Filmkritik: „Backtrack“ (2015)

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BACKTRACK – TOTE VERGESSEN NICHT

Story

 
 
 

Der Psychologe Peter (ADRIAN BRODY aus SPLICE, GIALLO und WRECKED) sieht plötzlich tote Menschen und begibt sich auf eine Reise voller Rätsel und Geheimnisse, die ihn zurück in den Heimatort führt, wo er mit seiner tragischen Vergangenheit konfrontiert wird.

 
 
 


 
 
 

BACKTRACK – Kritik

 
 
 
Es ist schön, dass es sie doch noch gibt: Geisterfilme, die auch das halten, was man von ihnen erwartet. Seit der Videomarkt boomt und sich nahezu jeder Niemand darin versucht, mit möglichst wenigen Budget und einfältigen Schreckmomenten rasch Geld zu verdienen, hat das Spuk- und Geistergenre einen großen Teil seiner schaurigen Faszination verloren. Regisseur MICHAEL PETRONI versucht dagegen anzukämpfen und besinnt sich auf traditionelle Spukwerte zurück. Der hat bereits im Horrorbereich Erfahrung sammeln können und Drehbücher zu Filmen wie THE RITE oder KÖNIGIN DER VERDAMMTEN beigesteuert. Mit BACKTRACK – TOTE VERGESSEN NICHT nahm er sich die Freiheit, auch mal ein eigenes Schauskript selbst zu verfilmen und landet damit gleich einen Glückstreffer. Ihm gelingt das Meisterstück eine packende Geschichte herrlich schaurig zu erzählen, die von Anfang bis Ende konstant spannend bleibt. Freunde klassischer Spuksteifen sollten demnach gut zuhören, denn BACKTRACK beendet die Durststrecke nach sehenswerten Gruselfilmen. Das war auch bitter nötig.
 
 
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Bereits auf dem FANTASY FILMFEST 2015 konnten sich Besucher von der herausragenden Qualität des wendungsreichen Gruselstücks überzeugen. Das ist mit Oscar-Preisträger ADRIAN BRODY sowie SAM NEILL prominent besetzt und erzählt die Geschichte vom Psychologen Peter, der plötzlich Geister sieht und Gewissensbisse bekommt. Der tragische Tod der kleinen Tochter hat den gestandenen Mann aus der Bahn gerissen. Für den gibt er sich selbst die Schuld, weil er nur eine Minute unachtsam war. Eines Tages taucht in seiner Praxis ein kleines Mädchen auf, das mit ihrem seltsamen Verhalten Fragen aufwirft. Nach einigen Recherchen steht fest: die minderjährige Besucherin ist seit Jahren tot – genauso wie die übrigen Patienten, die sich seit Wochen den Kummer in der Praxis von der Seele reden. Selbstverständlich sind die Geistererscheinungen nicht grundlos. Die wollen dem von Sorgen zerfressenen Psychologen etwas mitteilen. Erfahrene Zuschauer wissen natürlich, dass sich dahinter meist ein schreckliches Schicksal verbirgt, das mit dem Filmheld in Verbindung steht.
 
 
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BACKTRACK besitzt alles, was man von hochwertigem Horrorkino erwartet. Ob unwohlig musikalischer Untermalung, virtuose Kameraführung oder wirkungsvolle Schreckmomente – die Symbiose aus Mysterythriller, Geisterfilm und Verlustdrama hat einiges zu bieten, nach dem sich Hobby-Geisterjäger zu Hause seit Jahren sehnen. Die finstere und atmosphärische Kopie von THE SIXTH SENSE ködert den Zuschauer mit stets kleinen Häppchen und verrät nie zu viel über eine Geschichte, die mit genug Twisten aufwartet, damit Spannungsschrauben konstant fester gedreht werden können. Erst nach und nach werden Details über die Hintergrundgeschichte preisgegeben, die mancherorts zwar etwas konstruiert erscheint, was aber dem Spannungsbogen keinen Abbruch tut. Mehr über die intelligent geschriebene Geschichte zu verraten wäre gemein. BACKTRACK entfaltet seinen gesamten Schrecken am besten, wenn man so wenig wie möglich über den Film weiß. Deshalb: Vorhänge zuziehen, Licht ausschalten und Heimkinoanlage auf Maximum drehen. Ein Gruselfest der Extraklasse ist somit garantiert.
 
 
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BACKTRACK – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein finsteres und sehr atmosphärisches Geisterdrama, das mancherorts THE SIXTH SENSE oder STIR OF ECHOES in Erinnerung ruft. Klassische Gruselware wird mit BACKTRACK – TOTE VERGESSEN NICHT geboten, die nicht ungesehen bleiben sollte. Ganz im Gegenteil. Der mit ADRIAN BRODY besetzte Geisterfilm ist ein Referenztitel und sorgt mit schauriger Stimmung und fiesen Jump Scares für reichlich Gänsehaut. Die Quintessenz dieses unheimlichen und packenden Genrefilms ist jedoch die clever geschriebene Geschichte. Die fesselt bis zum erlösenden Ende und hat einige Überraschungen zu bieten. Ganz nebenbei glänzt Brody mit beeindruckender Schauspielleistung. Der verkörpert in BACKTRACK eine zermürbte Figur, die an dem tragischen Tod der Tochter zu zerbrechen droht. Seine gekonnte Darbietung eines gequälten Mannes hinterlässt Eindruck und bestätigt noch einmal, warum der Schauspieler vor einigen Jahren mit einem Oscar (für DER PIANIST) ausgezeichnet wurde. BACKTRACK ist großartig inszenierter Geisterspuk, der niemanden kalt lässt. Unbedingt sehenswert.
 
 
 


 
 
 

BACKTRACK – Zensur

 
 
 
Gewalt spielt in BACKTRACK – TOTE VERGESSEN NICHT keine Rolle. Eigentlich bekommt der Zuschauer hier keine bösen Szenen zu sehen. Der Film verursacht Gänsehaut auf subtile Weise. Wegen ein paar Schocks und Schreckmomente sowie der düster gehaltenen Stimmung des Films hat es in Deutschland für BACKTRACK eine FSK16 gegeben.
 
 
 


 
 
 

BACKTRACK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) EUROVIDEO MEDIEN (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Backtrack; Australien 2015

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.40:1 | @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailershow, Originaltrailer

Release-Termin: 10.11.2016

 

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BACKTRACK – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken & Packshot liegen bei EUROVIDEO MEDIEN)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)

Schatten der Wahrheit (2000)

Echoes (2014)

Jessabelle (2014)

The Gift – Die dunkle Gabe (2000)

Filmreview: „Wrecked“ (2010)

 

Nach einem schlimmen Autounfall erwacht ein namensloser Mann (gespielt von Adrien Brody) mitten im Wald und schwerverletzt sitzend in einem Autowrack.

Auf dem Rücksitz eine Leiche –  weit und breit keine Rettung in Sicht.

Ohne sich überhaupt daran erinnern zu können,  was überhaupt passiert ist verbringt er Tage im Wagen, bevor er kräfteentzerrt versucht das Auto zu verlassen und sich selbst zu helfen.

 

Story hört sich gut an, wa?

Leider schaut die Filmische Umsetzung dann weniger prickelnd, als vielmehr langatmig und unlogisch aus.

Dabei hätte alles so richtig schön fies und spannend werden können: wild Tiere, fiese Bärenfallen, schweißtreibende Hetzjagden durch das Dickicht des Waldes.

Adrien Brody spielt im ersten Viertel der Handlung, das verwirrte und schmerzverzehrte Unfallopfer fabelhaft. Großes Kompliment gilt dabei den Maskenbildern, die wirklich ganze Arbeit geleistet haben. Die gebrochene Nase, das blutunterlaufene Auge und die zig Hämatome sehen wahrlich extrem real aus. Ich selber musste mich arg zusammenreißen, nicht angeekelt wegschauen zu müssen.

Was der klaustrophobische Thriller im ersten Viertel gut macht, schlägt nach ca. 30 Minuten in entsetzliche Langeweile um. Es soll wahrlich Filme geben, die den Zuschauer durch Langweile schockiert haben.

Das Opfer flüchtet aus dem Unfallwagen und kriecht und schreit, und weint und kriecht – 40 Minuten lang.

Dazwischen, in kurzen Filmfragmenten, unklare Flashbacks, die dem Zuschauer nach und nach erklären, warum es zu dem Unfall gekommen ist.

Leider fällt die letztendliche Auflösung , dabei trotz aller Flashback-Fetzen, nach grob 70 Minuten Filmlaufzeit so unsäglich wirr und unspektakulär aus, dass man nur auf Unverständnis stoßen kann, wieso man jetzt 90 Minuten seines Lebens in so nichtsagenden langweiligen Quark investiert hat.

Dabei scheint es auch dramaturgisch nicht wirklich hilfreich zu sein, dem Zuschauer rein gar keine Hintergrundinformationen über den Hauptprotagonisten selbst zu vermitteln. Würde Adrien Brody nicht so hoffnungslos gut schluchzen und schreien und weinen, wurde eine das Schicksal dieser bemitleidenswerten Kreatur am Allerwertesten vorbei gehen.

Wrecked“ ist letztendlich nicht das geworden, was man hätte vielleicht draus basteln können: einen überaus schmerzlichen „Survival“ – Reißer mit überraschenden Wendungen und finalem Schocker-Ende.

 

Fazit 5/10 Punkte

 

Extrem zäher und langweiliger Überlebensthriller, aus dem man hätte wirklich mehr machen können. Guter Anfang, extrem unspektakulärer Rest. Aber einem guten, wenn auch reichlich unterforderten, Adrien Brody.

 

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