Filmkritik: „The Target“ (2014)

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THE TARGET

Story

 
 
 
Für den Arzt Tae-joon (Jin-wook Lee) läuft alles wie geschmiert. Einen stabilen Job im Krankenhaus, eine coole Wohnung und eine schwangere Frau. Natürlich lässt das drohende Unheil nicht lange auf sich warten und platzt in Form des schwer verletzten Yeo-hoon (Seung-ryong Ryu) in Tae-joons Leben. Der mysteriöse Mann, der nicht nur eine Kugel im Bauch, sondern auch eine direkte Konfrontation mit einem Auto überlebt hat, wird ins Krankenhaus eingeliefert und mit Mühe stabilisiert. Als behandelnder Arzt übernimmt Tae-joon die Verantwortung für Yeo-hoon, was sich als wenig vernünftige Entscheidung herausstellt. Einige Stunden später liegt der Arzt mit einer Platzwunde am Kopf auf dem Boden seiner Küche, von seiner entführten Frau keine Spur. Bis das Telefon klingelt.
 
 
 


 
 
 

THE TARGET – Kritik

 
 
 
Nachdem die Filmwelt seit vielen Jahren die Früchte Koreas geerntet und für den jeweiligen Markt aufbereitet hat, wurde der Spieß jetzt umgedreht. Glücklicherweise funktioniert der internationale Remake-Austausch in dieser Richtung besser, „The Target“ („Pyojeok“) vom koreanischen Regisseur mit dem markanten Namen Chang ist um Einiges weniger gesundheitsschädlich als beispielsweise ein „Oldboy“-Massaker von Spike Lee. Bedienen tun Chang und Konsorten sich in Frankreich, genauer gesagt bei „Point Blank – Aus kurzer Distanz“ („À bout portant“), einem Krimi/Action-Thriller aus dem Jahr 2010.
 
 
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Die Tatsache, dass es es sich bei „The Target“ streng genommen um ein Remake handelt, ist allerdings weitgehend bedeutungslos. Dafür kommt die Handlung mit den gewohnten Pinselstrichen eines Actionkrimis aus, die nicht gerade vor innovativem, kreativem Genie strotzen. Unter ihnen finden sich neben entführter Familie und korrupten Cops die üblichen Twists, Kurven und Offenbarungen. Für Überraschungen oder gar Schocks genügt die Story um Tae-joon, Yeo-hoon und ihre Angehörigen zwar nicht, allerdings vermag sie ihr Publikum mühelos bei Laune zu halten. Dazu trägt auch das flotte Tempo des Films bei. Über die Laufzeit von gut 90 Minuten legt „The Target“ kaum Atempausen ein und wirft dem Zuschauer in schöner Regelmäßigkeit Action-Sequenzen, Verfolgungsjagden und andere interessante Dinge um die Ohren. Als visueller oder erzählerischer Maßstab wird Changs zweiter Film sicher nicht in die Geschichtsbücher einziehen. Dafür konzentriert er sich auf das, was man von einem schnellen Action-Reißer für zwischendurch erwarten kann, und liefert einen kurzweiligen, genießbaren Krimi ab.
 
 
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THE TARGET – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Nach unzähligen asiatischen Filmen, die für den europäischen und/oder amerikanischen Markt übersetzt und nachgemacht wurden, ist Korea dran und versucht sich an der Interpretation eines französischen Action-Krimis. Das Resultat ist Changs „The Target“, ein schneller, schnörkelloser Film, mit dem man die nächsten anderthalb Stunden etwas schneller verfliegen lassen kann.
 
 
 


 
 
 

THE TARGET – Zensur

 
 
 
Der Film hat seine saftigen Szenen, übertreibt es mit der Gewalt aber nicht. Insgesamt ist die 16er-Freigabe, die „The Target“ unzensiert in Deutschland erhalten hat, nachvollziehbar.
 
 
 


 
 
 

THE TARGET – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino Filmverleih

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pyojeok; Korea 2014

Genre: Action, Thriller

Ton: Deutsch (5.1 DTS-HD MA, Stereo DTS-HD MA), Koreanisch (5.1 DTS-HD MA)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,40:1 (1080/24p Full HD)

Laufzeit: ca. 102 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 07.08.2015

 

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THE TARGET – Trailer

 
 


 
 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Weltkino Filmverleih

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Point Blank – Aus kurzer Distanz (2010)
 
Chain of Command (2015)
 
The Divine Move (2014)
 

Filmkritik: „Prince of the Sun“ (1990)

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PRINCE OF THE SUN

(TAI YANG ZHI ZI)

Story

 
 
 
In den tibetischen Gipfeln des Himalaja schlüpft ein Knabe ins irdische Jammertal, der als titelgebender Prinz der Sonne dem Bösen auf der Welt endlich einmal den Arsch versohlen könnte. Natürlich haben die Diszipeln der Finsternis besseres zu tun als den Buben zu voller Pracht pubertieren zu lassen und loben sich gegenseitig ein Kopfgeld auf den engelsgleichen Knirps aus. Kämpferin Bencheuk (Cynthia Rothrock) und ihr ebenfalls vor keiner nonverbalen Konfrontation zurückschreckender Waffenbruder Tiger (Conan Lee) werden beauftragt, den Knaben vor allem möglichen Düsternisgesindel zu schützen. Da fliegen die Fetzen links und rechts.
 
 
 


 
 
 

PRINCE OF THE SUN – Kritik

 
 
 
Cynthia Rothrock. Cynthia Fuckin’ Rothrock. Als sich in der westlichen Hemisphäre die Hirne schwafeliger Filmtheoretiker auf der Suche nach der Möglichkeit zur Erschaffung einer weiblichen Actionkino-Heroine heißzwirbelten, hatte Cynthia Rothrock schon fünf Jahre work and live in Hongkong hinter sich und eine ganze Reihe knackiger Chop-Socky-Filme unter ihrer Handvoll schwarzer Gürtel abgehakt. Das war eine andere Güteklasse als die karge Frau Ripley aus den ALIEN-Filmen! Die mehrfache Karateweltmeisterin, Jahrgang 1957, hatte schon bei ihrer Ankunft begriffen, sich dem hysterischen Actionstil der Kronkolonie anzupassen und wirkte mit ihrem beinharten Prügelstil inmitten halsbrecherischer Stunts völlig lebensmüder Chinesen auch nie wie ein großer, blonder Fremdkörper, sondern eher wie gelebte Integration und popkulturelle Bereicherung für den verschworenen Kosmos der damals auf vollen Touren laufenden Actionindustrie. Choreographien und Ideen der dortigen Macher stießen bei der Amerikanerin auf offene Ohren und führten zu einem Output an wilden Martial Arts Filmen, mal albern, mal knochentrocken und ernst, der eine Wiederentdeckung von La Rothrock zu einem wahren Quell ein paar schöner Heimkinostunden machen dürfte.
 
 
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PRINCE OF THE SUN ist nicht nur ein furioser Frack-voll-Film mit dem wilden Östrogentornado aus Delaware in erster Reihe, nein, er ist auch ein weiterer Beweis für die gnadenlose, ähem, „Inspirierbarkeit“ die sich das Weltkino der Exploitation-Filmemacher einst beim teuren großen Bruder Hollywood gestatten konnte. Heute würden amerikanische Anwälte vermutlich die Airforce ganze Straßenzüge in Schutt und Asche bomben lassen. 1990 aber wurden die Füße stillgehalten, als das Regisseursduo Yi-Jung Hua und Wellson Chin mehr als nur ein paar Ideen aus Kalifornien ausborgte und einen lupenreinen Klon des durchwachsenen Eddie-Murphy-Mystizismus-Vehikels AUF DER SUCHE NACH DEM GOLDENEN KIND auf den Markt schoss. Hektisches Karategekloppe, ein bisschen harmlose Grusewuselstimmung, und Effekte, die des Genrefilm-Nostalgikers Herzchen höher schlagen lassen. Ein Fantasy-Martial-Arts-Reißer vom Allerschönsten! Wäre der Film nur ein müder Aufguss der Monsterjagd mit dem Beverly Hills Cop, ohne eigenen, lokalen Charme und die geballte Brutalität von Cynthia und dem mächtigen Conan Lee im Kampf gegen schludrige Lasereffekte und Heerscharen von verprüglungsbereiten Statisten an Drähten, müssten wir uns an dieser Stelle nicht über dem gelungenen Release hier freuen. Glücklicherweise ist PRINCE OF THE SUN aber genau das. Ein Hollywood-Klaufilm mit den feinsten Ingredienzien Hongkong-chinesischer Trivialfilmkunst. Und, gerne wiederholen wir uns hier: Als einziger Film von ihr mit übersinnlichem Anstrich ist er ein geradezu idealer Ansatzpunkt zum Cynthia-Rothrock-Wertschätzungsfestival im heimischen Schundfilmkeller eines jeden richtigen Mannes! Frauen dürfen sich PRINCE OF THE SUN aber auch anschauen, sagt der Feminismusbeauftragte gerade.
 
 
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PRINCE OF THE SUN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Actionreicher Fantasy-Klopper der Kategorie „zu Unrecht in Vergessenheit geraten“. Schädelspaltende Martial Arts aus den Händen einer einzigartigen Protagonistin trifft auf Hongkong-typische Choreographien und Effekte, die heute als retro-cool gelten dürften.
 
 


 
 
 

PRINCE OF THE SUN – Zensur

 
 
 
Sammler ungeschnittener Filmfassungen dürfen sich freuen: Die deutsche Blu-ray basiert auf der Exportfassung, die für den internationalen Markt um etwas Handlung gestrafft werden musste. Aber keine Angst. Ebenfalls auf der Blu-ray ist die ursprüngliche Hongkong-Fassung enthalten, die mehr Filmmaterial (wenn auch in SD-Qualität) zeigt. In dieser wiederum fehlen jedoch ebenso Szenen, die aber in der Exportfassung enthalten sind. Fans dieses Films können demzufolge mit der erhältlichen Blu-ray aus dem Hause SHAMROCK MEDIA nichts falsch machen. Wer den Film komplett haben mag, ist mit dieser Veröffentlichung gut beraten. Diese ist zudem frei ab 16 Jahren – geschnitten werden musste für die FSK nix.
 
 
 


 
 
 

PRINCE OF THE SUN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Shamrock Media / Ascot Elite

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tai Yang Zhi Zi; Hong Kong 1990

Genre: Klassiker, Action, Thriller, Kampfkunst

Ton:Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono), Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Gelbes KeepCase mit Wechselcover

Extras: Alternative Filmfassung (Kantonesisch mit englischen Untertiteln), Deutscher Trailer, Englischer Trailer

Release-Termin: 21.07.2015

 

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PRINCE OF THE SUN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei SHAMROCK MEDIA / ASCOT ELITE.

 
 
 
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Auf der Suche nach dem goldenen Kind (1986)