Horrorfilm, Mystery, Slasher, Folterfilm, Thriller, Splatterfilm, Gruselfilm, Trashfilm auf FILMCHECK

Splatter-Horror

Filmkritik: “The Redwood Massacre” (2014)

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THE REDWOOD MASSACRE

Story

 
 
 
Wenn Jason Vorhees auf Leatherface trifft, erlebt man vermutlich THE REDWOOD MASSACRE. Dieser britische Slasher berichtet einmal mehr von abenteuerlustigen Campern, die den Schauplatz eines Vebrechens aufsuchen und feststellen müssen, dass der Killer von einst immer am Leben ist.

 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Kritik

 
 
 
Mit THE REDWOOD MASSACRE wird die lange Liste günstig gedrehter Backwood-Slasher um einen weiteren Vertreter bereichert und erfüllt Liebhaber grober Schlachtfilme mit Freude, schließlich darf sich endlich mal wieder ein Film mit „Massaker“ im Titel brüsten in dem es dann auch wirklich deftig zur Sache geht. Umso verwunderlicher, was die Prüfer der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) dazu bewegt haben muss THE REDWOOD MASSACRE ungeschnitten für deutsche Horrorkonsumenten freizugeben. Vermutlich saß wohl selbst ein Anhänger der ungemütlichen Filmunterhaltung im Prüfgremium und hatte Erbarmen mit deutschen Slasher-Fans, die sich gierig die Hände nach möglichst blutigen Meuchelwerken reiben – insofern sie denn ungerupft in die Händlerregale kommen.
 
 
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Besser gut kopiert als schlecht selbst gemacht: Regisseurs DAVID RYAN KEITH bedient sich reichlich unverfroren bei den ganz Großen. So muss neben Cunninghams Schitzerepos FREITAG DER 13. auch Hoopers Terrororgie TEXAS CHAINSAW MASSACRE für nicht sonderlich klug gestrickte Low-Budget-Schlitzerei herhalten, die dann wenig eigenständig nach Schema F abgehandelt wird. Kluge Wendungen und kreative Todesarten sind Mangelware. Stattdessen lässt der Britte einen übermenschlichen Killer nach amerikanischem Vorbild auf abenteuerlustige Touristen los, die genau dort campen und feiern wollen, wo sich vor vielen Jahren ein grausames Blutbad ereignet hat. Anfangs noch zu Scherzen aufgelegt, geht es denn Endzwanzigern bald an den Kragen. Der Übeltäter von damals ist zurück und macht das, was er wohl am besten kann: töten, sägen und zerstückeln. Der fleischgewordene Albtraum aus LEATHERFACE und JASON VOORHEES hat unbeschreiblichen Blutdurst und ein ausgeprägtes Verlangen nach unmenschlicher Folterei. Mit spitzem Werkzeug jagt er seine Beute durch die Wälder und stapelt Menschen in seiner Hütte, die irgendwie niemand zu vermissen scheint.
 
 
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Nicht über Filmfehler nachdenken und sich vom Blutrausch berieseln lassen. THE REDWOOD MASSACRE ist erwartungsgemäß nichts Hochgeistiges, sondern will vor allem jene ansprechen, deren Herz bei Old-School-Slashern schneller zu schlagen beginnt. Ganz wie in den guten alten Zeiten ist man um dreckige Atmosphäre und möglichst unangenehme Spezialeffekte bemüht, die übrigens alle handgemacht sind. Schauspieler und Geschichte kommen leider zu kurz und erhalten keine Tiefe – ein Manko, das in einer Zeit ewig gleicher Horrorstreifen den meisten Meuchelfilmen das Genick bricht. Auch THE REDWOOD MASSACRE ereilt gleiches Schicksal, denn die austauschbare Handlung und die schablonenhaften Figuren dürften dafür sorgen, dass dieses Massaker so schnell aus den Köpfen der Horrorfans verschwunden sein wird, wie die meisten Gewinner deutscher Castingshows.
 
 
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THE REDWOOD MASSACRE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Blutreicher Splatter-Exkurs im englischen Hinterland. Die FSK schien bei der Beurteilung ihrer Freigabe nicht ganz bei Sinnen gewesen zu sein, denn der Blutgehalt von THE REDWOOD MASSACRE ist dermaßen hoch, wie schon lange nicht mehr in einem von der Behörde geprüften Horrorfilm. So dürfte es Willkür gewesen sein, dass dieser Slasher ungeschnittenen durch die Prüfung gewandert ist – ganz zur Freude der Fanmeute, die bedenkenlos zugreifen kann. Der Britte DAVID RYAN KEITH macht es bekannten Kultmeuchlern gleich. Nach amerikanischem Vorbild und in bekannter FREITAG DER 13.-Manier wird menschliches Kanonenfutter durch den Fleischwolf gejagt, damit sich der Zuschauer am langsamen Ableben erfreuen kann. Sonderlich neu ist das nicht und das ist das eigentliche Problem dieses britischen Low-Budget-Massakers. Viel zu oft hat man seit Bestehen des Slasher-Genres derart Verbrechen zu sehen bekommen, so dass sich schnell Langeweile breit macht, weil auch THE REDWOOD MASSACRE nur die fürs Subgenre bekannte Klischeeliste abharkt. Die Protagonisten verhalten sich dämlich, der wortkarge Killer tötet skrupellos und die obligatorische Screamqueen nimmt am Ende den Kampf gegen ein maskiertes Monster ufn, das selbstverständlich am Ende in die Kamera blinzelt, damit eine Fortsetzung kommen kann. Aufgrund der routinierter Machart, vielen blutigen Kills und einigen atmosphärischen Einstellungen gibt es trotzdem noch fünf Klappen. Allen Anhängern des rauen 80er-Slashers dürfte die mangelnde Abwechslung vermutlich keine Sorgen bereiten.
 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Zensur

 
 
 
Ein recht blutiger Vertreter im Slasher-Genre in dem sogar auch etwas gefoltert wird. Hierzulande gab’s dafür erstaunlicherweise den roten 18er-Flatschen von der FSK – ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Redwood Massacre; Großbritannien 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Making of

Release-Termin: 24.04.2015

 

The Redwood Massacre [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnche Filme:
 
See No Evil 2 (2014)

Wolf Creek 2 (2014)

Hatchet 3 (2013)

Freitag der 13. (2009)


Filmkritik: “Raining Blood” (2014)

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RAINING BLOOD

(LIVE / RAIVU)

Story

 
 
 
Einige Auserwählte müssen in einem Todesmarathon um das Überleben geliebter Angehöriger laufen. So auch Pechvogel Naoto Tamura (YAMADA YUKI). Der wurde vor einiger Zeit von der Mutter vor die Tür gesetzt und versucht in Tokio allein seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Als er ein seltsames Paket erhält und darin ein mysteriöses Buch findet, ändert sich sein bis dato chaotisches Leben auf tragische Weise.

 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Kritik

 
 
 
Abgedrehter Splatter-Quatsch, wie er wohl nur aus dem Land der untergehenden Sonne kommen kann. In Japan scheut man sich schon lange nicht mehr davor sinnfreie Horrorfilme zu drehen, die mit einer Mischung aus Blut, Humor und abgefahrenen Ideen vor allem Freunde trashiger Zelluloidware ansprechen sollen. Was dort jedoch treue Fans findet, wird in der westlichen Welt nicht immer wohlwollend angenommen, schließlich wirkt der sonderbare Humor in japanischen Splatter-Orgien für den westlichen Zuschauer meist ziemlich befremdlich. Plumpe Albereien und übertriebenes Overacting kommen auch in RAINING BLOOD zum Einsatz – ein Fun-Splatterer, der nun auch auf das deutsche Horrorpublikum losgelassen wird und das sogar ungeschnitten. Po-Liebhaber NOBORU IGUCHI steckt hinter dem Irrsinn. Der hat bereits mit seinem Trash-Nonsens ZOMBIE ASS sowie dem Furz-Beitrag in THE ABC’S OF DEATH der Welt mitteilen müssen, dass er eine ganz besondere Beziehung zu weiblichen Hinterteilen und deren Ausscheidungen pflegt. Auch in seiner neuen Regiearbeit frönt er jenem eigensinnigen Fetisch und bannt Kehrseiten leicht bekleideter Damen auf Film, die er in ein blutiges Szenario verfrachtet, um damit bevorzugt männlichen Zuschauer feuchte Träume bescheren zu können.
 
 
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RAINING BLOOD (Titel für den internationalen Filmmarkt: LIVE) ist die überdrehte Version des im vergangenen Jahr veröffentlichten THE HUMAN RACE. Darin müssen einige ausgewählte Menschen in einem Wettrennen um das Überleben vertrauter Menschen laufen. So auch Naoto, dessen Mutter von einer ominösen Organisation festgehalten wird und die Todesspritze erhalten soll, insofern der Sohnemann nicht als erster die Ziellinie erreicht. Doch das Rennen stellt die unfreiwilligen Teilnehmer vor große Herausforderungen. Nicht nur, dass sich Profikiller unter die Läufer geschlichen haben und ihre Mordwerkzeuge sprechen lassen; auch mit einigen Wettkampfverweigerern wird kurzer Prozess veranstaltet, so dass bald dutzende Leichen die Laufbahn pflastern. Ein Teilnehmer nach dem nächsten verliert auf blutige Weise sein Leben. Nur wer wird gewinnen und als erster die Zielgerade überqueren?
 
 
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Bereits nach Sichtung des Trailers dürfte schnell klar sein, dass man die in RAINING BLOOD gezeigten Absurditäten keinesfalls ernst nehmen sollte. Hier haben alle Schauspieler derart viel Freude richtig schlecht zu schauspielern, dass man den Beteiligten für den unfassbaren zusammengeflickten Schwachsinn gar nicht böse sein kann. Die comicgleiche Inszenierung nimmt sich stets selbst auf die Schippe und spart keinesfalls mit überzogenen Blutmomenten. Es werden Köpfe von Fitnessgeräten zerquetscht, Arme mit Kettensägen abgetrennt und nichtsahnende Besucher eines Einkaufszentrums im plötzlichen Schusshagel um die Ecke gebracht. An Gewalt mangelt es in RAINING BLOOD nicht, wenngleich die Effekte vorwiegend am Rechner entstanden sind und nicht gerade glaubhaft in Szene gesetzt werden. Dem Trash-Charme dieser nicht immer politisch korrekten Splatter-Parodie dürften die technisch unzureichenden Spezialeffekte jedoch keinen Abbruch tun, schließlich bekommen Freunde des schlechten Geschmacks immer noch genug schwachsinnige Momente und gehaltlose Dialoge vor die Linse, um darüber herzlich lachen zu können.
 
 
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Ist RAINING BLOOD denn nun eigentlich sehenswert? Wir meinen: nein. Es sei denn, man besitzt eine Schwäche für Filme, deren Drehbücher nach dem Verzehr von drei Kästen Bier zu Papier gebracht wurden. Durch übertriebenes Schauspiel beginnen die vielen und vor allem gesichtslosen Laufteilnehmer rasch zu nerven, werden aber immerhin nach bekanntem 10-Jägerlein-Prinzip ausradiert. Die Filmtode sind das Salz in der Suppe und geben dem Film seine Daseinberechtigung, schließlich hält sich RAINING BLOOD über Wasser, in dem er seine unwichtigen Figuren kreativ in den Filmhimmel jagt. Nach filmischem Blödsinn wie THE MACHINE GIRL oder ROBOGEISHA ergänzt NOBORU IGUCHI seine lange Liste haarsträubender Splatter-Orgien um einen weiteren Streifen, auf den wohl niemand außerhalb Japans gewartet hat. Da kann man nur von Glück reden, dass sich Rechteinhaber MAD DIMENSION dazu entschieden hat RAINING BLOOD für kleines Geld in den Handel zu bringen. Andere Label im deutschsprachigen Ausland hätten wohl auch hier keine Skrupel gehabt und diesen überflüssigen Schnellschuss im überteuerten Mediabook veröffentlicht. RAINING BLOOD ist Fast-Food-Gematsche ohne Logik und Verstand: anschauen, mit dem Kopf schütteln und wieder vergessen.
 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Filmischer Splatter-Irrsinn fernab von Logik und Verstand. Dass so ein Film wie RAINING BLOOD nur aus dem fernen Japan kommen kann, verwundert nach Blödsinn wie ZOMBIE ASS oder THE MACHINE GIRL mittlerweile wohl niemanden mehr. Der japanische Regisseur NOBORU IGUCHI bleibt seiner Erfolgsformel treu und mixt haarsträubende Gewaltexzesse mit leicht bekleideten Frauen, die mit Kettensägen und scharfer Munition hirnlos durch einen Film sausen, in dem sich alles und jeder selbst auf die Schippe nimmt. Zu sehen gibt es kindische Witzeleien, peinliche Dialoge, schlecht animierte Spezialeffekte und permanentes Gealbere, für das man allein schon Nerven wie Drahtseile mitbringen sollte. RAINING BLOOD ist Horror-Quatsch jenseits des guten Geschmacks. Freunde mit einer Vorliebe sinnbefreiter Trash-Movies kommen da natürlich auf ihre Kosten. Ob eine derart überzogene Inszenierung vom Autor Yûsuke Yamada jemals gewollt gewesen ist, dürfte fraglich sein. Der hat nämlich bereits 2005 jenes Buch geschrieben, auf dem der Film basiert und dürfte nach Erstsichtung der Romanumsetzung reichlich enttäuscht gewesen sein. Wer RAINING BLOOD gesehen hat, wird auch verstehen warum.
 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen Splatterfilm gehört gibt es allerhand Gewaltmomente zu sehen. Die Todesarten werden aber derart übertrieben, teils schon humoristisch dargestellt, dass die FSK RAINING BLOOD ungeschnitten mit FSK16 freigegeben hat. Weil auf der Veröffentlichung einige “böse” Trailer zu sehen sind, befindet sich auf der Heimkinoveröffentlichung der rote 18er-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Raivu; Japan 2014

Genre: Horror, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Japanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Film: FSK 16 / Blu-ray jedoch aufgrund der Extras: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer zum Film, Trailershow

Release-Termin: 24.04.2015

 

Raining Blood [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MAD DIMENSION

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Human Race (2013)
 
Battle Royale (2000)
 
Running Man (1987)
 


Filmkritik: “Crazy Murder” (2014)

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CRAZY MURDER

Story

 
 
 
Der Film folgt einem psychisch kranken Obdachlosen in New York City, der sich ein Jahr lang die Zeit mit sinnlosem Morden und reichlich ekelhaften Taten vertreibt. …
 
 
 


 
 
 

CRAZY MURDER – Kritik

 
 
 
Schenkt man dem Vorspann des hier besprochenen Streifens Glauben, so leidet jeder fünfte der knapp 50.000 Obdachlosen in New York City an einer möglicherweise nicht diagnostizierten und somit unbehandelten psychischen Erkrankung. Eine brisante Studie, mit der sich die beiden Regisseure DOUG GERBER und KALEB PENNYPACKER in ihrem CRAZY MURDER auseinandersetzen. Dabei gehört ihr kontroverser Magenverdreher zu jenen Filmen, die sich in keine Schublade packen lassen und vermutlich nur dazu geschaffen wurden, um zu polarisieren. CRAZY MURDER besitzt weder eine richtige Handlung, noch einen Spannungsbogen. Vielmehr besteht der Streifen aus einer Aneinanderreihung verschiedener Momentaufnahmen aus dem Leben eines heimatlosen Menschen. Der verspeist Fäkalien, wühlt im Müll und tötet Passanten mit einem Messer, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. In teils improvisierten Szenenverläufen wird das Leben eines Mannes protokolliert, der sich allmählich vom zivilisierten Miteinander verabschiedet und abnormales Verhalten an den Tag legt, das in ekelerregende Bilder eingefangen wird. Die drastischen Filmschnipsel wirken. Und sie setzen einen gesunden Magen voraus, schließlich wird hier das gezeigt, was sich kein konventionell gestrickter Spielfilm aus Hollywood trauen würde. Da wird munter drauflos gebrochen, in Gesichter gestuhlt und der Inhalt von Kondomen geschluckt. Die gebotenen Spezialeffekte schlagen trotz simpler Machart auf den Magen und sind nicht jedermanns Sache. Eine Kunst für sich, für die KALEB PENNYPACKER verantwortlich zeichnet. Der hat vor seinem Ausflug ins Regiefach visuelle Effekte für HARRY POTTER und JURASSIC WORLD beigesteuert. Nun nutzt er seine kreative Fähigkeit, um mit CRAZY MURDER zu schocken.
 
 
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CRAZY MURDER ist Kino der Extreme, wie es wohl nur im Indie-Sektor entstehen kann. Der Film provoziert, wenngleich das Gezeigte sogar so etwas wie Kritik an der Gesellschaft äußert. Hier wird zwar allerhand widerliches Zeug gezeigt; lässt man das jedoch wirken und setzt sich mit all den drastischen Szenen auseinander (insofern man das überhaupt möchte), wird man schnell die Botschaften erkennen, die DOUG GERBER und KALEB PENNYPACKER an den Zuschauer bringen wollen. Obdachlos zu sein bedeutet, grenzenlose Freiheit zu genießen. So muss die namenlose Gestalt im Film keinen Normen und Regeln folgen, die die Gesellschaft diktiert, um ein friedliches Miteinander zu garantieren. Der Heimlose handelt nach eigenen Gesetzen und stellt jedoch bald fest, dass uneingeschränkte Freiheit auch Schattenseiten birgt. Einsamkeit und Ausgrenzung sind die Folgen, was die meisten Straßenmenschen an den Rand ihrer mentalen Kräfte treibt. So wird in CRAZY MURDER der geistige Verfall eines Menschen auf drastische Weise bebildert, der mit einer ignoranten und oberflächlichen Gesellschaft abrechnet in der für sozial Benachteiligte kein Platz ist. Seine Rache am System wird durch Terror zum Ausdruck gebracht. So beginnt er die Menschen der Großstadt zu terrorisieren und entwickelt sich schleichend vom zivilisierten Menschen zur primitiven Furie, die niederen – fast schon animalischen – Instinkten folgt.
 
 
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KEVIN KENNY hat sich für die Rolle des Obdachlosen bewusst verunstalten lassen und beweist Wandlungsfähigkeit. Bisher hat er seinen Lebensunterhalt als Künstler und Stand-up-Comedian in einem New Yorker Comedy-Club bestritten. Für CRAZY MURDER wechselt er die Fronten und beweist Ernsthaftigkeit. Für den Zuschauer gibt es hier absolut nichts zu lachen. Vielmehr wirkt das Gezeigte in seiner schonungslosen Radikalität und grenzenlosen Absurdität verstörend und besitzt kaum Unterhaltungswert. Die monotonen Szenenverläufe wiederholen sich und machen aus CRAZY MURDER ein experimentelles Geduldsspiel, das mit 95 Minuten schlicht zu lang geraten ist. Demzufolge ist dieses kritische und schwer verdaulichen Stück Zelluloid kein Film für Zwischendurch. Wenn Passanten mit Ziegelsteinen erschlagen oder Säuglinge kopfüber auf den Asphalt geworfen werden wirkt das nach. Trotz Kontroversen ist CRAZY MURDER aber kein sehenswertes Filmexperiment. Dazu ist der Streifen mit all seinen explizit gefeierten Grausamkeiten und den ausgewalzten Ekelmomenten zu reißerisch inszeniert, als dass man sich mit diesem unabhängigen Kinowerk und seiner Botschaft ernsthaft auseinandersetzen möchte. Unterm Strich ist der dialogarme CRAZY MURDER vermutlich nur für die zu ertragen, die Extremgewalt zu oft gesehen haben, als das sie überhaupt noch schockieren kann. Der Otto-Normalverbraucher wird mit diesem 5000-Dollar-Indie-Machwerk nur wenig anfangen können.
 
 
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CRAZY MURDER – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Schockierendes Kino der Extreme für das man einen gesunden Magen benötigt, damit sich das ertragen lässt, was in CRAZY MURDER gezeigt wird. Hier geben sich perverse Gewaltexzesse und widerliche Fäkalmomente die Waage, was vermutlich nicht jedem Zuschauer passen dürfte. Trotz abartiger Momente, lässt sich irgendwo zwischen der Aneinanderreihung von Abartigkeiten gesellschaftskritische Botschaften erkennen. Ob man sich mit denen jedoch ernsthaft auseinandersetzen möchte, bleibt nach 95 kot- und brechreichen Minuten fraglich.
 
 
 


 
 
 

CRAZY MURDER – Zensur

 
 
 
CRAZY MURDER ist ein Film, der in seiner ungeschnittenen Form in Deutschland keine Freigabe erhalten wird. Die vielen unnötigen Gewaltmomente sehen ziemlich realistisch aus und werden äußerst fragwürdig in Szene gesetzt. Da wird ein Säugling auf den Asphalt geworfen, Messer dringen in Halsschlagadern und Köpfe werden mit Ziegelsteinen eingeschlagen. Die vielen Fäkal- und Ekelmomente sind dagegen Kinderfasching.
 
 
 


 
 
 

CRAZY MURDER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

Die Bilder der Kritik stammen von der Facebook-Seite zum Film.

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Street Trash (1987
 
The Toxic Avenger (1984)
 
Septic Man (2013)
 
Hobo with a Shotgun (2011)
 


Filmkritik: “Let Us Prey” (2014)

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LET US PREY

Story

 
 
 
Ein mysteriöser Fremder kehrt in ein schottisches Provinzstädtchen ein und stellt eine Polizeiwache auf den Kopf. Dort hat soeben die neue Polizistin Rachel ihren Dienst angetreten und erlebt in den folgenden Stunden eine Nacht, die sie vermutlich so schnell nicht wieder vergessen wird …
 
 
 


 
 
 

LET US PREY – Kritik

 
 
 
Wenn im Horrorfilm das Blut spritzt, dann freut das so manchen Fan härterer Filme, schließlich scheint mittlerweile Horrorstoff nur noch dann Aufmerksamkeit zu erhalten, wenn er die richtige Dosis Grausamkeiten beinhaltet. Statt gute Geschichten zu schreiben, liegt das Augenmerk vermehrt auf möglichst kaltschnäutziges Ausradieren. Dabei scheint es nicht mehr wirklich relevant zu sein, warum Menschen getötet werden – Hauptsache Innereien fallen zu Boden und der Lebenssaft fließt. Nichts Neues hat da LET US PREY zu erzählen. Hier wird von BRIAN O’MALLEY ein kaum vorhandenes Stück Handlung auf Spielfilmlänge geblasen, das einzig darauf hinausläuft den Fan der deftigeren Unterhaltung mit ein paar gemeinen Szenen den Tag zu versüßen. Dabei wäre eigentlich mehr möglich gewesen, denn LET US PREY reißt mit biblischer Problematik von Sünde und Vergeltung ein durchaus interessantes Thema an, dem es aber leider zu oft an nachvollziehbarer Logik, Tiefe und Glaubwürdigkeit mangelt.
 
 
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Die Guten kommen in den Himmel, die Bösen in die Hölle. Von Letzteren scheint es in dieser schottisch-irischen Koproduktion ganz schön viele zu geben, denen von einem wortkarger LIAM CUNNINGHAM die Leviten gelesen werden müssen. Der kehrt als schweigsamer Fremder in ein schottisches Provinzkaff ein, um dort all jene Seelen mit dem Tod zu bestrafen, die in ihrem Leben reichlich Unfug getrieben haben. Doch der selbsternannte Richter ist nicht allein. In Powerfrau Rachel sieht er eine Verbündete. Leider hat die Gute erst vor einigen Stunden ihren ersten Arbeitstag als Polizistin angetreten und ist vom Blutbad, das sich soeben auf dem Revier zuträgt, alles andere als begeistert.
 
 
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Dass LET US PREY nicht sonderlich intelligent geschrieben wurde, wird an der Vorhersehbarkeit der Ereignisse deutlich. Lang dauert es nicht, bis der Zuschauer die Fährte gewittert hat und versteht, dass die Fieslinge im Film bestraft werden müssen. Damit ist er den Figuren stets einen Schritt voraus, deren Vergehen im Verlauf der späteren Handlung ans Tageslicht kommen, damit im Finale das obligatorische Blutbad zelebriert werden kann. Bis dahin werden Logiklöcher mit trivialen Dialogen und dick aufgetragenen Bibelzitaten gestopft, damit das Publikum erst gar nicht in Erwähnung zieht die Ungereimtheiten des Films zu hinterfragen. Da steht am Ende ein Polizeigebäude in Flammen, aber kein Einheimischer lässt sich blicken und Polizisten planen Morde, ohne Gedanken an die rechtlichen Konsequenzen ihres fragwürdigen Treibens zu verschwenden. Weitaus unglaubwürdiger fällt jedoch die Tatsache ins Gewicht, dass jeder zweite Einwohner des Städtchens die Lust am Töten für sich entdeckt hat und Familienmitglieder aufschlitzt, Liebhaber erschlägt oder Passanten mit dem Auto überfährt. Die Fehler sind offensichtlich und trüben den Sehgenuss. Immerhin stimmt die Optik. Die Bilder sind unbequem und bewirken ein anhaltendes Gefühl des Unbehagens. Zudem verbeugt sich Regisseur BRIAN O’MALLEY im Film vor Altmeister JOHN CARPENTER. Dessen ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT wird in LET US PREY nicht nur musikalisch zitiert – auch die Kulisse ist dem Klassiker nicht unähnlich. Trotzdem, so ambitioniert und blutig der Filmemacher mit seinem ersten Langfilm auch unterhalten möchte; das Niveau jenes Maestros den er zitiert erreicht er mit seinem Debüt zu keiner Minute – da ist leider noch viel Luft nach oben.
 
 
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LET US PREY – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Atmosphärischer Gewalt-Trip, der es aber nicht immer so genau mit der Logik nimmt. So sollte erst gar nicht hinterfragt werden, warum sich ausgerechnet eine schottische Kleinstadt als Vorort zur Hölle entpuppt, in dem scheinbar jeder zweite Einwohner schon einmal einen Mitmenschen ermordet hat. Die Figuren sind flach, die Handlung rudimentär und die Dialoge auch nicht sonderlich geistreich. Was den Streifen jedoch zu passabler Genre-Unterhaltung macht ist die morbide Atmosphäre und einige krude Gewaltspitzen. Denkt man die sich weg, wäre O’ MALLEYS Debüt vermutlich auch nur austauschbares Horrorkino von der Stange. Demzufolge ist LET US PREY ein eher mittelprächtiger Genre-Beitrag aus einem Land, in dem das Genre von den HAMMER STUDIOS einst mit Gothic-Horror aus dem Tiefschlaf gerissen wurde. Mittlerweile sind einige Jahrzehnte vergangen – leider!
 
 
 


 
 
 

LET US PREY – Zensur

 
 
 
PIERROT LE FOU bringt den Streifen in dreifacher HD-Ausführung auf dem Markt. Einerseits erscheint der Film in seiner ungeschnittenen Fassung mit SPIO/JK-Freigabe im limitierten Mediabook (Auflage: 5000 Stück). Ebenfalls liegt eine ungeschnittene KeepCase-Variante in den Videotheken aus. Zudem wurde LET US PREY auch noch einmal für die Kaufhäuser von der FSK geprüft. Die geschnittene Fassung ist 37 Sekunden kürzer und besitzt den roten FSK-Flatschen auf dem Cover. Immerhin sind die Schnitte in der ungeschnittenen Filmversion nicht offensichtlich. Ob man diese Fassung als Horrorfan sein Eigen nennen möchte, ist dagegen fraglich.
 
 
 


 
 
 

LET US PREY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot le Fou (geschnittene FSK-Fassung)

 
 
 
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(c) Pierrot le Fou (ungeschnittene SPIO/JK-Fassung im limitierten Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Let Us Prey; Großbritannien, Irland

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min. (uncut) / ca. 89 Minuten (cut)

FSK: SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung (ungeschnittene Fassung), Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (geschnittene Fassung), Mediabook (ungeschnittene Fassung)

Extras: Making of, Trailer – zusätzlich im Mediabook: Booklet, Poster mit alternativem Cover-Motiv als Beilage / 50 Poster aus der Erstauflage mit Unterschrift vom Regisseur und Hauptdarsteller!

Release-Termin: 27.03.2015

 
 
 


 
 
 

LET US PREY – Mediabook

 
 
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Nach dem Frauenprügler RAZE, dem Horror-Remake SILENT NIGHT und dem kontroversen Foltermurks DADDY’S LITTLE GIRL erscheint nun mit LET US PREY Nummer 4 der hauseigenen Mediabook-Serie des Rechteinhabers PIERROT LE FOU. Diese beinhaltet wie gewohnt nicht nur den Film ungeschnitten auf DVD und Blu-ray. Auch ein informativer Buchteil lässt das Sammlerherz schneller schlagen und bereichert die Veröffentlichung durch Hintergrundinformationen zum Film. Diesmal kann in einem umfangreichen Artikel aus dem Genre-Magazin DEADLINE geschmökert werden, zudem liegt ein kleines Filmposter bei. Das Besondere hierbei: PIERROT LE FOU hat einen kleinen Teil dieser Poster vom Regisseuren Brian O’Malley und Hauptdarsteller Liam Cunningham signieren lassen. Die unterschriebenen Exemplare liegen jedem hundertsten Mediabook (Auflage: 5000 Stück) bei. Demzufolge gehört ein wenig Glück dazu, dieses einzigartige Sammlerstück ergattern zu können. Technisch ist die Blu-ray nicht zu verachten. Nur beim Bonusmaterial wurde gegeizt. Bis auf Trailer und einem knapp zehnminütigen Making-of lässt sich nichts auf der Blu-ray finden. Sammler dürfte das wohl weniger stören, fügt sich auch Nummer 4 hervorragend in die bisherige Mediabook-Reihe des Anbieter PIERROT LE FOU ein.
 
 

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LET US PREY – Trailer

 
 

 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Wes Craven’s Wishmaster (1997)


Filmkritik: “Clown” (2014)

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CLOWN

Story

 
 
 
Familienvater Kent schlüpft in ein altes Clownskostüm, das von ihm Besitz ergreift und schreckliche Dinge von seinem Träger fordert.

 
 
 


 
 
 

CLOWN – Kritik

 
 
Egal was ELI ROTH anpackt, es wird aus unerklärlichen Gründen zu Gold. Seit der Filmemacher mit dem unabhängig verwirklichten Horrorfilm CABIN FEVER einen Überraschungshit landete und mit HOSTEL das selbstzweckhafte Foltern im Kino salonfähig machte, sorgt er stets für Aufregung unter Fans “böser” Filme, wenn er an neuem Horrormaterial arbeitet. Diesmal hat ROTH aber nicht selbst Regie geführt. Für den grimmigen Splatter-Horror CLOWN übergab er das Regiezepter an JON WATTS, der bisher für TV-Zeug verantwortlich zeichnete und fungierte – wie schon bei THE LAST EXORCISM – als Produzent, um im Hintergrund die Strippen zu ziehen. Auch wenn ROTH den Film nicht selbst gedreht hat; die unverkennbare Handschrift des Filmemachers zieht sich durch den gesamten Streifen, schließlich lässt sich mit Ekligkeiten, makabrem Humor und reichlich Gewalt am Besten polarisieren und Geld verdienen.
 
 
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Schluss mit lustig: seit jeher wissen Horrorfans, dass Clowns im Genre oft andere Intentionen hegen, als uns zum Lachen zu bringen. Hier steht meist blutiger Ernst statt harmloser Spaß auf der Tagesordnung, was nicht selten dazu führt, dass Psychopathen bunte Kostüme überstreifen, um mit spitzem Mordwerkzeug unschuldige Menschen zu ermorden. CLOWN macht da einiges anders, wenn auch nicht unbedingt besser. Um sich im Subgenre der mordgeilen Serienkiller ein wenig Kontur zu verpassen, bedient man sich beim Okkulten und lässt einen lustig verkleideten Familienvater zur dämonische Kreatur werden, die nur eines im Sinn hat: Kinder fressen.
 
 
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Ein teuflisches Narrenkostüm sorgt für eine schmerzhafte Metamorphose. Immobilienmakler Kent wollte dem Sohnemann zum 10. Geburtstag nur eine Überraschung bereiten und schlüpft in eine alte Clowns-Verkleidung, die er in einer Kiste im Keller einer zum Verkauf stehenden Immobilie entdeckt. Doch die modrige Kleidung führt ein seltsames Eigenleben und saugt sich am Körper ihres Trägers fest, der fortan von unbändigem Hunger nach Kinderfleisch getrieben wird. Doch es kommt noch schlimmer. Familienvater Kent beginnt sich zu verändern. Mit fortschreitendem Appetit nimmt er die Gestalt eines furchtbaren Dämons an, der fünf unschuldige Kinder fordert, um sich an ihnen laben zu können.
 
 
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Wenn aus Fake-Trailern richtige Horrorfilme werden. Seit sich ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO mit ihrem GRINDHOUSE (2007) vor den schmuddeligen B-Movies der 60er und 70er verbeugten, scheint in der Filmwelt zum Sport geworden zu sein, erst Kinotrailer zu zeigen und wenig später die zugehörigen Filme zu drehen. Im Fall des genannten GRINDHOUSE, das aus dem trashigen Double-Feature DEATH PROOF und PLANET TERROR bestand, waren es fiktive Kinoclips zu HOBO WITH A SHOTGUN und MACHETE, die zwischen den beiden Machwerken gezeigt und erst einige Jahre später umgesetzt wurden. Ähnlich verhielt es sich auch bei CLOWN. Regisseur JON WATTS brachte weit vor der eigentlichen Verfilmung im Jahr 2010 einen zweiminütigen Werbefilm zu einem fiktiven Horrorstreifen in Umlauf, der bei ROTH auf Interesse stieß. Weil dem bekannten Angstmacher die Idee dahinter so gut gefiel, beschloss er aus dem Fake-Trailer einen abendfüllenden Spielfilm zu machen und stand als Geldgeber zur Seite. Viel vom eigentlichen Spot, der durchaus beängstigend in Szene gesetzt wurde, ist letztendlich nicht mehr übrig geblieben. Statt Angst und Schrecken auf subtilem Wege in die Wohnzimmer zu bringen, wird Horror mit dem Holzhammer geboten, der sich dann doch eher an ein sehr magenstarkes Publikum richtet. Da werden Kinder vor den Augen des Zuschauers zermatscht, durchbohrt und angeknabbert – für ROTH-Fans nicht uninteressant, fühlen die sich von der stattlichen Anzahl bebilderten Grausamkeiten vermutlich bestens unterhalten.
 
 
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Auch wenn CLOWN mit eigenartigem, fast schon geschmacklosem Humor an die Werke von ELI ROTH anknüpft und sich beim Angst einjagen nicht gerade mit Ruhm bekleckert, findet der Film bei den Spezialeffekten zu eigentlicher Stärke. Die Figur des Besessenen durchlebt im Verlauf des Films eine nicht immer schmerzfreie Verwandlung vom besorgten Familienvater hin zur Marionette des Teufels. Dank hervorragender Arbeit kreativer Make-up-Künstler bekommt der Zuschauer am Ende eine deformierte Gestalt zu sehen, die endlich auch richtigen Horror auf die Mattscheibe bringt. Bis dahin verzettelt sich CLOWN im plumpen Aneinanderreihen fragwürdiger Tötungsarten von Kindern und gerät während des Mittelteils etwas ins Stolpern, weil die nicht uninteressante Thematik dann doch etwas zu wenig Material hergibt, um daraus einen 90-minütigen Horrorfilm drehen zu können. Immerhin wird im Finale geklotzt und nicht gekleckert. Da werden schon mal Erinnerungen an die abscheulichsten Metamorphosen der Kinogeschichte wach, in denen Wissenschaftler zu Fliegen mutierten (Cronenbergs DIE FLIEGE) und sich amerikanische Studenten (AMERICAN WEREWOLF) in Werwölfe verwandelten. Dennoch; so schön die Spezialeffekte in CLOWN auch sein mögen und so atmosphärisch die Dämonenhatz am Ende auch in Szene gesetzt sein mag – der aufdringliche Blutzoll ist irgendwie allgegenwärtig und erstickt jeden wohligen Schauer sofort wieder im Keim, weil ROTH als Werbemittel auf dem Cover nun mal triviales Metzelfutter und hirnloser Blutreigen bedeuten muss.
 
 


 
 
 

CLOWN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Wem bereits Stephen Kings ES schlaflose Nächte bereitet hat, wird nach der Sichtung von CLOWN nur bei Licht einschlafen können. Dieser Horror-Trip ist kein Film für jene, die unter Coulrophobie leiden. Hier werden bei vielen Zuschauern Kindheitstraumata wach, denn CLOWN bringt Filme wie POLTERGEIST oder genannte King-Adaption in Erinnerung, die mit der Clown-Thematik Albträume bescherten. Leider setzt die von ELI ROTH produzierte Filmumsetzung eines Fake-Trailers weniger auf subtile Gänsehaut-Taktik. Vielmehr war man darum bestrebt eine interessante Eigeninterpretation um den Jahrhunderte alten Clown-Mythos zu weben, die letztendlich mal wieder im Splatter-Fegefeuer enden muss. Nach einem starken Einstieg, hat CLOWN im Mittelteil so seine Probleme das vorgelegte Tempo halten zu können. Erst am Ende findet der Film Dank sehenswerter Maskeneffekte zu eigentlicher Stärke. Da ist es aber dann auch schon zu spät, denn so schön grimmig das Finale auch in Szene gesetzt wurde, so zügig flimmert auch schon der Abspann über den Bildschirm. Letztendlich will man das Gefühl nicht loswerden, einen Film mit unverbrauchter Thematik gesehen zu haben, bei dem mehr möglich gewesen wäre. Die interessante Geschichte hinter der Entstehung des menschenfressenden Kostüms bleibt weitestgehend unangetastet. Zudem stößt bitter auf, dass im Film Kinder grafisch getötet werden müssen, um die Sensationsgierig des blutgeilen Publikums befriedigen zu können? Splatter-Fans und Gore-Bauern dürfte das jedoch kaum stören. Für die gilt ELI ROTH ohnehin als der Meuchelkönig des Horrorfilms.
 
 


 
 
 

CLOWN – Zensur

 
 
 
Mittlerweile geht auch die FSK lockerer mit der Bewertung von Horrorfilmen um. Was vor zehn Jahren undenkbar ungeschnitten auf die deutschen Filmzuschauer losgelassen werden konnte, schafft es heutzutage ohne Probleme mit dem roten KJ-Flatschen in die Händlerregale. Ähnlich dürfte das auch bei CLOWN geschehen. Hier werden zwar Kinder vor der Kamera ermordet; trotzdem kann man davon ausgehen das der Film ungeschnitten in Deutschland erscheinen wird: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

CLOWN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mockingbird (2014)
 
Stitches – Böser Clown! (2012)
 
100 Tears (2007)
 
Gacy (2003)
 
Stephen Kings Es (1990)
 
Clownhouse (1989)
 


Filmkritik: “All Hallows’ Eve” (2013)

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ALL HALLOWS’ EVE

Story

 
 
 
Horror- Anthologien sind wieder schwer in Mode. Seien es die sehr erfolgreichen „VHS“-Filme, die die Struktur der Horror-Kurzgeschichtenfilmchen kurzerhand mit dem Found Footage-Genre kreuzte, das „Theatre Bizarre“ oder die „ABCs of Death“. Und auch „All Hallows Eve“ möchte auf dieser Erfolgswelle mitschwimmen. Und das gelingt zumindest teilweise ganz gut. Wie es bei solchen Anthologien üblich ist, werden auch hier die drei Kurzgeschichten in eine Rahmenhandlung verpackt. Diese folgt der Babysitterin Sarah, die an Halloween auf zwei Kids aufpassen soll. Als diese vom Süßigkeiten sammeln nach Hause kommen finden sie in ihren Beuteln eine unbeschriftete VHS-Kassette. Neugierig was darauf zu sehen ist, schieben sie diese in ihren Videorekorder. Als das Treiben auf der Mattscheibe zu blutig und brutal wird schaltet Sarah das Videoband ab und schickt die beiden nörgelnden Kids ins Bett. Doch die gesehenen Bilder haben ihre Wirkung hinterlassen und so sieht sich Sarah das Videoband weiter an, nicht ahnend, dass sie dabei die Aufmerksamkeit einer ganz bestimmten Filmfigur, die auf dem Videoband zu sehen ist, auf sich zieht.
 
 
 


 
 
 

ALL HALLOWS’ EVE – Kritik

 
 
 
Gleich zu Beginn fallen der wirklich gut gelungene Soundtrack und die ein oder andere Anspielung an diverse Horrorklassiker auf. Die Rahmenhandlung samt Babysitting an Halloween erinnert dabei natürlich sofort an Carpenters gleichnamigen Klassiker. Aber auch die Hausnummer 237 dürfte eingefleischte Horrorfans an „Shining“ erinnern. Die unpassende deutsche Synchronisation dürfte jedoch schnell für Ernüchterung sorgen, weshalb dazu geraten wird den Film unbedingt im O-Ton zu konsumieren.
 
 
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Die erste der drei präsentierten Geschichten spielt vorzugsweise in dunklen Kellergewölben und bebildert ein satanisches Ritual, dass mit tollen Monstermasken und dem ein oder anderen herben Splattereffekt punkten kann. Eine logische , stringente oder nachvollziehbare Handlung sollte man in dieser Episode aber besser nicht erwarten. Stattdessen wirkt der herrlich düstere Bilderreigen eher wie ein fragmentarischer Alptraum. Die zweite Episode erinnert in ihrem Storyansatz der „Alien Abduction Slumber Party“ aus dem Fortsetzungsfilm „S-VHS“, wobei hier allerdings nie und nimmer eine ähnliche Qualität erreicht wird. Diese Episode ist definitiv der Schwachpunkt dieses Films. Denn auch wenn der Score weiterhin unheilvoll wabert, sich sogar ein schönes „The Fog“ Zitat eingeschlichen hat (die Macher stehen wohl auf Carpenter) wird spätestens mit dem Auftauchen des „Aliens“ sämtliche Atmosphäre zerstört. Selten hat man ein dermaßen billiges Alien Kostüm bewundern können. Und anstatt aus der Not eine Tugend zu machen und die Alien Figur schön zurückhaltend in Szene zu setzten, halten die Macher die Kamera vollkommen unvorteilhaft auf diesen schlecht verkleideten Schauspieler, so dass diese Episode leider in unfreiwilliger Komik untergeht.
 
 
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Die dritte Episode reißt es dann aber raus und bietet ein schön-fieses Szenario, in dem eine Frau von einem monströsen Killerclown verfolgt wird. Diese Episode nimmt in kürzester Zeit Fahrt auf und lässt bis zum bitteren, wirklich bösen Schluss auch nicht mehr locker. Der Härtegrad dieser Episode ist beachtlich und die allgemeine Optik wurde sehr gekonnt auf „alt“ getrimmt. Auch hier ist der Soundtrack wieder sehr gelungen und trägt zur Terror-Atmosphäre dieser Episode bei, die ganz klar das Highlight des Films darstellt. Aber auch die Rahmenhandlung wird auf eine Art und Weise zu Ende erzählt, die man gut und gerne als gelungen betrachten kann, denn zum Schluss verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion und der monströse Killerclown scheint nicht nur auf dem Video zu existieren. Das alles mündet in einem wirklich hundsgemeinen Schlussbild, das es in der Konsequenz schon lange nicht mehr gegeben hat.
 
 
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ALL HALLOWS’ EVE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Insgesamt kann sich „All Hallows Eve“ durchaus sehen lassen. Die Rahmenhandlung ist gelungen und zwei der drei Episoden können voll und ganz überzeugen. Vor allem die dritte Episode und ihr Einfluss auf die Rahmenhandlung stellen ganz klar die Highlights in diesem Episodenhorrorfilm da. Lediglich die zweite Episode darf getrost ignoriert werden, fällt sie doch qualitativ überdeutlich ab.
 
 
 


 
 
 

ALL HALLOWS’ EVE – Zensur

 
 
 
„All Hallows Eve“ ist in Deutschland vollkommen ungekürzt auf DVD und Blu-ray erschienen. Die Filmfassung wurde von der FSK mit einer 16er-Freigabe abgesegnet. Dennoch wurde die Heimkinovariante mit rotem KJ-Sticker in den Handel gebracht. Der Grund ist mal wieder beim Bonusmaterial zu suchen.
 
 
 


 
 
 

ALL HALLOWS’ EVE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: All Hallows Eve; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Film: FSK 16 / Blu-ray aufgrund des Bonusmaterials: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Keine

Release-Termin: 26.09.2014

 

All Hallows’ Eve – Komm raus und spiel! [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ALL HALLOWS’ EVE – Trailer

 
 

 
 

Sebastian Lach

(Die Rechte aller verwendeten Grafiken in dieser Review liegen bei MARITIM PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S: Viral (2014)
 
The ABC’s of Death (2012)
 
Still 2 (2014)
 
Tom Holland’s Twisted Tales (2013)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
The Penny Dreadful Picture Show (2013)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)


Filmkritik: “Wyrmwood: Road of the Dead” (2014)

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WYRMWOOD:

ROAD OF THE DEAD

Story

 
 
 
Abermals verwandelt eine unbekannte Bedrohung nichtsahnende Menschen in Zombies. Eine Gruppe Überlebender sammelt sich und versucht der Lage Herr zu werden.

 
 
 


 
 
 

WYRMWOOD – Kritik

 
 
Seit jeher gelten vor allem die Japaner in Sachen Horror als schonungslos und ausgefallen. Dort krabbeln nicht nur nasse Geistermädchen aus TV-Geräten und Waschmaschinen (RINGU); auch absurde Splatter- und Goregranaten (GUTS OF A BEAUTY) färben immer mal wieder Leinwände rot und buhlen um die Gunst des internationalen Kinopublikums. Dass aber nicht nur Filmemacher aus dem Land der untergehenden Sonne abgefahrene Blutorgien inszenieren können, beweist der Australier KIAH ROACHE-TURNER. Der ist noch recht frisch im Filmgeschäft und hat mit dem Erstling WYRMWOOD gleich einen potenziellen Hitkandidat gedreht, der das Zeug zum neuen Kult-Horror hat. Der Splatter-Klassiker BRAINDEAD bekommt Konkurrenz, denn Regieneuling ROACHE-TURNER lässt hier ein actiongeladenes Gewaltfeuerwerk aller erster Güte auf den Zuschauer los, das nicht mit kongenialen Gedankenblitzen, frechen Späßen und klebrigem Kunstblut geizt.
 
 
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MAD MAX trifft auf DAWN OF THE DEAD – so oder ähnlich lässt sich in knappen Worten beschreiben, was der Horror-Fraktion mit WYRMWOOD geboten wird. In diesem Film wird dem müden Sub-Genre der immer wieder gleichen Zombiegurken frischer Wind einverleibt. Der weht ziemlich kräftig durch ein apokalyptisches Weltuntergangsszenario, in dem mal wieder einige Menschen vor Zombies flüchten und ums Überleben bangen müssen. Im Mittelpunkt steht Familienvater Barry (JAY GALLAGHER). Der hört eines Abends Geräusche in der Küche und befindet sich wenig später mit Frau und Tochter auf der Flucht vor Horden aggressiver Menschen, die nach noch warmem Menschenfleisch gieren. Nachdem sich auch Gattin und Kind zu einem dieser primitiven Menschenfresser verwandelt haben, macht sich Barry allein auf die Suche nach Schwesterherz Brooke (BIANCA BRADEY). Die wurde in ein mysteriöses Labor verschleppt und muss nun obskure Experimente über sich ergehen lassen, die ein verrückter Wissenschaftler an ihr durchführt. Doch die unmenschlichen Versuche segnen das hilflose Testobjekt mit wundersamen Kräften. Brooke entwickelt neue Fähigkeiten, die ihr bald schon den Weg aus der Zombieinvasion bahnen. Mit Hilfe ihrer Gedanken kann sie die zornigen Fressmaschinen kontrollieren. Eine Eigenschaft, die ihr bald den Hintern retten wird.
 
 
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Nichts ist schlimmer als Filme zu sehen, die langweilen. Leider haben ziemlich viele der letzten Zombie-Heuler mit akuter Ideenarmut und immer wieder gleichen Handlungsverläufen gequält, so dass Horrorfans mittlerweile vorsichtig geworden sind, wenn ein Film mit Zombies auf dem Cover wirbt. Anders sieht das bei WYRMWOOD aus. Regisseur KIAH ROACHE-TURNER muss wohl im Drogenwahn gewesen sein, als er die Masse an kunterbunten Einfällen für sein Debüt zu Papier gebracht hat. Die Geschehnisse im Film sind teilweise so bescheuert, dass man den Quatsch gesehen haben muss, um es glauben zu können. In WYRMWOOD werden Zombies als Tankstelle missbraucht. Die Kreaturen produzieren in ihren verwesenden Körpern Treibstoff mit dem Fahrzeuge betrieben werden können. Für die Überlebenden ein praktischer Nutzen, lässt es sich mit schnellem Gefährt besser vor den Untoten flüchten – vorausgesetzt man hat stets einen wandelnden Toten als “Reserve” im Kofferraum.
 
 
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Vier Jahre lang war WYRMWOOD in der Mache, weil die meisten Szenen mit Freunden am Wochenende gedreht werden mussten. Somit folgt KIAH ROACHE-TURNER denen, die einst den Fuß mit semiprofessionellen Amateurfilmen ins Business bekommen haben und mittlerweile Erfolge in Hollywood feiern: SAM RAIMI und PETER JACKSON. Doch nicht nur Low-Budget-Produktionen wie TANZ DER TEUFEL (1981) und BAD TASTE (1987) boten dem Newcomer Inspirationsgrundlage. In einem Interview verriet der Nachwuchsregisseur, dass ihn maßgeblich MAD MAX zum Dreh des Films getrieben hat. Schon lange wartete er gemeinsam mit seinem Bruder auf eine weitere postapokalyptische Weltuntergangssaga im Stile des Kult-Actioners aus den 80er Jahren. Weil die aber vergebens auf sich warten lies, entschlossen die Geschwister selbst einen Film auf die Beine zu stellen, der an jene Filme erinnern sollte, die bereits in der Kindheit Eindruck hinterlassen haben: DAWN OF THE DEAD und MAD MAX.
 
 
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Dass die Geschwister in der Jugend nicht nur Filme sondern auch Comics verschlungen haben, wird in WYRMWOOD mehr als deutlich. Der Streifen entpuppt sich als rasante Comic-Blutorgie, deren Macher konsequent das Gaspedal durchtreten und offensichtlich darum bestrebt waren, das zu Papier gebrachte nicht bierernst zu nehmen. Dank dutzender Slapstickelemente, haarsträubenden Einfällen und groteskem Overacting erhält WYRMWOOD eine fast schon befremdlich wirkende Erzählsprache, die dann doch sehr an Comicware jüngeren Datums erinnert. Nicht weniger überdreht kommt Gewalt im Film zum Einsatz. Hier wird geklotzt und nicht gekleckert. Mit Hilfe von günstigem CGI werden Köpfe gespalten, Gliedmaßen abgeschlagen und Schädel zum Explodieren gebracht. WYRMWOOD ist nichts für Warmduscher, denn scheinbar wollte Regisseur KIAH ROACHE-TURNER Fans härterer Horror-Streifen gerecht werden und verbrät in seinem Erstling literweise Kunstblut und Kunststoffgedärm. Bei einem so zeigefreudigen Gewaltrausch dürfte das Splatter-Herz zu tanzen beginnen, schließlich gehört WYRMWOOD zu jenen Zombie-Schockern, die zwar blutig aber auch sehenswert sind.
 
 
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WYRMWOOD – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
DAWN OF THE DEAD trifft auf MAD MAX. Schluss mit gähnendem Zombie-Murks. WYRMWOOD ist ein abgefahrenes Splatter-Epos in dem minutiös Blut auf die Leinwand spitzt und das ein beachtliches Tempo an den Tag legt, bei dem einem ganz schwindelig wird. Der hektisch geschnittene Fun-Splatter macht Comic-Leser glücklich, denn Macher KIAH ROACHE-TURNER bannt Absurditäten auf Zelluloid, die man eigentlich so nur in Comics zu sehen bekommt. Da werden Zombies abgemolken und mittels Telekinese ferngesteuert; coole Antihelden ballern sich um den Verstand und 98 Minuten zeigefreudiger Splatter-Spaß beschert Fans des drastischen Kinos feuchte Höschen. Bei so viel Freude am Kunstblut verliert die Erkenntnis an Bedeutung, dass mit WYRMWOOD das Kunststück gelungen ist, einem müden Sub-Genre frischen Wind einzuverleiben. Man darf auf eine Fortsetzung hoffen. Denn im Falle von WYRMWOOD wäre es fatal, wenn diese nicht gedreht werden würde.
 
 


 
 
 

WYRMWOOD – Zensur

 
 
 
In WYRMWOOD: ROAD OF THE DEAD wird geballert, gemetzelt und gesplattert als gebe es keinen Morgen mehr. Demzufolge dürfte fraglich bleiben in welcher Form der Zombie-Streifen nach Deutschland kommen wird. Dass die FSK in letzter Zeit ziemlich human mit Filmen dieser Art ins Gericht gegangen ist, könnte auch WYRMWOOD von Nutzen sein. Wir rechnen trotz viel Mord und Totschlag mit einer ungeschnittenen Freigabe: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

WYRMWOOD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dead Within (2014)

Chrysalis (2014)

Open Grave (2013)

Attack of the Undead (2010)

28 Days Later (2002)

28 Weeks Later (2007)

Crazies (1973)

The Crazies (2010)


Filmkritik: “The Demon’s Rook” (2013)

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THE DEMON’S ROOK

Story

 
 
 
Ein mächtiger Dämon entführt einen kleinen Jungen, um ihn in schwarzer Magie zu unterrichten. Jahre später kehrt der Verschleppte zurück in die Welt der Lebenden und muss die Menschheit vor dem Untergang bewahren.

 
 
 


 
 
 

THE DEMON’S ROOK – Kritik

 
 
Ach was waren die Zeiten schön, als im Horrorfilm noch bevorzugt per Hand gesplattert wurde und die Effekte nicht aus dem Computer kamen. Die 80er waren das Jahrzehnt kreativer Absurditäten, wo mit Latex, Glibber und Kunstblut versucht wurde dem Kinogänger das Ekeln zu lehren. Während am anderen Ende der Welt ein junger SAM RAIMI im Splatter-Klassiker EVIL DEAD die Teufel tanzen lies, produzierte Altmeister DARIO ARGENTO Jahre später einen ebenso berüchtigten Genrefilm in Italien, der den meisten Horrorfans unter dem Titel DANCE OF THE DEMONS von Begriff sein dürfte. Das Multitalent JAMES SIZEMORE holt nostalgisches Dämonen-Gematsche zurück auf die Mattscheiben und will mit seinem Regiedebüt an die guten, alten VHS-Zeiten anknüpfen, in denen man sich nicht vom mageren Produktionsbudget abschrecken lies und soviel Handgemachtes wie möglich in Horrorfilmen zeigen wollte. Sein THE DEMON’S ROOK entpuppt sich als herzliche Hommage an das nicht immer perfekte Indie-Horrorkino der 80er und dürfte vor allem bei jenen Filmfans Herzklopfen verursachen, die mit diesen Filmen aufgewachsen sind.
 
 
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Der kleine Roscoe ist ein erkundungsfreudiges Kind, von Dämonen regelrecht besessen und spielt tagsüber mit der besten Freundin Monsterspiele im Garten. Dennoch zieht sich der aufgeweckte Junge immer öfter in sein Zimmer zurück, wo er finstere Visionen und grausige Fratzen mit Kreide zu Papier bringt. Die Eltern sind stolz auf das phantasiebegabte Kind, bis der Sohnemann von einem mächtigen Dämon Besuch erhält und verschleppt wird. Doch die Kreatur namens Dimwos ist nicht böser Natur. Sie weiht den Knaben in die Macht schwarzer Magie ein und fungiert als Pförtner zwischen Licht und Dunkelheit, um die Menschheit vor dem Bösen zu beschützen. Als es dennoch einigen Geschöpfen der dunklen Seite gelingt in die Welt der Lebenden zu krabbeln, liegt es an dem mittlerweile erwachsenen Roscoe die bevorstehende Apokalypse aufzuhalten. In seiner ehemaligen Spielkameradin Eva sieht er eine Verbündete um Dämonen, Zombies und Besessene aufhalten zu können.
 
 
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THE DEMON’S ROOK ist kein sonderlich guter oder professioneller Film, aber das ist diesmal auch nicht von Bedeutung. Der Film bietet einen regelrechten Bilderrausch handgemachter Maskeneffekte, die mal weniger, mal besser gelungen sind. Ob wandelnde Zombies, dämonische Kreaturen aus der Hölle oder der Leibhaftige persönlich – THE DEMON’S ROOK bietet ein buntes Sammelsurium kreativer Effektspielereien, die allein dessen schon die Sichtung rechtfertigen. Dass ein derart visueller Ideenrausch auch seine Problemchen mit sich bringt, scheint die logische Konsequenz zu sein. Schauspielerisch fährt Regisseur, Produzent und Schauspieler (er selbst hat auch gleich die Hauptrolle im Film übernommen) nämlich einen konsequenten Sparkurs. Fast alle Helden, Kreaturen und Filmopfer werden von Freunden des Machers verkörpert, die dann auch noch Haus und Hof für die Dreharbeiten zur Verfügung gestellt haben, damit mehr Geld für Kunstblut und Splatter-Exzesse ausgegeben werden konnte. Viel Improvisationstalent stellt SIZEMORE unter Beweis. Um neumodische Wohnzimmer atmosphärisch aussehen zu lassen, holt er kurzum die Nebelmaschine aus dem Keller und lässt das semiprofessionelle Set in satte Rot-, Blau- und Grün-Töne erstrahlen. So gleicht er finanzielle Defizite aus und erinnert ganz nebenbei mit stimmigen Farbspielereien an die frühen Werke des Giallo-Mitbegründers DARIO AGENTO, die sogar auch noch von charmantem Synthesizer-Gedudel begleitet werden.
 
 
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Es muss nicht immer perfekt sein, vor allem dann nicht, wenn ein Horrorfan versucht seine Obsession zum Genre mittels phantasievoller Bilderflut zum Ausdruck zu bringen. THE DEMON’S ROOK ist ein leidenschaftliches Fanprojekt, das vor allem das besitzt, was man bei vielen Horrorfilmen neueren Datums vermisst: Herzblut. Der Streifen glänzt durch nostalgischem 80er-Jahre-Charme und schaut dank guter Kameraarbeit oftmals teurer aus, als er vermutlich gewesen ist. Bei so viel Liebe zum Genre schaut man gern über Mankos in der Inszenierung hinweg und vergisst schnell, dass hier erzählerische Tiefe kaum Stellenwert besitzt. Kurzum: THE DEMON’S ROOK ist eine blutrote Dämonenhatz für all jene, die ohnehin der Meinung sind, dass früher im Horrorfilm alles besser war. Kein Wunder, bringt Macher JAMES SIZEMORE jenes schrill-experimentierfreudige Jahrzehnt zurück ins Gedächtnis, das wichtige Genre-Meilensteine wie HELLRAISER, RE-ANIMATOR, THE THING oder Cronenbergs DIE FLIEGE hervorgebracht hat.
 
 
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THE DEMON’S ROOK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
THE DEMON’S ROOK ist ein kleiner Juwel am Horrorhimmel und ein blutgetränktes Gore-Fest der Extraklasse. Diese Produktion ist nicht für die breite Masse bestimmt, sondern ein Film für alle Nostalgiker, die zu jener Zeit aufgewachsen sind, vor der sich THE DEMON’S ROOK verbeugt: Ein Hoch auf die 80er – Lang lebe das VHS-Zeitalter!
 
 


 
 
 

THE DEMON’S ROOK – Zensur

 
 
 
Blut gibt es reichlich zu sehen. Von Zombie-Fressszenen bis Pfeilmord ist alles dabei, bei dem das Horror-Herz tanzt. Insofern THE DEMON’S ROOK überhaupt in Deutschland veröffentlicht wird, wird er auf jeden Fall mit rotem FSK-Flatschen im Händlerregal stehen – in welcher Schnittform dürfte aber fraglich sein.
 
 
 


 
 
 

THE DEMON’S ROOK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evil Dead (1981)
 
Dance of the Demons (1985)
 
Dance of the Demons 2 (1986)
 
Demon Knight – Ritter der Dämonen (1995)
 


Filmkritk: “Gnome Alone” (2014)

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GNOME ALONE

Story

 
 
 
Teilzeitkassiererin und Collegestudentin Zoe hat das Herz am rechten Fleck. Als eine obdachlose Frau von einem betrunkenen Autofahrer überfahren wird, ist sie sofort zur Stelle. Leider ahnt die menschelnde Lebensretterin nicht, dass ihr Einsatz Konsequenzen hat. Die sterbende Alte belegt das Mädchen mit einem sonderbaren Fluch. Wenn immer Zoe in Gefahr ist oder ihr Menschen Böses wollen, eilt ein Kobold zur Hilfe und nimmt Rache an ihren Peinigern.

 
 
 


 
 
 

GNOME ALONE – Kritik

 
 
Als Filmkritiker ist man vor keiner Horrorfilmgurke sicher, schließlich weiß man vorab nie, ob der zu besprechende Streifen was taugt oder nicht. In einem Genre, das sich scheinbar nur noch aus Fortsetzungen, Duplikaten und Prequels zusammensetzt, ist es mittlerweile ziemlich schwer geworden die guten Filme zu finden, weil Schundproduktionen wie GNOME ALONE dem Fan das Hirn vernebeln. Wie unschwer am Filmplakat zu erkennen ist, hat man sich für diesen cineastischen Schnellschuss von der legendären LEPRECHAUN-Reihe inspirieren lassen und versucht nun eine Art Kopie des kultigen Killergnoms in die internationalen Heimkinos zu bringen, um die Gunst enttäuschter Horrorfans für sich gewinnen zu können. Denen wurde im vergangenen Jahr mit LEPRECHAUN: ORIGINS ein Neueinfang der nunmehr siebenteiligen Zwergen-Saga versprochen. Der wurde selbstverständlich pünktlich zu Halloween in die Wohnzimmer gebracht – nur ohne WARWICK DAVIS in der Hauptrolle, der in allen LEPRECHAUN-Filmen den garstigen Kobold verkörperte.
 
 
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Letztendlich entwickelte sich LEPRECHAUN: ORIGINS zu einer einzigen Enttäuschung von der auch GNOME ALONE nicht allzu weit entfernt ist, hat doch das hier Gebotene den Gehalt eines Baustellenklos am Ende der Arbeitswoche. Video-Trash ohne Niveau, plumpe Späße, peinliche Dialoge und schlechte Effekte. In GNOME ALONE bekommt man all das zu sehen, was man in Horrorfilmen eigentlich gar nicht mehr sehen will, wobei vor allem die schlechten schauspielerischen Leistungen das Fass zum Überlaufen bringen. Die sind nahezu kaum vorhanden und werfen die Frage auf, ob die hier zusammengeschusterte Lachnummer einfach nur unfreiwillig komisch ist oder sich selbst versucht auf die Schippe zu nehmen. Wir vermuten jedoch Ersteres, denn auch wenn VERNE TROYER die zynischen Wortspielchen eines LEPRECHAUNS unbeholfen kopiert – zünden wollen die gemeinen Sprüche des Kobolds keineswegs, weil TROYER (man mag es kaum glauben) nun mal kein talentierter Schauspieler ist.
 
 
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Eigentlich sollte der Rohrkrepierer anfänglich LEGEND heißen. Scheinbar war der Name zu beliebig, weshalb man mal wieder am Filmnamen gefeilt und die Titelkreation verschlimmbessert hat. Dass der neue Titel weitaus unsinniger klingt und eher an Kinderunterhaltung erinnert, ist aufgrund der desaströsen Machart ohnehin kaum von Gewichtung, schließlich ist dem Regie-Duo TIMOTHY WOODWARD JR. und JOHN MICHAEL ELFERS das Kunststück gelungen ist, den wohl erbärmlichsten Zwergen-Horror auf Zelluloid zu bannen, den die Filmwelt bis dato gesehen hat. Die musikalische Untermalung passt zu keiner Zeit, die Bluteffekte sind zwar handgemacht befinden sich aber auf Amateurlevel und Spannung – ja die sucht man hier mit der Lupe. Selten hat ein Film dem Zuschauer so heimtückisch Lebenszeit geraubt. GNOME ALONE entpuppt sich als filmischer Unfall, der den Zuschauer aus unerklärlichen Gründen am Abschalten hindert. Der dürfte leider vergebens auf richtige gute Momente warten, denn GNOME ALONE ist schlichtweg übelriechender Trash, der diesmal wirklich in den Mülleimer gehört.
 
 
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GNOME ALONE – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Ist das Trash oder kann das weg? GNOME ALONE sollte möglichst gemieden werden, denn selbst Liebhaber charmanter Trash-Gurken werden sich mit dieser Videoproduktion keinen Gefallen tun. In diesem Film dominieren schlechte Schauspieler, die zur Abwechslung wirklich nichts können, miese Effekte und grottiges Zwergen-Make-up, für das angeblich zwei Stunden pro Tag benötigt wurde, um den kleinwüchsigen VERNE TROYER in einen mordenden Killergnom verwandeln zu können. GNOME ALONE ist eine einzige (unfreiwillige) Lachnummer und Welten von jener Vorlage entfernt, die die beiden Regisseure TIMOTHY WOODWARD JR. und JOHN MICHAEL ELFERS vehement versuchen zu kopieren: LEPRECHAUN. Man sollte sich im Übrigen nicht vom Filmplakat blenden lassen. Das Gechöpft auf dem Poster schaut mehr nach NOSFERATU aus als jene Kreatur, die man letztendlich im Film zu sehen bekommt. Daher: Im Händlerregal liegen lassen, denn das erspart Unmut, Zeit und Geld!
 
 
 


 
 
 

GNOME ALONE – Zensur

 
 
 
In GNOME ALONE gibt es einige Splattermomente zu sehen, deren Qualitäten sich jedoch auf Amateurniveau befinden. Blut fließt hin und wieder, so dass in Deutschland mit dem roten FSK-Flatschen gerechnet werden muss: Keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

GNOME ALONE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Leprechaun (1993)

Leprechaun 2 (1994)

Leprechaun – Tödliches Spiel in Vegas (1995)

Space Platoon (1997)

Leprechaun 5 – In the Hood (2000)

Leprechaun 6 – Back 2 tha Hood (2003)

Leprechaun: Origins (2014)

Katzenauge (1985)

Troll (1986)

Troll 2 (1990)


Filmkritik: “Poker Night” (2014)

poker-night-2014
 
 
 

POKER NIGHT

Story

 
 
 
Polizist Jeter (Beau Mirchoff) erlebt im Keller eines Hauses das pure Grauen. Er wurde von einem Psychopathen entführt und muss nun allerhand Grausamkeiten über sich ergehen lassen. Wenige Stunden zuvor saß er noch zusammen mit einigen Arbeitskollegen an einem Kartentisch, die dem Neuling in geselliger Runde von den spektakulären Fällen ihrer Karriere erzählten.

 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Kritik

 
 
 
Jahre nach dem Boom der sogenannten Torture-Porn-Welle finden immer wieder überflüssige Nachzügler ihren Weg in die Heimkinos, die dem unbewanderten Filmfan da draußen zeigen wollen, dass es im Kino auch mal eine Zeit gab in der es im Film etwas härter zugange ging. Der Trend scheint nach dutzenden Found-Footage-Gähnern und Geister-Schnachern in Vergessenheit geraten zu sein, was aber eifrige Regisseure nicht davon abhält in bescheidener Regelmäßigkeit stets etwas Folterei auf die Mattscheibe zu bringen – wenn auch ausschließlich für den Videomarkt produziert.
 
POKER NIGHT ist so ein reichlich verspäteter Ableger der einst kassenträchtigen Folter-Welle und folgt dem noch grünschnäbeligen Polizisten Jeter (BEAU MIRCHOFF), der gerade seinen ersten größeren Auftrag erfolgreich abgeschlossen hat. Ihm gelang die Festnahme eines gesuchten Psychopathen, was ihm nicht nur die Anerkennung seiner Kollegen einbrachte, sondern auch die Teilnahme zu einem dieser Pokerabende, an denen sich erfahrene Polizisten versammeln, um mit spektakulären Geschichten aus ihrem Berufsleben prahlen zu können. Leider hat das erste Poker-Duell für Jeter ein unerwartetes Ende zur Folge. Auf dem Heimweg wird er von einem Fremden überwältigt und in einen Keller verschleppt. Dort muss der Jungpolizist zusammen mit seiner Freundin schlimmste Quälerei erdulden und erinnert sich in Gefangenschaft an jene Weisheiten und Erzählungen zurück, von denen seine Cop-Kollegen noch wenige Stunden zuvor am Pokertisch berichtet hatten.
 
Nach Arbeiten an dutzenden TV-Produktionen tischt Drehbuchautor und Regisseur GREG FRANCIS mit POKER NIGHT sein Spielfilmdebüt auf und orientiert sich mit dem ansprechenden Filmlook seines Erstlings an die finstere Bildsprache eines JAMES WAN, der vor knapp zehn Jahren mit der beliebten Folter-Schnitzeljagd SAW (2004) internationale Erfolge verbuchen konnte. Der Zuschauer wird Zeuge dreckiger Bildkompositionen, die der Regisseur vermehrt in Grün- und Rottöne taucht und gar an Tortur-Heuler wie besagtem SAW und THE COLLECTOR (2009) erinnern. Neben reichlich Gewalt, Schussgefechten und makabren Folterideen (so wird Filmheld Jeter mit Hilfe von Spezialkleber an die Wand gekleistert) scheint zuletzt erwähnter Horror-Thriller vor allem beim Masken-Design Eindruck hinterlassen zu haben. Der Fiesling in POKER NIGHT trägt ähnliche Maskierung wie einst der legendäre Sammler im perfiden Katz-und-Maus-Spiel, dem man 2012 mit THE COLLECTION sogar eine Fortsetzung folgen lies.
 
Von den Qualitäten der genannten Splatter-Granaten ist POKER NIGHT jedoch um Längen entfernt. Viel zu oft wird der Zuschauer ungeschickt aus der Haupthandlung gerissen und gleichzeitig durch unnötige Rückblenden verwirrt, die zurück an den Kartentisch führen, wo der Spannungsbogen immer wieder durch schlecht platzierte Erzählungen anwesender Polizisten unterbrochen wird. Die blicken auf ihre Karriere zurück, brüsten sich mit den spektakulären Einsätzen ihrer bisherigen Polizistenlaufbahn und quasseln von hinterlistigen Serienmördern, die von einer krankhaften Sucht des Tötens getrieben werden. Für eine Anthologie durchaus interessanter Kurzgeschichtenstoff, weil POKER NIGHT Material für mindesten fünf weitere Filme bereithält. Im Falle von POKER NIGHT ein nerviges Übel, das dem Filmfreund schnell die Lust am Filmeschauen vermasselt, weil das Folgen der eigentlichen Handlung durch unzählige Flashbacks und Storyabzweigungen nahezu unmöglich gemacht wird.
 
Eigentlich hätte alles so schön werden können, denn POKER NIGHT macht in Sachen Folter alles richtig. Macher GREG FRANCIS zeigt nicht viel, aber auch nicht zu wenig, lässt Opfer flüchten, um sie in darauffolgender Szene vom Killer erneut einfangen zu lassen. POKER NIGHT wächst vor allem während der Quälmomente zu eigentlicher Größe heran, weil es dem Film trotz trivialer Gewaltszenen und allerhand Vorhersehbarkeiten gelingt, immer noch genügend Nervenkitzel zu verursachen, so dass der Zuschauer gebannt in seinem Filmsessel verharrt. Viel Spaß an den wenigen Folterakten bleibt jedoch nicht, denn FRANCIS widmet sich ausgerechnet dann seinen unzähligen Nebenhandlungen, wenn es zur Sache geht und für Gewaltfans interessant wird. Dass der Überraschungstwist am Ende nicht fehlen darf, ist mal wieder so eine nervende Horror-Zutat, die seit einigen Jahren sichtlich in Mode gekommen ist. Hier werden die Ambitionen des Killers gelüftet, die reichlich Phantasie voraussetzen, um sie überhaupt nachvollziehen zu können. Letztendlich bleibt zu erwähnen, dass GREG FRANCIS viel Potenzial verschenkt hat und etwas zu eifrig und unbeholfen namhaften Filmschaffenden wie DARREN LYNN BOUSMAN oder MARCUS DUNSTAN hinterhereifert, so dass er ganz nebenbei seine eigene Geschichte aus den Augen verliert. Die ist mit unnötigen Informationen überladen, undurchsichtig, reichlich sprunghaft und absolut unglaubwürdig, was POKER NIGHT zu einem zwar handwerklich soliden, aber nicht sonderlich sehenswerten Filmerlebnis macht.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Durchgestylter Folter-Thriller, der sich vor der legendären SAW-Serie verbeugt. Auch wenn auf dem Filmposter zum Thriller POKER NIGHT ein Angst einflößender Killer grinst, dessen Maske etwas zu offensichtlich an THE COLLECTOR erinnert, hat der Film natürlich nichts mit dem harten Horror-Kracher aus dem Jahre 2009 am Hut. Vielmehr scheint Macher GREG FRANCIS von harter Mainstream-Folterei der letzten Jahre derart fasziniert gewesen sein, dass er kurzum an seinem eigenen Tortur-Flick gewerkelt hat. Der kann sich in punkto Optik durchaus sehen lassen; inhaltlich ist das Machwerk jedoch derart unsinnig, dass dem Zuschauer die Freunde schnell vergehen wird. POKER NIGHT ist überladen, wirr, undurchsichtig und dazu auch noch vollkommen unglaubwürdig. Der Grund hierfür dürfte in der stattlichen Anzahl an verschiedenen Nebenplots zu suchen sein, die es dem Zuschauer ziemlich schwer machen, der eigentlichen Handlung folgen zu können. Zudem entpuppt sich Regisseur GREG FRANCIS als Spaßbremse. Immer wenn der Filmbösewicht zum Folterutensil greift und POKER NIGHT an Fahrt gewinnt, wird zu einer der unzähligen Nebenhandlungen übergewechselt. So macht man sich unter Fans härterer Filmware keine Freunde. Was im Übrigen HELLBOY-Star RON PERLMAN dazu getrieben hat, in einem so unausgereiften Horror-Thriller mitzuwirken, dürfte mal wieder eines dieser vielen Hollywood-Mysterien sein, deren Antwort wir nie erfahren werden.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Zensur

 
 
 
Ziemlich viel geschossen wird in POKER NIGHT, weil nicht lang gefakelt wird. Ein wenig Folterei gibt es ebenso zu sehen, obwohl sich der Streifen hinsichtlich der obligatorischen Grausamkeiten in Genrefilmen überraschend zurückhält. Daher kann man davon ausgehen, dass POKER NIGHT hierzulande mit rotem „keine Jugendfreigabe“-Sticker erscheinen wird. Natürlich vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

POKER NIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Collector (2009)
 
Deadly Virtues: Love.Honour.Obey. (2014)
 
Love of my Life (2013)
 
Pig (2010)
 
Hate Crime (2013)
 
Saaw (2004)
 
Saw II (2005)
 
Saw III (2006)
 
Saw IV (2007)
 
Saw V (2008)
 
Saw VI (2009)
 
Saw 3D – Vollendung (2010)
 


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