Filmkritik: „Roboman“ (1988)

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ROBOMAN

(ROBOWAR – ROBOT DA GUERRA)

Story

 
 
 
Dschungelkrieg, Vietnam oder so. Strahlende, als Yankees verkleidete Italiener werden der Aufständischen Asiaten nicht mehr Herr. Da setzt das US-Militär den Kriegsroboter Omega-1/Robowar ein. Als dem metallischen Zornespfarrer die Sicherungen durchfliegen und er durch den Busch pflügt, ohne noch zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, landet Dr. Mascher, der Designer des Roboters, unter dem Geleitschutz von Captain Murphy Black (Reb Brown) und seinen Meistern der Martialität, im Grün des Todes.

 
 
 


 
 
 

ROBOMAN – Kritik

 
 
Italo-Urwald (Cast und Crew hospitieren auf den Philippinen) – Check. Ohne Rücksicht auf die guten Sitten zusammengeklaute Eighties-Actionhandlung – Check. Dem Zuschauer-Unterbewusstsein wohlbekannte Zuchthäusler-Visagen aus zahllosen Spaghetti-Krachfilmen der zweiten Garnitur – Check. Was kann der Fan stühlernen Bahnhofskinos aus europäischen Landen denn noch mehr verlangen? Vielleicht die Direktion des gesegneten Dilettanten Bruno Mattei? Selbst die ist gegeben. Reb Brown und seine Einheit knochenharter Buschwiesel in Basilikum geben dem blechernen Mordbrenner Saures. Hierbei grinst der ehemalige Footballer Brown gerne so dämlich, wie er es in Antonio Margheritis Ultra-Schlocker EINER GEGEN DAS IMPERIUM 1983 vor deliriösen Fantasy-Kulissen vielleicht am unappetitlichsten tun darf. Der cineastische „claim to fame“, den der blonde Athletikus vor sich her tragen kann und der 25 Jahre lang eigentlich niemanden interessiert hat, ist, dass er den Titelhelden in einer Früh-Version von CAPTAIN AMERICA spielen darf. Jener pinienkernige Superhero-Film von 1979 entsteht fürs amerikanische Fernsehen, wirft im gleichen Jahr noch ein Sequel mit Christopher Lee ab und kostet etwa insgesamt so viel wie das Abendcatering eines Marvel-Films an einem müden Donnerstag. In Italien schießen Browns geilste Videotheken-Exploitationer wie die Funghi aus dem Boden und er glänzt als tomatensoßige Kopie diverser Schwarzeneggers, Stallones und anderer zeitgenössischer Hollywood-Muskelböcke ohne Mienenspiel-Belastung. DIE VERWEGENEN SIEBEN, 1983 gedreht, ist einer von Browns ernsthafteren Leistungen und der Film selbst ein Meilenstein des US-Kriegsfilms, dessen Wiederentdeckung in der Moderne immer noch auf sich warten lässt.
 
 
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Den Roboter gibt Bruno Matteis Lehrling Claudio Fragasso, der neben der Schauspielerei auch als Regisseur tätig ist und ein paar der perversesten italienischen Sau-Filme auf dem Kerbholz hat. Allein sein Kinoverbrechen TROLL 2 (1990), in den Listen halbwissender Film-Nerds gerne mal als „schlechtester Film aller Zeiten“ geführt, hat zu gegen den Regisseur gefällten Todesurteilen auf drei Kontinenten geführt. Nein, das war jetzt erfunden. Zwei Kontinente.
 
 
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ROBOMAN, ein Name vom Film und Ungetüm, den man schnell wieder vergisst, treffen hier doch ein schon bei DOCTOR WHO zur Verwendung gekommener Titel, ROBOCOP und jeder Superheld US-amerikanischer Prägung aufeinander. Im Film selbst sind’s auch der berühmte Detroiter Blechbulle (inklusive der Wiederkunft seines Menschennamens „Murphy“ in Reb Browns Hauptfigur hier) plus die Dschungelabenteuer um den PREDATOR und sogar ein wenig UNIVERSAL SOLDIER. Bei letztgenanntem ist mal wieder Assessor Zufall am Werk, da Roland Emmerichs Zombie-Soldaten van Damme und Dolph ja erst vier Jahre später über die Leinwände toben. Wir wollen uns einmal nicht an jenem einst beliebten Nischenfilm-Paranoia-Game beteiligen, laut dem jeder zweite Mainstream-Hit dem Trashkino gestohlen wurde. Nächstes Mal wieder. Versprochen.
 
 
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Fast wie in alten Tagen, als Brutalo-VHS-Labels wie Mike Hunter noch den kompletten Film, einschließlich sämtlicher Tode und Handlungs-Twists, minutiös auf den Backcovers ihrer Videokassetten verbrieten, findet sich auf Amazon eine ähnliche Nacherzählung von ROBOMAN. Aber wie dem auch sei, schließlich braucht man nach dem Konsum eines durchschnittlichen, quälend langen Kinotrailers heutzutage auch keine zweieinhalb Stunden Lebenszeit mehr für den neuesten AVENGERS-Teil aufwenden. Wenn schon der Erwerb einer Pappschachtel für fünfzig Taler nötig scheint: Augen zu beim Einkaufs-Schmuh!
 
 
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ROBOMAN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Über die Debüt-LP der kalifornischen Hardcore-Punk-Urgesteine Suicidal Tendencies schrub mal ein Kritikaster: „Wenn morgen die Aliens landen und wissen wollen, was ist Hardcore?“, muss man ihnen bloß erwähnte Schallplatte vorspielen. ROBOMAN lässt den launigen Rezensenten diese Anekdote auf das Subgenre des italienischen Raubkopien-Actionfilms übertragen. Das Erscheinen von Bruno Matteis Vietnam-Androiden-Rasselbock von Film wird von uns ausdrücklich begrüßt.
 
 


 
 
 

ROBOMAN – Zensur

 
 
 
ROBOMAN erschien hierzulande nur auf VHS und das sogar geschnitten – trotz einer FSK18. Diese geschnittene Fassung wurde zwischen 1991 bis 2016 indiziert. Auf DVD erschien der Film leider ebenso nur geschnitten. Das ändert sich jetzt. Das Label CINESTRANGE EXTREME hat sich die Rechte gesichert und brachte die DVD- und HD-Premiere des Streifens Ende 2020 auf den Markt. Fans kultiger Trash-Actioner wird das sicher freuen. Die erhältliche Blu-ray und DVD ist ungeschnitten und aktuell noch ungeprüft. Ob eine von der FSK geprüfte Fassung für die Kaufhäuser folgen wird, ist noch nicht sicher.
 
 
 


 
 
 

ROBOMAN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C auf 100 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray im KeepCase auf 300 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Robowar – Robot da guerra; Italien 1988

Genre: Horror, Abenteuer, Action, Komödien, Science Fiction

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0, Italienisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz Hz

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Hardbox | Mediabook

Extras: Alternative Intros, Bildergalerie, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Hauptfilm auf DVD, 24-seitiges Booklet mit einem Text von Nando Rohner

Release-Termin: Mediabooks: 13.11.2020 | KeepCase: 23.12.2020

 

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Roboman [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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Roboman [diverse Veröffentlichungen] ungeschnitten im CINESTRANGE EXTREME ONLINE SHOP kaufen

 
 


 
 
 

ROBOMAN – Trailer

 
 


 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Cinestrange Extreme)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Predator (1987)
 
Predator 2 (1990)
 
Predators (2010)
 

Filmkritik: „Der Kampfgigant“ (1987)

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DER KAMPFGIGANT

(DOUBLE TARGET)

Story

 
 
 
Bob Ross (Miles O’Keeffe) wird immer wieder an die Schauplätze amerikanischer Kriegskonflikte gejagt und überlebt diese Stahlbäder auch noch. Jetzt schickt ihn der Senat, verkörpert von Donald Pleasence, nach Nordvietnam, ein Nest von kommunistischen Schurken ausheben. Ross hat aber noch privaten Grund zur Anreise. Sein mit einer einheimischen Frau in die Welt gesetzter Sohn soll mit ihm heim nach Amerika kommen. Die feindlichen Schlagetote des sowjetischen Offiziers Galkin (Bo Svensson) würden die Gebeine des eisernen Super-Gis lieber im asiatischen Dschungelboden versumpfen sehen und lassen so richtig das Blei fliegen. In späteren Jahren, das wissen wir alle, ist Bob Ross zum Star seiner eigenen, hochmeditativen Malerei-Sendung geworden. Oder war das ein anderer?

 
 
 


 
 
 

DER KAMPFGIGANT – Kritik

 
 
Brutal, asozial, faschistoid. Das sind die Schlagworte zum Thema dieser Kategorie des nächtlichen Videothekenprogramms von einst. Die amerikanischen Cousins der Einzelkämpferfilme, nehmen wir als Beispiele nur den groben zweiten und dritten Teil der RAMBO-Filmreihe, werden seinerzeit als Propaganda-Werkzeug gegen die vermeintliche Bedrohung durch die Russen gesehen und vom Verteidigungsministerium mit großzügigen Finanzspritzen bedacht. Wie bei jeder auch nur halbwegs erfolgreichen Spielart Kino aus den Vereinigten Staaten ziehen auch die rüden Dschungelrattenfilme ihre Imitatoren aus Italien nach sich.
 
 
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So ist der auf den Philippinen abgedrehte DERE KAMPFGIGANT geradezu ein Faksimile besonders von RAMBO II – DER AUFTRAG oder diversen Chuck-Norris-Vehikeln, in denen der zähnefletschende Bodybuilder der Stunde in ehemalige Kriegsgebiete fliegt, dort eins mit seiner feindlichen Umwelt wird und jeden aufs Viehischste ausradiert, der sich wagt, die Hand gegen ihn zu erheben. Ist aber okay, schließlich beschreiben diese Filme ihrem Publikum den Feind schlicht als unter- bis unmenschliches Gewürm. Solche Schweinereien (die zeittypische Kneipengebrüll-Synchronisation ist dann noch das Sahnehäubchen auf dem Hass-Becher) abseits aller politischen Korrektheit sind heute undenkbar und wurden zum letzten Mal vielleicht bei Frank Millers Sparta-Gemetzel 300 (2007) gesichtet.
 
 
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Hauptdarsteller Miles O’Keeffe ist eigentlich gebürtiger Amerikaner, hat die für uns schönsten Jahre seiner Karriere aber in Italien verbracht. Nach dem Studium der Psychologie und passender Fachanstellung im Zuchthaus gibt O’Keeffe seinen Hollywood-Einstand 1981 als Playgirl-kompatibler Dschungelkönig im unsäglichen, die damalige Schönheitskönigin Bo Derek schwer hypenden Halberotik-Schinken TARZAN – HERR DES URWALDS. In Europa angelangt, gerät er in die Tentakel des mächtigen Perversen Joe D’Amato. Der macht in jenen Jahren wie immer das, was Kohle bringt – zu der Zeit Barbaren-Fantasyfilme – und hat mit den schlockigen Abenteuern des ATOR seinen eigenen CONAN-Clon im Rennen. Den darf der gute Miles dreimal spielen. Ein paar weitere lustige Genrefilme folgen. DER KAMPFGIGANT bedient die blutdurstigen Eighties-Filmfans, deren Gebetbuch das Evangelium nach RAMBO ist. Einzelkämpfer gegen den Rest der Sauwelt – mit dem Rücken zur Wand und die Eier straußengroß vor Testosteron. Miles gibt seinen Stallone so zuverlässig wie er bei ATOR vor sich hin schwarzeneggert. Auch wenn sich D’Amato retrospektiv über die schauspielerischen Fähigkeiten des US-Schönlings lustig macht. Als ob Arnold oder Sylvester ihre Laufbahnen bei der Royal Shakespeare Company begonnen hätten. Die Regie von Müllkommandant Bruno Mattei ist routiniertes Italo-Fast-Food, inklusive der von dem Mann gewohnten und liebgewonnenen inszenatorischen und handwerklichen Schlampereien und fordert von der Muskulatur seines Stars mehr ein als von seiner Mimik. Von dieser Arbeitseinteilung haben alle was. Ruggero Deodato, der Regisseur des legendären Kotztütenfilms CANNIBAL HOLOCAUST, hat dem Autor dieser Zeilen mal erzählt, wie fotogen und zur gleiche Zeit vollkommen unbegabt O’Keeffe, bei Deodato anno 1986 in der Endzeit-Silberzwiebel FLASH FIGHTER vor der Kamera tätig, war. Die alte deutsche Videokassette (Firma VPS) seines Films hat Signore Deodato dann auch postwendend von mir vererbt bekommen, hatte er ihn doch nach den Dreharbeiten nie mehr angeschaut. Das sind die Anekdoten!
 
 
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DER KAMPFGIGANT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Derber und alkoholpartytauglicher Dschungelkämpfer-Actiontrash von einem Italo-Kultregisseur der zweiten Garnitur. Vietnamveteranen-Stier Miles O’Keeffe kämpft gegen den Iwan und seine eigenen schauspielerischen Behinderungen. Die abgebrühteren Reihen der Videothekengeier-Brigade applaudieren diesem Flashback aus einfacheren Zeiten mit Gusto.
 
 


 
 
 

DER KAMPFGIGANT – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von DER KAMPFGIGANT lief ungeschnitten im Kino und kam auch ungekürzt auf VHS heraus. Leider wurde der italienische Actionfilm von 1988 bis 2013 auf den Index gesetzt und war indiziert. Auf DVD erschien der Streifen nie. Das ändert sich aber jetzt. Das Label CINESTRANGE EXTREME hat sich die Rechte gesichert und brachte die DVD- und HD-Premiere des Streifens Ende 2020 auf den Markt. Fans kultiger Trash-Actioner wird das sicher freuen. Die erhältliche Blu-ray und DVD ist ungeschnitten und aktuell noch ungeprüft. Ob eine von der FSK geprüfte Fassung für die Kaufhäuser folgen wird, ist noch nicht sicher.
 
 
 


 
 
 

DER KAMPFGIGANT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A auf 250 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C auf 100 Stück limitiert)

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(c) Cinestrange Extreme (Blu-ray im KeepCase auf 300 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Double Target; Indien | Italien | Philippinen 1987

Genre: Action, Thriller, Kriegsfilme

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0, Italienisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Blu-ray im KeepCase mit Wechselcover | Hardbox | Mediabook

Extras: Bildergalerie, alternative Intros, Trailer | zusätzlich im Mediabook: Hauptfilm auf DVD, 24-seitiges Booklet “Rambo auf italienisch – Ein Blick auf DER KAMPFGIGANT” von Nando Rohner. Im Mediabook Cover C ist zusätzlich noch eine DVD zu „DER KAMPFGIGANT 2“ enthalten

Release-Termin: Mediabooks: 30.10.2020 | KeepCase: 15.12.2020

 

Der Kampfgigant [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Der Kampfgigant [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Der Kampfgigant [Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Der Kampfgigant [diverse Veröffentlichungen] ungeschnitten im CINESTRANGE EXTREME ONLINE SHOP kaufen

 
 


 
 
 

DER KAMPFGIGANT – Trailer

 
 



 
 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Grafiken liegen bei Cinestrange Extreme)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Nico (1988)
 
Rambo – First Blood (1982)
 
Das Phantom-Kommando (1985)