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Filmkritik: „The Recall“ (2017)

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THE RECALL

Story

 
 
 

WESLEY SNIPES im Kampf gegen Aliens, die eine Massenentführung auf der Erde planen.

 
 
 


 
 
 

THE RECALL – Kritik

 
 
 
Wenn einst gefeierte Actionstars in der Versenkung verschwinden. Im Falle von Schauspieler WESLEY SNIPES dürfte er selbst nicht unschuldig daran sein, dass die großen Filmangebote mittlerweile Schnee von gestern sind. Die einst erfolgreiche Leinwandgröße wurde 2006 wegen Steuerbetrugs in Millionenhöhe verurteilt und wanderte für drei Jahre ins Gefängnis. Danach wurde es still um den beliebten BLADE-Darsteller, der vor allem in den 1990ern zu gefragten Dauergast in Action-Blockbustern großer Studios avancierte. Leider scheiterten Comeback-Pläne nach der Haftentlassung im Jahr 2013. So versuchte Snipes im Horror-Western GALLOWWALKERS an frühere Erfolge anzuknüpfen, scheiterte aber kläglich. Der Streifen erhielt negative Kritiken und wurde in vielen Ländern erst gar nicht ins Kino gebracht. Seither muss Snipes nehmen was kommt und versucht mittlerweile den Lebensunterhalt durch Auftritte in drittklassigen Videoproduktionen zu bestreiten. Damit ist er nicht allein. Auch in die Jahre gekommene Actionstars wie DOLPH LUNDGREN, STEVEN SEAGAL und JEAN CLAUDE VAN DAMME backen seit Jahren kleine Brötchen. Die haben in den 1980ern und 1990ern Action-Hits am Fließband gedreht. Heute will sie aber kaum noch jemand sehen. Das Leben schlägt manchmal eben seltsame Wege ein.
 
 
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WESLEY SNIPES auf Abwegen. Während der amerikanische Schauspieler früher mal gern bösen Jungs in Actionfilmen den Hintern versohlt hat, verpasst Snipes nun hinterhältigen Aliens eine Tracht Prügel. THE RECALL nennt sich ein schludriges Filmchen, das für den übersättigten Videomarkt produziert wurde und die Geschichte junger Menschen erzählt, die im Wald nach etwas Erholung suchen. Doch der Fahrt zum Feriendomizil wird durch ein kurioses Zusammentreffen getrübt. An einer Tankstelle begegnet man einem mysteriösen Jäger (gespielt von WESLEY SNIPES), der nicht zu Späßen aufgelegt ist. Der wurde vor Jahrzehnten von Aliens entführt und wartet seither auf deren Rückkehr, um ihnen den Marsch blasen zu können. Leider will ihm niemand Glauben schenken – und das, obwohl er vor Jahren als Staatsdiener im Einsatz war. Doch die Zeit des selbsternannten Jägers kommt schon bald, denn es dauert nicht lang bis plötzlich Menschen spurlos verschwinden. Auch die naiven Mittzwanziger dieser Geschichte erkennen schnell, dass den Außerirdischen Erholungsurlaub im Wald egal ist. Die jungen Leute werden von Aliens terrorisiert und müssen um ihr Leben bangen. Gott sei Dank ist WESLEY SNIPES ist der Nähe, um als zynischer Antiheld der außerirdischen Brut den Garaus zu machen. B-Movie-Trash vom Feinsten.
 
 
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Snipes versucht es mal mit Sci-Fi-Horror, welcher Unfug der legendären THE ASYLUM-Schund-Studios in Erinnerung ruft. Was hier bildgewaltig im Trailer gezeigt wird, ist alles andere als das. THE RECALL ist günstiges produziertes Videofutter ohne Anspruch, das wohl nur gedreht wurde, um Nachtsendeplätze der Fernsehanstalten füllen zu können. THE GHOSTMAKER-Regisseur MAURO BORRELLI bekleckert sich als Regisseur nicht sonderlich mit Ruhm. Der hatte sich in der Vergangenheit in erster Linie als Illustrator grafischer Vorabansichten späterer Filmszenen von Hollywood-Produktionen einen Namen gemacht und arbeitete dabei mit zahlreichen Größen wie TIM BURTON oder QUENTIN TARANTINO zusammen. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn er dabei geblieben wäre, denn als Regisseur und Geschichtenschreiber beweist er kein talentiertes Händchen. So sehen zwar die Szenarien im Film atmosphärisch aus. Inhaltlich herrscht jedoch das absolute Grausen. Das Drehbuch ist hanebüchen, die Figuren unsympathisch und sonderlich viel Sinn wollen die Ereignisse im Film auch nicht geben. Vor allem mit den Jungdarstellern meinte man es nicht gut. Nicht nur, dass das Drehbuch von Ihnen nichts abverlangt. Sie verhalten sich in THE RECALL dazu noch sinnbefreit, weshalb der Streifen vielerorts unfreiwillig komisch wirkt und deshalb zum Sondermüll avanciert. Da wird immer wieder vor Snipes dem Jäger geflüchtet, obwohl sich bald herauskristallisiert, dass er als Retter der Menschheit im Einsatz ist. Für den Zuschauer eine Nervenprobe, der sich bald wünscht, dass doch jemand dem jungen Kanonenfutter die Leviten liest. THE RECALL ist dummer Science-Fiction-Trash, welcher in der Videotheken-Ära zweifelsohne sein Dasein in den untersten Regalen gefristet hätte. Da kann einem Schauspieler WESLEY SNIPES nur Leid tun. Der scheint im Film vielerorts unterfordert zu sein und quält sich vergebens schwarzhumorig durch einen Film, der sich bereits nach wenigen Minuten als cineastischer Unfall entpuppt. Der Arme. Übrigens wurde THE RECALL im Vorfeld als neues Seherlebnis beworben. Die Macher haben den Film so gedreht, dass drei Leinwände kombiniert werden. Damit soll dem Zuschauer das Gefühl vermittelt werden, das er nicht nur dabei ist, sondern mittendrin. Bisher haben nur wenige Blockbuster von diesem Kinoformat Gebrauch gemacht. Zuletzt fand das Dreileinwand-Prinzip in STAR TREK BEYOND Verwendung. Auf dem platten Bildschirm im Wohnzimmer zumindest, lockt man mit THE RECALL leider keinen Fan mehr vorm Ofen hervor. Da kann mit noch so vielen visuellen Raffinessen im Multiplex geworben werden.
 
 
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THE RECALL – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Liebloser und sinnbefreiter Alien-Horror mit einem unterforderten WESLEY SNIPES, der wohl hier nur zu sehen ist, weil er sich Filmaufträge nicht mehr aussuchen kann. Snipes quält sich hier durch ein unbrauchbares Drehbuch, das weder Figuren noch Zuschauer fordert. THE RECALL ist nach Schema F gestrickt und sorgt sich weder um seine Helden noch um Spannung oder Originalität. So plätschern Ereignisse unaufgeregt bis zum überraschungsarmen Ende, in dem die wahren Absichten einer Alien-Invasion erläutert werden, die irgendwie gar keinen Sinn ergeben wollen. THE RECALL ist nicht sonderlich spannend. So wird es erst in den letzten dreißig Minuten interessant. Dann nämlich blickt man ins Innere eines Alien-Raumschiffs, das für weiterentwickelte Lebensformen erstaunlich unterentwickelt ist. Ob die erbärmliche Ausstattung auf Sparmaßnahmen zurückzuführen ist? Vermutlich ging das meiste Budget auf das Konto von WESLEY SNIPES, der nach seinem Gefängnisaufenthalt wohl noch offene Rechnungen bezahlen muss. THE RECALL ist nur was für leidenschaftliche Trash-Liebhaber. Der Rest dürfte mit diesem Unfug nur wenig anfangen können.
 
 
 


 
 
 

THE RECALL – Zensur

 
 
 
THE RECALL ist kein Splatterstreifen und auch sonst hält sich der Film mit Gewalt zurück. Blutige Schauwerte hat THE RECALL kaum zu bieten. Daher dürfte er ohne Probleme mit einer Freigabe ab 16 Jahren in die Händlerregale kommen.
 
 
 


 
 
 

THE RECALL – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Minds Eye Entertainment | Bridgegate Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alien Abduction (2014)
 
Die Vierte Art (2009)
 
Extraterrestrial (2014)
 
Dark Alien (2014)
 


Filmkritik: „Beacon Point“ (2016)

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BEACON POINT

Story

 
 
 

Einige Wanderer kommen bei einem Zehntagemarsch in den Appalachen vom rechten Weg ab und bekommen es wegen mysteriöser Ereignisse mit der Angst zu tun.

 
 
 


 
 
 

BEACON POINT – Kritik

 
 
 
Offenbar geht ohne Crowdfunding seit einigen Jahren gar nichts mehr. In Zeiten in denen es immer schwieriger wird, für interessante Filmprojekte Geldgeber zu finden, muss der Zuschauer eben selbst ran. Fremdfinanzierung durch Filmfans heißt eine neue Art des Geldeintreibens, bei der das Publikum quasi zum Produzenten wird. So zahlt der Kinofan auf Internetplattformen wie KICKSTARTER oder INDIEGOGOP für spannende Projekte einen Betrag nach Wunsch, damit die dann von ambitionierten Filmemachern umgesetzt werden können. Eine gute Sache, die mittlerweile Schule macht und mutige (Heim)Kinoexperimente hervorbringt, die sonst hätten nie verwirklicht werden können. Auch der Science-Fiction-Horror BEACON POINT ist einer jener Kandidaten dessen Startkapital von Horrorfans aufgebracht wurde. Die haben hier knapp 24.000 US-Dollar in 45 Tagen auf KICKSTARTER gespendet, damit Regisseur ERIC BLUE seinen ersten Langfilm inszenieren köonnte. Schenkt man dem Newcomer Glauben, beruht der Film auf Erlebnissen, die er im Jahr 1994 gemacht haben soll. Zu genau jener Zeit war der Regisseur mit seiner Freundin auf einem Campingtrip in den Great Smoky Mountains unweit des Appalachen-Wegs. Des Nachts bemerkte er, wie er von etwas Unbekannten beobachtet wurde. Als dann auch noch Vögel ohne Grund aufgeregt zu zwitschern begannen, bekam es das Paar mit der Angst zu tun. Genau jene Erlebnisse bilden das Fundament zum Horrorthriller BEACON POINT.
 
 
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Auf in die Natur. Das will auch Zoe (RAE OLIVIER), die mit anderen Teilnehmern an einem Wandertrip teilnimmt, um in den Appalachen den Kopf frei zu bekommen. Doch die Wanderung steht unter keinen guten Stern. Ausgerechnet der vorbestrafte Drake (JOHN BRIDDELL) übernimmt die Führung der Gruppe. Der wurde eigentlich vom Chef gekündigt, weil er in Stresssituationen gern mal die Fassung verliert. Doch das hält das Alphamännchen nicht davon ab, noch einmal in seinem alten Job aufzuleben. Leider passieren bald seltsame Dinge. Übel zugerichtete Menschenkörper und Tierkadaver verunsichern zwar, hält aber die Gruppe nicht davon ab, die Wälder genauer zu erkunden. Ein fataler Fehler – wie sich bald herausstellen wird. Erst verliert man die Orientierung und verläuft sich in den Appalachen. Später findet man ominöse Steine und fühlt sich verfolgt. Vor allem die taffe Zoe wird bald von Albträumen geplagt und ahnt, dass etwas Schlimmes passieren wird. So ganz Unrecht hat sie mit ihrer Vermutung nicht. Einer der Anwesenden klagt über merkwürdige Beschwerden und in der Nacht schleichen dunkle Schatten um die Zelte. Ob die ahnungslosen Wanderer wieder heil zurück finden werden? Man kann es nur hoffen.
 
 
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BEACON POINT spielt mit der Angst vor dem Unbekannten, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht. Was verfolgt die ahnungslosen Wanderer in den Wäldern? Sind es hungrige Tiere, fiese Waldwesen oder vielleicht doch höhere Mächte? Regisseur und Drehbuchautor ERIC BLUE macht nicht Nägel mit Köpfen, sondern zögert hinaus. Damit baut er Spannung auf und verursacht Unbehagen, das durch Isolation und Orientierungslosigkeit zusätzlich verstärkt wird. Nur kurze Flashbacks, die Filmheldin Zoe hin und wieder plagen, lassen Vermutungen aufstellen, dass hier offenbar höhere Mächte am Werk sein müssen. Trotzdem wird bis kurz vorm Finale nicht zu viel verraten, was BEACON POINT zu solider Genre-Unterhaltung macht, die für Low-Budget-Verhältnisse beachtlich temporeich abgehandelt wird. Handwerklich kann man nicht meckern. BEACON POINT glänzt durch stimmungsvolle Naturaufnahmen und guten Kamerafahrten. Nur bei den Figuren fehlt es am Feinschliff – etwas, dass im Horrorfilm ohnehin gang und gäbe ist. Die wenigen Protagonisten verhalten sich nicht immer klug und entsprechen den gängigen Stereotypen, die man in nahezu jedem Horrorstreifen zu sehen bekommt. Das ist aber nicht weiter tragisch, sind die Filmfiguren ohnehin nur dazu da, um im Verlauf der Handlung das Zeitliche zu segnen. Auch wenn von den immerhin gut gewählten Schauspielern nicht sonderlich viel abverlangt wird, kann sich BEACON POINT für ein Horror-Debüt durchaus sehen lassen. Der Streifen besitzt kaum Längen und macht aus harmlosem Waldcamping unterhaltsamen Überlebenskampf mit Ecken und Kanten. Angesichts der souveränen Inszenierung darf man gespannt sein, was Filmemacher ERIC BLUE als nächstes fabrizieren wird. Dessen erster Spielfilm ist trotz kleinem Budget kein Rohrkrepierer. In Anbetracht dessen, was andere Regie-Newcomer dem Zuschauer regelmäßig zumuten, sollte man das an dieser Stelle mal lobend erwähnen.
 
 
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BEACON POINT – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Tief in den Wäldern hört dich niemand schreien. Handwerklich souverän inszenierter Science-Fiction-Horror mit Ecken und Kanten. Für ein Horror-Debüt kann sich BEACON POINT sehen lassen, das mit einfachen Mittel maximales Grauen heraufbeschwört. Hier werden einige Camper mit einer unheimlichen Bedrohung konfrontiert, die einen Wanderausflug zum Albtraum werden lässt. Was den ahnungslosen Wanderern auf der Lauer liegt, sei an dieser Stelle nicht verraten. Die Auflösung ist nämlich die Quintessenz genannten B-Movies, das für schmales Budget Horror in die Wohnzimmer bringt, der spannend und kurzweilig unterhält. Regisseur ERIC BLUE spricht im Erstling Themen wie Paranoia, Isolation, Orientierungslosigkeit und Angst vor dem Unbekannten an. Damit beschwört er in Windeseile ein ungutes Gefühl herauf, das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht. Eine beachtliche Leistung – vor allem auch deshalb, weil er das Böse nur andeutet und nie wirklich zeigt. Damit verursacht er Kopfkino, das bekanntermaßen furchterregender ist, als unerträgliche Gewalt und literweise Kunstblut. Das eigene Hirn spielt eben immer noch die unheimlichsten Filme ab.
 
 
 


 
 
 

BEACON POINT – Zensur

 
 
 
Es gibt im Film kaum nennenswerte Gewalt zu sehen. Man findet eine übel zugerichtete Leiche im Wald und ebenso Tiere, die in Stücke zerfetzt wurden. Weiterhin werden Protagonisten die Augen herausgerissen und ein Hirschgeweih bohrt sich durch einen Kopf. BEACON POINT ist ein sicherer FSK16-Kandidat.
 
 
 


 
 
 

BEACON POINT – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Blue Lantern Films | Uncork’d Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Devil in the Dark (2017)
 
It’s in the Blood (2012)
 
Arbor Demon (2016)
 
Feed the Gods (2013)
 
Willow Creek (2013)
 


Filmkritik: „Die erste Fahrt zum Mond“ (1964)

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DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND

(FIRST MEN in THE MOON)

Story

 
 
 
Eine erstaunlich harmonisch orchestrierte Weltraumexpedition auf den Mond lässt die Astronauten nicht schlecht staunen. Da ragt aus dem Gestein des Erdtrabanten doch tatsächlich, verwittert wie ein Pflänzchen und doch erkennbar der Union Jack, die Fahne Großbritanniens! Man findet heraus, dass ein verrückter (aber harmloser) Professor und klassischer Vertreter englischen Exzentrikertums bereits eine halbwegs unfreiwillige Fahrt zum Mond unternommen hat. Bereits im Jahre 1899 führte den guten Mann eine selbstentwickelte Flugpaste auf den Nachbarstern, wo er und ein paar weitere Teilnehmer der Reise schier unglaubliche Abenteuer erlebten.
 
 
 


 
 
 

DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND – Kritik

 
 
 
Willkommen zu einer weiteren Runde purer, fluffiger Sonntagsnachmittagszeitmaschinen-Karussellfahrt auf flacher Filmscheibe. Oder steckt hinter Nathan Jurans lockerer Literaturverfilmung DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND doch mehr? Tatsächlich ja, will man hier sagen. Dem britischen Science-Fiction-Urvater H.G. Wells einen gewissen, steifen Sinn für satirischen Humor abzusprechen, wäre ungerecht und auch in dieser Verfilmung seiner Story geht es das eine ums andere Mal fast ironisch zu. Wells´sche Kritik am Verhalten vermeintlich entwickelter Nationen gegenüber schwächeren kommt deutlich zur Geltung. Eine Note, mit der die Filmkritik Mitte der Sechziger mal so überhaupt nicht warm wurde – man wollte ausschließlich unterhalten werden. Auch der Waffen- und Fortschrittswahn der Kolonial- und schließlich immer wieder Kriegsmächte wird kritisch angeschnitten. Klasse! Weniger kritisch betrachtet, führt uns unser kleiner Gedankenausflug zurück an den Anfang des Textes hier. Jene Art von Zielgruppen-Filmen, eskapistische, im besten Sinne kindische und noch besseren Sinne Disney-artige Spielfilmunterhaltung, gelingt heute niemandem mehr. Und das obwohl zum Bleistift die Geldmaschinen-Kommandanten von Marvel (und auch wieder Disney) doch ausdrücklich auf Comic-Heftchen für achtjährige Knaben basieren. Charmant geht aber leider anders. Schlicht unschuldiger, für den Anfang.
 
 
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Wie sich die Zeiten doch ändern! Der Film DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND, der heute in einer speziell nach dem großen Stop-Motion-Effektmeister Ray Harryhausen benannten Edition erscheint, war damals der offizielle Grund seines Produktionsstudios Columbia, sich von ihm zu trennen. Es war natürlich eine herbe Enttäuschung für den Amerikaner und Bewunderer von H.G. Wells´, dass ausgerechnet eine Adaption des Sci-Fi-Pioniers das Ende einer Reihe finanziell eher weniger treffender Filme mit seiner Effekt-Arbeit bedeuten sollte. Trotzdem und mit der verklärenden Generationen-Distanz zwischen Kinoerscheinung und BluRay, bleibt hier ein Traum-Kinderfilm steampunkiger Fantasy-Brillanz! Wir wiederholen uns gern und empfehlen auch diesen Film all denen, die sich mit dem harmlosen Präparat Science-Fiction-Film zurück in eine Seifenblase der Kindheit transportieren können.
 
 
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DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Vollendete Fantasy-Klassik für kleine und besonders große Kinder. Harryhausens Mondbewohner und Erdenraketen zuckeln durchs bunte Breitwandbild und die Welt hält ein paar Stunden lang ihre böse Klappe. Zucker für die Seele.
 
 


 
 
 

DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND – Zensur

 
 
 
Wie bereits zu seiner Kinoaufführung ist DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND auch heute noch frei ab 12 Jahren. Das hat sich auch bei der Blu-ray-Veröffentlichung (Ray Harryhausen Effects Collection) nicht geändert. Die Freigabe ist gerechtfertigt, denn Schauwerte – bis auf die gelungenen Spezialeffekte von RAY HARRYHAUSEN – werden keine geboten.
 
 
 


 
 
 

DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Explosive Media | Koch Media

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: First Men in the Moon; Großbritannien 1964

Genre: Abenteuer, Science Fiction

Ton:Deutsch DTS-HD MA 4.0, Englisch DTS 2.0

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 103 Min.

FSK: FSK12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover im Schuber

Extras: Ray Harryhausen Chronicles, This is Dynamation, Original Kinotrailer

Release-Termin: 23.02.2017

 

Die erste Fahrt zum Mond / First men in the moon [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

(Rechte für Packshot, Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Explosive Media | Koch Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The First Men in the Moon (1919)
 
Die Erfindung des Verderbens (1958)
 
Lost Continent (1951)
 
Planet der Monster (1977)
 


Filmkritik: „UFO – Es ist hier“ (2016)

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UFO – ES IST HIER

Story

 
 
 
Fünf Filmstudenten machen in den Wäldern eine Begegnung mit der dritten und tödlichen Art.
 
 
 


 
 
 

UFO – Kritik

 
 
 
Hatte Regie-Legende RIDLEY SCOTT etwa noch Zeit, um während der Dreharbeiten zu PREMOTHEUS 2 heimlich an einem Alien-Sequel im Found-Footage-Format zu arbeiten? Zumindest liegt die Vermutung nahe, wenn man sich den Trailer zu UFO – ES IST HIER anschaut. Was hier gezeigt wird, erinnert schon irgendwie an die vielen Plagiate des Science-Fiction-Klassikers ALIEN – DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER ANDEREN WELT, der sich vor allem wegen dem von HR GIGER entworfenen Filmmonster einen Platz in den Herzen vieler Filmfans sichern konnte. Selbstverständlich hat RIDLEY SCOTT weder an UFO – ES IST HIER gearbeitet, noch dürfte er den Film überhaupt gesehen haben. Hinter dem Wackelkamera-Krimi steckt nämlich ein deutscher Filmemacher, der bereits mit DIE PRÄSENZ einen kleinen Erfolg feiern konnte. Der deutsche Geisterfilm schaffte es bis in die Kinos und erhielt reichlich Lob. Weil die Rezeptur aus Grusel in Kombination mit Found-Footage gut ankam, wird die Erfolgsformel auch gleich beim nächsten Streich angewandt. UFO – ES IST HIER besitzt all das, was man eben von Filmen dieser Art erwartet. Das bedeutet: schlechte Ausleuchtung, viel Geschrei und natürlich Gewackel, Gewackel und nochmals Gewackel. Doch hat der Film überhaupt etwas Neues zu erzählen?
 
 
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BLAIR WITCH PROJEKT lässt grüßen. Bei UFO handelt es sich um gefundenes – freilich fiktives – Videomaterial, das man 2015 in einer Scheune in den belgischen Ardennen gefunden hat. Darauf zu sehen: die fasziniere Entdeckung einer Gruppe Filmstudenten, die aber auch ihre Letzte sein wird. Eigentlich wollten die Kommilitonen eine Zoo-Dokumentation drehen. Bis sich die Tiere in ihren Käfigen merkwürdig verhalten. Der Grund ist schnell gefunden. Eine rätselhafte Himmelserscheinung macht den Tieren Angst, was aber das Interesse der Studenten weckt. Die vermuten einen herabfallenden Meteor und versuchen den Einschlagsort des Gesteins zu orten. Nach Stunden vergeblicher Suche, findet man den Krater. Doch die Nacht ist schneller da, als gedacht. Weil man die Hand nicht mehr vor Augen sieht, beschließt man das Nachtlager aufzuschlagen und die Untersuchungen am nächsten Tag vorzusetzen. Leider kommt natürlich alles anders, als gedacht. Etwas nicht Menschliches hat im Wald Zuflucht gesucht und ist nicht zu Scherzen aufgelegt. Kein gutes Omen für die fünf Freunde, die den Kampf gegen etwas aufnehmen müssen, das nicht von dieser Welt ist. Ob sie unbeschadet nach Hause finden werden?
 
 
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Besser gut geklaut, als schlecht neu erfunden. Wie bereits schon in THE BLAIR WITCH PROJECT werden Ereignisse pseudodokumentarisch aufbereitet. Der Zuschauer bekommt die Geschehnisse durch die Handkamera zu sehen, die einer der Protagonisten bei der Flucht vor Aliens mit sich führt. Das ist Found-Footage-typisch und nach wie vor eine gute Methode, um den Zuschauer in die Handlung einzubeziehen. Dem wird durch die permanente Egoansicht das Gefühl vermittelt, als wäre er selbst Teil der Gruppe. Leider hat die gewöhnungsbedürftige Ansicht auch so seine Tücken, denn stabile Bilder gibt es nur selten zu sehen. Hinzugesellen sich abrupte Schnitte und konfuses Geschüttel, das vor allem in hektischen Momenten aus dem Ruder läuft und das Folgen der Handlung erschwert. Doch nicht alles ist schlecht. Hervorzuheben wären die gut gewählten Darsteller, die zur Abwechslung auch mal was können. Die scheinen ab und an zu improvisieren, was UFO – ES IST HIER authentisch erscheinen lässt. Authentisch sind auch die simplen, aber immerhin handgemachten Spezialeffekte, die zu keiner Zeit ihre Wirkung verfehlen. Da kommen ominöse Alien-Eier vor die Linse und plötzliches Alien-Tohuwabohu, das wie aus dem Nichts vor die Kamera erscheint, lässt kurz in den Sessel rutschen. UFO erfindet definitiv nicht das Rad neu, macht aber seine Sache nicht unbedingt schlecht. Vergleicht man den Streifen mit den vielen überflüssigen Found-Footage-Filmen der letzten Jahre, kommt diese deutsche Produktion sogar noch besser weg, als so manch übler Wackel-Unsinn aus Übersee. Wer sich beim Vorgänger DIE PRÄSENZ aus der Mache von DANIELE GRIECO gut unterhalten gefühlt hat und immer noch nicht die Nase rümpft, wenn er allein nur das Wort „Found Footage“ liest, macht auch mit UFO – ES IST HIER definitiv nichts falsch. Na also, die Deutschen können auch anders, als immer nur Arthaus, Komödie und Anspruch.
 
 
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UFO – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Joar, ist halt ein Found-Footage-Film – nur eben ein deutscher. UFO – ES IST HIER ist ein Found-Footage-Mix aus THE THING, BLAIR WITCH PROJECT und ALIEN, der mit kleinem Budget große Wirkung erzielen will. Die für dieses Subgenre bekannten Regeln werden eingehalten, Protagonisten verhalten sich nicht immer nachvollziehbar und Handyempfang ist in entscheidenden Momenten nicht vorhanden, wenn Hilfe benötigt wird. Trotz Gewackel, schlechtem Bild und Klischees kann UFO etwas, was vor allem den guten Darstellern zu schulden ist, die so authentisch und sympathisch agieren, dass man meinen könnte, sie schon jahrelang zu kennen. Für knapp 100.000 Euro Budget gibt’s obendrauf seichte Gruselatmosphäre und einige geschickt getrickste Spezialeffekte. Schon beachtlich, wenn man bedenkt, dass man für gleiches Geld in Hollywood gerade mal eine vernünftige Putzfrau bekommt, die nach den Dreharbeiten das Filmset reinigt. Für Fans des mittlerweile zu oft genutzten Found-Footage-Stilmittels durchaus einen Blick wert, weil UFO innerhalb seiner Möglichkeiten einige ganz cleverer Schocks zu bieten hat. Wer ohnehin genervt von Filmen mit Wackel-Gimmick ist, dürfte auch mit UFO – ES IST HIER nichts anzufangen wissen, dafür sträubt sich der Alien-Grusler vor frischen und neuen Ideen. Da kann man nur hoffen, dass Regisseur DANIELE GRIECO als nächstes mal einen richtigen Horrorfilm ohne den unnötigen Found-Footage-Schnickschnack dreht. Könnte vermutlich ein deutsche Indie-Hit werden.
 
 
 


 
 
 

UFO – Zensur

 
 
 
In UFO – ES IST HIER gibt es nicht viel Grausames zu sehen. Der Film hat in seiner ungeschnittenen Dassung eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die ist auch berechtigt und angemessen.
 
 
 


 
 
 

UFO – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) M-Square Pictures | daredo (Soulfood)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ufo – Es ist hier; Deutschland 2016

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DD 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Erstauflage im Schuber

Extras: Behind the Scenes – Interviews mit dem Regisseur (deutsch), Behind the Scenes – Interviews mit dem Regisseur (englisch), Audiokommentar des Regisseurs, M-Square Trailershow

Release-Termin: 28.10.2016

 

UFO – ES ist hier [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

UFO – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte für alle Grafiken liegen bei M-Square Pictures | daredo (Soulfood))

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alien Abduction (2014)
 
Absence (2013)
 
The Blair Witch Project (1999)
 


Filmkritik: „I Am Not a Serial Killer“ (2016)

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I AM NOT A SERIAL KILLER

Story

 
 
 

Der Teenager John Cleaver bezeichnet sich selbst als Soziapath und versucht alles daran zu tun, dass er nicht selbst zum Killer mutiert. Doch als im Städtchen Clayton der Tod die Runde macht, kann er die Bestie in sich nicht mehr im Zaum halten.

 
 
 


 
 
 

I AM NOT A SERIAL KILLER – Kritik

 
 
 
Facettenreich sein und mal was anderes ausprobieren. Schauspieler CHRISTOPHER LLOYD ist eigentlich dafür berüchtigt in familientauglichen Filmen für Spaß zu sorgen. So hat er sich als verrückter Professor in der ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT-Trilogie selbst ein Denkmal gesetzt und scheint nun am Höhepunkt seiner Karriere mal die Fronten wechseln zu wollen. Im Film I AM NOT A SERIAL KILLER überrascht er mit ungewohnt ernster Miene und ist zur Abwechslung keiner von den Guten – sondern blutgeil und böse. Hinter dem ungewöhnlichen Horror-Krimi steckt Regisseur BILLY O’BRIAN, der mit THE HYBRID und ISOLATION schon einige Ausflüge ins Horrorfach gewagt hat. Mit I AM NOT A SERIAL KILLER versucht er sich nun auch als ernstzunehmender Filmemacher zu behaupten, was durchaus fruchten könnte, denn hinter dem Titel steckt weit mehr als trivialer Fast-Food-Horror fürs Heimkino.
 
 
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Weil er der Mutter immer beim Präparieren von Leichen hilft und sich für das Treiben von Serienmörder interessiert, ist John (MAX RECORDS – der kleine Junge aus WO DIE WILDEN KERLE WOHNEN) ein Außenseiter und wird an der Schule gehänselt. Doch sein Interesse an der dunklen Seite von Menschen kommt nicht von ungefähr. Der Fünfzehnjährige ist nämlich fest davon überzeugt ein Soziopath zu sein und dass es sein Schicksal ist, selbst ein Serienkiller zu werden. Deswegen hat er eine Reihe von Regeln aufgestellt, die ihn daran hintern sollen ein Mörder zu werden. Doch der gute Vorsatz gerät ins Wanken, als im Heimatort obskure Dinge geschehen. Übel zugerichtete Leichen werden gefunden und ominöse Ölspuren an den Tatorten werfen Fragen auf. Leider ist die Polizei ratlos und tappt bei den Ermittlungen im Dunkeln. Als der Teenager mal wieder desorientiert durch die Straßen der Kleinstadt schlendert, kommt John dem geheimen Doppelleben des alten Mr. Crowley (CHRISTOPHER LLOYD) auf die Schliche. Der wohnt im Haus gegenüber und ist dem Schüler eigentlich als freundlichen Nachbar bekannt. Doch der Rentner kann auch anders. Als er dem betagten Herrn mit dem Fahrrad folgt, macht er im Wald eine schreckliche Entdeckung. Mr. Crowley scheint nämlich etwas zu verbergen von dem niemand erfahren soll. Doch das schreckt den Jungen nicht ab. Der entwickelt eine Faszination für die Taten des alten Mannes und wird so in einen Strudel von Umständen gezogen, aus dem es bald kein Entkommen mehr gibt.
 
 
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Der Horrorthriller I AM NOT A SERIAL KILLER basiert auf dem gleichnamigen Roman von DAN WELLS, der hierzulande unter dem Titel ICH BIN KEIN SERIENKILLER in die Buchläden gebracht wurde und der erste Teil einer Thriller-Serie ist. Zu der gehören auch die Folgeromane MR. MONSTER, I DON’T WANT TO KILL YOU, THE DEVIL’S ONLY FRIEND und OVER YOUR DEAD BODY, die die Geschehnisse um den jungen John Cleaver weiterspinnen. Wie schon das Buch, bleibt auch die Verfilmung des ersten Bandes Antworten schuldig. So bekommt es der Filmheld hier mit einem dämonischen Serienkiller zu tun, der offenbar wahllos Menschen tötet und sie ihrer Organe beraubt. Welches Ziel er damit verfolgt und wie er so lange im Geheimen morden konnte bleibt ungeklärt, denn Regisseur BILLY O’BRIAN hält sich weitestgehend an der packenden Buchvorlage, die sich vor einigen Jahren unter Horrorlesern zum Geheimtipp mauserte. Mit stimmiger 1980er Atmosphäre (der Film spielt aber in der Gegenwart) und ungeschliffene Indie-Optik wird schauriger Kleinstadt-Horror bewirkt, der vielerorts an die vielen Geschichten des jungen STEPHEN KING erinnert. So bahnt sich das Grauen langsam seinen Weg durch den Film und zeigt sich während eines nervenaufreibenden Showdown in ganzer Pracht auf der Mattscheibe. Trotz Horror- und Mystery bleiben aber nicht die Figuren auf der Strecke. Denen wird eine detaillierte Entwicklung eingeräumt. Allen voran Held John, der zwar unnahbar bleibt aber schnell wegen seiner eigensinnigen Art zum Sympathieträger avanciert. Der eigenbrötlerische Schüler begibt sich auf eine mysteriöse Serienkillerjagd und entfacht dabei just genau das Böse in sich, das er eigentlich nicht ausbrechen lassen wollte. Eine obskure Metamorphose, die den eher ruhig erzählten Film über weite Strecken spannend macht, weil lang ungewiss bleibt, wohin die Reise gehen wird. Dafür muss man Macher BILLY O’BRIAN an dieser Stelle Lob aussprechen. Der hat mit seinem Coming-of-Age-Schauer einen ungewöhnlichen Horrorthriller gedreht, der gerade wegen seinen ungewöhnlichen Charakteren und der bizarren Atmosphäre viele Horrorfilme neueren Datums in den Schatten stellt. Wer das nicht glaubt, sollte sich eines Besseren belehren lassen, denn I AM NOT A SERIAL KILLER klärt mal wieder auf, dass unkonventionelle Horrorfilme aus dem Indie-Bereich nun mal die besseren Horrorfilme sind.
 
 
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I AM NOT A SERIAL KILLER – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Sehenswerter Horror-Geheimtipp irgendwo zwischen DONNY DARKO und NAKED LUNCH. I AM NOT A SERIAL KILLER ist Indie-Horror wie er im Buche steht. Zwischen ungeschliffener Griesel-Optik und eigensinnigem Retro-Sound verbirgt sich ein unkonventionelles Coming-of-Age-Drama, das King’schem Kleinstadt-Horror ein neues Gesicht gibt. Wenn sich hinter der Fassade des liebenswerten Nachbarn das ultimative Böse verbirgt. Das sind eigentlich Geschichten mit denen der Horrorautor STEPHEN KING bekannt geworden ist. I AM NOT A SERIAL KILLER ist aber keine weitere Verfilmung aus der Mache des beliebten Gruselschriftstellers. Hinter dem Streifen verbirgt sich zwar auch eine Romanadaption; die kommt aber aus der Feder von DAN WELLS, der vor einigen Jahren mit den Geschichten um Antiheld John Cleaver bei Horrorlesern auf Zustimmung stieß. Die Filmumsetzung hält sich nah an der Vorlage und überzeugt gerade wegen seiner glanzlosen Machart und den guten Darstellern auf ganzer Linie. So gibt es ein Wiedersehen mit CHRISTOPHER LLOYD, der hier abermals mit Vielseitigkeit begeistert. Statt Späßen ist diesmal Schluss mit lustig, denn der in die Jahre gekommene Schauspieler verkörpert diesmal einen von den Bösen. Eine Rolle, die dem betagten Altstar erstaunlich gut steht. Umso mehr sei dieser sehenswerte Genrefilm jedem ans Herz gelegt, der eine Schwäche für ungewöhnliche Geschichten und eigensinnige Charaktere besitzt. Da kann man nur hoffen, dass die Leinwandumsetzung zu I AM NOT A SERIAL KILLER gut beim Publikum ankommt. Wäre da das Fall wäre es begrüßenswert, wenn Regisseur BILLY O’BRIAN auch die Folgeromane auf haargenau gleiche Weise fortführt.
 
 
 


 
 
 

I AM NOT A SERIAL KILLER – Zensur

 
 
 
Die Morde in I AM NOT A SERIAL KILLER passieren entweder in weiter Ferne oder im Off. Sonderlich blutig ist der Film demnach nicht. Immerhin gibt es einige übel zugerichtete Leichen auf dem Untersuchungstisch der örtlichen Leichenschauhauses zu sehen. Hierzulande gab es dafür eine FSK16.
 
 
 


 
 
 

I AM NOT A SERIAL KILLER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Indeed Film (Blu-ray im KeepCase mit Schuber)

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(c) Indeed Film (limitiertes Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: I Am Not a Serial Killer; Großbritannien | Irland 2016

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.66:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Limitiertes Mediabook | KeepCase mit Wendecover und im Schuber

Extras: Early 2011 Mood Promo, Behind the Scenes, Deleted Scenes | im Mediabook zusätzlich: 72 Seiten Leseprobe des Originalromans

Release-Termin: 24.02.2017

 

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I AM NOT A SERIAL KILLER – Mediabook

 
 
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I AM NOT A SERIAL KILLER – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Indeed Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Stepfather (2009)
 
The Stepfather (1987)
 
House at the End of the Street (2012)
 
One Hour Photo (2002)
 


Filmkritik: „Thirst“ (2015)

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THIRST

Story

 
 
 

Gar ungehorsame Teenager geraten in einem Boot Camp an ein hungriges Monstrum aus dem All. Langweilig!

 
 
 


 
 
 

THIRST – Kritik

 
 
 
Na? Kennt Ihr noch ALIEN und dessen Fortsetzungen? Na klar! Das Original von RIDLEY SCOTT ist bis heute unerreicht und wurde während der letzten Jahrzehnte oft und gern kopiert. Leider konnte keine dieser mehr oder weniger direkten Kopien die Klasse des wohl besten Alien-Schockers auf unserem Film-Planeten erreichen. Das ist auch kein Wunder, hat es ALIEN doch geschafft, ein ganzes Genre zu revolutionieren und nachhaltig zu prägen. Dafür muss man Regisseur RIDLEY SCOTT an dieser Stelle zu Recht Dank aussprechen. Leider hat der Science-Fiction-Klassiker auch viele Nachahmer auf den Plan gerufen. Einer derer ist GREG KIEFER. Der macht sich erst gar keine Gedanken darüber, dass das plumpe Kopieren von Scotts Weltraum-Grusler in Fankreisen nicht unbedingt auf Zustimmung stoßen dürfte und geht auf Risiko. Entstanden ist genau das, was man sich vorstellt, wenn jemand versucht ALIEN nachzueifern: Trash, Trash und nochmals Trash. Viel Action aber günstig lautet die Devise in dieser für den Videomarkt schnell gedrehten Alien-Hetzjagd in der mal wieder Menschen vor Aliens fliehen müssen und Aliens Menschen fressen. Gott, ist das einfallsreich.
 
 
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In THIRST geht es dummen Teenagern an den Kragen. Die wurden von den Eltern in ein Boot Camp gesteckt, wo sie endlich wieder auf den Pfad der Tugend gebracht werden sollen. Schluss mit Drogen, Alkohol und Ungehorsam. In staubiger Wildnis sollen die Kids Erleuchtung finden. Dazu werden aber erst einmal die Handys einkassiert. Keine gute Idee, hätten die doch manche Tragödie verhindern können. Was in THIRST niemand weiß: Inmitten der kargen Landschaft treibt ein außerirdisches Monster sein Unwesen. Das ist einige Nächte zuvor auf der Erde gelandet und scheint von der langen Reise durstig zu sein. Gut, dass die Beute im neuen Revier reich ist. So macht sich die Kreatur auf zu jagen und saugt den neunmalklugen Teenagern die Lebensenergie aus. Leider befindet sich innerhalb der Gruppe ein besonders zähes Exemplar. Das nimmt den Kampf auf und erlöst das Alien am Ende mit einem Gnadenschuss. Hat man alles schon etliche Male gesehen. Innovativ ist anders.
 
 
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THIRST verspricht auf dem Filmplakat viel, doch hält herzlich wenig. Die Mischung aus ALIEN und dem Action-Hit PREDATOR ist so einfallsreich, wie die komponierten Songs des Hit-Giganten DIETER BOHLEN. Hier läuft alles nach Schema F ab – Überraschungen: Fehlanzeige. Ein passabel animiertes Alien, das eher Ähnlichkeit mit einem Roboter besitzt, flitzt in THIRST durch die Kulissen und tötet alles und jeden. Bei einer so rudimentären Handlung kommt nur selten Spannung auf. Das hätte man durchaus verschmerzen können, wenn der Zuschauer wenigstens mit abwechslungsreichen Todesarten entschädigt worden wäre. Leider reduzieren sich die Schauwerte auf Explosionen und das Creature-Design. Auf Dauer etwas wenig, um Sci-Fi-Horror interessant zu machen. So ist THIRST auch nur denen zu empfehlen, die entweder Fans trashiger Filmstudios wie THE ASYLUM und SYFY sind oder nicht unbedingt den Kopf einschalten wollen, wenn sie sich Horrorfilme ansehen. Den benötigt man für THIRST in der Tat nicht. Ob das wiederum einen guten Film aus THIRST macht, steht auf einem anderen Blatt.
 
 
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THIRST – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Rasantes Horror-B-Movie für Trashfilm-Fans. Nur die dürften sich unterhalten fühlen. Das Filmplakat suggeriert atmosphärischen und düsteren Alien-Schauer mit grotesken Monstern und ekligen Momenten. Wer das nun von THIRST erwartet, wird dumm aus der Wäsche schauen. Offenbar scheint das ein Poster zu einem anderen Film zu sein, denn atmosphärisch ist hier vielleicht höchstens die weiße Schrift vor dunklen Hintergrund im Abspann. Günstig gedrehter Trash wird mit THIRST geboten, der eher an Filme der Produktionsstudios THE ASYLUM oder SYFY erinnert. Einzig der hohe Actionanteil dürfte vorm Einschlafen abhalten, weil nahezu ständig ein Roboter-ähnliches Alien zu sehen ist, das geifernd durchs Bild läuft. Demzufolge sollte man besser die Lautstärke herabdrehen – dann klappt’s auch mit dem Einschlafen. THIRST ist so arm an Ideen, dass man nicht viel verpasst, wenn man zwischendurch mal einnickt und kurz vorm Ende aufwacht. Das ist vielleicht auch besser, denn die Handlung ist derart zusammenstibitzt, dass Alien-Regisseur RIDLEY SCOTT wohl das kalte Grausen bekommen dürfte, wenn er erfahren würde, welche Kreise das von ihm geschaffene Alien-Franchise mittlerweile zieht.
 
 
 


 
 
 

THIRST – Zensur

 
 
 
THIRST ist 08/15-Alienhatz in dem Protagonisten nacheinander von einem Außerirdischen ausgesaugt werden oder als Snack für dessen Nachwuchs dienen. Einige Aussaug-Szenen sind ganz passabel umgesetzt. So sieht man, wie die Opfer merklich an Masse verlieren. Ansonsten ist der Gewalt- oder Härtegrad gering. Hier steht in erster Linie Action im Mittelpunkt. THIRST dürfte in Deutschland mit einer 16er-Freigabe die FSK passieren.
 
 
 


 
 
 

THIRST – Trailer

 
 

Um den Trailer zu sehen auf „Watch on VIMEO“ klicken

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Aliens – Die Rückkehr (1986)
 
Pitch Black – Planet der Finsternis (2000)
 
Predators (2010)
 
Astaron – Brut des Schreckens (1982)
 
Xtro II – Die zweite Begegnung (1990)
 
X-Tro 3 (1995)
 


Filmkritik: „Harbinger Down“ (2015)

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HARBINGER DOWN

Story

 
 
 
Einige Studenten wollen die Auswirkung der globalen Erwärmung auf Orca-Wale in der Beringsee erforschen und kommen nach der Bergung eines Eisblocks mit einer tödlichen Bedrohung in Berührung
 
 
 


 
 
 

HARBINGER DOWN – Kritik

 
 
 
Rache kann, so sagt man, süß sein, vor allem dann, wenn große Studiobosse im Affekt entscheiden und handgemachte Effektarbeit durch die aus dem Computer ersetzen. So ähnlich erging es dem F/X-Künstler ALEC GILLIS. Dem Gründer des Spezialeffektunternehmens ADI (IM LAND DER RAKETENWÜRMER, STARSHIP TROOPERS, ALIEN VS. PREDATOR) wäre im Jahr 2011 beinahe ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Sein Talent war gefragt und er wurde von den UNIVERSAL STUDIOS damit beauftragt, die Monster-Metamorphosen im THE THING-Remake beizusteuern. Gillis investierte viel Herzblut in die Erstellung handgemachter Puppeneffekte und war dann umso enttäuschter, als er das Resultat zu sehen bekam. Nur wenige seiner Monsterkreationen waren in der teuren Neuverfilmung zu sehen. Stattdessen wurden sie in der Post-Production durch Computereffekte ersetzt, um der neuen Generation von Horrorfans keine Illusionen zu nehmen. Nachdem das Remake in den Kinos anlief und Filmfans kaum welche der versprochenen Effekte der ADI STUDIOS zu sehen bekamen, stellte Gillis einige Filmschnipsel seiner Arbeiten am Remake auf Youtube und erhielt überwiegend positive Resonanz. So entstand die Idee einen eigenen Film im Stile von THE THING auf die Beine zu stellen – ganz ohne digitale Spielereien, künstlichen CGI und Launen kommerzorientierter Major-Studios. Die Idee zu HARBINGER DOWN war geboren, dessen Finanzierung durch Crowdfunding auf der Plattform KICKSTARTER ermöglicht wurde. Ganz nebenbei gelang Gillis mit der Kampagne ein neuer Rekord: mit großzügigen 384.181 Dollar war HARBINGER DOWN der bis dato erfolgreichste Horror/Sci-Fi-Aufruf für den begeisterte Genre-Fans auf KICKSTARTER Geld spendeten, so dass ALEC GILLIS genug Kapital zur Verfügung stand, um seiner unbändigen Kreativität freien Lauf lassen zu können.
 
 
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HARBINGER DOWN handelt von Sadie (gespielt von CAMILLE BALSAMO), die zu einem Team von Studenten gehört, die in der Antarktis die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf Orcas untersuchen möchte. Unter dem Kommando des Schiffskapitän Graff (LANCE HENRIKSEN) stößt man mit dessen Krabben-Kutter namens Harbinger auf ein seltsames Objekt im Eis, das geborgen und aufgetaut wird. In einer verkrusteten Kapsel entdeckt man die Überreste eines sowjetischen Astronauten, der Jahrzehnte zuvor nach einer Monderkundung abgestützt und im ewigen Eis gestrandet war. Doch der Leichnam ist nicht die einzige Entdeckung. Mit an Bord wurde ein mutierter Organismus geborgen, der seinen Aggregatzustand von fest zu flüssig und von flüssig zu fest verändern kann. Kein gutes Omen für die Besatzung, die nacheinander von der tödlichen Bedrohung infiziert wird und erkennen muss, dass das Grauen nicht außerirdischen Ursprungs ist, sondern von Menschenhand gemacht wurde.
 
 
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Viele Effekte für kleines Geld. Mit seinem Kinodebüt tut es Gillis dem legendären Altmeister JOHN CARPENTER gleich. Mit schmalem Budget wird dank detailverliebten Monstereffekte maximales Grauen heraufbeschworen, das gerade wegen der handgemachten Metamorphosen an Filme aus einer längst vergessenen Ära erinnert. HARBINGER DOWN ist ein Monsterfilm der alten Schule, der atmosphärisch unverkennbare Parallelen zu DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT ausweist. Das bedeutet, dass sich die Protagonisten durch eine frostige, klaustrophobische Kulisse durcharbeiten müssen und sich mit ekligen Verwandlungen konfrontiert sehen. Ganz ähnlich hat das übrigens vor einiger Zeit auch der Österreicher MARVIN KREN versucht. Mit seinem BLUGLETSCHER (2013) verbeugte er sich ehrfürchtig vor Carpenters Arktis-Horror THE THING und erntete auf einschlägigen Festivals viel Lob. Demzufolge dürften sich auch bei HARBINGER DOWN Fans der THE THING-Verfilmung aus den 80ern sofort heimisch fühlen, denn auch dieser Streifen orientiert sich in seiner Machart an all die Creature-Movies der 80er in denen Helden den Kampf gegen schleimigen Wesen aus fremden Gefilden aufnehmen mussten.
 
 
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Leider hat die charmante Hommage an handgemachten Sci-Fi-Horror der 80er auch so ihre Schwächen, denn zu oft wird deutlich, dass Macher ALEC GILLIS nun mal Effekt-Profi und kein Regisseur oder gar Geschichtenerzähler ist. Ach wenn er für seinen Erstling B-Film-Schauspiellegende LANCE HENRIKSEN (u.a. HOLLOWS GROVE, ALIENS, IT’S IN THE BLOOD, PUMPKINHEAD oder GINGERCLOWN) gewinnen konnte, hat sein erster abendfüllender Spielfilm unter ziemlich haarsträubenden Plot-Verläufen und einem sehr trivialen Drehbuch zu leiden. Das hat Gillis selbst geschrieben und es glänzt nicht gerade mit Einfallsreichtum. Die Dialoge sind schwach, der Handlungsverlauf vorhersehbar und die Protagonisten bringen das Publikum zu Verzweiflung, weil sie nicht nach logischem Menschenverstand handeln wollen. Zudem hat HARBINGER DOWN so seine Probleme mit Spannung und Charakterausarbeitung. Letztere sind zwar da und müssen sterben – dem Zuschauer wird es nicht ermöglicht, überhaupt zu einer der Figuren eine Bindung aufzubauen. So ist HARBINGER DOWN zwar ein nettes Werbevideo für das kreative Effekt-Können von ALEC GILLIS; Geschichte und Charaktere sind jedoch so flach, wie der Pegel von Flüssen an trockenen Sommertagen.
 
 
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HARBINGER DOWN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Ekliger und atmosphärisch dichter Indie-Horror der Machart von THE THING und ALIEN. Die Voraussetzungen hätten nicht besser sein können: HARBINGER DOWN ist ein düsterer Monster-Schocker der alten Schule, der gerade wegen der handgemachte Effekte an die vielen Monster- und Alien-Ekelorgien der 1980er erinnert. Hier kämpfen sich verzweifelte Protagonisten durch eine eisige Welt voller Gefahren. Vergleiche zu Carpenters THE THING sind nicht zufällig, denn Macher ALEC GILLIS war bereits beim THE THING-Remake aus dem Jahre 2011 involviert und hat mit seinem Spielfilmdebüt quasi eine eigene Version von DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT auf Zelluloid gebracht. Leider ist Gillis hauptberuflich F/X-Künstler und kein Regisseur oder Geschichtenerzähler. Die Tatsache bekommt auch HARBINGER DOWN zu spüren, der zwar für mageres Geld gute Effekte zeigt, aber unterm Strich doch mehr Werbevideo für die Arbeiten des Spezialeffekte-Meisters ALEC GILLIS ist, statt packend inszeniertes Monster-Feature. So sind die Tricks im Film der eigentliche Star. Der übrige Cast geht im Zuge des schwach geschriebenen Drehbuchs und dessen Ungereimtheiten komplett unter. Das ist bitter!
 
 


 
 
 

HARBINGER DOWN – Zensur

 
 
 
Wer Carpenters DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT und das THE THING-Remake aus dem Jahre 2011 gesehen hat, dürfte in etwa einschätzen können, was in Sachen Gewalt auf ihn zukommen wird. HARBINGER DOWN orientiert sich auch beim Gewaltpegel an genannte Werke. Das bedeutet: statt plakativer Gewalt liegen eher eklige Monsterverwandlungen im Fokus. Diese sind vorhanden und haben HARBINGER DOWN hinzulande das blaue FSK-Zeichen beschert. Der Film hat ungeschnittenen eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

HARBINGER DOWN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Splendid Film

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Harbinger Down; USA 2015

Genre: Horror, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.40:1 (1920 x 1080p)

Laufzeit: ca. 83 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 29.01.2016

 

Harbinger Down – Das Grauen lauert im Eis [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

HARBINGER DOWN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen und Szenenbilder liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blutgletscher (2013)
 
The Thing (2011)
 
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
 
Der Blob (1988)
 
Pandorum (2009)
 
Virus – Schiff ohne Wiederkehr (1999)
 


Filmkritik: „Alien Shock“ (1980)

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ALIEN SHOCK

(DAS GEHEIMNIS DER FLIEGENDEN TEUFEL)

Story

 
 
 
Die genreübliche Horde rolliger Teenager hat Lust auf einen wilden Abenteuerurlaub in den amerikanischen Hinterwäldern. Dort hört dich niemand stöhnen. Man begegnet eingangs natürlich dem ortsansässigen Tankstellen-Alkoholiker, der die Kids warnt, doch lieber mit dem Arsch daheim zu bleiben. Hören natürlich nicht auf den alten Spritter und werden zur Strafe von fliegenden Vampir-Rochen aus dem Weltall attackiert. Planlos wie geköpfte Hühner machen sich die jungen Sexurlauber zusammen mit einem ausgemusterten Armee-Haudegen reiferen Alters und einer ebenfalls im Niemandsland umherstreichenden Pfadfindergruppe auf die Flucht vor den brutalen Extraterrestrischen. Die Flugbiester sind nämlich nur der kleinste Teil der Bedrohung vom anderen Stern.

 
 
 


 
 
 

ALIEN SHOCK – Kritik

 
 
 
Regisseur Greydon Clark kommt aus dem Umfeld des großen amerikanischen Käsefilmers Al Adamson. Wie sein ehemaliger Vorgesetzter auch, arbeitete der Mann aus Michigan in jedem Untergenre, das die Welt des Schmuddelfilms in ihrer Hochzeit zu bieten hatte. Vor untd hinter der Kamera. Schmierige Rockerfilme wie DIE SADISTEN SATANS, verquer feministischer Agentinnenquatsch wie ANGELS HÖLLENKOMMANDO oder Blaxploitation-Irrsinn wie BLACK SHAMPOO sind nur drei Titel aus der schwer unterhaltsamen Filmographie Clarks. Sein ALIEN SHOCK ist ein mit beschränkten Mitteln (nicht nur finanziell) gedrehter Vorläufer des ungleich bekannteren Schwarzenegger-Vehikels PREDATOR von 1987. Da wie hier steckt im Kautschuk-Anzug der zwei Meter zwanzig Riese Kevin Peter Hall. Das Kostüm für den Film hier hat in etwa soviel gekostet wie zwei Reißverschlüsse beim Predator.
 
 
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Die eigentliche Besetzung ist natürlich auch heiß. Der Zuschauer bekommt hier ein Paradebeispiel für die Resteverwertung einstmals großer Schauspieler in Schrottfilmen präsentiert, wie sie typisch für die Welt der Exploitation war und ist. Nein, damit ist nicht Fernsehkommissar David Caruso gemeint, der bei ALIEN SHOCK einen der dauergeilen Campingteenager spielt und heute gefühlt jeden Abend auf RTL Sonnebrillen verspeist. Jack Palance und Martin Landau sind die Stars des Films, geben die von der Armee ausgespuckten älteren Knochen mit deftig Verfolgungswahn und Kenntnissen über die Alien-Attacken. Kantenfratze Palance hat ja sein Leben lang kaum Rollen verschmäht. Geld stinkt ja nun nicht. Martin Landaus Karriere war Ende der Siebziger dafür ganz gewaltig in der Grütze. Tatsächlich schlitterte der Charakterdarsteller erst mit seiner oscarprämierten Darstellung Bela Lugosis in Tim Burtons Filmbiographie ED WOOD, Mitte der Neunziger, wieder heraus aus dem Schlick teuflischer Video-Grindhouse-Unterhaltung. Nach der hochverdienten Oscar-Rolle unternahm der Schauspieler dann wieder einen Kopfsprung in die Tiefen eher unguter Kinoware. Tragisch.
 
 
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ALIEN SHOCK presst die Schablone beliebter Slasherfilme, also das unkaputtbare Prinzip der Zehn kleinen Negerlein, auf einen Science-Fiction-Monsterheuler, wie er so oder so ähnlich schon in den Fünfzigern gedreht worden wäre. Somit ist auch an der Splatterfront nicht viel zu holen. Das bösartig miese Außerirdischenkostüm und die fliegenden Ungetüme reichen jedoch schon wieder aus, den Film auf die Liste der Guten zu kritzeln. Nicht umsonst ist der ALIEN SHOCK bereits in unzähligen Fassungen verschiedener Zensurstufen veröffentlicht worden. Das BluRay-Upgrade ist allerdings neu.
 
 
 


 
 
 

ALIEN SHOCK – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Greydon Clarks ALIEN SHOCK ist eine angenehm trashige Mischung aus Slasherfilm und Alienjäger-Spaß á la PREDATOR. Ein kleiner Exploitation-Klassiker made in USA, der schon immer zahlreiche Fans sein eigen nennen darf. Nachvollziehbar.
 
 
 


 
 
 

ALIEN SHOCK – Zensur

 
 
 
Der Film war in Deutschand nie indiziert und in der FSK 18-Version auch immer ungekürzt. Nur eine DVD aus dem Hause E-M-S wurde für eine Jugendfreigabe geschnitten. Die nun erhältliche Filmversion auf Blu-ray ist ebenso ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

ALIEN SHOCK – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) New Vision Films / Edel Germany (Kaufhaus-Fassung im KeepCase)

 
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(c) CMV (Mediabook – limitiert auf 250 Stück)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Without Warning; USA 1980

Genre: Horror, Thriller, Science Fiction

Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0

Untertitel: Keine

Bild: 1.85:1

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover | Mediabook (auf 250 Stück limitiert)

Extras: Neue deutsche Synchronisation, Audiokommentar des Regisseurs Greydon Clark (englisch ohne Untertitel), Original Trailer (1:42 Min.) englisch, Bildergalerie (3:40 Min./ 36 Bilder), Trailershow

Release-Termin: KeepCase-Variante: 27.03.2015 | Mediabook-Variante: 24.04.2015

 

Alien Shock [Blu-ray] – KeepCase Version bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ALIEN SHOCK – Trailer

 
 

 
 
 

Christian Ladewig

Die Rechte aller für die Review verwendeten Bilder liegen bei NEW VISION FILMS / EDEL GERMANY

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979)
 
Almost Human (2013)
 


Filmkritik: „John Carpenters Sie leben“ (1988)

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SIE LEBEN

Story

 
 
 
Die Außerirdischen haben die Erde bevölkert und können nur mittels Spezialbrille entlarvt werden. Der Gelegenheitsarbeiter John Nada findet eine solche Brille und deckt eine bisher unerkannte Gefahr auf …
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Kritik

 
 
 
“[…]THEY LIVE was a primal scream against Reaganism of the ’80s. And the ’80s never went away. They’re still with us. That’s what makes They Live look so fresh — it’s a document of greed and insanity. It’s about life in the United States then and now. If anything, things have gotten worse.“
 

(John Carpenter im Interview mit Entertainment Weekly)


 
 
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Als Ronald Reagan im Jahre 1981 Präsidenten der vereinigten Staaten von Amerika wurde, lenkte er das Land in eine etwas andere Richtung. Nach der Amtszeit von Jimmy Carter sollten die USA nun wieder konservativer werden. Nach längerer Abwesenheit führte Regan auch das heute noch oft zu hörende „God bless America“ wieder ein und unterbrach seine Reden oft für Gebete. Diese extrem konservative Haltung war es, die Filmemacher John Carpenter sauer aufstieß. All die Ideale für die er als junger Mann gekämpft hatte, so Carpenter, drohten nun in Vergessenheit zu geraten. Reagan wollte dem Land durch Kapitalismus wieder auf die Sprünge helfen, da die wirtschaftliche Situation der USA zum Ende der 70er-Jahre alles andere als rosig war. Die Leute sollten kaufen, damit Wohlstand in alle Gesellschaftsschichten durchsickern konnte. Bereits 1981 drehte Carpenter mit DIE KLAPPERSCHLANGE (ESCAPE FROM NEW YORK) einen Film, der die amerikanische Regierung als korrupt und scheinheilig darstellte. Mit diesem sehr ruhig erzählten Action-Adventure zeichnete Carpenter ein dystopisches Bild von der Zukunft Amerikas. Doch wie bei jeder seiner Arbeiten, lehnte der Filmemacher jegliche Stimmen ab, die sagten, dass er mit seinen Filmen eine Botschaft vermitteln wolle. Sein 1988 veröffentlichtes Werk SIE LEBEN (THEY LIVE) stellt eine große Ausnahme dar. Hier entschied sich Carpenter ganz bewusst dafür eine politische und gesellschaftskritische Aussage zu treffen. Und was für eine!
 
 
 
„In the end it’s simply […] a cheap science fiction movie with a wrestler as the star. […] But underneath it’s critique of what happened to America in the 80’s.”
 

(John Carpenter im Interview mit CineMayhem)


 
 
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Das Besondere an SIE LEBEN ist nicht nur seine Botschaft, sondern in aller erster Linie für wen dieser Film gemacht ist. Filme, die heutzutage die amerikanische Politik so ins Kreuzfeuer nehmen wie Carpenters Film, kommen meist erst gar nichts erst ins Kino und werden direkt für den Heimvideomarkt ausgewertet. Oder, es sind sehr anspruchsvolle Filme, mit denen eher Freunde des Art-House-Kinos etwas anfangen können. Doch SIE LEBEN blieben diese zwei Schicksale glücklicherweise erspart. Universal veröffentlichte den Film am 4. November 1988 in fast 1.500 Kinos in den USA. Bereits am ersten Wochenende konnte John Carpenters für gerade einmal 4.000.000 Dollar gedrehter Independent-Film sein Budget wieder einspielen und landete auf Plant 1 der US-Kinocharts. Auch in der darauf folgenden Woche war immerhin noch Platz 4 drin! Ob es einem solchen Film heutzutage noch mal so ergehen könnte? Wenn man es macht wie Carpenter, vielleicht. Denn sein Film war nicht nur etwas für Leute, die sich regelmäßig mit dem “intellektuellen Kino“ beschäftigen. SIE LEBEN war ein Film für die breite Masse, in welchem es jemanden aus der unteren Arbeiterschicht gelingt die Welt aufzuwecken. Für die Hauptrolle castete John Carpenter Profiwrestler Roddy Piper, da er jemanden suchte, der wie ein Arbeiter aussieht und eine authentische Ausstrahlung hat. Ein weiterer Neuzugang in Carpenters großer Schauspielerriege war Meg Foster (MASTER OF THE UNIVERSE, 1987), welche er engagierte, da er ihre Leistung in Ralph L. Thomas Film DAS SÜSSE WORT DER VERHEISSUNG (1981) mochte.
 
 
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Aber es wäre kein John Carpenter-Film, wenn nicht auch einige bekannte Gesichter dabei gewesen wären, mit denen der Regisseur zuvor schon zusammenarbeitete. So spielt in einer weiteren Hauptrolle Keith David, welcher bereits in Carpenters 1982er-Remake DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT den Charakter Childs spielte. Des Weiteren sehen wir in Nebenrollen Leute wie Peter Jason oder George ‘Buck‘ Flower, die in vielen Filmen von Carpenter kleinere Parts hatten. Auch hinter den Kulissen sorgte Carpenter dafür, dass er von Leuten umgeben ist, die ihm vertraut sind. Gary B. Kibbe wurde als Director of Photography engagiert. Er arbeitete bereits als Kameramann an HALLOWEEN II (1981) mit und war als Cinematograph an Carpenters späteren Filmen, wie DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS (1994), FLUCHT AUS L.A. (1997) oder VAMPIRE (1998) tätig. Die Musik zum Film stammt natürlich wieder von Carpenter selbst. Hierfür schloss er sich erneut mit Composer Alan Howarth zusammen. Zusammen mit ihm hat Carpenter im Laufe seiner Karriere die mit Abstand besten Soundtracks komponiert. ESCAPE FROM NEW YORK (1981), HALLOWEEN III (1982), CHRISTINE (1983), BIG TROUBLE IN LITTLE CHINA (1986), DIE FÜRSTEN DER DUNKELHEIT (1987). Darüber, wieso die beiden nie wieder zusammen gearbeitet haben, wollte Carpenter nie sprechen. Ein großes Rätsel bis heute bleibt allerdings, weshalb der Film so plötzlich aus den Kinos verschwand. Nachdem SIE LEBEN zwei Wochen lang sehr erfolgreich in den USA lief, nahm ihn Universal urplötzlich aus dem Kinos. Wieso wurde nie wirklich geklärt. Hauptdarsteller Keith Davids erklärte es sich so, dass der Film womöglich wegen seiner harten Kritik an der amerikanischen Regierung “irgendjemanden nicht gefallen hat“. Ein gefundenes Fressen für Verschwörungstheoretiker.
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
John Carpenters Sie leben ist ein Klassiker und sollte jedem Genre-Fan ein Begriff sein. Der Film schafft es ausgezeichnet spaßiges Unterhaltungskino mit einer großen Portion Gesellschaftskritik zu verbinden. Carpenter geht wie immer sehr bildhaft an das Thema heran, weshalb einem einige Szenen des Films wohl lange nicht aus dem Kopf gehen werden. Schon allein deswegen, weil (ganz abgesehen von der Sache mit den Außerirdischen) doch ein Fünkchen Wahrheit in diesem Werk steckt. Vielleicht auch ein ganzer Funke.
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Zensur

 
 
 
Carpenters SIE LEBEN hatte im Gegensatz zu anderen Filmen des Altmeister viel Glück mit der FSK. Die forderte keine Schnitte, so dass der Film problemlos in den Kaufhäusern verkauft werden konnte und das sogar in der ungeschnittenen Form. Auch die aktuellen HD-veröffentlichungen tragen noch das alte FSK-Logo und sind frei im Handel erhältlich.
 
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) StudioCanal – Limitiertes Mediabook

 
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(c) StudioCanal – KeepCase Blu-ray

 
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(c) StudioCanal – KeepCase Blu-ray Neuauflage

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: They Live; USA 1988

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Englisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Französisch (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo), Audiokommentar (DTS-HD Master Audio 2.0 Stereo)

Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Audiokommentar

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 94 Min.

Medium Erstauflage: Mediabook, Zweitauflage: Keepcase mit Wendecover

FSK: FSK18 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Die HD-Veröffentlichung wurde in drei unterschiedlichen Varianten veröffentlicht: in zwei herkömmlichen KeepCase-Varianten und einem limitierten Mediabook. Alle drei Veröffentlichungen beinhalten die gleichen Extras: Audiokommentar von John Carpenter und Roddy Piper, „Indepentent Thoughts“ – Interview mit John Carpenter (10:07 Min.), „Woman of Mystery“ – Interview mit Meg Foster (5:21 Min.), „Watch, Look, Listen“ – Style und Musik von Sie leben (11:14 Min.), „Man vs. Aliens“ – Interview mit Keith David (11:12 Min.), Making of (SD) (8:02 Min.), Promo-Clips (SD) (2:34 Min.), TV-Spots (SD) (1:56 Min.), Trailershow

Release Mediabook: 31.10.2014, KeepCase-Version: 05.12.2014, KeepCase-Neuauflage mit annderem Cover: 16.04.2015

 

Sie leben [Blu-ray] – Limited Edition im Mediabook

 

Sie leben [Blu-ray] KeepCase-Variante

 

>Sie leben [Blu-ray] KeepCase-Variante Neuauflage

 
 
Rechteinhaber Studiocanal hat den Film am 31. Oktober 2014 in einem limitierten Mediabook (auf 2000 Stück limitiert) veröffentlicht. Das Mediabook enthält zwei Discs (BD+DVD), sowie einen zwölfseitigen Buchteil geschrieben von Markus Haage, dem Chefredakteur und Herausgeben der Genre-Zeitschrift DER ZOMBIE. Am 5. Dezember 2014 erschien die Amaray-Version dieser VÖ, welche nur die Blu-ray Disc beinhaltet, auf der auch alle Extras (u.a. ein brandneues Interview mit John Carpenter) zu finden sind. Eine Neuauflage mit anderem Cover erschien im KeepCase am 16. April 2015. Diese ist inhaltlich identisch mit der Amaray-Erstauflage.
 
 


 
 
 

SIE LEBEN – Trailer

 
 

 
 

Sam Freissler

(Das Copyright der für diese Review genutzten Grafiken liegen bei Studiocanal)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Die Körperfresser kommen (USA 1978)
 
Die Dämonischen (USA 1956)
 
Die totale Erinnerung – Total Recall (1990)
 
Brazil (1985)
 


Filmkritik: „Under the Skin“ (2013)

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UNDER THE SKIN

Story

 
 
 
Den Plot haben wir schnell erzählt: Eine ebenso namen- wie gefühllose Frau fährt durch ein mythisch-malerisch gefilmtes Schottland und sammelt Partner für den Geschlechtsverkehr auf. In der Wohnung der Frau werden die Probanden allerdings in eine unnatürliche Flüssigkeit gelockt, die sie von ihrer Heut trennt. Die Frau – Scarlett Johansson natürlich – ist eine Außerirdische, ihr Anlockverhalten der Sexpartner völlig losgelöst vom zielgebundenen Balzen der von ihr beobachteten Menschenspezies.

 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Kritik

 
 
 
UNDER THE SKIN ist der dritte Films des Optikästheten und maßgeblich als Werbefilmer und Videoclipmacher in Erscheinung getretenen Londoners Jonathan Glazer. Mitte der Neunziger war er der Kopf hinter Videos für alles, was in dieser Zeit musikalisch zum Weglaufen furchtbar war (Massive Attack, Blur, Radiohead, um nur ein paar besonders widerliche Geräuschmacher aufzuzählen). Umso überraschender dann im Jahr 2000 sein Filmregiedebüt SEXY BEAST, bei der Kritik eingeschlagen wie eine Bombe und nicht nur ein durchgestylter und beinahe schon körperlich attackierender Brit-Gangsterfilm, verflucht weit weg von den coolen Unterwäschemodel-Verbrechern seines Landsmannes Guy Ritchie. SEXY BEAST kitzelte aus seinem Hauptdarsteller, dem ewigen Gandhi und Autoritätendarsteller Ben Kingsley eine Performance heraus, die der Oscarpreisträger unter seinen größten Auftritten führt und für deren Triggern es ein Ausnahmetalent auf dem Regiestuhl gebraucht hat. Immer weiter gut in Werbung und Musik arbeitend, brachte Glazer das enttäuschende Reinkarnationsdrama BIRTH (2004) in die Kinos, das trotz der seinerzeit hervorragend zu besetzenden Nicole Kidman besser unter dem Mantel des Schweigens bleiben sollte. Letztes Jahr, neun Jährchen nach seinem letzten Versuch, traute sich der Regisseur wieder auf das Schlachtfeld der Leinwände und setzte sich mit UNDER THE SKIN auch prompt zwischen die sehr unterschiedlichen Stühle seiner beiden ersten Streifen: Was Scarlett Johansson als Hauptdarstellerin aus sich rausholt, weder Scham noch persönliche Grenzen gelten lassend, spiegelt erneut die außergewöhnliche Hand wieder, über die Jon Glazer im Bereich der Schauspielerführung zu verfügen scheint; so ist etwa der Akt mit dem missgestalteten jungen Mann besonders aufwühlend, handelt es sich hier doch um keinen Spezialeffekt – er leidet wirklich unter diesem Defekt. Damit hätten wir auch schon die Zweischneidigkeit dieses Instant-Skandalfilms. Der Film ist die Scarlett-Show vor orchestrierten wie aufgedonnerten Landschaftspanoramen eines Regisseurs, der sich seiner studierten und erprobten Kenntnis des Schauwerts so sicher ist, dass ihm das nur folgerichtige Entgleiten der Erzählebene herzlich egal sein dürfte. UNDER THE SKIN wird dem durchschnittlichen Sci-Fi oder Genrefan wenig geben, ihm zu sehr wie überkandideltes Kunstkino erscheinen. Solche Gedanken wird man sich auch beim Kinoverleih gemacht haben, als man davon absah, den Film hierzulande auf die großen Screens zu bringen. Sicher, mit dem fünfzigsten, vom Niveau eigentlich an Achtjährige gerichteten Superheldenfilm, drückt man mehr Hinterteile in Plüschsessel.
Was bleibt ist eine filmhistorische Momentaufnahme, in der eine Hollywood-Figur der A-Klasse ihre Grenzen ignoriert und im Werk eines Künstlers, nicht unbedingt Filmemachers, glänzt.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Bilderschwere und sich ihrer Wirkung beim entsprechenden Publikum fast schon zu sicher fühlende Arthouse-Science-Fiction-Breitseite. Lassen Sie Sich bloß nicht dabei erwischen, UNDER THE SKIN nicht gut zu finden. Man wird die Nicht-verstanden-Karte ziehen. Scarlett-Fans werden sich immerhin über diese One-Women-Show freuen.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Zensur

 
 
 
Die deutschen Heimkinofassung wurde ab 16 Jahren freigegeben. Der Film selbst ist jedoch FSK 12, denn viel Gewalt gibt es hier nicht zu sehen.
 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Universum Film GmbH / Senator Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Under the Skin; Großbritannien 2013

Genre: Drama, Mystery, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1, @24 Hz (1080p)

Laufzeit: ca. 108 Min.

FSK: Blu-ray: FSK16 / eigentlicher Film: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze Amaray mit Wendecover

Extras: The Making of „Under the Skin“, Featurettes: Scarlett Johansson, The Hidden Lense

Release-Termin: 10.10.2014

 

Under the Skin – Tödliche Verführung [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

UNDER THE SKIN – Trailer

 
 

 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Lucy (2014)
 
Transcendence (2014)
 
Tron (1982)