Filmkritik: „Black Water: Abyss“ (2020)

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BLACK WATER: ABYSS

Story

 
 
 

Hobby-Höhlenforscher stoßen bei Erkundungsstreifzügen durch ein unterirdisches Höhlenlabyrinth auf ein gefräßiges Krokodil.

 
 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Kritik

 
 
 
Im Jahr 2007 gelang Regisseur ANDREW TRAUCKI mit BLACK WATER ein kleiner Low-Budget-Überraschungshit. Darin wurden Ausflügler in den Sümpfen Australiens von einem hungrigen Krokodil bedroht. Eine Geschichte, die – wie der darauffolgende Film des Filmemachers mit dem Titel THE REEF – angeblich von wahren Begebenheiten inspiriert wurde. Kritikern und Publikum war dieses mittlerweile bei Horrorfilmen inflationär eingesetzte Werbe-Gequassel egal. Die befanden den Tier-Horrorfilm als sehenswert vor allem auch deshalb, weil auf Computereffekte verzichtet wurde und stattdessen echte Leistenkrokodile verwendet wurden. Doch auch die Tatsache kam gut an, dass sich BLACK WATER auf ein spärliches Szenario beschränkte und so Adrenalinkino in Reinform serviert.
 
 
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Knapp 13 Jahre später schickt man nun einen Nachfolger ins Rennen. Der nennt sich BLACK WATER: ABYSS und ist im Grunde genommen keine echte Fortsetzung. Der Film steht für sich selbst und könnte so auch als Reboot oder sogar Remake gewertet werden. Bei genauerer Betrachtung ist die Bezeichnung Neuverfilmung auch gar nicht so weit hergeholt. ANDREW TRAUCKI zeichnet wieder für die Regie verantwortlich und hat sein Team von 2007 erneut zurückgeholt, um die Erfolgsformel des Erstlings ein weiteres Mal abzuspielen. So reduzieren sich die Geschehnisse wieder auf einen beschränkten Schauplatz und Menschen müssen abermals versuchen Herr einer verzwickten Lage zu werden. Aus einem Sumpf wurde eine unterirdische Höhle. Der Rest bleibt identisch. Qualitativ hat man aber abgesattelt. BLACK WATER: ABYSS stand weniger Budget zur Verfügung. Das hatte zur Folge, dass neben CGI ebenso Kroko-Attrappen aus Gummi eingesetzt werden mussten. Aber auch das Set sieht kostengünstig nach Indoor-Pool aus. Keine guten Voraussetzungen für ein ebenbürtiges Sequel.
 
 
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Wer das Risiko liebt, zieht oft die Aufmerksamkeit des Sensenmannes auf sich. Genau diese Erfahrung müssen auch einige nervenkitzelsuchende Hobby-Höhlen-Erforscher machen, die in Nordaustralien ein unterirdisches Höhlengeflecht erkunden wollen, in dem noch kein Mensch zuvor gewesen ist. Zwar ziehen dunkle Wolken auf, aber die jungen Leute klammern die Gefahr zugunsten von Spaß einfach aus. So kommt, was kommen muss. Es zieht ein Unwetter auf, das einen naheliegenden Fluss über die Ufer treten lässt und das Höhlensystem überflutet. Da bekommen die Kumpels plötzlich nasse Füße und der Aufgang ist versperrt. Leider hat hier unten kein Smartphone Empfang. Doch es kommt noch schlimmer. Ein hungriges Krokodil ist in dieser Höhle zu Hause und findet es gar nicht schön, dass jemand das Revier betreten hat, ohne sich zuvor anzumelden.
 
 
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Irgendwie langweilig, weil man das alles schon mal so ähnlich gesehen hat. BLACK WATER: ABYSS ist im Gegensatz zum Vorgänger mehr klaustrophobisches Kammerspiel statt Kroko-Horror. Ein Großteil der Geschehnisse spielt sich in einem mit Wasser gefühlten Höhlensegment ab, aus dem die Protagonisten nicht mehr herausfinden. Somit geht der Streifen gleiche Wege wie die ähnlich aufgebauten Horrorfilme THE SHALLOWS oder OPEN WATER in denen nur ein begrenztes Set zur Verfügung steht, welches maximales Unbehagen heraufbeschwören soll. Da ist bald nicht mehr das Krokodil selbst ein großes Problem. Vielmehr steht Zeitnot und Klaustrophobie auf der Terror-Liste. Anhaltender Regen sorgt dafür, dass die Höhle mit Wasser geflutet wird und im Inneren steigt der Pegel, sodass bald Luftmangel herrscht. Dass die Freunde da schnell in Panik geraten und plötzlich private Konflikte ein Thema werden, ein verständliches Übel.
 
 
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Generell ist BLACK WATER: ABYSS mehr Psycho-Nahrung statt Tier-Horror-Schocker. Die Angriffe des hungrigen Reptils sind rar gesät, was vermutlich bei Fans des ersten Films gar nicht gut ankommen wird. Schnappt sich das Tier dann doch einmal einen Protagonisten, ist kaum etwas zu erkennen, weil die Kamera konfus wackelt, undeutliche Aufnahmen zeigt oder alles viel zu schnell vor der Linse passiert. Blut und zerfetzte Leiber? Fehlanzeige! Horrorfans wird das gar nicht gefallen, zumal sich Regisseur ANDREW TRAUCKI auch viel Zeit damit lässt durch geflutete Höhlenpassagen zu tauchen oder die Ängste seiner Helden auf Zelluloid zu bannen. Die haben Angst vor dem Ertrinken, dass Höhlenwände einstürzen, dass die Luft knapp wird oder einer der Anwesenden wegen eines möglichen Asthmaanfalls das Zeitliche segnet. Viel Gewimmer, ausreichend Gejammer und nicht immer gut getroffene Entscheidungen. Letzteres gehört in dieser Art von Filmen schon immer zum Inventar. Eben ein echter Spannungskiller.
 
 
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Unterm Strich ist der etwas zu lang geratene BLACK WATER: ABYSS nicht herausragendes. Der Film durchläuft die bekannte Handlungsabfolge von Horrorfilmen mit Krokodilen oder ähnlichen Reptilien. Das menschliche Kanonenfutter wird nacheinander gefressen bis sich am Ende ein taffer Held über Ängste hinwegsetzt und dem Tier die Stirn bietet. Im Falle der Fortsetzung fällt just dieser finale Akt sehr makaber aus. Offenbar wollte Regisseur ANDREW TRAUCKI schläfrige Zuschauer mit einem fiesen Schlussgag wachrütteln. Gefüllt mit trashigem Zynismus, passt der aber so gar nicht zum Rest des eher ernsthaft und spaßfrei inszenierten Streifens. Ein dritter Film muss daher nicht unbedingt sein. Es sei denn, die Film-Reihe findet zu alter, spannender Größe zurück und entwickelt sich zu einer kompromisslosen Überlebenshatz par excellence.
 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Fazit

 
 
6 Punkte Final
 
 
47 METERS DOWN: UNCAGED meets CRAWL. Klaustrophobischer Kroko-Horror mit makabrem Finale. Offenbar von den Erfolgen genannter Tier-Horror-Streifen getrieben, schickt man nun auch einen längst vergessenen Survival-Thriller mit einer Fortsetzung ins Rennen. 13 Jahre nach der Veröffentlichung von BLACK WATER kommt nun Teil zwei unter dem Titel BLACK WATER: ABYSS ins Heimkino. Regisseur ANDREW TRAUCKI spult hierbei die gleiche Handlung seines Ersterfolgs ab und tauscht nur Protagonisten sowie Handlungsort aus. Als wäre das nicht allein schon ideenlos und wenig kreativ, schielt der Filmemacher krampfhaft gen CRAWL – einem Horrorfilm von 2019, dessen Handlung verdächtig ähnlich ist. Das Ergebnis ist keine Glanzstunde des Horror-Genres. BLACK WATER: ABYSS erzählt nichts Neues und hat zudem auch mit Längen zu kämpfen. Survival-Horror hat man schon besser gesehen.
 
 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Zensur

 
 
 
BLACK WATER: ABYSS hat kaum blutige Schauwerte zu bieten. Meist färbt sich nur Wasser rot und die Protagonisten werden in die Tiefe gerissen. In einer Szene sieht man kurz, wie einer der Protagonisten vom Krokodil in die Luft geworfen wird und dann im Schlund landet. BLACK WATER: ABYSS hat ohne Probleme eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
 
 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) LEONINE (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Black Water: Abyss; USA | Australien 2020

Genre: Horror, Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Bild: 2.40:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 99 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase ohne Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 11.12.2020

 

Black Water – Abyss [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

BLACK WATER: ABYSS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei LEONINE | Altitude Film Distribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
47 Meters Down: Uncaged (2019)

Crawl (2018)

The Pool (2018)

Lake Placid (1999)

Die Fährte des Grauens (2007)

Filmkritik: „Crawl“ (2019)

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CRAWL

Story

 
 
 

In „Crawl“ trifft der Überlebenskampf gegen einen Hurrikan auf den von Alligatoren-Attacken. Ein Vater und eine Tochter müssen sich nämlich gleich gegen Beides verteidigen.

 
 
 


 
 
 

CRAWL – Kritik

 
 
 
Alexandre Aja macht fleißig weiter mit seinen Horrorfilmen und scheint sich dabei nie auf ein gewisses Subgenre festzulegen. Der Mann hat Klassiker wie das Terrorkino „High Tension“ oder das Remake von „The Hills Have Eyes“ im Gepäck, geht aber auch gern mal den spaßigeren Weg wie in „Piranha 3D“. Also Tierhorror ist ihm nicht fremd und dennoch ist der simpel betitelte „Crawl“ mal wieder ganz anders. Sowieso ist es lange her, dass das Tierhorror-Genre es auf die große Leinwand geschafft hat und nun kommt Herr Aja daher und zaubert einen völlig ironiefreien, teilweise fast unerträglich spannenden Beitrag hervor.
 
 
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Mitten in der Hurrikansaison sucht die junge Haley nach ihrem Vater. Ein bedrohlicher Hurrikan zieht auf, doch Dave meldet sich einfach nicht. Die Vermutung liegt nahe, dass er sich noch im abgesperrtem Bereich befindet, also pfeift Haley auf alle Warnungen und begibt sich dorthin. Sie findet ihren Vater auch, aber unter dem Haus, schwer verletzt. Nun will sie ihn retten, doch ein paar Alligatoren machen das schwerer, als zunächst vermutet und ein Überlebenskampf der Extraklasse darf beginnen. Dass Haley Hochleistungsschwimmerin ist und die Beziehung zu ihrem Vater schwer angekratzt ist, kommt dem Szenario natürlich sehr entgegen. Dieses Drehbuch wird nie und nimmer Innovationspreise gewinnen können, denn dafür fällt alles viel zu zweckdienlich und vorhersehbar aus. Das Gute daran ist, dass dies gar nicht notwendig ist, denn diese Handlung funktioniert wunderbar. Die Figuren werden nur ganz leicht charakterisiert. Man gibt ihnen den Hintergrund, der notwendig ist und das reicht völlig aus. Denn nach einer wirklich nur kurzen Einleitung geht „Crawl“ sofort zur Sache und hier zeigt sich dann das Talent von Alexandre Aja.
 
 
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Der Film ist nämlich echt stark inszeniert. Aja hält sich gar nicht lange damit auf, die Bedrohung nur anzudeuten, was oftmals im Tierhorrorbereich ein großer Nachteil sein kann. Hier ist das anders, weil die Spannungsschraube tatsächlich immer mehr angezogen werden kann. Das liegt allerdings auch mit daran, dass hier mehrere Gefahren aufeinanderprallen und „Crawl“ so einen richtigen Genremix darstellt. Da hätten wir natürlich den Tierhorror, der absolut nicht zu kurz kommt, denn die fiesen Alligatoren dürfen so manches mal angreifen. Zusätzlich gibt es aber eben die Naturkatastrophe, die gleich zweierlei Gefahren mit sich bringt. Den Hurrikan und das Hochwasser. Besonders letzteres bekommt viel Aufmerksamkeit spendiert und da fühlt sich der Zuschauer plötzlich wieder wie in einem waschechten Katastrophenfilm. Beide Komponenten miteinander zu verbinden, ist clever und funktioniert besonders durch die tolle Regie von Aja so hervorragend. Der zaubert nämlich immer wieder dermaßen spannende Situationen auf die Leinwand, dass man sich nur fest gegen den Kinosessel pressen kann. Dabei mag manches vorhersehbar sein und mit der Logik nimmt es der Film auch nicht immer so genau. Zumindest darf man anzweifeln, dass das Verhalten der Alligatoren immer plausibel ist und so eine Duschkabine ist mit Sicherheit auch nicht so stabil, doch man ist „Crawl“ im Endeffekt nicht böse dafür, weil er solche kleinen Ungereimtheiten dafür nutzt, um noch mehr Spannung aus dem Szenario herauszuholen.
 
 
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Daneben wird der Film ordentlich gespielt und das eigentlich nur von zwei Darstellern. Besonders Kaya Scodelario verdient dabei Lob, denn sie spielt sehr authentisch und man kauft ihr die toughe, junge Frau zu jedem Zeitpunkt ab. Doch auch Barry Pepper als ihr Vater überzeugt vollkommen. Beide bekommen nur eine ganz simple Figurenzeichnung, die aber völlig ausreicht, um mit ihnen mitfiebern zu können. Man wünscht beiden sehnlichst das Happy End, doch bis es soweit sein könnte, müssen sie durch so manche Qual hindurch. Hier macht „Crawl“ keinerlei Gefangene. Sobald das Szenario eingeleitet ist und der erste Alligator gesichtet wurde, gibt es keine Pausen mehr. Die Situation scheint dermaßen ausweglos, dass man sich als Zuschauer schon fragen kann, wie die denn dort heil herauskommen sollen. Daraus resultiert Spannung und dass alles nebenbei noch gänzlich humorfrei vorgetragen wird, macht das Treiben nur noch düsterer.
 
 
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Obwohl die Laufzeit mit unter 90 Minuten echt nicht lang ausgefallen ist, wird hier dank des hohen Tempos viel aus dem Szenario gemacht. Selbst wenn Gefahren abgewehrt wurden, geht es immer noch weiter und ein Outro gibt es nicht mal. Sofort erscheint der Abspann. Effizienter geht es wohl kaum noch. Dass es bei Herrn Aja nicht harmlos zur Sache geht, dürfte nebenbei niemanden verwundern. So manch eine Attacke der Alligatoren hält schon Splatter bereit, der allerdings niemals ausufert. Die Effekte können sich insgesamt sehen lassen. Zwar sieht man den Alligatoren die Herkunft aus dem Computer schon ein wenig an, aber für diese Preisklasse ist das mehr als gelungen. Außerdem sieht das Unwetter einfach richtig stark aus und alleine dies sorgt für eine beunruhigende Atmosphäre.
 
 
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CRAWL – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Am Ende bleibt „Crawl“ ein simpler Tierhorrorfilm, der aber vieles sehr richtig macht und im Endeffekt einfach verdammt spannend ist. Besonders die Kombination von Katastrophenfilm und Tierhorror macht hier echt etwas her und wurde stark genutzt. Kleinere Logikfehler verzeiht man gerne, weil man einfach zu gefesselt ist von dem Geschehen auf der Leinwand. Das besitzt nur eine oberflächliche Figurenzeichnung und einige Klischees scheinen obligatorisch zu sein, aber dafür wird das von den beiden Hauptdarstellern bestens gespielt und das Szenario wurde sehr gekonnt inszeniert. Außerdem ist das Budget für Tierhorror ja immerhin doch noch ziemlich hoch und das erkennt man, denn der Film wirkt hochwertig und kommt überraschenderweise gänzlich ohne Ironie aus. Den humorvollsten Moment gibt es da erst mit dem Abspann, wenn ein bekannter Song ertönt. Auf jeden Fall bekommt man hier actionreiche, packende Unterhaltung geboten, die so in der Form definitiv keine Selbstverständlichkeit mehr darstellt. Top!
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Zensur

 
 
 
„Crawl“ hat einige Alligatoren-Angriffe zu bieten. Es werden Körper ins Wasser gerissen, ein Arm wird abgefressen und diverse Bisswunden runden das umfangreiche Portfolio an unappetitlichen Szenen ab. Hierzulande hat „Crawl“ eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Diese ist angemessen.
 
 
 


 
 
 

CRAWL – Trailer

 
 


 
 
 

Benjamin Falk

(Rechte für Grafiken liegen bei PARAMOUNT PICTURES DEUTSCHLAND)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Fährte des Grauens (2007)
 
Lake Placid – Der Schrecken aus der Tiefe (1999)
 
Der Fluss der Mörderkrokodile (1979)
 
Black Water (2007)