Filmreview: „Willow Creek“ (2013)

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WILLOW CREEK

Story

 
 
 
Ein junges Paar reist nach Kalifornien, um in den abgelegenen Wäldern von Bluff Creek der Legende von Bigfoot auf den Grund gehen zu können …
 
 
 


 
 
 

WILLOW CREEK – Kritik

 
 
 
Eigentlich könnten wir FILMCHECKER in Zukunft auch FOUND-FOOTAG-CHECKER oder WACKELCAM-TESTER nennen, denn was wir in letzter Zeit an Streifen mit dem allmählich nicht mehr so beliebten Found-Footage-Gimmick besprochen haben, ernüchtert selbst das FILMCHECKER-Team so langsam. Leider scheint der polarisierende Trend vom angeblich gefundenen Filmmaterial kein Ende zu nehmen, was vermutlich auch an den erschreckend niedrigen Herstellungskosten liegen mag, die das Drehen solcher Werke voraussetzen. Erschreckender als das minimale Produktionsbudget ist jedoch die Tatsache, dass jene Streifen immer einfältiger werden und bis auf planloses Gewackel und dem Wiederholen der ewig gleiche Klischees und Geschichten nichts Neues zu bieten haben. Ein Paradebeispiel für jene überflüssige Filmkunst ist der Bigfoot-Schlamassel WILLOW CREEK, der wahrscheinlich nur deshalb gedreht wurde, um mit wenig Aufwand schnelle Kasse zu machen. Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler BOBCAT GOLDTHWAIT hat den Murks verbrochen und beweist nach seinem grandios schwarzhumorigen GOOD BLESS AMERICA (2011), dass ihm eigentlich egal ist, was die Horrorfilmgemeinde von ihm denkt – Hauptsache sie zahlt. Mit fast schon beschämender Gleichgültigkeit kopiert er hier dreist das, was BLAIR WITCH PROJECT (1999) seinerzeits so verstörend gemacht hat, vergisst aber nach der unüberschaubaren Anzahl ähnlich gestrickter Gähner, dass ein bisschen Kameragewackel, nicht deutbare Geräusche im Wald und mit Tränen besudelte Gesichter verängstigter Protagonisten fünfzehn Jahre nach BLAIR WITCH PROJECT kaum noch Gänsehaut verursachen. GOLDTHWAITS erster Found-Footage-Ausflug ist auf wahre Begebenheiten zurückzuführen, denn die Grundlage für WILLOW CREEK lieferten die Bigfoot-Fans ROGER PATTERSON und BOB GIMLIN, die im Jahre 1967 nach Nordkalifornien reisten, um dort am Bluff Creek im Six Rivers Nationalpark den mysteriösen Waldmenschen zu suchen. Glücklichweise wurde ihre Suche von Erfolg gekrönt, denn ihnen gelang es den sagenumwobenen Bigfoot auf Film zu bannen. Bis heute ist die Echtheit der Filmaufnahmen umstritten, auch wenn bisher niemand das Gegenteil beweisen konnte.
 
WILLOW CREEK spinnt die realen Gegebenheiten weiter und lässt ein junges Paar 40 Jahre nach den Ereignissen noch einmal den Ort erkunden, um darüber eine eigene Bigfoot-Dokumentation drehen zu können. Die Gegend um die Fundstelle hat sich mittlerweile zu einem Tourismusmagneten entwickelt, so dass sich auch die Einheimischen auf den Ansturm selbsternannter Bigfoot-Forscher eingestellt haben, um etwas Geld mit den Legenden verdienen zu können. Die sind natürlich auch für einige Interviews offen und beantworten die Fragen des zweiköpfigen Drehteams geduldig, damit das Paar zügig die Suche nach der legendären Affenkreatur fortsetzen kann. Nach ersten ergebnislosen Erkundungsstreifzügen durch die Wildnis am Bluff Creek bricht die Nacht herein und trotz der Warnungen einiger Ortsansässiger wird ein provisorisches Nachtlager mitten im Wald aufgeschlagen. Was folgt dürfte vermutlich niemanden überraschen: Eine neugierige Kreatur, nennen wir sie einfach Bigfoot, schleicht des Nachts um das Zelt und hat einen Mordsspaß daran den ungebetenen Gästen einen gehörigen Schrecken einzujagen.
 
Alles wie immer und dennoch viel langweiliger als sonst. Wir sehen unwichtige Interviews mit Bewohnern des Ortes, die teils interessanter sind als das, was uns Macher BOBCAT GOLDTHWAIT in den übrigen 60 Minuten unterjubeln möchte. Die Protagonisten stolpern unvorsichtig durch die Wildnis, trotzen Warnungen vor gefährlichen Tieren und geraten in Rage, nachdem sie sich im Nationalpark verlaufen haben. Als wäre das nicht alles schon vorhersehbar und ausgelutscht genug, geraten die Suchenden nach nur wenigen Stunden Fußmarsch zufälligerweise in das Jagdgebiet des ominösen Waldmenschen und werden nicht von Klappschlangen, Berglöwen und Bären attackiert, sondern von einer dicken, nackten Frau, die mit Faschingsmaske bekleidet komische Töne von sich gibt. Doch bevor der Zuschauer überhaupt den erlösenden Abspann dieser überflüssigen Bigfoot-Doku zu sehen bekommt und die unvorsichtigen Protagonisten winselnd über den Waldboden geschleift werden, gibt es eine 20-minütige Einstellung zu sehen, die man vermutlich in derart Form in noch keinem Horrorfilm zu sehen bekommen hat: Kojotengebell und Grillenzirpen reißen die Helden aus dem Schlaf. Die sitzen wie versteinert in ihrem Zelt und halten sich verängstigt in den Armen; die Kamera filmt die verschreckten Gesichter des Paares nahezu eine viertel Stunde am Stück – selbstverständlich ohne Schnitt. Was sich für den entnervten Filmfreund zur Geduldsprobe entwickelt, erweist sich für die Macher als cleverer Schachzug, schließlich kann man natürlich auch so ein aus drei Sätzen bestehendes Skript unnötig auf Spielfilmlänge blasen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es scheinbar immer noch genügend Käufer gibt, die nicht ohne täglich Ration Wackelbilder über die Runden kommen. So lange solch Abfall gekauft wird, wird es auch weiterhin derart billig produzierten Quatsch geben – leider!
 
 
 


 
 
 

WILLOW CREEK – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Eine simple Horror-Rechnung: BLAIR WITCH PROJECT – Hexe + Bigfoot = WILLOW CREEK.
WILLOW CREEK dürfte euphorisches Jubelgeschrei bei Found-Footage-Liebhabern verursachen, verzweifeltes Kopfschütteln stattdessen bei den Gegnern. Auch dieser Film mit der berüchtigten Shaky Cam-Methodik wird die Horrorgemeinde in zwei Lager spalten, schließlich kann man Filme im Wackelcam-Stil nur lieben oder hassen. Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler BOBCAT GOLDTHWAIT macht es sich leicht und kopiert lieber die BLAIR WITCH PROJECT-Erfolgsrezeptur, statt dem ausgelutschten Found-Footage-Genre durch raffinierter Erzählweise und gut getricksten Effekten neue Energie einzuverleiben. Was folgt hat man eigentlich bis zum Erbrechen in bereits bedeutend besser gemachten Filmen dieser Horror-Art gesehen. Es wird gerannt, geflennt und gewimmert. Unebener Waldboden wird gefilmt und das Licht der Kamera bohrt sich orientierungslos durch das Dunkel der Nacht. Sollte man nach 70 Minuten Langeweile immer noch neugierig die Auflösung herbeisehnen, ernüchtert die wirklich schlecht geschminkte Bigfoot-Frau im Evakostüm. Immerhin gibt es kurz Brüste zu sehen – den männlichen Filmfreund dürfte das zumindest aufhorchen lassen. Ansonsten ist WLLOW CREEK eine einzige Schlaftablette, deren teils gute Bewertungen im Netz entweder gekauft wurden oder gefakt sind.
 
 
 


 
 
 

WILLOW CREEK – Zensur

 
 
 
WILLOW CREEK ist nicht nur vollkommen ereignislos, hier herrscht auch Flaute was das Thema Gewalt angeht. Nicht einmal eine harmlose Kratzwunde bekommt der Zuschauer zu sehen, was zumindest minderjährige Horrorfans freuen dürfte, schließlich wird WILLOW CREEK bedenkenlos die FSK mit einer FSK12 passieren.
 
 
 


 
 
 

WILLOW CREEK – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Bigfoot – Der Blutrausch einer Legende (2012)
 
Bigfoot County (2012)
 
Exists (2014)
 
Boggy Creek – Das Bigfoot Massaker (2010)
 
 

Filmreview: „P.O.E. Project of Evil“ (2012)

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P.O.E. PROJECT OF EVIL

Story

 
 
 
Einige italienische Regisseure haben sich sieben literarische Werke des amerikanischen Horror-Schreiberlings EDGAR ALLAN POES vorgenommen und filmische Interpretationen mit reichlich Blut, Sex und Gewalt gedreht …
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Kritik

 
 
 
Horror-Anthologiestreifen sind gefragter denn je. Die kleinen Kurzfilmsammlungen erfreuen sich seit den Überraschungserfolgen von V/H/S und THE ABC’S OF DEATH wieder großer Beliebtheit und lassen ähnliche Werke wie Pilze aus dem Boden sprießen. Bereits 2011 hatten 15 internationale Regisseure das Potenzial jener Filmkunst erkannt und an einer Horrorsammlung gewerkelt, die unter dem Titel P.O.E. POETRY OF EVIL in die Händlerregal gebracht wurde. Weil das Sammelsurium bekannter Horrorgeschichten aus der Feder EDGAR ALLAN POES gut angekommen ist, folgt nun der zweite Streich für den sich noch einmal sieben italienische Filmmacher zusammengesetzt haben, um an einer blutigen Erwachsenenvariante der Poe’schen Gruselstorys zu basteln. Bevor jedoch die Freude in Euphorie umschlägt: Herr Argento ist nicht mit von der Partie, dafür aber einige Filmemacher Italiens, deren kleine Genre-Schocker es immerhin schon in den deutschen Handel geschafft haben. Zu den wohl bekannteste Regisseuren diese Riege gehört zweifelsohne EDO TAGLIAVINI, dessen blutreicher Horrorfilm BLOODLINE – DER KILLER hierzulande vom Rechteinhaber sogar in einer hochskalierten 3D-Version auf den Markt geschmissen wurde und es trotz hohem Gore-Gehalt unbeschadet durch die FSK geschafft hat.
 
P.O.E. PROJECT OF EVIL nennt sich der zweite Ausflug in die Welt des EDGAR ALLAN POE, wobei das hier servierte Geschichtengebräu nicht jedem Horrorfan munden dürfte, auch wenn es diesmal deutlich ruppiger zugange geht, als im Streifen zuvor. Die sieben Erzählungen des berühmten Horrorautors werden so ziemlich frei interpretiert und haben außer dem Titel meist kaum noch etwas mit den Schriften Poes gemein. Wirklich unheimlich wird es nicht, dafür aber sehr blutig und vor allem surreal, denn einige der Kurzwerke erinnern eher an bizarre Experimental- und Kunstfilme, als an grausigen Horror. Hier wird einmal mehr deutlich, dass Indie-Streifen meist mehr kreativen Spielraum in der Umsetzung besitzen, als manch teurer Studio-Schocker, deren Macher sich nicht selten an den Auflagen der Produzenten orientieren müssen. P.O.E. PROJECT OF EVIL ist ein engagiertes Indie-Projekt, glänzt mit eigenwilligem Konzept und überrascht durch einen zwar ungeschliffenen aber durchaus charmanten, wenn auch rauen Look. Die Ausleuchtung ist meist miserabel und die Schauspieler vermutlich von der Straße aufgelesen. Dennoch funktioniert der Film auf seine ganze eigene Weise, bietet er doch dem Zuschauer genügend Abwechslung und Abartigkeiten, so dass man auch schon mal darüber hinwegsehen kann, dass nicht alle Segmente qualitativ gleich überzeugen können.
 
Jede Geschichte trägt die individuelle Handschrift des jeweiligen Regisseurs, der hier seine ganz eigene Vision der Poe’schen Gruselmärchen auf Zelluloid gebannt und diese mit allerhand Sex, Mord und Gekröse „verschönert“ hat. Auf Konventionen wird gepfiffen, stattdessen wurde gedreht, worauf man Lust hatte. So kommt der Zuschauer in den Genuss des Stumm-Kurfilms LOSS OF BREATH, in dem ein Pornostar von zwei Schlägertypen seiner Männlichkeit beraubt wird. An Kastrationen fand man vermutlich Gefallen, so dass im recht wortkargen THE TELL-TALE HEART von einem Obdachlosen berichtet wird, der nach Thailand reist, dort seinen Penis abschneidet um ein neues Leben als Ladyboy leben zu können. Nicht minder grausam geht es in der Giallo-Hommage THE MURDERS IN THE RUE MORGUE zu, in der zwei Prostituierte von einem Affen vergewaltigt werden und blutige Rache am Besitzer des Tieres ausüben. Zitate und Verbeugungen hagelt es in P.O.E. PROJECT OF EVIL reichlich, wobei die italienischen Filmemacher vor all jenen Gruselkönigen den Hut ziehen, die im italienischen Genre-Kino Rang und Namen haben. DARIO ARGENTO wird für seine extravaganten Farbspielereien und deftigen Schlitzer-Krimis gehuldigt und der italienische Zombie-Papst LUCIO FULCIO wird mit der Untoten-Episode THE PREMATURE BURIAL noch einmal gen Himmel gepriesen.
 
Auch wenn diese Sammlung von Horror-Kurzfilmen recht durchwachsen ist und man hin und wieder nach dem Sinn in einigen Episoden sucht, bleibt am Ende ein teils verstörendes Stück Film über, das aus den klassischen Geschichten eines EDGAR ALLAN POE zeitgemäße Interpretationen zaubert, mit denen jedoch der verwöhnte Mainstream-Zuschauer herzlich wenig anfangen kann.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ein verstörend-bizarres Filmexperiment mit reichlich Sex und Gewalt, das man so vermutlich noch nicht auf dem Bildschirm hatte. Für P.O.E. PROJECT OF EVIL mussten sieben klassische Werke der Schriftstellerlegende EDGAR ALLAN POE herhalten, die hier modern aufbereitet nur noch wenig mit den eigentlichen Schriften des Autors gemein haben. Die sieben italienischen Regisseure konnten sich bei der filmischen Adaptionen soviel Freiheiten nehmen wir nur möglich und haben teils surreale Beiträge auf Zelluloid gebannt, an denen kommerzverliebte Filmfans sicher gar keine Freude haben dürften. Die meisten Segmente dieser Anthologie erinnern an blutige Kunst- und Experimentalfilme, die trotz kleinen Budgets dennoch mit ganz eigenem Look glänzen, auch wenn dieser manchmal mit einigen technischen Defiziten so kämpfen hat. P.O.E. PROJECT OF EVIL verweist ziemlich oft auf das italienische Horrorkino der 80er und huldigt ganz nebenbei die ganz Großen des modernen Euro-Horrors: DARIO ARGENTO und LUCIO FULCI. Wer sich selbst als offener Horrorfan bezeichnet und die Nase voll hat vom ständig sich wiederholenden Horror-Einerlei, sollte mal einen Blick in P.O.E. PROJECT OF EVIL werfen. Anders wie in der Vorgänger-Anthologie P.O.E. POETRY OF EVIL bekommt der Zuschauer hier eine obskure, deprimierende und ziemlich finstere Bilderflut präsentiert, die ihresgleichen sucht.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Zensur

 
 
 
Die Fortsetzung P.O.E. PROJECT OF EVIL ist trotz kostengünstigem Indie-Look ganz schön gepfeffert, was die Gewaltmomente betrifft. Ein Mann wird kastriert und die Kamera hält drauf. Gleich in der zweiten Episode bekommt man eine Frau zu sehen, deren Gliedmaßen abgesägt wurden. Außerdem wird hier recht krude vergewaltigt. Leider wird der Streifen hierzulande nicht veröffentlicht. Das Filmprojekt wurde im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht und kann leider nur auf Filmbörsen oder in auf Horrorfilme spezialisierte Onlineshops erworben werden.
 
 
 


 
 
 

P.O.E. PROJECT OF EVIL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) ILLUSIONS UNLTD. films

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: POE – Project Of Evil; Italien 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0, Deutsch Dolby Digital 5.1, Deutsch DTS HD 2.0, Deutsch DTS HD 5.1, Englisch Dolby Digital 2.0,, Englisch DTS HD 2.0

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,32:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 (BD) / ca. 91 Min. (DVD)

FSK: ungeprüft und daher erst ab 18 Jahren (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook

Extras: diverse Trailer zum Film, 2 Kurzfilme (je ca. 10 Minuten), Trailershow mit drei weiteren Veröffentlichungen des Labels, 84-seitiges Booklet mit den deutschen Übersetzungen aller im Film gezeigten Original-Kurzgeschichten aus der Feder von Edgar Allan Poe

 
 
 
Man muss ILLUSIONS UNLTD. films an dieser Stelle einmal für die mutige Veröffentlichungspolitik loben, denn das österreichische Label bringt seit geraumer Zeit nicht ausschließlich nur Klassiker als deutsche HD-Ersterscheinungen auf den Horror-Markt. Mittlerweile erscheinen in regelmäßigen Abständen sogar neuere Produktionen im deutschsprachigen Ausland, die vermutlich ohnehin keine Freigabe hier in Deutschland erhalten würden. Nach den Splatterstreifen CROSS BEARER, THE CEMETERY und demnächst FIST OF JESUS hat sich das Horror-Label erneut die Rechte an einem äußerst „speziellen“ Indie-Film gesichert, der zur Abwechslung die Marke „Anspruch“ trägt. Auch der experimentale P.O.E. – PROJECT OF EVIL wird mit einer ansprechenden Aufbereitung im Mediabook gehuldigt, wobei man sagen muss, dass diese Veröffentlichung vermutlich die beste weltweit sein dürfte, denn neben eine schicken Verpackung hat sich der Anbieter etwas ganz besonderes einfallen lassen. Im Inneren des Buches befindet sich ein 84-seitiges Booklet mit den deutschen Erstübersetzungen jener EDGAR ALLAN POE Geschichten, die dem Film zugrunde liegen. So können alle Segmente des Streifens mit die Original-Vorlage verglichen werden. Dass sich ILLUSIONS im Gegensatz zu österreichischen Heimkino-Kollegen, wie NSM und XT nicht nur ausschließlich auf Verpackungswahn konzentriert, zeigt einmal mehr die technische Aufbereitung der gebotenen Scheiben. P.O.E. – PROJECT OF EVIL wurde nicht nur mit ansprechender deutscher Übersetzung ausgestattet (von Porno-Übersetzung keine Spur); das Unternehmen hat selbst die Titeleinblendungen der jeweiligen Kurzgeschichten ins Deutsche übersetzen lassen und an deutschsprachige Untertitel für den Hauptfilm gedacht. Zudem stimmt ein ansprechend gestaltetes Bewegtmenü auf den Hauptfilm ein. Doch all das ist natürlich längst nicht alles, denn Bonus hat es selbstverständlich auch auf die Veröffentlichung geschafft. Zu sehen gibt es neben den obligatorischen Filmtrailer auch zwei Kurzfilme (je rund 10 Minuten), die ebenfalls deutsche Untertitel erhalten haben. Drei Programmvorschauen weiterer Streifen des Publishers sind in einer Trailershow zu finden. Wer Horrorfilme jenseits des Mainstream sucht, ist mit P.O.E – PROJECT OF EVIL gut beraten, zumal sich die Veröffentlichung aus dem Hause ILLUSIONS UNLTD. durchaus gut im Sammlerregal macht. Übrigens erscheint das Mediabook in drei verschiedenen Covermotiven. Jedes Buch ist auf 666 Stück limitiert und kommt in bekannter DVD/Blu-ray-Combo daher. Schnell zugreifen heißt da die Devise, bevor das bevorzugtes Motiv ausverkauft ist und zu Mondpreisen gehandelt wird.
 
 
 
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P.O.E. PROJECT OF EVIL – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
V/H/S
 
V/H/S 2
 
ABC’s of Death
 
Two Evil Eyes (1990)
 
The Bunny Game (2010)