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Filmkritik: „Jackals“ (2017)

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JACKALS

Story

 
 
 

Ein Film, dessen Handlung angeblich auf wahren Begebenheiten beruhen soll – aber natürlich! Der spielt im Amerika der 1980er, wo eine Familie von einer Sekte terrorisiert wird.

 
 
 


 
 
 

JACKALS – Kritik

 
 
 
Killer, die mit Tiermasken verhüllt Menschen in einem abgelegenen Haus terrorisieren. Das muss freilich eine Fortsetzung zum Horrorthriller YOU’RE NEXT sein, der 2011 auf Filmfestivals gefeiert wurde und sich durch blutige Splatter-Einlagen einen Namen machen konnte. Was aber auf den ersten Blick den Anschein eines weiteren Ablegers besagtem Gewalt-Trips macht, ist bei genauerer Betrachtung ein ganz anderer Film – wenngleich nicht unbedingt besser. KEVIN GREUTERT tobt sich hier aus. Der konnte sich bereits als Regisseur mit Filmen wie JESSABELLE, SAW 6 und dem dreidimensionalen SAW 7 im Horror-Genre einen Namen machen. Mit JACKALS führt er die Liste an stimmungsvollen Horrorstreifen fort und macht es dabei THE STRANGERS gleich – einem Home-Invasion-Schocker von 2008 bei dem er damals noch am Schnittpult gesessen hatte. Darin wurde ein Pärchen von Fremden terrorisiert, die am Ende ihr Leben lassen musste. Ähnlich läuft auch die Handlung von JACKALS ab, der das Home-Invasion-Genre nicht revolutioniert. Statt frischer Ideen wird Standardkost abgeliefert, die kaum Überraschungen zu bieten hat. Angesichts vieler namhafter Horrorstreifen an denen Filmemacher KEVIN GREUTERT beteiligt gewesen ist, enttäuscht der abgelieferte Kinoalbtraum. Bevor GREUTERT nämlich als Regisseur für Angst und Schrecken sorgte, war er als Cutter für viele bekannte Horrorfilme im Einsatz. Darunter: SAW 1-5, THE COLLECTION und dem Mystery-Grusler VISIONS. Bei so umfangreichem Portfolio hat man große Erwartungen.
 
 
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Die Handlung von JACKALS ist übersichtlich und nicht sonderlich neu. Eine Familie macht sich Sorgen. Sohn Justin (BEN SULLIVAN) ist in die Fänge einer mysteriösen Sekte geraten, von der man im Film leider kaum etwas erfährt. Darum hat man jemand kontaktiert, der sich mit so etwas auskennt. Jimmy Levine (STEPHEN DORFF) ist Sekten-Kenner und soll die Gehirnwäsche des manipulierten Sohnemanns rückgängig machen. Er entführt den Mittzwanziger und bringt ihn ins Haus seiner Familie. Dort beteuert das Entführungsopfer niemand der Anwesenden zu kennen und gibt sich als jemand anderes zu erkennen. Das hat auch seinen Grund, denn bald schleichen unheimliche Gestalten übers Grundstück, die sich Tiermasken ums Gesicht gebunden haben und den Entführten zurückholen wollen. Doch so schnell gibt man nicht auf. Man fordert das Böse zum Kampf heraus und gibt sich siegessicher. Leider versammeln sich immer mehr Fremde vorm Haus, die langsam keine Lust mehr haben Spiele zu spielen.
 
 
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HALLOWEEN lässt grüßen. JACKALS kopiert nämlich die Eingangssequenz des legendären Kultklassikers aus der Mache von JOHN CARPENTER und lässt einen Killer durch ein Haus schleichen, während das Szenario aus der Sicht des Mörders protokolliert wird. Der bringt hinterlistig seine Familie um die Ecke und streift sich am Ende eine Tiermaske über das Gesicht. Doch der Prolog in dem ein Sektenmitglied die Lieben ermordet ist nur Irreführung. JACKALS ist nicht im Slasher-Genre beheimatet. Hier gibt es Home-Invasion-Schauer von der Stange zu sehen, der zwar durchaus atmosphärisch groß auffährt, aber im Grunde genommen wie jeder Film genanntem Subgenres abläuft. Killer wollen Unschuldige töten – Opfer dagegen überleben. Leider endet die Flucht aus dem umzingelten Heim im Desaster, denn die maskierten Mörder sind überall und lassen kaum Zeit für Spielchen zu. Weil Opfer in Panik seltsam handeln, ist der Ausgang klar. JACKALS wird zum „Du-bist-der-Nächste“-Reigen bei dem nach und nach alle Filmhelden ihr Leben lassen müssen. Ein weitaus fairer Überlebenskampf mit unerwarteten Wendungen hätte diesen Zu-Hause-Horror weitaus spannender gestaltet. So ist JACKALS nur Dutzendware, die man sich an einem verregneten Herbstsonntag in den Player schiebt. Aufgrund beliebiger Inszenierung dürfte sich aber Tage nach Sichtung wohl kaum noch ein Zuschauer an diesen Horrorstreifen erinnern können. Manchmal ist es eben besser, wenn man den Grips anstrengt und sich Geschichten ausdenkt, die so auf der Mattscheibe noch nicht zu sehen waren.
 
 
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JACKALS – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
THE STRANGERS meets YOU’RE NEXT. Solider Horrorthriller – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wäre JACKALS in jener Zeit entstanden, zu der der Film spielt, wäre der Home-Invasion-Schocker vermutlich ein Kassenschlager geworden. Leider kommt JACKALS knapp 30 Jahre zu spät und kann mit seiner Terror-Thematik bei Horrorfans nur ein müdes Lächeln entlocken. Der Grund: Mittlerweile sind einfach zu viele Filme über Mattscheiben geflimmert in denen Psychopathen Familien in den eigenen vier Wänden terrorisiert haben. Weil JACKALS auch noch haargenau so abläuft wie die meisten Streifen dieser Art, bleibt Schock-Potenzial aus. Schnellen Herzschlag kann dieser Psychothriller kaum bewirken – dazu ist er zu vorhersehbar. Demzufolge besser noch einmal jenen Streifen in den Player legen vor dem sich JACKALS offensichtlich verbeugt: THE STRANGERS. Der ist trotz überschaubarer Handlung wirklich sehr unangenehm – auch heute noch.
 
 
 


 
 
 

JACKALS – Zensur

 
 
 
JACKALS hält sich mit Gewalt erstaunlich zurück. In Anbetracht dessen, dass Regisseur KEVIN GREUTERT mit SAW 6 und 7 recht harte Horror-Vertreter ins Kino gebracht hat, ist das was JACKALS zeigt Kinderfasching. Hände werden angezündet, Bauch und Hälse aufgeschlitzt. Zudem wird mit spitzen Stichwaffen in Körper eingestochen. Man darf von einer FSK16 ausgehen.
 
 
 


 
 
 

JACKALS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei TAP Inc.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
You’re Next (2011)
 
Wolves at the Door (2016)
 
The Strangers (2008)
 
The Purge – Die Säuberung (2013)
 
Home Sweet Home (2013)
 
Funny Games (1997)
 

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Filmkritik: „Wolves at the Door“ (2016)

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WOLVES AT THE DOOR

Story

 
 
 

Der „Sommer der Liebe“ von 1969 entwickelt sich für eine Gruppe junger Leute zum Albtraum. Die wollten eigentlich nur etwas feiern, werden aber von unheimlichen Gestalten terrorisiert, die offenbar den Tod ihrer Opfer fordern. Leider ergeben sich diese ihrem Schicksal ohne Gegenwehr. Das macht das Auslöschen dieser unschuldigen Leute für die Täter leichter.

 
 
 


 
 
 

WOLVES AT THE DOOR – Kritik

 
 
 
Filme, die auf wahren Begebenheiten beruhen gehen immer. Vor allem jene, denen brutale Morde zugrunde liegen und deshalb zu trauriger Berühmtheit kommen. Auf genau dieser Schiene fährt der Horrorthriller WOLVES AT THE DOOR, der mit reißerischer Handlung um die Gunst des Zuschauers buhlen will. Abermals ist Hollywood dreist und versucht mit einem der grausamsten Kapitel in der amerikanischen Geschichte Geld zu machen. Es sind die schrecklichen Verbrechen der sogenannten Manson Familie, die im Jahre 1969 ganz Amerika in Schockstarre versetzten. Kein Geringerer als der Kriminelle CHARLES MANSON zeichnete damals verantwortlich. Der war in den 1960ern Anführer einer sektenähnlich strukturierten Hippie-Kommune in Südkalifornien und stiftete seine Anhänger zum Mord an. Die machten sich auf in die Hollywood Hills, um dort ein Massaker anzurichten. Sie töteten mehrere Menschen auf grausame Weise – darunter die hochschwangere Gattin von Kultregisseur ROMAN POLANSKI. Weil der spektakuläre Mordfall um die ganze Welt ging und knapp 50 Jahre später immer noch für Gesprächsstoff sorgt, mussten die Geschehnisse noch einmal glattpoliert fürs Kino aufbereitet werden damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Dabei entstanden ist effekthascherischer Unfug, der sich einen Deut um Wahrheitsgehalt schert und nicht grundlos an Kinokassen scheiterte. Statt Ereignisse historisch korrekt aufzuarbeiten, hat man aus den schrecklichen Taten einen Horrorfilm für die jüngere Zielgruppe gemacht, der oberflächlich abhakt, was man in jedem Horror-Slasher neueren Datums zu sehen bekommt. Das dürfte selbst Sektenguru CHARLES MANSON bitter aufgestoßen haben.
 
 
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Beliebiger Home-Invasion-Horror statt spannendem Tatsachenbericht im Dokumentarstil. WOLVES AT THE DOOR ist so überflüssig, wie eine Grippe im Sommer. Regisseur JOHN R. LEONETTI meint es gut und überfrachtet seinen Überlebenstrip mit Schockmomenten und Horror-Elementen. Leider will nur selten Spannung aufkommen, weil frische Ideen fehlen und die wenigen, eigenen Einfälle aus besseren Horrorfilmen stibitzt wurden. Generell hat WOLVES AT THE DOOR ein großes Problem und das nennt sich THE STRANGERS. Der Überlebensthriller von 2008 schien hier als Vorbild gedient zu haben. Schaut man nämlich genauer hin und lässt den wahren Hintergrund außer Acht, könnte WOLVES AT THE DOOR auch als weitere Fortsetzung genannten Terrorstreifens durchgehen. Die Abläufe gleichen sich und auch die Identität der Bösewichte bleibt weitestgehend unerforscht. Nur Texttafeln am Ende des Films klären historische Zusammenhänge auf. Nach ANNABELLE und THE BUTTERFLY EFFECT 2 hat Regisseur JOHN R. LEONETTI abermals kein Glück bei der Wahl des Filmstoffs. Der stand für so einige Horrorstreifen als Kameramann hinter der Kamera und wollte irgendwann auch mal selbst Regie führen. Was er da bisher fabriziert hat, konnte Kritiker und Horrorfans nicht überzeugen. Vielleicht wäre es zur Abwechslung demnach förderlich endlich mal Regie bei einem Film zu übernehmen, der sich weder Spin-Off, Fortsetzung oder Plagiat schimpft. Eventuell gibt es dann auch positive Resonanz.
 
 
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WOLVES AT THE DOOR – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Missglücktes Katz- und Mausspiel, das sich einen historischen Kriminalfall zu Eigen macht. Dabei beginnt eigentlich alles ganz passabel. Regisseur JOHN R. LEONETTI schöpft aus den Erfahrungen als Kameramann und zeigt dunkle Silhouetten, bedrohliche Geräusche und atmosphärische Kamerafahrten. Leider reichen irgendwann versierte Kameraspielereien allein nicht mehr aus, um das Publikum mit einem künstlich aufgebauten Spannungsbogen bei Laune zu halten. WOLVES AT THE DOOR ist trotz wahrem Background eine Enttäuschung. Die Figuren stammen vom Reißbrett und der Fortgang der Geschichte ist überraschungsarm. Zudem wird WOLVES AT THE DOOR spätestens ab Filmmitte zum fiktiv ersponnenen Überlebenskampf, bei dem es nur noch darum geht, dass Figuren reißerisch abgeschlachtet werden. Überraschenderweise blendet man weg, wenn es zur Sache geht. Das dürfte selbst ungeübte Zuschauer enttäuschen, die von einem Horrorfilm über die Manson-Morde zumindest etwas Blut erwartet haben. Übrig bleibt Geschrei, Gewinsel und die Flucht. Letztere wirkt wegen eigenartiger Entscheidung der Protagonisten schon irgendwie komisch.
 
 
 


 
 
 

WOLVES AT THE DOOR – Zensur

 
 
 
Trotz Home-Invasion-Horror ist WOLVES AT THE DOOR hinsichtlich der Gewalt sehr zurückhaltend. Die meisten Taten passieren im Off oder werden nur angedeutet. Ein Kopf wird mit einem riesigen Hammer eingeschlagen. Außerdem sind Stick- und Schusswunden zu sehen. Der Film lief bereits ganz still und heimlich im März 2017 ungeschnitten in deutschen Kinos mit FSK16. Gleiche Freigabe hat auch die Heimkinofassung erhalten. Der film wird in deutschland vorerst nur auf DVD veröffentlicht. Auf einen HD-Release auf Blu-ray hat man verzichtet.
 
 
 


 
 
 

WOLVES AT THE DOOR – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) Warner Home Video (KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Wolves at the Door; USA 2016

Genre: Horror, Thriller

Ton: Englisch – Dolby Digital 5.1 AC-3, Deutsch – Dolby Digital 5.1 AC-3, Spanisch – Dolby Digital 5.1 AC-3

Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch

Bild: 2.40:1 (16:9)

Laufzeit: ca. 69 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Keine Extras

Release-Termin: 12.10.2017

 

Wolves at the Door {DVD] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

WOLVES AT THE DOOR – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Warner Home Video Deutschland)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Helter Skelter – Nacht der langen Messer (1976)
 
Helter Skelter (2004)
 
The Manson Family (1997)
 
Manson Family Movies (1984)
 
The Manson Family (2003)
 
The Strangers (2008)
 
The Purge – Die Säuberung (2013)
 


Filmkritik: „Beautiful People“ (2014)

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BEAUTIFUL PEOPLE

Story

 
 
 
Drei Einbrecher haben Spaß am Quälen unschuldiger Menschen. Als sie ins das Haus der Familie Pontecorvo einsteigen, erleben sie eine böse Überraschung, denn im Keller lauert das Böse …
 
 
 


 
 
 

BEAUTIFUL PEOPLE – Kritik

 
 
 
Das Horrorgenre ist zwar vielseitig. Dennoch mangelt es seit Jahren an Abwechslungsreichtum, denn die Liste der beliebtesten Subgenres liest sich übersichtlich. So haben seit dem Wechsel ins neue Jahrtausend nicht nur Found-Footage-Streifen Hochkonjunktur. Neben Slasher, Zombie- und Geisterfilmen sind es vor allem harte Home-Invasion-Schocker, die den Zuschauer immer wieder versuchen mit unangenehmen Bildern an die Grenze des psychisch Belastbaren zu treiben. Der Trend geht hin zu perversem Sadismus, denn je doller in diesen Filmen unschuldige Protagonisten gequält, vergewaltigt und terrorisiert werden, desto mehr Zuspruch erhält diese Art des Horrors beim gewalthungrigem Publikum.
 
 
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Es mag ja immer noch Horrorfans da draußen geben, die mit dem Begriff „Home-Invasion“ nichts anzufangen wissen. Denen erklärt Regisseur BRINI AMERIGO mit seinem BEAUTIFUL PEOPLE noch einmal ausführlich, worauf es in Filmen dieses Subgenre ankommt. Es sind mal wieder skrupellose Bösewichte, die in die Häuser friedliebender Familien einsteigen, um deren Leben mit bestialischer Quälerei zu zerstören. Einer derer ist Nibbo (diabolisch verkörpert von DANNY CUTLER), der mit dem kleinen Bruder (ALEX SOUTHERN) und seinem Komplizen Testamento (ALEX LUCCHESI) von Haus zu Haus zieht, um eine blutige Spur der Verwüstung nach sich zu ziehen. Vom ausgeprägten Hass auf Gutbetuchte getrieben macht auch Familie Pontecorvo mit den unwillkommenen Gästen Bekanntschaft. Leider haben sich die Ganoven hier wohl das falsche Anwesen für ihre schändlichen Taten ausgesucht, denn im Keller hält Vater John etwas versteckt, von dem die Öffentlichkeit nichts erfahren soll. Für die Schurken kein Grund nicht doch einmal im Keller nach dem Rechten zu sehen, ohne zu wissen, dass sie mit ihrer Neugierde die Büchse der Pandora öffnen.
 
 
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BEAUTIFUL PEOPLE hätte ein neuer Geheimtipp für Liebhaber derber Home-Invasion-Thriller werden können, denn was hier an kaltschnäutzigen Grausamkeiten gegenüber unschuldigen Familien gezeigt wird ist nicht leicht zu verdauen. Leider schien Macher BRINI AMERIGO darum bemüht gewesen zu sein, sein Debüt aus der Masse an ewig gleichem Folter- und Terrorunsinn hervorstechen zu lassen. Statt klassischen Zu-Hause-Horror abzuliefern verirrt sich der Regisseur im Untoten-Genre und springt auf den immer noch äußerst beliebten Zombiezug auf. Eine unglückliche Entscheidung, die BEAUTIFUL PEOPLE nicht unbedingt förderlich ist. Während in der ersten Stunde das Nervenkostüm des Zuschauers durch Psychoterror überstrapaziert wird, kommt in den letzten 30 Minuten der Holzhammer zum Einsatz. Zwischen Unmengen an Fress- und Splatterszenen verliert der Film schnell an Glaubwürdigkeit auf die zu Beginn penibel geachtet wird, damit BEAUTIFUL PEOPLE möglichst authentisch und unbequem wirkt.
 
 
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Im Keller lauern die Zombies! Warum das so ist, macht keinen Sinn. Die Pontecorvos führen unter ihrem Anwesen mysteriöse Experimenten an Menschen durch und scheinen offensichtlich die Gefahr zu unterschätzen, die da im Untergrund lauert. Natürlich ahnen die Einbrecher von all dem nichts und laufen bei ihren Erkundungsstreifzügen durch das Eigenheim geradezu in den Tod. Schnell sind Türen geöffnet, die eigentlich verschlossen bleiben sollten und der zuvor nicht ungeschickt erzählte Streifen verläuft sich in Absurditäten. Aus dem grimmigen Terrorfilm wird ein plumper Zombie-Gähner, in dem Opfer und Täter zu Gejagten werden, die sich im Überlebenskampf zusammenraffen müssen, um mit vereinten Kräften gegen mutierte Kreaturen kämpfen zu können. Zugegeben, das Make-up und die Effekte stimmen. Leider ist der Fortlauf der Geschichte das wohl Dümmste, was man zuletzt im Genre zu sehen bekommen hat. So wollen vielen Entscheidungen nicht einleuchten, die Protagonisten in ihrer Todesangst treffen. Dass im Finale mal wieder äußerst dick aufgetragen werden muss, verdeutlicht nur die Banalität dieses Machwerks. Abermals läuft alles aus dem Ruder und eine Zombieepidemie bahnt sich ihren Weg um den Globus. Erfahrene Zuschauer sehen da schon die Fortsetzung kommen, schließlich ist es mittlerweile nichts ungewöhnliches mehr, wenn Horrorfilme so lange fortgesetzt werden, bis entweder kein Geld mehr damit verdient werden kann oder sie keiner mehr sehen möchte.

 
 


 
 
 

BEAUTIFUL PEOPLE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
FUNNY GAMES trifft auf DAWN OF THE DEAD – dieser Streifen ist knüppelhart, blutig und kompromisslos. BEAUTIFUL PEOPLE ist genau der richtige Film für jene, die die Tauglichkeit von Horrorstreifen anhand der Grausamkeiten im Film bewerten. Das Debüt des noch unbekannten Regisseurs BRINI AMERIGO ist nicht jedermanns Sache und dürfte bei Fans unbequemer Gewaltorgien auf Zustimmung stoßen. Umso mehr verwundert es, dass der menschenverachtende BEAUTIFUL PEOPLE nicht aus Frankreich kommt, sondern in Italien gedreht wurde. Dennoch, es ist nicht alles Gold was glänzt. Trotz schonungsloser Härte hat der Film ein Problem und das ist der leidlich gelungene Versuch Home-Invasion-Horror mit splattriger Zombie-Thematik zu vermischen. Zwar liest sich der Mix durchaus interessant; die Umsetzung ist jedoch nur bedingt gelungen. Sobald die ersten Zombies über die Mattscheibe schlurfen, wird es haarsträubend und der Film entpuppt sich als Sammelsurium der Absurditäten. Die Protagonisten verhalten sich dämlich und übertriebene Fress- und Splattermomente lassen den bedrohlich-ungemütlichen Ton vergessen, auf den anfänglich noch sehr viel Wert gelegt wurde. Wir meinen: die erste Stunde ist Top – die letzten 30 Minuten ein Flop.
 
 
 


 
 
 

BEAUTIFUL PEOPLE – Zensur

 
 
 
BEAUTIFUL PEOPLE ist ziemlich hart. Menschen werden skrupellos gequält und danach ermordet. Einer der Bösewichte filmt die Grausamkeiten sogar mit seinem Handy. Während sich die erste Filmhälfte mit dem Terrorisieren von unschuldigen Menschen beschäftigt, geht es in der zweiten Filmhälfte reichlich splattrig zugange. Zombies wühlen in Organen und Köpfe werden mit Steinen eingeschlagen. Ungewöhnlicherweise ist der Terrorpart wesentlich ungemütlicher und härter ausgefallen, als die diversen Matscheffekte in der letzten halben Stunde. Weil jedoch im Film äußerst menschenverachtend Protagonisten gequält und sogar Kinder ermordet werden, darf man davon ausgehen, dass BEAUTIFUL PEOPLE in Deutschland keine Freigabe in ungeschnittener Form erhalten wird.
 
 


 
 
 

BEAUTIFUL PEOPLE – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
White Settlers (2014)
 
Deadly Virtues: Love.Honour.Obey. (2014)
 
Hate Crime (2013)
 
Home Invasion (2012)
 
Home Sweet Home (2013)
 
In their Skin (2012)
 
The Aggression Scale (2012)
 
Funny Games (1997)
 
Kidnapped (2010)