Filmkritik: „Der Killer in mir“ (2019)

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DER KILLER IN MIR

(DANIEL ISN’T REAL)

Story

 
 
 

Luke besitzt einen imaginären Freund, der ihm bald das Leben zur Hölle macht.

 
 
 


 
 
 

DER KILLER IN MIR – Kritik

 
 
 
Egal, was ELIJAH WOODS anpackt, es hat nicht nur Hand und Fuß – es wird auch zum Hit. Der Schauspieler startete seine Karriere mit einer Mini-Rolle in ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT 2 und war danach in Hollywood-Filmen wie THE FACULTY oder DEEP IMPACT zu sehen. Der ganz große Durchbruch kam dann als Frodo Beutlin in der Kinofilmreihe DER HERR DER RINGE. Mittlerweile tritt Wood auch als Produzent in Erscheinung. Neben einer eigenen Plattenfirma gründete das Multitalent 2010 eine eigene Produktionsfirma namens SPECTREVISION. Die stellt seither fleißig Horrorfilme her. Bisher ging daraus brauchbares Material hervor. Darunter Genre-Werke wie THE GREASY STRANGLER, MANDY, COOTIES und THE BOY.
 
 
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Auch der ungewöhnliche DER KILLER IN MIR (Originaltitel: DANIEL ISN’T REAL) stammt aus genannte Produktionsschmiede und erzählt die Geschichte des kleinen Lukes, der einen imaginären Freund namens Daniel besitzt. Der hilft dem Jungen über so manchen Schmerz hinweg, hat aber eine dunkle Seite. Daniel ist das personifizierte Böse und hat nur ein Ziel: Chaos anrichten. Ein wesentlicher Grund, warum Luke den mysteriösen Freund in das Puppenhaus der Großmutter verbannen muss. Jahre später ist aus Luke ein attraktiver Mann geworden. Der steht unter Unistress und muss sich auch noch um den Geisteszustand der Mutter sorgen. Da juckt es den Studenten in den Fingern. Er greift zum Schlüssel des Puppenhauses und befreit den Freund aus Kindertagen. Letzterer ist zugleich zur Stelle und steht dem desorientierten Luke zur Seite. Eine Erleichterung, die aber bald desaströse Ausmaßnahme annimmt. Der imaginäre Daniel ist nämlich der Teufel persönlich und tut alles daran Unheil anzurichten. Statt an schlechten Tagen Halt zu geben, will Daniel das Leben seines Freundes für sich beanspruchen. Leider lässt sich das Böse diesmal nicht so einfach zurück in ein Puppenhaus verbannen. Da ist guter Rat teuer, denn Luke wird sein überflüssiges Anhängsel nicht wieder los.
 
 
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Psychologischer Schauer trifft auf unangenehmen Body-Horror. DER KILLER IN MIR ist der außergewöhnlichste Horrorstreifen des Jahres 2019. Statt Horror-Klischees lustlos abzuarbeiten, zelebriert Regisseur ADAM EGYPT MORTIMER unangenehmen Kopf-Horror, der den Zuschauer mit auf eine Reise in menschliche Abgründe nimmt. Der imaginäre Daniel wird hier als dämonengleicher Parasit beschrieben, der sich in den Kopf seines Opfers einnistet, um dort die Welt seines Wirts aus dem Gleichgewicht zu bringen. Hat dieser erst einmal Vertrauen gewonnen, ist der Rest für den Bösewicht ein Kinderspiel. ADAM EGYPT MORTIMER weiß, wie er polarisieren muss, um das Publikum zu schocken. Das ist ihm bereits einmal mit dem brutalen Horrorthriller SOME KIND OF HATE gelungen. Der setzte vermehrt auf blutige Schauwerte. Die geraten im neuen Werk in den Hintergrund. Statt möglichst blutige Gewalt zu zelebrieren, geht es der Filmemacher diesmal psychologischer an und lässt dabei den Zuschauer lang im Unklaren, was der imaginäre Freund nun eigentlich will. Sind hier dämonische Kräfte im Spiel, die von einer unschuldigen Seele Besitz ergreifen? Oder handelt es sich bei Daniel nur um eine der vielen Persönlichkeiten im Kopf eines schizophrenen Mannes? Die Antwort darauf lässt auf sich warten, wobei ADAM EGYPT MORTIMER am Ende mit gelungenen Spezialeffekten die Katze aus dem Sack lässt.
 
 
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Da bekommt der Zuschauer plötzlich surreale Body-Horror-Szenen zu sehen. Darin werden aus einem Körper auf einmal zwei, denn Daniel möchte nicht mehr ein nicht-körperlicher Führer zu sein. Er beginnt die Kontrolle über Lukes Körper zu übernehmen und schafft es sogar sich vom Fleisch seines Opfers zu lösen. Das ist tricktechnisch gut umgesetzt und erinnert an Körpertransformationen aus Filmen wie NIGHTMARE ON ELM STREET 5 oder dem Remake von THE THING. Als ob das nicht alles grotesk genug ist, macht DER KILLER IN MIR im Finale sogar noch einen Abstecher in die düstere Welt von CLIVE BARKER. Dort muss der Held einen Weg aus seinem eignen Unterbewusstsein finden, in das ihn sein Gegenspieler verbannt hat. Leider ist es da schaurig und gar nicht schön. Assoziationen zur Höhlenwelt aus HELLRAISER sind nicht unbegründet. In einer Art selbstgeschaffener Albtraumwelt muss Luke versuchen, wieder die Kontrolle über den eigenen Körper zu erlangen. Vorbei an entstellten Dämonen und düsteren Gängen. Das ist alles doppeldeutig und metapherreich. Kompliziertes Filmfutter also und vermutlich nicht für jedermann geeignet, der Antworten auf dem Silbertablett serviert haben möchte. Immerhin mangelt es DER KILLER IN MIR nicht an Filmzitaten. Die zumindest dürfte jeder Horrorfilmkenner auf Anhieb erkennen. Wer selbst die nicht versteht, schaut lieber was Leichteres auf NETFLIX.
 
 
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DER KILLER IN MIR – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Überraschend unkonventioneller Mix aus Psychothriller und Horrorfilm, der tiefgründiger ist, als er auf den ersten Blick scheint. DER KILLER IN MIR basiert auf dem Roman IN THIS WAY I WAS SAVED von BRIAN DELEEUW, der es sich nicht nehmen lassen hat, auch gleich das Drehbuch zur Filmadaption zusammen mit Regisseur ADAM EGYPT MORTIMER zu verfassen. Das Resultat ist ein surrealer Horrortrip, der nur vor kreativen Ideen strotzt. Da bekommt der Zuschauer endlich mal was Neues zu sehen und nicht den schon wieder lauwarm aufgewärmten Horrornonsens. Keine rastlosen Geister, keine amoklaufenden Massenmörder und auch keine Hobbysadisten mit einer nervigen Leidenschaft fürs Foltern. DER KILLER IN MIR bringt endlich mal wieder was mit Anspruch und Hirn auf die Mattscheibe. Offenbar war das auch im Sinne von Schauspieler ELIJAH WOODS. Der zeichnet für diesen etwas anderen Psycho-Horror mit seiner eigenen Filmfirma SPECTREVISION verantwortlich. Hoffentlich kommt da in Zukunft noch mehr. Schenkt man Gerüchten im Internet Glauben, hat die Produktionsfirma Interesse an den Rechten der NIGHTMARE ON ELM STREET-Reihe bekundet, um das Franchise fortführen zu können. Mit Woods als Firmengründer kann da wohl nichts mehr schiefgehen.
 
 
 


 
 
 

DER KILLER IN MIR – Zensur

 
 
 
DER KILLER IN MIR ist – anders wie das Langfilmregiedebüt von ADAM EGYPT MORTIMER – in Sachen Gewalt sehr zurückhaltend. Dafür bekommt man groteske Körpertausch-Szenen zu sehen. Die Körper verschmelzen miteinander oder werden soweit gedenkt, dass der eine in den anderen hineinsteigen kann. Ein paar kurze Gewaltszenen gibt es auch. So bekommt man gleich zu Beginn einen Amoklauf zu sehen. Weiterhin wird ein Psychologe während einer Sitzung mit einem spitzen Gegenstand ermordet. Hierzulande hat DER KILLER IN MIR (Originaltitel: DANIEL ISN’T REAL) ohne Probleme eine FSK16 erhalten. Die Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

DER KILLER IN MIR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Ascot Elite (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Daniel Isn’t Real; USA 2019

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Original Trailer, Deutscher Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 20.11.2020

 

Der Killer in mir [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

DER KILLER IN MIR – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Shudder | Samuel Goldwyn Films | Ascot Elite)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Split (2016)

Simon Killer (2012)

Mein Bruder Kain (1992)

Let Her Out (2016)

Seconds Apart (2011)

Enter the Dangerous Mind (2013)

Twisted Sisters (2006)

Filmkritik: „Holidays – Surviving Them Is Hell“ (2016)

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HOLIDAYS – SURVIVING THEM IST HELL

(HOLIDAYS)

Story

 
 
 

Neun Regisseure berichten in acht boshaften Kurzgeschichten von ahnungslosen Menschen denen an geläufigen Feiertagen schlimme Dinge zustoßen.

 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS – Kritik

 
 
 
Feiertage haben so an sich, manchmal in Stress auszuarten. Die ungeliebten Verwandten kommen zu Besuch, Stau sorgt für Chaos auf den Straßen und der Feststagsschmaus verkohlt ungewollt im Backofen. Festtage können also zum blanken Horror werden, was seit Jahrzehnten das Interesse von Filmemachern auf den Plan ruft, die besondere Anlässe in filmgewordene Albträume umformen. So hat das moderne Horror-Genre gezeigt, dass Feiertage nicht nur der Inbegriff von Besinnlichkeit, Nächstenliebe und Familienzusammenführung sein müssen. Im Horrorfilm sind es immer mal wieder gern diese Entschleunigungs-Tage, an denen die schlimmsten Tragödien passieren und das meiste Blut vergossen wird. Ob Valentinstag, Halloween oder Muttertag – nahezu jedes dieser Feste hat über die Jahre seinen eigenen Film-Schocker spendiert bekommen, was einmal mehr bekräftigt, dass die fleißigen Handlanger der Hölle einfach keinen Ruhetag kennen. Sie meucheln, fressen und foltern sich bevorzugt an freien Tagen durch das Fleisch ahnungsloser Menschen und stoßen damit auf Zustimmung beim Publikum, dem es trotz Festzeit gar nicht blutig und hart genug auf der Kinoleinwand zugehen kann.
 
 
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Obskure Kreaturen und gestörte Serienkiller wüten selbstverständlich auch im vorliegenden Streifen durch Kino und Wohnzimmer. Der buhlt unter dem Titel HOLIDAY (deutscher Titel: HOLIDAYS – SURVIVING THEM IST HELL) um die Gunst der Horrorfans und hat acht knackige Episoden zu bieten, die schockieren, erheitern und unterhalten wollen. Eine Handvoll im Horror-Bereich erfahrener Regisseure hat sich zusammengetan, um mit einem bitterbösen Festtagsprogramm beim Publikum Eindruck zu hinterlassen. Darunter auch Comic-Nerd KEVIN SMITH, der sich zuletzt mit Filmen wie TUSK und mit RED STATE sogar im Horror- und Thrillergenre ausprobiert hat. Auch dort mit ordentlich schwarzen Humor, der einem das Lachen im Halse stecken bleiben lassen konnte. Gleiche Humorschiene wird in HOLIDAYS beibehalten, der definitiv nichts für jene ist, die mit Galgenhumor auf Kriegsfuss stehen. Die Horror-Anthologie ist vollgestopft mit bitterbösen Späßen, die viele Episoden der bekannten Serie GESCHICHTEN AUS DER GRUFT in Erinnerung rufen. Dort endete jede der halbstündigen Geschichten mit einem möglichst makabren Höhepunkt und machte die Serie über Nacht zum Pflichtprogramm unter Horrorfans. So ähnlich wird das auch in der folgenden Anthologie gehandhabt. Fiese aber dennoch schwer unterhaltsame Kurzgeschichten gibt es nämlich auch in HOLIDAYS zu sehen. Die werden nacheinander erzählt und müssen diesmal leider ohne Rahmenhandlung auskommen, welche die einzelnen Segmente in den meisten Filmen dieser Art miteinander verknüpft. Jede Geschichte trägt die (visuelle) Handschrift des jeweiligen Filmemachers und gipfelt in einem Überraschungstwist. Das bringt Abwechslung in die Horrorsammlung und macht die Angelegenheit kurzweilig.
 
 
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Ein starker Auftakt wird mit der ersten Geschichte VALENTINE’S DAY geboten. Darin hat sich ein weibliches Mobbing-Opfer unsterblich in den Schulsportlehrer verliebt und zeigt ihm ihre Zuneigung auf gar blutige Weise. Okkultismus-Horror wird in ST. PATRICK’S DAY an den Zuschauer gebracht. Hier wird eine Grundschullehrerin aus heiterem Himmel schwanger und erlebt eine Geburt des Grauens – ROSEMARIES BABY lässt grüßen. Die dritte und schwächste Episode handelt von einem kleinen Mädchen, das sich Gedanken über die Ursprünge des Osterfestes gemacht hat. Des Nachts bekommt das Kind Besuch von einer grotesken Kreatur – halb Osterhase, halb Jesus – die von dem Mädchen Furchtbares fordert. In MOTHER’S DAY gerät eine verzweifelt Frau in die Fänge einer ominösen Gruppe, die seltsame Fruchtbarkeitszeremonien in der Wüste betreibt, während in der darauffolgenden Kurzgeschichte eine schaurige Schnitzeljagd Gänsehaut bereitet. Die nennt sich FATHER’S DAY und ist sogleich eines der unheimlichen Highlights von HOLIDAYS. Das Segment berichtet von einer Mittzwanzigerin, die vom verstorbenen Vater mittels Kassettenaufzeichnung zu einem geheimnisvollen Ort navigiert wird, an dem sich beide endlich wieder in die Arme schließen können. Schonungslos emanzipiert geht es in HALLOWEEN weiter. Die von KEVIN SMITH inszenierte Folter-Episode rückt drei Camgirls in den Mittelpunkt, die die Launen und Demütigungen ihres Bosses satt haben. Sie überwältigen ihren kriminellen Arbeitgeber und erteilen dem frauenverachtenden Macho eine blutige Lektion. Weitaus unblutiger geht es in CHRISTMAS zugange. Ein Weihnachtsgeschenk bringt darin die dunklen Geheimnisse einer Familie ans Tageslicht, mit denen selbst der Zuschauer nicht gerechnet haben dürfte. Wer Splatter und Gematsche bevorzugt, muss zwar lange warten, wird aber am Ende mit NEW YEARS EVE entschädigt. Hier verabredet sich ein Frauenmörder über ein Chatportal mit einer Unbekannten. Leider verläuft das Date anders als erhofft, was – zur Freude der Gewaltfraktion – haarsträubend grotesk und blutrot endet. Ein bitterböser Abschluss für eine gelungene Kurzfilmsammlung.
 
 
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Es ist erstaunlich, was für eine hohe Beliebtheit Horror-Anthologien seit den überraschenden Erfolgen von V/H/S und THE ABCs OF DEATH in Fankreisen genießen. Die beiden Filmreihen waren quasi maßgeblich dafür verantwortlich, dass dem längst vergessenen Kurzfilm-Horror neues Leben eingehaucht werden konnte. Seither sind viele weitere Episoden-Filme (hervorragend: SOUTHBOUND) entstanden, die von der Frischzellenkur profitiert haben. Leider ist es wie so oft bei Filmtrends: jeder will mitverdienen. Da wird kopiert und nachgeeifert, als gebe es keinen Morgen mehr, was nicht immer auf Zuspruch stößt. Schnell und lieblos abgedrehte Horror-Anthologien (zuletzt: TOM HOLLAND’S TWISTED TALES) verheißen nämlich schon lange nichts Gutes mehr, denn oftmals muss aufgrund mangelnden Budgets auf Qualität verzichtet werden. Das trifft im Fall von HOLIDAYS aber nicht zu. Hier wird Liebe zum Detail geboten, schließlich waren hier Filmemacher am Werk, die bereits sehenswerte Horrorfilme gedreht haben und ihr Handwerk verstehen. Alle Regisseure (u.a. SCOTT STEWART – DARK SKIES und NICHOLAS MCCARTHY – AT THE DEVIL’S DOOR) waren für die Umsetzung der eigenen Episode verantwortlich und durften sogar selbst die Drehbücher ihrer bitterbösen Geschichten verfassen. Die Entscheidungsgewalt über eigene Projekte hat Kreativität gefördert, denn selten wurden Feiertage derart makaber und grotesk in Szene gesetzt, dass man nach dem Abspann unbedingt noch mehr von diesem grimmigen Horrorspaß sehen möchte. Eine Fortführung der Idee wäre wünschenswert. Nur schade, dass der Kalender nicht so viele verschiedene Festtage hergibt.
 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Zynisch, makaber und rabenschwarz. HOLIDAYS ist die wohl schwarzhumorigste Horror-Antologie, die man bisher zu sehen bekommen hat! Vergesst demnach CREEPSHOW und V/H/S. Der neue Kurzgeschichten-Horror-Hit heißt HOLIDAYS und macht Lust auf mehr. HOLIDAYS hat definitiv Suchtpotenzial, was in erster Linie an den makabren Episoden liegt. Darin werden amerikanische Feiertage durch den Horrorfilter gesehen, die für die Hauptdarsteller der jeweiligen Segmente keinen guten Ausgang haben. Jede Kurzgeschichte in dieser schaurigen Anthologie ist konzipiert, möglichst bitterböse zu enden. Wer mit Galgenhumor nichts anfangen kann, ist hier keineswegs gut aufgehoben, denn krude Scherze im Stil eines TALES FROM THE CRYPT lassen einem definitiv das Lachen im Halse stecken. Qualitativ ist HOLIDAYS Königsliga und abwechslungsreich. Von subtil bis blutig ist alles vertreten. Neun (horrorerprobte) Regisseure waren am Ball und haben albtraumhafte Visionen des Grauens filmisch verarbeitet, die sich durch gemeine Ideen und reichlich Herzblut ins Gedächtnis brennen. Bis auf die unfertig und gehaltlos wirkende Oster-Episode sind alle Kurzgeschichten durch die Bank weg als gelungen zu betiteln und so abgedreht, dass HOLIDAYS zweifelsohne Anthologie-Pflichtprogramm ist. Wir empfehlen die Sammlung ungeliebten Verwandten zu einem Fest Eurer Wahl zu schenken. Damit hinterlässt man garantiert prägenden Eindruck und hat zum nächsten Festtag mit Sicherheit einige Gäste weniger. Da bleibt dann mehr Zeit, um sich viele schaurige Gruselfilme anschauen zu können.
 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS – Zensur

 
 
 
HOLIDAYS, der in Deutschland unter dem Titel HOLIDAYS – SURVIVING THEM IST HELL veröffentlicht wurde, hält sich mit Gewalt zurück. Die meisten Gewalttaten werden nur angedeutet oder die Kamera blendet weg. Demzufolge hat HOLIDAYS von der FSK eine Jugendfreigabe erhalten. Das ist etwas merkwürdig, weil in der letzten Episode dann doch etwas zeigefreudig Beil und Metzgermesser geschwungen wird. Vor einigen Jahren wäre eine FSK16 dafür undenkbar gewesen. Die deutsche Veröffentlichung von HOLIDAYS – SURVIVING THEM IST HELL ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS- Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Meteor Film (Blu-ray im KeepCase)

Holidays - Surviving them is hell-Mediabook

(c) Meteor Film (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Holidays; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Limitiertes Mediabook | KeepCase mit Wendecover

Extras: Holiday-Clips, Deutscher Trailer, Originaltrailer | zusätzlich nur im Mediabook: Booklet und Film in DVD-Version

Release-Termin: 15.07.2016

 

Holidays – Surviving them is hell – [limitiertes Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

Holidays – Surviving them is hell (Uncut) [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

HOLIDAYS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshots liegen bei METEOR FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S 2 (2013)
 
V/H/S 3 – Viral (2014)
 
Still 2 (2014)
 
P.O.E. Project of Evil (2012)
 
5 Senses of Fear (2013)
 
Phobia 2 (2009)
 
Sanitarium (2013)
 
Scary or Die (2012)

Filmkritik: „Some Kind of Hate“ (2015)

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SOME KIND OF HATE: VON HASS ERFÜLLT

Story

 
 
 
Mobbingopfer erhält in einem Camp für gewaltbereite Jugendliche Unterstützung von einem rachsüchtigen Geist, der beim Denkzettel verpassen behilflich sein möchte.
 
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Kritik

 
 
 
Seit SISSY SPACEK im unkontrollierte Wutrausch die Schule abfackelte und so unzählige Mitschüler in der Romanverfilmung CARRIE tötete, gilt im Horrorfilm: wer Mitschüler hänselt, muss dafür bestraft werden – schonungslos und blutig. Auch 40 Jahre nach der gelungenen Leinwandadaption des gleichnamigen Stephen King-Buches gehört Mobbing an Schulen zum heißen Eisen. So hat sich das unmenschliche Peinigen von Klassenkameraden an vielen Schulen mittlerweile zu einem ernstzunehmenden Problem entwickelt, das in Zeiten von Cyber-Mobbing und Cyber-Stalking erschreckende Ausmaße erreicht hat. Dem Mobbing von Außenseitern und dem dadurch verursachten Hass widmet sich auch Regieneuling ADAM EGYPT MORTIMER. Der hat mit SOME KIND OF HATE brisanter Stoff verfilmt, dem es an nötiger Ernsthaftigkeit mangelt, die man von solch sensibler Thematik erwarten würde. Blutiges Rächen ist hier Programm, mit dem sich der Film über Wasser halten möchte. Das ist aber leider auch das einzige was der Film gut kann, denn zwischen den wenigen Todesszenen herrscht gähnende Langeweile.
 
 
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Außenseiter und Metal-Fan Lincoln Taggert (RONEN RUBINSTEIN) hat es nicht leicht an der Schule. Nicht nur, dass er von den beliebtesten Schülern wie Dreck behandelt wird; auch zu Hause treffen regelmäßige Demütigungen vom alkoholisierten Vater tief, so dass der Teenager nach einer Schlägerei an der High School in ein Erziehungscamp gesteckt wird. Dort soll der Schüler lernen mit seinen Aggressionen umzugehen. Leider holt ihn auch hier die Vergangenheit ein. Er wird erneut schikaniert und beschwört versehentlich den Geist eines toten Mädchens, das sich hier im Erziehungslager das Leben genommen hat, weil es die Demütigungen der übrigen Teilnehmer nicht mehr ertragen konnte. Mit vereinten Kräften sollen Denkzettel verteilt werden, doch Geist Moira hat andere Vorstellungen vom Bestrafen, als der verbündete Lincoln.
 
 
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Unsympathische Abziehbilder und unzugängliche Helden sowie kaum Identifikationsmöglichkeiten. SOME KIND OF HATE ist nicht gerade das, was man sich unter einem gelungenen Horrorfilm vorstellt. Im Drehbuch wurmt es gewaltig. Das hat so seine Probleme mit dem Erzählen einer vernünftigen Horrorgeschichte und reiht demzufolge Klischee an Klischee damit SOME KIND OF HATE überhaupt etwas zu erzählen hat. Doch damit nicht genug. Untalentierte Jungdarsteller (u.a. NOAH SEGAN aus STARRY EYES) machen es dem Zuschauer nicht leicht. Denen fehlt es an Erfahrung, um auch glaubwürdig agieren zu können. Viel zu tun haben sie jedoch nicht, denn bis auf schreien, rächen und sterben wird nicht viel von ihnen gefordert. Das macht sich auch im Spannungsaufbau bemerkbar, der nahezu kaum vorhanden ist. Immerhin stimmt der Blutgehalt, denn im Finale wird kräftig ausgeteilt. Wenn sich Geist Moira selbst Schmerzen zufügt und so gleichzeitig den Gegner quält, kommen zumindest jene Zuschauer auf ihrer Kosten, denen es im Horrorfilm nicht blutig genug zugehen kann. So färben Kunstblutfontänen Mattscheiben rot und theatralische Chorgesänge suggerieren dem Publikum, dass eine Lesung in der Kirche vermutlich spannender gewesen wäre, als knapp 90 Minuten für SOME KIND OF HATE zu verschwenden.
 
 
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SOME KIND OF HATE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Fieses Killer-Konzept mit deftigem Blut- und Härtegrad. Dennoch gilt: Hauptsache blutig – Wenn alle Stricke reißen, rettet der Härtegrad, was zu retten ist. Vielleicht hätte Newcomer ADAM EGYPT MORTIMER weniger auf Optik und mehr auf das Können seiner Hauptdarsteller geachtet, dann wäre dem Zuschauer manch Peinlichkeit erspart geblieben. SOME KIND OF HATE ist kein nennenswerter Horrorfilm. In diesem Rachestreifen will – mal abgesehen vom Blutgehalt – kaum etwas funktionieren. Die darstellerischen Leistungen sind ungenügend, das Drehbuch lahmt und die Figuren entpuppen sich als austauschbare Stereotypen. Der Mix aus Slasher und Geisterfilm erwacht erst am Ende aus seinem Dornröschenschlaf. Leider dürfte das nur beim gewalterprobten Publikum gut ankommen. Wer so seine Probleme mit Rasierklingen besitzt, die durch menschliches Fleisch schneiden, dürfte mit SOME KIND OF HATE trotz zeigefreudigen Gewaltexzessen kaum etwas anfangen können.
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Zensur

 
 
 
In SOME KIND OF HATE geht es nicht zimperlich zu. In den letzten 15 Minuten geht die Post ab. Dort gerät der Geist eines Mobbingopfers außer Kontrolle und fügt sich Verwundungen zu, die auch dem Gegner zugefügt werden. Das passiert mit einer Rasierklinge. So werden Hälse durchgeschnitten und Menschen mit Benzin übergossen. Aufgrund der zeigefreudigen Gewaltexzesse, ist SOME KIND OF HATE nur mit rotem FSK-Sticker in den Handel gekommen. Dafür aber ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Some Kind of Hate; USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Audiokommentare, Trailer, Deleted Scenes

Release-Termin: 01.09.2016 (BD KeepCase)

 

Some Kind of Hate: Von Hass erfüllt [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

SOME KIND OF HATE – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei TIBERIUS FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Found (2012)

Dark Summer (2015)

Mirror Mirror (1990)

Carrie (2013)

Carrie – Des Satans jüngste Tochter (1976)

The Final – Nächste Stunde: Rache! (2010)