Filmreview: „Fright Night“ (2011)

 

 

Die 80er Jahren sind nach wie vor, zumindest für mich, der Inbegriff des modernen Horrorfilms. Bedenkt man welche Horrorikonen in dieser Dekade das Licht der Zelluloidwelt erblickten, und die sogar heute noch in regelmäßigen Abständen über die Kinoleinwand flattern, meucheln und erschrecken, so darf man vor dem Einfallsreichtum der damaligen Drehbuchautoren und Regisseuren als geneigter Filmliebhaber nur ehrwürdig seinen Hut ziehen. Und genau aus jener kreativen Filmepoche stammt auch die Vorlage des, derzeit im Kino recht unerfolgreich anlaufenden, „Fright Night“(2011).

Es ist mir immer wieder ein Rätsel aus welche Intensionen heraus das heutige Hollywood wahllos und gierig nach irgendwelchen Vorlagen (un)populärer 80er Jahre Horrorfilmkost krallt und diese neu verfilmen muss? Vor bereits ca. 10 Jahren hat das noch mehr oder weniger gut funktioniert – man denke an die recht hübschen Remakes zu „The Texas Chainsaw Massacre“, oder „The Ring“. Aber nachdem nun, Jahre später, eine Neuinterpretation nach der Nächsten gnadenlos an den Kinokassen und bei der Fanbase durchfällt, müsste Hollywood doch so langsam darüber nachdenken, dass es an der Zeit wäre, über das Ausbeuten anderer lohnenswerter Filmstoffe zu denken.

Nun ja, diesmal hat es eben „Eine rabenschwarze Nacht“ (1985) in die Remake-Schrottpresse geschafft, eine recht zynischen Vampirkomödie aus den 80ern, die gerade gegen Ende hin mit recht erfinderischen und höchst beeindruckenden Spezialeffekten trumpfen konnte und die sogar wenig später eine Fortsetzung nach sich zog.

Chucky“ –Erfinder Tom Holland lieferte das Drehbuch für diesen Horrorspass und nahm höchstpersönlich auf dem Regiestuhl platz. Kurzweilige, spannenden Unterhaltung und typisch-charmantes und naiv-ungekünsteltes 80er Lebensgefühl machten diese Komödie schnell zu einem Klassiker des Genres.

Eine wahrlich einflussreiche und bedeutende Vorlage, die sich die Neuinterpretation da ausgesucht hat und an der sie sich nun messen muss.

Und natürlich scheitert „Fright Night“ (2011) gänzlich in allen Belangen. Zu austauschbar, zu seelenlos, zu unbedeutend. 30 Millionen Dollar soll der Schinken gekostet haben – 30 Millionen Dollar, die man dem Film in keiner Sekunde ansieht und die scheinbar ausschließlich auf das Bankkonto Farrells geflossen sein müssen.

Dabei darf man dem arg glattpolierten und an das heutige MTV-Publikum orientierte Geschehen aus der Sicht des Looser´s Charley (Anton Yelchin) beiwohnen, der glaubt, dass sein neuer Nachbar Jerry ( Colin Farrell) ein blutgieriger Vampir sei.

Man könnte meinen Farrell sei völlig unterfordert in seiner Rolle als bösartiger Vampir gewesen, denn außer etwas homoerotisches „Oben-Ohne Posing“ und etwas „Finster-drein-Schauen“ gibt seine Rolle laut Drehbuch offensichtlich nichts weiter her. Ein Rolle, die einzig als Masturbationsvorlage pubertärer 16jährigen/er im Gedächtnis haften bleiben dürfte – mehr Aufmerksamkeit hat Farrells Darstellung als Obervampir leider Gottes nicht verdient. Der Vergleich zur enorm charismatischen Ausstrahlung des Obervampirs Jerry (Chris Sarandon) aus dem OriginalFright Night“ mit Farrells aalglatt-gebügelten Verkörperung in der Neuverfilmung ist allein schon grotesk anmaßend genug und ist dürfte definitiv eine Beleidigung Chris Sarandon, dem Obervampir des Originals, zugegen darstellen.

Einziger Lichtpunkt in dieser recht unbrauchbaren Hochglanz-Gurke sind die recht witzigen Spezialeffekte. Standen im Original noch Liebe zum Detail und Handmade-Goreeffekte auf der Tages-Drehordnung, so glänzt das Remake mit einigen formschönen CGI-Verwandlungen, die trotz allen Lobes dennoch sehr durchwachsen ausfallen. Von grandios (Verwandlung Charley´s Freundin Amy) bist fremdschäm-peinlich (Farrells Verwandlung zum „Quadratkopf“) wurden munter Millionen Dollar für die CGI-Crew verbraten.

Somit ist „Fright Night“ (2011) eine Neuinterpretation, die wieder einmal vollkommen überflüssig ist, und die nicht einmal annähernd dem schrägen und kultigen Originals gerecht wird. So unbedeutend und lapidar wie dieses Remake erschienen ist, dürfte es auch schnell wieder in die hintersten Regalen der Videotheken verschwinden. Ein Film, über den sich in den kommenden Jahrzehnten kaum jemand erinnern wird und auf den die Welt nun wahrlich nicht gewartet hat. Seltsamerweise hat „Fright Night“ (2011) nicht einmal die Aufmerksamkeit des amerikanischen „PG13“- MTV Publikums erhalten, für welche der Film letztendlich vordergründig produziert wurde. Wenn das kein Omen ist!

 

 

Fazit 6/10 Punkte

 

Ein versemmeltes Remake, wie  so oft in letzter Zeit.

Fright Night“ (2011) kann nicht einmal ansatzweise dem Original „Eine rabenschwarze Nacht“ (1985) das Wasser reichen, punkte aber dennoch mit einigen netten Effekten und kurweiliger 08/15-Unterhaltung.

 

Hellraiser80

Filmreview: „Shark Night 3D“ (2011)

Shark night 3D
 
 

SHARK NIGHT 3D

Story

 
 
 
Sarah und ihre Clique wollen sich vom Uni-Stress erholen und fahren hinaus zum Ferienhaus von Sarahs Eltern, um dort eine Segeltour unternehmen zu können. Die Luft ist lau – die Kleider schnell abgelegt. Der ideale Zeitpunkt für gemütliches Plantschen im See, der direkt vor dem Ferienhaus der Eltern liegt. Doch bald schon merken die Freunde, dass es nicht ganz ungefährlich ist, sich hier im Wasser seinen Gelüsten hinzugeben. Als einer der Freunde durch eine Haiattacke auf schmerzliche Weise seines Armes entledigt wird, bricht bei den Freunden Panik aus.
 
 
 


 
 
 

SHARK NIGHT 3D – Kritik

 
 
 
Wie erinnern uns: Regisseur DAVID R. ELLIS bescherte uns vor einigen Jahren mit FINAL DESTINATION 2 (2003) und dem fetzigen Party-Trash SNAKES ON A PLANE (2006) reichlich abgefahrene Horrorunterhaltung. Von seiner letzten Regiearbeit FINAL DESTINATION 4 (2009) konnte man das leider nicht mehr behaupten. Der vierte Ausflug ins FINAL DESTINATION-Universum bot eine wirklich schlechte Story, miese und extrem aufgesetzt wirkende 3D-Effekte und Protagonisten, deren Handlungsbeweggründe für den Zuschauer selten nachvollziehbar waren. Gut, jeder noch so talentierte Regisseur zündet im Verlauf seiner Karriere neben diversen guten Filmen, auch hin und wieder geschmacklich indiskutable Rohrkrepierer. Immerhin mauserte sich FINAL DESTINATION 4 recht schnell zu einem lukrativen Kinoerfolg und bestätigte ELLIS in seiner Arbeit. Leider! Denn was er nun mit seinem SHARK NIGHT 3D zusammengeschustert kann an Absurdität vermutlich nicht überboten werden.
 
Schon bereits nach Sichtung des Kino-Trailers offenbarte sich Schlimmes. Letztendlich hat sich das schlechtes Bauchgefühl vieler Horrorfan bestätigt, denn SHARK NIGHT 3D ist nicht nur ein ziemlich miserabler Film geworden, sondern hat zudem alles, was nun mal schlechte Horrorstreifen ausmachen. Zum extrem trivial gestrickten Storygerüst gesellen sich die vielleicht dümmsten CGI-Effekte, die man bis dato in einem Hai-Film (Filme aus der Schund-Schmiede ASYLUM außer Acht gelassen) zu sehen bekommen hat. Hinzukommt, dass ELLIS wie besessen Szenen aus Spielbergs DER WEISSE HAI kopiert, ohne überhaupt eigene Ideen hinzuzufügen. Um das vorwiegend jüngere Kinoklientel in die (Heim)Kinos locken zu können, wurden makellose und übertrieben aufgehübschte Teenager in die Geschichte geschrieben, die eigentlich nur dafür Verwendung finden, damit der pubertäre Kinozuschauer durch das möglichst reißerische Ableben der talentfreien Jungschauspieler bei Laune gehalten werden kann. Leider funktioniert die gebotene Rezeptur nicht einmal annähernd kurzweilig und zieht sich über die recht kurze Laufzeit von gerade einmal 70 Minuten wie Kaugummi. Regisseur R. ELLIS hat sich nicht mal die Mühe gemacht, irgendetwas halbwegs Neues in das ohnehin totgefilmte Hai–Genre zu bringen. Nahezu jede Szene hat man bereits so ähnlich in diversen besseren Horrorfilmen gesehen, so dass die Spannung in SHARK NIGHT 3D weitestgehend auf der Strecke bleibt.
 
Dabei hat es doch Alexandre Aja zuletzt vorgemacht, wie man altbekannten Hai-Horror einer neuen Generation von Horrorfans schmackhaft machej kann. Mit seinem Remake zum Klassiker PIRANHA brachte er Splatter-Fans zum Jubeln und drehte zudem eine der unterhaltsamsten Neuverfilmungen angestaubter Horrorware, die sogar reichlich Lob von Kritikern erhielt. Von Lob ist SHARK NIGHT 3D weit entfernt, denn ELLIS macht falsch, was man im Horrorfilm nur falsch machen kann. Sein Film hat mit unfreiwilliger Komik zu kämpfen, die der Regisseur mit Sicherheit nicht beabsichtigt hat. So handeln Kids mal wieder zu keiner Zeit nachvollziehbar und der Hai mutiert zum Fisch mit Superkräften, die das Tier mit bemerkenswerten Sprungfähigkeiten segnen. Immerhin bringt R. ELLIS am Ende etwas Einfallsreichtum in die stupide Handlung und überrascht mit falschen Fährten, die leider gar nicht so überraschend über den Bildschirm flimmern, wie es der Regisseur gewollt hat. Trotz unerwarteter Verwandlung vom Haifisch- zum Backwood-Horror dürfte den meisten Zuschauern bereits nach nur wenigen Minuten einleuchten, wohin die Reise führen wird. Dass da schnell die Lust vergeht, einen mit Logik- und Plotlöchern übersäten Überlebenskampf dummer Teenagern beizuwohnen, dürfte nur logisch sein.
 
Wer übrigens in SHARK NIGHT 3D nach Gewaltmomenten Ausschau hält, wird schnell enttäuscht werden. Genretypisches Gematsche hat hier Sendepause, was Fans solcher Film bitter aufstoßen lassen dürfte. Wir meinen: Vergeudete Lebenszeit!
 
 


 
 
 

SHARK NIGHT 3D – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Ein absolutes Desaster. SHARK NIGHT 3D ist ein trivialer Film, mit dummen Darstellern, miesen Effekten und null Logik. Die Geschichte ist hanebüchen und trivial, die 3D-Effekte nicht das Gelbe vom Ei. Nach guten Filmen wie FINAL DESTINATION 2 und SNAKES ON A PLANE hatte DAVID R. ELLIS bei der Drehbuchauswahl weniger Glück und dürfte sich mit SHARK NIGHT 3D den Titel des wohl schlechtesten Hai-Schockers unserer Zeit gesichert haben. Den darf sich der Streifen im Übrigen mit dem ebenfalls sinnfreien BAIT 3D teilen. Wir raten Finger weg, insofern man nicht enttäuscht werden möchte, zumal diese Hai-Gurke nicht einmal Trash-Potenzial besitzt.
 
 
 


 
 
 

SHARK NIGHT 3D – Zensur

 
 
 
Bis auf rotes Wasser, das nach den Haiattacken von der Kamera eingefangen wird, zeigt SHARK NIGHT 3D kaum Gewalt. Hierzulande hat es der Streifen deswegen ungeschnitten mit 16er-Freigabe in den Handel geschafft.
 
 
 


 
 
 

SHARK NIGHT 3D – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film

 
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(c) Universum Film (Neuauflage im „2-Movies-Pack mit BAIT 3D

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shark Night 3D; USA 2011

Genre: Blu-ray 3D, Abenteuer, Horror, Mystery, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Making Of, Fake Sharks, Shark Night Survival Guide, Interviews mit Cast & Crew, B-Roll, Trailer, „Shark Bite“ Musikclip, Trailershow

Release-Termin: Erstveröffentlichung: 27.04.2012 / Zweitveröffentlichung im 2-Movie-Pack: 14.11.2014

 

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SHARK NIGHT 3D – Trailer

 
 


 
 
 

Hellraiser80

 
 
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Neuer Haischocker in 3D: „Shark Night 3D“

Am 1. Dezember dürften 3D-freudige Horrorfans wieder vor Entzücken jauchzen, denn dann startet der nächste 3D Schocker in den deutschen Kinos: „Shark Night 3D“.

Im Anhang gibt’s den aktuellen Trailer zum Haischocker schlechthin von David R. Ellis.

 

Dennoch, nach der Sichtung der ersten Trailer ist, zumindest bei mir, schon wieder Ernüchterung eingetreten.

Die auf Zwang aufpolierte „MTV-Generation“– Optik geht mir bereits jetzt schon höllisch aufs Schwein.

 

Hellraiser80

 

Geschnittener „Final Destination 5“ – Vorsicht geboten beim Kinokartenkauf!

Fans der überaus erfolgreichen „Final Destination„- Reihe sollten ab kommender Woche das Kinoprogramm des Kinos ihrer Vertrauens genauer studieren.

Warner hat neben der ungeschnittenen „keine Jugendfreigabe / FSK18“ – Filmversion, auch eine leicht entschärfte „FSK16“ – Version von „Final Destination 5“ prüfen lassen.

Ich gehe davon aus, dass ebenfalls aus rein kommerziellen Gründen (um auch minderjährige Filmzuschauer  in die Kinos zu locken)  neben der UNCUT-Version der Fortsetzung die geschnittene Version im Kino anlaufen wird.

 

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