Filmkritik: „Cosmic Sin – Invasion im All“ (2021)

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COSMIC SIN – INVASION IM ALL

(COSMIC SIN)

Story

 
 
 
In ferner Zukunft ist es den Menschen gelungen fremde Planeten zu besiedeln. Doch damit macht man sich auch außerirdische Feinde.
 
 
 


 
 
 

COSMIC SIN – Kritik

 
 
„Cosmic Sin – Invasion im All“ ist der nächste „Das-Gesicht-von-Bruce-Willis-ist-fett-auf-dem-Cover-zu-sehen“ Reißer, der früher am ehesten hartnäckige Videotheken-Gänger interessiert hätte. Viel zu erwarten, ist beim Namen Willis mittlerweile sowieso nicht mehr und so bekommt man das, was vorherzusehen war. Einen langweiligen Science-Fiction-Actioner, bei dem man niemals das Gefühl loswird, dass hier niemand so richtig Lust auf das Ganze hatte.
 
 
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Im Jahr 2524 haben die Menschen mehrere Planeten besiedelt. Ausgerechnet auf dem Mars kommt es nun zu Komplikationen, denn hier soll eine Schlacht mit einer außerirdischen Intelligenz stattfinden. Diese Spezies ist in der Lage den Körper der Menschen zu infizieren und nutzt den Wirt dann für seine Zwecke. General Ford, der einst eine ganze rebellische Mars-Kolonie ausgelöscht hatte, bekommt den Auftrag, diese Gefahr abzuwenden. Doch das wird nicht so einfach. Einfach hingegen macht es sich das Drehbuch. Hier werden einfach zahlreiche Ideen anderer Vorbilder in einen Topf geworfen, man rührt lieblos um und dabei kommt dann eine Story wie die von „Cosmic Sin“ heraus. Mit Hintergründen gibt man sich bedeckt und so wirklich erklärt, wird hier eigentlich gar nichts. Nun muss man bei einem B-Movie sicher mit keiner ausgefeilten Geschichte rechnen, aber etwas lustvoller hätte diese Story schon erzählt werden dürfen. Das wirkt alles sehr austauschbar und die Filmwelt kann damit garantiert nicht bereichert werden.
 
 
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Bei der Inszenierung kommt dem Zuschauer auch am ehesten das Wort „Lustlos“ in den Sinn. Sicherlich war das Budget nicht besonders hoch und das kann der Film kaum verbergen, aber mit etwas mehr Kreativität lässt sich auch aus geringen Mitteln etwas zaubern. Wie diese Zukunft hier dargestellt wurde, ist an Einfallslosigkeit kaum zu überbieten. Das Treiben könnte auch direkt ein paar Jahre nach unserer Zeit spielen. Regisseur Edward Drake, der mit am Drehbuch schrieb und in nächster Zeit gleich drei weitere Filme mit Bruce Willis herausbringen wird, scheint eher wie am Fließband zu arbeiten, achtet dabei aber nicht besonders auf Qualität. Die Actionszenen sind unübersichtlich und völlig unspannend geraten. Außerdem machen sie visuell einfach nichts her. Die Effekte, von denen es übrigens nicht besonders viele zu sehen gibt, sind allerdings ganz okay ausgefallen und wirken selten zu billig. Die handwerkliche Arbeit kann das jedoch kaum auf den Durchschnitt hieven.
 
 
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Wenn man schon mit dem Wort „lustlos“ um sich schmeißt, kann man auch gleich zu den Darstellern kommen. Bruce Willis macht mal wieder das, was er im letzten Jahrzehnt am besten konnte: Sich in einer belanglosen Nebenrolle bewegen, bei welcher er durchaus gelangweilt wirkt und überhaupt nichts machen muss. Frank Grillo, der erst vor kurzem so positiv in „Boss Level“ auffiel, macht es dem alten Actionstar glatt nach und liefert eine belanglose Leistung ab. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die Darsteller nichts gegen die platte Figurenzeichnung unternehmen können. In „Cosmic Sin – Invasion im All“ bekommt niemand ein richtiges Profil spendiert und nicht mal der Feind wirkt in irgendeiner Art und Weise markant. Deshalb ist man auch froh, wenn man diese Figuren nach 88 Minuten Laufzeit schnell wieder vergessen darf. Am ehesten überzeugen da noch Costas Mandylor und Lochlyn Munro, aber wirklich reißen kann hier echt niemand etwas.
 
 
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Der Unterhaltungswert taugt im Endeffekt leider kaum etwas. Das Treiben beginnt schon relativ lahm und dies kann man im weiteren Verlauf nicht steigern. Es gibt zwar Action zu sehen, aber sie wirkt obligatorisch. Als hätte man die Actionszenen nur eingebaut, weil das ja erwartet wird. Das stumpfe Geballer lässt jedenfalls niemals Spannung aufkommen. Sowieso bekommt man kaum mit, was hier Einleitung, Hauptteil und Finale darstellen soll. So langweilt man sich durch die, immerhin normal gehaltene, Laufzeit. Die Atmosphäre lässt dabei niemals richtige Stimmung entstehen. Es fehlt an Witz, an Coolness, an Tiefe, an Bedrohung. Der austauschbare Score rundet das dann passend ab, lässt sich aber noch anhören.
 
 
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COSMIC SIN – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
„Cosmic Sin – Invasion im All“ ist eine schrecklich öde Angelegenheit geworden, bei der man sich als Zuschauer fragt, ob hier überhaupt ein einziger Beteiligter irgendwie Lust auf die ganze Sache hatte. Das Problem fängt schon bei der lahmen Story an, die zwar bei vielen Vorbildern abkupfert, daraus aber niemals etwas Gutes kreieren kann. Die Darsteller brauchen sich keinerlei Mühe zu geben, die Inszenierung wirkt zwar relativ sauber, besitzt jedoch keinen kreativen Anstrich und die Atmosphäre könnte belangloser gar nicht sein. Dass das nicht unterhaltsam sein kann, sollte keine Überraschung darstellen. Es mangelt einfach an Ideen, es fehlt an einer brauchbaren Figurenzeichnung und selbst wenn man auf Science-Fiction abfährt, bekommt man hier visuelle Lustlosigkeit par excellence geboten. Ein paar Effekte sind okay, aber das war es dann auch schon. Rein qualitativ noch okay, aber wirklich grauenvoll langweilig!
 
 


 
 
 

COSMIC SIN – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Cosmic Sin – Invasion im All“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

COSMIC SIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Dolphin Medien & Beteiligungs GmbH | Koch Films (Blu-ray im KeepCase mit Schuber)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cosmic Sin; USA 2021

Genre: Thriller, Action, Abenteuer, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Schuber und Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow, Slideshow

Release-Termin: KeepCase: 12.05.2021

 

Cosmic Sin – Invasion im All [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

COSMIC SIN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Dolphin Medien & Beteiligungs GmbH | Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blade Runner (1982)
 
Ghosts of Mars (2001)
 

Filmkritik: „Sleepless Beauty – Gefangen im Albtraum“ (2020)

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SLEEPLESS BEAUTY – GEFANGEN IM ALBTRAUM

(YA NE SPLYU)

Story

 
 
 
Nach einem gescheiterten politischen Attentat wird die nichtsahnende, junge Mila entführt und wacht verängstigt in einem abgeriegelten Raum auf, in dem ihr Leben alsbald zum Alptraum mutiert.
 
 
 


 
 
 

SLEEPLESS BEAUTY – Kritik

 
 
Auf die Chance hin, hier eine internationale Außenseitermeinung einzunehmen: Meine Güte, was für ein verstörender, fieser, auswegsloser, alptraumhafter Streifen doch, meine Güte, was war ich mitgenommen. Und doch: Der vierte Langfilm des russischen Regisseurs Pavel Khvaleev ist kein wirklich „guter“ Film, kein clever geschriebenes, doppelbödiges, oder auch nur logisches Meisterwerk. Aber wenn er klappt, dann so richtig. Das durchaus gelungene Coverdesign der deutschen Blu-ray schmückt auch das Menü, in dem wir direkt russischen Synthiewave mit weiblichen Gesang lauschen, der inhaltlich wohl bereits über Hoffnungslosigkeit und Misstrauen reflektiert.
 
 
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In relativ schäbiger Qualität kriegen wir herangezoomtes Material einer feierlichen Museumseröffnung zu sehen, als plötzlich ein Schuss fällt und sich das Video als live im Darkweb gestreamt offenbart – im Chat herrscht Enttäuschung, da das Ziel des Attentats überlebt hat. Die beobachtende Kälte künstlicher Linsen wird in der ansprechend inszenierten Exposition nun fortgeführt, da mehrere Überwachungskameras unsere Protagonistin Mila, überzeugend gespielt von Polina Davydova, nun beim Kauf eines Fisches für ihren Vater, sowie der Ankunft in ihrem recht schäbigen Mietshaus, filmen. Sobald wir keinem Material diegetischer Kameras mehr folgen, setzt zum Glück auch moderner, stimmiger HD-Look mit behutsam kadrierten Aufnahmen ein, bevor Mila nach knappen 10 Minuten höchst effektiv ausgeknockt und entführt wird.
 
 
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Und wie in ideenlosen, eintönigen, niedrig budgetierten Genrefilmen fast schon üblich, wacht Mila nun in einem bunker/keller-ähnlichem Raum auf, aus dem sie so schnell nicht mehr herauskommt und in dem nun ein Großteil des Films spielen wird. Doch während das bei besagten innovationslosen Langweilern ein Grund zum baldigen Abschalten wäre, so weiß „Sleepless Beauty“ um die Limitierungen seiner Inszenierung und nutzt darum einen Clou, der sich deutlich vom Rest abhebt. Zuerst einmal tut es das grundsätzliche Level des Films schon, denn der Online-Livestream hat einen, soweit ich das nachvollziehen konnte, durchaus realistischen und nicht durchschaubar geschriebenen Chatbereich mit allerlei abfälligen bis schockierten oder gar gelangweilten Reaktionen, das Setting wird durch eine gruselige Raumatmo, regelmäßiges Piepen, Rauschen, Pochen und Flimmern audiovisuell bestens unterstützt, unsere Hauptdarstellerin scheint hilflos ausgeliefert, unschuldig und weder selber schuld, noch unsympathisch und die sadistischen Spiele, mit denen Mila u.a. gefoltert wird, sind üblicherweise rein psychischer, nicht physischer Natur.
 
 
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Wer also eine exploitativ halbnackte junge Frau leiden sehen wollte, die aufgeschnitten oder gar vergewaltigt wird, um sich zu rächen oder auch nicht, der wird hier enttäuscht werden. Doch diese oberflächliche Ebene der Verstörung und des ziellosen Horrors ist es nicht, die in diesem Film vorherrscht. Das Böse sitzt tiefer. Nach 19 Minuten Film und der Vorstellung der Grundprämisse beginnt das eigentliche Märtyrium und zeitgleich die Ermittlungsarbeit der Polizei, Letzteres geerdeter und realistischer, als Ersteres. Und dann, ein „Saw“ nicht unähnlich sadistisches Spiel später, geschieht es das erste Mal: Ich hab mich erschrocken, war schockiert, kurz panisch, habe pausiert und durchgeatmet. Geht es jetzt etwa derart höllisch und mich packend weiter? Noch nicht ganz – nach dem gelungenen Einstieg und Teaser der absoluten Hölle folgt nun die vermutlich schwächste, wenn auch kurze und immer noch solide Phase des Films, da nun weder in den – teils ganz kreativ geschriebenen – Demütigungen bzw. „Spielen“, die mit Mila getrieben werden, noch in der Ermittlungsarbeit im Mietshaus allzu viel passiert, oder nach vorne getrieben wird. Zudem muss zu diesem Zeitpunkt, nach Tagen der Folter und Entführung, mal festgehalten werden, dass der Titel des Films, „Sleepless Beauty“, imo darum total fehl am Platz ist, weil der Film selber die Idee der Schlafentzugs-Folter nie weiter aufgreift oder erklärt und Mila auch nach Tagen der Folter, des Stresses und des angeblichen nicht-Schlafen-Könnens unbewacht auf dem Boden rumliegt, aber es trotzdem schafft, die Augen offen zu halten?
 
 
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Aber gut, das Hinterfragen der Logik ihrer Situation bzw. der Details einiger Szenen schadet eher, was dafür keinesfalls schadet, das ist fast alles von nun an. Denn hat man die generischeren Szenen geschafft, die sich zwischen 20 Minuten Exposition und 10 Minuten marginal enttäuschendem Ende tummeln, so bleibt nur noch das Main Meat, die größte Stärke dieses russischen Brainfucks. Und ohne diese zu spoilen, kann ich nur preisgeben dass ich die Hölle gesehen habe, und das sie kein angenehmer Platz ist. Nein, diese übersexualisierte, fleischige Vision von endlosem Schmerz, dem Zyklus unentrinnbar riesiger, Dali bis Giger bis Clive Barker-esquer Architektur endlosen Leidens und Schmerzens, so drückend mit irrem Sounddesign und hallenden Schreien inszeniert, verwoben in diese äußerst greifend intensiv abgefuckt hoffnungslose Situation der Entführung und Folter, ist nichts anderes als mutig und gar innovativ. Noch in keinem Film habe ich, ohne dass das Genre leicht gewechselt wird oder es für sich steht, eine solche Sequenz mit einem solchen Gänsehaut-Faktor in einem Horrorfilm gesehen und seit etwa einem Jahr hab ich auch keinen Film mehr gesehen, der eine solch viszerale, physische „Fight or flight“-Reaktion getriggert hat.
 
 
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Guckt diesen Film alleine, guckt ihn im Originalton, guckt ihn auf großer Leinwand und mit Headset oder aufgedrehter Anlage – schafft man es, über die Genrekonventionen und ggf. aufkeimenden Logikprobleme hinwegzugucken, wird man hier mit einer Grenzerfahrung konfrontiert, die keine Splatter-FX oder typische Exploitation nötig hat, um druckvoll einen immerhin durchschnittlichen Plot auf ein ganz anderes Niveau zu heben, nur durch die Inszenierung.
 
 


 
 
 

SLEEPLESS BEAUTY – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
Wie alltägliche Genrekost wirkender und anfangender Horrorfilm, der sich nach und nach als höllischer Alptraum entpuppt. Nicht ohne Logikfehler, aber sehr gut inszeniert und gespielt, mit kraftvollem Sounddesign, starkem Soundtrack, gekonnten Bildern und absolutem Verstörfaktor, wenn man für „sowas“ empfänglich ist. Unfassbar knapp noch 8/10.
 
 


 
 
 

SLEEPLESS BEAUTY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Sleepless Beauty – Gefangen im Albtraum“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 18 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

SLEEPLESS BEAUTY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) M-Square Pictures / daredo (Soulfood) (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ya ne splyu; Russland 2020

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Russisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 84 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 28.05.2021

 

Sleepless Beauty – Gefangen im Albtraum [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

SLEEPLESS BEAUTY – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei M-Square Pictures / daredo (Soulfood) )

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Experiment Killing Room (2009)
 
Truth or Dare (2012)
 

Filmkritik: „Knuckledust“ (2020)

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KNUCKLEDUST

Story

 
 
 
Als ein geheimer Underground-Fight-Club von der Polizei hochgenommen wird, findet diese dort haufenweise Leichen vor. Nur ein Mann hat das Gemetzel überlebt, aber ist er der Täter oder ein Opfer?
 
 
 


 
 
 

KNUCKLEDUST – Kritik

 
 
Genauso wie Quentin Tarantino, hat auch Guy Ritchie einen eigenen Stil entwickelt, der gerne kopiert wird. Das bemerkt man z.B. sehr an einem Werk wie „Knuckledust“. Hier schreit einfach alles nach den ersten Filmen von Ritchie. Originalitätspreise lassen sich damit sicher nicht gewinnen, aber wenn man seine Erwartungen etwas herunterschraubt, bekommt man doch einen ganz unterhaltsamen Film zu sehen.
 
 
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Nachdem die Polizei einen Notruf erhalten hat, stürmt sie den geheimen Fight-Club namens Knuckledust. Selbst wenn es normal ist, dass es dort blutig zur Sache geht, ist es doch seltsam, dass nur Leichen vorgefunden werden. Lediglich ein namenloser Mann hat das Gemetzel überlebt und wird nun verhört. Dabei erzählt er nach und nach von einer unglaublichen Geschichte. Die Erzählweise ist nicht neu: Am Anfang bekommt der Zuschauer zu sehen, wie das schrille Szenario endet – Doch wie es soweit kommen konnte, wird erst durch Rückblenden klar. „Knuckledust“ benutzt dieses Konzept, setzt es aber relativ eigenständig um, weil man am Anfang doch schon sehr viel gezeigt bekommt und fast schon komplett im Bilde ist. Um die Story dann weiterhin interessant zu halten, hat man sich einige Wendungen einfallen lassen, die okay sind, aber nicht gerade durch Glaubwürdigkeit oder Realismus punkten. Besonders am Ende übertreibt man es doch etwas zu sehr. Insgesamt kann man mit der Geschichte aber leben, weil es ein paar gute Ideen gibt und das Ganze doch einigermaßen ambitioniert erzählt wird.
 
 
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Regisseur James Kermack, der sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeigte, ist eher als Schauspieler tätig (in einer kleinen Rolle ist er hier ebenfalls zu sehen). „Knuckledust“ ist erst sein dritter Langfilm und dass das Budget eher geringer gewesen sein dürfte, kann man gut erkennen. So sind die Schauplätze eher weniger interessant und auch der Underground-Club macht optisch nicht so viel her. Leider wirkt das teilweise alles etwas billig, aber mit der gut gemeinten Inszenierung kann Kermack das teilweise wett machen. Charaktere mit Namen einzublenden, ist zwar kein neues Stilmittel, Zeichentrick-Elemente einzubauen ebenfalls nicht und allgemein kopiert Kermack eher seine Vorbilder, aber er macht das mit einem gewissen Stil und teilweise kann er damit schon punkten.
 
 
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Ähnlich ergeht es der Atmosphäre. Hier spürt man am ehesten das große Vorbild Guy Ritchie, denn immer wieder bringen die Figuren lustige Sprüche. Das ist manchmal arg doof und wirkt viel zu gewollt, bringt aber eine lockere Note mit ins Geschehen und teilweise macht das dann tatsächlich etwas Spaß. Der Coolness-Faktor ist kaum gelungen, weil er es sehr stark darauf anlegt besonders toll zu sein, aber immerhin kommt es so zu ein paar bizarren Szenen, die am ehesten den Trash-Fan befriedigen werden. An der Actionfront gibt es leider nicht so viel zu berichten. „Knuckledust“ besitzt seine Fights, die jetzt nicht wunderschön choreographiert wurden, jedoch ihren Zweck erfüllen. Es sind allerdings nicht sonderlich viele und wenn man sich teilweise die Handlung durchliest, könnte man hier deutlich mehr erwarten. Es geht dem Werk fast mehr um die Comedy-Anteile und zum Ende hin widmet man sich immer mehr der unglaubwürdigen Geschichte. Über eine gewisse Laufzeit hinweg, kann das doch recht gut unterhalten, selbst wenn keinerlei Spannung aufkommt. Mit seinen rund 100 Minuten Laufzeit offenbart „Knuckledust“ jedoch ein paar Längen und etwas kürzer hätte man das ruhig gestalten können. Dafür ist der Soundtrack ganz cool.
 
 
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Bleiben noch die Darsteller, die ihre Sache doch einigermaßen gut machen, was erfreulich ist. Moe Dunford kann die Hauptrolle ganz gut stemmen und kommt mit einem gewissen Charisma daher. Kate Dickie ist ebenfalls nicht schlecht. Dann gibt es eine Reihe von etwas bekannteren Gast-Auftritten. Darsteller wie Phil Davis und Guillaume Delaunay sind leider viel zu kurz zu sehen, können aber immerhin für kurze Zeit einen Eindruck hinterlassen. Camille Rowe agiert ganz passend und vom eindrucksvollen Olivier Richters hätte man gerne auch noch mehr gesehen. Die Figurenzeichnung versucht markant zu sein und mit den karikativen Charakteren gelingt das teilweise auch, aber wirklich lange wird hier niemand in Erinnerung bleiben. Dafür ist das dann doch zu sehr gewollt und nicht ikonisch genug.
 
 


 
 
 

KNUCKLEDUST – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Knuckledust“ besitzt eine recht verspielte Inszenierung, die zwar am ehesten von ihren Vorbildern zehrt, sich aber doch stilsicher gibt. Aus handwerklicher Sicht ist das alles etwas billiger, aber nicht unbedingt schlecht gemacht. Die Story wirkt anfangs simpel, bekommt hinterher unnötig viele Wendungen spendiert, die nicht gerade glaubwürdig erscheinen, das Treiben aber immerhin nie zu eintönig werden lassen. Über die Darsteller kann man sich nicht beklagen und die Figurenzeichnung ist teilweise ebenfalls nicht so schlecht. Was den Coolness-Faktor betrifft, so darf man sich jedoch streiten, denn das wirkt schon alles sehr hart gewollt und funktioniert deshalb nicht wirklich. Obwohl die Atmosphäre relativ amüsant ist, erfüllt sie ihren Zweck nur bedingt. Mehr Action wäre auch nicht verkehrt gewesen, obwohl die vorhandene okay aussieht. Mit großer Brutalität sollte man allerdings nicht rechnen und ein paar Längen haben sich ebenfalls eingeschlichen. Alles in einem knapp über dem Durchschnitt und sicher kein schlechter Versuch, aber deutlich ausbaufähig!
 
 


 
 
 

KNUCKLEDUST – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Knuckledust“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

KNUCKLEDUST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Knuckledust; Frankreich | Großbritannien 2020

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 30.04.2021

 

Knuckledust [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

KNUCKLEDUST – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Tournament (2009)
 
Snatch – Schweine und Diamanten (2000)
 
Rock N Rolla (2008)
 

Filmkritik: „Growl – Er riecht Deine Angst“ (2019)

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GROWL – ER RIECHT DEINE ANGST

(CUERDAS | PREY)

Story

 
 
 
Wie gefährlich ein tollwütiger Hund werden kann, muss die querschnittsgelähmte Elena am eigenen Leib erfahren. Kann sie sich gegen das aggressive Tier verteidigen?
 
 
 


 
 
 

GROWL – Kritik

 
 
Neben zahlreichen Insekten-Variationen, gehört der Hund wohl zum beliebtesten Geschöpf, wenn es um Tierhorror geht. Das Subgenre hat ein paar Klassiker wie „Cujo“ hervorgebracht und wird gerne variiert, aber so bodenständig, wie es in „Growl – Er riecht Deine Angst“ zur Sache geht, sieht man Hundehorror auch nicht alle Tage. Obwohl das begrüßenswert ist, stellt sich der Film damit teilweise leider selbst ein Bein.
 
 
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Seit einem Autounfall ist Elena querschnittsgelähmt und die Lust am Leben hat die junge Frau ebenfalls verloren. Ihr Vater versucht ihr so gut wie möglich zu helfen, aber die Beziehung ist schon seit langer Zeit sehr angespannt, was mit der Vergangenheit zu tun hat. Elena bekommt einen belgischen Schäferhund an ihre Seite gestellt, der sie unterstützen soll, außerdem hat ihr Vater ein Haus auf dem Land präparieren lassen. Doch als sich der Hund mit einer gefährlichen Krankheit infiziert, wird er plötzlich sehr aggressiv und schon bald ist Elena auf sich alleine gestellt.
Die Prämisse einen tollwütigen Hund gegen eine junge Frau, die im Rollstuhl sitzt, antreten zu lassen, klingt vielversprechend, aber auch schwierig. Da braucht man schon eine menge Ideen, um ein solches Szenario interessant zu halten. Genau hier liegt dann auch die größte Schwäche von „Growl“, denn diese Vielzahl an Ideen hatte man nicht. Man baut noch ein paar surreale Ebenen mit ein, aber es ist nicht schwer zu erkennen, dass diese lediglich zum Strecken dienen. Die Hintergrundgeschichte hätte man jedenfalls auch anders erzählen können. Immerhin war man hier bemüht und hat sich etwas einfallen lassen. Außerdem ist es nicht verkehrt, dass der Zuschauer nur stückchenweise Informationen erhält, denn so weiß man nach der Einleitung noch längst nicht alles über die vergangenen Geschehnisse.
 
 
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Sowieso ist der gesamte Anfang vielversprechend. Das erste Drittel baut sich langsam auf und wirkt alles andere als stumpf. Da bekommt das Drama überraschend viel Platz eingeräumt und vor allen Dingen wirken die wenigen Figuren sehr glaubwürdig. „Growl“ kommt mit nur vier Darstellern aus und lediglich Paula del Río bekleidet eine Hauptrolle. Sie macht ihre Sache doch sehr brauchbar und mimt das alles relativ glaubwürdig. Die anderen Darsteller sind ebenfalls solide, aber man sieht nicht viel von ihnen. Natürlich wäre da dann noch der belgische Schäferhund, der für den Horror sorgen soll. Es ist immer erfreulich, wenn man mit echten Tieren arbeitet und nicht irgendwelche Computeranimationen zu sehen bekommt. Der Hund wurde gut dressiert und liefert ab, allerdings erweckt der Begriff Hundehorror dann doch etwas zu hohe Erwartungen, denn der Hund steht gar nicht mal so oft im Fokus und sorgt eher nur für die bedrohliche Prämisse. Wenn der Schrecken startet, konzentriert man sich auf ihn, aber danach kann er nur noch mal im Finale einen Eindruck hinterlassen. Das ist leider etwas zu wenig.
 
 
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Sowieso fällt Regisseur und Mitschreiber am Drehbuch José Luis Montesinos nicht genug ein, um das Treiben interessant zu halten, weshalb der Unterhaltungswert nach dem ersten Drittel auch relativ schnell sinkt. Es ist nicht besonders spannend Elena minutenlang dabei zu verfolgen, wie sie mit ihrem Rollstuhl durch die Wohnung fährt. Wenn dann sogar noch eine weitere Figur auftaucht, wird diese zu schnell verpulvert. Hier hätte man für mehr Spannung sorgen können. Das Finale bekommt dann zwar zum Glück wieder die Kurve, doch der gesamte mittlere Teil ist viel zu arm an Highlights. Es geschieht nicht viel, das Tempo ist zu gering und ob man den Nebenstrang um die verstorbene Schwester nun gut findet oder nicht, stellt wohl am ehesten Geschmackssache dar.
 
 
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Die Inszenierung ist allerdings nicht verkehrt und rein qualitativ kann „Growl – Er riecht Deine Angst“ schon einen guten Eindruck hinterlassen. Dass der Film eher simpel und schlicht wirkt, stört bei dem Szenario nicht. Die Schauplätze erfüllen ihren Zweck und die Kamera fängt alles gut ein, selbst wenn sie ruhig etwas dynamischer zur Sache hätte gehen dürfen. Die Atmosphäre ist recht trocken, besitzt keine auflockernden Zutaten und besteht im Endeffekt aus mehr Drama, als gedacht. Dies wäre an sich nicht verkehrt gewesen, nur enttäuscht eben der Horror-Anteil etwas. Dass es kaum Effekte zu sehen gibt und das Treiben relativ harmlos daherkommt, macht die Sache ebenfalls nicht aufregender. Der meistens recht dezent eingesetzte Score kann allerdings überzeugen.
 
 


 
 
 

GROWL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Growl – Er riecht Deine Angst“ ist wirklich gut gemeint und macht am Anfang viel richtig. So schlicht die Story auch ist, man hat einen funktionierenden Hintergrund eingeräumt, die Figurenzeichnung wirkt niemals zu banal und die Darsteller taugen ebenfalls etwas. Außerdem setzt man einen echten Hund ein, der in ein paar Szenen Eindruck hinterlässt. Nur leider eben in zu wenigen. Im gesamten mittleren Teil steht der Hund völlig im Hintergrund und daraus resultiert dann ab und zu gepflegte Langeweile. Hier hätte es neben mehr Spannung und mehr Action vor allen Dingen mehr Ideen gebraucht. Gute Einfälle waren zwar vorhanden, manche fährt man aber auch relativ konsequent an die Wand. Schade, denn obwohl „Growl“ wirklich sehenswerte Momente besitzt, kommt er so über den Durchschnitt kaum hinaus. Fans des Hundehorrors können aber dennoch einen Blick riskieren, denn gut gemacht ist der Film durchaus!
 
 


 
 
 

GROWL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Growl – Er riecht Deine Angst“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

GROWL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot Le Fou (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Cuerdas; Spanien 2019

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 87 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 07.05.2021

 

Growl – Er riecht Deine Angst [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

GROWL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Pierrot Le Fou)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cujo (1983)
 
Rottweiler (2004)
 
The Breed (2006)
 

Filmkritik: „Hard Kill“ (2020)

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HARD KILL

Story

 
 
 
Ein geheimes Projekt bedroht das Leben vom CEO Chalmers, denn Terroristen wollen sich daran zu schaffen machen. Ex-Marine Miller soll mit seinem Team helfen.
 
 
 


 
 
 

HARD KILL – Kritik

 
 
Die Zeiten, in denen Bruce Willis für Qualität stand, sind längst vorbei. Mittlerweile hat es sich der einstige Actionheld gemütlich gemacht, schaut in Filmen gerne mal als Nebenrolle vorbei, aber die Werbetrommel für günstige B-Movies ist dann groß, weil man ja eine hochkarätige Besetzung vorzuweisen hat. Selbst wenn die Nebenrolle klein ist, sieht man auf dem Cover dann ganz groß den Kopf von Willis abgebildet. Kommt einem bekannt vor? Ja sicherlich, denn die Ähnlichkeiten zu einem Steven Seagal sind nicht von der Hand zu weisen. Nur war Seagal niemals so lange ein großes Tier in Hollywood, wie einst Bruce Willis. Die Erwartungen an einen neuen Film mit dem „Stirb langsam“ Star dürfen dann gerne mal geringer ausfallen und echte Vorfreude dürfte bei einem Titel wie „Hard Kill“ bestimmt auch nicht aufkommen. Dabei ist der Film qualitativ gar nicht mal so schlecht geraten, nur leider ist er eben reichlich langweilig.
 
 
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Der milliardenschwere CEO Chalmers hat ein Problem. Er hat ein geheimes Projekt angeleitet und weiß als einziger das Passwort dafür. Ein Terrorist namens „Der Prediger“ würde sich gerne an diesem Projekt vergreifen, denn damit könnte er die Welt ins Chaos stürzen. Also braucht Chalmers Hilfe und diese bekommt er vom Ex-Marine Miller, der ihn mit seinem Team beschützen soll. Doch wie so oft werden falsche Spiele gespielt und am Ende guckt der Gute wieder in die Röhre. Die Handlung würde eigentlich noch als brauchbar durchgehen, wäre sie nicht so unglaubwürdig. Besonders nervig ist es, wenn die Gegner sich völlig dämlich anstellen und überhaupt keine Bedrohung darstellen können. Leider ist das hier der Fall. Das Drehbuch bleibt recht simpel, geht für einen Actionfilm jedoch in Ordnung und so uninteressant bereitet man die Sachen gar nicht mal auf. Das bringt dem Film im Endeffekt nur einfach nicht viel, weil der Draht zu den Charakteren fehlt.
 
 
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Es ist immer schade, wenn die Bösewichte nicht gut besetzt sind und „Hard Kill“ besitzt mit dem Prediger einen völlig langweiligen Kontrahenten. Selbst wenn Sergio Rizzuto okay spielt, ist seine Zeichnung so öde, dass man keine Lust an seiner Rolle verspüren kann. Seine bewaffneten Männer sind meist sowieso nur mit Maske zu sehen und bringen somit null Wiedererkennungswert mit sich. Zusätzlich machen sie es den „Guten“ viel zu leicht und verhalten sich wie Computer-Bots auf dem Schwierigkeitsgrad „einfach“. Am ehesten überzeugt Jesse Metcalfe, den manch ein Zuschauer vielleicht noch als Gärtner aus der Serie „Desperate Housewives“ kennen könnte. Man nimmt ihm die Actionrolle sogar halbwegs ab und er gibt sich hier engagiert. Bruce Willis selbst bekleidet natürlich mal wieder nur eine Nebenrolle, ist aber gar nicht mal so wenig zu sehen und macht seine Sache routiniert. Dafür braucht man kein großes Talent, aber seine Performance war in den letzten Jahren sicher schon mal gelangweilter. Die restlichen Darsteller sind soweit allesamt okay. Hier fällt niemand besonders positiv, noch negativ auf und die Leistungen sind brauchbar. Es harpert im Endeffekt am ehesten an der Figurenzeichnung, denn diese ist zu nichtssagend. So stellt sich ein Mitfiebern mit den Protagonisten von Anfang an ein und ob hier jemand stirbt oder am Leben bleibt, ist schlichtweg egal.
 
 
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Regisseur Matt Eskandari und Bruce Willis scheinen mittlerweile ein Team geworden zu sein, denn „Hard Kill“ ist bereits die dritte Zusammenarbeit der Beiden in kurzer Zeit. Aus rein handwerklicher Sicht kann man diesem B-Movie dann auch gar keine so großen Vorwürfe machen. Die Kulissen sind in Ordnung und die Inszenierung erfüllt ihren Zweck. Die recht lange Einleitung gestaltet sich als halbwegs interessant, nur wenn es dann zur Sache gehen müsste, enttäuscht der Streifen. Es wird zwar ab und zu geballert, aber die Action wurde lustlos umgesetzt und lässt keinerlei Spannung aufkommen. Sowieso wirkt die Prämisse von Minute zu Minute unglaubwürdiger und Eskandari gelingt es einfach nicht, das Szenario packend zu gestalten. So langweilen die etwas zu langen, knapp 100 Minuten Laufzeit auf Dauer doch zu sehr. Dass die Action zudem so gut wie keinerlei Gewalt parat hält, ist da nicht gerade förderlich. Immerhin ist der Score noch ganz brauchbar und dass man auf zu viel doofen Humor verzichtet hat, wertet die Atmosphäre noch minimal auf.
 
 
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HARD KILL – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Abgesehen davon, dass Bruce Willis „Hard Kill“ weder auf- noch abwertet, bekommt man hier das, was zu erwarten war. Ein B-Movie, welches man nicht gesehen haben muss, welches rein handwerklich aber doch gar nicht mal so schlecht erscheint. Die Inszenierung ist nicht verkehrt und die Kulissen wissen zu überzeugen. Außerdem sind die Darsteller in Ordnung. Ansonsten kann man jedoch wenig positive Worte darüber verlieren. Mit der simplen Story kann man noch leben, aber der Figurenzeichnung mangelt es völlig an markanten Typen, so dass hier einfach jeder egal erscheint. Packende Action gibt es nicht zu begutachten, Spannung erst recht nicht und Gewalt ebenfalls nicht. Das ist alles ziemlich langweilig und besitzt keinen Mehrwert. Das Resultat ist zwar überhaupt nicht ärgerlich, weil ein paar Qualitäten vorhanden sind, nur bringt das dem Zuschauer wenig, wenn er einfach nicht gut unterhalten wird und deshalb kann es für „Hard Kill“ auch keine Empfehlung geben!
 
 


 
 
 

HARD KILL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Hard Kill“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

HARD KILL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) EUROVIDEO MEDIEN (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Hard Kill; USA 2020

Genre: Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 98 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Making Of, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 20.05.2021

 

Hard Kill [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

HARD KILL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Assault – Anschlag bei Nacht (1976)
 
Survive the Night (2020)
 

Filmkritik: „Honest Thief“ (2020)

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HONEST THIEF

Story

 
 
 
Dass es gar nicht so leicht ist, sich als gesuchter Bankräuber einfach mal so zu stellen, beweist „Honest Thief“, in welchem Liam Neeson einen herzensguten Kriminellen mimen darf.
 
 
 


 
 
 

HONEST THIEF – Kritik

 
 
Seit „96 Hours“ so ein großer Erfolg war, spielt Liam Neeson gefühlt jedes Jahr eine ähnliche Rolle in einem Mainstream-Actionthriller. Sich erst so spät zum Actionhelden zu entwickeln, ist ungewöhnlich, aber Neeson hat damit Erfolg und die Zuschauer werden es scheinbar auch nicht müde, ihn in solchen Rollen zu sehen. Nun darf man da wohl kaum noch Innovationen erwarten und „Honest Thief“ macht es dem Zuschauer extrem leicht, bietet sich nebenbei aber dennoch als solide Unterhaltung an.
 
 
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Tom Dolan ist ein Bankräuber und zwar ein sehr erfolgreicher. Über viele Jahre hinweg hat er Banken ausgeraubt und dabei eine beträchtliche Summe von neun Millionen Dollar ergaunert. Doch als er eines Tages die richtige Frau kennenlernt, will sich Dolan stellen. Von dem Geld hat er sowieso nie etwas ausgegeben, weil seine Beweggründe für die Raubzüge andere waren. Doch es ist gar nicht so leicht, dass einem die Behörden Glauben schenken. Zusätzlich gerät Dolan ausgerechnet an zwei korrupte Agents, die das Geld lieber für sich behalten wollen. Und schon geht ein Katz- und Mausspiel los. Die Handlung ist weder gut, noch wirklich schlecht. Viele Zutaten kommen einem bekannt vor und trotzdem gelingt es der Story das einigermaßen eigenständig zu verkaufen. Der Zuschauer sollte sicherlich kein großer Fan von Logik sein, denn manche Dinge wirken einfach wenig plausibel und konstruiert wirkt das Gesamtpaket ebenfalls. Dennoch funktioniert das unter dem Aspekt der Mainstream-Unterhaltung doch ganz gut und gerade weil die Herangehensweise nicht immer völlig vorhersehbar ist, folgt man der Geschichte auch ganz gerne.
 
 
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Natürlich liegt dies mit an Liam Neeson, der sich überhaupt nicht anstrengen muss und das tut, was er in zig anderen Filmen zuvor schon getan hat, der dabei aber so routiniert und souverän wirkt wie halt immer. Man schaut Neeson gerne zu und er liefert das ab, was man erwartet. Zusätzlich ist der Rest der Besetzung nicht verkehrt. Kate Walsh bleibt zwar doch sehr belanglos, besitzt jedoch die richtige Ausstrahlung und Jeffrey Donovan ist einfach charismatisch. Jai Courtney spielt nicht unbedingt einen besonders markanten Bösewicht, geht aber in Ordnung und in einer (leider viel zu kleinen) Rolle gibt es noch Robert Patrick zu sehen. Über das schauspielerische Niveau kann man sich im Endeffekt kaum beklagen. Dass die Figurenzeichnung simpel und eher plakativer Natur sein wird, ist bei Filmen dieser Art fast zur Selbstverständlichkeit geworden. Die Sache mit dem herzensguten Kriminellen macht es dem Zuschauer nun auch arg leicht. So richtig störend ist das allerdings kaum, weil es „Honest Thief“ dennoch gelingt gewisse Sympathien entstehen zu lassen.
 
 
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Außerdem ist die Inszenierung dann doch ganz gut gelungen. Der überwiegend als Produzent tätige Mark Williams hat dem Werk ein hübsches Tempo verliehen. Während anfangs noch etwas die Ruhe herrscht und sich das Szenario erst ein wenig einleiten muss, ist nach dem ersten Drittel stetig Tempo mit dabei. Von einem richtigen Actionthriller kann man dabei zwar eher weniger sprechen, weil es dafür einfach an Menge von Action fehlt, aber trotzdem ist überwiegend etwas los. Ein paar Verfolgungen per Auto, ein paar Schießereien und auch kurze Kämpfe sind zu sehen. Dabei bleibt es zwar recht zahm, aber ein paar blutige Momente sind enthalten. Sowieso ist die Atmosphäre eher auf Feel-Good-Unterhaltung ausgelegt, weshalb nicht mal das kitschige Ende stört. Jedenfalls ist das handwerklich alles ganz schick gemacht, der Unterhaltungswert besitzt mit seinen 90 Minuten Laufzeit (ohne Abspann) keinerlei Längen und der Score lässt sich ebenfalls gut anhören.
 
 

 
 


 
 
 

HONEST THIEF – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Mit „Honest Thief“ gibt es auch in diesem Jahr wieder einen typischen Neeson-Mainstream-Thriller zu sehen, der einfach typisch ist für diesen Darsteller. Die Herangehensweise ähnelt vielen anderen Werken von vorher schon enorm und trotzdem besitzt die Story eigenständige Ideen und ist gar nicht so schlecht, wenn man es mit der Logik nicht so eng sieht. Die Darsteller überzeugen und die Inszenierung enttäuscht ebenfalls nicht. Das ist zwar selten so richtig spannend, bleibt insgesamt eher zahm und besitzt jetzt auch nicht gerade die originellste Figurenzeichnung, aber dafür bekommt man sympathische, lockere Thriller-Unterhaltung geboten, die ein paar nette Actionszenen besitzt und das Herz am rechten Fleck trägt. Zwar darf man das gerne belanglos nennen und man muss es sicher nicht mögen, aber der Unterhaltungswert spricht für sich!
 
 


 
 
 

HONEST THIEF – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Honest Thief“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 12 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

HONEST THIEF – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Concorde Home Entertainment | LEONINE (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Honest Thief; USA 2020

Genre: Action, Drama, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englsich DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 99 Minuten

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Featurette (5:44 Min.), Interviews mit Cast & Crew, Liam Neeson (Tom) und Kate Walsh (Annie) (4:42 Min.), Mark Williams (Regie) (9:43 Min.), Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 01.04.2021

 

Honest Thief [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

HONEST THIEF – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Concorde Home Entertainment | LEONINE)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
96 Hours – Taken 2 (2012)
 
Run All Night (2015)
 
The Commuter (2018)
 
Hard Powder (2019)
 

Filmkritik: „Boss Level“ (2021)

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BOSS LEVEL

Story

 
 
 
Die nächste Variante vom Murmeltier: Ein Veteran findet sich in einer Dauerschleife wieder, in der man ständig versucht ihn umzubringen. Nur was es damit auf sich hat, weiß unser Protagonist lange Zeit nicht.
 
 
 


 
 
 

BOSS LEVEL – Kritik

 
 
Es ist schon erstaunlich, was „Und täglich grüßt das Murmeltier“ in den 90ern erreicht hat, denn die Geschichte der Zeitschleife wird auch knapp 30 Jahren später immer wieder neuinterpretiert. Egal ob als Science-Fiction-Kriegsfilm wie „Edge of Tomorrow“ oder sogar als Slasher wie „Happy Deathday“. Die echt simple Prämisse ist aber auch einfach reizvoll und „Boss Level“ gelingt es nun, der Erzählweise ein paar weitere Facetten abzugewinnen.
 
 
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Ohne irgendwelches Vorwissen wird der Zuschauer sofort in eine Prämisse geworfen, in welcher er Roy bei der morgendlichen Routine zuschaut. Diese sieht so aus, dass er erst mal einen Angreifer abwehren muss und kurz danach auch schon von einem Helikopter aus beschossen wird. Roy erklärt schnell was Sache ist: Er macht diesen Tag schon eine gefühlte Ewigkeit durch und stirbt er, beginnt das Spiel einfach von vorne. Warum das Ganze stattfindet, weiß Roy nicht, nur dass es mit seiner Ex Jemma zu tun haben muss, die an einem geheimen Projekt der Spindel der Osiris arbeitete. Um mehr zu erfahren, muss Roy zunächst überleben. Das Grundprinzip ist alles andere als neu, wird aber zumindest erfrischend verpackt und mit einigen Merkmalen des Videospiels bereichert. Meistens beginnen Filme der Marke „Murmeltier“ damit, dass man jeden Tag erneut mit dem Protagonisten erlebt. „Boss Level“ steigt einfach mitten ein und erklärt die Dinge erst hinterher. Das sorgt schon mal für Abwechslung. Etwas Neues hat das Drehbuch dabei kaum zu erzählen und mit Hintergründen gibt man sich arg bedeckt, aber was für eine größere Logik erwartet man bei einem solchen Film auch schon? Sicherlich hätte man manchmal für etwas authentischeren Tiefgrund sorgen können, doch im Großen und Ganzen überzeugt das Drehbuch mit halbwegs originellen Ideen und mit einem anfangs enorm flotten Tempo.
 
 
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Der Start ist echt grandios gestaltet, setzt aber auch sofort sehr hohe Erwartungen. Die ersten zehn Minuten sind an Geschwindigkeit und Gags kaum noch zu überbieten. Das geht alles dermaßen schnell, dass man sich nahezu überrannt fühlt, aber dieses Gefühl macht mächtig Laune. Stilmittel wie die Stimme aus dem Off und Anspielungen auf Videospiele funktionieren auf Anhieb gut. Danach geht „Boss Level“ jedoch so langsam vom Gas und mit einigen Rückblicken verleiht man der Geschichte mehr Hand und Fuß. Spätestens in der zweiten Hälfte sorgt das manchmal für ein paar Längen, denn das starke Anfangstempo kann nicht gehalten werden und nicht jede kleine, ruhige Szene hätte es zwangsläufig gebraucht. Dafür gestaltet sich das letzte Drittel dann etwas anders, als erwartet und das offene Ende passt irgendwie ganz gut. Wenn man hier auf die Kacke haut, dann macht man das auch richtig, was sich in den vielen Actioneinlagen zeigt. Bereits der Anfang macht keine Gefangenen. Da werden munter Köpfe abgeschlagen, Körper mit Kugeln oder anderen Dingen durchsiebt und es dürfen viele Gegenstände in die Luft fliegen. „Boss Level“ bietet dabei sogar überraschend hochwertige Effekte. Natürlich sieht man einigen die Herkunft aus dem Computer an, aber einiges stammt auch von Hand und über ein mangelndes Gewalt-Level kann man sich echt nicht beklagen.
 
 
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Die Freigabe ab 16 Jahren scheint trotzdem berechtigt zu sein, weil sich der Film niemals besonders ernst nimmt und eher locker daherkommt. Zu dieser Gangart passt dann auch Hauptdarsteller Frank Grillo ideal. Er gibt sich selbstironisch und wirkt von der ersten Sekunde an völlig sympathisch. Die Nebenrollen sind allerdings auch nicht zu verachten und mit Namen wie Naomi Watts und Mel Gibson darf einem da schon das Wasser im Munde zusammenlaufen. Leider macht „Boss Level“ von diesen Talenten aber nicht so viel Gebrauch, weil beide wenig zu sehen sind. Gerade bei Gibson ist das doch sehr schade. Er bekommt so seine kleinen Momente spendiert, hätte aber ruhig länger zu sehen sein dürfen. Auch Ken Jeong wird mehr oder weniger verpulvert. Dennoch macht es Freude diese Darsteller zu betrachten. Dass die Figurenzeichnung dann eher konventionell daherkommt, wird wohl die wenigsten verwundern. So schlimm ist das im Endeffekt auch nicht, weil die Charaktere ihre gewisse, markante Art besitzen und sympathisch genug sind. Sympathien gehen dann noch an den Soundtrack, der mit schön viel Rock dienen kann und zu dem ganzen Szenario ideal passt.
 
 
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BOSS LEVEL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Perfekt ist „Boss Level“ mit Sicherheit nicht, aber eine spaßige Angelegenheit hat Regisseur Joe Carnahan hier schon gedreht. Die simple Handlung macht Laune, selbst wenn sie ruhig etwas mehr Hintergrundgeschichte besitzen hätte dürfen. Wer jedoch Bock auf eine simple, sinnbefreite Actionplatte hat, der kommt auf seine Kosten, weil es oftmals kracht und es nebenbei auch noch schön deftig zur Sache geht. Mit den Nebendarstellern hätte man etwas besser umgehen können und Fans von Gibson kommen nur bedingt auf ihre Kosten, aber Frank Grillo ist schon Entschädigung genug. Zwar kann das grandiose Anfangstempo nicht gehalten werden und es kommt innerhalb der 100 Minuten Laufzeit zu ein paar Längen, doch insgesamt wird man kurzweilig, actionreich und vor allen Dingen ziemlich spaßig unterhalten. Wenn es also mal wieder stupide, aber gut gemachte Unterhaltung sein darf, ist man bei „Boss Level“ definitiv an der richtigen Adresse.
 
 


 
 
 

BOSS LEVEL – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Boss Level“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

BOSS LEVEL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) LEONINE (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Boss Level; USA 2021

Genre: Thriller, Action, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englsich DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.40:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 101 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Making Of (8:18 Min.), Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 23.04.2021

 

Boss Level [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BOSS LEVEL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei LEONINE)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Edge of Tomorrow (2014)
 
Happy Deathday (2017)
 

Filmkritik: „15 Killings – Interview mit einem Serienkiller“ (2020)

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15 KILLINGS – INTERVIEW MIT EINEM SERIENKILLER

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Story

 
 
 
Ein Neurologe besucht einen inhaftierten Serienmörder, um sein Gehirn zu untersuchen und entdeckt den Schrecken, der hinter seinen gewalttätigen Impulsen lauert.
 
 
 


 
 
 

15 KILLINGS – Kritik

 
 
Dennis Nilsen, geboren 1945, verstorben 2018, war ein schottischer, nekrophiler, homosexueller Serienkiller, dessen zahlreichen Morde an jungen Männern viel zu spät und umständlich entdeckt wurden, obwohl alle typischen Zeichen des introvertierten Mannes, der laut Film natürlich schon als Kind eine Katze erwürgt hat, seit Jahren abzulesen waren. Um sich Details zu diesem tatsächlich sehr spannenden, tragischen und furchterregenden Fall anzueignen, kann man wahlweise die (englische) Wikipediaseite lesen, oder aber knapp 100 Minuten lang diesen Film von Yianni John Dracos angucken, der nach einer Komödie Anfang der 2000er hier nun seinen ersten ernsteren Langfilm präsentiert – ich empfehle eindeutig Ersteres. Denn bei Gott, was für eine sterbenslangweilige, frustrierende und repetitive Erfahrung das Erdulden dieses Totalausfalls doch war; und das auch noch bei einer wenn auch nicht einmaligen, so doch eindeutig zur Adaption einladenden Vorlage. Aber wie so oft bei niedrig budgetierten Genrefilmen fragt man sich leider schnell, für wen diese Produktion überhaupt gemacht wurde.
 
 
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Nilsen hat seine Opfer ausschließlich stranguliert oder ertränkt, was sämtliche Gorebauern und Splatterfans, die selbst True Crime Werke in einem Akt ultimativen Zynismus für die saftigen Schauwerte gucken, zu Recht abschrecken dürfte. Hab ich zum Glück auch nie erwartet, aber auch was Würgeszenen selber angeht sollte man keinen nahegehenden Realismus á la „No Country for Old Men“ oder „Der Goldene Handschuh“ erwarten. Als realistisches, korrekt recherchiertes Charakterporträt, psychologischer Thriller internaler Traumaverarbeitung oder Biographie Nilsens von der Geburt bis zu seinem Tod taugt der Film dann auch nicht, da hier nur blitzlichtartig und unzusammenhängend in die Vergangenheit geblendet wird, während im Hier und Jetzt nur seine Morde, und somit letzten freien Jahre festgehalten wurden.
 
 
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Und wer nun also weder auf die Akkuratesse der genauen Fakten, noch auf verstörenden Gewaltszenen aus ist und, wie ich, sich auch einfach mit einem guten, unterhaltsamen Genrefilm zufrieden geben will, der hat erst so richtig verloren. Das komplett irreführende Cover mit den zahlreichen Hieb- und Stichwaffen, die im gesamten Film sowie in der Realität des Falles allenfalls als kurz gezeigte Leichenzerkleinerer zum Zuge kommen, nie aber als Mordwaffe, also komplett ignoriert, startet der Film zu unruhigen Streichern, Schwarzblenden und natürlich Hauptdarsteller Steve Bongeorno als schmierigen Protagonisten Norris, wie er in einer Bar einen blonden Jüngling beäugt. Die Musik klingt dabei tatsächlich so, als käme sie aus den Boxen der Bar, das ist aber leider auch schon das Highlight dieser Szene, die mit ihrem billigen Look, überbeleuchtetem Bild und schlimm abgemischten Atmos direkt negativ auffällt. Natürlich kommt der junge Mann mit zu Norris, eine Liebelei wird nicht gezeigt, am nächsten Morgen aber erdrosselt Norris wie erwartet sein Opfer und die Kamera dreht sich kopfüber, als wären wir in einem Noé – unerwartet und relativ effektiv, Titlecard setzt ein, Hoffnung ist da.
 
 
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Ein uninspiriertes, wenn auch professioneller aussehendes Set dient als Verhörraum, Genre- & Percy Jackson-Star Maria Olsen muss sich nun in endlos belanglosem Schulvortragsstil durch ziemlich grottigen und sinnlosen Mono/Dialog quälen, in dem sie Norris den Aufbau des gesamtem Gehirns erklärt. Warum? Weil sie durch das Interview mit ihm erzielen möchte, ihn für weitere Tests zu gewinnen, die klären, wie die Gehirne von Psychopathen beeinflusst oder aufgebaut sind. Wird das je wieder aufgegriffen, ist das wichtig für den sonstigen Film, je interessant, clever, witzig, pointiert oder allgemein relevant? Nein, absolut nicht. Maria Olsen war vermutlich für einen Tag da, hat keinen Fick gegeben, warum auch, einmal diesem Try-Hard Laiendarsteller die ausgedruckten Wikipedia Hirndefinitionen vorgelesen und ist dann wieder gefahren, der Rest ist der eigentliche Film. Schlimm, sowas. Doch auch diese gefühlt 20 Minuten unnützer Ballast würden noch keine derart niedrige Wertung rechtfertigen, würde der Rest passen. Und der Rest, das ist natürlich die verfilmte Version der Nacherzählungen seiner Morde, verschnitten mit ein paar immerhin Abwechslung bringenden Flashbacks, nur sind diese leider genau so trocken und uninteressant, wie sie sich lesen. Ob es wirklich eine komödiantisch überspitzte Nachbarin gab, die quasi jeden der Todeskämpfe und Morde in Nilsens Wohnung gehört hat, aber nie auf die Idee kam, die Polizei zu rufen, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen – abseits davon aber ist die beste Erklärung für die unendliche Ödnis, die dieser Film bietet, die ich finden konnte, die, dass bewusst gezeigt werden soll wie unendlich langweilig, repetitiv, teilweise absurd und unpointiert das Leben eines Serienkillers wie Norris ist, da wirklich wirklich nichts passiert.
 
 
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Doch auch das kann man jetzt falsch verstehen, also lasst mich erklären: Ich liebe eigentlich Filme, in denen „nichts passiert“, in denen minutenlange Stativaufnahmen vorherrschen oder die Umgebung liebevoll eingefangen wird, in denen man mit einer üblichen Inhaltsangabe kaum voran kommt. Doch Dracos versucht sich hier nicht an einem ambitionierten Arthousefilm mit philosophischem Gehalt oder zumindest überzeugender audiovisueller Inszenierung, nein, trotz einer handvoll gelungener Bilder und Posen ist es größtenteils eine fast schon dokumentarische, unkommentierte Inszenierung, in der hier Mord nach Mord, Mann nach Mann abgehandelt wird. Durch die Unbeholfenheit und optische Ähnlichkeit erinnert der Film dabei immer wieder an eine völlig nach hinten losgegangene Parodie von „The House That Jack Built“, der im Gegensatz zu diesem Werk aber entschieden bewusst komisch ist. „Wieso hat dieser introvertierte, auf den ersten Blick merkwürdige Nilsentyp denn je problemlos so viele junge Männer bekommen?“, fragt sich der geneigte Leser auch – völlig zu Recht, womit wir bei der nächsten Schauspiel- und somit auch Logikschwäche des Films wären: Der echte Nilsen war scheinbar ein verdammt charismatischer Typ, ein Charmeur, der genau wusste wie er Leute manipulieren musste. Das arme, verbitterte Würstchen als das er hier hingegen dargestellt wird, würde mit seiner Art kaum so lange so erfolgreich die Fassade aufrecht erhalten können, wie es in der Realität der Fall war. Das „gruseliger weirdo“-Schauspiel könnte dabei sogar klappen, wäre der Rest seiner Umgebung realistisch eingefangen und würde das restliche Schauspiel funktionieren – hier aber sticht Norris nicht hervor, sondern reiht sich in die unüberzeugenden, den Zuschauer ausschließenden Performances.
 
 
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Ein paar blitzlichtartige Eindrücke der Kunst, Minuten zu Stunden zu machen: Norris will seine Geschichten nicht erzählen, lässt sich aber durch Schokolade bestechen. Flashback, Norris spielt als Teenie etwas zu brutal mit seinem Hund. Flashback, Trinkszene, jeder wartet auf den anderen Schauspieler bevor er mit seiner Zeile startet, Musik fehlt auch. Flashback, Norris wird von zahlreichen Kolleginnen auf seiner Arbeit angesprochen, weicht aber stets aus. Flashback, Norris nimmt einen jungen Mann mit nach Hause, der überzeugender spielt als Bongeorno es tut, erwürgt ihn, lässt für beide ein Bad ein. Eine Vinylsammlung, die nur für eine Szene zu sehen ist und sonst wie, weist „Black Sabbath“ auf, dann läuft aber klassische Musik(?). Alles davon ist maximal durchschnittlich gespielt, nichts davon geschickt editiert oder aufregend inszeniert, nichts davon erzählt etwas Neues. Wenn mehr und mehr Leichen versteckt oder zerhackt und die Toilette runtergespült werden müssen, freut man sich nicht aufgrund der Spannung darüber, sondern weil der Film hoffentlich bald endet. 1989 hat die 21-jährige Fhiona Louise den Fall verfilmt und immerhin auf diesen Streifen, der auch noch von Arrow auf Blu-ray erschienen ist, freu ich mich nach der spannenden Wikipediaseite definitiv. Hat man sich durch die 90 Minuten gequält, endet es dann doch tatsächlich mit der Einschläferung seines Hundes (???), quälend kitschiger, bemüht epischer Musik und einer peinlichen Texteinblendung. Fuck me, die Tiefen des Kritikertums.
 
 


 
 
 

15 KILLINGS – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Ein hölzern gespielter, furchtbar geschriebener, lieblos adaptierter, todlangweiliger Serienkillerfilm ohne akribische Authentizität, tiefschichtige Charaktere, eine überzeugende Inszenierung, Spannung oder greifende Genreelemente. Ein Film ohne Handlungsfortschritt oder Charakterbögen, ohne Rätsel- oder Verlaufsspannung oder Daseinsberechtigung. Ein Film, den ich niemandem empfehlen kann.
 
 


 
 
 

15 KILLINGS – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „15 Killings – Interview mit einem Serienkiller“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 18 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

15 KILLINGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) tonpool Medien GmbH / UCM One (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 15 Killings; USA 2020

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 97 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Original Trailer, Deutscher Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 26.03.2021

 

15 Killings [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

15 KILLINGS – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei tonpool Medien GmbH / UCM One)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
A Young Man with High Potential (2018)
 
The Cold Light of Day (2012)
 

Filmkritik: „Peninsula“ (2020)

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PENINSULA

(TRAIN TO BUSAN 2)

Story

 
 
 
Der Nachfolger zum mega erfolgreichen „Train to Busan“ erzählt, wie es mit der Zombieapokalypse in Südkorea weiter geht. .
 
 
 


 
 
 

PENINSULA – Kritik

 
 
Ein großer Erfolg wird meist fortgesetzt – Diese Regel gilt nicht nur für Hollywood. Bei seinen enorm hohen Einspielergebnissen, ist es kein Wunder, dass „Train to Busan“ 2020 eine Fortsetzung spendiert bekam. Eine weitere Regel besagt zudem, dass solche zweiten Teile meist noch mehr bieten müssen. Bei „Peninsula“ wird nun genau dies zum Problem, denn der Reiz des Kritikerlieblings von 2016 bestand eben darin, dass sich das Zombie-Szenario auf engem Raum abspielte. Yeon Sang-ho wiederholt sich zwar zum Glück nicht, setzt jedoch zu sehr auf seelenlose Blockbuster-Action, die mit einem Zombiefilm kaum noch etwas gemeinsam hat.
 
 
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Der Soldat Jung-seok konnte der Zombie-Invasion auf der südkoreanischen Halbinsel gerade noch entkommen, hat dabei jedoch schwere Verluste erlitten. Vier Jahre später lebt er ein bescheidenes Leben in Hongkong, doch plötzlich melden sich ein paar Amerikaner mit einem Auftrag. Auf der Halbinsel sollen sich viele Millionen Dollar befinden und Jung-seok soll sie gemeinsam mit einem Team beschaffen. Die Hälfte der Beute soll die Belohnung sein. Doch natürlich geht alles schief und in dem Gebiet wimmelt es nur so vor Zombies. Allerdings gibt es eine weitere Bedrohung: Eine ominöse Gruppierung namens Unit 631 geht mit Menschenleben nicht gerade schonend um.
 
 
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Eine Fortsetzung von „Train to Busan“ stellt sich als schwierige Aufgabe heraus, denn einfach das Zug-Szenario zu wiederholen, wäre langweilig gewesen. Also erweitert man nun den Schauplatz auf die gesamte Halbinsel, womit man aber eben die kreative Idee des Erstlings vernichtet. Und schon hat man einen ziemlich austauschbaren Blockbuster vor sich, der vom Drehbuch her noch weniger überzeugen kann, als der ohnehin schon simple Vorgänger. Die Story erinnert nun deutlich mehr an „Mad Max 2“ und hat nicht viel zu erzählen. Ein paar Einfälle wie Kolosseumskämpfe sind zwar ganz nett, aber viel mehr hat „Peninsula“ nicht zu bieten.
 
 
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Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass die Zombies gar nicht mehr im Mittelpunkt stehen. Der neue Feind ist eher die Unit 631, die allerdings nicht so besonders interessant wirkt. Die Zombies dienen eigentlich nur noch für die Ausgangssituation und um ab und zu etwas Splatter einzubauen. Damit beraubt man dem Werk die Atmosphäre, denn bedrohlich wirkt hier fast gar nichts mehr. Noch mehr, als im bereits actiongeladenen Vorgänger, hat man es hier mit einem Actionfilm zu tun, der mit Horror wenig gemeinsam hat. Das muss nicht schlecht sein und über die Inszenierung kann man sich sicher kaum beklagen. Yeon Sang-ho hat seine Arbeit als Regisseur nämlich wieder ordentlich erledigt. Die Schauplätze sehen gut aus und lassen eine postapokalyptische Stimmung entstehen und die Action wurde rasant inszeniert. Wer sich allerdings an sehr sichtbaren CGI-Effekten stört, wird einen mächtigen Dämpfer serviert bekommen, denn immer wenn es etwas aufwendiger wird, sieht das viel zu künstlich aus. Hier wäre es sehr schön gewesen, wenn man auf handgemachte Effekte gesetzt hätte. Blut wird nebenbei natürlich reichlich vergossen, aber Gorehounds kommen eher weniger auf ihre Kosten, weil die Zombies eben nur noch eine Randnotiz sind.
 
 
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Ein weiterer Nachteil besteht aus der Figurenzeichnung. Auch hier konnte „Train to Busan“ mehr punkten, weil seine Charaktere ausgearbeitet wirkten, nicht zu künstlich waren und eine Entwicklung erfuhren. Wie das meistens bei einem Blockbuster so ist, sind die Figuren in „Peninsula“ nun recht stumpf. Es gibt zwar hier und da ein paar Sympathien, aber es bleibt austauschbar und auch der Held wird nicht lange in Erinnerung bleiben. Eine Ausnahme stellen die beiden Mädels Lee Re und Lee Ye-won dar. Dass zwei Mädchen den Kampf mit Horden von Zombies aufnehmen, ist eine coole Idee und das wurde sogar ordentlich umgesetzt. Die Hintergrundgeschichte um eine damalige Schuld wirkt hingegen aufgesetzt. Die Darsteller erfüllen ihre Aufgabe allerdings allesamt zufriedenstellend. Wären die Charaktere nicht so belanglos, wäre hier durchaus mehr möglich gewesen. So schaut man sich durch erneut knapp zwei Stunden Laufzeit, bekommt viel Action, aber keine Spannung serviert. Das langweilt nicht zu sehr, bietet aber eben nur Fast-Food-Unterhaltung.
 
 


 
 
 

PENINSULA – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Von der Grundidee aus „Train to Busan“ ist in „Peninsula“ nichts mehr übrig geblieben. Der Film erweitert seinen Schauplatz erheblich, setzt auf reichlich Action und wirkt fast eher wie eine südkoreanische Variante von „Mad Max 2“. Die Zombies spielen eine untergeordnete Rolle. Diese andere Herangehensweise hätte nicht verkehrt sein müssen, nur leider hat der Film nicht viel zu erzählen, bietet fast nur austauschbare Charaktere und zudem überflüssig künstliche Effekte. Inszenierung und Darsteller sind gut und der Film besitzt durchaus seine unterhaltsamen Momente, aber nachhaltig ist das nicht und es hätte diese Fortsetzung einfach nicht gebraucht. Das Ergebnis ist reiner Durchschnitt, wie es leider oftmals bei zweiten Teilen der Fall ist. Wer auf stumpfe Blockbuster-Action aus ist, kann sich „Peninsula“ gut anschauen, wer eine ähnliche Qualität, wie im ersten Teil erwartet, sollte seine Erwartungen herunterschrauben!
 
 


 
 
 

PENINSULA – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Peninusla – Train to Busan 2“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

PENINSULA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray + 4K UHD im KeepCase)

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(c) SPLENDID FILM (2 Blu-rays im Mediabook)

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(c) SPLENDID FILM (4K UHD + Blu-ray + 2 Bonus Blu-rays im Digipack)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Train to Busan 2; Südkorea | China 2020

Genre: Thriller, Action, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Koreanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 116 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook | Digipack

Extras KeepCase-Blu-ray: Film „Peninsula“ auf Blu-ray, Original-Teaser, Original-Trailer, Making-of, Featurettes

Extras KeepCase-Blu-ray + 4K UHD: Film „Peninsula“ auf Blu-ray, Film „Peninsula“ auf 4K UHD, Original-Teaser, Original-Trailer, Making-of, Featurettes

Extras Mediabook: FSK-Umleger, 24-seitiges Booklet, Film „Peninsula“ auf Blu-ray, Film „Haunters“ auf Blu-ray, Original-Teaser, Original-Trailer, Making-of, Featurettes

Extras Digipack: Digipack im Sammelschuber, Schachtel samt FSK-Umleger, Aufnäher, 6 Kunstdrucke, Film „Peninsula“ auf Blu-ray, Film „Peninsula“ auf 4K-UHD, Original-Teaser, Original-Trailer, Making-of, Featurettes, Film „Seoul Station“ auf Blu-ray, Film „Train to Busan“ auf Blu-ray, B-Roll, Press Screening Q&A, Original Trailer, Teaser #1, Teaser #2

Release-Termin: Mediabook | Digipack | KeepCase: 26.02.2021

 

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PENINSULA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Train To Busan (2016)
 
World War Z (2013)
 
Mad Max II – Der Vollstrecker (1981)
 
Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel (1985)
 
Mad Max: Fury Road (2015)
 

Filmkritik: „Blood On My Name“ (2019)

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BLOOD ON MY NAME

(BLOOD ON HER NAME)

Story

 
 
 
„Blood On My Name“ erzählt die Geschichte eines unbeabsichtigten Mordes und der Konsequenzen, wenn man zu dieser Tat auch noch stehen will.
 
 
 


 
 
 

BLOOD ON MY NAME – Kritik

 
 
Es ist ein beliebtes Stilmittel, dass der Zuschauer in ein Szenario geworfen wird, welches er am Anfang nicht greifen kann und in dem er sich überhaupt nicht sicher sein kann, was hier gespielt wird. Bei einem guten Aufbau kann das für ungemeine Spannung sorgen. Wie man es eher nicht macht, zeigt der kleine Krimi „Blood on my Name“.
 
 
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Auch hier wirft man den Zuschauer in eine Prämisse, die sich schon ereignet hat. Leigh hat nämlich einen Mann getötet und nun ergibt sich das Problem, was sie mit der Leiche tun soll. Warum, weshalb und wieso Leigh das überhaupt getan hat, muss sich der geduldige Zuschauer erst selbst erabeiten. Jedenfalls kommen der Frau dann doch gewisse Zweifel und sie möchte die Familie des Leichnams kontaktieren, damit diese weiß, was los ist. Das erweist sich dann allerdings als schwerer Fehler, für den Leigh teuer bezahlen muss. Das Drehbuch funktioniert hinten und vorne nicht. Wenn man den Zuschauer anfangs schon im Dunkeln tappen lässt, was hier vorgefallen sein könnte, dann sollte man nebenbei auch eine gewisse Art der Spannung aufbauen. „Blood On My Name“ gelingt dies niemals. Von vornherein wirkt diese Geschichte uninteressant und man kann hier einfach keinerlei Spannungsbogen entstehen lassen. Es gibt zwar einige Wendungen und Twists, doch diese sind reichlich konstruiert und wirken absolut nicht interessant. So zieht sich der gesamte Verlauf wie Kaugummi dahin und die Erzwählweise steckt so voller Schwächen, dass es einfach schade ist.
 
 
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Schade ist es deshalb, weil „Blood On My Name“ aus rein handwerklicher Sicht durchaus zu gebrauchen ist. In diesem Absatz fallen dann auch die einzigen, positiven Aspekte. Optisch ist das Werk gelungen und selbst wenn die Schauplätze nicht gerade nach dem größten Budget schreien, kann man sie sich gut anschauen. Die Inszenierung ist nicht verkehrt. Regisseur Matthew Pope, der zuvor nur in Serien oder Kurzfilmen in Erscheinung trat, versteht sein Handwerk einigermaßen. Die Darsteller sind soweit brauchbar. Das sind zwar alles Leistungen, die nicht in Erinnerung bleiben werden, aber schlecht gespielt ist das absolut nicht.
 
 
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Profitieren kann „Blood On My Name“ davon allerdings niemals, weil er sich nahezu alle Punkte mit seiner lahmen Geschichte selbst zerstört. Die passable Inszenierung bringt nämlich nichts, wenn die Story es nicht vorsieht, mal ein paar Highlights zu setzen. Die brauchbaren Darsteller bringen nichts, wenn die Figurenzeichnung niemals zündet. Hier liegt ein weiteres, großes Problem: Atmosphäre. Im Endeffekt stellt die Stimmung eine Mischung aus Thriller und Drama dar, aber kein Punkt davon wird gut bedient. Der Thriller wird im Keim erstickt, weil niemals Spannung aufkommt und für das Drama ist die Figurenzeichnung zu beliebig. Der Zuschauer erhält keinerlei Draht zu den Charakteren und somit sind sie einem auch schlichtweg egal. Man hat sich hier keine Mühe gegeben, den künstlichen Figuren etwas Leben einzuhauchen und so verkommt alles zur reinen Belanglosigkeit.
 
 
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Die Erzwählweise sorgt indessen für einen ermüdenden Unterhaltunsgwert. Bereits der Einstieg ist schlecht, weil er keinerlei Interesse für die Geschehnisse weckt. Hat man anfangs noch die Hoffnung, dass sich das Szenario dann langsam aufbaut, wird man spätestens ab der zweiten Hälfte ernüchternd feststellen, dass da nicht mehr viel kommt. Da herrscht keine Action, keine Spannung, es kommen keine Emotionen auf und das Ganze ist dermaßen trocken, dass man selbst im Platzregen nicht drohen würde nass zu werden. Obwohl „Blood On My Name“ nur 83 Minuten lang ist, zieht er sich wie Kaugummi. Wenn dann im kurzen Finale doch noch etwas Blut vergossen wird, ändert das auch nichts an der gähnenden Langeweile. Zusätzlich fällt der Score sehr beliebig und eintönig aus.
 
 


 
 
 

BLOOD ON MY NAME – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
Es gibt Filme, die machen einfach keinen Spaß, aber dann kann man wenigstens eine hübsche Kritik dazu schreiben. Bei „Blood On My Name“ machte weder die Sichtung, noch das Rezensieren Freude, weil man eigentlich gar nicht viel zu diesem Werk schreiben kann. Das einzige, was hier vor einer (subjektiven) Totalkatastrophe schützt, ist die handwerklich passable Arbeit und den Darstellern kann man nun auch keinen Vorwurf machen. Die größte Schwäche ist das mehr als lahme Drehbuch, welches kaum etwas zu erzählen hat und versucht, dies mit einer ungewissen Herangehensweise zu kaschieren. Spannung kommt dadurch jedoch niemals auf und auch das Drama ist mehr als lahm. Wie immer gilt, dass dies Geschmackssache ist und vielleicht springen andere Zuschauer eher auf diese Erzählweise an, aber eine Empfehlung ist an dieser Stelle nicht möglich, weil es „Blood On My Name“ an Atmosphäre und an Daseinsberechtigung mangelt!
 
 


 
 
 

BLOOD ON MY NAME – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Blood On My Name“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

BLOOD ON MY NAME – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blood on Her Name; USA 2019

Genre: Thriller, Drama, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 85 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Bildergalerie

Release-Termin: KeepCase: 25.03.2021

 

Blood on My Name [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BLOOD ON MY NAME – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Red, White & Blue (2010)