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Splatter-Horror

Filmkritik: “Turbo Kid” (2015)

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TURBO KID

Story

 
 
 
Für die meisten von uns war 1997 das Jahr, in dem die Spice Girls Radio sowie Musiksender bevölkerten und auf erstaunlich robusten Mobiltelefonen Snake gespielt wurde. Für den jungen Comic-Fan, der nur als „The Kid“ (Munro Chambers) bekannt ist, besteht 1997 hauptsächlich aus Fahrradtouren durch eine Welt, die von nuklearem Krieg verwüstet wurde. Zusammen mit der merkwürdigen Apple (Laurence Leboeuf) und dem Cowboy Frederic (Aaron Jeffery) durchstreift er die Weiten der zerstörten Gegend auf der Suche nach Schrott, Spielzeugen, Waffen und anderem illustrem Gut. Der apokalyptische Alltag wird unterbrochen, als die Gruppe ihren Weg mit dem von Zeus (Michael Ironside) kreuzt, der als despotischer Herrscher Gladiatorenkämpfe veranstaltet und allerlei fiese Verbrechen begeht. Selbstverständlich muss Zeus gestoppt werden. Mit dem Superhelden-Kostüm, das das zukünftige „Turbo Kid“ in einem abgestürzten Flugzeug entdeckt, sollte das Duell sogar zu gewinnen sein.
 
 
 


 
 
 

TURBO KID – Kritik

 
 
 
Schon während des Vorspanns fliegt dem geneigten Zuschauer eine große Menge an Nostalgie entgegen. Mit einem stimmigen Soundtrack aus Synthesizer-Sounds und feinstem Power-Rock flitzt Turbo Kid auf seinem BMX durch die nukleare Wüste, so dass man sich sofort in die Popkultur der 80er und 90er Jahre zurückversetzt fühlt. Natürlich dürfen auch Referenzen an beliebte Filme der Ära (beispielsweise „Armee der Finsternis“) nicht fehlen. Abgerundet wird die spaßige Hommage an vergangene Zeiten mit dem Auftritt von Michael Ironside, der durch Auftritte in „Total Recall“ oder „Starship Troopers“ zu einem der denkwürdigsten Retro-Leinwandschurken avanciert ist. In der knallbunten Ausstattung des Films spiegelt sich der nostalgische Geist von „Turbo Kid“ ebenso gut wie in der passenden musikalischen Untermalung wieder.
 
 
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Angereichert wird der Ritt durch die 80er und 90er von einem Festival aus kreativem Splatter und Gore, das nicht zuletzt von Zeus Handlanger Skeletron verursacht wird. Wenn Turbo Kid mit seinem Turbo-Handschuh reihenweise Schurken zum Explodieren bringt und Heldin Apple mit ihrem Gnome-Stick (ein Waffe bestehend aus einem Stock und einem Gartenzwerg) Köpfe einschlägt, verdient sich „Turbo Kid“ herzhaftes Jubeln und lautes Gelächter. Bei einem solchem Spaß verlassen sich die Autoren des Films nicht nur auf Referenzen an vergangene Publikumshits, sondern liefern auch eigene Ideen, wie zum Beispiel das etwas andere Geheimnis, das Turbo Kids Gefährtin Apple verbirgt.
 
 
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Etwas ärgerlich ist die Tatsache, dass der Protagonist des Films zwischen den Nebencharakteren verblasst. Die exzentrisch-freundliche Apple, der Endzeit-Cowboy Frederic und natürlich der große Bösewicht Zeus sind allesamt interessanter und passen besser in das schräge Universum des Films als der eher dröge und langweilige Junge, der das Ziel der altmodischen Rache verfolgt.
 
 
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TURBO KID – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Blutiges und witziges Retro-Spektakel mit abgefahrenen Ideen und deftigen Schauwerten, die das Herz jedes Horrorfans schneller schlagen lassen. „Turbo Kid“ ist eine liebevolle Hommage an die Action- und Splatterfilme der B-Kategorie, von der die 80er und 90er so zahlreiche Beispiele hervorgebracht haben. Mit kreativen, handgemachten und vor allem lustigen Splattereffekten und einem stimmigen Soundtrack sorgt der etwas andere postapokalyptische Film für jede Menge kurzweiligen Spaß und ist gleichermaßen ein Tipp für Fans von Comics als auch Splatterfreunde.
 
 


 
 
 

TURBO KID – Zensur

 
 
 
Der Film punktet mit großzügigem Einsatz von Kunstblut, Prothesen und brutalen Spitzen. Zu jeder Zeit schwingt jedoch eine Menge Humor mit, die „Turbo Kid“ mehr zu Gelächter als zu Grusel inspiriert. Eine ungeschnittene Freigabe ab 18 ist durchaus denkbar.
 
 


 
 
 

TURBO KID – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Ledick Filmhandel

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Deathgasm (2015)
 
Army of Darkness – Armee der Finsternis (1992)
 
Bad Taste (1987)
 


Filmkritik: “Starve” (2014)

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STARVE

Story

 
 
 
Drei Mittzwanziger geraten in einer Geisterstadt auf der Suche nach urbanen Legenden in die Hände eines gelangweilten Psychopathen, der mit Durchreisenden abartige Hungerspiele spielt.
 
 
 


 
 
 

STARVE – Kritik

 
 
 
Mit STARVE (zu Deutsch: verhungern) folgt ein Film, der all jene glücklich machen dürfte, die die Qualität von Horrorfilmen an ihrem Blutgehalt und den gezeigten Abartigkeiten festmachen. Die Urangst des Verhungerns muss diesmal als Alibi herhalten, damit sich Menschen gegenseitig töten, um überleben zu können. Das ist Stoff aus dem Horrorfanträume sind – insofern man sich am Leid verzweifelter Protagonisten erfreuen kann und kein Problem damit besitzt, wenn sich Menschen des eigenen Überlebenswillen wegen in Raubtiere verwandeln. Hinter der Kamera hat jemand Platz genommen, der sich mit dem Machen von Horrorfilmen und dem Einsatz blutiger Spezialeffekte auskennt. Multitalent GRUFF FURST ist Schauspieler, Drehbuchautor, Produzent aber auch Regisseur und war schon an viel Horrorschlamassel beteiligt. Seine umfangreiche Vita umfasst Filme wie DEMONIC (Schauspieler), MASK MAKER (Drehbuch/Regie) oder die unnötige Fortsetzung LAKE PLACID 3 (Regie). Letztgenannter Streifen feierte auf dem amerikanischen Sender SYFY Premiere – kein gutes Omen.
 
 
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Im Low-Budget-Horror STARVE geht es zwei Brüdern samt Freundin an den Kragen. Eine urbane Legende führt die drei in eine unheimliche Geisterstadt. Erzählungen von wilden Kannibalenkindern machen hier die Runde und sollen als Inspiration für einen Comic dienen. Doch es kommt alles anders. Als man in einem verlassenen Haus auf Entdeckungsreise geht, gerät man in die Fänge eines gewissenlosen Schurken, der mit neugierigen Durchreisenden abartige Spiele spielt. Die werden in eine leerstehenden Schule gebracht, dort in Zellen gesperrt und auf Diät gesetzt, damit sie sich dann im Hungerwahn gegenseitig an die Gurgel gehen, wenn herzhafte Zwischenmahlzeiten kredenzt werden. Auch unsere Helden bekommen es bald mit dem Hunger zu tun. Der Verstand schaltet sich aus und man wird vor die Wahl gestellt: gegeneinander kämpfen und töten oder sich ergeben und verhungern.
 
 
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Mit Video- und TV-Produktionen ist FURST vertraut, schließlich wurden viele seiner bisherigen Regiearbeiten direkt fürs Fernsehen oder den Heimkinomarkt gemacht. Dennoch, Fursts ausgeprägtes Gespür für schnell abgedrehte Dutzendware bekommt STARVE negativ zu spüren. Der Überlebensschocker erweckt kostengünstigen Eindruck und lässt Schlimmes befürchten. Schmuddelige TV- und Videooptik dominiert. Die unterstreicht aber immerhin den perversen Ton der nicht immer nachvollziehbaren Geschehnisse. Trotzdem, inhaltlich wird kaum Substanz geboten. STARVE folgt dem Einmaleins austauschbarer Horrorfilme, in denen vornehmlich geschrieen und gestorben wird. Logik kommt da nur selten zum Einsatz, Opfer und Täter handeln willkürlich nach Drehbuch – nicht nach Menschenverstand. So häufen sich im Finale Ungereimtheiten und Filmfehler, weil sich Gut und Böse den Gesetzen des Genres unterwerfen müssen. Das frustriert, vor allem deshalb, weil STARVE nicht sonderlich einfallsreich geschrieben wurde und vorhersehbar ist.
 
 
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Die Hungerspiele sind eröffnet: Regisseur GRIFF FURST konfrontiert in STARVE mit der Frage, wie weit Menschen gehen würden, wenn der Magen knurrt. Eine durchaus interessante Thematik, die aber in STARVE zum plakativen Gewaltrausch umfunktioniert wird. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit menschlichen Urängsten gibt es nicht. Stattdessen müssen sich die Protagonisten mit abwechslungsreichem Waffenarsenal die Rübe einschlagen, damit das Publikum – RAZE lässt grüßen – blutige Erwachsenenunterhaltung zu sehen bekommt. Auch wenn es manch böse Momente zu sehen gibt; die reißerische Zurschaustellung von hungrigen Menschen, die alles dafür tun, um etwas essen zu können, langweilt schnell. Wie im genannten RAZE folgen die immer gleichen Szenenverläufe, in denen Menschen gegeneinander antreten müssen, um sich gegenseitig auszulöschen. Wer nicht genug vom stumpfsinnigen Morden bekommen kann, dürfte wohl trotz Logiklöcher auch mit STARVE gut unterhalten werden. All jene, die hungrig nach guten Horrorfilmen sind, sollten stattdessen auf FILMCHECKER nach sehenswerten Horrorperlen mit Hirn Ausschau halten, schließlich macht STARVE nicht hungrig, sondern verdirbt den Magen.
 
 
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STARVE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Hungerst du noch, oder kämpfst du schon? STARVE ist die Erwachsenenversion von DIE TRIBUTE VON PANEM. In diesem Überlebensfilm werden ahnungslose Menschen auf Diät gesetzt und müssen sich für Essen gegenseitig auslöschen. Originalität? Fehlanzeige! STARVE wurde für die Filmfraktion gemacht, die von Horrorfilmen nicht viel erwartet. So liegt der Fokus auf blutigen Spezialeffekten und reißerischen Überlebenskämpfen – Filmfehler inklusive. STARVE ist beliebiges Horrorfutter, das nach Schema F gefertigt wurde. Wer mehr erwartet, ist selber schuld.
 
 


 
 
 

STARVE – Zensur

 
 
 
Einige böse Szene gibt es in STARVE zu sehen. Ein Protagonist verstümmelt sich selbst und reißt sich die gebrochene Hand eigenständig vom Arm. Außerdem bekommt eine Protagonistin einen Elektroschocker in den Hals gerammt. Körper werden zermatscht und Blut gibt es auch zu sehen. Keine Gewaltgranate. Trotzdem gibt es für STARVE in Deutschland wohl die rote FSK-Plakette. Vermutlich immerhin ungeschnitten.
 
 


 
 
 

STARVE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hunger (2009)
 
Raze – Fight or Die! (2013)
 
The Hole (2001)
 


Filmkritik: “Headless” (2015)

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HEADLESS

Story

 
 
 
Ein Spin-Off des erfolgreichen Indie-Horrorfilms FOUND: Ein Serienkiller macht Jagd auf junge Frauen, um sie zu köpfen und ihre abgetrennte Schädel zu penetrieren.
 
 
 


 
 
 

HEADLESS – Kritik

 
 
 
Jeder alteingesessene Horrorfan weiß, dass Fortsetzungen spätestens dann folgen müssen, wenn Horrorfilme mehr einspielen, als sie in der Herstellung gekostet haben. Gleiches Schicksal ereilt nun auch den Überraschungshit FOUND, der nicht nur von Kritikern gelobt und auf Filmfestivals ausgezeichnet wurde. Reichlich Aufmerksamkeit erhielt der Streifen vor allem wegen seiner drastischen Zurschaustellung von Gewalt, die in einigen Ländern dafür sorgte, dass FOUND nur geschnitten oder erst gar nicht veröffentlicht wurde. HEADLESS heißt nun der Nachfolger, der gleichen Erfolg verbuchen soll und vermutlich weitaus mehr Zensurprobleme nach sich ziehen wird, als der von SCOTT SCHIRMER inszenierte Low-Budget-Indiefilm aus dem Jahr 2012. Letzterer überließ die Regie seinem Kollegen ARTHUR CULLIPHER, der für die diversen Gore-Effekte in FOUND verantwortlich zeichnete und in HEADLESS seinem Fach alle Ehre macht. Was hier mit einfachen Mitteln an Perversion auf Zelluloid gebracht wird, stellt die in FOUND zelebrierten Gewaltmomente deutlich in den Schatten. Treu dem Fortsetzungscredo “mehr Gewalt, mehr Blut, mehr Tote” wird in HEADLESS ein Gorefest der Extraklasse verbraten, das dem eher unerfahrenen Teil des Publikums tüchtig auf den Magen schlagen dürfte.
 
 
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HEADLESS ist keine Fortsetzung im herkömmlichen Sinne. Regisseur ARTHUR CULLIPHER hat hier jenen Streifen in Spielfilmlänge gedreht, den sich der kleine Marty mit seinem Klassenkameraden im Horrorfilm FOUND angesehen hat. Das Film-in-Film-Konzept ist nicht neu. Bereits das von den Regisseuren Robert Rodriguez und Quentin Tarantino umgesetzte GRINDHOUSE-Double-Feature bestehend aus DEATH PROOF und PLANET TERROR wurde um Werbeclips fiktiver Horrorfilme bereichert, die erst Jahre später zu abendfüllender Horrorware gemacht wurden nachdem sich ein regelrechter Hype um die erfundenen Filmtrailer entwickelt hatte. Innerhalb des immer noch beliebten Grindhouse-Stils macht es sich auch HEADLESS-Regisseur ARTHUR CULLIPHER bequem. Der hat nicht nur aus einem in Wirklichkeit nicht existenten VHS-Video ein Splatter-Erlebnis geschaffen; er gaukelt dem Zuschauer zudem vor einen Film aus dem Jahr 1978 zu sehen in dem Gewalt und Sex eine wesentliche Rolle spielen. Neben nackter Haut und genügend Splatter hat HEADLESS aber auch eine Geschichte zu erzählen. Die handelt von einem namenlosen Serienmörder, der es auf junge Frauen abgesehen hat. Mit Skelettmaske vermummt folgt er einem imaginären Alter-Ego, das ihn zu schrecklichen Taten anstiftet. So werden Frauen geköpft, ihre Augen verspeist und die abgetrennten Köpfe penetriert. Die Ursachen sind – wie meistens – in der Kindheit zu suchen. Unter dem harten Regime einer dominanten Mutter wurde der Killer als Kind in einen Käfig gesperrt und von Mutter aber auch Schwester schikaniert und gedemütigt. Jahre später wird er von einem unbändigern Hass auf Frauen getrieben, den auch bald die Mitarbeiterinnen einer Rollschuhbahn zu spüren bekommen. Die sehen sich bald im ungemütlichen Heim des Mörders wieder, der in seinem Wohnzimmerregal eine stattliche Sammlung enthaupteter Frauenschädel ausgestellt hat.
 
 
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HEADLESS ist kein Film für kommerzverwöhnte Mainstream-Zuschauer, denn die Produktion befindet sich auf gehobenem Amateur-Niveau und hatte kaum Budget zur Verfügung. Das kam teils per Crowdfunding zusammen und ließ wenig Spielraum für Experimente zu. Vor allem bei den schauspielerischen Leistungen fällt das magere Kapital negativ ins Gewicht. Das laienhafte Schauspiel sorgt nicht selten für unfreiwillige Komik, denn die Akteure kreischen und winseln derart übertrieben und situationsfremd, dass es sogar zur Übersteuerung der Heimkinoboxen kommt. HEADLESS-Drehbuchautor NATHAN ERDEL erklärte in Interviews mit der Genre-Presse, dass er sich beim Schreiben von Filmen wie THE LAST HOUSE ON DEAD END STREET und THE HEADLESS EYES inspirieren lies – schmuddlige Werke, die in jenem Jahrzehnt entstanden, in dem auch HEADLESS spielen soll. So ist es demnach keine Wunder, dass der Film auch so ausschaut, als wäre er in jener Zeit entstanden, erinnert er in seiner schonungslosen Gewaltverliebtheit an ruppigen B-Horror der späten 1970er und den frühen 1980er. Dennoch, trotz aller Liebe zur Old School besitzt HEADLESS nur wenig Substanz. Der Film fokussiert sich all zu krampfhaft auf das Zeigen von Gewalt. Dabei war man offensichtlich bestrebt, die Gewaltschraube stetig fester zu ziehen, so dass der Film fast ausschließlich aus einer Aneinanderreihung drastischer Bilder besteht. Dass dem erfahrenen Zuschauer aufgrund mangelnder Abwechslung schnell die Augen schwer werden, ist da nur die logische Konsequenz. Schnell hat man sich an den immer gleichen Szenenabläufen sattgesehen.
 
 
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Auch wenn sich Macher ARTHUR CULLIPHER hinsichtlich der Splatter-Einlagen richtig austoben konnte, enttäuscht HEADLESS im direkten Vergleich zum Vorgängerfilm FOUND auf ganzer Linie. Der dreckige Retro-Mix aus MANIAC und TEXAS CHAINSAM MASSACRE macht nur bedingt Spaß, denn der Streifen wirkt lieblos und erzwungen. Fast schon möchte man meinen, dass man nach dem Überraschungserfolg von FOUND schnell noch die besten Szenen des Indies wiederverwerten und daraus krampfhaft einen Film machen musste, um erneut die Kassen klingeln zu lassen. HEADLESS bietet gerade einmal Stoff für einen Kurzfilm. Warum man auf Heller und Pfennig was fürs Abendprogramm drehen musste, dürfte in der Profitgeilheit gewinnorientierter Produzenten zu suchen sein. So darf man davon ausgehen, dass auch in Zukunft mehr aus dem erfolgreichen FOUND-Universum kommen wird und das Franchise so lang mit Fortsetzungen und Prequels vorangetrieben wird, bis keiner mehr den Killer mit der blutigen Totenkopfmaske sehen möchte. Wer von FOUND begeistert war und demnach einen ähnlich guten Film erwartet, sei an dieser Stelle vorgewarnt, denn HEADLESS ist alles andere als herausragende Horrorunterhaltung. Ein enttäuschendes Spin-Off und wie der Titel es hätte besser nicht umschreiben können: kopflos!
 
 
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HEADLESS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein dreckiger, tabuloser, schonungsloser und rabiat-blutiger Mix aus MANIAC und TEXAS CHAINSAW MASSACRE, der in Sachen Gewalt Fanherzen schneller schlagen lässt. HEADLESS erinnert in seiner Machart an reißerische Horrorstreifen, die Ende der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre in den berüchtigten Grindhouse-Kinos liefen und vor allem durch das Zeigen drastischer Gewalt in Kombination mit schlechten Schauspielern und reichlich Sex zu beachtlicher Popularität kamen. Auf gleicher Welle schwimmt auch HEADLESS, der viele böse Szenen aneinanderreiht, damit pubertierende Jugendliche auf dem Schulhof was zu erzählen haben. Sieht man jedoch von den wirklich fragwürdigen Mordszenen ab, bleibt nicht mehr viel übrig, womit HEADLESS überzeugen kann. Die technische Standart ist bescheiden und das Schauspiel eine Katastrophe. Dafür sind die handgemachten Gore- und Splatter-Effekte für Indie-Verhältnisse durchaus sehenswert. Leider besitzt HEADLESS kaum Substanz, so dass man sich schnell an den bösen Momenten satt gesehen hat, die sich ständig wiederholen damit man Spielfilmlänge ereicht. Mehr als Stoff für einen Kurzfilm bietet die rudimentäre und wortkarge Handlung nämlich nicht, die zudem weder Identifikationsfiguren, noch einen Spannungsaufbau besitzt. Wer demzufolge nach dem Ausnahmefilmchen FOUND ähnlich Großes erwartet, sollte mit dem Schlimmsten rechnen. Kein Wunder, ist HEADLESS weit davon entfernt ein guter Horrorfilm zu sein und das obwohl er doch vielversprechend von den Machern als “lost slasher film from 1978” beworben wird.
 
 


 
 
 

HEADLESS – Zensur

 
 
 
HEADLESS ist in Sachen Gewalt weitaus zeigefreudiger als der Vorgängerfilm FOUND – MEIN BRUDER IST EIN SERIENKILLER. Es werden Kehlen durchgeschnitten, Beine und Köpfe mit einer Machete abgeschlagen und Augäpfel aus Augenhöhlen gerissen, damit sie verspeist werden können. Weitaus derber sind die äußerst langen Penetrationsszenen in denen der Serienkiller die abgetrennten Schädel seiner Opfer penetriert. Die Effekte sind zwar simpel aber ziemlich hart anzusehen. Demnach wird die FSK mit HEADLESS keinen Spaß verstehen, so dass der Streifen in Deutschland keine Freigabe in ungeschnittener Form erhalten wird.
 
 


 
 
 

HEADLESS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Found – Mein Bruder ist ein Serienkiller (2012)
 
Alexandre Aja´s Maniac (2012)
 
The Orphan Killer (2011)
 
Carl (2012)
 
Maniac (1980)
 


Filmkritik: “Kill, Granny, Kill!” (2014)

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KILL, GRANNY, KILL!

Story

 
 
 
KILL, GRANNY, KILL erzählt die Geschichte einer Killer-Oma, die im Keller ihres Hauses blutigen Hobbys nachgeht und sichtlich Spaß daran hat diese auszuleben.
 
 
 


 
 
 

KILL, GRANNY, KILL! – Kritik

 
 
 
KILL, GRANNY, KILL ist eine dieser semiprofessionellen Videoproduktionen, die wohl zu Hochzeiten der Videokassette Kultstatus genossen hätte, weil das Machwerk so abgrundtief schlecht ist, dass der Videoquatsch sogar ein paar Schmunzler entlocken kann. Sichtlich an die frühen Erfolge der Trash-Schmiede TROMA angelehnt, haben sich hier ein Paar Fans des finsteren Genres zusammengetan und einen hölzernen Film gemacht, der erfahrene Horrorzuschauer vermutlich an den belgischen Splatter-Streifen RABID GRANNIES auf schlombiesfilmbesprechungen.net zurückerinnern lässt. Der fand ebenfalls bei TROMA ein adäquates Zuhause und hämmerte sich vor allem durch schwarzen Humor und heftige Gewaltmomente ins Gedächtnis. In KILL, GRANNY, KILL sind es jedoch nicht diabolische Großmütter, die ihre Gäste verspeisen. Hier entpuppt sich eine Alte (DONNA SWENSEN) als nächster Leatherface und bringt Menschen mit dem Beil um die Ecke, damit die ermordeten Opfer hinterm Haus gehäutet und filettiert werden können. Das bekommt auch die sexhungrige Abby Daniels (ALICIA M. CLARK) zu spüren. Die landet nach einem kurzen Bewerbungsgespräch im Kochtopf der Rentnerin, weil sie sich als neue Haushälterin partout nicht an die Hausordnung ihrer Arbeitgeberin halten möchte.
 
 
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B wie billig und T wie Trash. Wirklich ernstnehmen kann man dieses überflüssige Sammelsurium peinlicher Albernheiten keineswegs. Einerseits sind Schauspiel, Inszenierung und Effekte jenseits von Gut und Böse. Andererseits nimmt sich der Film selbst auf die Schippe, so dass die unzureichende Technik kaum ins Gewicht fällt. Trotzdem sollte man schon eine gewissen Leidenschaft für diese Art von Filmen mitbringen, denn das kommerzverwöhnte Horrorpublikum wird mit einem günstige gemachten Amateurfilm wie KILL, GRANNY, KILL wohl kaum etwas anzufangen wissen. Die Geschichte des Films ist so abgenutzt, wie die Videobänder jener Zeit und ein Drehbuch war offensichtlich nicht von Nöten, da die rudimentäre Handlung auf einem Bierdeckel Platz gefunden hat. Immerhin wird die Gewaltfraktion mit knappen Goreeinlagen zufriedengestellt. Die dürfte sich am ungeschliffenen Look und den technischen Defiziten ohnehin kaum stören, sorgt Regisseur JACOB ENNIS für genug Blut und Baumarkteffekte, damit es jenen Horrorfans nicht langweilig wird.
 
 
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Auch wenn mit schmerzhafter Kastration, blutiger Enthauptung und etwas Sex gelockt wird bleibt am Ende die Erkenntnis, dass KILL, GRANNY, KILL einfach dreißig Jahre zu spät über die heimischen TV-Apparate flimmert. Der Funke will trotz Retro-Gefühl nicht überspringen, was wohl in erster Linie daran liegen mag, dass mittlerweile selbst im No-Budget-Sektor Besseres geboten wird. Hier haben in letzter Zeit viele ambitionierte Filmschaffende bewiesen, dass man auch mit wenig Kapital sehenswertes Kinofutter entstehen lassen kann. Vergleicht man die hier vorgestellte Horrorkomödie mit vielen dieser liebevollen Horrorproduktionen bleibt das Gefühl nicht aus, dass man das Budget für diesen Film wohl hätte auch die Toilette hinabspülen können. Trotz aller Liebe zum Horrorfilm: KILL, GRANNY, KILL kann absolut gar nichts. Einfältiger und dilettantischer Schlamassel – unterirdisch und schwachsinnig.
 
 
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KILL, GRANNY, KILL! – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Wenn Oma das Töten nicht lassen kann – KILL, GRANNY, KILL ist eine etwas andere Interpretation des beliebten TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Leatherface wurde hier gegen eine gebrechliche Alte ausgetauscht, die dem Killer-Kollegen in Sachen Brutalität versucht das Wasser reichen. Mit viel schwarzem Humor und Mut zur Albernheit bringt sie all jene um die Ecke, die ihr vors Hackebeil kommen und schneidet ihnen das Fleisch von den Knochen, damit der Kühlschrank mit Vorräten gefüllt werden kann. Trotz netter Gewaltmomente ist KILL, GRANNY, KILL nur eine lieblose Hommage an längst vergessene VHS-Glanzjahre, die schludrig und unprofessionell auf Film gebannt wurde. Charme sucht man vergebens und die halbherzige Inszenierung dürfte wohl eher zum schnellen Abschalten dieses Amateur-Blödsinns bewegen. Das Schauspiel ist erbärmlich, das Drehbuch hirnrissig und die musikalische Untermalung nicht immer passend. In Anbetracht dessen, dass es viele Indie-Regisseure gibt, die viele Herzblut in ihre No-Budget-Streifen investieren ist das, was dem Horrorfan in KILL, GRANNY, KILL zugemutet wird schon als Dreistigkeit vor dem Herrn zu betiteln. Wer Großmütter und Hausfrauen bei ihrer täglich blutigen Arbeit begleiten möchte, sollte dann doch lieber Streifen wie FLESH EATING MOTHERS oder RABID GRANNIES aus dem Filmregal holen und in den Player legen. Die sind zwar auch nicht sonderlich perfekt, bringen aber jenes Videogefühl auf die Mattscheibe zurück, an das sich Filmfans älteren Semesters noch gut erinnern dürften. Übrigens sollte man sich am Ende den Spaß machen und die Namen im Abspann zählen. Es scheint doch sehr kurios, wie viele Menschen an KILL, GRANNY, KILL beteilt gewesen sein sollen.
 
 


 
 
 

KILL, GRANNY, KILL! – Zensur

 
 
 
Ein abgeschnittener Penis, eine blutige Enthauptung, ein etwas anderer Luftröhrenschnitt und ein paar kleine Beilhiebe dürften der Horrorkomödie in Deutschland den roten FSK-Flatschen einbringen. Der Film ist trotz Splattereinlagen nicht sonderlich hart ausgefallen und dürfte hierzulande in ungeschnittener Form erscheinen – keine Jugendfreigabe!
 
 


 
 
 

KILL, GRANNY, KILL! – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Rabid Grannies (1988)
 
Flesh Eating Mothers (1988)
 
Texas Chainsaw Massacre (1974)


Filmkritik: “As the Gods Will” (2014)

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AS THE GODS WILL

(Kamisama no iu tôri)

Story

 
 
 
Die Teenager einer japanischen Schule müssen um ihr Leben bangen. Einige Monster funktionieren harmlose Kinderspiele in tödliche Überlebenskämpfe um. Ziel ist es den stärksten und mutigsten Schüler von allen zu finden. Mädchenschwarm Shun Takahata (Sôta Fukushi) entpuppt sich als heimlicher Favorit und versucht hinter das Geheimnis der merkwürdigen Spiele zu kommen.
 
 
 


 
 
 

AS THE GODS WILL – Kritik

 
 
 
Geht dem Genie langsam die Puste aus? TAKASHI MIIKE hat in der Vergangenheit einige äußerst nennenswerte Perlen hervorgebracht. So entstanden unter seiner Regie Filme wie AUDITION, VISITOR Q oder ICHI THE KILLER, die auch über die japanischen Landesgrenzen hinaus Kultstatus genießen. Seit einiger Zeit lassen große Filmhits leider auf sich warten, vergeudet der japanische Regisseur sein Potenzial für austauschbaren Horrorquatsch, der verständlicherweise nur noch sehr selten in unseren Breiten veröffentlicht wird. Immerhin lässt sich der japanische Kultregisseur nicht beirren und dreht weiterhin Filme am Fließband, als wäre der Teufel hinter ihm her. Der dürfte vermutlich auch in MIIKE geschlüpft sein, als er sich für die Regie zur Filmadaption eines in Japan sehr populären Mangas überreden lies. KAMI-SAMA NO IU TOORI heißt dort eine sehr erfolgreiche Comic-Reihe, von der zwischen März 2011 bis November 2012 über 1,5 Millionen Exemplare in Japan verkauft werden konnten und die mittlerweile sogar schon fortgesetzt wurde. Hierzulande dürfte die nicht zimperliche Horror-Lektüre spätestens mit MIIKE als Zugpferd auf Interesse stoßen. Doch lohnt die Comicverfilmung überhaupt gesehen zu werden?
 
 
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Eigentlich ist es für Schüler Shun Takahata ein Tag wie jeder andere auch. Wäre da nicht dieser eine Vorfall gewesen, der sein bisher geregeltes Leben komplett auf den Kopf stellen wird. Dem Lehrer platzt während des Unterrichts der Schädel und ein sprechender Daruma hüpft aus dem Rumpf direkt auf das Klassenpult. Die Figur will ein Spiel spielen, das für die meisten Teenager im Klassenzimmer tödlich enden wird. Shun überlebt als einziger und flüchtet zusammen mit einer Schülerin aus der Parallelklasse in die Sporthalle der Schule, wo man auf andere Überlebende trifft, die kurz zuvor in ebenso makabren Spielen um ihr Leben kämpfen mussten. Doch auch hier ist keine Rettung in Sicht. Stattdessen werden die Teenager erneut herausgefordert. Eine monströse Glückskatze – in Japan auch als Maneki Neko bezeichnet – macht Jagd auf die Schüler und verschlingt einen nach dem anderen bei lebendigem Leib. Wieder einmal gewinnt Shun Takahata das tödliche Spiel mit Taktik und Köpfchen, beginnt aber bald nach dem Warum zu forschen. In einem fliegenden Kubus hofft er auf Antworten, muss aber bald erkennen, dass hier höhere Mächte am Werk sind.
 
 
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Willkommen im japanischen Horrorkino. Hier traut man sich was, denn in puncto Skurrilität und ausgefallenen Gedankenblitzen sind die Japaner dem Rest der Welt eine Nasenlänge voraus. Hier wird jede noch so abgedrehte Idee auf Zelluloid gebannt und jedes noch so geschmacklose Tabu gebrochen – koste es was es wolle. AS THE GODS WILL (so die Titelkreation für den westlichen Filmmarkt) versinnbildlich mal wieder, wie konsequent und mutig man in Japan Filme dreht. Was sich in Europa vermutlich gar nicht vermarkten lassen würde, verkauft sich in Fernost wie geschnitten Brot. Umso logischer die Tatsache, dass man schon eine gewisse Leidenschaft für japanische Absurditäten mitbringen sollte, um einen quietschbunten und abgefahrenen Film wie AS THE GODS WILL überhaupt ertragen zu können. Wie bei so vielen japanischen Produktionen der letzten Jahrzehnte gilt auch diesmal: wer mit dem gewöhnungsbedürftigen Humor und der eigensinnigen Folklore japanischer Landsgenossen nichts anzufangen weiß, wird wohl auch mit AS THE GODS WILL nicht warm werden und das, obwohl mit blutigem Schabernack im Film nicht gegeizt wird.
 
 
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TAKASHI MIIKE bleibt seiner bisherigen Linie treu, für die ihn Fans rund um den Globus schätzen. Das bedeutet: Gewalt, Gewalt und nichts als Gewalt – wenngleich die etwas milder über die Mattscheibe flimmert, als man sie von MIIKE bisher zu sehen bekommen hat. Das liegt daran, dass AS THE GODS WILL auf einem Comic basiert. Die Umsetzung orientiert sich nah an der schrillen Vorlage und ist vollgestopft mit sonderbaren Einfällen, die comictypisch derart überzogen in Szene gesetzt werden, dass die dargestellte Gewalt weitaus weniger intensiv auf den Zuschauer einwirkt. Statt das Geschehen ausschließlich im Kunstblut zu ersäufen, fließen in der hektischen Filmadaption rote Murmeln aus Hälsen, Mündern und Gliedmaßen. Zudem verwandeln sich bekannte Glücksbringer und Gegenstände des alten Japan in riesige Monster, die eigentlich harmlose Kinderspiele in gefährliche Mutproben umfunktionieren und Verlierer zertreten oder zweiteilen.
 
 
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Nur die Starken überleben: AS THE GODS WILL ist eine unterhaltsame Mischung aus DIE TRIBUTE VON PANEM und dem legendären BATTLE ROYAL nur mit Unterschied, dass das hier Gezeigte mit einem Augenzwinkern betrachtet werden sollte. Vieles wirkt auf westliche Zuschauer sehr befremdlich, vor allem gerade deshalb, weil schablonenhafte Protagonisten merkwürdig naiv durch das kurzweilige Szenario stolpern. Eine tiefgründige Ausarbeitung der Figuren gibt es nicht. Die ist nämlich gar nicht von Nöten, sind nahezu alle Protagonisten ohnehin dazu verdammt, möglichst schnell und spektakulär den Löffel abzugeben. Nichtsdestotrotz kann man dem neusten Werk von Gore-Meisters TAKASHI MIIKE einen gewissen Unterhaltungswert nicht abstreiten. Die Tötungsarten sind abwechslungsreich, der Film zügig durchinszeniert und die visuell ansprechend in Szene gesetzten Filmmonster unterlegen das Morden mit zynischen Kommentaren. In der Originalfassung werden die im Übrigen von bekannten Sternchen der japanischen Pop- und Filmwelt gesprochen. Hierzulande dürfte man eher froh darüber sein, wenn AS THE GODS WILL überhaupt eine halbwegs vernünftige Synchronisierung erhält. Die Vergangenheit hat nämlich gezeigt, dass gerade bei Nischenproduktionen aus Asien weniger Liebe in Übersetzung und Vermarktung investiert wird.
 
 


 
 
 

AS THE GODS WILL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
DIE TRIBUTE VON PANEM trifft auf BATTLE ROYAL. Blutiger Comic-Blödsinn für Freunde des speziellen Humors. TAKASHI MIIKE (LESSON OF THE EVIL) macht mal wieder was mit – welch Überraschung – Gewalt und Schulmädchen. Diesmal müssen jedoch blutige Kinderspiele gespielt werden. Nein, dass ich nicht die japanische Antwort auf SAW. Der absurde AS THE GODS WILL basiert auf einer erfolgreichen Manga-Reihe, die vor einigen Jahren zum Verkaufshit in Japan avancierte. Und weil man auch im Land der untergehenden Sonne die magische Formel für schnelles Geld kennt, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch dieser populäre Comic auf die Leinwand kommen musste. Für die meisten westlichen Zuschauer dürfte AS THE GODS WILL etwas zu abgedreht erscheinen, schließlich bekommt man nicht alle Tage monströse Winkekatzen zu sehen, die in Mäusekostümen gekleidete Schüler verspeisen. Nichtsdestotrotz ist es gerade die Absurdität der Ereignisse, die dem Film Unterhaltungswert beschert. Man weiß nie, was noch passieren wird und vor welch sonderbaren Herausforderungen die Spielteilnehmer gestellt werden. Dass die Gewalt im Film etwas anders als sonst zelebriert wird, stört nicht. Statt Blutfontänen färben rote Murmeln die Mattscheibe rot. Etwas ungewohnt, aber nicht minder ruppig anzuschauen. Wer ein Herz für abgedrehte Schlachtplatten aus Japan besitzt, ist hier genau richtig. Diejenigen dürften wohl auch die angedeutete Fortsetzung kaum erwarten können, mit der am Ende geworben wird. Wir meinen: TAKASHI MIIKE in Hochforum – Herrlich schwarzhumoriger Cocktail der Absurditäten mit hochgradigem Unterhaltungswert.
 
 


 
 
 

AS THE GODS WILL – Zensur

 
 
 
Schon der Name TAKASHI MIIKE allein dürfte deutschen Zensurbehörden schlaflose Nächte bereiten. AS THE GODS WILL ist vermutlich nicht der härteste Streifen aus der Mache des japanischen Regisseurs. Dennoch gibt es einige blutige Gemeinheiten zu sehen, die hierzulande den roten FSK-Stempel bekommen werden – insofern der Film in Deutschland überhaupt einen Rechteinhaber finden wird.
 
 


 
 
 

AS THE GODS WILL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Battle Royale (2000)
 
Die Tribute von Panem – The Hunger Games (2012)
 
Running Man (1987)
 
Die Insel der Verdammten (1982)
 
Raze – Fight or Die! (2013)
 
The Human Race (2013)
 


Filmkritik: “Anarchy Parlor” (2015)

anarchy-parlor-2015
 
 
 

ANARCHY PARLOR

Story

 
 
 
Sechs amerikanische Rucksacktouristen (darunter Jordan James Smith aus ZOMBIE NIGHT und Anthony Del Negro aus DEAD SOULS sowie DEEP IN THE DARKNESS) reisen für Party, Sex und Alkohol nach Litauen und treffen dort auf einen geheimnisvollen Tattoo-Künstler, der sich im Keller seines Studios mit fragwürdigen Machenschaften etwas Geld dazuverdient.
 
 
 


 
 
 

ANARCHY PARLOR – Kritik

 
 
 
Was ist die Erfolgsformel für Horrorfilme? Natürlich Sex, Gewalt und reichlich Blut. Zutaten, die in ANARCHY PARLOR sehr zeigefreudig zum Einsatz kommen und ein nervenstarkes Filmpublikum ansprechen sollen. Die Aufmerksamkeit jener soll geweckt werden, die bereits mit Roths HOSTEL ihren Spaß hatten. Der brutale Folterstreifen sorgte vor zehn Jahren für allerhand Furore und macht das Foltern im Kino massentauglich. Seither finden Hobbysadisten immer öfters Torture Porn in den Händlerregalen – wenn auch in Deutschland nicht immer ungeschnitten. ANARCHY PARLOR macht da weiter, wo sich HOSTEL im Jahr 2011 mit einem überflüssigen Video-Sequel von der Mattscheibe verabschiedet hat. Die beiden Regisseure DEVON DOWNS und KENNY GAGE haben sich nämlich sehr offensichtlich bei gleichem Gewaltkonzept bedient, mit dem es bereits ELI ROTH (CABIN FEVER und AFTERSHOCK) gelang ziemlich viele Dollar in die leeren Kinokassen zu schwemmen.
 
 
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Abermals reisen einige amerikanische Studenten nach Osteuropa in die hinterste Walachei, um dort nicht etwa die litauische Kultur kennenzulernen, sondern ausgelassen zu feiern. Schnell rückt eine geheimnisvolle Fremde in den Mittelpunkt, die zwei der Freunde in ihr Tattoo-Studio lockt. Dort wartet “der Künstler” (in seiner Gelassenheit sehr beängstigend: ROBERT LASARDO) auf die unvorsichtigen Touristen und bringt sie mit Hilfe von Drogen unter seine Kontrolle. Als man wieder zu sich kommt, passiert das Unvorstellbare. Den Protagonisten wird die Haut bei lebendigem Leibe abgezogen. Die soll als Leinwand verwendet werden, um darauf Portraits malen zu können – ein Luxus den sich Gutbetuchte des Landes gönnen. Was folgt, war bereits in HOSTEL Programm. Die übrigen Kumpels gehen dem Verschwinden ihrer Freunde auf dem Grund und geraten ebenso in die Fänge des geheimnisvollen Künstlers, welcher sich mit Häutungen ein lukratives Nebengeschäft aufgebaut hat und den Horrorfan mit unappetitlichen Szenen beglückt.
 
 
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Die sind im Übrigen nicht ganz ohne, denn wie bereits im genannten Folter-Hit wird dem möglichst zeigefreudigen Quälen viel Zeit eingeräumt. So werden die wenigen Häutungsszenen in ANARCHY PARLOR geradezu genüsslich zelebriert und unnötig lang hinausgezögert, um all die Filmfans zufriedenstellen zu können, denen es nicht blutig genug in Horrorfilmen zugehen kann. Immerhin befinden sich die gezeigten Grausamkeiten technisch auf sehr beachtlichem Niveau, denn was hier an abartigen Spezialeffekten geboten wird, setzt einen gesunden Magen voraus. Bei so viel Liebe zum groben Handwerk dürfte er vermutlich nicht verwundern, dass mehr Leidenschaft in die Ekeleffekte investiert wurde und die eigentliche Handlung zu kurz kommt. Regisseur KENNY GAGE hat sich mal wieder am Drehbuch ausprobiert. Auf seinem Mist wuchs bereits der Frauen-Prügler RAZE, mit dem deutschen Zensurbehörden zu Recht keinen Spaß verstanden. Wer den Streifen gesehen hat, dürfte sich ein Bild von jener Richtung machen können, die ANARCHY PARLOR einschlägt. Das bedeutet stumpfe Gewalt, sinnfreie Handlung und schablonenhafte Figuren, die sich nicht sonderlich klug verhalten.
 
 
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Die Logikbarrieren sind offensichtlich. Schenkt man einigen Festivalberichten Glauben, konnten sich Besucher ein lautes Lachen während der Sichtung nicht verkneifen, weil der Film sich damit brüstet auf wahren Begebenheiten zu beruhen, obwohl die Geschichte nur so vor Unglaubwürdigkeit strotzt. So handeln amerikanische Protagonisten aus Prinzip nicht klug und Osteuropäer werden mal wieder als ungebildete Schlächter deklariert, denen Gewalt und Gewissenlosigkeit des schnöden Mammons wegen keine Fremdwörter sind. Wer über engstirniges Schubladendenken hinwegsehen kann und eine Vorliebe für schroffe Tortur-Orgien besitzt, wird dennoch gut unterhalten werden, schließlich wird sich in ANARCHY PARLOR nicht mit Nebensächlichkeiten aufgehalten. Recht früh wird der Fleischwolf angeworfen damit der Film im Blut ersäuft. Die meisten Horrorfans dürften damit wohl kein Problem haben.
 
 
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ANARCHY PARLOR – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
HOSTEL 2.0. – ANARCHY PARLOR ist ein äußerst harter Vertreter skrupelloser Folterfilme, der einen gesunden Magen und Nerven wie Drahtseile voraussetzt. Was in diesem Film an perversen Schlachtmethoden gezeigt wird ist nicht leicht zu verdauen, denn einmal mehr verkommt der menschliche Körper zur lukrativen Hehlerware. Statt amerikanische Touristen zu foltern oder ihrer Organe zu berauben, hat man es diesmal auf deren Haut abgesehen. Diese wird ihnen recht schmerzhaft mit Hilfe von erschreckend realistisch in Szene gesetzten Spezialeffekten vom Körper gezogen damit darauf Bilder gemalt werden können. Trotz Echtheitshinweis zu Beginn des Streifens ist das was in ANARCHY PARLOR gezeigt wird ziemlich haarsträubend. Die Handlung ist unglaubwürdig und die Figuren handeln mehr nach Regeln moderner Horrorfilme, statt nach gesundem Menschenverstand. Die beiden Regisseure DEVON DOWNS und KENNY GAGE fackeln nicht lang und klären zügig auf, was in ihrem gemeinsamen Horrorwerk Programm ist. Das ist die Zurschaustellung von Gewalt in ihrer Reinform – mehr nicht. Aufmerksame Zuschauer werden übrigens schnell erkennen, wer die Macher inspiriert haben dürfte. Kein geringerer als ELI ROTH stand Pate, der mit dem überbewerteten Folterkrimi HOSTEL den wohl bekanntesten Streifen seiner bisherigen Karriere zimmerte. Da wundert es wohl niemanden, dass ANARCHY PARLOR verdächtig ähnlich nach gleichem Schema abgespult wird und es die Regisseure darauf abgesehen haben, Zuschauer mit harter Gewalt zu verstören. Immerhin stimmt der Gewaltpegel, mehr darf man von ANARCHY PARLOR jedoch nicht erwarten.
 
 
 


 
 
 

ANARCHY PARLOR – Zensur

 
 
 
Aufgrund der sehr drastischen Häutungsszenen wird es ANARCHY PARLOR hierzulande bei deutschen Zensurbehörden sehr schwer haben eine Freigabe zu erhalten. Zudem wird kurz vor Ende auch noch in die Köpfe diverser Teenager geschossen, so dass wir davon ausgehen, dass der Film in Deutschland nur geschnitten erscheinen wird.
 
 


 
 
 

ANARCHY PARLOR – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Hostel (2005)
 
Hostel 2 (2007)
 
Caged (2010)
 
Territories (2010)
 
An American Terror (2014)
 
The Scarehouse (2014)
 
Blood Widow (2014)
 
Daddy’s Little Girl (2012)
 
Omnivoros – Das letzte Ma(h)l (2013)
 
Young, High and Dead (2013)
 
Slasher in the Woods (2013)
 


Filmkritik: “ExitUs – Play it Backwards” (2015)

ExitUs-2015
 
 
 

EXITUS

(THE ASYLUM / BACKMASK / EXETER)

Story

 
 
 
Einige Kids werden in einer heruntergekommen Psychiatrie – wie hätte es auch anders sein sollen – mit dem Bösen konfrontiert und müssen um ihr Leben bangen.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Kritik

 
 
 
Herr Nispel ist wieder am Start. Der deutsche Regisseur konnte sich in Hollywood mit Remakes bekannter Action- und Horrorfilme einen Namen machen. Leider blieb die letzte Regiearbeit weit hinter den Erwartungen zurück. Seine Neuinterpretation von CONAN DER BARBAR fand nach niederschmetternden Kritiken auch bei Zuschauern wenig Anklang. Der Film floppte und konnte seine Produktionskosten von 90 Millionen Dollar nicht wieder einspielen. Vermutlich einer der vielen Gründe, weshalb MARCUS NISPEL nun wieder kleine Brötchen bäckt und versucht mit günstigem Horrorquatsch an die einstigen Kassenerfolge anzuknüpfen. Weil ihm Horror bisher das meiste Lob eingebracht hat, ist die aktuelle Arbeit natürlich auch wieder im Genre angesiedelt und nennt sich vielversprechend EXITUS – PLAY IT BACKWARDS (in Amerika auch unter EXETER bekannt). Ein gute Entscheidung, konnte doch Nispel mit seiner gelungenen Neuauflage zu THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE unter Beweis stellen, dass er weit mehr kann, als nur ansprechende Musikvideos für bekannte Künstler zu drehen.
 
 
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BACKMASK – so wie EXITUS – PLAY IT BACKWARDS anfangs noch heißen sollte – rückt mal wieder unartige Kids in den Mittelpunkt, die in einer leerstehenden Psychiatrie die Party ihres Lebens feiern wollen. In dem Gebäude fanden einst beunruhigende Dinge statt. Patienten wurden darin wie Gefangene behandelt und mussten fragwürdige Experimente über sich ergehen lassen. Ein großes Feuer machte dem unmenschlichen Treiben ein Ende und die Einrichtung zur Ruine. Jahre nach den Vorfällen will Gemeindepfarrer Conway (STEPHEN LANG aus A GOOD MARRIAGE) die Anstalt wiedereröffnen und sucht Hilfe für sein Vorhaben bei Investoren und Gemeindemitgliedern. Teenager Patrick (KELLY BLATZ) stellt sich für den Wiederaufbau zur Verfügung und nutzt die Gelegenheit, um die ehemalige Klinik zum Feiertempel umfunktionieren. Bei Drogen und Alkohol wird Musik rückwärts abgespielt, weil darin satanische Botschaften zu hören sein sollen. Letztendlich keine gute Idee, wird durch die Naivität der Halbstarken das Böse freigesetzt. Plötzlich sind Ausgänge verschlossen und Freunde verwandeln sich in aggressiven Furien, weil sie von einer fremden Macht kontrolliert werden, die kein Erbarmen mit neunmalklugen Kids besitzt.
 
 
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Da macht Herr Nispel nun schon etwas Eigenes und versemmelt es auch noch. Statt bereits Dagewesenes erneut aufzuwärmen, zeichnet er diesmal selbst fürs Drehbuch verantwortlich und kann das Kopieren trotzdem nicht lassen. Bei genauerem Hinsehen ist EXITUS – PLAY IT BACKWARDS nämlich nichts anderes, als eine hektisch geschnittene Aneinanderreihung bekannter Szenen aus beliebten Horrorklassikern, denen die unverkennbare Handschrift des Regisseurs aufgedrückt wurde. Schaut man sich die bisherigen Werke Nispels an bedeutet das mal wieder “Style over Substance”, denn statt sich mit Figuren und Geschichte zu beschäftigen, gibt es durchgestylte Bilder am Fließband zu sehen, die in ihrer Hochglanzästhetik dann doch mehr an aktuelle Musikclips erinnern. Bei einem so ausgeprägten Gespür fürs Visuelle kommen Story und Charaktere leider zu kurz. Letztere geben sich derart arrogant, nervtötend und unzugänglich, dass man ihnen ein schnelles Ablebend wünscht, damit die Nerven des Zuschauers geschont werden.
 
 
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Wenn aus besessenen Freunden lechzende Monster werden, die man sich nur durch möglichst kreatives Töten vom Hals halten kann, ist EVIL DEAD nicht weit. Raimis EVIL DEAD und Friedkins DER EXORZIST mussten wie so oft im Horrorfilm Pate stehen. MARCUS NISPEL vermischt Exorzismus- mit Besessenheitsthematik und bereichert EXITUS – PLAY IT BACKWARDS um Splatter-Exzesse, durch die bereits der erste EVIL DEAD Anfang der 1980er zu Bekanntheit gekommen ist. Vor allem für Gorefans eine gute Nachricht, bekommen die hier ein paar deftige Filmtode zu sehen, die makaber und unerwartet ihren Lauf nehmen. Leider ist das aber auch das Einzige, was zu erwähnen wäre, denn sonderlich gehaltreich ist Nispels neuer Streich leider nicht. Zwar gefallen einige Zitate aus genannten Filmen (es gibt den bekannten Spiderwalk aus dem EXORZIST zu sehen); dem Streifen mangelt es aber an Einzigartigkeit, um im Gedächtnis bleiben zu können. Bleibt zu erwähnen, dass die Pechsträhne Nispels auch mit EXITUS fortgeführt wird. Da kann man dem Regisseur nur nahelegen, dass er sich endlich mal dazu durchringen sollte, nicht immer Remakes und Plagiate bereits erfolgreicher Hits zu fabrizieren. In einer Zeit in der Horrorfans immer kritischer die filmischen Vergewaltigung liebgewonnener Klassiker beobachten, sollte man sich dreimal überlegen, ob man sich die Fanmeute zum Feind machen möchte – schließlich sind das die, die letztendlich die Filme kaufen sollen.
 
 
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EXITUS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
EVIL DEAD meets THE EXORZIST – Eine visuell beeindruckende und rasant inszenierte Splatter-Geisterbahn mit deftigem Blutzoll. Dennoch gilt im Falle von EXITUS – PLAY IT BACKWARDS die Devise: außen hui, inner pfui. Statt wahllos alte Kultfilme neu aufzulegen, macht der Frankfurter Regisseur MARCUS NISPEL was Neues. Er nimmt sich einfach zwei bekannter Horrorklassiker, beraubt ihnen der besten Szenen und macht daraus ein Machwerk, in dem EVIL DEAD den EXORZISTEN trifft. Kopieren und nacheifern scheint Nispels Leidenschaft zu sein, was ihm so langsam leider nicht mehr so recht gelingen möchte. Nach dem CONAN-Remake-Flop ist THE ASYULM nämlich der nächste Streifen aus der Mache des für Musikvideos bekannten Regisseurs, an den sich in zehn Jahren keiner mehr erinnern wird. Nach einem starken Einstieg wird es eintönig und der Film konzentriert sich ausschließlich auf das Ausradieren seiner stereotypen und unsympathischen Figuren. Fans fürs grobe Handwerk dürfte das vermutlich kaum stören, dürften die mit den abwechslungsreichen Todesszenen ihre Freude haben. Klammert man jedoch die makabren Gewaltmomente aus, bleibt nur noch Hochglanzästhetik und sonderbarer Humor, der zu keiner Minute zünden möchte. Demzufolge sollte man nach der gelungenen Neuverfilmung des Terrorklassikers THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (2003) die Erwartungen herabschrauben. Auch wenn EXITUS visuell an den Terrorausflug erinnert; zwischen den beiden Filmen liegen Welten. Übrigens, die Titelschmiede verwirrt. EXITUS – PLAY IT BACKWARDS wird auch als BACKMASK und EXETER vermarktet. Wenn man da nicht durcheinander kommt.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Zensur

 
 
 
Ähnlich wie in EVIL DEAD werden hier aus Freunden besessene Furien, die nur eines im Sinn haben: töten. Die Kids wissen sich aber zur Wehr zu setzen und gehen nicht zimperlich gegen die besessenen Freunde vor. Es werden Zahnbürsten in Augen gerammt, ein Kronleuchter zerquetscht Körper und spitzes Mordwerkzeug kommt ebenfalls zum Einsatz. Schnell Schnitte sorgen dafür, dass sich die Effekte nicht so schnell entlarven lassen. Blutig geht es allemal zu, so dass EXITUS – PLAY IT BACKWARDS oder EXETER – so wie er in Amerika heißt – in Deutschland mit dem roten Freigabesticker in den Handel gekommen ist.
 
 
 


 
 
 

EXITUS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
ExitUS-bluray-cover

(c) EuroVideo Medien GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Backmask; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (@24 Hz)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Erstauflage im Steelbook

Extras: Trailer, Making-of “Behind the Blood” (OmU)

Release-Termin: 27.08.2015

 

ExitUs – Play it Backwards – [Blu-ray Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

EXITUS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei EuroVideo Medien GmbH

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Gallows Hills (2013)
 
Evil Dead (2013)
 
Besessen – Der Teufel in Mir (2012)
 
Speak No Evil (2013)
 
Beneath (2013)
 
The Quiet Ones (2014)
 
Here Comes the Devil (2012)
 
Evil Dead (1981)
 
Der Exorzist (1973)
 


Filmkritik: “Beautiful People” (2014)

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BEAUTIFUL PEOPLE

Story

 
 
 
Drei Einbrecher haben Spaß am Quälen unschuldiger Menschen. Als sie ins das Haus der Familie Pontecorvo einsteigen, erleben sie eine böse Überraschung, denn im Keller lauert das Böse …
 
 
 


 
 
 

BEAUTIFUL PEOPLE – Kritik

 
 
 
Das Horrorgenre ist zwar vielseitig. Dennoch mangelt es seit Jahren an Abwechslungsreichtum, denn die Liste der beliebtesten Subgenres liest sich übersichtlich. So haben seit dem Wechsel ins neue Jahrtausend nicht nur Found-Footage-Streifen Hochkonjunktur. Neben Slasher, Zombie- und Geisterfilmen sind es vor allem harte Home-Invasion-Schocker, die den Zuschauer immer wieder versuchen mit unangenehmen Bildern an die Grenze des psychisch Belastbaren zu treiben. Der Trend geht hin zu perversem Sadismus, denn je doller in diesen Filmen unschuldige Protagonisten gequält, vergewaltigt und terrorisiert werden, desto mehr Zuspruch erhält diese Art des Horrors beim gewalthungrigem Publikum.
 
 
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Es mag ja immer noch Horrorfans da draußen geben, die mit dem Begriff “Home-Invasion” nichts anzufangen wissen. Denen erklärt Regisseur BRINI AMERIGO mit seinem BEAUTIFUL PEOPLE noch einmal ausführlich, worauf es in Filmen dieses Subgenre ankommt. Es sind mal wieder skrupellose Bösewichte, die in die Häuser friedliebender Familien einsteigen, um deren Leben mit bestialischer Quälerei zu zerstören. Einer derer ist Nibbo (diabolisch verkörpert von DANNY CUTLER), der mit dem kleinen Bruder (ALEX SOUTHERN) und seinem Komplizen Testamento (ALEX LUCCHESI) von Haus zu Haus zieht, um eine blutige Spur der Verwüstung nach sich zu ziehen. Vom ausgeprägten Hass auf Gutbetuchte getrieben macht auch Familie Pontecorvo mit den unwillkommenen Gästen Bekanntschaft. Leider haben sich die Ganoven hier wohl das falsche Anwesen für ihre schändlichen Taten ausgesucht, denn im Keller hält Vater John etwas versteckt, von dem die Öffentlichkeit nichts erfahren soll. Für die Schurken kein Grund nicht doch einmal im Keller nach dem Rechten zu sehen, ohne zu wissen, dass sie mit ihrer Neugierde die Büchse der Pandora öffnen.
 
 
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BEAUTIFUL PEOPLE hätte ein neuer Geheimtipp für Liebhaber derber Home-Invasion-Thriller werden können, denn was hier an kaltschnäutzigen Grausamkeiten gegenüber unschuldigen Familien gezeigt wird ist nicht leicht zu verdauen. Leider schien Macher BRINI AMERIGO darum bemüht gewesen zu sein, sein Debüt aus der Masse an ewig gleichem Folter- und Terrorunsinn hervorstechen zu lassen. Statt klassischen Zu-Hause-Horror abzuliefern verirrt sich der Regisseur im Untoten-Genre und springt auf den immer noch äußerst beliebten Zombiezug auf. Eine unglückliche Entscheidung, die BEAUTIFUL PEOPLE nicht unbedingt förderlich ist. Während in der ersten Stunde das Nervenkostüm des Zuschauers durch Psychoterror überstrapaziert wird, kommt in den letzten 30 Minuten der Holzhammer zum Einsatz. Zwischen Unmengen an Fress- und Splatterszenen verliert der Film schnell an Glaubwürdigkeit auf die zu Beginn penibel geachtet wird, damit BEAUTIFUL PEOPLE möglichst authentisch und unbequem wirkt.
 
 
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Im Keller lauern die Zombies! Warum das so ist, macht keinen Sinn. Die Pontecorvos führen unter ihrem Anwesen mysteriöse Experimenten an Menschen durch und scheinen offensichtlich die Gefahr zu unterschätzen, die da im Untergrund lauert. Natürlich ahnen die Einbrecher von all dem nichts und laufen bei ihren Erkundungsstreifzügen durch das Eigenheim geradezu in den Tod. Schnell sind Türen geöffnet, die eigentlich verschlossen bleiben sollten und der zuvor nicht ungeschickt erzählte Streifen verläuft sich in Absurditäten. Aus dem grimmigen Terrorfilm wird ein plumper Zombie-Gähner, in dem Opfer und Täter zu Gejagten werden, die sich im Überlebenskampf zusammenraffen müssen, um mit vereinten Kräften gegen mutierte Kreaturen kämpfen zu können. Zugegeben, das Make-up und die Effekte stimmen. Leider ist der Fortlauf der Geschichte das wohl Dümmste, was man zuletzt im Genre zu sehen bekommen hat. So wollen vielen Entscheidungen nicht einleuchten, die Protagonisten in ihrer Todesangst treffen. Dass im Finale mal wieder äußerst dick aufgetragen werden muss, verdeutlicht nur die Banalität dieses Machwerks. Abermals läuft alles aus dem Ruder und eine Zombieepidemie bahnt sich ihren Weg um den Globus. Erfahrene Zuschauer sehen da schon die Fortsetzung kommen, schließlich ist es mittlerweile nichts ungewöhnliches mehr, wenn Horrorfilme so lange fortgesetzt werden, bis entweder kein Geld mehr damit verdient werden kann oder sie keiner mehr sehen möchte.

 
 


 
 
 

BEAUTIFUL PEOPLE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
FUNNY GAMES trifft auf DAWN OF THE DEAD – dieser Streifen ist knüppelhart, blutig und kompromisslos. BEAUTIFUL PEOPLE ist genau der richtige Film für jene, die die Tauglichkeit von Horrorstreifen anhand der Grausamkeiten im Film bewerten. Das Debüt des noch unbekannten Regisseurs BRINI AMERIGO ist nicht jedermanns Sache und dürfte bei Fans unbequemer Gewaltorgien auf Zustimmung stoßen. Umso mehr verwundert es, dass der menschenverachtende BEAUTIFUL PEOPLE nicht aus Frankreich kommt, sondern in Italien gedreht wurde. Dennoch, es ist nicht alles Gold was glänzt. Trotz schonungsloser Härte hat der Film ein Problem und das ist der leidlich gelungene Versuch Home-Invasion-Horror mit splattriger Zombie-Thematik zu vermischen. Zwar liest sich der Mix durchaus interessant; die Umsetzung ist jedoch nur bedingt gelungen. Sobald die ersten Zombies über die Mattscheibe schlurfen, wird es haarsträubend und der Film entpuppt sich als Sammelsurium der Absurditäten. Die Protagonisten verhalten sich dämlich und übertriebene Fress- und Splattermomente lassen den bedrohlich-ungemütlichen Ton vergessen, auf den anfänglich noch sehr viel Wert gelegt wurde. Wir meinen: die erste Stunde ist Top – die letzten 30 Minuten ein Flop.
 
 
 


 
 
 

BEAUTIFUL PEOPLE – Zensur

 
 
 
BEAUTIFUL PEOPLE ist ziemlich hart. Menschen werden skrupellos gequält und danach ermordet. Einer der Bösewichte filmt die Grausamkeiten sogar mit seinem Handy. Während sich die erste Filmhälfte mit dem Terrorisieren von unschuldigen Menschen beschäftigt, geht es in der zweiten Filmhälfte reichlich splattrig zugange. Zombies wühlen in Organen und Köpfe werden mit Steinen eingeschlagen. Ungewöhnlicherweise ist der Terrorpart wesentlich ungemütlicher und härter ausgefallen, als die diversen Matscheffekte in der letzten halben Stunde. Weil jedoch im Film äußerst menschenverachtend Protagonisten gequält und sogar Kinder ermordet werden, darf man davon ausgehen, dass BEAUTIFUL PEOPLE in Deutschland keine Freigabe in ungeschnittener Form erhalten wird.
 
 


 
 
 

BEAUTIFUL PEOPLE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
White Settlers (2014)
 
Deadly Virtues: Love.Honour.Obey. (2014)
 
Hate Crime (2013)
 
Home Invasion (2012)
 
Home Sweet Home (2013)
 
In their Skin (2012)
 
The Aggression Scale (2012)
 
Funny Games (1997)
 
Kidnapped (2010)
 


Filmkritik: “The Redwood Massacre” (2014)

The-Redwood-Massacre-2015
 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE

Story

 
 
 
Wenn Jason Voorhees auf Leatherface trifft, erlebt man vermutlich THE REDWOOD MASSACRE. Dieser britische Slasher berichtet einmal mehr von abenteuerlustigen Campern, die den Schauplatz eines Vebrechens aufsuchen und feststellen müssen, dass der Killer von einst immer am Leben ist.

 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Kritik

 
 
 
Mit THE REDWOOD MASSACRE wird die lange Liste günstig gedrehter Backwood-Slasher um einen weiteren Vertreter bereichert und erfüllt Liebhaber grober Schlachtfilme mit Freude, schließlich darf sich endlich mal wieder ein Film mit „Massaker“ im Titel brüsten in dem es dann auch wirklich deftig zur Sache geht. Umso verwunderlicher, was die Prüfer der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) dazu bewegt haben muss THE REDWOOD MASSACRE ungeschnitten für deutsche Horrorkonsumenten freizugeben. Vermutlich saß wohl selbst ein Anhänger der ungemütlichen Filmunterhaltung im Prüfgremium und hatte Erbarmen mit deutschen Slasher-Fans, die sich gierig die Hände nach möglichst blutigen Meuchelwerken reiben – insofern sie denn ungerupft in die Händlerregale kommen.
 
 
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Besser gut kopiert als schlecht selbst gemacht: Regisseurs DAVID RYAN KEITH bedient sich reichlich unverfroren bei den ganz Großen. So muss neben Cunninghams Schitzerepos FREITAG DER 13. auch Hoopers Terrororgie TEXAS CHAINSAW MASSACRE für nicht sonderlich klug gestrickte Low-Budget-Schlitzerei herhalten, die dann wenig eigenständig nach Schema F abgehandelt wird. Kluge Wendungen und kreative Todesarten sind Mangelware. Stattdessen lässt der Britte einen übermenschlichen Killer nach amerikanischem Vorbild auf abenteuerlustige Touristen los, die genau dort campen und feiern wollen, wo sich vor vielen Jahren ein grausames Blutbad ereignet hat. Anfangs noch zu Scherzen aufgelegt, geht es denn Endzwanzigern bald an den Kragen. Der Übeltäter von damals ist zurück und macht das, was er wohl am besten kann: töten, sägen und zerstückeln. Der fleischgewordene Albtraum aus LEATHERFACE und JASON VOORHEES hat unbeschreiblichen Blutdurst und ein ausgeprägtes Verlangen nach unmenschlicher Folterei. Mit spitzem Werkzeug jagt er seine Beute durch die Wälder und stapelt Menschen in seiner Hütte, die irgendwie niemand zu vermissen scheint.
 
 
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Nicht über Filmfehler nachdenken und sich vom Blutrausch berieseln lassen. THE REDWOOD MASSACRE ist erwartungsgemäß nichts Hochgeistiges, sondern will vor allem jene ansprechen, deren Herz bei Old-School-Slashern schneller zu schlagen beginnt. Ganz wie in den guten alten Zeiten ist man um dreckige Atmosphäre und möglichst unangenehme Spezialeffekte bemüht, die übrigens alle handgemacht sind. Schauspieler und Geschichte kommen leider zu kurz und erhalten keine Tiefe – ein Manko, das in einer Zeit ewig gleicher Horrorstreifen den meisten Meuchelfilmen das Genick bricht. Auch THE REDWOOD MASSACRE ereilt gleiches Schicksal, denn die austauschbare Handlung und die schablonenhaften Figuren dürften dafür sorgen, dass dieses Massaker so schnell aus den Köpfen der Horrorfans verschwunden sein wird, wie die meisten Gewinner deutscher Castingshows.
 
 
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THE REDWOOD MASSACRE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Blutreicher Splatter-Exkurs im englischen Hinterland. Die FSK schien bei der Beurteilung ihrer Freigabe nicht ganz bei Sinnen gewesen zu sein, denn der Blutgehalt von THE REDWOOD MASSACRE ist dermaßen hoch, wie schon lange nicht mehr in einem von der Behörde geprüften Horrorfilm. So dürfte es Willkür gewesen sein, dass dieser Slasher ungeschnittenen durch die Prüfung gewandert ist – ganz zur Freude der Fanmeute, die bedenkenlos zugreifen kann. Der Britte DAVID RYAN KEITH macht es bekannten Kultmeuchlern gleich. Nach amerikanischem Vorbild und in bekannter FREITAG DER 13.-Manier wird menschliches Kanonenfutter durch den Fleischwolf gejagt, damit sich der Zuschauer am langsamen Ableben erfreuen kann. Sonderlich neu ist das nicht und das ist das eigentliche Problem dieses britischen Low-Budget-Massakers. Viel zu oft hat man seit Bestehen des Slasher-Genres derart Verbrechen zu sehen bekommen, so dass sich schnell Langeweile breit macht, weil auch THE REDWOOD MASSACRE nur die fürs Subgenre bekannte Klischeeliste abharkt. Die Protagonisten verhalten sich dämlich, der wortkarge Killer tötet skrupellos und die obligatorische Screamqueen nimmt am Ende den Kampf gegen ein maskiertes Monster ufn, das selbstverständlich am Ende in die Kamera blinzelt, damit eine Fortsetzung kommen kann. Aufgrund der routinierter Machart, vielen blutigen Kills und einigen atmosphärischen Einstellungen gibt es trotzdem noch fünf Klappen. Allen Anhängern des rauen 80er-Slashers dürfte die mangelnde Abwechslung vermutlich keine Sorgen bereiten.
 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Zensur

 
 
 
Ein recht blutiger Vertreter im Slasher-Genre in dem sogar auch etwas gefoltert wird. Hierzulande gab’s dafür erstaunlicherweise den roten 18er-Flatschen von der FSK – ungeschnitten!
 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Redwood-Massacre-Blu-ray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Redwood Massacre; Großbritannien 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Making of

Release-Termin: 24.04.2015

 

The Redwood Massacre [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE REDWOOD MASSACRE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnche Filme:
 
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Filmkritik: “Raining Blood” (2014)

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RAINING BLOOD

(LIVE / RAIVU)

Story

 
 
 
Einige Auserwählte müssen in einem Todesmarathon um das Überleben geliebter Angehöriger laufen. So auch Pechvogel Naoto Tamura (YAMADA YUKI). Der wurde vor einiger Zeit von der Mutter vor die Tür gesetzt und versucht in Tokio allein seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Als er ein seltsames Paket erhält und darin ein mysteriöses Buch findet, ändert sich sein bis dato chaotisches Leben auf tragische Weise.

 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Kritik

 
 
 
Abgedrehter Splatter-Quatsch, wie er wohl nur aus dem Land der untergehenden Sonne kommen kann. In Japan scheut man sich schon lange nicht mehr davor sinnfreie Horrorfilme zu drehen, die mit einer Mischung aus Blut, Humor und abgefahrenen Ideen vor allem Freunde trashiger Zelluloidware ansprechen sollen. Was dort jedoch treue Fans findet, wird in der westlichen Welt nicht immer wohlwollend angenommen, schließlich wirkt der sonderbare Humor in japanischen Splatter-Orgien für den westlichen Zuschauer meist ziemlich befremdlich. Plumpe Albereien und übertriebenes Overacting kommen auch in RAINING BLOOD zum Einsatz – ein Fun-Splatterer, der nun auch auf das deutsche Horrorpublikum losgelassen wird und das sogar ungeschnitten. Po-Liebhaber NOBORU IGUCHI steckt hinter dem Irrsinn. Der hat bereits mit seinem Trash-Nonsens ZOMBIE ASS sowie dem Furz-Beitrag in THE ABC’S OF DEATH der Welt mitteilen müssen, dass er eine ganz besondere Beziehung zu weiblichen Hinterteilen und deren Ausscheidungen pflegt. Auch in seiner neuen Regiearbeit frönt er jenem eigensinnigen Fetisch und bannt Kehrseiten leicht bekleideter Damen auf Film, die er in ein blutiges Szenario verfrachtet, um damit bevorzugt männlichen Zuschauer feuchte Träume bescheren zu können.
 
 
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RAINING BLOOD (Titel für den internationalen Filmmarkt: LIVE) ist die überdrehte Version des im vergangenen Jahr veröffentlichten THE HUMAN RACE. Darin müssen einige ausgewählte Menschen in einem Wettrennen um das Überleben vertrauter Menschen laufen. So auch Naoto, dessen Mutter von einer ominösen Organisation festgehalten wird und die Todesspritze erhalten soll, insofern der Sohnemann nicht als erster die Ziellinie erreicht. Doch das Rennen stellt die unfreiwilligen Teilnehmer vor große Herausforderungen. Nicht nur, dass sich Profikiller unter die Läufer geschlichen haben und ihre Mordwerkzeuge sprechen lassen; auch mit einigen Wettkampfverweigerern wird kurzer Prozess veranstaltet, so dass bald dutzende Leichen die Laufbahn pflastern. Ein Teilnehmer nach dem nächsten verliert auf blutige Weise sein Leben. Nur wer wird gewinnen und als erster die Zielgerade überqueren?
 
 
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Bereits nach Sichtung des Trailers dürfte schnell klar sein, dass man die in RAINING BLOOD gezeigten Absurditäten keinesfalls ernst nehmen sollte. Hier haben alle Schauspieler derart viel Freude richtig schlecht zu schauspielern, dass man den Beteiligten für den unfassbaren zusammengeflickten Schwachsinn gar nicht böse sein kann. Die comicgleiche Inszenierung nimmt sich stets selbst auf die Schippe und spart keinesfalls mit überzogenen Blutmomenten. Es werden Köpfe von Fitnessgeräten zerquetscht, Arme mit Kettensägen abgetrennt und nichtsahnende Besucher eines Einkaufszentrums im plötzlichen Schusshagel um die Ecke gebracht. An Gewalt mangelt es in RAINING BLOOD nicht, wenngleich die Effekte vorwiegend am Rechner entstanden sind und nicht gerade glaubhaft in Szene gesetzt werden. Dem Trash-Charme dieser nicht immer politisch korrekten Splatter-Parodie dürften die technisch unzureichenden Spezialeffekte jedoch keinen Abbruch tun, schließlich bekommen Freunde des schlechten Geschmacks immer noch genug schwachsinnige Momente und gehaltlose Dialoge vor die Linse, um darüber herzlich lachen zu können.
 
 
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Ist RAINING BLOOD denn nun eigentlich sehenswert? Wir meinen: nein. Es sei denn, man besitzt eine Schwäche für Filme, deren Drehbücher nach dem Verzehr von drei Kästen Bier zu Papier gebracht wurden. Durch übertriebenes Schauspiel beginnen die vielen und vor allem gesichtslosen Laufteilnehmer rasch zu nerven, werden aber immerhin nach bekanntem 10-Jägerlein-Prinzip ausradiert. Die Filmtode sind das Salz in der Suppe und geben dem Film seine Daseinberechtigung, schließlich hält sich RAINING BLOOD über Wasser, in dem er seine unwichtigen Figuren kreativ in den Filmhimmel jagt. Nach filmischem Blödsinn wie THE MACHINE GIRL oder ROBOGEISHA ergänzt NOBORU IGUCHI seine lange Liste haarsträubender Splatter-Orgien um einen weiteren Streifen, auf den wohl niemand außerhalb Japans gewartet hat. Da kann man nur von Glück reden, dass sich Rechteinhaber MAD DIMENSION dazu entschieden hat RAINING BLOOD für kleines Geld in den Handel zu bringen. Andere Label im deutschsprachigen Ausland hätten wohl auch hier keine Skrupel gehabt und diesen überflüssigen Schnellschuss im überteuerten Mediabook veröffentlicht. RAINING BLOOD ist Fast-Food-Gematsche ohne Logik und Verstand: anschauen, mit dem Kopf schütteln und wieder vergessen.
 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Filmischer Splatter-Irrsinn fernab von Logik und Verstand. Dass so ein Film wie RAINING BLOOD nur aus dem fernen Japan kommen kann, verwundert nach Blödsinn wie ZOMBIE ASS oder THE MACHINE GIRL mittlerweile wohl niemanden mehr. Der japanische Regisseur NOBORU IGUCHI bleibt seiner Erfolgsformel treu und mixt haarsträubende Gewaltexzesse mit leicht bekleideten Frauen, die mit Kettensägen und scharfer Munition hirnlos durch einen Film sausen, in dem sich alles und jeder selbst auf die Schippe nimmt. Zu sehen gibt es kindische Witzeleien, peinliche Dialoge, schlecht animierte Spezialeffekte und permanentes Gealbere, für das man allein schon Nerven wie Drahtseile mitbringen sollte. RAINING BLOOD ist Horror-Quatsch jenseits des guten Geschmacks. Freunde mit einer Vorliebe sinnbefreiter Trash-Movies kommen da natürlich auf ihre Kosten. Ob eine derart überzogene Inszenierung vom Autor Yûsuke Yamada jemals gewollt gewesen ist, dürfte fraglich sein. Der hat nämlich bereits 2005 jenes Buch geschrieben, auf dem der Film basiert und dürfte nach Erstsichtung der Romanumsetzung reichlich enttäuscht gewesen sein. Wer RAINING BLOOD gesehen hat, wird auch verstehen warum.
 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Zensur

 
 
 
Wie es sich für einen Splatterfilm gehört gibt es allerhand Gewaltmomente zu sehen. Die Todesarten werden aber derart übertrieben, teils schon humoristisch dargestellt, dass die FSK RAINING BLOOD ungeschnitten mit FSK16 freigegeben hat. Weil auf der Veröffentlichung einige “böse” Trailer zu sehen sind, befindet sich auf der Heimkinoveröffentlichung der rote 18er-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

RAINING BLOOD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Raivu; Japan 2014

Genre: Horror, Komödie

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Japanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Film: FSK 16 / Blu-ray jedoch aufgrund der Extras: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer zum Film, Trailershow

Release-Termin: 24.04.2015

 

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RAINING BLOOD – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

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Ähnche Filme:
 
The Human Race (2013)
 
Battle Royale (2000)
 
Running Man (1987)
 


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