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Terrorfilm

Filmkritik: „Extremity“ (2018)

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EXTREMITY

Story

 
 
 

Das macht vollkommen Sinn: Die schwer traumatisierte Allison verspricht sich durch ein Unternehmen Linderung von inneren Dämonen, indem sie sich freiwillig terrorisieren, schikanieren und demütigen lässt. Kleiner Tipp von uns: Eine fachgerechte psychologische Betreuung hätte einen besseren Effekt gehabt.

 
 
 


 
 
 

EXTREMITY – Kritik

 
 
 
Neue kranke Welt: Es scheint ja heutzutage Menschen zu geben, denen so ein bisschen Geisterbahn nicht mehr ausreicht, um den ultimativen Horror-Kick erleben zu können. Da wird nach immer krasseren Methoden gesucht, um den Adrenalinpegel hoch halten zu können. Längst haben sich da lukrative Märkte erschlossen, die nur ein Ziel kennen: Kunden gegen Geld zu Tode zu ängstigen und dabei möglichst schonungslos, perfide und grausam vorzugehen. Ein Trend, der sich vor allem in Amerika großer Beliebtheit erfreut. Dort wachsen Unternehmen wie Pilze aus dem Boden, die den Kunden auf Wunsch zum freiwilligen Probanden eines realen Horrorfilms machen. Etwas Folter gefällig? Kein Problem. Wenn der Auftraggeber gut zahlt, erlebt der den gewünschten Terror am eigenen Leib. So kann es passieren, dass dieser auf offener Straße überwältigt und verschleppt wird, um dann irgendwo im Nirgendwo gedemütigt, beschimpft oder psychisch gequält zu werden. Es scheint offenbar noch nicht genug Elend auf der Welt zu geben. Manch kranker Fantasie sind eben keine Grenzen gesetzt.
 
 
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Genau jenem kontroversen Thema nimmt sich nun ANTHONY DIBLASI an. Der dürfte vielen Horrorkennern nach MOST LIKELY TO DIE und CASSADAGA kein Unbekannter sein. Zuletzt überraschte der mit dem Sekten-Horror LAST SHIFT und erntete vor allem auf einschlägigen Filmfestivals Lob. Umso mehr freut es, dass der Filmemacher dem Horror-Genre treu bleibt und einen neuen Versuch wagt, um im Gespräch zu bleiben. Mit seinem polarisierenden EXTREMITY gelingt das zweifelsohne, denn was der ambitionierte Regisseur hier auf Zelluloid bannt, ist schon harter Tobak. Darin ist Allison auf der Suche nach Extremen. Die will endlich ihre inneren Dämonen loswerden, von denen sie seit Jahren verfolgt wird. So leidet die Mittzwanzigerin unter einem schwerwiegenden Trauma, das den Alltag zum Horror macht. Um dem täglichen Schrecken zu entkommen, kompensiert sie brutale Underground-Filme. Doch irgendwann reicht die Flucht in die Welt des Genre-Films allein nicht mehr aus, um Erlebtes verarbeiten zu können. Deshalb beschließt sie sich ihren Ängsten zu stellen und nimmt an einem zweifelhaften Programm namens „Perdition“ teil, von dem sie im Internet erfahren hat. Hierbei wird sie gegen Bezahlung an ihre psychischen Grenzen gebracht und permanent von Kameras gefilmt, damit sich die Youtube-Gemeinde an den grenzwertigen Erfahrungen der Teilnehmerin ergötzen kann. Leider scheint Allison ein harter Brocken zu sein. Die zeigt sich von den Terror-Attacken der professionellen Angstmacher nur wenig beeindruckt, was das Terror-Unternehmen stutzig macht. Ist Allison etwa gar nicht hier, um sich zu Tode ängstigen zu lassen? Natürlich nicht. Für die Terror-Bude Grund genug den eigentlichen Intensionen der Auftragsgeberin auf den Grund zu geben. Leider nutzt man dafür fragwürdige Methoden, die jedem Psychologen die Haare zu Berge stehen lassen. Bis der Traumatisierten plötzlich die Sicherungen durchbrennen und alles aus dem Ruder läuft.
 
 
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Im wahrsten Sinne des Wortes schwere Kost. EXTREMITY macht seinem Filmtitel alle Ehre. Hier werden Heldin und Publikum an Grenzen gebracht. Permanente Terror-Attacken ohne roten Faden sollen den Willen des Opfers brechen und den Zuschauer an den Rand des psychisch ertragbaren treiben. Um das Ziel zu erreichen, verzichtet Regisseur ANTHONY DIBLASI auf einen geradlinigen Erzählfluss und füllt stattdessen sein Machwerk mit wahllos aneinandergereihten Terrorszenen, die einzig darauf abzielen den Filmfan zu verstören. Das mag anfangs noch ganz interessant erscheinen, wird aber mit fortlaufender Spielzeit zu einer anstrengenden Angelegenheit, weil der nicht enden wollende Dauer-Terrorbeschuss irgendwann genau das Gegenteil bewirkt: Müdigkeit. Da treiben maskierte Männer in einem leerstehenden Industriekomplex ihr Unwesen und stellen allerhand zweifelhaftes Zeug mit ihren Opfern an. Dabei wird keineswegs in Richtung Gore oder Gewalt geschielt. Sieht man vom gegensätzlichen Finale ab, ist EXTREMITY eher ein Horrorfilm, der von psychologischer Panikmacherei Gebrauch macht, um zu polarisieren. So wird ganz beiläufig aufgeklärt, wer die Drahtzieher des kuriosen Unternehmens sind und in wirren Rückblenden erläutert, welch tragische Erlebnisse Heldin Allison dazu getrieben haben, sich durch diese Art der Traumabewältigung Erlösung zu versprechen. Letzteres wird vor allem in der zweiten Filmhälfte zum Hauptthema gemacht. Hier wird tief in der Psychoanalyse-Kiste gekramt – glaubhaft erscheint das aber zu keiner Minute. Weil EXTREMITY aber bei genauerer Betrachtung kaum Handlung besitzt und die Hauptdarstellerin unzugänglich bleibt, entsteht auch zu keinem Zeitpunkt Mitgefühl mit dem Opfer oder ein Spannungsbogen, der den Zuschauer an die Glotze fesselt. So bleibt die Erkenntnis, dass 100 Minuten ganz schön lang sein können und Regisseur ANTHONY DIBLASI mit EXTREMITY – wie seine Filmheldin in einer Szene zu Beginn des Streifens – so ziemlich ins Klo gegriffen hat. Nach dem genialen LAST SHIFT eine richtige Enttäuschung. Muss man echt nicht sehen!
 
 
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EXTREMITY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Erst Psycho-Horror, dann Splatterfilm. In EXTREMITY nutzt die traumatisierte Allison eine etwas andere Psychotherapie. Die zahlt freiwillig für Terror und will sich durch ein Unternehmen an die Grenzen des Ertragbaren bringen lassen. Warum? Weil sie sich von inneren Dämonen befreien möchte. Leider übernehmen die bald selbst das Ruder und machen die Leidtragende zur unaufhaltsamen Killermaschine. Stoff, der zusammengefasst eigentlich ganz klasse klingt. Was Regisseur ANTHONY DIBLASI dann aber letztendlich auf Film gebannt hat, ist alles andere als rosig. Der Hauptteil des Films wurde mit wahllos aneinandergereihten Terror-Szenen gefüllt. Dazwischen wird in Rückblenden erläutert, welch geheimnisvolles Schicksal Heldin Allison umgibt. Spannung? Fehlanzeige! Erst im Finale wird es endlich mal interessant und dabei auch gleich aus dem Vollen geschöpft. Dann überschlagen sich Ereignisse und Fans fürs Grobe bekommen auch endlich mal etwas Rot zu sehen. Im Verglich zum eher psychologischen Rest des Films reichlich übertrieben, weil sich der nicht enden wollende Terror-Beschuss plötzlich in einen deftigen Splatterfilm verwandelt. Leider kommt das Gorefest zu spät. Wegen der wirren Aneinanderreihung sinnbefreiter Terror-Momente, denen es an Spannung mangelt, dürften die meisten Zuschauer früh abgeschalten haben. Hinzukommt, dass die Figuren unsympathisch bleiben und deren Ableben zu keiner Zeit berührt. Das zeichnet nicht unbedingt einen guten Horrorfilm aus.
 
 
 


 
 
 

EXTREMITY – Zensur

 
 
 
Erst Terror, dann Splatter. Bis zum Finale gibt es kaum Schauwerte. Hier wird in erster Linie terrorisiert und erschreckt. Erst in den letzten 15 Minuten ändert sich der Ton. Dann geht es ordentlich zur Sache. Da wird ein Protagonist erschossen, einem anderen Charakter die Gesichtshaut vom Kopf gezogen. Außerdem wird ein Protagonist regelrecht mit einem Messer abgeschlachtet. EXTREMITY ist aufgrund des blutigen Endes ein definitiver FSK18er Kandidat.
 
 
 


 
 
 

EXTREMITY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Elegy Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Blackout Experiments (2016)
 
Martyrs (2008)
 
Scare Campaign (2016)
 
Fear, Inc. (2016)
 
Ruin Me (2017)
 

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Filmkritik: „What the Waters Left Behind“ (2017)

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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND

(LOS OLVIDADOS)

Story

 
 
 

Eine stylischer und kruder Terrorfilm im amerikanischen Stil: Ein Kamerateam gerät in einer verlassenen Stadt an eine ominöse Sippe, die abartigen Neigungen frönt. Dass die Filmleute da bald um Ihr Leben fürchten müssen, dürfte alteingesessenen Horrorfilmkennern klar sein.

 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Kritik

 
 
 
Wenn junge Menschen zu heruntergekommenen Orten reisen, an denen selbst Tankstellenbesitzer nicht mehr das sind, was sie mal waren, dürfte schnell klar sein, wo der Frosch die Locken hat. Hier wird es gewalttätig und unbequem, wie uns bereits TOBE HOOPER in seinem TEXAS CHAINSAW MASSACRE zu verstehen gab. Der drehte im Jahr 1974 einen schmuddeligen Horrorfilm und sorgte damit für Kontroversen. Gleichzeitig verhalf er dem Terrorfilm zu zweifelhaftem Ruhm. Mittlerweile ist nicht mehr ausschließlich Amerika darum bestrebt die Nachfrage an harten Backwood- und Terrorfilmen zu befriedigen. Horror ist schon lange auch ein internationales Phänomen, das ebenso andere Länder dazu bewegt blutige und gewalttätige Schocker zu drehen, die nicht minder kompromisslos sind. Genau jene Reihe Filme wird nun auch um einen argentinischen Beitrag erweitert. WHAT THE WATERS LEFT BEHIND schimpft sich ein weiterer Vertreter dieser Gattung Film, der von Hinterwäldlern erzählt, die Menschen fangen, quälen und anschließend verspeisen. Offenbar gibt es die nicht nur in amerikanischen Horrorfilmen. Auch in Argentinien hausen zwielichtige Gestalten.
 
 
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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND erzählt die Geschichte eines ambitionierten Filmteams, das eine Katastrophe näher untersuchen will. Im Jahr 1985 versankt die argentinische Stadt Epecuén nach einem Unwetter. Der Wasserspiegel stieg an und Lehmdämme konnten der Wasserflut nicht mehr standhalten. Binnen Stunden verschwand die Stadt in den Fluten und musste aufgegeben werden. Erst seit 2009 zieht sich das Wasser langsam zurück und gibt Reste der Stadt frei. Ein gefundenes Fressen für unsere Filmleute. Die machen sich mit einer Augenzeugin auf, um eine Dokumentation über das Atlantis Argentiniens zu drehen. Leider werden die Dreharbeiten schnell unnötig erschwert. Ein Teammitglied nach dem anderen verschwindet unter mysteriösen Umständen. Natürlich wird die Antwort darauf gelüftet. Die verlassene Stadt ist nämlich nicht unbewohnt. Hier leben seltsame Zeitgenossen, die es mit neugierigen Touristen gar nicht gut meinen. Statt ihnen die Stadt zu zeigen, sind die Bewohner am Fleisch der Durchreisenden interessiert. Eine Erkenntnis, die dem Filmteam leider sehr spät kommt.
 
 
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WHAT THE WATERS LEFT BEHIND ist TEXAS CHAINSAW MASSACRE nur ohne Leatherface. Der Film mit dem poetischen Titel aus der Feder der Regisseure LUCIANO und NICOLÁS ONETTI ist bei genauerer Betrachtung nichts anderes, als eine dreiste Kopie genannten Kettensägenmassakers – nur ohne den Kettensägen schwingenden Bösewicht dieses Kultfilms. Die Verläufe sind identisch und auch für den düsteren Look hat man sich vor allem bei der Neuauflage besagten Terror-Hits bedient. Das bedeutet: dreckige Optik, unbequeme Terrorstimmung, kontrastreiche Bilder und makellose Hochglanzoptik. Mit diesen Erfolgszutaten konnte bereits Produzent und Regisseur MICHAEL BAY Eindruck hinterlassen. Der interpretierte 2003 das TEXAS CHAINSAW MASSACRE neu und deklarierte den kruden Horror der 1970er gleich noch zum Mainstream. Offenbar kam das bei den beiden Onetti-Gebrüdern gut an. Anders lässt sich nicht erklären, warum ihr WHAT THE WATERS LEFT BEHIND dann doch mehr nach Bay ausschaut und eine eigene Handschrift missen lässt.
 
 
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Immerhin scheinen LUCIANO und NICOLÁS ONETTI im Kopieren talentiert zu sein. Zuletzt begaben sie sich mit dem Neo-Giallo FRANCESCA auf die Spuren von einflussreichen Gerne-Filmgrößen Italiens. Ihre Antwort auf den populären Giallo der 1970er Jahre bediente sich Stilmitteln großer Meister dieses Faches. Darunter italienische Filmemacher wie DARIO ARGENTO oder SERGIO MARTINO. Was man mit FRANCESCA ganz brauchbar auf Zelluloid gebannt hat, hinterlässt im Falle von WHAT THE WATERS LEFT BEHIND einen faden Nachgeschmack. Hier hat man wirklich zu viel stibitzt. Weil die argentinischen Filmemacher bekannte Wege scheuen, sind die Verläufe vorhersehbar. Das wirkt sich natürlich negativ auf den Spannungsbogen aus. Zu viele Déjà-vu-Gefühle machen den Streifen zu einer faden Gewaltorgie, die erst im Finale wegen einiger Spezialeffekte etwas interessant wird. Leider bleibt aber auch hier das große Massaker aus. Für einen Film dieses Subgenres sind die Gewaltmomente überschaubar und nicht sonderlich schockierend. Von daher ist WHAT THE WATERS LEFT BEHIND zwar eine lieb gemeinte Hommage an das berüchtigte Kettensägenmassaker von TOBE HOOPER und dem gleichnamigen Remake aus der Mache des MICHAEL BAY. Die Klasse beider Filme erreicht dieser argentinische Beitrag leider zu keinem Zeitpunkt.
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Die argentinische Antwort auf TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Frisches Setting, ansprechende Schmuddelästhetik, aber zu vertraute Abläufe. WHAT THE WATERS LEFT BEHIND ist wie eine Lieblingsspeise, die man zu oft auf dem Teller hatte und irgendwann nicht mehr sehen kann. Die optische Aufbereitung ist ein Leckerbissen, die wenig originelle Handlung verursacht dagegen Magengrummeln. Die argentinischen Onetti-Brüder präsentieren dem Zuschauer einen Mix aus TEXTAS CHAINSAW MASSACRE und HILLS HAVES EYES, der rein gar nichts Neues bieten will. Da rollen sich bei alteingesessenen Horrorfilmkennern die Zehennägel. Die Liste an Backwood-Klischees ist lang und wird fleißig abgearbeitet. Nahezu jeder Handlungsverlauf wurde in die rudimentäre Handlung gepresst, den man aus Filmen dieses Subgenre her kennt. Eine ermüdende Prämisse, die kaum Spannung aufkommen lässt, weil Vorhersehbarkeiten nicht ausbleiben werden. Während in der ersten Stunde ausschließlich geredet und gelaufen wird, geht es zumindest in den letzten dreißig Minuten zur Sache. Da werden Beine abgesägt und die für harte Horrorfilme obligatorisch gewordene Vergewaltigung fehlt ebenso wenig. Ob das aber ausreicht, um für diesen Horrorfilm eine Empfehlung auszusprechen, möchten wir bezweifeln. Man sollte sich daher nicht vom ansprechend zusammengeschnittenen Trailer blenden lassen. Wir meinen: Nette Verpackung, lahmer Inhalt – auch wenn der Film interessanterweise an Originalschauplätzen gedreht wurde, die eine tragische Geschichte erzählen.
 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Zensur

 
 
 
In WHAT THE WATERS LEFT BEHIND gibt es einige Gewaltmomente zu sehen. Ein Bein wird mit einer Säge abgetrennt. Ein Bauch wird aufgeschlitzt und Därme fallen auf dem Boden. Eine Vergewaltigung rundet den Gewaltcocktail ab. Der Streifen hat von der FSK eine ungeschnittene Erwachsenenfreigabe erhalten. Angesichts der kruden Thematik schon verwunderlich.
 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) BUSCH MEDIA GROUP (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Los Olvidados; Argentinien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 93 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Trailer, Q&A mit Darsteller Agustín Pardella auf dem Obscura Festival

Release-Termin: 16.11.2018

 

What the Waters Left Behind (Blu-ray) ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

WHAT THE WATERS LEFT BEHIND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Abbildungen: Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Leatherface – The Source of Evil (2017)
 
Drifter (2016)
 


Filmkritik: „Ghostland“ (2018)

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GHOSTLAND

(INCIDENT IN A GHOSTLAND)

Story

 
 
 
Zwei Schwestern müssen ihre Angst gegen das personifizierte Böse überwinden, um überleben zu können. In einer Hölle aus Angst und Gewalt sehen sie sich mit zwei Psychopathen konfrontiert, die es nicht gut mit den beiden Mädchen meinen.

 
 
 


 
 
 

GHOSTLAND – Kritik

 
 
 
Das hatte wohl kaum jemand erwartet. PASCAL LAUGIER ist zurück und hat einen Film im Gepäck, der alle überrascht hat. Vor über zehn Jahren feierte der französische Regisseur Erfolge. Mit MARTYRS brauchte der Filmemacher den wohl wichtigsten Beitrag der französischen Terrorwelle in die Lichtspielhäuser und schockierte damit Zuschauer auf dem ganzen Erdball. Leider wurde es danach ruhig und Laugier machte sich rar. Doch das ändert sich jetzt. Ein knappes Jahrzehnt später läuft der Regisseur noch einmal zu Hochtouren auf. Mit GHOSTLAND findet der einst gefeierte Nachwuchsregisseur zu eigentlicher Größe zurück und wiederholt das, mit dem bereits der kontroverse MARTYRS das Publikum in die Magengrube trat. Unterm Strich bedeutet das: knüppelharter Terror, unangenehme Stimmung und Hochspannung pur. Frankreich at his best!
 
 
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Nach dem Tod der Tante zieht Mutter Colleen mit ihren beiden Töchtern in das Haus des verstorbenen Familienmitglieds ein. Hier ist zwar alles etwas verstaubt und auch nicht sonderlich modern eingerichtet; dennoch wollen die drei Frauen in der französischen Einöde ein neues Leben beginnen. Doch der Umzug in morsche Villa fordert bald seinen Tribut. Kaum eingezogen, bekommt man ungebetenen Besuch. Zwei skurrile Gestalten verschaffen sich Zutritt zum Haus und überwältigen die neuen Eigentümer. Was folgt, ist kein Kaffeekränzchen. Die beiden Psychopathen terrorisieren die ahnungslosen Frauen und quälen die Opfer bis aufs Blut. Doch man weiß sich zu wehren. Mit selbstlosem Mut kann Mutter Colleen die Eindringlinge zur Strecke bringen und ihre Töchter retten. Jahre später passieren seltsame Dinge. Tochter Beth hat es zur gefeierten Horrorbuchautorin gebracht. Doch das Leben gerät durch einen verstörenden Anruf aus den Fugen. Die traumatisierte Schwester ist am Telefon und wimmert um Hilfe. Ein folgenschwerer Vorall, der das Leben der drei Frauen verändern wird.
 
 
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PASCAL LAUGIER goes TEXAS CHAINSAW MASSACRE. Ja richtig gelesen. GHOSTLAND ist bei genauerer Betrachtung eine Art französisches Kettensägenmassaker, das die Liebe des Regisseurs zum Horrorkino der Siebzigerjahre widerspiegelt. Darin schickt er abermals zwei Frauen durch die Filmhölle, die – wie bereits im Horror-Hit MARTYRS – seelisch gebrochen werden sollen. Keine leichte Kost, zumal es Laugier wie kein Zweiter versteht an der Terrorschraube zu drehen, dass dem Zuschauer Angst und Bange wird. So durchleben die beiden Schwestern im Film das ultimative Martyrium. Die werden von zwei Psychopathen misshandelt, geschlagen und gefoltert, was auch beim Zuschauer bleibenden Eindruck hinterlässt. Letzterer geht hier mit den Frauen durch die Hölle und dürfte des Öfteren nach Luft ringen, weil Macher PASCAL LAUGIER kaum Verschnaufpausen gönnt und Kompromisse scheut. Filmfreunde mit schwachem Nervenkostüm seien an dieser Stelle vorgewarnt, denn zimperlich geht es hier freilich nicht zu.
 
 
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Betrachtet man GHOSTLAND genauer, sind Parallelen zum wohl erfolgreichsten Film des Regisseurs nicht von der Hand zu weisen. Wie in MARTYS sind es wieder zwei Frauen, die in den Mittelpunkt gerückt und an den Rand des psychisch Ertragbaren getrieben werden. Das hat auch seinen Grund. In Interviews gab Laugier nämlich zu verstehen, dass ihm die filmische Erforschung von Männern unwichtig sei. Weitaus spannender sind ihm die Frauen, die sich ihm zugegen als große Rätsel offenbaren, welche er erkunden möchte. Demzufolge wird kaum ein Wort über die Bösewichte in GHOSTLAND vergeudet. Die sind nur Mittel zum Zweck, um tiefer in die Psyche der weiblichen Helden vordringen zu können. Das gelingt dem Filmemacher zweifelsohne. Die zwei Frauen im Film erleben den ultimativen Horror, der sich kaum in Worte fassen oder ertragen lässt. In dieser Hinsicht ist der Franzose PASCAL LAUGIER ein Meister seines Fachs. Hoch lebe das moderne, französische Horrorkino.
 
 
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GHOSTLAND – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein Brett von Film und das ohne viel Blut oder Schauwerte. GHOSTLAND ist zwar kein zweiter MARTYRS, aber verflixt nahe dran. Zwei Frauen, zwei Bösewichte und jede Menge Terror. Das sind Zutaten aus denen nennenswerte Horrorfilme gemacht werden. Dabei orientierte sich der französische PASCAL LAUGIER am Terrorkino der 1970er und liefert kontroverses Filmmaterial ab, das vor allem eines kann: verstören. GHOSTLAND ist ungeschönt und düster. Es werden Kompromisse gescheut und Hoffnungen zunichtegemacht. Dabei behilflich: Wendungen und unvorhersehbaren Überraschungen. Entstanden ist ein heftiger Filmalbtraum made in Frankreich, der vor allem der amerikanischen Traumfabrik rigoros den Stinkefinger zeigt. Horrorkenner wissen nämlich, dass Laugier kein Freund Hollywoods ist. Der bekam vor einigen Jahren das Angebot ein amerikanisches Remake zu HELLRAISER zu drehen. Weil er sich mit dem Studio über seine unkonventionellen Ideen nicht einigen konnte, ging er zurück nach Frankreich, um dort Filme zu drehen, die er so machen kann, wie er es will. Das bedeutet: keine glattgebügelten Horrorfilme, die sich auch ein jüngeres Publikum anschauen kann. Für Letzteres ist GHOSTLAND keineswegs geeignet. Dieser Streifen schafft es, ohne Weiteres selbst eingefleischte Horrorfilm-Zuschauer um den Schlaf zu bringen. Das soll schon was heißen.
 
 
 


 
 
 

GHOSTLAND – Zensur

 
 
 
GHOSTLAND hatte keine Freunde bei der FSK. Bei der Erstprüfung fürs Kino wollte man den Film erst für Erwachsene freigeben. Doch Rechteinhaber CAPELIGHT PICTURES ging in Berufung und hatte Glück. Das Label erhielt für den Film eine FSK16-Freigabe. Gleiche Freigabe hat der Streifen nun auch im Heimkino erhalten. Die Fassung auf Blu-ray und DVD ist trotz Jugendfreigabe ungeschnitten. Man sollte sich aber von der niedrigen Einstufung nicht abschrecken lassen. GHOSTLAND hat es in sich!
 
 
 


 
 
 

GHOSTLAND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) CAPELIGHT PICTURES (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) CAPELIGHT PICTURES (Blu-ray Steelbook-Version)

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(c) CAPELIGHT PICTURES (limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ghostland; Frankreich | Kanada 2018

Genre: Drama, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | limitiertes Mediabook | Steelbook

Extras: Trailer, Trailershow, Making-of | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet,

Release-Termin: 10.08.2018

 

Ghostland [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Ghostland [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Ghostland [Blu-ray im Steelbook] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

GHOSTLAND – Mediabook

 
 
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Mediabook Ghostland
Mediabook
Mediabook Ghostland
Mediabook Ghostland
Mediabook Ghostland
Mediabook Ghostland
Mediabook Ghostland
Mediabook Ghostland
 
 


 
 

GHOSTLAND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei CAPELIGHT PICTURES)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Texas Chainsaw Massacre (1974)
 
Texas Chainsaw Massacre – Die Rückkehr (1994)
 
Martyrs (2008)
 
Martyrs – Remake (2015)
 


Filmkritik: „The Domestics“ (2018)

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THE DOMESTICS

Story

 
 
 

Ein Paar muss sich in einer dystopischen Zukunftsvision mit brutalen Banden auseinandersetzen, die Spaß daran haben, ahnungslose Menschen zu quälen.

 
 
 


 
 
 

THE DOMESTICS – Kritik

 
 
 
Postapokalyptische Szenarien sind seit Jahren schwer im Kommen. Was sich vor allem im Zombiefilm zu einem beliebten Thema entwickelt hat, ist mittlerweile auch genreübergreifend ein Garant für gute Zuschauerzahlen. So vergeht kein Monat in dem nicht mindestens ein Untergangsszenario in Lichtspielhaus oder Heimkino gebracht wird, um dem den Filmfan in eine finstere Zukunft zu entführen, wo vor allem Angst und Gewalt den Alltag beherrscht. Der Endzeit-Thriller THE DOMESTICS stellt hierbei keine Ausnahme dar. Auch dieser krude Horror-Schocker ist eine dystopische Filmvision, die es nicht gut mit der Menschheit meint und deren Untergang prophezeit. In aufgewühlten, instabilen Zeiten wie der unseren keine so abwegige Utopie mit der sich der Filmemacher MIKE P. NELSON auseinandersetzt. Der stellt sich in seiner zweiten Regiearbeit die Frage, was wäre, wenn die Menschheit ausgelöscht werden würde und nur noch wenige Menschen den Planeten bevölkern. Zusammenhalt oder Chaos? Erfahrene Filmkenner wissen, dass in diesem Falle vermutlich letzteres eintreffen wird. Und in der Tat: THE DOMESTICS rückt einmal mehr das Tier Mensch in den Mittelpunkt, das dem Überlebenswillen wegen über Leichen geht. Dennoch ist Gebotenes nicht sonderlich kritisch. Vielmehr wird mal wieder versucht mit Exploitation schnell Kasse zu machen. Wer es brutal mag, kommt daher auf seine Kosten. Feingeister werden hingegen das Weite suchen.
 
 
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Politische Konflikte, Rassenspannungen, Krankheiten, Armut, Verschuldung, Gewalt, Überbevölkerung und schwindende Ressourcen: Die Vereinigten Staaten von Amerika stehen vor dem Untergang. Für die Regierung Grund genug die Notbremse zu ziehen. Sie lässt mithilfe von Flugzeugen ein tödliches Gift verteilen, das die Mehrheit der Bevölkerung dahinrafft. Doch statt Besserung folgt Chaos. Einige Menschen konnten überleben. Doch die leben in ständiger Angst, weil nun mehrere Banden das Land beherrschen, die vor nichts und niemanden Gnade kennen. Kein gutes Omen für Mark (TYLER HOECHLIN) und Nina (KATE BOSWORTH). Die haben plötzlich keinen Kontakt mehr zu Verwandten, was das Paar dazu veranlasst nach dem Rechten zu sehen. Man setzt sich ins Auto und bahnt sich den Weg durch eine brutale, postapokalyptische Welt, die von grausamen Gangs und Stämmen regiert wird. Ob man heil am Ziel ankommen wird? Zimperlich geht es in THE DOMESTICS keinesfalls zu.
 
 
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Wenn Anarchie zum Alltag wird. THE DOMESTICS ist unabhängiges Überlebenskino, das sich vor allem durch eines auszeichnet: Gewalt. Der Thriller macht es so ungemütlichen Mainstream-Filmen wie THE PURGE oder THE STRANGERS gleich, die aus einer simplen Idee den maximalen Terror herauskitzeln. In diesen Schockern geraten gute Leute ganz unfreiwillig in den Fokus böser Menschen, die Spaß daran haben ihre ahnungslosen Opfer zu terrorisieren. THE DOMESTICS nutzt genau diese Erfolgszutat für 90 Minuten Schrecken aus, um seine Helden durch die Filmhölle gehen zu lassen. Überraschenderweise funktioniert das rudimentäre Prinzip des Menschenquälens tadellos und das, obwohl genau jener Handlungsablauf nach den vor einigen Jahren sehr lukrativen Rape-and-Revenge und Home-Invasion-Wellen so langsam mit Abnutzungserscheinungen zu kämpfen hat. Die alte Leier wird im Falle von THE DOMESTICS aber zum Glücksgriff. Der Grund: Regisseur MIKE P. NELSON beweist ein talentiertes Händchen im Heraufbeschwören von kompromissloser Terrorstimmung und meint es dabei nicht immer gut mit seinen Filmhelden. Die geraten auf ihrer gefährlichen Reise durchs ausgerottete Amerika an perverse Banden, die ähnlich wie in einem Videospiel erfinderisch ausradiert werden müssen. Kaum sind die einen Bösewichte hingerichtet, folgen die nächsten Unholde. Dabei wird eine nicht enden wollende Spirale der Gewalt entfacht, die erst im Schlussfight gegen den Endboss einen krönenden Abschluss findet. Da bekommt man direkt Lust auf eine Runde Prügel- und Balleraction auf der Spielkonsole.
 
 
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Dennoch, THE DOMESTIC ist keine Sternstunde des Überlebens-Horrors. Der krude Mix aus MAD MAX und THE PURGE wurde zwar temporeich inszeniert, hat aber ein ziemliches Problem mit der Glaubwürdigkeit. Vertraute werden – um mal wieder Horrorklischees zu bedienen – plötzlich zu Feinden und die bewaffnete Banden sind aus nicht erklärbaren Gründen unseren beiden Filmhelden immer unterlegen. Letztere müssen erstmal den Gebrauch von Schusswaffen erlernen, schießen aber im entscheidenden Moment genau ins Schwarze. Das mutet teils unfreiwillig komisch an, hat aber im Grunde genommen nur einen Sinn: die Blutgeilheit des Publikums zu befriedigen. Letzteres bekommt hier den ultimativen Baller-Overkill geboten. Es wird gemordet und geschossen, als gäbe es kein Morgen mehr. Der Bodycount ist ordentlich und Blut spritzt reichlich. Dass da die nicht uninteressante Handlung gern mal ins Abseits gerät, ist ärgerlich aber für den Fan härterer Filme nicht sonderlich tragisch. THE DOMESTICS ist ein kurzweiliger Blick in menschliche Abgründe. Eine ernstzunehmende Dystopie ist dieser Film aber keineswegs. Das ist irgendwie bedauerlich, denn Mord und Totschlag sieht man oft. Wirklich gesellschaftskritische Weltuntergangsszenarien hingegen leider zu selten.
 
 
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THE DOMESTICS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Grausame Zukunftsvision: Wenn die Welt nach dem Supergau in einen Gewaltrausch verfällt. THE DOMESTICS ist ein dystopischer Horrorthriller, der aber nicht sonderlich kritisch mit seiner zugrundeliegenden Handlung ins Gericht geht. Vielmehr will der Film die niederen Instinkte des Publikums stimulieren. Das bedeutet weniger Weltuntergangsstimmung, dafür mehr Mord und Totschlag. Das ist zwar ab und an ganz okay, aber im Falle von THE DOMESTICS dann doch oftmals zu viel des Guten. Hier hetzen Horden böser Menschen hinter einem nicht kampferprobten Paar hinterher. Seltsamerweise ist letzteres immer ein Stück voraus und hat das Glück für sich gepachtet. Das ist nicht nur unglaubwürdig, sondern manchmal auch unfreiwillig komisch. Gewaltfans wird das kaum stören. THE DOMESTICS ist ein dreckiger Mix aus MAD MAX und THE PURGE fernab jeglicher Logik, dafür aber mit viel Kurzweil und böser Action. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
 
 
 


 
 
 

THE DOMESTICS – Zensur

 
 
 
THE DOMESTICS ist ein klarer FSK18-Kandidat. Vorwiegend wird von Schusswaffen Gebrauch gemacht. Es gibt diverse Einschüsse zu sehen, ein Messer wird in ein Auge gerammt und einer Filmfigur wird der Kopf weggeschossen. Weiterhin kommt ein Bohrer zum Einsatz und viele weitere Gemeinheiten versüssen das Splatter-Fanherz. THE DOMESTICS flimmert im August 2018 über deutsche Kinoleinwände.
 
 
 


 
 
 

THE DOMESTICS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei KINOSTAR FILMVERLEIH)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Immigration Game (2017)
 
The Purge – Die Säuberung (2013)
 
The Strangers (2008)
 
The Strangers 2 – Opfernacht (2018)
 
The Tournament (2009)
 
Mad Max: Fury Road (2015)
 
Wolves at the Door (2016)
 
The Road (2009)
 


Filmkritik: „The Strangers: Opfernacht“ (2018)

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THE STRANGERS: OPFERNACHT

(THE STRANGERS 2 | THE STRANGERS: PREY AT NIGHT)

Story

 
 
 

Auf in Runde 2: Nachdem in THE STRANGERS ein ahnungsloses Paar mit Beziehungsproblemen von maskierten Fremden terrorisiert wurde, muss sich in THE STRANGERS: OPFERNACHT eine vierköpfige Familie mit den gleichen Gestalten auseinandersetzen. Diese wird vom personifizierten Bösen in einem Trailerpark verfolgt und muss dort ums Überleben kämpfen.

 
 
 


 
 
 

THE STRANGERS 2 – Kritik

 
 
 
2008 war ein gutes Jahr für Regisseur BRYAN BERTINO. Mit gerade einmal zehn Millionen Dollar dreht der damals noch unerfahrene Newcomer einen fiesen Horrorstreifen, der am Ende über das achtfache an den Kinokassen einspielen konnte. Der Terrorfilm THE STRANGERS kam gut an und erhielt sogar von der Fachpresse positives Feedback. Dass da eine obligatorischen Fortsetzung gedreht werden musste, lag auf der Hand. Seltsamerweise kam die trotz erfolgreicher Auswertung leider nie. Das ändert sich aber jetzt. Zehn Jahre nach dem Erfolg von THE STRANGERS hatte man mit Fans Erbarmen und arbeitete an einem Sequel, das nahtlos an den Geschehnissen des Erstlings anknüpfen sollte. Treu der Devise „Mehr Leichen, mehr Action und mehr Gewalt“ hakte man die Erfolgsformel für Horrorfilm-Fortsetzungen ab und verzettelte sich dabei leidlich. THE STRANGERS: OPFERNACHT – so der deutsche Titel des zweiten Teils – hinkt dem Originalfilm in allen Belangen hinterher. Aus einem Terrorfilm ist nun ein Slasher geworden, der vor allem mit zwei Problemen zu kämpfen hat: der Dummheit seiner Protagonisten und der vorhersehbaren Handlung. Das sind keine guten Voraussetzungen für spannende Horrorunterhaltung, zumal THE STRANGERS 2 gleiche Geschichte erzählt, wie der Vorgänger und dabei auch nichts hinzuzufügen hat. Fans sollten sich auf das Schlimmste gefasst machen.
 
 
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Ein konventionell gewerkelter Hochglanz-Schnarcher für die Generation NETFLIX: Im zweiten Teil von THE STRANGERS geht es einer vierköpfigen Familie an den Kragen. Die Eltern wollen die rebellische Tochter Kinsey (BAILEE MADISON) in ein Internat bringen und machen unterwegs Halt in einem Trailerpark, der von Verwandten betrieben wird. Doch zum Rasten kommt man erst gar nicht. Kaum angekommen, klopft es an der Tür und drei vermummte Gestalten machen den Familienangehörigen das Leben zur Hölle. Die beginnen die ahnungslosen Opfer zu jagen und scheinen offenbar Freude daran zu haben mit den ahnungslosen Auserwählten boshafte Spiele zu spielen. Wie bereits im Originalfilm bleibt die Identität der Bösewichte ungeklärt. Neu hingegen ist, dass sich ihre neuen Opfer zu wehren wissen. Endlich bekommt das Böse auch mal den Marsch geblasen.
 
 
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Ist das ein Remake? Zumindest geht THE STRANGERS: OFERNACHT den gleichen Weg, wie die meisten amerikanischen Hochglanz-Horrorfilme neueren Datums. Viele Fortsetzungen erfolgreicher Hollywood-Streifen werden so konzipiert, dass sie für sich allein stehen können. Das hat zur Folge, dass Sequels quasi gleiche Geschichte erzählen wie ihre Vorgänger, um so den Einstieg für jene zu erleichtern, die die Vorgängerfilme nicht gesehen haben. Was für den einen Segen ist für den anderen ein Fluch. THE STRANGERS: OFERNACHT fühlt sich an, wie ein überflüssiger Nachschlag eines beklemmenden wie hochspannenden Horrorstreifens, der gerade wegen seiner dialogarmen Handlung und messerscharfem Psychoterror zu einem der besten Home-Invasion-Schocker unserer Zeit avancierte. Große Fußstapfen, in die nun Teil 2 treten muss und dabei kläglich scheitert. Viel Neues hat die Fortsetzung nämlich nicht zu erzählen. So wurden einzig Figuren und Schauplätze ausgetauscht. Der Rest ist identisch zum Originalfilm und wurde wenig packend auf Zelluloid gebannt. Das ist dahingehend enttäuschend, weil Regisseur JOHANNES ROBERTS zuletzt gezeigt hat, dass er es eigentlich kann. So drehte er mit THE OTHER SIDE OF THE DOOR und 47 METERS DOWN zwei gelungene Genre-Beiträge, die auch bei Kritikern und Publikum bestehen konnten. THE STRANGERS: OFERNACHT ist dagegen enttäuschend und erweckt den Eindruck, als habe der Filmemacher schnell unter Druck irgendwas drehen müssen. Das Drehbuch wurde dahingeschludert und lässt seine wenigen Figuren nur selten klug handeln. Das erhöht schnell den Nervfaktor beim Publikum, dem es erst gar nicht gelingt, Sympathien für die Protagonisten zu entwickeln, weil diese so irrational handeln. Was bleibt, ist ein wenig origineller Horrorfilm, der offenbar nur deswegen gedreht wurde, um noch einmal schnell Kasse zu machen. Was Horrorfilmfans wollten, war den Machern dabei aber egal. Normalerweise landet sowas wie THE STRANGERS: OFERNACHT direkt auf dem Videomarkt. Weil ein bekanntes Franchise dahintersteckt, musste es trotz qualitativer Schwächen auf Biegen und Brechen ins Kino gebracht werden. Damit macht man sich keine Freunde, zumal vielen weitaus besseren Filmen ein Kinostart vorenthalten wird.
 
 
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THE STRANGERS 2 – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
THE STRANGERS: OFERNACHT ist die Horrorenttäuschung des Jahres 2018. Während THE STRANGERS von 2008 noch ein Horrorfilm war, der mit erbarmungsloser psychologischer Härte schockieren konnte, ist die Fortsetzung ein schnell aufgewärmtes Horrorlüftchen, das offenbar der schnellen Mark wegen ins Lichtspielhaus gebracht wurde. Die Macher haben sich nach zehn Jahren Wartezeit nicht einmal ansatzweise Gedanken darüber gemacht, wie man den kompromisslosen Originalfilm würdig fortsetzen könnte. Warum hat man im zweiten Teil nicht versucht, die Geschehnisse aus der Sicht der Täter zu erzählen? Die bekommen zwar in der Fortsetzung ihr Fett weg, verhalten sich aber oftmals dümmer als ihre aufgescheuchten Opfer. So entpuppt sich das Ergebnis als beliebiger Horror-Slasher von der Stange, der weder Spannung aufbauen kann, noch Mitleid oder Sympathien für seine Opfer entstehen lässt. Statt Einfälle und Neuerungen gibt es noch einmal Aufgewärmtes. Erfahrene Horrorfilmkenner werden da schnell gelangweilt sein, zumal die Abläufe so schablonenartig abgearbeitet werden, dass die Fremden schnell zu Nervensägen avancieren, die hoffentlich bald vom Blitz getroffen werden. Immerhin hat es ein nennenswertes Stilmittel in die Fortsetzung geschafft. THE STRANGERS 2 schaut nämlich aus, wie ein Horrorfilm der 1980er, was offenbar zu verstehen geben soll, dass die Macher ein Herz für die Filme jener Zeit und vor allem für Altmeister JOHN CARPENTER haben. Letzterer dürfte für diesen zwanghaft konventionell gestickten Blödsinn nicht mal ein Lächeln übrig haben. Verständlich!
 
 
 


 
 
 

THE STRANGERS 2 – Zensur

 
 
 
Im direkten Vergleich zum Vorgänger ist die Fortsetzung von THE STRANGERS in Sachen Gewalt weitaus zeigefreudiger. Hier kommt das obligatorische Messer ebenso zum Einsatz, wie Axt und Schrotgewehr. Das alles ist aber derart schnell geschnitten, dass sich die Gewaltmomente nicht so hart anfühlen wie noch im Originalfilm. Hierzulande hat THE STRANGERS: OPFERNACHT eine FSK16 erhalten. Diese ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

THE STRANGERS 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) UNIVERSUM FILM (Blu-ray im Keepcase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Strangers: Prey at Night; USA 2018

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailershow, Trailer

Release-Termin: 26.10.2018

 

The Strangers – Opfernacht [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE STRANGERS 2 – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei UNIVERSUM FILM | SQUAREONE)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Strangers (2008)
 
The Purge – Die Säuberung (2013)
 
Them (2006)
 
You’re Next (2012)


Filmkritik: „Hostile“ (2017)

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HOSTILE

Story

 
 
 

Eine junge Frau muss in einem Unfall-Auto gegen menschenfressende Kreaturen kämpfen, um überleben zu können.

 
 
 


 
 
 

HOSTILE – Kritik

 
 
 
Ein Horrorfilm produziert vom Franzosen XAVIER GENS. Da stellt sich Vorfreude bei Fans härterer Filmgangart ein. Die ist nicht unbegründet, hat sich der Filmemacher vor allem durch Streifen einen Namen gemacht, die sich durch blutige Raffinessen in die Hirne brennen konnten. So entstanden unter Gens Fuchtel so fragwürdige Gewaltausbrüche wie THE DIVIDE oder FRONTIER(S). Letzterer gilt als einer der wichtigsten Beiträge zur französischen Terrorwelle, welche vor knapp zehn Jahren um den Globus ging. Umso mehr überrascht es, dass sich der französische Regisseur seit einiger Zeit den eher leiseren Tönen widmet. Die waren bereits in THE CRUCIFIXION Programm. Statt eimerweise Kunstblut auf der Leinwand zu verteilen, lag der Fokus auf atmosphärischen Bildern und subtiler Gruselstimmung. Anhänger des kontroversen Filmemachers gefiel das verständlicherweise so rein gar nicht. Genau jene Schiene folgt nun auch HOSTILE, für den Gens als Geldgeber fungierte. Statt selbst auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen, überließ er das Regiezepter dem ambitionierten Neuling MATHIEU TURI. Der war zuletzt ausschließlich als Regieassistent für viele bekannte Hollywood-Produktionen tätig. Darunter so Filme wie R.E.D. 2, DIE SCHLÜMPFE 2 oder LUCY.
 
 
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HOSTILE verlegt seine Handlung in eine dystopische Welt. Die Menschen kämpfen in trostlosen Wüstenlandschaften ums Überleben, stets auf der Suche nach Nahrung und medizinischer Versorgung. Doch der Überlebenskampf ist nicht einfach. Neben der permanenten Suche nach Wasser und Essbarem, verbreiten furchterregende Kreaturen Angst und Schrecken. Dabei handelt es sich um ausgemergelte, menschenähnliche Wesen, die nur ein Ziel kennen: Menschenfleisch fressen. Mit genau jenen Monstern sieht sich nun auch die attraktive Juliette (BRITTANY ASHWORTH aus THE CRUCIFIXION) konfrontiert. Diese durchstreift die Gegend, um nach Vorräten zu suchen. Dabei versucht sie so viele dieser Kreaturen in die ewigen Jagdgründe zu befördern, wie nur möglich. Leider meint es das Schicksal nicht so gut mit der tapferen Einzelgängerin. Es kommt zu einem folgenschweren Autounfall, der Juliette vor unüberwindbare Probleme stellt. Das Fahrzeug überschlägt sich und bricht der taffen Kampfamazone das Bein. Nun ist guter Rat teuer, zumal es dunkel wird und es einer der Menschenfresser auf unsere verletzte Heldin abgesehen hat. Ein Kampf ums Überleben beginnt.
 
 
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Tragische Beziehungsgeschichte trifft auf postapokalyptisches Weltuntergangsszenario im Stile eines MAD MAX. HOSTILE lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken. Der Film erzählt nämlich zwei unterschiedliche Handlungen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während der Film in der Gegenwart beginnt und die Hauptdarstellerin bei ihren Überlebensstreifzügen durch karge Kulissen bekleidet, springt die Handlung regelmäßig zwischen dem Jetzt und der Vergangenheit. Letztere widmet sich der tragischen Vorgeschichte ihrer Heldin. Deren früheres Leben war nämlich nicht immer eitel Sonnenschein und von Drogen geprägt. Ein nicht minder attraktiver Retter nimmt sich der orientierungslosen Frau an und bringt sie zurück auf dem rechten Weg. Was folgt, ist das umfangreiche Protokoll einer durchwachsenen Romanze, die dann doch etwas sehr an Liebeskitsch wie PRETTY WOMAN erinnert. Doch die ausführliche Beziehungs-Analyse hat seinen Sinn. Sie dient für das Verständnis für den Ausgang der Geschichte. Im Finale fließen nämlich beide Handlungsstränge ineinander und münden in einem grimmigen wie kitschigen Twist, der dann doch etwas sehr unpassend gewählt wurde.
 
 
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Dennoch sollte man mit HOSTILE deswegen nicht zu streng ins Gericht gehen. Der Film erhielt auf einschlägigen Festivals Preise und das nicht ohne Grund. Klammert man das etwas sehr konstruierte Ende aus, auf welches Regisseur MATHIEU TURI hinausarbeitet, ist die erste eigene Regiearbeit doch sehr atmosphärischer Endzeit-Horror mit Hintergrund, in dem mal wieder das thematisiert wird, was alle Menschen über sich hinauswachsen lässt: die Liebe. Zwar bleibt weitestgehend ungeklärt, welche Ursachen dazu geführt haben, dass die Welt in Trümmern liegt. Dafür nimmt HOSTILE aber seine Figuren genauer unter die Lupe und analysiert diese sorgfältig. Entstanden ist so etwas anderer Endzeit-Horror, der sich nicht zwingend mit Mord- und Totschlag beschäftigen muss, um eine gescheite Geschichte zu erzählen.
 
 
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HOSTILE – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
MAD MAX trifft auf PRETTY WOMAN. Der französische Regisseur MATHIEU TURI ist in Experimentierlaune und spielt in HOSTILE mit unterschiedlichen Genres. So verbindet er Endzeit- und Survival-Horror mit tragischem Beziehungsschmalz in Form unterschiedlicher Handlungsstränge. Während der eine für die Analyse seiner Protagonisten vonnöten ist, sorgt der andere für Horror mit Adrenalinkick. Ein ungewöhnlicher Mix, der nicht jedem Horrorfan zusagen dürfte. Wem das aber bewusst ist und wer sich auf HOSTILE einlässt, dürfte positiv überrascht sein.
 
 
 


 
 
 

HOSTILE – Zensur

 
 
 
Viel Gewalt hat HOSTILE nicht zu bieten. Ein Mann verendet an einer Bauchverletzung, ein Gegenstand bohrt sich durch ein Bein, einem Protagonisten wird der Kopf eingetreten und einige der Kreaturen im Film werden mit einer Schusswaffe „bearbeitet“. Hierzulande gab es für den Endzeit-Horrorstreifen eine FSK16 in ungeschnittener Form. Wegen Bonusmaterial besitzt die erhältliche Scheibe aber einen roten FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

HOSTILE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im limitierten Steelbook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hostile; Frankreich 2017

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | limitiertes Steelbook

Extras: Trailer, Trailershow, Deleted Scenes, Making of

Release-Termin: 27.04.2018

 

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HOSTILE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
It Stains the Sands Red (2016)
 
Vampire Nation (2010)
 
Vampire Nation 2: Badlands (2017)
 
Cujo (1983)
 


Filmkritik: „Motorrad – The Last Ride“ (2017)

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MOTORRAD – THE LAST RIDE

(MOTORRAD)

Story

 
 
 

Eine Gruppe Motorrad-Liebhaber bekommt es mit gewissenlosen Killern zu tun, die sich offenbar zum Hobby gemacht haben, andere Biker auszuradieren.

 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Kritik

 
 
 
Horrorfilme sind immer eine sichere Bank, egal aus welchem Land sie stammen – insofern man sich an bestimmte Regeln hält. Eine davon ist auffallen, damit man sich von der grauen Masse abheben kann. So kann die Aufmerksamkeit durch taububrechende Inhalte oder schonungslose Brutalität auf sich gelenkt werden, wie der Filmbericht zu TRAUMA beweist. Darin vereinte man reichlich kontroversen Zündstoff, der für Gesprächsstoff gesorgt hat. Ohne den hätte man genannten Exploitationer wohl erst gar nicht wahrgenommen. Nicht minder reißerisch geht es im brasilianischen MOTORRAD vonstatten. Der Film bricht zwar keine Ekelrekorde, schockiert aber mit einer unbequemen Atmosphäre und den wohl abgebrühtesten Filmbösewichten der letzten Jahre. Die hetzten ihre Opfer in einer Art Bike-Movie solange durch die Gegend, bis ihnen das Benzin ausgeht und sie sich ihrem Schicksal unterwerfen müssen. Das ist grausam und brutal. Fans härterer Gangart kommt’s gelegen.
 
 
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In MOTORRAD treffen einige befreundete Motorradfahrer auf das ultimative Böse. Die wollten mit ihren Bikes eigentlich nur etwas durch die Gegend düsen und an einem See entspannen. Doch vier düstere Zeitgenossen heften sich an deren Fersen und wollen nichts Gutes. Sie verfolgen ihre Opfer und beginnen sie nacheinander auszuradieren. Dabei kennen sie weder Gnade noch Erbarmen und gehen beim Auslöschen unmenschlich vor. Aber was treibt die schwarz bekleideten Killer zu ihren brutalen Taten? Das fragen sich auch Hugo und Ricardo. Die beiden sind Brüder und stehen ebenfalls auf der Mordliste der rastlosen Verfolger. Sie stellen sich dem skrupellosen Quartett gegenüber und riskieren dabei ihr Leben. Ein blutiger Überlebenskampf, der definitiv nichts für zartbesaitete Zuschauer ist.
 
 
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Die Horror-Version von EASY RIDER. MOTORRAD ist ein durchgestylter Slasher, der vor allem durch seine wortkarge Inszenierung und einer gewöhnungsbedürftigen Farbgebung in Erinnerung bleibt. So wurden Farben reduziert, was dem Streifen beinahe schon Schwarz-Weiß-Film-Charakter verleiht. Die Entkräftigung der Farben als Stilmittel passt wie die Faust aufs Auge. So erhält MOTORRAD durch den Entzug von Farben fast schon dystopischen Charakter, der kaum Hoffnung auf Überleben oder Rettung zulässt, weil die anonymen Verfolger offenbar immer einen Schritt voraus sind. Da entwickelt sich schnell ein permanent ungutes Gefühl beim Zuschauer, der einen ungezügelten Hass gegenüber den Bösewichten entwickelt, denen es offenbar Freude bereitet ihre Opfer zu quälen. Was demzufolge als Roadtrip beginnt, gipfelt relativ zügig in einem ausweglosen Überlebenskampf, bei dem das Negerlein-Prinzip Verwendung findet. Das bedeutet, dass beide Parteien durch abwechslungsreiche Todesarten nacheinander ihr Leben lassen müssen. Bedauerlicherweise verzichtet Regisseur VICENTE AMORIM auf zufriedenstellende Antworten. Der macht ein Geheimnis um die Identität seiner sadistischen Killer, das auch nach dem Abspann gut gehütet bleibt. Eine etwas unbefriedigende Prämisse, mit der sich MOTORRAD wohl nicht nur Freunde machen wird, da es relativ unwahrscheinlich ist, dass dieser brasilianische Slasher eine Fortsetzung erhalten wird.
 
 
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MOTORRAD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Ungemütliche Motorrad-Hatz mit einigen Kills, die es in sich haben. MOTORRAD ist Horror made in Brazil, der die lange Reihe an Slasher-Filmen um einen weiteren Beitrag erweitert. Diesmal meuchelt nicht ein maskierter Irrer ahnungslose Teenager ab. In MOTTORRAD läuft das perfide Katz-und-Mausspiel auf heißen Rädern und unter brummenden Motorgeräuschen ab. Viel geredet wird nicht. Dafür eiskalt getötet. Eigentlich eine gute Sache, die Horrorfilmfans zufriedenstellen dürfte. Wäre da nicht das rätselhafte Ende, welches mehr Fragen aufwirft, als Antworten zu liefern. Wer darüber hinwegsehen kann, wird aber nicht enttäuscht. Der Bike-Horror MOTORRAD besitzt gut gefilmte Verfolgungsjagden, hektische Schnitte und eine ungewöhnliche Optik, die in Erinnerung bleibt. Zusammen mit dem hervorragenden Soundtrack darf man Regisseur VICENTE AMORIM für den etwas anderen Slasher beglückwünschen, der gern mal die krude Schlitzer-Atmosphäre einfängt, welche an die Slasher der späten 1970er und frühen 1980er erinnert. So bewegt sich der Filmemacher mit MOTORRAD Lichtjahre von dem weg, was er bisher inszeniert hat. Darunter anspruchsvolle Dramen mit Tiefgang. Manchmal muss man eben Veränderungen wagen. Anhand von MOTORRAD kann man erkennen, dass Mut Neues zu wagen durchaus Früchte tragen kann.
 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Zensur

 
 
 
MOTORRAD – THE LAST RIDE (so der deutsche Titel) hat einige boshafte Morde zu bieten. Eine Frau wird bei lebendigem Leibe verbrannt, ein Mann ertrinkt, ein anderer enthauptet und eine Machete kommt ebenfalls mehrfach zum Einsatz. Hierzulande hat der brasilianische Streifen eine ungeschnittene Freigabe für Erwachsene erhalten: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Motorrad; Brasilien 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Portugiesisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Holländisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.04.2018

 

Motorrad – The Last Ride [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

MOTORRAD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Turbo Kid (2015)
 
Von der bösen Art (2010)
 
The Mad Foxes: Feuer auf Rädern (1981)
 
Der Frosch (1973)
 


Filmkritik: „Redwood“ (2017)

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REDWOOD

Story

 
 
 

Der Rückzug in die Natur entwickelt sich für ein Paar zum Horrortrip. Sie kommen vom Weg ab und machen Bekanntschaft mit boshaften Kreaturen.

 
 
 


 
 
 

REDWOOD – Kritik

 
 
 
Mensch, warum machen Protagonisten in Horrorfilmen immer nur Dummheiten? Ein Ausflug in die Natur wird hier meist zum Albtraum. Der Grund ist oft in der Naivität aller Beteiligten zu suchen. So kommt es nicht selten vor, dass sich Figuren unlogisch verhalten und plötzlich Waldwege entlang schlendern, die sie eigentlich gar nicht betreten sollen. Auch im Indie-Horror REDWOOD wird Unbelehrbarkeit für zwei Wanderer zum Verhängnis. So macht sich ein Paar auf in die amerikanischen Redwood-Wälder, um dort die Natur genießen zu können. Musiker Josh hat vor einiger Zeit die Diagnose Leukämie erhalten. Das hat ihn aus der Bahn geworfen. Dennoch hat er den Lebensmut nicht verloren und möchte nun möglichst viel von der Welt sehen. Ein Grund mehr mit Freundin Beth auf Reisen zu gehen. Die kommt mit dem Schicksal des Partners nicht sonderlich gut klar. Steht ihm aber bei. Doch der Wanderausflug stellt die Beziehung der jungen Leute auf eine harte Probe. Immer wieder wird die Krankheit Thema, sodass Erholung unmöglich gemacht wird. Wer jetzt aber denkt, dass in REDWOOD nur Beziehungsprobleme dominieren, irrt gewaltig. Natürlich gibt es im Film auch einen Horrorpart zu bestaunen. So entfernen sich unsere Helden trotz Warnungen vom rechten Weg und verirren sich in das Jagdgebiet seltsamer Kreaturen, die den Wesen aus dem Horrorthriller THE DESCENT nicht unähnlich sind. Nur, was wollen die Kreaturen? Nach viel Lauferei und reichlich Geschrei ist man schlauer.
 
 
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Nee, so bekommt man den Zuschauer nicht. REDWOOD ist einer dieser Filme, der mit einem mysteriösen Prolog neugierig macht. Darin sieht man, wie sich zwei Protagonisten mit letzter Kraft vor einen seltsamen Altar schleifen. Was beide dort wollen, ist vorerst unklar. Doch dabei bleibt es nicht. So wird der eine vom anderen ermordet. Danach widmet sich der Streifen seinem eigentlichen Handlungsstrang. Der löchrige Beginn wirft Fragen auf, die aber erst in den letzten Minuten beantwortet werden. Bis dahin wird es ein sprichwörtlicher Marsch, denn REDWOOD nimmt sich viel Zeit, um seine Geschichte zu erzählen. Das ist dahingehend problematisch, weil sich Regisseur TOM PATON zu detailliert mit den Problemen seiner Filmhelden auseinandersetzt. Die laufen durch Wälder und klären dabei zwischenmenschliche Konflikte, welche die Beziehung belasten. Ungeduldige Zuschauer fragen sich da zu Recht, wann der Film endlich zum Horror übertritt. Im Falle von REDWOOD wird Sitzfleisch und Geduld vorausgesetzt. Erst nach knapp 45 Minuten geht der Streifen in die nächste Runde. Dann nämlich werden unsere Helden von mysteriösen Kreaturen terrorisiert, die die verschreckten Wanderer durch die Dunkelheit hetzen. Spätestens hier erlebt REDWOOD seinen Höhepunkt. Wenn man eine Sache lobend hervorheben sollte, dann ist es das geschickte Spiel mit der Angst vor dem Unbekannten. Regisseur TOM PATON lässt immer nur einen kurzen Blick auf seine unheimlichen Verfolger zu. Da ein Schatten, dort eine Hand und jede Menge grauenerregendes Gegeifer. Da springt sofort das Kopfkino an, Gruselstimmung ist somit garantiert.
 
 
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Unterm Strich ist REDWOOD in technischer Hinsicht ganz brauchbar. Klammert man die Startschwierigkeiten aus, gelingt Regisseur TOM PATON passable Gruselunterhaltung, die vor allem wegen seiner ausweglosen Stimmung in der zweiten Hälfte für Spannung sorgt. Hinzukommt, dass ein Twist im Finale kalt erwischt. Filmemacher TOM PATON – der sich übrigens selbst als Autodidakt bezeichnet – ist recht neu im Horrorgeschäft. Mit REDWOOD liefert der seine zweite Regie-Arbeit ab. Das Resultat geht in Ordnung. Da hat man schon weitaus Schlechteres vorgesetzt bekommen. Übrigens gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Für REDWOOD konnte Paton als eingefleischter BUFFY-Fan niemand geringeren als NICHOLAS BRENDON für eine Nebenrolle im Film gewinnen. Das dürfte all jene freuen, die in den 1990ern mit dem Teenie-Horror-Serienformat BUFFY – IM BANN DER DÄMONEN aufgewachsen sind. Es mutet seltsam an, wo man verschollen gemeinte Schauspieler plötzlich wieder trifft.
 
 
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REDWOOD – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Kreaturen-Horror mit grimmigen Ende. REDWOOD ist nichts Großes. Der Film braucht lange, bis er endlich mal zum Punkt kommt. Hat er dann die richtige Richtung angesteuert, ist die Gruselhatz durch dunkle Wälder ganz brauchbar. Quintessenz dieses Horrorstreifens sind seine mysteriösen Bösewichte. Die bekommt man leider nur selten vor die Linse, was aber nur den Gruselfaktor erhöht. Regisseur TOM PATON hat verstanden, dass Kopfkino weitaus effektiver ist, als das Böse in voller Pracht vor der Linse zu zeigen. Hier ein Schatten, dort Gegeifer – zugegeben, ab und an entsteht da Gänsehaut. Wohl auch deshalb, weil man die Kreaturen in erste Linie hört, statt sie zu sehen. Da werden Urängste aktiviert, schließlich ist nichts unbequemer als vor dem Unbekannten in der Dunkelheit ausgeliefert zu sein. REDWOOD entpuppt sich – zumindest in den letzten dreißig Minuten – als solide Regie-Arbeit mit einigen gut platzierten Schocks. Viel erwarten sollte man dennoch nicht. Für den kurzen Horror-Snack zwischendurch aber allemal brauchbar.
 
 
 


 
 
 

REDWOOD – Zensur

 
 
 
In REDWOOD gibt es kaum Gewalt zu sehen. Der Film setzt in erster Linie auf Terror und Gänsehaut. Es gibt zwei Kehlenschnitte zu sehen, die aber nicht detailliert gezeigt werden. Dafür ist eine ungeschnittene FSK-Freigabe denkbar.
 
 
 


 
 
 

REDWOOD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Wistech Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)
 
Temple (2016)
 
The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)
 
Arbor Demon (2016)
 
Beacon Point (2016)
 


Filmkritik: „Keep Watching“ (2017)

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KEEP WATCHING

Story

 
 
 

THE STRANGERS meets PLAY – TÖDLICHES SPIEL. Familie Mitchell wird im eigenen Haus von maskierten Fremden attackiert, die aber nicht am Geld der Hauseigentümer interessiert sind.

 
 
 


 
 
 

KEEP WATCHING – Kritik

 
 
 
Home-Invasion-Filme scheinen nach FUNNY GAMES immer noch eine sichere Bank zu sein. Die lassen sich nicht nur regelmäßig auf dem Videomarkt blicken. Auch im Lichtspielhaus lockt man damit Zuschauer vor die Leinwand, um das ahnungslose Publikum unvorbereitet schockieren zu können. Dennoch mag es ja immer noch Menschen geben, denen diese Filmgattung fremd ist. In jenen Streifen schleichen sich meist Einbrecher in fremde Wohnungen, um dort Schindluder treiben zu können. In der Regel ist man nicht an den Habseligkeiten der Eigentümer interessiert. Stattdessen empfindet man Freude am Quälen der verschüchterten Mieter, die ums Überleben kämpfen müssen. Perfide Spiele sind auch im Horrorthriller KEEP WATCHING (anfänglicher Arbeitstitel: HOME INVASION) Programm, der zur Abwechslung auf ein kommerzielles Publikum zugeschnitten wurde und daher zum großen Teil auf zu reißerische Folter- und Vergewaltigungsszenen verzichtet. Da schwindet vermutlich die Lust bei all jenen, die sonst härtere Filmware bevorzugen. Denen sei aber versichert, dass KEEP WATCHING dennoch lohnt, weil der Film mit psychologischem Terror und reichlich Hektik für ungemütliche Stimmung sorgt.
 
 
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So handelt der Streifen von einer amerikanischen Familie, die ein Anwesen in einem idyllischen Vorort bezogen hat, um dort ein neues Leben zu beginnen. Die Mutter ist gestorben, weshalb der Vater eine neue Frau geheiratet und so den Unmut der beiden Kinder (darunter BELLA THORNE aus AMITYVILLE – THE AWAKENING) auf sich gelenkt hat. Die werden mit dem neuen Familienmitglied nicht sonderlich warm und provozieren so regelmäßig Konflikte. Doch die Familie muss bald enger zusammenrücken, denn man wird Teil eines grausamen Verbrechens, das Familienprobleme vergessen lässt. Kaum aus dem Urlaub zurück, verschaffen sich drei maskierte Männer Zutritt zum Haus und beginnen die Mitchells zu terrorisieren. Kurioserweise sieht alles so aus, als würde man mit den Opfern spielen. In der Tat hat man Pläne. Im Haus wurden unzählige Kameras versteckt, die den Überlebenskampf live im Internet übertragen sollen. Demzufolge muss das Publikum zufriedengestellt werden, was die Killer dazu veranlasst mit kranken Einfällen die eingeschüchterten Bewohner zu Tode zu ängstigen.
 
 
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Straff inszeniert, aber irgendwie übertrieben. KEEP WATCHING erinnert in seiner Machart an den erfolgreichen THE STRANGERS, welcher im Jahr 2008 für schnellen Herzschlag sorgte. Auch darin drang eine Gruppe maskierter Psychopathen in das Haus ahnungsloser Menschen ein, um diese mit perfiden Spielen in den Tod zu treiben. Während man dort aber Spannung bewirkte, in dem man den Zuschauer ohne Antworten im Kinosessel zurückließ, fällt man bei KEEP WATCHING gleich zu Beginn mit der Tür ins Haus. Dort wird bereits in eingestreuten Nachrichtenbeiträgen erläutert, dass offenbar mehrere Menschen durch Unbekannte ermordet wurden, die das Leid der Opfer per Live-Stream Internetnutzern zur Verfügung stellten. Ein ungeschickter Schachzug, denn mit zu frühen Erklärungen nimmt man dem Film einen Teil seiner Spannung. Aber KEEP WATCHING hat ein Ass im Ärmel. Das nennt sich Terror mit Schockwirkung, was Regisseur SEAN CARTER dann doch ziemlich inflationär einsetzt, um den Zuschauer mit hinterlistigen Jump Scares aus dem Sessel zu treiben. KEEP WATCHING ist voll von lauten Schreckmomenten, die immerhin gekonnt in Szene gesetzt, aber dann doch etwas zu plakativ angewandt werden. Hinzukommt, dass der Streifen zu stark in den Konventionen des Horrorgenres verharrt und seine Figuren dementsprechend vorhersehbar handeln lässt. Diese verhalten sich gern mal unplausibel und dumm, was dann auch mit dem Tod bestraft wird. Doch auch die List der Übeltäter wirkt selten glaubhaft. Die scheinen mit übermenschlichen Kräften gesegnet zu sein und sind ihren Opfern immer ein Stück voraus. Zudem haben diese gefühlt tausende Kameras im Haus an den unmöglichsten Orten versteckt, was das Treiben dann doch etwas sehr übertrieben erscheinen lässt.
 
 
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Immerhin mutiert KEEP WATCHING nicht zum Wackelchaos. Der Streifen macht zwar von Found-Footage-Elementen Gebrauch. Diese verursachen aber zur Abwechslung mal nicht Kopfschmerzen und Schwindel. So folgt der Zuschauer dem Treiben aus mehreren Kameras, die im Haus platziert wurden. Der ständige Wechsel zwischen den Blickwinkeln sorgt für Dynamik und macht KEEP WATCHING über weite Strecken spannend – auch, wenn der Film genrebedingt kaum Überraschungen zulässt, weil es hier wie in den meisten Home-Invasion-Schockern nur ums Terrorisieren und Rächen geht. Übrigens war KEEP WATCHING anfangs als Found-Footage-Streifen geplant. Der sollte bereits 2012 in die Kinos kommen. Weil zu jener Zeit aber die Beliebtheit des Found-Footage-Formats abebbte, entschied man sich zu einer kompletten Neuausrichtung. Eine gute Entscheidung wie wir finden, denn sieht man mal von einigen Klischees ab, handelt es sich bei KEEP WATCHING um solide Horrorunterhaltung, bei der man nichts falsch macht, wenn man sie mal in den Player schiebt. Ein gemeines Ende deutet darauf hin, dass man hier wohl am Aufbau eines Franchise interessiert ist. Demzufolge dürfte es nicht wundern, wenn in naher Zukunft Fortsetzungen für den Videomarkt produziert werden, in denen Menschen vor laufender Kamera durch die eigenen vier Wände gehetzt werden.
 
 


 
 
 

KEEP WATCHING – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein Horrorfilm aus Amerika, die zumindest im Entstehungsland nur an einem Abend – nämlich an Halloween 2017 – im Kino gezeigt und anschließend auf DVD und Blu-ray verramscht wurde? So etwas klingt verdächtig nach Video-Produktion. Da winken die meisten wohl dankend ab, weil diese Streifen in der Regel günstig produziert werden, um anschließend schnell Kasse damit machen zu können. Vorurteile müssen an dieser Stelle ausgeräumt werden. Der düstere Mix aus Home-Invasion und Terrorfilm ist solide inszeniert, sieht hochwertig aus und ist gar nicht mal so übel, wie anfangs vermutet. KEEP WATCHING überzeugt mit straffen Tempo, fiesen Schockmomenten und teils bedrohlicher Stimmung, die schon mal schnellen Puls verursacht. Ein garstiges Ende gibt es inklusive, welches sogar noch mit einer Fortsetzung liebäugelt. Aufgrund guter Voraussetzungen sieht man über so einige Logiklücken hinweg. KEEP WATCHING nimmt es nämlich mit Glaubwürdigkeit nicht immer so genau und verfängt sich des Öfteren in vorhersehbaren Horror-Klischees. Wer damit klarkommt, dem wird knapp anderthalb Stunden Kurzweil geboten.
 
 
 


 
 
 

KEEP WATCHING – Zensur

 
 
 
KEEP WATCHING ist keine Gewaltgranate. Einem Mann wird eine Tüte über den Kopf gezogen, sodass er erstickt. Einer anderen Figur wird eine Axt in den Rücken geschlagen. Des weiteren verbrennt ein Filmcharakter bei lebendigem Leib. Was hier sehr reißerisch aufgezählt wird, ist aber nicht sonderlich hart anzuschauen. Daher hat der Horrorthriller auch von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren in ungeschnittener Form erhalten.
 
 
 


 
 
 

KEEP WATCHING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT

 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Keep Watching; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1, Russisch (Voice-Over) DD 5.1, Spanisch DD 5.1, Tschechisch DD 5.1, Ungarisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Arabisch, Bulgarisch, Chinesisch (traditionell), Französisch, Koreanisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Slowakisch, Spanisch, Türkisch, Tschechisch, Ungarisch

Bild: 1.78:1 | @23,976 Hz (16:9)

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Keine

Release-Termin: 12.04.2018

 

Keep Watching [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

KEEP WATCHING – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Filmplakat und Abbildungen liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Play – Tödliches Spiel (2014)
 
The Strangers (2008)
 
The Purge – Die Säuberung (2013)
 


Kritik: „Trauma – Das Böse verlangt Loyalität“ (2017)

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TRAUMA – DAS BÖSE VERLANGT LOYALITÄT

(TRAUMA)

Story

 
 
 

Ein Skandalfilm wie er im Buche steht: Vier Freundinnen wollen es sich in einem abgelegenen Haus gemütlich machen. Kaum angekommen, klopft es an der Tür. Davor steht aber nicht der Pizza-Mann, sondern zwei Fremde, die den Damen das Leben zur Hölle machen wollen.

 
 
 


 
 
 

TRAUMA – Kritik

 
 
 
Immer wenn man meint, es geht eigentlich nicht schlimmer, braucht man nicht lange zu warten, bis man eines Besseren belehrt wird. Vergewaltigung in Verbindung mit Rache ist seit den 1970ern ein beliebtes Thema im Kino. Meist werden hier wehrlose Frauen psychisch und körperlich so sehr misshandelt, dass sie nur noch eine Antwort kennen: Rache. Die fällt meist blutig und kompromisslos aus, was natürlich Fans viel umstrittener Rape-and-Revenge-Filme umso mehr freut. Erwähnte Erfolgsformel kennt man auch in Chile, wo man in den letzten Jahren mit filmischen Kontroversen für Aufmerksamkeit gesorgt hat. So bot nicht nur der polarisierende ELI ROTH mit dem harten AFTERSHOCK reichlich Zündstoff. Auch der chilenische Regisseur PARTICIO VALLADARES experimentierte in HIDDEN IN THE WOODS mit Exploitation und brachte damit einen kruden Vertreter hervor, der vor allem durch grenzüberschreitende Tabus in Verbindung mit Gewalt in einigen Ländern Probleme bekam. Die dürfte auch der folgende TRAUMA erhalten, welcher natürlich mit ebenso zweifelhaftem Filmkonzept Sittenwächter auf die Barrikaden bringt. Auch hier will man niedere Instinkte befriedigen und vermischt Sex und Gewalt zu einem deftigen Cocktail, der nur auf eines abzielt: Schockwirkung. Da werden Zuschauer hellhörig, die an Streifen wie I SPIT ON YOUR GRAVE oder A SERBIAN FILM Gefallen finden. Die bekommen in TRAUMA nämlich das zu sehen, was normale Cineasten abschreckt. Nur, kann genannter Streifen wirklich den vielen positiven Stimmen gerecht werden, die TRAUMA auf einschlägigen Filmfestivals erhalten hat? Wir klären auf.
 
 
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TRAUMA wird als wohl kontroversester Genre-Film des Jahres 2017 gehandelt. Darin wimmelt es nur so vor geschmacklosen Tabubrüchen und bluttriefenden Gewaltausbrüchen, die für Gesprächsstoff sorgen werden. Der Film handelt von vier Freundinnen, die sich irgendwo im chilenischen Hinterland zusammenfinden, um sich gegenseitig an die Wäsche gehen zu können. Was der einen gefällt, macht natürlich die andere eifersüchtig. Wer aber meint, dass in TRAUMA der Zickenkrieg regiert, wird bald eines Besseren belehrt. Der Streifen findet nämlich schnell eine andere Sprache und verwandelt sich zu einem harten Überlebenskampf, der nicht jedermanns Sache sein wird. So klopfen bald zwei Einheimische an der Tür des bezogenen Landhauses. Doch die haben weder Kaffee noch Kuchen dabei. Stattdessen überfallen sie die Frauen und gehen alles andere als zimperlich vor. Es wird vergewaltigt und gemordet, was nicht nur die Opfer verstört. Auch das Publikum dürfte wegen kaltschnäuzigen Vorgehens nach Luft ringen, weil der Streifen in puncto Grausamkeit stets versucht sich selbst zu übertrumpfen. Doch die Misshandlung der vier Frauen ist nur der Auftakt einer Reihe schrecklicher Ereignisse, die eine blutige Spur der Verwüstung nach sich zieht. So schwören die traumatisierten Opfer Rache und machen sich zusammen mit zwei Polizisten auf, den Peinigern die Leviten zu lesen. Leider folgen sie hier zwei Bestien in Menschengestalt, die weder Erbarmen noch Gnade kennen. Zartbesaiteten sei daher an dieser Stelle empfohlen diesen Film besser zu meiden.
 
 
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Das ist nichts für schwache Nerven. Da wird ein Säugling mit Fingern penetriert und ein Teenager wird gezwungen die eigene Mutter zu vergewaltigen, während selbiger der Kopf weggeschossen wird. Ja, TRAUMA will anecken und füllt seine Handlung mit bewusst widerwärtigem Inhalt, um das erreichen zu können, was vielen neueren Produkten nur selten gelingt. Er will eine neue Dimension menschlicher Grausamkeiten auf die Leinwand bringen und das gelingt zweifelsohne. TAUMA schockiert und stößt mit perversen Ideen auch jene vor den Kopf, die meinen bereits alles gesehen zu haben. So hat hier ein Heranwachsender während der chilenischen Diktatur Grausames erleben müssen, weshalb er nun als Erwachsener weder Skrupel noch Menschlichkeit empfindet. In eingestreuten Rückblenden bekommt der Zuschauer den Leidensweg des Irregeführten zu sehen, während selbiger in einem parallelen Handlungsstrang nun in der Gegenwart Menschen abschlachtet und dabei auch noch Spaß empfindet. Regisseur LUCIO A. ROJAS hat offenbar einiges dazugelernt. Der langweilte zuletzt mit bescheidenem Low-Budget-Trash wie PERFIDE oder ZOMBIE DAWN, gibt aber nun mächtig Gas. Vorbei die Zeiten schlechter Schauspieler und noch mieserer Effekte. TRAUMA spielt in einer anderen Liga und kann sich als ernstzunehmendes Projekt in die Reihe nicht minder skandalöse Genre-Filme wie ILSA – SHE WOLF OF THE SS, DIE 120 TAGE VON SODOM oder THE HUMAN CENTIPEDE 2 einreihen. Somit sei dieser Rape-and-Revenge-Thriller all jenen Horror-Fans empfohlen, denen es im Horror- und Thrillerkino nicht menschenverachtend wie möglich zugehen kann. Selbst die müssen sich eingestehen, dass sich Gezeigtes weit weg vom guten Geschmack bewegt und vor allem hart ist.
 
 
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TRAUMA – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
TRAUMA ist ein verstörender Gewaltrauch für Hartgesottene, über den man noch lange sprechen wird. Was MARTYRS für Frankreich und A SERBIAN FILM für Serbien, ist TRAUMA für Chile. Dieser Film will schockieren und polarisieren. Wegen vieler grenzüberschreitender Einfälle gelingt das zweifelsohne. So werden Tabus gebrochen und Abartigkeiten zelebriert. Dabei flimmert menschenverachtende Gewalt beinahe minütlich über die Leinwand. Weil Schauspieler, Kameraführung und Spezialeffekte erste Sahne sind, trifft Gezeigtes doppelt so stark. Hier mutiert ein Mann zur unberechenbare Killermaschine, weil er als Jugendlicher durch die psychische Hölle gegangen ist. Was sich aber liest, wie eine interessante Charakterstudie eines fehlgeleiteten Menschen, ist leider alles andere als glaubhaft. Regisseur LUCIO A. ROJAS nutzt Trauma-Thematik aus, um möglichst viel kontroversen Schmuddelkram zeigen zu können. Dabei verläuft er sich zu engstirnig im Exploitation-Fach und füllt die Handlung ausschließlich mit Sex und Gewalt. Wem das jedoch bewusst ist, dürfte TRAUMA wohl als neuen Geheimtipp betiteln. Doch Achtung: TRAUMA setzt einen gesunden Magen und gute Nerven voraus, denn dieser harte Horrorthriller aus Chile ist nichts für Anfänger, Feingeister und Moralapostel.
 
 
 


 
 
 

TRAUMA – Zensur

 
 
 
TRAUMA – DAS BÖSE VERLANGT LOYALITÄT ist einer dieser Filme, der sich bei der FSK bereits durch seinen harten Prolog ins Aus schießen dürfte. In diesem Film gibt es derart viel menschenverachtenden Content zu sehen, dass eine ungeschnittene Freigabe für die Kaufhäuser undenkbar ist. Offenbar weiß das auch das Label INDEED FILM und kündigt für den Spätsommer eine ungeschnittene Freigabe über das deutschsprachige Ausland an. Wer nicht so lange warten möchte, hat im April die Möglichkeit TRAUMA ungeschnitten auf dem OBSCURA FILMFESTIVAL zu sehen.
 
 
 


 
 
 

TRAUMA – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei INDEED FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Last House on the Left (2009)
 
I Spit on Your Grave (2010)
 
I Spit on Your Grave 2 (2013)
 
Bait (2014)
 
Kidnapped (2010)