Filmkritik: „Maniac“ (1980)


 
 
 

MANIAC

Story

 
 
 
Frank Zito (Joe Spinell) lebt in seiner finsteren New Yorker Wohnung. Freunde hat er keine. Nur die Schaufensterpuppen, die um sein Bett herumstehen und ihm lebendig scheinen, leisten ihm Gesellschaft. Liegt auch an den blutverschmierten Haarteilen und Kleidungsstücken, die ihnen Frank angelegt hat. Die gehören seinen Opfern – der Mann ist ein bestialischer Serienkiller, den der Hass auf seine Mutter in die paranoide Schizophrenie getrieben hat. Wenn ihn der Irrsinn packt, zieht er durch Manhattan und lauert seinen Opfern auf, die er skalpiert und tötet. Als ihn die Fotografin Anna beobachtet und er ihr nachstellt, fühlt er zum ersten Mal nicht den Morddrang in sich aufsteigen…

 
 
 


 
 
 

MANIAC – Kritik

 
 
Joe Spinell, eigentlich ein vielseitiger und technisch hochtalentierter Schauspieler, verdankt seinem rauen Äußeren, der Hakennase, der pockennarbigen Haut, zeitlebens meistens in Rollen von Mördern, Tyrannen, Gangstern und anderen Figuren von der dunklen Seite des Storytellings besetzt zu werden. Herausforderungen, die der Charakterdarsteller stets bravourös meistert. Wie es das Klischee des ordentlichen Kinobösewichts immer wieder will, gilt Spinell im wahren Leben als schüchterner und stets freundlicher Mensch, der seine Fans und Freunde behandelt wie Gold und jüngeren Schauspielern immer mit guten Karriere-Ratschlägen zur Seite steht. Während der Oscar-Zeremonie, der ein junger Steven Spielberg von der New Yorker Wohnung seiner Eltern aus beiwohnt, sitzt Joe Spinell neben ihm auf der Couch. 1989 stirbt der Bluter nach einem Sturz in der Badewanne. All dieses Wissen ist Nebensache, betrachten wir seine Performance als Mörder Frank Zito isoliert. Schwitzend, sichtlich leidend, von seinem Drang, morden zu müssen so beherrscht wie Peter Lorre in Fritz Langs „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931), nehmen wir Zito als getriebenen, seine Kontrolle in Gänze verloren habenden Menschen wahr, empfinden vielleicht sogar Mitleid mit ihm – bis der nächste bestialische und minutiös abgefilmte Tötungsakt passiert. Mit dem ehemaligen Bondgirl Caroline Munro steht ihm eine Darstellerin gegenüber, für deren wirklich singuläre Schönheit es sich auch lohnen würde, das Leben zu ändern.
 
 
maniac-1980-bild-1
 
 
William Lustig ist New Yorker und kennt die unappetitlichsten Winkel seiner Heimatstadt wie seine sprichwörtliche Westentasche, hat er doch schon während seiner ersten Karriere als Regisseur ein paar äußerst ruppiger Pornos vor ein paar Jahren hier gedreht. In diesen verwaisten Neon-Katakomben des Big Apple ist der Maniac Frank Zito zuhause, hier ist sein Jagdrevier. Ohne das Insiderwissen des Regisseurs um diese apokalyptisch wirkenden Flecken in der Metropole, wäre die schwarze Magie seines „Maniac“ nicht die gleiche. Tom Savinis Skalpierungs-Spezialeffekte zählen zu den handwerklich besten und optisch erschreckendsten seiner Karriere. Die Arbeiten an den Slasher-Grausamkeiten von „Maniac“ und den in Romano Scavolinis derbem Slasherfilm „Nightmare In A Damaged Brain“ (1981) gezeigten, erreichen einen Grad an widerlichem Realismus, der sogar dem Splatter-Effektmeister selbst unangenehm und grenzwertig erscheint, wie er in Interviews immer wieder betont.
 
 
maniac-1980-bild-2
 
 


 
 
 

MANIAC – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
„Maniac“ ist ein essentieller Slasherfilm und könnte strenggenommen schon als letztes Genrewort gesehen werden, was die Unzahl an Zehn-kleine-Negerlein-Filmen, die auf ihn folgen, praktisch überflüssig macht. Ein Film von der 42. Straße, wo einst die New Yorker Straßenprostituierte vor den Grindhouse-Kinos standen, für die 42. Straße. Ein Top-20-Horrorfilm der Achtziger Jahre, den man gesehen haben sollte und der sich auf der gleichen Stufe findet wie „Tanz der Teufel“.
 
 


 
 
 

MANIAC – Zensur

 
 
 
„Maniac“ erschien bereits im Kino leicht zensiert. Genau diese Fassung erschien später auf VHS und wurde 1983 indiziert. Dabei sollte es aber nicht bleiben. Fünf Monate nach der Indizierung folgte die Beschlagnahmung. „Maniac“ gilt als erster Streifen in Deutschland, dessen Heimkinofassung beschlagnahmt wurde. Die Beschlagnahmung löste in den 1980ern eine Welle weiterer Beschlagnahmungen anderer Genre-Filme aus. 36 Jahre sollte es dauern, bis man in „Maniac“ keine Jugendgefährdung mehr sah. Der Streifen wurde im Dezember 2019 vom Index gestrichen, weil man in „Maniac“ nach heutigen Maßstäben nicht mehr den Tatbestand des §131 StGB sah. Daraufhin ließ Rechteinhaber SONY den Kulfilm neu von der FSK prüfen und erhielt für den Streifen eine Freigabe mit roten FSK-Flatschen in ungeschnittener Form. Die nun im Kaufhaus erhältlichen Blu-rays und 4K-UHD-Scheiben beinhalten genau diese neu geprüfte und ungekürzte Fassung. Das man das als Filmfan noch erleben darf!
 
 
 


 
 
 

MANIAC – Deutsche Blu-ray

 
 
 
maniac-1980-bluray

(c) Sony Pictures Entertainment (KeepCase – mit 2 Blu-rays)

(c) Sony Pictures Entertainment (Limited Vintage Edition – Digipack – mit 5 Discs)

(c) Sony Pictures Entertainment (Ultimate Edition – Büstenedition – mit 6 Discs exklusiv nur bei AMAZON erhältlich)

maniac-bluray-steelbook

(c) Sony Pictures Entertainment (Steelbook – mit 3 Discs – exklusiv nur bei MediaMarkt erhältlich)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Maniac; USA 1980

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Digipack | Büstenedition | Steelbook

Extras – KeepCase-Variante: Remastered Uncut Version, Audiokommentar von Co-Producer/Director William Lustig und Co-Producer Andrew W. Garroni, Audiokommentar von Co-Producer/Director William Lustig, Special Make-Up Effects Artist Tom Savini, Editor Lorenzo Marinelli und Joe Spinells Assistent Luke Walter, Featurettes, Making Of, TV-Spots, Radio Spots, U.S. „Hard“ Trailer (Red-Band), U.S. „Soft“ Trailer (R-Rated), International Trailer, Deutscher Teaser, Deutscher Trailer, Französischer Trailer, Italienischer Trailer, Exklusives Interview mit William Lustig in seinem Hotelzimmer als er zu Gast in Deutschland war, Exklusives Interview mit William Lustig im Retromovieshop als ihn Markus Hagge eingeladen hatte, A Maniac meets the Retromaniacs, Maniac: The Making of a living pulp novel, William Friedkin spricht über „Maniac“, Outtakes, „Returning to the Scene of the Crime“ mit William Lustig, „Anna und der Killer“ – Interview mit Caroline Munro, „The Death Dealer“ – Interview mit Special Make-up Effects Artist Tom Savini, „Dark Notes“ – Interview mit Composer Jay Chattaway, „Maniac Men“ – Interview mit den Songwritern Michael Sembello und Dennis Matkosky, The Joe Spinell Story, Mr. Robbie: Maniac 2 Promo Reel, Maniac Publicity, Channel 7 News, 3/6/81, 11:00pm, Channel 11 News, 3/6/81, 10:30pm, NBC Tomorrow Show, 3/10/81, Channel 2 News, 2/3/81, 10:00pm, Channel 10 News, 3/2/81, 11:00pm, Channel 3 News, 3/3/81, 6:00pm, Channel 3 News, 3/3/81, 11:00pm, Channel 6 News, 3/3/81, 5:30pm, Violent Movies, Movie Violence, Al Goldstein rants against violent movies, Al Goldstein mutilates his love doll, Gallery Of Outrage, Joe Spinell bei „The Dive“, Bildergalerie

Extras – Limited Vintage Edition – Digipack: Alle Extras der KeepCase-Veröffentlichung zzgl: 52-seitiges Booklet mit Bildern und Hintergründen zur Entstehung des Films!
Wertiges Package im Retro-Look mit Digipack und Slipcase im Hardcover-„Jacket“, Director’s Cut auf Blu-ray, Kinofassung auf Blu-ray, DVD mit Kinofassung in 1.33:1

Extras – Ultimate Edition – Büstenedition: Alle Extras der KeepCase-Veröffentlichung zzgl: Weltexklusiv! Limitierte, handbemalte „Maniac“-Büste – limitiert auf 500 Stück, 52-seitiges Booklet mit Bildern und Hintergründen zur Entstehung des Films, T-Shirt mit exklusivem Maniac Motiv, Limitierungs-Zertifikat, Director’s Cut auf Blu-ray, Kinofassung auf Blu-ray, 4K-UHD-Disc des Films, Soundtrach-CD

Extras – Steelbook: Alle Extras der KeepCase-Veröffentlichung zzgl: Director’s Cut auf Blu-ray

Release-Termin: Büstenedition: 01.10.2020 | Digipack: 01.10.2020 | KeepCase: 01.10.2020 | Steelbook: 01.10.2020

 

Maniac [2 Blu-rays im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Maniac [Limited Vintage Edition – Digipack – mit 5 Discs] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Maniac [Ultimate Edition – Büstenedition – mit 6 Discs] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Maniac [Steelbook mit 3 Discs] ungeschnitten auf MediaMarkt kaufen kaufen

 
 


 
 
 

MANIAC – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Henry: Portrait of a Serial Killer (1986)
 
Der New York Ripper (1982)
 

Filmkritik: „Blood Quantum“ (2019)

blood-quantum-2020-poster
 
 
 

BLOOD QUANTUM

Story

 
 
 
In „Blood Quantum“ gibt es eine weitere Zombie-Apokalypse zu sehen, nur mit dem Unterschied, dass dieses Mal Indianer immun gegen das Virus sind.

 
 
 


 
 
 

BLOOD QUANTUM – Kritik

 
 
Die Zombiefilm-Varianten hören wirklich nicht auf, aber es ist zur Abwechslung auch mal ganz schön, dass mit „Blood Quantum“ wieder ein ernster Vertreter mit an Bord ist, der teilweise sogar ein wenig auf Romero’s „Night of the living Dead“ Pfaden wandelt. Leider ist das Endresultat dann nur eindeutig zu wenig spannend geraten, um hier eine höhere Wertung zu zücken.
 
 
blood-quantum-2020-bild-2
 
 
In einem Indianer-Reservat in Kanada gehen merkwürdige Dinge vor sich. Tote Tiere fangen plötzlich wieder an zu leben und es dauert nicht lange, da verhalten sich auch die Menschen sehr aggressiv. Ein sechsmonatiger Sprung in die Zukunft zeigt: Die Zombie-Apokalypse ist über die Menschen eingebrochen. Allerdings sind die Indianer gegen diese Krankheit immun und konnten sich so erfolgreich verschanzen. Dort draußen gibt es jedoch weitere Überlebende und jeder Nicht-Indianer, den man hineinlässt, stellt eine potenzielle Gefahr dar. Genau dieses Spiel mit den Rassen erinnert dann auch einigermaßen an „Night of the living Dead“. Dass die Miꞌkmaq immun sind, ist eine interessante Idee, aus der man jedoch viel mehr herausholen hätte können. Die gesellschaftskritischen wie auch sozialkritischen Töne sind nämlich höchstens eine Randnotiz. Ein paar Male bekommt man mit, dass die Story an sich ihren Anspruch besitzt, ansonsten wird aber auch nur ein konventionelles Zombieszenario erzählt und gerade weil es davon schon tausende gab, wäre hier ein wenig mehr Mut zur Andersartigkeit echt nicht verkehrt gewesen.
 
 
blood-quantum-2020-bild-3
 
 
Immerhin ist mit Regisseur Jeff Barnaby ein echter Miꞌkmaq für den Film verantwortlich, was schon mal für Authentizität sorgt. Nebenbei hat er auch für eine indigene Besetzung gesorgt, was an den Darstellernamen wie Michael Greyeyes oder Elle-Maija Tailfeathers auch nicht schwer zu erkennen ist. Dies sorgt ebenfalls für Pluspunkte, denn so kommt das gesamte Szenario doch reichlich glaubwürdig daher. Über die handwerkliche Arbeit kann man sich kaum beklagen. Da gibt es besonders am Anfang und am Ende ein paar wunderschöne Kamerafahrten über die Landschaft, die Kulissen sind abwechslungsreich und der Horror wurde ebenfalls gut in Szene gesetzt. Die Atmosphäre gibt sich meistens ordentlich ernst und wirkt desöfteren auch recht dramatisch, was für eine dichte und bedrohliche Stimmung sorgt. Nur der gelegentliche Anflug von Humor in Form von amüsanten Sprüchen wirkt da etwas fehlplatziert. Über die Darsteller kann man sich ebenfalls nicht beklagen. Sie müssen keine Höchstleistungen präsentieren, wirken jedoch markant genug, um nicht sofort in Vergessenheit zu geraten, selbst wenn die Figurenzeichnung teilweise etwas zu dünn ist und es nicht verkehrt gewesen wäre die Hauptfiguren noch stärker in den Fokus zu rücken.
 
 
blood-quantum-2020-bild-4
 
 
Am schwächsten ist leider der Unterhaltungswert geraten und das ist für einen Horrorfilm niemals förderlich. Besonders der Anfang macht es dabei echt gut. Hier wird ganz langsam Spannung aufgebaut und wenn der elektronische Score das dezent begleitet, dann entsteht eine schön unheimliche Atmosphäre. Doch dann folgt der Bruch und hier hat man es sich zu leicht gemacht. Plötzlich sind Monate vergangen und die Zombies haben sich schon überall verbreitet. Nun muss man erneut in das Szenario hineinkommen, weshalb es streng genommen zwei Einleitungen gibt und das wäre hier nicht nötig gewesen. Obwohl es von da an immer mal Angriffe der Zombies gibt und die Mischung aus Horror und Drama relativ ausgewogen ist, kommt leider niemals so richtig viel Spannung auf. Dafür besitzt das Treiben dann im Endeffekt doch zu wenig Substanz. Der Gorehound kann sich immerhin noch über eine gute Menge an Splatter erfreuen, der überwiegend auch gut getrickst wurde. Wenigstens stammt hier nahezu alles von Hand und der Härtegrad ist für einen Zombiefilm definitiv ausreichend.
 
 
blood-quantum-2020-bild-1
 
 


 
 
 

BLOOD QUANTUM – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Blood Quantum“ schafft es auf jeden Fall dem Zombiefilm eine weitere Facette zu verleihen und mit seinen leicht sozialkritischen Tönen ist er sogar dem großen Romero auf den Fersen, aber im Endeffekt bekommt man dann doch nur wieder eine relativ konventionelle Variante geboten, die sich scheinbar nicht genügend traut völlig anders zu sein. An sich nicht weiter tragisch, da die handwerkliche Arbeit stimmt, die Darsteller etwas taugen und es auch genügend Splatter zu sehen gibt. Schade ist da eigentlich nur, dass der Film niemals so richtig an Tempo gewinnen will, deshalb nicht spannend ist und zu viele Längen besitzt. Für Freunde der ernsteren Zombieunterhaltung ist „Blood Quantum“ aber dennoch eine Sichtung wert, denn gut gemacht, ist er allemal!
 
 


 
 
 

BLOOD QUANTUM – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Blood Quantum“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „keine Jugendfreigabe“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

BLOOD QUANTUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
blood-quantum-2020-bluray-keepcase

(c) Koch Films (KeepCase Blu-ray)

blood-quantum-2020-mediabook

(c) Koch Films (DVD + Blu-ray im limitierten Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blood Quantum; Kanada 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Trailer, Making Of, Interviews, Q&A | zusätzlich im Mediabook: Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 24.09.2020 | KeepCase: 24.09.2020

 

Blood Quantum [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Blood Quantum [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BLOOD QUANTUM – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
28 Days Later (2002)
 
The Cured – Infiziert. Geheilt. Verstoßen. (2017)
 
Anger of the Dead (2015)
 
The Rezort (2015)
 
Hostile (2017)
 
The Day – Fight. Or Die (2011)

Filmkritik: „Follow Me“ (2020)

follow-me-2020-poster
 
 
 

FOLLOW ME

Story

 
 
 

Wenn ein Youtube-Star sich jeder Herausforderung stellt, muss er auch damit rechnen plötzlich in einem Escape-Room zu landen, der nicht so ist, wie alle das anfangs gedacht haben.


 
 
 


 
 
 

FOLLOW ME – Kritik

 
 
 
Die Prämisse des Escape-Rooms für einen Horrorfilm zu nutzen, ist noch gar nicht so alt und scheint dennoch bereits abgenutzt. „Escape Room“ von 2019 hatte in dieser Hinsicht eigentlich bereits alles erzählt, war an den Kinokassen aber recht lukrativ und so dürfen Nachzügler sicher nicht fehlen. Wobei es fraglich ist, ob ein Kandidat wie „Follow Me“ es wirklich zur Kinoveröffentlichung geschafft hätte, wenn das Kino wegen Corona nicht gerade stark gebeutelt wäre. Hat man keine zu hohen Erwartungen, bekommt man solide Genrekost, aber auf keinen Fall mehr!
 
 
follow-me-2020-bild-1
 
 
Der Influencer Cole verbringt seine Zeit schon seit Kindestagen vor der Kamera und sieht seine Aufgabe darin, sich im Social-Media-Bereich von Followern Aufgaben geben zu lassen, die er dann erfüllt. Nun feiert er sein zehnjähriges Jubiläum und seine Freunde haben sich dafür etwas ganz Besonderes ausgedacht. Ein Escape Room in Russland, der härter sein soll, als alle anderen. Zusammen mit seinen Freunden macht sich Cole auf die Reise dorthin und schon bald soll er erfahren, dass das Versprechen „härter“ nicht gelogen sein sollte. Die Story wird nun sicher keine Innovationspreise gewinnen. Weder ist die Prämisse eines Influencers neu, noch eben die Idee mit einem Escape Room. Darum geht es dann aber auch weniger, als die Story anfangs vermuten lässt, ohne hier zu sehr zu spoilern. Im Endeffekt bietet das Drehbuch einen Querschnitt aus Motiven, die es in den letzten zwei Jahrzehnten im Mainstream-Horrorgenre so gab. Soll heißen: Ein bisschen „Saw“ hier, ein wenig „Hostel“ dort und dann natürlich noch etwas „Escape Room“. Originell ist das nicht, neu definitiv ebenfalls nicht, aber das muss im Horrorgenre auch gar nicht der Fall sein, um überzeugen zu können. Leider macht es einem die unglaubwürdige Story aber nicht sonderlich leicht, sie zu mögen, denn selbst wenn es hinterher ein paar Wendungen gibt, so hat man sich nicht besonders viel Mühe gegeben, den Zuschauer zu überraschen.
 
 
follow-me-2020-bild-3
 
 
Das größte Problem besitzt „Follow Me“ allerdings mit seinen Figuren und seinen Darstellern. Kein Charakter ist auch nur annähernd so sympathisch, um mit ihm mitfiebern zu können und alleine dadurch stellt sich die Spannung schnell ein. Keegan Allen ist in der Hauptrolle sicherlich brauchbar und eigentlich machen alle Darsteller ihre Sache solide, doch bei dermaßen nichtssagenden Charakteren bringt das im Endeffekt nicht sonderlich viel. So richtig glaubwürdig mag hier auch niemand handeln und deshalb sind dem Zuschauer die Figuren schlichtweg egal. Ein weiterer negativer Aspekt ist, dass sich „Follow Me“ viel zu lange Zeit nimmt, um mal in Fahrt zu kommen. Wenn die Laufzeit sowieso nur knapp 90 Minuten beträgt, dann ist es nicht förderlich, wenn im ersten Drittel überhaupt nichts geschieht, was den Horrorzuschauer irgendwie in den Bann ziehen könnte. Bis der Horror mal los geht, fühlt man sich am ehesten wie in einer Reality-Show eines Youtube-Stars und die entsprechenden Einblendungen fehlen da genauso wenig, wie der etwas pubertäre Humor.
 
 
follow-me-2020-bild-4
 
 
Ja, es ist nicht zu übersehen, dass sich „Follow Me“ an ein jüngeres Publikum richtet, doch das muss ja nicht sofort verkehrt sein. Wenn es eine Anekdote zu „Stirb langsam“ gibt, ist das sogar richtig sympathisch. Und sowieso ist nicht alles an diesem Film schlecht. Selbst wenn das Budget sicherlich etwas geringer ausgefallen ist, so gibt es dennoch ordentliche Bilder zu sehen. Manch eine Aufnahme von Russland macht etwas her und die Räumlichkeiten, wo der Horror dann beginnt, können sich ebenfalls echt sehen lassen. Außerdem gelingt dem Werk dann manchmal doch ein gewisser Spannungsaufbau und manche Ideen der Fallen (auch wenn sie leider viel weniger Raum einnehmen, als gewünscht) sind kreativ. Ein höherer Gore-Gehalt hätte hier sicherlich auch helfen können, aber „Follow Me“ ist im Endeffekt relativ harmlos, was die Freigabe ab 16 Jahren durchaus berechtigt. Da die Laufzeit nicht so hoch ist und man zum Ende hin noch deutlich mehr Dynamik mit ins Geschehen bringt, langweilt man sich zum Glück nach dem lahmen Start kaum noch, aber aufregende Unterhaltung sieht definitiv auch anders aus.
 
 
Capelight Pictures
 
 


 
 
 

FOLLOW ME – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
„Follow Me“ wirkt unausgegoren und mischt sich zwischen „Saw“, „Hostel“ und „Escape Room“ irgendwas zusammen, was am Ende nicht so richtig funktionieren will, vor allen Dingen schon deshalb nicht, da die meisten Vorbilder deutlich brachialer zur Sache gingen. Während man Story und Figurenzeichnung nahezu vergessen kann, ist immerhin die handwerkliche Arbeit teilweise recht ansehnlich und manchmal gelingt es dem Streifen auch eine solide Atmosphäre zu kreieren. Der Unterhaltungswert ist jedoch nur durchschnittlich, denn die lange Einleitung lässt sich zu viel Zeit und echte Spannung kommt nur ganz selten mal auf. Auch an unangenehmer Gewalt mangelt es erheblich. Man kann sich das mal anschauen und wer bereits genannte Filme abfeiert, wird daran vielleicht etwas finden, aber im Kino hat das eigentlich nichts verloren!
 
 
 


 
 
 

FOLLOW ME – Zensur

 
 
 
„Follow Me“ ist unerwartet zurückhaltend was grafische Gemeinheiten angeht. Man merkt, dass hier eher ein jugendliches Publikum angesprochen werden soll. Demzufolge niedrig ist auch die Altersfreigabe. Die deutsche Fassung des Streifen ist bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet und ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

FOLLOW ME – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei CAPELIGHT PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape Room (2019)
 
Saw (2004)
 
Escape Room (2017)
 

Filmkritik: „Ravage“ (2019)

ravage-2019-poster
 
 
 

RAVAGE

(SWING LOW)

Story

 
 
 

Eine Naturfotografin wird Zeuge eines Verbrechens und entfacht so einen blutigen Überlebenskampf.


 
 
 


 
 
 

RAVAGE – Kritik

 
 
 
Es gibt Filme im Horror-Genre, die lassen trotz immer gleichem Ablauf aufhorchen. Die Rede ist von sogenannten Rache- sowie Rape-and-Revenge-Filmen, die sich besonders seit dem Remake von I SPIT ON YOUR GRAVE unter Fans härterer Kinoware großer Beliebtheit erfreuen. Meist wird in dieser Art von Schockern den Protagonisten die Würde genommen. Die werden gequält, gefoltert oder missbraucht – und die Kamera hält darauf. Simple Gewalt-Rezepturen, die die niederen Instinkte des Zuschauers stimulieren sollen und ihren Ursprung im Drama DIE JUNGFERNQUELLE von 1960 fanden. Was jedoch damals schockierte, lockt heute kaum noch hinterm Ofen hervor. Die Zurschaustellung von Gewalt im Kino ist freizügiger geworden. Grenzen gibt es quasi nicht. Eine Tatsache, die auch der Horrorfilm RAVAGE für eigene Zwecke nutzt. Hier wird ebenfalls eine Frau zusammen mit einer handvoll Männer in einen Ring geworfen. Vergewaltigt wird zwar nicht. Dafür reichlich gerächt und das nicht gerade zimperlich. Regie-Newcomer TEDDY GRENNAN bedient sich ausgiebig beim Exploitationkino der 1970er. Es werden bekannte Klassiker dieser Zeit zitiert. Darunter Hoopers TEXAS CHAINSAW MASSACRE, Zarchis I SPUCK AUF DEIN GRAB sowie Boormanns BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. Herausgekommen ist ein ganz brauchbarer Schmuddelfilm im Stile der Exploitation-Schocker der 1970er, welcher sich das ländliche Amerika zunutze macht, wo sich die Menschen von der Regierung abgehängt fühlen und nach eigenen Regeln leben. Wenn das mal keine vielversprechenden Aussichten sind.
 
 
ravage-2019-bild-1
 
 
Manchmal sollte man die Nase nicht in Dinge stecken, die einen nichts angehen. Eine Weisheit, die Harper Sykes (ANNABELLE DEXTER-JONES aus #HORROR und AVA’S POSSESSIONS) erst zu spät begreift. Sie ist Naturfotografin und wird Zeuge einer Folterung. Doch damit nicht genug. Zuschauen reicht nicht. Sie hält das Verbrechen mit ihrer Kamera fest und gerät so in einen Strudel von Umständen, der sie in Lebensgefahr bringt. Die Täter bekommen nämlich von der heimlichen Beobachterin Wind und heften sich an die Fersen der ängstlichen Harper, um der Mitwissenden nach dem Leben zu trachten. Doch die junge Frau lässt sich nicht unterkriegen. Sie entwickelt einen Plan, wie sich die Verfolger abschütteln lassen. Statt mit den Ganoven zu reden, macht die Verfolgte blutigen Prozess. Das gefällt zwar der FSK nicht unbedingt, macht aber Sinn. Die Täter sind nämlich skrupellos und unmenschlich dazu. Wer schön ähnliche Genre-Filme gesehen hat, der weiß: Eine andere Sprache kennt das Böse im Horrorfilm nicht.
 
 
ravage-2019-bild-2
 
 
Willkommen zu einem weiteren Streifen aus der Rubrik: Wenn Frauen Rachegelüste entwickeln. Spätestens dann sollte sich das männliche Geschlecht in Sicherheit bringen – wie diese unabhängige Produktion beweist. RAVAGE – der übrigens anfangs noch SWING LOW hieß – ist ein typischer Vertreter der Gattung Survival-Horror in Kombi mit Rache. Ähnlich wie in BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE muss sich hier ein Opfer durch die Wildnis arbeiten, um sich vor Verfolgern in Sicherheit zu bringen. Weil nur Flüchten auf Dauer eintönig wird, lässt Regisseur TEDDY GRENNAN seine Heldin zur Amazone werden. Die kombiniert schnell, dass Davonlaufen nichts nützt und dreht den Spieß einfach um. Damit macht es Grennan so Filmemachern wie CORALIE FARGEAT und STEVEN R. MONROE gleich. In deren Filmen standen auch starke Frauen im Mittelpunkt. Die mussten erst grausames über sich ergehen lassen, bis sie letztendlich über sich hinauswachsen konnten und den männlichen Gegenspielern den Marsch bliesen. Ein Martyrium, dass natürlich auch die Heldin in RAVAGE durchleben muss. Deren Charakterisierung ist rudimentär, was aber nicht unbedingt heißt, dass dieser Überlebens-Horror schlecht ist.
 
 
ravage-2019-bild-3
 
 
Ganz im Gegenteil. Filmemacher TEDDY GRENNAN dosiert Schocks wohlüberlegt. Den ersten gibt es gleich zu Beginn des Streifens. Unüblich für diese Art von Filme nimmt man dem Zuschauer das Ende vorweg. So erfährt der Zuschauer direkt, dass die Hauptdarstellerin überleben wird. Die liegt übel zugerichtet im Krankenhaus und berichtet einem Polizisten in Etappen vom Überlebenskampf. In Rückblenden werden die Geschehnisse rekonstruiert und gefackelt wird nicht lang. Die erste Leiche ist schon nach wenigen Minuten zu beklagen. Dennoch ist Obacht gegeben. RAVAGE ist kein Splatterfeuerwerk. Gewalt wird reduziert eingesetzt. Kommt sie dann doch einmal, prasselt sie mit aller Härte auf das Publikum ein.
 
 
ravage-2019-bild-5
 
 
Weitaus heimtückischer ist da der Ton des Films. Grennan schafft es als Newcomer ein permanentes Gefühl der Bedrohung entstehen zu lassen. So muss unsere Heldin stets auf der Hut sein, von ihren Peinigern nicht entdeckt zu werden. Dabei wird das unangenehme Treiben von aggressiven und plakativen Soundelementen begleitet. Der diktiert die ungeschönte Marschrichtung und lässt den Puls so einige Male schneller schlagen. Da übersieht man doch gern einmal, dass RAVAGE nur Schwarz und Weiß kennt. Regisseur TEDDY GRENNAN verharrt zu engstirnig in den klar definierten Formeln, welche Rache- und Überlebensfilmen zugrundeliegen. Es gibt nur Gut und Böse. Es gibt nur töten und getötet werden. Den Protagonisten werden keine Möglichkeiten für alternative Entscheidungen gegeben. So wird gemordet, gefoltert und geschrien bis der Abspann über die Mattscheibe flimmert. Fans dieser Film wird das egal sein. Die werden sich der bekannten Abläufe wegen trotzdem ganz wohlfühlen. Denen sei RAVAGE aber auch gegönnt.
 
 


 
 
 

RAVAGE – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Eine Frau gegen eine Horde Männer. Blutiger Überlebenskampf im Stile von BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE. RAVAGE ist ein Survival-Thriller mit Rache-Anteil, der trotz überschaubarer Gewaltausbrüche ganz gut geworden ist. Das Anfängerwerk beginnt brachial, arbeitet danach am Spannungsbogen und wird am Ende noch einmal heftig. Dazwischen gut dosiert Gewalteskapaden für die Fanboys. Viel geredet wird nicht – stattdessen lässt Regisseur TEDDY GRENNAN Bilder sprechen. Die wechseln sich ab. Neben idyllischen Landschaftsaufnahmen und fiesem Blutszenen wird auch schwül-schwitzige Spätsommeratmosphäre geboten, mit der auch Michael Bay im Remake zu TEXAS CHAINSAW MASSACRE Eindruck hinterließt. Komplettiert mit aggressiven Soundelementen wird der Exploitation-Festschmaus zum Festschmaus für Rachefilm-Fans. RAVAGE ist für ein Regiedebüt ganz ordentlich – zumal Regisseur TEDDY GRENNAN ein gutes Händchen für Spannung, Technik und Schocks besitzt. Kann man gucken, wenn man ein Faible für ungeschliffenen Indie-Horror hat.
 
 
 


 
 
 

RAVAGE – Zensur

 
 
 
RAVAGE hat einige blutige Momente zu bieten. Ein Protagonist wird geköpft, ein anderer von Gewehrmunition durchsiebst. Desweiteren wird eine Figur in einem Bullenkörper gesteckt. Danach wird der Kadaver zugenäht. Hierzulande dürfte es für RAVAGE wegen der Selbstjustiz-Thematik wohl eine Erwachsenenfreigabe geben.
 
 
 


 
 
 

RAVAGE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Brainstorm Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Revenge (2017)
 
Blutrache – Blood Hunt (2017)
 
I’ll never die alone (2008)
 
Carnage Park (2016)
 

Filmkritik: „Blood Bags – Er will Dein Blut“ (2018)

blood-bags-2018-poster
 
 
 

BLOOD BAGS – ER WILL DEIN BLUT

(BLOOD BAGS)

Story

 
 
 
Die junge, amerikanische Fotografin Tracy wird während ihres Auslandaufenthaltes auf eine alte Villa in Turin aufmerksam die sich für atmosphärische Fotos ideal eignet – wären da doch nur nicht der Hausmeister, der letzte Bewohner und ein mysteriöser Fremder…

 
 
 


 
 
 

BLOOD BAGS – Kritik

 
 
Die Definition einer seltenen Krankheit per Text im Intro, eine amerikanische Künsterlin, Fotografin nämlich, unterwegs im wunderschönen Turin, lichtdurchflutete Vasen, Match Cuts und nur zwei kurze Dialoge auf italienisch – es fängt so schön an, so gialloesque, wenn zu Beginn von „Blood Bags“ zwei Einbrecher eines Nachts beim Einbruch von einer Kreatur überrascht werden, die dem Älteren der beiden direkt blutigst die Kehle durchschneidet. Klar, der schwraz/weiße POV-Filter ist etwas trashig und wirklich an Bava erinnert das jetzt auch nicht gerade, aber Opening Credits mit anatomischen Zeichnungen und ein motivierter Indie Industrial Rock Electro Sountrack mit dröhnenden Bläsern stimmt zuversichtlich, einen ordentlichen, brutalen und stilsicheren Low-Budget-Horror aus bella italia zu sichten, der sich vor der zeitgenössischen Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. Aufrecht erhalten wird jene Zuversicht durch Aufnahmen der malerischen Turiner Innenstadt untermalt von sphärischen Gitarren sowie die klare Aufteilung von Protagonistin (Tracy) = Enthaltsam = Final Girl vs. Freundin (Petra) = promiskuiv = wird sterben nach alter Slasherhierarchie, die es nun zu beweisen oder entkräften gilt. Durch Freunde an der scheinbar privaten Turiner Film/Medienschule wird man schnell auf ein verlassenes Gebäude aufmerksam, das es zu besuchen gilt, einer der Freunde trägt dabei ein Profondo Rosso Shirt und ist auffallend nervig gespielt, zum Glück werden die beiden aber auch sitzen gelassen, da unsere Protagonistinnen sich alleine auf den Weg machen.
 
 
blood-bags-2018-bild-1
 
 
Im Villen/Wohnviertel Turins machen die jungen Frauen dabei schnell die gesuchte Location ausfindig und betreten sie durch einen Seiteneingang, währenddessen macht sich ein hühnenhafter Mann im Trenchcoat, der eine schwarze Ledertasche trägt auf, eine alte Frau zu besuchen. Die Wohnung der Dame ist bunt ausgeleuchtet, nach etwas italienischem Dialog, der auf der deutschen Blu-ray ununtertitelt daherkommt (!), überzeugt sie den Herren, dass ihr Blut gesund, krankheitsfrei ist und er füllt ein titelgebendes Blood Bag an ihr auf. Wenig gruselig, wenn auch rätselhaft und stilvoll inszeniert zu dem Zeitpunkt, doch dann beschwert sie sich und die Diskussion eskaliert, unser scheinbar zweiter Killer schlägt und erdrosselt die Dame zu farbenfroher Disco-Beleuchtung, bevor er sein Zeug einpackt und im unauffälligen Kleinwagen davon fährt.
 
 
blood-bags-2018-bild-2
 
 
Nach 20 Minuten Exposition bleibt, den Abspann abgezogen, also noch ziemlich genau eine Stunde Laufzeit, und die werden unsere Protagonistinnen wohl in dem alten Gemäuer verbringen, da der Außenbereich der prachtvollen, alten Villa von einem älteren Herren abgeschlossen wird, der vorher schon unscheinbar an der Straßenecke lauerte. Innerhalb der Todesfalle stößt die Charakterisierung der Fotografin auf Wohlgefallen, da diese ein bestimmtes Ziel verfolgt und eine bestimmte Ästhetik bedienen möchte, statt einfach nur sinnlos irgendwelche anspruchslosen Schnappschüssen zu tätigen, wie viel zu oft in ausgelutschten Horrorproduktionen der Fall ist. Ohne eine unnötig große Gruppe an Nebenakteuren und dafür aber mit überdurchschnittlich glaubhaft geschriebenen Charakteren versehen, war „Blood Bags“ also eine gute halbe Stunde lang wirklich recht kurzweilig, unterhaltsam und vielversprechend, auf einem guten Weg. Doch ist der gnadenlose, wenn auch nicht sonderlich explizite sowie auf dem Backcover bereits gespoilte Kill an Petra dann überlebt, stellt sich für die restlichen 50+ Minuten nur die große Frage, ob wir es wirklich mit einem spannenden Katz- und Mausspiel zu tun haben, in dem sich Tracy alleine gegen mehrere Antagonisten erweisen muss.
 
 
blood-bags-2018-bild-3
 
 
Doch wer wirklich gehofft hat, hier minimalistischen Neogiallo in stilvollendeten Bildern zu entdecken, oder auch nur einen weiterhin spannenden Indiethriller, der hat sich gehörig geschnitten – denn auch wenn die folgenden 10-20 Minuten bis zur Hälfte des Films vielleicht noch hier und da unterhalten können mit ihren jeweiligen Szenenkonzepten, so sieht es mit jeder verstreichenden Minute dunkler aus, was Motivation oder Mehrwert angeht. Soll heißen, dass Tracy auf den Gangster vom Anfang trifft und kurz ihre Brille verliert und mit dem Blitz ihrer Kamera dafür die Kreatur stunnen kann und sich verstecken und wegrennen muss und das für sich genommen auch unterhaltsam ist, aber der gesamte Nebenplot über die obligatorischen nutzlosen Polizisten, die sich durch Umwege und Interviews langsam Richtung Villa aufmachen, sowie die Antagonisten selber, ziemlich farblos und egal bleiben.
 
 

 
 
Ich liebe die Idee, mit einem elaborierten Aufbau in schicken Turiner Sommerbildern zwei Cops zu inszenieren, die sich zaghaft an die Bedrohung rantasten und später dann aktiv mit dem Plot interagieren wie in x anderen Horrorfilmen auch, aber irgend etwas anderes aus dem Script müsste, damit das klappt, nicht bereits gesehen sein. Doch Gore oder Nacktheiten gibt es keine, hübsch genug um nur von seiner Ästhetik zu leben ist der Film nicht und so spannend es sich zu Beginn guckt, drei verschiedene (mögliche) Antagonisten zu verfolgen, so beliebig löst sich das Debakel dann leider auf. Die „Kreatur“ aus der Rubrik „Gequälte Seele“ darf einen Kill mit blutigen Einstichen ausführen und geht recht rabiat vor, doch sämtliche anderen Angriffe oder Tötungen sind komplett Offscreen, nie kreativ sondern stets beliebig und enden mit dem unspektakulären Wegzerren des Opfers. Dialog gibt es keinen, dafür aber ein comichaft riesiges Hackebeil und absolut lächerliches Krächzen und Stöhnen und Weinen. Blau-rot beleuchtete Säulen in einem ansprechenden Set mit Spieluhrmusik und einer blutig zugerichteten Balerina bilden das atmosphärische sowie optische Highlight des Films, entpuppen sich aber leider als kurze Traumsequenz ohne jegliche Konsequenz für den Plot – und dass dieser möglichst bösartig und fies enden will ist vielleicht gut gemeint, aber klappt bei Offscreen-Tätigkeiten absolut nicht, erst recht nicht wenn man vorher schon so dermaßen in die oft gesehene, belanglose Reihung von Genretropen abgerutscht ist.
 
 


 
 
 

BLOOD BAGS – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Blood Bags“ ist in seinen besten Szenen ein kurzweiliger, ästhetischer Indiehorror mit Gialloeinschlag, interessanten Antagonisten und hübschen Sets, in seinen schlechtesten dafür peinlicher und vollends belangloser Pseudoretro-Trash, dessern Hauptkiller egaler nicht sein könnte. Schade um das Produktionsdesign und die durchaus talentierte Makenna Guyler, dass so ein belangloses Script als Fundament dienen musste. Knappe 3/10

 
 


 
 
 

BLOOD BAGS – Zensur

 
 
 
„Blood Bags – Er will Dein Blut“ hat von der FSK eine Erwachsenenfreigabe erhalten. Die deutsche Filmfassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

BLOOD BAGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
blood-bags-2018-bluray

(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blood Bags; Italien 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hzz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 24.07.2020

 

Blood Bags – Er will Dein Blut [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BLOOD BAGS – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Pinup Dolls on Ice (2018)
 
The Drownsman (2014)
 
The Redwood Massacre (2014)
 
Minutes to Midnight (2018)
 

Filmkritik: „Star Light“ (2020)

star-light-2020-poster
 
 
 

STAR LIGHT

Story

 
 
 

Ein hilfsbereiter Jugendlicher rettet eine verletzte Teenagerin unbeabsichtigt aus den Fängen eines mysteriösen Fremden und bringt sich damit selbst in Lebensgefahr.


 
 
 


 
 
 

STAR LIGHT – Kritik

 
 
 
Es mag ja Schauspieler geben, die sich fleißig durch Horrorfilme schreien und bei denen man dennoch das Gefühl hat, sie noch nie zuvor gesehen zu haben. Die attraktive SCOUT TAYLOR-COMPTON ist so ein Fall und das, obwohl sie B-Horror und Low-Budget-Schnarcher am Fließband dreht. Wer schon einige Horrorfilme gesehen hat, die auf FILMCHECKER vorgestellt wurden, wird die junge Dame daher schon einige Male auf der Mattscheibe gesehen haben. Leider dürfte man sich an deren Auftritte nur schwer erinnern können. Der Grund: Durchschnittliche bis schlechte Horrorfilme – darunter GHOST HOUSE, THE LURKER, 247°F oder THE BEAST WITHIN. Die Reihe an wenig erwähnenswerten Arbeiten wird nun um eine weitere Hauptrolle ergänzt. Im Film STAR LIGHT spielt die Schauspielerin einen verwirrten Musikstar, der ein schauriges Geheimnis bewahrt. Als hätte man es bei einer langen B-Movie-Vita geahnt, ist auch STAR LIGHT ein Billig-Schnellschuss. Der bringt zwar gute Horror-Veraussetzungen mit, macht aber nichts Nennenswertes daraus. Da kann man es der smarten Darstellerin nur wünschen, dass sie endlich mal vom Glück gesegnet wird und an ein gutes Drehbuch gerät. SCOUT TAYLOR-COMPTON kann nämlich weitaus mehr als hübsch.
 
 
star-light-2020-bild-5
 
 
Eigentlich sollte Dylan (CAMERON JOHNSON) bei einem Abendessen den neuen Freund der Mutter kennenlernen. Doch es kommt zum Streit und der Teenager macht sich beim Videospielen in einer Tankstelle Luft. Hier wird er in einen Strudel seltsamer Umstände gezogen, denn ein verletztes Mädchen (SCOUT TAYLOR-COMPTON) fällt dem Halbstarken genau vor die Füße. Was tun? Ganz einfach: Dylan rettet das arme Ding und bringt es in das Haus des besten Freundes, wo gerade eine Privatparty gefeiert wird. Die findet aber nun ein jähes Ende, denn schon bald passieren seltsame Dinge, die sich die Jugendlichen nicht erklären können. Offenbar ist der Verursacher die gerettete Bebe. Deren Anwesenheit entwickelt sich plötzlich zur Gefahr, denn ein Fremder hat sich an die Fersen der attraktiven Blondine geheftet und hat mit dem Mädchen noch ein Hühnchen zu rupfen. Der kennt vor nichts und niemandem Gnade – auch nicht vor unseren Freunden. Das Resultat: Schreiende Teenager und blutiges Allerlei.
 
 
star-light-2020-bild-4
 
 
STAR LIGHT ist ein zweischneidiges Schwert. Die erste Hälfte ist nämlich ganz passabel. Während Held Dylan vorgestellt und in eine Situation getrieben wird, die sich Protagonisten wie Zuschauer nicht erklären können, kippt die Stimmung just mit der Halbzeit und mündet in ein kunterbuntes Gemetzel, in dem es nur noch darum geht, wer als nächstes stirbt und wie. So wird aus undurchsichtigem Mystery ein Splatterfilm, der gleich mal Schluss mit Spannung macht und das Spezialeffekte-Team zur Tat schreiten lässt. Bedauerlich – vor allem auch deshalb – weil die Regisseure MITCHELL ALTIERI und LEE CUMMINGS lang versuchen zu verschleiern, was es mit der geretteten Bebe und ihrem unheimlichen Verfolger auf sich hat. Beide verfügen nämlich über seltsame Kräfte, die niemand versteht zu deuten. Was dahintersteckt wird aber schnell uninteressant, weil STAR LIGHT die Blutkeule schwing und dabei versucht zu kopieren.
 
 
star-light-2020-bild-3
 
 
Wie aus heiterem Himmel wird da plötzlich Raimis TANZ DER TEUFEL zitiert und lässt die Protagonisten über die Klinge springen. Einer nach dem anderen wird von einer ominösen Kraft heimgesucht, die beauftragt die übrigen Freunde zu töten. Ein vorhersehbares Metzelprinzip, das den zuvor bedacht aufgebauten Spannungsbogen mit Füßen tritt und dabei nicht einmal beim Töten sonderlich kreativ ist. Es wird geschrien und gerannt – aber niemand denkt klar. Statt gemeinsam nach Lösungen zu suchen, ergibt man sich lieber dem auferlegtem Schicksal. Eine Horror-Formel, die so tot gefilmt ist, dass sich dem erfahrenen Zuschauern die Zehennägel biegen.
 
 
star-light-2020-bild-2
 
 
Nein, STAR LIGHT ist wahrlich nichts Herausragendes. Zwar wird routiniert gefilmt und geschnitten. In Sachen Originalität gewinnt dieser Horrorfilm keinen Preis. Das ist dahingehend bitter, weil mit MITCHELL ALTIERI jemand im Boot sitzt, der eigentlich Erfahrung hat. Der Amerikaner ist Teil der in Genre-Kreisen berüchtigten BUTCHER BROTHERS. Das Kumpel-Duo bestehend aus PHIL FLORES und MITCHELL ALTIERI macht mit einigen Horrorfilmen aufmerksam, die vor allem auf einschlägigen Festivals positiv ankamen. Darunter so Indie-Geheimtipps wie RAISED BY WOLVES, THE HAMILTONS und das zugehörige Sequel THE THOMPSONS. Aber auch für das Major-Studio SONY war man tätig. Das Ergebnis: APRIL FOOL’S DAY – eine der wohl überflüssigsten Neuverfilmungen überhaupt. Das erkannte wohl auch der Auftraggeber und brachte das Machwerk ohne Umwege ins Heimkino.
 
 
star-light-2020-bild-1
 
 


 
 
 

STAR LIGHT – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Hütten-Gemetzel in der Machart von TANZ DER TEUFEL. Dennoch: Attraktive Jungdarsteller und routinierte Regie machen noch lange keinen guten Horrorfilm. MITCHELL ALTIERI – Teil der in Genre-Kreisen bekannten BUTCHER BROTHERS – kapselt sich ab und dreht was Eigenes. Herausgekommen ist STAR LIGHT – ein Horrorfilm an den man sich ein paar Tage später nicht mehr erinnern wird. STAR LIGHT beginnt vielversprechend, mysteriös und interessant. Nach der Halbzeit gingen entweder Ideen aus oder man hatte schlichtweg keine Lust mehr sich mit Figuren und Spannungsbogen zu beschäftigen. Deswegen schüttet man Blut übers Drehbuch und hofft damit bei Horrorfans gut anzukommen. Traurig! STAR LIGHT macht keinen Spaß, weil er sich beinahe schon lustlos zum Ziel schleppt, sich fürs Splattern bei besseren Genre-Streifen Inspiration holt und mit seiner anfangs interessanten Idee am Ende nichts anzufangen weiß. Das Resultat: Austauschbarer Teenie-Horror von der Stange, der nicht die Nerven strapaziert, sondern müde macht.
 
 
 


 
 
 

STAR LIGHT – Zensur

 
 
 
Auch wenn es ab der Hälfte in STAR LIGHT blutig zugeht, sollten sich Gorehounds nicht zu früh freuen. Alles geht schnell und wird nicht unbedingt detailliert gezeigt. STAR LIGHT richtet sich an ein jugendliches Pulikum. Daher sollte man keinen Blutrausch im Stile von EVIL DEAD erwarten. Hierzulande dürfte der Streifen in der ungeschnittenen Fassung eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

STAR LIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei 1091 Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Tanz der Teufel (1981)

Ritter der Dämonen (1995)

Don’t Let Them In (2020)

Filmkritik: „Das Auge des Killers“ (1987)

das-auge-des-killers-1987-poster
 
 
 

DAS AUGE DES KILLERS

(WHITE OF THE EYE)

Story

 
 
 

Eine Reihe von Morden an Frauen macht eine Gegend unsicher. Ein Verdächtiger ist bald gefunden, doch handelt es sich um einen Familienvater. Kann er es wirklich sein?

 
 
 


 
 
 

DAS AUGE DES KILLERS – Kritik

 
 
 
Wenn es um Serienkiller-Filme geht, haben alle Jahrzehnte so ihre Meisterwerke hervorgebracht. „Das Auge des Killers“ von 1987 gehört aber sicherlich nicht dazu. Der Film ist sehr speziell und hat so viele positive Seiten, dass es schon enorm schade ist, dass er im Endeffekt nicht deutlich mehr überzeugen kann, aber dafür ist er einfach viel zu langatmig.
 
 
das-auge-des-killers-1987-bild-4
 
 
In einem kleinen Örtchen in Arizona treibt ein fieser Frauenmörder sein Unwesen. Die Polizei kann schon bald anhand von Beweisen den Täterkreis einschränken. Der Familienvater Paul gehört zu den Verdächtigen, aber nichts macht den Anschein, als wäre er zu solch grausamen Taten fähig. Man bräuchte sich eigentlich kaum Mühe machen hier spoilerfrei zu schreiben, denn es ist schon grandios dämlich, dass der Text auf der Bluray einem bereits verrät, was hier Sache ist. Bis man nämlich selbst erfährt, wer der Killer ist, vergeht mehr als die Hälfte der Laufzeit. Liest man sich jedoch die Beschreibung auf der Bluray durch, weiß man es sofort. Trotzdem sei hier nicht verraten, was Sache ist, denn Spoiler sind einfach doof. Das Drehbuch ist sehr simpel und besitzt kaum eigene Ideen. Viel mehr ist es bei „Das Auge des Killers“ die Aufmachung, die für Eigenständigkeit sorgt. Und so sehr diese auch zu gefallen weiß, so sehr steht sie sich leider selbst im Wege.
 
 
das-auge-des-killers-1987-bild-3
 
 
Rein handwerklich bekommt man es mit einem starken Werk zu tun. Die Bilder, die einem serviert werden, sind absolut gelungen und die Inszenierung kann sich sehen lassen. Teilweise geht es zwar fast etwas zu dynamisch zur Sache, etwa dann, wenn immer wieder Rückblicke das Geschehen dominieren, man als Zuschauer aber wenig davon mitbekommt. Okay, die Bilder sind dann grobkörniger, aber dennoch wirkt das teilweise etwas konfus. Trotzdem weiß die Aufmachung zu gefallen, was zusätzlich mit am sehr starken Soundtrack liegt. Musik und Bilder gehen hier oftmals Hand in Hand und ergeben ein homogenes Kunstwerk. Das macht schon Spaß, sich das anzuhören und anzusehen. Dazu gibt es mit David Keith und Cathy Moriarty zwei sehr gute Hauptdarsteller, die ihre Sache völlig überzeugend machen. Ebenfalls positiv ist anzumerken, dass der Killer glaubwürdig wirkt. Er hat seine Gründe, die dann schon fast in Richtung Psychothriller tendieren und diese Gründe hat man authentisch transportiert.
 
 
das-auge-des-killers-1987-bild-2
 
 
Leider besitzt „Das Auge des Killers“ dann aber auch so seine Schattenseite, die eine höhere Wertung einfach nicht zulassen. Am ehesten ist der Unterhaltungswert schuld. Mit 110 Minuten Laufzeit ist das Ganze schon nicht gerade kurz ausgefallen, aber man lässt sich dermaßen viel Zeit, dass es schon sehr schade ist. In der ersten Stunde geschieht kaum etwas. Das Szenario zieht sich wie Kaugummi und will einfach nicht auf den Punkt kommen. So wird schon ein kleines Geduldsspiel aus der Sache. Die recht magere Figurenzeichnung, die sich auf kaum einen Charakter wirklich konzentriert, ist dabei ebenfalls nicht gerade förderlich. Durchhalten lohnt sich allerdings dennoch, denn das Finale kann sich echt sehen lassen und dort kommt dann auch endlich mal noch etwas Spannung auf. Ansonsten gibt es hiervon nahezu nichts und Action sucht man auch vergebens. Es mangelt dem Treiben allgemein an Highlights, weil fast nie etwas los ist. Dass das Ganze mal auf dem Index war, verwundert ebenfalls ein wenig. Die heutige Freigabe ab 16 Jahren wirkt da schon einleuchtender. Explizite Gewalt gibt es nämlich fast gar nicht zu sehen, wobei der Killer in seinen wenigen Momenten mit einer ziemlich sadistischen Art und Weise zu Werke geht, die dann doch wieder recht brutal wirkt.
 
 
das-auge-des-killers-1987-bild-1
 
 


 
 
 

DAS AUGE DES KILLERS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
„Das Auge des Killers“ ist optisch echt gelungen und sich den Film anzuhören, macht ebenfalls viel Freude. Die handwerkliche Arbeit ist top, die Darsteller agieren ordentlich und das Finale ist schon echt gut gemacht. So positiv sich das auch anhören mag, der Film ist überwiegend leider echt sehr langatmig ausgefallen. Aus der sowieso schon nicht sonderlich originellen Story macht man zu lange nichts und die Charaktere wirken da auch recht belanglos. Hier wurde viel Potenzial verschwendet, denn selbst wenn viele Punkte echt sehr gelungen sind, so mangelt es doch stets an Spannung. Dennoch handelt es sich bei „Das Auge des Killers“ um einen eigenwilligen, ziemlich eigenständigen Thriller, den man als Fan solcher Werke durchaus betrachten kann!
 
 
 


 
 
 

DAS AUGE DES KILLERS – Zensur

 
 
 
„Das Auge des Killers“ wurde in Deutschland bisher nur auf VHS ausgewertet. Wie viele Filme in den 1980ern landete auch dieser Thriller im Jahr 1988 auf dem Index. Erst 16 Jahre später strich man den Streifen. Eine Auswertung auf DVD erfolgte aber nie. Nun hat sich NSM RECORDS die Rechte gesichert und brachte die erste Blu-ray auf den Markt. Erst ungeprüft über das deutschsprachige Ausland im Mediabook. Danach neu geprüft und ab 16 Jahren im KeepCase für die deutschen Kaufhäuser. Die neu geprüfte FSK16-Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DAS AUGE DES KILLERS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
das-auge-des-killers-1987-bluray

(c) NSM Records (Blu-ray KeepCase)

das-auge-des-killers-1987-mediabook-cover-a

(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover A – auf 444 Stück limitiert)

das-auge-des-killers-1987-mediabook-cover-b

(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover B – auf 111 Stück limitiert)

das-auge-des-killers-1987-mediabook-cover-c

(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover C – auf 111 Stück limitiert)

das-auge-des-killers-1987-mediabook-cover-d

(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover D – auf 111 Stück limitiert)

das-auge-des-killers-1987-mediabook-cover-e

(c) NSM Records (limitiertes Mediabook – Cover E – auf 222 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: White of the Eye; Großbritannien 1987

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Mono), Audiokommentar (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 111 Min.

FSK: KeepCase: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Mediabook: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Filmwissenschaftler Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Originaltrailer (1:19 Min.), Entfernte Szenen (5:19 Min.), Alternative Anfangssequenz (2:25 Min.), Flashback-Szenen (11:40 Min.), Bildergalerie (1:50 Min./ 20 Bilder) | zusätzlich im Mediabook: 16-seitiges Booklet mit Text von Jonas Hoppe und den Film auf DVD

Veröffentlichung: Mediabook: 12.07.2019 | KeepCase: 28.08.2020

 
 
NSM hat 2019 fünf limitierte Mediabooks mit zusätzlichem Booklet zum Film veröffentlicht. Seit August 2020 kann man „Das Auge des Killers“ auch als deutsche Blu-ray im KeepCase erwerben. Die darin enthaltene Filmfassung ist selbstverständlich ebenso ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 

Das Auge des Killers [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Das Auge des Killers [Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Das Auge des Killers [Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Das Auge des Killers [Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Das Auge des Killers [Mediabook – Cover D] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Das Auge des Killers [Mediabook – Cover E] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

DAS AUGE DES KILLERS – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Die Rechte aller verwendeten Bilder und fürs Packshot liegen bei NSM Records)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Halbblut (1992)
 
Wind River (2017)
 

Filmkritik: „Black Water: Abyss“ (2020)

black-water-abyss-2020-poster
 
 
 

BLACK WATER: ABYSS

Story

 
 
 

Eine Gruppe Hobby-Höhlenforscher stoßen bei Erkundungsstreifzügen durch ein unterirdisches Höhlenlabyrinth auf ein gefräßiges Krokodil.

 
 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Kritik

 
 
 
Im Jahr 2007 gelang Regisseur ANDREW TRAUCKI mit BLACK WATER ein kleiner Low-Budget-Überraschungshit. Darin wurden Ausflügler in den Sümpfen Australiens von einem hungrigen Krokodil bedroht. Eine Geschichte, die – wie der darauffolgende Film des Filmemachers mit dem Titel THE REEF – angeblich von wahren Begebenheiten inspiriert wurde. Kritikern und Publikum war dieses mittlerweile bei Horrorfilmen inflationär eingesetzte Werbe-Gequassel egal. Die befanden den Tier-Horrorfilm als sehenswert vor allem auch deshalb, weil auf Computereffekte verzichtet wurde und stattdessen echte Leistenkrokodile verwendet wurden. Doch auch die Tatsache kam gut an, dass sich BLACK WATER auf ein spärliches Szenario beschränkte und so Adrenalinkino in Reinform serviert.
 
 
black-water-abyss-2020-bild-4
 
 
Knapp 13 Jahre später schickt man nun einen Nachfolger ins Rennen. Der nennt sich BLACK WATER: ABYSS und ist im Grunde genommen keine echte Fortsetzung. Der Film steht für sich selbst und könnte so auch als Reboot oder sogar Remake gewertet werden. Bei genauerer Betrachtung ist die Bezeichnung Neuverfilmung auch gar nicht so weit hergeholt. ANDREW TRAUCKI zeichnet wieder für die Regie verantwortlich und hat sein Team von 2007 erneut zurückgeholt, um die Erfolgsformel des Erstlings ein weiteres Mal abzuspielen. So reduzieren sich die Geschehnisse wieder auf einen beschränkten Schauplatz und Menschen müssen abermals versuchen Herr einer verzwickten Lage zu werden. Aus einem Sumpf wurde eine unterirdische Höhle. Der Rest bleibt identisch. Qualitativ hat man aber abgesattelt. BLACK WATER: ABYSS stand weniger Budget zur Verfügung. Das hatte zur Folge, dass neben CGI ebenso Kroko-Attrappen aus Gummi eingesetzt werden mussten. Aber auch das Set sieht kostengünstig nach Indoor-Pool aus. Keine guten Voraussetzungen für ein ebenbürtiges Sequel.
 
 
black-water-abyss-2020-bild-3
 
 
Wer das Risiko liebt, zieht oft die Aufmerksamkeit des Sensenmannes auf sich. Genau diese Erfahrung müssen auch einige nervenkitzelsuchende Hobby-Höhlen-Erforscher machen, die in Nordaustralien ein unterirdisches Höhlengeflecht erkunden wollen, in dem noch kein Mensch zuvor gewesen ist. Zwar ziehen dunkle Wolken auf, aber die jungen Leute klammern die Gefahr zugunsten von Spaß einfach aus. So kommt, was kommen muss. Es zieht ein Unwetter auf, das einen naheliegenden Fluss über die Ufer treten lässt und das Höhlensystem überflutet. Da bekommen die Kumpels plötzlich nasse Füße und der Aufgang ist versperrt. Leider hat hier unten kein Smartphone Empfang. Doch es kommt noch schlimmer. Ein hungriges Krokodil ist in dieser Höhle zu Hause und findet es gar nicht schön, dass jemand das Revier betreten hat, ohne sich zuvor anzumelden.
 
 
black-water-abyss-2020-bild-2
 
 
Irgendwie langweilig, weil man das alles schon mal so ähnlich gesehen hat. BLACK WATER: ABYSS ist im Gegensatz zum Vorgänger mehr klaustrophobisches Kammerspiel statt Kroko-Horror. Ein Großteil der Geschehnisse spielt sich in einem mit Wasser gefühlten Höhlensegment ab, aus dem die Protagonisten nicht mehr herausfinden. Somit geht der Streifen gleiche Wege wie die ähnlich aufgebauten Horrorfilme THE SHALLOWS oder OPEN WATER in denen nur ein begrenztes Set zur Verfügung steht, welches maximales Unbehagen heraufbeschwören soll. Da ist bald nicht mehr das Krokodil selbst ein großes Problem. Vielmehr steht Zeitnot und Klaustrophobie auf der Terror-Liste. Anhaltender Regen sorgt dafür, dass die Höhle mit Wasser geflutet wird und im Inneren steigt der Pegel, sodass bald Luftmangel herrscht. Dass die Freunde da schnell in Panik geraten und plötzlich private Konflikte ein Thema werden, ein verständliches Übel.
 
 
black-water-abyss-2020-bild-6
 
 
Generell ist BLACK WATER: ABYSS mehr Psycho-Nahrung statt Tier-Horror-Schocker. Die Angriffe des hungrigen Reptils sind rar gesät, was vermutlich bei Fans des ersten Films gar nicht gut ankommen wird. Schnappt sich das Tier dann doch einmal einen Protagonisten, ist kaum etwas zu erkennen, weil die Kamera konfus wackelt, undeutliche Aufnahmen zeigt oder alles viel zu schnell vor der Linse passiert. Blut und zerfetzte Leiber? Fehlanzeige! Horrorfans wird das gar nicht gefallen, zumal sich Regisseur ANDREW TRAUCKI auch viel Zeit damit lässt durch geflutete Höhlenpassagen zu tauchen oder die Ängste seiner Helden auf Zelluloid zu bannen. Die haben Angst vor dem Ertrinken, dass Höhlenwände einstürzen, dass die Luft knapp wird oder einer der Anwesenden wegen eines möglichen Asthmaanfalls das Zeitliche segnet. Viel Gewimmer, ausreichend Gejammer und nicht immer gut getroffene Entscheidungen. Letzteres gehört in dieser Art von Filmen schon immer zum Inventar. Eben ein echter Spannungskiller.
 
 
black-water-abyss-2020-bild-1
 
 
Unterm Strich ist der etwas zu lang geratene BLACK WATER: ABYSS nicht herausragendes. Der Film durchläuft die bekannte Handlungsabfolge von Horrorfilmen mit Krokodilen oder ähnlichen Reptilien. Das menschliche Kanonenfutter wird nacheinander gefressen bis sich am Ende ein taffer Held über Ängste hinwegsetzt und dem Tier die Stirn bietet. Im Falle der Fortsetzung fällt just dieser finale Akt sehr makaber aus. Offenbar wollte Regisseur ANDREW TRAUCKI schläfrige Zuschauer mit einem fiesen Schlussgag wachrütteln. Gefüllt mit trashigem Zynismus, passt der aber so gar nicht zum Rest des eher ernsthaft und spaßfrei inszenierten Streifens. Ein dritter Film muss daher nicht unbedingt sein. Es sei denn, die Film-Reihe findet zu alter, spannender Größe zurück und entwickelt sich zu einer kompromisslosen Überlebenshatz par excellence.
 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
47 METERS DOWN: UNCAGED meets CRAWL. Klaustrophobischer Kroko-Horror mit makabrem Finale. Offenbar von den Erfolgen genannter Tier-Horror-Streifen getrieben, schickt man nun auch einen längst vergessenen Survival-Thriller mit einer Fortsetzung ins Rennen. 13 Jahre nach der Veröffentlichung von BLACK WATER kommt nun Teil zwei unter dem Titel BLACK WATER: ABYSS ins Heimkino. Regisseur ANDREW TRAUCKI spult hierbei die gleiche Handlung seines Ersterfolgs ab und tauscht nur Protagonisten sowie Handlungsort aus. Als wäre das nicht allein schon ideenlos und wenig kreativ, schielt der Filmemacher krampfhaft gen CRAWL – einem Horrorfilm von 2019, dessen Handlung verdächtig ähnlich ist. Das Ergebnis ist keine Glanzstunde des Horror-Genres. BLACK WATER: ABYSS erzählt nichts Neues und hat zudem auch mit Längen zu kämpfen. Survival-Horror hat man schon besser gesehen.
 
 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Zensur

 
 
 
BLACK WATER: ABYSS hat kaum blutige Schauwerte zu bieten. Meist färbt sich nur Wasser rot und die Protagonisten werden in die Tiefe gerissen. In einer Szene sieht man kurz, wie einer der Protagonisten vom Krokodil in die Luft geworfen wird und dann im Schlund landet. BLACK WATER: ABYSS dürfte ohne Probleme eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Altitude Film Distribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
47 Meters Down: Uncaged (2019)

Crawl (2018)

The Pool (2018)

Lake Placid (1999)

Die Fährte des Grauens (2007)

Filmkritik: „The Rental“ (2020)

the-rental-2020-poster
 
 
 

THE RENTAL

Story

 
 
 

Ein Horrorfilm zum Thema „Privatsphäre“. Zwei verliebte Pärchen erleben in einem angemieteten Ferien-Apartment die Hölle auf Erden.

 
 
 


 
 
 

THE RENTAL – Kritik

 
 
 
Konkurrenz belebt das Geschäft – aber was, wenn sie aus der eigenen Familie kommt? JAMES FRANCO ist ein waschechtes Multitalent und Tausendsassa. Er begann seine Karriere als Schauspieler und probierte sich später als Regisseur aus. Mittlerweile ist der Golden-Globe-Gewinner aber nicht nur in der Traumfabrik unterwegs. Franco ist zudem Schriftsteller, Drehbuchautor, Model, Filmproduzent und bildender Künstler. Ein kreatives Allround-Genie, dem nun der jüngere Bruder nacheifern möchte. DAVE FRANCO nennt sich das Bruderherz und hat offenbar Lust auf mehr. Der war bisher als Schauspieler in diversen TV-Serien und Hollywood-Produktionen zu sehen. Vermutlich war die Arbeit als Darsteller auf Dauer etwas eintönig. Deshalb wechselte DAVE FRANCO die Seiten. Statt vor der Kamera steht er nun dahinter. Das Ergebnis: THE RENTAL. Doch der Horrorthriller hatte es nicht leicht. Aufgrund der COVID-19-Pandemie konnte er nicht in den amerikanischen Kinos gezeigt werden. Deshalb wurde er direkt als Video-on-Demand veröffentlicht und flimmert über 250 Autokinoleinwände. Das aber ganz passabel. Knapp eine Million US-Dollar konnte das Regiedebüt an den Kassen einspielen. In Anbetracht der Umstände für den amerikanischen Independent-Verleih IFC FILMS ein kleiner Erfolg. Der verzeichnete jüngst mit THE WITCH NEXT DOOR trotz Viruskrise einen Kassenhit, in dem er einfach unkonventionelle Auswertungswege ging.
 
 
the-rental-2020-bild-2
 
 
Zwei Brüder wollen gemeinsam mit den Partnerinnen ausspannen und feiern, weil man das Geld für eine grandiose Geschäftsidee endlich zusammen hat. Deshalb stöbert man im Internet nach einer modernen Ferienwohnung, in der man es sich gutgehenlassen möchte. Schnell findet man ein ansprechendes Objekt, das eine Privatperson für ein Wochenende untervermietet. Doch die Traumvilla wird schnell zum Albtraum. Nicht nur, dass der Vermieter ein Rassist ist und keinen vertrauenserweckenden Eindruck hinterlässt. Auch die jungen Leute untereinander haben bald mit großen Problemen zu kämpfen. Im Drogenrausch vergnügt sich Mina mit dem Bruder ihres Mannes. Ein Seitensprung mit Folgen, denn das spontane Schäferstündchen tritt eine Kettenreaktion in Gang, die für alle Beteiligten blutige Konsequenzen haben wird.
 
 
the-rental-2020-bild-5
 
 
Grimmiger Home-Sharing-Thriller mit unerwartetem Ausgang. THE RENTAL ist ein Kammerspiel, dass sich in der ersten Stunde um seine Protagonisten kümmert und einen Konflikt schürt, der ins Absurdum getrieben wird. Die jungen Leute finden nämlich in der Dusche eine versteckte Kamera, die den Seitensprung aufgezeichnet hat. Nun ist Vertuschen angesagt, schließlich sollen die jeweiligen Partner nichts von den untreuen Machenschaften ihrer Liebsten erfahren. Die Folgen sind vorhersehbar. Das Vertrauen zwischen den Anwesenden untereinander beginnt zu bröckeln und die Ereignisse nehmen ihren Lauf. Doch die Konflikte zwischen den Protagonisten sind nur Alibi-Aufzieher für etwas ganz Großes. Regisseur DAVE FRANCO schockiert nämlich mit unerwarteter Wendung. Statt den Ehebruch aufzulösen und die Anwesenden sich im Ring selbst zu überlassen, verzichtet der Regie-Neuling aufs gegenseitige Zerfleischen und presst THE RENTAL zwanghaft in die Horror-Schublade. So wird aus der Beziehungskrise plötzlich ein Home-Invasion-Thriller, der den Zuschauer versucht mit falschen Fährten an der Nase herumzuführen.
 
 
the-rental-2020-bild-1
 
 
Das funktioniert nur bedingt, mutet der abrupte Richtungswechsel und das Falsche-Fährten-Spiel mancherorts konstruiert an und macht sich vor allem wegen der Naivität seiner Protagonisten nicht immer Freunde. Wie für einen Horrorfilm üblich verhalten sich die Charaktere dämlich und erhalten dafür genretypisch einen blutigen Denkzettel. Horrorfilmfans bekommen da natürlich schlechte Laune, denn dumme Horrorfilme, in denen Helden noch dümmere Entscheidungen treffen, hat man in den letzten Jahrzehnten viel zu oft im TV oder Kino gesehen. THE RENTAL macht diesbezüglich keine Ausnahme und hätte vermutlich ohne den lästigen Horror-Rattenschwanz ebenso funktioniert, der dazu auch noch krampfhaft darum bemüht ist, Möglichkeiten für Fortsetzungen offenzulassen. Laut Franco könnte die nach finanziellem Erfolg sogar kommen. Ideen fürs Fortführen wären laut dessen Aussage vorhanden. Wir verzichten stattdessen. Knapp eine Stunde Beziehungsdrama waren genug.
 
 
the-rental-2020-bild-4
 
 
Übrigens hat Regisseur DAVE FRANCO eine der Hauptrollen mit seiner Ehefrau ALISON BRIE besetzt und erklärte in Interviews, dass die Idee zum Film persönlichen Hintergrund hat. So äußerte der Filmemacher, dass er selbst fast schon Paranoia vor dem Konzept des Home-Sharing entwickelt hat – obwohl er die Möglichkeiten von Airbnb regelmäßig nutzt. Trotzdem bleibt für ihn unverständlich, warum sich Menschen in einer Zeit des Misstrauens bedenkenlos in Wohnungen fremder Menschen einmieten und einzig auf Bewertungen bauen, die andere im Netz hinterlassen haben. Amerika lebt in einer Zeit der Spaltung und des Misstrauens. Da kann sich hinter der Fassade freundlicher Vermietern gern schon mal so manch zwielichtiger und voyeuristisch veranlagter Zeitgenosse verbergen, der zahlende Gäste heimlich beobachtet oder belauscht. Genau jene Denke floss in die Entstehung des Drehbuchs ein, für das sich Franco von Horrorfilmklassikern wie THE SHINING und TEXAS CHAINSAW MASSACRE inspirieren ließ. Aber auch neuere Produktion wie IT FOLLOWS oder HEREDITARY haben Einfluss gehabt. Von erwähnten Gruselstreifen ist THE RENTAL zwar weit entfernt. Für den Anfang ist diese Regie-Arbeit dennoch ganz solide. Mit etwas mehr Feinschliff, eine Schippe Horror extra und deftigeren Schocks vorausgesetzt, könnte es DAVE FRANCO gelingen, in Zukunft einen Horrorfilm mit Kultpotenzial auf die Genre-Gemeinde loszulassen. Wir drücken die Daumen.
 
 


 
 
 

THE RENTAL – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
Wenn der aufkommende Airbnb-Trend zum Horror wird: böser Horrorthriller mit perfider Grundidee. Dennoch: Knapp sechsig Minuten Beziehungsdrama, nur zwanzig Minuten Home-Invasion-Geschrei. Im Falle von THE RENTAL muss man als Genre-Fan abwägen, ob man so lange warten möchte, um blutarmen Psycho-Horror zu sehen. Der jüngere Bruder von JAMES FRANCO versucht sich als Regisseur und hat einen atmosphärischen Horrorthriller gedreht, der leider sehr lang benötigt, um in die Puschen zu kommen. Da wird ein Seitensprung als Aufzieher verwendet, um Gruppendynamik entstehen zu lassen. Statt das Spiel über missbrauchtes Vertrauen bis zum bitteren Ende durchzuziehen, werden die Protagonisten plötzlich vom Bösen bedroht und müssen ums Überleben kämpfen. Das klingt komisch – ist es letztendlich auch. Der Horror-Part wirkt deplatziert und mutet reißerisch an. Beinahe will man das Gefühl nicht loswerden wollen, als habe man durch den abrupten Richtungswechsel versucht, so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal für THE RENTAL zu kreieren. Der Versuch ist nicht stimmig, denn bei genauerer Betrachtung funktionieren die Beziehungsprobleme besser als die plakativen Horror-Elemente. Somit ist THE RENTAL auch nur ein weiterer – immerhin technisch ansprechend gefilmter – Horrorthriller, der zwar an einem verregneten Herbstabend unterhält, aber nicht dauerhaft in Erinnerung bleiben wird.
 
 
 


 
 
 

THE RENTAL – Zensur

 
 
 
THE RENTAL ist nicht besonders blutig. Die meisten Mode passieren im Off oder man bekommt nur das Ergebnis eines Mordes zu sehen. Hierzulande dürfte es dafür ohne Probleme eine Freigabe ab 16 Jahren geben.
 
 
 


 
 
 

THE RENTAL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
13 Cameras (2015)
 
14 Cameras (2018)
 
Motel (2007)
 
The Strangers (2008)
 

Filmkritik: „D-Railed – Zugfahrt in die Hölle“ (2018)

d-railed-zugfahrt-in-die-hoelle-2018-poster
 
 
 

D-RAILED – ZUGFAHRT IN DIE HÖLLE

(D-RAILED)

Story

 
 
 

Eine Zugfahrt endet im Chaos und führt zum Tod. Der Grund: Ein Zugunfall und See-Monster.

 
 
 


 
 
 

D-RAILED – Kritik

 
 
In Zeiten, in denen Filme schon inflationär für verschiedenste Auswertungen produziert werden, ist es ganz schön schwer geworden, die Spreu vom Weizen zu trennen. Überall wird Stoff für ausgehungerte Horrorfilmfans benötigt. So dürstet es dem Fernsehen nach immer neuen Streifen, um seine Zuschauer versorgen zu können. Aber auch Streaming-Portale brauchen Inhalte, um Abonnenten zu ködern. Ganz nebenbei geht es dem Videomarkt nicht anders. Wird der nicht mit frischer Ware beliefert, verdient er keinen einzigen Cent. Die Nachfrage nach Horror ist dementsprechend groß. Da wird gern mal auf Qualität gepfiffen – gekauft wird es ja trotzdem. Eine traurige Entwicklung, wie mittlerweile jeder Horrorfilmliebhaber realisiert haben dürfte. Gute Schocker sind rar geworden. Stattdessen überfluten Billigproduktionen Händlerregale und Heimkinos, wegen denen so langsam die Lust am Genre vergeht. D-RAILED – ZUGFAHRT DES GRAUENS ist so ein Übeltäter. Bei dem ist bereits die Bewertung auf der IMDB Warnung genug. So ist schon dem Trailer das magere Budget anzusehen. Der fertige Film bestätigt die Vermutung. Ist hier etwa die für Trash-Horror berüchtigte Produktionsfirma THE ASYLUM am Werk? Wir geben Entwarnung. Die hat diesmal Sendepause. Qualitativ besser macht das D-RAILED aber nicht. Demzufolge ist dieser Gruselstreifen nur etwas für Hardcore-Low-Budget-Filmfans.
 
 
d-railed-zugfahrt-in-die-hoelle-2018-bild-4
 
 
D-RAILED – ZUGFAHRT DES GRAUENS erzählt die Geschichte eines ganz besonderen Abendschmauses. Daran nehmen gutzahlende Gäste teil, um im Stile der 1930er-Jahre an einem Krimi-Dinner teilzunehmen, das sich in einem fahrenden Zug abspielt. Die Stimmung ist ausgelassen und die Lok rollte los. Doch aus Spannung über das bevorstehende Spektakel wird bald unbändige Angst. Ein paar Kleinkriminelle haben sich unter die Schauspieler gemischt. Die wollen den Schmuck aller Anwesenden und erhoffen sich fette Beute. Doch Habgier bleibt ihnen im Halse stecken. Der Zug entgleist und landet im See. Dort warten auf die Verunglückten mysteriöse Fischmenschen (?), die großen Appetit haben.
 
 
d-railed-zugfahrt-in-die-hoelle-2018-bild-2
 
 
Dreiste Mogelpackung. Im Vorspann wird der Name eines Altstars eingeblendet. Kein geringerer als LANCE HENRIKSEN ist angeblich mit von der Partie und dürfte Horrorfilmfans kein Unbekannter sein. Den Amerikaner sah man schon in unzähligen Genre-Streifen. Einige davon genießen Kultstatus. Darunter: ALIENS und DAS HALLOWEEN MONSTER. Seit einigen Jahren geht es Henriksen langsamer an. Statt großer Blockbuster lässt er sich bevorzugt in B-Horrorfilmen oder Low-Budget-Ware blicken. Genau das tut er auch in D-RAILED und macht so indirekt Werbung für den Film. Was Zuschauer aber nicht wissen: Henriksen dient hier nur als Zugpferd, um Verkäufe anzukurbeln. Im Werk selbst ist er genau drei Minuten zu sehen. Eine enttäuschende Prämisse, die Fans des alternden Hollywood-Stars so gar nicht schmecken dürfte.
 
 
d-railed-zugfahrt-in-die-hoelle-2018-bild-3
 
 
Wenig erfreulich ist auch die Tatsache, dass D-RAILED dank des Kurzauftritts nicht besser wird. Der Film ist genau das, was man beim Einblenden des UNCORK’D-ENTERTAINMENT-Logos zu Beginn des Streifens erwartet. Das ist ein Vertrieb der Billig-Filme vertreibt, von denen nur die wenigsten was können. Genau das trifft auch auf die hier vorliegende Zugfahrt zu. Die beginnt mit einem Twist und entwickelt eine solide Dynamik, sodass mancherorts sogar so etwas wie ein Spannungsbogen entsteht. Leider ist nach dem Zugunglück damit Schluss. Das Fahrzeug stürzt ins Wasser, schlechte Bluescreen-Technik tut da ihr Übriges. Das Resultat: Schnee von gestern, denn ähnlich wie in FROM DUSK TILL DAWN wagt man auch hier einen riskanten Richtungswechsel. Schluss mit Geiselnahme und Ganoven. Was folgt, ist die Verwandlung zum Creature-Feature. Das passt nicht sonderlich gut zusammen und ist auch sonst eine äußerst lahme Nummer.
 
 
d-railed-zugfahrt-in-die-hoelle-2018-bild-1
 
 
Der Grund: Szenenabläufe wiederholen sich zu oft und die Überlebenden sind nicht unbedingt am Überleben interessiert. Wir sehen wie die wenigen Protagonisten von eigensinnigen See-Monstern attackiert und verspeist werden. Man muss sich zum Ufer vorkämpfen und verschanzt sich dort in einem Haus. Keiner der Charakter verhält sich rational, was in Kombination mit der nicht immer stimmigen, deutschen Synchronisation oftmals unfreiwillig komisch wirkt. So kommt, was man erwartet hat. D-RAILED wird der Vorahnung gerecht, die man bei Filmen aus dem Vertrieb von UNCORK’D ENTERTAINMENT eben grundsätzlich hat. Monster töten, töten, töten und Protagonisten schreien, schreien und sterben. Der Inbegriff purer Langeweile und Ideenlosigkeit, zumal sich Regisseur DALE FABRIGAR nicht einmal ansatzweise um Abwechslung bemüht. Das „Du-bist-der-Nächste“-Prinzip wird inflationär angewandt und nacheinander sterben alle Anwesenden. Ein schlussendlicher – aber zugegeben cleverer Twist – reißt da leider auch nichts mehr.
 
 


 
 
 

D-RAILED – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Low-Budget-Horror von der Stange, der ganz gut beginnt, aber nach 30 Minuten in die Belanglosigkeit abdriftet, weil er in die falsche Richtung abbiegt. Aus einem hitzigen Überfall in einem fahrenden Zug entwickelt sich auf einmal ein Creature-Feature. Die Idee ist skurril, aber an der Umsetzung hapert es. Beinahe mag man meinen die Drehbuchschreiberlinge hätten nach dem passablen Auftakt weder Lust noch Ideen gehabt, um die Geschichte zu Ende zu bringen. Das Ergebnis: Langweile, weil sich der Film ausschließlich mit dem unspektakulären Töten seiner wenig klugen Protagonisten beschäftigt. Die beginnen ziemlich schnell zu nerven, werden aber kurz und schmerzlos von See-Kreaturen umgebracht. Immerhin sind die Kreaturen-Effekte ganz okay. Besser wird – ZUGFAHRT DES GRAUENS aber dadurch nicht. Dazu fehlen dem Film einfach spannende Momente und frische Ideen.
 
 


 
 
 

D-RAILED – Zensur

 
 
 
D-RAILED – ZUGFAHRT IN DIE HÖLLE hat von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Diese Einstufung ist angemssen. Viel Gewalt gibt es nämlich nicht zu sehen. Diese begrenzen sich auf einen Kopfschuss, weitere Verletzungen durch Pistolenmunition und diverse Monsterangriffe, die aber kaum der Rede wert sind. Bei letzterem gibt es aber immerhin einen netten Spezialeffekt. Hier befindet sich ein Kopf im Schlund eines der Wesen. Dieser wird zerdrückt und die Augen quillen aus dem Schädel. Die deutsche Fassung ist übrigens ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

D-RAILED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
d-railed-zugfahrt-in-die-hoelle-2018-bluray

(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: D-Railed; USA 2018

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 26.06.2020

 

D-Railed – Zugfahrt in die Hölle [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

D-RAILED – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Grauen aus der Tiefe (1980)
 
Mosquito Man (2005)
 
Scarecrow (2013)
 
Leprechaun: Origins (2014)