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Kritik: „Creep Van – Terror auf vier Rädern“ (2012)

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CREEP VAN – TERROR AUF VIER RÄDERN

Story

 
 
 
Campbell ist Mitte Zwanzig und kriegt nur miese Jobs, weil er kein Auto hat. Dann, Magic Moment, sieht er einen alten Van, der zu verkaufen ist. Was er nicht weiß: Der Van gehört einem Serienkiller, der gar nicht daran denkt, sein mörderisches Gefährt zu verkaufen. Vor allem nicht, weil sich in ihm so schön blutige Morde begehen lassen.
 
 
 


 
 
 

CREEP VAN – Kritik

 
 
 
Die Filmgeschichte hat mordende Autos („Christine“), mörderisch-übersinnliche Monster in Autos („Jeepers Creepers“) und mörderisch-dämliche Auto-Duos („Knight Rider“) hervorgebracht. Was die Dämlichkeit angeht, ist Regisseur Scott W. McKinlay mit seinem „Creep Van“ schon mal ganz vorne mit dabei. Nach 80 Minuten endet der Film sehr hübsch mit einem bösen Schlussakkord und einem mittels Autofenster filetierten Kopf, dies rechtfertigt aber bei weitem nicht die 79minütige Zeitverschwendung davor. „Creep Van“ ist ein vermutlich für drei Dollar fuffzich produzierter, wirklich schlechter Horrorfilm, der alle dafür nötigen Komponenten in sich vereint: Schauspieler-Darsteller, einen unfähigen Regisseur, ein bescheuertes Drehbuch, im Deutschen zusätzlich noch die Porno-Synchro und das Fehlen jeglicher Spannung oder auch nur der Hauch eines Sinns. Darüber können auch die Handvoll blutiger Effekte nicht hinwegtäuschen, die aber immerhin halbwegs passabel umgesetzt wurden.
 
 
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Campbell (Brian Kolodziej) hat kein Auto und muss Bus fahren. Das findet er doof, denn dadurch werden seine Jobs als Pizzalieferant oder Paketbote recht mühselig und er verliert einen Job nach dem anderen, weil er sich kein Auto leisten kann. Und da Mädchen in Amerika offensichtlich auch nur auf Typen „abfahren“, die ein Auto besitzen, kann Campbell auch an dieser Front keine Erfolge verbuchen. Zudem wohnt er bei seinem Kumpel, der immer komische Sexspielchen mit seiner Freundin veranstaltet (Stichwort: Hundehütte), das findet Campbell auch irgendwie doof. Dann aber, als er einen weiteren Spitzenjob (diesmal als Autowäscher) ergattert, lernt er dort Rezeptionistin Amy (Amy Wehrell) kennen (die zum Glück ein Auto hat). Als er dann auch noch einen alten Van entdeckt, der zum Verkauf steht, läuft es richtig rund für Campbell. Der Van-Besitzer hat allerdings eher mörderische denn monetäre Absichten, wenn er seine alte Rostlaube immer wieder zum Verkauf anbietet. Während sich die Opfer im blutigen Transporter stapeln, kommt auch Campbell langsam dahinter, dass mit Van und Fahrer irgendwas nicht stimmt.
 
 
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Bei „Creep Van“ weiß man wenigstens gleich, woran man ist und was man hier erwarten darf. Kaum sind die Opening Credits vom Bildschirm verschwunden, gibt es schon den ersten Knaller-Satz, den eine Mutter ihrem kleinen Jungen eintrichtert, als der an einem fremden Van rumschnuppert: „Nur böse Leute besitzen Vans“. Aha. Wusste man noch gar nicht. Gut, dass „Creep Van“ hier gleich eine Wissenslücke schließen konnte. Kaum hat man diese bahnbrechende Erkenntnis verarbeitet, gibt es auch schon den ersten Toten (in Minute 2:22), der zweite folgt schon 26 Sekunden später (Minute 2:48). Leider geht es nicht so fluffig weiter. Es folgt die Introduktion von Campbell und seinem autolosen Loserleben, flankiert von grauenvollen Dialogen und minder- bis gar nicht begabten Darstellern inklusive akustischer Vergewaltigung der Ohren durch deutsche Dilettanten-Synchro.
 
 
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Der Film stolpert hüftlahm zwischen verschiedenen uninteressanten Szenarien hin und her: Scott auf der Arbeit, Scott zu Hause bei seinem nerdigen Kumpel, Scott mit Amy und die Aktionen des Van-Killers natürlich. Letztere sind zumindest halbwegs unterhaltsam, da der Killer sich ein paar hübsche technische Spielereien in seine alte Rostlaube gebaut hat, mit denen er seine Opfer effektiv und sehr blutig tötet. Zumindest diese paar Szenen sorgen für leichte Erheiterung, während der Zuschauer sich ansonsten gramgebeugt durch diese wirklich schlechte Filmhandlung mäandert. Im Übrigen macht sich das offensichtlich sehr begrenzte Budget auch durch diverse Requisiten bemerkbar. Obwohl der Film 2012 gedreht wurde, rennen alle mit Klapphandys herum oder telefonieren mit riesigen Festnetz-Hörern. Wahrscheinlich steht bei Campbell zu Hause auch noch ein Kassettenrecorder herum, wundern würde es einen nicht. Mehr gibt es bedauer- oder glücklicherweise zu diesem Film wirklich nicht zu sagen.
 
 
 


 
 
 

CREEP VAN – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„Creep Van“ ist ein am Reißbrett entworfener und billig runtergekurbelter Horror-Blödsinn mit Einschlafgarantie. Er wird bevölkert von einem Haufen Darsteller-Attrappen, die ziel- und sinnlos in der Gegend rumrennen und einen bösen Van suchen. Die wenigen Gore-Elemente sind durchaus blutig und erheiternd. Trotzdem sind sie genauso billig gemacht wie der Rest des Films und liefern schlussendlich kein wirkliches Anseh-Argument für diesen Murks. Für einen immerhin hübschen Schlag in die Magengrube und den besten Trash-Effekt am Ende des Films gibt es von FILMCHECKER gerade noch mal zwei von zehn Transportern, mit denen man am besten all jene überfahren sollte, die an diesem Film beteiligt gewesen sind.
 
 
 


 
 
 

CREEP VAN – Zensur

 
 
 
„Creep Van“ wurde von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. Der Film ist ungeschnitten erhältlich. Weil auf der Blu-ray einige Trailer enthalten sind, die nicht jugendgrecht sind, hat die erhältliche Einzelveröffentlichung von „Creep Van“ eine Freigabe für Erwachsene erhalten.
 
 
 


 
 
 

CREEP VAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Castle View Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Creep Van; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 80 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailer

Veröffentlichung: 24.04.2015

 
 
 

Creep Van – Terror auf vier Rädern [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

CREEP VAN – Weitere Veröffentlichungen

 
 
 
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(c) Edel Germany GmbH

 
 
Neben der Einzelveröffentlichung von „Creep Van“ gibt es den Streifen in einer Horrorsammlung, die als „Ultimate Horror Collection“ in den Handel gebracht wurde und neben besagten Horrorfilm auch die Streifen „Evil Undead„, „Hexenjagd“, „Mask Maker„, „Excision„, „Axe Giant – Die Rache des Paul Bunyan“ sowie „Creep Van – Terror auf vier Rädern“ beinhaltet. Leider gibt es dieses Horror-Sammlung nur auf DVD. Der Rechteinhaber hat auf eine parallele Vermarktung auf Blu-ray verzichtet. Immerhin sind alle Filme in der Box (Veröffentlichungstermin: 15. Januar 2016) ungeschnitten.
 
 
 

Ultimate Horror Collection [2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

CREEP VAN – Trailer

 
 

 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei Edel Germany GmbH | Castle View Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Christine (1983)
 
Duell (1971)
 
Der Autovampir (1982)
 
Blood Car (2007)
 
Der Teufel auf Rädern (1977)
 
Rhea M – Es begann ohne Warnung (1986)
 


Filmkritik: „The Demolisher“ (2015)

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THE DEMOLISHER

Story

 
 
 
Für den Technikinstallateur Bruce (Ry Barrett) und seine Frau Samantha (Tianna Nori) ist der Traum geplatzt. Samantha, eine ehemalige Polizistin, wurde bei einem Einsatz schwer verletzt und ist seitdem an den Rollstuhl gefesselt. Bruce kümmert sich um sie und zusammen versuchen die Beiden, die unerwarteten Hürden des Lebens zu meistern. Doch hinter jeder Ecke wartet ein neues Hindernis. Geplagt von irrationalen Schuldgefühlen und zügelloser Wut beginnt Bruce mit nächtlichen Streifzügen durch die Stadt. Dabei klopft er alles kurz und klein, was ihm in den Weg kommt und kriminell aussieht. Eine Krise bahnt sich an, als sein zerstörerischer Pfad den der jungen Marie (Jessica Vano) kreuzt.

 
 
 


 
 
 

THE DEMOLISHER – Kritik

 
 
 
Unter Fans von Actionfilmen, Horror und sonstiger Genrekost ist der Begriff „Arthouse“ nicht unbedingt populär. Verständlich, denn wo Genrefilme oft mit hoher Geschwindigkeit, Brutalität und ausgefallenen Ideen aufwarten, setzen sich Arthousefilme gerne mit anspruchsvollen Themen auseinander und beleuchten verschiedene Aspekte der (Zwischen)Menschlichkeit. Umso verblüffter dürfte der durchschnittliche Genre-Freund sein, wenn er mit den ersten Minuten von „The Demolisher“ konfrontiert wird. Es gibt lange, rätselhafte Einstellungen und Szenen, die zunächst ohne ersichtlichen Grund aneinandergeschnitten sind. Über weite Strecken erzählt der Film episodenhaft, springt zwischen Handlungssträngen und Zeitebenen und verzichtet gerne auf Dialoge. Allem Anschein nach handelt es sich bei „The Demolisher“ also um eine Kombination aus anspruchsvollem Arthouse-Kino und der brutalen Grobheit des Action- und Thrillerkinos. Oder zumindest um einen Versuch, dies zu tun.
 
 
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Sofort fallen zahlreiche Parallelen zu Nicolas Winding Refns „Drive“ auf. Ein Beispiel für eine ähnliche Kombination, die funktioniert hat und dafür mit jeder Menge Lob und Ruhm belohnt wurde. Im Vergleich zum offensichtlichen Vorbild fällt jedoch schnell auf, warum das selbe Rezept bei „The Demolisher“ überhaupt nicht aufgeht. Der namenlose Fahrer in „Drive“ ist ein interessanter und tiefgehender Charakter, der den Zuschauer auf einer feinen Linie zwischen Sympathie und Antipathie spazieren lässt. Hinter Bruces Augen sieht man nichts außer einer gähnenden Leere und dem unterschwelligen Zorn eines dumpfen Grobians. Hinzu kommt die Motivation der verletzten Frau, die schwerlich erklärt, warum der Proleten-Protagonist fast wahllos Leute krankenhausreif schlägt.
 
 
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Trotzdem erkennt man stellenweise, was Regisseur und Autor Gabriel Carrer mit „The Demolisher“ erreichen wollte. Es ist eine Geschichte über blinde Wut, die daraus resultierende Gewalt und die Konsequenzen, wenn diese Gewalt zu weit geht. Umgesetzt wird diese Geschichte allerdings mit einem Stil, der kaum durchdacht ist und seine Vorbilder ausschließlich imitiert. Stilmittel – wie das episodische Erzählen oder eine viel zu oft eingesetzte Zeitlupe – ermüden schnell und behindern den Film eher, als dass sie ihn bereichern. Das hölzerne Schauspiel der Akteure, allen voran Ry Barrett, tut sein Übriges, um „The Demolisher“ zu einem inkompetenten Mix aus Stil und Inhalt werden zu lassen, bei dem nichts wirklich stimmt.
 
 
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THE DEMOLISHER – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„The Demolisher“ macht das Gleiche wie seinerzeit „Drive“. Allerdings um Einiges schlechter. Flache Charaktere, Schwache Schauspieler und unangebrachte Stilmittel machen den Film zu einer Herausforderung. Immerhin lässt sich sehr viel Gelächter aus der Tatsache ziehen, dass sich „The Demolisher“ aus unerklärlichen Gründen extrem ernst nimmt. Im Gegensatz zum Film kann sich die deutsche Veröffentlichung aus dem Hause Meteor Film sehen lassen. In einem schicken Future-Pack, ausgestattet mit Extras wie Poster und Postkarten sowie lobenswert technischer Präsentation erhält „The Demolisher“ hierzulande eine weitaus bessere Veröffentlichung, als der Film letztendlich verdient hätte.
 
 
 


 
 
 

THE DEMOLISHER – Zensur

 
 
 
Selbst die Gewaltspitzen, die „Drive“ gewürzt haben, kommen sehr kurz. Abgesehen von der umstrittenen Selbstjustiz-Thematik hat der Film nicht viel im Gewalt-Sektor zu bieten. In Deutschland erscheint er ungeschnitten mit einer Freigabe ab 16 Jahren. Wegen „bösem“ Bonusmaterials wurde die Heimkinoveröffentlichung aber erst für Erwachsene freigegeben. Die besitzt den roten KJ-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

THE DEMOLISHER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film

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(c) Meteor Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Demolisher; Kanada 2015

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Limitiertes 2-Disc Blu-ray FuturePack

Extras: CD mit Original-Score plus Bonus-Tracks (70:36 Min), A3-Retro-Miniposter mit 2 Wendemotiven, 3 Sammelkarten mit, Alternativ-Artworks, Q&A mit Cast + Crew, Behind the Scenes, Musikvideo LA GARCONNE – SUPER HERO, Deutscher Trailer, Originaltrailer

Release-Termin: 26.02.2016

 

The Demolisher (Limited FuturePak Blu-ray-Disc inkl. Soundtrack-CD) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE DEMOLISHER – Trailer

 
 

 
 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei METEOR FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Drive (2011)

Death Sentence (2007)


Kritik: „Remains of the Walking Dead“ (2011)

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REMAINS OF THE WALKING DEAD

Story

 
 
 
Nach einem atomaren Unfall mutiert ein Teil der Menschheit zu Zombies. In Reno hat es eine kleine Gruppe geschafft, nicht infiziert zu werden und kämpft nun verzweifelt ums Überleben.
 
 
 


 
 
 

REMAINS OF THE WALKING DEAD – Kritik

 
 
 
Der ehemalige Comic-Verkäufer Steve Niles zeichnet Comics, wenn er nicht gerade Drehbücher („30 Days of Night“) schreibt und lässt diese Bildergeschichten bzw. Graphic Novels dann von anderen verfilmen. Im Falle von „Remains“ war Regisseur Colin Theys am Werk, um aus Niles‘ Vorlage einen brauchbaren Film zu machen. Leider ist ihm das nicht gelungen, so dass „Remains of the Walking Dead“ im Meer unterirdischer Zombiefilme versinkt und leider nur ein weiterer Beitrag ist, der einem das Ansehen von Zombiefilmen vergällt. Die Story ist hierbei noch nicht mal der größte Schwachpunkt. Hier haken Niles und Theys die gängigen Punkte ab: Apokalypse durch irgendeinen „Unfall“ – Zombieinvasion – ein paar Resistente, die ihr Leben retten und Zombies töten wollen. So weit, so bekannt. Leider gerät „Remains of the Walking Dead“ dann durch Theys‘ mangelndes Regie-Talent, grausame Dialoge und schlechte Schauspieler vollkommen aus dem gruseligen Gleichgewicht und wird so zum absolut entbehrlichen 88Minüter.
 
 
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Reno, Nevada. Das Glücksspiel-Städtchen wird von einer atomaren Katastrophe heimgesucht, die Touristen und Einwohner stante pede in blutrünstige Zombies verwandelt. Eine kleine Gruppe jedoch kann der atomaren Strahlkraft entgehen und sieht sich nun – in einem Casino festsitzend – mit einem Haufen Untoter konfrontiert. Wir hätten hier den biertrinkenden Loser Tom (Grant Bowler), die schnippische Kellnerin Tori (Evalena Mari), den Zauberer-Aspiranten Jensen (Miko Hughes) und Muskelmann Victor (Anthony Marks). Tom vögelt Tori, Jensen würde gerne Tori vögeln und Tori ist trotz Vögelei grundgenervt. Aber das nur nebenbei.
 
 
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Als die Truppe also entdeckt hat, dass sie von Zombies umzingelt ist, arbeiten sie sogleich eine Reihe völlig nutzloser Pläne aus, um mit heiler Haut davonzukommen. Man rennt im Casino orientierungslos herum, macht ein paar Zombies platt, wirft ein paar besorgte Blicke vom Dach des Hauses auf die marodierenden Untoten und wagt einen – natürlich zum Scheitern verurteilten – Versuch, aus dem Casino zu entkommen. Dabei dezimiert sich die Truppe natürlich über kurz oder lang. Macht aber nix, es kommt neues Zombie-Futter dazu, in Form eines Trupps Soldaten. Dadurch wird es aber auch nicht besser, also Soldaten wieder weg, was Tom und Tori – nun allein zu zweit – erstmal wieder zum Vögeln bringt. Klar, was soll man auch sonst machen – zumindest, wenn die Anzahl Gehirnzellen relativ überschaubar ist. Dann kommt aber eine Soldatentussi zurück und Tom überlegt sich, dass er lieber mit der vögeln würde. Das wiederum findet Tori suboptimal. Und so geht es munter und dämlich weiter, bis der Zuschauer nur noch hofft, dass die Zombies nun endlich auch den Rest der debilen Deppen plattmachen, damit man von der intellektuellen Ödnis dieses Films erlöst wird.
 
 
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„Remains of the Walking Dead“ wurde bereits 2011 gedeht und war bis dato Theys‘ dritter Langfilm. Zuvor inszenierte er den trashigen „Banshee!!!“ sowie „Alien Opponent“ und machte später mit soliden Horrorfilmen wie „Dead Souls“ und „Deep in the Darkness“ auf sich aufmerksam. Leider merkt man „Remains of the Walking Dead“ an, dass sein Macher zum damaligen Zeitpunkt noch sehr unerfahren war, denn dem Zombiefilm mangelt es nicht nur an Dramatik, Tempo und Spannung. Auch bei Casting, Schauspielführung und der Drehbuchauswahl bewies der Regisseur vor einigen Jahren noch kein sonderlich talentiertes Händchen. So wirkt sein Film billig (750.000 Dollar standen ihm zur Verfügung). Die Schauspieler sind mies, verhalten sich unglaubwürdig und geben permanent nur Stuss von sich. Aber auch der Gore hält sich in Grenzen – das Einzige, was den Zuschauer hätte etwas versöhnlich stimmen können.
 
 
 


 
 
 

REMAINS OF THE WALKING DEAD – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„Remains of the Walking Dead“ ist ein gänzlich überflüssiger und schlechter Film. Einen Punkt könnte man eventuell noch für die recht apart zerfledderten Zombies geben, einen weiteren dafür, dass nicht sämtliche Kulissen aussehen wie aus Pappmaché. Darüber hinaus hält Darsteller Anthony Marks seinen beeindruckend definierten Körper ein paar Minuten lang nur mit einem Handtuch um die Hüften in die Kamera. Zudem sind die vorhandenen Splatterszenen angenehm blutig geraten. In der Summe macht das zwar vier von zehn Punkten, dennoch kann man von einer Sichtung oder sogar dem Kauf der Blu-ray (die im Übrigen keinerlei Extras beinhaltet und nur mit mäßig gutem Bild daherkommt) nur dringend abraten, da selbst die kleinen positiven Aspekte nicht dafür entschädigen können, dass der Film einfach furchtbar langweilig ist und so dämliche Dialoge beheimatet, dass es einen schüttelt. Und deswegen schlussendlich doch nur zwei von zehn wandelnden Toten, die sich bitte möglichst schnell vom Acker machen sollten.
 
 
 


 
 
 

REMAINS OF THE WALKING DEAD – Zensur

 
 
 
„Remains of the Walking Dead“ wurde von der FSK für Zuschauer ab 18 Jahren freigegeben. Für einen TV-Film (der vom amerikanischen Horrorkanal CHILLER produziert wurde) geht es nämlich ganz ordentlich zur Sache. Zombiefreunde dürfte zudem freuen, dass es „Remains of the Walking Dead“ ungeschnitten nach Deutschland geschafft hat.
 
 
 


 
 
 

REMAINS OF THE WALKING DEAD – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Erstauflage von MIG Film GmbH | Savoy Film unter dem Titel „Remains of the Walking Dead“

 
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(c) Collectors Edition mit BD & Bonus-DVD von MIG Film GmbH | Savoy Film unter dem Titel „Remains of the Walking Dead“

 
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(c) Zweitauflage von Edel Germany GmbH unter dem Titel „Remains“

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Remains; USA 2011

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DD 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DD 5.1, Englisch DD 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Originaltrailer, Trailershow | Zusätzlich in der Zwei-Disc-Edition: Audiokommentar, Teaser, TV-Spots, Behind The Scenes, Bloppers

Veröffentlichung: Erstauflage & Collectors Edition unter dem Titel „Remains of the Walking Dead“: 26.04.2013 | Zweitauflage unter dem Titel „Remains“: 04.12.2015

 
 
 

Remains Of The Walking Dead [Blu-ray] – Erstauflage Single BD ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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REMAINS OF THE WALKING DEAD – Trailer

 
 

 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei Edel Germany GmbH | MIG Film GmbH | Savoy Film

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Anger of the Dead (2015)
 
Wyrmwood: Road of the Dead (2014)
 
Zombie Fight Club (2014)
 
The Dead 2: India (2013)


Filmkritik: „Insidious: Chapter 3“ (2015)

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INSIDIOUS: CHAPTER 3 – JEDE GESCHICHTE HAT EINEN ANFANG

Story

 
 
 
Im Prequel zu Teil 1 und 2 trifft das Medium Elise Rainier auf die junge Quinn, die gerne Kontakt zu ihrer verstorbenen Mutter aufnehmen möchte. Natürlich geht dabei etwas schief und sowohl Quinn als auch Elise müssen sich fortan mit Wesen aus der Schattenwelt herumschlagen, die gerne im Diesseits Fuß fassen möchten.
 
 
 


 
 
 

INSIDIOUS: CHAPTER 3 – Kritik

 
 
 
Der erste Teil der „Insidious“-Reihe hat sich ja story- und figurentechnisch fast ausnahms-, aber vor allem hemmungslos bei diversen anderen Horrorfilmen bedient. Erstlings-Regisseur Leigh Wannell (der in den „Insidious“-Filmen den Sidekick Specs spielt und bislang nur als Schauspieler und Drehbuchautor diverser „Saw“-Filme einen Namen gemacht hat) geht gleich noch einen dreisten Schritt weiter und klaut sich seinen ersten eigenen Film bei den beiden „Insidious“-Vorgängerteilen zusammen. So dreist muss man auch erst mal sein, da könnte man fast vergessen, was für ein lahmes Grusel-Filmchen Whannell im hier vorliegenden dritten Teil der vollkommen überflüssigen Reihe abgeliefert hat. Aber eben nur fast.
 
 
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Das Medium Elise (Lin Shaye) – *unheilvolle Musik einspiel* – wird von der jungen Quinn (Stefanie Scott) aufgesucht, die ihre Mutter an den Krebs verloren hat und nun mit Vater (Dermot Mulroney) und Bruder (Tate Berney) allein klarkommen muss. Sie hätte da aber doch noch ein paar Fragen an Mutti (vielleicht sowas wie „Hast du mein Lieblingsshirt gewaschen“ oder „Können Bienen pupsen“ oder „Warum hat mein Agent mich für diesen grauenhaften Horrortrip unterschreiben lassen“) und möchte deshalb gerne, dass Elise mit dem verstorbenen Familienmitglied Kontakt aufnimmt. Beim Versuch der Kontaktaufnahme nimmt das Medium allerdings eine böse Kraft wahr, die ins Diesseits drängt. Daraufhin bricht Elise die Sitzung ab und bittet das Mädchen, nicht selbst zu versuchen, die tote Mutter im Jenseits zu kontaktieren. Was nun passiert ist vorhersehbar. Wie diese renitenten Rotzblagen in dem Alter nun mal so sind, hören sie auf solcherlei Warnungen grundsätzlich nicht. Was zur Folge hat, dass Quinn immer häufiger von einem verschrumpelten Opa in versifftem Krankenhaus-Flatterhemd und mit Sauerstoffmaske (seltsamerweise aber ohne die dazugehörige Sauerstoffflasche – der rebellische Alte) heimgesucht wird. Irgendwann ist auch der natürlich skeptische Papa überzeugt und engagiert das Flachpfeifen-Vollobst-Gespann Trick und Track, ach nee: Tucker (Angus Sampson) und Specs (Leigh Whannell). Was nun folgt, ist natürlich der unlogische, dämliche, vor allem aber unspannende Showdown, in dem die diesseitigen Blitzbirnen auf die jenseitigen Schreckgespenster treffen und ein wenig paranormalen Rabbatz veranstalten. Bedauerlicherweise dauert dieser Humbug 97 Minuten, wobei der Genrekenner spätestens 30 Minuten ob der dargebotenen Langeweile sanft entschlummert sein dürfte.
 
 
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Die „Insidious“-Reihe ist eine weitere goldene Kuh, die so lange gemolken wird, bis sich kein Dollar Gewinn mehr mit ihr machen lässt. Das war schon bei den „Saw“-Filmen so, die immer überflüssiger wurden und lässt sich auch bei diversen anderen Fortsetzungsreihen feststellen, die so lange immer neue Teile generieren, bis auch der letzte Zuschauer genervt das Weite gesucht hat. Warum dies allerdings im vorliegenden Fall nicht schon nach Teil 1 passiert ist, scheint weiterhin schleierhaft. Schon der Erstling zeichnete sich durch das Fehlen jeglicher inszenatorischer Kreativität aus, wirkte einfach nur schlecht aus anderen Filmen zusammengestümpert (wie aus POLTERGEIST von 1982) und war mit einem so albern aussehenden Dämon besetzt, dass man kurz vor einem hysterischen Lachanfall stand. Aber nein, die Einspielergebnisse bewiesen das Gegenteil und so wurde flugs ein zweiter Teil gedreht, der ähnlich uninspiriert daherkam und die unsägliche Geschichte plump fortsetzte.
 
 
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Regisseur Leigh Wannell (der im Übrigen auch das murksige Drehbuch zu diesem Schnarchnasen-Film verbrochen hat) hingegen dachte wohl, es sei clever, nicht erneut auf die Inhalte der ersten beiden Teile einzugehen, sondern seine Geschichte vor den Ereignissen von Teil 1 anzusetzen. Was daran allerdings clever sein soll – man weiß es nicht. Zumindest dürfte der Macher mit so unfassbar behäbiger und standardisierter Vorgehensweise keinen Blumentopf gewinnen. Der Film ist entweder todlangweilig und wird von überflüssigen Dialogen flankiert oder wartet mit schon beleidigend plumpen Krawall-Schocksequenzen auf, bei denen Whannell wohl dachte, laut = cool und schockierend. Laut sind die Schockmomente – keiner Frage, aber ebenso schockierend schlecht. So lassen sich die Schocks leicht vorausahnen: einfach jedes Mal von drei runterzählen, dann kommt punktgenau die „überraschende“ Schrecksekunde. Fantastisch. Selten sind die Schreckmomente zwar nicht, dafür wurden sie aber immer wieder selten dämlich umgesetzt. So ist in „Insidious 3“ beim Erschrecken Einfallslosigkeit Programm, schließlich entpuppen sich die Schocksequenzen als 08/15 Angstmacher, die in ihrer trivialen Form auch dem Kopf eines Dreijährigen entsprungen sein könnten, der hier versucht hat seine persönlichen Hui-Buh-Momente auf Zelluloid zu bannen.
 
 
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Also, wir haben hier zur Hälfte dieselben stumpfsinnigen Charaktere wie in den Vorgängerfilmen und zur anderen Hälfte neue Gesichter, die aber ebenso austauschbar sind wie Familie Lambert (wobei man sich fragen muss, wie schlecht es um Dermot Mulroney finanzielle Situation bestellt sein muss, wenn er in so einem Murks mitspielt). Lin Shaye arbeitet sich gewohnt souverän auch noch durch den größten Horror-Mumpf (damit hat sie ja ausreichend Erfahrung – die Senioren-Horrorqueen) und Pips und Pups, äh Sampson und Whannell sehen noch behämmerter aus als in den anderen „Insidious“-Teilen. Der angezettelte Budenzauber unterläuft problemlos jegliches Interesse-Radar und ist so konventionell, zäh und laberlastig geworden, dass man aufpassen muss, den Film nicht mit tausenden anderen Genrebeiträgen zu verwechseln. Wurde der lächerlichen Schlussakkord erwähnt, der den Zuschauer unsanft zu dem zeitlich danach angesiedelten Teil 1 der Reihe schubst?
 
 


 
 
 

INSIDIOUS: CHAPTER 3 – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„Insidious Chapter 3“ ist genauso überflüssig und einfallslos wie die ersten beiden Teile. Leigh Whannell ist bestenfalls ein mittelmäßiger Schauspieler und ein schaurig schlechter Regisseur. Die hier angewandten Schockmomente sind Standards des Standard und bestenfalls laut und lächerlich. Die Darsteller spielen zugegebenermaßen solide, aber was nützt gutes Schauspiel, wenn der Film selbst für die Tonne ist? Zwischen den plumpen Erschreckversuchen ist der Film zäh und viel zu dialoglastig. Schauspielerin und Horrorikone Lin Shaye ist mittlerweile über 70. Vielleicht sollte sie lieber in Rente gehen, als in immer weiteren Horrorgurken mitzuspielen. Für Fans der Reihe vermutlich wieder ganz großes Gruselkino. Für den Genrekenner eher eine Anleitung zum wiederholten Gähnen. Nicht mehr als zwei von zehn Fortsetzungsreihen, die besser nie fortgesetzt worden wären.
 
 


 
 
 

INSIDIOUS: CHAPTER 3 – Zensur

 
 
 
„Insidious: Chapter 3“ ist – wie schon die Vorgänger – subtiles Gruselvergnügen ohne blutige Raffinessen. Hier wird in erster Linie erschreckt und gespukt. Das hat dem Streifen eine FSK16 beschert. Natürlich in ungeschnittener Form versteht sich.
 
 
 


 
 
 

INSIDIOUS: CHAPTER 3 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Insidious: Chapter 3; Kanada | USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Italienisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Türkisch, Arabisch, Italienisch, Finnisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Heimsuchung: Ein Medium berichtet, Entfallene Szenen, Stunts: Der Autounfall, Cherry Glazerr: Tiptoe Through the Tulips, Makabre Kreationen, Enthält auch die Geschichte des Anfangs: Blick „Hinter die Kulissen“ von Chapter 3

Release-Termin: 12.11.2015

 

Insidious: Chapter 3 – Jede Geschichte hat einen Anfang [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

INSIDIOUS: CHAPTER 3 – Trailer

 
 

 
 

MissVega

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Die Rechte aller Grafiken liegen bei SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Insidious (2010)
 
Insidious: Chapter 2 (2013)
 
Poltergeist (1982)
 
Poltergeist II – Die andere Seite (1986)
 
Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen (1988)


Kritik: „Nightmare at Horror Castle“ (2015)

Nightmare-at-Horror-Castle-2015
 
 
 

NIGHTMARE AT HORROR CASTLE

(KANTEMIR)

Story

 
 
 
Eine Gruppe Schauspieler trifft sich zwecks Proben zu einem Theaterstück in einem abgeschiedenen Schloss. Das noch unbekannte Drehbuch von Regisseur Nicholas übt eine unheimliche Wirkung auf den Hauptdarsteller John (Robert Englund) aus und droht, ihm den Verstand zu rauben, als er von einem Mord berichtet, den ihm niemand glauben will.
 
 
 


 
 
 

NIGHTMARE AT HORROR CASTLE – Kritik

 
 
 
Ben Samuels, seines Zeichens Regisseur, Drehbuchschreiber, Schauspieler und Produzent vollkommen unbekannter Werke ist für diesen Alptraum im Horrorschloss verantwortlich…leider. Denn das, was Samuels dem Zuschauer hier in 84 Minuten vorsetzt, ist – gelinde gesagt – totaler Mumpitz. Dabei sind Samuels so ungefähr alle Fehler unterlaufen, die man als Regisseur so machen kann: Sich darauf verlassen, dass eine einstige Horrorfilm-Ikone, hier Robert „Freddy Krueger“ Englund, als Zugpferd ausreicht, obwohl dieser nur mit Fratzenmaske und Messerhandschuh gut war, und das vor über 30 Jahren. Nur Schauspieler-Darsteller zu engagieren, anstatt richtiger Schauspieler. Schlechte Drehbuchschreiber zu verpflichten. Billige Settings schlecht auszuleuchten. Und dann noch nicht mal zu merken, was für einen Mist man da abdreht und die Frechheit zu besitzen, diesem dem hoffnungsvollen Horrorfilm-Konsumenten vorzusetzen. Wunderbar. Wieder mal 84 Minuten Lebenszeit verschenkt.
 
 
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Also, zur „Handlung“: Der einstige Horror-„Star“ John (Robert Englund), dessen Ruhm längst verblasst ist, hat zugestimmt, im noch unbekannten Theaterstück von Regisseur Nicholas (Daniel Gadi) mitzuspielen. In einer kleinen Stadt trifft er in einem alten Schloss auf die restlichen Schauspieler, darunter, wie er mit Erstaunen feststellt, auch seine Ex-Frau Rebecca (Diana Cary). Der erst seit Kurzem trockene Alkoholiker ist weder davon begeistert noch von Regisseur Nicholas, der nur kryptische Andeutungen zu seinem Stück macht und den Beteiligten erstmal die Handys abnimmt, damit sie sich voll auf ihre noch unbekannten Rollen konzentrieren können. Als John dann aber eine der Schauspielerinnen tot im Wald findet, will ihm niemand glauben und John findet sich schon alsbald in einem seltsamen Psychoduell mit seinem Regisseur wieder. Als die Leichen aber nicht weniger werden und seine Kollegen zunehmend an Johns Verstand zweifeln, sieht dieser sich gezwungen, sich Nicholas mal zur Brust zu nehmen. Mit blutigem Ausgang…
 
 
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Tja, wo soll man anfangen? Vielleicht damit, dass die Blu-ray von extrem schlechter Qualität ist. Die Bilder sehen fast so aus, als würde man eine VHS-Kassette abspielen. Verwaschen, grobkörnig und weit entfernt vom auch nur durchschnittlichen Blu-ray-Standard. Dass sich auf der Scheibe dann außer dem Trailer auch keinerlei weiteren Extras finden, ist stimmig zur Qualität dieses Machwerks. Weiter geht es mit der für solche Billigproduktionen üblichen Porno-Synchro. Sämtliche Synchronsprecher wurden offensichtlich aus einem Heim für verbale Legastheniker gemopst und vor ein Mikro geschubst, nicht ohne ihnen vorher noch eine ordentliche Portion Valium in die Apfelschorle zu mischen. Im Original ist es leider auch nicht besser, die Schauspieler-Attrappen sprechen entweder total emotionslos oder sind total drüber. Darüber hinaus hat man bei der Übersetzung geschlampt, was Nicholas an einer Stelle im Film dazu zwingt zu sagen, es handele sich um einen „Manipulant“ anstatt um einen „Manipulator“. Grandios.
 
 
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Während des Ansehens hat man dann das immer wiederkehrende Gefühl, irgendwo auf dem Set, vermutlich an mehreren Stellen, wäre gerade ein Schwelbrand ausgebrochen. Die Settings sind fast permanent latent verräuchert. Also, entweder hat der Regisseur beim Drehen gekifft (was ob dieses dilettantischen Werkes kein Wunder wäre) oder irgendjemand von der Crew hat verzweifelt versucht, ein Feuer zu legen, um diesem Mistfilm ein vorzeitiges Ende zu bereiten. Wenn der Nebel sich allerdings mal lichtet, kommt man teilweise aus dem Lachen nicht mehr heraus. Zum Beispiel bei der Motorrad-Verfolgungsjagd, die Samuels im leicht beschleunigten Vorspulmodus gedreht hat, damit das Ganze rasanter aussieht, man aber nicht wirklich so schnell fahren muss, weil es den mittlerweile 68jährigen Robert Englund dann vermutlich vom Bike gehauen hätte. Ablenken kann man sich glücklicherweise mit so grandiosen Sätzen wie „Dein Trinken wird ihre Zufriedenheit zerstören“. Aha. Ein Schelm, wer meint, wenn man während dieses Murkses mit dem Trinken anfangen würde, würde dies sehr zur Zufriedenheit des Zuschauers beitragen. Man kann sich aber auch darüber kaputtlachen, dass die Darsteller mit vermutlich aus Fußleisten hergestellten Kinder-Holzschwertern im Wald rumfuchteln. Der Film ist durchaus variantenreich, wenn es darum geht, den Zuschauer zum Lachen zu bringen.
 
 
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Das ändert nur leider nichts daran, dass „Nightmare at Horror Castle“ kein guter Film ist. Denn.. die „Schauspieler“ nur durch Schloss und umliegende Wälder hampeln und Dünnsinn reden zu lassen, während John immer wieder von Visionen geplagt wird, die etwas mit der Geschichte in Nicholas‘ Drehbuch zu tun haben, reicht einfach nicht. Auch, wenn in diesen Visionen dann blöderweise immer einer ums Leben kommt, was John dem Wahnsinn Stück für Stück näherbringt, während seine „Schauspieler“-Kollegen zunehmend genervt auf das wirre Gefasel des alten Ex-Alkis reagieren…ähnlich wie der Zuschauer übrigens. Man kann es drehen und wenden, wie man will, Samuels hat hier schlicht und ergreifend versagt, und zwar auf ganzer Linie.
 
 
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NIGHTMARE AT HORROR CASTLE – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Schlussendlich geht es in „Nightmare at Horror Castle“ darum, dass ein durchgeknallter Regisseur ständig mit seinem im Poesiealbum-Look gehaltenen Drehbuch durch die Gegend rennt und Blödsinn redet. Parallel dazu beginnt John, an seinem Verstand zu zweifeln, als sich Realität und die Geschichte aus dem komischen Script von Nicholas zu vermischen beginnen und es ein paar Opfer zu beklagen gibt. Dann kommt es zum mystisch-überraschungsarmen Showdown mit Kinder-Holzschwertern und dann ist man froh, diesen billigen Horror-Mumpf endlich hinter sich zu haben. Dank der unfreiwilligen Komik, dem absurden Overacting und einer Handvoll halbwegs blutiger Sequenzen gibt es für diesen Film gerade mal noch zwei von zehn Holzschwertern, mit denen man Regisseur Ben Samuels mal ordentlich eins auf die Omme zimmern sollte.
 
 
 


 
 
 

NIGHTMARE AT HORROR CASTLE – Zensur

 
 
 
„Nightmare at Horror Castle“ wurde von der FSK für Jugendliche ab 16 Jahren freigegeben. Weil mal wieder einige böse Trailer auf der Heimkinoassung enthalten sind, ziert die erhältliche DVD und Blu-ray der rote FSK-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

NIGHTMARE AT HORROR CASTLE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Nightmare-at-Horror-Castle-Kantemir-Bluray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Kantemir; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 5.1), Deutsch (Dolby Digital 2.0 Surround), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1)

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Aufgrund des Bonusmaterials: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 08.09.2015

 

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NIGHTMARE AT HORROR CASTLE – Trailer

 
 

 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte für alle Grafiken liegen bei MARITIM PICTURES

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Killer Movie – Fürchte die Wahrheit (2008)
 
Midnight Movie (2008)
 
Cut (2000)
 


Filmkritik: „Asylum“ (2014)

Asylum-2014-after-dark-films
 
 
 

ASYLUM

Story

 
 
 
Ein elfköpfiges Sondereinsatzkommando wird zu einer Irrenanstalt gerufen, in der es drunter und drüber geht. Dort haben sich die Insassen aus ihren Zellen befreien können und wandeln durch die Flure, um den Einsatzkräften nach dem Leben zu trachten. Die bemerken schnell, dass hier eine höhere Macht am Werkeln ist …

 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Kritik

 
 
 
Es gibt Film auf dieser Welt, die selbst alteingesessene Horrorfans wie uns sprachlos vorm Fernseher zurücklassen. Im Falle von ASYLUM ist das natürlich negativ gemeint, denn selten haben wir Material zu sehen bekommen, das wir am liebsten schon nach fünf Minuten wieder abgeschalten hätten. Da wir dennoch jeden Film testen, der uns vor die Linse kommt, haben wir uns natürlich auch bis zum Ende dieses abgrundtiefschlechten Machwerks durchgekämpft, um auch allen Lesern erklären zu können, warum man ASYLUM lieber nicht ansschauen sollte. Eigentlich hätte der Name TODOR CHAPKANOV schon stutzig machen müssen. Der zeichnet nämlich in ASYLUM als Regisseur verantwortlich und ist eher für Arbeiten an überflüssigen Video-Fortsetzungen (WRONG TURN 3, BOOGEYMAN 3) oder miesen TV-Produktionen (MONSTERWOLF) bekannt. Gott weiß warum AFTER DARK FILMS diesem Mann das Regiezeptur überlassen hat – mit rationalen Erklärungen dürfte man hier jedoch nicht weit kommen.
 
Zwei Cutter einer fiktiven Produktionsfirma vermiesen dem Zuschauer das Schauen dieses Horrorfilms. Die bekommen unfertiges Filmmaterial eines vermasselten Films zugespielt, das sie nun zusammelnschnippeln und überarbeiten sollen, um daraus einen halbwegs vernünftigen Horror-Heuler zu basteln. Die Aufnahmen werden gestartet und der Horrorfan bekommt einen düsteren Irrenhaus-Grusler zu sehen, dessen gesamte 90-minütige Handlung von beiden Schnittkünstlern kommentiert wird. Eine Zumutung, denn ein Folgen der Geschehnisse wird dem Zuschauer so unmöglich gemacht, da atmosphärische Momente durch zynische Fortfloskeln aus dem Off zerstört werden. Schnell vergeht die Lust am Schauen, obwohl die beiden Schneideprofis vehement darum bemüht sind, sich um Film und Protagonisten das Maul zu zerreisen. Statt dem Zuschauer zum Lachen zu bringen, wird dieser vermutlich schnell entnervt das Weite suchen, weil die Wortspielereien den letzten Nerv rauben.
 
Weitaus interessanter ist da die Entstehungsgeschichte des Streifens, schließlich rührt dessen gewöhnungsbedürftige Machart nicht von ungefähr, ist doch während der Dreharbeiten einiges schiefgelaufen. Autor CHRIS MANCINI schrieb das Drehbuch zu ASYLUM und verkauft es an das Filmstudio AFTER DARK FILMS. Leider konnte MANCINI nicht wie ursprünglich gewollt selbst Regie führen, sondern musste das Regiezepter dem Bulgaren TODOR CHAPKANOV überlassen. Es folgte ein Dreh wie jeder andere auch, wäre da nicht einer der Produzenten gewesen, der das gesamte Produktionsbudget einkassierte, um einen Film nach seinen Vorstellungen drehen zu lassen. Dieser veränderte MANCINIS Drehbuch bis zur Unkenntlichkeit und lieferte 88 Minuten Horror-Schrott ab, mit dem das AFTER DARK-Studio nichts anzufangen wusste. Demzufolge wurde Drehbuchautor MANCINI erneut an den Schreibtisch geholt und darum gebeten, aus dem desaströsem Filmabfall das Beste herauszuholen. Kurzum entschloss er sich aus ASYLUM sarkastische Film-in-Film-Comedy zu machen und unterlegte das Durcheinander mit satirischen Voiceover-Kommentaren im Stile eines MYSTERY SCIENCE THEATRE 3000.
 
Letzteres war eine amerikanische TV-Serie, die Ende der 80er und in den 1990ern im US-Fernsehen rauf und runter lief – hierzulande jedoch weitestgehend unbekannt sein dürfte. Die brachte es in den Staaten zu enormer Beliebtheit und zeigte B- und Trashfilme auf einer Kinoleinwand vor der Puppen und Protagonisten saßen, die den gezeigten Trashwerken spöttische Kommentare folgen liesen. Da jedoch die meisten der dort gezeigten Filmwerke amerikanischen Filmfans bekannt gewesen waren, funktionierte das erheiternde Voiceover-Konzept gut, so dass acht Staffeln abgedreht werden konnten, denen sogar ein Kinofilm folgte. Anders sieht es da bei ASYLUM aus. Hier fällt es schwer überhaupt einer Handlung folgen zu können, weil man das Ausgangsmaterial nicht kennt, über das man sich hier lustig macht. Während sich im Hauptfilm ein elfköpfiges Sondereinsatzkommando durch eine heruntergekommene Irrenanstalt vorarbeitet, in der entflohene Insassen zu eiskalten Mördern mutiert sind, bekommt der Zuschauer unentwegt zynische Kommentare aus dem Off zu hören, die ihn scheinbar selbst ins Irrenhaus treiben sollen. Man kann nur all jene für ihre Diziplin beglückwünschen, die es trotzdem schaffen ASYLUM bis zum Abspann zu sehen, denn letztendlich haben MANCINIS Bemühungen nicht bewirkt, dass ASYLUM ein halbwegs vernünftiger Film geworden ist.
 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Auch wenn ASYLUM kein Film ist, der im für Trashfilme berüchtigten Asylum-Produktionsstudio hergestellt wurde, so haben Film wie Schund-Schmiede eines gemein: beides ist Schrott und braucht kein Mensch. Im Falle des Horror-Thrillers/ Komödie (?) ASYLUM ist die desaströse Inszenierung auf die komplizierte Entstehungsgeschichte zurückzuführen, die aus einer anfänglich guten Idee Horror-Ware gemacht hat, die sich nicht einmal fünf Minuten ertragen lässt. Die Ursache dafür liegt in der Umsetzung, denn der eigentlich unheimliche Irrenanstalt-Thriller wird 90 Minuten lang von zwei Off-Kommentatoren begleitet, die sich über jede Szene und jeden Protagonisten lustig machen. Das mag manchmal anmuten, als würde man mit Freunden einen Film anschauen, bei dem unentweg jemand dazwischen quasselt. Dahinter steckt aber ein Sinn, denn die Macher haben sich bei der Fertigstellung ihres Filmes an der Machart der amerikanischen Fernsehserie MYSTERY SCIENCE THEATRE 3000 orientiert, die sich während der 1990er in den Staaten zum Kult entwickelt hat. Die unkonventionelle Inszenierung geschah aus der Not heraus, weil die Rohfassung von ASYLUM gegen die Wand gefahren wurde und eine dringende Überarbeitung benötigte. Was letztendlich daraus entstanden ist, macht trotz spöttischer Floskeln kaum Laune, denn ASYLUM ist eine filmische Zumutung.
 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Zensur

 
 
 
Es gibt Einschüsse und Bisswunden zu sehen. Aufgrund der spöttischen Kommentare aus dem Off wirkt das Gezeichte nur selten hart; mit einer ungeschnittenen KJ-Kennzeichnung muss man trotzdem rechnen.
 
 
 


 
 
 

ASYLUM – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mystery Science Theater 3000 (1988 – 1999)
 
Mystery Science Theater 3000: The Movie (1996)
 


Filmkritik: „Among the Living“ (2014)

among-the-living-2014
 
 
 

AMONG THE LIVING

(AUX YEUX DES VIVANTS)

Story

 
 
 
Für Victor (Théo Fernandez), Tom (Zacharie Chasseriaud) und Dan (Damien Ferdel) ist der letzte Schultag vor den Ferien die Hölle. Nach ihrem letzten Streich werden die Jungs zu allem Überfluss zum Nachsitzen verdonnert. Da haben sie natürlich überhaupt keinen Bock drauf, also wird sich kurzerhand aus dem Staub gemacht. Das Ziel sind die verlassenen Kulissen eines Filmstudios, irgendwo im französischen Nirgendwo. Ganz ohne Komplikationen läuft der inoffizielle Wandertag natürlich nicht ab, denn in den heruntergekommenen Ruinen treffen sie nicht nur auf schrottreife Autos und dilettantisches Graffiti, sondern auch auf eine geknebelte und gefesselte Frau, die in den Kofferraum eines Autos gesperrt wurde und den Mann, der sie augenscheinlich dort deponiert hat. Hals über Kopf flüchten die drei Jungs aus dem perversen Fuchsbau zurück zu ihren Familien, doch leider hat ein mysteriöser, gewalttätiger und extrem unbekleideter Jäger bereits ihre Fährte aufgenommen.

 
 
 


 
 
 

AMONG THE LIVING – Kritik

 
 
 
Anfangs scheint noch alles in bester Ordnung zu sein. In bester „Inside“-Manier entfacht das Regie-Duo aus Alexandre Bustillo und Julien Maury in der ersten Szene von „Among the Living“ eine widerwärtige und extreme Atmosphäre aus Gewalt, Blut und Ekel. Leider hat der Film im weiteren Verlauf kaum etwas mit der Origin-Story der späteren Antagonisten zu tun. Ganz im Gegenteil. Nach der starken Eröffnung schneiden Maury und Bustillo sogar von einem medizinisch sehr bedenklichen (und selbst durchgeführten) Kaiserschnitt zum Schulalltag der drei pubertierenden Hauptfiguren. Dann kommt erstmal eine Weile überhaupt nichts. Damit ist nicht nur die Abwesenheit von spannenden und/oder brutalen Szenen gemeint, sondern die allgemeine Qualität des Drehbuchs, das in keinem Moment funktioniert.
 
Das Rotznasen-Trio ist dermaßen unsympathisch geschrieben und gespielt, dass man sich als Zuschauer bereits nach ihrer ersten Szene, in der sie über den Mord an einer Lehrerein nachdenken, auf der Seite des Albino-Psychokiller-Muskelmanns sieht. Und das ist nur selten gut. Wer sich bereits einen Film angesehen hat, wird wissen, dass Spannung und Drama am besten funktionieren, wenn man als Hauptfigur der Geschichte einen funktionierenden Charakter hat, mit dem man sich identifizieren kann. Diese Regel treten Maury und Bustillo in „Among the Living“ gepflegt in die Tonne. Auch auf Seiten der Gegenspieler sieht es nicht besser aus. Die böse Kraft besteht hier aus einem Vater-Sohn-Gespann, das sein Dasein in einem unkoscheren Wohnverhältnis fristet und die gelegentliche Frau entführt/ermordet/vergewaltigt/opfert. Das Ganze spielt sich irgendwo zwischen Okkult, Sekte, Kannibalismus und genereller Seltsamkeit ab, aber was genau passiert und warum es passiert, wird offen gelassen. Der neblige Hintergrund der Schurken kann bestenfalls als Versuch gewertet werden, ihre Präsenz unberechenbarer und gefährlicher zu machen. Leider geht der Versuch gehörig in die Hose.
 
Aber natürlich guckt man sich einen Film der New French Extremity (die Maury und Bustillo mit „Inside“ und „Livid“ sogar mitbegründet haben) nicht für seine präzisen und sensiblen Charaktermomente an. Hier geht es in erster Linie um dichte, nervenzerstörende Atmosphäre, unaushaltbare Spannung und natürlich auch um die so wichtigen Schauwerte des Horror-Genres. Und leider wartet „Among the Living“ in diesem Bereich mit noch größeren Makeln auf. Wo man ein schwaches und substanzloses Drehbuch noch halbwegs verzeihen kann, ist es hingegen komplett unverständlich, wie konservativ und blutleer die Regisseure ihren Film gestalten. Mit nur wenigen Ausnahmen schneiden sie vor Attacken oder Morden konsequent weg und frustrieren die Horrorfans so doppelt. Es ist ein Rätsel, wie es zu dieser Entscheidung kam, denn in den 2-3 Szenen, in denen die Kamera bei der Gefahr bleibt, beweisen Maury und Bustillo erneut ein feines Gespür für die Spannung und das Unbehagen, das von angedrohter Gewalt ausgehen kann. Hier sei auch noch ein Mal die intensive Anfangssequenz erwähnt.
 
 
 


 
 
 

AMONG THE LIVING – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Schmutzig, brutal und knallhart inszeniert. „Among the Living“ ist ein verstörender Albtraum aus Gewalt, Angst und Blut. Nach einem brutalen und kompromisslosen Anfang lässt „Among the Living“ extrem stark nach und zeichnet sich vor allem durch langweilige Dialoge und sperrige Wechsel von Setting und Ton des Films aus. Das Drehbuch des Films ist ein Minenfeld, in dem keine Explosion ausgelassen wird und kommt einer Katastrophe gleich. Einzig in der Inszenierung beweist das Gespann Maury und Bustillo erneut Kompetenz. Wenn es darauf ankommt kreieren die Beiden eine dichte, bedrohliche und unbehagliche Atmosphäre, die auch ohne explizite Gewalt auskommt. Leider absolvieren diese Szenen bestenfalls Gastauftritte und dienen als kleine Geistesblitze in einem Gesamtwerk aus sinnlosen Entscheidungen und einem nicht vorhandenen Drehbuch. Als Horror-Regisseure sind Julien Maury und Alexandre Bustillo nach wie vor relevant, aber an den Schreibtisch sollte man sie wohl besser nicht mehr lassen.
 
 
 


 
 
 

AMONG THE LIVING – Zensur

 
 
 
Die expliziten Szenen des Films sind für einen Vertreter der New French Extremity viel zu spärlich gesät und mit wenigen Ausnahmen um Einiges zu zahm. Trotzdem ist vor allem die Anfangsszene bösartig genug, so dass „Among the Living“ von der FSK erst für Erwachsene zugänglich gemacht wurde. Die erhältliche Filmfassung mit dem Aufdruck „Keine Jugendfreigabe“ ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

AMONG THE LIVING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
among-the-living-bluray

(c) Tiberius Film / Sunfilm

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Aux yeux des vivants; Frankreich 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (@24 Hz)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailershow, Alternativer Anfang, Making Of

Release-Termin: 05.03.2015

 

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AMONG THE LIVING – Trailer

 
 

 
 

Timo Löhndorf

Mehr Kritiken von Timo gibt es auf dasnapalmduo.de zu lesen

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Inside (2007)
 
Livid – Das Blut der Ballerinas (2011)
 
High Tension (2003)
 


Filmkritik: „Rottweiler – Zum Killen dressiert“ (1982)

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ROTTWEILER – ZUM KILLEN DRESSIERT

Story

 
 
 
Vom Militär zum Töten dressierte Rottweiler können aus einem Transporter entkommen und terrorisieren eine Kleinstadt…
 
 
 


 
 
 

ROTTWEILER – Kritik

 
 
 
… daher wohl auch der deutsche Titel BLOODLINE – ZUM KILLEN DRESSIERT. Doch WORTH KEERERS Low-Buget-Gurke hört auf viele Namen. So lautet der Originaltitel des Streifens DOGS OF HELL oder ROTTWEILER: THE DOGS OF HELL. Das Internet ist sich diesbezüglich nicht schlüssig. Worüber man sich jedoch sicher sein kann ist, dass Regisseur KEERERS mit seinem ROTTWEILER keinen guten Film gemacht hat. Hätten die Macher ROTTWEILER – ZUM KILLEN DRESSIERT um 15 Minuten gestrafft, so hätte aus dem Streifen ein durchaus annehmbares B-Movie werden können. So hat man leider einen Horrorfilm vorliegen, der sich wie Kaugummi zieht und bei dem man als Rezensent so gar nicht recht weiß, wie man das Interesse des Lesers für dieses Machwerk wecken soll. Das Setting des Films ist im Grunde recht beschaulich. Filme, die in einer Kleinstadt spielen, bieten meist eine sehr geborgene Atmosphäre, auch wenn es sich meist um einen schaurigen Horrorfilm handeln mag. Doch leider ist ROTTWEILER – ZUM KILLEN DRESSIERT nun mal nicht CUJO (1983) oder MAN’S BEST FRIEND (1993), denen darüber hinaus auch ein wesentlich größeres Budget zur Verfügung gestanden hat und die von größeren Studios unterstützt wurden. Wirklich überraschend ist die Tatsache, dass ROTTWEILER – ZUM KILLEN DRESSIERT damals in 3D in die US-Kinos gebracht wurde, obwohl 3D-Filme auch schon damals teurer waren als gewöhnliche 2D-Produktionen. Viel 3D-Feeling kommt jedoch nicht auf. Hier und da wird etwas in Richtung Kamera geworfen – das war’s dann aber auch schon. Da in den 80er Jahren noch mit anaglyphen 3D gearbeitet wurde (welches allerdings so gut wie gar nicht funktioniert hat) dürften auch die Zuschauer, die den Film seinerzeit im Kino sahen, recht enttäuscht den Saal verlassen haben. Genauso enttäuscht werden auch Zuschauer sein, die weit 30 Jahre nach Entstehung ROTTWEILER – ZUM KILLEN DRESSIERT das erste Mal in den Heimkino-Player legen, schließlich ist dieses trashige Unding alles andere als ein unterhaltsamer Streifen.
 
 
 


 
 
 

ROTTWEILER – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
ROTTWEILER – ZUM KILLEN DRESSIERT ist ein zäher und unspektakulärer Tier-Horrorfilm den man sich nicht ansehen sollte. Selbst Claudio Fragassos MONSTER DOG (1984) weiß da noch den Zuschauer besser zu unterhalten. Nicht zuletzt, weil in diesem Rock-Legende Alice Cooper mitspielt.
 
 
 


 
 
 

ROTTWEILER – Zensur

 
 
 
Ob ROTTWEILER – ZUM KILLEN DRESSIERT ungeschnitten veröffentlicht wurde ist nicht bekannt. Immerhin wurde die Indizierung des Streifens im Frühjahr 2014 aufgehoben, denn nach heutigen Maßstäben würde der Filme ohne Probleme eine Jugendfreigabe erhalten. Dennoch hat der aktuelle Rechteinhaber keine Neuprüfung veranlasst. Die aktuelle DVD-Veröffentlichung aus dem Hause EDEL GERMANY ist somit frei ab 18 Jahren.
 
 
 


 
 
 

ROTTWEILER – Deutsche DVD

 
 
 
ROTTWEILER-Zum-Killen-dressiert-dvd

(c) Edel Germany GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Dogs of Hell; USA 1982

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Stereo)

Untertitel: Keine

Bild: 2,35:1

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit alternativem Wendecover

Extras: Keine

Release-Termin: 20.06.2014

 
 
ROTTWEILER – ZUM KILLER DRESSIERT wurde am 20. Juni 2014 von EDEL GERMANY hierzulande das erste Mal auf DVD veröffentlicht. Die FSK-18-Freigabe entspricht noch den alten “Standards“ der FSK. Der Film würde heute locker mit einer Freigabe ab 12 Jahren durchgehen. Außer einem Wendecover mit dem Motiv der alten VHS-Kassette bietet die VÖ keinerlei Extras. Ein großes Manko ist die Bildqualität. Der Film sieht auf DVD leider so aus, als hätte man ihn von einer alten Videokassette kopiert. Auch das Bildformat muss mal selbst einstellen.
 
 

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ROTTWEILER – Trailer

 
 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Cujo (1983)
 
Monster Dog (1984)
 
Man’s Best Friend (1993)


Filmreview: „Horror Creek“ (2007)

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HORROR CREEK

Story

 
 
 
Laut Rückseite der deutschen DVD: 30 Jahre nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs reagieren die Menschen, die im Süden leben, mit ängstlichem Aberglauben als ein schuhloser Mann in die Stadt kommt. Die Leute weigern sich dem Fremden zu helfen, weil sie sich an eine Legende erinnern, die davon berichtet, dass der Tod einem sicher ist, wenn man einem Menschen hilft, der barfuß daherkommt. Die Stadtbewohner werden immer verzweifelter, je mehr sich die Zeichen mehren, dass die biblische Apokalypse begonnen hat …
 
 
 


 
 
 

HORROR CREEK – Kritik

 
 
 
HORROR CREEK, welcher mit Originaltitel SUGAR CREEK heißt, ist ein 2007 entstandener Low-Budget-Film von JAMES COTTON, welcher hier nicht nur Regie führte sondern auch das Drehbuch schrieb. Cotton versuchte sich hier an einem Gerne-Mix. Sein Werk ist einerseits ein Horrorfilm der stark an Tim Burtons SLEEPY HOLLOW (1999) erinnert, gleichzeitig findet man in SUGAR CREEK aber auch einige Elemente eines Westerns, gepaart mit einer leichten Märchenatmosphäre. Zwar enthält das Drehbuch ganze nette Ideen und die Geschichte ist nicht sonderlich uninteressant, doch es ist dem Streifen von der aller ersten Sekunde an anzusehen, dass man für die Realisierung überhaupt kein Geld gehabt hat. Leider schmälert genau dies das Sehvergnügen doch ziemlich. Die Kulissen sehen äußerst billig und steril aus und die Kostüme machen den Eindruck als kämen sie direkt aus einem Geschäft für Karnevals-Verkleidung. Hinzukommt, dass fast alle Schauspieler ihren Job nicht sonderlich gut machen und sehr bemüht wirken die Figuren die sie spielen zu verkörpern. Über die deutsche Synchronisation legt man besser einen Mantel des Schweigens … Zwei Jahre später gelang JAMES COTTON mit seinem Actionfilm LA LINIA eine wesentlich bessere Arbeit, mit weitaus besseren Schauspielern (u.a. RAY LIOTTA und ANDY GARCIA).
 
 
 


 
 
 

HORROR CREEK – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
HORROR CREEK, der im Original eigentlich SUGAR CREEK heißt, ist leider ein äußerst uninteressanter und weitgehend langweiliger Film geworden, der unter seinem kaum vorhandenen Budget und dem daraus resultierenden billigen Look leidet.
 
 
 


 
 
 

HORROR CREEK – Zensur

 
 
 
SUGAR CREEK wurde hierzulande ungeschnitten in die Händlerregale gebracht. Die Kaufversion ist frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

HORROR CREEK – Deutsche DVD

 
 
 
horror-creek-dvd

(c) Schröder Media Handels GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sugar Creek; USA 2007

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Keine

Bild: 1.77:1 (16:9)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (ohne FSK-Flatschen)

Extras: Originaltrailer (1:43 Minuten)

Release-Termin: 10.04.2014

 
 
 

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HORROR CREEK – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sleepy Hollow (1999)


Filmreview: „666 – Paranormal Prison“ (2013)

666 - PARANORMAL PRISON
 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON

Story

 
 
 
Ein weiterer Wackelcam-Film: Ein Team des FBI soll den mysteriösen Vorkommnissen in einem verlassenen Gefängnis auf den Grund gehen und stößt bei den Ermittlungen auf das abgrundtief Böse …
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Kritik

 
 
 
Manch deutsches Filmlabel weiß, wie man aus bierernsten Horrorfilmen wahrlich köstliche Komödien zaubert. Man nehme einfach hundsmiserabel zusammengeschusterten Found-Footage-Trash und spendiere ihm eine grottenschlechte Synchronisation mit Sprechern, die offenbar weder ihr Handwerk, noch die deutsche Sprache verstehen. Fertig ist der schnelle Spaß für Zwischendurch, der mit genügend Bier zum Hit auf jeder Filmglotzerfete wird. Die Pornoübersetzung hat 666 – PARANORMAL PRISON auch bitter nötig, denn im Originalton ist der Streifen das wohl Übelste, was das Filmjahr 2013 hervorgebracht hat. Es mag ja immer wieder Horrorfilme geben, die ihr eigentliches Ziel verfehlen und den Zuschauer ins Koma flimmern, statt ihn zu Tode zu ängstigen. In 666 – PARANORMAL PRISON erlebt der Zuschauer eine neue Dimension filmischen Grauens, denn hier steckt zwar der Geist im Film, fehlt dafür aber im Drehbuch. Das macht sich vor allem bei den trivial zusammengesponnenen Dialogen bemerkbar, die sich vornehmlich tief unter der Gürtellinie befinden und sich konstant auf dem Niveau pubertärer Halbwüchsiger bewegen.
 
 
“ Wie hast du es nur durch die Aufnahmeprüfung geschafft?“ – „Na mit Schwanz und Charisma“ – „Oh Mann, weißt du was du brauchst? – Du brauchst Jesus“
 
 
Eigentlich heißt 666 – PARANORMAL PRISON im Original 616 – PARANORMAL INCIDENT und ist die Quasi-Fortsetzung des bereits 2011 erschienenen PARANORMAL INCIDENT. In Sachen Dilettantismus ist der nachfolgende Teil dem Erstling ebenbürtig und darf als wohl ultimatives Schlaferlebnis im aktuellen Filmjahr gewertet werden. Umso dreister, dass man dem ohnehin schon desaströsen Vorgänger eine Fortsetzung folgen ließ, die für den internationalen Filmmarkt sogar noch unter anderem Namen vermarktet wurde. Ein Schelm, wer da Böses vermutet, schließlich hätte bei so einem katastrophal zusammengeklautem Vorgänger kein Horrorfan zum Sequel gegriffen. Weil in „Geist“-reichen Zeiten „verwackelte“ Kinoerfolge wie PARANORMAL ACTIVITY (2007) genug Zaster in die Kinokassen schwemmen, sind es vor allem die kleinen Indieproduktionen, die mit unzureichendem Know-How die Erfolgsrezeptur der Großen zu kopieren versuchen. Und gerade weil man für Found-Footage-Filme kein teures Equipment oder viel Budget benötigt, sprießen solche Werke wie die Pilze aus dem Boden. 666 – PARANORMAL PRISON ist auch so eine dieser Produktionen, die mit möglichst wenig Aufwand ganz viel Umsatz generieren möchten. Ganz zum Leidwesen des Filmfans, der sich aufgrund des reißerisch gestalteten Covers zum Kauf verleiten lässt und sich nach Sichtung schwarz ärgert, weil er für so einen Schwachsinn viel Geld ausgegeben hat. 666 – PARANORMAL PRISON wurde von DAVID CHIRCHIRILLO inszeniert, der bisher nicht weiter aufgefallen ist und auch noch nichts Nennenswertes geleistet hat. Weil man vermutlich in 666 – PARANORMAL PRISON kein großartiges Erfolgspotenzial gesehen hat, durfte der bisher unbekannte CHIRCHIRILLO gleich mal sein nichtvorhandenes Regiekönnen unter Beweis stellen und an seinem Spielfilmdebüt tüfteln. Wo hier der dreiste Ideenraub stattgefunden hat, ist schnell ergründet, denn 666 – PARANORMAL PRISON entpuppt sich als lächerliches Light-Duplikat des bereits 2011 entstandenen GRAVE ENCOUNTERS, der in Genrekreisen durchaus positiv aufgenommen wurde.
 
Während sich im besagten GRAVE ENCOUNTERS ein Filmteam durch eine spukende Psychiatrie kämpft, ist es in 666 – PARANORMAL PRISON eine Spezialeinheit des FBIs, die in ein leerstehendes Gefängnis gerufen wird, weil es dort nicht mit rechten Dingen zugehen soll. Man stößt auf eine seltsame Frau, die wenig später von einer (Para)Psychologin aus anfänglich unerklärlichen Gründen in einen Zelltrakt gesperrt wird. Eine gute Entscheidung, denn schnell stellt sich heraus, dass die ominöse Fremde gar nicht so hilflos ist, wie sie es anfänglich vortäuscht. In ihr steckt das Böse, das sich durch die Wände des Gebäudes frisst und bald für das Verschwinden und den Tod des gesamten Einsatzteams verantwortlich gemacht wird. Das abgedroschene Filmthema über Geister in verwaisten Gebäuden durchläuft dabei die gängigen Regeln üblicher Found-Footage-Ware. Das Geschehen wird wie gewohnt mit Hilfe verschiedener Kameratechniken protokolliert, die oftmals kaum erkennen lassen, was da im Film gerade passiert. Hierbei kommen sogar Brillen zum Einsatz, in welche Mikrokameras verbaut wurden. Vermutlich die wirklich einzige erwähnenswerte Idee im gesamten Film, erweist sich diese Methode gerade dann als recht effektiv, wenn der Zuschauer das Geschehen aus der Egoansicht miterleben darf. Da flitzen dann doch schon mal dunkle Gestalten auf die ahnungslosen Crewmitglieder zu, so dass sich der Genrefan in einer Art filmischem Egoshooter wähnen dürfte. Apropos Gestalten, hier hat man sich leidenschaftlich beim Original EVIL DEAD (1981) bedient. Denn nachdem die einzelnen Crew-Mitglieder nacheinander das Zeitliche gesegnet haben, wandeln sie als besessene Killerdämonen mit weißen Kontaktlinsen durch die Gänge des Gefängnisses. SAM RAIMI hat es 1981 vorgemacht, DAVID CHIRCHIRILLO 2013 kläglich kopiert. Ansonsten gibt es in 666 – PARANORMAL PRISON viel Füllstoff, damit der Streifen auf seine Filmzeit kommt. Wir erleben unwichtige Entdeckungstouren, die oft gar keinen Sinn ergeben, eine klaustrophobische Kulisse, die erst gar nicht genutzt wird um zu Erschrecken oder gar zu Gruseln und einen kaum vorhandener Spannungsbogen, der 666 – PARANORMAL PRISON zum wohl langweiligsten Wackelcam-Heuler der letzten Dekaden macht. Wem seinen Lebenszeit kostbar ist, sollte diesen Billigmist möglichst meiden, denn mit Filmen wie 666 – PARANORMAL PRISON versaut man sich nur die Freunde am Tag!
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Talentfreie Laiendarsteller, dreist geklaute Ideen, absolut furchtbare Synchronisation, austauschbare Handlung und eine nahezu nicht vorhandene Spannungskurve. In 666 – PARANORMAL PRISON gibt es kaum Positives, das Erwähnung finden könnte. Wer dennoch den Mut aufbringt, einen Ausflug in dieses Gefängnis zu wagen, sollte auf das Schlimmste vorbereitet sein – wir haben Euch gewarnt!
 
 
 


 
 
 

666 – PARANORMAL PRISON – Zensur

 
 
 
In 666 – PARANORMAL PRISON gibt es am Ende etwas Splatter zu sehen. Aufgrund einiger zerstückelter Leichenteile wurde der Streifen hierzulande ab 18 Jahren freigegeben. Die deutsche Fassung ist mit KJ-Kennzeichnung ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 616: Paranormal Incident; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch DD 2.0

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK 18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Interview-Feature (ca. 9 Minuten, keine UT), Audiokommentar (keine UT), Filmtrailer (ca. 3 Minuten)

 
 
 

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666 – PARANORMAL PRISON – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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