Filmkritik: „Freaks – Sie sehen aus wie wir“ (2018)

freaks-sie-sehen-aus-wie-wir-2018-poster
 
 
 

FREAKS – SIE SEHEN AUS WIE WIR

FREAKS

Story

 
 
 
Die siebenjährige Chloe muss die schmerzhafte Erfahrung machen, dass es außerhalb der eigenen vier Wänden alles andere als sicher ist.

 
 
 


 
 
 

FREAKS – Kritik

 
 
Wenn ein Film mit dem Titel FREAKS auf Blu-ray und DVD gepresst wird, stehen Filmfans nicht unbegründet die Haare zu Berge. Wurde hier etwa die Remake-Presse angeworfen? Im Fall dieser US-amerikanischen Produktion können wir aber Entwarnung geben. Hier halten wir keine Neuverfilmung des gleichnamigen Gruselklassikers von 1932 in den Händen. Stattdessen lockt man mit frischen Ideen und cleverer Erzählweise vom Ofen hervor. Das sah man auch auf einigen Filmfestivals so. FREAKS wurde als Überraschungshit in Toronto und Sitges gefeiert. Zu Recht, denn der Mix aus Science-Fiction, Horror und Drama ist nicht nur hoch spannend, sondern spielt auch noch virtuos mit der Unsicherheit des Publikums. Das klingt nach sehenswerter Gruselunterhaltung – und das ist sie auch.
 
 
freaks-sie-sehen-aus-wie-wir-2018-bild-1
 
 
Sieben Jahre ist Chloe (LEXY KOLKER) jetzt alt und viel gesehen hat sie von der Welt noch nicht. Das hat auch seinen Grund, denn der Vater (EMILE HIRSCH aus THE AUTOPSY OF JANE DOE) hat sich zusammen mit dem Mädchen in einem heruntergekommenen Haus versteckt, wo er es vor der Außenwelt schützen will. Für Chloe unverständlich. Blickt die heimlich aus dem Fenster auf die Straße, kann sie keine Bedrohung entdecken. Doch das ändert sich schon bald. Als das Familienoberhaupt nach einem Einkauf verletzt nach Hause kommt, wächst der Widerstand zwischen den Familienmitgliedern und die Vater-Tochter-Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt. Chloe stellt Fragen und will endlich wissen, was draußen vor sich geht. Da nimmt sich der Vater ein Herz und klärt den Zögling auf. Mit erschreckenden Folgen.
 
 
freaks-sie-sehen-aus-wie-wir-2018-bild-2
 
 
Schwer einen Film vorzustellen, der von seinem Twist lebt. FREAKS – SIE SEHEN AUS WIE WIR (so der erweiterte deutsche Titel) beginnt wie jedes postapokalyptische Weltuntergangsszenario. Wir sehen die Geschehnisse ausschließlich durch die Augen der kleinen Chloe. Die soll auf eine nicht näher erläuterte Katastrophe vorbereitet werden, wird aber – wie der Zuschauer auch – über Hintergründe im Unklaren gelassen. So sind Antworten bewusst Mangelware, um die Spannung zu steigern. Erst nach und nach wird Licht ins Dunkel gebracht und das anfangs noch als Kammerspiel konzipierte Mysterydrama gerät aus den Fugen. Da werden erste Anhaltspunkte verstreut und die kleine hervorragend gewählte Jungdarstellerin kann aus ihrem scheinbar sicherem Gefängnis ausbrechen. Aus Mystery und Drama wird Action und Thrill. Was folgt, ist ein ungewöhnlicher Trip auf der Suche nach der eigenen Identität, der vollgestopft wurde mit interessanten Wendungen, die aus FREAKS eine überraschend kurzweilige Angelegenheit machen.
 
 
freaks-sie-sehen-aus-wie-wir-2018-bild-4
 
 
Interessanterweise wurde der souverän verfilmte FREAKS nicht von routinierten Filmemachern inszeniert. Hinter FREAKS stecken die zwei Freunde ADAM B. STEIN und ZACH LIPOVSKY. Letzterer drehte bereits die beiden durchwachsenen Horrorfilme DEAD RISING – WATCHTOWER sowie LEPRECHAUN: ORIGINS und fungierte als Geldgeber für den Sci-Fi-Wackelfilm AFFLICTED. Die beiden Filmfans lernten sich bei Arbeiten an TV-Serien für die WALT DISNEY COMPANY kennen und stellten schnell fest, dass beide eine große Leidenschaft für Science-Fiction-Filme verbindet. Diese brachte man in einem gemeinsamen Drehbuch unter, das die Kumpels über mehrere Jahre schrieben und letztendlich mit kleinem Budget selbst verfilmten. Das Resultat ist für Newcomer-Verhältnisse mehr als solide. Was hier mit kleinem Budget über die Leinwand fegt, ist schon beachtlich. FREAKS schaut zu keiner Minute nach Low-Budget aus, was vor allem auch an den talentierten Schauspielern liegt. Nach diesem gelungenen Festivalhit kann man nur gespannt darauf sein, was das Duo als Nächstes auf die Leinwand bringen wird. Schenkt man dem Ende von FREAKS Glauben, wäre eine Fortsetzung möglich. Die würden vermutlich eingefleischte Horror- und Science-Fiction-Fans mehr als begrüßen.
 
 
freaks-sie-sehen-aus-wie-wir-2018-bild-3
 
 


 
 
 

FREAKS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Superspannender Genre-Mix, der nach deutlich mehr ausschaut, als er wohl gekostet hat. Was emotional und klaustrophobisch beginnt, verwandelt sich spätestens nach der Halbzeit in einen packenden Thriller mit jeder Menge Wendungen. FREAKS – SIE SEHEN AUS WIE WIR ist kein Film, den man sofort durchschaut. Das intelligente Drehbuch lässt den Zuschauer auf glühenden Kohlen sitzen und versorgt das Publikum nur häppchenweise mit Informationen. Eine raffinierte Hinhaltetaktik, die FREAKS weit mehr als gewöhnlich macht. Die letztendliche Auflösung macht Lust auf mehr und hält sich so einige Hintertürchen für (eine) mögliche Fortsetzung(en) offen. Unbedingt sehenswert!
 
 
 


 
 
 

FREAKS – Zensur

 
 
 
FREAKS – SIE SEHEN AUS WIE WIR ist keine Gewaltorgie. Erst in der zweiten Filmhälfte gibt es einige Tote zu sehen. Die Gewalt ist hierbei sehr reduziert. Meist blendet die Kamera weg. Hierzulande bekam der Streifen von der FSK eine Jugendfreigabe. Die deutsche Fassung besitzt einen blauen FSK16-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

FREAKS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
freaks-sie-sehen-aus-wie-wir-2018-bluray

(c) Splendid Film (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Freaks; Kanada | USA 2018

Genre: Thriller, Drama, Science Fiction

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 105 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow, Behind the Scenes

Release-Termin: 31.01.2020

 

Freaks – Sie sehen aus wie wir [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

FREAKS – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Splendid Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Brightburn – Son of Darkness (2019)
 
The Road (2009)
 
Chronicle – Wozu bist Du fähig? (2012)
 

Filmkritik: „Tone-Deaf“ (2019)

tone-deaf-2019-poster
 
 
 

TONE-DEAF

Story

 
 
 

ROBERT PATRICK als Witwer, der es noch mal wissen will. Er will vor seinem Ableben unbedingt noch das Gefühl erleben, wie es ist, wenn man einen Menschen tötet. Leider hat er sich im Falle der attraktiven Olive das falsche Opfer ausgesucht.

 
 
 


 
 
 

TONE-DEAF – Kritik

 
 
 
Wenn im Horrorfilm eine Frau übers Wochenende in einem abgelegenen Landhaus nach Ruhe sucht, wissen erfahrene Horrorfilmkenner, was ihr blühen wird. In der Regel wird sie von skrupellosen Gesellen überfallen und missbraucht, damit sie sich anschließend an den Peinigern rächen kann – blutig und grausam. Dass alles doch eine andere Wendung einschlagen kann, zeigt TONE-DEAF aus der Mache von Regisseur RICHARD BATES JR. Der Filmemacher dürfte alteingesessenen Experten des Genres nicht unbekannt sein. Vor einigen Jahren brachte er die abgedrehte Horror-Komödie EXCISION in die Kinos, welche von Kritikern wie Publikum eine Menge Lob erhielt. Danach folgten nicht minder skurrile Genre-Filme wie TRASH FIRE und SUBURBAN GOTHIC, die ganz klar Bates’ Leidenschaft für kontroverse Themen an den Tag legten, mit welchen sich der Regisseur in seinen Filmen in humoristischer Weise auseinandersetzt. Da werden gern mal dysfunktionale Familien in den Mittelpunkt gerückt und über aktuelle politische Themen debattiert – schwarzhumorig wohlgemerkt! Genau das ist auch im aktuellen Werk TONE-DEAF Programm für das man mit ROBERT PATRICK einen Altstar gewinnen konnte, der sich mit seiner Rolle als Schurke in TERMINATOR 2 ins Gedächtnis vieler Kinder der 80er brennen konnte. Der Schauspieler kennt sich mit Genre-Filmen aus und war schon in Horrorstreifen wie KINDER AUS DER HÖLLE, THE FACULTY und LOST AFTER DARK zu sehen. Ob das TONE-DEAF von Vorteil ist?
 
 
tone-deaf-2019-bild-3
 
 
Die kesse Olive (AMANDA CREW aus ISABELLE) hat zurzeit gar kein Glück. Erst verliert sie ganz unerwartet den Job und auch in der Liebe besitzt sie kein gutes Händchen. Da nimmt sie sich den Rat der Mutter zu Herzen und mietet übers Wochenende ein Haus irgendwo auf dem Land. Dort will die attraktive Mittdreißigerin einen klaren Kopf bekommen und Kraft für neue Taten tanken. Leider tappt Olive auch hier ins Fettnäpfchen. Der seltsame Eigentümer des Anwesens (ROBERT PATRICK) ist nämlich nicht nur schräg drauf; er hat mit der Mieterin besondere Pläne. Bevor der eigensinnige Witwer von dieser Welt geht, will er Dinge tun, von denen er bis dato nur geträumt hat. Dazu gehört auch Mord. Leider hat er sich im Objekt seiner Begierde das falsche Opfer ausgesucht. Olive ist nicht nur zäh und schlagfertig; sie steht auch unter dem Schutz des Sensenmannes. Eine anstrengende Angelegenheit für Amateur-Killer Harvey. Der beißt sich an Olive die Zähne aus und hinterlässt eine Spur der Verwüstung.
 
 
tone-deaf-2019-bild-2
 
 
Auch zuvor gefeierte Regie-Newcomer haben mal ein Tief. TONE-DEAF ist nicht unbedingt das, was man sich nach den bisherigen Werken des kreativen und ambitionierten Filmemachers erhofft hätte. Die Horror-Satire hat nämlich ein Problem: Sie kann sich nicht entscheiden, was sie denn nun eigentlich sein will. Wir pendeln abwechselnd zwischen Ernsthaftigkeit und Situationskomik, zwischen rabenschwarzer Komödie und düsteren Thriller-Momenten. Mag alles schön und gut sein, aber irgendwie fehlt Homogenität. TONE-DEAF fühlt sich nicht rund an und erweckt den Eindruck, als habe Regisseur RICHARD BATES JR. versucht seinen bisherigen Erfolgen krampfhaft hinterher zu eifern. Das Ergebnis wirkt weniger durchdacht – vor allem auch deshalb, weil die Figuren diesmal weniger überzeichnet wirken, als in den vorherigen Arbeiten des Regisseurs. Statt Persönlichkeiten und Freaks, nun Stereotypen aus der Horror-Mottenkiste. Da ist bei jenen schnell die Enttäuschung groß, die sich nach den grandiosen Anfangswerken des Kreativlings einen weiteren schwarzhumorigen Lachanfall erhofft haben. Der dunkle Humor hält sich diesmal in Grenzen, die bissigen Momente muss man suchen. Dafür gibt es hin und wieder Leerlauf. Für eine Horror-Satire, die den Zeigefinger heben will, zu wenig.
 
 
tone-deaf-2019-bild-4
 
 
Generationskonflikt: Probleme und Missverständnisse zwischen Alt und Jung. In Interviews verriet Regisseur RICHARD BATES JR. interessante Hintergrundinformationen zum Film. So kam die Idee zur Horror-Satire nach der US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2016. Die Ergebnisse machten der Frau des Filmemachers Angst. Während sich vor allem junge Wähler für die Politik von Hillary Clinton entschieden, wählten die Alten Donald Trump. Der Ausgang der Wahl dürfte bekannt sein. Trump gewann und beschmutzte durch Skandale und political incorrectness das Ansehen der Vereinigten Staaten in der Welt. Genau jene Tatsache beunruhigte und inspirierten Bates zum Schreiben des Drehbuchs, in dem er genau jenen Generationskonflikt zum Thema macht, bei dem sich Generationen mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen nicht verstehen wollen und können.
 
 
tone-deaf-2019-bild-1
 
 


 
 
 

TONE-DEAF – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Schwarzer Mix aus Coming-of-Age-Drama, Slasher und Satire, der sich aber nicht entscheiden kann, was er denn nun eigentlich sein will. TONE-DEAF ist ein durchwachsener Horror-Spaß, der Fans von Regisseur RICHARD BATES JR. enttäuschen wird. Der Film wirkt weniger durchdacht, wie die bisherigen Werke des Filmemachers. Mal wird es düster, mal wieder zynisch. Aber irgendwie wollen beide Handlungselemente zu keinem homogenen Ganzen finden. Immer wieder wird der Zuschauer aus der Handlung gerissen, wenn diese überhaupt mal an Fahrt zulegt. Sind grade mal ein paar Lacher am Start wechselt urplötzlich der Ton und das Publikum wird mit dunklen Thriller-Elementen konfrontiert. Das gleiche auch anders herum. Findet TONE-DEAF endlich mal einen Spannungsbogen, um der Bezeichnung „Horror“ gerecht werden zu können, wird der Spannungsfluss unterbrochen, weil der Film sich auf einmal doch nicht mehr ernst nehmen möchte. Ein verwirrendes Horror-Spektakel, dass sich mit seiner Unentschlossenheit so gar keine Freunde machen wird. Immerhin hat der Film zwei herausragende Darsteller zu bieten, die in nahezu jedes Fettnäpfchen treten, was man ihnen vor die Füße stellt. Zumindest die können TONE-DEAF noch gerade so vor der Belanglosigkeit retten. Da hat man sich mehr erhofft.
 
 
 


 
 
 

TONE-DEAF – Zensur

 
 
 
TONE-DEAF ist nicht sehr brutal. Es gibt aber einige kurze Gewaltspitzen, die aber zum großen Tail auch schon im Trailer zum Film gezeigt werden. Hierzulande dürfte TONE-DEAF ohne Probleme eine FSK16 in der ungeschnittenen Fassung erhalten.
 
 
 


 
 
 

TONE-DEAF – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Lightning Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Trash Fire (2016)
 
Psycho (1998)
 
13 Cameras (2015)
 
14 Cameras (2018)
 

Filmkritik: „Isabelle“ (2018)

isabella-2018-poster
 
 
 

ISABELLE

(THE WANTING | ISABELLE’S WANTING)

Story

 
 
 

Ein bleiches Mädchen bringt durch das ständige Beobachten der neuen Nachbarn genau jene um den Verstand. Letztere fühlen sich so langsam genervt – zumal ihnen der Neuanfang am Rande der Stadt alles andere als einfach fällt.

 
 
 


 
 
 

ISABELLE – Kritik

 
 
 
Wer sich mit Horrorfilmen auskennt weiß schon lange, dass reißerisch gestaltete Filmplakate schon lange nicht mehr die Qualität eines Horrorfilms widerspiegeln. Da wird gern mal mit Blut, Gedärm oder entstellten Fratzen geworben, um die Neugierde des Zuschauers zu wecken. Leider wird so nur vom eigentlichen Inhalt abgelenkt. Bei den meisten neueren Horrorfilmen sieht es damit mau aus. Zum Leidwesen des Käufers. Dem wird einmal mehr bewusst, dass man sich nicht vom Filmplakat leiten lassen soll. In der Regel steckt nämlich genau bei jenen Covergestaltungen Schund dahinter, die auf Biegen und Brechen um die Gunst des Käufers buhlen. Gute Horrorfilme habe ausgefeilte Poster-Kreationen nicht nötig.
 
 
isabella-2018-bild-1
 
 
Bei der folgenden Genre-Produktion mit dem Titel ISABELLE trifft genau diese Formel zu. Da schaut eine verängstigte Frau vom Cover und suggeriert so dem Zuschauer, dass er hier wohl einen der gruseligsten Filme der letzten Jahre zu sehen bekommt. Die Realität sieht anders aus. Der von ROBERT HEYDON inszenierte Horrorstreifen hat zwar mit ADAM BRODY (aus FINAL DESTINATION 3) und SHEILA MCCARTHY (aus STILL/BORN) bekannte Gesichter zu bieten. In Sachen Grusel wird aber nur beliebige Standardware geboten, die eher ermüden lässt, statt den Zuschauer vor Angst um den Schlaf zu bringen. Vielleicht wäre eine gelangweilte Frau auf dem Poster aufschlussreicher gewesen, statt den Käufer mal wieder mit Fehlinformationen hinter das Licht zu führen. Dann hätte der Zuschauer auch direkt verstanden, was ihn erwarten wird.
 
 
isabella-2018-bild-3
 
 
Nervige Stalkerin: In ISABELLE zieht es werdende Eltern in ein gemütliches Häuslein in ruhiger Gegend. Eigentlich das Beste, was der schwangeren Larissa und dem Gatten Matt passieren konnte. Würde da nicht plötzlich ein schrecklicher Schicksalsschlag ereilen. Der ungeborene Sohn stirbt ganz unerwartet und das junge Paar fällt in ein tiefes Loch. Kein guter Start in das gemeinsame Leben, was sich vor allem bei Larissa bemerkbar macht. Die hat mit Depressionen zu kämpfen und sieht sich plötzlich von der schaurigen Nachbarstochter verfolgt. Letztere sitzt im Rollstuhl und beobachtet die neuen Nachbarn von ihrem Dachfenster aus. Da überkommt der traumatisierten Larissa ein unangenehmes Gefühl. Zurecht, denn es dauert nicht lang, bis das bleiche Mädel von Gegenüber auch noch in der Wohnung der jungen Eltern auf Entdeckungsreise geht – unaufgefordert versteht sich. Alles nur Einbildung und doch real? Eine Frage, der Ehemann Matt auf den Grund gehen muss. Ob er schnell professionelle Hilfe finden wird?
 
 
isabella-2018-bild-4
 
 
ISABELLE ist kein cleverer Horrorfilm. Der Gruselstreifen versucht erst gar nicht, dass Beste aus der dünnen Story zu machen. Wo man in Filmen wie THE HOUSE ON PINE STREET oder DARK CIRCLES ähnliche Themen aufgriff und den Zuschauer durch falsche Fährten an der Nase herumführte, geht man in ISABELLE den Weg des geringsten Widerstandes und fällt gleich mit der Tür ins Haus. Dabei entpuppt sich bereits der Trailer als katastrophale Spannungsbremse. Der verrät gleich mal genau jenen Plot, der anfangs noch verschleiert wird und den Zuschauer vor der Glotze halten soll. So ist Regisseur ROBERT HEYDON kläglich darum bemüht ein Mysterium um die Geschehnisse in ISABELLE zu weben. Unsere Filmheldin verliert ihr neugeborenes Kind und beginnt plötzlich Dinge zu sehen, die gar nicht da sind. Alles nur Folgen eines schwerwiegenden Traumas oder ist Larissa auf einmal empfänglich für paranormale Ereignisse? Der Sprung vom Psychothriller zum Geisterfilm ist kurz und macht aus ISABELLE ziemlich austauschbaren Gruselbrei, der sich wirklich jedem Klischee bedient, das man nun schon in gefühlt 1000 Filmen über zornige Geister zu sehen bekommen hat. Das ist angesichts der Tatsache ermüdend, weil es mittlerweile einfach zu viele Gruselproduktionen gibt, in den es spukt oder poltert. Weil die nach immer gleichen Schema abgehandelt werden, hat sich allmählich ein Sättigungsgefühl eingestellt. Das macht sich auch im Falle von ISABELLE bemerkbar. Ja, hier ist ein böses wütendes Geistermädchen am Werke, das dem Gör aus dem japanischen RING-Universum Konkurrenz machen will. Will das jemand sehen? Wir meinen: nein! Etwas mehr Grips und Einfallsreichtum tut beim Gruselhandwerk zwingend Not.
 
 
isabella-2018-bild-2
 
 


 
 
 

ISABELLE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Ein weiterer Versuch dem aus TV-Geräten und Brunnen krabbelnden Mädchen der Horrorfilm-Reihe RING den Rang abzulaufen. Der Gruselfilm ISABELLE ist ein solider Gruselfilm für Anfänger – mehr aber auch nicht. Regisseur ROBERT HEYDON versucht mit ausgelutschten Rezepturen des Geisterfilm-Genres irgendwie Spannung aufzubauen. Vergebens! Der Streifen verrät viel zu früh, dass die stalkende Nachbarstochter eigentlich ein Geist ist und einen Weg sucht, trotz Geisterhülle irgendwie unter den Lebenden verweilen zu können. Für die Filmhelden Grund genug, nach den sterbliche Überresten der toten Stalkerin zu suchen, um dem Geist ins Reich der Toten abschieben zu können. Ja, jetzt haben wir den wenig überraschenden Plot aufgelöst. Den vorausahnen zu können ist aber auch keine Kunst. Erfahrene Zuschauer wittern bereits nach wenigen Minuten die Fährte. Der dumm geschnittene Trailer verrät den Rest. Wer sich den angeschaut hat, kann sich Sichtung des eigentlichen Films sparen. ISABELLE ist paranormale Dutzendware – ohne echten Spannungsbogen. Austauschbar, beliebig, unnötig.
 
 
 


 
 
 

ISABELLE – Zensur

 
 
 
ISABELLE hat kaum Gewalt zu bieten. Eine Filmfigur erstickt, weil man ihr eine Plastiktüte über den Kopf zieht. Weiterhin bringt sich ein Charakter selbst um und eine Protagonistin stürzt aus dem Fenster. Das ist alles sowas von FSK16 – man glaubt es kaum.
 
 
 


 
 
 

ISABELLE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei The Wanting Film Inc.)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jessabelle – Die Vorhersehung (2014)
 
Gallows Hill (2013)
 
Haunt – Das Böse erwacht (2013)
 
Dark Circles (2013)
 
The House on Pine Street (2015)