Filmreview: „Curse of Chucky“ (2013)

curse of chucky
 
 
 

CURSE OF CHUCKY

Story

 
 
 
Nica (Fiona Dourif) erhält per Kurier ein Päckchen mit grotesken Inhalt. Irgendjemand scheint sich einen Scherz zu erlauben und hat ihr eine seltsame Puppe zugeschickt. Der Erhalt des Pakets zieht dann auch schicksalshafte Ereignisse nach sich. Erst stirbt Nicas Mutter unter mysteriösen Umständen. Wenig später verhält sich Nichte Alice reichlich merkwürdig. Sie beginnt, mit dem vermeintlichen Good Guy aus Plastik zu plappern …
 
 
 


 
 
 

CURSE OF CHUCKY – Kritik

 
 
 
ACHTUNG: Kritik beinhaltet Spoiler!
 
 
 
Schon 25 Jahre ist es nun bereits her, als TOM HOLLAND eine Ikone des modernen Horrorfilms in die Kinos brachte. CHILD’S PLAY avancierte, ähnlich wie HALLOWEEN mit Michael Myers, A NIGHTMARE ON ELM STREET mit Freddy Krueger und FREITAG DER 13. mit Jason Vorhees zu einem wichtigsten Gruselhits der 80er und in den nachfolgenden Jahren sogar vier weitere Fortsetzungen nach sich. Mit Killerpuppe CHUCKY war ein neuer Stern am Horror-Himmel aufgetaucht, der selbst 25 Jahre nach seinem Kinoeinstand immer noch zu den beliebtesten Film-Schlitzern des neuzeitlichen Horrorkinos gehört. DON MANCINI ist das kreative Genie hinter dem Killergnom. Der hat die erfolgreiche CHUCKY-Reihe einst ins Leben gerufen und sich sogar nicht die Freiheit nehmen lassen, mit SEED OF CHUCKY den 5. Teil der populären Gruselreihe im Jahre 2004 zu drehen. Erfolgreich war er jedoch mit seiner Regiearbeit nicht, denn CHUCKYS BABY (so der deutsche Titel) scheiterte nicht nur kräftig an den Kinokassen, sondern spaltete auch Fans wie Kritiker in zwei Lager. Vor allem dessen komödiantische Inszenierung war vielen Horrorfilmfreunden ein Dorn im Auge, wobei MANCINI und Produzent DAVID KIRSCHNER im Jahr 2008 verlauten ließen, mit einem Reboot den Wünschen der CHUCKY-Fans gerecht werden zu wollen. Die bösartige und unheimliche Aura des Plastik-Killers sollte in Form einer Neuverfilmung erneut in den Mittelpunkt des Franchises gerückt werden, was große Erwartungen unter Filmjüngern schüren sollte. Doch aus den erwähnten Remake-Plänen wurde nichts. Scheinbar glaubte Filmstudio UNIVERSAL an keinen weiteren Kinoerfolg der Reihe, so dass zwar ein weiteres Sequel unter dem Titel CURSE OF CHUCKY produziert, aber leider ohne Umwege direkt auf den Videomarkt gebracht wurde. Um die messerschwingende Gruselpuppe halbwegs glaubhaft agieren zu lassen, standen der Fortsetzung knausrigen acht Millionen Dollar Budget zur Verfügung – eine erschreckende Prämisse, wenn man bedenkt, dass der Original CHILD’S PLAY aus den 80er Jahren weitaus mehr Kosten verschlang. So stimmten die ersten Bilder in Form des Trailers Fans der Serie reichlich nüchtern. „… Zuviel Verwendung von CGI, Optik zu Japan-beeinflusst …“ hieß es in Filmforen und schmälerte die Vorfreude bei vielen Cineasten erheblich. All den Skeptikern sei an dieser Stelle versichert, dass CURSE OF CHUCKY langjährige Anhänger durchaus zufriedenstellen wird. Zwar erfindet Teil sechs das Rad nicht neu, bietet aber solide Horror-Unterhaltung für all jene, die einfach nicht genug von CHUCKYS Meuchelstreifzügen bekommen können.
 
CURSE OF CHUCKY knüpft direkt an den Vorgänger CHUCKYS BABY an, wobei nicht wirklich geklärt wird, wie CHUCKY plötzlich wieder zu seinem Arm gekommen ist, den er ja eigentlich am Ende des fünften Teils seinem Sohn Glen zugeschickt hatte. Zudem werfen die beiden Enden im aktuellen Sequel (unbedingt bis nach dem Abspann warten) weitere Fragen auf, was nahelegt, dass MANCINI einige Türchen für mögliche Sequels und Prequels offen lassen wollte, um die Fanbase mit weiteren Nachfolgern zu „beglücken“. Diesmal wird CHUCKY erst einmal direkt per Kurier in ein finsteres Herrenhaus geliefert, wo die querschnittsgelähmte Nica (FIONA DOURIF) zusammen mit ihrer besserwisserischen Mutter lebt. Die schottet ihr Kind nicht nur vor der Außenwelt ab, sondern nimmt ihr auch jegliche Freude am Leben. Gut, dass CHUCKY eingetroffen ist, denn der hat mit der garstigen Alten noch ein Hühnchen zu rupfen und lässt das kaltherzige Miststück erst einmal unbemerkt über die Klinge springen. Für die auf Hilfe angewiesene Nica ein schmerzlicher Verlust, muss sie doch nun mit ihrer geldgeilen und intriganten Schwester Barb (DANIELLE BISUTTI) und deren Famile um das Erbe der Mutter streiten. Die will das Haus natürlich verkaufen und scheut nicht davor, ihre behinderte Schwester skrupellos über den Tisch ziehen. Während der Familienfrieden allmählich zerfällt, schließt Nichte Alice (SUMMER H. HOWELL) mit der freundlichen Puppe CHUCKY Freundschaft, die ihr fortan vulgäre Lebensweisheiten (herrlich bissig – lang nicht mehr so gelacht) ins kindliche Ohr säuselt. Noch ahnt keiner der Anwesenden vom blutigen Vorhaben des berüchtigten Würgers CHARLES LEE RAY, dessen Seele sich seit 25 Jahren in der scheinbar friedlichen Gummipuppe versteckt hält und der so einige Rechnungen zu begleichen hat.
 
Das Bitten der CHUCKY-Fans wurde erhört. CURSE OF CHUCKY kommt erheblich düsterer und weniger komödiantisch als seine Vorgänger daher, wobei CHUCKY erfreulicherweise nicht auf seinen bitterbösen Humor verzichten muss. Er hat nach wie vor stets einen fiesen Spruch auf den Lippen, was die oftmals fast schon zu finstere Handlung aufzulockern versteht. Wie wichtig die Meinung der Fans für Regisseur und Schöpfer DON MANCINI sein muss, wird im neusten Teil deutlich. Denn CURSE OF CHUCKY versucht in fast schon übertriebenem Eifer nachzuholen, was bei den letzten Ablegern vollends aus den Augen verloren gegangen war: der Horror. Wir sehen ein gotisch angehauchtes Herrenhaus mit knarrenden Türen und einen von Spinnennetzen eingewebten Dachboden. Wirkliches CHILD’S PLAY-Feeling will da natürlich nicht im Geringsten entstehen, zumal die Szenerie unweigerlich Spukhausfilme der letzte Jahre ins Gedächtnis zurückkehren lässt. Dennoch funktioniert die Symbiose aus unheimlichen Schatten, dunklen Gängen und gewittrigem Wetter erstaunlich gut, was durchaus auch einige deftige Schocks garantiert. CHUCKY hat sich nämlich zu einem regelrechten Meister des Erschreckens entwickelt, der immer dann gruselige Dinge macht, wenn man sie am wenigsten erwartet. Leider macht sich das magere Kapital bei den Animationen der Puppe bemerkbar. Zwar ist MANCINI immer darum bemüht, CURSE OF CHUCKY so unheimlich und unvorhersehbar wie möglich erscheinen zu lassen; tritt die Puppe dann jedoch nach 45 Minuten in Aktion, könnte man UNIVERSAL für den aktuell fahrenden Geizkurs in den Allerwertesten treten. Das spiegelt sich vor allen in der steifen Mechanik des Puppenkörpers wieder. Bevorzugt sitzt und steht er, weil präzisere Bewegungen und Mimik vermutlich das Budget gesprengt hätten. Was ein wenig verwundert, ist die unerklärliche Wandlungsfähigkeit des quasselnden Schlitzers. Denn immer dann wenn sich CHUCKY vom Guten zum Bösewicht verwandelt, besitzt er einer unverkennbare Ähnlichkeit mit diversen Mangafiguren. Der Austausch der gewöhnlichen GOOD GUY-Puppe mit dem komplexeren Mechanik-CHUCKY ist in jenen Szenen offensichtlich. Zudem bleibt auch CHUCKY nicht vor CGI-Gemeinheiten befreit. Immerhin können digitale Effekte auch ihre Vorteile besitzen. So reflektieren die Gesichter der wenigen Protagonisten in Messerscheiden und Blutlachen, was nicht unwesentlich an alte Gialli aus der Feder ARGENTOS oder BAVAS erinnert. Zudem kommen die meisten der wenigen Splattereffekte nicht aus dem Computer, was ziemlich gelungen ausschaut. Hier werden Augen ausgestochen, Kiefer zermalmt und Köpfe abgesäbelt. Zimperlich geht es nicht vonstatten, so dass es etwas erstaunt, wie UNIVERSAL einen blauen FSK-Stempel für die ungeschnittene Filmversion erhalten konnte. Weitaus seichtere, unbekannte Filme wären vermutlich nicht so ungeschoren davon gekommen.
 
Zum 25. Jubiläum hat es CHUCKY erneut auf die Mattscheiben geschafft. In seiner speziellen, aber nicht minder liebenswerten unsympathischen Art, hat der FREDDY KRUEGER aus Plastik Horrorfanherzen im Sturm erobert. Um so erfreulicher, dass DON MANCINI zum Jahrestag noch einmal alle wichtigen Darsteller des Franchise zusammentrommeln konnte. Neben BRAD DOURIF und ALEX VINCENT bekommen wir auch noch einmal JENNIFER TILLY vor die Linse, die sich nicht davor scheuen mittels kleiner Storyabzweige Licht in die CHUCKY-Mythologie zu bringen. So erfährt der Zuschauer in einer Rückblende von der Vorgeschichte zum Original CHILD’S PLAY und TILLY verbindet in einem kleinen Gastauftritt CURSE OF CHUCKY mit BRIDE OF CHUCKY. Unterm Strich bleibt ein erstaunlich solides Sequel, dass weitaus besser geworden ist, als man hätte erwarten können. Die Geschichte lässt sich viel Zeit, ihre wenigen Figuren zu zeichnen. Ist das Gröbste abgehakt, geht es ab Filmmitte Schlag auf Schlag und der Antiheld darf das tun, was er wohl am Besten kann: Töten, Meucheln und Schlitzen.
 
 
 


 
 
 

CURSE OF CHUCKY – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
„..das Leben ist ein Dreck und du stirbst wie ein abgestochenes Schwein“ – CURSE OF CHUCKY ist kein Überflieger, sondern ein grundsolides Sequel, mit erstaunlichem Gruselfaktor und derbem Blutgehalt für eine Altersfreigabe ab 16. CHUCKY-Fans dürfen sich unbesorgt zurücklehnen und genießen, auch wenn der neuste Ableger nicht einmal annähernd die Raffinesse des kultigen 88er Originals erreicht.
 
 
 


 
 
 

CURSE OF CHUCKY – Zensur

 
 
 
Es ist etwas erstaunlich wie CURSE OF CHUCKY unbeschadet durch die FSK gekommen ist. Die Morde sind zwar knapp und knackig – dafür aber recht blutig. In Deutschland wurde der aktuelle Teil mit einer FSK16 abgesegnet – ungeschnitten versteht sich! Unverständlich; denn weitaus deftigere Filmchen werden nicht selten von der FSK nicht für Jugendliche freigegeben.
 
 
 


 
 
 

CURSE OF CHUCKY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
curse of chucky blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Curse of Chucky; USA 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS 5.1, Spanisch DTS 5.1, Italienisch DTS 5.1, Japanisch DTS 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Arabisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Hindi, Italienisch, Japanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Unveröffentlichte Szenen, Gag Reel, Das Making Of von Curse of Chucky, Chucky wird zum Leben erweckt, Chuckys Vermächtnis, Storyboard Vergleich

 
 
 
Einmal mehr erhält der Filmfreund mit einer Blu-ray aus dem Hause UNIVERSAL eine Scheibe, die für den gesamten europäischen Markt gefertigt wurde. Ein wirkliches Blu-ray-Menü gibt es daher nicht. Stattdessen muss sich der Filmfreund mal wieder durch seltsame Menübuttons klicken, die kaum erahnen lassen was sich denn nun eigentlich dahinter verbirgt. Auch wenn das schlichte Hauptmenü mit einem Standbild CHUCKYS für ein derart wichtiges Horror-Franchise etwas sehr lieblos ausgefallen ist, dürfen sich Technikfanatiker auf einer technische adäquate Umsetzung freuen. Das Transfer ist unglaublich detailreich und scharf, ein hervorragend plastisches und dreidimensional wirkendes HD-Bild weiß zu gefallen. Bildrauschen und natürliche Körnung sind nicht zu entdecken und der Schwarzwert ist durchweg als angenehm kräftig zu betiteln. Auch auf tonaler Ebene macht CURSE OF CHUCKY eine blendende Figur. Nicht nur, dass dem CHUCKY-Fan eine hervorragende deutsche Synchronisation spendiert wurde; auch die deutsche DTS 5.1-Abmischung darf als solide betrachtet werden. Das meiste spielt sich in glasklarer Qualität im Frontbereich ab und kleine Effekte sind hin und wieder aus den Rears zu vernehmen. Durch den Glöckchen-Score entsteht zudem eine angenehme Räumlichkeit, die in den Schocksequenzen mittels brachialen Subwoofer-Einsatz herrlich zusammenzucken lassen. Wer jedoch beim Ton das Maximum erleben möchte, sollte zur Originalsprache Wechseln, denn die englische Tonspur kommt weitaus natürlicher daher. Wer CHUCKY übrigens auch einmal Japanisch quasseln hören möchte, hat die Möglichkeit CURSE OF CHUCKY neben Deutsch und Englisch auch in Französisch, Italienisch, Japanisch und Spanisch zusehen – optionale Untertitel inklusive. Die Extras sind klein, aber fein, wobei hier offensichtlich ins Gewicht fällt, dass alle Beteiligten derart viel Spaß bei der Produktion des Titels hatten, dass man sich in den kurzen Features gegenseitig mit allerhand Lob überschüttet. Neben sechs unveröffentlichte Szenen (ca. 6 Minuten) gibt es noch vier Storyboard-Vergleiche (ca. 25 Minuten). Weiterhin haben es die Dokumentationen „Mit Puppen spielen: Das Making-of von CURSE OF CHUCKY“ (ca. 16 Minuten), „Lebendige Puppe: CHUCKY wird zum Leben erweckt“ (ca. 9 Minuten) und „Voodoo-Puppe: CHUCKYS Vermächtnis“ (ca. 7 Minuten) auf die Blu-ray geschafft. Hier gibt es viele Szenen aus den übrigen Teilen zu sehen und ein kurzes Effekt-Feature erklärt, dass die Spezialeffekte fast alle handgemacht sind. Abgeschlossen werden die Extras mit einem Gag-Reel (ca. 2 Minuten) mit Pannen vom Dreh. Der nette Filmtrailer des neusten Ableger hat uns UNIVERSAL unterschlagen. Dafür gibt es aber das obligatorische Wendecover ohne FSK-Flatschen für alle Puristen. Betrachtet man die bisherigen deutschen (!) Veröffentlichungen der Reihe, darf man getrost behaupten, dass die Blu-ray von CURSE OF CHUCKY bisher die umfangreichste in Sachen Boni darstellt. Zudem besitzen alle Extras deutsche Untertitel und liegen in hoher Auflösung vor.
 
 
 

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CURSE OF CHUCKY – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Chucky – Die Mörderpuppe (1988)

Chucky 2 (1990)

Chucky 3 (1991)

Chucky und seine Braut (1998)

Chuckys Baby (2004)

Kritik: „Silent Night – Leise Rieselt das Blut“ (2012)

silent night (2012) poster
 
 
 

SILENT NIGHT

LEISE RIESELT DAS BLUT

Story

 
 
 
Weihnachten steht vor der Tür und ein kleines amerikanisches Städtchen bereitet sich mit einem riesigen Festumzug auf die bevorstehende Weihnachtsfeiertage vor. So wirklich genießen kann die unscheinbare Polizistin Aubrey das Weihnachtsfest nicht, ist es ausgerechnet sie, die in der besinnlichen Zeit ihren Pflichten als Polizistin nachgehen muss. Zu allem Übel gerät sich auch noch an einen blutgeilen Killer, der sich als Weihnachtsmann getarnt an die Arbeit macht, einige „unartige“ Bewohner des Ortes auf grausame Art zu bestrafen!
 
 
 


 
 
 

SILENT NIGHT – Kritik

 
 
 
Als zu Beginn der 80er Jahre die beiden Slasher HALLOWEEN und FREITAG DER 13. einen regelrechten Horror-Boom auslösten, war es nur eine Frage der Zeit bis auch andere Filmserien entstanden, die von den mittlerweile bekannten Slasher-Regeln Gebrauch machten sollten. Neben der SLEEPAWAY CAMP und NIGHTMARE ON ELM STREET-Reihe brachte es auch der fiese SILENT NIGHT – DEADLY NIGHT zu passablem Erfolg, so dass im Laufe der darauffolgenden Jahre vier weitere Fortsetzung gedreht werden mussten, um die Kuh leer melken zu können. Knapp 30 Jahre nach dem Erstling folgt nun die Wiederauferstehung in Form einer Neuverfilmung, schließlich gibt es in Zeiten lukrativer Remakes immer noch genug alte Horror-Klassiker, denen eine Frischzellenkur verpasst werden muss. Von der liebenswert-naiven Machart und dem trashigen Schlitzer-Charme der Vorlage ist in der Neuverfilmung kaum noch etwas zu verzeichnen. Stattdessen wird dem Zuschauer ein ideenlos zusammengeflickter Horror-Slasher vorgesetzt, der sich hauptsächlich mit blutrünstiger Schlitzerei über Wasser halten kann und bis auf den Killer kaum noch etwas mit dem filmischen Original gemein hat. So wirklich fesseln will SILENT NIGHT demnach zu keiner Minute, was vor allem an der überraschungsarmen Inszenierung und dem einfallslosen Plot liegen mag, der mal wieder nach gängiger Slasher-Formel abgehandelt wird. Verschenktes Potenzial, was gerade aufgrund der Weihnachtsthematik hätte witzig werden können.
 
SILENT NIGHT folgt der Mittdreißigerin Aubrey, die bereits in jüngster Vergangenheit einen tragischen Schicksalsschlag erlitten hat und nach einigen beruflichen Niederlagen nicht daran glaubt, sich als Polizistin behaupten zu können. Eigentlich einen durchaus interessante Ausgangssituation, die Komplikationen verspricht. Doch bevor sich die adrette Filmheldin um Kopf und Kragen schreien kann und den männlichen Protagonisten zeigt, das auch Frauen in Männerrollen keine schlechte Figur machen, vergeht viel Zeit, die dem Zuschauer Geduld abverlangt. Immerhin scheint Regisseur STEVEN C. MILLER eine Leidenschaft für bitterböse Späße zu besitzen, denn die lästige Warterei wird mit sarkastischer Wortspielerei versüßt, was den Streifen trotzdem nicht besser macht. Der heimliche Star dieses Films ist – wie schon das Filmplakat erahnen lässt – der kostümierte Killer. Leider lässt der sich nur selten blicken. Erscheint er dann endlich, zieht er mit perfiden Spielchen in den Bann und lässt Splatter-Herzen schneller schlagen, schließlich ist er kein Mann der vielen Worte und lässt lieber Blut fließen. Political incorrectness steht hierbei an erster Stelle, was der hiesigen FSK überhaupt nicht zugesagt hat, die Schnittauflagen forderte, damit der Rechteinhaber eine Freigabe fürs Kaufhaus erhalten konnte.
 
Heute auf dem Plan: Kreatives Morden, das in SILENT NIGHT ziemlich rabiat zelebriert wird und dem Slasher-Genre alle Ehre macht. Da werden spitze Geweihe (übrigens eine Hommage an das Original) und Lichterketten als Mordinstrumente verwendet; Opfer aber auch auf traditionellem Wege mit der Axt aus dem Leben gerissen. „Bad Santa“ ist einfallsreich und muss sich am Ende mit der Heldin einen eifrigen Schlagabtausch liefern, der die schläfrige Handlung zumindest für Gewalt-Fans unterhaltsam macht. Dass im Finale sogar Farbspielereien im Stile eines jungen ARGENTOS zum Einsatz kommen, mag zwar löblich sein – trotzdem bleibt SILENT NIGHT eines der enttäuschendsten Reboots, das die Horror-Welt in den letzten Jahren zu sehen bekommen hat.
 
 
 


 
 
 

SILENT NIGHT – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
Das Remake zu SILENT NIGHT – DEADLY NIGHT ist zu aller Enttäuschung nicht einmal annähernd so gut geworden, wie es der Trailer zuvor versprochen hatte. Sah man im Trailer diverse Mordutensilien durch die Luft sausen und hoffte auf flott inszenierte Slasher-Ware mit frischen Schocks, enttäuscht das fertige Machwerk durch Belanglosigkeit und Spannungsarmut. Trotz Weihnachtskulisse gibt es im Film keinen Schnee zu sehen und die Handlung wird mal wieder nach bekannter Slasher-Formel abgehakt. Immerhin hat man an einen ausgefuchsten Killer gedacht, der SILENT NIGHT zu eigentlicher Größe heranwachsen lässt. Ohne den wäre die Neuverfilmung vermutlich gänzlich zum Rohrkrepierer verkommen, der mit deftiger Schlitzerei das Interesse von Gewalt-Fans auf sich lenkt. Neben den grafisch ansprechenden Morden erweist sich vor allem das Finale als großer Pluspunkt und lässt enttäuschte Horrorfans nicht ganz so verbittert vorm heimischen TV-Apparat zurück. Das straff inszenierte Ende lässt den spannungsarmen Hauptteil vergessen, kann aber trotzdem nicht davon ablenken, dass SILENT NIGHT nur ein solider Slasher geworden ist, der kaum Überraschungen zu bieten hat. Unterm Strich bleibt nur Durchschnittsware, die der Bezeichnung „Remake“ kaum gerecht werden kann. SILENT NIGHT fühlt sich eher wie eine überschnell produzierte Fortsetzung an, die der kultigen Vorlage aus den 80ern kaum gerecht wird. Dass das offene Ende mal wieder nicht fehlen darf und die Türen für mögliche Sequels offen hält, dürfte nicht verwundern. Weil SILENT NIGHT in Amiland aber alles andere als ein Verkaufserfolg gewesen ist, dürften die vorerst auf sich warten lassen.
 
 
 


 
 
 

SILENT NIGHT – Zensur

 
 
 
Weil die FSK dem Film in der ungeschnittenen Version keine Freigabe attestierte, wird SILENT NIGHT nun in zwei Fassungen auf den Markt gebracht. Zum einen gibt es eine geschnittene Fassung zu kaufen, die knapp 38 Sekunden Federn lassen musste und am roten KJ-Flatschen erkannt werden kann. Wer den Streifen ungeschnitten sein Eigen nennen möchte, sollte auf das leichte SPIO/JK-Siegel (keine schwere Jugendgefährdung) achten, das auf der Rückseite der DVD/Blu-ray aufgedruckt wurde. Diese Filmfassung ist komplett. Verwunderlich ist das Vorgehen der FSK jedoch nicht, denn Aufgrund kruder Spezialeffekte (Weihnachtsbaum-Schredder-Szene) und der Ermordung von Kindern war es abzusehen, dass SILENT NIGHT Probleme mit der Zensurbehörde erhalten würde.
 
 
 


 
 
 

SILENT NIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Pierrot le Fou (geschnittene FSK-Fassung)

 
 
 
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(c) Pierrot le Fou (ungeschnittene SPIO/JK-Fassung im limitierten Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Silent Night, USA 2012

Genre: Horror, Slasher, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min. (uncut) / ca. 93 Minuten (cut)

FSK: SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung (ungeschnittene Fassung), Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover (geschnittene Fassung), Mediabook (ungeschnittene Fassung)

Extras: Trailer, Interviews mit Regisseur und Schauspielern, Deleted Scenes – Mediabook zusätzlich mit 24-seitiges Booklet

Release-Termin: 05.12.2014

 
 
 


 
 
 

SILENT NIGHT – Mediabook

 
 
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Sammler dürfen sich freuen, denn auch SILENT NIGHT erscheint im hochwertig verarbeitetem Sammlerstück. Nachdem der Rechteinhaber PIERROT LE FOU in seiner neuen „PIERROT LE FOU UNCUT“-Reihe bereits die Streifen RAZE und DADDY’S LITTLE GIRL veröffentlicht hat, kommt nun auch der Weihnachtsschocker in der edlen Aufmachung daher und trägt die Nummer drei. Diese ist ebenfalls nur begrenzt zu haben, denn das gute Stück wurde auf 3000 Exemplare (händisch durchnummeriert) limitiert, so dass sich Liebhaber seltener Verpackungen beeilen sollten, bevor das Mediabook zu horrenden Preisen gehandelt wird. Neben Blu-ray und DVD in exzellenter Bild- und Tonqualität, gibt es als besonderes Schmankerl 24 Seiten Hintergrundinformationen in Form eines Buchteils. Zudem haben es auch einige Extras auf die Veröffentlichung geschafft, die der Rechteinhaber deutsch untertitelt hat. Dass SILENT NIGHT sogar noch mit professioneller Synchronisierung ausgestattet wurde ist löblich und zeigt, dass das Label PIERROT LE FOU darum bestrebt ist, dem Käufer das Maximum an Qualität zu bieten. Wer harte Horrorfilme bevorzugt sollte zugreifen, denn SILENT NIGHT ist ein potenzieller Indizierungskandidat und dürfte in der hier enthaltenen Uncut-Fassung bald nicht mehr so einfach zu haben sein.
 
 

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SILENT NIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Hellraiser80

 
 
 
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