Filmkritik: „Friedhof der Kuscheltiere 2“ (1992)

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FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2

(PET SEMATARY 2)

Story

 
 
 
Nachdem seine berühmte Mutter bei einem Filmdreh tragisch umkommt, zieht der traumatisierte Jeffrey mit seinem Vater in die Nähe eines gewissen Friedhofs, der angeblich Tote zum Leben erwecken soll…
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 – Kritik

 
 
So weltberühmt Mary Lamberts erste Filmadaption von Stephen King’s legendärer Haustierhorrorgeschichte auch ist, so wenig hatte ich bisher von Teil 2 gehört – weder als eins der schlechtesten Sequels aller Zeiten, noch als unterbewerteten Klassiker hatte ich je von diesem Film gehört, eben darum war mein Interesse hier also geweckt. Was hatte Frau Lambert dieses Mal nur für eine Vision im Sinn, die Geschichte ohne Romanvorlage weiterzuspinnen? 100 Minuten später entlockt die Antwort auf diese Frage mir schon nur noch ein müdes Gähnen, da sie tatsächlich der unspannendste Part dieses gesamten Projekts ist: Denn rein inhaltlich ist „Pet Sematary 2“ nicht mehr oder weniger als ein ziemlich unmotivierter Nachklapp, ein halbgares Remake mit den exakt selben Storybeats und Abläufen, nur dass es diesmal halt ein Hund statt einer Katze ist und ein Stiefvater statt des Sohnemannes. Wer eine wirkliche Neuheit, eine peinliche full-on-90s-Musikvideo-Inszenierung oder aber gar einen guten Horrorfilm will, der ist hier also definitiv an der falschen Adresse. Da Unterhaltungswert allerdings nicht nur diesen Attributen entspringen kann, schauen wir doch Mal, was es sonst so zu holen gibt.
 
 
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Im stummen Retro-Menü, mit dem alten Coverdesign, aus einer immerhin vorbildlichen Auswahl an Sprachen und Untertiteln den O-Ton samt englischen Subs gefischt, dann startet der Film auch direkt relativ trashig mit einer Titlecard zu Nebel und Blut, dramatischen Geigen und einem Hund mit leuchtenden Augen. In einem alten Schloss wird ein Horrofilm gedreht, weil natürlich wird er das, wir sind schließlich in den Neunzigern und meta und cool und müssen darum direkt mit einer Film-im-Film-Szene anfangen. In dieser wird als Einstieg in die Handlung dann die explizite, ziemlich ausführliche und sadistische Zu-Tode-Elektrisierung von Jeffs Mutter inszeniert, woraufhin der trauernde Jeff mit seinem Vater Chase in ein neues Haus zieht. Seit Teil Eins scheint eine Umgehungsstraße für die wahnsinnigen LKW-Fahrer gebaut worden zu sein, denn von der konstanten Bedrohung Geschwindigkeitsbegrenzungen ignorierender Lastwagenfahrer ist nichts über geblieben – stattdessen erinnert in den ersten Minuten nur ein müder Katzen-Jumpscare an den Vorgänger, sowie das Design des Friedhofs und einige recht erzwungene Querverweise im Dialog. Der Nachbarsjunge Drew sowie sein riesiger, flauschiger, süßer Hund „Zowie“ kommen vorbei und somit steht auch schon überdeutlich fest, welches Tier wohl dieses Mal zum Leben erweckt wird.
 
 
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In einer unerwartet zynischen Szene wird unser Protagonist, der gerade seine Mutter verloren hat, als „celebrity boy“ in der Schule gemobbt, mehr an ein Comicheft denn an den King’schen Kleinstadtbösewicht erinnert in diesen Szenen der Anführer der Mobber, der weder vor der Gefährdung unschuldiger Tiere, noch vor physischer Gewalt zurückschreckt. Als letzte Komponente, jetzt wo der Friedhof und das zu begrabene Tier etabliert sind, fehlt nun noch die wohl größte Stütze des Films: Denn während der Originalfilm ohne Fred Gwynne’s kernige Performance als Jud Crandall nie derselbe gewesen wäre, so lebt gerade „Friedhof der Kuscheltiere 2“ ebenfalls von der zentralen Performance einer Schauspiellegende. So ist es nämlich der seine Frau und seinen Stiefsohn Drew terrorisierende, cholerische Sheriff Gus, gespielt von niemand geringerem als Clancy Brown, seinerzeit noch am Beginn seiner Schauspielkarriere, der in einer furchtbar unnatürlich und erzwungen geschriebenen Szene von null auf 100 schaltet und den Hund erschießt, damit dieser zu unpassendem 90s-Indie-Rock-Grunge und ohne einen Hauch der Atmosphäre des Originals unter ein paar Steinen begraben werden kann. Spätestens wenn Zombie-Zowie dann jedoch für einen kurzen Moment sein Herrchen angrinst und Drew daraufhin einen allzu peinlichen Alptraum davon hat, wie seine Mutter auf einmal einen Hundekopf bekommt, kommt man als Zuschauer dann doch auf die Idee, hier eventuell in eine Falle getappt zu sein.
 
 
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Wollte „Friedhof der Kuscheltiere 2“ etwa nie ein ernsthafter Horrorfilm sein, ist das hier nicht nur schlecht gealtert und darum trashig, sondern auch vor 30 Jahren schon bewusst komödiantisch, drüber und selbstironisch gemeint gewesen? Die Hoffnung stirbt zuletzt, nur ernst nehmen kann man dieses langatmige, vorhersehbare, billig die Stationen des Originals abklappernde Quasi-Remake von jetzt an leider kaum noch. Als wären die Traumszenen nämlich noch nicht peinlich genug, haben diese unglaublich unglaubwürdigen Bullies sich inmitten eines Trinkgelages zu Halloween nämlich minutenlang mucksmäuschenstill auf dem Tierfriedhof versteckt, in der Hoffnung, dass Jeff vorbeikommt, nur um diesen dann mit einer per Seilkonstruktion in den Bäumen hängenden Schaufensterpuppe, die ihn an seine tote Mutter erinnern soll, zu erschrecken. Den Aufwand hinter dieser Aktion muss man sich erstmal vorstellen, leider versucht der Film zumindest diese Szenen aber durchaus ernst zu meinen.
 
 
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Hat man diese Irrsinnigkeit überlebt, folgt die Krone der gekünstelten, unnatürlichen Scriptentscheidungen: Nachdem unser cholerischer Gus, der gerade äußerst unnachvollziehbar und krude den Hund erschossen hat, nämlich die Party sprengt und auch auf dem Friedhof auftaucht, versucht dieser tatsächlich seinen Stiefsohn mit einem Kreuz umzubringen, wird dabei aber von dem Zombiehund angefallen und zu Tode gebissen. Da der Antagonist des Films aber natürlich nicht einfach nach der Hälfte der Laufzeit verschwinden darf, beleben unsere Protagonisten ihn jetzt einfach selbst und freiwillig wieder, indem sie ihn weder finden lassen noch ein Krankenhaus oder seine Frau anrufen, nein, natürlich muss er gefriedhoft werden. Dass sich neben Clancy Brown noch ein junger Edward Furlong als Protagonist, Größen wie Anthony Edwards oder Wilbur Fitzgerald in Nebenrollen, Russell Carpenter – die Cinematografin von u.a. „Titanic“ – hinter der Kamera finden lassen, sich die Regisseurin des Klassen besseren Vorgängers für diesen Film verantwortlich zeichnet – das alles wirkt zu diesem Zeitpunkt kaum noch glaubhaft. Doch ist man auf reinen Unterhaltungsfaktor aus, auf reine Kurzweil und ein möglichst gnädiges Absitzen der restlichen ~45 Minuten Laufzeit, dann wird man von nun an immerhin belohnt: Denn Clancy Brown darf ab jetzt aufdrehen.
 
 

„The dog isn’t sick, it’s dead!“

 
 
Den ganzen Nebenplot um den Hundeblut identifizierenden Tierarzt hätte man sich sparen können, auch profitiert dieser Film nicht von noch mehr Zeit, die einzig darauf verschwendet wird, Verbindungen zu Teil 1 aufzubauen – doch sobald Sheriff Gus Gilbert als untote, charmante, langsam dahin rottende, aber eben auch seiner Frau das Top vom Leib reißende, Sprüche reißende Karikatur einer Bedrohung in den Film tritt, kann man tatsächlich von kurzweiliger Unterhaltung sprechen. Jeglichen Anspruch an Logik erneut aus dem Fenster werfend, wird die untote und meist wortkarge Reinkarnationen des Sheriffs nämlich einfach hingenommen, bevor dieser Streifen sich im letzten Drittel endgültig als nie ernst zu nehmend offenbart. Clancy Brown lacht und wütet und tötet fast schon in Slasher-Manier Teenager, haut One-Liner raus und hat sichtlich Spaß an seiner inzwischen fast schon charismatischen Rolle, rettet, was zu retten ist. Unpassender 90’s Alternative Industrial Rock/Metal läuft, eine Mutter wird mit ihrem Sohn frontal in den Gegenverkehr gecrasht, das Begraben neuer Leichen hört gar nicht mehr auf und die Tonalität ist weit entfernt von jeder Koherenz. Dass sich im tatsächlich halbwegs stimmigen Finale noch einige wirklich starke Effekte verbergen, der Film in dieser Hinsicht allgemein recht hart und ruppig anmuten kann, möchte ich gar nicht bestreiten – nur ist jegliches Zuschauerinteresse an dieser Farce zu dem Zeitpunkt leider schon lange dahin.

 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 – Fazit

 
 
 
3 Punkte Final
 
 
 
Alberner, unnötiger, anstrengender, zäher und vorhersehbarer Nachklapp, der den Vorgänger teils 1:1 kopiert und nur durch einen motiviert-wahnsinnigen Clancy Brown sowie einige Effekte oder WTF-Momente überhaupt noch unterhalten kann.
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 – Zensur

 
 
 
„Friedhof der Kuscheltiere 2“ erschien in den 1990ern in zwei Fassungen: Einmal in der ungeschnittenen FSK18-Fassung und einmal geschnitten mit FSK16. Die ungekürzte Fassung wurde schnell indiziert und stand von 1993 bis 2016 auf dem Index. Am 30.12.2016 wurde die Fortsetzung von der Indizierungsliste gestrichen. Wenig später folgte eine FSK-Prüfung. Die FSK gab den Streifen ungeschnitten für volljährige Zuschauer frei. Im Jahr 2022 wurde das Sequel erneut von der FSK geprüft und erhielt in der ungeschnittenen Fassung eine Freigabe ab 16 Jahren. Diese befindet sich demzufolge auf allen aktuellen Blu-ray und DVD-Auswertungen. Übrigens: Die aktuelle Blu-ray besitzt einen roten FSK-Sticker, obwohl „Friedhof der Kuscheltiere 2“ mittlerweile ungeschnitten frei ab 16 Jahren ist. Das liegt daran, weil auf der Heimkinoscheibe Bonusmaterial zu finden ist, das von der FSK höher eingestuft wurde als der Hauptfilm.
 
 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Pet Sematary II; USA 1992

Genre: Horror, Thriller, Drama, Fantasy

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Französisch DD 2.0, Italienisch DD 2.0, Spanisch DD 2.0, Ungarisch DD 2.0

Untertitel: Deutsch, Chinesisch (traditionell), Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Koreanisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch, Tschechisch, Ungarisch

Bild: 1.78:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 100 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 18.08.2022

 

Friedhof der Kuscheltiere 2 [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE 2 – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Friedhof der Kuscheltiere (2019)
 
Friedhof der Kuscheltiere (1989)
 
Geschichten aus der Schattenwelt (1990)
 
Stephen Kings Nachtschicht (1990)
 

Filmkritik: „Trouble Every Day“ (2001)

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TROUBLE EVERY DAY

Story

 
 
 
Ein frisch verheiratetes, amerikanisches Paar fliegt nach Paris und kratzt dort alte Wunden auf, die alsbald bis in die Gegenwart bluten …
 
 
 


 
 
 

TROUBLE EVERY DAY – Kritik

 
 
Bevor der für mich erste Film der allerspätestens seit „High Life“ weltbekannten, französischen Regisseurin Claire Denis überhaupt wirklich losging, war meine Erfahrung mit „Trouble Every Day“ bereits ein Wechselbad der Gefühle: Das Kölner Label „Rapid Eye Movies“ steht bei mir allein aufgrund der Titelauswahl prinzipiell hoch im Gunst, auch gilt es ein ansprechendes Motiv samt Wendecover zu loben; doch gleichzeitig kommt die schmucklose DVD-VÖ ohne jegliche Extras daher, ohne Szenenauswahl und mit einem langweiligen Menü. Dennoch haben die Kritikerstimmen auf dem Backcover weiter Lust auf das Werk gemacht, ziehen sie doch Vergleiche zu Julia Ducournaus Filmen; schwärmen sie doch von einer „alptraumhaften Bildsprache“.
 
 
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Dass Auteur und Ego-Dekonstrukteur Vincent Gallo hier mitspielt, wusste ich bereits vorher – von Béatrice Dalle’s Rolle (Betty Blue, Inside) allerdings hatte ich noch nicht gehört und ihren Namen dann, zum melancholisch jazzigen Rock der Tindersticks, in Comic Sans MS (!) in den dreiminütigen Opening Credits zu lesen, war dann doch ein durch und durch unerwarteter Einstieg.
 
 

„I’m happy, are you happy?“ – „…“ – „I’m happy.“

 
 
Die ersten Minuten des Films selber starten nun recht kryptisch, wenn auch stimmungsvoll: Ein Pärchen macht leidenschaftlich auf der Rückbank eines Autos herum, Großstadtlichter spiegeln sich im Wasser unter den Brückenbögen, ein Biker sucht Béatrice Dalle’s Charakter in einem blutverschmierten Feld, während langsam die Sonne aufgeht. Ein frisch vermähltes Pärchen, gespielt von Vincent Gallo & Tricia Vessey, sitzt in einem Flugzeug. Dr. Shane Brown (Gallo) erlebt einen Nervenzusammenbruch auf der Flugzeugtoilette und kriegt die Bilder einer blutverschmierten Frau nicht aus dem Kopf. Erzählt wird bereits hier langsam und realistisch, mit unerwartet seltenem Soundtrackeinsatz und langen Takes.
 
 
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Innerhalb der nächsten halben Stunde entwirrt und erklärt sich die Situation jedoch, was eine nahezu erschreckend simple und geradlinige Situation bzw. Story offenbart: Dalle spielt „Coré“, die blutige Frau aus dem Feld, und ist mit Dr. Léo zusammen; dem Biker vom Anfang. Dr. Shane Brown und June Brown sind Amerikaner, die ihre Flitterwochen in Paris verbringen. Doch wieso genau Paris, woher die Flashbacks im Flugzeug, wieso die Vergleiche zu „Raw“ und „Titane“ und woher spritzt wann wessen Blut? Eine einzige weitere Ebene gibt es, die man sich vielleicht nicht denken kann und die ich auch nicht spoilern werde, aus der dieser Film noch so etwas wie Rätsel- oder Verlaufsspannung ziehen kann. Und ja, Paris ist eine immer wieder sehr ansprechend eingefangene, romantische Stadt, die gerade in Kombination mit dem Soundtrack punkten kann. Vincent Gallo kann auch mit wenig Dialog sehr ausdrucksstark spielen und hat eine enorme Präsenz, auch der Rest des Casts kann sich absolut sehen lassen.
 
 
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Doch so klinisch und kalt wie hier in Laborszenen aus Forschungsgründen das Gehirn zerteilt wird, so distanziert gibt sich auch der Film selber und somit war meine Seherfahrung oftmals allzu anteilnahmslos. Es gibt eine ganz bestimmte Szene, die die FSK-Freigabe absolut rechtfertigt und ausreizt, die damals sicherlich für einen kleinen Aufschrei gesorgt hat und grandios getrickst, unangenehm zu gucken ist. Auch ist der Kontrast zwischen eben jener heftigen, schonungslosen Explizität und der zärtlichen, sanften Sinnlichkeit anderer Stellen bemerkenswert und die Mischung, in dieser Form, zumindest anno 2001 sicherlich ziemlich einzigartig gewesen. Doch damit das Finale und Ende ein Schlag ins Gesicht wären, dafür hätte ich vorher mehr investiert sein müssen in auch nur irgendeinen Charakter oder Handlungsstrang – doch durch die teils allzu nüchtern-realistische, teils kunstvolle und elegische, eine simple Story kryptisch erzählende Inszenierung dieser erwachsenen, tragischen und anstrengenden Minimalgeschichte wurde ich leider wirklich nicht warm mit diesen 93 Minuten dramatischer Romanze.

 
 


 
 
 

TROUBLE EVERY DAY – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ruhiger und doch angespannter, schmuckloser und doch ästhetischer, dialogarmer, aber gut gespielter, romantischer, jedoch unterkühlter Paristrip zwischen hingebungsvoller Liebe und drastischem Exzess.
 
 
 


 
 
 

TROUBLE EVERY DAY – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Trouble Every Day“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

TROUBLE EVERY DAY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Rapid Eye Movies (Blu-ray im Digipack)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Trouble Every Day; Deutschland | Frankreich | Japan | Luxemburg 2001

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Englisch DD 5.1, Französisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Digipack

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: BD-Digipack: 05.08.2022

 

Trouble Every Day [Blu-ray im Digipack] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

TROUBLE EVERY DAY – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Rapid Eye Movies)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
In My Skin (2002)
 
Possession (1981)
 

Filmkritik: „Jackass Forever“ (2022)

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JACKASS FOREVER

Story

 
 
 
Hochgesprengte Dixieklos, gebrochene Knochen, würgende Kameramänner – Jackass ist zurück!
 
 
 


 
 
 

JACKASS FOREVER – Kritik

 
 
 

„Hello, I’m Johnny Knoxville. Welcome to Jackass!“

 
 
Als Anfang der 2000er die erste Folge Jackass erschien, hätte man sich nicht erträumen können, was für ein riesiges Franchise, was für einen Hype, was für eine generationenprägende Erfahrung die wilden Stunts, Comedyskits und Ekelaktionen rund um die nun legendäre Jackass-Crew in den folgenden zwei Dekaden erblühen würde. In drei Staffeln und ebenso vielen Kinofilmen, in diversen Nebenprojekten, Shows und Deleted Scenes-Extrafilmen, zwischen MTV-Takeover, Rehabs, Live-Touren und Biografien sind Persönlichkeiten wie Johnny Knoxville, Danger Ehren, Bam Margera, Preston Lacey, Wee-Man, Steve-O usw. zu lebenden Legenden geworden, zu Social-Media-aktiven Weltstars, deren Höhen und Tiefen öffentlich dokumentiert wurden – und was für Höhen und Tiefen es doch gab.
 
 
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Inzwischen, anno 2022, man ahnt es kaum, trifft sich die rüstige Gruppe 50-jähriger Männer für ein vermutlich letztes Mal auf der großen Leinwand wieder und von Anfang an war klar: Wenn hier kein Castmitglied während der Dreharbeiten versterben soll, muss sich zumindest ein bisschen mehr zurückgehalten werden. Neue, junge Crew-Mitglieder sind zwar schön und gut, aber in erster Linie habe ich, als auch mit der Bande groß gewordener, damaliger „Viva la Bam“-Fan, mich auf eine witzige Re-Union alter Freunde gefreut, die Einblicke in ihr Leben geben und denselben pubertären Scheiß machen, wie damals.
 
 

„Almost twenty years ago today, we filmed the original cup test… and now twenty years later we’re still doing the same stupid shit.“

 
 
Und zumindest „pubertär“ beschreibt viele der Stunts, „Witze“ oder Ideen nach wie vor ganz gut, lange – seit des letzten Jackass-Films nämlich – gab es nicht mehr so viele Penisse in Nahaufnahme auf der Kinoleinwand zu sehen, lange nicht mehr so viel nackte, krampfende, lachende, weinende Männer. Von unnötigem Scham oder Zurückhaltung in dem Department kann also keine Rede sein, es wird eklig und stumpf, schmerzhaft und explizit, schlägt einmal allzu sadistisch über die Stränge, wie es eigentlich jeder Film getan hat.
 
 
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Steve-O bricht sich gefühlt fast das Genick, Knoxville kann es auch im höheren Alter einfach nicht lassen, die Bullen zu ärgern, alles beim Alten – und gerade der nostalgische Abspann war eine perfekte Abrundung, da hier nochmal gezeigt wird, wie fast jeder Stunts das Remake einer früheren Idee war. Doch worüber das leider nicht hinwegtäuschen kann, das ist das fehlende, halsbrecherische Gruppenspektakel, für das die älteren Filme auch legendär waren.
 
 

„Concussions aren’t great, but as long as you have them before you’re 50, it’s cool, and Knoxville is 49, so we’re good.“

 
 
Die Skala vieler Aktionen wirkt ein wenig kleiner als zuvor, – vom epochalen Intro abgesehen – was absolut verschmerzbar wäre mit mehr Anekdoten, mehr Interviews, emotionalem Wert, Nostalgie, einem gemeinsamen Zurückgucken oder Besuchen alter Freunde. Doch so spontan sympathisch die neuen Cast-Mitglieder sind, so wenig erfahren wir über sie – und auch die Stammbesetzung hatte in den früheren Teilen zwar kaum Zeit für irgendwelche Interviews bis auf Reaktionen, war damals aber auch nicht 50 Jahre alt, reflektierter denn je, umso spannender als Charakter.
 
 

„He’s about to have 5 gallons of pig cum dumped on him.“

 
 
Ein Blick auf Netflix nimmt einiges dieser Kritik dann allerdings sofort wieder, da dort „Jackass 4.5“ erschienen ist, der nächste Film mit Extraszenen, gelöschten Einspielern, gestrichenen Stunts, usw. – und genau hier gibt es dann auch, im etwas ruhigeren Pace, einige schöne Charaktermomente oder Aussagen, Einblicke in die Behind-the-Scenes und den Prozess von „Jackass Forever“; all das, das ich vermisst habe – und dazu noch einige meiner Lieblingsstunts!
 
 
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Als zusammen genommenes Projekt sind „Jackass Forever“ und „Jackass 4.5“ also ein voller Erfolg, eine kurzweilige Stuntorgie mit verschiedensten Konzepten und Tieren, Star-Cameos und Wettkämpfen, Ekelmomenten und irrsinnig witzigen Reaktionen – als Einzelfilm allerdings, nach all den Jahren, bevorzuge ich zum ersten Mal in meiner Geschichte mit diesem Franchise den „Nachwurf“, einfach da „4.5“ mehr Herz hat, einen mehr auf die gemeinsame Reise dieses Projekts mitnimmt, mehr Kontext liefert statt „nur“ die Stunts. Doch versteht mich nicht falsch – auch wenn ich als jahrelanger Fan keine Tränen in den Augen hatte und darum ein wenig enttäuscht war vom Haupttitel, so ist dieser Film, in der richtigen Runde und Stimmung spätestens, ein spektakulärer Hochgenuss voll gefährlicher Tiere, dummer Entscheidungen, schmerzhafter Momente und schallendem Gelächters vor sowie hinter der Kamera.
 
 


 
 
 

JACKASS FOREVER – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Jackass Forever indeed! Liebevolle, witzige, eklige, kurzweilige, grundsympathische Verquickung leicht nostalgisch anmutender Stunts, Skits und Cameos. Ein großer Spaß für Fans, für den vollen Kontext und Genuss unbedingt zusammen mit „Jackass 4.5“ zu gucken!
 
 
 


 
 
 

JACKASS FOREVER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Jackass Forever“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

JACKASS FOREVER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Paramount Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Jackass Forever; USA 2022

Genre: Unterhaltung, Action, Dokumentation, Komödien

Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Englisch, Finnisch, Französisch, Niederländisch, Norwegisch, Polnisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 1.78:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 09.06.2022

 

Jackass Forever [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

JACKASS FOREVER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Paramount Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jackass: The Movie (2002)
 
Jackass: Nummer Zwei (2006)
 
Jackass 2.5 (2007)
 
Jackass 3D (2010)
 
Jackass 3.5 (2011)
 

Filmkritik: „Shelter – You Will Die To Stay Here“ (2021)

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SHELTER – YOU WILL DIE TO STAY HERE

(SHELTER IN PLACE)

Story

 
 
 
Inmitten der Pandemie verbringt ein frisch verheiratetes Ehepaar ihre Flitterwochen im Hollywood Roosevelt Hotel, das bis auf zwei merkwürdige Angestellte jedoch wie ausgestorben wirkt …
 
 
 


 
 
 

SHELTER – Kritik

 
 
Ich gebe es ganz offen zu, meine Erwartungshaltung an „Shelter in Place“ sah nicht gerade rosig aus: Klar, ein offensichtlich Shining-inspirierter Isolationshorror in einem schicken Hotel könnte auch mit wenig Geld recht mysteriös und stimmig werden – doch gleichzeitig ist nichts langweiliger als ein ideen- und budgetloses Indie-Kammerspiel mit wenigen; dafür talentlosen Darstellern und nur einer öden Location. Dass es nur sechs Kapitel, keine Untertitel oder Extras und das Coverdesign, mit panischer Musik unterlegt, als ein billiges Menü gibt; sorgt erstmal für einen schlechten Ersteindruck – aber für die Veröffentlichung selber kann der Film ja nun nichts.
 
 
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Ein innerhalb weniger Sekunden als fremdgehend, sexistisch und unsympathisch charakterisierter, reicher junger Businessman liegt zwischen Palmen am Pool und versucht mit einer Hotelmitarbeiterin zu flirten, diese hinterlässt ihm aber nur eine Tarot-Karte. Im Aufzug findet er eine weitere Karte, zu sphärischen Chören und elektronischem Rauschen folgt er dem Zimmerservice in einen Raum, nur um kurz danach zu desorientierenden Rufen, schnellen Schnitten und exzellentem Sounddesign blutend durch den Flur zu kriechen.
Ein altes Lied namens „Handsome Man“ ertönt, die dicken, roten Buchstaben der Titlecard erinnern an Retro-Horror und Grindhouse-Cinema, woran der Film sonst allerdings wirklich nicht erinnert.
 
 

„Just the tiny staff & us in this huge place?“

 
 
Zur Quarantäne ist ein junges Ehepaar in ihren Flitterwochen in einem sonst verlassenen, kalifornischen Hotel gefangen und der Film versteht es bestens, das alte Hotel mit herrlichen Lounge/Easy-Listening/Muzak-Soundtracks, Lens-Flares, Vogelgezwitscher und einer schwülen Urlaubsatmo als trügerisches Idyll zu inszenieren, das so bedrohlich nicht wirkt. Die verlassene Lobby ist todschick und bildhübsch eingefangen, die Balken der verzierten Decke sorgen für eindrucksvolle Aufnahmen, fällt das Licht aus, werden die endlos langen, holzvertäfelten Gänge mit dem Shining-Teppich in roter Notfallbeleuchtung angestrahlt, was auch für einige visuelle Schmankerl sorgt.
 
 

„Here’s to the strangest honeymoon ever!“

 
 
Wann immer sich einzig auf unser von Anfang an merkwürdig zerstrittenes, schnell unsympathisch werdendes Pärchen fokussiert wird, verliert der Film allerdings an Tempo und Qualität – das Schauspiel ist bei fast jedem Cast-Mitglied schwankend, erzählt wird wenig, intime Szenen werden harmlos und sinnlich gemeint, durch den übermäßig manipulativ-emotionalen Soundtrack aber allzu schwülstig und gewollt inszeniert. Wo „Shelter“ dafür aber abseits der Technik des Ganzen noch punkten kann, das ist die subtile Inszenierung mysteriöser Schreckensmomente: So wird das Erschrecken in diesem unbekannten Indiefilm an direkt zwei Stellen des ersten Akts dem Zuschauer überlassen, ganz ohne Audio-Cue oder Zoom auf den eigentlichen Horror, und dadurch umso furchterregender.
 
 
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Sarah sieht nachts Gestalten über ihrem Bett oder im Flur, ganz ohne sich zuziehende Türen oder nerviges Klopfen; John hingegen bleibt eine lange Zeit verschont von dunklen Vorahnungen oder Angstzuständen und versucht stattdessen mit der schweigsamen, leicht merkwürdigen Maid Adela zu flirten, wobei er sich allerdings zunehmend zum Affen macht. Doch was hatte Adela nachts mit dem nackten, alten Mann gemacht und warum ist Raum 508 immer abgesperrt? Die richtig hübsch designte und gefilmte Küche birgt ein scheinbar sehr wichtiges Telefon, der hünenhafte Butler Ty begrüßt John für ein Gespräch zu zweit an seiner Bar, was erneut sehr an Kubricks Meisterwerk erinnert – nur mit dem Unterschied, dass Brendan Hines kein Jack Nicholson ist und sein überzeichnet arroganter, unsympathischer Charakter wie aus einem Joel Haver-Sketch entsprungen scheint. Bei allem Verständnis für blanke Nerven nach zwölf Tagen missglückten Flitterwochen und Quarantäne – wie wenig Empathie Joe für seine frisch geheiratete Frau hat, ist absolut unnachvollziehbar.
 
 
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Weitere auf der Stelle tretende Füllerszenen mit Beziehungsschnickschnack würden die Nerven des Horrorfans allzu sehr belasten, würden die Winkel, Einstellungen, Spiegelungen und Beleuchtungen der jeweiligen Settings nicht stets überzeugen. Ein wenig überdramatisierte, beide Charaktere wenig nachvollziehbar formende, kaum mitreißende Beziehungsödnis in hübschen Bildern gilt es noch zu ertragen, dann aber wird die Hälfte der Laufzeit mit einer nächtlichen Erkundung eingeläutet, die sich inszenatorisch sowie atmosphärisch wahrlich sehen lassen kann. Statt die weitere Erkundung des Hotels jetzt allerdings mit dunklen „Buh!“- Szenen und langsamen Taschenlampenschwenks zu füllen, begnügt sich „Shelter“ stattdessen nicht mit schnell abgehandelten Genreklassikern oder ästhetischen Poolszenen – die es aber auch gibt – sondern spricht die offensichtlichste Vermutung direkt an und verläuft anschließend anders, als man es vielleicht meinen sollte. Durch versteckte Gänge, rotes Licht, ein altes Hotel und die Grundstimmung wird man immer wieder an Argento-Einflüsse erinnert, genretechnisch befinden wir uns, wie durch viele Andeutungen aber keine wirkliche Explizität, geflüsterte Geheimnisse, aber keine echten Antworten, auch vielmehr im Mystery-Thriller- denn Horror-Bereich.
 
 
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Das schnelle Maintheme, welches im Menü noch wenig Effekt auslösen konnte, setzt nun erneut ein und erstmalig treibt es richtig an, vermischt sich mit ernsthaft gruseligen, summenden und singenden Stimmen, während im Hintergrund eine Gestalt entlang huscht. Hauptdarstellerin Tatjana Marjanovic findet im Verlauf des dritten Aktes zu richtiger Stärke, auch inszenatorisch dreht der Film mit einer Suspiria-Gedächtnispose im Finale als schöne Hommage, klinisch weißen Gängen mit kontrastierenden Kostümen, unangenehm blutig-brutalen, kryptischen Foltermethoden und in voller Lautstärke singenden Frauenchören im dritten Akt nochmal richtig auf. Es gibt originelle, unübliche und witzige Charaktermomente sowie -entscheidungen zu loben, Anflüge einer sozialkritischen Message sind mir auch nicht verborgen geblieben und ja, als Gesamtwerk war „Shelter“ deutlich besser, spannender, professioneller und gelungener, als erwartet. Das Ende ist durchaus böse, mutig, unerwartet und kann interpretiert werden, es könnte alles so gut sein.
 
 
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Nur leider, leider schleichen sich auch immer wieder arg billig aussehende Momente ein; Charakterentscheidungen, die keinen Sinn ergeben; Dialogzeilen und Betonungen, die man einfach nicht glaubt – und zusammen mit dem langsamen Pacing, pärchenlastigen ersten zwei Akten und einer größtenteils fehlenden Auflösung reicht das leider schon völlig aus, um diesen Film zwar einmalig zu genießen, aber kein weiteres Mal gucken oder lieben zu können.
 
 


 
 
 

SHELTER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Technisch hochwertiger, hübsch fotografierter, stellenweise sehr atmosphärischer oder gar gruseliger Mystery-Thriller mit guten Ideen und starkem Sounddesign, der regelmäßig unter seinem durchwachsenen Script und seinen schwankenden Performances leidet.
 
 
 


 
 
 

SHELTER – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Shelter – You Will Die To Stay Here“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Wegen einigen von der FSK höher eingestuften Werbefilmchen zu anderen Titeln des Anbieters auf der Disc, befindet sich auf selbiger ein roter FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

SHELTER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Shelter in Place; USA 2021

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 89 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonus: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 29.07.2022

 

Shelter – You Will Die To Stay Here [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

SHELTER – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Night – Es gibt keinen Ausweg (2020)
 

Filmkritik: „Ash & Dust“ (2022)

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ASH & DUST

Story

 
 
 
In der verschneiten, ländlichen Umgebung Kanadas startet eine Spirale der Gewalt, nachdem ein junger Mann eine altes Schatzkästchen findet.

 
 
 


 
 
 

ASH & DUST – Kritik

 
 
Als großer Fan langsamer, unzugänglicher, kryptischer und dialogarmer Arthouse-Filme, die in erster Linie durch ihre einprägsamen Bilder oder ihre Atmosphäre überzeugen, war ich doch eigentlich sehr glücklich, diesen kanadischen Indie-Thriller rezensieren zu dürfen. Auf der deutschen Blu-ray ist schließlich von einem einzigartigen Filmerlebnis die Rede, von einem „intensive[n] Film, düster und grossartig!“. Und auch die vage auf dem Backcover erzählte Rachestory in farbentsättigter, verschneiter Umgebung, klang genau so, wie ich mir einen solchen Streifen wünschen würde.
 
 

„You can’t outrun faith!“

 
 
Vielleicht ein Hauch Fargo-Feeling, sollte sich „Ash & Dust“ nicht zu ernst nehmen, vielleicht aber auch eher eine dauerhaft angespannte, authentische Thriller-Storyline wie in „Wind River“, was sollte mich nur erwarten? Würde der Film gar so poetisch, eigensinnig und Cormac McCarthy-esk wie „Hold the Dark“ werden? Alles noch gut möglich nach dem leicht billig wirkenden, inhaltlich aber perfekt passenden Intro: In entsättigten Bildern wird festgehalten, wie ein verwundeter, am Bein blutender Mann durch die verschneite Landschaft rennt, dann folgt ein zylindertragender Reiter und erschießt ihn, schnappt sich eine kleine Schatulle.
 
 

„Before you embark on a journey of revenge, dig two graves.“

 
 
Nach diesem durchaus interessanten, wortkargen Einstieg geht es weiter im Hier und Jetzt mit dem weiblichen Sheriff einer Kleinstadt, die mitten auf einem Feld eine gekreuzigte, brennende Leiche findet. Ein tiefer Männerchor röhrt dazu im Soundtrack, kein Wort wird gesprochen und die Opening Signals einen schweigsamen, metaphorischen Rachedramas mit ggf. leicht übernatürlichem Einschlag verfestigen sich. Ein junger Mann mit schwangerer Freundin schaufelt ein Grab für seinen frisch verstorbenen Hund, dabei stößt er auf die mysteriöse kleine Box/Schatulle vom Anfang. Derweil wird im anderen „Handlungs“pfad eine weitere Leiche entdeckt, mit aufgeschossener Brust. Eine Szene später lebt besagte Leiche allerdings noch, da sich langsam aber sicher die achronologische Erzählstruktur von „Ash & Dust“ offenbart, die zusammen mit dem ausbleibenden Dialog, dem quälend langsamen Pacing und der demotivierenden, farblosen und eintönigen Farbpalette endgültig dafür verantwortlich ist, dass man maximal distanziert zu dem Geschehen bleibt. Auch wenn man noch folgen kann, ist alles dermaßen unterkühlt, monoton, oft gesehen und egal, dass jede Chance auf einen neuen „Blue Ruin“ oder auch nur einen durchschnittlichen Gangster-Rachethriller mit Arthouse-Faktor in Rekordzeit vergessen werden kann. Nach 20 Minuten dieses prinzipiell kurzweiligen 84-Minüters hatte ich bereits den Verdacht, dass dieser Film zwar recht atmosphärisch und ganz hübsch auf der Oberfläche ist, nur eben auch unfassbar leer und langweilig dahinter. Aber trotzdem habe ich natürlich noch jede Chance gegeben, hier mehr als einen bemüht minimalistischen, lieblosen Amateurfilm zu sehen – doch dann folgt innerhalb von 15 Minuten die volle Breitseite an dem, dass hier alles nicht klappt.
 
 
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Nachdem wir mit einem einzelnen, kleinen Brocken Backstory vertröstet werden, um auch nur irgendwie am Ball zu bleiben – so wurde die frühere Partnerin unserer weiblichen Protagonistin scheinbar von einer Gang umgebracht – startet eine abermals dialoglose Montage mehrerer Charaktere, die ich kaum kenne und die mir völlig egal sind, dabei, wie sie zu trauriger Klaviermusik bedröppelt gucken, Alkohol trinken oder rudimentären Tätigkeiten nachgehen. Das überstanden, wird ein bärtiger Mann irgendwo im Wald gefoltert; was wohl möglichst hart und schonungslos wirken soll, aufgrund peinlichst unpassender Stock-Sounds aber nur trashig rüberkommt. Auch dabei ist ein Antagonist mit Augenklappe, der an bewusst selbstironische Astron 6-Retrovideos erinnert, aber nicht an irgendeinen auch nur ernst zu nehmenden Charakter oder Film. Und dann, um den Vogel abzuschießen, belohnt dieser unsägliche Blödsinn den ambitionierten Zuschauer noch mit dem mit Abstand miesesten CGI-Tier, das ich in einer langen Zeit gesehen habe. Schallendes Gelächter machte sich breit, denn selbst „The Asylum“, die sich zumeist Welten weniger ernst nehmen, hätten hier einen besseren Job geleistet. Wie dieser Effekt in dieser Form im Film bleiben konnte, ist mir wahrlich schleierhaft – aber immerhin gab es einen kurzen Grund, unterhalten zu sein. Unterhaltung bleibt ansonsten nämlich, ihr könnt es euch schon fast denken, gehörig auf der Strecke. Das wäre bei einem bewussten Brechen von Genrekonventionen, bei einem spektakulär gefilmten oder editierten, oder erzählten Film mit irgendeinem bemerkenswerten Soundtrack auch vielleicht noch in Ordnung, gäbe es hier starke Dialoge oder Charaktere oder Actioneinlagen, Spannung, Gewalt, Erotik, beeindruckende Naturpanoramen, auch nur IR-GEND-WAS als letzten Strohhalm, an den man sich als verwirrter, wahlweise unter- oder überforderter, so oder so aber desinteressierter Zuschauer noch hängen kann.
 
 

„Just tell us where is is and nothing bad happens.“

 
 
Doch dem ist nicht so, bei weitem nicht. Langeweile regiert, Langeweile in optischer Form durch farbentsättigte, ewig grau ausgewaschene, eintönige Bildkompositionen und Settings, inhaltliche Langeweile durch eine simple, konsequenzlose, achronologische Geschichte mit einem Minimum an Dialogen oder Charakteren, für die man sich auch nur annähernd interessiert. Zeit für röhrende Chöre, die in Zeitlupe abgespielte Aufnahmen metaphorisch aufladen sollen, findet dieser Streifen jederzeit – aber wieso einen irgendwas davon kümmern sollte, bleibt schleierhaft.
 
 
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Als Kurzfilm hätte sich „Ash & Dust“ vielleicht noch retten können, da ein unerklärtes Mysterium mit ein paar hübschen, unverbrauchten Bildern für ein paar Minuten Unterhaltung auf jeden Fall reichen kann – doch selbst mit knapp bemessenen 81 Minuten zieht sich diese lachhaft austauschbare, charakterlose Crime-Tale wie Kaugummi, wird zum Finale hin noch einmal richtig absurd und dümmlich, auf Krampf artistisch, in letzter Instanz peinlich
 
 


 
 
 

ASH & DUST – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
Träger, anstrengender, monotoner, langweiliger und ideenloser Pseudo-Arthouse-Drama-Thriller mit einer hässlichen Fassade, unter der sich ein billig inszeniertes Vakuum statt einer Story befindet. Durch ein Fehlen von Charakteren, Subtext, Dialog oder vernünftigem Pacing leider absolut ungenießbar.
 
 
 


 
 
 

ASH & DUST – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Ash & Dust“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Wegen einigen von der FSK höher eingestuften Werbefilmchen zu anderen Titeln des Anbieters auf der Disc, befindet sich auf selbiger ein roter FSK-Sticker.
 
 
 


 
 
 

ASH & DUST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ash & Dust; Kanada 2022

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2,39:1 | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonus: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 24.06.2022

 

ASH & DUST [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

ASH & DUST – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei I-ON New Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stay Out Stay Alive (2019)
 

Filmkritik: „Violation“ (2020)

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VIOLATION

Story

 
 
 
Eine unglücklich mit ihrem Mann zusammen lebende Frau trifft sich mit ihrer entfremdeten Schwester und deren Freund in idyllischer Naturumgebung, wobei alte Narben wieder aufreißen.
 
 
 


 
 
 

VIOLATION – Kritik

 
 
Der Orchestersoundtrack stimmt an Opern oder klassische Musik erinnernde Melodien an und unterlegt damit die ersten Einstellung eines nebligen Sees im Wald, deren Schärfebereich sich langsam verlagert. Anschwellende Vogelgesänge und Zeitlupenaufnahmen eines unfassbar hübschen Wolfes gesellen sich dazu, vermitteln eine Arthouse-Atmosphäre und Naturverbundenheit, bevor Donner einsetzt und Unheil androht.
 
 
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Angespannte Klänge untermalen nun eine ansonsten stille Autofahrt, verschnitten mit hübsch komponierten, künstlerischen Umgebungsaufnahmen. Ganz im Kontrast zu der auf Eis liegenden Stimmung im Auto des scheinbar unglücklichen Paars steht nun die ausgelassene, freundliche Atmosphäre der Gastgeber; eines jungen Pärchens mit Grundstück direkt am Wald. Die folgenden Szenen charakterisieren unsere Protagonistengruppe nun durch natürliche, glaubhafte und realistische Einstellungen sowie Dialoge, Diskussionen und Andeutungen, präsentiert abermals mit klassischer Musik, gespiegelten Shots, symmetrisch durchkomponierten Bildern der herumtollenden, zu zweit durch den Wald ziehenden, grillenden oder den Trip aufgrund einer langsam kippenden Stimmung verlassen wollenden Handlungsträger. „Handlung“ ist dabei auch ein gutes Stichwort, denn wenn nach knapp einer halben Stunde erstmalig überdeutliches Foreshadowing kommt und durch aufbrausende Geigen erstes Konfliktpotential entdeckt wird, scheint die Richtung schon recht eindeutig – nur bleiben dem Film zu diesem Zeitpunkt noch etwa 80 Minuten für den Ablauf der geteasten Ereignisse und wem das deutlich zu lang vorkommt, der liegt leider wirklich nicht falsch: Denn „Violation“ kann zwar für etwa eine halbe Stunde gewinnbringend seine Charaktere aufbauen, den Konflikt etablieren und in einer sehr langen, unerwartet mutigen Szene für Spannung sorgen – hat danach aber auch wirklich mit enormer Überlänge zu kämpfen.
 
 
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Die Erzählstruktur dieses Films sorgt nämlich dafür, dass sowohl die Frage nach dem „Was?“ als auch die nach dem „Warum?“ nach weniger als der Hälfte der Laufzeit beantwortet werden, was nur noch weniger interessantes Füllmaterial, Nebenstränge, Detailfragen und natürlich ewige, elegische Zeitlupenszenen mit Chorsoundtrack zur Zwangsästhetisierung lässt, um die restliche Stunde zu füllen. Und während die Aufnahmen des Wolfs zu Beginn des Films noch charmant waren und punkten konnten, hat jede weitere nichtssagende, den Plot auf oberflächlichste Weise metaphorisch noch einmal und noch einmal wiederkauende „Arthouse“-Szene mich später nur noch zum Augen-aus-dem-Kopf-Rollen gebracht. Wann immer die Geschichte sich erzählt, nimmt sie sich viel Zeit für realistische und lange Dialogszenen – diese wären jedoch nur dann clever oder spannend, wüsste man nicht schon längst, worauf das Ganze hinauslaufen wird. Dass die tragisch-unangenehme Schlüsselszene des Films dann noch erneut so ästhetisch und „erhebend“ inszeniert wird, ist dabei nicht ganz unproblematisch, kann ohne Spoiler aber nicht sinnvoll ausdiskutiert werden.
 
 
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Die Mischung aus ätzend langsamer Arthouse-Überinszenierung, extrem vorhersehbaren – sowie zu dem Zeitpunkt bereits belanglosen – Dialogszenen, einigen schwer nachvollziehbaren Entscheidungen in Schlüsselmomenten und einer immer wieder zu nüchternen, ruhigen und distanzierten Erzählhaltung ist es also, die dafür gesorgt hat dass dieser Film bei mir leider größtenteils für Langeweile gesorgt hat und so gar nicht wirken konnte. Was das jedoch keinesfalls heißen soll, dass „Violation“ ein handwerklich, technisch schlecht gemachter Film sei – das Editing ist zweckdienlich und teils sehr pointiert, die Bilder sind immer wieder überzeugend, das Sound-Design wirkt professionell. Auch der Cast überzeugt durch die Bank weg, gerade Hauptdarstellerin und Regisseurin Madeleine Sims-Fewer liefert eine mitreißende und persönlich wirkende Performance, aber auch Anna Maguire und Jesse LaVercombe wissen ihren Rollen Leben und Charakter einzuhauchen, ohne dass man es hier nur mit sympathischen, nachvollziehbaren Stereotypen zu tun hätte.
 
 
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Fans simpler, aber psychologisch unterfütterter und hochwertig produzierter Dramen mit Genreeinschlag können „Violation“ also sicherlich mal eine Chance geben, denn wirklich im Argen liegen hier nur das Script sowie eine Szene, was beides subjektiv ist. Von Filmfehlern, einem allzu unrealitischen Plot oder misslungenen Effekten kann hier keine Rede sein – mir hat die Struktur aber trotzdem den Genuß genommen.
 
 


 
 
 

VIOLATION – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Überlanger, erst zu viel zu schnell, dann zu wenig zu langsam erzählender Drama-Thriller mit einigen hübschen Bildern und überzeugend gespielten Parts. Dennoch, wenn ich noch eine verdammte nichtssagende Zeitlupenszene mit Chor im Hintergrund erdulden muss, wars das endgültig mit meiner Toleranz für minimalistische, hochpolierte Langweiler.
 
 
 


 
 
 

VIOLATION – Zensur

 
 
 
„Violation“ wurde im April 2022 erstmals in Deutschland in vier Mediabook-Auflagen veröffentlicht. Diese waren FSK-ungeprüft und ungeschnitten. Mitte Juli 2022 erschien die von der FSK geprüfte Kaufhausfassung im günstigeren KeepCase. Die darin enthaltene Fassung ist ebenso ungeschnitten und frei ab 18 Jahren. Angesichts einiger sehr realistischer Gewaltmomente in Zusammenhang mit Rache-Thematik mutet es seltsam an, dass „Violation“ eine ungeschnittene FSK-Freigabe erhalten hat. Offenbar hatte die FSK einen guten Tag. Vor einigen Jahren wäre ein Film wie „Violation“ niemals komplett durch die FSK gekommen.
 
 
 


 
 
 

VIOLATION – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Nameless Media | Eurovideo Medien (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Nameless Media (Blu-ray + DVD im Mediabook – jeweils auf 444 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Violation; Kanada 2020

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 107 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase, Mediabook

Extras: Blu-ray gemastert von einem 4K Master, Redband-Trailer, Greenband-Trailer, Treffe die Filmemacher, zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet

Release-Termin: Mediabooks: April 2022 | KeepCase: 14.07.2022

 

Violation [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

VIOLATION – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Nameless Media | Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Autumn Blood – Die Zeit der Rache (2013)
 
Elle (2016)
 
Get My Gun – Mein ist die Rache (2017)
 

Filmkritik: „Was geschah mit Bus 670?“ (2020)

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WAS GESCHAH IM BUS 670?

(IDENTIFYING FEATURES | SIN SEÑAS PARTICULARES)

Story

 
 
 
Nachdem ihr Sohn vor Jahren auf seinem Weg nach Amerika verschwunden ist, beschließt eine trauernde Mutter sich selbst auf die Suche zu machen.
 
 
 


 
 
 

WAS GESCHAH IM BUS 670 – Kritik

 
 
Das Langfilmdebüt der mexikanischen Regisseurin Fernanda Valadez nutzt einen Begriff aus der Forensik als Originaltitel, um den ansonsten ggf. nichtsahnenden Zuschauer bereits zu warnen. Dieser Film ist nicht an Action, Rache oder kurzweiliger Befriedigung des Zuschauers interessiert, weniger noch als „Catch the Fair One“ – Fuß- und Fingerabdrücke oder Zähne zur Identifikation einer Leiche, dann noch im Kontext mit einer Busreise und Mexiko als Handlungsort – die grausame Realität unfassbar brutaler Gangkriminalität, die auch schon publikumswirksam in z.B. „Sicario“ inszeniert wurde, wird hier wohl im Fokus stehen. Doch ähnlich wie das exzellente chilenische Rachedrama „To Kill a Man“ ist auch der vorliegende Film von leiser und zurückhaltender Natur, deutlich interessierter an den Menschen und Stimmungen, Lichtern und Bildern und realistisch auswegslosen Situationen, an der Sozialdynamik des Landes und den Konsequenzen der Umstände, denn an der Struktur der Gangs oder einer Stilisierung der eigentlichen Gewalt.
 
 
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Es beginnt mit langen Einstellungen nebliger Felder mit fahlem Lichteinfall, mit atmosphärischen und zurückhaltenden Opening Signals. Magdalena wird von ihrem Sohn informiert, dass dieser sich mit seinem Freund Rigo in einem Bus über die Grenze bewegen will, Rigos Onkel hätte in Arizona wohl Jobs für die beiden. Zu diesem Zeitpunkt präsentiert sich der Film noch besonders still, komplett ohne Soundtrack und mit spärlichem Sounddesign ausgestattet, wirken einige Szenen, mit einem Voiceover der trauernden Magdalena untermalt, nahezu dokumentarisch. Die Polizei kann nichts unternehmen, nach der nüchternen und soundtracklosen Titlecard geht es mit ungeschönten Nahaufnahmen einer Augen-OP weiter. Jahre nach dem Vorfall wird die Mutter von Diego, eines anderen Jungen aus dem Bus, kontaktiert, sie solle doch bitte eine gefundene Leiche identifizieren – und auch Magdalena lässt sich zum gefährlichen, von Bandenkriminalität dominierten Grenzbereich fahren, um dort nach ihrem Sohn zu suchen. Eine Blutprobe wird abgegeben, Kleidungsreste müssen durchgeguckt werden, in der steten Angst die selbst gepackte Tasche entdecken zu müssen, da die Leichenreste bis zur Unkenntlichkeit verbrannt wurden.
 
 

„Ich werde nicht zurückkommen, bis ich ihn gefunden habe.“

 
 
Sobald die beiden trauernden Mütter des Films aufeinandergestoßen sind und sich nach einem recht langen, nüchternen und sich auf realistische Weise Zeit nehmendem ersten Akt also die bisherigen Protagonistinnen verbündet haben, geht es zu einem anschwellenden, dröhnendem Soundtrack zur Grenze, wo ein junger Mann namens Miguel soeben zurück nach Mexiko abgeschoben wurde. Die eindringliche Orchesterkomposition untermalt die langen Tracking Shots des verlorenen Mannes, wie malerische, unscharfe Einstellungen nächtlicher Lichtquellen im Hintergrund zu erzählen wissen. Nach rund einer halben Stunde präsentiert „Identifying Features“ dann erstmalig Genreelemente eines düsteren Thrillers, da Magdalena bei ihren Versuchen, mit einem Busfahrer zu sprechen, nicht nur zurückgewiesen wird und auf taube Ohren stößt, sondern sogar eine eindringliche Warnung erhält, bloß zurück zu fahren und nicht weiter in dieser menschenfeindlichen, von Gangs kontrollierten Umgebung herumzustochern oder nach unbequemen Wahrheiten zu suchen. Von Gang-Mitgliedern, Bandenkriminalität oder Details des üblichen Tathergangs wird übrigens nie weiter gesprochen, denn auch ohne eine Thematisierung im Dialog ist das Machtverhältnis zu jedem Zeitpunkt eindeutig, die Angst vor Gewalt omnipräsent und die Mimik und Gestik der Überlebenden angespannt, ängstlich und kleinlaut.
 
 
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Ein wiederholtes Stilmittel in den Dialogszenen ist es dabei, dass die Kamera einzig Magdalenas Reaktionen und Mimik zeigt, nicht aber ihr Gegenüber – dies ist eine persönliche Geschichte über Schmerz, Trauer und Verlust und keine, die an kernigen Nebencharakteren oder klassischen Shot/Gegenshot-Inszenierungen interessiert ist. Die nächsten Stationen der mutigen Mutter sind ein Migrantenheim zum Unterkommen und ein weiteres Treffen mit Jemandem, der wohl Informationen über die vermissten Busse und Passagiere hat. Doch nicht, bevor wir zurück in Miguels Perspektive schneiden – dieser reist per Anhalter mit anderen deportierten Mexikanern auf der Ladefläche eines Pick-Up-Trucks, wird statt von der Polizei allerdings von einer bewaffneten Straßengang-Patrouille angehalten und in einer höchst anspannenden Szene missgünstig beäugt. Nahezu nebensächlich erzählte Details, wie dass die Gang die letzten x Bürgermeister der lokalen Großstadt umgebracht haben, intensivieren solche Einstellungen ganz ohne einen manipulativen Soundtrack oder effekthascherisches Editing noch auf sinnvolle Weise.
 
 
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Nach etwa der Hälfte des Films ist es dann eine alte Kirche, in der unsere beiden hoffnungslosen Protagonisten/innen stranden und sich gegenseitig finden. Miguel war fünf Jahre in Amerika, hatte keine Möglichkeit sich zu melden und sucht nun das Haus seiner Mutter – Magdalena hingegen vermisst seit Jahren ihren Sohn. Gemeinsam streifen die beiden trauernden Opfer ihrer gewalttätigen Umstände durch die Wüste, auf der Suche nach Wahrheit, Empathie, Puzzlestücken – doch wer jetzt den Wandel zum herzerwärmenden „Feel-Good-Film“ nach Hollywood-Formular erwartet, der hat wohl kurz den Realitätsanspruch dieser Geschichte vergessen. Auf ihrem Weg ins Herz der Dunkelheit scheint „La Fragua“ die letzte Station zu sein – Magdalena müsste um einen ganzen Damm herum laufen um dorthin zu gelangen, doch ein Fischer nimmt sie in seinem Boot mit. Die Schlüsselszene des Films, die das (in Deutschland) titelgebende „Mysterium“ aufklärt, ist dann besonders filmisch stilisiert und ununtertitelt, gleichzeitig aber auch absolut alptraumhaft, rau und intensiv. Einen wirklichen Angriff auf die Sinne oder auch Angst vor explizit gezeigten Gewalttaten muss man hier nicht haben, von einer filmischen Wucht und mitreißend schonungslosen Inszenierung kann jedoch trotzdem die Rede sein.
 
 
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Gerade im Zusammenspiel mit und Kontrast zu den hübschen Aufnahmen von Wasserspiegelungen im fahlen Sonnenlicht und zurückhaltend benutzten Songs eine Szene, die sich absetzt und einbrennt – doch das ist noch nichts im Vergleich zum direkt hiernach einsetztendem Finale, aufgrund dessen Schonungslosigkeit und Emotionalität einem in mehrerlei Hinsicht defintiv die Spucke wegbleiben kann. Am Ende des Tages ist „Sin Señas Particulares“ ein wichtiger und effektiver Film, der mit seinem langsamen Tempo und seiner ruhigen Grundstimmung zwar in erster Linie an Realismus interessiert scheint, nichtsdestotrotz durch den Cast, die exzellente Kameraarbeit und Lichtstimmung sowie durch den Soundtrack zu betören und eindrucken weiß, bevor einem der Boden gekonnt unter den Füßen weggezogen wird.
 
 


 
 
 

WAS GESCHAH IM BUS 670 – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Stilles, subtiles, technisch hochwertiges Drama über Verlust und das Finden eines Abschlusses im Angesicht unmenschlicher Brutalität.
 
 
 


 
 
 

WAS GESCHAH IM BUS 670 – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von „Was geschah mit Bus 670?“ ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

WAS GESCHAH IM BUS 670 – Deutsche DVD

 
 
 
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(c) MFA+ Cinema (DVD im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Sin Señas Particulares; Mexiko | Spanien 2020

Genre: Drama

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,39:1 (anamorph / 16:9)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: KeepCase: 10.06.2022

 

Was geschah mit Bus 670? [DVD im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

WAS GESCHAH IM BUS 670 – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei MFA+ Cinema)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
To Kill a Man – Kein Weg zurück (2016)
 

Filmkritik: „Jungle Warrior“ (2017)

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JUNGLE WARRIOR

(TOMBIRUO)

Story

 
 
 
Ein deformierter, mit übernatürlichen Kräften ausgestatteter Dschungelheld rächt den Tod seines Vaters.
 
 
 


 
 
 

JUNGLE WARRIOR – Kritik

 
 
Wer bei dem Cover und Titel dieser Produktion spontan an einen malaiischen Tarzan denkt, der wird durch das epische, wenngleich auch billige Menü mit Zeitlupenaction und beeindruckenden Landschaftsaufnahmen so halb bestätigt – klar, im Dschungel spielt der Film und dass ein einzelner Protagonist dort lebt, mutet erst einmal ähnlich an. Doch die Tierwelt ist in „Tombiruo“ mal so gar nicht wichtig, von Lianen wird sich nicht geschwungen und so actionlastig dürfte Tarzan auch nie gewesen sein – was genau verbirgt sich hier also?
 
 

„In diesem Dschungel lebt ein Dämon.“

 
 
Es statet mit malerischen Naturaufnahmen und einer mediokren CGI-Libelle, dann folgt direkt Tombiruos Hintergrundgeschichte (Kampf im Regen, seine Mutter wurde vergewaltigt, die Hebamme rettet noch das Baby) sowie die Information, dass es sich tatsächlich um eine Romanverfilmung handelt. CGI-Baumwurzeln (oder doch Lianen) holen das Boot mit dem Baby zu sich, der Wald beansprucht diesen Krieger, in dem „ein Sturm wütet“, also für sich. Viel Voiceover einer alten Schamanin prophezeit Großes für unseren jungen Helden, sein Ziehvater reicht ihm nun seine leider eher lächerliche als ikonische Holzmaske, um den epischen neunminütigen Opener des Films zu beenden.
 
 

„Du hast das Gesicht der Götter!“

 
 
Na wenn das so ist, wieso dann die Maske? Wie dem auch sei, ganze 10000 Menschen sollen mal eben für ein „umstrittenes Dammprojekt“ umgesiedelt werden, der Firmenboss ist demnach natürlich böse und reckless, gleichzeitig wird auch noch ein Dorf angegriffen und Tombiruo eilt freilich zur Rettung herbei. Das Maß an Zerstörung, die Kameraarbeit und die Choreographien können sich in dieser Szene sogar sehen lassen, einzig die alle paar Sekunden zum letzten Schlag einsetzende Zeitlupe hat (bewusst?) einen sehr künstlichen Videospiel-Charakter, da es wirklich ein genau so funktionierendes System in zahlreichen Brawlern gibt. Tombiruo’s Dschungel/Ziehvater wird hinterrückt erschossen, Blutspucken in Zeitlupe folgt, tosende Trompeten setzen ein, der ganze Wald bebt im Angesicht dieser schreienden Uungerechtigkeit. Das Haus brennt lichterloh und ich dachte schon das wars mit der Actionsequenz, stattdessen springt unser Held nachfolgend noch mir-nichts-dir-nichts auf ein fahrendes Auto, prügelt sich während der Fahrt routiniert rein, steckt problemlos alles an Verletzungen weg und lässt seine CGI-Wurzeln dabei natürlich noch helfen.
Das wäre in einer „Asylum“-Produktion z.B. eine furchtbar hässlich und anstrengend editierte Szene mit miesen Effekten und ohne jeden Körperkontakt, hier aber war ich tatsächlich überraschend unterhalten und angetan von der technischen Grundkompetenz die dieser, für mich völlig aus dem Nichts kommende, Titel doch aufweisen kann.
 
 
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Ein echtes Auto crasht endlos rotierend den grünen Hügel runter, eine junge Reporterin wird als erwartete, weitere Protagonistin etabliert und zweifelt natürlich noch ein wenig an der Existenz des legendären Dschungelmenschen mit der Holzmaske. Dieser schneidet sich währenddessen selber und grunzt als erste Dialogzeile in tiefer Affenstimme „Vergib mir Vater“, was den Charakter leider direkt wieder weniger cool oder mysteriös macht. In der wohl härtesten, kompaktesten, wildesten Szene des Films überfällt der Jungle Warrior nun eine Fabrik des bösen Firmenchefs, nur damit sich diese sich aber leider mit Gasgranaten füllt und als Falle herausstellt – was macht man da als übernatürlicher Protagonist nun? Genau, man schreit so laut dass die Scheiben platzen und das Gas entweichen kann, rammt sich mit schierer Körperkraft durch das Rolltor, erledigt mit ein paar wuchtigen Martial-Arts-Einlagen die Gegner und rennt dann trotz blutigen Armdurchschusses einfach wieder weg. Großartig auch, wie die Action dieser Szene aus der ersten Perspektive gedreht wurde, was für wohlige „Hardcore“-Erinnerungen sorgt.
 
 
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Tombiruo hat eine Vision von seinem toten Ziehvater, mit der Journalistin folgt natürlich noch eine doch sehr Tarzan-mäßige „Du bist mein Retter“//“Fürchte dich nicht vor mir!“-Szene, die Dialoge sind oft allzu pathetisch dick aufgetragen und einige Lens-Flare-Einstellungen unterstützen nur, wie künstlich die Beleuchtung in diesem Dschungel doch teilweise ist – von einem wirklich unironisch guten Film ist „Jungle Warrior“ also definitiv weit entfernt. Doch wann immer nicht gelabert sondern sich geschlagen wird, die Story zur Nebensächlichkeit verkommt und der Film seine technischen Muskeln spielen lassen kann, ist für Unterhaltung gesorgt.
 
 

„Schick deine Liebe aus dem Reich der Toten!“

 
 
Dass einige Bewegungen dabei immer wieder schneller abgespielt werden ist ein unnötiges Gimmick, trotzdem sind die Action-Einlagen unterm Strich die Highlights des Films, während der Rest schnell vergessen sein dürfte. Die Backstory der Schamanin schießt mit einem gesungenen „Ich bewahrte ihre Plazenta auf!“ den Vogel ab, nachdem der übliche und vorhersehbare Twist abgehandelt wurde betritt dann aber endlich wieder Absurdität der unterhaltsameren Natur die Bühne, durch einen Brille & Leder-Cowboyhut tragenden Antagonisten. Doch selbst ein reines Runterbrechen auf die Action und deren Künstlichkeit wird dieser Produktion nicht gerecht, wie durch einen entweder unfassbar gut getricksten, oder echten Flammenwerfer-Einsatz sowie einen durchaus gewitzten, fiesen kleinen Twist noch offensichtlich wird.
 
 
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Der letzte Kampf geht mit Slow-Motion, Explosionen, Flammen, herumfliegendem Dreck, Blitzen, Donner und matschigen Böden nochmal in die Vollen und kann auch mit seinen Kamerabewegungen beeindrucken, einzig das überlang gestreckte, extrem kitschige und vorhersehbare Ende hätte es nicht gebraucht – 80 Minuten mit Abspann wären hier genug gewesen, doch diese Wucht und Größe an Action und Spektakel gibt es wohl oftmals einfach nicht, ohne die abrundende Portion Kitsch und Pathos dazu.
 
 


 
 
 

JUNGLE WARRIOR – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Bemüht epische, teils unfreiwillig komische, pseudomystische Actionkost mit stark inszenierten, wenn auch teils zu künstlichen, krachenden Actioneinlagen und viel Pathos drumherum. Als Genrefan definitiv einen Blick wert.
 
 
 


 
 
 

JUNGLE WARRIOR – Zensur

 
 
 
„Jungle Warrior“ heißt im Original „Tombiruo“ und wurde am 17.12.2021 erstmals in Deutschland in drei Mediabook-Auflagen veröffentlicht. Diese waren FSK-ungeprüft und ungeschnitten. Ende Juni 2022 erschien die von der FSK geprüfte Kaufhausfassung im günstigeren KeepCase. Die darin enthaltene Fassung ist ebenso ungeschnitten und frei ab 16 Jahren.
 
 
 


 
 
 

JUNGLE WARRIOR – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Nameless Media | Eurovideo Medien (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Nameless Media (Blu-ray + DVD im Mediabook – jeweils auf 333 Stück limitiert)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Tombiruo; Malaysia 2017

Genre: Horror, Action, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Malaiisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase, Mediabook

Extras: Trailer, Making-of, zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet

Release-Termin: KeepCase: 30.06.2022

 

Jungle Warrior [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

JUNGLE WARRIOR – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Nameless Media | Eurovideo Medien)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Raging Fire (2021)
 
Predator (1987)
 
John Rambo (2008)
 

Filmkritik: „The Stylist“ (2020)

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THE STYLIST

Story

 
 
 
Die junge, introvertierte Haarexpertin Claire fühlt sich nach einigen Treffen zu einer Frau hingezogen, die sie prompt zu ihrer Hochzeit einlädt.
 
 
 


 
 
 

THE STYLIST – Kritik

 
 
Jill Gevargizians 2016 entstandenes Werk „The Stylist“ ist ein 12-minütiger Kurzfilm rund um eine junge Stylistin, die in ihrem Salon eine Frau skalpiert und daraufhin im Kellerraum den Skalp trägt und vor ihrem Spiegel einen kleinen Nervenzusammenbruch erleidet. Verträumt sowie hochprofessionell bebildert und einfühlsam von Najarra Townsend (Dementia Part II, Contracted, Wolf Mother) gespielt, weiß dieser so gemeine wie menschliche Fast-Viertelstünder für sich stehend auf jeden Fall zu überzeugen, einzig als „proof of concept“ für ein gegebenenfalls größeres Projekt fehlt es hier noch an Substanz oder einem implizierten größeren Handlungsrahmen.
 
 
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Vier Jahre später wurde das Gedankenexperiment Realität, denn Gevergizian sah in ihrem Kurzfilm scheinbar deutlich mehr Potential als gedacht, weshalb mit nahezu identischer Inszenierung und selber Hauptdarstellerin, die dieses Mal auch als Co-Produzentin an Bord war, das spielfilmlange Remake gewagt wurde – dieses Mal ganze 105 Minuten lang. Und genau hier liegt dann auch mein hauptsächliches Problem mit dieser Version von „The Stylist“ – der Film ist einfach viel zu inhaltsleer und oberflächlich, um die fast zweistündige Laufzeit auch nur annährend zu rechtfertigen.
 
 
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Claire ist der Name unserer einsamen Haarstylistin/Mörderin und bereits im Intro gibt es den ersten – exzellent getricksten – Mord per Skalpierung sowie die erste, zu sanften Klavierakkorden und erhebenden Ambient-Klängen maximal himmlisch inszenierte Haarpflege zu genießen. Ein Szenenablauf, den diese Langversion von „The Stylist“ verdammt ist ohne wirklichen Mehrwert immer zu wiederholen, da das Script schlichtweg nicht mehr hergibt. Denn bei aller Liebe für ruhige, langsame, stille Charakterdramen über verstörte Seelen – sowohl im Kurzfilm als auch im Intro dieses Films wurden die meisten wichtigen Aussagen oder Beobachtungen bereits getroffen, wortwörtlich wird von dem Job als Familienersatz und innerer Zerrissenheit gesprochen, was also soll bitte noch folgen?
 
 

„If she’s so good why doesn’t she do weddings?“

 
 
Eine Story abseits der Hauptsituation wird aufgebaut aber bleibt vorhersehbar, um Rätselspannung oder ein Mysterium rund um unsere Protagonistin ist das Script ebenfalls bemüht, läuft damit aber nur abgetretene Pfade ab. Die Chemie zwischen Townsend und ihrem Gegenüber Olivia, gespielt von Brea Grant (Halloween II, A Ghost Story, Looper, After Midnight) ist dabei stets glaubhaft und natürlich, trägt die jeweiligen Szenen. Technische Spielereien wie gelungen genutzte Splitscreen-Einlagen, die immer wieder sinnlichste aller Haarwaschmontagen oder der dröhnende, effektive Soundtrack wissen dabei immer wieder über die Inhaltslosigkeit hinweg zu trösten, von einer Nullnummer oder einem stümperhaften Werk ist „The Stylist“ also meilenweit entfernt – doch was nützt all die optische Finesse bei einer derart ereignislos und altbekannt vor sich hin dümpelnden Dramaturgie?
 
 
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Rot-blau gialloesques Disco/Argentolicht darf im weiteren Verlauf natürlich nicht fehlen, auch ist die Beleuchtung allgemein lobenswert atmosphärisch, ein paar Setdesigns stechen besonders positiv hervor und gerade in seinen ruhigen Szenen fühlt sich dieser Film sehr persönlich und glaubhaft an, erinnert gar an „She Dies Tomorrow“ – doch dann folgen wieder langgezogene Strecken völlig ohne Soundtrack, Dialog, neue Informationen oder bemerkenswerte Einstellungen und die schiere Stagnation des Geschehens frustriert auf ganzer Linie. Natürlich kriegt Claire eine Vorgeschichte spendiert, auch ist es ein netter Kniff dass sie bei aller Hochglanz-Fassade in einer dunklen Abfuckwohnung samt Altar haust und punktuell ist „The Stylist“ durchaus sympathisch. Doch für ein tiefschürfendes Psychogram oder eine erfrischende Filmerfahrung reicht das leider nicht – und wer hier für Splatter, Action, Spannung oder Horror kommt, der liegt sowieso grundliegend falsch.

 
 


 
 
 

THE STYLIST – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Überlanges, sich zu früh ausbuchstabiertes und konzeptuell erschöpftes, intimes psychologisches Charakterdrama mit einer hervorragenden Hauptdarstellerin und hochprofessionellen Inszenierung. Ein ruhiger und zurückhaltender Film, der Genrefans kaum ansprechen wird.
 
 
 


 
 
 

THE STYLIST – Zensur

 
 
 
„The Stylist“ erschien Anfang 2022 in Deutschland über Nameless Media ungeprüft und ungeschnitten im Mediabook. Mittlerweile wurde der Film auch von der FSK geprüft und erhielt eine Freigabe ab 16 Jahren in der ungeschnittenen Fassung. Da auf der Blu-ray und DVD einige Trailer von Filmen enthalten sind, die von der FSK höher als FSK16 eingestuft wurden, ist auf dem Cover der Kaufhausfassung ein roter FSK-Flatschen zu finden.
 
 
 


 
 
 

THE STYLIST – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Lighthouse Home Entertainment (Blu-ray im KeepCase)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Stylist; USA 2020

Genre: Horror, Thriller, Drama

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray wegen Bonusmaterial: keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase

Extras: Trailer

Release-Termin: KeepCase: 24.06.2022

 

The Stylist [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

THE STYLIST – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
In my Skin (2002)
 
She Dies Tomorrow (2020)
 

Filmkritik: „Night Eyes“ (1982)

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NIGHT EYES

(DEADLY EYES)

Story

 
 
 
Ein verehrter Basketballcoach und eine bissige Gesundheitsinspektorin sehen sich mit ignoranten Vorgesetzten und hundsgroßen Ratten konfrontiert.
 
 
 


 
 
 

NIGHT EYES – Kritik

 
 
Als der britische Horrorautor James Herbert 1974 sein drastisches, man könnte schon sagen Proto-Splatterpunk-Romandebüt „The Rats“ auf die Menschheit losließ, war der Skandal groß: Blutige Verstümmelungen durch hundsgroße Ratten, die sich hemmungslos über die finanziell schwächer gestellte Population Londons hermachen, eine Regierung die viel zu wenig unternimmt, es kommt zum Debakel. Trotz sozialkritischer Note wurde der Roman vorallem beim jüngeren Publikum durch seine reißerischen Gewaltszenen zum Hit, acht Jahre später dann folgte die in Kanada produzierte, in Toronto gedrehte Filmadaption unter der Fittiche von „Game of Death“ bzw. später „Gymkata“-Regisseur Robert Clouse, der einige Jahre vorher bereits den Hunde-Horrorfilm „The Pack“ gedreht hatte. Durch die Deterritorialisierung der Geschichte in die unbekannte, – da nie im Film verortete oder angesprochene – Großstadt, ein schwaches Script bar jeder Sozialkritik, entschärfte Gewaltszenen und wenig beeindruckende Ratten war Herbert selber seinerzeit nicht gerade angetan von diesen 87 Minuten Tierhorror – doch wie sieht es 40 Jahre später als Genrefan aus?
 
 
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Zuerst einmal sei die technische Auswertung des neuen Mediabooks aufgeführt, die auf der einen Seite zwar mit meist scharfen Bildern und satten Farben punkten kann, dafür aber erhebliche Soundprobleme mit schwankenden Lautstärken oder schlichtweg unverständlichen Dialogfetzen aufweist, im Originalton zumindest. Das Booklet ist höchst informativ und lesenswert ausgefallen, auch die umrandenden Stills gefallen, dafür ist das Menü wieder absolut lieblos und erinnert an Red Edition-DVD-Zeiten. So lobenswert die generelle Verfügbarkeit solcher alten B-Movies also auch ist, dieses Vollpreis-Mediabook ohne Untertitel ist mal wieder eine gemischte Tüte. Der Film selber beginnt mit herrlicher 80s-Studentenmode und einem Univortrag über Ratten, in denen natürlich auf ihre Funktion als Spiegel für den Menschen hingewiesen wird, da ihr Vorkommen Hand in Hand mit verdreckten Umgebungen und Müllhaufen einhergeht. Derlei an Ökohorror erinnernde Ansätze gehen im weiteren Script allerdings ziemlich sang- und klanglos unter, da der Film diese Ambitionen überhaupt nicht hat. Nachdem eine junge Blondine etwas mit ihrem Dozenten flirtet, geht es auch schon direkt um eine abgelaufene Maislieferung, die als „health hazard“ eingestuft wird und vernichtet gehört – zu spät ist es da allerdings schon für die lokale Hafenrattenpopulation, die sich an Steroiden, genmanipulierten Maiskörnern oder sonstwas kräftig gefuttert hat, und sich nun direkt zu Beginn als recht peinliche Gummipuppenarmee entblößt, die – mit unangenehm laut und schrill abgemischten Sounds – einer Katze auflauert.
 
 
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Die eine hübsche Einstellung des Films ist dann die eines Tunnels mit Gegenlicht, durch den ein Jeep fährt – erzählt nichts, sieht aber gut aus. Im Scheinwerferlicht des dunklen Tunnels schreit eine auffallend hässliche Rattenpuppe, ernst zu nehmen ist das nicht, aber die Hoffnung auf ein charmant-trashiges Creature-Feature stirbt zuletzt. Der Soundtrack trägt jedenfalls zur Unterhaltung und Verwirrung bei, mischt er doch nach wenigen Minuten bereits erhebende, mystische und quietschende Sounds, Trompeten, Klaviere, Geigen und Synthesizer wild durcheinander. Derweil schwärmt unsere unsympathische junge Dame ihrer Freundin davon vor, wie viel besser ihr Dozent Paul Harris – gespielt von Sam Groom, den man allenfalls aus „Deadly Games“ kennen könnte – doch wäre, als ihr Freund Matt; stößt dabei allerdings auf sehr wenig Verständnis: „You got your own car, you’re cheerleader, what more do you want?“.
 
 
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Ähnlich (un)freiwillig komisch wird es, wenn zur Abwechslung mal ein paar echte Ratten gezeigt werden, wie sie einfach nur rumsitzen, aber schrille Synthies blanken Horror implizieren sollen – die machen doch gar nichts, lass sie doch rumquietschen. Die junge Liz passt auf Baby Caroline auf, weshalb sie die befreundete Gruppe hungriger Studenten alleine losziehen lässt, um aufzupassen. Zu einem entspannten Hintergrundsong wird noch gelacht und sich verabschiedet, dann setzt auch schon ein wildes Klavier ein, blutige Tatzen werden gefunden, ein grelles Schreien, Reißzoom, Feierabend. „One of these days you’re gonna get that sweet ass of yours nailed to the wall, hehe!“, lacht der sexistische Vorgesetzte unserer zweiten Protagonistin, der Gesundheitsinspektorin Kelly Leonard, gespielt von Sara Botsford – die man in „Tremors 4“ oder dem Whoopi Goldberg-Vehikel „Jumpin‘ Jack Flash“ schonmal gesehen haben könnte. Für die richtige und wichtige Anweisung zur Zerstörung der abgelaufenen oder kontaminierten Ware soll sie sich nun tatsächlich beim Bürgermeister entschuldigen, was sie aber natürlich nicht einsieht.
 
 
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Die letzte storytechnische Hürde bzw. ausstehende Exposition vor dem regelmäßigen Auftreten der Nager, so sollte man meinen, ist nun noch der ganze Untreue/Dozentenplot – nachdem sie die verzweifelten Klärungsversuche ihres Freundes nämlich abblockt, macht sich die junge Frau direkt schamlos an ihren Dozenten ran, wird aber selber zurückgewiesen. Paul, der seine Moral quasi bewiesen hat, wandelt sich in diesem Moment vom Love Interest zum Hauptprotagonisten, während Kelly derweil einem Pest Control-Mitarbeiter – gespielt von niemand geringerem als Schauspiellegende Scatman Crothers (The Shining, One flew over the cuckoo’s nest etc.) – die undankbare Aufgabe erteilt, alleine nach Ratten in den Abwasserkanälen der Stadt zu suchen. Und die Ratten selber? Nun, nachdem man bisher in erster Linie Gummipuppen und einzelne Shots echter Ratten begutachten durfte, offenbart sich die Hauptinszenierung der felligen Viecher nun tatsächlich als ziemlich originell und possierlich, da man sich hier dazu entschieden hat die Ratten, die im Roman ja so groß werden wie Hunde, einfach von Hunden in Rattenkostümens spielen zu lassen. Das sieht natürlich unnatürlich aus, nimmt jede Chance auf Nahaufnehmen oder realistische Bewegungen und fliegt bei jeder etwas zu langen Aufnahme auch spätestens auf, lieber als CGI-Rattenschwärme wie bei „Junkyard Rat Train“ ist mir das allerdings schon. Und so rennen also zahlreiche Dackel und Terrier durch die teils unterbelichteten Gänge und einzig das omnipräsente Quieken vom Band sowie die Umgebung erinnern daran, dass es sich hier noch um Ratten handeln soll.
 
 
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Doch so spaßig und kauzig der fluchende Scatman Crothers auch ist, so witzig-unbedarft und trashig teilweise das Schauspiel von Sam Groom oder einigen Nebendarstellern, so süß die Hunde im Rattenanzug teils auch sind, nach rund 50 Minuten verringert sich das breite Grinsen dann doch in ein müdes Lächeln. Sympathisch und interessant erzählt finde ich es auch, dass unser Protagonistengespann erst nach knapp einer Stunde zusammen findet, den Fall ernst nimmt und versucht etwas zu unternehmen, während wir vorher noch beiden unabhängig gefolgt sind, als Teil von mehreren möglicherweise wichtigen Charakteren. Auch wenn ich nicht die Art Fan bin, die vor Ungeduld an die Decke steigt wenn nur noch 30 Minuten Film fehlen und die Zeit gerade verliebt, händchenhaltend, sich im Park küssend und mit kitschiger Musik verbracht wird, so könnten inzwischen wirklich mal die titelgebenden Ratten aus der Dunkelheit das Ruder übernehmen. Zumal die Einstellungen von u.a. „Rabid“, „Death Ship“ und „Visiting Hours“-Cinematograph René Verzier zu selten in Erinnerung bleiben, als dass man sich auf ihnen ausruhen könnte.
 
 
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Hässliche Innenausstattung, eine gruselige Puppensammlung im Hintergrund, eine zu zähe Sexszene mit Nippelleck-Einstellungen in bester Softporno-Manier und ein immer wieder rauschendes Mikro – man muss sich seinen Unterhaltungsfaktor in diesen Momenten schon selber zusammensuchen, aber aktiv nervig wird es immerhin auch nicht. Nachdem die Theorie mit den großgewachsenen Riesenratten auch endlich mal angekommen ist und eine absolute Blitzbirne von Rattenprofi erst meint, dass man eine Rattenpopulation immer nur kontrollieren, nie aber zerstören könnte; gefolgt von der Aussage dass die beiden kein Problem damit haben sollten, die Viecher auszulöschen, näheren wir uns dann auch endlich in großen Schritten dem letzten Akt. Dass unsere notgeile Studentin sich wirklich noch ungefragt und gegen Pauls Willen in sein Bett legen muss, um seine mögliche Beziehung maximal zu sabotieren ist noch ein weiteres trauriges Highlight dieses Nebenplots, wobei sämtliches Mitleid für diese missliche Lage dann verschwindet, wenn er selber nichts bis auf „I didn’t know you were here“ entgegen zu setzen hat, was der Situation überhaupt nicht dienlich ist. Nichtsdestotrotz juckt mich dieser ganze Eifersuchts/Untreue-Plot rund um Paul als Dozent, Vater und Liebhaber deutlich mehr, als der um die Ratten.
 
 
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Etwas Quietsch, etwas Klavier und finalement wird die neue U-Bahn eröffnet, natürlich mit Kelly, Sohnemann, dem Bürgermeister, etlichen Zivilisten und einer Horde hungriger Ratten am Start. Während einer Kinovorstellung von „Enter the Dragon“ (Ha-Ha) gibt es den ersten Angriff zu bewundern, hier noch mit vielen Kreischerei und schleimigen Bluteffekten, aber ohne wirklichen Splatter, fürs eigentliche Finale im U-Bahn-Schacht allerdings hat man sich nicht lumpen lassen und spendiert einige nette Fressszenen, zerstochene Ratten oder leicht splattrige Einstellungen, die in der Tat den gesuchten, trashigen-charmanten Spaßfaktor verbreiten. Vor einem Baby wurde keinen Halt gemacht, die Eigenschaften der Charaktere sind den Ratten egal, weshalb es keine Moral oder ausgleichende Gerechtigkeit für irgendjemanden gibt – ein paar zynische Spitzen oder leicht ruppige Momente sind hier schon zu finden. Doch so aussichtslos, fies und das Original noch übertreffend wie ganz am Ende, ging es in „Night Eyes“ dann doch nie zu und immerhin dafür gilt es kurz vor den Credits noch einmal etwas Respekt zu zollen.
 
 


 
 
 

NIGHT EYES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Zäher, gemächlicher und nie wirklich bedrohlicher Tierhorror-Film ohne den Mehrwert der Vorlage, der sich dafür aber recht interessant und unüblich erzählt. Als Genrefan kann man bedenkenlos einen Blick wagen, sollte aber keinen Hit erwarten.
 
 
 


 
 
 

NIGHT EYES – Zensur

 
 
 
„Night Eyes“ ertschien in Deutschland nur geschnitten ab 16 Jahren im Kino, auf VHS sowie im TV. Ob die damalige DVD-Auflage geschnitten war, ist unbekannt. Die aktuell auf Blu-ray und DVD erhältliche Fassung im Mediabook und im KeepCase ist komplett. Die drei Mediabooks und die KeepCase-Auflage sind auf jeweils 500 Stück limitiert. Auf dem Cover ist noch der alte FSK18-Stempel zu sehen.
 
 
 


 
 
 

NIGHT EYES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mr. Banker Film (Blu-ray im KeepCase)

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(c) Mr. Banker Film (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover A)

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(c) Mr. Banker Film (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover B)

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(c) Mr. Banker Film (Blu-ray + DVD im Mediabook – Cover C)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Deadly Eyes; Kanada 1982

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DD 2.0 (Mono), Englisch DD 2.0 (Mono)

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Mediabook | KeepCase

Extras: Trailer, Bildergalerie | zusätzlich im Mediabook: Film auf DVD, Booklet

Release-Termin: Mediabook Cover A + B: 03.12.2021 | Mediabook Cover C: 18.02.2022 | KeepCase: 10.03.2022

 

Night Eyes [Mediabook mit Blu-ray + DVD – Cover A] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Night Eyes [Mediabook mit Blu-ray + DVD – Cover B] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Night Eyes [Mediabook mit Blu-ray + DVD – Cover C] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

Night Eyes [Blu-ray im KeepCase] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

NIGHT EYES – Trailer

 
 


 
 
 

Alexander Brunkhorst

(Rechte für Grafiken liegen bei Mr. Banker Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Insel der Ungeheuer (1976)
 
Die Stunde der Ratte (1989)
 
Ratten 2 – Sie kommen wieder! (2004)