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Filmkritik: „Ryde“ (2016)

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RYDE

Story

 
 
 

Wenn der Tod am Steuer sitzt. Ein Serienkiller ist als Taxifahrer in Los Angeles unterwegs und ermordet Menschen.

 
 
 


 
 
 

RYDE – Kritik

 
 
 
Spätestens seit HITCHER – DER HIGHWAY KLLER wissen Horrorfans, dass man besser dreimal überlegt zu Fremden ins Auto zu steigen. Hier kann schon gern mal jemand sitzen, der es mit seinen Fahrgästen nicht sonderlich gut meint. Leider ist diese mahnende Botschaft immer noch nicht bei Protagonisten in Horrorfilmen vorgedrungen. Die krabbeln nicht selten leichtfertig auf Rückbänke und wundern sich dann, wenn sie von Polizisten in Teilen zerhackt aus Straßengräben gefischt werden. Natürlich wird im folgenden RYDE keine Ausnahme gemacht. Auch hier vertrauen ahnungslose Menschen vermeintlich hilfsbereiten Taxifahrern und werden dafür mit dem Tod bestraft. Das kommt vermutlich bei Fans fürs Grobe gut an. Der Hauptdarsteller geht nämlich nicht zimperlich vor und macht auch gern mal von Schlagringen Gebrauch, um seinen Opfern den Kopf zu zermatschen. Regisseur BRIAN FRANK VISCIGLIA hat sich die Geschichte vom Gewaltrausch eines Serienkillers ausgedacht und mit RYDE seinen ersten Langfilm fabriziert. Bei dem hat der Newcomer Regie geführt und gleichzeitig mit am Drehbuch geschrieben. Visuell wurde ganze Arbeit geleistet, denn das Resultat schaut ganz ordentlich aus. Dennoch bekommt man das kalte Grausen, wenn man sieht, was hier verbrochen wurde. Die Geschichte ist rudimentär und zielt auf niedere Instinkte ab. Wer mehr erwartet als plakative Gewalt und dumme Figuren, ist bei RYDE an der falschen Adresse.
 
 
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Handlanger des Sensenmanns. Im Film RYDE nutzt ein Serienkiller eine neumodische Taxi-App aus, um so leichter Opfer zu finden, die er um die Ecke bringen kann. Interessierte können mit ihrem Smartphone eine Fahrt buchen und werden zum Wunschziel chauffiert. Das nutzt Paul (DAVID MACHS) aus, der im Film offenbar einen Hass gegenüber Menschen hegt und möglichst viele von ihnen meucheln will. Er tötet den Fahrer einer der Taxis und nimmt dessen Position ein. Was folgt, kann sich der Zuschauer ausmalen. Killer Paul düst durch die Nacht und befördert Gäste direkt ins Jenseits. Aber auch Serienmörder geraten irgendwann mal an ihren Meister. Den findet Paul in der schwangeren Jasmine (JESSICA SERFATY aus V/H/S – VIRAL). Die ist schön und schlau dazu, denn schnell wittert die attraktive Kundin, die wahren Ambitionen ihres nicht minder attraktiven Chauffeurs. Der scheint von seinem neuen Fahrgast fasziniert zu sein. Leider vergisst Paul bei Annäherungsversuchen sein wahres Gesicht zu verbergen und stößt bei Baggerarbeiten auf Granit. Die Liebe ist halt kein einfaches Spiel.
 
 
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RYDE ist Schmarn, denn irgendwie will nicht so recht einleuchten, was uns Regisseur BRIAN FRANK VISCIGLIA mit seinem ersten Langfilm sagen will. Hier bleibt weitestgehend unklar, warum ein Killer Menschen tötet. Handelt es sich um die Lust am Töten, ist es Rache an der Menschheit oder hat der Mörder in RYDE einfach nur einen an der Klatsche. Sonderlich viel erfährt der Zuschauer nicht über den Antagonist, obwohl er vom Publikum auf Schritt und Tritt bei seiner Arbeit begleitet wird. Macher VISCIGLIA verzichtet gänzlich darauf seine Hauptfigur zu studieren. Das macht das Treiben austauschbar und den Horrorthriller nicht sonderlich spannend. Protagonist Paul schlachtet unsympathische Fahrgäste ab und lässt das Publikum an seinen Gewaltausbrüchen teilhaben. Eine interessante Geschichte mit Charakterstudie gibt es nicht. Offenbar war man ausschließlich darum bestrebt Schauwerte zu bieten. Die gibt es hier zuhauf und werden auch noch lang zelebriert. Angesichts ähnlich gestrickten Filme wie ALEXANDRE AJAS MANIAC, SIMON KILLER oder THE BOY irgendwie enttäuschend. Genannte Thriller nahmen sich Zeit um die Psyche kranker Serienmörder ausführlich zu erforschen. Tiefgang lässt RYDE hingegen missen und ist daher verschwendete Zeit!
 
 

 
 


 
 
 

RYDE – Fazit

 
 
 

4 Punkte Final

 
 
 
Handwerklich Top – inhaltlich ein Flop. Beliebiger Serienkiller-Streifen, der irgendwie kaum Sinn ergibt. Hier steigen wahllos Menschen in ein Taxi, die dann wenig später vom Fahrer reißerisch um die Ecke gebracht werden. Eine Geschichte mit Tiefgang, Charakterentwicklung oder gar Spannung gibt es nicht. Stattdessen werden Zuschauer von Mord zu Mord getrieben und bekommen dabei zu sehen, was Drehbuchschreiber auf Papier kritzeln, wenn sie keine Ideen besitzen. Herzstück von RYDE sind nämlich dessen Morde. Mit mehr kann der Thriller leider nicht glänzen. Überflüssiger Blödsinn, der Zeit für das Schauen von besseren Filmen raubt.
 
 
 


 
 
 

RYDE – Zensur

 
 
 
RYDE ist sehr zeigefreudig und kaltschnäuzig. Die Morde werden zudem lang zelebriert. Ein Gesicht wird mit einem Schlagring so lang „bearbeitet“, bis der Kopf sich vom Körper löst. Es wird mit einem Draht ein Mann erwürgt. Weiterhin werden Köpfe zertreten und mit Messern so lange in Körper gerammt, bis das Opfer an seinen Qualen verendet. RYDE dürfte hierzulande nur für ein Erwachsenenpublikum freigegeben werden: keine Jungendfreigabe.
 
 
 


 
 
 

RYDE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei Vega Entertainment | Ryde Film LLC)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Simon Killer (2012)
 
Alexandre Ajas Maniac (2012)
 
Enter the Dangerous Mind (2013)
 
I Saw the Devil (2010)
 
The Hitcher (2007)
 
The Hitcher (1986)
 

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Filmkritik: „Headless“ (2015)

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HEADLESS

Story

 
 
 
Ein Spin-Off des erfolgreichen Indie-Horrorfilms FOUND: Ein Serienkiller macht Jagd auf junge Frauen, um sie zu köpfen und ihre abgetrennte Schädel zu penetrieren.
 
 
 


 
 
 

HEADLESS – Kritik

 
 
 
Jeder alteingesessene Horrorfan weiß, dass Fortsetzungen spätestens dann folgen müssen, wenn Horrorfilme mehr einspielen, als sie in der Herstellung gekostet haben. Gleiches Schicksal ereilt nun auch den Überraschungshit FOUND, der nicht nur von Kritikern gelobt und auf Filmfestivals ausgezeichnet wurde. Reichlich Aufmerksamkeit erhielt der Streifen vor allem wegen seiner drastischen Zurschaustellung von Gewalt, die in einigen Ländern dafür sorgte, dass FOUND nur geschnitten oder erst gar nicht veröffentlicht wurde. HEADLESS heißt nun der Nachfolger, der gleichen Erfolg verbuchen soll und vermutlich weitaus mehr Zensurprobleme nach sich ziehen wird, als der von SCOTT SCHIRMER inszenierte Low-Budget-Indiefilm aus dem Jahr 2012. Letzterer überließ die Regie seinem Kollegen ARTHUR CULLIPHER, der für die diversen Gore-Effekte in FOUND verantwortlich zeichnete und in HEADLESS seinem Fach alle Ehre macht. Was hier mit einfachen Mitteln an Perversion auf Zelluloid gebracht wird, stellt die in FOUND zelebrierten Gewaltmomente deutlich in den Schatten. Treu dem Fortsetzungscredo „mehr Gewalt, mehr Blut, mehr Tote“ wird in HEADLESS ein Gorefest der Extraklasse verbraten, das dem eher unerfahrenen Teil des Publikums tüchtig auf den Magen schlagen dürfte.
 
 
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HEADLESS ist keine Fortsetzung im herkömmlichen Sinne. Regisseur ARTHUR CULLIPHER hat hier jenen Streifen in Spielfilmlänge gedreht, den sich der kleine Marty mit seinem Klassenkameraden im Horrorfilm FOUND angesehen hat. Das Film-in-Film-Konzept ist nicht neu. Bereits das von den Regisseuren Robert Rodriguez und Quentin Tarantino umgesetzte GRINDHOUSE-Double-Feature bestehend aus DEATH PROOF und PLANET TERROR wurde um Werbeclips fiktiver Horrorfilme bereichert, die erst Jahre später zu abendfüllender Horrorware gemacht wurden nachdem sich ein regelrechter Hype um die erfundenen Filmtrailer entwickelt hatte. Innerhalb des immer noch beliebten Grindhouse-Stils macht es sich auch HEADLESS-Regisseur ARTHUR CULLIPHER bequem. Der hat nicht nur aus einem in Wirklichkeit nicht existenten VHS-Video ein Splatter-Erlebnis geschaffen; er gaukelt dem Zuschauer zudem vor einen Film aus dem Jahr 1978 zu sehen in dem Gewalt und Sex eine wesentliche Rolle spielen. Neben nackter Haut und genügend Splatter hat HEADLESS aber auch eine Geschichte zu erzählen. Die handelt von einem namenlosen Serienmörder, der es auf junge Frauen abgesehen hat. Mit Skelettmaske vermummt folgt er einem imaginären Alter-Ego, das ihn zu schrecklichen Taten anstiftet. So werden Frauen geköpft, ihre Augen verspeist und die abgetrennten Köpfe penetriert. Die Ursachen sind – wie meistens – in der Kindheit zu suchen. Unter dem harten Regime einer dominanten Mutter wurde der Killer als Kind in einen Käfig gesperrt und von Mutter aber auch Schwester schikaniert und gedemütigt. Jahre später wird er von einem unbändigern Hass auf Frauen getrieben, den auch bald die Mitarbeiterinnen einer Rollschuhbahn zu spüren bekommen. Die sehen sich bald im ungemütlichen Heim des Mörders wieder, der in seinem Wohnzimmerregal eine stattliche Sammlung enthaupteter Frauenschädel ausgestellt hat.
 
 
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HEADLESS ist kein Film für kommerzverwöhnte Mainstream-Zuschauer, denn die Produktion befindet sich auf gehobenem Amateur-Niveau und hatte kaum Budget zur Verfügung. Das kam teils per Crowdfunding zusammen und ließ wenig Spielraum für Experimente zu. Vor allem bei den schauspielerischen Leistungen fällt das magere Kapital negativ ins Gewicht. Das laienhafte Schauspiel sorgt nicht selten für unfreiwillige Komik, denn die Akteure kreischen und winseln derart übertrieben und situationsfremd, dass es sogar zur Übersteuerung der Heimkinoboxen kommt. HEADLESS-Drehbuchautor NATHAN ERDEL erklärte in Interviews mit der Genre-Presse, dass er sich beim Schreiben von Filmen wie THE LAST HOUSE ON DEAD END STREET und THE HEADLESS EYES inspirieren lies – schmuddlige Werke, die in jenem Jahrzehnt entstanden, in dem auch HEADLESS spielen soll. So ist es demnach keine Wunder, dass der Film auch so ausschaut, als wäre er in jener Zeit entstanden, erinnert er in seiner schonungslosen Gewaltverliebtheit an ruppigen B-Horror der späten 1970er und den frühen 1980er. Dennoch, trotz aller Liebe zur Old School besitzt HEADLESS nur wenig Substanz. Der Film fokussiert sich all zu krampfhaft auf das Zeigen von Gewalt. Dabei war man offensichtlich bestrebt, die Gewaltschraube stetig fester zu ziehen, so dass der Film fast ausschließlich aus einer Aneinanderreihung drastischer Bilder besteht. Dass dem erfahrenen Zuschauer aufgrund mangelnder Abwechslung schnell die Augen schwer werden, ist da nur die logische Konsequenz. Schnell hat man sich an den immer gleichen Szenenabläufen sattgesehen.
 
 
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Auch wenn sich Macher ARTHUR CULLIPHER hinsichtlich der Splatter-Einlagen richtig austoben konnte, enttäuscht HEADLESS im direkten Vergleich zum Vorgängerfilm FOUND auf ganzer Linie. Der dreckige Retro-Mix aus MANIAC und TEXAS CHAINSAM MASSACRE macht nur bedingt Spaß, denn der Streifen wirkt lieblos und erzwungen. Fast schon möchte man meinen, dass man nach dem Überraschungserfolg von FOUND schnell noch die besten Szenen des Indies wiederverwerten und daraus krampfhaft einen Film machen musste, um erneut die Kassen klingeln zu lassen. HEADLESS bietet gerade einmal Stoff für einen Kurzfilm. Warum man auf Heller und Pfennig was fürs Abendprogramm drehen musste, dürfte in der Profitgeilheit gewinnorientierter Produzenten zu suchen sein. So darf man davon ausgehen, dass auch in Zukunft mehr aus dem erfolgreichen FOUND-Universum kommen wird und das Franchise so lang mit Fortsetzungen und Prequels vorangetrieben wird, bis keiner mehr den Killer mit der blutigen Totenkopfmaske sehen möchte. Wer von FOUND begeistert war und demnach einen ähnlich guten Film erwartet, sei an dieser Stelle vorgewarnt, denn HEADLESS ist alles andere als herausragende Horrorunterhaltung. Ein enttäuschendes Spin-Off und wie der Titel es hätte besser nicht umschreiben können: kopflos!
 
 
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HEADLESS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein dreckiger, tabuloser, schonungsloser und rabiat-blutiger Mix aus MANIAC und TEXAS CHAINSAW MASSACRE, der in Sachen Gewalt Fanherzen schneller schlagen lässt. HEADLESS erinnert in seiner Machart an reißerische Horrorstreifen, die Ende der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre in den berüchtigten Grindhouse-Kinos liefen und vor allem durch das Zeigen drastischer Gewalt in Kombination mit schlechten Schauspielern und reichlich Sex zu beachtlicher Popularität kamen. Auf gleicher Welle schwimmt auch HEADLESS, der viele böse Szenen aneinanderreiht, damit pubertierende Jugendliche auf dem Schulhof was zu erzählen haben. Sieht man jedoch von den wirklich fragwürdigen Mordszenen ab, bleibt nicht mehr viel übrig, womit HEADLESS überzeugen kann. Die technische Standart ist bescheiden und das Schauspiel eine Katastrophe. Dafür sind die handgemachten Gore- und Splatter-Effekte für Indie-Verhältnisse durchaus sehenswert. Leider besitzt HEADLESS kaum Substanz, so dass man sich schnell an den bösen Momenten satt gesehen hat, die sich ständig wiederholen damit man Spielfilmlänge ereicht. Mehr als Stoff für einen Kurzfilm bietet die rudimentäre und wortkarge Handlung nämlich nicht, die zudem weder Identifikationsfiguren, noch einen Spannungsaufbau besitzt. Wer demzufolge nach dem Ausnahmefilmchen FOUND ähnlich Großes erwartet, sollte mit dem Schlimmsten rechnen. Kein Wunder, ist HEADLESS weit davon entfernt ein guter Horrorfilm zu sein und das obwohl er doch vielversprechend von den Machern als „lost slasher film from 1978“ beworben wird.
 
 


 
 
 

HEADLESS – Zensur

 
 
 
HEADLESS ist in Sachen Gewalt weitaus zeigefreudiger als der Vorgängerfilm FOUND – MEIN BRUDER IST EIN SERIENKILLER. Es werden Kehlen durchgeschnitten, Beine und Köpfe mit einer Machete abgeschlagen und Augäpfel aus Augenhöhlen gerissen, damit sie verspeist werden können. Weitaus derber sind die äußerst langen Penetrationsszenen in denen der Serienkiller die abgetrennten Schädel seiner Opfer penetriert. Die Effekte sind zwar simpel aber ziemlich hart anzusehen. Demnach wird die FSK mit HEADLESS keinen Spaß verstehen, so dass der Streifen in Deutschland keine Freigabe in ungeschnittener Form erhalten wird.
 
 


 
 
 

HEADLESS – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Found – Mein Bruder ist ein Serienkiller (2012)
 
Alexandre Aja´s Maniac (2012)
 
The Orphan Killer (2011)
 
Carl (2012)
 
Maniac (1980)