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Spukfilme

Filmkritik: „I Remember You“ (2017)

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I REMEMBER YOU

(Ég man þig)

Story

 
 
 
Im ländlichen Island geht es nicht mit rechten Dingen zu. Das Verschwinden eines kleinen Jungen bringt einen mysteriösen Mordfall ins Rollen, der selbstverständlich gelöst werden muss.

 
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Kritik

 
 
 
Jedes Jahr um die Sommerzeit zieht ein Fest durch Deutschland, das Genre-Fans hellhörig werden lässt. Dort nämlich werden aktuelle Filme aus den Bereichen Horror, Thriller und Fantasy auf die Leinwand gebracht, die es nach der Aufführung gern mal auf DVD und Blu-ray schaffen. Die Rede ist vom FANTASY FILMFEST, das sich mittlerweile zur ersten Adresse bei Fans des phantastischen Kinos entwickelt hat, weil die Veranstalter Spreu vom Weizen trennen. Statt üblen Low-Budget-Unfug und austauschbare Billigware zu zeigen, versuchen die Macher Filme aufzuführen, die auch einem gewissen Qualitätsstandard entsprechen. Wohl auch ein Grund für die Beliebtheit der Veranstaltung, weil das Fest vor Augen führt, dass unabhängiges Genrekino weit mehr kann, als das was uns Hollywood versucht vorzugaukeln.
 
 
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Weg vom bekannten Gruseleinerlei hin zu unkonventioneller Angstmacherei. Mit genau jenem Konzept konnte auch das isländische Mysterydrama I REMEMBER YOU glänzen, das sich auf genannter Veranstaltung als Publikumsliebling entpuppte. Während das FANTASY FILMFEST nämlich in verschiedenen Städten eine Reihe von Genrestreifen im Kino zeigt, darf das Publikum die Besten der Besten küren. Dabei mauserte sich genannter Island-Export schnell zum Geheimtipp und kletterte mit seiner etwas anderen Machart an die Spitze der beliebtesten Gruselfilme des FANTASY FILMFEST 2017. Ganz unbegründet ist die Entscheidung der Zuschauer nicht. I REMEMBER YOU ist nämlich wirklich gut, aber zweifelsohne nichts fürs Kommerzpublikum. Allein dessen ist dieser isländische Genre-Beitrag aber schon mal eine Sichtung wert.
 
 
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I REMEMBER YOU beansprucht die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers. Hier werden nämlich zwei Geschichten erzählt, die offenbar miteinander verbunden sind. So wollen drei junge Leute auf einer isländischen Insel ein Haus auf Vordermann bringen, um es zahlenden Touristen als Bed-and-Breakfast-Hotel zur Verfügung zu stellen. Die Arbeiten sind mühselig, hat seit über 60 Jahren kein Mensch mehr hier gewohnt. Doch die Renovierungsarbeiten stehen unter keinem guten Stern. In der Hütte scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen und auch zwischen den Anwesenden beginnt es bald zu brodeln, weil private Konflikte ans Tageslicht kommen. Währenddessen wird Kilometer weiter ein seltsamer Selbstmord untersucht. Dort hat sich eine alte Dame das Leben genommen auf deren Körper man sonderbare Verletzungen findet. Der ermittelnde und selbst von Sorgen zerfressende Psychologe Freyr beginnt zu forschen und kommt dabei einem Geheimnis auf die Spur, das ihm bald das Blut in den Adern gefrieren lässt.
 
 
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Auf Island kommt man langsam in die Gänge. Nach dem unheimlichen Abschiedsdrama RIFT folgt nun ein weiterer Gruselfilm, der gekonnt die Kulisse isländische Abgeschiedenheit nutzt, um daraus düstere Unterhaltung mit Anspruch zu machen. Offenbar nimmt man sich Schweden als Vorbild, wo selbst die Traumfabrik vor der unkonventionellen Machart den Hut zog und sich Rechte für Genre-Ware krallte, um daraus neu interpretiertes Kinomaterial im amerikanische Stile zu produzieren. Gleiches könnte auch mit I REMEMBER YOU passieren, denn der Film besitzt eine verschachtelte Geschichte, die gleichzeitig auch die Quintessenz dieses etwas anderen Geisterfilms ist. Spuk ist hier zwar vorhanden, spielt aber eine untergeordnete Rolle. Im Mittelpunkt stehen seltsame Todesfälle, die gelöst werden müssen. Passender Stoff also für Hobby-Detektive und leidenschaftliche Krimifans, denn I REMEMBER YOU ist bei genauerer Betrachtung eher ein spannender Kriminalfall, welcher an skandinavische TV-Thriller erinnert und sich erst am Ende im Geisterfach verirrt, um etwas Gänsehaut bescheren zu können. Dabei nimmt sich Regisseur ÓSKAR THÓR AXELSSON besonders viel Zeit beim Erzählen seiner Geschichte und analysiert dabei auch die Sorgen seiner authentischen Hauptdarsteller, die ohnehin schon von Schicksalsschlägen gebeutelt sind. Das macht I REMEMBER YOU auch auf emotionaler Ebene brauchbar und glaubhaft, was vor allem Schauspieler JÓHANNES HAUKUR JÓHANNESSON zu verdanken ist, der hier als Psychologe wegen des verschwundenen Sohns durch die Höhle geht. Mit ihm fühlt man mit, weil der unter dem kuriosen Verschwinden seines Kindes leidet. Der begegnet dem Sohnemann plötzlich an den undenkbarsten Orten und folgt ihm auf eine Spur, die am Ende des Rätsels Lösung ist. Berührend – auch wenn erst nach und nach viele Puzzleteile ein plausibles Ganzes ergeben.
 
 
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Der langsam und bedacht inszenierte I REMEMBER YOU beweist einmal mehr, dass es kein Blut oder reißerischer Spezialeffekte bedarf, um spannende Geschichten zu erzählen. Hier wird unheimliche Stimmung auf anderem Wege hervorgerufen. Der Film bewirkt gespenstiges Unbehagen durch einfache Mittel, wie sporadische Belichtung, trostlose Kulissen und grummelnden Sound. Letzterer dürfte Besitzer von Heimkinoanlagen das Fürchten lehren, weil der Subwoofer just in jenen Momenten besonders aktiv wird, wenn drohendes Unheil naht. Effektive Gruselzutaten, um einen sehenswerten Genrefilm zu inszenieren. Das ist I REMEMBER YOU mit Sicherheit.
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Die isländische Version des gefeierten Geisterklassikers WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN. Was hier wie eine Folge CSI:Rejkjavik beginnt, mausert sich ganz schnell zu einem fesselnden Mysterythriller, der vor allem wegen seiner verworrenen Handlung und der für Gruselfilme eher ungewöhnlichen Kulisse auf ganzer Linie überzeugt. Karge Landschaften treffen auf nicht minder karg eingerichtete Häuser und von Sorgen geplagte Figuren, die Teil eines ungewöhnlichen Genre-Mixes sind, der auf einem bekannten Bestseller beruht. Den Plot zum Film hat sich nämlich die vielfach ausgezeichnete Kriminalautorin YRSA SIGURÐARDÓTTIR ausgedacht, die mit dem zugehörigen Roman „Ég man þig“ einen isländischen Krimi verfasst hat, der angeblich bei Erscheinen im Jahr 2010 so viele isländische Leser nächtelang wach gehalten hat, wie wenige Bücher zuvor. Ganz unbegründet ist die Hype nicht. Auch die Verfilmung ist nicht ohne und fesselt mit mehreren Erzählebenen bis zum Schluss. Schnell ist man mittendrin und kann sich dem Mysterium nicht mehr entziehen, das sich im Film wie eine Schlaufe um alle Beteiligten zieht. I REMEMBER YOU besitzt zwar einen unterkühlten Look, ist aber zutiefst emotional und atmosphärisch stimmig. Da sag noch einer, die Isländer würden von der übrigen Welt nichts mitbekommen. In Sachen Genrefilm hat man auf der Insel im Norden offenbar einiges dazugelernt. I REMEMBER YOU zumindest ist eine Glanzleistung in Sachen Mysterykino. Geheimtipp für anspruchsvolle Cineasten!
 
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Zensur

 
 
 
I REMEMBER YOU hat eigentlich kaum Gewalt zu bieten. Zwei Protagonisten werden von herabfallenden Steinen erschlagen und verenden an ihren Verletzungen. Zudem gibt es eine mumifizierte Kinderleiche und tote Körper mit seltsamen Wundmalen zu sehen. Hierzulande hat der isländische Horrorfilm eine FSK16 erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ég man þig; Island 2017

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Isländisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Deutsch, Englisch

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Deutscher Kinotrailer, Original-Kinotrailer

Release-Termin: 18.01.2018

 

I Remember You [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

I REMEMBER YOU – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Packshot und Grafiken liegen bei Concorde Filmverleih GmbH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
We Go On (2016)
 
Devil in the Dark (2017)
 
Wenn die Gondeln Trauer tragen (1973)
 

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Filmkritik: „Dementia 13“ (2017)

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DEMENTIA 13

(HALORAN MANOR)

Story

 
 
 

Eine wohlhabende Familie wird beim alljährlichen Gedenken eines verstorbenen Familienmitglieds mit seltsamen (blutigen) Vorkommnissen konfrontiert.

 
 
 


 
 
 

DEMENTIA 13 – Kritik

 
 
 
Vermutlich ist der Klassiker DEMENTIA 13 nur den wenigsten Horrorfilmfans ein Begriff. Das ist auch kein Wunder, war der Streifen bereits bei seinem Erscheinen im Jahr 1963 kein sonderlich nennenswertes Gruselerlebnis, ist aber trotzdem keine Nullnummer, weil er vom damals erst 24-jährigen FRANCIS FORD COPPOLA gedreht wurde. Letzterer brachte es Jahre später mit Kultfilmen wie DER PATE oder APOCALYPSE NOW zu Weltruhm, begann die Karriere aber mit eher bescheidenen Horrorfilmen bei denen er sogar Unterstützung von B-Movie-Legende ROGER CORMAN erhielt. Weil viele amerikanischen Filmstudios keine neuen Ideen haben und immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen, hat man sich nun erwähnten DEMENTIA 13 gekrallt, durch den Zelluloid-Fleischwolf gejagt und was Kommerzielles draus gemacht. Entstanden ist mal wieder eine auf Hochglanz gebürstete Neuauflage eines (nicht grundlos) vergessenen Horrorklassikers, der immerhin das Kunststück gelingt besser zu sein, als die Vorlage. Wunder geschehen. Lobpreiset den Herrn!
 
 
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Von Axtmördern, habgierigen Kleinkriminellen und mysteriösen Stimmen. Im Remake zu DEMENTIA 13 entfacht der tragische Tod eines kleinen Mädchens eine Spirale der Gewalt. Eine wohlhabende Familie kommt jedes Jahr aufs neues zusammen, um einem furchtbaren Schicksalsschlag zu gedenken. Vor vielen Jahren ist das damals sechsjährige Familien-Nesthäkchen Kathleen im Teich ertrunken. Damit der Tod nicht in Vergessenheit gerät, hat man eine Zeremonie ins Leben gerufen, an der sich alle Familienmitglieder einmal im Jahr beteiligen müssen. Doch diesmal steht die Zusammenkunft unter keinem guten Stern. Ein Axtmörder treibt nämlich sein Unwesen und hat es auf die trauernden Gäste abgesehen. Doch nicht nur der Killer bringt den Familienfrieden ins Wanken. Auch zwei Kriminelle machen auf dem Anwesen Halt. Die möchten sich aber nicht am Trauermarsch beteiligen, sondern sind nur am Geld der Gesellschaft interessiert. Leider ist es damit nicht genug. Offenbar sieht man in diesem Horrorstreifen auch noch Geister, was eine Kette von Umständen in Gang bringt, die für viele Figuren dieser Neuauflage den Tod bedeutet. Ein Film – viele Nebenstränge. Man hat sich schon schlechter unterhalten gefühlt.
 
 
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Als FRANCIS FORD COPPOLA vor über fünfzig Jahren die Vorlage inszenierte, musste er seinem Produzenten und Gönner ROGER CORMAN versprechen so viel Sex und Gewalt in den fertigen Film zu packen, dass dem Publikum davon übel wird. Natürlich ist die Sensationsgier des gewaltgeilen Zuschauers auch heute noch ungebremst, wobei dieser in der Neuverfilmung von DEMENTIA 13 Erwartungen herunterschrauben muss. Der hübsch gefilmte Slasher hat natürlich böse Szenen zu bieten, verläuft sich dabei aber nicht im Blut- und Gewaltrausch. Doch die bebilderten Grausamkeiten im Remake sind ohnehin nur Nebensache. Vielmehr versucht Regisseur RICHARD LEMAY zu verwirren. Der ist darum bestrebt das Publikum auf falsche Fährten zu locken, um die Identität des Axtmörders möglichst lang verschleiern zu können. Deshalb treibt er den Zuschauer durch unterschiedliche Horror-Subgenres. So macht DEMENTIA 13 erst im Slasher-Genre halt, streift anschließend das Home-Invasion-Fach und schließt den Schauer-Cocktail mit Geister-Puppen-Grusel im Stile eines DOLLS ab. Wer denkt, dass zu viele Zutaten den Brei verderben, irrt gewaltig. Wenn man DEMENTIA 13 etwas nicht vorwerfen kann, dann ist es mangelnde Abwechslung und fehlende Originalität. Der Mix aus verschiedenen Subgenres fordert den Zuschauer und macht DEMENTIA 13 zu einem interessanten Verwirrspiel, das in der zweiten Filmhälfte auch noch richtig spannend wird. Was ist hier des Pudels Kern und warum müssen vermeintlich unschuldige Menschen sterben? Was hat es mit den flüsternden Stimmen auf diesem alten Landsitz auf sich? Spuken hier etwa Geister umher und wer versteckt sich hinter der Maske eines abgebrühten Axtmörders? Alle Antworten des atmosphärischen Horrorkrimis werden im Finale gelüftet und machen DEMENTIA 13 zu einem sehenswerten Horrorbeitrag, der im Gegensatz zur Vorlage auch noch andere Wege geht. Das dürfte auch jene freuen, die den Originalfilm kennen. Statt originalgetreu zu adaptieren, hat man im Remake Neuerungen und genug Überraschungen eingebaut, um das Rätselraten auch für Kenner der Vorlage zum Erlebnis zu machen. Gerade weil die Neuauflage eigene Wege geht, gehört DEMENTIA 13 zu den besseren Remakes von denen man in den letzten Jahren zweifelsohne zu viele aufgetischt bekommen hat. Leider waren die meisten einfach nur schlecht, beliebig oder überflüssig. Da ist ein Film wie DEMENTIA 13 eine regelrechte Wohltat. Gute Horrorunterhaltung – kurzweilig und schnörkellos.
 
 
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DEMENTIA 13 – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Originell, spannend und im Finale auch noch herrlich schaurig. Der Slasher DEMENTIA 13 ist ein Horror-Remake, das endlich mal wieder Daseinsberechtigung besitzt und besser ist, als das Original. In dieser Neuauflage ist ziemlich viel los, denn Regisseur RICHARD LEMAY verbindet mehrere Subgenres miteinander. Was woanders wohl für Chaos gesorgt hätte, harmoniert in DEMENTIA 13 erstaunlich gut. Der Genre-Mix wirkt zu keiner Zeit störend. Ganz im Gegenteil. Durch die Kombination diverser Subgenres gelingt das Kunststück der falschen Fährten. Für einen Slasher unabdinglich, in dem vor allem die Identität des Killers möglichst lang geheim gehalten werden muss, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers gewinnen zu können. Weil sich DEMENTIA 13 nicht so schnell durchblicken lässt, ist der Horrorthriller vor allem für Slasher-Fans interessant. Die bekommen hier nicht die ewig gleiche Geschichte vor die Linse, in der ein meuchelnder Killer spannungsfrei Menschen abmeuchelt. Stattdessen hat man an Neuerungen gefeilt, um auch mal etwas Abwechslung in das etwas eingerostete Slasher-Genre zu bringen. Aufgrund dessen ist das DEMENTIA 13-Remake eine Bereicherung für diese Filmgattung. Horrorfilmfans, die schon so ziemlich viele (Schema-F-)Schocker gesehen haben und es nach Originalität dürstet, wird´s vermutlich freuen.
 
 
 


 
 
 

DEMENTIA 13 – Zensur

 
 
 
DEMENTIA 13 ist zwar ein Slasher, aber nicht unbedingt der brutalste. Die Gewalteinlagen bewegen sich auf FSK16-Niveau. So wird einer Protagonistin der Brustkorb mit einer Axt eingeschlagen. Gegen Ende werden Köpfe mit Schusswaffen bearbeitet und eine Filmfigur im See ertränkt. Sollte der Streifen hierzulande erscheinen, gibt es definitiv eine Jugendfreigabe – vermutlich mit blauem FSK16-Flatschen.

 
 
 


 
 
 

DEMENTIA 13 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Chiller Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dementia 13 (1963)
 
Dislike (2016)
 
You’re Next (2011)
 


Filmkritik: „The Hatred“ (2017)

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THE HATRED

(ALICE – THE HATRED)

Story

 
 
 

Einmal mehr: Ein idyllisches Landhaus in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Vier Frauen und ein kleines Mädchen machen darin Bekanntschaft mit bösen Mächten, die von einem okkulten Relikt ausgehen, das vom ehemaligen Besitzer im Haus gut versteckt wurde. Leider machen attraktive Darstellerinnen und etwas CGI-Spuk im Finale aus beliebigem Budenzauber noch lange keinen Horror-Hit.

 
 
 


 
 
 

THE HATRED – Kritik

 
 
 
Wie viele Filme über Gruselhäuser haben wir hier auf FILMCHECKER eigentlich schon besprochen? Vermutlich werden es so viele Schlechte gewesen sein, dass wir uns an die meisten davon schon gar nicht mehr erinnern können. Viel Positives gibt es auch vom nächsten Streifen dieser Art nicht zu berichten. THE HATRED (Arbeitstitel: ALICE – THE HATRED) gehört nämlich zu diesen Videoproduktionen, die kaum Alleinstellungsmerkmale besitzen und es lieber so handhaben, wie unzählige Filmemacher zuvor. Da ist Langeweile vorprogrammiert, denn in Zeiten in denen es Horror im Überfluss gibt, muss man sich schon ins Zeug legen, um Horrorfans beeindrucken zu können. Was Fans wirklich wollen, war den Machern von THE HATRED aber egal. Die spulen Grusel nach Schema F ab und wollen offenbar schnell damit Geld verdienen. THE HATRED schaut zwar – wie seine Darstellerinnen – makellos aus, ist aber lieblos und spannungsarm. Eben ein typischer Vertreter jener Gattung Film, die man in den 1980ern schnell in die Wühlboxen der Videotheken geworfen hat, weil keiner sie leihen wollte. Da hilft auch ein reißerisches Cover nicht. Das verursacht nämlich Zorn, weil es falsche Erwartungen schürt. Was nämlich Slasher, Epidemie- oder Folter-Blödsinn suggeriert, ist zäher Geisterspuk, der erst kurz vor der Zielgeraden in die Puschen kommt. Für so hinterlistige Irreführung müsste man allen Beteiligten gehörig den Hintern versohlen.
 
 
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Die Geschichte von THE HATRED ist schnell erzählt. Der Film berichtet von einem Gemäuer, das eine schlimme Vergangenheit besitzt. Ein Nazi-Offizier mit einer Vorliebe fürs Okkulte hat hier in den 1960ern seine Tochter umgebracht. Der Grund: Ein altes Relikt. Das entpuppt sich als Herd des Hasses und bringt Unheil über seinen Besitzer und dessen Familie. Jahre nach dem Verbrechen machen es sich vier perfekt geschminkte Weiber im alten Landhaus gemütlich. Es wird über Jungs geredet und auf ein kleines Mädchen aufgepasst. Natürlich meint man es mit den Schönheiten nicht gut. Erst faselt die kleine Irene in Rätseln und macht damit ihren Sitterinnen Angst. Später stoßen die Damen selbst auf erwähntes Nazi-Relikt und entfesseln damit eine Spirale des Bösen, die natürlich für einige den Tod bedeutet. Weil die Frauen gesichtslos bleiben, ist deren Ableben ohnehin egal, denn im Falle von THE HATRED hat man sich nicht einmal Gedanken über Charakterentwicklung gemacht. Da muss Drehbuchschreiber und Filmemacher MICHAEL G. KOEHOE noch einiges lernen. Mit so ausgelutschten Geschichten wie die von THE HATRED gewinnt man heutzutage nicht mal mehr einen Blumentopf.
 
 
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Nur weil mit großen Namen geworben wird, muss nicht immer Gutes dahinter stecken. Was eigentlich hat Produzent MALEK AKKAD geritten, für diesen Quatsch Geld zu investieren? Den alteingesessenen Horrorfans dürfte der Herr kein Unbekannter sein. Akkad ist nämlich Produzent diverser HALLOWEEN-Filme und fungierte ab HALLOWEEN 6 bei allen Streifen der Reihe als Geldgeber. Warum er ausgerechnet Kohle für THE HATRED locker gemacht hat, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben, denn hinter dem Gruselfilm steckt ein ermüdender Spuk-Schnarcher von der Stange auf den niemand gewartet hat. Zu sehen gibt es unverschämt attraktive Mädels, die in amerikanischen Horrorfilmen ohnehin zum Grundinventar gehören, vorhersehbare Geister-Klischees und jede Menge Langeweile. Die Höhepunkte reduzieren sich auf einen überlangen Prolog. Darin zu sehen: „Wishmaster“ ANDREW DIVOFF, der hier einen ehemaligen Nazi-Offizier verkörpert, welcher unentdeckt ins amerikanische Hinterland flüchten konnte und dort als Landwirt getarnt okkulte Artefakte sammelt. Sonderlich viel Spaß scheint ihm die Arbeit an THE HATRED auch nicht zu machen. Divoff quasselt seinen Text lustlos herunter und agiert zudem übertrieben steif. Vermutlich war ihm schon beim Lesen des Drehbuchs bewusst, dass diese glattgebügelte Gruselgurke ohnehin ein Flop werden wird. Durchstöbert man die bisherige Vita von Regisseur und Drehbuchautor MICHAEL G. KOEHOE ist das kein Wunder. Der war zwar bei vielen bekannten Hollywood-Produktionen – darunter TEXAS CHAINSAW 3D oder SINISTER 2 – Mädchen für Alles. Was er aber bisher selbst auf die Beine gestellt hat, ist eher mau statt wow. THE HATRED basiert auf den Kurzfilm HUSH, den der Filmemacher bereits 2015 gedreht hat. Warum der jedoch noch einmal auf Spielfilmversion aufgeblasen werden musste, entschließt sich jeglicher Logik. Was man hier zu sehen bekommt, wurde bereits in vielen schlechten Streifen gleichen Formats bis zum Erbrechen auf die Mattscheibe gebracht. Warum dann gleichen Käse noch einmal verfilmen? Wir werden und wollen es eigentlich auch gar nicht erfahren.
 
 
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THE HATRED – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final

 
 
 

Ermüdender Spuk-Albtraum nur für besonders Ausgeschlafene geeignet. Ein Spukhaus, vier dumme Weiber und ein kleines Mädchen, das permanent in Rätseln quasselt. THE HATRED ist eine Nullnummer und langweilig obendrein. Nach Originalität sucht man hier vergebens, denn der Streifen läuft nach gleichem Schema ab, wie unzählige Geisterfilme zuvor. Einziger Lichtblick ist ein Wiedersehen mit ANDREW DIVOFF. Der dürfte vielen Horrorfans als diabolischer WISHMASTER in Erinnerung geblieben sein. In THE HATRED zeigt er sich ganz ohne Maske und Verkleidung vor der Kamera – ist aber böse, wie eh und je. Leider ist das Wiedersehen nicht von langer Dauer. Der bekannte Schauspieler muss bereits nach wenigen Minuten sein Leben lassen. Verflixt und zugenäht, warum müssen Filmemacher immer so dreist den Spaß nehmen.
 
 
 


 
 
 

THE HATRED – Zensur

 
 
 
Sonderlich viel Gewalt hat THE HATRED nicht zu bieten. Im Prolog wird ein Mädchen vom eigenen Vater in einem Trog ertränkt. Der wiederum wird von seiner Frau ermordet, die ihn mit Pestizid vergiftet. Die restlichen Gewaltakte werden im Finale gezeigt. Dennoch ist THE HATRED eher ein Gruselfilm, der von subtiler Angstmacherei lebt – wenngleich die zum großen Teil ihr Ziel verfehlt. Hierzulande dürfte der Filme ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE HATRED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Demonic (2015)
 
Annabelle 2 (2017)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
Wait Till Helen Comes (2016)
 
We Are Still Here – Haus des Grauens (2015)
 


Filmkritik: „Temple“ (2017)

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TEMPLE

Story

 
 
 

Ein mysteriöser Tempel wird für drei Japan-Touristen zur (tödlichen) Falle.

 
 
 


 
 
 

TEMPLE – Kritik

 
 
 
Ist das ein neuer Trend? Nachdem wir erst vor einigen Tagen den Geisterfilm GHOST HOUSE besprochen haben, folgt nur wenige Tage danach ein weiterer Genre-Streifen, der aus Amerika kommt und Horror vor fernöstlicher Kulisse zelebriert. Diesmal wird der Zuschauer aber nicht wie im genannten Grusler nach Thailand entführt. In TEMPLE geht es nach Japan, wo sich seit Filmen wie JU-ON, RINGU und Konsorten Geister offenbar besonders wohlfühlen. Für die Umsetzung waren anfangs die VICIOUS BROTHERS angedacht. Die kennen sich im Horror-Bereich aus und inszenierten bereits zusammen Schauer-Kracher wie GRAVE ENCOUNTERS und den Alien-Horror EXTRATERRESTRIAL. Letztendlich ging das Regiezepter aber an den noch unerfahrenen MICHAEL BARRETT. Der zeichnet hier verantwortlich und feiert mit dem Horrorfilm sein Regiedebüt. Ob der kurzfristige Regiewechsel eine gute Entscheidung gewesen ist, darf nach Sichtung bezweifelt werden. TEMPLE ist nämlich kein Hit. Der Film schaut zwar super aus. Inhaltlich wurmt es gewaltig. Es ist eben nicht alles Gold was glänzt.
 
 
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Auf in den Fernen Osten. Das denkt sich auch die attraktive Kate, die zusammen mit dem Liebsten und einem Freund aus Kindertagen nach Japan reist, um in die Geschichte des Landes eintauchen zu können. Vor allem geheimnisvolle Tempel haben es der Hobbyfotografin angetan, die sie gern genauer erforschen und natürlich auch fotografieren möchte. Eine Gelegenheit bietet sich schon bald. In einem Laden finden die amerikanischen Touristen ein altes Buch, das von einem dieser Tempel berichtet, um den schaurigen Legenden ranken. Dort sollen Kinder auf unerklärliche Weise verschwunden sein. Weil die Einheimischen keine Erklärung für das Verschwinden fanden, beschuldigten sie den Mönch des mysteriösen Tempels für abscheuliche Taten und lynchten die ahnungslose Seele. Das sind Geschichten, die das Herz eines jeden Abenteurers wecken. Deshalb beschließen die Touristen dem Geheimnis des verbotenen Ortes auf den Grund zu gehen. Sie wandern durch Wälder, legen Rast in einem Dorf ein und finden schon bald, wonach sie gesucht haben. Leider leuchtet schnell ein, dass sich Legenden auch mal bewahrheiten können. Der besagte Tempel scheint ein Ort des Bösen zu sein. Für die drei Wanderer schlechte Neuigkeiten, die mit Einbruch der Dunkelheit in den Wäldern ums Überleben bangen müssen.
 
 
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Was ist denn da passiert? TEMPLE hätte Grusel aus dem Bilderbuch werden können, aber wie so häufig in letzter Zeit kommt alles anders. Das große Problem dieses Horrorfilms ist der Gruselanteil selbst. Der kommt nämlich viel zu kurz und endet abrupt. Ist da etwa schon früh das Budget ausgegangen? Dabei beginnt TEMPLE eigentlich ganz vielversprechend und erinnert im Aufbau an den 1999 ins Kino gebrachte THE BLAIR WITCH PROJECT – aber freilich ohne Wackelkamera und Hexe. Drei Touristen hören von schaurigen Geschichten und wollen diese ergründen. Sie befragen Einheimische und beherzigen weder Warnungen noch Ratschläge. Unachtsamkeit führt ins Verderben, denn kaum durchstreifen die neugierigen Wanderer dichte Wälder und es wird dunkel, geht das Winseln los. Wer da keine Parallelen zum erwähnten Found-Footage-Hexentanz findet, ist eindeutig blind oder hat den Film nicht gesehen – kopiert wird nämlich fleißig. Regisseur MICHAEL BARRETT baut langsam Unbehagen auf, zieht Spannungsschrauben fest und lässt alles in atmosphärische Bilder tauchen. Spätestens hier sieht man, wie gut sich der Regisseur mit Kameraspielereien auskennt. Der Filmemacher rückt Horror geschickt ins rechte Licht – offenbar, um Mankos vertuschen zu können. Doch das talentierte Kameraspiel kommt nicht von ungefähr. MICHAEL BARRETT stand nämlich schon selbst für viele Hollywoodfilme als Kameramann hinter der Linse. Darunter für Hochglanzware wie TED und dessen Fortsetzung. Einschlägige Erfahrungen machen sich in TEMPLE bezahlt. Der Streifen schaut nämlich besser aus, als er letztendlich ist. Leider legt TEMPLE nach knapp sechzig Minuten Spielzeit eine Talfahrt ein. Haben Protagonisten ihr Ziel erreicht, flimmert auch schon der Abspann über die Mattscheibe. Offenbar fehlt hier Filmmaterial, denn TEMPLE wirkt unfertig und überstürzt. Während man sich zuvor Zeit für Aufbau und Charakterentwicklung gelassen hat, wird die Nacht des Grauens in zehn Minuten abgehandelt. Eine herbe Enttäuschung für Gruselfans, denen nicht einmal Gelegenheit gegeben wird sich richtig erschrecken zu können.
 
 
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TEMPLE – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
Atmosphärischer Asien-Grusler, der aber irgendwie unfertig wirkt. Entweder wurde kurzerhand viel Gruselmaterial entfernt oder man musste aus Budgetgründen Drehtage streichen, so dass man nur das Nötigste auf Zelluloid bannen konnte. TEMPLE endet abrupt. Aufgrund des zuvor bedacht aufgebauten Spannungsbogens enttäuschend, weil dieser asiatisch angehauchte Gruselstreifen ein wirklich sehenswerter Schauertrip hätte werden können. Die Schauspieler können was, der Film glänzt mit Gespür fürs Visuelle und auch die nicht sonderlich neue Geschichte wurde so verpackt, dass kaum Langeweile aufkommt. Ein Rundum-sorglos-Paket also. Leider vermasselt das eigentliche Gruselfinale den positiven Gesamteindruck. Das fehlt nämlich beinahe ganz. Für einen Gruselfilm fatal. Vielleicht kann sich Macher MICHAEL BARRETT irgendwann zu einem Director’s Cut durchringen und jene Vision Horrorfans zeigen, die er eigentlich in die Kinos bringen wollte. TEMPLE – so wie er uns vorlag – ist leider ein trauriger Reinfall.
 
 
 


 
 
 

TEMPLE – Zensur

 
 
 
Gewaltmomente gibt es kaum im Film zu sehen. TEMPLE setzt eher auf subtiles Grauen mit Gänsehautgarantie. Daher dürfte der Streifen hierzulande ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

TEMPLE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blair Witch Project (1999)
 
Nightlight (2015)
 
The Forest (2016)
 
Willow Creek (2013)
 
Across the River (2013)
 
The Shrine (2010)
 
The Barrens (2012)
 
Exists – Die Bigfoot-Legende lebt! (2014)
 


Filmkritik: „Annabelle 2“ (2017)

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ANNABELLE 2

(ANNABELLE: CREATION)

Story

 
 
 

Die unheimliche Puppe mit den langen Zöpfen ist wieder da. Diesmal versucht sie Waisenkindern in einem abgelegenen Farmhaus das Fürchten zu lehren.

 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Kritik

 
 
 
Mittlerweile blickt keiner mehr durch. Seit Jahren sind in Hollywood nicht mehr nur Fortsetzungen erfolgreicher Horrorfilme Mode. Die Traumfabrik hat neue Wege gefunden, um den spendablen Kinogängern noch mehr Geld aus den Taschen ziehen zu können. Einer derer nennt sich Spin-Off und hat sich zu einem lukrativen Geschäft entwickelt mit dem sich gut Zaster verdienen lässt. Dabei handelt es sich um Ableger bekannter Filme aus denen ein Nebenstrang oder eine Figur entnommen wurde, um daraus einen eigenen Film zu machen. So geschehen mit ANNABELLE – einem Horrorfilm von 2014 in dem eine gruselige Puppe ihr Unwesen trieb, die zuvor in einem anderen Horrorfilm mit dem Titel THE CONJURING Erwähnung fand. Die war dort nur wenige Minuten zu sehen, ließ aber tausende Kinofans erschaudern, weshalb sich das Produktionsstudio dazu entschloss dem unheimlichen Spielzeug einen eigenen Film zu spendieren. Der wurde produziert, kam aber nicht sonderlich gut an. Dennoch spielte ANNABELLE genug an den Kinokassen ein und musste fortgesetzt werden. Hollywood ist manchmal so durchschaubar.
 
 
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Die Fortsetzung zu ANNABELLE erzählt – wie’s aktuell im Horrorbereich Trend ist – die Vorgeschichte zum Originalfilm. Dabei werden die Ursprünge der schaurigen Puppe beleuchtet, die von einem bösen Dämon besessen ist, der nur Unruhe stiften will. Alles beginnt im Jahr 1943, wo es das Schicksal mit Puppenmacher Samuel Mullins und dessen Frau Esther nicht sonderlich gut meint. Die geliebte Tochter Annabelle wird von einem Auto überfahren und stirbt am Unfallort. Weil die Trauer über den Verlust unerträglich ist, beschließt das Paar einer geheimnisvollen Präsenz die Erlaubnis zu erteilen, in einen Puppenkörper schlüpfen zu dürfen, die seit dem Tod der kleinen Tochter durchs Haus geistert. Leider wird den Eheleuten bald klar, dass jener Geist nicht die kleine Annabelle ist von der sie gehofft hatten, dass sie zurückgekehrt ist. Ein boshafter Dämon nutzt die Gunst der Stunde, um einen Weg in die Welt der Lebenden zu finden. Gott sei Dank kann das Vorhaben gestoppt werden. Die Puppe wird in einen geheimen Raum gesperrt von wo aus das Böse kein Unheil mehr anrichten kann. Zwölf Jahre später geht der Spuk in die nächste Runde. Einige Waisenkinder machen es sich im Haus erwähnter Farmleute gemütlich und bringen wieder Leben in die Hütte. Doch mit der Ruhe ist es bald vorbei. Eines der Kinder stößt bei Entdeckungsreisen durch das Anwesen auf das Versteck der Puppe und weckt so den Dämon aus seinem Schönheitsschlaf. Der hat jetzt keine Lust mehr nur im Puppenkörper zu hausen und versucht sich dem Körper der ahnungslosen Janice zu bemächtigen. Zusammengefasst: Nichts Neues von der Geisterfront.
 
 
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Und täglich grüßt das Murmeltier. ANNABELLE 2 macht visuell eine beachtliche Figur, erfindet das Gruselrad aber nicht neu. Der Film spult im Grunde genommen gleiches Schema ab, das bereits im Puppen-Vorgänger und den von JAMES WAN inszenierten CONJURING-Streifen Verwendung fand. So sorgen dämonische Kräfte für lauten Radau, kennen aber offenbar keine Abwechslung. Das dürfte erfahrene Zuschauer schnell unterfordern, denn die werden hier von einem Schockmoment zum nächsten getrieben und folgen dabei immer gleichen Szenenabläufen in denen Protagonisten von bösen Kräften überrascht werden und es anschließend mit der Angst zu tun bekommen. Große Gruselkunst sieht anders aus, zumal der Streifen erst spät einen Weg aus der monotonen Dauerschleife findet und endlich beginnt seine Geschichte zu erzählen. Die passt auf einen Bierdeckel und reduziert sich auf Rückblenden in denen erläutert wird, wie es dazu kam, dass böse Mächte in die Puppe geschlüpft sind. Immerhin wird Spuk aus der Gruselhochglanzbroschüre geboten – was anderes hätte man von einem Film auch nicht erwartet, der von einem namhaften Studio wie NEW LINE CINEMA produziert wurde. Regisseur DAVID F. SANDBERG beweist nach LIGHTS OUT erneut Talent für schaurige Atmosphäre und hat ein Händchen für altmodischen Grusel. Letzterer erinnert gern mal an Old-School-Horror der 1970er, wo es Okkult, Spuk- und Geisterfilme ziemlich oft auf die große Leinwand geschafft haben.
 
 
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ANNABELLE 2 – Fazit

 
 
 

6 Punkte Final

 
 
 
Schöne Verpackung, enttäuschender Inhalt. ANNABELLE 2 sieht Bombe aus und hat fiese Schockmomente zu bieten, die zweifelsohne im Sessel zusammenzucken lassen. Damit macht der Gruseltrip das wieder gut, was Zuschauer am Vorgängerfilm bemängelt haben. Dennoch mangelt es auch dem Prequel an Originalität oder Neuerungen, denn sonderlich viel Neues passiert in den knapp 100 Minuten Spielzeit leider nicht. Die Handlung wird mit immer gleichen Szenenabläufen gefüllt, die einzig darauf aus sind mit hinterlistigen Jump Scares zu erschrecken. Hin und wieder gelingt dem Streifen das auch ganz ordentlich, obwohl Gezeigtes nicht mehr viel mit den angeblich wahren Ereignissen am Hut hat, die um die Puppe ranken. ANNABELLE 2 zeigt nichts, was man nicht auch schon im Vorgänger zu sehen bekommen hat und besitzt zudem auch offensichtliche Logikschwächen und Ungereimtheiten. Das mag für alte Horrorkenner schnell zum Geduldsspiel werden, weil sich ANNABELLE auch noch ziemlich gemächlich bis zum Finale schleppt und lange benötigt, bis er überhaupt an Fahrt gewinnt. Schön ist dennoch, dass man einen Bogen zum ersten Teil zieht. Das Ende von ANNABELLE 2 knüpft nämlich genau dort an, wo der Vorgänger vor einigen Jahren begonnen wurde. Trotzdem sind wir der Meinung, dass man es bei zwei Filmen belassen und die ANNABELLE-Gruselakten schließen sollte. Jede weitere Fortsetzung wäre überflüssig. Vermutlich wird das aber die Traumfabrik nicht davon abhalten, die Kuh weiter zu melken – und sei’s nur für den Videomarkt. Aufgrund der enormen Beliebtheit des CONJURING-Universums dürfte ein dritter Teil nicht lange auf sich warten lassen. Der dürfte sich perfekt in jene Liste von Ablegern einreihen, die Hollywood noch auf der Umsetzungsliste stehen hat. Schenkt man nämlich Informationen im Internet Glauben, sollen weitere Kreaturen aus dem CONJURING-Streifen in eigenen Filmen auftauchen. Ob die Erschaffung eigener Filmuniversen ein neuer Trend im Kino ist? Man darf davon ausgehen. Der Studio-Gigant UNIVERSAL PICTURES hat nämlich Ähnliches vor. Mit dem DARK UNIVERSE will das Filmstudio Urgesteine des Horrorfilms in einem Universum vereinen. Demzufolge wird es in naher Zukunft ein Aufeinandertreffen zwischen der Mumie, Frankenstein oder dem Wolfsmenschen geben. Sachen gibt’s, die braucht kein Mensch.
 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Zensur

 
 
 
ANNABELLE 2 hält sich mit Schauwerten bedeckt. Ein Kind wird im Off überfahren und ein Auge wird im Off ausgekratzt. Zudem wird einem der Protagonisten sprichwörtlich die Lebensenergie ausgesaugt. Der einzige Gewalteffekt begrenzt sich auf eine Filmfigur, die an eine Wand genagelt wird und der der Unterleib abgetrennt wurde. Ansonsten wird sich in erster Linie auf Schreckmomente konzentriert. Im Kino lief ANNABELLE 2 frei ab 16 Jahren. Gleiche Freigabe hat auch die Heimkinoauswertung erhalten.
 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Annabelle 2 Bluray

(c) Warner Home Video (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Annabelle: Creation; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch Dolby Atmos 7.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 2.40:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 109 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Kommentar des Regisseurs, Directing Annabelle, The Horror Continues, Horror Shorts: Attic Panic and Coffer, Deleted Scenes

Release-Termin: 18.01.2018

 

Annabelle 2 [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

ANNABELLE 2 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Warner Bros. Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Dolly Dearest (1991)
 
Annabelle (2014)
 
Ouija – Ursprung des Bösen (2016)
 
Robert the Doll (2015)
 


Filmkritik: „Ghost House“ (2017)

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GHOST HOUSE

Story

 
 
 

Ein Urlaub mit Schrecken: Zwei Urlauber werden in Thailand von einem Geist verfolgt, der offenbar eine Leidenschaft fürs Terrorisieren von Touristen besitzt.

 
 
 


 
 
 

GHOST HOUSE – Kritik

 
 
 
Vermutlich glauben nur die wenigsten Leser hier an Geister oder Gespenster. In aufgeklärten Zeiten wie der unseren ist das aber auch kein Wunder, gehören Dämonen, Spuk und Geisterwesen in die Welt des Aberglaubens, mit denen man vor allem Kindern gern mal einen Schreck einjagen kann. Anders sieht es da in Thailand aus, denn dort ist der Glaube an Geister weit verbreitet. So ist es nicht unüblich einen eigenen Haus- und Hofgeist zu haben, der natürlich gebührend beherbergt werden muss! Thais glauben nämlich, dass jedes Stück Land von einem Geist bewohnt wird. Will man darauf ein Haus bauen, nimmt man der rastlosen Seele das Zuhause weg. Um die Kreaturen nicht zu verärgern, bauen ihnen die Thailänder eigene Häuschen und richten diese gemütlich ein. Die stehen in der Regel an Grundstücksgrenzen, damit unliebsame Menschen möglichs früh von den Bewohnern der kleinen Häuser vertrieben werden können. Genau jene Thematik liegt dem folgenden GHOST HOUSE zugrunde. Hier muss die interessante Folklore aber als Alibifunktion herhalten, damit lautes Spuktheater veranstaltet werden kann. Regisseur RICH RAGSDALE nutzt Thai-Legenden aus, um das Massenpublikum mit oberflächlicher Gruselware zu beglücken. GHOST HOUSE ist demzufolge eher Gruselhappen ohne Überraschungen. Wer mehr über die kleinen Geisterhäuser im Film wissen möchte, muss selbst recherchieren.
 
 
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Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn sich Julie (SCOUT TAYLOR-COMPTON aus 247°F) und Jim (JAMES LANDRY HÉBERT aus CARNAGE PARK) vor ihrem Trip nach Thailand Reiseführer besorgt und diese auch studiert hätten. Dann wäre ihnen so manch Problem im Reiseland erspart geblieben. Die wollen dort heilige Geisterschreine – auch San Phra Phum genannt – fotografieren, ohne sich davor ausführlich mit diesen unheimlichen Gegenständen auseinandergesetzt zu haben. Die Lehre folgt auf dem Weg. Zwei Briten nutzen die Unwissenheit der Touristen aus, um ihnen etwas Furchtbares anzuhängen. Sie führen das ahnungslose Paar zu einem besonders gefürchteten Exemplar, wo Julie eine mysteriöse Figur aus genanntem Schrein entwendet und so den Zorn eines besonders bösen Geistes auf sich lenkt. Da ist plötzlich Schluss mit Reise- und Entdeckungslust. Eine grimmige Geisterfrau heftet sich an die Fersen der attraktiven Urlauberin und beschert ihr die Hölle auf Erden. Gut, dass Jim seine Freundin liebt. Der versucht dem Spuk ein Ende zu bereiten und findet heraus, dass die Liebste unter einem Fluch steht. Leider hat er nur drei Tage Zeit, um das Desaster rückgängig zu machen. Anderenfalls ist die Liebe seines Lebens für immer verloren. Ob am Ende alles gut wird? Man wird sehen.
 
 
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Wenn Amerikaner Gruselfilme drehen, die sich mit fremden Bräuchen und Traditionen beschäftigen, kann in der Regel nur überflüssiger Nonsens entstehen. GHOST HOUSE ist nichts anderes, als ein weiterer Versuch mit fernöstlicher Mythologie Kasse zu machen. Der Film macht es den Neuverfilmungen THE GRUDGE oder RING gleich und bringt seichte Gruselei ins Heimkino, die sich fremder Folklore bedient von der hierzulande nur die wenigsten gehört haben. Das mag sich zwar auf den ersten Blick erfrischend oder gar interessant anhören. Das Ergebnis wurde aber einfältig amerikanisiert, so dass die Erforschung thailändischen Geisteraberglaubens zügig ins Abseits gerät. GHOST HOUSE klappert ab, was eigentlich nicht neu ist und in so jedem Geisterfilm abgehandelt wird. Ein Geist ist wütend und treibt allerhand Schindluder mit seinen Opfern. Dabei wird der Zorn durch Einsatz möglichst fieser Schreckmomente, unheimlicher Geräuschkulisse und düsterer Optik zum Ausdruck gebracht. Leider wirken viele Schockmomente abgenutzt, denn sonderlich originell wird nicht erschreckt. So erscheint die garstige Kreatur der heimgesuchten Filmheldin in unmöglichsten Momenten abrupt und treibt ihr Opfer damit in den Wahnsinn. Immerhin besitzt GHOST HOUSE trotz Jump Scares und vorhersehbarer Handlung reichlich Tempo, das den konventionellen Spuk-Brei halbwegs unterhaltsam gestaltet. Die Protagonisten müssen einen Weg finden, den Fluch zu brechen und holen sich Rat bei Einheimischen, die selbstverständlich wissen wie man dem Spuk ein Ende bereiten muss. Klingt abgedroschen, ist es auch. Für Fans von DER FLUCH VON DARKNESS FALLS oder DON’T KNOCK TWICE vermutlich dennoch einen Blick wert. Ein informatives Buch über die sogenannten Geisterhäuser in Thailand dürfte hingegen wohl mehr Gänsehaut bescheren.
 
 
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GHOST HOUSE – Fazit

 
 
 

6 Punkte Final

 
 
 
Andere Länder, andere Sitten: Konventionelles Spuktheater, das sich zwar thailändischer Folklore bedient aber dann doch aussieht, wie Geister-Allerlei großer amerikanischer Studios. Visuell kann GHOST HOUSE überzeugen. Der Gruselstreifen schaut atmosphärisch aus und auch obligatorische Schreckmomente verfehlen ihre Wirkung nicht. Leider geht der Film zu beliebig vor und hebt sich nicht von den üblichen Konsorten ab. Wieder einmal treibt ein Geist Schabernack. Die Filmhelden müssen Antworten finden und den Unruhestifter in seine Schranken weisen. Sonderlich neu oder originell ist das nicht. Wegen der straffen Inszenierung ist GHOST HOUSE zumindest halbwegs unterhaltsam – Langeweile kommt nämlich kaum auf. Dennoch bleibt nach Sichtung nicht sonderlich viel hängen, weil GHOST HOUSE ein typischer Vertreter der Sorte „einmal gesehen und schnell wieder vergessen“ ist. Aufgrund der interessanten und unverbrauchten Thematik über thailändische Geisterschreine irgendwie schade.
 
 
 


 
 
 

GHOST HOUSE – Zensur

 
 
 
GHOST HOUSE hat kaum Gewaltmomente zu bieten. Hier handelt es sich in erster Linie um einen Gruselstreifen, der von Schocks und Schreckmomenten lebt. Immer wieder taucht die Geisterfrau unverhofft auf, um der Filmheldin den Verstand zu rauben. Gewalttechnisch gibt es nur einen abgeschnittenen Finger zu sehen – das war’s. Hierzulande dürfte der Streifen wegen seiner gruseligen Momente eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

GHOST HOUSE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Fluch – The Grudge (2004)
 
Drag Me to Hell (2009)
 
Don’t Knock Twice (2016)
 
Der Fluch – The Grudge 2 (2006)
 
The Eye (2002)
 
Make Me Shudder (2013)
 
Der Fluch von Darkness Falls (2003)
 


Filmkritik: „Farhope Tower“ (2015)

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FARHOPE TOWER

Story

 
 
 

Wo sind THE REAL GHOSTBUSTERS, wenn man sie braucht. Ein TV-Team erkundet ein geschlossenes Hochhaus mit schrecklicher Vergangenheit und sitzt bald in der Falle, weil das Gebäude ein mysteriöses Eigenleben führt.

 
 
 


 
 
 

FARHOPE TOWER – Kritik

 
 
 
Gruselfilme sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Was früher schlaflose Nächte bereitet hat, verursacht immer häufiger das Gegenteil. So sind Filme mit Spukhäusern und Geisterwesen mittlerweile zu echten Spannungskillern verkommen, weil sie nur selten neue Geschichten erzählen und sich deshalb kaum noch voneinander unterscheiden. Was geht eigentlich in Köpfen von Filmemachern vor, die am Fließband drehen, was eigentlich niemand mehr sehen will? Eine Frage, die wohl auch nicht Regisseurin APRIL MULLEN beantworten kann. Die macht nämlich genau das, was allmählich den Spaß am unheimlichen Genre nimmt und hat mit FARHOPE TOWER austauschbaren Unsinn fabriziert, der gemeingefährlich Lebenszeit raubt. Dabei ist Mullen kein unbeschriebenes Blatt vor und hinter der Kamera. Die attraktive Brünette hat schon bei unwichtigen Low-Budget-Streifen und bekannten TV-Serien Regie geführt. Aber auch als Schauspielerin ist das Multitalent gern mal unterwegs. So hat APRIL MULLEN in FARHOPE TOWER nicht nur das Regiezepter übernommen. Im Film ist sie zudem als kreischende Heldin zu sehen, die sich gegen unsichtbare Kräfte zur Wehr setzen muss. Vor der Kamera ist sie definitiv besser aufgehoben.
 
 
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Another Geisterfilm, der mit bekanntem Muster irgendwie vergebens versucht, das Interesse des Zuschauers für sich zu gewinnen. Diesmal wagen sich einige Hobbygeisterjäger in ein leeres Hochhaus, in dem es nicht mit rechten Dingen zugehen soll. Der Mehrstöcker ist seit Jahren geschlossen und das nicht ohne Grund. Darin sollen sich schreckliche Selbstmorde ereignet haben, die sich niemand erklären kann. Für ein Filmteam ein gefundenes Fressen. Das erkundet regelmäßig Spukorte mit der Kamera und stellt gedrehtes Filmmaterial ins Internet. Als plötzlich ein großer TV-Deal zustande kommen soll, sind die Geisterexperten Feuer und Flamme. Trotz Skepsis begibt man sich in das schaurige Gebäude und nimmt für Erfolg sogar Risiken in Kauf. Eine lebensgefährliche Entscheidung, wie sich bald herausstellen wird. Das Hochhaus führt nämlich ein mysteriöses Eigenleben und bringt die Crew gegeneinander auf. Die gehen sich bald selbst an die Gurgel und radieren sich gegenseitig aus. Offenbar sind zwar alle im Filmteam leidenschaftliche Geisterjäger, haben aber vermutlich noch nie einen Spukfilm gesehen. Hätten sie ihre Hausaufgaben mit Verstand gelöst, wüssten sie vermutlich, dass man Häuser mit schockierender Vergangenheit besser nicht betritt. Leider kommt die Lehre im Falle von FARHOPE TOWER zu spät. Bald fließt Blut und man versucht zu überleben. Doch das Haus ist nicht dumm. Einmal drinnen, kommt man nicht mehr nach draußen. HAUNTED HILL lässt grüßen.
 
 
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Nicht Neues aus der Geisterbahn. Auch FARHOPE TOWER erfindet das Rad nicht neu. Der Film folgt gleichem Ablauf wie die meisten Streifen der Gattung Spuk- und Geisterfilm. Abermals verirren sich wenig intelligente Protagonisten in ein Spukhaus und bekommen es dort mit bösen Mächten zu tun. Dabei kommt die austauschbare Handlung dem Spannungsaufbau in die Quere. Letzterer gerät wegen Vorhersehbarkeiten nur sehr schleppend in Gang, weil FARHOPE TOWER so überraschungsarm dem Ziel entgegenfiebert, dass man schnell das Interesse am Fortgang der Handlung verliert. Der Grund ist im inflationären Filmmarkt zu suchen. Dort wurden in letzter Zeit so viele Spuk- und Geisterfilme nach Schema F gedreht, weshalb sie mittlerweile kaum noch Gänsehaut bereiten. FARHOPE TOWER hat weder eigene Ideen, noch nennenswerte Höhepunkte. Das macht den Film nicht nur beliebig, sondern auch unbeschreiblich langweilig. Deshalb empfehlen wir diesen Gruselausflug nur denen, die auch wirklich jeden Gruselflop sehen müssen, um mitreden zu können. Der Rest wartet besser auf neues Gruselfutter aus der Werkstatt von JAMES WAN. Genannter Regisseur beweist seit Jahren ein talentiertes Händchen fürs Angsmachen und zeichnet für Kinohits wie CONJURING oder INSIDIOUS verantwortlich. Davon ist FARHOPE TOWER Lichtjahre entfernt.
 
 


 
 
 

FARHOPE TOWER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Für Fans, die vom Grusel-Genre nicht genug bekommen können. Unheimliches Flüstern, etwas Gewalt, schaurige Flashbacks und Türen, die sich wie von Geisterhand öffnen. FARHOPE TOWER hakt all das lustlos ab, was eigentlich zum Standard eines jeden Geisterfilms gehört. Das ist auch schon das eigentliche Problem dieses Gruselstreifens, der versucht Spannung nach bekannter Mixtur aufzubauen. FARHOPE TOWER schaut gut aus und hat auch halbwegs begabte Schauspieler in petto. Trotzdem will keine Spannung entstehen. Offenbar ist man in Zeiten des Horror-Überflusses schlichtweg satt von Geisterfilmen nach Schema F. Gesucht werden originelle und gute Ideen. Mit Gruselgeschichten und Schockmomenten von der Stange gewinnt man heute leider keinen Blumentopf mehr. Selbst unerfahrene Neulinge dürften mit FARHOPE TOWER deshalb nicht so recht warm werden. Der Grund: Alles so ähnlich schon mal gesehen – und oftmals sogar besser.
 
 
 


 
 
 

FARHOPE TOWER – Zensur

 
 
 
FARHOPE TOWER hat kaum Schauwerte zu bieten. Der Film wird mit einem recht kaltblütigen Mord eingeläutet. Danach wird hinsichtlich Gewalt zurückgefahren. Ein Knochenbruch hier, ein Stick in einen Hals dort. Das Gezeigte befindet sich auf FSK16-Niveau.
 
 
 


 
 
 

FARHOPE TOWER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Grave Encounters (2011)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
The Entity (2015)
 
Zellblock 11 (2014)
 
Hollows Grove (2014)
 


Filmkritik: „Rings“ (2016)

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RINGS

(RING 3)

Story

 
 
 
Fortsetzung und gleichzeitig Reboot zum amerikanischen Horrorfilm THE RING von 2002. Auch im dritten Film machen Menschen Bekanntschaft mit einem unheimlichen Geistermädchen, weil sie ein schauriges Videoband angesehen haben.

 
 
 


 
 
 

RINGS – Kritik

 
 
 
Die 2000er Jahre waren ein wichtiges Jahrzehnt – vor allem für das Horror-Genre. Profitorientierte Filmstudios und Filmproduzenten aus Amerika kamen nämlich auf die glorreiche Idee mit Neuverfilmungen beliebter Horrorstreifen Geld zu verdienen. Das stieß zwar nicht bei jeden Fans auf Zustimmung, ließ aber Kassen klingeln. Weil beinahe jedes Horror-Remake ein Hit wurde, entwickelte sich bald eine regelrechte Flut an Neuverfilmungen, die vor keinem Horrorklassiker Halt machte. So entstanden Neuinterpretationen reißerischer Streifen, die in den 1970er und 1980er für Furore gesorgt haben. Darunter: THE HILLS HAVE EYES, DAWN OF THE DEAD oder das berüchtigte TEXTAS CHAINSAW MASSACRE. Aber nicht nur Altbewährtes wurde für Geld noch einmal durch den Fleischwolf gejagt. Auch beliebte Hits aus Fernost mussten herhalten und wurden von amerikanischen Filmemachern ansprechend neu verfilmt, damit möglichst viel Reibach gemacht werden kann. So entstanden Remakes von Filmen wie A TALE OF TWO SISTERS, INTO THE MIRROR oder auch RING. Letzterer mauserte sich 2002 zum Überraschungserfolg und zog drei Jahre später eine Fortsetzung nach sich, die aber nicht mehr an die Erfolge des Vorgängers anknüpfen konnte. Mittlerweile ist über ein Jahrzehnt vergangen. Dennoch zog man das zornige Geistermädchen Samara noch einmal aus ihrem Brunnen, um es ein weiteres Mal auf den Kinogänger loszulassen. Entstanden ist RINGS – Teil drei der amerikanischen RING-Serie, der sich zumindest visuell an den Vorgängern orientiert.
 
 
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Das Geistergör Samara ist wieder da und verbreitet erneut Angst und Schrecken. Diesmal steht Biologieprofessor Gabriel (JOHNNY GALECKI aus dem 90er TV-Quotenhit ROSEANNE) im Mittelpunkt, der auf einem Trödelmarkt einen alten VHS-Rekorder kauft und darin ein ominöses Videoband entdeckt. Natürlich wird es abgespielt. Darauf entdeckt er verstörende Bilder, die nichts Gutes verheißen. Wenig später klingelt das Telefon. Geistermädchen Samara teilt dem Professor mit, dass er noch sieben Tage zu leben hat. Doch der findet eine Lösung um den vorausgesagten Tod zu entkommen. Weniger Glück hat dagegen Studentin Julia (MATILDA ANNA INGRID LUTZ). Die kommt bei ihrer Suche nach Freund Holt (ALEX ROE) auch in Kontakt mit dem schaurigen Video und bangt um ihr Leben. Doch offenbar ist sie auserwählt. Geistermädchen Samara scheint ein besonderes Interesse an der jungen Frau zu haben. Letztere wird auf eine mysteriöse Reise geschickt, während der es gilt weitere Details über das unfreiwillige Ableben des wütenden Waisenkinds in Erfahrung zu bringen.
 
 
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Die permanente Ideenarmut großer Studios nervt. Offenbar versucht man den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und kramt Filmrezepturen aus der Schublade, die vor vielen Jahren schon mal Kinosäle füllen konnten. Die PARAMOUNT STUDIOS brauchen wohl dringend Geld. Anders lässt sich nicht erklären, warum man ein Desaster wie RINGS in Produktion gegeben hat, das wohl zu den erzwungendsten Fortsetzungen gehört, die man in den letzten zwanzig Jahren zu sehen bekommen hat. Die Lieblosigkeit spürt man an allen Ecken und Kanten. Spannung fehlt, für Gruselmomente hatte man keine Zeit und an die für Horrorfilme obligatorischen Schreckmomente hat man erst gar nicht gedacht. RINGS erweckt den Eindruck, als habe man hier hastig was ins Kino bringen wollen, was normalerweise für den Videomarkt produziert wird. Der Film ist mehr Mystery-Schnitzeljagd als Horrorfilm und versucht krampfhaft weiterzuführen, was man mit RING im Jahr 2002 begonnen hat. Eigentlich wurde dort alles gesagt. Auch die Fortsetzung RING 2 von 2005 gab Antworten auf Fragen, die noch unbeantwortet waren. Demzufolge mutet RINGS überflüssig an, der künstlich Handlungsstränge spinnt, um das RING-Universum zwölf Jahre nach dem letzten Ableger ein weiteres Mal aufleben zu lassen. Leider ging die Rechnung nicht auf. RINGS blieb weit hinter den Erwartungen zurück und konnte international gerade einmal 88 Millionen Dollar (Stand Juni 2017) einspielen. Das ist gerade einmal die Hälfte dessen, was noch RING 2 an den Kinokassen einbringen konnte. Letztendlich ist das auch kein Wunder. Das Böse im Film kommt nämlich reichlich zu kurz. Geistermädchen Samara darf nur wenige Male aus Fernsehgeräten grabbeln. Das langweilt den Zuschauer, der außer ästhetischen Hochglanzbildern nur wenig Horror zu sehen bekommt. Vielleicht sollte man es dabei belassen. Die Ring-Akten wurden bereits 2005 geschlossen. Demzufolge wäre jedes weitere Sequel vergeudete Zeit.
 
 
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RINGS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Eine der wohl überflüssigsten Fortsetzungen, die man von einem erfolgreichen Horrorfilm zu sehen bekommen hat. RINGS ist Fortsetzung und Reboot zugleich und knüpft da an, wo die Reihe mit RING 2 im Jahr 2005 abgeschlossen wurde. Samaras Rückkehr ist eine Rückkehr mit Hindernissen. Das Sequel mit dem Titel RINGS sollte eigentlich schon im Mai 2015 in die Kinos kommen. Der Start wurde aber mehrfach verschoben. Offenbar war man nicht sonderlich überzeugt vom Resultat und ordnete Nachdrehs an. Die konnten aber auch nichts mehr retten, denn RINGS ist derart geist- und lieblos, dass Fans der Gruselreihe wohl bitter enttäuscht sein werden. RINGS ist nicht sonderlich spannend und befindet sich dramaturgisch auf TV-Niveau. Dabei wird weiter in der Vergangenheit von Geistermädchen Samara gegraben, die sich im neuen Ableger übrigens verdächtig wenig auf der Mattscheibe zeigt. RINGS ist eine Schlafpille vor dem Herrn. Besser man meidet diesen Zeiträuber aus der Traumfabrik und schaut sich noch einmal das japanische Original von 1998 an. Darauf basieren nämlich die amerikanischen RING-Teile.
 
 
 


 
 
 

RINGS – Zensur

 
 
 
RINGS hat kaum brutale Momente oder gar Schauwerte zu bieten. Es gibt einige Leichen mit schmerzverzerrten Gesichter zu sehen. Zudem fällt ein Mann die Treppe hinunter. Hierzulande hat RINGS eine FSK16 in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

RINGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PARAMOUNT PICTURES HOME ENTERTAINMENT DEUTSCHLAND

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rings; USA 2016

Genre: Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DTS-HD MA 7.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 5.1, Italienisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Der Kreis des Schreckens schließt sich, Wiederbelebung der Toten: Die Rückkehr von Samara, Unheimliche Szenen, Entfallene / Erweiterte / Alternative Szenen

Release-Termin: 15.06.2017

 

Rings [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

RINGS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei PARAMOUNT PICTURES HOME ENTERTAINMENT DEUTSCHLAND)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
The Tag-Along (2015)
 
Grave Halloween (2013)
 
Ring: Kanzen-ban (1995)
 
Ring – Das Original (1998)
 
Ring 2 (1999)
 
Ring: Spiral (1998)
 
Ring Ø (2000)
 
Rasen (1999)
 
The Ring Virus – Kreaonisches Remake (1999)
 
Ring – Amerikanisches Remake (2002)
 
Ring 2 – Amerikanisches Remake (2005)
 
Ju-on: The Grudge (2002)
 


Filmkritik: „The Eloise Asylum“ (2017)

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THE ELOISE ASYLUM

(ELOISE | THE HAUNTING OF ELOISE)

Story

 
 
 
Wegen einer Sterbeurkunde verirren sich vier Freunde in eine verlassene Irrenanstalt. Selbstverständlich spukt es darin.

 
 
 


 
 
 

THE ELOISE ASYLUM – Kritik

 
 
 
Immer mal wieder in Horrorfilmen zu sehen: Verlassene Kranken- oder schaurige Irrenhäuser. Letztere ziehen vor allem im Grusel-Genre ihren Reiz daraus, dass dort nicht selten unethische Experimente an ahnungslosen Probanden vorgenommen werden, die in der Regel zum Tod der Patienten führen. Was folgt, kennen gruselerprobte Zuschauer aus dem FF. Kaum stehen genannte Gemäuer leer, manifestiert sich darin das Böse. Da ziehen jene durch Gänge und Flure, die dort grausam ihr Leben lassen mussten und wollen denen an den Kragen, die die Gebäude aus Neugierde erkunden möchten. Auch für den Spukstreifen THE ELOISE ASYLUM trifft ebensolches Gruselmuster zu. Dahinter verbirgt sich mal wieder einer dieser Horrorfilme, dem ein realer Background zugrunde liegt. Die psychiatrische Anstalt im Film namens „Eloise“ gibt es wirklich und befindet sich im amerikanischen Michigan. Im Jahr 1982 wurde die riesige Gebäudeanlage (die sogar über eine eigene Polizeistation, Bäckerei und ein Postamt verfügte) geschlossen. Seither ranken viele Legenden und Schauergeschichten um den stillgelegten Klinik-Komplex, die geradezu prädestiniert dafür sind, daraus was Unheimliches fürs Kino zu drehen.
 
 
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Was man für Geld nicht alles tut. Im Film THE ELOISE ASYLUM (der im Original übrigens ELOISE heißt) erlebt der smarte Jacob Martin (CHACE CRWAFORD) ein Wechselbad der Gefühle. Dessen Vater hat sich mit einem Rasiermesser die Kehle aufgeschnitten, was der Mittzwanziger relativ gefasst aufnimmt. Der Grund dafür offenbart sich recht schnell. Der Vater hat dem Sohn nämlich ein stattliches Erbe vermacht mit dem es sich gut leben lässt. Leider hat die Sache nur einen Haken. Um an das Erbe zu kommen, benötigt der Frauenschwarm den Totenschein seiner verstorbenen Tante, von der er nicht einmal wusste, dass es sie gab. Um den jedoch erhalten zu können, muss er den Behördenweg gehen und die Dokumente beantragen. Weil aber Behördenmühlen bekanntermaßen langsam mahlen, will man sich die Papiere auf schnellerem Wege besorgen. Jacob bricht mit seinen Kumpels einfach in jene Anstalt ein, in der die Tante zu Lebzeiten behandelt wurde. Keine gute Idee, denn dort geht es nicht mit rechten Dingen zu. Leider kommen Ratschläge zu spät. Kaum in die Nervenheilanstalt eingebrochen, erwachen die Seelen jener aus dem Tiefschlaf, die innerhalb der Anstaltsmauern bei einem verheerenden Brand ums Leben gekommen sind. Ein extravaganter Plot – wie wir meinen – den man so vermutlich noch nie zu sehen bekommen hat.
 
 
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Auch Filmemacher müssen mutig sein. Um den Film möglichst gruselig erscheinen zu lassen, drehte man am Originalschauplatz. Die Dreharbeiten zu THE ELOISE ASYLUM erfolgten in genau jener psychiatrischen Heilanstalt im amerikanischen Michigan, die einst mit über 78 Gebäuden zu den größten psychiatrischen Einrichtungen der Welt gehörte. Das lässt die Geschehnisse gespenstiger erscheinen, gerade auch deshalb, weil echte Grundmauern dann doch authentischer wirken als bemalte Kulissen aus Gips und Pappe. Trotz gut gemeinter Absichten, ist THE ELOISE ASYLUM aber kein Gruselkracher geworden. Was nützen atmosphärische Kulissen, wenn man Gebotenes vorausahnen kann. Der Film ist nicht sonderlich originell und spult hastig ab, was man schon in Filmen wie HAUNTED HILL, GRAVE ENCOUNTERS, SESSION 9 oder HOUSE OF DUST zu sehen bekommen hat. Das bedeutet, dass sich die Freunde plötzlich mit der Vergangenheit der Anstalt auseinandersetzen müssen und ins Amerika der 1970er Jahre katapultiert werden. In einer Art Geister-Parallelwelt treffen sie auf Terminator 2-Bösewicht ROBERT PATRICK, der auch hier wieder als Unruhestifter unterwegs ist. Im Namen der Medizin konfrontiert er Insassen mit den eigenen Ängsten und macht dabei nicht vor Folterei halt. Weil fürs Operieren stets frisches Material benötigt wird, müssen die ungebetenen Einbrecher dran glauben. Einige von denen landen auf dem Untersuchungstisch des Herrn Professor, der auch als Geist weiß wie man das Skalpell blutige schwingen muss.
 
 
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Hilfe hier spukt’s – und das nicht gerade einfallsreich. THE ELOISE ASYLUM ist typisch amerikanisches Gruselfutter mit schönen Menschen, Hochglanzoptik und überschaubarer Handlung, die übrigens kaum Schockmomenten parat hält. Stattdessen werden Unglaubwürdigkeiten und Logiklücken aufgetischt. Nun gut, mag so mancher meinen – im Horrorfilm ist das die Regel. Dennoch sollte eine gewisse Grundglaubwürdigkeit vorhanden sein, um Filme überhaupt ernst nehmen zu können. So finden die Protagonisten von THE ELOISE ASYLUM allerhand haarsträubendes Zeug in einer verlassenen Psychiatrie, das da eigentlich nicht hingehören sollte. Schränke mit Patientenakten sind für jedermann zugänglich, Folterfotos von Insassen schmücken Wände und Strom scheint über 30 Jahre nach Anstaltsschließung immer noch aktiv zu sein. Das mutet mehr als seltsam, vor allem auch deshalb, weil der gesamten Gebäudekomplex vom Gesetzeshüter mit Klebeband abgesperrt wurde. Hat man hier nach Polizeiuntersuchungen aus Bequemlichkeit nicht aufräumen wollen? Nur Korrekturlesen kann helfen. Zumindest hätte man dann die offensichtlichsten Filmfehler aus dem Drehbuch radieren können. So läuft die Filmfehlersuche der Gruselei den Rang ab und macht THE ELOISE ASYLUM zum unfreiwilligen Lacher. Shit happens machmal.
 
 
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THE ELOISE ASYLUM – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Nett gefilmter Geisterfilm mit schönen Menschen, vielen Geheimnissen sowie allerhand Filmfehlern und Logiklücken. THE ELOISE ASYLUM (Originaltitel: ELOISE) muss man nicht gesehen haben, denn geboten wird nichts Neues. ROBERTO LEGATO hat den überraschungsarmen Gruselstreifen inszeniert. Bisher konnte der sich als Spezialist für visuelle Effekte bei Filmen wie AVATAR, SHUTTER ISLAND und HUGO CABRET einen Namen machen. Visuelle Effekte sind zwar in THE ELOISE ASYLUM nur selten zu sehen – dafür hinterlässt der Streifen visuell aber einen guten Eindruck. Die Kulisse ist stimmungsvoll, die Kameraarbeit passt und nach 45 Minuten wird auch das Tempo straffer. Nennenswerte Höhepunkte gibt es kaum. Dafür überrascht ein Kurzauftritt von ROBERT PATRICK. Als Gruselsnack für Zwischendurch eignet sich THE ELOISE ASYLUM perfekt. Nachdruck hinterlässt der Film aber keineswegs. Sobald der Abspann über die Mattscheibe flimmert, hat man Gesehenes schon wieder vergessen. Das zeichnet keinen guten Horrorfilm aus.
 
 
 


 
 
 

THE ELOISE ASYLUM – Zensur

 
 
 
THE ELOISE ASYLUM ist Gruselkino wie man es kennt. Das bedeutet in der Regel, dass von schaufreudigen Gemetzel kaum etwas zu sehen ist. In diesen Filmen geht es eher subtil und zurückhaltend zu, was auch für THE ELOISE ASYLUM zutrifft. Eine Spritze wird mehrmals in den Arm einer Insassin gerammt und eine Behandlung mit Stromschlägen gibt es auch zu sehen. Weitaus ungemütlicher: Wie ein Gegenstand in ein Auge gehämmert wird. Hierzulande hat es dafür eine FSK16 gegeben. Ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

THE ELOISE ASYLUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SquareOne | Universum Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Eloise; USA 2017

Genre: Horror, Thriller, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 31.03.2017

 

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THE ELOISE ASYLUM – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SquareOne | Universum Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Haunted Hill (1999)
 
Haunted Hill – Die Rückkehr in das Haus des Schreckens (2007)
 
House of Dust (2013)


Filmkritik: „Wait Till Helen Comes“ (2016)

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WAIT TILL HELEN COMES

(LITTLE GIRL’S SECRET)

Story

 
 
 
Im neuen Heim geht es nicht mit rechten Dingen zu. Der Grund dafür ist nicht überraschend oder exorbitant einfallsreich: Im Garten vor dem Haus lassen Gräber die Ursache vermuten.
 
 
 


 
 
 

WAIT TILL HELEN COMES – Kritik

 
 
 
Auch ruhelose Geister brauchen Gesellschaft. So allein und verlassen im Jenseits kann es ganz schön langweilig werden. Das wird dem Publikum einmal mehr im Gruseldrama WAIT TILL HELEN COMES verdeutlicht, in welchem Geister durch Spuk versuchen sich die Ewigkeit unterhaltsamer zu gestalten. Auch der Zuschauer wird am eigenen Leib zu spüren bekommen, wie lang doch 80 Minuten sein können. Dieser Film macht dem Begriff Zeiträuber alle Ehre. Demzufolge wäre es besser Strickzeug, Bastelbedarf oder ein gutes Buch parat zu legen, denn WAIT TILL HELEN COMES kann eines wirklich gut: mit aufgewärmten Gruselgeschichten kostbare Zeit stibitzen. Da ist es beinahe nebensächlich, dass es sich hier mal wieder um eine nicht sonderlich gelungene Literaturumsetzung handelt, auf die die Welt nicht unbedingt gewartet hat. Hatten wir da nicht einige bereits in der Vergangenheit auf dem Schirm? So ungefähr, unendlich oft?
 
 
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Die Stiefgeschwister Molly und Heather (übrigens auch im echten Leben Geschwister: SOPHIE und ISABELLE NÉLISSE) verschlägt es, natürlich zusammen mit den Eltern und dem kleinen Bruder, in ein neues Heim fernab von Großstadt und Hektik. Die kleine Heather hat vor einiger Zeit die leibliche Mutter unter tragischen Umständen verloren, weshalb sie nun in der Ersatzfamilie die schrecklichen Ereignisse vergessen soll. Doch der Umzug und die neuen Familienmitglieder interessieren das kleine Mädchen nicht. Heather wirkt nach außen hin unnahbar und hat sich in ihre eigene Welt zurückgezogen. Ein großes Problem für die ohnehin überforderte Molly, die als große Schwester mit dem seltsamen Verhalten der Adoptivschwester so gar nicht warm werden möchte. Als man im Garten vor dem Haus die Grabplatte eines kleinen Mädchens findet, beginnt für die Familie eine Zeit des Grauens. So scheint die kleine Heather plötzlich Gefallen daran zu finden mit einer imaginären Freundin zu plaudern. Hobby-Geisterjäger ahnen wohl schon, was da so Schröööckliches dahinterstecken wird. Der Geist jenes Mädchens, dessen Grab vor dem neuen Zuhause gefunden wurde, treibt hier sein Unwesen. Offenbar scheint der mit dem mysteriösen Verschwinden von unzähligen Kindern in Verbindung zu stehen und hat mit ihrer Menschenfreundin eigene Pläne. Auch die große Schwester Molly wittert paranormalen Geisterspuk. Doof nur, dass ihr keiner Glauben möchte. Was folgt ist akribische Detektivarbeit und viele Stunden in den Archiven der Stadt. Ob die rebellische Molly hinter das Geheimnis des Kindergeistes kommen wird?
 
 
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WAIT TILL HELEN COMES oder LITTLE GIRL’S SECRET – so wie der Film zur Premiere auf dem amerikanischen TV-Sender LIFETIME noch hieß – basiert auf einem Roman der amerikanischen Jugendbuch-Schriftstellerin MARY DOWNING HAHN. Die ist hier in einer kleinen Gastrolle zu sehen, weil sie seit Kindertagen davon träumt, endlich mal selbst in einem Spielfilm mitwirken zu können. Die Produzenten hatten Erbarmen und erfüllten der Autorin und früheren Schul-Bibliothekarin den Herzenswunsch. So ist die Schriftstellerin – wenn leider nur in einer kurzen Szene – ebenfalls als Bibliothekarin im Film zu sehen. Doch das ist nicht der einzige Insider. Weitaus interessanter ist da schon die Tatsache, dass anfangs Scream-Queen JENNIFER LOVE HEWITT (die Heldin aus ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST und der Fortsetzung des Slasher-Films) für den Regieposten angedacht war. Die sollte mit der Filmadaption zum Roman WAIT TILL HELEN COMES ihr Regiedebüt feiern, überlies die Arbeit dann doch DOMINIC JAMES, weil das Projekt nicht vorankam. Immerhin konnte Letzterer bereits Erfahrungen im Horror-Genre sammeln. Mit DIE! – EIN SPIEL AUF LEBEN UND TOD inszeniert er einen SAW-ähnlichen Horror-Thriller, der aber wegen der schleppenden Inszenierung und des mageren Blutgehalts bei Horrorfilm-Fans nicht sonderlich gut ankam. Mit ganz ähnlichen Mankos hat auch WAIT TILL HELEN COMES zu kämpfen. Der besitzt zwar mit Schauspielerin MARIA BELLO (aus DEMONIC oder COYOTE UGLY) eine Hollywood-erfahrene Darstellerin; hat aber sonst nichts zu bieten, als 08/15-Gruselstimmung.
 
 
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Mal wieder quasselt ein Mädchen mit unsichtbaren Freunden, die später als Geister entlarvt werden und das Kind bezirzen, auf dass Unheil angerichtet werden möge. Das hat man alles schon viele Male gesehen und enttäuscht deshalb, weil Regisseur DOMINIC JAMES fast gänzlich von Schocks mit Herzschlag-Momenten absieht. Stattdessen wird der Zuschauer mit seichtem Grusel gelangweilt, der sich trotz Geisterzutat eher Themen wie kindlicher Einsamkeit oder dem Zusammenhalt unter Geschwistern widmet. Demzufolge ist WAIT TILL HELEN COMES mehr Mystery-Drama mit Gruselbonus, statt waschechter Geisterspuk. Dennoch; trotz guter Absichten ist auch dieser Indie-Horror nichts, was man unbedingt gesehen haben muss. Gänsehaut kommt nur selten auf und die überraschungsarme Geschichte hat unter einem zähen Erzählfluss zu leiden. Was passieren wird, dürfte bereits nach wenigen Minuten ersichtlich sein. Weil WAIT TILL HELEN COMES den Mut scheut mal abseits der bekannten Geisterwege zu wandeln, wird dieser Film wohl bei den meisten Zuschauern ein frühes Ende finden. Schade um die guten Kinderdarsteller, die zugegeben wirklich optimal besetzt wurden.
 
 


 
 
 

WAIT TILL HELEN COMES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Behäbig inszeniertes Mystery-Puzzle ohne Überraschungen, das nur jenen Zuschauern zu empfehlen ist, die auch jeden Geisterfilm auf ihrer Liste sehen müssen. WAIT TILL HELEN COMES oder LITTLE GIRL’S SECRET (so wie er in Amerika auch vermarktet wird) ist eine dieser Romanverfilmungen, die man nicht zwangsläufig hätte auf Zelluloid verewigen müssen. Geboten wird seichte Gruselei, der es streckenweise an Spannung mangelt. Das ist pures Gift vor allem für solche Filme, in denen es gilt, Mysterien zu entschlüsseln. Das ist auch in WAIT TILL HELEN COMES der Fall, wo mal wieder Geister spuken und der Grund dafür herausgefunden werden muss. Dank glaubhaft agierender Kinderdarsteller ist das Gebotene zumindest halbwegs ertragbar. Weil der Film aber – bis auf wenige Ausnahmen im Finale – kaum Effekthascherei zu bieten hat und die dünne Geschichte äußerst schleichend erzählt wird, dürften sich schnell Müdigkeitserscheinungen bemerkbar machen. WAIT TILL HELEN COMES ist kein nennenswerter Gruselbeitrag. Da hat man schon bedeutend bessere Schauerfilme auf der Mattscheibe gehabt.
 
 


 
 
 

WAIT TILL HELEN COMES – Zensur

 
 
 
Gewalt gibt es im Film gar nicht zu sehen. Ebenso wie knallharte Schocks. Das einzige was für Gänsehaut sorgt sind ein schemenhafte Umrisses eines Geistes, Schreie von brennenden Menschen und zwei vermoderte Skelette. Eigentlich könnte man WAIT TILL HELEN COMES (AT: LITTLE GIRL’S SECRET) ab 12 Jahre freigeben. Vermutlich wird’s aber eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

WAIT TILL HELEN COMES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen, Szenenbilder liegen bei Courtesy of TriCoast Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jessabelle (2014)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Devil’s Backbone (2001)
 
The Darkness (2016)
 
Sensoria (2015)
 
Das Waisenhaus (2007)