Filmkritik: „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ (2021)

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RESIDENT EVIL: WELCOME TO RACCOON CITY

Story

 
 
 
Im Reboot „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ geht es zurück zu den Wurzeln der Umbrella Corporation und dem Unheil, welches das Unternehmen anrichten wird.

 
 
 


 
 
 

RESIDENT EVIL – Kritik

 
 
Von 2002 bis 2016 brachte es die Videospielverfilmungsreihe „Resident Evil“ auf stolze sechs Teile. Was man von dieser auch halten mag, der Erfolg sprach für sich und die Einnahmen waren sehr lukrativ. Als 2016 der letzte Teil mit seinem Zusatztitel „The Final Chapter“ klar machte, dass danach Schluss sein wird, konnte man sich bereits denken, dass die Kuh irgendwie weiter gemolken werden will. Im Falle von „Resident Evil“ macht ein Reboot jedoch ausnahmsweise mal Sinn; sind die Werke von Paul W. S. Anderson doch nicht gerade originalgetreu und haben mit den Spielen allgemein nicht viel gemeinsam. Das Versprechen, dass „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ sich eher an die Fans der Spiele richten wird, war auf jeden Fall vielversprechend. Doch was ist daraus geworden? Ein Highlight sicher nicht, aber es hätte durchaus schlechter kommen können.
 
 
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Claire und ihr Bruder Chris wachsen in einem Waisenhaus in Raccoon City auf, eine Stadt, die eigentlich nur wegen der Umbrella Corporation existiert, die fleißig ihren illegalen Experimenten nachgeht. Doch als es mit der Corporation den Bach runtergeht, wird aus Raccoon City eher eine Geisterstadt. Nur noch wenige wollen dort leben. Chris gehört zu diesen wenigen. Claire hingegen ist ihrer Heimat längst entkommen, doch als sich dort merkwürdige Dinge abspielen, kehrt sie doch zurück. Etwas stimmt nicht in Raccoon City und die geheimen Forschungen der Umbrella Corporation sollen ihre Konsequenzen haben. Die Geschichte basiert auf den ersten beiden Spielen, also gerade denen, die den Kult um „Resident Evil“ erst ermöglich haben. Leider lässt sich die Handlung nicht unbedingt als Glanzstück bezeichnen, denn viel Substanz wird dem Zuschauer hier nicht geboten. Jegliche Hintergründe werden nur ganz vage angedeutet und für Tiefe ist da einfach kein Platz. Aufgeklärt wird eigentlich auch nichts und somit muss man sich damit anfreunden können, dass Logik eher weniger zu finden ist. Das kommt einem alles sehr bruchstückhaft vor und lässt manchmal den roten Faden vermissen. Doch wo das Drehbuch im Bezug auf Storytelling versagt, funktioniert es hingegen wunderbar wenn es um einzelne Passagen geht.
 
 
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Besonders die Kulissen können hier überzeugen. Wenn es ab nach Spencer Mansion geht oder sich das Geschehen auf dem Polizeirevier abspielt, dann dürfte sich jeder Fan der Videospielreihe an die Vorlage erinnert fühlen. Da gibt es einige nette Anspielungen und allgemein kommt man der Atmosphäre der Vorlage teilweise doch erfreulich nahe. Das ist sowieso der große Pluspunkt von „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“. Anders, als die Reihe von Anderson, hat man es hier nämlich nicht mit einem stumpfen Actionfilm zu tun. Dieses Werk möchte schon als ernster Horrorfilm durchgehen und das gelingt ihm teilweise ganz ordentlich. Regisseur Johannes Roberts, der auch das Drehbuch schrieb und sich im Horrorbereich allgemein ganz gut auskennt, erledigt seinen Job jedenfalls durchweg solide. Zwar kommt auch er nicht ohne die beliebten Jumpscares aus, aber das ist im modernen Kino nun mal leider so und richtig übel nehmen, kann man das dem Resultat nicht. Dafür ist die Stimmung teilweise einfach zu gelungen, so dass sogar etwas Grusel aufkommt. Dazu gibt es die wirklich starken Kulissen zu betrachten, die ordentlich an die Vorlage erinnern. Ja, selbst die Zombies hat man relativ originalgetreu übernommen.
 
 
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Wobei man von den Effekten nie zu viel erwarten sollte. Allgemein sehen diese ganz gut aus, aber ihre Herkunft aus dem Computer können sie selten verschleiern. Gerade wenn es um die richtigen Monster oder um Zombie-Vögel geht, bemerkt man, dass das Budget nicht riesig war. Bleibt es etwas dezenter, kann sich das allerdings sehen lassen und die wenigen, dafür effektiv gestalteten Splatter-Szenen sind ebenfalls ordentlich. An der handwerklichen Arbeit lässt sich also wenig bemängeln und am Unterhaltungswert eigentlich auch. „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ ist ständig in Bewegung und spielt sich stets an verschiedenen Schauplätzen ab. Das Tempo ist hoch und es gibt keine besonders lange Einleitung. Zwar dauert es eine Zeit, bis die Gefahr so richtig präsent ist, aber bis dahin gibt es immer wieder kleine Zwischenspiele, die für etwas Horror sorgen. Ein bisschen Action ist natürlich vorhanden, selbst wenn es mehr in Richtung Horrorfilm geht und es kommt sogar ein bisschen Spannung auf. Nur das Finale enttäuscht dann etwas, weil es doch zu schnell abgehandelt wird. Hier wäre durchaus noch mehr drin gewesen.
 
 
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Das lässt sich allerdings auch wunderbar von der Figurenzeichnung behaupten, denn diese ist, welch Wunder, ein weiterer Schwachpunkt des Filmes. Aber nicht, weil die Charaktere nicht brauchbar wären, sondern weil sich „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ nicht so richtig entscheiden kann, wer denn die Hauptfigur spielen soll. So spielt am Ende niemand eine solche und das Geschehen wechselt ständig von einem Charakter zum nächsten. Dass so keine Zeit entsteht, um manchen Figuren etwas mehr Hintergrund zu verleihen, ist nicht weiter verblüffend. Es wirkt ein wenig so, als wollte man unbedingt die ein oder andere Figur aus der Vorlage mit dabei haben, hatte dann aber nicht so viel Platz für diese. Die Darsteller können darunter nur leiden. So hätte man sicherlich gerne mehr von Kaya Scodelario gesehen, die ja schon in „Crawl“ ihr Talent unter Beweis stellen konnte. Sie wirkt anfangs auch wie die Hauptfigur, gerät dann jedoch schnell oftmals in den Hintergrund. Allgemein sind die Schauspieler aber dennoch brauchbar und es ist schön, dass bekannte Gesichter wie Donal Logue und Neal McDonough in überzeugenden Nebenrollen mit dabei sind.
 
 
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Wirklich stark ist übrigens noch der Ton geraten. So sind die Soundeffekte brachial, der Score klingt atmosphärisch und besitzt ein paar Melodien aus dem Spiel und der Soundtrack ist herrlich 90er, was einfach Spaß macht.
 
 


 
 
 

RESIDENT EVIL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Resident Evil – Welcome to Raccoon City“ ist gut, hätte jedoch das Potenzial gehabt noch weitaus besser zu sein. Besonders die stumpfe, wenig originelle Story holt 2021 bzw. 2022 nun wirklich keinen mehr ab. Außerdem hätte man sich vielleicht nur auf den ersten Teil der Vorlage fokussieren sollen, anstatt gleich zu mischen. So konnte man sich nämlich für keine echte Hauptfigur entscheiden und darunter leidet die Figurenzeichnung. Die wirklich tollen Kulissen entschädigen dafür aber. Aus handwerklicher Sicht ist der Film gut gemacht und auch die Atmosphäre versprüht deutlich mehr Horror, als die Werke von Anderson. Das Finale ist zwar viel zu kurz, aber der Unterhaltungswert ist solide und die Darsteller agieren ebenfalls passabel bis ordentlich. Nicht alle Effekte sehen richtig gut aus, aber die Stimmung funktioniert einfach und man fühlt sich teilweise schön an die alten Spiele erinnert. Von daher stimmt die Richtung durchaus und der gesamte Ton macht richtig etwas her. Natürlich kündigt eine Post-Credit-Szene bereits eine Fortsetzung an. Ob die neue Reihe auch wieder so langlebig sein wird, kann man noch nicht sagen, aber wenn man an ein paar Feinheiten arbeitet, hat sie definitiv das Zeug dazu besser zu werden, als die von Anderson!
 
 


 
 
 

RESIDENT EVIL – Zensur

 
 
 
„Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ hat in Deutschland eine FSK16 erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

RESIDENT EVIL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Constantin Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Resident Evil: Welcome to Raccoon City; USA | Deutschland | Kanada 2021

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD HR 5.1, Deutsch DD 2.0, Deutsch (Hörfilmfassung) DD 2.0, Englisch DTS-HD HR 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 108 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Replicating the DNA (ca. 11 Min.), Cops, Corpses and Chaos (ca. 8 Min.), Zombies, Lickers and the Horrors of Resident Evil (ca. 5 Min.)

Release-Termin: KeepCase: 24.03.2022

 
 

Resident Evil: Welcome to Raccoon City [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

RESIDENT EVIL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Constantin Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Resident Evil (2002)
 
Resident Evil: Apocalypse (2004)
 
Silent Hill (2006)
 

Filmkritik: „Boys from County Hell“ (2020)

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BOYS FROM COUNTY HELL

Story

 
 
 
In einer irischen, kleinen und ruhigen Gemeinde ist plötzlich sehr viel los, als das Grab eines Vampirs abgerissen wird und dieser sich auf die Einwohner stürzt.

 
 
 


 
 
 

BOYS FROM COUNTY HELL – Kritik

 
 
Mit „Dracula“ hat Bram Stoker 1897 wohl die Vorlage für eine der berühmtesten Figuren der Horror-Literatur geliefert. Seitdem gab es unzählige Filme, die sich mit dieser Figur beschäftigten und allgemein wird wohl kein Subgenre im Horror so oft bedient, wie der Vampirfilm. Da darf man schon berechtigt fragen, ob es denn wirklich noch einen weiteren Film darüber braucht. Wirklich gebraucht hätte es „Boys from County Hell“ dabei sicherlich nicht, aber er schadet auch nicht, weil er doch reichlich sympathisch daherkommt.
 
 
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Dabei galt es lange Zeit für sicher, dass Stoker sich für seine Figur als Vorbild den berüchtigten Herrscher Vlad III. nahm, doch mittlerweile gibt es auch eine recht feste Theorie, dass doch eher die Legende von Abhartach für Dracula diente. Mit diesem Gedanken spielt nun auch „Boys from County Hell“. In der kleinen, irischen Gemeinde Six Mile Hill ist eigentlich überhaupt nichts los, aber es kommen immer mal wieder Touristen hier her, weil sich an diesem Ort das Grab von Abhartach befindet. Die Jugendlichen machen sich einen Spaß daraus, doch als Bauarbeiten stattfinden und das Grab beschädigt wird, ist es mit dem Spaß vorbei. An der Legende von Abhartach ist nämlich scheinbar etwas dran und plötzlich wimmelt es in dem verschlafenen Örtchen nur so vor Vampiren. Um in einem Vampirfilm noch mit Innovationen dienen zu können, muss man schon ordentlich tief in die Trickkiste greifen und so richtig gelingt dies „Boys from County Hell“ kaum, aber die Geschichte wirkt trotzdem nicht schon wie etliche Male erzählt. Ein paar eigenständige Ideen sind durchaus vorhanden und allgemein wird das Drehbuch doch ganz erfrischend vorgetragen. Das ist nicht unbedingt völlig clever, macht aus Zutaten, die vorher schon zig Male vorhanden waren, aber erfreulich viel und kopiert seine Vorbilder nicht nur.
 
 
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Regisseur Chris Baugh hat den Film 2013 schon mal als Kurzfilm umgesetzt, konnte mit der Zeit Erfahrungen sammeln und machte daraus 2020 also noch mal einen Langfilm, was sich bei dem Thema auch anbietet. Die Bilder der irischen Landschaft passen schon mal perfekt und bieten eine gelungene Atmosphäre, die ideal zum Horrorfilm passt. Ganz unterhaltsam sind da auch die Anspielungen auf „An American Werewolf in London“. Die handwerkliche Arbeit ist sauber und die Inszenierung sitzt. Da gibt es wirklich nichts zu meckern und man sieht an „Boys from County Hell“, dass es nicht immer das größte Budget braucht, um einen guten Film zu kreieren. Insgesamt ist auch die Stimmung ganz passabel, wobei der größte Horror ausbleibt und die Vampire selten für echte Bedrohung sorgen. Als Komödie kann man den Film allerdings auch nicht wirklich bezeichnen. Es gibt ein paar lustige Sprüche, doch ansonsten werden die Gags sehr dezent eingesetzt. Das ist selten bis nie komisch, besitzt dafür jedoch eine relativ lockere Atmosphäre, die schon Spaß machen kann.
 
 
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Erfreulich sind dann auch die Darsteller, die in einer sehr überschaubaren Anzahl auftreten. Jack Rowan und Nigel O’Neill haben am meisten zu tun und erledigen ihre Aufgabe sehr solide. Doch auch der Rest geht vollkommen in Ordnung. Außerdem ist es von Vorteil, dass die Figurenzeichnung sympathisch gestaltet wurde. Die Charaktere werden zwar keine Ewigkeit im Gedächtnis verweilen, sind aber auch nicht komplett belanglos. So gibt es eine kleine Vater-Sohn-Problematik und die Perspektivlosigkeit der Jugend in einem kleinen Kaff wurde ebenfalls ganz gut dargestellt. Auf jeden Fall kann man mit diesen Figuren etwas anfangen und wünscht ihnen kein baldiges Ableben. Die deutsche Synchronisation lässt sich übrigens sehr gut anhören.
 
 
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Leider bietet „Boys from County Hell“ im Endeffekt kaum echte Spannung. Allgemein ist der Film eher gemächlich unterwegs. So benutzt man das gesamte, erste Drittel, um die Geschichte aufzubauen. Das ist tatsächlich nicht langweilig und ganz sympathisch zu verfolgen, aber eben auch nicht gerade aufregend und etwas zu gering im Tempo. Danach geht es etwas mehr zur Sache, doch die Schauplätze verändern sich eher selten. So richtig temporeich wird es eigentlich erst in Richtung Finale, welches solide geraten ist. Mit seinen knapp 90 Minuten Laufzeit besitzt das selten Längen, aber eben auch kaum echte Highlights. Immerhin wird noch etwas gesplattert, wobei einem mehr Gore versprochen wird, als man wirklich bekommt. Die blutigen Momente haben sich die FSK: ab 16 Freigabe zwar verdient, etwas öfter hätten sie aber dennoch vorkommen dürfen. Dafür sind die Effekte, bis auf ganz wenige Ausnahmen (Stichwort: Tiere), allerdings sehr schön anzusehen und auch Abhartach hat man ordentlich dargestellt. Score und Soundtrack werden gut eingesetzt und runden das Ganze solide ab.
 
 


 
 
 

BOYS FROM COUNTY HELL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Boys from County Hell“ ist viel mehr ein lockerer Horrorfilm, als eine Horrorkomödie und das nächste Highlight findet man hier sicher nicht vor, aber trotzdem lohnt sich eine Sichtung, wenn man auf Vampire abfährt. Die Geschichte besitzt nämlich durchaus gute Ideen. Außerdem ist der Film handwerklich ordentlich gemacht, die Darsteller gehen vollkommen in Ordnung und die Figurenzeichnung ist erfreulich bodenständig. Es mangelt dem Ganzen im Endeffekt zwar etwas an echtem Horror und so richtig witzig will das auch nie werden, aber die Atmosphäre besitzt dennoch ihren Reiz und die Effekte sehen gut aus. Am Anfang ist das ein wenig lahm, Spannung gibt es eher weniger und trotzdem wird man solide unterhalten. Somit hat man hier sicher nicht den großen Wurf vor sich, aber auf seine eigene Art und Weise ist „Boys from County Hell“ doch sehr angenehm und deshalb auch sehenswert!
 
 


 
 
 

BOYS FROM COUNTY HELL – Zensur

 
 
 
„Boys from County Hell“ hat zwar einige Splatterszenen zu bieten, verpackt diese aber immer in einem humoristischen Kontext. Daher ist die Freigabe ab 16 Jahren gerechtfertigt. Der Film ist in Deutschland ungeschnitten erschienen.
 
 
 


 
 
 

BOYS FROM COUNTY HELL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Boys from County Hell; Großbritannien | Irland 2020

Genre: Komödien, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im Keepcase

Extras: Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 28.01.2022

 

Boys from County Hell [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BOYS FROM COUNTY HELL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die rabenschwarze Nacht – Fright Night (1985)
 
The Lost Boys (1987)
 
An American Werewolf in London (1981)
 

Filmkritik: „Night of the Living Dead“ (1990)

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NIGHT OF THE LIVING DEAD

(DIE RÜCKKEHR DER UNTOTEN)

Story

 
 
 
In der Neuauflage von Romeros Klassiker „Die Nacht der lebenden Toten“ muss eine kleine Gruppe von Menschen sich erneut gegen eine Schar von Zombies zur Wehr setzen.

 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Kritik

 
 
1968 erschuf George A. Romero mit seinem Debütfilm „Die Nacht der lebenden Toten“ mal gleich einen der prägendsten Horrorfilme überhaupt. Seitdem ist der Zombie massentauglich geworden und aus dem Horrorbereich nicht mehr weg zu denken. 1990 meinte Tom Savini dann, dass es an der Zeit für ein Remake dieses Klassikers wäre. Savini, der ja eher für seine Geniestreiche als Maskenbildner und Spezialeffektekünstler bekannt ist, hatte ein vielfaches an Budget zur Verfügung, war mit dem Resultat aber wohl nicht so richtig zufrieden, weil zu viel geändert werden musste. Ähnlich ging es scheinbar auch Romero selbst, der sogar mit am neuen Drehbuch arbeitete. Schlecht gelungen, ist „Night of the Living Dead“, in Deutschland auch unter dem Titel „Die Rückkehr der Untoten“ bekannt, allerdings nicht. Wer sich gerne altmodische Zombiefilme anschaut, wird hier nämlich ordentlich bedient.
 
 
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Barbara besucht mit ihrem Bruder den Friedhof, wo sich das Grab der Mutter befindet. Kurze Zeit später werden die Beiden von Untoten angegriffen und nur Barbara gelingt es sich in ein altes Farmhaus zu flüchten. Hier begegnet sie Ben, der sehr hilfsbereit ist und sich ebenfalls auf der Flucht vor der Bedrohung befindet. Doch im Keller hat sich noch eine kleine Gruppe von Menschen verscharrt. Jedoch gelingt es den Leuten nicht, sich gegenseitig zu helfen und die Gefahr draußen wächst stetig an. Kann es ein Entkommen geben?
 
 
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Tom Savini und George A. Romero schrieben das Drehbuch gemeinsam und es ist zum Glück keine stumpfe Kopie dabei entstanden. Obwohl das Szenario im Kern sehr gleich bleibt, gibt es genügend Unterschiede zu betrachten, was sich besonders in der Figurenzeichnung bemerkbar macht. Außerdem ist das Ende gänzlich anders geraten. Dies ist allerdings nicht unbedingt positiv zu vermerken, denn „Night of the Living Dead“ fehlt es komplett an der Gesellschaftskritik, welche das Original hatte. Ansonsten ist die Geschichte ähnlich simpel. Das heißt: Nichts wird weiter erklärt und Hintergründe sind egal. Bei einem solch schlichten Zombiefilm sei das erlaubt, aber den Anspruch, den das Werk von 1968 hatte, sucht man im Remake leider vergebens.
 
 
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Tom Savini kann man als Regisseur jedoch kaum Vorwürfe machen, denn er macht seine Sache schon ziemlich gut, baut die Szenen gekonnt auf und versteht etwas, von dem, was er da tut. Aus rein handwerklicher Sicht ist „Night of the Living Dead“ gut geworden und wenn Savini schon selbst einen Zombiefilm dreht, darf man sich sicher sein, dass es in diesem nicht gerade zimperlich zur Sache gehen wird. Der Splatter-Gehalt ist ordentlich und sollte jeden Gorehound befriedigen. Dass der Film in Deutschland aber so lange beschlagnahmt war, ist unverständlich, denn grenzwertig brutal ist das Ergebnis nun ebenfalls nicht. Dafür gibt es jedoch sehr schöne Effekte zu bestaunen, die herrlich altmodisch aussehen. Die Zombies können sich ebenfalls sehen lassen.
 
 
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Schön ist zudem, dass sie sich noch richtig altmodisch verhalten. Das heißt: Sie sind dumm und langsam, stellen alleine eigentlich keine Gefahr dar, kommen aber in so großen Massen vor, dass sie die Überhand gewinnen. Wenn man auf diese altmodische Herangehensweise abfährt, wird man in „Night of the Living Dead“ vollkommen bedient. Das Farmhaus ist als Schauplatz manchmal etwas unspektakulär und der Score klingt nun auch nicht so richtig einprägsam, aber insgesamt kann man mit dem Resultat schon zufrieden sein. Dies liegt auch am ordentlichen Unterhaltungswert. Gerade am Anfang ist das Tempo rasend hoch. Da vergehen keine fünf Minuten und schon ist viel los. Im Haus angekommen, nimmt Savini die Geschwindigkeit etwas heraus. Dann spielen vorerst die Spannungen in der Gruppe die Hauptrolle, doch in der letzten halben Stunde steht wieder reine Zombie-Action auf dem Programm und mit seinen 88 Minuten Laufzeit ist das schon ziemlich kurzweilig geraten.
 
 
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Lobenswert sind zudem noch die Darstellerleistungen. Sehr schön ist, dass Tony Todd eine große Hauptrolle spielt, was er charismatisch macht. Patricia Tallman gibt die kämpferische Frau ebenfalls überzeugend und Tom Towles spielt das Arschloch so richtig hassenswert. Der Horrorfan wird zudem mit ein paar Kleinigkeiten bedient, wie z.B. der kurze Auftritt von Bill Moseley am Anfang. Die Figurenzeichnung erfüllt insgesamt ihren Zweck und, wie bereits erwähnt, gibt es hier einige Abweichnungen zum Original. Ein paar Charaktere sind schon ziemlich nervig, doch man kann erkennen, dass dies so gewollt war und es macht die Spannungen in der Gruppe durchaus höher. Lange wird einem das sicher nicht in Erinnerungen bleiben, doch brauchbar kreiert wurden diese Figuren schon.
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Night of the Living Dead“ macht als Remake schon eine ganze Menge richtig, wenngleich er dem Original natürlich niemals das Wasser reichen kann. Die Story ist zwar gleich geblieben, wirkt aber nie stumpf kopiert, die Charaktere sind ganz anders gezeichnet und es gibt selbstverständlich deutlich mehr Splatter zu sehen, als im Original. Das neue Ende ist allerdings schade, denn Gesellschaftskritik oder Anspruch findet man somit gar nicht mehr vor. Trotzdem ist die Atmosphäre schön düster und da man sich zu den richtigen Momenten völlig auf die Zombies fokussiert, kann man sich über einen zu niedrigen Unterhaltungswert niemals beklagen. Savini macht seine Sache als Regisseur absolut nicht schlecht, die Darsteller taugen etwas, die Effekte sehen klasse aus und das Ergebnis macht schon Spaß. Ob es „Night of the Living Dead“ nun unbedingt gebraucht hätte, sei mal dahingestellt, aber als Fan von altmodischer Zombie-Unterhaltung macht man damit durchaus nichts verkehrt!
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Night of the Living Dead“ war schon immer ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Im Jahr 1992 wurde der Streifen indiziert. Vier Jahre später wurde der Zombiefilm beschlagnahmt. Die Beschlagnahmen vom AG Tiergarten wurden im Februar 2020 aufgehoben. Im Juni 2020 gab die BPjM auch die Listenstreichung nach über 28 Jahren bekannt. Ende Juni 2021 folgte die FSK-Prüfung. Das Prüf-Gremium vergab die Einstufung: „Keine Jugendfreigabe“. Seit August 2021 kann „Die Rückkehr der Untoten“ (so der deutsche Videotheken-Titel) von allen erwachsenen Zuschauern legal, ungeschnitten und ohne Umwege über das deutschsprachige Ausland im hiesigen Handel gekauft werden.
 
 
 


 
 
 

NIGHT OF THE LIVING DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (Blu-ray im KeepCase)

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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (Blu-ray im Steelbook)

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(c) SONY PICTURES ENTERTAINMENT (DVD / Blu-ray im Mediabook + Büste)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Night of the Living Dead; USA 1990

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Minuten

FSK: keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase | Steelbook | Mediabook

Extras: Audiokommentar von Regisseur Tom Savini, US-Kinotrailer (1:05 Min.), Making Of – The Dead Walk (24:54 Min.) | zusätzlich in der Büsten-Edition: Film auf DVD, Büste, Booklet

Release-Termin: KeepCase | Steelbook | Büste: 05.08.2021

 

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NIGHT OF THE LIVING DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei SONY PICTURES ENTERTAINMENT)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Nacht der lebenden Toten (1968)
 
Zombie – Dawn of the Dead (1978)
 
Verdammt, die Zombies kommen (1985)
 

Filmkritik: „Zombie Invasion War“ (2012)

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ZOMBIE INVASION WAR

(RISE OF THE ZOMBIES | DEAD WALKING)

Story

 
 
 
Die altbekannte Zombie-Apokalypse ereilt die Filmwelt mal wieder. Eine Gruppe Überlebender versucht auch weiterhin lebendig zu bleiben.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE INVASION WAR – Kritik

 
 
Ein Zombiefilm aus der Produktionsschmiede „The Asylum“ ist nun wirklich nichts, worauf die Filmwelt gewartet hat. Da „Zombie Invasion War“, der im Original „Rise of the Zombies“ heißt, jedoch als Bonusfilm bei „The Last Exorcist“ beilag, hat sich der Schreiber dieses Textes dann doch an das billige Werk gewagt. Und siehe da – Hat man keine Erwartungen, wird man hier gar nicht mal enttäuscht, denn von „The Asylum“ hat man schon deutlich Schlimmeres gesehen.
 
 
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Das Geschehen startet mitten in der Zombie-Apokalypse, welche sich weltweit ausgebreitet hat. Ein paar Überlebende flüchten nach Alcatraz in der Hoffnung hier sicher zu sein. Aber weit gefehlt, denn die Zombies können sogar schwimmen. Ein Gerücht macht zudem den Umlauf, dass ein Wissenschaftler ein Heilmittel gefunden hätte. Deshalb macht sich die Gruppe auf den gefährlichen Weg, um herauszufinden, ob etwas Wahres daran ist. Die Story stellt natürlich nichts Besonderes dar und bietet denselben Einheitsbrei, wie nahezu alle dieser billigen Zombiestreifen. Die Apokalypse wird nicht vorbereitet, sondern ist sofort vorhanden. Diesen Einstieg kennt man in- und auswendig. Auch der Strang um das Heilmittel ist nicht besonders originell, aber immerhin leicht kreativ. Das Drehbuch besitzt eigentlich keinerlei eigene Ideen, verwendet die bekannten jedoch gar nicht mal so schlecht. Es ist nicht gänzlich uninteressant der simplen Story zu folgen und ein paar recht skurrile Ideen hatte man immerhin auch noch.
 
 
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Eine recht große Überraschung stellen die Effekte dar, denn wer schon mal etwas von „The Asylum“ geschaut hat, denkt natürlich sofort an billige Animationen aus dem Computer. Davon besitzt auch „Zombie Invasion War“ eine ganze Menge, was gleich der Anfang mit einem Autounfall klar macht, aber er hat darüberhinaus doch noch mehr zu bieten. Gerade was den Splatter betrifft, so gibt es eine gar nicht mal so geringe Menge an handgemachten Effekten zu betrachten. Diese sehen ordentlich aus und vor allen Dingen geht es schön splatterig zur Sache. Der Gorehound kommt voll auf seine Kosten und selbst wenn das nicht alles hübsch aussieht, hätte man hier doch viel weniger erwarten dürfen. Sogar die Zombies sehen insgesamt ganz okay aus. Aus handwerklicher Sicht kann man also zufrieden sein. Die Inszenierung von Nick Lyon erfüllt ihren Zweck. Die Bilder wirken zwar manchmal etwas zu künstlich auf dunkel getrimmt und manche Hintergründe könnten gar nicht offensichtlicher aus dem Computer stammen, aber insgesamt hat man sich auf visueller Ebene schon etwas mehr Mühe gegeben.
 
 
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Außerdem kann man wohl behaupten, dass die Atmosphäre ihren Zweck erfüllt. „Zombie Invasion War“ ist weniger trashig, als man beim Namen „The Asylum“ denken könnte. Zwar kommt manchmal etwas unfreiwillige Komik auf, wenn man eben die billigen Effekte sieht oder sich manch dusselige Charaktere mit bescheidener, deutscher Synchronisation unterhalten, aber insgesamt war man doch bemüht ernsthaft zu wirken. Dies gelingt dem Werk erstaunlich gut. Das ist immer noch Trash, aber keiner, den man sich anschaut, um sich darüber lustig zu machen. Mit richtigem Horror hat das selbstverständlich wenig zu tun und die 90 Minuten Laufzeit besitzen spätestens in der zweiten Hälfte so langsam ihre Längen, doch große Langeweile kommt eher selten auf. Es ist meistens genügend los und es gibt genug Action, die dann eben auch für eine ordentliche Portion Gore sorgt.
 
 
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Nicht mal über die Darsteller kann man sich hier großartig beklagen, wobei jedem klar sein sollte, dass man da nicht viel erwarten darf. Mariel Hemingway geht als toughe Frau klar, French Stewart könnte dem einen oder anderen aus der Fernsehlandschaft bekannt vorkommen und LeVar Burton bringt sogar ein wenig schauspielerische Klasse mit ins Geschehen. Natürlich wird fleißig mit Danny Trejo geworben (wohl der Grund, weshalb „Zombie Invasion War“ als Bonusfilm bei „The Last Exorcist“ mit drauf war) und in diesem Falle ist das zum Glück mal keine riesige Mogelpackung, weil Trejo schon eine richtige Nebenrolle verkörpert (selbst wenn das nur in der ersten Hälfte der Fall ist). Wirklich leisten kann er dabei kaum, aber wenn man ihn sonst gerne sieht, wird das auch hier der Fall sein. Unter den Zombies befinden sich dann auch noch ein paar bekanntere Namen. So ist es z.B. witzig, dass der Musiker Ted Nugent einen Zombie spielt. Fällt zwar nicht wirklich auf, ist aber dennoch ein amüsantes Gimmick. Die Figurenzeichnung ist selbstverständlich reichlich schlicht und funktioniert nicht wirklich, doch auch hier kann man immerhin behaupten, dass die Macher bemüht waren. So versucht man noch eine tragische Geschichte mit zu verarbeiten und selbst wenn die Charaktere überwiegend uninteressant sind, so stören sie gar nicht mal so sehr.
 
 


 
 
 

ZOMBIE INVASION WAR – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
„Zombie Invasion War“ ist zwar kein toller Film, aber gerade im Hinblick darauf, dass er von „The Asylum“ stammt, ist er hochwertiger, als man erwarten durfte. Zwar befinden sich viele Effekte auf dem gewohnt billigen Niveau und sehen grauenvoll aus, aber gerade im Splatterbereich gibt es einige handgemachte Effekte zu sehen, die gut geraten sind. Außerdem ist der Gore-Gehalt echt nicht verkehrt. Die Story hat man in der Form definitiv schon zu oft gesehen, aber ein paar Ideen waren trotzdem nicht schlecht. Das ist alles etwas zu langatmig, um wirklich gut unterhalten zu können und trotzdem kann man sich das Treiben gut anschauen. Die Darsteller sind okay und mit der Inszenierung kann man ebenfalls leben. Außerdem funktioniert die Atmosphäre ganz gut, denn „Zombie Invasion War“ ist nicht so lächerlich-trashig, wie manch andere Asylum-Produkte. Dass hier etwas Mühe vorhanden war, kann man jedenfalls bemerken und wer sich Zombie-Allesschauer nennt, macht mit „Zombie Invasion War“ gar nicht mal so viel verkehrt!
 
 


 
 
 

ZOMBIE INVASION WAR – Zensur

 
 
 
Alle deutschen Veröffentlichungen von „Zombie Invasion War“ sind trotz 18er-Freigabe nur geschnitten erhältlich. Nur Anbieter 84 Entertainment hat ein ungeprüftes Mediabook mit der kompletten Filmfassung herausgebracht.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE INVASION WAR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Great Movies (Blu-ray im KeepCase – cut)

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(c) White Pearl Movies | Daredo (Blu-ray im KeepCase – cut; als Bonusfilm beiliegend)

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(c) 84 Entertainment (Blu-ray + DVD im Mediabook auf 999 Stück limitiert – uncut)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Rise of the Zombies; USA 2012

Genre: Horror, Thriller, Trash

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase ohne Wechselcover | Mediabook

Extras: Original-Trailer (Eng. DD 2.0) [01:24 Min.], Making-Of (Eng. DD 2.0) [05:01 Min.], Gag-Reel | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, 12-seitiger Buchteil

Release-Termin: KeepCase (cut): 25.06.2021 | Mediabook (uncut): 14.10.2013 | KeepCase (cut – Bonusfilm): 30.04.2021

 

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ZOMBIE INVASION WAR – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei 84 Entertainment | Great Movies | White Pearl Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Day of the Dead – Bloodline (2017)
 
Zombie Night (2013)
 
Zombie Hunter (2013)
 
Nazi Zombie Battleground (2012)
 
Zoombies – Der Tag der Tiere ist da (2016)
 
Angriff der Lederhosenzombies (2016)
 

Filmkritik: „Wild Zero“ (1999)

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WILD ZERO

(WAIRUDO ZERO)

Story

 
 
 

Nach einem Meteoriteneinschlag in Japan verwandeln Aliens Menschen in Zombies, doch haben nicht mit Hardrockband „Guitar Wolf“, ihrem treuen Fan Ace und einer handvoll schlagkräftiger Nebencharaktere gerechnet.

 
 
 


 
 
 

WILD ZERO – Kritik

 
 
 
Das Klischee, dass japanische Filme oft sehr grell, schrill, laut und „verrückt“ sind, lässt sich durch zahlreiche Produktionen aus den unterschiedlichsten Genres belegen, deren Inszenierungsweise, Comedyanteil oder Tonalität sich oftmals mit westlichen Sehgewohnheiten schneiden – denn auch, wenn die japanische Filmwelt mit Sicherheit endlose „normalere“ Werke bietet, so dreht sie doch gerade bei Genreproduktionen gerne mal richtig auf, schöpft mit der größtmöglichsten Kelle aus dem Ideen- und Genrefundus der endlosen Möglichkeiten. Als eben solche Erfahrung, als rockiger, cooler, kurzweiliger Film wurde mir nun auch „Wild Zero“ von Regie-Zweifachtäter Tetsuro Takeuchi angepriesen und in der Tat, das Cover lässt die Mundwinkel hochzucken. Aber hält diese Rock ’n Roll-Zombiefarce, was sie verspricht?
 
 
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Hat man das lieblose Menü, in dem eine furchtbar synchronisierte Stelle laut im Hintergrund läuft und das ohne Kapitelauswahl oder Extras auskommt, verdaut, beginnt es mit einer Vielzahl UFOs, die im schlimmen 90s-CGI auf die Erde zufliegen, bevor unser erster Protagonist in seinem mit „Guitar Wolf“-Postern vollgehangenem Zimmer vorm Spiegel steht, laute Rockmusik aus dem Kassettenspieler dröhnen lässt, Nachrichten über einen Meteoriteneinsturz im Fernsehen verfolgt und die Opening Credits Bandmitglieder mit Namen wie „Drum Wolf“ und „Bass Wolf“ vorstellen. In Street Fighter-Font wird der Titel präsentiert, dann befinden wir uns auf einem belebten Konzert der einzig wahren japanischen Rockband und „Jet Generation“ wird gespielt, mit Strobolicht und feiernder Meute, überzeugender Stimmung und großartig fetzendem Song. Ein gelungener Einstieg, der in Rekordzeit einen schwindelerregenden Haufen Ideen und Möglichkeiten vorstellt, aber Lust auf mehr macht. Die Band trägt natürlich Sonnenbrillen und Lederjacken, die Instrumente sind elektrisch aufgeladen, bewusst over the top gehalten und ohne einen Hauch von Ernsthaftigkeit. Ein glatzköpfiger Mann, der ein Fetisch-Nietenhalsband trägt, schlägt derweil eine Frau auf der Toilette blutig, in einem Nebenraum nimmt eine andere Frau Drogen und ein anderer Glatzkopf beobachtet sie. Ähnlich alltägliche bis unpassend und belanglos wirkende, gerade in der Exposition das Tempo herausnehmende Szenen reihen sich nun, werden durch interessante 90s-Inzenierung mit POV- Kameras oder Zeitlupen aber aufgewertet, bevor es relativ unerklärt oder unverständlich nach weniger als zehn Minuten Film bereits zum Standoff kommt und der Clubbesitzer, auf Droge und in Unterhose, und sein Bruder, unser cooles Bandmitglied „Guitar Wolf“, die Waffen aufeinander richten.
 
 
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Der Fan vom Anfang stürmt wütend in den Raum und wird comichaft von dem Glatzkopf KO geschlagen, rettet damit aber auch unbewusst die Situation wie das Negierung einer typischen SABU-Szene, im Affekt löst sich ein Schuß und der Kopf eines Unbeteiligten explodiert blutig. Schreie, keine wirkliche Handlung, tonal verwirrend, dazu im Hintergrund die ganze Zeit gedämpfter Metal, der sich so gar nicht einfügen will. Guitar Wolf schießt seinem Bruder den Finger ab, schließt einen Blutpakt mit dem Fan und schenkt ihm eine Pfeife, was ein oder zwei Minuten später als Flashback wieder gezeigt wird (!), wenn der Fan nun die Pfeife nutzt, und Guitar Wolf auf seinem coolen Motorrad angerast kommt, aus dessen Auspuff natürlich Flammen steigen.
Als wär die Konstellation zwischen Guitar Wolf und seinem Bruder sowie dem Fan, zusammen mit den angekündigten Aliens und Meteoriten noch nicht genug für den Film, wechseln wir nun zu einer Frau, die mit Fernglas und Army-Jeep in der Wüste steht und einen Mann beobachtet, dessen Tasche sie aufnimmt und zu einer Tankstelle bringt. Eine weitere, mysteriöse, nichtssagende Szene zu diesem Zeitpunkt also, nur leider weder spannend inszeniert, noch audiovsuell sonderlich aufregend – viel Rockmusik, mal japanisch, mal englischsprachig, mal härter und mal harmloser, läuft dauerhaft im Hintergrund, unabhängig von der aktuellen Stimmung, für sich genommen aber äußerst tauglich. Als vorletzte Gruppe dieser sehr bruckstückhaften, ersten zwanzig Minuten, werden nun noch ein streitendes Pärchen sowie ein stoischer Fahrer vorgestellt, die auf den Wunsch der Dame der Gruppe hin zu dem Meteoriten unterwegs sind, auf dem Weg aber erst versuchen, mit zwei Messern eine Tankstelle auszurauben, wobei eine Kundin vor Angst in Ohnmacht fällt. Die lächerlich- witzigen FLAMMEN, die als Übergang gewählt werden, kündigen so etwas wie Action an und tatsächlich, nur noch ein letztes Auto ist scheinbar wichtig für diesen Plot, eins in dem zwei Anzugträger auf dem Weg zu der Frau in der Wüste sind, die sich als Waffenhändlerin entpuppt, bevor „Es“ losgehen kann. Aber was ist „Es“, nach diesem elaborierten Aufbau, was ist das eigentliche Fleisch des Films?
 
 
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Die Waffenhändlerin macht sich auch auf den Weg zur Tanke, der Fan ebenfalls und unterbricht damit den Überfall, der dabei verletzte Fahrer, Masao, rennt comichaft-überdreht und weinend zurück ins Auto. Der Fan stellt sich als „Ace“ vor und weckt die ohnmächtige Frau auf, die „Tobio“ heißt, wobei sich natürlich schnell beide ganz verlegen und süß verlieben, schmissiger Surf-Rock mit Xylophon spielt, Herzchenfilter über das ganze Bild gelegt werden – endlich ist etwas passiert und auch wenn die Fäden nicht gerade so zusammenkommen, wie ich es erwartet hätte bei dieser Rockband-lastigen Vermarktung, so ist der Film zu diesem Zeitpunkt doch kurzweilig, comichaft, albern, billig, aber auch sympathisch zu nennen. Sowohl die, nach dem missglückten Überfall, am See campierende Gangstergruppe als auch der Wagen der Anzugträger wird nun mit Zombies konfrontiert und so gemsicht, wie meine Gefühle zu dem gesamten Film sind, so sind sie es auch zu den Infizierten: Der Gore wirkt auf Distanz blutig und drastisch und ist meistens handgemacht, bei näheren Aufnahmen leidet die Glaubhaftigkeit allerdings deutlich und viele der Kopfschüsse im späteren Verlauf sind leider veraltetes CGI, auf das sichtlich wenig Wert gelegt wurde. Das Make-Up der Zombies selber schwankt auch gewaltig zwischen Romeroesquen, nur billigeren, bläulichen Zombies mit wenig bis keiner Überzeugungskraft, und wunderbar ekelhaft, detailliert und blutig verzierten Gesichtern, die mit einer anderen Inszenierung durchaus einen Schrecken einjagen könnten.
 
 
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Dazu kommt leider das Problem, dass die Zombies als extrem langsam, harmlos und unfähig dargestellt werden, da auch eine gesamte Gruppe scheinbar nicht in der Lage ist, ein wehrloses Opfer zu erbeuten. Würden die Zombies zur reinen Splatter-Belustigung oder für wirkliche Comedy genutzt, könnte die Idee trotzdem funktionieren, doch als wichtiger Plotpoint für die Gleichschaltung sämtlicher Charaktere ist das leider ziemlich enttäuschend. 34 Minuten im Geschehen befinden wir uns, das erste Drittel ist durch und ein nicht wirklich zu definierendes, auslösendes Ereignis ist geschehen, doch nach wie vor fühlt es sich wie ein relativ beliebiger, wenn auch punkiger 2000s-Zombiefilm an, dessen Kultstatus wohl mehr im Zeitgeist begründet liegt. Dass der wütende Clubbesitzer vom Anfang, bewaffnet und teils mit SM-Outfit, als ausstehende Konfrontation im Hinterkopf verweilt ist so nett wie berechenbar, dass die Waffenhändlerin als einziges, kurzes guilty pleasure beim Duschen von Zombies überrascht wird und in einer wunderbar ruppigen, actionreichen Szene handgemachte Zombieköpfe zerschießen darf bleibt auch lobend zu erwähnen, allgemein Lesen sich Gimmicks wie Mikrofone, aus denen Flammen kommen, oder elektrisch aufgeladenene Gitarrenplektren, die zum Zombietöten benutzt werden, sicherlich höchst spaßig und kreativ – doch so witzig sich diese Konzepte auf dem Papier vielleicht lesen, so enttäuschend, ungelenk editiert oder nebensächlich gestalten sie sich im fertigen Film. Viele der Kills sind zum Beispiel offscreen, viele der Gimmicks oder Flammen kommen nie zum Zug und dass selbst inmitten eines Rocktracks omnipräsente, langsame Schwarzblenden als
 
 
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Übergang genutzt werden, nimmt massiv das Tempo aus diesem ohnehin schon nicht gerade kurzen, knapp 100-minütigen Film. Ein auffallend an die Siebziger erinnerndes Setdesign mit verzierten Säulen ist positiv aufgefallen, das Finale bietet überraschend hochwertige, funktionierende und relativ epische CGI-Effekte in einer Szene, ein paar Stellen der späteren Actionszenen wissen auch definitiv zu gefallen, da der Film seine Comichaftigkeit hier endgültig zu seiner Stärke ausspielt und mit Zeitlupe und Splattereinlagen seinen Hauptprotagonisten Guitar Wolf endgültig zum übernatürlichen Superhelden stilisiert. Bei aller Liebe für Trash, Herzblutprojekte und überdrehtes Kino reichen ein paar bekloppt- sympathische Ideen ansprechende Einstellungen oder witzige Ideen dann aber doch nicht für 100 Minuten Unterhaltung, egal mit welcher Genreerwartung – was dafür aber vorbildlich gelöst wurde und mich definitiv überraschen konnte, ist der LGBTQ-Nebenplot des Films, in dem doch tatsächlich für Transgender-Gleichberechtigung und -Normalisierung gekämpft wird. Ein sehr löblicher, überraschender Einwurf inkl. Wtf-Moment und der gewohnten Überlänge, in dem der Guitar Wolf-Frontmann mehrach als Vision erscheinen darf, um zu predigen dass Liebe weder Geschlecht, noch Nationalität kennt. Bravo!
 
 


 
 
 

WILD ZERO – Fazit

 
 
5 Punkte Final
 
 
Dummer, alberner, überdrehter, verspielter, trashiger, aber eben auch kreativer, vollgepackter, liebevoll handgemachter Zombie-Indie-Streifen mit obercooler, echter Band, guter Musik und vielen netten Ideen die in ungelenk montierten, überlangen, langsamen 100 Minuten untergehen. Jammerschade um den Kampf gegen Transphobie, Zombies, vorhersehbare Scripts oder die Regeln der Physik, dass viele Ideen sicherlich günstiger umgesetzt werden mussten, als erhofft.
 
 
 


 
 
 

WILD ZERO – Zensur

 
 
 
„Wild Zero“ wurde nach Fertigstellung auf diversen Festivals ungeschnitten veröffentlicht. Danach wurde der Streifen mehrfach auf VHS und DVD ausgewertet. Diese Veröffentlichungen wiesen zumeist die FSK 18-Freigabe aus – waren teilweise aber auch ungeprüft. Das Label Rapid Eye Movies hat sich die deutschen Auswertungsrechte gesichert und feiert nun die HD-Premiere der japanischen Splatterkomödie. Diese Fassung ist angeschnitten und auch erst ab 18 freigegeben!
 
 
 


 
 
 

WILD ZERO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Rapid Eye Movies (Blu-ray im Digipack)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wild Zero; Japan 1999

Genre: Horror, Musik, Thriller, Komödien, Science Fiction, Splatter

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Japanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Japanisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack

Extras: Postkarten Set, Trailer

Release-Termin: Digipack: 28.05.2021

 
 

Wild Zero [Blu-ray im Digipack] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

WILD ZERO – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Abbildungen stammen von Rapid Eye Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Zombie Ass (2011)
 
Stacy – Angriff der Zombie-Schulmädchen (2001)
 
Kodoku: Meatball Machine (2017)
 
Tokyo Gore Police (2008)
 

Filmkritik: „Peninsula“ (2020)

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PENINSULA

(TRAIN TO BUSAN 2)

Story

 
 
 
Der Nachfolger zum mega erfolgreichen „Train to Busan“ erzählt, wie es mit der Zombieapokalypse in Südkorea weiter geht. .
 
 
 


 
 
 

PENINSULA – Kritik

 
 
Ein großer Erfolg wird meist fortgesetzt – Diese Regel gilt nicht nur für Hollywood. Bei seinen enorm hohen Einspielergebnissen, ist es kein Wunder, dass „Train to Busan“ 2020 eine Fortsetzung spendiert bekam. Eine weitere Regel besagt zudem, dass solche zweiten Teile meist noch mehr bieten müssen. Bei „Peninsula“ wird nun genau dies zum Problem, denn der Reiz des Kritikerlieblings von 2016 bestand eben darin, dass sich das Zombie-Szenario auf engem Raum abspielte. Yeon Sang-ho wiederholt sich zwar zum Glück nicht, setzt jedoch zu sehr auf seelenlose Blockbuster-Action, die mit einem Zombiefilm kaum noch etwas gemeinsam hat.
 
 
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Der Soldat Jung-seok konnte der Zombie-Invasion auf der südkoreanischen Halbinsel gerade noch entkommen, hat dabei jedoch schwere Verluste erlitten. Vier Jahre später lebt er ein bescheidenes Leben in Hongkong, doch plötzlich melden sich ein paar Amerikaner mit einem Auftrag. Auf der Halbinsel sollen sich viele Millionen Dollar befinden und Jung-seok soll sie gemeinsam mit einem Team beschaffen. Die Hälfte der Beute soll die Belohnung sein. Doch natürlich geht alles schief und in dem Gebiet wimmelt es nur so vor Zombies. Allerdings gibt es eine weitere Bedrohung: Eine ominöse Gruppierung namens Unit 631 geht mit Menschenleben nicht gerade schonend um.
 
 
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Eine Fortsetzung von „Train to Busan“ stellt sich als schwierige Aufgabe heraus, denn einfach das Zug-Szenario zu wiederholen, wäre langweilig gewesen. Also erweitert man nun den Schauplatz auf die gesamte Halbinsel, womit man aber eben die kreative Idee des Erstlings vernichtet. Und schon hat man einen ziemlich austauschbaren Blockbuster vor sich, der vom Drehbuch her noch weniger überzeugen kann, als der ohnehin schon simple Vorgänger. Die Story erinnert nun deutlich mehr an „Mad Max 2“ und hat nicht viel zu erzählen. Ein paar Einfälle wie Kolosseumskämpfe sind zwar ganz nett, aber viel mehr hat „Peninsula“ nicht zu bieten.
 
 
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Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass die Zombies gar nicht mehr im Mittelpunkt stehen. Der neue Feind ist eher die Unit 631, die allerdings nicht so besonders interessant wirkt. Die Zombies dienen eigentlich nur noch für die Ausgangssituation und um ab und zu etwas Splatter einzubauen. Damit beraubt man dem Werk die Atmosphäre, denn bedrohlich wirkt hier fast gar nichts mehr. Noch mehr, als im bereits actiongeladenen Vorgänger, hat man es hier mit einem Actionfilm zu tun, der mit Horror wenig gemeinsam hat. Das muss nicht schlecht sein und über die Inszenierung kann man sich sicher kaum beklagen. Yeon Sang-ho hat seine Arbeit als Regisseur nämlich wieder ordentlich erledigt. Die Schauplätze sehen gut aus und lassen eine postapokalyptische Stimmung entstehen und die Action wurde rasant inszeniert. Wer sich allerdings an sehr sichtbaren CGI-Effekten stört, wird einen mächtigen Dämpfer serviert bekommen, denn immer wenn es etwas aufwendiger wird, sieht das viel zu künstlich aus. Hier wäre es sehr schön gewesen, wenn man auf handgemachte Effekte gesetzt hätte. Blut wird nebenbei natürlich reichlich vergossen, aber Gorehounds kommen eher weniger auf ihre Kosten, weil die Zombies eben nur noch eine Randnotiz sind.
 
 
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Ein weiterer Nachteil besteht aus der Figurenzeichnung. Auch hier konnte „Train to Busan“ mehr punkten, weil seine Charaktere ausgearbeitet wirkten, nicht zu künstlich waren und eine Entwicklung erfuhren. Wie das meistens bei einem Blockbuster so ist, sind die Figuren in „Peninsula“ nun recht stumpf. Es gibt zwar hier und da ein paar Sympathien, aber es bleibt austauschbar und auch der Held wird nicht lange in Erinnerung bleiben. Eine Ausnahme stellen die beiden Mädels Lee Re und Lee Ye-won dar. Dass zwei Mädchen den Kampf mit Horden von Zombies aufnehmen, ist eine coole Idee und das wurde sogar ordentlich umgesetzt. Die Hintergrundgeschichte um eine damalige Schuld wirkt hingegen aufgesetzt. Die Darsteller erfüllen ihre Aufgabe allerdings allesamt zufriedenstellend. Wären die Charaktere nicht so belanglos, wäre hier durchaus mehr möglich gewesen. So schaut man sich durch erneut knapp zwei Stunden Laufzeit, bekommt viel Action, aber keine Spannung serviert. Das langweilt nicht zu sehr, bietet aber eben nur Fast-Food-Unterhaltung.
 
 


 
 
 

PENINSULA – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Von der Grundidee aus „Train to Busan“ ist in „Peninsula“ nichts mehr übrig geblieben. Der Film erweitert seinen Schauplatz erheblich, setzt auf reichlich Action und wirkt fast eher wie eine südkoreanische Variante von „Mad Max 2“. Die Zombies spielen eine untergeordnete Rolle. Diese andere Herangehensweise hätte nicht verkehrt sein müssen, nur leider hat der Film nicht viel zu erzählen, bietet fast nur austauschbare Charaktere und zudem überflüssig künstliche Effekte. Inszenierung und Darsteller sind gut und der Film besitzt durchaus seine unterhaltsamen Momente, aber nachhaltig ist das nicht und es hätte diese Fortsetzung einfach nicht gebraucht. Das Ergebnis ist reiner Durchschnitt, wie es leider oftmals bei zweiten Teilen der Fall ist. Wer auf stumpfe Blockbuster-Action aus ist, kann sich „Peninsula“ gut anschauen, wer eine ähnliche Qualität, wie im ersten Teil erwartet, sollte seine Erwartungen herunterschrauben!
 
 


 
 
 

PENINSULA – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Peninusla – Train to Busan 2“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

PENINSULA – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray + 4K UHD im KeepCase)

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(c) SPLENDID FILM (2 Blu-rays im Mediabook)

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(c) SPLENDID FILM (4K UHD + Blu-ray + 2 Bonus Blu-rays im Digipack)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Train to Busan 2; Südkorea | China 2020

Genre: Thriller, Action, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Koreanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 116 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Mediabook | Digipack

Extras KeepCase-Blu-ray: Film „Peninsula“ auf Blu-ray, Original-Teaser, Original-Trailer, Making-of, Featurettes

Extras KeepCase-Blu-ray + 4K UHD: Film „Peninsula“ auf Blu-ray, Film „Peninsula“ auf 4K UHD, Original-Teaser, Original-Trailer, Making-of, Featurettes

Extras Mediabook: FSK-Umleger, 24-seitiges Booklet, Film „Peninsula“ auf Blu-ray, Film „Haunters“ auf Blu-ray, Original-Teaser, Original-Trailer, Making-of, Featurettes

Extras Digipack: Digipack im Sammelschuber, Schachtel samt FSK-Umleger, Aufnäher, 6 Kunstdrucke, Film „Peninsula“ auf Blu-ray, Film „Peninsula“ auf 4K-UHD, Original-Teaser, Original-Trailer, Making-of, Featurettes, Film „Seoul Station“ auf Blu-ray, Film „Train to Busan“ auf Blu-ray, B-Roll, Press Screening Q&A, Original Trailer, Teaser #1, Teaser #2

Release-Termin: Mediabook | Digipack | KeepCase: 26.02.2021

 

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PENINSULA – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Train To Busan (2016)
 
World War Z (2013)
 
Mad Max II – Der Vollstrecker (1981)
 
Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel (1985)
 
Mad Max: Fury Road (2015)
 

Filmkritik: „Train to Busan“ (2016)

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TRAIN TO BUSAN

(BUSANHAENG)

Story

 
 
 
Der erfolgreichste, südkoreanische Film des Jahres 2016 zeigt, was geschieht, wenn in einem Hochgeschwindigkeitszug eine Zombie-Seuche ausbricht.

 
 
 


 
 
 

TRAIN TO BUSAN – Kritik

 
 
Horrorszenarien auf engerem Raum stattfinden zu lassen, ist eine beliebte Methode. So durften z.B. Zombies oder Schlangen schon ein Flugzeug unsicher machen. „Train to Busan“ besitzt ebenfalls eine solche Grundidee und überträgt eine drohende Zombie-Apokalypse auf den Schauplatz Zug. Da das Ganze mit reichlich Tempo und Action umgesetzt wurde, kann man sich hier ordentlich unterhalten lassen, wobei Mainstream-Werke wie „World War Z“ doch etwas mehr Substanz boten.
 
 
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Der Geschäftsmann Seok-woo hat sich von seiner Frau scheiden lassen und seine Tochter Su-an lebt bei ihm. An ihrem Geburtstag würde sie gerne ihre Mutter sehen, die in Busan lebt und es gelingt Su-an ihren Vater zu einer Zugreise dorthin zu überreden. Man hat sich nur leider den falschen Zeitpunkt für die Reise ausgesucht, denn in ganz Südkorea bricht gerade eine Zombie-Apokalypse aus. An sich wäre der Zug ein sicherer Ort, wenn sich dort nicht ebenfalls jemand infiziert hätte und weitere Reisende sich zu Zombies verwandeln. Die Story basiert eigentlich wirklich nur auf der Idee, dass man Zombies in einen Zug steckt. Mehr gibt die Handlung kaum her. Man hatte ein paar Ideen, die für etwas Dynamik sorgen (z.B. greifen die Zombies ihre Opfer im Dunkeln nicht an), doch im Großen und Ganzen ist das dennoch etwas zu wenig. Schade ist zudem, dass das Drehbuch keinerlei Gesellschaftskritik bietet und das Szenario reichlich simpel schildert. Hier wäre bestimmt mehr möglich gewesen, aber dafür überzeugt die handwerkliche Arbeit umso mehr.
 
 
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Regisseur Yeon Sang-ho drehte zuvor nur Animationsfilme (u.a. den Vorgänger zu „Train to Busan“ „Seoul Station) und inszenierte hiermit seinen ersten Realfilm. Dabei versteht er es sehr gut den begrenzten Schauplatz zu nutzen und obwohl der Zug die größte Kulisse darstellt, wird hier genügend Abwechslung geboten. Sang-ho dreht mächtig an der Spannungsschraube und so wird das Geschehen mit zunehmender Laufzeit immer packender, bis es zu einem wirklich starken Finale kommt. Die Laufzeit von fast zwei Stunden hätte man zwar etwas straffen können, doch im Endeffekt wird man von „Train to Busan“ prima unterhalten. So gibt es anfangs eine etwas ruhigere Einleitung, doch nach 20 Minuten tritt Sang-ho aufs Gas und geht von diesem dann auch nicht mehr oft herunter. Da hat man schon einige sehr spannende Momente kreiert und wenig Zombies kommen dabei nicht zum Einsatz. Diese können übrigens (wie das mittlerweile Trend ist) rennen und haben nichts mit den altmodischen Viechern zu tun. Ob man das mag oder nicht, ist reine Geschmackssache. Auf jeden Fall wird für ausreichend Blutvergießen gesorgt, wobei die Freigabe ab 16 Jahren dennoch gerechtfertigt ist, denn es gibt schon deutlich deftigere Zombie-Filme. Im Finale kommt der Gorehound trotzdem auf seine Kosten und die Effekte sehen allesamt gelungen aus.
 
 
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Was „Train to Busan“ definitiv noch etwas hochwertiger macht, ist seine Figurenzeichnung. Nicht selten verkommen die Charaktere in solchen Streifen zu plumpem und doofem Kanonenfutter, doch hier ist dem nicht so. Man hat zwar wenig Gelegenheit, den Figuren große Substanz zu verleihen, aber sie verändern sich mit dem gefährlichen Szenario und das wirkt insgesamt doch ziemlich authentisch. So ist Seok-woo anfangs eher ein eingebildeter, selbstsüchtiger Geschäftsmann, der hinterher bereit ist sich aufzuopfern. Diese Zeichnungen sorgen für Sympathien und so kann der Zuschauer viel besser mit den Charakteren mitfiebern. Das Schauspiel ist nebenbei ebenfalls ordentlich. Gong Yoo wirkt am Anfang etwas nichtssagend, wird dann hinterher aber deutlich besser und Kim Su-an geht als Kinderdarstellerin ebenfalls vollkommen klar. Alle anderen Darsteller erledigen ihre Aufgabe mindestens solide.
 
 
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TRAIN TO BUSAN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Train to Busan“ ist nicht der perfekte Zombie-Film geworden, für Fans solcher Werke aber dennoch völlig sehenswert. Die Handlung hätte ruhig etwas mehr Substanz haben dürfen, etwas bissiger verpackt werden dürfen und ein paar mehr Hintergründe wären ebenfalls nicht verkehrt gewesen. Außerdem ist die Laufzeit etwas zu hoch, was anfangs und zwischendurch für kleinere Längen sorgt. Immer wenn die Zombies zum Einsatz kommen, ist „Train to Busan“ allerdings reichlich spannend, was auch mit an der gelungenen Inszenierung liegt. Die Atmosphäre erfüllt ihren Zweck, die Darsteller sind gut und die Figurenzeichnung erscheint erfreulich menschlich. Das Finale ist ein echtes Highlight und ausreichend Splatter gibt es ebenfalls zu sehen. Sicher nicht frei von Schwächen, aber eine souveräne, actionreiche Erweiterung in der schier unendlichen Veröffentlichungsflut an Zombie-Streifen!
 
 


 
 
 

TRAIN TO BUSAN – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Train to Busan“ ist ungeschnitten und für Zuschauer ab 16 Jahren geeignet.
 
 
 


 
 
 

TRAIN TO BUSAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Splendid Film (Blu-ray im KeepCase mit Bonusfilm Seoul Station)

train-to-busan-mediabook

(c) Splendid Film (Blu-ray im Mediabook mit Bonusfilm Seoul Station – auf 2000 Stück limitiert)

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(c) Splendid Film (Blu-ray im Steelbook mit Bonusfilm Seoul Station – auf 2000 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Busanhaeng; Südkorea 2016

Genre: Horror, Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Koreanisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 118 Minuten

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover

Extras: B-Roll (12:59 Min.), Press Screening Q&A (41:44 Min.), Original Trailer (1:38 Min.), Teaser #1 (0:37 Min.), Teaser #2 (0:32 Min.), Trailershow | zusätzlich im Mediabook: Blu-ray mit dem Film Seoul Station, 24-seitiges Booklet | zusätzlich im Steelbook: Blu-ray mit dem Film Seoul Station

Release-Termin: KeepCases: 24.02.2017 | Mediabook: 03.02.2017 | Steelbook: 30.06.2017

 

Train To Busan [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Train To Busan [Blu-ray im KeepCase inklusive Bonusfilm: Seoul Station] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Train To Busan [Blu-ray im Mediabook mit Bonusfilm Seoul Station] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Train To Busan [Blu-ray im Steelbook mit Bonusfilm Seoul Station] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

TRAIN TO BUSAN – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Peninsula (2020)
 
28 Weeks Later (2007)
 
World War Z (2013)
 

Filmkritik: „Zombie – Dawn of the Dead“ (1978)

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ZOMBIE – DAWN OF THE DEAD

(DAWN OF THE DEAD)

Story

 
 
 
Der wahrscheinlich einflussreichste und kultigste Zombie-Film aller Zeiten führt vier Protagonisten in ein Kaufhaus, in welchem sie sich gegen die drohende Apokalypse verteidigen müssen.

 
 
 


 
 
 

DAWN OF THE DEAD – Kritik

 
 
Wohl niemand hat den Zombiefilm dermaßen geprägt, wie George A. Romero. Zwar wurden Zombies auch schon weit vor 1968 thematisiert, doch Romero verpackte bissige Gesellschaftskritik mit in den Horror und so wurde schon sein Erstling „Night of the Living Dead“ zu einem Kultstreifen, der bis heute nichts von seiner Atmosphäre eingebüßt hat. Es sollte ca. zehn Jahre dauern, bis Romero seinen Ruf als Meister der Zombies ausbaute. 1978 war es soweit und „Dawn of the Dead“ (in Deutschland schlicht mit „Zombie“ oder auch „Zombies im Kaufhaus“ betitelt) erblickte das Licht der Kinoleinwände. Dieses Mal in Farbe und mit deutlich mehr Aufwand. Romero hat hier schlichtweg DEN Klassiker des Zombiefilms gedreht und er löste damit eine regelrechte Welle von ähnlichen Werken (oftmals aus Italien) aus, die sich bis Mitte/Ende der 80er Jahre erfolgreich hielt. Es gibt an diesem Film eigentlich nichts auszusetzen, denn selbst kleinere Fehler können diesem Meisterwerk nichts anhaben.
 
 

 
 
In „Night of the Living Dead“ wurde das Übel mit den Zombies eingeleitet. Seitdem ist einige Zeit vergangen und „Dawn of the Dead“ steigt mitten in ein apokalyptisches Szenario ein. Stephen arbeitet als Verkehrsberichtserstatter und bekommt deshalb die Gelegenheit mit einem Hubschrauber abzuhauen. Seine Freundin Francine kommt mit, ebenso wie die beiden SWAT-Beamten Peter und Roger. Das gesamte Land wird von Zombies überfallen und die Vier suchen nach einem sicheren Ort. Sie finden ein ganzes Einkaufszentrum, in welchem es Verpflegung im Überfluss gibt. Nachdem man ein paar Zombies aus dem Weg geräumt hat, scheint es hier sicher zu sein, doch der Schein trügt.
 
 
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Romero verstand es wunderbar seine Horrorfilme mit reichlich Gesellschaftskritik zu füllen und es ist ihm wohl niemals mehr so genial gelungen, wie in „Dawn of the Dead“. Die Idee mit dem Einkaufszentrum ist einfach perfekt und lässt so viele Deutungen zu, dass es zwangsläufig anspruchsvoll wird. Wenn die Zombies nach ihrem Tod zu dem Ort zurückkehren, der ihnen wohl trotzdem in Erinnerung geblieben ist, wenn selbst die vier Protagonisten dem Kapitalismus frönen, dann besitzt das ein Niveau, welches man im Horrorfilm sonst eher vergeblich sucht. Das Drehbuch an sich ist natürlich ziemlich simpel, doch 1978 war das noch erlaubt, denn hier war der Zombiefilm noch längst nicht so ausgelutscht, wie heutzutage. Es sind die Ideen, die auch über 40 Jahre später noch faszinieren und deshalb gibt es an der Handlung absolut nichts auszusetzen.
 
 
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Ein weiterer Punkt, der „Dawn of the Dead“ so stark macht, ist selbstverständlich sein Splatter-Gehalt. Gleich am Anfang geht es schon mächtig zur Sache und im Finale fliegen die Gedärme regelrecht durch die Gegend. Mit Tom Savini (der auch eine kleine Rolle übernahm) hatte Romero einen der besten, wenn nicht den besten Effekte-Künstler zur Verfügung und der konnte sich hier so richtig austoben. Bei den Zombies muss man kleinere Abstriche machen, denn die sind manchmal einfach nur etwas angemalt. Allerdings muss man auch beachten, dass „Dawn of the Dead“ keineswegs eine Big-Budget-Produktion war. Dafür kann sich die handwerkliche Arbeit umso mehr sehen lassen und der handgemachte Splatter kann auch heute noch ein Strahlen ins Gesicht jedes Gorehounds zaubern.
 
 
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Einen Überblick über die verschiedenen Fassungen zu bewahren, ist nicht so leicht, denn es existieren zig Schnittversionen von „Dawn of the Dead“. In Deutschland wurde er damals natürlich beschlagnahmt (was mittlerweile zum Glück rückgängig gemacht wurde) und so gab es viele gekürzte Fassungen. Zusätzlich exisitiert die Long-Version, ein Romero- und ein Argento-Cut. In der längsten Fassung läuft der Film fast zweieinhalb Stunden, doch in Deutschland ist die gängigste Version wohl die zweistündige. Diese reicht auch aus, denn nicht jede kleine Handlungserweiterung ist notwendig.
 
 
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Neben allen bisherigen Glorifizierungen, muss man den saustarken Unterhaltungwert ebenfalls loben. Dieser kommt am ehesten zustande, weil der Aufbau so genial geraten ist. Ohne eine richtige Einleitung geht es sofort zur Sache und schon in der ersten Viertelstunde kommt es zu genügend Action. Im mittleren Teil wird es dann etwas ruhiger und hier kommt sogar eine richtige Feel-Good-Stimmung auf. Wenn die vier Protagonisten es sich im Einkaufszentrum gut gehen lassen, kann man das als Zuschauer bestens nachvollziehen und ist fast schon neidisch auf diese Situation. „Dawn of the Dead“ ist nicht einfach nur eine brutale Schlachtplatte geworden, er macht zeitweise auch einfach sehr viel Spaß und ist unerwartet locker. Natürlich ist die Gefahr keineswegs vorüber und so bahnt sich ein Finale an, welches wirklich alle Register zieht. Hier gibt es nochmals reichlich Splatter zu sehen und es kommt eine gute Portion Spannung auf. Egal ob nun 120 oder 140 Minuten – Der Unterhaltungswert ist perfekt. Keine Sekunde scheint überflüssig und dass einem der Film trotz seiner Kurzweiligkeit manchmal etwas lang vorkommt, sorgt nur für ein noch epischeres Gefühl.
 
 
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Bei den Darstellern braucht man nicht unbedingt nach Perfektion zu suchen, wobei trotzdem jeder sehr ordentlich spielt. Besonders David Emge besitzt ein paar Momente, die etwas holprig wirken, doch das stört niemals. Ken Foree sieht man sehr gerne zu und sein Mitwirken erbrachte ihm in Horrorkreisen hinterher einen gewissen Kultstatus. Auch Scott H. Reiniger besitzt eine ordentliche Ausstrahlung und Gaylen Ross macht das Quartett souverän voll. Alle anderen Darsteller besitzen nur kleinere Rollen und stehen nicht im Mittelpunkt, doch auch hier wurde viel Aufwand betrieben und man hat sehr große Massen an Statisten etc. versammelt. Dass „Dawn of the Dead“ überhaupt Spannung erzeugen kann, liegt selbstverständlich auch an einer gelungenen Figurenzeichnung. Die vier Hauptcharaktere sind nicht perfekt, besitzen ihre Ecken und Kanten, verhalten sich manchmal auch ein wenig dämlich, doch sie funktionieren als Menschen, sind sympathisch genug und man kann mit ihnen mitfiebern. Hier wurde nahezu alles richtig gemacht.
 
 
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Einen kleinen Extra-Absatz verdient zum Schluss noch der tolle Soundtrack der italienischen Progressive-Rock-Band Goblin, die schon so manch einen Film mit ihrer Musik verfeinert hat. Es ist also kein Wunder, dass oftmals auf den Soundtrack zurückgegriffen wird und die Musik oft zu hören ist. Die Melodien prägen sich sofort ein, wurden sogar für andere Zombiefilme später erneut verwendet und alleine wenn man diese Musik hört, ist das Feeling vom Film sofort wieder da. Und wenn dann noch das offene Ende folgt, kann man noch heute eine Gänsehaut bekommen.
 
 
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DAWN OF THE DEAD – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
So stark, wie bei „Dawn of the Dead“ war George A. Romero nie wieder. Zwar war auch „Night of the Living Dead“ sehr gut und die beiden Nachfolger „Day of the Dead“ und „Land of the Dead“ („Diary of the Dead“ und „Survival of the Dead“ werden hier bewusst verschwiegen) konnten ein tolles Niveau halten, aber hiermit hat Romero wirklich sein Meisterwerk erschaffen. Es fängt schon bei der genialen Handlung an, die beweist, dass man mit simplen Ideen ein perfektes Drehbuch schreiben kann. Weiter geht es mit einer tollen Inszenierung und einer handwerklich hervorragenden Arbeit, der man es überhaupt nicht anmerkt, dass das Budget nicht so groß war. Dann wären da natürlich die zahlreichen Effekte, die reichlich Splatter bieten, welcher auch heute noch toll aussieht. Dass der Film kleinere Macken, keine perfekten Darsteller und auch ein paar etwas dümmliche Verhaltensweisen der Figuren besitzt, macht ihn eigentlich nur noch sympathischer. Der Unterhaltunswert könnte höher nicht sein und der fabelhafte Soundtrack rundet das Ganze ideal ab. „Dawn of the Dead“ ist auch über 40 Jahre später noch ein actionreicher, spannender, aber auch amüsanter, lockerer und vor allen Dingen echt brutaler Zombiefilm, der seinen Kultstatus zurecht erlangt hat, eine unschlagbare Atmosphäre besitzt und wohl den besten Zombiefilm aller Zeiten darstellt!
 
 


 
 
 

DAWN OF THE DEAD – Zensur

 
 
 
„Zombie – Dawn of the Dead“ hatte in Deutschland eine bewegte Zensurvergangenheit. Der Film lief damals in einer leicht gekürzten Fassung in den deutschen Kinos, die auf dem Argento Cut beruhte. Letzterer wurde in allen europäischen Ländern veröffentlicht, während der sogenannte Romero Cut in englischsprachigen Ländern sowie Nord- und Südamerika herausgebracht wurde. Beide Fassung unterscheiden sich in Musik und Alternativszenen. Die erste deutsche VHS von Marketing Film war um fast 13 Minuten geschnitten und wurde 1983 indiziert. Es folgte eine Neuauflage von VPS, die zwar mehr Handlung enthielt aber in sämtlichen Gewaltszenen zensiert wurde. 1991 wurde die erste VHS von Marketing Film beschlagnahmt. Es folgten diverse Indizierungen und Beschlagnahmungen aller erdenklicher Fassungen und Veröffentlichungen, die in Deutschland und im Ausland herausgebracht wurden. Erst das Label Astro veröffentlichte „Zombie – Dawn of the Dead“ zum ersten mal im ungekürzten Argento Cut auf Laser Disk und VHS. Das Label Laser Paradise zog nach und brachte selbigen auf DVD heraus. Während der Klassiker in den letzten Jahren mehrfach ungeschnitten im deutschsprachigen Ausland auf DVD und Blu-ray ungeprüft veröffentlicht wurde, passierte im Januar 2019 in Deutschland ein Wunder. Dort wurde die Beschlagnahme von „Zombie – Dawn of the Dead“ nach 28 Jahren aufgehoben. Es folgte Index- und Listenstreichungen diverser Fassungen. Ende Mai 2019 wurde der Argento Cut neu von der FSK geprüft und mit „Keine Jugendfreigabe“ bewertet. Demzufolge dürfen die „Zombies im kaufhaus“ nun auch zum ersten mal auch dort ungeschnitten verkauft werden. Das nahm das Label Koch Film zum Anlass, um „Zombie“ erstmalig auf Blu-ray zu releasen. Hierzu hat der Käufer die Qual der Wahl zwischen vielen tollen Veröffentlichungen mit massig an Bonusmaterial!
 
 
 


 
 
 

DAWN OF THE DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Koch Films (1 UHD + 2 Blu-rays im Mediabook – Cover A)

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(c) Koch Films (1 UHD + 2 Blu-rays im Mediabook – Cover B)

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(c) Koch Films (1 UHD + 3 Blu-rays in der Retro-Edition – Cover B)

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(c) Koch Films (1 UHD + 3 Blu-rays in der Retro-Edition – Cover B)

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(c) Koch Films (1 UHD + 6 Blu-rays + 1 CD in der Limited Special Edition)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dawn of the Dead; Italien | USA 1978

Genre: Thriller, Horror, Drama, Klassiker

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.85:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 119 Minuten

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover, Mediabook, VHS-Verpackung, Sammlerbox

Extra – KeepCase: Unzensierte Argento-Fassung auf Blu-ray, Audiokommentar von Komponist Claudio Simonetti (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Englische Trailer, Deutsche Trailer, TV-Spots, Trailer Europäische Fassung, Radio Spots

Extras – Mediabook: Unzensierte Argento-Fassung auf Blu-ray, Audiokommentar von Komponist Claudio Simonetti (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Englische Trailer, Deutsche Trailer, TV-Spots, Trailer Europäische Fassung, Radio Spots 18-seitiges Booklet mit einem Text von Peter Osteried, Interview mit Regisseur George A. Romero, Interview mit Produzent Dario Argento, Interview mit Make-Up-Artist Tom Savini, Interview mit Stuntman Taso Stavrakis, Interview mit Filmemacher Nicolas Winding Refn, Bela B. trifft George Romero, Über die italienische Fassung, Bildergalerie, 4K-UHD-Fassung des Argento Cuts

Extras – VHS Retro Edition:Unzensierte Argento-Fassung auf Blu-ray, Audiokommentar von Komponist Claudio Simonetti (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Englische Trailer, Deutsche Trailer, TV-Spots, Trailer Europäische Fassung, Radio Spots, Interview mit Regisseur George A. Romero, Interview mit Produzent Dario Argento, Interview mit Make-Up-Artist Tom Savini, Interview mit Stuntman Taso Stavrakis, Interview mit Filmemacher Nicolas Winding Refn, Bela B. trifft George Romero, Über die italienische Fassung, Bildergalerie, 4K-UHD-Fassung des Argento Cuts, Jörg Buttgereit und Kai Nowak über „Zombie“ in Deutschland, Biennale 2016 Pressekonferenz, Biennale 2016 Einführung, Deutscher TV-Beitrag über die Dreharbeiten, Home Videos mit Kommentar von Robert Langer, Home Videos mit Kommentar von Ralph Langer, Monroville Mall Tour, Super-8-Fassung

Extras – Special Limited Edition: Edler Schuber mit Titel in Heißfolienprägung und Spotlackierung, 28-seitiges Booklet in DINA4, Nachdruck des Deutschen Pressehefts in DINA4, 2 einseitig bedruckte Filmplakate (89×59 cm), 6 hochglanz Art-Cards (32×32 cm), Unzensierte Argento-Fassung auf Blu-ray, Audiokommentar von Komponist Claudio Simonetti (Englisch, Optionale Deutsche Untertitel), Englische Trailer, Deutsche Trailer, TV-Spots, Trailer Europäische Fassung, Radio Spots, 4K-UHD-Fassung des Argento Cuts, Vollbild Argento-Fassung in HD, US-Kinofassung in HD (Romero Cut), Extended Cannes-Fassung in HD, Interview mit Regisseur George A. Romero, Interview mit Produzent Dario Argento, Interview mit Make-Up-Artist Tom Savini, Interview mit Stuntman Taso Stavrakis, Interview mit Filmemacher Nicolas Winding Refn, Bela B. trifft George Romero, Über die italienische Fassung, Bildergalerie, Jörg Buttgereit und Kai Nowak über „Zombie“ in Deutschland, Biennale 2016 Pressekonferenz, Biennale 2016 Einführung, Deutscher TV-Beitrag über die Dreharbeiten, Home Videos mit Kommentar von Robert Langer, Home Videos mit Kommentar von Ralph Langer, Monroville Mall Tour, Super-8-Fassung, Soundtrack-CD

Release-Termin: KeepCase | Mediabooks | Retro-VHS-Edition | Limitied Special Edition: 17.12.2020

 

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DAWN OF THE DEAD – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Nacht der lebenden Toten (1968)
 
Zombie 2 – Day of the Dead (1985)
 
Land of the Dead (2005)
 
Diary of the Dead (2007)
 
Survival of the Dead (2009)
 

Filmkritik: „Yummy“ (2019)

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YUMMY

Story

 
 
 
Der Besuch in einem osteuropäischen Krankenhaus für Schönheitsoperationen endet in einem blutigen Gemetzel, als sich Zombies dazu gesellen.

 
 
 


 
 
 

YUMMY – Kritik

 
 
Irgendwann kommt jedes Land mal mit seinem eigenen Zombiefilm. Also warum nicht auch mal Belgien? Außer Mode scheinen diese Streifen sowieso nicht mehr zu geraten, also kann man gar nicht viel falsch machen, wenn man nur genügend Splatter bietet. In Zeiten, in denen aber gefühlt jeder zweite Vertreter des Zombiefilms als augenzwinkernde Komödie erscheint, tut es gut, dass „Yummy“ mal wieder den altmodischen Funsplatter bedient und das macht er sogar richtig ordentlich.
 
 
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Alison ist von einem zu großen Vorderbau geplagt, aber da Schönheitsoperationen so teuer sind, fährt sie mit ihrem Freund Michael nach Osteuropa, um sich dort die Brust verkleinern zu lassen. Was niemand ahnt: Die Klinik nimmt kostenlose Abtreibungen vor, um mit den Föten Experimente durchzuführen. Als Michael versehentlich eine festgeschnallte Frau los macht, die mit einem Virus infiziert ist, wimmelt es schon bald in der gesamten Klinik nur so vor Zombies.
Obwohl einem hier am ehesten eine weitere von zig Zombie-Varianten geboten wird, ist das Drehbuch im Falle von „Yummy“ sogar halbwegs originell, denn der Schauplatz passt einfach wie die Faust aufs Auge. Da sind sogar anfangs ein paar Seitenhiebe gegen den Schönheitswahn mit drin, bevor es dann zum splatterigen Spaß übergeht. Aus dem Schauplatz und der Prämisse hat man jedenfalls eine ganze Menge gemacht und man hatte durchaus amüsante Ideen, weshalb jeder Zombiefan mit dieser Story gut leben können wird.
 
 
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Erfreulich ist allerdings auch, dass „Yummy“ nicht als reine Komödie daherkommt. Es gibt immer mal wieder Gags, die zum Schmunzeln einladen und auch etwas alberner Natur sind, aber ansonsten sind es vor allen Dingen die bizarren Ideen, die hier für Spaß sorgen. Etwa wenn da eine Penis-Prothese zum Einsatz kommt oder aber auch der Gebrauch von Körperfett (Yummy eben) den Bildschirm ziert. Das, was wohl alle Zombiefans sehen wollen, nämlich reichlich Splatter, ist hier auf jeden Fall gegeben und die Effekte sind dabei herrlich altmodisch von Hand gemacht. Nur ganz wenig stammt aus dem Computer und so macht das Gemetzel gleich noch mal deutlich mehr Spaß. Übrigens ist auch der Bodycount erfreulich hoch und hält sich keineswegs zurück. So kann man sich hier über die 90 Minuten Laufzeit ordentlich unterhalten lassen. „Yummy“ begeht nicht den Fehler einer zu langen Einleitung und kommt nach dem sympathischen Start schnell in die Gänge. Gerade weil die beiden Hauptcharaktere einigermaßen charismatisch erscheinen, ergibt sich im weiteren Verlauf sogar eine gewisse Spannung. Man nimmt sich nie zu ernst, geht aber auch nicht konsequent lächerlich zur Sache und diese Mischung sorgt für Abwechslung.
 
 
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Dass das nicht perfekt ist, liegt am ehesten daran, dass man solche Szenarien einfach schon zu oft geboten bekam und auch die Figurenzeichnung macht es sich hier relativ einfach. Nicht jeder wirkt da besonders markant und auch nicht alles erscheint besonders logisch. Wenigstens kann man sich aber nicht über die Darsteller beklagen. Maaike Neuville und Bart Hollanders funktionieren als Sympathieträger ganz gut und auch alle anderen agieren zweckdienlich, mal mehr, mal weniger übertrieben. Aus handwerklicher Sicht ist ebenfalls alles im grünen Bereich. Dass kein riesiges Budget zur Verfügung stand, erkennt man aufgrund der etwas monotonen Kulissen schon, aber Regisseur und Drehbuchautor Lars Damoiseaux gelingt es meist dies mit genügend Blutvergießen zu kaschieren. Und das Ende kommt dann auch noch mal mit einer geballten Portion schwarzem Humor daher, so dass man hier nicht den kompletten Standard bedient.
 
 


 
 
 

YUMMY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„Yummy“ ist ein brauchbarer Vertreter des Funsplatters, der sich nicht als reine Komödie versteht und deshalb ab und zu auch mal etwas Spannung aufkommen lässt. Vor allen Dingen sind es aber die schön abgefahrenen Ideen, welche es immer wieder zu reichlich Splatter kommen lassen, die hier zu gefallen wissen. Und natürlich die hübschen Effekte. Die Grundprämisse ist erfrischend und selbst wenn das hinterher wieder nur einen gewissen Standard bedient, gab es genügend eigenständige Ideen. Aus handwerklicher Sicht ist alles in Ordnung, die Darsteller sind gut und über die etwas magere Figurenzeichnung kann man hinweg sehen. Wer mal wieder ein amüsantes, blutiges und etwas geschmackloses Zombie-Spektakel braucht, ist bei „Yummy“ jedenfalls an der richtigen Adresse.
 
 


 
 
 

YUMMY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Yummy“ ist zwar ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Dennoch hatte es der Film bei seiner ersten FSK-Prüfung nicht leicht. Das Label Busch Media reichte den Streifen für die Heimkinoauswertung bei der FSK zur Prüfung ein und kassierte zunächst statt der erhofften Altersfreigabe eine Ablehnung – die Gewalt war den Prüfern zu zeigefreudig. Ein groteskes Unterfangen, zumal der Trailer bereits erkennbar darlegte, dass der Film die Zombiethematik auf deutlich humorige Weise verarbeitete. Doch das Label ließ sich nicht beirren und ging in Berufung. Mit tatkräftigen Argumenten konnte man die FSK überzeugen und erhielt für die Heimkinofassung in der ungeschnittenen Fassung die Kennzeichnung: keine Jugendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

YUMMY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Busch Media Group (KeepCase Blu-ray)

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(c) Busch Media Group (Mediabook DVD + Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Yummy; Belgien 2020

Genre: Horror, Thriller, Action, Komödien

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, O-Ton DTS-HD MA 5.1 (O-Ton = Flämisch, Englisch)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Original Trailer, Deutscher Trailer, Trailershow | zusätzlich im Mediabook: 2 exklusive Kurzfilme von Regisseur Lars Damoiseaux, Director’s Diary, Promo Videos, Booklet

Release-Termin: Mediabook + KeepCase: 23.10.2020

 

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YUMMY – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Busch Media Group)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Braindead (1992)
 
Planet Terror (2007)
 
Dead Snow: Red vs. Dead (2014)
 

Filmkritik: „Blood Quantum“ (2019)

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BLOOD QUANTUM

Story

 
 
 
In „Blood Quantum“ gibt es eine weitere Zombie-Apokalypse zu sehen, nur mit dem Unterschied, dass dieses Mal Indianer immun gegen das Virus sind.

 
 
 


 
 
 

BLOOD QUANTUM – Kritik

 
 
Die Zombiefilm-Varianten hören wirklich nicht auf, aber es ist zur Abwechslung auch mal ganz schön, dass mit „Blood Quantum“ wieder ein ernster Vertreter mit an Bord ist, der teilweise sogar ein wenig auf Romero’s „Night of the living Dead“ Pfaden wandelt. Leider ist das Endresultat dann nur eindeutig zu wenig spannend geraten, um hier eine höhere Wertung zu zücken.
 
 
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In einem Indianer-Reservat in Kanada gehen merkwürdige Dinge vor sich. Tote Tiere fangen plötzlich wieder an zu leben und es dauert nicht lange, da verhalten sich auch die Menschen sehr aggressiv. Ein sechsmonatiger Sprung in die Zukunft zeigt: Die Zombie-Apokalypse ist über die Menschen eingebrochen. Allerdings sind die Indianer gegen diese Krankheit immun und konnten sich so erfolgreich verschanzen. Dort draußen gibt es jedoch weitere Überlebende und jeder Nicht-Indianer, den man hineinlässt, stellt eine potenzielle Gefahr dar. Genau dieses Spiel mit den Rassen erinnert dann auch einigermaßen an „Night of the living Dead“. Dass die Miꞌkmaq immun sind, ist eine interessante Idee, aus der man jedoch viel mehr herausholen hätte können. Die gesellschaftskritischen wie auch sozialkritischen Töne sind nämlich höchstens eine Randnotiz. Ein paar Male bekommt man mit, dass die Story an sich ihren Anspruch besitzt, ansonsten wird aber auch nur ein konventionelles Zombieszenario erzählt und gerade weil es davon schon tausende gab, wäre hier ein wenig mehr Mut zur Andersartigkeit echt nicht verkehrt gewesen.
 
 
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Immerhin ist mit Regisseur Jeff Barnaby ein echter Miꞌkmaq für den Film verantwortlich, was schon mal für Authentizität sorgt. Nebenbei hat er auch für eine indigene Besetzung gesorgt, was an den Darstellernamen wie Michael Greyeyes oder Elle-Maija Tailfeathers auch nicht schwer zu erkennen ist. Dies sorgt ebenfalls für Pluspunkte, denn so kommt das gesamte Szenario doch reichlich glaubwürdig daher. Über die handwerkliche Arbeit kann man sich kaum beklagen. Da gibt es besonders am Anfang und am Ende ein paar wunderschöne Kamerafahrten über die Landschaft, die Kulissen sind abwechslungsreich und der Horror wurde ebenfalls gut in Szene gesetzt. Die Atmosphäre gibt sich meistens ordentlich ernst und wirkt desöfteren auch recht dramatisch, was für eine dichte und bedrohliche Stimmung sorgt. Nur der gelegentliche Anflug von Humor in Form von amüsanten Sprüchen wirkt da etwas fehlplatziert. Über die Darsteller kann man sich ebenfalls nicht beklagen. Sie müssen keine Höchstleistungen präsentieren, wirken jedoch markant genug, um nicht sofort in Vergessenheit zu geraten, selbst wenn die Figurenzeichnung teilweise etwas zu dünn ist und es nicht verkehrt gewesen wäre die Hauptfiguren noch stärker in den Fokus zu rücken.
 
 
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Am schwächsten ist leider der Unterhaltungswert geraten und das ist für einen Horrorfilm niemals förderlich. Besonders der Anfang macht es dabei echt gut. Hier wird ganz langsam Spannung aufgebaut und wenn der elektronische Score das dezent begleitet, dann entsteht eine schön unheimliche Atmosphäre. Doch dann folgt der Bruch und hier hat man es sich zu leicht gemacht. Plötzlich sind Monate vergangen und die Zombies haben sich schon überall verbreitet. Nun muss man erneut in das Szenario hineinkommen, weshalb es streng genommen zwei Einleitungen gibt und das wäre hier nicht nötig gewesen. Obwohl es von da an immer mal Angriffe der Zombies gibt und die Mischung aus Horror und Drama relativ ausgewogen ist, kommt leider niemals so richtig viel Spannung auf. Dafür besitzt das Treiben dann im Endeffekt doch zu wenig Substanz. Der Gorehound kann sich immerhin noch über eine gute Menge an Splatter erfreuen, der überwiegend auch gut getrickst wurde. Wenigstens stammt hier nahezu alles von Hand und der Härtegrad ist für einen Zombiefilm definitiv ausreichend.
 
 
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BLOOD QUANTUM – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
„Blood Quantum“ schafft es auf jeden Fall dem Zombiefilm eine weitere Facette zu verleihen und mit seinen leicht sozialkritischen Tönen ist er sogar dem großen Romero auf den Fersen, aber im Endeffekt bekommt man dann doch nur wieder eine relativ konventionelle Variante geboten, die sich scheinbar nicht genügend traut völlig anders zu sein. An sich nicht weiter tragisch, da die handwerkliche Arbeit stimmt, die Darsteller etwas taugen und es auch genügend Splatter zu sehen gibt. Schade ist da eigentlich nur, dass der Film niemals so richtig an Tempo gewinnen will, deshalb nicht spannend ist und zu viele Längen besitzt. Für Freunde der ernsteren Zombieunterhaltung ist „Blood Quantum“ aber dennoch eine Sichtung wert, denn gut gemacht, ist er allemal!
 
 


 
 
 

BLOOD QUANTUM – Zensur

 
 
 
Die Veröffentlichung von „Blood Quantum“ hat von der FSK in der ungeschnittenen Fassung die Einstufung „keine Jugendfreigabe“ erhalten. Filmsammler können daher bedenkenlos zugreifen.
 
 
 


 
 
 

BLOOD QUANTUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Films (KeepCase Blu-ray)

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(c) Koch Films (DVD + Blu-ray im limitierten Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Blood Quantum; Kanada 2019

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook

Extras: Trailer, Making Of, Interviews, Q&A | zusätzlich im Mediabook: Booklet, Film auf DVD

Release-Termin: Mediabook: 24.09.2020 | KeepCase: 24.09.2020

 

Blood Quantum [Blu-ray + DVD im Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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BLOOD QUANTUM – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei Koch Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
28 Days Later (2002)
 
The Cured – Infiziert. Geheilt. Verstoßen. (2017)
 
Anger of the Dead (2015)
 
The Rezort (2015)
 
Hostile (2017)
 
The Day – Fight. Or Die (2011)