlimm, sowas. Doch auch diese gefühlt 20 Minuten unnützer Ballast würden noch keine derart niedrige Wertung rechtfertigen, würde der Rest passen. Und der Rest, das ist natürlich die verfilmte Version der Nacherzählungen seiner Morde, verschnitten mit ein paar immerhin Abwechslung bringenden Flashbacks, nur sind diese leider genau so trocken und uninteressant, wie sie sich lesen. Ob es wirklich eine komödiantisch überspitzte Nachbarin gab, die quasi jeden der Todeskämpfe und Morde in Nilsens Wohnung gehört hat, aber nie auf die Idee kam, die Polizei zu rufen, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen – abseits davon aber ist die beste Erklärung für die unendliche Ödnis, die dieser Film bietet, die ich finden konnte, die, dass bewusst gezeigt werden soll wie unendlich langweilig, repetitiv, teilweise absurd und unpointiert das Leben eines Serienkillers wie Norris ist, da wirklich wirklich nichts passiert.
 
 
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Doch auch das kann man jetzt falsch verstehen, also lasst mich erklären: Ich liebe eigentlich Filme, in denen „nichts passiert“, in denen minutenlange Stativaufnahmen vorherrschen oder die Umgebung liebevoll eingefangen wird, in denen man mit einer üblichen Inhaltsangabe kaum voran kommt. Doch Dracos versucht sich hier nicht an einem ambitionierten Arthousefilm mit philosophischem Gehalt oder zumindest überzeugender audiovisueller Inszenierung, nein, trotz einer handvoll gelungener Bilder und Posen ist es größtenteils eine fast schon dokumentarische, unkommentierte Inszenierung, in der hier Mord nach Mord, Mann nach Mann abgehandelt wird. Durch die Unbeholfenheit und optische Ähnlichkeit erinnert der Film dabei immer wieder an eine völlig nach hinten losgegangene Parodie von „The House That Jack Built“, der im Gegensatz zu diesem Werk aber entschieden bewusst komisch ist. „Wieso hat dieser introvertierte, auf den ersten Blick merkwürdige Nilsentyp denn je problemlos so viele junge Männer bekommen?“, fragt sich der geneigte Leser auch – völlig zu Recht, womit wir bei der nächsten Schauspiel- und somit auch Logikschwäche des Films wären: Der echte Nilsen war scheinbar ein verdammt charismatischer Typ, ein Charmeur, der genau wusste wie er Leute manipulieren musste. Das arme, verbitterte Würstchen als das er hier hingegen dargestellt wird, würde mit seiner Art kaum so lange so erfolgreich die Fassade aufrecht erhalten können, wie es in der Realität der Fall war. Das „gruseliger weirdo“-Schauspiel könnte dabei sogar klappen, wäre der Rest seiner Umgebung realistisch eingefangen und würde das restliche Schauspiel funktionieren – hier aber sticht Norris nicht hervor, sondern reiht sich in die unüberzeugenden, den Zuschauer ausschließenden Performances.
 
 
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Ein paar blitzlichtartige Eindrücke der Kunst, Minuten zu Stunden zu machen: Norris will seine Geschichten nicht erzählen, lässt sich aber durch Schokolade bestechen. Flashback, Norris spielt als Teenie etwas zu brutal mit seinem Hund. Flashback, Trinkszene, jeder wartet auf den anderen Schauspieler bevor er mit seiner Zeile startet, Musik fehlt auch. Flashback, Norris wird von zahlreichen Kolleginnen auf seiner Arbeit angesprochen, weicht aber stets aus. Flashback, Norris nimmt einen jungen Mann mit nach Hause, der überzeugender spielt als Bongeorno es tut, erwürgt ihn, lässt für beide ein Bad ein. Eine Vinylsammlung, die nur für eine Szene zu sehen ist und sonst wie, weist „Black Sabbath“ auf, dann läuft aber klassische Musik(?). Alles davon ist maximal durchschnittlich gespielt, nichts davon geschickt editiert oder aufregend inszeniert, nichts davon erzählt etwas Neues. Wenn mehr und mehr Leichen versteckt oder zerhackt und die Toilette runtergespült werden müssen, freut man sich nicht aufgrund der Spannung darüber, sondern weil der Film hoffentlich bald endet. 1989 hat die 21-jährige Fhiona Louise den Fall verfilmt und immerhin auf diesen Streifen, der auch noch von Arrow auf Blu-ray erschienen ist, freu ich mich nach der spannenden Wikipediaseite definitiv. Hat man sich durch die 90 Minuten gequält, endet es dann doch tatsächlich mit der Einschläferung seines Hundes (???), quälend kitschiger, bemüht epischer Musik und einer peinlichen Texteinblendung. Fuck me, die Tiefen des Kritikertums.
 
 


 
 
 

15 KILLINGS – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Ein hölzern gespielter, furchtbar geschriebener, lieblos adaptierter, todlangweiliger Serienkillerfilm ohne akribische Authentizität, tiefschichtige Charaktere, eine überzeugende Inszenierung, Spannung oder greifende Genreelemente. Ein Film ohne Handlungsfortschritt oder Charakterbögen, ohne Rätsel- oder Verlaufsspannung oder Daseinsberechtigung. Ein Film, den ich niemandem empfehlen kann.
 
 


 
 
 

15 KILLINGS – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „15 Killings – Interview mit einem Serienkiller“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 18 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

15 KILLINGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) tonpool Medien GmbH / UCM One (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 15 Killings; USA 2020

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Original Trailer, Deutscher Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 26.03.2021

 

15 Killings [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

15 KILLINGS – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei tonpool Medien GmbH / UCM One)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Young Man with High Potential (2018)
 
The Cold Light of Day (2012)