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Filmkritik: „Shelley“ (2016)

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SHELLEY

Story

 
 
 

Wenn die Leihmutterschaft unerträglich wird: Eine Gastarbeiterin trägt für Geld das Baby ihrer Arbeitgeberin aus und erlebt in dieser Zeit die schlimmsten Schrecken auf Erden.

 
 
 


 
 
 

SHELLEY – Kritik

 
 
 
Wenn die Schwangerschaft zum Horror wird – ein Thema, mit dem sich schon viele Filmemacher beschäftigt haben. Der wohl bekannteste dieser Riege ist zweifelsohne ROMAN POLANSKI, der mit ROSEMARY’S BABY vielen werdenden Müttern manche schlaflose Nacht bereitet hat. Der polnischstämmige Franzose hatte vor fast 50 Jahren erreicht, was vielen ambitionierten Newcomern heutzutage nur mühsam gelingt. Statt plumper Effekthascherei und plakativem Erschrecken ließ er den eigentlichen Horror im Kopf des Zuschauers entstehen. Dafür wurde er seinerzeit zu Recht gelobt. In der Gegenwart sieht das leider ganz anders aus. In Zeiten hektisch geschnittener Gewaltepen mutet subtile Angstmacherei vielen altbacken an. Demzufolge macht sich Kopf-Horror allmählich rar im Genre-Kino, was aber neugierige Nachwuchsregisseure nicht davon abhält, mit dieser Art des filmischen Grauens zu experimentieren. Der Däne ALI ABBASHI ist so ein Fall. Der zitiert nicht nur fleißig aus dem anfangs erwähnten Okkult-Klassiker, sondern macht bereits auf dem Filmplakat darauf aufmerksam, vor welchem Klassiker er sich verneigen möchte. Kenner sehen die Parallelen. Vergleicht man das Plakat zum Filmdebüt SHELLEY und das des Schauermärchens ROSEMARY’S BABY ist eine gewisse Ähnlichkeit nicht von der Hand zu weisen. Doch nicht nur werbetechnisch besitzen beide Genrewerke Gemeinsamkeiten. Auch inhaltlich folgt Regisseur ALI ABBASHI den von Polanski diktierten Pfaden. Das bedeutet: leise Töne und langsame Inszenierung dafür maximalen Horror. Kann das in einer schnelllebigen Zeit wie der Heutigen noch funktionieren?
 
 
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Wie in ROSEMARY’S BABY verfallen in SHELLEY Protagonisten allmählich dem Wahnsinn. Doch bevor der eintritt, ist es ein langer Weg. SHELLEY rückt zwei Frauen in den Mittelpunkt, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Die eine kommt aus Rumänien und will als Gastarbeiterin in Dänemark schnelles Geld verdienen, um sich in der Heimat ein Haus kaufen zu können. Die andere ist Selbstversorgerin und lebt mit dem Mann in einer Hütte am See – ganz ohne Strom und Moderne. Weil man Unterstützung im Haushalt und Garten benötigt, nimmt man die Gastarbeiterin auf und entlohnt sie für anfallende Arbeiten. Schnell entsteht eine innige Freundschaft zwischen den beiden Frauen, weshalb sich Louise (ELEN DORRIT PETERSEN) der neuen Seelenverwandten anvertraut. Sie erklärt dem Hausmädchen auf Zeit, dass sie keine Kinder bekommen kann. Nach einer Fehlgeburt musste ihr die Gebärmutter entfernt werden. Doch eingefrorene Eizellen könnten immer noch eine Leihmutterschaft ermöglichen. Weil Gastarbeiterin Elena (COSMINA STRATAN) viel Geld wittert, schlägt sie vor, das Kind auszutragen. Doch die Schwangerschaft verläuft nicht ohne Probleme. Bald schon passieren seltsame Dinge, was die werdende Mutter veranlasst zu glauben, dass die Frucht in ihrem Leib das Böse beherbergt. Ob sie damit Recht behält?
 
 
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Von der Angst über Nachwuchs, der im Körper heranwächst und der Besessenheit endlich Mutter zu werden. SHELLEY ist zweifelsohne Gruselvergnügen alter Schule, das sogar noch Hirn hat. Statt nur plump zu kopieren, kombiniert Macher ALI ABBASHI souverän und lässt dabei etwas Eigenes entstehen. So ist SHELLEY eigentlich ein Film, der zwei Geschichten und Schicksale vereint. Was nämlich anfangs eine neumodische ROSEMARY’S BABY-Interpretation vermuten lässt, ist weit mehr als das. Der Psychothriller wird gegen Ende zum waschechten Okkult-Grusler und wandelt auf den Spuren des Teufelsjungen Damien aus DAS OMEN. Spätestens hier macht ALI ABBASHI Nägel mit Köpfen, was Kennern der Polanski-Vorlage vielleicht etwas zu kommerziell geraten sein dürfte. Hat der damals den Zuschauer selbst darüber entscheiden lassen, ob der Teufel im Bunde oder alles nur Einbildung war, bezieht Abbashi in SHELLEY klare Stellung. Hier ist wirklich das Böse zuhause und die Tatsache verursacht Gänsehaut. Die wird mit einfachen Mitteln bewirkt, was den Film für all jenen interessant machen dürfte, die sich gern das Fürchten fernab der Traumfabrik lehren lassen möchten. SHELLEY funktioniert auch trotz der eindeutigen Erklärungen gerade wegen seiner eigensinnigen Machart. Lange Kameraeinstellungen gesellen sich zu gut durchdachtem Erzählstil. Der ist in erster Linie ruhig und macht zudem von wenig Musikeinsatz Gebrauch. Langsam bahnt sich das Grauen seinen Weg durch den Film – nur um am Ende gnadenlos zuzuschlagen. So überschlagen sich im Finale die Ereignisse und es kommt zu folgenschweren Entschlüssen. Angesichts mangelnder Schocks und Gewaltexzesse ist die dort verursachte Stimmung des Unbehagens bemerkenswert. Spätestens an dieser Stelle sollte man dem dänischen Newcomer für seine Arbeit beglückwünschen, denn Gänsehaut mit einfachen und unkonventionellen Mitteln zu bewirken, kann nicht jeder.
 
 
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SHELLEY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Altmodisch – aber oho: Wenn subtiles Angstkino der 1960er in die Gegenwart transferiert wird. Dann entsteht so etwas wie SHELLEY, der souverän zeigt, dass subtil erzählte Horrorfilme auch genauso gut heute funktionieren. Weniger Schocks auf der Mattscheibe, dafür mehr Grauen im Kopf. Das sind die eigentlichen Intensionen, die der dänische Regisseur ALI ABBASHI verfolgt und damit alles richtig macht. SHELLEY ist so nichts für jene, die Herzflattern und Adrenalinkick beim Schauen von Horrorfilmen voraussetzen. Dieser Film beschreitet den Weg des Grauens langsam und wirft somit Ritalin-Patienten vollkommen aus der Bahn. Das Böse wird im Film vielerorts nur angedeutet. Dennoch entsteht schnell eine fesselnde Aura des Unbehagens. Ist die Heldin im Film nur dem Wahnsinn nahe oder sind hier wirklich teuflische Mächte am Werk? Wo sich ROMAN POLANSKI in ROSEMARY’S BABY eindeutige Erklärungen verkniff, macht SHELLEY Nägel mit Köpfen. Das ist aber auch das einzige was man dem Film vorwerfen könnte. Der Rest ist über jeden Zweifel erhaben – insofern man überhaupt etwas mit langsam erzählten Gruselstreifen anfangen kann, in denen sich das Grauen langsam den Weg bahnt. Langsamkeit ist nämlich in SHELLEY Programm und zeigt mal wieder, dass gut durchdachte Geschichten, talentierte Schauspieler und lobenswerte Kameraarbeit plakative Schocks und Gewaltmomente überflüssig machen.
 
 
 


 
 
 

SHELLEY – Zensur

 
 
 
Gewalt spielt in SHELLEY kaum eine Rolle. Eine versuchte Abtreibung wird angedeutet und gegen Ende wird der Kopf eines Protagonisten mit der Autotür zermatscht. Das sieht man aber nicht, da die Kamera wegblendet. SHELLEY dürfte in Deutschland wohl mit einer FSK16 davonkommen.
 
 
 


 
 
 

SHELLEY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Devil Incarnate (2013)
 
Bleed (2016)
 
The House on Pine Street (2015)
 
Delivery: The Beast Within (2013)
 
Devil’s Due – Teufelsbrut (2014)
 
Unborn – Kind des Satans (1991)
 
Rosemaries Baby (1968)
 

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Filmkritik: „Kinder aus der Hölle“ (2015)

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KINDER AUS DER HÖLLE

(HELLIONS)

Story

 
 
 
Am Halloween-Abend bekommt Teenager Dora (Chloe Rose) Besuch aus der Hölle. Verkleidete Kinderdämonen wollen Streiche spielen und dem schwangeren Mädchen Angst einjagen.
 
 
 


 
 
 

KINDER AUS DER HÖLLE – Kritik

 
 
 
Außen hui, innen pfui. Weise Wort, die auch für KINDER AUS DER HÖLLE (Originaltitel: HELLIONS) gelten – einem Film, der sich mal wieder mit Home-Invasion-Terror beschäftigt. Diesmal ist jedoch alles etwas anders, denn der unangemeldete Besuch ist keine zehn Jahre alt, hält sich aber im fiesen Terrorisieren kein Stück zurück. Visueller Ideenreichtum und inhaltliche Leere stehen auf der Umsetzungsagenda, die Regisseur BRUCE MCDONALD mit wenig Herzblut abarbeitet. Dieser hat sich zwar bisher in vielen Genres ausprobiert und stets mutig zwischen Genres und Stilen gewechselt; positiv in Erinnerung blieb er bisher aber nur mit PONTYPOOL, der aber bereits 2008 veröffentlicht wurde. Das seither kaum etwas über Filme aus der Mache McDonalds durchgedrungen ist, dürfte auch seine Gründe gehabt haben, schließlich waren die letzten Arbeiten des kanadischen Filmemachers leider nicht immer sehenswert. Da macht auch KINDER AUS DER HÖLLE keine Ausnahme, der es sogar in die engere Auswahl des FANTASY FILMFEST 2015 geschafft hat, bei Zuschauern des beliebten Festivals aber nicht sonderlich gut angekommen ist. Die negativen Bewertungen kommen nicht von ungefähr, denn mit KINDER AUS DER HÖLLE bekleckert sich der kanadische Regisseur nicht gerade mit Ruhm. Hier läuft einiges schief, was jedoch nicht auf Unerfahrenheit zurückzuführen ist. McDonald weiß was er tut, erweckt jedoch hin und wieder den Eindruck, als hätte er den Film nur des Geldes wegen gedreht. Keine gute Voraussetzung, um Horrorfans gruselige Halloween-Unterhaltung zu bescheren, denn statt wohlige Schauer zu garantieren wird das Einschlafen erleichtert.
 
 
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In KINDER AUS DER HÖLLE folgt der Zuschauer der 17-jährigen Dora (gespielt von CLOE ROSE), die vor lauter Liebesglück nicht bemerkt, dass sie ein Kind erwartet. An Halloween will sie die Zeit mit dem Liebsten verbringen und ihm von der unerfreulichen Nachricht berichten. Erste Pläne sind geschmiedet, denn der ungewünschte Nachwuchs soll abgetrieben werden. Leider kommt alles anders. Kaum sind die Eltern aus dem Haus, klopft es an der Tür und seltsam verkleidete Kinder jagen der Jugendlichen einen Mordsschrecken ein. Erst wird der Kindsvater einen Kopf kürzer gemacht, danach der Frauenarzt um die Ecke gebracht. Allein zurück bleibt die verängstigte Dora, die mit Badesalz und Schusseisen bewaffnet um ihr Leben bangen muss.
 
 
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Ist KINDER AUS DER HÖLLE ein Aufklärungsfilm über Schutz vor ungewollter Schwangerschaft oder ein Plädoyer der Abtreibungsgegner? Sonderlich aufschlussreich ist dieser Horrorfilm nicht, weil kein Standpunkt bezogen wird. Heldin Dora ringt im Film mit Entscheidungen. Einerseits entwickelt sie Muttergefühle zu einem Kind, das mit rasender Geschwindigkeit in ihrem Bauch heranwächst, andererseits ist der Teenager darum bestrebt, die Leibesfrucht so schnell wie möglich aus ihrem Körper zu schneiden. Die Protagonistin will keine Stellung beziehen und lässt den Zuschauer am Ende mit Fragen zurück, die viel Interpretationsspielraum zulassen. So offen die Fragen, so lieblos die Machart. KINDER AUS DER HÖLLE verharrt auf der Stelle und vergeudet Zeit mit immer gleichen Szenenverläufen. Ständiges Wiederholen ist hier Programm, denn anders hätte der Streifen wohl auch nie Spielfilmlänge erreicht. Um zu verbergen, dass KINDER AUS DER HÖLLE kaum Substanz besitzt, gibt es ansprechend durchgestylte Bilder zu sehen, die von grausigen Kindergesängen begleitet werden. So wird mit Einsatz von Farbfiltern Atmosphäre vorgetäuscht und einige Verweise zum Kinderbuch DER ZAUBERER VON OZ bewahren KINDER AUS DER HÖLLE vor dem gänzlichen Untergang. Letzteres aus der Feder des US-amerikanischen Schriftstellers LYMAN FRANK BAUM stand unter anderem für die Maskierungen der Dämonenkindern Pate. Die tragen schrullige Verkleidungen für deren Design man sich von Kostümen inspirieren lies, die man zu Beginn des 19. Jahrhunderts an Halloween getragen hat. Eine gelungene Idee, die KINDER AUS DER HÖLLE zumindest kurze unheimliche Momente beschert. Mehr aber auch nicht!
 
 
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KINDER AUS DER HÖLLE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Visuell beeindruckender Schauerstreifen mit den wohl knuddeligsten Filmbösewichten seit GREMLINS. Leider ist die gelungene Optik das einzige, was im Falle von KINDER AUS DER HÖLLE (im Original: HELLIONS) Erwähnung findet, denn inhaltlich herrscht gähnende Leere. KINDER AUS DER HÖLLE besteht aus einer Aneinanderreihung immer wieder gleicher Szenen, was so ziemlich schnell für Langeweile sorgt. So wird Heldin Dora unentwegt von einem Schauplatz zum nächsten getrieben und kann sich offensichtlich nicht entscheiden, ob sie den anfänglich ungewollten Nachwuchs denn nun austragen möchte, oder nicht. Weiterhin bleibt offen, was uns KINDER AUS DER HÖLLE nun eigentlich mitteilen möchte. Insofern der Streifen überhaupt eine tiefere Botschaft beinhaltet, bleibt sie leider unerhört – bedauerlich!
 
 


 
 
 

KINDER AUS DER HÖLLE – Zensur

 
 
 
In KINDER AUS DER HÖLLE wird kaum Gewalt gezeigt. Die meisten Gewaltakte passieren im Off. Demzufolge hat der Film ohne Probleme eine FSK16 erhalten. Die Rechte hat sich in Deutschland Streaminganbieter NETFLIX gekrallt. Dort läuft er ungeschnitten.
 
 


 
 
 

KINDER AUS DER HÖLLE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Torment (2013)
 
White Settlers (2014)
 
The Night before Halloween (2013)
 
The Strangers (2008)
 


Filmreview: „Fortune Cookie Prophecies“ (2011)

Fortune Cookie Prophecies 2011
 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES

Story

 
 
 
FORTUNE COOKIE PROPHECIES handelt von zwei Pärchen, einer verlassenen Hütte im Wald und vier Glückskeksen, die den Protagonisten nicht das voraussagen, was sie sich eigentlich nach der Knabberei erhofft hätten. Im Gebäck befinden sich nämlich hundgemeine Todesbotschaften, die den Glückspilzen weismachen sollen, dass sie bald sterben werden. Hinter dem Fluch steckt ein chinesischer Geist, der den unwissenden Helden nicht ohne Grund auf den Leib rückt. Um dem nahenden Tod zu entkommen, gilt es das Geheimnis des Fluchs zu ergründen. Doch den Freunden bleibt mit vier Tagen nur wenig Zeit, um das Rätsel zu lösen …
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Kritik

 
 
 
Wenn in Horrorfilmen der Handyempfang ausfällt und die Karre irgendwo in der Einöde nicht mehr anspringen will, weiß der erfahrene Horrorfan, dass das für die Filmhelden meist kein gutes Ende nehmen wird. In FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist das wieder der Fall, denn hier geraten mal wieder zwei verunsicherte Pärchen in ein reichlich haarsträubendes Abenteuer, aus dem nicht alle lebend zurückkehren werden. Diesmal sind vier Glückskekse an allem Schuld, auf deren Weissagungen die Protagonisten auf unerfreuliche Weise erfahren müssen, dass einige von ihnen binnen weniger Stunden und andere in vier Tagen sterben werden. Das wird anfänglich für einen Scherz gehalten, bewahrheitet sich aber geraume Zeit später bei der Ersten. Die liegt regungslos und bleich im Bad und macht alles andere als einen lebendigen Eindruck. Bis die Fristen der anderen abgelaufen sind, bleibt noch ein Weilchen. Grund genug das Geheimnis des Glückskeks-Fluches aufzudecken. Hinter dem steckt der rastlose Geist einer wütenden Frau, der vor vielen Jahren ihr ungeborenes Kind genommen wurde und seither in einem Haus samt angrenzenden Waldgebiet umherspukt. Da scheint es demnach kein Zufall zu sein, dass eines der Pärchen ein Kind erwartet und das andere jüngst eine Abtreibung vorgenommen hat.
 
Schön, dass es mal wieder Geister auf die Mattscheibe geschafft haben. Man hätte meinen können, dass in Zeiten knüppelharter Gewaltstreifen die altmodischen Spuk- und Gespensterheuler in Vergessenheit geraten sind. Doch was ist das? FORTUNE COOKIE PROPHECIES scheint einer dieser Fehlzünder zu sein, der die Geisterthematik nur als Alibifunktion benutzt, damit der Genrefreund die Brieftasche zückt. Selten hat man einen Gruselfilm erlebt, der sich nicht einmal annähernd darum schert, die üblichen Spukzutaten zum Mittelpunkt der Geschehnisse zu machen. FORTUNE COOKIE PROPHECIES hat weder Schockmomente zu bieten, noch will er subtil gruseln. Regisseur HENRY LI hat das eigentliche Ziel verfehlt und langweilt mit einem kaum enden wollenden Mystery-Plot, in dem die Anwesenden in einer Art Schnitzeljagd von einem Ort zum nächsten getrieben werden, damit das Rätsel um den jährzornigen Geist gelöst werden kann. Leider hat LI dabei die Uhrzeit aus den Augen verloren, denn sein ziemlich eigenwilliges Mystery-Ding geht fast geschlagene zwei Stunden und beginnt mit seiner tempoarmen Inszenierung ziemlich früh zu nerven.
 
Wären da nicht einige blutige Föten, die man zwar schaufreudig aber kaum als solche identifizierbar in Waschschüsseln und auf den Waldboden legt, FORTUNE COOKIE PROPHECIES hätte mit seinem nicht vorhandenen Grusel- und Härtegrad problemlos im Nachmittagprogramm des hiesigen Kinderkanals laufen können. Wir sehen einen asiatischen Geist, der aus unerklärlichen Gründen fast ausschließlich durch die Infrarotfunktion der mitgebrachten Kameras huscht und sich sonst so ziemlich rar macht. Alles macht den Anschein, als wäre FORTUNE COOKIE PROPHECIES anfänglich als Found Footage-Gurke geplant gewesen, wurde später aber umgeschrieben, um den Film in eine andere, bedeutungslose Richtung zu drängen. Vermutlich konnte sich Regisseur HENRY LI nicht zwischen Wackelcam- und Spukgenre entscheiden und hat sich dann doch lieber für ereignislosen Mystery entschieden. Anfangs mag das noch ganz gut funktionieren. Die Freunde filmen sich selbst, gehen auf Geisterjagd, stellen Kamera-Equipment auf und kommen dem Geist auf die Schliche. Nach knapp 30 Minuten ist das Gröbste abgehakt und die Ausgangssituation ergründet, so dass ein behäbiges und uninteressantes Detektivspiel seinen Lauf nehmen kann.
 
Zwei Jahre nach Fertigstellung kommt FORTUNE COOKIE PROPHECIES endlich in den Genuss eines US-Video-Release. Erfahrungsgemäß ist das oft kein gutes Zeichen, wenn zwischen Fertigstellung und Veröffentlichung so viel Zeit vergeht. Im Falle dieses Indie-Geistersüppchens bewahrheitet sich mal wieder jener Gedanke, denn wirklich gut oder gar sehenswert ist FORTUNE COOKIE PROPHECIES leider nicht geworden. Der bisher unbekannte Henry LI hat mit diesem chinesischen Fluch-Krimi seinen Regieeinstand gegeben und sich gleich als Multitalent bewiesen. So hat er das Drehbuch zum Film geschrieben und das Ding auch gleich noch selbst produziert. Ob das zähe Machwerk aber überhaupt nach Deutschland verkauft werden kann, bleibt fraglich.
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist mehr Aufklärungsarbeit gegen Abtreibung, statt gruseliger Horrorstreifen. Auch wenn die Idee von Todesbotschaften in Glückskeksen gar nicht mal so übel ist, so ist das was uns hier Regieneuling HENRY LI serviert ganz schön einfältiger Schwachsinn. Wir sehen einen Streifen, der seine Protagonisten nahezu zwei Stunden auf Trab hält, damit selbige von A nach B und von C nach D stiefeln, um auf ihrem Weg in einer Art Schnitzeljagd Elemente der chinesischen Geisterkultur ergründen können. Ab und an huscht mal eine bucklige Statistin durch eine Infrarotkamera und legt blutige Gummibärchen auf den Waldboden, die sich wenig später als Föten entpuppen. Nee, Herr LI das war wohl nix. FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist mit Abstand der ungruseligste Film im aktuellen Kinojahr – immerhin ist das Filmcover hübsch.
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Zensur

 
 
 
FORTUNE COOKIE PROPHECIES ist so harmlos, wie eine Weinbergschnecke im Garten. Bis auf das hier blutige Föten an Bäume gehangen und auf Waldlichtungen gelegt werden, gibt es im Film nahezu keine Härte zu sehen. Sollte FORTUNE COOKIE PROPHECIES nach Deutschland kommen, ist definitiv eine FSK16 drin.
 
 
 


 
 
 

FORTUNE COOKIE PROPHECIES – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Final Destination (2000)

Tötet Katie Malone (2010)

Ich werde immer wissen, was Du letzten Sommer getan hast (2006)


Filmreview: „Excision“ (2012)

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Excision

Story

 
 
 

Das 17jährige Mädchen Pauline (AnnaLynne McCord) ist nicht wie normale Mädchen in ihrem Alter. Sie interessiert sich nicht für Jungs, schert sich ein Deut um ihr Äußeres und fühlt sich partout von ihrer Familie sowie ihrem Umfeld vollkommen missverstanden. Ein Grund mehr sich in vollkommen absurd-groteske Tagträume zu flüchten, in denen sie von einer bevorstehenden Karriere als Chirurgin träumt …

 
 
 


 
 
 

Excision – Kritik

 
 
 
Teenie Pauline hat gewaltig einen an der Waffel. Das kann man sagen ohne dem Film oder der Figur zu nahe treten zu wollen. Wenn sie nicht in bitter verkleideter Häßlichkeit totes Getier von der Straße aufsammelt und, den Traum von der Medizinerkarriere doch sehr erzwingend, das Skalpell schwingt, ergeht sie sich in Sexträumen, in denen der Splatterriemen tobt. Sex im Blut, Sex mit Blut, Gedärm, Kostüm und Trulala. Die Jungfräulichkeit ist dem armen Ding ein Dorn im unschönen Auge. Natürlich ist ihr Umfeld ein Nest suburbaner Leichenstarre zwischen Schulsport, Kirche und Klappe halten. Halber Lichtblick im Schwarzfilter der gräßlichen Vorstadtidylle ist Paulines kleine Schwester, die, in einem VICTOR HUGO’schen Zug des Ansammeln allen Elends, am großen Horror Mukoviszidose leidet und eine neue Lunge bitter nötig hätte. Wenn da mal nicht die Talente der großen Schwester von Nutzen sein dürften.
 
Die Horror-Sensation aus den USA! Regisseur RICHARD BATES JR. schuf mit EXCISION einen der visionärsten, bildgewaltigsten und provozierendsten Horrorfilm aller Zeiten!
 
So und nicht anders kreischt mich die Eigenwerbung an und ich frage mich, ob diese Form des Superlativ-Wahns bei Leuten ankommt. Selbst gesetzt den Trauerfall, das Zielpublikum ist wirklich in Gänze der Menschenmasse zuzuordnen, die davon ausgehen, Horrorfilme wurden dereinst, vor zehn Jährchen, gesetzlich vom großen Versicherungsrationalisierer Jigsaw Killer als solche beschlossen. Tatsächlich bedient man sich bei offensichtlichen Idolen wie Meister BRIAN DE PALMAS Verfilmung von STEPHEN KINGS erstem Hit, CARRIE, natürlich, findet aber auch Zeit (zumindest hoffe ich das, der Zufallsfaktor wäre schon ein sehr perverser) zu zeigen, was man bei MAY – DIE SCHNEIDERIN des Todes, einem der ersten besseren Beispiele des New Horror im Jahre 2005, der dazu noch bis heute seine Stellung halten kann, gelernt hat. Ist es bei MAY die Kunst des Kleiderdesigns, ist es hier die höhere Medizin, die zur triggernden Grundlage orgiastischer Ekelfeiern dienen muss. EXCISION basiert auf einem 2008er Kurzfilm und überraschenderweise kann man den Machern nicht vorwerfen, sich in allzu aufbläserischen Handlungen ergangen zu haben. Bei ähnlichen Projekten hat man das leider immer wieder sehen müssen. Knappe achtzig Minuten sind aber auch bei deutlich mieseren Schinken als dem hier ein schmerzlindernder Faktor.
 
Hauptdarstellerin ANNALYNNE McCORD musste sich für die Rolle der behackten Hobbychirurgin mittels einer SKETCH-UP/DIETHER KREBS artigen Cro Magnon-Augenbrauenmaske vom gewohnten Pornotussichic verabschieden. Sie steht einer Besetzung vor, die als eine einzige Verneigung vor den Bigotteriedemaskerierungen des großen Vorbildes JOHN WATERS bezeichnet werden kann. Jener ist dann auch gleich selbst an Bord, gemeinsam mit dem seinerzeit minderjährigen Ex-Pornostar TRACI LORDS, die ihre Rolle als strenge Spießermutter durch schiere Anwesenheit konterkariert. So auch, als in einem der satirischen Kerne des Films, Paulines Verzweiflung mit der Bubenwelt und der Kampf gegen jene lästige Unberührtheit entgegengetreten wird.
 
Wer den erwähnten MAY mochte und mit Splatterhorrorware etwas anfangen kann, deren Verständnis des Stilmittels Gewalt in etwa mit dem einer Groteske wie dem schönen Spätwerk KILLER JOE des großen WILLIAM FRIEDKIN d’accord geht, wird sich EXCISION mit Freude ansehen. Gestörte Freude, ja. Aber Freude.
 
 
 


 
 
 

Excision – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Groteske Horror-Satire mit herausragenden Schauspielern und bitterbösem Schlussakt!
 
 
 


 
 
 

Excision – Zensur

 
 
 
Die erhältliche, deutsche Heimkino-Fassung ist mit der „keine Jugendfreigabe„-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten. Es handelt sich hierbei um ein zynisches bebildertes Horror-Drama, dass mit einigen unappetitlichen Szenen nicht geizt. Daher ist die hiesige Alterfreigabe vollkommen gerechtfertigt!
 
 
 


 
 
 

Excision – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) MIG (Einzel Blu-ray)

 
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(c) MIG (Special Edition Blu-ray mit BD und DVD)

 
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(c) 84 (Repack-Mediabook mit BD und DVD)

 
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(c) Cosmopolitan Pictures / Alive AG (Neuauflage)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Excision; USA 2012

Genre: Thriller, Drama, Komödie

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1; (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Standard-Edition: nur Trailer, Audiokommentar des Regisseurs, Deluxe Edition: Dokumentation: „Nightmares in Red, White and Blue“ (93 min – deutscher Voice-over), Trailer, Audiokommentar des Regisseurs, Bildergalerie – Alle Extras besitzen keine Untertitel!

 
 
 
Die HD-Heimkino-Veröffentlichung von „Excision“ kommt in drei verschiedenen Blu-ray-Ausführungen daher. Neben der schlichten, Standard-Variante in einer herkömmlichen Amaray existiert noch eine 2-Disc Collector´s Edition Blu-ray. Diese wird ebenso in einem normalen Amaray angeboten, wobei sich im Inneren die herkömmliche Blu-ray aus der Standard-Edition befindet, sowie einer Bonus-DVD mit der sehr interessanten Dokumentation „Nightmares in Red, White and Blue“ (93 Min). Diese Deluxe-Variante wird zudem auch als schickes Mediabook vermarktet, sodass sich Verpackungs-Fetischisten danach sicher die Finger lecken dürften.
 
Uns lag zum Test die herkömmliche Collector´s Edition mit Blu-ray und Bonus-DVD zugrunde. Nach dem Einlegen der Blu-ray folgt ein schlichtes, mit Musik untermaltes, Standbild von wo aus der Filmfreund zwischen Hauptfilm, Kapitelwahl, Spracheinstellungen und Extras wählen kann. Die Extras auf dieser Blu-ray beschränken sich vorwiegend auf den Trailer zum Film, sowie einen Audiokommentar des Regisseurs, dem keine hilfreichen Untertitel spendiert wurden. Die Optik des Hauptfilmes überrascht mit einem überzeugendem Bild, das sich durchweg auf einem sehr hohen Niveau befindet. Sehr viele Details, wie Hauptporen und Falten, lassen sich problemlos erkennen und auch die Farben kommen mit einer erstaunlichen Sättigung und Frische daher – Bravo! Da es sich hier um ein eher ruhig erzählten Film handelt, sollten keine Wunder in punkto Tonwiedergabe erwartet werden. Trotzdem ist der Ton als durchweg hochwertig zu bezeichnen.
 
Die Bonus-DVD präsentiert den Hauptfilm erneut in seiner ungeschnittenen Fassung. Diesmal jedoch in SD-Qualität. Zudem unterscheidet sich hier das Bonusmaterial und die Menügestaltung von der Blu-ray-Ausführung maßgeblich. Zwar findet der Filmfreund auch hier den Audiokommentar des Regisseurs begleitend zum Film, aber neben dem Trailer und einer Bildergalerie hat es zudem auch die ausführliche Dokumentation „Nightmares in Red, White and Blue“ (93 Min) auf die Scheibe geschafft. Die Doku bietet einen hervorragenden Überblick über die Meilensteine, der in den USA produzierten Horrorfilme und liegt hier in ihrer gänzlich deutschen Synchronisation vor. Beiden Scheiben bieten deutsche Untertitel zum Hauptfilm. Ein flatschenfreies Wechselcover liegt ebenso vor!
 
 

Excision – Uncut [Blu-ray] [Standard-Version] jetzt bei AMAZON bestellen

 

Excision – Uncut [Blu-ray + Doku-DVD] [Collector’s Deluxe Edition] jetzt bei AMAZON bestellen

 

Excision – Uncut [Blu-ray] [Limitiertes Mediabook] auf AMAZON kaufen/a>

 

Excision – Herausschneiden das Böse um zu heilen die Krankheit (Blu-ray / Neuauflage) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
Pain & Torture Collection

(c) SchröderMedia HandelsGmbH

 
 
Neben der herkömmlichen Blu-ray erschien der Film auch als Teil eines umfangreichen Horrorfilm-Pakets mit sechs Filmen auf 2 DVDs. Auf diesem Heimkinomedium, das als PAIN & TORTURE 6 MOVIE PACK in den Handel gebracht wurde, ist der Streifen ebenso ungeschnitten enthalten, wie auf der bereits erhältlichen Einzel-Blu-ray.
 

Pain & Torture Collection [6 Filme in einer Box] [2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

Excision – Trailer

 
 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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