Filmkritik: „She Dies Tomorrow“ (2020)

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SHE DIES TOMORROW

Story

 
 
 
Amy spürt, dass sie morgen sterben wird. In einer Mischung aus Panik, Befreiung, Disassoziation und Manie steckt sie ungewollt ihre Freundin mit dem Gedanken an, die ihrerseits auf eine Party eingeladen ist…

 
 
 


 
 
 

SHE DIES TOMORROW – Kritik

 
 
Die US-amerikanische Produzentin, Schauspielerin und, nach mehreren Kurzfilmen und dem Florida-Thriller „Sun Don’t Shine“ (2012), auch Regisseurin Amy Seimetz dürfte Genrefans spätestens durch Adam Wingard’s „You’re Next“, Shane Carruths grandiosen „Upstream Color“, in letzterer Zeit sonst durch das Pet Sematary-Remake oder „Alien: Covenant“ ein Begriff sein. Weniger „Alien“, Mainstream, Genreware und Action, mehr Arthouse-Anleihen, introvertiertes Reflektieren und persönliches Erzählen gilt es nun in ihrem zweiten Langfilm zu erwarten, dessen Protagonistin nicht zufällig den Vornamen mit der Regisseurin teilt.
 
 
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Der erste Akt des Films ist ein langsames Einatmen und realisieren, taktile Reize werden ausgespielt, haptisches, sinnliches Ergreifen der Umwelt sichtbar gemacht, kunstvolle Kameraarbeit und Lichtsetzung trifft auf eine One-Man-Show von Kate Lyn Sheil, einer begabten jungen Darstellerin die sich bereits in etlichen Indie-Perlen wie „The Comedy“, „Buster’s Mal Heart“ oder „The Sacrament“ beweisen konnte, häufig an Seimetz‘ Seite. In dieser Phase werden das behutsame Tempo des Films, der persönliche Ansatz an das Thema einer zutiefst beunruhigenden Vorahnung des eigenen Todes sowie die vortreffliche, soghafte Cinematographie etabliert. Und dadurch eine Erwartungshaltung aufgebaut, der die folgende Stunde leider nicht standhält. Sobald sich die durch „Happiness“, „Twin Peaks: The Return“ oder „Eternal Sunshine of the spotless mind“ berühmte Jane Adams nämlich als nächste Protagonistin herausstellt, deren Panik und Beunruhigung üblicherer und extrovertierter Natur ist, gleitet der Film in eine Reihe von Vignetten oder Episoden, in denen sich die Verzweiflung und Ängste wie eine Epidemie verbreiten.
 
 
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Langsamer, modern gefilmter, eindringlich persönlich gespielter sowie geschriebener, existentieller Grusel mit metaphorischer Doppelbödigkeit und Symbolgehalt, der den schwarzen Humor der Absurdität seiner konstruierten Situationen nicht zu kurz kommen lässt, liest sich erstmal wie der Traum vom perfekten Indie-Projekt und auch ich war sehr angetan, bin vorfreudig bei Nacht und mit Headset gewappnet an diesen Film getreten. Doch durch die Zerfaserung des Scripts in mehrere Einzelsituationen und -schicksale gehen Identifikationsfaktor und Stringenz einer einzelnen Protagonistin leider verloren. Dazu leider auch die Bildgewaltigkeit der Cinemtatographie, da die ansprechendsten Einstellungen und interessantesten Konzepte direk zu Beginn präsentiert werden.
 
 
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Der opulente Soundtrack impliziert Gänsehaut-Momente oder große Realisierungen, setzt aber zu hohe Ansprüche an die Bildebene des Films, die diegetische, sehr stimmige, klassische Musik der Exposition, ein letztes Feiern der Künste und Menschlichkeit vorm Abstieg, weicht immer öfter Szenen ohne Musikuntermaltung, die sich nur auf der Situation, dem Schauspiel und den Dialogen ausruhen. Trockener Humor, bunt beleuchtete, leicht trippige Szenen mit erhebender Score, tragisch angedachte Momente und romantisch-nostalgische Erinnerungen geben sich die Hand, doch vieles davon geht in der Montage und akuten Überlänge leider Gottes unter.
 
 
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Denn so kurz dieser knapp 80-minütige, leicht halluzinogene, lobenswert ambitionierte, von Ängsten und Neurosen und der Ahnung, dass etwas Schlimmes geschehen wird bestimmte Film, dessen spätere Cameos Spaß machen, dessen Schauspiel größtenteils sehr lobenswert ist, dessen Bilder sich einprägen und sehen lassen können und dessen Score ich immer wieder genießen konnte auch ist, so sehr fühlt es sich an, als würde sich hier ein prinzipiell überragender Kurzfilm verstecken, der, auf seine Langfilmzeit gestreckt, zu selten dazu kommt, seine Visionen und Stärken adäquat auszuspielen.
 
 
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SHE DIES TOMORROW – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Eigenständiges, sehenswertes und technisch nahezu makelloses, existentielles Drama im Gewand eines Horrorfilms, mit starken Peformances und super Exposition, aber auch einigen Längen und zu hinterfragenden Entscheidungen.

 
 


 
 
 

SHE DIES TOMORROW – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „She Dies Tomorrow“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SHE DIES TOMORROW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: She Dies Tomorrow; USA 2020

Genre: Horror, Mystery, Thriller, Drama, Fantasy, Komödien, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray + DVD im Mediabook

Extras: Original Trailer, Trailershow, Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: KeepCase: 22.07.2021

 

She Dies Tomorrow [Blu-ray + DVD im Mediabook] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SHE DIES TOMORROW – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Signal (2014)
 
The Other Lamb (2019)
 

Filmkritik: „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ (2019)

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THE BRAVE – ALLEIN GEGEN DAS SYNDIKAT

(LAZARAT)

Story

 
 
 
Albanien möchte der EU beitreten, doch damit dies geschehen kann, müssen die Verbrechen unter Kontrolle gebracht werden. Eine eigens dafür gegründete Spezial-Einheit soll dafür sorgen.

 
 
 


 
 
 

THE BRAVE – Kritik

 
 
Der B- und C-Movie-Sektor ist nicht nur im Bereich des Horrors dermaßen überschwemmt, dass es schwer fällt, sich mal eine kleine Perle zu angeln, nein, auch im Actiongenre ist dies der Fall. Hat man dann einen Streifen mit dem Namen „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ vor sich, der im Ostblock gedreht wurde, rechnet man nicht unbedingt damit das nächste Highlight gefunden zu haben. Doch selbst wenn man dieses hier sicherlich nicht erwarten darf, verdient es das Werk angeschaut zu werden, denn es wird doch eine ganze Menge richtig gemacht.
 
 
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In Albanies Hauptstatdt Tirana regiert das Verbrechen, angeführt vom Ex-Marine Frank Pedulla, der nahezu die gesamte Stadt unter seiner Kontrolle hat. Da die albanische Regierung einen Eintritt in die EU herbeisehnt, ist Pedulla ein enormer Dorn im Auge. Eine Spezial-Einheit, angeführt vom Ex-Undercover-Cop Rei, soll gegen die Korruption vorgehen, doch die Korruption hat sich so weit ausgebreitet, dass es scheinbar selbst in den eigenen Reihen Maulwürfe gibt. Das Drehbuch von Marco Balsamo ist gar nicht mal so schlecht, wartet mit einer gewissen, aktuellen Brisanz auf und verpackt dieses Szenario in eine Geschichte, die man zwar schon etliche Male gesehen hat, die aber dennoch ein bisschen Substanz besitzt. So werden ein paar politische Hintergründe näher beleuchtet und allgemein wirkt das niemals so, als hätte man sich keine Gedanken darüber gemacht. Leider bringt das der Handlung allgemein aber nicht besonders viel, denn dafür ist sie im Endeffekt doch wieder zu generisch. Was hier geschieht, kennt man aus zahlreichen Vorbildern und neue Facetten gewinnt man dem simplen Szenario auch nicht ab. Was bleibt, ist ein gut gemeintes Drehbuch, welches phasenweise mehr Tiefe besitzt, als zu erwarten war, welches am Ende dann aber doch wieder nur den gewohnten Durchschnitt serviert.
 
 
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Dieser Eindruck wird von der Figurenzeichnung unterstützt, denn diese ist einfach nicht besonders aussagekräftig. Louis Mandylor kann die Hauptrolle zwar darstellerisch ziemlich solide tragen, aber seinen Charakter wird man schnell wieder vergessen haben. Noch schlimmer trifft es Armand Assante, der als Bösewicht immer nur eine Randfigur bleibt. Solche Filme brauchen markante, eindringliche Fieslinge, doch selbst wenn Assante solide abliefert, gönnt ihm schon alleine seine Figurenzeichnung keinen bleibenden Eindruck. Mit Ravshana Kurkova ist noch eine Schauspielerin mit dabei, die nicht mehr gänzlich unbekannt ist und allgemein kann man sich über die Darsteller keineswegs beklagen. „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ besitzt hier im B-Movie-Sektor schon einige bekannte Namen und alle machen ihre Sache völlig brauchbar. Es mangelt am Ende eben mal wieder an einer besseren Figurenzeichnung, denn die Tiefe, die der Film manchmal erreichen möchte, kann er schlichtweg nicht erreichen, wenn diese Charaktere zu farblos bleiben.
 
 
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Dass man sich das Ganze dennoch gut anschauen kann, liegt auch mit an der souveränen Inszenierung von William Kaufman, der zuvor schon einige Werke gedreht hat. Seine Erfahrung bemerkt man und dass der Schauplatz vom Ostblock mal nicht nur genutzt wird, um die Kosten gering zu halten, ist ebenfalls schön. Zwar besitzt „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ dasselbe Problem, wie viele B-Actioner, die man dort gedreht hat – nämlich eine zeitweise etwas langweilige Optik, aber rein visuell wird dem Zuschauer dann doch mehr geboten, als er bei solchen Werken erwarten darf. Die Inszenierung erfüllt ihren Zweck und ist manchmal etwas verspielter geraten. Gerade die Actionszenen können dann wirklich überzeugen, wobei es von diesen eindeutig zu wenige gibt. Eigentlich bietet der Streifen nur zwei ausgedehnte Szenen, in denen es reichlich zur Sache geht. Das Finale ist schön lang und weiß durchaus zu gefallen, denn hier fühlt man sich schon fast wie in einem Kriegsfilm. Dazwischen herrscht jedoch oftmals auch ein gewisser Leerlauf, der nicht gerade aufregend erscheint. Die 103 Minuten Laufzeit wechseln sich somit zwischen guter Unterhaltung und Langeweile stets ab. Dieser Zwiespalt überträgt sich auch auf die Effekte, die manchmal solide ausschauen, manchmal aber auch zu sichtlich aus dem Computer stammen. Der Gewaltgrad hätte für die Freigabe ab 18 Jahren gerne noch etwas höher ausfallen dürfen, ist im Endeffekt aber passabel.
 
 
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THE BRAVE – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„The Brave – Allein gegen das Syndikat“ ist definitiv keine nächste B-Movie-Heimkino-Gurke, sondern der Film kann etwas. Zwar sollte man keine zu hohen Erwartungen haben, denn der Film schwächelt an altbekannten Zutaten, ist aber immerhin handwerklich brauchbar und zuweilen auch ziemlich hochwertig gemacht. Die Atmosphäre ist schön dreckig und der Unterhaltungswert bringt durchaus zufriedenstellende Momente mit sich. Leider wird es manchmal auch etwas langweilig und die Figurenzeichnung dient am Ende doch nur wieder mit den bekannten Klischees. Das ist sicher nicht hochspannend und bietet etwas zu wenig Action, doch gerade das lange Finale kann einige Punkte für sich verbuchen. Abgerundet wird „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ von den absolut soliden Darstellern und einer gesunden Portion Gewalt. Wenn es also nicht gerade der nächste Action-Blockbuster sein muss, macht man mit diesem Genrewerk nicht viel verkehrt!
 
 


 
 
 

THE BRAVE – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „The Brave – Allein gegen das Syndikat“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Weil sich auf der Blu-ray / DVD aber Trailer zu Filmen mit einer höheren FSK-Freigabe befinden, ist auf der Heimkinoveröffentlichung der rote FSK-Flatschen zu finden.
 
 
 


 
 
 

THE BRAVE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Lazarat; USA 2019

Genre: Action, Thriller, Krimi

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 103 Minuten

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Blu-ray im KeepCase

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 25.06.2021

 

The Brave – Allein gegen das Syndikat [Blu-ray im KeepCase] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE BRAVE – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Legacy – Tödliche Jagd (2020)
 
Hard Kill (2020)
 

Filmkritik: „Superdeep“ (2020)

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SUPERDEEP

(KOLSKAYA SVERHGLUBOKAYA)

Story

 
 
 

Ein rund zwölf Kilometer tiefes Bohrloch bringt mysteriöse Erscheinungen zu Tage. Eine Gruppe von Wissenschaftlern soll die Sache erforschen.

 
 
 


 
 
 

SUPERDEEP – Kritik

 
 
 
Es ist nichts Neues, dass die Ungewissheit des Horrors besten Freund darstellt. Eine Gefahr, die man nicht kennt, wirkt am bedrohlichsten. Kombiniert man das mit Orten, an denen der Mensch eigentlich nichts verloren hat oder mit Dunkelheit, wie z.B. der geniale „The Descent“ das getan hat, dann darf man sich auf einen unheimlichen Horrorfilm freuen. Der russische Streifen „Superdeep“ versucht sich an einem solchen Szenario, scheitert daran zwar nicht wirklich, kann im Endeffekt aber leider kaum einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
 
 
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Die Wissenschaftlerin Anna wird zu einem Job gerufen. Ein mehr als zwölf Kilometer tiefes Bohrloch wirkt nämlich sehr mysteriös. Noch nie zuvor haben Menschen so tief gebohrt und als man Schreie im Erdinneren vernehmen kann, weiß niemand, wie man damit umgehen soll. Also sollen Anna und ein paar weitere Forscher die Sache untersuchen. Doch was sie dort unten finden, soll ihnen die Sprache verschlagen. Die Story basiert auf der echten Kola-Bohrung, die mit ihren 12.262 Metern Tiefe lange Zeit als die tiefste Bohrung aller Zeiten galt. Sich diese reale Begebenheit als Vorbild für einen Horrorfilm zu nehmen, liegt eigentlich auf der Hand. Schon Ende der 80er Jahre gab es Gerüchte, dass man die Hölle angekratzt hätte und über das Internet verbreiteten sich solche Informationen noch schneller. Genügend Substanz sollte also vorhanden sein oder? Eigentlich ja, denn man paart den übernatürlichen Anteil noch mit der Paranoia des Kalten Krieges und storytechnisch sind so durchaus genug Zutaten vorhanden und trotzdem will das Drehbuch niemals so richtig zünden. Mit Informationen hält man sich insgesamt nämlich ziemlich bedeckt, so richtig logisch will das Geschehen ebenfalls nie wirken und man redet im Endeffekt viel um den heißen Brei, ohne ihn denn mal wirklich zu zeigen. Gewisse Vorbilder wie z.B. „The Thing“ haben das zudem klar beeinflusst und obwohl gute Zutaten vorhanden sind, erreicht „Superdeep“ niemals eine richtige Eigenständigkeit.
 
 
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Zumal der Film leider auch recht langatmig wirkt. Die Einleitung lässt sich zu viel Zeit und bis es überhaupt mal etwas mehr zur Sache geht, ist bereits eine gute halbe Stunde vergangen. Wären die Charaktere interessanter, hätte der Zuschauer damit gut leben können, doch allgemein sind die Figuren hier doch viel zu belanglos. Lediglich die Hauptprotagonistin Anna bekommt etwas Hintergrund spendiert. Darstellerin Milena Radulovic nimmt dies dankend an und bietet solides Schauspiel. Die anderen Darsteller profitieren nicht gerade davon, dass die Figurenzeichnung langweilig gestaltet wurde. Zwar kann man sich auch über ihre Leistungen nicht unbedingt beschweren, aber im Gedächtnis bleibt dies sicher nicht. Somit ist dem Zuschauer das Schicksal der Protagonisten leider auch ziemlich egal, was natürlich wenig spannungsfördernd ist.
 
 
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Die deutsche Fassung basiert auf dem Alternate Cut und ist mit 100 Minuten Laufzeit noch gnädigerweise kürzer ausgefallen, als die Originalversion, welche knapp 15 Minuten länger läuft. Wichtiges Material entgeht einem hier eigentlich nicht, weshalb die gekürzte Fassung hier tatsächlich mal eine Daseinsberechtigung besitzt. So verleiht man „Superdeep“ noch etwas mehr Tempo, wobei das selbst in dieser Version selten auffällt. Insgesamt ist der Film nämlich einfach zu langsam. Natürlich will man damit Stimmung aufbauen, nur gelingt dies eben zu selten. Mit Spannung braucht man nämlich nicht zu rechnen und Action lässt sich auch eher selten blicken. Immerhin erhält der Horror im letzten Drittel ein paar Höhepunkte, die schon einen gewissen Unterhaltungswert aufkommen lassen.
 
 
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Aus handwerklicher Sicht gibt es an „Superdeep“ zudem nicht so viel auszusetzen. Regisseur Arseny Syuhin, der zuvor nur einige Kurzfilme drehte und mit diesem Werk sein Langfilmdebüt gab, macht seine Sache gar nicht mal so verkehrt. Sicherlich wäre mit mehr Budget auch deutlich mehr drin gewesen, aber die Inszenierung funktioniert und selbst wenn die Atmosphäre längst nicht so bedrohlich erscheint, wie sie es wohl gerne getan hätte, bemerkt man doch gerade im letzten Drittel, dass Syuhin sein Fach beherrscht. Hier kommt nämlich doch noch eine gute Stimmung auf, die auch von den soliden Effekten unterstützt wird. Diese stammen nämlich überwiegend von Hand und wirken schön oldschool. Die Kulissen machen im Endeffekt ebenfalls etwas her, hätten sicherlich mehr Schauwerte bieten können, wissen jedoch trotzdem zu überzeugen.
Der Score ist in Ordnung, aber nicht besonders einprägsam.
 
 


 
 
 

SUPERDEEP – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
„Superdeep“ will ganz schön viel und scheitert an seinen eigenen Ambitionen, macht allerdings trotzdem auch einiges richtig. Die Story, welche reale Ereignisse benutzt, ist interessant, besteht aus vielen Zutaten und wird am ehesten dadurch zerstört, dass die Figurenzeichnung so mau ist. Hier hätte man gerne mehr Feingefühl investieren dürfen. Der Film ist insgesamt zu ruhig und lässt zu selten Spannung aufkommen, wobei der Horror besonders im letzten Drittel doch noch einigermaßen intensiv geraten ist. Das ist zwar zu spät, aber besser als nichts. Der Unterhaltungswert pendelt so zwischen langweilig und passabel. Die Darsteller sind brauchbar, aber fast niemand kann aus seiner dünnen Figur etwas machen. Positiv sind noch die handgemachten Effekte zu vermerken. Alles in einem ist „Superdeep“ also sicher nichts, was man gesehen haben muss, doch wenn man auf langsamen, atmosphärischen Sci-Fi-Horror aus ist, bekommt man immerhin ein paar ziemlich starke Szenen geboten!
 
 
 


 
 
 

SUPERDEEP – Zensur

 
 
 
„Superdeep“ wurde von der FSK für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben und ist komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SUPERDEEP – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kolskaya sverhglubokaya; Russland 2020

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.66:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Featurette „Wie ein Monster entsteht“, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 24.06.2021

 
 

Superdeep [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SUPERDEEP – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Abbildungen stammen von Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
The Thing (2011)
 
Ghosts of Mars (2001)
 
Blutgletscher (2013)
 

Filmkritik: „Sharknado 4: The 4th Awakens“ (2016)

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SHARKANDO 4: THE 4TH AWAKENS

(SHARKANDO 4)

Story

 
 
 
Eigentlich galt die Gefahr der Sharknados als vernichtet, doch dann entwickeln selbst Sandstürme ein gefährliches Eigenleben mit Haien.

 
 
 


 
 
 

SHARKANDO 4 – Kritik

 
 
2016 gehörte es schon fast zum guten Ton, dass jedes Jahr ein neuer Teil der „Sharknado“ Reihe herauskam, so wie das auch mal bei „Saw“ der Fall war. Ist eine Kuh erfolgreich, wird diese eben so lange gemolken, bis echt kein Profit mehr herauszuschlagen ist. Selbst wenn diese Reihe keinen guten Ruf besitzt, so war sie bis zum dritten Teil doch ganz spaßig und zumindest für Nonsense-Trash-Liebhaber sehenswert. Dies soll sich mit dem vierten Teil nun aber so langsam ändern. Die Macher haben es sich viel zu bequem gemacht und bauen darauf, dass das Ganze ein Selbstläufer ist. Gerade deshalb funktioniert „Sharknado 4“ allerdings nicht mehr so gut.
 
 
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Fünf Jahre sind seit dem dritten Teil vergangen und ein Technikmogul hat mit einer Erfindung dafür gesorgt, dass die Zeit der Sharknados vorbei ist. Dummerweise kommt es in Las Vegas zu einem Sandsturm und prompt zeigt sich: Auch in diesen fühlen sich die Haie pudelwohl. Es geht also erneut ums nackte Überleben und wer wäre geeigneter dafür, sich der Gefahr zu stellen, als Fin Shepard? Zum vierten Mal in Folge schrieb Thunder Levin das Drehbuch und es wäre vielleicht mal an der Zeit gewesen, jemand Neuen zu involvieren. Es ist nicht unbedingt so, als ob „Sharknado 4“ keine neuen Ideen hätte, aber man bemerkt schon, dass sich das alles sehr abgenutzt hat. Wie soll man dem Wahnsinn auch noch die Krone aufsetzen, wenn es im vorherigen Teil bereits ins Weltall ging? Die Story hat darauf keine echte Antwort parat, geizt aber natürlich nicht mit Quatsch, der Kopfschmerzen machen kann, wenn man sich darauf nicht einlassen möchte. Allgemein ist das alles dermaßen großer Humbug, dass man es niemals ernst nehmen kann. Doch wo die vorherigen Teile bisher immer mit einer gewissen Selbstironie am Start waren, lässt „Sharknado 4“ gerade solche Zutaten oftmals vermissen, weshalb der Trash dann auch viel mehr kalkuliert wirkt, als das zuvor noch der Fall war.
 
 
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Dass diese Reihe zu einer reinen Cameo-Show verkommen ist, dürfte kein Geheimnis mehr sein, aber selbst hier bot der dritte Teil deutlich unterhaltsameres Material. Es macht schon irgendwie Spaß David Hasselhoff wieder zu sehen und mit Gary Busey gibt es den nächsten, bekannten Darsteller in einer Nebenrolle zu sehen. Die Hauptrolle übernimmt wie immer Ian Ziering, der zuvor aber auch schon mal mit mehr Enthusiasmus mit dabei war. Tara Reid bleibt der Reihe selbstverständlich ebenfalls erhalten. Bei solchem Nonsens ist es eben keinerlei Problem eine tote Figur einfach zurückzuholen. Danach reihen sich Cameos aller Art aneinander. Egal ob Wayne Newton, die Chippendales, Steve Guttenberg, Dog oder sogar Sarah Knappik. „Sharknado 4“ verkommt zur einen Werbeshow für B- und C-Promis und für irgendwelche It-Girls. Da passt es gut, dass es sowieso sehr viel Product-Placement gibt. Sicherlich war das in den Vorgängern teilweise auch schon der Fall, aber es wird immer offensichtlicher und die Cameos werden mittlerweile auch reichlich lieblos aneinandergereiht, so dass man hier kaum noch das Gefühl bekommt, dass es für Fans gemacht ist.
 
 
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So sehr das Treiben zeitweise auch an Charme verliert, so wenig kann man sich dennoch über den Unterhaltungswert beklagen, denn in „Sharknado 4“ ist ständig etwas los. Es gibt kaum eine Einleitung und sofort beginnt die Action. Das bleibt innerhalb der 85 Minuten auch stets so. Der Humor verliert dabei deutlich an Boden und ist längst nicht mehr so sympathisch, dafür gibt es im Gegenzug ein wahres Fest an Filmanspielungen zu begutachten. Das mag nicht unbedingt originell erscheinen, macht aber manchmal schon Spaß und sorgt immerhin halbwegs für Kurzweil. An die miesen Effekte, die trotzdem nicht immer völlig katastrophal sind, hat man sich schon lange gewöhnt und wenn es einem zuvor nichts ausgemacht hat, bleibt das hier sicher ebenfalls der Fall. Allerdings übertreibt es Regisseur Anthony C. Ferrante dann manchmal doch etwas mit seiner Inszenierung, besonders wenn es um Szenenwechsel geht. Da bleibt der rote Faden nämlich ganz schön auf der Strecke und selbst wenn man den Unsinn aufmerksam verfolgt, kommt man manchmal gar nicht mehr so richtig mit. Ein kleiner Cliffhanger warnt dann vor, dass es mit der Reihe noch immer nicht zu Ende ist und so darf man gespannt sein, ob die Qualität noch mal steigen kann oder dem Trend nach unten folgt.
 
 
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SHARKANDO 4 – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
„Sharknado 4“ ist die typische Fortsetzung einer Trash-Reihe, will mehr bieten, tut dies eigentlich auch, verliert dabei aber nach für nach an Charme. Die Macher haben es sich mittlerweile sehr gemütlich gemacht und geben sich deutlich weniger Mühe, was sich vor allen Dingen in der fehlenden Selbstironie bemerkbar macht. Deshalb ist die Atmosphäre auch nicht mehr so überzeugend. Die ganzen Cameos wirken überwiegend lieblos eingesetzt, doch die Darsteller gehen noch in Ordnung. Die Inszenierung ist chaotisch und die Effekte bleiben gewohnt billig, sehen jedoch nicht immer völlig mies aus. Die Story macht es sich ebenfalls recht bequem und lebt am ehesten von ein paar neuen, super bekloppten Ideen und ansonsten noch von den vielen Anspielungen auf bekannte Filme. Eine kleine Kontinuität ist innerhalb der Figurenzeichnung zum Glück vorhanden und über zu viel Langeweile kann man sich eigentlich nicht beklagen, aber die Reihe nutzt sich trotzdem weiter ab und spätestens hier hätte man dann doch lieber einen Schlussstrich ziehen sollen!
 
 


 
 
 

SHARKANDO 4 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Sharknado 4: The 4th Awakens“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

SHARKANDO 4 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) White Pearl Movies (Blu-ray + DVD im Steelbook – auf 1000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sharknado 4: The 4th Awakens; USA 2016

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 83 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Steelbook

Extras: Original Trailer, Trailershow

Release-Termin: Steelbook: 25.06.2021

 

Sharknado 4: The 4th Awakens [Blu-ray + DVD im Steelbook] auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SHARKANDO 4 – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sharknado – Genug gesagt! (2013)
 
Sharknado 2 (2014)
 
Sharknado 3: Oh Hell No! (2015)
 

Filmkritik: „Memoir of a Murderer“ (2017)

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MEMOIR OF A MURDERER

(SALINJAUI GIEOKBEOB)

Story

 
 
 

Ein mit Alzheimer diagnostizierte Tierarzt, der eine mörderische und tragische Vergangenheit verbirgt, versucht in den letzten Wochen klaren Verstandes noch einem anderen Serienkiller das Handwerk zu legen, der ausgerechnet seine Tochter im Visier hat.

 
 
 


 
 
 

MEMOIR OF A MURDERER – Kritik

 
 
 
Nachdem die – ebenfalls koreanische – Thrillerkomödie „A Hard Day“ mich ohne viel Hype und ohne allgemein vorher etwas von dem Film gehört zu haben, positiv überraschen konnte, war es beim nächsten Titel hingegen umgekehrt – bekannt war mir Kim Young-has Roman „Aufzeichnungen eines Serienmörders“ von 2013 bereits, mit seiner prägnanten Würze und genialen Prämisse, wenn auch nur durch Empfehlungen anderer Leute und nicht vom eigenen Lesen. Doch als dann auch noch der Film in ähnlich hohen Tönen gelobt und als zukünftiger Kult- Klassiker erwähnt wurde, bin ich doch hellhörig geworden, und wurde – zumindest nach der erstmaligen Sichtung der Kinofassung – doch etwas enttäuscht. Denn auch wenn sich dieser knapp zweistündige Serienkiller-Thriller dank meiner fehlenden Kenntnis der Vorlage nicht mit diesem Vergleich herumschlagen muss, so doch sehr wohl mit anderen zeitgenössischen, koreanischen Thrillern aus diesem und dem letzten Jahrzehnt und stellt man die Ermittlungen, Bilder und Spannungen neben einen „Memories of Murder“ z.B., so werden sowohl Ähnlichkeiten, als auch Pacing-Probleme sichtbar, die mir in diesem Genre sonst eher selten auffallen.
 
 
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Es beginnt mit einem älteren Herren im Schnee, der vor einem Tunnel im Wind steht. Sein Voiceover startet, vor drei Monaten wurde Demenz diagnostiziert – also ja, der Protagonist ist tatsächlich der titelgebende Serienkiller, dessen Erinnerung schwindet – und der aber nicht nur Panik kriegt, wenn Frauenleichen auftauchen, da er es selbst gewesen sein könnte – sondern der auch noch aktiv versucht einen anderen, aktiven Serienkiller dranzukriegen, welcher Polizist ist und seine Tochter datet. Mit einer solch gewitzten Prämisse voll Konfliktpotential und deutlich mehr Farbe, Charakter und eigener Handschrift als „A Hard Day“ war mir eigentlich klar, dass dieser Thriller von „The Suspect“ Regisseur Won Shin-yeon leichtes Spiel bei mir haben würde, doch tatsächlich wirkte das Projekt auf mich wie die Versatzstücke anderer, besserer und vor allem konzentrierterer Filme, aneinandergestückelt.
 
 
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Das soll nicht heißen, dass die Tonalitäten sich beißen, der Film unausgereift ist oder nicht aus einem Guss wirkt, sondern viel eher, dass die Thrillerkomponente der Killerhatz, die Konfrontationen und Verfolgungsjagden, das stille, leise, tragische Charakterdrama über einen Vater, der langsam seine Persönlichkeit und Verbindung zu seiner Tochter verliert und die schwarzhumorige Geschichte um einen sehr menschlichen Killer, der Gutes tun will aber im Alltag scheitert allesamt einen eigenen Film wert wären und bestens im jeweiligen Genre funktionierten, ich so aber keinen herausragenden Eigenwert in irgendeinem dieser Felder bekommen konnte, einfach weil die Zeit gefehlt hat.
 
 
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So großartig vom Hauptdarsteller gespielt, hübsch gefilmt, teilweise nahezu atemberaubend inszeniert, spannend, hier und da gar witzig und dabei zu jeder Sekunde geerdet und menschlich dieses Thrillerdrama also auch ist, so gerne hätte ich einen konzentrierteren Film gesehen, der einen Aspekt dieser prinzipiell faszinierenden Handlung besser ausarbeitet, oder aber schlichtweg mehr Zeit hat. Der Director’s Cut hat das bessere Ende und ist laut Beitrag im Portal schnittberichte.com definitiv lohnenswerter als die Kinofassung, mehr als acht Punkte wären aber vermutlich auch dann nicht drin.
 
 
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MEMOIR OF A MURDERER – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Technisch großartiger Thriller mit guten Schauspielern und spannender Vorlage, der für mich zu unfokussiert in seine drei Richtungen ausgeschlagen ist. Für Thriller/Serienkillerfans aber trotzdem eine Empfehlung in der längeren Fassung. Letztere befindet sich nur in der limitierten Mediabook-Sonderveröffentlichung aus dem Hause Busch Media Group.
 
 
 


 
 
 

MEMOIR OF A MURDERER – Zensur

 
 
 
„Memoir of a Murderer“ wurde von der FSK für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben und ist komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

MEMOIR OF A MURDERER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
memoir-of-a-murderer-2017-bluray

(c) Busch Media Group (Blu-ray im KeepCase)

memoir-of-a-murderer-2017-mediabook

(c) Busch Media Group (2 Blu-rays im Mediabook mit Kinofassung und längerem Director’s Cut)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kkeut-kka-ji-gan-da; Südkorea 2017

Genre: Thriller, Action, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Koreanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 118 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Trailer-Show, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Memoir of a Murderer im Director’s Cut auf Blu-ray, Booklet

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 04.06.2021

 
 

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MEMOIR OF A MURDERER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Abbildungen stammen von Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Memories of Murder
 
Oldboy (2003)
 
Parasite (2019)
 

Filmkritik: „Honeydew“ (2020)

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HONEYDEW

Story

 
 
 

Schauspieler Sam und seine Freundin, die Botankerin Riley, fahren für eine Forschungsarbeit über den Ausbruch eines agressiven Mutterkornpilzes aufs Land, stranden aber ungewollt im Haus der allzu freundlichen, alten Farmerin Karen…

 
 
 


 
 
 

HONEYDEW – Kritik

 
 
 
Das Debütwerk des offensichtlichen Horror- und Arthousefans Devereux Milburn wurde sehr durchwachsen aufgenommen und dabei einheitlich für seine Technik und Optik gelobt, dafür aber auch im Scriptdepartment oftmals heftig kritisiert – nach 108 erwartungsreichen, zu Beginn höchst vergnüglichen Minuten Indiehorror kann ich auch absolut verstehen, wieso dem so ist.
 
 
„Do you not know that our bodies are temples for the holy spirit?“
 
 
Nach einem leicht arthousigen Intro folgen Szenen einer Beerdigung, dann sehr kryptische bis zumindest uneindeutige, mysteriöse, erste Minuten in denen bereits unübliche Klopfgeräusche und Stöhner, prominent Klingen und Gläser und platzende Blasen, die fast an Hyperpop-Songs erinnern, im Soundtrack benutzt werden und für eine aufwühlende, verschrobene, angespannte Atmosphäre sorgen, ohne dass man narrativ überhaupt folgen könnte. Riley schaut eine alte Dokumentation über den Schädling, über den sie ihre Arbeit schreibt, Sam übt seine Zeilen. Simple Szenen wie diese peppt der Film teilweise durch Splitscreens, verwirrend überlappendes Editing oder ähnliche Spielereien auf, treibt es dabei aber nicht zu weit.
Nach acht trippigen Minuten mit super kreativen und originellen Sounds und leichtem „The Rambler“-Feeling wird das Pärchen nun erst von einem undurchsichtigen, jungen Typen auf einem Fahrrad beäugt, entscheidet sich dann auf einem Grundstück ihr Zelt aufzuschlagen, das leider nicht so öffentlich ist, wie es zu sein scheint. In einer hübschen Einstellung mit Scheinwerferlicht reden sie nun mit dem stoffeligen Eulis, der sie auf ein Motel im Norden hinweist, doch der Wagen will natürlich nicht mehr anspringen. Für ein paar Sekunden setzen wohlig altmodische Orgel-Synthies ein, dann brilliert auch schon das super überfreundliche, verschrobene, authentisch altersschwache und genau so charismatische wie unangenehme Schauspiel von Barbara Kingsley, – eine Performance, die mich am meisten an die geniale Dinnersequenz aus „I’m thinking of ending things“ erinnert hat – die die beiden natürlich bei sich aufnimmt, bekocht und eine Übernachtung anbietet.
 
 
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Ein älterer, schweigender Typ im Rollstuhl mit Bandage am Kopf isst Zitronen mit Salz oder Zucker als wären es Chips, Weihnachtsmusik spielt von einem alten Band, die Beleuchtung und Einstellungen sitzen, es pocht und flüstert und knirtscht und klopft im Soundtrack, der versprochene, leicht halluzinogene, sich gefühlt steigernde Fiebertraum, den ich erhofft habe, setzt wirklich ein. „Gunni“, so der Name des Bandagierten, schüttelt sich und fängt an zu bluten, Smalltalk gibt es keinen, das Gespräch über den hilfsbereiten Nachbarn, der zum Abschleppen vorbei kommen soll, zögert sich heraus und verläuft im Nichts, da scheinbar kein Nachbar auftaucht. Sam, der aufgrund seines Cholesterinwertes eine strenge Diät eingehalten hat bisher, plündert nachts den Kühlschrank und gönnt sich seine dicke Ausnahme, Gunni setzt sich dazu, beide gucken alte Animationen, Popeye und Max Fleischer Cartoons werden sehr häufig in den Film geschnitten. Weitere düstere Atmosphäre und etwas Recherche von Riley, Goony versucht zu reden, dann folgt eine surreale Alptraumszene in einer natürlich belichteten Scheune, mit einem derben Effekt und durchaus packender Inszenierung. Eine weitere Vordeutung für kommendes Grauen? Als Sam zurück in den Raum kommt, fehlt seine Freundin und er macht sich nachts, alleine, im dunklen Feld, auf die Suche nach ihr…
 
 
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Was ich bis hierhin wiedergegeben habe klingt vielleicht wie der erwartete Standardverlauf der ersten Hälfte eines 2000er-Standardslashers á la „Timber Falls“, mit naiven Protagonisten und generischen Fanatikern auf dem Land oder im tiefen Wald, stellt aber tatsächlich fast die gesamte erste Stunde dieses 2020er-Horrors mit Kunstansprüchen dar – und funktioniert aber trotzdem! Wenn „Honeydew“ an einer Stelle nämlich nicht leidet, dann ist es sein Aufbau – die gesamte erste Stunde konnte mich packen, unterhalten, neugierig machen und hat vermutlich genau so funktioniert, wie intendiert – zwar wird hier auf Plotebene auch nur Altbekanntes aufgetischt, doch die Inszenierung, das Tempo, der liebevoll-langsame Aufbau und gerade der unerwartet eigenwillige Soundtrack lassen die Zeit recht schnell vergehen, werten diesen sehr hübsch fotografierten Film stetig auf und lassen eine unheilvolle, düstere, erwartungsvolle Atmosphäre aufkommen, auf die nach 20 Jahren Standardhorror mit altbekannten Sadisten, Sekten, Fanatikern, Mutanten und Kannibalen jetzt doch sicherlich mal etwas Neues, oder zumindest subversiv anders gefärbtes folgen dürfte, oder?
 
 
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Aber nein, denn wenn „Honeydew“ ein Problem hat, und das hat er, dann ist es die unglaubliche Belanglosigkeit, Unoriginalität und Vorhersehbarkeit des gesamten dritten Aktes, der im Gegensatz zum Rest des Films nicht an Rätsel- oder Verlaufsspannung, Mysterien oder Fragezeichen interessiert ist, sondern mit einem einzigen, statischen, wenig beeindruckenden Setting und gefesselten Protagonisten ein belangloses und erbärmlich oft gesehenes Szenario und Finale runterspult, das selbst anno 2004 kaum noch jemanden mitgerissen hätte, seinerzeit aber zumindest nicht negativ aufgefallen wäre.
Lange Zeit hält der Film seine Karten also sehr nahe bei sich, übt sich in Andeutungen und Atmosphäre und weiß damit zu unterhalten, ganz ohne Jumpscares oder Gore oder allzu exzessives Editing, doch alles was zu Beginn noch spannend und neu war wird in Rekordzeit überbenutzt, nervig, repetitiv, enttäuschend und ultimativ gar prätentiös, da eine maximal simple Prämisse und Story derart aufgeblasen und rätselhaft aufgebaut wird, dass die Enthüllung nur umso enttäuschender sein kann. Unverständliches Charakterverhalten so wie ein waschechter Deus-Ex- Machina Moment aus der Mottenkiste der Genrefilmrettungen gesellen sich dazu, auch ein viiieeell zu sehr in die Länge gezogenes, auf den Teufel raus möglichst zynisches, langweiliges Ende kann da nichts mehr ausgleichen. Sieben bis Acht Punkte für die erste Hälfte bzw. Stunde also, denn hier kann man wirklich von gelungener, moderner Horrorkost mit eigenen Ideen in der Inszenierung sprechen, doch alles danach ist für jeden Genrefan leider nichts als reine, belanglose Routine.
 
 
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HONEYDEW – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Honeydew hat das belanglose Standardscript eines beliebigen 2000er-Horrorfilms, aber weiß die erste Stunde durch gekonntes Editing, einen wilden Soundtrack, eine starke Performance und gute Bilder ordentlich aufzuwerten. Jammerschade um die Technik, die Weihnachtsmusik, die Gimmicks und die Kameraarbeit also, dass nichts von Substanz hängen bleiben wird.
 
 
 


 
 
 

HONEYDEW – Zensur

 
 
 
„Honeydew“ wurde von der FSK für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben und ist komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HONEYDEW – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-On New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Honeydew; USA 2020

Genre: Horror, Thriller, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 106 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer-Show, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 25.06.2021

 
 

Honeydew [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

HONEYDEW – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Abbildungen stammen von I-On New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Timber Falls (2007)
 
What the Waters Left Behind (2017)
 
Escape from Cannibal Farm (2017)
 
Dark Paradise (1988)
 
Spell (2020)
 

Filmkritik: „The Evil Next Door“ (2020)

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THE EVIL NEXT DOOR

(ANDRA SIDAN)

Story

 
 
 

Eine kleine Patchwork-Familie muss bemerken, dass in der leerstehenden Doppelhaushälfte neben ihnen etwas nicht mit rechten Dingen zu sich geht.

 
 
 


 
 
 

THE EVIL NEXT DOOR – Kritik

 
 
 
Der simple Gruselhorror hat schon so manch einer Generation das Fürchten gelehrt. Umso subtiler es dabei zur Sache geht, desto besser – Eine Eigenschaft, die erst James Wan mit seinem „Insidious“ wieder massentauglicher gemacht hat. Seitdem boomt der Geisterhorror wie selten zuvor und von diesem Kuchen wollen natürlich nicht nur die Amis etwas abhaben. So bekommt man mit „The Evil Next Door“ einen skandinavischen Vertreter geboten, der stark im Zeichen der Vorbilder schwimmt, dabei jedoch leider kaum eine eigene Handschrift erkennen lässt.
 
 
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Shirin zieht mit ihrem neuen Freund Fredrik zusammen. Er bringt den fünfjährigen Lucas mit in die Beziehung, der erst vor kurzem seine Mutter verloren hat. Zusammen beziehen sie eine Doppelhaushälfte und hier soll das neue Familienleben beginnen, doch von vornherein scheint es so, als wäre etwas Böses in der Luft. Scheinbar ist die andere, leerstehende Doppelhaushälfte doch nicht so leer und es dauert nicht lange, bis Shirin bemerkt, dass etwas hinter Lucas her ist. Ein Kind, das imaginäre Freunde hat, Türen, die sich von alleine öffnen oder schließen, unheimliche Geräusche und Gestalten, die dann doch nicht vorhanden sind, wenn man sie scheinbar gesehen hat. „The Evil Next Door“ erfindet das Rad keineswegs neu und das ist das größte Problem vom Werk. Nicht, dass die Story innovativ sein müsste, aber wenigstens hätte das Drehbuch ein paar mehr eigenständige Ideen haben dürfen. Stattdessen gibt es altbekannte Zutaten, mit denen man mittlerweile sicherlich keinen Freund vom Grusel mehr hinterm Ofen hervorlockt. Genauso abgedroschen ist das Spiel mit der Einblendung „Basierend auf wahren Begebenheiten“. Wen interessiert das mittlerweile noch? Erst recht bei einem solchen Werk fühlt sich das doch arg belanglos an. Hinzu gesellt sich dann noch eine Auflösung, die lange zuvor vorhersehbar ist und sich quasi ankündigt. Hier wird leider dann auch der ansonsten recht bodenständige Ton zerstört. Es bleibt also festzuhalten, dass das Drehbuch nicht gerade die Stärke von „The Evil Next Door“ darstellt.
 
 
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Dafür bekommt man immerhin eine ganz anständige Atmosphäre geboten. Die Skandinavier sind ja eher für ihre düsteren, ruhigen Krimis bekannt. Das Regie-Duo Tord Danielsson und Oskar Mellander, das sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeigte, war zuvor eher in Serien involviert und liefert hier seinen ersten Langfilm ab. Der Inszenierung kann man dabei kaum Vorwürfe machen. Das schielt zwar alles sehr offensichtlich auf das große Vorbild der amerikanischen Gruselfilme, ist handwerklich aber dennoch solide gemacht. Die Bilder sind schön düster und die Atmosphäre erzeugt zuweilen schon gut gemachten Grusel. Mit billigen Jumpscares hält man sich zum Glück zurück und erschafft so tatsächlich ein paar nette Schockeffekte mit altmodischen Mitteln. So richtig unheimlich wird das zwar eher selten, aber da es konsequent düster zur Sache geht und der Spuk überwiegend subtil bleibt, kommt man als Fan von solchen Werken schon auf seine Kosten. Dass es kaum Effekte zu sehen gibt, passt da ganz gut. Das ist alles relativ simpel, aber teilweise doch effektiv gestaltet.
 
 
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Dass es nicht spannender wird, liegt vor allen Dingen an mangelnden Hintergründen, denn so richtig tiefgründig mag die Geschichte nicht werden und die Figurenzeichnung nimmt sich ein Beispiel daran. Zwar kann man sich über die Darsteller nicht beklagen, aber die Charaktere erreichen eben keine Tiefe. Dilan Gwyn macht ihre Sache als einzige, echte Hauptrolle solide, Linus Wahlgren ist ebenfalls in Ordnung und der kleine Eddie Eriksson Dominguez kann sogar mehr überzeugen, als man vermuten könnte. Sonstige Rollen sind kaum vorhanden und immer nur sehr klein angelegt. Das Wort „klein“ trifft aber sowieso ganz gut auf „The Evil Next Door“ zu. Langeweile kommt selten auf und dem düsteren Treiben zu folgen, ist schon ganz unterhaltsam, doch es mangelt etwas an Spannung und Highlights kann man fast keine ausmachen. Überwiegend plätschert das gemütlich vor sich hin, wobei das Tempo auf keinen Fall verkehrt ist. Dafür ist die Laufzeit mit nicht mal 90 Minuten auch zu kurz geraten.
Der Score begleitet das Geschehen passend, aber wenig eindrucksvoll.
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THE EVIL NEXT DOOR – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
„The Evil Next Door“ ist der nächste Nachschub für Grusel-Hungrige. Wer vom simplen Spuk nicht genug bekommen kann, wird hier schon fündig, wobei es gar nicht mal so wirkt, als hätte man es mit einem skandinavischen Vertreter zu tun. Das Ergebnis könnte so auch direkt aus Amerika stammen. Genau hier liegt das größte Problem vom Film: „The Evil Next Door“ besitzt keine eigene Handschrift und eifert zu sehr seinen Kollegen nach. Das Ergebnis kann sich aus handwerklicher Sicht sehen lassen, besitzt solide Darsteller und manch eine gekonnt gestaltete Szene, aber insgesamt wird dem Freund solcher Filme hier einfach viel zu wenig Neues geboten. Das fängt bei einer Handlung an, die es so schon zig Male gegeben hat und endet bei Szenen, die man so ebenfalls in gefühlt tausenden von Streifen gesehen hat. Schlecht gemacht, ist das nun wirklich nicht, nur eben so wenig originell, wie der Titel schon vermuten lässt. Wer aber wirklich vollkommen auf solche simplen Grusler abfährt, wird sich wenigstens nicht langweilen!
 
 
 


 
 
 

THE EVIL NEXT DOOR – Zensur

 
 
 
„The Evil Next Door“ wurde von der FSK für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben und ist komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE EVIL NEXT DOOR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Andra sidan; Schweden 2020

Genre: Thriller, Horror, Grusel

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Schwedisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer-Show, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 25.06.2021

 
 

THE EVIL NEXT DOOR [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

THE EVIL NEXT DOOR – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Abbildungen stammen von SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Insidious (2010)
 
Ring (2002)
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 

Filmkritik: „A Hard Day“ (2014)

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A HARD DAY

(KKEUT-KKA-JI-GAN-DA)

Story

 
 
 

Nachdem seine Mutter gestorben ist und sein Büro auf Korruption untersucht wird, überfährt Polizist Go-Gun-su aus Versehen einen Mann und verstrickt sich so in ein Netz aus Gewalt, Rache und brüllend komischen Momenten, das er nie hätte kommen sehen können.

 
 
 


 
 
 

A HARD DAY – Kritik

 
 
 
Ein einladend intensives Menü mit hämmernden Trommeln leitet die Sichtung des neuesten Thrillers von Kim Sung-hoon ein, dessen Katastrophenthriller „Tunnel“ 2016 rund 70 Millionen Dollar erwirtschaftete. Eingestellt auf Action und adrenalingetriebene Szenen voller Kampfeinlagen dürfte der Zuschauer sich allerdings nicht enttäuscht, sondern subversiv unterwandert sehen – denn ja, der Puls schnellt in die Höhe – aber nicht, weil wir es hier mit einem Actionfilm zu tun haben.
 
 
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Licht dringt durch eine zugedeckte, vermutlich verbuddelte Platte und nach wenigen Minuten subtilen Opening Credits folgt direkt die Titlecard, nach weiteren wenigen Minuten geschieht nun auch ohne weitere Verzögerung der Autounfall, der die Handlung in die Gänge kommen lässt: Lee Sun-kyun, bekannt allerspätestens aus „Parasite“, spielt hier Go-Gun-su, einen Polizist bei der Mordkommission, der auf der nächtlichen Fahrt von der Arbeit zu der Beerdigung seiner Mutter einen Mann überfährt – und prompt entscheidet, die Leiche im Kofferraum zu verstecken.
 
 
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Diese, zugegebenermaßen häufig gesehene Prämisse der Fahrerflucht/vertuschsten Straftat/korrupten Polizei könnte sich nun todernst, realistisch und möglichst düster ausspielen, geht aber ganz bewusst andere Wege: Die erste Hürde, eine Alkoholkontrolle, lädt sich als Spannungsmoment auf und gipfelt in einer kurzen, aber gut choreographierten Actionszene, stellt die Polizisten, wie in südkoreanischen Filmen fast schon üblich, aber gleichzeitig als sehr witzige Idiotentruppe dar. Als dann auch noch die IAD das gesamte Polizeipräsidium auf Korruption untersucht und ich mich durch die Paarung von Bassläufen und Schlagzeug im Soundtrack, verbunden mit irrwitzig spannenden, aber auch schwarzhumorig-witzigen Szenenabläufen tatsächlich an „Jerks“ erinnert gefühlt habe, offenbart sich endgültig die sehr gelungene Tonalität dieses Projekts: Eine Thrillerkomödie, eine immer wieder ziemlich schwarze Groteske, ein geerdeter und realistisch anmutender Film mit überzeugenden und ernst zu nehmenden Performances, der trotzdem dauerhaft ein breites Grinsen auslöst.
 
 
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Dass es durch einen handfesten, wenn auch etwas blassen Antagonisten und mehr Hintergrundinformationen tatsächlich noch dramatisch wird und die Sympathien auf der Seite des Protagonisten liegen, obwohl er anfänglich wenig unterstützenswert wirkt, ist dabei ein erwarteter und wenig origineller Kunstgriff, fügt sich aber erneut erstaunlich gut in den flüssigen Verlauf und das solide Pacing des Films ein. Obwohl die Reise dieser rund 100 Minuten Spaß macht und wie aus einem Guß wirkt, so mangelt es ihr an Herausstellungsmerkmalen – denn die Inszenierung ist so sehr auf realistisches Licht, unauffälligen Schnitt und erwartete Perspektiven bedacht, dass eine eigene Handschrift, eine herausstechend kreative oder eigene Inszenierung, leider völlig auf der Strecke bleibt.
 
 
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Die Technik stimmt dabei zu jeder Sekunde, Soundtrack und Effekte überzeugen, das Schauspiel der oftmals etwas eindimensionalen Charaktere fällt nie negativ auf und fast jede der Spannungs- oder Comedyszenen konnte zünden, doch das Gefühl, fast jede dieser Situationen, Dialoge oder Storybeats schon einmal sehr ähnlich gesehen zu haben, konnte ich trotzdem nicht losschütteln. Die geballte Starpower des koreanischen Casts beinhaltet dabei u.a. Cho Jin-woong aus „The Handmaiden“ von Park Chan-wook oder Jeong Man-sik, den man aus dem ebenfalls sehr empfehlenswerten „The Yellow Sea“ kennen kann, doch so sehr die jeweiligen Szenen schauspielerisch ausgefüllt werden, so wenig in Erinnerung bleiben leider die meisten Charaktere. Eine dicke Empfehlung für einen teilweise extrem wizigen, teilweise extrem spannenden Film mit guten Ideen, amüsanten Verstrickungen und genereller Kurzweil von vorne bis hinten kann also definitiv gegeben werden, doch durch fehlende Eigenständigkeit, Originalität oder auch nur eine Vision, die es gerade optisch nicht genau so bereits x-male gibt, mit kaltem Licht und ohne neuen Flair, schießt „A Hard Day“ leider sehr knapp an den Acht Punkten vorbei.
 
 


 
 
 

A HARD DAY – Fazit

 
 
7 Punkte Final
 
 
Sehr spannende, unheimlich lustige Thrillerkomödie mit einigen grandiosen; und keinen Füllerszenen, aber auch höchst langweiliger Optik und vielen häufig Gesehenen Plotpoints.
 
 
 


 
 
 

A HARD DAY – Zensur

 
 
 
„A Hard Day“ wurde von der FSK für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben und ist komplett ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

A HARD DAY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kkeut-kka-ji-gan-da; Südkorea 2014

Genre: Thriller, Action, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Koreanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 110 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer-Show, Trailer

Release-Termin: KeepCase: 14.05.2021

 
 

A Hard Day [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

A HARD DAY – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Abbildungen stammen von Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Parasite (2019)
 
The Host (2006)
 
Mother (2017)
 
Stuck (2007)
 

Filmkritik: „Zombie Invasion War“ (2012)

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ZOMBIE INVASION WAR

(RISE OF THE ZOMBIES | DEAD WALKING)

Story

 
 
 
Die altbekannte Zombie-Apokalypse ereilt die Filmwelt mal wieder. Eine Gruppe Überlebender versucht auch weiterhin lebendig zu bleiben.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE INVASION WAR – Kritik

 
 
Ein Zombiefilm aus der Produktionsschmiede „The Asylum“ ist nun wirklich nichts, worauf die Filmwelt gewartet hat. Da „Zombie Invasion War“, der im Original „Rise of the Zombies“ heißt, jedoch als Bonusfilm bei „The Last Exorcist“ beilag, hat sich der Schreiber dieses Textes dann doch an das billige Werk gewagt. Und siehe da – Hat man keine Erwartungen, wird man hier gar nicht mal enttäuscht, denn von „The Asylum“ hat man schon deutlich Schlimmeres gesehen.
 
 
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Das Geschehen startet mitten in der Zombie-Apokalypse, welche sich weltweit ausgebreitet hat. Ein paar Überlebende flüchten nach Alcatraz in der Hoffnung hier sicher zu sein. Aber weit gefehlt, denn die Zombies können sogar schwimmen. Ein Gerücht macht zudem den Umlauf, dass ein Wissenschaftler ein Heilmittel gefunden hätte. Deshalb macht sich die Gruppe auf den gefährlichen Weg, um herauszufinden, ob etwas Wahres daran ist. Die Story stellt natürlich nichts Besonderes dar und bietet denselben Einheitsbrei, wie nahezu alle dieser billigen Zombiestreifen. Die Apokalypse wird nicht vorbereitet, sondern ist sofort vorhanden. Diesen Einstieg kennt man in- und auswendig. Auch der Strang um das Heilmittel ist nicht besonders originell, aber immerhin leicht kreativ. Das Drehbuch besitzt eigentlich keinerlei eigene Ideen, verwendet die bekannten jedoch gar nicht mal so schlecht. Es ist nicht gänzlich uninteressant der simplen Story zu folgen und ein paar recht skurrile Ideen hatte man immerhin auch noch.
 
 
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Eine recht große Überraschung stellen die Effekte dar, denn wer schon mal etwas von „The Asylum“ geschaut hat, denkt natürlich sofort an billige Animationen aus dem Computer. Davon besitzt auch „Zombie Invasion War“ eine ganze Menge, was gleich der Anfang mit einem Autounfall klar macht, aber er hat darüberhinaus doch noch mehr zu bieten. Gerade was den Splatter betrifft, so gibt es eine gar nicht mal so geringe Menge an handgemachten Effekten zu betrachten. Diese sehen ordentlich aus und vor allen Dingen geht es schön splatterig zur Sache. Der Gorehound kommt voll auf seine Kosten und selbst wenn das nicht alles hübsch aussieht, hätte man hier doch viel weniger erwarten dürfen. Sogar die Zombies sehen insgesamt ganz okay aus. Aus handwerklicher Sicht kann man also zufrieden sein. Die Inszenierung von Nick Lyon erfüllt ihren Zweck. Die Bilder wirken zwar manchmal etwas zu künstlich auf dunkel getrimmt und manche Hintergründe könnten gar nicht offensichtlicher aus dem Computer stammen, aber insgesamt hat man sich auf visueller Ebene schon etwas mehr Mühe gegeben.
 
 
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Außerdem kann man wohl behaupten, dass die Atmosphäre ihren Zweck erfüllt. „Zombie Invasion War“ ist weniger trashig, als man beim Namen „The Asylum“ denken könnte. Zwar kommt manchmal etwas unfreiwillige Komik auf, wenn man eben die billigen Effekte sieht oder sich manch dusselige Charaktere mit bescheidener, deutscher Synchronisation unterhalten, aber insgesamt war man doch bemüht ernsthaft zu wirken. Dies gelingt dem Werk erstaunlich gut. Das ist immer noch Trash, aber keiner, den man sich anschaut, um sich darüber lustig zu machen. Mit richtigem Horror hat das selbstverständlich wenig zu tun und die 90 Minuten Laufzeit besitzen spätestens in der zweiten Hälfte so langsam ihre Längen, doch große Langeweile kommt eher selten auf. Es ist meistens genügend los und es gibt genug Action, die dann eben auch für eine ordentliche Portion Gore sorgt.
 
 
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Nicht mal über die Darsteller kann man sich hier großartig beklagen, wobei jedem klar sein sollte, dass man da nicht viel erwarten darf. Mariel Hemingway geht als toughe Frau klar, French Stewart könnte dem einen oder anderen aus der Fernsehlandschaft bekannt vorkommen und LeVar Burton bringt sogar ein wenig schauspielerische Klasse mit ins Geschehen. Natürlich wird fleißig mit Danny Trejo geworben (wohl der Grund, weshalb „Zombie Invasion War“ als Bonusfilm bei „The Last Exorcist“ mit drauf war) und in diesem Falle ist das zum Glück mal keine riesige Mogelpackung, weil Trejo schon eine richtige Nebenrolle verkörpert (selbst wenn das nur in der ersten Hälfte der Fall ist). Wirklich leisten kann er dabei kaum, aber wenn man ihn sonst gerne sieht, wird das auch hier der Fall sein. Unter den Zombies befinden sich dann auch noch ein paar bekanntere Namen. So ist es z.B. witzig, dass der Musiker Ted Nugent einen Zombie spielt. Fällt zwar nicht wirklich auf, ist aber dennoch ein amüsantes Gimmick. Die Figurenzeichnung ist selbstverständlich reichlich schlicht und funktioniert nicht wirklich, doch auch hier kann man immerhin behaupten, dass die Macher bemüht waren. So versucht man noch eine tragische Geschichte mit zu verarbeiten und selbst wenn die Charaktere überwiegend uninteressant sind, so stören sie gar nicht mal so sehr.
 
 


 
 
 

ZOMBIE INVASION WAR – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Zombie Invasion War“ ist zwar kein toller Film, aber gerade im Hinblick darauf, dass er von „The Asylum“ stammt, ist er hochwertiger, als man erwarten durfte. Zwar befinden sich viele Effekte auf dem gewohnt billigen Niveau und sehen grauenvoll aus, aber gerade im Splatterbereich gibt es einige handgemachte Effekte zu sehen, die gut geraten sind. Außerdem ist der Gore-Gehalt echt nicht verkehrt. Die Story hat man in der Form definitiv schon zu oft gesehen, aber ein paar Ideen waren trotzdem nicht schlecht. Das ist alles etwas zu langatmig, um wirklich gut unterhalten zu können und trotzdem kann man sich das Treiben gut anschauen. Die Darsteller sind okay und mit der Inszenierung kann man ebenfalls leben. Außerdem funktioniert die Atmosphäre ganz gut, denn „Zombie Invasion War“ ist nicht so lächerlich-trashig, wie manch andere Asylum-Produkte. Dass hier etwas Mühe vorhanden war, kann man jedenfalls bemerken und wer sich Zombie-Allesschauer nennt, macht mit „Zombie Invasion War“ gar nicht mal so viel verkehrt!
 
 


 
 
 

ZOMBIE INVASION WAR – Zensur

 
 
 
Alle deutschen Veröffentlichungen von „Zombie Invasion War“ sind trotz 18er-Freigabe nur geschnitten erhältlich. Nur Anbieter 84 Entertainment hat ein ungeprüftes Mediabook mit der kompletten Filmfassung herausgebracht.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE INVASION WAR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Great Movies (Blu-ray im KeepCase – cut)

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(c) White Pearl Movies | Daredo (Blu-ray im KeepCase – cut; als Bonusfilm beiliegend)

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(c) 84 Entertainment (Blu-ray + DVD im Mediabook auf 999 Stück limitiert – uncut)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rise of the Zombies; USA 2012

Genre: Horror, Thriller, Trash

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover | Mediabook

Extras: Original-Trailer (Eng. DD 2.0) [01:24 Min.], Making-Of (Eng. DD 2.0) [05:01 Min.], Gag-Reel | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 12-seitiger Buchteil

Release-Termin: KeepCase (cut): 25.06.2021 | Mediabook (uncut): 14.10.2013 | KeepCase (cut – Bonusfilm): 30.04.2021

 

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ZOMBIE INVASION WAR – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei 84 Entertainment | Great Movies | White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Day of the Dead – Bloodline (2017)
 
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Filmkritik: „Benny Loves You“ (2019)

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BENNY LOVES YOU

Story

 
 
 

Jack ist ein Muttersöhnchen Mitte 30 und muss sich bald einer dämonischen Kraft stellen, die in seinem Lieblingsstofftier Benny steckt.

 
 
 


 
 
 

BENNY LOVES YOU – Kritik

 
 
 
Puppen mörderisches Leben einzuhauchen, ist seit „Chucky“ eine beliebte, kleine Nische im Horrorbereich. Wenn es dann aber auch noch um Stofftiere geht, findet man nicht besonders viele Exemplare. Das dachte sich scheinbar auch Karl Holt und so drehte er „Benny Loves You“. Wer schwarzen, britischen Humor zu schätzen weiß und es nicht zu ernst braucht, bekommt einen recht amüsanten Beitrag zur Horrorkomödie, die nichts Weltbewegendes darstellt, aber kurzweilig zu unterhalten vermag.
 
 
benny loves you
 
 
Jack lebt mit 35 Jahren noch immer bei seinen Eltern und will dort auch nicht weg. Erst als sie auf tragische Art und Weise ums Leben kommen, muss der Spielzeugdesigner lernen auf eigenen Füßen zu stehen. Dass Jack dabei große Unterstützung erhalten soll, kann er anfangs noch nicht ahnen, aber sein Stofftier Benny, welches er als Kind liebte, entwickelt ein mörderisches Eigenleben und Benny macht jedem den Garaus, der sich Jack in den Weg stellt. Doch daraus ergeben sich natürlich auch einige Probleme für Jack. Viel Gehalt besitzt diese Handlung natürlich nicht, immerhin dreht es sich lediglich um ein mordendes Stofftier. Der Zuschauer braucht da jetzt auch nicht mit großen Wendungen oder geistreichen Ideen zu rechnen, aber trotzdem wirkt „Benny Loves You“ nicht so, als hätte man das Szenario schon tausende Male gesehen. Mit einer simplen Grundidee erreicht das Werk eine gewisse Eigenständigkeit und obwohl diese für einen Langfilm etwas zu monoton ausfällt, gelingt es Karl Holt, der das Drehbuch selbst schrieb, doch mit dem ein oder anderen Einfall für Kurzweil zu sorgen.
 
 
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Sowieso war der britische Regisseur, der zuvor lediglich mal einen Kurzfilm drehte, die treibende Kraft hinter „Benny Loves You“, denn er schrieb nicht nur das Drehbuch, führte Regie, produzierte das Werk, sondern er übernahm auch gleich die einzige, richtige Hauptrolle. Ziemlich viele Posten, aber das bemerkt man dem Streifen niemals negativ an. Der größte Schauspieler wird aus Holt sicherlich nicht, aber er macht seine Sache doch charismatisch genug und es fällt gar nicht wirklich auf, dass er dabei nicht viel schauspielert. Von den restlichen Darstellern sollte man ebenfalls nicht zu viel erwarten. Claire Cartwright dient als sympathisches Love-interest und geht dabei klar, alle anderen tauchen immer nur mal kurz auf. Das ist weder besonders einprägsam, noch wirklich schlecht gespielt. Die Figurenzeichnung erfüllt dabei ihren Zweck, ist sicher ziemlich schnell vergessen, funktioniert für die Dauer von gut 90 Minuten Laufzeit jedoch. Und mit Benny hat man immerhin ein recht markantes Stofftier kreiert, welches gerade deshalb so gut wirkt, weil es so simpel gehalten wurde. Der Spruch „Benny liebt dich“ geht einem nach der Sichtung sicherlich nicht mehr so schnell aus den Gehörgängen.
 
 
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Als Regisseur enttäuscht Holt ebenfalls nicht, wobei man natürlich ein Faible für die günstigeren B-Movies besitzen sollte. Dass kein riesiges Budget vorhanden war, ist nämlich manchmal klar erkennbar und trotzdem macht „Benny Loves You“ dann doch noch relativ viel daraus. Die Inszenierung ist manchmal schön verspielt und sogar die wenigen Horror-Elemente wurden ganz gut realisiert. In erster Linie geht es dem Werk jedoch um Humor und hier werden die Geschmäcker mal wieder deutlich auseinander gehen. Insgesamt geht es doch recht albern zur Sache und längst nicht jeder Gag zündet. Trotzdem werden besonders Freunde vom britischen, schwarzen Humor manchmal auf ihre Kosten kommen, denn davon bietet die gesamte Atmosphäre einiges. Das ist mal einfach nur total blöd und manchmal schön böse. Es reicht zwar nicht zum großen Spaß, aber amüsante Passagen besitzt „Benny Loves You“ definitiv. Für etwas Splatter wird ebenfalls gesorgt, aber die Freigabe ab 18 Jahren ist besonders aufgrund des albernen Themas etwas überzogen. Trotzdem fließt genug Blut und die Effekte gehen meist in Ordnung und stammen nur manchmal etwas zu sichtbar aus dem Computer. Der Score ist okay, kann jedoch nicht in Erinnerung bleiben.
 
 


 
 
 

BENNY LOVES YOU – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
Wer auf Puppenhorror abfährt, bekommt mit „Benny Loves You“ eine schwarzhumorige Mischung irgendwo zwischen „Chucky“ und „Meet the Feebles“ geboten. Die Story ist enorm simpel, wird aber immerhin mit ein paar kreativen Ideen angereichert. Die Darsteller gehen in Ordnung, die Inszenierung erfüllt ihren Zweck und allgemein ist der Film handwerklich doch überraschend hochwertig für den B-Movie-Bereich. Spannung kommt zwar keine auf, aber man wird doch recht kurzweilig unterhalten. Damit dies der Fall sein kann, muss man allerdings den Humor mögen, der eine Mischung aus albern, schwarz, naiv und böse bietet. Selbst wenn die größten Lacher ausbleiben, kann man sich ganz gut amüsieren. Leider bleibt das große Blutbad jedoch aus und nicht jeder Effekt sieht gut aus, insgesamt aber kann man mit den Tricks gut leben. „Benny Loves You“ ist nicht unbedingt ein Anwärter auf den nächsten Kultfilm, aber er ist durchaus solide gemacht!
 
 
 


 
 
 

BENNY LOVES YOU – Zensur

 
 
 
Dass es in „Benny Loves You“ nicht gerade zimperlich zugeht, zeigt auch die Bewertung der FSK. Diese hat der Horrorkomödie eine Erwachsenenfreigabe attestiert. Die Veröffentlichung ist ungeschnitten und besitzt den roten FSK-Flatschen. Sammler können bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

BENNY LOVES YOU – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray + DVD im Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Benny Loves You; Großbritannien 2019

Genre: Horror, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 94 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray + DVD im Mediabook

Extras: 24-seitiges Booklet, Poster, Trailer, Retro Trailer, Teaser, Behind the Scenes, Deleted Scenes

Release-Termin: Mediabook: 16.07.2021

 

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BENNY LOVES YOU – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Chucky – Die Mörderpuppe (1988)
 
Meet the Feebles (1989)
 
The Happytime Murders (2018)