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Vampirhorror

Filmkritik: „Feral“ (2017)

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FERAL

Story

 
 
 

In einer Waldhütte geht das Böse um. Nein, FERAL ist kein weiteres Plagiat des beliebten Horrorklassikers EVIL DEAD. In diesem Horrorfilm stecken sich junge Menschen mit einem aggressiven Virus an, der diese in Monster verwandelt.

 
 
 


 
 
 

FERAL – Kritik

 
 
 
Eigentlich sollte es nur ein kleiner Campingausflug mit Freunden werden. Drei Pärchen machen sich auf in die Wälder, um die Natur genießen zu können. Doch es kommt mal wieder alles anders. Ein seltsames menschenartiges Wesen überfällt einen der Kumpels und reißt ihm die Innereien aus dem Körper. Das verursacht Panik bei den übrigen Freunden, die nacheinander ebenfalls vom Bösen attackiert werden und sich dabei mit einem ominösen Virus infizieren, der Menschen in Bestien verwandelt. Gott sei Dank kommt Unterstützung. Ein Fremder eilt den Freunden zu Hilfe und verschafft ihnen Unterschlupf im eigenen Heim. Doch offenbar ist man in dieser Hütte nicht sonderlich sicher. Ach hier ist man von den Attacken der Infizierten nicht sicher. Die versuchen alles, um weitere Menschen mit der furchtbaren Seuche anzustecken. Demzufolge ist der Fortgang von FERAL nicht sonderlich einfallsreich. Einer nach dem anderen wird angesteckt und verwandelt sich anschließend in eine ebenso aggressive Bestie, die nur ein Ziel kennt: die noch nicht infizierten Freunde ebenfalls in den Abgrund zu reißen.
 
 
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Wenn es ein Virus mal wieder nicht gut mit der Menschheit meint. Das klingt wie etwas, was man schon tausende Male gesehen hat. FERAL ist ein später Nachzügler der lukrativen Zombie-Welle, die vor einigen Jahren noch einmal erfolgreich aufkam. Dort wurden meist Menschen nach einem Virusausbruch in aggressive Kreaturen umfunktioniert, die geifernd durch Szenarien liefen, um den Virus möglichst schnell weiterzugeben. Mittlerweile ist es im Zombie-Genre verdächtig still geworden, was wohl daran liegt, dass sich allmählich ein Sättigungsgefühl beim Publikum eingestellt hat. Regisseur MARK YOUNG scheint das aber wohl egal zu sein. Der begibt sich noch einmal auf bekannte Zombie-Pfade und liefert solide Horrorunterhaltung ab, die sich irgendwo zwischen CABIN FEVER und THE DESCENT bewegt. Alles ist demzufolge wie gehabt: Protagonisten unterschätzen die Gefahr, handeln unklug und werden nacheinander mit dem Virus infiziert, der sie zu mutierten Kreaturen mit niederen Instinkten macht. Neu dagegen ist, dass eine taffe Heldin das Steuer übernimmt, die nicht unbedingt den gängigen Horror-Abziehbildern entspricht. Filmemacher MARK YOUNG hat für die Heldenrolle eine problembehaftete Kämpferin gewählt, die wegen ihrer sexuellen Orientierung private Niederlagen durchlebt. So liebt Heldin Alice (SCOUT TAYLOR-COMPTON aus GHOST HOUSE) keinen Mann, sondern hat die Reise mit der Liebsten (OLIVIA LUCCARDI aus IT FOLLOWS) angetreten, welche im Überlebenskampf stets zur Seite steht. Eine ungewöhnliche Prämisse, mit der sich FERAL zumindest etwas vom Zombie-Virus-Einheitsbrei abheben will. Doch das Abweichen von gängigen Heldenklischees funktioniert nur bedingt. Homosexualität wird in FERAL nur zum Randthema gemacht. Stattdessen liegt der Hauptfokus des Films auf das Infizieren und Auslöschen seiner Protagonisten. Sonderlich einfallsreich ist das nicht.
 
 
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Immerhin kann man Regisseur und Drehbuchautor MARK YOUNG nicht vorwerfen, dass der handwerklich nichts kann. Der Filmemacher hat in der Vergangenheit bereits einige Low-Budget-Streifen mit bekannten Gesichtern gedreht, wobei er es 2007 mit dem Horrorfilm TOOTH AND NAIL auch auf das beliebte AFTER DARK HORRORFEST geschafft hatte. FERAL besitzt gute Kameraarbeit, eine anständige Charakterentwicklung und auch Schauspieler, die ihre Rollen glaubhaft verkörpern. Zudem hat man sich auch hinsichtlich Gewaltszenen und Kreaturen-Design Mühe gegeben. Haben sich die Protagonisten des Streifens erst einmal mit dem seltsamen Virus angesteckt, verwandeln die sich schleichend in Gestalten, die an Monster von so Streifen wie THE DESCENT oder 30 DAYS A NIGHT erinnern. Damit lässt sich zwar keinen Blumentopf gewinnen – wer aber unbedingt atmosphärischen Horror-Naschub mit einigen Schocks benötigt, kann bedenkenlos zugreifen. Viel erwarten sollte man aber nicht.
 
 
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FERAL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein grimmiger Mix aus CABIN FEVER, THE DESCENT und 28 DAYS LATER mit für Horrorfilme ungewöhnlicher Heldenkonstellation. FERAL ist kein Horror-Highlight. Der Horror-Indie ist ein solider Genre-Beitrag, der wegen seiner Vorhersehbarkeit und allzu bekannter Formeln schnell wieder vergessen sein wird. Lobenswerterweise hat man auf Charakterentwicklung geachtet und an gute Schauspieler gedacht. Die machen die gradlinige Handlung halbwegs ertragbar, die einzig darin besteht, Menschen mit einem Virus zu infizieren, die anschließend umgebracht werden müssen, weil sie sich in unaufhaltbare Killermaschinen verwandeln. FERAL ist ein typischer Vertreter der Gattung: Einmal gesehen und abgehackt. Etwas mehr Kreativität und Einfallsreichtum täten dem Horror-Genre gut. Mittlerweile scheinen Filmstudios und Macher nur noch auf die schnelle Mark aus zu sein. Die Folge: Man bekommt Geschichten vor die Linse, die im Grunde genommen – minimal abgeändert – die immer gleiche Handlung abspulen. Öde!
 
 
 


 
 
 

FERAL – Zensur

 
 
 
Sehr brutal ist FERAL nicht. Hälse werden aufgeschlitzt, ein Brustkorb aufgerissen und ein Messer wird ebenso in einen Rücken gerammt. Außerdem entledigt man sich dem Bösen mit einem Schrotgewehr. Sollte FERAL hierzulande veröffentlicht werden, ist eine FSK16 durchaus denkbar.
 
 
 


 
 
 

FERAL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei IFC Midnight)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Redwood (2017)
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)
 
Cabin Fever (2016)
 

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Filmkritik: „Redwood“ (2017)

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REDWOOD

Story

 
 
 

Der Rückzug in die Natur entwickelt sich für ein Paar zum Horrortrip. Sie kommen vom Weg ab und machen Bekanntschaft mit boshaften Kreaturen.

 
 
 


 
 
 

REDWOOD – Kritik

 
 
 
Mensch, warum machen Protagonisten in Horrorfilmen immer nur Dummheiten? Ein Ausflug in die Natur wird hier meist zum Albtraum. Der Grund ist oft in der Naivität aller Beteiligten zu suchen. So kommt es nicht selten vor, dass sich Figuren unlogisch verhalten und plötzlich Waldwege entlang schlendern, die sie eigentlich gar nicht betreten sollen. Auch im Indie-Horror REDWOOD wird Unbelehrbarkeit für zwei Wanderer zum Verhängnis. So macht sich ein Paar auf in die amerikanischen Redwood-Wälder, um dort die Natur genießen zu können. Musiker Josh hat vor einiger Zeit die Diagnose Leukämie erhalten. Das hat ihn aus der Bahn geworfen. Dennoch hat er den Lebensmut nicht verloren und möchte nun möglichst viel von der Welt sehen. Ein Grund mehr mit Freundin Beth auf Reisen zu gehen. Die kommt mit dem Schicksal des Partners nicht sonderlich gut klar. Steht ihm aber bei. Doch der Wanderausflug stellt die Beziehung der jungen Leute auf eine harte Probe. Immer wieder wird die Krankheit Thema, sodass Erholung unmöglich gemacht wird. Wer jetzt aber denkt, dass in REDWOOD nur Beziehungsprobleme dominieren, irrt gewaltig. Natürlich gibt es im Film auch einen Horrorpart zu bestaunen. So entfernen sich unsere Helden trotz Warnungen vom rechten Weg und verirren sich in das Jagdgebiet seltsamer Kreaturen, die den Wesen aus dem Horrorthriller THE DESCENT nicht unähnlich sind. Nur, was wollen die Kreaturen? Nach viel Lauferei und reichlich Geschrei ist man schlauer.
 
 
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Nee, so bekommt man den Zuschauer nicht. REDWOOD ist einer dieser Filme, der mit einem mysteriösen Prolog neugierig macht. Darin sieht man, wie sich zwei Protagonisten mit letzter Kraft vor einen seltsamen Altar schleifen. Was beide dort wollen, ist vorerst unklar. Doch dabei bleibt es nicht. So wird der eine vom anderen ermordet. Danach widmet sich der Streifen seinem eigentlichen Handlungsstrang. Der löchrige Beginn wirft Fragen auf, die aber erst in den letzten Minuten beantwortet werden. Bis dahin wird es ein sprichwörtlicher Marsch, denn REDWOOD nimmt sich viel Zeit, um seine Geschichte zu erzählen. Das ist dahingehend problematisch, weil sich Regisseur TOM PATON zu detailliert mit den Problemen seiner Filmhelden auseinandersetzt. Die laufen durch Wälder und klären dabei zwischenmenschliche Konflikte, welche die Beziehung belasten. Ungeduldige Zuschauer fragen sich da zu Recht, wann der Film endlich zum Horror übertritt. Im Falle von REDWOOD wird Sitzfleisch und Geduld vorausgesetzt. Erst nach knapp 45 Minuten geht der Streifen in die nächste Runde. Dann nämlich werden unsere Helden von mysteriösen Kreaturen terrorisiert, die die verschreckten Wanderer durch die Dunkelheit hetzen. Spätestens hier erlebt REDWOOD seinen Höhepunkt. Wenn man eine Sache lobend hervorheben sollte, dann ist es das geschickte Spiel mit der Angst vor dem Unbekannten. Regisseur TOM PATON lässt immer nur einen kurzen Blick auf seine unheimlichen Verfolger zu. Da ein Schatten, dort eine Hand und jede Menge grauenerregendes Gegeifer. Da springt sofort das Kopfkino an, Gruselstimmung ist somit garantiert.
 
 
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Unterm Strich ist REDWOOD in technischer Hinsicht ganz brauchbar. Klammert man die Startschwierigkeiten aus, gelingt Regisseur TOM PATON passable Gruselunterhaltung, die vor allem wegen seiner ausweglosen Stimmung in der zweiten Hälfte für Spannung sorgt. Hinzukommt, dass ein Twist im Finale kalt erwischt. Filmemacher TOM PATON – der sich übrigens selbst als Autodidakt bezeichnet – ist recht neu im Horrorgeschäft. Mit REDWOOD liefert der seine zweite Regie-Arbeit ab. Das Resultat geht in Ordnung. Da hat man schon weitaus Schlechteres vorgesetzt bekommen. Übrigens gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Für REDWOOD konnte Paton als eingefleischter BUFFY-Fan niemand geringeren als NICHOLAS BRENDON für eine Nebenrolle im Film gewinnen. Das dürfte all jene freuen, die in den 1990ern mit dem Teenie-Horror-Serienformat BUFFY – IM BANN DER DÄMONEN aufgewachsen sind. Es mutet seltsam an, wo man verschollen gemeinte Schauspieler plötzlich wieder trifft.
 
 
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REDWOOD – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Atmosphärischer Kreaturen-Horror mit grimmigen Ende. REDWOOD ist nichts Großes. Der Film braucht lange, bis er endlich mal zum Punkt kommt. Hat er dann die richtige Richtung angesteuert, ist die Gruselhatz durch dunkle Wälder ganz brauchbar. Quintessenz dieses Horrorstreifens sind seine mysteriösen Bösewichte. Die bekommt man leider nur selten vor die Linse, was aber nur den Gruselfaktor erhöht. Regisseur TOM PATON hat verstanden, dass Kopfkino weitaus effektiver ist, als das Böse in voller Pracht vor der Linse zu zeigen. Hier ein Schatten, dort Gegeifer – zugegeben, ab und an entsteht da Gänsehaut. Wohl auch deshalb, weil man die Kreaturen in erste Linie hört, statt sie zu sehen. Da werden Urängste aktiviert, schließlich ist nichts unbequemer als vor dem Unbekannten in der Dunkelheit ausgeliefert zu sein. REDWOOD entpuppt sich – zumindest in den letzten dreißig Minuten – als solide Regie-Arbeit mit einigen gut platzierten Schocks. Viel erwarten sollte man dennoch nicht. Für den kurzen Horror-Snack zwischendurch aber allemal brauchbar.
 
 
 


 
 
 

REDWOOD – Zensur

 
 
 
In REDWOOD gibt es kaum Gewalt zu sehen. Der Film setzt in erster Linie auf Terror und Gänsehaut. Es gibt zwei Kehlenschnitte zu sehen, die aber nicht detailliert gezeigt werden. Dafür ist eine ungeschnittene FSK-Freigabe denkbar.
 
 
 


 
 
 

REDWOOD – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Wistech Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Descent – Abgrund des Grauens (2005)
 
Temple (2016)
 
The Descent 2 – Die Jagd geht weiter (2009)
 
Arbor Demon (2016)
 
Beacon Point (2016)
 


Filmkritik: „The Monster Project“ (2017)

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THE MONSTER PROJECT

Story

 
 
 

Und Monster gibt es doch: Vier Freunden wollen mit ungewöhnlichen Videos Geld auf YouTube verdienen. Sie kommen auf die Idee auf die Suche nach echten Monstern zu gehen. Da wir hier fast nur Horrorfilme besprechen, darf man davon ausgehen, dass dieses Vorhaben im Desaster enden wird.

 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Kritik

 
 
 
Es gab mal eine Zeit, da hat man im Horror-Bereich Trends gesetzt. Einer derer nannte sich Found-Footage und war plötzlich so chic, dass beinahe jeder neue Horrorfilm davon Gebrauch machen musste. Das Resultat waren Horrorfilmen, die entweder im Dokumentarstil über Leinwände flimmerten oder aussahen, als habe man die mit der Videokamera selbstgedreht. THE MONSTER PROJECT ist ein später Nachzügler genau jener lukrativen Found-Footage-Welle, die angekurbelt durch den Erfolg von THE BLAIR WITCH PROJECT seit 1999 relativ lange durch die Filmwelt wütete. Offenbar hat sich aber mittlerweile ein Sättigungsgefühl eingestellt. Seit die Horror-Fortsetzungen BLAIR WITCH und PARANORMAL ACTIVITY: THE GHOST DIMENSION an den Kinokassen floppten, haben Studios das Interesse an Filmen im Found-Footage-Stil verloren. Ganz unbegründet ist der abebbende Hype aber nicht. Das Konzept auf authentisch und echt gebürstete Filme zu produzieren wurde so oft wiederholt, dass man sich sprichwörtlich daran satt gesehen hat. Leider ist das wohl noch nicht bis zu Regisseur VICTOR MATHIEU vorgedrungen. Der scheut nämlich mit THE MONSTER PROJECT neue Wege und setzt eher auf Altbewährtes, das aber niemand mehr sehen will. Entstanden ist typisches Found-Footage-Gewackel für das man unbedingt Fanboy sein muss, um es ertragen zu können. Irgendwann muss eben auch mal Schluss sein.
 
 
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Einmal mehr ist das Internet Schuld. Vier Freunde wittern nämlich dort die schnelle Kohle. Mit selbstgedrehten Videos will man auf einer Videoplattform Geld verdienen. Doch wie das Bankkonto füllen? Es müssen Videos von echten Monstern sein, die die Zuschauer um den Schlaf bringen sollen. Deshalb stellt man eine Anzeige ins Netz und bittet um Mithilfe. Es werden Kreaturen gesucht, die man nicht täglich zu Gesicht bekommt. Und wie es der Zufall so will melden sich wirklich drei Personen, die von sich selbst behaupten nicht menschlich zu sein. Ein gefundenes Fressen für unsere Kumpels. Diese laden die drei selbsternannten Monster für ein Interview in eine morsche Hütte ein. Ein fataler Fehler, denn wer schon einige Horrorfilme gesehen hat weiß, dass Geschöpfe der Hölle niemals friedliebend sind.
 
 
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Hilfe, es wackelt wieder. THE MONSTER PROJEKT ist ein lupenreines Found-Footage-Movies wie man es seit THE BLAIR WITCH PROJEKT so ziemlich oft gesehen hat. Wieder mal werden Geschehnisse aus der Ego-Perspektive gezeigt. Diesmal tragen mehrere Freunde Kameras bei sich, mit denen sie kleine Dokus für den eigenen YouTube-Kanal drehen wollen. Demzufolge sieht man das Treiben quasi aus deren Augen, weil die Protagonisten das filmen, was ihnen vor die Linse kommt. So wird das Gefühl vermittelt, dass der Zuschauer Teil der Gruppe ist. Ein erfinderischer Trick, um Geschehnisse authentischer wirken zu lassen. Leider bringt dieser Erzählstil die gleichen Probleme mit sich, mit denen nahezu alle Found-Footage-Filme zu kämpfen haben. So ist die Kamera nie konstant, sondern gerät permanent aus dem Ruder. Die Folge ist permanentes Gewackel, was vor allem dann anstrengend wird, wenn die Filmfiguren in Panik geraten und unkoordiniert durch die Szenerie flitzen. Das ist ab Filmmitte der Fall. Dann nämlich werden die vier Freunde von ihren Interview-Partnern durch ein Haus gehetzt, aus dem es offenbar kein Entkommen gibt. Die geben sich tatsächlich als Kreaturen der Schattenwelt zu erkennen und jagen ihre Opfer durch Räume, Flure und Finsternis. Weil die Monster immer wieder unerwartet vor die Linse springen, während die Filmhelden einen Ausgang suchen, verwandelt sich THE MONSTER PROJECT zu einem filmgewordenen Ego-Shooter. Da werden Erinnerungen an so ähnlich gestrickte Streifen wie HOTEL INFERNO oder FIRST PERSON SHOOTER wach. Auch dort versuchte man Horror im Baller-Game-Stil und aus der Ego-Ansicht ins Wohnzimmer zu bringen. Leider verlor die ungewöhnliche Machart schnell seinen Reiz und verursachte Kopfschmerzen. Manche Ideen nutzen sich eben schnell ab.
 
 
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Nicht anders sieht es da bei THE MONSTER PROJECT aus, für den man einen gesunden Magen mitbringen sollte. Nicht, dass der Found-Footage-Horror sonderlich blutig wäre. Ganz im Gegenteil. Hier bekommt man wegen nicht konstanter Kamera und planlosem Gewackel schnell Schwindelgefühle. THE MONSTER PROJECT ist ab der zweiten Filmhälfte schwer zu ertragen, denn dann setzt man auf Hektik und vor allem auf die Möglichkeiten digitaler Tricktechnik. Wie in GRAVE ENTCOUNTERS werden plötzlich menschliche Gesichter in befremdliche Fratzen umfunktioniert, die für kurze Adrenalinkicks sorgen sollen. Aber die Schockwirkung nutzt sich schnell ab, weil Handlungsverläufe zu oft wiederholt werden mit denen man den Zuschauer aus der Reserve locken will. Da schluchzen immer mal wieder Protagonisten in der Ecke, die dann nach ihrem Befinden gefragt werden. Kommt man ihnen zu nahe, drehen sie sich um und entlarven ihr wahres Gesicht. Spätestens nach der zigsten Wiederholung fragt man sich, ob die Helden von THE MONSTER PROJECT nichts dazulernen wollen. Kluge Horror-Unterhaltung sieht anders aus.
 
 
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THE BLAIR WITCH PROJECT ist Schnee von gestern. Jetzt kommt THE MONSTER PROJECT. In Interviews erklärte Regisseur VICTOR MATHIEU, dass die Grundlage zum Film bereits in frühen Jahren geebnet wurde. Als Kind verschlang der Filmemacher die GÄNSEHAUT-Bücher von R.L. STINE und auch das Videospiel zur Buch-Reihe mit dem Titel ESCAPE FROM HORRORLAND hinterließ bleibenden Eindruck. Als der Filmemacher dann auch noch den Vampir-Horror THE HAMILTONS zu sehen bekam, in dem eine Vampirfamilie auf Beutefang ging, formte sich die erste Idee zu einem eigenen Film mit Vampiren. Doch bei Blutsaugern sollte es nicht bleiben. Weil Mathieu ein großer Verfechter klassischer Monster-Movies ist, mussten auch noch andere Gestalten her, die das Grusel-Universum hergibt. So entstand nach und nach THE MONSTER PROJECT in denen diverse Horror-Kreaturen vereint werden konnten. Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht.
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Rasant, schockintensiv und adrenalinreich! Eine effektreiche Horror-Achterbahn, die kaum Zeit zum Verschnaufen bietet. Man kann THE MONSTER PROJECT nicht vorwerfen langweilig zu sein. Der Film verfügt über einen hektischen Inszenierungsstil, der seine Figuren durch die sprichwörtliche Hölle jagt. Die kommen nicht zur Ruhe, weil sie in einem Haus rastlos von Monstern attaktiert werden. So weit so gut. Wie man aber das Katz- und Mausspiel auf Film gebannt hat, ist weniger schön. THE MONSTER PROJECT ist nämlich ein Found-Footage-Film und macht sich jedes Klischee zu Eigen, mit denen erwähntes Subgenre seit Jahren polarisiert. Zu sehen gibt es kaum konstante Kamerabilder, furchtbares Gewackel, Bildausfälle und Störsignale. Es wird dem Zuschauer also nicht gerade leicht gemacht der minimalistischen Handlung zu folgen, die sich in wenigen Worten erklären lässt. Weil man oftmals nur erahnen kann, was da vor der Linse passiert, wird THE MONSTER PROJEKT schnell zum Geduldsakt. Somit ist auch dieser Found-Footage-Heuler auch nur etwas für jene, die mit dieser Gattung Film etwas anfangen können. Wer daher schon immer ein Problem mit Wackelcam-Streifen hatte, wird auch hier schnell abgeschalten haben. Dazu folgt THE MONSTER PROJECT schlichtweg zu engstirnig den Regeln, die dieses Subgenre zu berüchtigt gemacht haben.
 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Zensur

 
 
 
THE MONSTER PROJECT hat zwar einige Schauwerte zu bieten, aber hier ist alles so schnell und hektisch geschnitten, dass man davon kaum etwas zu sehen bekommt. Neben Verwandlungsszenen in denen sich Menschen plötzlich in garstige Gestalten verwandeln, sieht man auch noch einige nett getrickste Splatterszenen in denen die Monster getötet werden und ihre Körper zerfließen oder in Sekunden vertrocknen. Hierzulande hat das Label PIERROT LE FOU eine FSK16 für THE MONSTER PROJECT erhalten. Ungeschnitten versteht sich.
 
 
 


 
 
 

THE MONSTER PROJECT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) PIERROT LE FOU (Blu-ray KeepCase-Version)

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(c) PIERROT LE FOU (Mediabook mit Blu-ray & DVD auf 3000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Monster Project; USA 2017

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Spanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1,85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnitten Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook auf 3000 Stück limitiert

Extras: Making-of, Deleted Scenes, Audiokommentar des Regisseurs und Produzenten, Trailer | Zusätzlich im Mediabook: Booklet und Plakat

Release-Termin: KeepCase + Mediabook: 27.04.2018

 

The Monster Project [Mediabook mit DVD+Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

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THE MONSTER PROJECT – Mediabook

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THE MONSTER PROJECT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei PIERROT LE FOU)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
FPS: First Person Shooter (2014)
 
Hardcore Henry (2016)
 
Grave Encounters 2 (2012)
 
Frankenstein´s Army (2013)
 


Filmkritik: „Thirst – Blutdurst“ (1979)

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THIRST – BLUTDURST

Story

 
 
 
Yuppie-Lady Kate wird eines Tages Opfer einer Entführung. Hinter dem brutalen Akt steht „Die Brüderschaft“, ein steinalter Orden von Vampiren, der es über Generationen zu Macht und Reichtum gebracht hat und ganz verschwörungstheoretisch manchen gesellschaftlichen Faden zieht. In Kate haben die Finsterlinge eine Nachfahrin der grässlichen ungarischen Blut-Gräfin Bathory erkannt, die sie jetzt mit ihrer inneren Vampirin in Einklang bringen wollen. Notfalls mit Druck und Rauschmitteln. Auf nächtliche Halsjagden muss man hier übrigens nicht mehr gehen, stattdessen hat man seine Ressourcen in das wissenschaftlich überwachte und versteckte Züchten und „Melken“ gefangener und hypnotisierter Menschen gesteckt. Innerhalb der Sekte bilden sich Fraktionen heraus, die über das Zwangsrekrutieren vampirisch vorbelasteter Menschen unterschiedlicher Meinung sind.
 
 
 


 
 
 

THIRST – Kritik

 
 
 
Ende der sechziger Jahre hatte die Bewegung des New Hollywood eine großartige, neue Filmwelt arbeitswütiger Regie-Autoren geschaffen. Ursprünglich von den Franzosen der Nouvelle Vague beeinflusst, boten die Filme dieser jungen Wilden in der Traumfabrik ihrerseits auch wieder große Inspiration für die Filmwirtschaften weniger potenter Kino-Nationen. Deutschland, Italien, Japan, Skandinavien – ein Film war jetzt im Idealfall seinem Macher zuzuordnen. Das im Umsatzvergleich kleine Australien wurde Mitte der Siebziger vom wilden Autorenkäfer gebissen. Heiß geliebte Filme entstanden in bewundernswerter Häufigkeit. Tristesse dann viele Jahre später: Diese kreative Taustimmung der „Australian New Wave“ hat außerhalb von Festivals, akademischen Zirkeln und den Kinos der Heimat Down Under bis heute relativ wenig breiter gefasste Würdigung erfahren. Sicher, die noch zu Hause entstandenen Frühwerke großer Hollywood-Filmschaffender wie Peter Weir, Fred Schepisi oder Bruce Beresford, um nur drei von vielen zu nennen, sind in guten Cineasten-Kreisen für ihre Eigensinnigkeit geachtet, Mainstream aber sieht anders aus.
 
 
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Alle paar Jahre mal so scheint es, immer, wenn ein alter Aussie-Held wie George Miller zuletzt sich mal wieder ein Herz fasst und einen filmischen Treffer wie MAD MAX: FURY ROAD landet, oder wenn junge Landsmänner und -frauen sich ihrer heimisch gewachsenen Kino-Kultur erinnern, kommt die Sprache wieder auf die Neue Welle Australiens – eine Filmbewegung, in der die Grenzen zwischen Arthouse und Exploitation gerne einmal so gar nicht mehr klar auszumachen sind und in der man sich scheinbar mühelos schönster Versatzstücke unterschiedlichster Genres bedient, um sperrige und immer ganz klar australische Filmklassiker zu erschaffen. Beim leider sehr austauschbar betitelten „THIRST“ ist die Sachlage nicht anders. Man mag beim fabrikmäßigen Ausblutenlassen der Nahrungsmenschen an David Cronenberg denken. Auch an die gesellschaftlich getarnten Schlachthäuser von SOYLENT GREEN oder gar an die von Maschinen geschaffenen, furchterregenden Human-Kokon-Landschaften der MATRIX. Dann schlägt THIRST – BLUTDURST jedoch wieder einen Haken und führt sein Publikum wie den Bullen am Nasenring zurück in eine obskure Vampir-Story mit doppeltem Boden, wie sie, in dieser Modernisierung des klassischen Genrethemas des Blutsaugers, amerikanischen Horror-Serien entliehen sein könnte.
 
 
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Mit THIRST – BLUTDURST liefert Rod Hardy Ende der Siebziger ein regelrechtes Statement von Genrefilm ab, das trotzdem schwerer zu greifen ist, als ein geöltes Ferkel. Nicht gänzlich Horror-, nicht ausreichend Sci-Fi, um klare Kante erkennen zu lassen; nicht ernst genug, um als Stück phantastischer Gesellschaftskritik durchzugehen, aber auch wieder nicht schmierig genug, um ein reiner Drive-In-Schlocker zu sein. Diese Weigerung des Films, sich festnageln zu lassen, ist vermutlich der Hauptgrund für seine relative Obskurität. Geistesverwandt, auch was die sehr eigene und eigentümliche Stimmung angeht, ist hier vielleicht noch Jean Rollin mit seinem ungewöhnlichen LA NUIT DES TRAQUÉES (1980), in dem sich Horror-Atmosphäre und Gesellschafts- /Zukunftskritik ähnlich traumartig abwechseln wie bei Hardys vergessenem Vampirfilm-Update. Die Auftritte der einstigen Mod-Ikone David Hemmings aus Antonionis BLOW UP, damals noch nicht ganz so aus dem Leim gegangen und mit Karikaturen-Augenbrauen geschlagen, und des mächtigen Henry Silva sind dann wieder ein Zugeständnis, typisch australisch, an eine bewusste Exploitationhaftigkeit.
 
 
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THIRST – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Um an dieser schönen Stelle gerade mal ganz laut auf die Pauke zu hauen: THIRST – BLUTDURST ist der vielleicht unbekannteste Super-Horrorfilm der späten Siebziger. Endlich aus dem Limbo vergessener Genreperlen befreit, wartet diese einzigartige Aussie-Melange aus Sci-Fi, Späthippie-Spott und Vampirhorror auf ihre Erst- und Wiederentdeckung.
 
 


 
 
 

THIRST – Zensur

 
 
 
Wie viele Horrorklassiker hatte es auch der australische Vampirklassiker THIRST nicht leicht. Zu VHS-Zeiten wurde der Streifen indiziert und erst nach Ablauf der 25-Jahrefrist wieder vom Index gestrichen. Vor einigen Jahren erschien bereits eine ungeschnittene DVD. Diese kann jetzt gegen die Blu-ray aus dem Hause SCHRÖDER MEDIA ersetzt werden. Die HD-Fassung hat ein tolles Bild und ist zudem ungeschnitten. Ebenfalls erfreulich: Die Blu-ray kann man nun problemlos im Handel erstehen und muss keinen teurer Import aus dem deutschen Ausland vornehmen, um den Film sein Eigen nennen zu können. So macht das Sammeln von Horrorklassikern Spaß.
 
 
 


 
 
 

THIRST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Schröder Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Thirst; Australien 1979

Genre: Horror, Klassiker

Ton:Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK18 – keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Audiokommentar mit Rod Hardy und Antony I. Ginnane (Englisch, ohne Untertitel), Trailer & TV-Spots (SD, 2:55 Min., Englisch, ohne Untertitel), Deutscher Kino-Trailer zu Stadt der Toten (SD, 1:49 Min., Deutsch, ohne Untertitel)

Release-Termin: 02.02.2017

 

Thirst – Blutdurst [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THIRST – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Schröder Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Begierde (1983)
 
The Lost Boys (1987)
 
Lifeforce – Die tödliche Bedrohung (1985)
 
Kiss of the Damned (2012)


Filmkritik: „Blood Trap“ (2015)

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BLOOD TRAP

(BITE)

Story

 
 
 
Sechs Kleinkriminelle wollen Geld erpressen. Doch das Opfer ist nicht das, was es zu sein scheint.

 
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Kritik

 
 
 
Vor knapp 20 Jahren gelang ROBERT RODRIGUEZ und QUENTIN TARANTINO der ganz große Coup. Mit FROM DUSK TILL DAWN schafften die beiden Filmemacher das Unmögliche und kreierten einen ungewöhnlichen Genre-Mix, über den man in Horrorkreise auch heute noch lobend spricht. Die kongeniale Symbiose aus schwarzhumoriger Gangsterfilm und bitterböses Roadmovie erntete vor allem deshalb viel Beifall, weil das Kultwerk in der zweiten Filmhälfte die Puppen tanzen ließ. Darin mussten sich zwei kriminelle Brüder durch Horden von Vampiren schlitzen und machten dabei nicht vor unorthodoxen Methoden Halt. Das kam beim Publikum gut an, lies zwei Fortsetzungen und eine TV-Serie folgen. Dennoch konnte man den Erfolg der Vorlage nicht noch einmal wiederholen. Dem eben genannten Splatter-Spaß übrigens nicht unähnlich ist der folgende Horrorfilm. Der wurde anfangs noch als BITE gehandelt, kam aber später in die Gunst einer Titelneukreation. Unter dem weitaus reißerischeren BLOOD TRAP folgt der Film ähnlichem Prinzip wie FROM DUSK TILL DAWN. Freilich ohne Ideenreichtum, flotten Sprüchen und blutigem Splatter. Ob das gut gehen kann?
 
 
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Manchmal ist es besser, wenn man schaffen geht, sobald man Geld benötigt. Mit dieser Weisheit können sechs Kleinganoven (darunter DREW KENNEY – einer der Teilnehmer aus der amerikanischen TV-Datingshow THE BACHELORETTE) leider gar nichts anfangen. Die gehen besser den einfachen Weg und wollen Geld erpressen. Ein Opfer ist schnell gefunden und ein Plan rasch geschmiedet. So soll die Tochter eines wohlhabenden Mannes entführt werden, um Lösegeld fordern zu können. Doch weil BLOOD TRAP nun mal ein Horrorfilm ist, dürfte klar sein, dass alles anders kommen wird, als geplant. Kaum in die heiligen Hallen ihres Opfers eingebrochen, schließen sich Türen und Fenster aus unerklärbaren Gründen. Die geldgierige Bande sitzt in der Falle und versucht zu entkommen. Leider vergebens. Die heroinabhängige Tochter des gutbetuchten Opfers klärt auf. So bleibt das Haus bis zur Abenddämmerung verschlossen. Es gibt weder rein noch raus. Warum das so ist, wird bald klar. In diesem Heim leben Vampire, die sich am Blut der Menschen laben und sich vor der Sonne schützen wollen. Dumm für die Eindringlinge – gut für die Hausbesitzer. Die sparen sich den abendlichen Beutezug und jagen die Einbrecher durch das gesamte Haus.
 
 
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BLOOD TRAP ist qualitätsloser Indie-Horror, wie man ihn einfach zu oft zu sehen bekommt. Einmal mehr flimmert lieb- und hirnlos zusammengeschusterter Einheitsbrei über die Mattscheibe, der noch nicht einmal wichtige Splatter-Momente zu bieten hat. Die Darsteller spielen wenig überzeugend und auch die Story von BLOOD TRAP dürfte mit ihrer (bewusst?) eingeschobenen Komik keinen Innovationspreis gewinnen. Somit macht BLOOD TRAP dem Begriff Low-Budget-Horror alle Ehre, denn für erfrischende Neuerungen und Einfälle hatte man wohl kein Geld mehr übrig. Da fragt man sich doch glatt, was hier fünf Millionen Dollar Produktionsbudget verschlungen haben soll. Die wenigen Spezialeffekte fallen kaum ins Gewicht und auch die Kulissen glänzen nicht gerade durch Detailreichtum. Entweder hat sich’s jemand in die eigene Tasche gesteckt oder man lies sich bei der Verköstigung des Filmteams nicht lumpen. Wir werden es wohl nie erfahren.
 
 
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BLOOD TRAP hat nicht viel zu erzählen. Was eigentlich auf einen Bierdeckel passt, wurde hier auf knapp 90 Minuten Filmlänge geblasen und entpuppt sich am Ende als gemeiner Zeiträuber, der wegen des flott zusammengeschnittenen Trailers falsche Erwartungen weckt. Vom dort versprochenen Tempo ist kaum etwas zu verzeichnen. Stattdessen kriecht BLOOD TRAP ziel- und orientierungslos einem Ende entgegen, das der Bezeichnung Finale nicht einmal ansatzweise gerecht werden kann. Vom sogenannten Endgegner oder einer fulminanten Blutmanscherei ist weit und breit keine Spur. Stattdessen irren skrupellose Schurken durch visuell immerhin nett ausgeleuchtete Flure und Gänge und finden – wie hätte es auch anders sein sollen – im Verlauf des Films irgendwie den Tod. Entweder gehen sie sich selbst an die Gurgel oder werden von einer Vampirsippschaft nach deren eigenen Regeln ausradiert. Klingt vermutlich vielversprechend – ist aber wegen kaum vorhandener Schauwerte eine herbe Enttäuschung. Damit macht man sich in Horrorfilmkreisen keine Freunde.
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Schon einmal Neugeborene gesehen, denen es nach warmen Menschenblut dürstet? Vampirbabys knabbern in BLOOD TRAP an den Hälsen gestandener Männer. Das ist aber auch der einzige Höhepunkt in diesem sonst eher einfallslosen Vampir-Thriller, der sich unterm Strich als langweilige Falle für den Zuschauer entpuppt. Schlechtes Schauspiel macht viel an Atmosphäre kaputt und nahezu kaum vorhandene Schauwerte sorgen für Ernüchterung. Hinter dem dilettantischen BLOOD TRAP verbirgt sich demzufolge kein empfehlenswerter Horrorbeitrag – vor allem auch deshalb, weil es dem Film an Tempo mangelt. Da fragt man sich doch glatt, warum sich Drehbuchautor und Regisseur ALBERTO SCIAMMA nicht am eigenen Filmdebüt von 1996 ein Beispiel genommen hat. Damals sorgte er mit dem Splatter-Trash KILLER TONGUE für zufriedene Horrorfan-Gesichter. Gleiches wird mit BLOOD TRAP wohl nicht gelingen. Knapp zehn Jahre nach dem letzten Ausflug ins Regiefach hat man da vermutlich etwas anderes von ALBERTO SCIAMMA erwartet. BLOOD TRAP sieht eher wie eine Arbeit des Geldes wegen aus. Von Leidenschaft oder Liebe zum (Horror)Film ist kaum etwas zu spüren.
 
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Zensur

 
 
 
Zwar gibt es in BLOOD TRAP einige blutige Momente zu sehen. Diese rechtfertigen aber keine Erwachsenenfreigabe. Einem Protagonisten wird ein Finger abgetrennt. Ein anderer verliert seinen Kopf. Zudem wird eine Frau zusammengeschlagen, der ein Sack über den Kopf gezogen wurde und Babys saugen Blut an den Hälsen der Kleinganoven im Film. BLOOD TRAP dürfte ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

BLOOD TRAP – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Vertical Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
From Dusk till Dawn (1996)
 
From Dusk Till Dawn: The Series (2014 – ???)
 


Filmkritik: „Monsterland“ (2016)

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MONSTERLAND

Story

 
 
 

Eine weitere Horror-Anthologie, in der buchstäblich die Monster los sind. Die wollen der Menschheit nichts Gutes und treiben einen Überlebenden in ein menschenleeres Kino, in dem unheimliche Filme über die Leinwand flimmern.

 
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Kritik

 
 
 
Kennst Du noch den satirischen Horror-Erfolg THE CABIN IN THE WOODS, in dem verschiedene Horrorwesen aus ihren Käfigen gelassen wurden und am Ende ein Blutbad in den unterirdischen Räumen einer geheimen Organisation anrichteten? Die Kurzgeschichtensammlung MONSTERLAND spinnt diese Geschehnisse weiter und zeigt, was quasi passieren könnte, wenn Monster die Herrschaft über die Menschheit übernehmen würden. Postapokalyptische Bilder stimmen ein, wohin die Reise gehen soll. Doch die Macher des Films haben anderes im Sinn. Ein Kino steht im Mittelpunkt. In das flüchtet der einzige Überlebende einer Kleinstadt, um sich vor Horden aggressiver Mutanten und bizarrer Kreaturen in Sicherheit zu bringen. Doch statt im Theater Verteidigungspläne zu schmieden, will er lieber Filme gucken und Popcorn vertilgen – macht ja auch Sinn. Unheimlich. So wirft sich der Flüchtende in den Kinosessel und lässt zehn Kurzfilme auf sich einprasseln, die von sonderbaren Ereignissen und grotesken Wesen berichten. Leider können davon nur wenige halbwegs überzeugen.
 
 
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Los geht es mit DON’T GO INTO THE WATER, in dem sich die üblichen Jugendlichen beim Baden Streiche spielen. Leider lauert in den Tiefen etwas Böses, das einen teuflischen Hunger nach Menschenfleisch verspürt. Man kann sich ausmalen, wie dieser Badeausflug ausgehen wird. Was hier klingt wie die zigste Kopie von „DER WEISSE HAI“, ist ziemlich kalter Kaffee. Die Geschichte ist gerade einmal vier Minuten lang, kann sich nicht entwickeln und wirkt unfertig. Zudem gibt’s außer Blutfontänen keine Monster zu sehen. Demzufolge bleibt unklar, was da im Wasser lauert, denn des Rätsels Lösung wird nicht geklärt. Ein schwacher Auftakt.
 
Besser wird es mit THE GREY MATTER. Hier versucht ein Büroangestellter, bei einer attraktiven Kollegin zu landen – leider vergebens. Eines Tages passieren seltsame Dinge. Er wacht eines Morgens mit einem riesigen Loch im Hinterkopf auf. Darin wohnt neuerdings ein Parasit, der ihm wertvolle Tipps gibt, bei Frauen landen zu können. Was skurril klingt, ist ziemlich schwarzhumorig und erinnert hin und wieder an Frank Henenlotters Neo-Trashfilm ELMER, in dem sich ein ähnlich wurmartiges Ungetüm am Hirn seines Wirtes zu schaffen macht. Dennoch nur Durchschnittsware.
 
 
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Episode 3 heißt CURIOSITY KILLS und ist einer der besten Beiträge dieser Geschichtensammlung. Darin macht ein kleiner Junge im Arbeitskoffer des Vaters eine rätselhafte Entdeckung. Zwei seltsame Flüssigkeiten hat der von seiner Arbeit mit nach Hause gebracht. Es handelt sich um radioaktive Substanzen. Die werden heimliche an das Haustier verfüttert, das sich in eine tickende Zeitbombe verwandelt. Was folgt macht Laune, denn eine nuklear verseuchte Ratte saust unaufhaltsam durch die Wohnung und sorgt dabei für allerhand Situationskomik. Slapstick- und Blödelhumor ist hier Programm. Was passiert wird derart abgefahren und überspitzt dargestellt, dass laute Lacher nicht ausbleiben werden. Der junge PETER JACKSON hätte daran wohl seine helle Freude gehabt.
 
 
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Weniger spaßig geht es in HAG zugange, der sich einem mysteriösem Thema widmet, das bereits die Dokumentation THE NIGHTMARE beleuchtet hat: Schlaflähmung. In dieser Episode sucht ein Paar Rat beim Psychologen. Während einer Eheberatung soll geklärt werden, warum der Gatte unter quälenden Albträumen leidet. Der glaubt des Nachts von einer dämonischen Fratze im Bett attackiert zu werden, doch des Rätsels Lösung ist erschreckender als er wohl je vermutet hätte. HAG erinnert mit makabrem Ausklang an die vielen Gruselgeschichten der Horror-Reihe GESCHICHTEN AUS DER GRUFT. Leider ist die Auflösung trotz reichlich Hokuspokus Blödsinn, auch wenn mal wieder DER EXORZIST fürs Zitieren herhalten musste. Immerhin gibt es ein Widersehen mit JOHN FRANKLIN. Der hatte 1982 im Originalfilm zu KINDER DES ZORNS den bösartigen Sektenführer Isaac verkörpert. Das markante Gesicht des mittlerweile als Lehrer tätigen Wichts vergisst man nicht so schnell. Schön es mal wieder gesehen zu haben.
 
Der wohl schlechteste Kurzfilm wird mit MONSTER MAN geboten. In diesem stümperhaft animierten Zeichentrickfilm nimmt es ein betagter Mann mit einem Monster auf. Dieses wird ohne Widerworte mit der Gehhilfe des Rentners zur Strecke gebracht. Leider erwecken die einfach gehaltenen Animationen den Anschein, hier habe jemand am heimischen PC herumexperimentiert und mit günstiger Software einen Fünfminüter zusammengeschnitten. Auch wenn der Titel großes Monsterkino verspricht, kann MONSTER MAN nicht überzeugen. So etwas darf unseretwegen gern bei YouTube hochgeladen werden. In einem Spielfilm, der auch noch auf großer Leinwand gezeigt wird, hat so etwas nichts zu suchen.
 
Gott sei Dank bietet MONSTERLAND anschließend mehr Gehalt, denn in der Geschichte HOUSE CALL kommen endlich auch einmal die Gorehounds auf ihre Kosten. Hier wird ein Zahnarzt auf eine Bewährungsprobe gestellt. Ein junger Mann klingelt an dessen Tür und behauptet ein Vampir zu sein. Demzufolge soll der Arzt ihm die Eckzähne ziehen. Leider sind Bohrer und Zange in der Praxis, weshalb improvisiert werden muss. Gegenstände aus dem Baumarkt kommen zum Einsatz und die Kamera hält reißerisch drauf. Für Zartbesaitete definitiv zu viel des Guten. Für diese Zahnextraktion sind geübte Nerven Voraussetzung. HOUSE CALL ist eine der gelungenen Beiträge dieser Sammlung, was vor allem der bitterbösen Pointe zu verdanken ist, die beim Horrorfan Freude aufkommen lässt. Sehenswert!
 
 
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Leider kann die hervorragende Qualität nicht beibehalten werden, die mit dieser Vampirepisode geboten wird. Im darauf folgenden HAPPY MEMORIES wurmt es nämlich gewaltig. Hierbei handelt es sich um einen bizarren Handpuppenfilm für den man reichlich Phantasie mitbringen sollte, um überhaupt verstehen zu können, was sich da vor den Augen des Zuschauers abspielt. Abstruse Monster aus einer anderen Welt foltern hier ein kleines Wesen, das am Ende der Geschichte wiedergeboren wird. HAPPY MEMORIES ist verworren und unschlüssig – nimmt sogar fast schon surrealistische Züge an. Liebhaber des Experimentellen kommen da wohl als einzige auf ihre Kosten. Fürs Otto-Normal-Publikum ist dieser Kurzfilme leider schwer zugänglich.
 
Leichter zu verdauen ist hingegen STAY AT HOME DAD. Darin will ein Mann der Liebsten beim Stillen des Nachwuchses behilflich sein. Er erfährt von einem ominösen Experiment, das ihm Brüste wachsen lässt. Die gedeihen prächtig und sorgen anschließend für jede Menge Lacher, weil der Milchfluss nicht unter Kontrolle gebracht werden kann. Doch der Spaß hat bald ein Ende. STAY AT HOME DAD schließt nämlich mit einem makabren Finale ab. Handgemachte Spezialeffekte kommen da zum Einsatz und erinnern in ihrem grotesken Ausmaß an die Werke des legendären Schriftstellers H.P.LOVECRAFT. Der Kurzfilm aus der Mache von ANDRW KASCH und JOHN SKIPP ist eine runde Sache und gehört zu den wenigen Höhepunkten von MONSTERLAND.
 
Trotzdem kommt das Beste zum Schluss. Mit HELLYFISH gibt es herrlich sinnfreien Trash zu bewundern, der intellektuell auf gleicher Welle schwimmt wie die dreidimensionale Fortsetzung zum Remake-Horror PIRANHA von 2012. Im Filmsegment wird ein Badestrand von übergroßen Quallen heimgesucht, die sich über die Badegäste hermachen und verputzen. Der Kurzfilm wurde bereits auf diversen Filmfestivals gefeiert und bietet edles CGI in Kombination mit pumpenden Beats und schrägen Ideen. Was anmutet wie ein F/X-Demonstrationsvideo ist unterm Strich hirnfreies Invasionsgemetzel, das dem Horrorfan ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.
 
 
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Ausverkauf und Resterampe. Man sollte wissen, dass die Kurzfilme von MONSTERLAND nicht extra für diese Anthologie angefertigt wurden. Fast alles, was man hier zu sehen bekommt, gab es nämlich schon mal – auf Filmfestivals und im Internet. MONSTERLAND ist eine wahllose Zusammenstellung von Kurzfilmen, die man wohl eingekauft und zusammengeschnitten hat, um flink Geld für was auch immer zu verdienen. Das einzige, was neu gedreht wurde ist die Rahmenhandlung. Die hält die jeweiligen Segmente zusammen, strotz aber nicht gerade vor Einfallsreichtum. Wer ein Herz für Horror-Anthologien besitzt, kann gern mal einen Blick riskieren, sollte aber die Erwartungen herunterschrauben. So grandios wie es der Trailer verspricht ist MONSTERLAND keineswegs. Hier handelt es sich um Fast-Food-Horror mit nicht sonderlich herausragenden Gruselgeschichten. Bis auf den Quallen-Trash und den Ratten-Slapstick bleibt kaum etwas in Erinnerung. Angesichts der Tatsache, dass hier eine stattliche Anzahl von zehn Kurzfilmen über den Bildschirm flimmern, ist das schon ziemlich deprimierend.
 
 
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MONSTERLAND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Spaßiger Zeitvertreib für Fans des Anthologie-Horrors. Leider kann MONSTERLAND Horrorsammlungen wie ABCS OF DEATH oder der V/H/S-Reihe nicht annähernd das Wasser reichen. Angesichts der Tatsache, dass Genre-Anthologien derzeit Hochkonjunktur erleben, ist MONSTERLAND nämlich eine kleine Enttäuschung. Hier sind leider nur wenige Kurzgeschichten gelungen. Zwar sind die gebotenen Kurzfilme abwechslungsreich, wirken aber wahllos zusammengestellt. Der Grund hierfür ist ganz einfach. Fast alle Geschichten liefen bereits auf Festivals oder im Internet. Das bedeutet, dass bis auf die Rahmenhandlung kaum etwas für diese Sammlung eigens gedreht wurde. Offensichtlich ist bei der engeren Auswahl der Ausschuss gelandet. Bis auf wenige Ausnahmen (allen voran die Quallen-Episode) sind die meisten Filme durchwachsen und schnell wieder vergessen. Daher ist MONSTERLAND nur eingefleischten Fans von Geschichtensammlungen zu empfehlen. Netter Spaß für Zwischendurch, aber ohne Tiefgang und mit nur wenig Herzblut.
 
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Zensur

 
 
 
MONSTERLAND ist keine Splattergranate. Bis auf die Zahnarztepisode HOUSE CALL wird hier kaum harter Stoff gezeigt. Demzufolge dürfte es die Anthologie hierzulande sehr leicht haben mit einer Freigabe. Man kann jetzt schon sagen, dass MONSTERLAND bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet sein wird.
 
 
 


 
 
 

MONSTERLAND – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Poster liegen bei RLJ Entertainment | Dread Central)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Holidays – Surviving Them Is Hell (2016)
 
V/H/S 2 (2013)
 
V/H/S 3 – Viral (2014)
 
Still 2 (2014)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)


Filmkritik: „Bloodsucking Bastards“ (2015)

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BLOODSUCKING BASTARDS

Story

 
 
 
Die Mitarbeiter eine Firma sehen sich mit Vampiren konfrontiert, gegen die man sich blutig zu wehren weiß.
 
 
 


 
 
 

BLOODSUCKING BASTARDS – Kritik

 
 
 
Wie wäre das schön, wenn es Mitarbeiter geben würde, die 24 Stunden am Tag im Büro sitzen, um ohne Pause am Schreibtisch schaffen zu können. Effektives Arbeiten wird im Horrorspass BLOODSUCKING BASTARDS neu definiert. In diesem Film wird der Traum eines jeden Arbeitgebers zur blutigen Realität, denn wie der doppeldeutige Titel bereits vermuten lässt, sind hier gewinnorientierte Firmenbosse und hungrige Vampire am Werk. Letztere suchen eine Firma heim, um verhindern zu können, dass ein marodes Unternehmen roten Zahlen schreibt. Der neue Kurs ist denkbar einfach. Mitarbeiter sollen in Blutsauger verwandelt werden, um ganztags in abgedunkelten Büroräumen den schönen Dingen des Lebens nachgehen zu können: dem Geldverdienen.
 
 
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So wird der Zuschauer in den Büroalltag des überarbeiteten Evan (FRAN KRANZ aus CABIN IN THE WOODS) entführt, dessen Leben momentan so gar nicht nach Plan verlaufen will. Nicht nur, dass er sich mit Beziehungsproblemen umherschlagen muss; auch der erhoffte Managerposten wird ihm kurzerhand vor der Nase weggeschnappt. Jugendfeind Max (PEDRO PASCAL) wird für die neue Stelle besetzt und macht dem Verkaufsteam (darunter diverse Gesichter der Comedy-Gruppe DR. GOD) das Leben schwer. Leider stellt das Ekelpaket das kleinere Übel dar, denn immer mehr Büromitarbeiter verwandeln sich plötzlich in blutgierige Vampire. Für Evan kein Grund zur Sorge. Zusammen mit den Kollegen sucht er nach Antworten und nimmt den Kampf gegen Horden aggressiver Blutsauger auf, die sich jedoch kreativ zu wehren wissen.
 
 
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Ein im wahrsten Sinne des Wortes bissiger Spaß, der sich zu keiner Zeit ernst nimmt. Regisseur BRIAN JAMES O’CONNELL macht’s mit Hilfe sarkastischem Humors, abgedrehten Antihelden und jeder Menge Kunstblut. Ein mittlerweile gängiger Mix, der seit einigen Jahren vor allem in Spoof-Komödien wie der SCARY MOVIE-Reihe oder TUCKER AND DALE VS. EVIL gern Verwendung findet. BLOODSUCKING BASTARDS steht genannten Horrorkomödien in nichts nach und mixt Horror mit teils zynischen Wortgefechten, die kein Augen trocken lassen. Doch dazu nicht genug. Diese Vampirkomödie ist nicht nur blutig und witzig – BRIAN JAMES O’CONNELL teilt auch kräftig aus. So wird hier die Profitgeilheit mancher Arbeitgeber auf die Spitze getrieben, die meinen müssten Angestellte wie Sklaven rund um die Uhr schuften zu lassen – koste es was es wolle. Dass deren fragwürdige Prozeduren im Film auf die Schippe genommen werden, ist vor allem den Drehbuchschreibern zu schulden. Untern den Autoren gesellen sich nämlich auch die Mitglieder des Comedy-Trupps DR. GOD, von denen sich einige sogar im Film blicken lassen. Die bekannten Spaßmacher aus Los Angeles haben sich vor allem einem Namen durch die Entwicklung diverse Formate auf Sendern wie CARTOON NETWORK, FOX oder NICKELODEON gemacht und sind in Übersee durch Auftritte auf COMEDY CENTRAL, MTV und VH1 einem Millionenpublikum bekannt. Im Falle von BLOODSUCKING BASTARDS eine positive Bereicherung, die den Film – trotz mühsamen Start – zum bitterbösen Gagfeuerwerk verhilft. Der Witzgehalt bleibt konstant hoch und gipfelt in einem blutroten Finale, das sogar Fans der groben Unterhaltung zufriedenstellen dürfte. Wenn das mal keine guten Aussichten sind.
 
 
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BLOODSUCKING BASTARDS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Von faulen Angestellten und egozentrischen Abteilungsleitern, die nicht anderes im Sinn haben, als über Leichen zu gehen. BLOODSUCKING BASTARDS ist die blutreiche Spielfilmversion des Comedy-Hits ALLES ROUTINE – nur mit Vampiren. Die funktionieren unmotivierte Angestellte in allseits bereite Arbeitssklaven um, damit das Unternehmen schwarze Zahlen schreiben kann. Humor vs. Blut lautet die Devise, denn von genannten Zutaten wird viel Gebrauch gemacht. Der gegensätzliche Mix macht BLOODSUCKING BASTARDS einzigartig, denn Blut- und Gaggehalt halten sich die Waage und sorgen für gute Laune – und das sogar den gesamten Film über. Wer ein Faible für zynische Horrorkomödien besitzt, die sich alles andere als ernst nehmen, sollte unbedingt einen Blick wagen, schließlich stecken hinter BLOODSUCKING BASTARDS einige der bewandertsten Humor-Experten Amerikas: Das Team von Dr. GOD.
 
 


 
 
 

BLOODSUCKING BASTARDS – Zensur

 
 
 
Im Finale von BLOODSUCKING BASTARDS geht es mächtig zur Sache. Vampire explodieren, Schädeldecken werden mit Büromaterialien eingeschlagen und das Blut fließt zeigefreudig über die Mattscheibe. Weil sich der Film zu keine Minute bierernst nimmt, dürfte auch die FSK keine Probleme mit den gezeigten Splatterszenen besitzen. Man darf von einer FSK16 ausgehen.
 
 


 
 
 

BLOODSUCKING BASTARDS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
5 Zimmer Küche Sarg (2014)
 
Therapie für einen Vampir (2014)
 
Cooties (2014)
 
American Burger (2014)
 
Stalled (2013)
 
Fright Night – Die rabenschwarze Nacht (1985)
 
Lesbian Vampire Killers (2009)
 
Suck – Bis(s) zum Erfolg! (2009)
 


Filmkritik: „A Girl Walks Home Alone at Night“ (2014)

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A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT

Story

 
 
 
In der fiktiven iranischen Stadt Bad City liegt der Hund begraben. Die trostlose Ortschaft wird bevölkert von Drogendealern, Zuhältern, Prostituierten und Junkies, die sich mit ihrer ungemütlichen Umgebung abgefunden haben. Da fällt es kaum auf, dass in ihrer Mitte ein ebenso desillusionierter Vampir in Form einer jungen Frau (Sheila Vand) ein trauriges Dasein fristet. Während ihrer nächtlichen Streifzüge trifft die mysteriöse Blutsaugerin auf Arash (Arash Marandi), einen harmlosen jungen Mann, der zwischen der Drogensucht seines Vaters und seinem eigenen Unglück alle Hände voll zu tun hat. Ohne viele Worte nähern sich die Beiden einander an und ein Lichtblick erfüllt die düsteren Gassen der Bad City.
 
 
 


 
 
 

A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Kritik

 
 
 
Es sollte gleich zu Beginn der Kritik darauf hingewiesen werden, dass „A Girl Walks Home Alone at Night“ weit von einem gewöhnlichen Vampirfilm entfernt ist. Das liegt nicht nur daran, dass die iranisch-amerikanische Newcomerin Ana Lily Amirpour in ihrem ersten Langfilm darauf verzichtet, ihre namenlose Protagonistin auf eine permanente Blutjagd zu schicken. Der Film beschränkt sich nicht auf die üblichen Vorgaben und Forderungen eines Genrefilms, weil er sich ein weit höheres Ziel setzt. Wirft man einen näheren Blick auf die Konstellation der Figuren im Film, wird klar, dass Regisseurin Amirpour nicht nur die Liebesgeschichte eines ungleichen Paares erzählen möchte. Mit der düsteren und effektiven Kulisse der verlassenen Bad City beschwört sie eine ungemütliche, angstvolle Atmosphäre herauf. Ihre Figuren lassen sich in zwei Gruppen teilen: die eine arrangiert sich mit der misslichen Lage, die andere sucht und strebt nach einem Ausweg. Dank der dialogarmen Struktur des Films lässt sich dieses Basiskonstrukt vielfach interpretieren und auf eine Vielzahl verschiedener Situationen beziehen. So kann der Subtext von „A Girl Walks Home Alone at Night“ mühelos als politische Kritik an der strengen iranischen Regierung gelesen werden. Somit ist die Arbeit der jungen Erst-Filmemacherin nicht nur cleverer als die viele ihrer männlichen Kollegen, sondern auch um Einiges stilsicherer.
 
 
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Die Vorbilder, die den Film visuell bestimmen, sind vielfältig. Von alten Noir-Filmen über Western und den etwas modernen Rockabilly-Style bis hin zur Gruselatmosphäre der klassischen Monsterfilme. All jene Einflüsse schmiedet Filmemacherin Ana Lily Amirpour zu einem visuell beeindruckendem Kunstwerk, das sich weniger wie die Kombination von etwas Altem und mehr wie etwas Neues anfühlt. Stellenweise gelingt Amirpour sogar das Einfangen einer spannenden, unbehaglichen Atmosphäre – etwas, dass man in vielen reinrassigen Horror/Vampirthrillern aktuellen Datum schmerzlich vermisst. Der von ihr geschaffene Ort Bad City ist eine stark reduzierte Kulisse, in der außer den Figuren des Films niemand unterwegs zu sein scheint. Zu den kargen, düsteren Bildern gesellt sich ein minimal, effektiver Mix aus Soundeffekten, die dem Zuschauer (genau wie den Figuren) ein Gefühl ultimativer Einsamkeit vermittelt. Die Krönung des Films kommt in Form von Sheila Vand daher. Die Hauptdarstellerin dieses Ausnahmestreifens spricht als namenlose Vampirin zwar nicht viele Worte, versprüht aber mit ihren großen Augen und einem stechenden Blick eine hypnotische wie beängstigende Aura.
 
 
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A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„A Girl Walks Home Alone at Night“ ist definitiv etwas Neues und ein Film, der die Horrorgemeinde in zwei Lager spalten dürfte. Ana Lily Amirpours Spielfilmdebüt ist ein magnetischer Film, der zwar für den Horrorfan kaum Schauwerte liefert, für den anspruchsvollen Cineasten aber eine bezaubernde Entdeckung sein dürfte. Wer im Genre nach frischen Filmstoffen sucht, ist hier definitiv richtig. „A Girl Walks Home Alone at Night“ ist einzigartig und faszinierend zugleich. Sehenswert!
 
 
 


 
 
 

A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Zensur

 
 
 
Der Film ist in Deutschland ungeschnitten mit einer Freigabe ab 12 erschienen. Dem geringen Gewaltgrad ist diese Freigabe zwar angemessen, aber da der Film von einem sehr tragischen Ton dominiert wird und sich Problematiken wie Drogenabhängigkeit und Prostitution im Detail widmet, scheint diese Freigabe etwas sehr tief angesetzt. In den meisten Fällen hat es dafür von der FSK einen 16er-Freigabe erhalten. Vermutlich war die Zensurbehörde am Tag der Prüfung gut gelaunt.
 
 
 


 
 
 

A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
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(c) Capelight Pictures (ungeschnittene Fassung im KeepCase)

 
 
 
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(c) Capelight Pictures (ungeschnittene Fassung im limitierten Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Girl Walks Home Alone at Night; USA 2014

Genre: Horror, Liebesfilme, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Persisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p, s/w)

Laufzeit: 100 Minuten

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, Mediabook

Extras: Kinotrailer, Entfallene Szenen & Hinter den Kulissen, Vice Featurette & Vice trifft Ana Lily Amirpour and Sheila Vand | zusätzlich im Mediabook: 32-seitiges Booklet (Comic)

Release-Termin: Blu-ray: 28.08.2015 | Mediabook: 28.08.2015

 
 
 


 
 
 

A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Mediabook

 
 
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A Girl Walks Home Alone at Night (Blu-Ray im KeepCase) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 

A Girl Walks Home Alone at Night (Limitiertes Mediabook) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Capelight Pictures

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Caníbal (2013)
 
Only Lovers Left Alive (2013)
 
So finster die Nacht (2008)
 


Filmkritik: „Therapie für einen Vampir“ (2014)

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THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR

Story

 
 
 
Wien in den frühen 30ern. Graf Geza von Közsnöm (Tobias Moretti) ist unzufrieden. Der betagte Vampir verbringt die meiste Zeit in seinem Palais und versucht, seiner Gattin Elsa (Jeanette Hain) aus dem Weg zu gehen. Auch das Jagen von frischem Menschenblut hat er lange aufgegeben und lässt sich seine Mahlzeiten inzwischen von seinem Chauffeur abzapfen. Neue Impulse müssen her, und wo kann man sich diese besser organisieren als bei Dr. Sigmund Freud (Karl Fischer)? Der Besuch beim berühmten Psychoanalytiker lässt die Wege des Grafen mit denen des jungen Malers Viktor (Dominic Oley) kreuzen, der seinerseits Probleme mit seinem Liebling Lucy (Cornelia Ivancan) hat. Zwischen den ungleichen Paaren entwickelt sich eine Reihe von Konflikten, die die österreichische Hauptstadt zum Beben bringen.
 
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Kritik

 
 
 
Nachdem der neuseeländische „5 Zimmer Küche Sarg“ das Genre der Vampir-Komödie eröffnet und die Messlatte gehörig hoch gelegt hat, standen die Vorzeichen für die deutsch-österreichische Produktion „Therapie für einen Vampir“ nicht besonders gut. Immerhin griffen die Kreativköpfe der letztjährigen Komödie reichlich tief in die Mythologie der Blutsauger und lieferten ein Gag-Feuerwerk der Extraklasse ab. Für etwas Hoffnung sorgt die Tatsache, dass man sich hier nicht mit den allnächtlichen Komplikationen der Vampire auseinandersetzt, sondern mit der profunden Ennui, die ein unsterbliches Leben mit sich bringt.
 
 
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Tatsächlich geht das Rezept des Autors und Regisseurs David Rühm auf. Seine Besetzung des würdevollen Grafen mit Ex-Hundekommissar Tobias Moretti ist außerordentlich gut getroffen und Moretti versprüht die noble Aura des alteingesessenen Vampirs sehr gut. Auch die übrigen Rollen, allen voran die exzentrische Gräfin Elsa und das mehrfache Objekt der Begierde Lucy sind gut verteilt und ihre Darsteller liefern überzeugende Leistungen ab. Ungewöhnlich für eine leichte Komödie wie diese ist die Tatsache, dass in „Therapie für einen Vampir“ eine beachtliche Menge an Handlungssträngen verfolgt wird, ohne dass der Film unübersichtlich wird. Neben dem Beziehungsstress des sterblichen Paares bekommen wir die Besessenheit des Grafen mit einer Verflossenen oder die Krise einer Gräfin, die sich nicht an ihr eigenes Antlitz erinnern kann, mit.
 
 
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Die vielschichtige Handlung findet im Wien der Vergangenheit eine sehr stimmige Kulisse. In den nebligen Gassen und edel anmutenden Plätzen der Stadt entfaltet sich eine schaurig-komische Stimmung, die die Vampir-Thematik ideal und treffend unterstreicht. Auch vor dem wichtigen Einsatz von Kunstblut scheut David Rühm nicht zurück und würzt den Auftritt seiner nächtlichen Kreaturen mit einer angemessenen Menge des roten Lebenssaftes.
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Wer sich vor einer deutsch produzierten Vampirkomödie scheut und ein mittelmäßig produziertes Werk erwartet, ist im Unrecht. „Therapie für einen Vampir“ ist eine kurzweilige Jagd durch das nächtliche Wien, gespickt mit gut aufgelegten Schauspielern, einer einfallsreichen Handlung, schönen Bildern und muss sich vor internationalen Genrekollegen keinesfalls verstecken.
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Zensur

 
 
 
Einige Szenen verfügen zwar über großzügigen Einsatz von Kunstblut, dennoch verliert der Film nie seine Identität als gutmütige Komödie. Eine Jugendfreigabe schien daher sicher. THERPIE FÜR EINEN VAMPIR hat in Deutschland eine Freigabe ab 12 erhalten und ist trotz niedriger FSK-Einstufung ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MFA Film Distribution

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Therapie für einen Vampir; Österreich / Schweiz 2014

Genre: Komödie, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch (Hörfilmfassung) DD 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 1.85:1 (1080p) | @50 Hz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making Of, Behind the scenes-Clips, Trailer, Trailershow

Release-Termin: 03.11.2015

 

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THERAPIE FÜR EINEN VAMPIR – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei MFA Film Distribution

 
 
 
Ähnche Filme:
 
5 Zimmer Küche Sarg (2014)
 
Fright Night – Die rabenschwarze Nacht (1985)
 
Dracula – Tot aber glücklich (1995)
 


Filmkritik: „5 Zimmer Küche Sarg“ (2014)

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5 ZIMMER KÜCHE SARG

(WHAT WE DO IN THE SHADOWS)

Story

 
 
 
Außerhalb des Neuseeländer Städtchens Wellington steht eine uralte und charmante Villa. Darin wohnen vier ebenso uralte und charmante Bewohner, die zusammen mehrere Tausend Jahre auf dem Buckel haben. Viago (Taika Waititi), Vladislav (Jemaine Clement), Deacon (Jonny Brugh) und Petyr (Ben Fransham) sind Vampire leben in einer Vampir-WG, die sich neben den alltäglichen Reibungen des Zusammenlebens auch einigen sehr speziellen Herausforderungen stellen muss. Ein Kamerateam begleitet sie über einige Monate und fängt dabei die Geflogenheiten der Blutsauger ein. In der Vorbereitung auf das große Event des Jahres, einem Maskenball für Zombies, Hexen, Vampire und dergleichen, müssen Viago und Co. sich unter Anderem mit Neuzugängen in der WG, sterblichem Besuch und natürlich dem allgegenwärtigen Blutdurst beschäftigen.
 
 
 


 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG – Kritik

 
 
 
Von all den klassischen Monstern der menschlichen (und filmischen) Geschichte ist der Vampir wohl der präsenteste Vertreter. In unzähligen Romanen und Filmen haben sich Geschichtenerzähler mit dem Reiz der Unsterblichkeit befasst und das mythische Ungeheuer zu einem oft gesehenen Gast der Popkultur gemacht. Interpretiert wurden Vampir-Stories bislang als Horrorfilme, Dramen und zuletzt zur großen Aufregung von Genrefans auch als minderwertiger Kitsch für pubertierende Frauen. Aus Neuseeland gesellt sich jetzt eine Komödie dazu, geschrieben und gedreht von Taika Waititi und Jemaine Clement, die außerdem zwei der Hauptrollen übernehmen.
 
 
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Wer denkt, dass „5 Zimmer Küche Sarg“ bloß ein weiterer Versuch ist, aus dem allmählich abnehmenden Hype um den Vampir Profit zu schlagen, ist auf der falschen Fährte. Spätestens mit Einsetzen des Vorspanns zeigt sich, dass Waititi und Clement nicht nur mit Grips, sondern auch mit viel Liebe und Sorgfalt ans Werk gegangen sind. Mit viel kreativer Energie widmen sie sich ihren blutsaugenden Charakteren und deren Hintergrund. Dabei wird kaum ein Vampirklischee ausgelassen und mit viel Witz in die WG-Thematik integriert. Von Disputen über blutiges Geschirr, das seit fünf Jahren in der Spüle liegt bis hin zum fehlenden Spiegelbild, das die Suche eines Outfits für die anstehende Partynacht verkompliziert. Ist die Clique erst im Nachtleben von Wellington angekommen, stehen sie vor einer weiteren Herausforderung. Um einen Nachtclub zu betreten, müssen sie selbstverständlich hereingebeten werden. „5 Zimmer Küche Sarg“ ist voll von derartigen Situationen, die nicht nur Vampirfreunde zum Lachen bringen. Die gründliche Charakterisierung der Protagonisten geht sogar so weit, dass sie neben den Akzenten, die ihrer Herkunft und ihrem Alter entsprechen, auch Verhaltensweisen an den Tag legen, die seit dem Mittelalter antiquiert sind.
 
 
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Neben all dem Humor ist es bewundernswert, dass Waititi und Clement in ihrem kurzen, knackigen Film Platz für überraschend tiefgründige Momente in Form von Konfrontationen mit der Außenwelt oder sogar einer verlorenen Liebe finden. Zu keiner Zeit legt „5 Zimmer Küche Sarg“ jedoch seinen geradezu unglaublichen Charme ab, der zeitweise an Unschuld grenzt.
 
 
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5 ZIMMER KÜCHE SARG – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
Den Neuseeländern Taika Waititi und Jemaine Clement ist mit „5 Zimmer Küche Sarg“ eine Vampirkomödie gelungen, die rundum punkten kann. Nicht nur legen sie einen großen Respekt für das viel geschundene Wesen Vampir an den Tag, sie kombinieren die Jahrtausende alte Mythologie des Blutsaugers mit einer modernen Kulisse. Das Ergebnis ist ein origineller, kreativer und extrem witziger Film, der über viele Jahre hinweg das Maß für die humorvolle Aufarbeitung klassischer Monster sein wird.
 
 
 


 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG – Zensur

 
 
 
In Deutschland erscheint „5 Zimmer Küche Sarg“ mit einer Freigabe ab 12 Jahren. Obwohl er auch die eine oder andere blutige Szene zu bieten hat, wird der Film von einem leichten, verspielten Grundton beherrscht, der eine höhere Freigabe unnötig macht.
 
 
 


 
 
 

5 ZIMMER KÜCHE SARG – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: What We Do in the Shadows; Neuseeland 2014

Genre: Komödie, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 85 Min.

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: 12-seitiges Booklet, 12 Bonusvideos: Der Original Kurzfilm von 2005, Behind the Shadows, Deacons Erotiktanz, Stus Büro-Homestory, Jackie, die Vertraute, Viago singt, Vlad malt, Vlad der Dichter, Nachtzahnarzt, Die mit den Werwölfen tanzen, What We Do in Transylvania, What We Do in Berlin, 12 Deleted Scenes, Trailer, Frag einen deutschen Kiwi, Fanplakate (Diashow)
Vampir Fotoalbum (Diashow)

Release-Termin: 05.06.2015

 

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5 ZIMMER KÜCHE SARG – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

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