Horrorfilm, Mystery, Slasher, Folterfilm, Thriller, Splatterfilm, Gruselfilm, Trashfilm auf FILMCHECK

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Filmkritik: “Buddy Hutchins” (2015)

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BUDDY HUTCHINS

Story

 
 
 
Ein Familienvater versteht die Welt nicht mehr. Da brennen ihm die Sicherungen durch und er nimmt mit einer Kettensäge blutige Rache an jedem, der ihm zuvor nur Böses wollte.

 
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Kritik

 
 
Vermutlich dürften sich viele Horrorfans noch an Schauspieler JAMIE KENNEDY zurückerinnern können. Der spielte in der beliebten SCREAM-Reihe einen sympathischen Film-Nerd namens Randy, der in der Slasher-Serie viel zu früh das Zeitliche segnen musste. Mittlerweile sind viele Jahre vergangen und der smarte Witzbold von einst lässt sich mal wieder im Genre blicken. Für seinen aktuellen Streifen namens BUDDY HUTCHINS hat er sich reichlich Winterspeck angefuttert und absichtlich verunstalten lassen. Als ungepflegte Alkoholiker scheint er vom Pech verfolgt und wird unter tragischen Umständen zur tickenden Zeitbombe. FALLING DOWN lässt grüßen, denn es lassen sich allerhand Parallelen zum Thriller aus der Mache von JOEL SCHUMACHER erkennen. Der brachte im Jahr 1993 einen wütenden MICHAEL DOUGLAS ins Kino, dem in Los Angeles die Sicherungen durchbrannten. Natürlich ist hier alles eine Nummer kleiner. BUDDY HUTCHINS ist eine günstige Low-Budget-Produktion ohne Staraufgebot, die zum großen Teil in den vier Wänden von Regisseur JARED COHN (Macher der ASYLUM-Gurken: 12/12/12 oder BORN BAD) umgesetzt wurde. Dank gutem Hauptdarsteller fällt der rigorose Sparkurs dieses unabhängigen Horror-Thrillers nicht negativ ins Gewicht, denn BUDDY HUTCHINS gehört zu jener Art von Indie-Filmen, in denen gutes Schauspiel manch fehlenden Dollar im Budget verschmerzen lässt.
 
 
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Im Film hat Figur Buddy Hutchins kein einfaches Los gezogen. Geldsorgen plagen den unglücklichen Familienvater, der es aber immerhin von einem Jahr geschafft hat sein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen und den sarkastischen Humor nicht verlernt hat. Doch die Bemühungen scheinen nicht viel Eindruck bei den Angehörigen hinterlassen zu haben. Die Ehefrau treibt es heimlich hinter dem Rücken mit dem besten Freund und auch der pubertierende Sohnemann hat schon längst den Respekt vor dem Vater verloren. Als dem mürrischen Pechvogel die Kinder weggenommen werden sollen, seine geliebte Mutter an Herzversagen stirbt und es beruflich bergab geht, ist es für Buddy Hutchins an der Zeit all jene zu bestrafen, die ihm bisher nichts Gutes wollten. Er wirft eine Motorsäge an und startet einen grausamen Rachefeldzug ohne Erbarmen.
 
 
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Regisseur JARED COHN bevorzugt es schwarzhumorig, denn BUDDY HUTCHINS geizt nicht mit zynischen Sprüchen und makabren Späßen. Dennoch bleibt im Unklaren was sein Kettensägenmassaker eigentlich sein soll. Für eine schwarze Komödie ist BUDDY HUTCHINS schlichtweg zu tragisch und für ein Drama dann doch wieder etwas sehr sarkastisch. Zudem finden am Ende drastische Horror-Elemente den Weg in die Handlung, so dass unschlüssig bleibt, ob man das Gezeigte ernst zu nehmen hat oder darüber schmunzeln soll. Als überhaupt nicht erheiternd kann die Gesellschaftskritik im Film gewertet werden, denn einmal mehr wird ein Genrefilm dazu verwendet, um sich kritisch über Missstände äußern zu können. Das liebe Geld gerät ins Visier des kontroversen Angriffs, denn das steuert in BUDDY HUTCHINS alle Bereiche des täglichen Miteinanders. Es treibt Familien auseinander, macht aus Freunden unerbittliche Feinde und entscheidet sogar über Leben und Tot. Für die Titelfigur ein Teufelskreislauf, der wieder nur mit Gewalt durchbrochen werden kann. Der Antiheld schnappt sich eine Kettensäge und versucht Aggressionen abzubauen, in dem er Köpfe spaltet und so Problem aus der Welt schafft. Die hierfür zum Einsatz kommenden Spezialeffekte sind Marke “Eigenbau”, simpel gestrickt aber nicht immer gleich zu durchschauen. Zur Freude der Gorehounds fließt reichlich Lebenssaft, was Zensurwächter hierzulande wenig Gefallen bereiten dürfte, kommt doch abgebrühte Gewalt zum Einsatz, damit Konflikte beseitigen werden können.
 
 
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Drehbuchautor und Filmemacher JARED COHN verarbeitet in BUDDY HUTCHINS eigene Schicksalsschläge. Die Idee zur bissigen Familientragödie kam ihm, als er sich selbst an einem Punkt in seinem Leben befand, an dem er nicht weiterwusste. Seine Gefühle und Gedanken verarbeitete er, in dem er die mutige Figur des Buddy Hutchins schuf und sie Dinge tun lies, über die vermutlich jeder schon einmal in ähnlicher Situation nachgedacht hat: Tritt Feinde nicht mit den Füßen, wenn sie bereits am Boden liegen, sie könnten grausame Rache nehmen.
 
 
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Letztendlich kann sich die filmische Umsetzung der zu Papier gebrachten Rachephantasie durchaus sehen lassen. Zwar litt die Produktion unter dem knappen Kapital, das keine Experimente zuließ. Dank zermürbender Atmosphäre und facettenreichem Schauspiel eines ambitionierten sowie talentiertem JAMIE KENNEDY, sticht BUDDY HUTCHINS unter der Vielzahl ähnlicher Rachestreifen positiv hervor. Ganz nebenbei hat COHN hier übrigens den besten Spielfilm seiner bisherigen Karriere abgeliefert. Nachdem er zuvor Miserables für Trash-Mache THE ASYLUM inszeniert hatte überrascht, dass der Regisseur weit mehr kann, als Filme für die Schrottpresse zu inszenieren. Letztendlich wäre zu erwähnen, dass BUDDY HUTCHINS im Gedächtnis bleibt – ein Kunststück, das unabhängigen Filmen neueren Datums nur selten gelingt. Bemerkenswert!
 
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein Familienvater sieht rot. Grimmiger Rachestreifen – grandios gespielt! Das hauptsächlich für seichte Komödien bekannte SCREAM-Sternchen JAMIE KENNEDY gibt im depressiven BUDDY HUTCHINS sein Bestes und macht aus dem kostengünstigen Rache-Thriller wirklich sehenswertes Indie-Kino in dem schwarzer Humor nicht zu kurz kommt. Zwar bekommt der Zuschauer hier eine wirklich seltsame Kombination aus Drama, Komödie und Horrorfilm zu Gesicht; irgendwie scheint der sonderbare Genre-Mix trotzdem zu funktionieren, weil KENNEDY den wohl bemitleidenswertesten aber gleichzeitig sympathischsten Antihelden verkörpert, den man bis dato in einem Rachefilm zu sehen bekommen hat. Dass Geld knapp gewesen ist, kann auch diese unabhängige Produktion nicht verbergen. Dennoch war Macher JARED COHN darum bestrebt seinen Film teurer aussehen zu lassen, als er letztendlich gewesen ist. Mit blutigen Taschenspielertricks macht er zudem Gorehounds glücklich, die am Ende überrascht sein dürften, wie zeigefreudig die Gewalt im Film zelebriert wird. Wem kostengünstiger Look in Indie-Thrillern nichts ausmacht wird BUDDY HUTCHINS schnell ins Herz schließen. Fans des “schönen” Mainstream-Horror bereitet das hier Gebotene jedoch kaum Freude.
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Zensur

 
 
 
Schwer zu sagen, ob BUDDY HUTCHINS ungeschnitten durch die FSK kommen wird. Hier werden Köpfe mit Baseballschläger eingeschlagen. Zudem bohrt sich eine Kettensäge durch Körper und Schädel. Dennoch blendet die Kamera immer dann weg, wenn es für den Zuschauer unerträglich wird. Oftmals hat das den Anschein, als ob bereits vor der amerikanischen Veröffentlichung die Schere angesetzt wurde. Viele Schnitten wirken hart und unprofessionell, was den Eindruck erweckt, dass bereits vorab gekürzt wurde. Aufgrund der kontroversen Rache-Thematik dürfte es BUDDY HUTCHIN in Deutschland nicht leicht haben. Wir tippen trotzdem auf eine ungeschnittene KJ-Fassung mit rotem Flatschen auf dem Cover.
 
 
 


 
 
 

BUDDY HUTCHINS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Falling Down – Ein ganz normaler Tag (1993)
 
Rampage (2009)
 
Axed (2012)
 
Hobo with a Shotgun (2011)
 

Filmkritik: “Enter the Dangerous Mind” (2013)

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ENTER THE DANGEROUS MIND

Story

 
 
 
Die Stimmen in seinem Kopf wird er nicht mehr los: Jim Whitman ist musikbegeistert, schüchtern und leidet dazu auch noch unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung. Als eine Frau in sein Leben tritt, geraten die Stimmen in seinem Kopf aus dem Gleichgewicht.
 
 
 


 
 
 

ENTER THE DANGEROUS MIND – Kritik

 
 
 
Wenn psychisch gestörte Persönlichkeiten zu kaltblütigen Killermaschinen werden. Filmstoff, der im Horrorfilm immer wieder gern Verwendung findet, aber meist nicht gründlich und ernstzunehmend ausgearbeitet wird. Leider dienen immer wieder psychische Krankheiten im Horrorkino nur als Vorwand, um viele grausame Bilder aneinanderschnippeln zu können, denn scheinbar gewinnt man nur so das Interesse der Zuschauer. Das Regie-Duo YOUSSEF DELERA und VICTOR TERAN macht es unzähligen Filmemachern gleich und hat sich dem psychologischen Horror angenommen. Mit ihrem ENTER THE DANGEROUS MIND versuchen sie Werke wie dem erschütternden CLEAN, HAVEN (1993) nachzueifern. Leider scheitern die beiden aber kläglich an der Unentschlossenheit ihres Machwerks, denn in welche Sparte sie es letztendlich stecken wollten, scheint ihnen doch nicht ganz so einleuchtend gewesen zu sein. Erfahrene Leser ahnen vermutlich schon was damit gemeint ist, denn was bei FILMCHECKER besprochen wird, ist garantiert kein Kinderkino. SNAP (so der ursprüngliche Titel des Filmprojekts) ist knüppelharter Psycho-Thrill, der anfänglich zwar vortäuscht ein Drama zu sein, am Ende jedoch sehr ins Horrorfach abgleitet und mal wieder viele unangenehme Momente im Heimkino zelebriert, die Zartbesaitete mit Sicherheit verstören werden.
 
 
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Jim Whitman (JAKE HOFFMAN) ist ein Einzelgänger, hat kaum Freunde und flüchtet bevorzugt in die Welt der Musik, um dem monotonen Alltag entfliehen zu können. Er besitzt eine Leidenschaft für selbstgemachte Dubstep-Tracks und versucht als PC-Spezialist seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Eigentlich ein normaler Mittzwanziger, wäre da nicht jenes schreckliche Erlebnis zu Kindstagen gewesen, das seither jeden Tag zum Albtraum werden lässt. Das böse Alter Ego Jake (THOMAS DEKKER aus LAID TO REST 2) hat es sich in Jims Leben bequem gemacht und ist als Person oder Stimme im Kopf allgegenwärtig. Ob in den eigenen vier Wänden, im Job oder auf der Straße – der böse Mann im Ohr gibt zwar Nachhilfe in Sachen „Frauen“, macht dem unerfahrenen Eigenbrödler jedoch das Leben zur Qual. Als Jim durch einen Nebenjob zufällig Bekanntschaft mit der attraktiven Wendy (NIKKI REED) macht und in ihr einen verständnisvollen Seelenverwandten sieht, scheint nach jahrelanger Finsternis endlich wieder die Sonne aufzugehen. Doch ENTER THE DANGEROUS MIND wäre kein Horror-Thriller, würde nicht doch etwas Unerfreuliches passieren.
 
 
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Musik spielt in ENTER THE DANGEROUS MIND eine tragende Rolle. Immer wieder werden ausweglose Schreie, unkontrollierbare Störgeräusche und pulsierende Schläge aus der selbstgemachten Musik der psychisch labilen Filmfigur eingespielt, die quasi den psychischen Zusammenbruch des Antihelden einläuten und dessen Durcheinander im Kopf widerspiegeln sollen. Der Zuschauer wird hierbei ganz nebenbei zum Mitleidenden, denn nicht selten verursachen die Elektronikklänge auch bei ihm Kopfschmerzen und versinnbildlichen, was da eigentlich im Kopf des Hauptprotagonisten vorgeht. ENTER THE DANGEROUS MIND protokolliert in ungemütlichen Bildern den psychischen Verfall eines Mannes, der allmählich die Kontrolle über sich selbst verliert und von seinem zweiten bösen Ich gesteuert wird. Das manipuliert den Filmhelden auf heimtückische Weise, damit der am Ende an unschuldigen Menschen ein Exempel statuieren darf. Den Fan kontroverse Gewaltakte dürfte das vermutlich freuen, bekommt der doch ziemlich gemeine Szenen zu sehen, in dem ein Luftgewehr auf Menschen gerichtet wird. In einem Finale, das an abgebrühtem Home-Invasion-Terror erinnert, läuft ENTER THE DANGEROUS MIND dann zu Hochform auf. Da wird ausradiert und gewimmert, als gebe es keinen Morgen mehr. Für Horrorfans durchaus interessant – wer es stattdessen plausibel und tiefgründig bevorzugt wird enttäuscht, denn ein glaubhaft inszeniertes Psychogramm eines traumatisierten Menschen, der für sich und andere zur Gefahr wird, ist ENTER THE DANGEROUS MIND leider keineswegs. Der Film verläuft sich zu sehr im Genre und ist am Ende lediglich FSK18-Gematsche mit “Hab-ich-morgen-wieder-vergessen”-Garantie. Die Protagonisten bleiben blass und wirken unzugänglich. Sympathien werden im Keim erstickt, noch bevor sie aufgebaut werden können und die Krankheitsproblematik wird nur oberflächlich umrissen, damit sich die Verwandlung vom Niemand zum Serienkiller rechtfertigen lässt. So wird aus einem anfänglichen Psycho-Drama lediglich Dutzendware für Leute, die beim Schauen von Filmen nicht sonderlich gefördert werden wollen.
 
 
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ENTER THE DANGEROUS MIND – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Kontroverser Psycho-Schocker, der dem Zuschauer am Ende in die Magengegend tritt. Im Falle von ENTER THE DANGEROUS MIND sollte jedoch kontrovers nicht zwangsläufig mit anspruchsvoll gleichgesetzt werden, denn sonderlich diskussionswürdig ist ENTER THE DANGEROUS MIND nicht. Das liegt vor allem daran, dass die brisante Thematik von Schizophrenie im Film nur als Indikator dient, um ein blutiges und unangenehmes Finale im Heimkino zelebrieren zu können. Die beiden Regisseure YOUSSEF DELERA und VICTOR TERAN schienen kein Interesse an einem glaubhaften und durchdachten Psycho-Drama gehabt zu haben. Statt sich ernsthaft mit dem Krankheitsverlauf des Antihelden zu beschäftigen, muss mal wieder alles aus dem Ruder laufen und die Mattscheibe rot gefärbt werden. In diesem Film dient Gewalt als einziges Mittel zur Problemlösung. Warum das so sein musste, scheint unklar. Vermutlich haben die vielen Stimmen im Kopf der Macher über den unpassenden Ausgang der halbherzigen Geschichte entschieden. Starker Beginn, schwache Wendung – deshalb: mittelprächtig!
 
 
 


 
 
 

ENTER THE DANGEROUS MIND – Zensur

 
 
 
Weil am Ende mit einem Luftgewehr wahllos und grafisch in Gesichter ahnungsloser Menschen geschossen wird, dürfte ENTER THE DANGEROUS MIND definitiv erst für Volljährige geeignet sein: keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

ENTER THE DANGEROUS MIND – Trailer

 
 
 

 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

Die in der Kritik hinterlegten Grafiken stammen von der offiziellen Seite zum Film

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Hemorrhage (2012)
 
Simon Killer (2012)
 
Alexandre Aja´s Maniac (2012)
 
Magic Magic (2013)
 
A beautiful Mind (2001)
 
Fight Club (1999)
 

Filmkritik: “The Demon’s Rook” (2013)

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THE DEMON’S ROOK

Story

 
 
 
Ein mächtiger Dämon entführt einen kleinen Jungen, um ihn in schwarzer Magie zu unterrichten. Jahre später kehrt der Verschleppte zurück in die Welt der Lebenden und muss die Menschheit vor dem Untergang bewahren.

 
 
 


 
 
 

THE DEMON’S ROOK – Kritik

 
 
Ach was waren die Zeiten schön, als im Horrorfilm noch bevorzugt per Hand gesplattert wurde und die Effekte nicht aus dem Computer kamen. Die 80er waren das Jahrzehnt kreativer Absurditäten, wo mit Latex, Glibber und Kunstblut versucht wurde dem Kinogänger das Ekeln zu lehren. Während am anderen Ende der Welt ein junger SAM RAIMI im Splatter-Klassiker EVIL DEAD die Teufel tanzen lies, produzierte Altmeister DARIO ARGENTO Jahre später einen ebenso berüchtigten Genrefilm in Italien, der den meisten Horrorfans unter dem Titel DANCE OF THE DEMONS von Begriff sein dürfte. Das Multitalent JAMES SIZEMORE holt nostalgisches Dämonen-Gematsche zurück auf die Mattscheiben und will mit seinem Regiedebüt an die guten, alten VHS-Zeiten anknüpfen, in denen man sich nicht vom mageren Produktionsbudget abschrecken lies und soviel Handgemachtes wie möglich in Horrorfilmen zeigen wollte. Sein THE DEMON’S ROOK entpuppt sich als herzliche Hommage an das nicht immer perfekte Indie-Horrorkino der 80er und dürfte vor allem bei jenen Filmfans Herzklopfen verursachen, die mit diesen Filmen aufgewachsen sind.
 
 
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Der kleine Roscoe ist ein erkundungsfreudiges Kind, von Dämonen regelrecht besessen und spielt tagsüber mit der besten Freundin Monsterspiele im Garten. Dennoch zieht sich der aufgeweckte Junge immer öfter in sein Zimmer zurück, wo er finstere Visionen und grausige Fratzen mit Kreide zu Papier bringt. Die Eltern sind stolz auf das phantasiebegabte Kind, bis der Sohnemann von einem mächtigen Dämon Besuch erhält und verschleppt wird. Doch die Kreatur namens Dimwos ist nicht böser Natur. Sie weiht den Knaben in die Macht schwarzer Magie ein und fungiert als Pförtner zwischen Licht und Dunkelheit, um die Menschheit vor dem Bösen zu beschützen. Als es dennoch einigen Geschöpfen der dunklen Seite gelingt in die Welt der Lebenden zu krabbeln, liegt es an dem mittlerweile erwachsenen Roscoe die bevorstehende Apokalypse aufzuhalten. In seiner ehemaligen Spielkameradin Eva sieht er eine Verbündete um Dämonen, Zombies und Besessene aufhalten zu können.
 
 
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THE DEMON’S ROOK ist kein sonderlich guter oder professioneller Film, aber das ist diesmal auch nicht von Bedeutung. Der Film bietet einen regelrechten Bilderrausch handgemachter Maskeneffekte, die mal weniger, mal besser gelungen sind. Ob wandelnde Zombies, dämonische Kreaturen aus der Hölle oder der Leibhaftige persönlich – THE DEMON’S ROOK bietet ein buntes Sammelsurium kreativer Effektspielereien, die allein dessen schon die Sichtung rechtfertigen. Dass ein derart visueller Ideenrausch auch seine Problemchen mit sich bringt, scheint die logische Konsequenz zu sein. Schauspielerisch fährt Regisseur, Produzent und Schauspieler (er selbst hat auch gleich die Hauptrolle im Film übernommen) nämlich einen konsequenten Sparkurs. Fast alle Helden, Kreaturen und Filmopfer werden von Freunden des Machers verkörpert, die dann auch noch Haus und Hof für die Dreharbeiten zur Verfügung gestellt haben, damit mehr Geld für Kunstblut und Splatter-Exzesse ausgegeben werden konnte. Viel Improvisationstalent stellt SIZEMORE unter Beweis. Um neumodische Wohnzimmer atmosphärisch aussehen zu lassen, holt er kurzum die Nebelmaschine aus dem Keller und lässt das semiprofessionelle Set in satte Rot-, Blau- und Grün-Töne erstrahlen. So gleicht er finanzielle Defizite aus und erinnert ganz nebenbei mit stimmigen Farbspielereien an die frühen Werke des Giallo-Mitbegründers DARIO AGENTO, die sogar auch noch von charmantem Synthesizer-Gedudel begleitet werden.
 
 
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Es muss nicht immer perfekt sein, vor allem dann nicht, wenn ein Horrorfan versucht seine Obsession zum Genre mittels phantasievoller Bilderflut zum Ausdruck zu bringen. THE DEMON’S ROOK ist ein leidenschaftliches Fanprojekt, das vor allem das besitzt, was man bei vielen Horrorfilmen neueren Datums vermisst: Herzblut. Der Streifen glänzt durch nostalgischem 80er-Jahre-Charme und schaut dank guter Kameraarbeit oftmals teurer aus, als er vermutlich gewesen ist. Bei so viel Liebe zum Genre schaut man gern über Mankos in der Inszenierung hinweg und vergisst schnell, dass hier erzählerische Tiefe kaum Stellenwert besitzt. Kurzum: THE DEMON’S ROOK ist eine blutrote Dämonenhatz für all jene, die ohnehin der Meinung sind, dass früher im Horrorfilm alles besser war. Kein Wunder, bringt Macher JAMES SIZEMORE jenes schrill-experimentierfreudige Jahrzehnt zurück ins Gedächtnis, das wichtige Genre-Meilensteine wie HELLRAISER, RE-ANIMATOR, THE THING oder Cronenbergs DIE FLIEGE hervorgebracht hat.
 
 
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THE DEMON’S ROOK – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
THE DEMON’S ROOK ist ein kleiner Juwel am Horrorhimmel und ein blutgetränkten Gore-Fest der Extraklasse. Diese Produktion ist nicht für die breite Masse bestimmt, sondern ein Film für alle Nostalgiker, die zu jener Zeit aufgewachsen sind, vor der sich THE DEMON’S ROOK verbeugt: Ein Hoch auf die 80er – Lang lebe das VHS-Zeitalter!
 
 


 
 
 

THE DEMON’S ROOK – Zensur

 
 
 
Blut gibt es reichlich zu sehen. Von Zombie-Fressszenen bis Pfeilmord ist alles dabei, bei dem das Horror-Herz tanzt. Insofern THE DEMON’S ROOK überhaupt in Deutschland veröffentlicht wird, wird er auf jeden Fall mit rotem FSK-Flatschen im Händlerregal stehen – in welcher Schnittform dürfte aber fraglich sein.
 
 
 


 
 
 

THE DEMON’S ROOK – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Evil Dead (1981)
 
Dance of the Demons (1985)
 
Dance of the Demons 2 (1986)
 
Demon Knight – Ritter der Dämonen (1995)
 

Filmkritik: “Toxin” (2015)

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TOXIN

Story

 
 
 
Die ahnungslose Großmutter Sara wird Teil eines geheimen Militär-Experiments. In ihrem Keller wird eine todbringende Biowaffe getestet, die Menschen den Tod bringen soll.

 
 
 


 
 
 

TOXIN – Kritik

 
 
Das Gute an unabhängigen Videoproduktionen ist, dass sich deren Macher was trauen können. Anders als bei Filmen größerer Studios muss die Rezeptur nicht dem Allgemeingeschmack entsprechen, so dass man meist haarsträubende Geschichten zu sehen bekommt, für die man nicht selten den logischen Menschenverstand ausknipsen sollte. TOXIC ist einer dieser wirtschaftlichen Independenttitel in denen Dinge passieren, die keiner Logik entsprechen. Hier verhalten sich alle Beteiligten reichlich sonderbar und die Geschichte wirkt derart konstruiert und unglaubwürdig, weil sich Ereignisse zutragen, die so eben nur in Horrorfilmen passieren können. Immerhin haben sich bekannte Gesichter dazu bereiterklärt in diesem auf Zelluloid gebannten B-Movie-Quatsch mitzuwirken. Darunter DANNY GLOVER (LETHAL WEAPON) und VINNIE JONES (MIDNIGHT MEAT TRAIN und WAY OF THE WICKED). Die wollten sich vermutlich mit kurzem Gastauftritt ein kleines Taschengeld dazuverdienen und mimen hier zwei Bösewichte, die zugunsten der Wissenschaft einige Teenager über die Klinge springen lassen. Für Schauspieler VINNIE JONES gewohntes Terrain, verkörpert der ohnehin in fast jedem Kinofilm fiese Burschen sowie ausgefuchste Antihelden und tut auch in TOXIN das, was er am Besten kann: böse sein.
 
 
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Gefährliche Experimente sind mal wieder daran schuld, dass alles aus dem Ruder laufen muss. Diesmal geraten nicht Viren versehentlich unters Volk, sondern tödliche Sporen werden absichtlich freigelassen, damit Wissenschaftler des Militärs damit arbeiten können. Eine Dame älteren Semesters dient als unfreiwillige Probandin, die jedoch keine Ahnung davon hat, dass im Keller ihres Hauses mit einer tödlichen Biowaffe experimentiert wird. Die wurde dort ausgesetzt, um deren Auswirkung auf den Menschen studieren zu können. Seltsamerweise scheint das Immunsystem von Großmütterchen Sara eine Resistenz gegenüber der todbringenden Bedrohung entwickelt zu haben, so dass den Wissenschaftlern gleich auch Türen für die Entwicklung eines Gegenmittels geöffnet werden. Währenddessen kehrt Enkel Dean (TAYLOR HANDLEY) von einem Militäreinsatz aus dem Nahen Osten zurück in die Heimat und fischt einen Brief aus dem Briefkasten, in dem von der Zwangsräumung der großmütterlichen Bleibe berichtet wird. Eine schockierende Nachricht, die den besorgten Mittzwanziger dazu veranlasst, zusammen mit den Freunden nach dem Rechten zu sehen. Leider hat Großmutter Sara seit dem Tod ihres Mannes ein Messie-Syndrom entwickelt und scheint die Ordnung im Haus längst auf den Augen verloren zu haben. Für die Kids kein Grund zur Sorge. Die beginnen mit der Beseitigung des Chaos ohne davon zu ahnen, dass im Keller der unsichtbare Tod auf die freiwilligen Helfer lauert.
 
 
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Auch im Jahr 2015 bieten Killerviren, Keime und Bakterien immer noch reichlich Stoff, um darauf Filme machen zu können – ob man sie nun sehen will oder nicht. TOXIN orientiert sich in seiner Machart an den Virusschocker von ELI ROTH, dem es unter dem Titel CABIN FEVER vor knapp zehn Jahren gelang so etwas wie frischen Wind in das Genre der Virenfilme zu bringen. Darin sahen sich einige Teenager mit einem besonders aggressiven Virus konfrontiert, der ihnen in einer Waldhütte sprichwörtlich das Fleisch von den Knochen knabberte. Perfekt war der krude Low-Budget-Indie zwar nicht, aber immer noch um Längen besser als das, was Regisseur JASON DUDEK trotz Starbesetzung verbrochen hat. Sein TOXIN folgt zwar ganz ähnlicher Geschichte, dürfte aber bei Fans des düsteren Genres gnadenlos durchfallen, da blutige Schauwerte die Ausnahme bilden. Stattdessen entpuppt sich TOXIN als haarsträubender Video-Nonsens, in dem unzugängliche Protagonisten Entscheidungen treffen, die keinen Sinn ergeben. Da entdeckt eine weibliche Heldin erste Symptome einer mysteriösen Infektion an ihrem Körper und verfällt in Panik. Statt schnellstmöglich in die Stadt zu fahren, um sich helfen zu lassen, nimmt sie ein Rasiermesser und schneidet sich die Kehle durch. Ein anderer Protagonist findet keine Erklärung dafür, warum die beste Freundin zur Furie wird. Damit sie Ruhe gibt, rammt er ihr ein Messer in den Unterleib. TOXIN strotzt nur so vor Fehlern, Absurditäten und Oberflächlichkeiten, reist Gedanken an, ohne sie zu Ende zu bringen. So erfährt der Zuschauer zwar in Rückblenden von den schrecklichen Kriegserlebnissen der Hauptfigur Dean; eine Gewichtung für den Fortgang der Geschichte haben diese oberflächlichen und bedeutungslosen Flashbacks jedoch nicht.
 
 
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Einziger Lichtblick ist FIONA HALE, die mit ihren 88 Jahren allen Anwesenden die Show stielt. Sie glänzt als senile Greisin und brennt sich als gutmutige und dennoch hilflose Großmutter ins Gedächtnis ein. Der Rest des überschaubaren Ensembles dürfte schneller vergessen sein, als man denken kann, schließlich handelt es sich bei allen Figuren im Film um die üblichen Stereotypen, die man in jedem zweiten Horrorfilm zu sehen bekommt. Gleiches gilt übrigens auch für den austauschbaren TOXIN. Der gehört zu jener Art von Filmen, die man schnellstmöglich wieder verkaufen will, weil man sie ohnehin nicht ein zweites Mal sehen möchte. Der hinrissige Mix aus Sci-Fi-Thriller, Virus-Horror und Kriegsbewältigungs-Drama ist so überflüssig und belanglos, wie ein Sandkasten in der Sahara. Demnach Finger weg vom Blindkauf. Wir raten: erst leihen, dann über das gesparte Geld freuen!
 
 
 


 
 
 

TOXIN – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Der kleine Bruder von CABIN FEVER. Pünktlich zur Grippe-Saison schafft es mal wieder ein Horrorstreifen mit Killerviren (in diesem Fall sind es Sporen) zu FILMCHECKER, der aber zur Abwechslung nicht von wildgewordenen Zombiehorden berichtet. Vielmehr ist TOXIN Hüttenhorror, in dem sich einige Kids mit einer vom Militär entwickelten Biowaffe konfrontiert sehen und sich vorab durch Selbsttötung aus dem Drehbuch radieren, bevor es für den Horrorfan überhaupt interessant wird. TOXIN ist unglaubwürdiger Video-Trash, der nicht einmal obligatorische Schauwerte zu bieten hat, die man von aktuellen Horrorfilmen mittlerweile erwartet. Stattdessen tun hier Protagonisten Dinge, die jeglicher Logik strotzen und den Zuschauer vor dem Bildschirm fluchen lassen, weil sich die Helden im Film selten dämlich verhalten. Wer an Horrorware keinen Anspruch stellt und über Filmfehler hinwegsehen kann, dem sei solide Unterhaltung garantiert. Die Mehrzahl der Horrorfans dürfte TOXIN jedoch als Zeitverschwendung bezeichnen.
 
 


 
 
 

TOXIN – Zensur

 
 
 
Gewalttechnisch wird kaum etwas geboten. Es gibt einige Einschüsse zu sehen, die seltsamerweise nicht zu bluten beginnen. Zudem schlitzt sich eine Protagonistin mit einem Rasiermesser selbst die Kehle auf. Zombies oder ähnliches gibt es in dieser Virus-Schlafpille nicht zu sehen. Daher darf man auch auf eine FSK16 hoffen.
 
 
 


 
 
 

TOXIN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Cabin Fever (2002)
 
Cabin Fever 2 (2008)
 
Cabin Fever 3: Patient Zero (2014)
 
The Dead 2: India (2013)
 
Dead Within (2014)
 
Antisocial (2013)
 

Filmkritik: “Billy Club” (2013)

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BILLY CLUB

Story

 
 
 
Nach 15 Jahren kehrt ein Killer zurück, um das Team einer Baseballmannschaft auszuradieren, deren Mitglieder er bereits vor vielen Jahren begonnen hatte zu töten.

 
 
 


 
 
 

BILLY CLUB – Kritik

 
 
Man muss schon eine unbeschreibliche Leidenschaft für Slasher-Filme besitzen, um Filme wie BILLY CLUB schönreden zu können. Wieder einmal haben sich Freunde der härteren Filmgattung zusammengetan und an einem Horrorstreifen gewerkelt, der gut und gerne auch in einer Kiste auf dem Dachboden hätte die nächste Eiszeit überdauern können. Längst nicht mehr deuten ansprechend gestaltete Filmplakate auf sehenswerte Filme hin, denn meist zeugen gerade jene Filme von minderwertiger Qualität, bei denen die Coverdesigner besonders viel Herzblut in die Gestaltung der DVD-Einleger investiert haben. Treu der Devise “Killer auf dem Cover geht immer” handelt es sich bei BILLY CLUB um semiprofessionellen Independent-Schlamassel, der eigentlich nur wegen seiner überschaubaren Splatter-Momente Daseinsberechtigung besitzt. Immerhin sind die durch die Bank weg Old School und wie in den großen Slashern der 80er ausschließlich handgemacht. Da werden Schädel mittels nagelbespickten Baseball-Knüppel eingeschlagen, mit einer Machete Köpfe abgetrennt und Gegenstände in Körper gejagt – hinsichtlich der Effekte hat man sich wirklich Mühe gegeben, möglichst professionelle Arbeit abzuliefern. Dennoch erreicht BILLY CLUB zu keinem Zeitpunkt die Qualitäten aktueller Slasher-Referenz wie LAID TO REST, dem eher splattrigen HATCHET oder WARTE BIS ES DUNKEL WIRD.
 
 
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Vor vielen Jahren ereignete sich in einer amerikanischen Kleinstadt ein furchtbares Verbrechen. Zwei Kinder und gleichzeitig Spieler einer Baseballmannschaft wurden zusammen mit ihrem Trainer Opfer einer schrecklichen Bluttat. Ein Teenager wurde als Mörder entlarvt, festgenommen und in die örtliche Psychiatrie gebracht. Mittlerweile sind 15 Jahre vergangen und einige Mitglieder jener Mannschaft versammeln sich, um den toten Teamkollegen zu gedenken. Leider steht die Wiedervereinigung unter keinem guten Stern, denn kaum zusammengekommen geht das Morden von neuem los. Ein vermummter Baseballspieler mit umfunktionierten Schläger macht Jagd auf die übrigen Mitglieder und scheint nur eines im Sinn zu haben: Rache.
 
 
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BILLY CLUB ist laut Pressetext ein Horror-Thriller mit komödiantischen Elementen. Und in der Tat: das Gesamtwerk glänzt mit holprigen Filmschnitten, stümperhaft eingeübten Fluchtszenen und dilettantische inszenierten Kampfchoreografien, die derart unprofessionell in Szene gesetzt werden, dass der Film dann doch zu Recht das Prädikat “Komödie” tragen darf. Viele der Action-Momente wirken unfreiwillig albern, weil zu oft ins Gewicht fällt, dass hier wohl Leute am Drehen gewesen sind, die bisher nur in der Garage das Filmemachen geübt haben. Ernstzunehmend lustig ist hier nichts – außer vielleicht das T-Shirt von Regisseur und gleichzeitig Schauspieler NICK SOMMER. Der ist als trotteliger Tollpatsch ständig darum bemüht sich im Film vor der Kamera zu blamieren, weil vehement kein Gag zünden will – insofern es in BILLY CLUB überhaupt einen gibt. Trauriger Höhepunkt dieses filmischen Reinfalls ist jedoch ein unbeholfenes Liebesgeständnis zwischen zwei Männern in einem Auto. Die Szene scheint wohl irgendwie als Parodie auf gängiges Liebesgeturtel üblicher Teenager-in-Angst-Streifen angedacht gewesen zu sein. Zuschauer, die so ihre Probleme mit dem Fremdschämen besitzen sei während dieses Filmmoments geraten, flink auf die Vorspultaste ihres Heimkinogerätes zu drücken, denn was man hier geboten bekommt ist an Peinlichkeit kaum zu übertreffen.
 
 
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Bei so viel cineastischen Blödsinn stellt sich ganz nebenbei die Frage, wie BILLY CLUB auf diversen amerikanischen Filmfestivals Preise und Nominierungen abstauben konnte. Vermutlich saßen in der Jury so einige Fans klassischer Slasher-Werke, die während dieser filmischen Verbeugung vor dem Schlitzer-Kino der 80er und 90er Jahre in Erinnerungen geschwelgt haben und sich daher nicht auf BILLY CLUB konzentrieren konnten. So gibt es genau zwei nette Szenen im Film zu bewundern, die anspielen sollen, welche Werke die beiden Regisseur NICK SOMMER und DREW ROSAS maßgeblich beim Filmemachen beeinflusst haben. Eine derer flimmert gleich zu Beginn über die Mattscheibe. Dort darf der Zuschauer zusehen, wie sich der Mörder sein Mordwerkzeug zusammenstellt, das später im Film zum Einsatz kommt. ROBERT ENGLAND hat das in NIGHTMARE ON ELM STREET ähnlich gemacht und in den ersten Filmminuten an seinem Rasiermesserhandschuh gewerkelt mit dem er dann als FREDDY KRUEGER dutzende Teenager um ihren Schlaf bringen konnte. Ebenfalls für Kenner des Genres interessant: eine Hommage an SHINING in der einer der Protagonisten durch die Kulisse flitzt und den Namen “Danny” schreit. Sieht man von diesen beiden Einfällen und vier Matscheffekten ab, ist BILLY CLUB jedoch nicht der Rede wert. Ein Horrortrauerspiel!
 
 
 


 
 
 

BILLY CLUB – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Blutige Hommage an das ruppige Slasher-Kino der 80er und 90er Jahre, die mit einigen sehenswerten Kills überrascht. Trotzdem, bei soviel Liebe zum Retro bietet dieser Film außerdem: jede Menge flache Charaktere, unerfahrene Schauspieler und sehr viel Leerlauf. Man darf sich zu Recht fragen, warum BILLY CLUB in der internationalen Filmdatenbank IMDB gut abschneiden und auf Filmfestivals Preise abstauben konnte. Hier wollten zwei Horror-Fans schon immer mal einen Slasher drehen und haben sich ihren Wunsch kurzum erfüllt. Flink wurde ein Drehbuch gekritzelt (braucht man das eigentlich bei Slasher-Streifen?) und die Kamera angeworfen. Entstanden ist dabei jedoch nichts Gutes, denn BILLY CLUB ist eine Lachnummer vor dem Herrn. Der Film wurde als Komödie konzipiert, verfängt sich aber viel zu oft in Peinlichkeiten, weil man wohl der Meinung war, dass sinnfreies Albern vor der Kamera lustig sein soll. Wirklich Gags gibt es nicht, stattdessen nerven strunzdumme Dialoge und die unprofessionelle Inszenierung. Immerhin wird die dünne Handlung von einigen handgemachten Splatter-Effekten aufgewertet. Die sind rar gesät aber Old School. Warum übrigens kurz vor Ende die Bildsprache des Streifens ernster und bedrohlicher wird, will nicht einleuchten – passt irgendwie nicht zum Rest. BILLY CLUB ist dilettantischer Filmschrott und nicht mal für Fans solcher Filme ertragbar. Langweilig, unlustig und überflüssig.
 
 


 
 
 

BILLY CLUB – Zensur

 
 
 
Es werden Menschen enthauptet und erdolcht. Am Ende bekommt der Killer sein Fett weg, in dem er vor eine Ballwerfmaschine gefesselt wird. Für KEINE JUGENDFREIGABE reicht das. Fans deftiger Slasher-Streifen sollten aber keine Wunder erwarten. Viel zu sehen gibt es nicht.
 
 
 


 
 
 

BILLY CLUB – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Catcher (1998)
 
Varsity Blood (2014)
 
Bloody Homecoming (2013)
 
Scream – Schrei (1996)
 
Schream 2 (1997)
 
Scream 3 (2000)
 
Ich weiß was Du letzten Sommer getan hast (1997)
 
Blutiger Valentinstag (1981)
 
My Bloody Valentine 3D (2009)
 

Filmkritik: “Devil May Call” (2013)

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DEVIL MAY CALL

Story

 
 
 
Die blinde Sam hat ihren letzten Arbeitstag. Als ein Frauenmörder unangemeldet im Büro vorbeischauen möchte, geht auf der Arbeit die Angst um.

 
 
 


 
 
 

DEVIL MAY CALL – Kritik

 
 
Die Zeiten sind längst vorbei, in denen Fans böser Filme ungeduldig auf neue Genre-Ware warten mussten. Der Horror-Markt boomt, was vor allem den vielen unabhängigen Horrorproduktionen zu verdanken ist, die tagtäglich in die Händlerregal gebracht werden. Horrorfilme zu machen ist mittlerweile kein Kunststück mehr. Dennoch scheint es immer schwerer zu werden, den Fan überhaupt unterhalten zu können, hat der doch über die Jahre erdenklich viel Grauen zu sehen bekommen und fühlt sich oft sichtlich gelangweilt von dem was geboten wird. Frische Ideen: Fehlanzeige! Auch wenn offensichtlich jeder heutzutage mit dem richtigen Equipment Horror auf Film bannen kann, fehlen den meisten dieser Machwerke kreative Gedankenblitze, um überhaupt hervorstechen zu können. Vielen Filmschaffenden scheint das bewusst zu sein. Die versuchen erst gar nicht unnötig viel Arbeit in clever erdachte Geschichte zu investieren, sondern kopieren rigoros das, was schon einmal beim Zuschauer gut angekommen ist.
 
 
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JASON CUADRADO ist Regisseur, Produzent sowie Drehbuchautor und macht leider auch nichts Neues. Er hat einen Film namens DEVIL MAY CALL gedreht, der bei genauerer Betrachtung nichts anderes ist als eine günstig inszenierte Kopie von HALLOWEEN (1978) – freilich ohne JAMIE LEE CURTIS und William Shatner-Maske. Wie im Vorzeige-Slasher aus der Mache von Altmeister JOHN CARPENTER wird hier erneut ein skrupelloser Psychopath auf eine ahnungslose Frau gehetzt, die sich taktisch klug zur Wehr setzen und sich Slasher-typisch um Kopf und Kragen schreien muss. Kurioserweise lassen sich nicht nur inhaltlich Parallelen zum Schlitzer-Streifen entdecken. Schauspieler TYLER MANE scheint nämlich Gefallen an bösen Rollen gefunden zu haben. Der spielt hier nicht zum ersten Mal eine unaufhaltsame Killermaschine. Bereits in der HALLOWEEN-Neuverfilmung unter der Leitung von ROB ZOMBIE glänzte er als Kult-Killer MICHAEL MEYERS und stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass er gut mit spitzen Mordwerkzeugen umgehen kann.
 
 
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DEVIL MAY CALL erzählt die Geschichte der blinden Sam, die in einem Callcenter arbeitet, wo sie ratsuchenden Menschen in Not am Telefon Hilfe anbietet. Der letzte Arbeitstag ist angebrochen und ein neuer Mitarbeiter soll von der hilfsbereiten Blondine eingearbeitet werden. Die hätte vermutlich freiwillig die Kündigung zurückgezogen, wenn sie davon gewusst hätte, zu welch schrecklichem Ausgang der Jobwechsel führen wird. Einer der Anrufer ist über Sams letzten Arbeitstag gar nicht erfreut. Der fühlt sich im Stich gelassen und tut alles daran, um die ahnungslose Frau bei einem persönlichen Vieraugengespräch zur Rede zu stellen. Doch was tun, wenn der erboste Gesprächspartner ein kranker Frauenmörder ist und wahllos Opfer von der Straße fängt, um sie wenig später ins Jenseits zu befördern?
 
 
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Nicht Neues von der Horror-Front. Regisseur JASON CUADRADO hat lange gebraucht bis er sein DEVIL MAY CALL verkaufen konnte. Der Film wurde bereits im Jahr 2013 fertiggestellt und hatte so seine Probleme einen interessierten Käufer zu finden. Dass der Horror-Thriller dann doch durch den Film- und Fernsehvertriebgiganten LIONSGATE an amerikanische Horrorfans gebracht wurde, grenzt schon fast an ein Wunder. Dort scheint man nach unzähligen Kinoerfolgen immer noch ein Herz für kleine Indie-Schocker zu haben, die man möglichst gewinnbringend international vermarkten möchte. Eine gute Entscheidung, die für DEVIL MAY CALL nicht besser hätte ausfallen können, hat doch ein großer Filmvertrieb die Karriere für so manchen Regisseur erst in Gang gebracht. Auch CUADRADO dürfte nach seinem Stalker-Thriller zwischen weitaus mehr Filmaufträgen wählen, als es aktuell der Fall ist. Der hat sich für seinen ungemütlichen Slasher von Filmen wie WARTE, BIS ES DUNKEL IST (1967) und DAS ENDE (1976) inspirieren lassen und nutzt Dunkelheit als Mittel zum Zweck, um maximales Unbehagen heraufbeschwören zu können. DEVIL MAY CALL wurde auf das Wesentliche reduziert. Zu sehen gibt es gerade einmal eine handvoll Schauspieler, die in einer beengenden Kulisse ums Überleben kämpfen müssen. Wenig Licht in entscheidenden Momenten sorgt für Anspannung und Killer-Hüne TYLER MANE macht es GLENN JACOBS aus SEE NO EVIL gleich: hier wird wortkarg und ohne Rücksicht auf Verluste kompromisslos gemordet.
 
 
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Auch wenn mal wieder aufdringlich mit Slasher-Klischees jongliert wird und so manche Wendung arg an den Haaren herbeigezerrt wirkt überrascht, dass DEVIL MAY CAL am Ende doch weitaus runder geworden ist, als man anfänglich vermutet hätte. Regisseur JASON CUADRADO lässt kaum Längen aufkommen, schaut stets geradeaus und versucht erst gar nicht Nebensächlichkeiten zu beantworten. So bleibt ungeklärt, warum die Kummer-Hotline scheinbar ausschließlich von Frauenmörder John genutzt wird. Und man sucht vergebens nach Antworten, wie es die blinde Sam – gespielt von CORRI ENGLISH – trotz Handicap schaffen konnte, sich für den letzten Arbeitstag perfekt zu schminken. Letztere hat sich das “Blindsein” übrigens von einem Trainer beibringen lassen – das Resultat: sie verkörpert das blinde Opfer äußerst glaubhaft.
 
 
 


 
 
 

DEVIL MAY CALL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein kleiner aber feiner Thriller, der maximales Unbehagen verursacht. Im Falle von DEVIL MAY CALL gilt mal wieder das Sprichwort: Klein aber oho. Hier stand wenig Geld zu Verfügung und sonderlich innovativ ist das Gebotene auch nicht. Der düstere Mix aus SEE NO EVIL und HALLOWEEN schafft es aber irgendwie trotzdem mehr als nur ein austauschbarer Slasher zu sein. Zu verdanken ist das der schnörkellosen Inszenierung von Regisseur JASON CUADRADO. Der hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, sondern erzählt klassische Schlitzerstoff, der überraschend atmosphärisch und straff zusammengebraut wurde. CUADRADO experimentiert mit Urängsten wie Dunkelheit und Klaustrophobie. Daraus entstanden ist brauchbare Genrekost, die gegen Ende sogar einige Höhepunkte zu verzeichnen hat. DEVIL MAY CALL ist düster, brutal und kompromisslos – auch wenn es für Gorebauern leider zu wenig zu sehen gibt.
 
 
 


 
 
 

DEVIL MAY CALL – Zensur

 
 
 
Auch wenn hier reichlich gemordet wird, ist das Gezeigte nicht sonderlich grausam. Vorwiegend werden Genicke gebrochen oder Frauen erwürgt. Am Ende verliert der Killer sein Augenlicht, weil die Heldin ihm die Augen in den Schädel drückt. Der Horror frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

DEVIL MAY CALL – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Call – Leg nicht auf (2013)
 
See No Evil (2006)
 
See No Evil 2 (2014)
 
Halloween (1978)
 
Rob Zombie’s Halloween (2007)

Filmkritik: “Verfluchtes Amsterdam” (1988)

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VERFLUCHTES AMSTERDAM

Story

 
 
 
In den Grachten von Amsterdam geht das Grauen um. Ein mysteriöser Angreifer hinterlässt eine Blutspur und stellt die Ermittelnden Polizeibeamten vor ein Rätsel. Inspektor Eric Visser heftet sich an die Fährten des Killers und gerät dabei bald selbst ins Visier des Wahnsinnigen…
 
 
 


 
 
 

VERFLUCHTES AMSTERDAM – Kritik

 
 
 
Der Niederländische Regisseur Dick Maas, vor allen Dingen bekannt durch eine gewisse Familie namens „Flodder“, feierte seinen Einstand als Regisseur mit dem, in meinen Augen eher unterdurchschnittlichen „De Lift“ (in Deutschland unter dem unfreiwillig komischen Titel „Fahrstuhl des Grauens“ bekannt) nur um fünf Jahre später mit dem hier besprochenen „Amsterdamned“ auch international für Furore zu Sorgen. Seine waghalsige Mischung aus Horror-, Action- und Copthriller wurde zu einem echten Kassenschlager indem sogar in einer bestimmten Szene Filmgeschichte geschrieben wurde. Dazu aber später mehr. Gleich zu Beginn fällt der düstere Score auf, der in seiner Simplizität entfernt an John Carpenter erinnert. Zusammen mit der düsteren Bildsprache baut Regisseur Dick Maas hier in den ersten Minuten eine hübsch bedrohliche Atmosphäre auf. Und wenn zum Einstieg in die Geschichte aus der subjektiven Kameraperspektive, begleitet von schwerem Atmen, aus den wässrigen Grachten der Blick auf die nächtlichen Straßen von Amsterdam freigegeben wird, ein langes Küchenmesser verschwindet und eine Bordsteinschwalbe in bester „Jack the Ripper“-Manier abgemurkst wird, schlägt der Film erst mal deutlich die Marschroute Richtung „Horror“ ein. Die Täterfigur wird sehr schön zurückhaltend in Szene gesetzt. Zwar wird schnell klar dass man es hier mit einem Serienkiller in Tauchmontur zu tun hat, jedoch schafft es Dick Maas diese Figur nicht zu einer „Edgar Wallace“- artigen Witzfigur verkommen zu lassen, sondern ihn als echte Bedrohung die aus dem Verborgenen blitzschnell zuschlägt, zu inszenieren.
 
 
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Mit der Einführung der Hauptfigur schlägt der Film dann einen abrupten Haken Richtung Copthriller. Die Hauptfigur wird dabei sympathisch eingeführt und präsentiert sich als gesunde Mischung aus zynischem Hard-Boiled-Cop, der im Vorbeigehen einen kleinen Raubüberfall sehr unkonventionell auflöst, und Familienvater der ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu seiner Tochter hegt. Huub Stapel, der hier den Inspektor Eric Vissel verkörpert, nimmt man dabei das sympathische Raubein sofort ab. Amsterdam bietet für die nun folgende Mörderhatz eine sehr schöne Kulisse, hält hier aber nicht nur als Schauplatz her, sondern ist maßgeblich in das Geschehen miteinbezogen. Selten wurden die Möglichkeiten einer Stadt so effektiv in einem Genre-Film genutzt. Wobei sich hier nicht nur auf die Postkartenmotiv-Seite von Amsterdam verlassen wird. Vielmehr zeigt uns Dick Maas das düstere Amsterdam, samt finsteren Hinterhöfen, Rotlichtvierteln, verschmutzten Grachten und einer wässrig-modrigen, unbehaglichen Atmosphäre. Die nun folgende Mörderjagd bietet inhaltlich nicht viel Neues und klappert munter bekannte Stationen ab, die das Genre eben in der Form mit sich bringt. Da werden Zeugen befragt, Kollegen auf das Untersuchen von Beweisen abgestellt, mögliche Verdächtige ausgemacht etc.pp.. Inszenatorisch wird das aber alles sehr kurzweilig verpackt und durch die regelmäßigen Ausflüge ins Horrorfilm-Fach, in Form weiterer Morde des Killer-Froschmanns, aufgelockert. Besonders ins Auge stechen dabei im späteren Verlauf zwei wirklich toll gefilmte Verfolgungsjagden, wobei die Minutenlange Motorboot-Jagd in den Kilometerlangen Grachten besonders hervor zu heben ist. Hier sind wir übrigens wieder beim oben bereits erwähnten Thema „Filmgeschichte“ angekommen. Denn innerhalb dieser Motorboot-Verfolgungsjagd hat der verantwortliche Stuntman einen 67-Meter Sprung über zwei Brücken hingelegt, der den damaligen Rekordhalter für solch einen Stunt, nämlich den „James Bond“-Film „Leben und Sterben lassen“, noch übertrifft. Ein Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde war die Folge. Aber nicht nur dieser Rekord-Stunt macht die Szene so sehenswert. Sie ist obendrein toll gefilmt und für die damaligen Verhältnisse äußerst spektakulär in Szene gesetzt. Tatsächlich der Höhepunkt des Films.
 
 
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Aber bei all den offensichtlichen Horror- und Actionelementen ist auch der böse Humor nicht zu verachten, der in einigen Szenen durchblitzt. Die Szene, in der die Tote Prostituierte über eine, mit Schulkindern beladene Fähre rutscht und dabei eine knallrote Blutspur auf dem Gläsernen Dach dieser hinterlässt, ist dabei nicht nur bitterböse, sondern geht fast schon als Hommage an diverse Dario Argento-Streifen durch. Sowieso scheint sich Regisseur Dick Maas in der Horror-Filmgeschichte gut auszukennen, denn neben den offensichtlichen Anleihen bei John Carpenter, zitiert er in einer Mordszene munter die legendäre „Badewannen-Szene“ aus „Nightmare on Elm Street“ und während eines späteren Tauchgangs, in dem ein Schiffsrack inspiziert wird, zitiert er überdeutlich Spielbergs „Der Weiße Hai“. Gänzlich frei von Kritik ist der Film dann allerdings doch nicht, denn ausgerechnet auf der Zielgraden geht ihm etwas die Puste aus und die finale Auflösung wer denn nun der mysteriöse Killer ist und welchen Beweggründen er folgt erweist sich als haarsträubend und vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen. Schade.
 
 
 


 
 
 

VERFLUCHTES AMSTERDAM – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
„Verfluchtes Amsterdam“ ist eine unterhaltsame Mörderhatz durch eine beeindruckend in Szene gesetzte Großstadt. Der deutliche Horrorfilm-Einschlag steht dem Film ausgezeichnet und in Verbindung mit dem Copthriller-Thema sowie dem einen oder anderen Ausreißer in Richtung Action-Film gelang Regisseur Dick Maas hier ein höchst unterhaltsamer Genre-Mix wie man ihn heut zu Tage nur noch viel zu selten aus Europa zu sehen bekommt. Leichte Abzüge in der B-Note gibt’s für die haarsträubende Auflösung der Story, die allerdings dem Unterhaltungswert dieses Films in keinster Weise im Weg steht.
 
 
 


 
 
 

VERFLUCHTES AMSTERDAM – Zensur

 
 
 
Achtung: Leider ist die aktuelle Blu-Ray Veröffentlichung des Films nicht zu empfehlen, da sie einen wirklich ärgerlichen Zensurschnitt zu beklagen hat. Des Weiteren ist auch die deutsche Tonspur an manchen Stellen leicht asynchron. Genauere Infos über den Grund dieser Tatsachen gibt es bisher noch nicht, aber StudioCanal hat bereits angekündigt diesen Sachverhalt prüfen zu lassen. Scheinbar handelt es sich hier um einen Fehler, da alle bisherigen DVDs des Streifens ungeschnitten waren.
 
 
 


 
 
 

VERFLUCHTES AMSTERDAM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) StudioCanal

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Amsterdamned; Niederlande 1988

Genre: Action, Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 2.0, Niederländisch DTS-HD MA 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 – @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 112 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: 30-minütiges Making Of, Original Kinotrailer

Release-Termin: 22.01.2015

 

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VERFLUCHTES AMSTERDAM – Trailer

 
 

 
 

Sebastian Lach

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Poker Night (2014)
 
Killers (2014)
 
Das Schweigen der Lämmer (1991)
 
Sieben (1995)
 
Antikörper (2005)
 

Filmkritik: “Darker Than Night” (2014)

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DARKER THAN NIGHT

(MÁS NEGRO QUE LA NOCHE)

Story

 
 
 
Die junge Greta wird mit dem plötzlichen Tod ihrer Tante Ofelia konfrontiert und erbt ein Haus, in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht.

 
 
 


 
 
 

DARKER THAN NIGHT – Kritik

 
 
Wer glaubt, dass nur die Amerikaner beliebte Kult-Grusler neu verfilmen, irrt. Auch in Mexiko hat man den Recyclingmarkt längst für sich entdeckt und daran Gefallen gefunden, bereits Dagewesenes für ein junges Kinopublikum vermeintlich zeitgemäß aufzubereiten. DARKER THAN NIGHT heißt die zumindest visuell ansprechend gefilmte Gruselmär, die vor fast 40 Jahren schon einmal über lokale Leinwände geisterte und als einer der wichtigsten Horrorexporte aus Mexiko gehandelt wird. Weil sich jedoch Horrorfans von heute mit alten Klassikern schwer tun, war die Konsequenz nur logisch: Eine modernisierte Neuverfilmung muss her. Im Falle von DARKER THAN NIGHT stellt sich jedoch einmal mehr die Frage, ob ein Remake unbedingt hätte sein müssen, denn der Originalstreifen mit dem Titel MÁS NEGRO QUE LA NOCHE (1975) gehört zu jenen Horrorwerken, die ohnehin nur den wenigsten Gruselfans ein Begriff sein dürften. Für Regisseur HENRY BEDWELL kein überzeugender Grund, nicht doch recycelten Filmmüll zu schreiben, den er dann auch gleich selbst gedreht hat. Der Mexikaner zeichnet verantwortlich und lies es sich dazu
auch nicht nehmen, von einem lukrativen Gimmick Gebrauch zu machen, um die Neuinterpretation als 3D-Schauerstück auf die Kinozuschauer loslassen zu können. So weit, so gut. Dennoch bleibt ungeklärt, was das zeitgemäße 3D hätte bringen sollen. DARKER THAN NIGHT ist nämlich ein ziemlicher mieser Film und ein schlechtes Remake noch dazu, das vermutlich nur deshalb als 3D-Variante in die Multiplexe gebracht wurde, um überhaupt jemanden zum Kauf eines Tickets bewegen zu können.
 
 
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Wie ein Sechser im Lotto: nach dem tragischen Tod der Tante hat Greta deren Anwesen geerbt, in dem es viel zu entdecken gilt. Doch das Erbe ist an eine Bedingung geknüpft. Die Erbin muss dafür Sorge tragen, dass es Katze “Becker” gut geht, die Frauchen allein zurückgelassen hat. Leider nimmt Greta die Auflagen nicht ernst. Statt sich um das Wohl des Stubentigers zu kümmern, geht sie mit den aufgescheuchten Freundinnen auf Erkundungstour und entdeckt in den langen Fluren ihres neuen Heims manch mysteriöses Geheimnis. Als der Kater ertrunken aus dem Pool gefischt wird, ist leider Schluss mit lustig. Plötzlich mehren sich unheimliche Geschehnisse und Greta wird von schrecklichen Visionen und Albträumen geplagt. Alles deutet darauf hin, dass Tantchen Ofelia in die Welt der Lebenden zurückgekehrt ist und sie scheint über den plötzlichen Verlust ihres geliebten Haustieres nicht erfreut zu sein.
 
 
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Mit DARKER THAN NIGHT folgt Nachschub für all jene, die im Jahr 2014 noch nicht genug von Geister-Horror bekommen konnten. Schließlich war 2014 das wohl produktivste Jahr dieser Filme und machte das Heimkino zur Geisterbahn. Leider gab es nur selten Neues zu sehen, was viele Veröffentlichungen in völliger Bedeutungslosigkeit verschwinden ließ. Auch DARKER THAN NIGHT dürfte da keine Ausnahme bilden und gesellt sich zu jenen Kandidaten, über die morgen vermutlich kaum noch jemand sprechen wird. In dieser Grusel-Mogelpackung wird all das verbraten, was man in jedem austauschbaren Spuk- oder Gespensterfilm vor die Linse bekommt. Ob unheimliches Anwesen mit schlecht ausgeleuchteten Gängen, ein vorbeiziehender Sturm samt Blitz und Donner oder grausiges Stöhnen, flackerndes Licht und verwirrende Visionen – DARKER THAN NIGHT revolutioniert das Genre keineswegs. Ganz im Gegenteil. Regisseur HENRY BEDWELL holt sich Inspiration bei Genre-Größe GUILLERMO DEL TORO, (CRONOS, THE DEVIL’S BACKBONE), macht jedoch falsch was nur falsch zu machen geht und langweilt schnell, weil er knapp zwei Stunden für das benötigt, was andere in 20 Minuten zu erzählen haben. Den Zuschauer mit Langsamkeit quälen und Protagonisten orientierungslos durch ein riesiges Gemäuer treiben. Irgendwie scheinen die Macher nicht ganz verstanden zu haben, auf was es bei subtilen Horrorfilmen im Jahr 2015 ankommt. Mit endlos langen Kamerafahrten, bedeutungslosen Dialogen und schockarmen Streifzügen durch altmodisch eingerichtete Zimmer macht man sich keine Freunde, schließlich geht man davon aus, dass man in Geisterfilmen nicht nur erschreckt sondern auch mit Gänsehaut verwöhnt wird. Beides ist in DARKER THAN NIGHT Mangelware und ausreichend Beweis dafür, dass sich Regisseure von TV-Filmen besser mit der Umsetzung von Fernsehware beschäftigen sollten, statt sich in der Mache von Kinofilmen auszuprobieren.
 
 
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Normalerweise braucht ein Horrorfilm keine Stars, denn im Grunde genommen ist das auf Zelluloid gebannte Grauen die eigentliche Quintessenz eines jeden Horror-Schockers. Was jedoch tun, wenn die Schauspieler unbeholfen agieren und unheimliche Momente nur die Ausnahme bilden? Drehbuchschreiber und Regisseur HENRY BEDWELL nutzt Set-Design und Klangkulisse, um Schaueratmosphäre entstehen zu lassen. Die Ausgangslage könnte günstiger nicht sein, denn visuell ist DARKER THAN NIGHT über jeden Zweifel erhaben. Dennoch gelingt es BEDWELL trotz altmodischem Gruselambiente, kaum Gänsehautgefühl zu bewirken. Für einen Geisterstreifen ein fatales Unterfangen, das mal wieder auf den Schultern des Filmfreundes ausgetragen wird. Der wird nach nicht ganz zwei Stunden Filmlänge erneut feststellen müssen, dass er viel zu viel Zeit für einen überflüssigen Film vergeudet hat, der nicht das hält, was der Trailer verspricht. Auch wenn DARKER THAN NIGHT nach typisch mexikanischem Genre-Kino ausschaut und sich mit mehreren Zitaten im Film vor dem 75er Original verbeugt; qualitativ ist er mit ähnlich gelagerten Perlen wie HERE COMES THE DEVIL, JULIAS EYES oder WIR SIND WAS WIR SIND (Das Original!) nicht einmal ansatzweise vergleichbar. Prädikat: Schlaftablette mit Einschlafgarantie und hinterlistiger Zeiträuber!
 
 
 


 
 
 

DARKER THAN NIGHT – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Ein visuell beeindruckender Gruseltrip der alten Schule. DARKER THAN NIGHT (hier ist übrigens das Fell des Katers im Film gemeint) ist technisch gesehen Top, aber inhaltlich ein absoluter Flop. Die Ausstattung und das Set-Design sind ein Fest für die (Horror)Sinne und erinnern nicht nur einmal an die mexikanischen Gruselperlen aus der Werkstatt eines GUILLERMO DEL TORO. Blickt man jedoch hinter die Fassade, bröckelt der Putz und es offenbart sich das filmische Grauen. Der mexikanische Regisseur HENRY BEDWELL hat hier eines der unsinnigsten Remakes fabriziert, das die Filmwelt bis dato gesehen hat. Seine subtile Geister-Mär überrascht zwar mit finsteren Bildern – Gruselstimmung will aber kaum aufkommen, weil DARKER THAN NIGHT im Schneckentempo über die Mattscheibe kriecht und derart langweilig, ideenfrei, überraschungsarm und unbeholfen zusammengekleistert wurde, dass sich dem Zuschauer sprichwörtlich die Nackenhaare vor Ärger sträuben. Verschwendete Zeit, Finger weg!
 
 
 


 
 
 

DARKER THAN NIGHT – Zensur

 
 
 
Die Gewalt in DARKER THAN NIGHT befindet sich auf FSK16-Niveau. Es werden Gegenstände in Augäpfel gedrückt, eine Protagonistin fällt von der Treppenbrüstung und der männliche Filmheld wird von einer Katze angefallen. Schaut alles nicht sonderlich grausam aus, was auch nicht beabsichtigt war, schließlich konzentriert sich DARKER THAN NIGHT auf subtilen Horror.
 
 
 


 
 
 

DARKER THAN NIGHT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

(Alle Grafiken in dieser Review stammen von der Facebookseite des Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Waisenhaus (2007)
 
The Devil’s Backbone (2001)
 
KM 31: Kilómetro 31 (2006)
 

Filmkritik: “Sin City 2: A Dame To Kill For” (2014)

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SIN CITY 2

A DAME TO KILL FOR

Story

 
 
 
Segmente, weniger verwoben als im ersten Film. „Just Another Saturday Night“ ist vermutlich ein für den Film geschriebener Part. Profi-Brutalinsk Marv (Sir Mickey Rourke) wird inmitten eines Unfallorts wach und muss rekonstruieren, wieso um ihn herum tote Verbindungsstudenten auf der Gasse liegen. „The Long Bad Night“: Poker-Zocker Johnny (Joseph Gordon-Levitt) kommt mit der Absicht nach Basin City, die größte illegale Glücksspielerrunde der Stadt zu sprengen. Unglücklicherweise steht an deren Spitze Überbösewicht Senator Roark (Powers Boothe). Die Titelstory „A Dame To Kill For“ ist am dichtesten an der Film Noir Tradition. Dwight (Josh Brolin) bekommt Besuch von den Gesitern der Vergangenheit. Seine Exfreundin, die Volldampf-Femme-Fatale Ava (Eva Green) bittet ihn um Rettung vor ihrem reichen Ehemann und seinem auf Genital-Folter spezialisierten Chauffeur und Bodyguard Manute (Dennis Haysbert als Ersatz für den verstorbenen Michael Clarke Duncan). Aber nichts findet statt wie geplant und Dwight muss einmal mehr die Hilfe der militanten Straßenmädchen aus Old Town in Anspruch nehmen. „Nancy’s Last Dance“ schließlich zeigt die beliebte Stripperin (Jessica Alba), die, vier Jahre nachdem sich ihr Retter, Polizist Hartigan (Bruce Willis) selbst richtet, um sie vor den Fängen Senator Roarks zu schützen, in einen Strudel aus Verfolgungswahn und Racheplänen gezogen wird. Dazu gibt es kurze Nebenschauplätze, die Gaststars wie Ray Liotta als Ehebrecher oder Christopher Lloyd als irrem Wissenschaftler kleine Bühnen bieten. Auch Robert Rodriguez neue Lieblingsmuse Lady Gaga läuft auf.

 
 
 


 
 
 

SIN CITY 2 – Kritik

 
 
 
Die Stadt der Sünde, jene namen- und zeitlose Manifestation von in hundert Film Noirs der Vierziger Jahre gesehenen Szenarien metropoler Hölle und ihrer verzweifelten Einwohner auf der falschen Seite des Gesetzes. Durch den poppigen Beschleunigungswolf der Kunstform Comic gedreht, erfreute den Genre-Fan Frank Millers Comicreihe „Sin City“, die es 2005 zu einer Verfilmung brachte, in der die Grenzen zwischen Papier und Leinwand quasi aufgelöst zu sein schienen. Selten danach, trotz sich weiterentwickelnden technischen Möglichkeiten, konnte der Mix aus Comic-Animation, aufgeputschter Neo-Noir-Atmosphäre und einfach modernem, unterhaltsamem Kino so überzeugen.
 
 
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In „Sin City 2: A Dame To Kill For“ treffen wir auf vertraute Charaktere wie Mickey Rourkes monströsen Kneipenschläger Marv, die von Schuldgefühlen zerfressene Stripperin Nancy (Jessica Alba) und ihren von Bruce Willis gespielten väterlichen Freund Hartigan oder Dwight McCarthy, einen Gangster mit Sinn für Gerechtigkeit, diesmal von Josh Brolin gegeben. Dazu gibt es neue Geschichten, zwei davon sogar nie in Comicform erschienen und auch frische Figuren, etwa die titelgebende Dame, für die sich ein Mord lohnt, Ava (Eva Green) oder Johnny, gespielt vom derzeit sehr beliebten Joseph Gordon-Levitt, der sich beim Pokern mit den finsteren Größen Sin Citys anlegt – Gelegenheit, dem ewig unterschätzten Powers Boothe als Senator Roarke erneut eine Bühne zu bieten.
 
 
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Keine direkte Fortsetzung, liegen die Zeitebenen der im Film gezeigten und ineinander verwobenen Short Stories von Zockern, Gangstern und Femmes Fatales parallel vor aber auch nach der Handlung von Teil eins. Eine Tatsache, die dessen schon beträchtlichen Verwirrungsgehalt noch erhöht. Die Gewalt ist, wie in Vorlage und Teil eins, so brutal und überspitzt, dass sie die Linie zur grotesken Komik überschreitet und im Hintergrund blitzen akustische Fetzen kreischender Jazz-Saxophone auf. Stylish. Frank Miller, der Mann, dessen Batman-Geschichte „The Dark Knight Returns“ in den 1980er Jahren immerhin dem amerikanischen Comic zu einem neuen Leben als Unterhaltungsform auch für Erwachsene verholfen hat, ist dann gut, wenn er sich eingesteht, kein echter Filmregisseur zu sein und diesen Stuhl geschulterem Personal – hier wieder Robert Rodriguez – überlässt. Quasi das Gegenstück zu Zack Snyder, mit dem Miller bei 300 zusammenarbeiten konnte. Dazu wird der Autor ein wenig eitel und gönnt sich gleich zwei minimale Cameos. So quälend schlecht wie der unnötige Aufguss von Millers erwähntem Spartaner-Epos in Schrott-3D ist „Sin City 2: A Dame To Kill For“ nicht, aber auch nicht so herausragend, um zu sagen, es ist schade, fast zehn Jahre auf das Sequel gewartet haben zu müssen.
 
 
 


 
 
 

SIN CITY 2 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
In der Ästhetik des Vorgängers gehaltene Comic Noir Verfilmung, die dem Original nicht das Wasser reichen kann. Optik noch immer brillant nah an der gedruckten Vorlage und im höchsten Maß stilsicher, trotzdem erreicht Sin City 2: A Dame To Kill For nicht die Qualitäten des geradezu meisterlichen Films von 2005.
 
 
 


 
 
 

SIN CITY 2 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung zu “Sin City 2: A Dame To Kill For” ist ungeschnitten, nicht für Jugendliche geeignet und trägt die rote “Keine Jugendfreigabe”-Kennzeichnung.
 
 
 


 
 
 

SIN CITY 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film – Nicht limitierte KeepCase-Version

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sin City : A Dame To Kill For; USA 2014

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 7.1, Englisch DTS-HD MA 7.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 1.85:1

Laufzeit: ca. 103 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: The Dame To Kill For, Behind The Shadows, Makeup, 15 Minutes, Interviews

Release-Termin: 30.01.2015

 

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Neben der herkömmlichen Blu-ray wurde der Film auch in diversen anderen, limitierten Varianten auf den Markt gebracht. So wurde neben der normalen KeepCase-Veröffentlichung auch ein Mediabook und Steelbook produziert. Eine 3D-Version des Film gibt es zu dem auch in KeepCase und Steelbook zu kaufen. Der Käufer hat die Qual der Wahl.
 
 
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(c) Splendid Film – Limitierte BD-Version im Steelbook

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(c) Splendid Film – Limitierte 3D BD-Version im Steelbook

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(c) Splendid Film – Limitierte BD-Version im Mediabook mit zusätzlicher Film-DVD

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(c) Splendid Film – 3D BD-Version im KeepCase

 
 
 


 
 
 

SIN CITY 2 – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Die Rechte an allen in der Review hinterlegten Grafiken liegen bei SPLENDID FILM

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sin City (2005)
 
The Spirit (2008)
 
300 (2006)
 
300: Rise Of An Empire (2014)
 

Filmkritik: “Pigs” (1972)

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PIGS

Story

 
 
 
Lynn (Toni Lawrence) entkommt aus der Klapse, in der sie nach dem Mord an ihrem üblen Schänder-Vater versauern sollte. Auf der Flucht strandet sie auf dem Einsiedlerhof des seltsamen Herrn Zambrini (Tonis Vater, Marc Lawrence), der seinen Hausschweinen nicht nur regelmäßig ausgebuddelte Leichen vom Friedhof verfüttert, nein, auch Durchreisende verschiedenster Couleur landen zerhackt im Trog der carnivoren Rüsseltiere. Selbstverständlich ist dieses Umfeld der geistigen Gesundung des Mädchens nicht gerade zuträglich und so beginnt sie in Besuchern der Farm ihre Vater zu sehen. Es folgen Bluttaten und wohlgenährte Sauen.
 
 
 


 
 
 

PIGS – Kritik

 
 
 
Marc Lawrence (1910-2005!) ist ein Faszinosum. Freunden klassischer Film Noirs ist das zerfurchte, Gangster-stereotype Gesicht des Amerikaners aus Meisterwerken der Schwarzen Serie wie „I Walk Alone“ (1948) oder – das darf ich hier sagen, meinem Lieblings-Noir – „This Gun For Hire“ (1942) bekannt. In den Fünfzigern wurde die Karriere des ehemaligen Kommunismus-Interessierten dann von den faschistischen Hetzereien der McCarthy-Anhörungen auf Eis gelegt. Was den Mann dann allerdings 1972, Jahre nach dem langsam erarbeiteten Comeback, dazu brachte, einen ruppigen Exploiter wie „Pigs“ abzuliefern und auch noch die eigene Tochter in der hochpsychotischen Hauptrolle zu besetzen, zählt zum Folkloreschatz der Genre-Filmgeschichte. Weder eine prä-Achtziger Gore-Bombe, noch mit dem Tempo moderner Horrorfilme mithalten könnend, ist „Pigs“ ein sicherer Tipp für Horrorfans, die mit Regisseuren wie Andy Milligan, Al Adamson oder Ted V. Mikels vertraut sind. Also garantiert geschmackloser Schlock für am niedrigsten bewegte Grindhouses. In den USA vertreibt Troma die DVD, was „Pigs“ ins Regal von deren Frühphasen-Ferkeleien wie „Igor And The Lunatics“ oder dem berühmt-berüchtigten „Muttertag“ stellt – wo er sich dann auch gut macht. Dankenswerterweise aus der halbdunkeln Welt der Bootlegs befreit, kann Lawrence’ Trip in die Niederungen sudeliger Schweinefutter-Drecksploitation jetzt als center piece eines ordentlichen Bahnhofskinoabends auf der heimischen Couch zur Aufführung gebracht werden.
 
 
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PIGS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„Pigs“ (OT: Daddy’s Deadly Darling) ist ein wilder Seventies-Exploiter der Nach-Charles-Manson-Zeit, der schmutzig unterhält und von jemandem gedreht wurde, von dem man es sicherlich nie erwartet hätte.
 
 
 


 
 
 

PIGS – Zensur

 
 
 
“Pigs” wurde in Deutschland indiziert und erst 2009 vom Index gestrichen. Fünf Jahre sollte es dauern bis endlich eine “freie” DVD-Version in die Händlerregale kommen sollte. Die momentan erhältliche Filmversion trägt die alte FSK-Freigabe – eine Neuprüfung lohnt scheinbar nicht mehr und wäre zu kostenintensiv. Dennoch ist die wieder frei erhältliche Filmfassung ungeschnitten: FSK18.
 
 
 


 
 
 

PIGS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Daddy’s Deadly Darling; USA 1972

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (alternatives Filmcover)

Extras: Kein Bonusmaterial

Release-Termin: 28.11.2014

 

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PIGS – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ekel (1965)
 
Töchter des Bösen (1977)
 
Human Beasts (1980)
 
Cannibal Girls (1973)
 

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