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Slasher

Filmkritik: „What the Waters Left Behind“ (2017)

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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND

(LOS OLVIDADOS)

Story

 
 
 

Eine stylischer und kruder Terrorfilm im amerikanischen Stil: Ein Kamerateam gerät in einer verlassenen Stadt an eine ominöse Sippe, die abartigen Neigungen frönt. Dass die Filmleute da bald um Ihr Leben fürchten müssen, dürfte alteingesessenen Horrorfilmkennern klar sein.

 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Kritik

 
 
 
Wenn junge Menschen zu heruntergekommenen Orten reisen, an denen selbst Tankstellenbesitzer nicht mehr das sind, was sie mal waren, dürfte schnell klar sein, wo der Frosch die Locken hat. Hier wird es gewalttätig und unbequem, wie uns bereits TOBE HOOPER in seinem TEXAS CHAINSAW MASSACRE zu verstehen gab. Der drehte im Jahr 1974 einen schmuddeligen Horrorfilm und sorgte damit für Kontroversen. Gleichzeitig verhalf er dem Terrorfilm zu zweifelhaftem Ruhm. Mittlerweile ist nicht mehr ausschließlich Amerika darum bestrebt die Nachfrage an harten Backwood- und Terrorfilmen zu befriedigen. Horror ist schon lange auch ein internationales Phänomen, das ebenso andere Länder dazu bewegt blutige und gewalttätige Schocker zu drehen, die nicht minder kompromisslos sind. Genau jene Reihe Filme wird nun auch um einen argentinischen Beitrag erweitert. WHAT THE WATERS LEFT BEHIND schimpft sich ein weiterer Vertreter dieser Gattung Film, der von Hinterwäldlern erzählt, die Menschen fangen, quälen und anschließend verspeisen. Offenbar gibt es die nicht nur in amerikanischen Horrorfilmen. Auch in Argentinien hausen zwielichtige Gestalten.
 
 
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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND erzählt die Geschichte eines ambitionierten Filmteams, das eine Katastrophe näher untersuchen will. Im Jahr 1985 versankt die argentinische Stadt Epecuén nach einem Unwetter. Der Wasserspiegel stieg an und Lehmdämme konnten der Wasserflut nicht mehr standhalten. Binnen Stunden verschwand die Stadt in den Fluten und musste aufgegeben werden. Erst seit 2009 zieht sich das Wasser langsam zurück und gibt Reste der Stadt frei. Ein gefundenes Fressen für unsere Filmleute. Die machen sich mit einer Augenzeugin auf, um eine Dokumentation über das Atlantis Argentiniens zu drehen. Leider werden die Dreharbeiten schnell unnötig erschwert. Ein Teammitglied nach dem anderen verschwindet unter mysteriösen Umständen. Natürlich wird die Antwort darauf gelüftet. Die verlassene Stadt ist nämlich nicht unbewohnt. Hier leben seltsame Zeitgenossen, die es mit neugierigen Touristen gar nicht gut meinen. Statt ihnen die Stadt zu zeigen, sind die Bewohner am Fleisch der Durchreisenden interessiert. Eine Erkenntnis, die dem Filmteam leider sehr spät kommt.
 
 
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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND ist TEXAS CHAINSAW MASSACRE nur ohne Leatherface. Der Film mit dem poetischen Titel aus der Feder der Regisseure LUCIANO und NICOLÁS ONETTI ist bei genauerer Betrachtung nichts anderes, als eine dreiste Kopie genannten Kettensägenmassakers – nur ohne den Kettensägen schwingenden Bösewicht dieses Kultfilms. Die Verläufe sind identisch und auch für den düsteren Look hat man sich vor allem bei der Neuauflage besagten Terror-Hits bedient. Das bedeutet: dreckige Optik, unbequeme Terrorstimmung, kontrastreiche Bilder und makellose Hochglanzoptik. Mit diesen Erfolgszutaten konnte bereits Produzent und Regisseur MICHAEL BAY Eindruck hinterlassen. Der interpretierte 2003 das TEXAS CHAINSAW MASSACRE neu und deklarierte den kruden Horror der 1970er gleich noch zum Mainstream. Offenbar kam das bei den beiden Onetti-Gebrüdern gut an. Anders lässt sich nicht erklären, warum ihr WHAT THE WATERS LEFT BEHIND dann doch mehr nach Bay ausschaut und eine eigene Handschrift missen lässt.
 
 
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Immerhin scheinen LUCIANO und NICOLÁS ONETTI im Kopieren talentiert zu sein. Zuletzt begaben sie sich mit dem Neo-Giallo FRANCESCA auf die Spuren von einflussreichen Gerne-Filmgrößen Italiens. Ihre Antwort auf den populären Giallo der 1970er Jahre bediente sich Stilmitteln großer Meister dieses Faches. Darunter italienische Filmemacher wie DARIO ARGENTO oder SERGIO MARTINO. Was man mit FRANCESCA ganz brauchbar auf Zelluloid gebannt hat, hinterlässt im Falle von WHAT THE WATERS LEFT BEHIND einen faden Nachgeschmack. Hier hat man wirklich zu viel stibitzt. Weil die argentinischen Filmemacher bekannte Wege scheuen, sind die Verläufe vorhersehbar. Das wirkt sich natürlich negativ auf den Spannungsbogen aus. Zu viele Déjà-vu-Gefühle machen den Streifen zu einer faden Gewaltorgie, die erst im Finale wegen einiger Spezialeffekte etwas interessant wird. Leider bleibt aber auch hier das große Massaker aus. Für einen Film dieses Subgenres sind die Gewaltmomente überschaubar und nicht sonderlich schockierend. Von daher ist WHAT THE WATERS LEFT BEHIND zwar eine lieb gemeinte Hommage an das berüchtigte Kettensägenmassaker von TOBE HOOPER und dem gleichnamigen Remake aus der Mache des MICHAEL BAY. Die Klasse beider Filme erreicht dieser argentinische Beitrag leider zu keinem Zeitpunkt.
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die argentinische Antwort auf TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Frisches Setting, ansprechende Schmuddelästhetik, aber zu vertraute Abläufe. WHAT THE WATERS LEFT BEHIND ist wie eine Lieblingsspeise, die man zu oft auf dem Teller hatte und irgendwann nicht mehr sehen kann. Die optische Aufbereitung ist ein Leckerbissen, die wenig originelle Handlung verursacht dagegen Magengrummeln. Die argentinischen Onetti-Brüder präsentieren dem Zuschauer einen Mix aus TEXTAS CHAINSAW MASSACRE und HILLS HAVES EYES, der rein gar nichts Neues bieten will. Da rollen sich bei alteingesessenen Horrorfilmkennern die Zehennägel. Die Liste an Backwood-Klischees ist lang und wird fleißig abgearbeitet. Nahezu jeder Handlungsverlauf wurde in die rudimentäre Handlung gepresst, den man aus Filmen dieses Subgenre her kennt. Eine ermüdende Prämisse, die kaum Spannung aufkommen lässt, weil Vorhersehbarkeiten nicht ausbleiben werden. Während in der ersten Stunde ausschließlich geredet und gelaufen wird, geht es zumindest in den letzten dreißig Minuten zur Sache. Da werden Beine abgesägt und die für harte Horrorfilme obligatorisch gewordene Vergewaltigung fehlt ebenso wenig. Ob das aber ausreicht, um für diesen Horrorfilm eine Empfehlung auszusprechen, möchten wir bezweifeln. Man sollte sich daher nicht vom ansprechend zusammengeschnittenen Trailer blenden lassen. Wir meinen: Nette Verpackung, lahmer Inhalt – auch wenn der Film interessanterweise an Originalschauplätzen gedreht wurde, die eine tragische Geschichte erzählen.
 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Zensur

 
 
 
In WHAT THE WATERS LEFT BEHIND gibt es einige Gewaltmomente zu sehen. Ein Bein wird mit einer Säge abgetrennt. Ein Bauch wird aufgeschlitzt und Därme fallen auf dem Boden. Eine Vergewaltigung rundet den Gewaltcocktail ab. Mit etwas Glück könnte es für den Streifen eine ungeschnittene Erwachsenenfreigabe geben. Man darf gespannt sein, wie sich die FSK entscheiden wird. Der Streifen soll im November 2018 in Deutschland erscheinen.
 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Leatherface – The Source of Evil (2017)
 
Drifter (2016)
 

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Filmkritik: „Del Playa“ (2017)

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DEL PLAYA

Story

 
 
 

Das Tier in uns: Einem Mobbing-Opfer brennen die Sicherungen durch. Er greift zum Mordwerkzeug und begeht einen blutigen Amoklauf.

 
 
 


 
 
 

DEL PLAYA – Kritik

 
 
 
Außenseiter und Mobbing im Horrorfilm. Das ist Stoff, aus dem man gerne Horror-Slasher macht. Filmkenner wissen, dass in dieser Art von Filmen gern Rache genommen wird, und zwar von Menschen, mit denen man es nicht immer gut gemeint hat. Was bereits mit CARRIE in den 1970ern bei Zuschauern gut ankam, ist auch heute noch gängiger Horrorstoff, den man häufig ins (Heim)Kino bringt. Der Grund ist in der Brisanz dieses Themas zu suchen, das auch heute genauso aktuell ist, wie noch vor über 30 Jahren. Mobbing an Schulen und deren Folgen ist auch im Horrorthriller DEL PLAYA Programm. Doch Vorsicht. Dieser Thriller ist ein hinterlistiger Blender. Der Trailer suggeriert nämlich ein kontroverses Rachedrama, das auf tiefgründige Ursachenforschung hoffen lässt und sich auf einen tatsächlichen Kriminalfall von 2014 stützt. Hat man den Film im Player, kommt schnell die Ernüchterung. DEL PLAYA will ein kontroverser Amokbericht mit Hintergrund sein, ist aber unterm Strich ein beliebiger Slasher mit Fokus auf Langeweile. Hier hält man leider keinen Beitrag für die DVD-Reihe KINO KONTROVERS in den Händen.
 
 
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Jede High School hat seine Außenseiter. So auch in jener, in der die attraktive Teenagerin Claire für die Zukunft paukt. Die kann sich vor Verehrern nicht retten und hat demzufolge die Qual der Wahl, wenn es um ihre Begleitung zum Schulball geht. Auch der introvertierte Matthew hat ein Auge auf die unnahbare Schönheit geworfen. Leider bleibt das Objekt seiner Begierde unerreicht und auch sonst hat der Einzelgänger an der Schule nichts zu lachen. Tagtäglich sieht sich der schüchterne Schüler mit den Mobbing-Attacken seiner Klassenkameraden konfrontiert. Aber auch zu Hause herrscht ein rauer Ton. Dort gibt es regelmäßig Prügel vom Stiefvater, was zur Folge hat, dass der Sonderling rot sieht und einen Mitschüler im Affekt tötet. Fünf Jahre später genießt die schöne Claire ihr Studentenleben auf dem Campus. Auch hier verdreht sie den Kommilitonen den Kopf und hat Spaß auf Partys. Doch ihre Stunden sind gezählt. Der Außenseiter aus High-School-Zeiten ist zurück und hat über die Jahre eine Obsession für unsere Filmheldin entwickelt. Er radiert Liebhaber und Freunde der taffen Claire aus, um so der Studentin besonders nahe zu sein. Da stellt sich die Frage, wie man mit so aufdringlichen Verehrern umgeht. In diesem Falle hilft nur eines: weglaufen.
 
 
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Viel Lärm um nichts. DEL PLAYA sorgte 2015 mit einem Filmtrailer für Trubel. Darin wohnte man einen skrupellosen Amoklauf bei, der nicht unwesentlich an ein tragisches Ereignis erinnerte, welches sich ein Jahr zuvor in Amerika ereignet hatte. Beim sogenannten Amoklauf von Isla Vista ermordete der damals 22-jährige Elliot Rodger sechs Menschen und verletzte dreizehn andere Personen, bevor er sich selbst tötete. Obwohl Regisseur und Drehbuchautor SHAUN HART zwar Parallelen erkannte, beteuerte der Filmemacher gleichzeitig, dass sein Horrorthriller nicht mit dem tatsächlichen Amoklauf in Verbindung steht, sondern nur davon inspiriert wurde. Das war einem erbosten UCSB-Studenten aber zu wenig. Der startete auf change.org eine Petition und forderte den Veröffentlichungsstopp von DEL PLAYA. Weil sich über 29000 Unterstützer fanden, musste die Veröffentlichung des Streifens auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Drei Jahre nach der Kontroverse kommt DEL PLAYA nun in die Heimkinos.
 
 
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Das Resultat rechtfertigt den Ärger in keiner Weise. DEL PLAYA ist nämlich ein schlechter Streifen, der sich als langweiliger Slasher von der Stange entpuppt. Da mutet es schon etwas grotesk an, wenn Macher SHAUN HART in Interviews zu verstehen gibt, dass er in seinem Horrorthriller nach einem ernsthaften „Warum“ für Amokläufe forscht. Das Ergebnis ist leider alles andere als glaubhaft und lässt sich keineswegs ernst nehmen. So wird im Film in Turbogeschwindigkeit Ursachenforschung fürs kaltblütige Morden betrieben und kurz in der Horror-Klischeekiste gewühlt. Schlechtes Elternhaus, Mobbing und unerwiderte Liebe. Das macht also einen Psychopathen aus? Damit macht es sich Hart zu einfach – ein Buch über Psychologie hätte in diesem Falle mehr Aufschluss über die Taten fehlgeleiteter Teenager gegeben. Sieht man von der oberflächlichen Suche nach Antworten ab, ist DEL PLAYA auch als Slasher kaum zu gebrauchen. Zu sehen gibt es kaum Inhalt. Die Handlung ist rudimentär. Wir sehen, wie sich Hauptprotagonistin Claire mit Männern verabredet, Beziehungsprobleme klärt, auf Partys feiern geht und immer wieder an jenen tragischen Tag vor fünf Jahren zurückdenkt, der einem rebellischen Teenager das Leben gekostet hat. Ein klar definiertes Drehbuch mit Charakterentwicklung, Geschichte oder gar Spannung gibt es nicht. Stattdessen taucht der Streifen in den Alltag eines unwichtigen Teenagers ein, der mit unwichtigen Figuren verkehrt, die ebenso unwichtige Dinge erleben. Das alles ist trotz technisch ansprechender Umsetzung vor allem wegen fehlender Spannung, kaum vorhandenem Tempo und wenig talentierter Schauspieler eine Zumutung. Knapp 100 Minuten Lebenszeit kann man auch sinnvoller investieren.
 
 
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Immerhin rütteln die für Slasher üblichen Gemeinheiten aus dem Tiefschlaf. Die sind anfangs ganz ordentlich. So muss ein Mobbing-Opfer ziemlich viel Gewalt von Mitschülern und dem Stiefvater über sich ergehen lassen. Doch mit fortlaufender Spielzeit wird auch der Gewaltpegel reduziert. So wird die Filmheldin vom gepeinigten Klassenkameraden verfolgt, der erst Claires Freunde wenig spektakulär in die Jagdgründe befördert und dann auch noch das Objekt der Begierde mit Küchenutensilien bearbeitet, als die nicht dessen Liebe erwidern möchte. Wer jetzt aber denkt, dass sich die Mattscheibe blutrot färben wird, dürfte bitterlich enttäuscht werden. Kreatives und vor allem deftiges Töten ist nicht gerade die Stärke von Drehbuchschreiber und Regisseur SHAUN HART. Somit darf man DEL PLAYA an dieser Stelle als waschechten Rohrkrepierer bezeichnen, denn weder für Slasher-Fans noch für Liebhaber kontroverser Schocker ist dieser Blödsinn zu gebrauchen. Ein gemeiner Zeiträuber.
 
 
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DEL PLAYA – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Monster werden nicht geboren, sie werden erschaffen. So steht es auf dem Kinoplakat von DEL PLAYA. Das lässt auf einiges hoffen. Doch in diesem Falle ist der verheißungsvolle Spruch nur überflüssiges Marketing-Geplapper. DEL PLAYA ist ein wenig origineller Slasher, der einen gepeinigten Schüler Amok laufen lässt. Die Hintergründe sind oberflächlich und auch die Handlung ist rudimentär. Alles läuft nach dem gleichen Schema ab, wie man es von den meisten Horror-Slashern her kennt. Ein Killer meuchelt sich durch das Fleisch diverser Jungdarsteller und wird am Ende vom Final Girl zur Strecke gebraucht. Viel Originelles hat DEL PLAYA nicht zu bieten. Die Morde sind beliebig und wenig spektakulär. Aber auch den Darstellern hätte man vor den Dreharbeiten empfehlen sollen, vielleicht noch ein paar Schauspielstunden zu nehmen. Was dem Zuschauer nämlich da geboten wird, verursacht Gänsehaut. Unsere Empfehlung: Besser Finger weg von diesem viel zu lang geratenen Horrorthriller.
 
 
 


 
 
 

DEL PLAYA – Zensur

 
 
 
Der Beginn von DEL PLAYA ist schon hart anzusehen. Hier wird ein Schüler immer wieder von Mitschülern zusammengeschlagen. Was aber anfangs noch heftig in Szene gesetzt wird, dürfte Fans härterer Filme schnell enttäuschen. Die weiteren Gewaltszenen sind Slasher-Standard und kaum der Rede wert. Dennoch dürfte DEL PLAYA für die ungeschnittene Fassung eine Erwachsenenfreigabe erhalten.
 
 
 


 
 
 

DEL PLAYA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Terror Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rob Zombie’s Halloween (2007)
 
The Final – Nächste Stunde: Rache! (2010)
 
Tormented (2009)
 


Filmkritik: „Ruin Me“ (2017)

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RUIN ME

Story

 
 
 

Eine Art Escape Room im Freien wird zum Albtraum. Sechs Leute nehmen an einer Horror-Schnitzeljagd teil und können bald nicht mehr zwischen Wirklichkeit und Spiel unterscheiden.

 
 
 


 
 
 

RUIN ME – Kritik

 
 
 
Neue Trends bedeuten neue Horrorfilmstoffe. Immer wenn gute Ideen, neue Innovationen oder raffinierte Technologien die Gesellschaft bewegen, kann man davon ausgehen, dass daraus auch Horrorfilme entstehen. Das war bei dem Siegeszug von Social Media der Fall und wurde auch zum Erfolgsgaranten als sogenannte Horror-Pranks oder Streiche in den Medien schockierten. Nicht weit davon entfernt sind Escape Rooms, die sich momentan in größeren Städten enormer Beliebtheit erfreuen. Hierbei lassen sich Freiwillige in Räume einschließen und versuchen darin Rätsel zu lösen, um wieder nach Draußen zu finden. Ein spannendes Thema, das offenbar Inspiration für den folgenden Horrorthriller geliefert hat. Der stammt von jemandem, der mit dem ersten Horrorfilm den großen Durchbruch erhofft. PRESTON DEFRANCIS zeichnet als Regisseur verantwortlich und hat auch gleich mit am Drehbuch geschrieben. Das Ergebnis ist gar nicht mal so übel, wie man es sonst von anderen Newcomer so sieht. Im Falle von RUIN ME kann man also durchaus einen Blick riskieren – vor allem deshalb, weil die zugrundeliegende Thematik noch relativ unverbraucht ist.
 
 
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Eigentlich sollte es nur ein unterhaltsamer Campingausflug mit Gruseleinlagen werden. Doch für Nathan (MATT DELLAPIANA) und Alex (MARCIENNE DWYER) wird dieser Trip in die Natur zum blanken Horror. Die nehmen an der ultimativen Horrorerfahrung namens „Slasher Sleepout“ teil und erhalten die Lektion ihres Lebens. Dabei handelt es sich um eine Art fiktive Slasher-Schnitzeljagd während der zahlungswillige Gäste zu Tode geängstigt werden und makabre Rätsel lösen müssen. Doch die Mutprobe wird nicht allein absolviert. Vier andere Teilnehmer sind mit an Bord, die sich ebenso fürchten lassen wollen und dafür Geld zahlen. Eine Mordsgaudi, die aber irgendwann aus dem Ruder läuft. So werden die Horrorfans plötzlich von einem Psychopathen verfolgt, der es nicht gut mit den Teilnehmern meint. Passiert das alles wirklich oder ist das nur Teil des Spiels? Die Frage ist berechtigt, denn einer nach dem anderen stirbt. Nun ist guter Rat teuer, zumal sich der Gruselspaß durch ein erlösendes „Aloha, willkommen auf Hawaii“ nicht mehr beenden lässt. Ein Grund mehr warum Heldin Alex die Zähne zusammenbeißen und den Albtraum über sich ergehen lassen muss. Ein vorbildliches Final Girl eben!
 
 
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Der Film mit dem komischen Namen ist verwirrende Gruselunterhaltung, welche an ähnliche Horrorfilme erinnert, die wir vor einiger Zeit besprochen haben. Bei genauerer Betrachtung ist RUIN ME nämlich aus ähnlichem Holz geschnitzt, wie die Streifen SCARE CAMPAIGN, THE BLACKOUT EXPERIMENTS oder FEAR INC. Auch in diesen Horrorfilmen wurden ahnungslose Menschen Teil gruseliger Streiche und makabrer Spiele, die die unfreiwilligen Teilnehmer beinahe in den Wahnsinn getrieben haben. Dem steht auch die Heldin Alex im hier besprochenen Horrorthriller nahe, denn die wird – wie auch der Zuschauer selbst – ziemlich oft an der Nase herumgeführt. Ist hier wirklich ein maskierter Mörder unterwegs oder hat die Hauptdarstellerin nur einen an der Klatsche? Die zuletzt genannte Vermutung kommt nicht von ungefähr. Mehrmals wird Figur Alex im Film darauf hingewiesen, dass die ihre Pillen schlucken soll. Offenbar ist in der Vergangenheit Tragisches passiert, dass ein Trauma hinterlassen hat. Wie das aber in Verbindung mit den Ereignissen in RUIN ME steht, bleibt bis zum Finale ein gut gehütetes Geheimnis. RUIN ME ist kein Horror-Highlight, aber immerhin spannend genug, um zumindest etwas Kurzweil zu versprühen. Regisseur PRESTON DEFRANCIS hat an falsche Fährten, brauchbare Schauspieler und den obligatorischen Twist gedacht. Auf Letzteren kann man im Horrorfilm mittlerweile gar nicht mehr verzichten. Der kommt im Falle von RUIN ME zwar nicht mehr ganz so überraschend daher, macht aber diesen Indie-Horror zu einer runden Angelegenheit. Da verschmerzt man doch gern einige Schnitzer im Drehbuch. So verlässt der Filmemacher kurz das Slasher-Fach, um sich etwas im SAW-Milieu auszutoben, nur um anschließend zur Slasher-Tagesordnung zurückzukehren. Irgendwie passt dieser abrupte Richtungswechsel gar nicht zum eigentlichen Film. Wir von FILMCHECKER drücken diesmal noch ein Auge zu, denn gute Horrorfilme sind leider ziemlich rar geworden.
 
 
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RUIN ME – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die Horror-Version von ICH BIN EIN STAR, HOLT MICH HIER RAUS. Der Indie-Horror RUIN ME ist kein Horror-Highlight, aber wegen seiner noch unverbrauchten Thematik und einiger falscher Fährten immer noch besser, als das, was einem sonst mittlerweile im Horror-Genre zugemutet wird. Im Grunde genommen besitzt der Streifen all das, was man von Horrorfilmen neueren Datums erwartet. Es gibt einige Morde zu sehen, falsche Fährten und den wichtigen Twist. Leider ist die Auflösung schnell vorhersehbar, auch wenn Macher PRESTON DEFRANCIS vehement darum bemüht ist, das Geheimnis rund um Filmheldin Alex gut zu bewahren. Immerhin wird der belohnt, der sich über den seltsamen Filmtitel Köpfchen macht. Was zu Beginn Fragen aufwirft, ergibt am Ende einen Sinn. Dann erst passt die Titelkreation wie die Faust aufs Auge. RUIN ME ist nichts, was das Horror-Genre maßgeblich verändern wird. Als kleiner Lückenfüller für einen verregneten Sonntag reicht er aber aus.
 
 
 


 
 
 

RUIN ME – Zensur

 
 
 
RUIN ME ist kein Splatter-Hit. Die Gewaltmomente sind überschaubar. Ein Mann ertrinkt, es gibt eine Schussverletzung und eine durchgeschnittene Kehle. Sollte der Film hierzulande veröffentlicht werden, winkt vermutlich eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

RUIN ME – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Terror Weekend Productions)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Scare Campaign (2016)
 
Fear Inc. (2015)
 
April Fool’s Day (1986)
 
Happy Birthday (2016)
 


Filmkritik: „The Domestics“ (2018)

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THE DOMESTICS

Story

 
 
 

Ein Paar muss sich in einer dystopischen Zukunftsvision mit brutalen Banden auseinandersetzen, die Spaß daran haben, ahnungslose Menschen zu quälen.

 
 
 


 
 
 

THE DOMESTICS – Kritik

 
 
 
Postapokalyptische Szenarien sind seit Jahren schwer im Kommen. Was sich vor allem im Zombiefilm zu einem beliebten Thema entwickelt hat, ist mittlerweile auch genreübergreifend ein Garant für gute Zuschauerzahlen. So vergeht kein Monat in dem nicht mindestens ein Untergangsszenario in Lichtspielhaus oder Heimkino gebracht wird, um dem den Filmfan in eine finstere Zukunft zu entführen, wo vor allem Angst und Gewalt den Alltag beherrscht. Der Endzeit-Thriller THE DOMESTICS stellt hierbei keine Ausnahme dar. Auch dieser krude Horror-Schocker ist eine dystopische Filmvision, die es nicht gut mit der Menschheit meint und deren Untergang prophezeit. In aufgewühlten, instabilen Zeiten wie der unseren keine so abwegige Utopie mit der sich der Filmemacher MIKE P. NELSON auseinandersetzt. Der stellt sich in seiner zweiten Regiearbeit die Frage, was wäre, wenn die Menschheit ausgelöscht werden würde und nur noch wenige Menschen den Planeten bevölkern. Zusammenhalt oder Chaos? Erfahrene Filmkenner wissen, dass in diesem Falle vermutlich letzteres eintreffen wird. Und in der Tat: THE DOMESTICS rückt einmal mehr das Tier Mensch in den Mittelpunkt, das dem Überlebenswillen wegen über Leichen geht. Dennoch ist Gebotenes nicht sonderlich kritisch. Vielmehr wird mal wieder versucht mit Exploitation schnell Kasse zu machen. Wer es brutal mag, kommt daher auf seine Kosten. Feingeister werden hingegen das Weite suchen.
 
 
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Politische Konflikte, Rassenspannungen, Krankheiten, Armut, Verschuldung, Gewalt, Überbevölkerung und schwindende Ressourcen: Die Vereinigten Staaten von Amerika stehen vor dem Untergang. Für die Regierung Grund genug die Notbremse zu ziehen. Sie lässt mithilfe von Flugzeugen ein tödliches Gift verteilen, das die Mehrheit der Bevölkerung dahinrafft. Doch statt Besserung folgt Chaos. Einige Menschen konnten überleben. Doch die leben in ständiger Angst, weil nun mehrere Banden das Land beherrschen, die vor nichts und niemanden Gnade kennen. Kein gutes Omen für Mark (TYLER HOECHLIN) und Nina (KATE BOSWORTH). Die haben plötzlich keinen Kontakt mehr zu Verwandten, was das Paar dazu veranlasst nach dem Rechten zu sehen. Man setzt sich ins Auto und bahnt sich den Weg durch eine brutale, postapokalyptische Welt, die von grausamen Gangs und Stämmen regiert wird. Ob man heil am Ziel ankommen wird? Zimperlich geht es in THE DOMESTICS keinesfalls zu.
 
 
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Wenn Anarchie zum Alltag wird. THE DOMESTICS ist unabhängiges Überlebenskino, das sich vor allem durch eines auszeichnet: Gewalt. Der Thriller macht es so ungemütlichen Mainstream-Filmen wie THE PURGE oder THE STRANGERS gleich, die aus einer simplen Idee den maximalen Terror herauskitzeln. In diesen Schockern geraten gute Leute ganz unfreiwillig in den Fokus böser Menschen, die Spaß daran haben ihre ahnungslosen Opfer zu terrorisieren. THE DOMESTICS nutzt genau diese Erfolgszutat für 90 Minuten Schrecken aus, um seine Helden durch die Filmhölle gehen zu lassen. Überraschenderweise funktioniert das rudimentäre Prinzip des Menschenquälens tadellos und das, obwohl genau jener Handlungsablauf nach den vor einigen Jahren sehr lukrativen Rape-and-Revenge und Home-Invasion-Wellen so langsam mit Abnutzungserscheinungen zu kämpfen hat. Die alte Leier wird im Falle von THE DOMESTICS aber zum Glücksgriff. Der Grund: Regisseur MIKE P. NELSON beweist ein talentiertes Händchen im Heraufbeschwören von kompromissloser Terrorstimmung und meint es dabei nicht immer gut mit seinen Filmhelden. Die geraten auf ihrer gefährlichen Reise durchs ausgerottete Amerika an perverse Banden, die ähnlich wie in einem Videospiel erfinderisch ausradiert werden müssen. Kaum sind die einen Bösewichte hingerichtet, folgen die nächsten Unholde. Dabei wird eine nicht enden wollende Spirale der Gewalt entfacht, die erst im Schlussfight gegen den Endboss einen krönenden Abschluss findet. Da bekommt man direkt Lust auf eine Runde Prügel- und Balleraction auf der Spielkonsole.
 
 
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Dennoch, THE DOMESTIC ist keine Sternstunde des Überlebens-Horrors. Der krude Mix aus MAD MAX und THE PURGE wurde zwar temporeich inszeniert, hat aber ein ziemliches Problem mit der Glaubwürdigkeit. Vertraute werden – um mal wieder Horrorklischees zu bedienen – plötzlich zu Feinden und die bewaffnete Banden sind aus nicht erklärbaren Gründen unseren beiden Filmhelden immer unterlegen. Letztere müssen erstmal den Gebrauch von Schusswaffen erlernen, schießen aber im entscheidenden Moment genau ins Schwarze. Das mutet teils unfreiwillig komisch an, hat aber im Grunde genommen nur einen Sinn: die Blutgeilheit des Publikums zu befriedigen. Letzteres bekommt hier den ultimativen Baller-Overkill geboten. Es wird gemordet und geschossen, als gäbe es kein Morgen mehr. Der Bodycount ist ordentlich und Blut spritzt reichlich. Dass da die nicht uninteressante Handlung gern mal ins Abseits gerät, ist ärgerlich aber für den Fan härterer Filme nicht sonderlich tragisch. THE DOMESTICS ist ein kurzweiliger Blick in menschliche Abgründe. Eine ernstzunehmende Dystopie ist dieser Film aber keineswegs. Das ist irgendwie bedauerlich, denn Mord und Totschlag sieht man oft. Wirklich gesellschaftskritische Weltuntergangsszenarien hingegen leider zu selten.
 
 
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THE DOMESTICS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grausame Zukunftsvision: Wenn die Welt nach dem Supergau in einen Gewaltrausch verfällt. THE DOMESTICS ist ein dystopischer Horrorthriller, der aber nicht sonderlich kritisch mit seiner zugrundeliegenden Handlung ins Gericht geht. Vielmehr will der Film die niederen Instinkte des Publikums stimulieren. Das bedeutet weniger Weltuntergangsstimmung, dafür mehr Mord und Totschlag. Das ist zwar ab und an ganz okay, aber im Falle von THE DOMESTICS dann doch oftmals zu viel des Guten. Hier hetzen Horden böser Menschen hinter einem nicht kampferprobten Paar hinterher. Seltsamerweise ist letzteres immer ein Stück voraus und hat das Glück für sich gepachtet. Das ist nicht nur unglaubwürdig, sondern manchmal auch unfreiwillig komisch. Gewaltfans wird das kaum stören. THE DOMESTICS ist ein dreckiger Mix aus MAD MAX und THE PURGE fernab jeglicher Logik, dafür aber mit viel Kurzweil und böser Action. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
 
 
 


 
 
 

THE DOMESTICS – Zensur

 
 
 
THE DOMESTICS ist ein klarer FSK18-Kandidat. Vorwiegend wird von Schusswaffen Gebrauch gemacht. Es gibt diverse Einschüsse zu sehen, ein Messer wird in ein Auge gerammt und einer Filmfigur wird der Kopf weggeschossen. Weiterhin kommt ein Bohrer zum Einsatz und viele weitere Gemeinheiten versüssen das Splatter-Fanherz. THE DOMESTICS flimmert im August 2018 über deutsche Kinoleinwände.
 
 
 


 
 
 

THE DOMESTICS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei KINOSTAR FILMVERLEIH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Immigration Game (2017)
 
The Purge – Die Säuberung (2013)
 
The Strangers (2008)
 
The Strangers 2 – Opfernacht (2018)
 
The Tournament (2009)
 
Mad Max: Fury Road (2015)
 
Wolves at the Door (2016)
 
The Road (2009)
 


Kritik: „Downrange – Die Zielscheibe bist du!“ (2017)

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DOWNRANGE – DIE ZIELSCHEIBE BIST DU!

(DOWNRANGE)

Story

 
 
 

Dümmlicher Pseudo-Terror von der Stange. Eine Gruppe Freunde gerät im Hinterland an einen Sniper, der die Jugendlichen nacheinander mit seinem Gewehr in die ewigen Jagdgründe befördert.

 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Kritik

 
 
 
Dumme Teenager müssen im Horrorfilm sterben. Eine Formel, die vor allem im Slasher-Genre zum guten Ton gehört. Doch nicht immer müssen es unkaputtbare Killer sein, die sich scheinbar rastlos an die Fersen ihrer aufgescheuchten Opfer heften und sie so lange verfolgen, bis sie sich ihrem Schicksal ergeben. Es geht auch anders und das sogar ohne sich die Finger schmutzig zu machen oder gar Kalorien verbrennen müssen, wie der Splatterfilm DOWNRANGE beweist. Darin hat es sich ein Scharfschütze in einem Baum gemütlich gemacht und wartet in Seelenruhe auf seine Opfer. Die kommen schon bald. Eine Gruppe Freunde düst durch das Jagdgebiet des Fremden und muss bald ums Überleben bangen. So schießt der Killer in die Räder des Fahrzeugs und zwingt die Jugendlichen zum Stranden. Nun ist guter Rat teuer, denn weder der Wagen lässt sich fortbewegen noch haben die Handys Empfang. Da stellt sich die Frage, wie man dem Schicksal entkommen kann. Den Teenagern zumindest scheint’s egal zu sein. Die scheißen auf Pläne und laufen lieber unüberlegt durch die Szenerie. Dass sie dafür mit dem Tod bestraft werden müssen, ist so klar wie Kloßbrühe. Für den Spannungsaufbau ist ein so trivialer Ablauf leider nicht sonderlich förderlich.
 
 
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Was nur hat Filmemacher RYUHEI KITAMURA dazu getrieben, einen Film wie DOWNRANGE zu inszenieren? Der Regisseur ist fürs blutige Horrorfach bekannt und konnte sich in der Vergangenheit mit einigen sehr gelungenen Horrorstreifen einen Namen machen. So gehen auf dessen Konto der Asia-Splatter-Hit VERSUS, sowie die nicht minder deftige Schlachtplatten MIDNIGHT MEAT TRAIN und NO ONE LIVES. Das blutige Chaos wird auch im Sniper-Schocker DOWNRANGE beibehalten, der leider gar nicht mehr so unterhaltsam ist, wie die bisherigen Streifen des Filmemachers. Irgendwie steckt in diesem Film der Wurm, was in erster Linie daran liegt, dass die Charakterzeichnung unter aller Kanone ist. Nun gut, möchte man meinen, Charakterzeichnung ist im Horrorfach meist Nebensache. Wenn aber Protagonisten wie dumme Schafe vor dem Visier eines Schafschützen tanzen und dabei nicht einen klugen Gedanken fassen wollen, ist Schluss mit lustig. DOWNRANGE meint es nicht gut mit seinen Protagonisten, denn die handeln von Sinnen und befriedigen damit zumindest die Blutsucht des Zuschauers. Der bekommt in DOWNRANGE anständig gefilmte Morde zu sehen, die so zeigefreudig sind, dass der Streifen Probleme mit der FSK bekam. Der Sniper-Splatter erhielt nämlich anfangs von der Prüfbehörde keine Freigabe. Doch der Rechteinhaber ging gegen das Urteil in Berufung und hatte Erfolg. Ob dieser (finanzielle) Aufwand gerechtfertigt gewesen war, sollte an dieser Stelle jeder selbst entscheiden. DOWNRANGE ist nicht sonderlich helle und spult seine vorhersehbare und unspannende Geschichte nach Schema F ab. Das bedeutet: kreischen, winseln und sterben bis am Ende niemand mehr übrig ist. Die Charakterentwicklung ist oberflächlich, die Protagonisten sind unsympathisch und die zweckmäßigen Dialoge sind sogar noch dümmer, als die jeder gescripteten RTL2-Nachmittagssendung. Demzufolge raten wir, besser andere und gelungenere Sniper-Thriller in den Player schieben, denen es auch tatsächlich gelingt, den Puls des Publikums in die Höhe zu treiben. So schockierten zuletzt Filme wie KING OF THE HILL oder TOWER BLOCK. Zwei heftige Streifen, die das Nervenkostüm beanspruchen und dabei auch noch Kompromisse scheuen. Zartbesaitete Zuschauer sollten die aber besser meiden.
 
 
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DOWNRANGE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Intellektueller Total-Reinfall! Dafür aber professioneller Splatter im Überfluss. Den bekommt man im Falle von DOWNRANGE ziemlich oft vor die Linse und das auch noch in technisch tadelloser Umsetzung. Brutalität steht hier vor Plausibilität, denn bis auf den Filmbösewicht handelt nahezu jede Figur dieses deftigen Splatterstreifens dämlich und unüberlegt. Feingeister werden daher an dieser Stelle vorgewarnt. Die selten dummen Handlungen aller Protagonisten gehen an die Substanz und machen wütend. Wer demzufolge leicht cholerisch veranlagt ist, sollte DOWNRANGE besser meiden. Das ist besser fürs Herz.
 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Zensur

 
 
 
In DOWNRANGE – DIE ZIELSCHEIBE BIST DU (so der deutsche Titel) geht es nicht zimperlich zu. Köpfe werden überfahren, Augen ausgeschossen und Körper mit Kugeln durchsiebt. Die Gewaltexzesse sind so deftig, dass selbst die FSK keinen Spaß verstand und DOWNRANGE eigentlich ungeschnitten nicht freigeben wollte. Wer aber denkt, dass dieses Horrorthriller Federn lassen musste, wird überrascht sein. Offenbar hatte das Label SPLENDID FILM mehr Glück als gedacht. Nach einer Berufung, gabs von der FSK dann doch den Segen. DOWNRANGE steht ab sofort ungeschnitten mit rotem FSK-Sticker im Handel.
 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Downrange; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Holländisch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 94 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 25.05.2018

 

Downrange – Die Zielscheibe bist du! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

DOWNRANGE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
El rey de la montaña – Unsichtbare Gefahr (2007)
 
Beim Sterben ist jeder der Erste (1972)
 
Happy Hunting (2017)
 
Carnage Park (2016)
 


Filmkritik: „The Strangers: Opfernacht“ (2018)

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THE STRANGERS: OPFERNACHT

(THE STRANGERS 2 | THE STRANGERS: PREY AT NIGHT)

Story

 
 
 

Auf in Runde 2: Nachdem in THE STRANGERS ein ahnungsloses Paar mit Beziehungsproblemen von maskierten Fremden terrorisiert wurde, muss sich in THE STRANGERS: OPFERNACHT eine vierköpfige Familie mit den gleichen Gestalten auseinandersetzen. Diese wird vom personifizierten Bösen in einem Trailerpark verfolgt und muss dort ums Überleben kämpfen.

 
 
 


 
 
 

THE STRANGERS 2 – Kritik

 
 
 
2008 war ein gutes Jahr für Regisseur BRYAN BERTINO. Mit gerade einmal zehn Millionen Dollar dreht der damals noch unerfahrene Newcomer einen fiesen Horrorstreifen, der am Ende über das achtfache an den Kinokassen einspielen konnte. Der Terrorfilm THE STRANGERS kam gut an und erhielt sogar von der Fachpresse positives Feedback. Dass da eine obligatorischen Fortsetzung gedreht werden musste, lag auf der Hand. Seltsamerweise kam die trotz erfolgreicher Auswertung leider nie. Das ändert sich aber jetzt. Zehn Jahre nach dem Erfolg von THE STRANGERS hatte man mit Fans Erbarmen und arbeitete an einem Sequel, das nahtlos an den Geschehnissen des Erstlings anknüpfen sollte. Treu der Devise „Mehr Leichen, mehr Action und mehr Gewalt“ hakte man die Erfolgsformel für Horrorfilm-Fortsetzungen ab und verzettelte sich dabei leidlich. THE STRANGERS: OPFERNACHT – so der deutsche Titel des zweiten Teils – hinkt dem Originalfilm in allen Belangen hinterher. Aus einem Terrorfilm ist nun ein Slasher geworden, der vor allem mit zwei Problemen zu kämpfen hat: der Dummheit seiner Protagonisten und der vorhersehbaren Handlung. Das sind keine guten Voraussetzungen für spannende Horrorunterhaltung, zumal THE STRANGERS 2 gleiche Geschichte erzählt, wie der Vorgänger und dabei auch nichts hinzuzufügen hat. Fans sollten sich auf das Schlimmste gefasst machen.
 
 
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Ein konventionell gewerkelter Hochglanz-Schnarcher für die Generation NETFLIX: Im zweiten Teil von THE STRANGERS geht es einer vierköpfigen Familie an den Kragen. Die Eltern wollen die rebellische Tochter Kinsey (BAILEE MADISON) in ein Internat bringen und machen unterwegs Halt in einem Trailerpark, der von Verwandten betrieben wird. Doch zum Rasten kommt man erst gar nicht. Kaum angekommen, klopft es an der Tür und drei vermummte Gestalten machen den Familienangehörigen das Leben zur Hölle. Die beginnen die ahnungslosen Opfer zu jagen und scheinen offenbar Freude daran zu haben mit den ahnungslosen Auserwählten boshafte Spiele zu spielen. Wie bereits im Originalfilm bleibt die Identität der Bösewichte ungeklärt. Neu hingegen ist, dass sich ihre neuen Opfer zu wehren wissen. Endlich bekommt das Böse auch mal den Marsch geblasen.
 
 
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Ist das ein Remake? Zumindest geht THE STRANGERS: OFERNACHT den gleichen Weg, wie die meisten amerikanischen Hochglanz-Horrorfilme neueren Datums. Viele Fortsetzungen erfolgreicher Hollywood-Streifen werden so konzipiert, dass sie für sich allein stehen können. Das hat zur Folge, dass Sequels quasi gleiche Geschichte erzählen wie ihre Vorgänger, um so den Einstieg für jene zu erleichtern, die die Vorgängerfilme nicht gesehen haben. Was für den einen Segen ist für den anderen ein Fluch. THE STRANGERS: OFERNACHT fühlt sich an, wie ein überflüssiger Nachschlag eines beklemmenden wie hochspannenden Horrorstreifens, der gerade wegen seiner dialogarmen Handlung und messerscharfem Psychoterror zu einem der besten Home-Invasion-Schocker unserer Zeit avancierte. Große Fußstapfen, in die nun Teil 2 treten muss und dabei kläglich scheitert. Viel Neues hat die Fortsetzung nämlich nicht zu erzählen. So wurden einzig Figuren und Schauplätze ausgetauscht. Der Rest ist identisch zum Originalfilm und wurde wenig packend auf Zelluloid gebannt. Das ist dahingehend enttäuschend, weil Regisseur JOHANNES ROBERTS zuletzt gezeigt hat, dass er es eigentlich kann. So drehte er mit THE OTHER SIDE OF THE DOOR und 47 METERS DOWN zwei gelungene Genre-Beiträge, die auch bei Kritikern und Publikum bestehen konnten. THE STRANGERS: OFERNACHT ist dagegen enttäuschend und erweckt den Eindruck, als habe der Filmemacher schnell unter Druck irgendwas drehen müssen. Das Drehbuch wurde dahingeschludert und lässt seine wenigen Figuren nur selten klug handeln. Das erhöht schnell den Nervfaktor beim Publikum, dem es erst gar nicht gelingt, Sympathien für die Protagonisten zu entwickeln, weil diese so irrational handeln. Was bleibt, ist ein wenig origineller Horrorfilm, der offenbar nur deswegen gedreht wurde, um noch einmal schnell Kasse zu machen. Was Horrorfilmfans wollten, war den Machern dabei aber egal. Normalerweise landet sowas wie THE STRANGERS: OFERNACHT direkt auf dem Videomarkt. Weil ein bekanntes Franchise dahintersteckt, musste es trotz qualitativer Schwächen auf Biegen und Brechen ins Kino gebracht werden. Damit macht man sich keine Freunde, zumal vielen weitaus besseren Filmen ein Kinostart vorenthalten wird.
 
 
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THE STRANGERS 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
THE STRANGERS: OFERNACHT ist die Horrorenttäuschung des Jahres 2018. Während THE STRANGERS von 2008 noch ein Horrorfilm war, der mit erbarmungsloser psychologischer Härte schockieren konnte, ist die Fortsetzung ein schnell aufgewärmtes Horrorlüftchen, das offenbar der schnellen Mark wegen ins Lichtspielhaus gebracht wurde. Die Macher haben sich nach zehn Jahren Wartezeit nicht einmal ansatzweise Gedanken darüber gemacht, wie man den kompromisslosen Originalfilm würdig fortsetzen könnte. Warum hat man im zweiten Teil nicht versucht, die Geschehnisse aus der Sicht der Täter zu erzählen? Die bekommen zwar in der Fortsetzung ihr Fett weg, verhalten sich aber oftmals dümmer als ihre aufgescheuchten Opfer. So entpuppt sich das Ergebnis als beliebiger Horror-Slasher von der Stange, der weder Spannung aufbauen kann, noch Mitleid oder Sympathien für seine Opfer entstehen lässt. Statt Einfälle und Neuerungen gibt es noch einmal Aufgewärmtes. Erfahrene Horrorfilmkenner werden da schnell gelangweilt sein, zumal die Abläufe so schablonenartig abgearbeitet werden, dass die Fremden schnell zu Nervensägen avancieren, die hoffentlich bald vom Blitz getroffen werden. Immerhin hat es ein nennenswertes Stilmittel in die Fortsetzung geschafft. THE STRANGERS 2 schaut nämlich aus, wie ein Horrorfilm der 1980er, was offenbar zu verstehen geben soll, dass die Macher ein Herz für die Filme jener Zeit und vor allem für Altmeister JOHN CARPENTER haben. Letzterer dürfte für diesen zwanghaft konventionell gestickten Blödsinn nicht mal ein Lächeln übrig haben. Verständlich!
 
 
 


 
 
 

THE STRANGERS 2 – Zensur

 
 
 
Im direkten Vergleich zum Vorgänger ist die Fortsetzung von THE STRANGERS in Sachen Gewalt weitaus zeigefreudiger. Hier kommt das obligatorische Messer ebenso zum Einsatz, wie Axt und Schrotgewehr. Das alles ist aber derart schnell geschnitten, dass sich die Gewaltmomente nicht so hart anfühlen wie noch im Originalfilm. Hierzulande hat THE STRANGERS: OPFERNACHT eine FSK16 erhalten. Diese ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

THE STRANGERS 2 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei UNIVERSUM FILM | SQUAREONE)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Strangers (2008)
 
The Purge – Die Säuberung (2013)
 
Them (2006)
 
You’re Next (2012)


Filmkritik: „Feral“ (2017)

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FERAL

Story

 
 
 

In einer Waldhütte geht das Böse um. Nein, FERAL ist kein weiteres Plagiat des beliebten Horrorklassikers EVIL DEAD. In diesem Horrorfilm stecken sich junge Menschen mit einem aggressiven Virus an, der diese in Monster verwandelt.

 
 
 


 
 
 

FERAL – Kritik

 
 
 
Eigentlich sollte es nur ein kleiner Campingausflug mit Freunden werden. Drei Pärchen machen sich auf in die Wälder, um die Natur genießen zu können. Doch es kommt mal wieder alles anders. Ein seltsames menschenartiges Wesen überfällt einen der Kumpels und reißt ihm die Innereien aus dem Körper. Das verursacht Panik bei den übrigen Freunden, die nacheinander ebenfalls vom Bösen attackiert werden und sich dabei mit einem ominösen Virus infizieren, der Menschen in Bestien verwandelt. Gott sei Dank kommt Unterstützung. Ein Fremder eilt den Freunden zu Hilfe und verschafft ihnen Unterschlupf im eigenen Heim. Doch offenbar ist man in dieser Hütte nicht sonderlich sicher. Ach hier ist man von den Attacken der Infizierten nicht sicher. Die versuchen alles, um weitere Menschen mit der furchtbaren Seuche anzustecken. Demzufolge ist der Fortgang von FERAL nicht sonderlich einfallsreich. Einer nach dem anderen wird angesteckt und verwandelt sich anschließend in eine ebenso aggressive Bestie, die nur ein Ziel kennt: die noch nicht infizierten Freunde ebenfalls in den Abgrund zu reißen.
 
 
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Wenn es ein Virus mal wieder nicht gut mit der Menschheit meint. Das klingt wie etwas, was man schon tausende Male gesehen hat. FERAL ist ein später Nachzügler der lukrativen Zombie-Welle, die vor einigen Jahren noch einmal erfolgreich aufkam. Dort wurden meist Menschen nach einem Virusausbruch in aggressive Kreaturen umfunktioniert, die geifernd durch Szenarien liefen, um den Virus möglichst schnell weiterzugeben. Mittlerweile ist es im Zombie-Genre verdächtig still geworden, was wohl daran liegt, dass sich allmählich ein Sättigungsgefühl beim Publikum eingestellt hat. Regisseur MARK YOUNG scheint das aber wohl egal zu sein. Der begibt sich noch einmal auf bekannte Zombie-Pfade und liefert solide Horrorunterhaltung ab, die sich irgendwo zwischen CABIN FEVER und THE DESCENT bewegt. Alles ist demzufolge wie gehabt: Protagonisten unterschätzen die Gefahr, handeln unklug und werden nacheinander mit dem Virus infiziert, der sie zu mutierten Kreaturen mit niederen Instinkten macht. Neu dagegen ist, dass eine taffe Heldin das Steuer übernimmt, die nicht unbedingt den gängigen Horror-Abziehbildern entspricht. Filmemacher MARK YOUNG hat für die Heldenrolle eine problembehaftete Kämpferin gewählt, die wegen ihrer sexuellen Orientierung private Niederlagen durchlebt. So liebt Heldin Alice (SCOUT TAYLOR-COMPTON aus GHOST HOUSE) keinen Mann, sondern hat die Reise mit der Liebsten (OLIVIA LUCCARDI aus IT FOLLOWS) angetreten, welche im Überlebenskampf stets zur Seite steht. Eine ungewöhnliche Prämisse, mit der sich FERAL zumindest etwas vom Zombie-Virus-Einheitsbrei abheben will. Doch das Abweichen von gängigen Heldenklischees funktioniert nur bedingt. Homosexualität wird in FERAL nur zum Randthema gemacht. Stattdessen liegt der Hauptfokus des Films auf das Infizieren und Auslöschen seiner Protagonisten. Sonderlich einfallsreich ist das nicht.
 
 
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Immerhin kann man Regisseur und Drehbuchautor MARK YOUNG nicht vorwerfen, dass der handwerklich nichts kann. Der Filmemacher hat in der Vergangenheit bereits einige Low-Budget-Streifen mit bekannten Gesichtern gedreht, wobei er es 2007 mit dem Horrorfilm TOOTH AND NAIL auch auf das beliebte AFTER DARK HORRORFEST geschafft hatte. FERAL besitzt gute Kameraarbeit, eine anständige Charakterentwicklung und auch Schauspieler, die ihre Rollen glaubhaft verkörpern. Zudem hat man sich auch hinsichtlich Gewaltszenen und Kreaturen-Design Mühe gegeben. Haben sich die Protagonisten des Streifens erst einmal mit dem seltsamen Virus angesteckt, verwandeln die sich schleichend in Gestalten, die an Monster von so Streifen wie THE DESCENT oder 30 DAYS A NIGHT erinnern. Damit lässt sich zwar keinen Blumentopf gewinnen – wer aber unbedingt atmosphärischen Horror-Naschub mit einigen Schocks benötigt, kann bedenkenlos zugreifen. Viel erwarten sollte man aber nicht.
 
 
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FERAL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein grimmiger Mix aus CABIN FEVER, THE DESCENT und 28 DAYS LATER mit für Horrorfilme ungewöhnlicher Heldenkonstellation. FERAL ist kein Horror-Highlight. Der Horror-Indie ist ein solider Genre-Beitrag, der wegen seiner Vorhersehbarkeit und allzu bekannter Formeln schnell wieder vergessen sein wird. Lobenswerterweise hat man auf Charakterentwicklung geachtet und an gute Schauspieler gedacht. Die machen die gradlinige Handlung halbwegs ertragbar, die einzig darin besteht, Menschen mit einem Virus zu infizieren, die anschließend umgebracht werden müssen, weil sie sich in unaufhaltbare Killermaschinen verwandeln. FERAL ist ein typischer Vertreter der Gattung: Einmal gesehen und abgehackt. Etwas mehr Kreativität und Einfallsreichtum täten dem Horror-Genre gut. Mittlerweile scheinen Filmstudios und Macher nur noch auf die schnelle Mark aus zu sein. Die Folge: Man bekommt Geschichten vor die Linse, die im Grunde genommen – minimal abgeändert – die immer gleiche Handlung abspulen. Öde!
 
 
 


 
 
 

FERAL – Zensur

 
 
 
Sehr brutal ist FERAL nicht. Hälse werden aufgeschlitzt, ein Brustkorb aufgerissen und ein Messer wird ebenso in einen Rücken gerammt. Außerdem entledigt man sich dem Bösen mit einem Schrotgewehr. Sollte FERAL hierzulande veröffentlicht werden, ist eine FSK16 durchaus denkbar.
 
 
 


 
 
 

FERAL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Redwood (2017)
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)
 
Cabin Fever (2016)
 


Filmkritik: „Rave Party Massacre“ (2017)

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RAVE PARTY MASSACRE

(DEADTHIRSTY)

Story

 
 
 

Wenn die Beats enden, beginnt der Horror. Nach einer durchzechten Partynacht, geht es einigen Technojüngern an den Kragen. Ein Killer mit Tiermaske will sie töten – grausam und blutig.

 
 
 


 
 
 

RAVE PARTY MASSACRE – Kritik

 
 
 
Als Horrorfilmkritiker benötigt man ein dickes Fell. Nicht, dass es schwierig wäre über Filme zu schreiben. Weitaus bedenklicher ist das, was oft als Horrorfilm bezeichnet und zugemutet wird. Da flattern häufig Filme auf den Schreibtisch, die so undenkbar einfältig sind, dass nicht selten der Spaß am Schauen von Genre-Streifen vergeht. RAVE PARTY MASSACRE ist so ein Kandidat, der sich Slasher schimpft. Da mag sicher zutreffen, denn der Streifen hat das, was einen Meuchelstreifen ausmacht. Der fade Beigeschmack ist jedoch der Film selbst, der so dilettantisch zusammengekleistert wurde, dass man ein dickes Fell benötigt, um knapp 80 Minuten Horror-Leerlauf ertragen zu können. Es gibt nun mal nichts Schlimmeres als langweilige Horrorfilme.
 
 
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Wir gehen zurück in das Jahr 1992. Der Techno hält mittlerweile nicht mehr nur in deutschen Clubs Einzug. Auch in Übersee kleiden sich Raver in bunte Fummel, um sich unter Drogeneinfluss schnellen Beats hinzugeben. Unsere Heldin Rachel treibt es zu genau einer dieser angesagten Techno-Veranstaltungen, die bevorzugt in leerstehenden Gebäuden veranstaltet werden, um feierhungrigen Partygängern lange Nächte bescheren zu können. Doch diese Party endet für Rachel und einige Gästen nicht sonderlich rosig. Nach ein paar Pillen Ecstasy und reichlich Alkohol findet man sich in einem heruntergekommenen Krankenhaus wider. Die Eingänge sind verschlossen und ein Entkommen nicht möglich. Da kommt verständlicherweise Panik auf. Die ist auch berechtigt, denn durch die Flure irrt ein maskierter Killer, der offenbar bestrafen will. Warum und weshalb? Das erfährt der Zuschauer erst im Finale. Bis es jedoch zur Auflösung kommt, bedarf es viel Geduld. RAVE PARTY MASSACRE ist leider keine Sternstunde des Slasher-Kinos. So werden knapp 80 Minuten Film zu einer gefühlten Ewigkeit.
 
 
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Krasses Poster, geiler Titel – Vorfreude pur! Doch nicht immer da wo „Massacre“ draufsteht, wird zwangsläufig auch ein Blutfest der Extraklasse zelebriert. RAVE PARTY MASSACRE ist eine ziemliche Mogelpackung, weil der Streifen verspricht, was er gar nicht halten kann. Das im Titel versprochene Massaker muss man nämlich mit der Lupe suchen. Stattdessen wird der Zuschauer mit talentlosen Schauspielern gequält, die wohl auf der Straßen aufgelesen und in ein leerstehendes Krankenhaus gebracht wurden, um dort für kleines Geld durch Gänge und Treppenhäuser zu laufen. Nein, RAVE PARTY MASSACRE ist bei Gott kein guter Slasher. Das liegt einerseits daran, dass es dem Film zu keiner Minute gelingt Spannung aufzubauen. Andererseits mangelt es an Identifikationsfiguren, die den Zuschauer an die Hand nehmen und durch den Film führen. Da fragt man sich doch glatt, ob Regisseur JASON WINN verstanden hat, auf was es beim Drehen eines Horror-Slashers ankommt. Der Blutzoll ist gering, die Handlung passt auf einen Bierdeckel und auf sympathische Figuren hat man gleich ganz verzichtet. Angesichts der ohnehin schon vorhersehbaren Abläufe für Slasher ein Debakel, was RAVE PARTY MASSACRE zu einem ziemlichen Rohrkrepierer macht. Was bleibt sind immerhin ansprechende Bilder. Filmemacher JASON WINN experimentiert mit kreativen Kamerawinkeln, Fahrspielereien und atmosphärischer Ausleuchtung. Gute Ansätze, die aber nicht verbergen können, dass es sich bei genauerer Betrachtung nur um Amateurware auf gehobenem Niveau handelt. Demzufolge sollte man sich auf das Schlimmste gefasst machen. RAVE PARTY MASSACRE ist nur für Hardcore-Slasher-Fans geeignet. Wer gute und unterhaltsame Filme sucht, ist hier an der falschen Adresse.
 
 
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RAVE PARTY MASSACRE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ein Slasher, der mit seinem reißerischen Titel in die Irre führt. Wer mit RAVE PARTY MASSACRE den Horrorklassiker TEXAS CHAINSAW MASSACRE und seine Fortsetzungen assoziiert, ist auf dem Holzweg und dürfte schnell enttäuscht werden. Statt ausufernde Gewalt- und Terrorexzesse gibt es Langeweile für Alle. Die Schauspieler agieren furchtbar und hölzern. Zudem ist der Blutzoll gering. Alles läuft nach klassischem Slasher-Muster ab. Das bedeutet, dass junge Menschen vor einem Killer mit Maske flüchten müssen und wenig überraschend nacheinander ausradiert werden. Nichts Neues also. Regisseur JASON WINN scheut beinahe zwanghaft Neuerungen. Das macht DEADTHIRSTY – so der anfängliche Titel – zu einer Schlafpille vor dem Herrn. Weil die Darsteller derart unbeholfen und unerfahren agieren, drückt sich RAVE PARTY MASSACRE beinahe freiwillig den Stempel Amateurfilm auf. Wer daher Qualität erwartet, sollte diesen Slasher meiden.
 
 
 


 
 
 

RAVE PARTY MASSACRE – Zensur

 
 
 
RAVE PARTY MASSACRE (oder DEADTHIRSTY) ist nicht sonderlich brutal. Ein Hals wird aufgeschlitzt, es gibt eine Blutpfütze zu sehen und eine Machete bohrt sich durch einen Körper. Im Gegensatz zu den meisten Slasher neueren Datums, kann dieser Film wegen seiner zurückhaltenden Zeigefreudigkeit beinahe im Kinderprogramm ausgestrahlt werden. Sollte sich ein Label trauen RAVE PARTY MASSACRE hierzulande veröffentlichen zu wollen, dürfte es ohne Probleme eine FSK16 geben.
 
 
 


 
 
 

RAVE PARTY MASSACRE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Breaking Glass Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bikini Girls on Ice (2009)
 
Pinup Dolls on Ice
 
Slasher House (2012)
 
All Through the House (2015)
 


Filmkritik: „Motorrad – The Last Ride“ (2017)

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MOTORRAD – THE LAST RIDE

(MOTORRAD)

Story

 
 
 

Eine Gruppe Motorrad-Liebhaber bekommt es mit gewissenlosen Killern zu tun, die sich offenbar zum Hobby gemacht haben, andere Biker auszuradieren.

 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Kritik

 
 
 
Horrorfilme sind immer eine sichere Bank, egal aus welchem Land sie stammen – insofern man sich an bestimmte Regeln hält. Eine davon ist auffallen, damit man sich von der grauen Masse abheben kann. So kann die Aufmerksamkeit durch taububrechende Inhalte oder schonungslose Brutalität auf sich gelenkt werden, wie der Filmbericht zu TRAUMA beweist. Darin vereinte man reichlich kontroversen Zündstoff, der für Gesprächsstoff gesorgt hat. Ohne den hätte man genannten Exploitationer wohl erst gar nicht wahrgenommen. Nicht minder reißerisch geht es im brasilianischen MOTORRAD vonstatten. Der Film bricht zwar keine Ekelrekorde, schockiert aber mit einer unbequemen Atmosphäre und den wohl abgebrühtesten Filmbösewichten der letzten Jahre. Die hetzten ihre Opfer in einer Art Bike-Movie solange durch die Gegend, bis ihnen das Benzin ausgeht und sie sich ihrem Schicksal unterwerfen müssen. Das ist grausam und brutal. Fans härterer Gangart kommt’s gelegen.
 
 
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In MOTORRAD treffen einige befreundete Motorradfahrer auf das ultimative Böse. Die wollten mit ihren Bikes eigentlich nur etwas durch die Gegend düsen und an einem See entspannen. Doch vier düstere Zeitgenossen heften sich an deren Fersen und wollen nichts Gutes. Sie verfolgen ihre Opfer und beginnen sie nacheinander auszuradieren. Dabei kennen sie weder Gnade noch Erbarmen und gehen beim Auslöschen unmenschlich vor. Aber was treibt die schwarz bekleideten Killer zu ihren brutalen Taten? Das fragen sich auch Hugo und Ricardo. Die beiden sind Brüder und stehen ebenfalls auf der Mordliste der rastlosen Verfolger. Sie stellen sich dem skrupellosen Quartett gegenüber und riskieren dabei ihr Leben. Ein blutiger Überlebenskampf, der definitiv nichts für zartbesaitete Zuschauer ist.
 
 
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Die Horror-Version von EASY RIDER. MOTORRAD ist ein durchgestylter Slasher, der vor allem durch seine wortkarge Inszenierung und einer gewöhnungsbedürftigen Farbgebung in Erinnerung bleibt. So wurden Farben reduziert, was dem Streifen beinahe schon Schwarz-Weiß-Film-Charakter verleiht. Die Entkräftigung der Farben als Stilmittel passt wie die Faust aufs Auge. So erhält MOTORRAD durch den Entzug von Farben fast schon dystopischen Charakter, der kaum Hoffnung auf Überleben oder Rettung zulässt, weil die anonymen Verfolger offenbar immer einen Schritt voraus sind. Da entwickelt sich schnell ein permanent ungutes Gefühl beim Zuschauer, der einen ungezügelten Hass gegenüber den Bösewichten entwickelt, denen es offenbar Freude bereitet ihre Opfer zu quälen. Was demzufolge als Roadtrip beginnt, gipfelt relativ zügig in einem ausweglosen Überlebenskampf, bei dem das Negerlein-Prinzip Verwendung findet. Das bedeutet, dass beide Parteien durch abwechslungsreiche Todesarten nacheinander ihr Leben lassen müssen. Bedauerlicherweise verzichtet Regisseur VICENTE AMORIM auf zufriedenstellende Antworten. Der macht ein Geheimnis um die Identität seiner sadistischen Killer, das auch nach dem Abspann gut gehütet bleibt. Eine etwas unbefriedigende Prämisse, mit der sich MOTORRAD wohl nicht nur Freunde machen wird, da es relativ unwahrscheinlich ist, dass dieser brasilianische Slasher eine Fortsetzung erhalten wird.
 
 
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MOTORRAD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ungemütliche Motorrad-Hatz mit einigen Kills, die es in sich haben. MOTORRAD ist Horror made in Brazil, der die lange Reihe an Slasher-Filmen um einen weiteren Beitrag erweitert. Diesmal meuchelt nicht ein maskierter Irrer ahnungslose Teenager ab. In MOTTORRAD läuft das perfide Katz-und-Mausspiel auf heißen Rädern und unter brummenden Motorgeräuschen ab. Viel geredet wird nicht. Dafür eiskalt getötet. Eigentlich eine gute Sache, die Horrorfilmfans zufriedenstellen dürfte. Wäre da nicht das rätselhafte Ende, welches mehr Fragen aufwirft, als Antworten zu liefern. Wer darüber hinwegsehen kann, wird aber nicht enttäuscht. Der Bike-Horror MOTORRAD besitzt gut gefilmte Verfolgungsjagden, hektische Schnitte und eine ungewöhnliche Optik, die in Erinnerung bleibt. Zusammen mit dem hervorragenden Soundtrack darf man Regisseur VICENTE AMORIM für den etwas anderen Slasher beglückwünschen, der gern mal die krude Schlitzer-Atmosphäre einfängt, welche an die Slasher der späten 1970er und frühen 1980er erinnert. So bewegt sich der Filmemacher mit MOTORRAD Lichtjahre von dem weg, was er bisher inszeniert hat. Darunter anspruchsvolle Dramen mit Tiefgang. Manchmal muss man eben Veränderungen wagen. Anhand von MOTORRAD kann man erkennen, dass Mut Neues zu wagen durchaus Früchte tragen kann.
 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Zensur

 
 
 
MOTORRAD – THE LAST RIDE (so der deutsche Titel) hat einige boshafte Morde zu bieten. Eine Frau wird bei lebendigem Leibe verbrannt, ein Mann ertrinkt, ein anderer enthauptet und eine Machete kommt ebenfalls mehrfach zum Einsatz. Hierzulande hat der brasilianische Streifen eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Motorrad; Brasilien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Portugiesisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Holländisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.04.2018

 

Motorrad – The Last Ride [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Turbo Kid (2015)
 
Von der bösen Art (2010)
 
The Mad Foxes: Feuer auf Rädern (1981)
 
Der Frosch (1973)
 


Filmkritik: „Scarecrows“ (2017)

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SCARECROWS

Story

 
 
 

Vier Freunde laufen beim Badeausflug dem personifizierten Bösen in die Arme.

 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Kritik

 
 
 
Was erwartet man eigentlich von einem Film mit dem Titel SCARECROWS? Vermutlich in erste Linie ein Creature-Feature, in denen boshafte Vogelscheuchen nach dem Leben ahnungsloser Menschen trachten. Manchmal kann aber so ein vielversprechender Titel auch ein gemeiner Blender sein, wie der vorliegende Film beweist. Der von STUART STONE inszenierte Streifen hat nämlich mit garstigen Strohpuppen, die im Horrorfilm meist nach Blut lechzend durch Maisfelder streifen, so rein gar nichts am Hut. Stattdessen verbirgt sich hinter dieser Produktion ein beliebiger Backwood-Slasher mit Folterelementen, der – zumindest in der deutschen Fassung – wegen seiner semiprofessionellen Synchronisation schwer zu ertragen ist. Fans von so echtem Vogelscheuchen-Horror wie DIE NACHT DER VOGELSCHEUCHE oder SCARECROW – DAS GRAUEN STIRBT NIE dürften da enttäuscht aus der Wäsche schauen. Denen sei aber versichert, dass genannte Filme weitaus besser sind, als dieser schnell für den Videomarkt produzierte aus Kanada.
 
 
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Alles fängt wie immer an und endet auch wie gehabt: Vier junge Leute, die nicht sonderlich helle sind, wollen an einem See knutschen und fummeln. Doch so einfach ist das Gewässer nicht zu finden. Ein Maisfeld versperrt den Weg. Darin befinden sich unheimliche Vogelscheuchen, die das Blut in den Adern gefrieren lassen. Beinahe will man da meinen, die Puppen wären lebendig. Ganz Unrecht hat man da nicht. Unter den Sackmasken der Strohmänner verbergen sich ahnungslose Durchreisende, die vom Besitzer des Maisfelds entführt, gefoltert und anschließend als Vogelscheuche verkleidet ans Kreuz genagelt wurden. Genau jenes Schicksal ereilt nun auch unseren vier intelligenzfreien Hauptdarstellern. Die werden nacheinander in Vogelscheuchen umfunktioniert und machen in ihrer neuen Verkleidung gar keine so üble Figur.
 
 
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Technisch okay, aber das wars dann auch. SCARECROWS ist nicht gerade das, was man sich unter einem gelungenen Horrorfilm vorstellt. Die Figuren sind nervig und verhalten sich unklug, die Geschichte verläuft nach Schema F und auch hinsichtlich gezeigter Brutalität ist SCARECROWS nicht gerade das Gelbe vom Ei. Gewalt wird nämlich kaum eingesetzt, was angesichts der Tatsache unbefriedigend ist, weil SCARECROWS dem Backwood-Horror-Fach zuzuordnen ist. Das hat sich vor allem wegen zeigefreudiger Boshaftigkeiten in den letzten Jahrzehnten einen Namen machen können und mit so Filmen wie WRONG TURN, TEXAS CHAINSAW MASSACRE oder WOLF CREEK Erfolge gefeiert. Genannten Filmen kann diese kanadische Produktion freilich nicht das Wasser reichen. Dem Film fehlt das gewisse Etwas, um im Gedächtnis bleiben zu können. Regisseur STUART STONE spult seinen zweiten Spielfilm nach konventionellem Ablauf ab und lässt so kaum Überraschungen zu. Da macht sich bei erfahrenen Zuschauern schnell Langeweile breit, weil SCARECROWS so vorhersehbar ist, dass man bereits zu Beginn weiß, wie es ausgehen wird. Filmemacher STUART STONE liefert mit diesem Horrorthriller sein Zweitwerk ab. Der ist eigentlich erfahrener Schauspieler und tingelt seit knapp 40 Jahren als Darsteller durch die TV-Landschaft. Offenbar wollte er mal die Seiten wechseln. Die ersten Gehversuche als Regisseur waren – man muss es wirklich mal sagen – bisher eher bescheiden.
 
 
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SCARECROWS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Beliebiger 08/15-Teen-Horror ohne Überraschungen. Ein paar Anleihen an TEXAS CHAINSAW MASSACRE hier, etwas dreckiger HOSTEL-Look da. SCARECROWS besteht aus Versatzstücken diverser Horrorfilme und entpuppt sich als beliebiger Backwood-Horrorfilm, der mit seinem Titel in der Irre führt. Hier gibt es keine mordenden Vogelscheuchen zu bestaunen. Der Killer im Film ist menschlicher Natur und hat es mal wieder auf Teenager abgesehen. Slasher-Fans kommen da auf ihre Kosten, sollten aber kein kaltschnäuziges Gewaltfeuerwerk erwarten. Wer sich von den rauen Szenenbildern blenden lässt, wird enttäuscht werden. SCARECROWS hat – bis auf ein paar zugenähte Münder – kaum Gewalt zu bieten. Ein fataler Fehler, hätte dieser Film zumindest mit derben Schauwerten aus der Masse hervorstechen können. Weil die Geschichte mit ihren mehr als dämlichen Figuren vollkommen austauschbar und vorhersehbar ist, werden die meisten Zuschauer schnell abgeschalten haben. Die semiprofessionelle Synchronisation tut da ihr Übriges.
 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Zensur

 
 
 
Die gute Nachricht: SCARECROWS ist ungeschnitten. Das ist aber auch kein Kunststück, denn im Film wird kaum Gewalt gezeigt. Es gibt einige zugenähte Münder zu sehen. Weiterhin werden als Vogelscheuche missbrauchte Menschen von Raben angeknabbert. Zudem schockieren abgeschnittene Finger und ein Protagonist reißt sich das Bein an einem Stacheldraht auf. Da fragt man sich doch glatt, was die FSK geritten und diesen Backwood-Slasher erst für Erwachsene freigegeben hat. Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

SCARECROWS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media GmbH (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Scarecrows; Kanada 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.04.2018

 

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SCARECROWS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON New Media GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Inner Demon (2014)
 
Scathing (2016)
 
Killbillies (2015)