Filmreview: „Perfect Sisters“ (2014)

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PERFECT SISTERS

Story

 
 
 
Ein Film der auf wahren Begebenheiten beruht: Die beiden Schwestern Beth und Sandra planen den Mord an ihrer Mutter, weil sie die ständigen Alkoholexzesse der Mutter nicht mehr ertragen können …
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Kritik

 
 
 
Die kleine Miss Sunshine ABIGAIL BRESLIN (SIGNS, HAUNTER) hat es wieder getan und in einem Film mitgespielt, der bei Freunden düsterer Filmkunst auf Interesse stoßen dürfte. Der einst gefeierte Kinderstar scheint das Saubermannimage ablegen zu wollen und ist in letzter Zeit ziemlich oft in glatt polierten Actionfilmen (ENDER’S GAME) und hektischen Hochspannungs-Thrillern (THE CALL-THE LEG NICHT AUF) zu sehen. Auch BRESLINS neuster Streich hat mit sonntäglicher Familienunterhaltung nur wenig am Hut. Regisseur STANLEY M. BROOKS hat sich hier das Buch THE CLASS PROJECT: HOW TO KILL A MOTHER von BOB MITCHELL vorgenommen und daraus den Film PERFECT SISTERS gemacht. Der kontroverse Roman wurde bereits 2008 veröffentlicht, beruht auf wahren Begebenheiten und schildert den gerissenen Mord an LINDA ANDERSEN, die im Jahr 2003 von ihren pubertierenden Töchtern Sandra and Beth im kanadischen Bramton ermordet wurde. Die Töchter waren es leid, dass die alleinerziehende Mutter das hart verdiente Geld für Alkohol verschwendete anstatt dem Nachwuchs einen adäquaten Lebensstandart zu bereiten. Nötigen Input für das Verbrechen holten sich die Kinder aus dem Internet und ertränkten wenig später die zuvor mit Alkohol abgefüllte Mutter in der Badewanne. Leider verhielten sich die Kids nach der Tat arg leichtfertig. Ein Jahr nach dem Vorfall erzählte die alkoholisierte Sandra einem Freund vom Mord. Der rief umgehend die Polizei und die Geschwister wurden zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt.
 
Anders als die damals 15-jährigen Gören des tatsächlichen Mordfalls, verhalten sich die Mädchen Sandra (ABIGAIL BRESLIN) und Beth (GEORGIE HENLEY) in BROOKS Verfilmung deutlich bedachter und reifer. Die sind aus dem Gröbsten heraus und erziehen sich und den kleinen Bruder selbst, weil Mutter Linda (MIRA SORVINO) dazu nicht mehr in der Lage ist. Die jämmerliche Kreatur ertränkt Depressionen im Suff, scheint kaum noch Herr ihrer selbst zu sein und hat die Hoffnung von einem besseren Leben ohnehin schon längst begraben. Umso vertrauter sind sich die Mädchen, die seit der Alkoholsucht der Mutter auf sich allein gestellt sind. Sie verfügen über eine Geheimsprache, können die Gedanken des jeweils anderen lesen und stehen sich näher, als die Mutter es je sein wird. Damit die Tat für den Zuschauer zugänglicher erscheint und die Figuren nicht zu kaltblütige Muttermörderinnen deklariert werden, haben BROOKS Mädchen ein einglaubhaftes Motiv für ihr Handeln. JAMES ROSSO tritt in PERFECT SISTERS als gewissenloser Psychopath in Erscheinung, der sich als neuer Freund der Mutter nicht nur an selbiger vergeht, sondern auch die jüngere der beiden Schwestern sexuell belästigt. Als die Mädchen sehen, wie sehr die Mutter unter den Gewaltausbrüchen des Partners zu leiden hat und sie sich in ihrem Freiheitsgefühl eingeschränkt sehen, weil sie in das Haus des aggressiven Freundes einziehen sollen, planen sie den Mord um alle Beteiligten von der qualvollen Last zu erlösen.
 
PERFECT SISTERS ist ein weiterer Beitrag aus der Reihe: Kriminalfälle, die Geschichte schrieben. Seit jeher lassen sich nämlich solche Leinwand-Tatsachenberichte richtig gut verkaufen, schließlich sind viele Filmfans geradezu fasziniert vom Bösen, dem man nachts lieber nicht allein im Dunkeln begegnen möchte. Macher STANLEY M.BROOKS hat aus der Grundlage einen recht spezielles Filmexperiment geschaffen, das sich in keine Schublade stecken lässt. Der Film ist ein Mix diverser Genres, der aufgrund der ernsten Thematik nicht jedermanns Sache sein dürfte. Während PERFECT SISTERS zu Beginn eine freche Coming-of-Age-Komödie vermuten lässt, kippt die Stimmung spätestens ab Filmmitte. Dann nämlich wird der Streifen zu einem schwer verdaulichen Drama, das mit erschreckender Intensität die unkontrollierten Gewalteskapaden des Freundes der Mutter bebildert. Damit sich der Zuschauer von der teils unangenehmen aber intensiv gespielten Wütausbrüchen ROSSOS erholen kann, zeigt Regisseur STANLEY M.BROOKS seinen Sinn fürs Makabere. Die Mädchen debattieren auf gar schwarzhumorige Weise, wie sie dem Leben der Mutter möglichst spektakulär ein Ende bereiten können. Wenig später wird die Tat fast schon suspenselastig auf der Mattscheibe zelebriert, damit der Film anschließend in einer Art Gerichtsdrama enden kann. PERFECT SISTERS versucht nicht zu moralisieren oder jemandem die Schuld für das Verbrechen zuzuweisen. Dem Zuschauer bleibt eine endgültige Aussage verwehrt, wobei die Entscheidung der Schwestern im Gegensatz zum tatsächlichen Mordfall durchaus schlüssig bleibt. Vor der Tat wenden sich die Geschwister mit ihrem Hilferuf an die örtlichen Behörden, werden aber mangels Beweise nicht ernst genommen. Ebenfalls verweigert auch der getrennt lebende Vater jeglicher Unterstützung, der mittlerweile eine eigene Familie besitzt und mit dem alten Leben nichts mehr zu tun haben möchte.
 
Dank lobenswerter Leistungen von ABIGAIL BRESLIN und GEORGIE HENLEY, die die Schwestern zugänglich, natürlich und sympathisch verkörpern muss sich der Zuschauer am Ende selbst mit der Frage nach Recht und Unrecht auseinandersetzen. PERFECT SISTERS übernimmt keinerlei Stellung, ob es sich bei den Mädchen nun um Opfer oder Täter handelt. Ein kluger Schachzug, der PERFECT SISTERS von den bisher verfilmten Kriminalgeschichten positiv abhebt. Trotz bekannter Kinogesichter ist dieser außergewöhnliche Film nicht für den Massenmarkt gestrickt. Der bisher serienerprobte STANLEY M. BROOKS hat hier seinen ersten Langfilm gedreht, der eigentlich als TV-Film konzipiert war. BROOKS wollte aber die Geschichte unkonventionell und düster umsetzen, was dazu führte, dass das Drehbuch umgeschrieben werden musste und letztendlich ein richtiger Film draus wurde. Auch wenn der teils etwas unbeholfene TV-Look auf kleines Budget zurückzuführen ist, gehört PERFECT SISTERS zu einem der bisher besten Indies im Filmjahr 2014.
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kontrovers, dramatisch und dennoch nie geizig mit frechenen Sprüchen: PERFECT SISTERS ist ein zwar sonderbares aber dennoch durchaus sehenswertes Filmexperiment mit hervorragenden Schauspielern und durchdachter Inszenierung. Auch wenn sich Regisseur STANLEY M. BROOKS nie so recht entscheiden kann in welche Genre-Schublade er seinen Debütfilm stecken will, funktioniert die Mischung aus schwarzhumoriger Komödie, düsterem Thriller und ergreifendem Coming-of-Age-Drama nahezu perfekt. Wer sehenswerte Filme fernab des Massenmarktes bevorzugt sollte PERFECT SISTERS unbedingt auf seine Filmliste setzen, denn dieser Indie zeigt konventionell gestrickten Machwerken ganz souverän den Mittelfinger.
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Zensur

 
 
 
PERFECT SISTERS ist keiner dieser schaufreudigen Horrorstreifen, die tatsächlich vorgefallene Kriminalfälle auf möglichst ekelhafte und reißerische Weise darstellen müssen. Das Werk ist mehr Drama als Horror. Gewalt wird eher angedeutet und spielt sich im Kopf des Zuschauers ab. Der Muttermord selbst wird zudem kurz und schmerzlos abgehandelt. Dennoch meinen wird, dass PERFECT SISTERS aufgrund des etwas fragwürdigen Inhalts erst für 16-jährige freigegeben wird.
 
 
 


 
 
 

PERFECT SISTERS – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lizzie Borden Took an Ax (2014)
 
Dahmer (2002)
 
Ed Gein – The Wisconsin Serial Killer (2000)
 
Gacy (2003)
 

Filmreview: „Haunter – Jenseits des Todes“ (2013)

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HAUNTER – JENSEITS DES TODES

Story

 
 
 
Lisa (Abigail Breslin) erfährt, dass sie von einem längst verstorbenen Serienkiller um die Ecke gebracht wurde und nun als Geist ein jämmerlich routiniertes Dasein in einer Zwischenwelt fristen muss. Als die rastlose Seele des Mörders den neuen Bewohnern ihres Elternhauses Böses möchte, nimmt Lisa Kontakt mit den Lebenden auf, um deren Leben retten zu können …
 
 
 


 
 
 

HAUNTER – Kritik

 
 
 
Wenn die Protagonisten im Film den immer gleichen Tag neu erleben und dabei die immer gleichen Situationen durchmachen müssen, dürften sich alteingesessene Horrorfilmfans rasch in einem Zeitschleifenthriller wähnen, die sich nach TRIANGLE (2009), MINE GAMES (2012) und TIMECRIMES (2007) zuletzt großer Beliebtheit erfreut haben. Auch Regisseur VINCENZO NATALI schien großes Potenzial in derartigen Filmen gesehen zu haben, so dass er die Zeitschleifenproblematik gleich einmal zur Ausgangssituation sein neusten Genre-Werks HAUNTER – JENSEITS DES TODES gemacht hat. NATALI scheint eine bescheidene Vorliebe für Unkonventionelles zu hegen, denn sein Geisterhaus-Plot ist im Vergleich zum üblichen Horrorstandard als erstaunlich speziell zu betiteln, wobei man immerhin sagen muss, dass „speziell“ nicht immer Schlechtes bedeuten muss. Bereits in seinen Frühwerken CUBE (1997) und CYPHER (2002) hat der amerikanische Filmemacher mit italienischer Abstammung bewiesen, dass er sich stets mit seinem Schaffen von der breiten Horrormasse abzuheben verstand. Während er mit dem Mainstream-Thriller SPLICE (2009) etwas vom rechten Weg abgekommen war, versucht er nun mit HAUNTER zu alten Qualitäten zurückzufinden und wechselt zeitgleich auch die Fronten. Mit Science Fiction hat sein neuster Film nämlich gar nichts mehr am Hut. Diesmal unternimmt der Regisseur einen Ausflug ins Haunted-House-Genre und beweist, dass Spukhaushorror nicht zwangsläufig nur von den typischen Klischees zehren muss, sondern auch einmal aus einer ganz anderen Perspektive geschildert werden kann: der der Geister.
 
In HAUNTER erlebt Teenager Lisa (ABIGAIL BRESLIN) zusammen mit ihrer Familie den immer gleichen Tag. So wirklich verwunderlich ist das jedoch nicht, hat die 17-jährige zusammen mit ihren Eltern und dem kleinen Bruder vor vielen Jahren das Zeitliche gesegnet und wandelt nun zusammen mit den Angehörigen rastlos in einer Art Zwischenwelt umher. Vor der Haustür machen sich dichte Nebelschaden breit und führen ins Nichts. Drinnen raubt die tägliche Routine der kecken Heranwachsenden beinahe den Verstand. Bald jedoch schon passieren unheimliche Dinge in Lisas Gegenwart, denen die neugierige Jugendliche natürlich auf den Grund gehen möchte. Seltsame Stimmen rufen ihren Namen, fremde Mädchen liegen in ihrem Bett und führen sie zu einem geheimen Gang hinter der Waschmaschine. Ihre Nachforschungen verändern zwar den stupiden Tagesablauf, rufen aber auch die Missgunst eines unheimlichen Fremden (STEPHEN MCHATTIE) auf dem Plan. Der entpuppt sich als Geist des früheren Besitzers des Elternhauses und zeichnet für den Mord an diversen Mädchen und Familien verantwortlich, die in seinem Anwesen gelebt haben. Auch Lisa und ihre Familie gehen auf dessen Meuchelkonto, kann sich doch der rastlose Geist des Serienkillers der Körper der Lebenden bemächtigen, so dass es ihm auch nach dem Tod gelingt, sein krankes Schlitzerhandwerk unbemerkt fortzusetzen. Je mehr Lisa über das eigene Ableben in Erfahrung bringen kann, um so deutlicher wird das Hilfegesuch der pubertären und noch lebenden Olivia (ELEANOR ZICHY), die nun zusammen mit ihrer Familie in jenem Haus wohnt und um ihr Leben bangen muss. Kurzum stellt sich Lisa ihren Ängsten und beginnt den Kampf gegen den unberechenbaren Killergeist aufzunehmen.
 
Schön altmodisch beginnt HAUNTER. Schmetterlings umflattern spärlich ausgeleuchtete Regale und leuchten im unheimlichen Vorspann die Geschehnisse von HAUNTER ein. Ein konsequentes Stilmittel, das Regisseur VINCENZO NATALI auch im Verlauf seines Filmes kreativ einzusetzen versteht. Mysteriös, gruselig und unheimlich geht es nämlich auch nach dem Intro weiter, wobei die Idee, die Geschehnisse aus der Perspektive der Geister zu schildern nicht gänzlich neu ist. Bereits im Gruselszenario THE OTHERS (2001) hat ALEJANDRO AMENÁBAR gezeigt, dass Geister nicht zwangsläufig nur Böses im Schilde führen müssen. In HAUNTER wird dieser Gedanke auf die Spitze getrieben. Hier kämpfen gute Geister gegen die Bösen, wobei man NATALI für die Art loben muss, wie er sein Geistermär an den Zuschauer bringt. Die aufgefallene Erzähltechnik wirkt anfangs wirr und unverständlich. Hat man sich jedoch einmal zurechtgefunden, bekommt der Zuschauer eine ungemein fesselnde und komplexe Geschichte serviert, die trotz aller konventionellen Schreckmomente jeden Gruselkracher der letzten Jahre in den Schatten stellt. Mitgrübeln ist in HAUNTER Pflichtprogramm, was ja im Horrorfilm zuletzt leider durchweg vernachlässigt wurde. Diesen Anspruch wollte der kanadische Filmemacher VINCENZO NATALI beibehalten und fordert enorme Aufmerksamkeit vom Zuschauer, damit dieser die haarsträubenden Sprünge zwischen Jen- und Diesseits überhaupt verstehen kann. Aus dem anfänglich mysteriösen Grusler wird im Verlauf der Handlung ein vielschichtiger Zeitreisen-Streifen, der nach und nach die Geschichte des Hauses und die des Täters offenbart. Um die Hintergründe des eigenen Ablebens und das der vielen unschuldigen Familien in Erfahrung bringen zu können, springt Protagonistin Lisa nicht nur zwischen der Gegenwart und den 80ern hin und her; auch eine Reise ins 19. Jahrhundert zu den Wurzeln allen Übels bleibt dem Zuschauer und der mutigen Protagonistin nicht erspart. Viele kleine, für die Epochen typische Kleinigkeiten deuten darauf hin, dass viel Herzblut in HAUNTER investiert wurde. So erfährt Lisa in einer stummfilmartigen Sequenz von der Vergangenheit des Killers und sucht im Diesseits auf Olivias Ipod krampfhaft nach dem „Play“-Button, um die Nachricht der Hilfesuchenden sehen zu können. Lisa selbst entspringt den 80ern, trägt einen „Siouxsie and the Banshees“-Pulli und Bruder Robbie (PETER DECUNHA) daddelt mit viel Leidenschaft auf seinem Atari, ganz so wie es die Kids vor fast 30 Jahren eben getan haben.
 
Während der Filmfan zu Beginn im Dunkeln darüber gelassen wird, in welche Richtung denn HUNTER nun eigentlich driften soll, erhält er häppchenweise Informationen, die das Puzzle im Verlauf der Handlung plausibel lüften. Dabei ist das Tempo in HAUNTER eher ruhig. Gewalt, Splatter oder gar Tortur bekommt der Horrorfilmfreund in diesem Genre-Highlight rein gar nicht geboten. Der Film lebt hauptsächlich von seiner unheilvollen Atmosphäre und der Idee der Zeitreise, mit der ein möglicher Mord verhindern werden soll. Hierbei entpuppt sich ABIGAIL BRESLIN in ihrer Rolle als tapfere Lisa als Glücksgriff. Die Amerikanerin hat nämlich bereits als Kind die Herzen der Zuschauer in LITTLE MISS SUNSHINE (2006) im Sturm erobert und bereits in ZOMBIELAND (2009) allen Horrorfans gezeigt, dass sie nicht nur knuddelig in die Kamera blinzeln und liebreizend aussehen kann. Mittlerweile ist der ehemalige Kinderstar zu einer jungen Dame herangewachsen, die es sich sogar nicht nehmen lässt, in sehenswerten Genre-Vertretern aufzutauchen. HAUNTER dürfte sich in BRESLINS Vita hervorragend machen und VINCENZO NATALI die Aufmerksamkeit geben, die er nach großartigen Werken wie CUBE oder CYPHER mehr als verdient hat.
 
 
 


 
 
 

HAUNTER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Das Spukhaus-Thema einmal anders: HAUNTER – JENSEITS DES TODES gehört zweifelsohne zu den cleversten Spukfilmen, die das Genre bisher hervorgebracht hat. Ein unheimliches, vielschichtiges und packendes Stück Film von CUBE-Schöpfer VINCENZO NATALI und definitiv ein Horror-Highlight!
 
 
 


 
 
 

HAUNTER – Zensur

 
 
 
In HAUNTER – JENSEITS DES TODES dominieren die leisen, unheimlichen Töne. Hier setzt man weniger auf lautes Effektgewitter und gewaltgeile Blutorgien, sondern besinnt sich auf das subtile Gruseln zurück. Brutal oder blutig ist HAUNTER daher nicht, so dass er von der FSK ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben wurde.
 
 
 


 
 
 

HAUNTER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Koch Media Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Haunter; Frankreich, Kanada 2013

Genre: Thriller, Horror, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Original Kinotrailer, 2 Audiokommentare, Storyboards (ca. 40 Minuten)

Release-Termin: 22.05.2014

 
 
 

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HAUNTER – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:

The Others (2001)

White Noise: Fürchte das Licht (2007)

Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)

Filmreview: „The Call – Leg nicht auf!“ (2013)

The Call - Leg nicht auf 2013
 
 
 

THE CALL – LEG NICHT AUF!

Story

 
 
 
Die toughe Jordan Turner (Halle Berry) arbeitet in einer Notruf-Zentrale. Sie nimmt die Anrufe entgegen, protokolliert diese und leitet so die Polizei- und Rettungseinsätze. Als die minderjährige Casey Welson (Abigail Breslin) am Telefon um Hilfe bittet, weil sie von einem Unbekannten entführt wurde und sich nun im Kofferraum eines fahrenden Wagens befindet, werden in Jordan alte Erinnerungen wach. Vor genau sechs Monaten wurde sie mit einem ähnlichen Fall konfrontiert, konnte dem hilfesuchenden Mädchen jedoch nicht helfen. Für Jordan Grund genug alle Hebel in Bewegung zu setzen, um Casey´s Leben zu retten.
 
 
 


 
 
 

THE CALL – Kritik

 
 
 
Wenn Frauenpower die Kinoleinwände regiert, dann oft in Form austauschbarer Slasher, moralisch verwerflicher Rape-and-Revenge-Movies oder wehleidig-depressiver Dramen, deren Zugänglichkeit manch männlichem Kinogänger nicht selten verborgen bleibt. Im Thrillerbereich sind dagegen oft die Männer am Zug, die natürlich wissen, wie sie dem skrupellosen Verbrecherpack erfolgreich das Handwerk legen müssen. THE CALL – LEG NICHT AUF! macht da eine Ausnahme und dreht den Spieß ganz einfach mal um. Denn dieser aktuelle Thriller ist einer dieser Filme, in denen die Männerwelt einfach mal Sendepause hat und zwei toughe Frauen im Mittelpunkt stehen, die kurzum das Gesetz selbst in die Hand nehmen. Oscar-Preisträgerin HALLE BERRY (MONSTER’S BALL, GOTHIKA) spielt JORDAN TURNER, eine engagierte Mitarbeiterin der Notrufzentrale des Los Angeles Police Department. Nachdem sie einem jungen Mädchen nicht helfen kann und dieses daraufhin von einem unbekannten Psychopathen ermordet wird, lässt sie sich versetzen und übernimmt fortan die Ausbildung neuen Personals. Doch die Vergangenheit scheint die gezeichnete Frau erneut einzuholen. Es dauert nicht lang und JORDAN wird erneut mit einem Notruf konfrontiert, der sie an jenen Vorfall vor wenigen Monate zurückerinnert.
 
Regisseur BRAD ANDERSON ist in Hollywood kein Unbekannter. Nach der Mitarbeit an erfolgreichen Serienformaten wie FRINGE und THE SHIELD, hat er sich vor allem mit den Filmen DER MASCHINIST und TRANSIBIRIAN einen respektablen Ruf in der Traumwerkstatt erarbeitet. Während in einem frühen Entwicklungsstadium JOEL SCHUMACHER (NICHT AUFLEGEN) für den Posten des Regisseurs vorgesehen war, wurde letzten Endes doch ANDERSON die Aufgabe zuteil, den anfänglich als TV-Film geplanten THE CALL – LEG NICHT AUF! als Langfilm zu realisieren. Kein schlechter Einfall, denn die Idee hinter THE CALL ist geradezu prädestiniert für einen temporeichen und kurzweiligen Kinofilm wie diesen. Dass Hollywood-Star HALLE BERRY so einiges auf den Kasten, hat dürfte vermutlich die wenigsten wundern. Immerhin ist ihr die Oscar-Auszeichnung für MONSTER´S BALL nicht zu Kopf gestiegen, so dass man sie hin und wieder in merklich massenpublikumstauglichen (X-MEN) und vollkommen dummen (CATWOMAN) Blockbustern bewundern darf. THE CALL macht da natürlich keine Ausnahme. Der Film ist packendes und schön schweißtreibendes Suspense-Kino, weit entfernt von allzu Tiefschürfendem. Macht aber nichts. HALLES Schauspielkunst kommt dem Film gerade gelegen. Als traumatisierte Retterin in der Not muss sie der hysterischen Teenagerin CASEY am Telefon einen Weg aus deren Unachtsamkeit bahnen.
 
CASEY, übrigens grandios kreischend gemimt von ABIGAIL BRESLIN (SIGNS, LITTLE MISS SUNSHINE), befindet sich in der Gewalt des Gewaltverbrechers MICHAEL FOSTER (MICHAEL EKLUND – WATCHMEN, 88 MINUTES), der eine Vorliebe für blonde Minderjährige hegt. Während CASEY im Kofferraum des Killers erst einmal die Lage checkt und ihr Telefon aus der Tasche zaubert um den Notruf zu wählen (was für ein Zufall!), bekommt Psychopath MICHAEL am Steuer nur wenig von den Fluchtversuchen seines Opfers mit und hört stattdessen einmal mehr seinen Lieblingssong in Dauerschleife. Schnell ist das Trauma überwunden und Notruftelefonistin JORDAN wird zur Superheldin. Sie reißt das Mädchen immer wieder aus ihrer Angst und spornt den naiven Teen an, mit allen erdenklichen Mitteln die „Außenwelt“ über die brenzlige Situation in Kenntnis zu setzen. Da wird aus dem Inneren des Kofferraums ein Rücklicht eingeschlagen um wenig später Farbe aus dem Wagen fließen zu lassen. Die Taktik die das Helfer-Opfer-Duo dabei an den Tag legt wirkt durchaus logisch, wenngleich die Hilfsmittel im Inneren des Wagens etwas arg konstruiert erscheinen. Über weite Strecken wirkt die Zusammenarbeit der beiden Leidtragenden ziemlich nervenaufreibend, zumal der Zuschauer stets die Befürchtung haben muss, dass der Killer jeden Moment von den Rettungsaktionen erfahren könne.
 
Leider weiß der Hochgeschwindigkeits-Thriller nicht über die gesamte Laufzeit zu überzeugen. Während THE CALL in der ersten Hälfte schnörkellosen Thrill zelebriert, gerät spätestens mit den ersten Unachtsamkeiten des Serienkillers das marode Handlungsgerüst ins Wanken. Er verhält sich zwar während des ganzen Films durchweg krank und ziemlich unberechenbar; der Klügste ist er aber nicht wirklich. THE CALL – LEG NICHT AUF! ist ein Paradebeispiel dafür, wie ein nur halbherziges Drehbuch einen gesamten Film in die Knie zwingen kann. Denn spätestens dann, wenn die Telefonistin zur Einzelkämpferin mutiert und sich allein auf die Suche nach der vermissten CASEY macht, verliert der Film jegliche Glaubwürdigkeit. Was folgt ist ein Schlussakt der an jüngstes Torturenkino erinnert und in seinen absurdesten Momenten WILLIAM LUSTIGS Meisterwerk MANIAC (1980) ins Gedächtnis ruft. Was bleibt ist zwar ein immer noch fesselnder Thriller mit für das Genre herausragenden schauspielerischen Leistungen, der sich aber in der letzten halben Stunde zum konventionellen und düsteren Folter-Schocker entwickelt. Dem Horrorfreund dürfte der Umstand vermutlich freuen; der zartbesaitete Normalfilm-Fan sich etwas tiefer in den Kinosessel graben.
 
 
 


 
 
 

THE CALL – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Kein Film für Weicheier! Schweißtreibender Hochspannungs-Thriller, der für viel Nervenkitzel sorgen wird. Nach fulminanten zwei Dritteln Laufzeit fällt die Logik des Films wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Eine Schande! Trotzdem, THE CALL – LEG NICHT AUF ist ein fesselnder Psycho-Schocker der dem Zuschauer an die Nieren geht!
 
 
 


 
 
 

THE CALL – Zensur

 
 
 
Trotz kleiner Tortur-Szenen am Ende, geht es in THE CALL – LEG NICHT AUF nicht wirklich blutig zu. Daher ist die deutsche Fassung frei ab 16 Jahren im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

THE CALL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Call_Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Call; USA 2013

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Featurettes: Notfallmassnahmen: Die Entsscheidung des Films (14:53 Min.), Am Set: Das Versteck (3:27 Min.), Am Set: Das Call Center (4:51 Min.), Die Stunts (6:56 Min.), Deleted/Extended Scenes: Gespräch auf dem Dach (1:35 Min.), Call Center Gruppe (0:54 Min.), Michael verfrachtet Casey in ein neues Auto (0:46 Min.), Letzte Warnung (1:01 Min.), Alternatives Ende (0:47 Min.), Kinotrailer (1:36 Min.), BD-Live, Trailershow mit 9 Trailern kommender Veröffentlichungen von UNIVERSUM FILM

 
 
 
Vor einiger Zeit noch im Kino gelaufen, veröffentlicht UNIVERSUM FILM den spannenden THE CALL – LEG NICHT AUF! nun auch auf DVD und Blu-ray. Die HD-Umsetzung ist als recht gelungen zu betiteln, denn das Bild überzeugt durch eine knackige Schärfe, sehr hohem Kontrastumfang und hervorragendem Schwarzwert. Zwar entstehen durch die teils hastigen Schnitte hin und wieder kurze Unschärfen und Unruhen im Bild, die sind aber kaum der Rede wert und machen nur Bruchteile von Sekunden aus. Auch beim Ton bekommt der Zuschauer die volle Bandbreite geboten. Die mitreisende musikalische Untermalung ist stets präsent und nimmt alle Boxen in Beschlag. In THE CALL hat der Subwoofer zudem eine Menge zu arbeiten, denn hin und wieder kommt ein aggressiver Beat zum Einsatz, der den Subwoofer kräftig vibrieren lässt. Natürlich hat UNIVERSUM FILM auch ein kleines Extrapaket geschnürt. Bereits beim Einlegen des Mediums gibt es mit ALL IS LOST (ca. 2 Minuten, HD), THE FROZEN GROUND (ca. 2 Minuten, HD) und BYZANTIUM (ca. 2 Minuten, HD) die obligatorischen Pflichttrailer von weiteren Filmen aus dem Katalog des Anbieters. Danach kann man in einem animierten Menü nach Extras stöbern. Diese umfassen mehrere Features, die die Hintergründe der Produktion beleuchten. Neben Hintergrundmaterial gibt es noch fünf gelöschte/alternative Szenen zu sehen (zusammen ca. 7 Minuten). Mit fast 40 Minuten Laufzeit ist der Bonusbereich für einen aktuellen Kinofilm nicht gerade üppig ausgefallen. Immerhin gibt es deutsche Untertitel für Extras und den Hauptfilm, was das magere Bonusmaterial aufwertet. Neben den diversen Hintergrundinformationen haben es noch der Kinotrailer und ein BD-Live-Zugang auf die Scheibe geschafft. Für Letzteren wird jedoch Internet vorausgesetzt. Wer gern Werbeclips schaut, kann sich zudem noch durch eine umfangreiche Trailershow klicken, denn mit neun weiteren Trailern kommender Veröffentlichung (darunter EVIDENCE (2013) und DAS PENTHOUSE (2013)) betreibt UNIVERSUM FILM etwas Eigenwerbung. Abgerundet wird der Release von THE CALL – LEG NICHT AUF! mit dem unverzichtbaren Wechselcover ohne FSK-Flatschen. Wer rasante und spannende Thriller mag, kann bedenkenlos zugreifen. Die Blu-ray des Streifens ist technisch tadellos!
 
 
 

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THE CALL – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Victim – Trau keinem Fremden (2011)

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