Filmreview: „The Vatican Exorcisms“ (2013)

THE VATICAN EXORCISM (2013)
 
 
 

THE VATICAN EXORCISMS

Story

 
 
 
Das Thema Exorzismus ist immer für eine Dokumentation gut, besonders, dann wenn der Fokus allen Übels auf Italien liegt. Drum reist Joe Marino mit einem Kamerateam in den Vatikan, um dort einen geschulten Dämonenaustreiber bei seiner täglichen Arbeit zu begleiten und seine Praktiken mit der Kamera festzuhalten.
 
 
 


 
 
 

THE VATICAN EXORCISMS – Kritik

 
 
 
Man hat als Horrorfilmkritiker bereits schon so einige faule Tomaten gesehen. Filme, die oftmals so mies waren, dass sich die Spielzeit von knapp 90 Minuten zu einer halben Ewigkeit entwickelt haben. Ob sich die Produzenten hinter den Machwerken manchmal überhaupt im Klaren sind, was sie mit ihren miserablen Schundfilmchen aussagen oder gar bewirken wollen, sei einmal dahingestellt. Fakt ist, dass es auf dieser Welt eindeutig zu viele dieser unbrauchbaren Titel gibt. Das kostet den Zuschauer einfach zu viel Lebenszeit! THE VATICAN EXORCISMS fügt sich perfekt in die Riege der Filme ein, auf die die Welt nur gewartet hat – um sie zu meiden! Das hübsche (natürlich an THE LAST EXORISM angelehnte) Cover schaut zwar durchaus vielversprechend aus, wurde aber vermutlich nur gestrickt, um Käufer neugierig zu machen. Auf besessene Geschöpfe, die grotesk verdreht die Wände emporklettern wartet man in THE VATICAN EXORCISMS vergebens. Stattdessen hat es der Zuschauer hier mit kostengünstigem Pseudo-Grusel zu tun, der so unsagbar schlecht umgesetzt wurde, dass sich einem während der Sichtung die Zehennägel krümmen.
 
THE VATICAN EXORCISMS ist wohl DER dilettantischste und schlechteste Wackelcam-Thriller, den man die letzten Jahren auf der Mattscheibe hatte. Dabei ist Regisseur JOE MARINO zwar leidlich bemüht, seinem unterirdischen Schocker so etwas wie Authentizität einzuhauchen. Das Treiben gestaltet sich aber derart beschämend, dass sich diese Peinlichkeit kaum in Worte fassen lässt. THE VATICAN EXORCISMS ist Quasi die unspektakuläre Version des 2012 erschienenen THE DEVIL INSIDE. Unter dem Deckmantel realer Gegebenheiten wird hier eine Dokumentation gezeigt, die sich mit dämonischer Besessenheit im tiefreligiösen Süden Italiens beschäftigt und einem Exorzisten bei seiner täglichen Arbeit beiwohnt. Nun gut, vermutlich kein schlechter Stoff für einen schick reißerischen Found-Footage-Beitrag. Die Umsetzung gestaltet sich jedoch derart ereignislos, dass dem Zuschauer zu raten ist, sich diesen ermüdenten Quark möglichst wach anzuschauen. Da werden tagebuchartig Geschehnisse protokolliert und Angehörige der vermeintlich vom Teufel Besessenen vor der Kamera mit unangenehmen Fragen gelöchert, um dem Zuseher unwichtiges Hintergrundwissen zu bieten. Danach werden vier Fälle geschildert, in denen sich PATER LUIGI leidlich darum bemüht sieht, den besessenen Opfern Heilung zu verschaffen. Während eine betagte Nonne vermutlich bereits seit Jahren im Wachkoma liegt und ab und an wütend Zähne aus ihrem Mund spuckt, wenn LUIGI aus seiner Bibel vorliest, beobachtet das Kamerateam woanders ein kleines Mädchen, das düstere Bilder malt und wirres Zeug faselt, wenn der Exorzist ihr etwas arg nah zu Leibe rückt. Die nicht vorhandenen schauspielerischen Leistungen lassen sich kaum verschleiern, wobei sich die wenigen Leidtragenden leidlich darum bemüht sehen, durch ihr Schreien, Kichern und Umherwälzen so etwas wie Gruselfeeling entstehen zu lassen. Das kommt jedoch nie zustande, auch dann nicht, als sich JOE MARINO (der im Übrigen auch den fiktiven Regisseur des Films mit gleichen Namen mimt) vom Teufel höchstpersönlich verfolgt fühlt.
 
Das Found-Footage-Genre will sich partout keine Auszeit gönnen. Mit THE VATICAN EXORCISMS beweist der Wackelcam-Film einmal mehr, dass dieses Subgenre bereits unlängst seinen erfrischenden Reiz verloren hat. Regisseur JOE MARINO spielt sich selbst, um dem Film die nötige Glaubwürdigkeit zu verleihen. Das wäre ihm um Haaresbreite gelungen, würden da nicht die grottigen Schauspieler den Film zur Lachnummer machen. Grandiose Effektszenen sucht man hier vergebens. Die Besessenen versuchen den Zuschauer mit einfachen Mitteln zum „Lachen“ zu bringen. Während eines der geplagten Opfer mit seinen Leibeswindungen beeindruckend den Fußboden wischt, weiß ein anderer wie er sich mit ausgiebigen Leibesübungen selbst „beglücken“ kann. Was bleibt, ist eine vollkommen schwachsinnige Pseudo-Reportage, die ideenlos versucht auf den aktuell so beliebten Exorzisten-Zug aufzuspringen. Hände weg von diesem Nonsens!
 
 
 


 
 
 

THE VATICAN EXORCISMS – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Schockierend, beängstigend, beunruhigend! DAS alles ist THE VATICAN EXORCISMS natürlich nicht, auch wenn es das Filmplakat suggeriert. Einer der miesesten Filme im Kinojahr 2013.
 
 
 


 
 
 

THE VATICAN EXORCISMs – Zensur

 
 
 
Mit etwas Glück dürfte THE VATICAN EXORCISMS hierzulande ungeschnitten mit FSK12-Freigabe erscheinen. Ob es der miese Film jedoch überhaupt je nach Deutschland schaffen wird, steht vermutlich in den Sternen.
 
 
 


 
 
 

THE VATICAN EXORCISMS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der letzte Exorzismus 2 (2013)

Besessen – Der Teufel in mir (2012)

Possession – Das Dunkle in Dir (2012)

Apartment 143 (2011)

Der Exorzist (1973)

Exorzist 2 – Der Ketzer (1977)

The Devil Inside (2012)

Filmreview: „YellowBrickRoad“ (2010)

Yellowbrickroad
 
 
 

YellowBrickRoad

Kritik

 
 
 
Lust auf einen wirklich unwichtigen Film, mit unglaublich stumpfsinniger Handlung und wirklich dilettantisch umgesetzten Spezialeffekten, die den Zuschauer einmal mehr an den Rande des Sekundenschlafs treiben? Dann eignet sich der hölzerne und gähnend langweilig Möchtegern-Schocker „YellowBrickRoad“ als vortreffliche Wahl, zumindest wenn man darauf aus ist, sich den eigentlich gemütlichen TV-Abend ansprechend zu verderben.
 
YellowBrickRoad“ ist ein ganz furchtbarer Hirnverdreher und derart „kopflos„, wie es das Filmplakat bereits suggeriert. Die Handlung ist vollkommen unspannend, die Akteure nerven derart, dass man ihnen den schnellen Tod wünscht und die wenigen Krösel-Effekte wirken eher albern, als das sie dem Film überhaupt förderlich wären. Aber alles der Reihe nach. Bereits im Sommer 2011 durften sich deutsche Genre-Fans von den nicht vorhandenen Schauwerten dieser Indigurke auf dem alljährlichen Fantasy Filmfest überzeugen. Nun, fast 1,5 Jahre später erscheint  „YellowBrickRoad“ bundesweit direkt auf Blu-ray und DVD. Dass sich der deutsche Heimkino-Release derart verzögert hat, rührt nicht von ungefähr, denn führt man sich das Endprodukt zu Gemüte, so fragt man sich, warum der hiesige Vertrieb „dtp entertainment AG“ derart Quark überhaupt in Deutschland veröffentlichen muss, gibt es doch unzählige andere bisher unveröffentlichte (bessere) Perlen da draußen, die sehnlichst auf eine Veröffentlichung warten. Bereits nach nur wenigen Minuten wird deutlich, welch nennenswerte Qualität „YellowBrickRoad“ überhaupt birgt und die liegt schlicht und einfach darin, den Zuschauer unwillkürlich für dumm zu verkaufen und streckenweise vollkommen desaströs zu langweilen. Vor allem die stümperhaft eingesprochene, deutsche Synchronisation tut da ihr übriges, denn diese sorgt unweigerlich dafür, dass die Nerven des Zuschauers rund 100 Minuten lang überstrapaziert werden. Dabei beginnt die Geschichte um die mysteriöse Gegend um die „YellowBrickRoad“ eigentlich recht vielversprechend.
 
Einige Wissenschaftler, Forscher und Nichtskönner raffen sich zusammen, um das seltsame Verschwinden der Bewohner einer ganzen Stadt zu untersuchen. Bereits im Jahre 1940 folgte die Bevölkerung des fiktiven Örtchens „Friar“ in „New Hampshire“ einem geheimnisvollen Waldweg – keiner derer jedoch, die den Ort verlassen haben, kehrte je wieder lebend zurück. Nun 70 Jahre später wollen jene Einfaltspinsel derart ungelösten Fall erneut untersuchen und ihre Erkenntnisse in einem Buch niederschreiben. Sie scharren allerhand nützliches Equipment zusammen und folgen jenem sagenumwobenen Waldweg, der einst auch die Einwohner von „Friar“ ins Verderben stürzte. Nach nur wenigen Metern wird klar, dass die Gegend mitnichten so friedlich scheint, wie anfänglich gedacht. Die Geräte spielen verrückt und schnell stellen die Anwesenden fest, dass das gesamte technische Equipment wenig hilfreich ist, um die Expedition überhaupt fortsetzen zu können. Was nun folgt spottet jeglicher Beschreibung und ist an filmischen Dilettantismus kaum noch zu überbieten. Anstatt den Heimweg anzutreten, beschließen die Crew-Mitglieder dem Vorschlag des Expeditionsleiter „Teddy Barnes“ zu folgen. Der scheint noch nicht genug aussagekräftiges Material zu besitzen, um sein Buch zu füllen. Und so kommt es eben, wie der routinierte Filmfreund es vorausahnt. Je tiefer die Anwesenden in den Wald vordringen, umso lauter ertönt ein mysteriöses Gedudel, dass den Anwesenden (und vor allem dem Zuschauer) schier den Verstand raubt. In ihrer Panik teilt sich die Gruppe auf und beginnt sich im Wahn gegenseitig zu dezimieren.
 
Klingt alles nach vollkommen wirren Bullshit – ist es auch. Auch wenn das grobe Story-Geflecht weitaus ansprechendes Horror-Einerlei mutmaßen lässt, so ist der fertige „YellowBrickRoad“ ein niederschmetterndes Filmchen, das durch und durch enttäuscht. Allein schon der ziemlich zähe und langatmige Erzählfluss tapst genüsslich vor sich daher und birgt eine fast schon dreiste Ideenlosigkeit, dass dem Horrorfilmfreund glatt der Spaß am Genre vergehen könnte. Das nervtötend gemächliche Tempo des Filmes erweist sich als unzumutbar, dürfte jedoch unter Filmfreunden mit Schlafproblemen für einen wohlig-erholsamen Tiefschlaf sorgen.
Wirklich viel zu sagen hat „YellowBrickRoad“ nicht. Zumindest wenn man einmal die Erkenntnis außen vor lässt, wie unsäglich quälend lang 100 Minuten Filmlaufzeit sein können. Da werden Lollies gelutscht und von giftigen Beeren genascht, obwohl wenige Minuten zuvor vor der Ungenießbarkeit der Früchte gewarnt wurde. Da stibitzt eine Protagonistin aus Hunger den letzten Proviant, um wenige Minuten später freiwillig und ohne jegliche Logik von einer Felsklippe zu springen. Sinn ergibt das wirre Gequassel und die peinlichen Interaktionen der Anwesenden selten und so reduziert sich der Film allein darauf, irgendwie ein Ende zu finden. Das ist natürlich schnell gefunden. Anstatt die zugrunde liegenden Gegebenheiten in irgendeiner Weise kreativ zu Ende zu spinnen, sorgt die unzureichende Phantasie der Drehbuchautoren dafür, dass die wenigen Charaktere ein schnelles und vor allem unwichtiges Ende finden. Demnach metzeln sich die Helden der Geschichte uninspiriert um die Ecke, sodass nach gefühlten Stunden endlich der Abspann über den Bildschirm flimmern darf.
 
YellowBrickRoad“ ist ein ganz einfältiges Filmchen, auf das man als Filmfreund gänzlich verzichten kann. Hier stimmt einfach rein gar nichts. Die Erzählung ist zäh, unwichtig und eindeutig viel zu lang. Die handvoll unwichtiger Protagonisten beginnen schon nach nur wenigen Minuten zu nerven und die ganze Inszenierung erweist sich als einschläfernde und vor allem dilettantische Nummernrevue ohne Sinn und Verstand. Die Effekte wirken eher unfreiwillig komisch, als das sie ängstigen sollen (da reißt ein Charakter einer Protagonistin eigenhändig (!) eine Bein aus), sodass selbst Gorehounds keinen Spaß mit dieser Gurke haben dürften. Gott weiß, was in die beiden Regisseure Jesse Holland und Andy Mitton gefahren sein muss, als sie die glorreiche Idee hatten, diesen minderbemittelten Film zu drehen. Vermutlich haben die beiden sich in irgendeiner Bar gehörig besoffen, um wenige Minuten später ein unzureichend plausibles Drehbuch zu Papier zu bringen, dass innerhalb weniger Tage mit einer handvoll untalentierter Nachwuchspappnasen auf Zelluloid gebahnt werden musste. Wohlmöglich wäre es dem Film förderlicher gewesen, hätten sich die Macher hinter „YellowBrickRoad“ vor der Realisierung ihrer Schlaftablette einige bessere Vertreter des Genres zu Gemüte geführt, um zu studieren, wie ein „guter“ Horrorfilm auszuschauen hat! Auch wenn es hierbei im einen Indie-Film handelt, so hat man aus derart Sektor bereits schon unzählig bessere und vor allem innovative Vertreter gesehen. Wer allein nur nach guten Filmen Ausschau hält, der sollte um „YellowBrickRoad“ einen großen Bogen machen. Denn dieser Film ist einer dieser Beiträge, nach deren Sichtung man unweigerlich bereut, überhaupt kostbare Lebenszeit für derart hirnrissigen Schund verschwendet zu haben.
 
 
 


 
 
 

YellowBrickRoad – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Haste Einschlafprobleme? Oder suchst Du noch nach einem passenden Geschenk für Bekannte, die Du eigentlich weniger magst – „YellowBrickRoad“ bittet die Lösung!
 
 
 


 
 
 

YellowBrickRoad – Zensur

 
 
 

Die deutschen Fassung ist mit „keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung ungeschnitten.
 
 

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YellowBrickRoad – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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AREA 407

Story

 
 
 
Es ist der letzte Tag des Jahres und einige Passagiere befinden sich auf dem Neujahrsflug von New York nach Los Angeles. Kurz vor der Jahreswende ist die Stimmung heiter und spritzig, bis das Flugzeug jedoch plötzlich in Turbolenzen gerät und abstützt. Kaum den Absturz verarbeitet finden sich die Überlebenden zusammen, um die Lage zu ergründen. Nach ersten fehlgeschlagenen Notfunkrufen stellen Sie schnell fest, dass sie sich auf einem riesigen Testgelände des amerikanischen Militärs befinden auf dem mysteriöse Versuche mit prähistorischen Wesen durchgeführt werden.
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Kritik

 
 
 
Und wieder ein Found-Footage-Film!!!
 
Alteingesessene Horrorfilmkenner werden vermutlich allein bei der Nennung dieses Subgenres entsetzt die Hände über den Kopf zusammenschlagen, wurde keine anderes Subgenre in letzter Zeit mit derart schlechten Filmumsetzungen beehrt, als das ungnädig geschundene Found-Footage-Genre. Schien zuletzt der traurige Tiefpunkt mit dem Mutanten (?)-Thriller EVIDENCE (2011) erreicht, dürfen sich Filmfreunde nun jedoch eines Besseren belehren lassen. Die aktuelle Produktion AREA 407 legt die Latte in punkto „wirklich mieser Wackelcam-Thriller“ deutlich höher. Denn hier stimmt einfach rein gar nichts mehr. Was vor einigen Jahren noch weltweit als vollkommen neuen Art des filmischen Erzählens gefeiert wurde, wirkt jetzt nach unzähligen arttypischen Werken einfach nur noch fad, ausgelutscht und uninspiriert. Dabei haben die Filmemacher bisher alles pseudo-dokumentarisch aufbereitet, was der Horrorfilm hergab. Ob schreckliche Seuchen-Epidemie ([REC]), bei der der Zuschauer unfreiwilliger Zeuge des grausigen Ausbruchs einer Krankheit wurde oder mysteriöse Schnitzeljagd (TROLL HUNTER), die den Filmfreund eindrucksvoll vermitteln wollte, dass irgendwo in den Wäldern Norwegens noch Trolle existieren sollen; das Found-Footage-Genre hat bewiesen, dass es trotz Mangel an linearer und gleichbleibend-hochwertiger Kameraführung spannend (CHRONICLE, CLOVERFIELD, DIARY OF THE DEAD) unterhalten aber auch ordentlich viel Quark (EVIDENCE, THE AMITYVILLE HAUNTING, AREA 407) hervorbringen kann. Da nun bereits alle erdenklichen Horrorthemen mittels Wackelkamera-Stils abgehandelt wurden, dachte sich Regisseur DALE FABRIGAR neue Wege gehen zu müssen. Statt auf Zombies, Aliens, Geister und Serienkiller zu setzen, lässt er einfach ein Flugzeug mitsamt Besatzung in einer recht schlechten Kopie des berüchtigten JURASSIC PARK (1993) abstützen, in welcher die Überlebenden nun um ihr Leben winseln dürfen. Gut gedacht, nur grottenschlecht umgesetzt. Gewinselt wird wahrlich ausgiebig, von hungrigen Dinosauriern ist jedoch weit und breit keine Spur zu sehen, wobei dies das eigentlich Problem dieses Möchtegern-Schockers ist. Führt man sich die eigentlich recht vielversprechende Inhaltsangabe vor Augen liebäugeln Filmfreunde eigentlich mit ordentlich schweißtreibender Horrorkost, die köstlich zu unterhalten weiß und mit bösartigem Gekrösel gefällt. Die Umsetzung ist jedoch alles andere als unterhaltend und schweißtreibend, zumindest im Bezug auf waschechten Horror. Die Überlebenden laufen von Flugzeugfrack in eine Lagerhalle, von der Lagerhalle zurück zum Flugzeugfrack und vom Flugzeugfrack in die unendlichen Weiten trostloser Wiesenlandschaften. Es wird geschrien, geweint und gewimmert. Und ja, das ist alles herrlich schweißtreibend-schlecht und schweißtreibend-belanglos. Einen wirklich roten Faden durchzieht die Geschehnisse in AREA 407 dabei leider zu keiner Minute. Die Charaktere bleiben farb- und gesichtslos und wissen allein nur durch permanentes Nerven auf sich aufmerksam zu machen. Aufgrund der Masse an Protagonisten, die allesamt recht oberflächlich skizziert werden, gelingt es dem Film nur selten sich überhaupt auf einige zu konzentrieren. Damit der Zuschauer zumindest halbwegs Überblick über die Gegebenheiten verschaffen kann, werden die Charaktere auf bekannte 10-kleine-Negerlein-Art von irgendetwas Unbekannten ausradiert, mit roter Farbe bespritzt und einfach leblos in der Landschaft verteilt. Als erfahrener Filmfreund kann man nicht leugnen, dass das zumindest halbwegs Trash-Charme besitzt und für einige unfreiwillige Lacher sorgt. Dennoch, AREA 407 wartet mit gähnender Langeweile auf. Zugegeben, der Flugzeugabsturz weiß in seiner recht simplen Inszenierung zu gefallen, der Rest dieses stümperhaft-dilettantischen Werkes ist nicht der Rede wert. Effekt-Sequenzen gibt es im Film seltsamerweise keine zu sehen (wenn man einmal die zwei Sekunden kurz vor Filmende außen vor lässt). Sprich, der Zuschauer kann nur vermuten von was die Überlebenden angegriffen und verfolgt werden. Erst nachdem einige schlaue Hobbypfadfinder im Sand seltsame Ei-ähnliche Gebilde vorfinden, scheint für den Zuschauer klar in welche Richtung dieser Nonsens letztendlich führen wird.
 
AREA 407 ist mies und eine waschechte Mogelpackung noch dazu. Ein absolut belangloses Machwerk, dass den Zuschauer einzig nur kostbare Lebenszeit raubt und den diversen Billig-Schund-Filmen aus dem Hause ASYLUM in Sachen Dilettantismus meilenweit voraus ist. Wirklich viel passiert in diesem unwichtigen Film nie. Es wird gelaufen, geschrieben und geheult. Die Überlebenden irren ziel- und planlos durch das Filmset und drängen den Zuschauer mit ihren Zickereien und all dem belanglosen Gefasel an die Grenze des Wahnsinns. Die Kameraführung ist zudem derart dreist und unerträglich, dass der Horrorfreund bereits nach nur wenigen Minuten die Orientierung über die Geschehnisse und Schauplätze verlieren dürfte. Vermutlich ebenso orientierungslos schien Regisseur DALE FABRIGAR, dem nach dem unfreiwilligen Absturz des Flugzeuges das Drehbuch irgendwie vollkommen aus den Händen entglitt sein muss. Als interessierter Filmfan mag man oftmals das Gefühl nicht loswerden wollen, als würden die wenigen Darsteller vor der Kamera mehr schlecht improvisieren, um AREA 407 halbwegs auf Spielfilmlänge zerren zu können.
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
Dreist, langweilig und unspektakulär – Der Trailer verspricht mehr als der Film überhaupt zu bieten hat!
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Zensur

 
 
 
Im Film wird keine explizite Gewalt gezeigt. Oftmals liegen die „Opfer“ einzig rot bemalt in der Landschaft verstreut, oder besitzen Verletzungen durch den Flugzeugabsturz. Eigentlich hätte der Film bedenkenlos mit einer FSK12-Freigabe die FSK passieren können. Diese hat sich jedoch dazu entschieden AREA 407 erst Jugendlichen zugänglich zu machen, die das 16. Lebensjahr erreicht haben. Die deutsche Fassung trägt erstaunlicherweise einen roten KEINE JUGENDGFREIGABE-Flatschen, was vermutlich am Bonusmaterial liegen muss.
 
 
 


 
 
 

AREA 407 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
area407bluray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tape 407; USA 2012

Genre: Horror, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch+Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: Original Kinotrailer, Trailershow mit 10 weiteren Filmen

 
 
 
MAD DIMENSION wertet den Found-Footage-Thriller jetzt auch endlich in Deutschland auf DVD und Blu-ray aus. Fans der Wackelkamera-Filme wird das freuen, wobei die hiesige Veröffentlichung leider nur bedingt Freudensprünge verursacht. Das Bild geht für einen Film dieser Art in Ordnung, wobei HD-Feeling im Found-Footage-Genre wohl schlichtweg ausgeschlossen werden kann. Freunde dieser Filmgattung wird das wohl kaum daran hindern AREA 407 nicht trotzdem sehen zu wollen. Die Synchronisation ist ziemlich durchwachsen ausgefallen. Laiensynchronsprecher und Profisprecher geben sich die Klinke. Aber auch bei den Extras macht sich Ernüchterung breit. Bis auf einen Trailer zum Film betreibt MAD DIMENSION mit satten zehn Clips anderer Filme aus dem Programm Eigenwerbung. Immerhin kommt auch dieser Titel in einer schicken, schwarzen Amaray daher, was vermutlich bei bisher allen Veröffentlichungen aus dem Hause MAD DIMENSION der Fall gewesen ist. Ein Wendecover gibt’s auch noch – das war´s dann aber auch schon. Ob die Anschaffung einer Blu-ray für diesen Film ratsam ist, sollte jeder Filmfan selbst für sich entscheiden. Wir sind der Meinung, dass die kostengünstigere DVD-Version bei diesem Film vollkommen ausreichen dürfte. Achja: wer begleitende Untertitel zum Film sucht, schaut leider dumm aus der Wäsche.
 
 

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AREA 407 – Trailer

 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
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Filmreview: „Carl“ (2012)

Carl (2012) - Filmplakat - Filmkritik auf Filmchecker
 
 
 

Carl

Story

 
 
 
Das zurückgebliebene Muttersöhnchen „Carl“ lebt zusammen mit seiner Mutter und einigen anderen seltsamen Rednecks irgendwo draußen auf dem Land und vertreibt sich das Leben mit „Nichtstun“. Leider scheint die gesamte ominöse Familie derart unterfordert zu sein mit all dem unproduktiven „Nichtstun“, dass sie auf die perversesten Ideen kommen, und Sohn „Carl“ bei seiner auswegslosen Suche nach Frau und Baby bestmöglich unterstützen. Von der Mutter aufgehetzt, pilgert „Carl“ nun los, um nach der perfekten Ehefrau Ausschau zu halten. Als er im Supermarkt der jungen Lisa begegnet, scheint diese für ihn das perfekte Opfer für sein makaberes Unterfangen zu sein. Kaum ihre Adresse in Erfahrung gebracht, macht sich „Carl“ zum Haus der jungen Frau, wo er sie aus ihrem Bett zerrt und in sein Heim verschleppt, in welchem sie an Ketten gefesselt seinem makaberen Treiben hilflos ausgeliefert zu sein scheint.
 
 
 


 
 
 

Carl – Kritik

 
 
 
Und wieder einer derer Filme, auf welche die Welt vermutlich nur gewartet haben muss, denn der Indie-Film „Carl“ schafft es einmal mehr, denn interessierten Filmfreund mit unzureichend unterhaltsamer Kost, vollkommen gen Wahnsinn zu treiben. Das hier einfach gar nichts stimmt, beweist der Film bereits nach dem, zugegeben recht schicken Filmintro, dass in seiner dreckig-abgewetzten Umsetzung auf herrlich anspruchslose und blutige Horror-Kost hoffen lässt. Was anfänglich jedoch vielversprechend beginnt, endet nach nur wenigen Minuten in schier unglaublich belanglosen Geplänkel, dass in seiner Trivialität vermutlich seinesgleichen suchen dürfte.
Diese cineastische Extrem-Gurke ist derart belanglos, träge und unnütz, dass sie den wenigen „Filmcharakteren“ in deren „faulen Nichtsnutz-Daseins“ in nichts nachsteht. Das nicht-vorhandene Budget ist dem Werk an jeder Stelle im Film anzumerken, umso kreativer schienen demnach die Filmemacher gewesen zu sein, aus vermeintlich „Nichts“ irgendetwas zu basteln. Leider mangelte es wohl möglich den Drehbuchschreiberlingen an frischen und vor allem kreativen Ideen, die den Film aus seiner unerträglichen Lethargie hätten herausreißen können, sodass die Macher keinen anderen Ausweg sahen, den Film mit haarsträubend-dämlichen Story-Elementen zu füllen, die dümmer und hanebüchener nicht hätten sein können. Das macht sich vor allem immer dann bemerkbar, wenn „Carl“ maskiert mit einem, eigens von Mama gehäkelten Topflappen in Aktion tritt und beginnt seine weiblichen „Auserwählten“ zu bestrafen. Leider Gottes wirkt das alles so erdenklich konstruiert und peinlich, dass man als Zuschauer nicht wirklich einzuordnen weiß, ob es sich bei dieser Gurke um einen Horrorfilm oder eine Komödie handeln soll. Wer jetzt jedoch denkt, dass hier der obligatorische Blutzoll von minderwertigen Schauspiel- und Drehbuchschwächen ablenkt der irrt, denn „Carl“ bietet nichts von all dem genreüblichen Gekrösel. Fast schön möge man dies darin begründen, dass das gesamten Produktionsbudget einzig in die grafisch herrlich aufpolierte Anfangssequenz eingeflossen sein muss, um den Zuschauer nicht schon nach Einlegen der DVD aufgrund der minderen filmischen Qualität zu verschrecken! Denn Blut, Gewalt und Terror sind in dieser unbrauchbaren Genre-Produktion absolute Fehlanzeige. Die wenigen Morde werden kaum optisch zelebriert und relativ schnell abgehandelt, sodass blutgierige Horrorfans am Ende des Filmes griesgrämig-fad aus der Wäsche schauen dürften. Einzig, das halbwegs annehmbare Ende, indem in einer Rückblende die ominösen Handlungen der gesamten Sippschaft plausibel pseudo-psychologisch erklärt werden, hat in seiner relativ eindeutigen und logischen Erzählweise noch halbwegs Glaubwürdigkeit und bewahrt diesen überflüssigen Abschaum gänzlich vor dem Untergang.
 
Der No-Budget-Film „Carl“ beweist einmal mehr, dass uninspirierte Filmkost ohne eigene Ideen und gescheitem Drehbuch direkt zum Scheitern verurteilt ist. Das Story-Gerüst des Indie-Werkes „Carl“ gestaltet sich in der Umsetzung wie das ausgezehrte Plagiat einer drittklassige Kopie des berüchtigten „Texas Chainsaw Massacre“, welche mangels Produktionsbudget und kaum-vorhandenen, erzählerischen Talentes nicht einmal B-Movie und Trashfilm-Fans überzeugen dürfte. Die dilettantische und klischeebeladene Erzählweise, mit welcher Regisseur „Greg Daniel“ zu Gange geht, ist in ihrer vollkommen spannungsfreien Darstellung kaum zu unterbieten. „Carl“ ist ein Film den Horrorfilmfans blindlings in den Verleih- und Kaufhausregalen stehen lassen dürfen. Schade um die hart erarbeiten Euronen, die man sonst für derart haarsträubenden Quark regelrecht zum Fenster hinaus wirft.
 
 
 


 
 
 

Carl – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
Eine wirklich mehr als schlechte Mischung aus „Texas Chainsaw Massacre“ und „Freitag der 13.“, die seinen großen Vorbildern bedeppert, nichtsnützig und vor allem talentfrei hinterherhechelt! Absolut unbrauchbar!
 
 
 


 
 
 

Carl – Zensur

 
 
 
Aufgrund kaum vorhandener Folter-und Gewaltexzesse dürfte der Film „Carl“ problemfrei die FSK16er Hürde passieren. Fragt sich dennoch nur, ob sich überhaupt ein deutscher Verleih für diesen recht miesen Film interessieren wird!
 
 
 


 
 
 

Carl – Trailer

 
 


 
 
Hellraiser80
 
 
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Territories (2010)