Filmkritik: „Amityville: The Awakening“ (2017)

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AMITYVILLE: THE AWAKENING

(AMITYVILLE: THE LOST TAPES)

Story

 
 
 

Vierzig Jahre nach dem grausamen Massaker an einer Familie im berüchtigten Amityville-Spukhaus zieht dort eine neue Familie ein und bekommt es bald mit dunklen Mächten zu tun.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE: THE AWAKENING – Kritik

 
 
 
Es gibt wohl keinen anderen Horrorfilm, der mittlerweile so viele Fortsetzungen spendiert bekommen hat, dass wohl die meisten Gruselfans so langsam den Überblick verloren haben dürften. Mit 19 Verfilmungen gehört die Geschichte um das Spukhaus im amerikanischen Amityville zu einem der meistverfilmtesten Horrorfilmthemen aller Zeiten und das, obwohl sich die Filmserie bisher nicht sonderlich weiterentwickelt hat. Auch Verfilmung Nummer 19 macht da keine Ausnahme. Die schimpft sich AMITYVILLE: THE AWAKENING und schaut nach vielen Billigproduktionen der Horrorhaus-Reihe immerhin mal wieder nach etwas aus. Der Grund: Hollywoodproduzent JASON BLUM und die BRÜDER WEINSTEIN haben Geld lockergemacht. Leider schien man mit dem fertigen Ergebnis nicht sonderlich zufrieden gewesen zu sein. AMITYVILLE: THE AWAKENING hat nämlich eine beinahe schon lächerliche Veröffentlichungsodyssee hinter sich und wurde mehrfach verschoben, so dass kaum noch jemand an eine Veröffentlichung glaubte hat.
 
 
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So wurde der Spuk-Horror bereits 2014 fertiggestellt und sollte im darauf folgenden Jahr in die Kinos kommen. Daraus wurde aber nichts. Offenbar hatte man wenig bis überhaupt kein Vertrauen in die Qualitäten der genannten Fortsetzung. Deshalb ordnete man Nachdrehs an, überarbeitete den kompletten Film und schnitt ihn auf eine jugendkonforme PG13-Fassung herunter, um so möglichst viel Umsatz generieren zu können. Nach etlichen Verschiebungen kam er dann drei Jahre nach Fertigstellung endlich in die amerikanischen Kinos – wenn auch nur in limitierter Form. Das Resultat ist angesichts des großen Trubels um den Film nicht der Rede wert. AMITYVILLE: THE AWAKENING ist ein beliebiger Spukhausfilm von der Stange, der kaum Originalität besitzt. Da fragt man sich doch glatt, was die Produzenten an der ersten Filmversion zu bemängeln hatten. Angesichts der Umstände wäre interessant zu erfahren, wie die ursprüngliche Fassung zusammengeschnippelt wurde. Vielleicht wird diese irgendwann kommen. Es wäre nämlich nicht das erste Mal, wenn Regisseure Jahre nach der Kinofassung den obligatorischen Director’s Cut nachschieben. In den meisten Fallen war der besser, als die von Studio oder Produzenten geforderte Filmversion. Man darf doch wohl noch träumen dürfen.
 
 
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AMITYVILLE: THE AWAKENING oder AMITYVILLE: THE LOST TAPES – so wie der Film eigentlich heißen sollte – war wegen der Erfolge von PARANORMAL ACTIVITY anfangs als Found-Footage-Grusler angedacht. Weil ab 2011 langsam keiner mehr Wackelcam-Filme sehen wollte, wurde das Drehbuch kurzerhand umgeschrieben und die Found-Footage-Zutat gestrichen. Nun erzählt der 19. Ableger der Gruselhaus-Serie von einer vom Schicksal gebeutelten Familie, die einen Neustart wagt. Sie zieht in die berüchtigte Horrorbude ein, in der vor vierzig Jahren ein 23-jähriger die gesamte Familie ermordete, weil es ihm dämonische Stimmen befohlen haben. Der Grund: nach einem Sturz aus dem Fenster liegt der Teenager James im Koma. Damit Mutter Joan mehr Geld übrig hat für die Pflege des Jungen hat man sich für den Umzug in das Gruselgemäuer entschieden, weil es günstig zu haben war. Natürlich passieren bald seltsame Dinge. Der Patient wacht aus seinem Koma auf und erfreut sich bald bester Gesundheit. Horrorfilmkenner wissen, dass dieser Zustand nicht von Ungefähr kommt. Das Haus und seine dämonischen Bewohner stecken dahinter und wollen für Unheil sorgen. Gott sei Dank ist die heranwachsende Belle nicht auf den Kopf gefallen. Die riecht den Braten und versucht schlimmstes zu verhindern. Klingt konventionell und ist es natürlich auch.
 
 
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Visuell macht es AMITYVILLE: THE AWAKENING der Neuverfilmung von THE AMITYVILLE HORROR aus dem Jahre 2005 gleich. Die Filme sind von der Optik her aus einem Guss und überzeugen durch finstere Bilder und jede Menge plakative Schreckmomente. Interessant ist aber, dass der hier vorgestellte Film alle bisherigen Verfilmungen über das Amityville-Horrorhaus leugnet. Regisseur FRANCH KHALFOUN knüpft mit AMITYVILLE: THE AWAKENING vierzig Jahre nach den wahren Begebenheiten im amerikanischen Amityville an und ließ sich den Spaß nicht nehmen, den Originalfilm von 1979 zu erwähnen. Den schauen sich die Protagonisten im Film an und ziehen danach Parallelen zu Vorfällen, die ihnen nun so ähnlich im Haus widerfahren. So wird der komatöse James aus unerklärlichen Gründen wieder gesund, um anschließend von Dämonen getrieben die eigene Familie auszulöschen. Dessen Mordversuch ist auch schon die eigentliche Quintessenz genannten Horrorstreifens. Während die erste Filmhälfte mit viel Leerlauf und konventionellem Einheitsbrei zu kämpfen hat, wird in den letzten dreißig Minuten an der Spannungsschraube gedreht. Offenbar dürfte es sich hier noch um fast unangetastete Fragmente der ersten Filmversion handeln, denn das schaurige Finale tritt weit weniger holprig in Erscheinung, als der traurige Rest von AMITYVILLE: THE AWAKENING. Leider sieht man dem Streifen nachträgliche Gewaltkürzungen an, um ein PG-13 erreichen zu können. Gerade im Schlusskampf wird krampfhaft weggeblendet, wenn der besessene James mit dem Schrotgewehr durchs Haus saust, um die Liebsten zu töten. Das stößt bei jenen bitter auf, die schon seit über drei Jahren vergebens auf die Veröffentlichung des Gruselfilms gewartet haben. Zwar ist AMITYVILLE: THE AWAKENING immer noch besser, als all die minderwertigen Low-Budget-Ableger der letzten Jahre. Angesichts der Tatsache, was machbar gewesen wäre, ist der 19. Film der Reihe dann doch eine Enttäuschung. Der wenig geübte Mainstram-Zuschauer kommt auf seine Kosten. Wer schon ein paar Horrorfilme über Spukhäuser gesehen hat, winkt dankend ab. Zu Recht!
 
 


 
 
 

AMITYVILLE: THE AWAKENING – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Visuell ansprechender Gruselfilm mit spannendem Finale und einigen gut sitzenden Schockmomenten. Dennoch: Was 2011 als unheimliche Erforschung des Amityville-Mythos angedacht war, ist weit konventioneller als erwartet. AMITYVILLE: THE AWAKENING ist ziemlich holprig, was wohl auf die desaströse Entstehungsgeschichte des Films zurückzuführen sein dürfte. Ansonsten ist der mittlerweile schon 19. Film der Amityville-Reihe kaum der Rede wert. Er spult im Grunde genommen das ab, was man schon so ähnlich im Originalfilm und dem Remake von 2005 gesehen hat. Höhepunkt ist dabei das düstere Finale in dem endlich auch einmal Horror zelebriert wird. Davor gibt es nur zähen Budenzauber und viele unnötige Szenen zu sehen, die dem Horrorfan schon im Trailer gezeigt wurden. Regisseur FRANCH KHALFOUN dürfte genauso enttäuscht über das Resultat gewesen sein, wie der Zuschauer. Der Filmemacher hat nämlich ein talentiertes Händchen fürs Angstmachen und schon deftiges Zeug fürs Kino gemacht. Darunter das gelungene Remake zum Kulthorror MANIAC und den Parkhaus-Thriller P2 – SCHREIE IM PARKHAUS. Weil JASON BLUM und DIMENSION FILM nicht mit dem fertigen Amityville-Film zufrieden waren, musste der Regisseur seine Visionen verwerfen und nach den Wünschen der Auftraggeber neudrehen und umschneiden. Das Resultat entspricht demzufolge nicht mehr dem, was FRANCH KHALFOUN eigentlich verfilmt hat. Der Albtraum eines jeden Filmemachers.
 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE: THE AWAKENING – Zensur

 
 
 
In AMITYVILLE: THE AWAKENING werden zwei Protagonisten am Ende erschossen. Leider passiert das im Off – vermutlich auch deshalb, weil man in Amerika bereits geschnitten hat, um eine jugendkonforme Fassung fürs Kino zu erhalten. Blut sucht man – mal abgesehen von einer Kopfwunde – demnach vergebens. Das dürfte auch hierzulande eine FSK16 sicher machen.

 
 
 


 
 
 

AMITYVILLE: THE AWAKENING – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Abbildungen liegen bei Dimension Film)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
The Axe Murders of Villisca (2016)
 
Amityville Horror (1979)
 
Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
 
The Remains (2016)
 
Conjuring – Die Heimsuchung (2013)
 

Filmreview: „Nesting 2 – Amityville Asylum“ (2013)

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THE NESTING 2 – AMITYVILLE ASYLUM

Story

 
 
 
Die arbeitslose Lisa (Sophia Del Pizzo) bewirbt sich als Putzkraft in einem naheliegenden Krankenhaus. Sie erhält die Stelle und findet heraus, dass an ihrem neuen Arbeitsplatz einst das legendäre Spukhaus von AMITYVILLE gestanden haben soll. Das wäre vermutlich noch kein Grund zur Sorge, würden nicht einige seltsame Vorkommnisse die schreckhafte Lisa zu Tode ängstigen …
 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE ASYLUM – Kritik

 
 
 
Erstaunlich, mit welch eisernem Willen mancher Filmemacher an seiner Karriere bastelt. Da werden in vielen Fällen erste Gehversuche in Form von Kurzfilmen gewagt oder fleißig an eigenen Drehbüchern gekritzelt. Immer in der Hoffnung, irgendjemand da draußen mit dem eigenen kreativen Tun überzeugen zu können. Der Engländer ANDREW JONES ist so ein Fall. Der hat nämlich klein angefangen und dreht, schreibt und produziert mittlerweile fleißig ein Horrorfilmchen am anderen. Zwar erreichen diese Produktionen nicht einmal annähernd den Standard gängiger Videopoduktionen, finden aber dennoch immer wieder einen Verleih, der die günstig inszenierten Werke auswerten möchte. So riss sich der in Genre-Kreisen nicht unbekannte Anbieter LIONSGATE die Auswertungsrechte einiger seiner Grusler für Nordamerika unter den Nagel, während hierzulande Nischenlabel MIG FILMGROUP/ EDEL FILM genug Potenzial in JONES Schaffen sah, um einige seiner Filme auf DVD und Blu-ray zu veröffentlichen. Traurigerweise erlitt sein aktueller Streifen das gleiche Schicksal wie viele andere Horrorfilme der letzten Zeit in Deutschland. Aus THE AMITYVILLE ASYLUM wurde kurzum THE NESTING 2 – AMITYVILLE ASYLUM, was nicht nur vollkommen falsche Erwartungen schürt, sondern an sich schon gar keinen Sinn ergibt. Während hier fälschlicherweise mit einer Fortsetzung des nostalgischen 80s-Slashers THE NESTING – HAUS DES GRAUENS geworben wird, erschließt sich der Grund dieser Titelneukreation nicht wirklich. Der einst zu Unrecht indizierte Slasher aus dem Jahre 1981 dürfte vermutlich nur den wenigsten Käufern ein Begriff sein. Zudem hat THE NESTING nichts, aber auch gar nichts mit dem vorliegenden THE AMITYVILLE ASYLUM am Hut, was nahelegt, dass dieses unüberlegte Titelvergehen den Verkauf dieser grotesken Veröffentlichung kaum ankurbeln dürfte.
 
Wie bereits das wenig einleuchtende Cover (Welcher Zusammenhang besteht bitte zwischen der dort abgebildete Fratze und dem vorliegenden Indie-Schocker?) suggeriert, verheißen die Geschehnisse in THE NESTING 2: AMITYVILLE ASYLUM für die jobsuchende Lisa Templeton (SOPHIA DEL PIZZO) nichts Gutes. Die braucht nämlich händeringend eine neuen Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Da sie in ihrem bisher wenig erfolgreichen Leben nichts anderes getan hat als zu putzen, bewirbt sie sich als Reinigungskraft in einem riesigen Krankenhaus und erhält zu ihrem Erstaunen direkt eine Festanstellung vom Anstaltsleiter höchstpersönlich. Der hat jedoch verschwiegen, dass der Job auch einen Haken besitzt. Denn tief unten im Keller befindet sich ein Hochsicherheitstrakt, der unter dem Namen Abteilung X einige der gemeingefährlichsten Psychopathen der Stadt beherbergt. Dort soll die etwas unsichere Lisa auch ab und an mal durchwischen, damit einige der irren Gewaltverbrecher auch bisschen was zum Glotzen haben. So beginnt die Heldin unbekümmert mit ihrer Arbeit die Böden zu schrubben, bis ihr eine tote Patientin mysteriöse Botschaften zuflüstert und sich der Zuschauer in einer etwas gehaltlosen Version des Kulthits THE SIXTH SENSE wähnt. Aber THE NESTING 2 würde nicht zugleich AMITYVILLE ASYLUM heißen, würde nicht auch etwas AMITYVILLE HORROR geboten werden. Denn während sich das Personal über den scheinbar wirren Geisteszustand des neu angestellten GHOSTWISPERERS erheitert, findet Lisa heraus, dass das sagenumwobene AMITYVILLE Haus just an jenem Ort gestanden haben muss, an dem sich nun ihr neuer Arbeitsplatz befindet.
 
Immerhin isses dann doch kein günstig heruntergekurbelter SIXTH SENSE-Abklatsch geworden, denn THE NESTING 2 – AMITYVILLE ASYLUM knüpft erstaunlich intelligent an den berüchtigten AMITYVILLE-Mythos an. Die bisherigen Teile werden gekonnt ausgeblendet und machen THE AMITYVILLE ASYLUM zu einem ganz eigenständigen Filmchen, der bis auf die wahre Geschichte der DEFEO-Familie nichts mit dem eigentlichen Filmfranchise zu tun hat. Aus Poltergeist- und Spukfilm wird kurzerhand ein Sekten-Grusler, der ewig benötigt, bis er überhaupt mal in die Puschen kommt. 20 000 US-Dollar soll THE AMITYVILLE ASYLUM gekostet haben, eine Prämisse, die schon ahnen lässt, in welche Richtung dieser Low-Budget-Film gehen wird. Und in der Tat, bereits mit den Credits (die sich im Übrigen zehn lange Minuten ziehen) offenbart sich auch gleich der zweifelhafte Qualitätsgehalt dieser vollkommen überflüssigen Billig-Produktion. THE NESTING 2 – AMITYVILLE ASYLUM ist mal wieder so ein Fall, dem das viel zu knappe Budget überhaupt nicht zugute kommen möchte. Hier merkt der Zuschauer an beinahe jeder Szene, dass man einfach keinen Film dieser Größenordnung drehen sollte, wenn man nicht das hierfür notwendige Kleingeld besitzt. ANDREW JONES THE NESTING 2 – AMITYVILLE ASYLUM schaut laienhaft und billig aus. Fast schön möge man meinen, man würde eine Produktion auf Amateurniveau sehen. Zwar hat sich JONES mit seiner eigenen Produktionsfirma der Herstellung günstiger B-Movie-Ware angenommen; die Ausleuchtung in seinem aktuellen Streifen ist dennoch als hundsmiserabel zu bezeichnen. Oft lässt sich kaum erkennen, was da eigentlich auf der Mattscheibe passiert. Zudem nervt die unprofessionelle Kameraführung, die ständig damit beschäftigt ist, die nun wahrlich nicht schönen Gesichter möglichst nah heranzuzoomen. Die Authentizität der Geschehnisse wird aufgrund der nicht vorhandenen Gruselstimmung vollkommen außer Acht gelassen. So unterhalten sich die wenigen Angestellten ununterbrochen über belanglosen Nonsens, wobei sich der Filmfreund nicht nur einmal fragen dürfte, ob in dieser Klinik eigentlich überhaupt gearbeitet wird. Zudem scheint die Tatsache vollkommen realitätsfern, dass sich die neue Angestellte problemlos in einem Hochsicherheitstracht bewegen darf, ohne dabei von geschultem Sicherheitspersonal beaufsichtigt zu werden. Immerhin hat THE AMITYVILLE ASYLUM mit Darstellerin SOPHIA DEL PIZZO einen Lichtblick zu verzeichnen. Die hebt sich mit ihrer schlichten Optik von den Hochglanz-Amazonen anderer Mainstream-Schocker ab und schafft es sogar durch ihre Natürlichkeit so etwas wie Sympathie beim Zuschauer zu wecken. Trotzdem verliert sich ihr ansatzweise talentiertes Agieren in einem viel zu langweiligen Anstaltsthriller, der irgendwie ohne nennenswerte Höhepunkte einschläfernd vor sich her plätschert. Originalität ist hier Fehlanzeige und der auf dem deutschen Cover reißerisch angedeutete Vermerk, dass dieser Film zur HORROR EXTREME COLLECTION des hiesigen Anbieters gehört, fast schon als schlechter Scherz zu betiteln. EXTREME ist hier nämlich nur die deutsche Synchronisation, die mal wieder fix mit teilnüchternen Statisten am Bierstammtisch auf Band gesprochen worden sein muss.
 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE ASYLUM – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Leidlich spannender Gruselfilm, der zwar trotz oder gerade wegen seiner unprofessioneller Inszenierung charmant indielike ausschaut aber – absolut uncharmant – langweilig ist …
 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE ASYLUM – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung ist ungeschnitten. Zwar gibt es ein paar wenige Szenen zu sehen in der Gewalt zelebriert wird; die sind jedoch so unspektakulär, dass die Cover-Bezeichung HORROR EXTREME COLLECTION vollkommen übertrieben ist. Hinzukommt, dass die deutsche Heimkinofassung trotz mangelndem Blutgehalt unverständlicherweise erst ab 18 Jahren freigegeben ist!
 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE ASYLUM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Amityville Asylum; Großbritannien 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DD 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Trailershow

 
 
 

The Nesting 2 – Amityville Asylum – Horror Extreme Collection [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE ASYLUM – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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Sanitarium (2013)

Psych:9 (2010)

The Ward (2010)

Asylum (1972)

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Filmreview: „The Amityville Haunting“ (2011)

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THE AMITYVILLE HAUNTING

Story

 
 
 
Trotz grausamer Vorgeschichte bezieht Familie Benson das unheimliche Amityville –Spukhaus, indem Jahrzehnte zuvor ein blutiges Familienmassaker stattfand. Nach anfänglich unerklärbaren Phänomenen freundet sich die 6-jährige Tochter Melanie mit einem imaginären Freund namens „John“ an, der ihr erzählt, dass er seit sehr langer Zeit in dem alten unheimlichen Haus leben würde. Doch niemand will dem kleinen Mädchen so recht Glauben schenken. Als der Vater nach diversen seltsamen Vorfällen besorgt um das Wohl seiner Kinder ist, lässt er überall im Haus Überwachungskameras installieren und muss erschreckend feststellen, dass die Familie scheinbar doch nicht ganz so allein im Haus ist, wie anfänglich vermutet …
 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE HAUNTING – Kritik

 
 
 
Nachdem das Found-Footage-Genre mit dem Kassenschlager PARANORMAL ACTIVITY weltweit richtig bekannt wurde und bei Filmfans auf dem gesamten Globus für reichlich Nervenkitzel gesorgt hat, scheinen sich nun auch Ableger bekannte Horrorklassiker der recht lukrativen Filmmethode zu bedienen. Der wohl bekannteste unter den Spukhausfilmen THE AMITYVILLE HORROR (1979) zog bisher unzählige Fortsetzungen nach sich. Doch vermutlich wurde die Kuh noch nicht gänzlich leer gemolken. Im Zuge erfolgreicher Wackelcam-Hits wie V/H/S 2 und erfolgreichem Geisterkino, dürfte es niemanden überraschen, dass auch jenes Horror-Franchise noch einmal für eine Vermarktung herhalten musste, um maximale Gewinne auf die Konten raffgieriger Produzenten fließen zu lassen.
 
THE AMITYVILLE HAUNTING schaut handwerklich durchaus solide aus, insofern man schwindelfrei genug ist, dass planlose Umhergewackel der Digitalkamera ertragen zu können. Denn wie in unzähligen anderen derartigen Werken zuvor, sieht man das Geschehen vorwiegend aus der Sicht von Haus- und Überwachungskameras. Regisseur GEOFF MEED scheint seine Hausarbeiten gründlich erledigt zu haben, denn die Erfolgszutaten eines PARANORMAL ACTIVITY werden auch in THE AMITYVILLE HAUNTING verwendet. So finden sich auch hier bekannte Schockelemente und Kameraperspektiven wieder, die man bereits im besagten Found-Footage-Kassenschlager zu sehen bekam. Oftmals wurde so dreist kopiert, dass man sogar meinen könnte einem weiteren Sequel aus dem PARANORMAL ACTIVITY-Universum beizuwohnen. Von Türen, die sich wie von Zauberhand schließen bis hin zu Kindern, die mit imaginären Freunden quasseln werden alle erdenklich bekannten Spukhausklischees abgehakt und bis zum Erbrechen wiederholt. Gerade weil THE AMITYVILLE HAUNTING nichts Eigenständiges und Neues zu sagen hat und sich die Geschehnisse im Gruselhaus arg hölzern und unspektakulär gestalten, macht sich schnell Langeweile beim Zuschauen breit. Die technische Komponente des Kamerabild-Totalausfalls beim bevorstehenden Erscheinen der bösartigen Präsenz mit der Tochter Melanie gern die Freizeit verbringt, ist zwar anfangs durchaus effektiv, beginnt jedoch nach der zehnten Wiederholung gehörig auf die Nerven zu gehen. Scheinbar war Regisseur GEOFF MEED darum bestrebt, die nicht vorhandene Spannung und die ungruselige Spukatmosphäre mit jener Zutat steigern zu wollen, bewirkt aber den gänzlich gegenteiligen Effekt. Leider hat THE AMITYVILLE HAUNTING nicht nur mit wilder Wackelei zu kämpfen. Auch mit der Logik hapert es im neusten AMITYVILLE-Teil – von wirklicher Gruselstimmung ganz zu schweigen. Die Handlungsbeweggründe der Protagonisten sind selten nachvollziehbar. So leuchtet nicht ein, die Familie überhaupt noch in ihrem gruseligen Heim hält, wenn bereits die Vorgeschichte ihres neuen Heims bekannt ist und innerhalb weniger Tage nach Einzug schon drei Menschen im Haus ums Leben bekommen sind.
 
Sohnemann und Kameramann (er filmt die Ereignisse mit seiner Kamera) Tyler ist dabei von unglaublich dummer Sorte. Nicht nur, dass seine Rolle mit einem Statisten besetzt wurde; sein Hang zum logischen Denken scheint mit dem Bezug seines neuen Zimmers auch abhanden gekommen zu sein. So bleibt wenig einleuchtend, warum sich der Sohnemann nach all den mysteriösen Ereignissen im Haus nicht die Mühe macht und sich das von ihm gefilmte Kameramaterial anschaut. Denn hätte er frühzeitig sein Filmmaterial nach Merkwürdigkeiten durchforstet, wären dem Zuschauer und den Protagonisten manch Dummheit erspart geblieben, THE AMITYVILLE HAUNTING ist Fastfood-Horror für Zwischendurch. Während Spukhausfreunde und Fans des polarisierenden Found-Footage-Genres mit Sicherheit gut unterhalten werden, dürften alte Horrorfilm-Hasen an diesem austauschbaren Einheitsbrei nur wenig Gefallen finden. Für Letztere sei empfohlen den Original-AMITIYVILLE aus dem DVD-Regal zu kramen und in den Player zu legen. Auch wenn der Klassiker nicht mehr der Frischeste ist und im Gegensatz zu effekthascherischen Mainstream-Erfolgen wie THE CONJURING reichlich bieder daherkommt, ist der von STUART ROSENBERG inszenierte Erstling immer noch um Welten besser, als das was GEOFF MEED mit seinem THE AMITYVILLE HAUNTING serviert.
 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE HAUNTING – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Was sich da wie ein weiterer Teil der beliebten AMITYVILLE-Reihe aufzuzwängen versucht, ist eigentlich weniger AMITYVILLE HORROR als vielmehr PARANORMAL ACTIVITY. Der bekannte Spukhaus-Klassiker wurde hier mit derzeit beliebten Found-Footage-Elementen kombiniert und ist eine Schlaftablette vor dem Herrn. Gerade weil wackelige Kameras seit Jahren in fast jedem zweiten Horrorfilme auf den Zünder gehen, verursacht THE AMITYVILLE HAUNTING mehr Frust statt Unterhaltung. Die altbekannte Geschichte des Horrorhauses besitzt kaum Neuerungen und der Gruselfaktor wird auf Sparflamme geköchelt, schließlich gruseln Schockeffekte nicht, die man so ähnlich schon zig Mal auf dem Bildschirm hatte. Eine öde Rückkehr in das vermutlich bekannteste Spukhaus der Welt.
 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE HAUNTING – Zensur

 
 
 
Die deutsche Veröffentlichung von THE AMITYVILLE HAUNTING ist ungeschnitten und frei ab 16 Jahren. Wegen dem Bonus der hiesigen Heimkinofassung wurden Selbige jedoch erst ab 18 Jahren freigegeben. Demnach ziert die deutsche Fassung der KEINE JUGENDFREIGABE-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE HAUNTING – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Star Movie / Edel Germany

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: THE AMITYVILLE HAUNTING; USA 2011

Genre: Thriller, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 86 Min.

FSK: Film eigentlich FSK16, wegem dem Bonusmaterial jedoch: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Interviews mit Augenzeugen

Release-Termin: 06.12.2012 (Erstauflage) – 18.07.2014 (Zweitauflage)

 
THE AMITYVILLE HAUNTING erschien bereits Ende 2012 von GREAT MOVIE auf Heimkinomedium. Nun, zwei Jahre später kommt der Streifen in einer Neuauflage in die Händlerregale. STAR MOVIE / EDEL GERMANY werten die gleiche Scheibe mit leicht verändertem Rückcover erneut auf DVD und Blaustrahl aus. Der Inhalt bleibt gleich.
 
 
 

The Amityville Haunting [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE AMITYVILLE HAUNTING – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80/ Marcel Demuth

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
SXtape (2013)
 
The Amityville Horror (2005)
 
The Amityville Horror (1979)
 

Filmreview: „A Haunting in Salem“ (2011)

 

Was es nicht alles gibt.

Scheinbar geht es Billig-Produktions-Filmschmieden momentan so richtig gut, denn was uns an hirnlosem Bockmist im Jahre 2011 über die heimischen TV-Geräte geflimmert ist kann man schon kaum noch an einer Hand abzählen.

Ganz emsig bei seinem kreative Schaffen ist dabei das kleine Trash-Produktionlabel „The Asylum, dass bereits seit 1997 Filmjünger in aller Welt mit unfassbar schlechten Filmen beglückt. Dabei stand bisher vordergründig das Umsetzen billig realisierte Fortsetzungen kassenfüllender Hollywood-Erfolgsfilme auf dem Plan. Doch scheinbar waren eigens von „Asylum“ produzierte Billig-Fortsetzungen, wie „Titanic 2“ und Der Tag an dem die Welt stillstand 2“  so überaus erfolgreich, dass es sich „The Asylum“ aktuell sogar leisten kann, Ableger von kommenden Kinoblockbustern in die Videotheken zu schwemmen, noch bevor die eigentlichen Hitvorlagen überhaupt im Kino anlaufen („Mega-Pranha“, „11-11-11“, „Paranormal Entity“).

Im Zugwasser erfolgreicher Kinohits wie „Insidious“, oder „Paranormal Activity“ war natürlich von vornherein klar, dass „The Asylum“ auch etwas ab haben mag von der aktuell so beliebten Poltergeist- und Spukhausgoldschmiede.

Mit „A Haunting in Salem“ präsentiert uns das kontroverse Label einen weiteren vollkommen unnötigen Ableger einiger erfolgreicher Spuk-Genrefilme, und setzt dabei plakativ auf den weltweit so beliebten 3D-Gimmik.

 

 

Wayne, der neue Sheriff von Salem, bezieht zusammen mit Frau und Kindern ein neues Haus im amerikanischen Kleinstädtchen Salem.

Leider hat es das Haus bisher nicht wirklich gut mit den vorherigen Bewohnern gemeint, denn diese kamen auf seltsamer Art und Weise in diesem Haus ums Leben.

Nachdem es sich die kleine Familie in ihrer neuen Behausung gemütlich gemacht hat, geht der Spuk-Budenzauber auch schon los…

 

 

Nach dem letztjährigen „The Haunting of Winchester House“ nun „Asylums“ eigene Quasi-Fortsetzung „A Haunting in Salem“, die nun um die Gunst der Horrorfilmfans buhlen möchte. Und natürlich kommt auch dieser Film so derart hanebüchen daher, wie bereits schon unzählige andere „Asylum“-Produktionen zuvor. Immerhin scheint das Label dazugelernt zu haben und macht zumindest auf technischer Ebene einen reiferen Eindruck. „A Haunting in Salem“ hat ganz ordentliche Ansätze. Das Setting des Films zeugt von einem erfahrenen Bühnenausstatter. Nur leider ist die Geschichte um besessene Spukhäuser so alt wie die Erfindung der Sanduhr und es will sich, trotz zur Schaustellung diverser Spukhaus-Klischees, einfach kein Spannung einstellen.

Einige der Storyzweige sind derart trivial skizziert, dass man irgendwie deren Sinn nicht verstehen möchte. So chattet die Tochter Alli unwissend mit einem Geist des Hauses, der sich zufälligerweise „Salem1692“ (*hust*)  nennt. Aber anstatt mit dem Mädchen Tacheles zu reden und ihr mitzuteilen, was er denn von Alli möchte, bockt der Geist scheinbar nur sinnfrei herum, und verschwindet, sobald Alli  ihm eindeutige Fragen stellt.

Ebenso unfreiwillig unklar, warum ein Rabe durch das geschlossene Dachbodenfenster fliegen muss. Nachdem die Familie das jämmerliche Tier verendet auf dem Speicher entdeckt und das Tier entsorgt hat, fragt sich der wissbegierige Zuschauer, worin denn eigentlich der Sinn dieser Szene besteht?!

Natürlich erwarten dem Spukhausfan diverse andere Haunted-House-Klischees. Von knarrenden Türen, über unheimliche Visionen, bis zu Gegenstände, die sich wie von Geisterhand verschieben sind alle wichtigen Spukelemente vertreten, die man so aber schon in unzählig vielen ähnlichen Horrorfilmen schon effektiver und vor allem besser gesehen hat.

Was bleibt ist ein überraschungsarmer Low Budget Horrorfilm, der zwar routiniert heruntergekurbelt wurde, aber dem irgendwie die Seele und vor allem eigenständige Ideen fehlen. Würde sich „The Asylum“ nur halbwegs einmal die Arbeit machen, einen zumindest halbwegs kreativen Drehbuchautoren zu engagieren, der an einem eigenständigen und innovativen Konzept bastelt, dann könnte man auch endlich einmal von diesem Billig-Schund-Label ernstzunehmende Horrorkost erwarten. Die technische Komponente der Produktionen gleicht sich  zumindest so langsam dem sehbaren Standart an.

 

 

Fazit 4/10 Punkte

 

Alles schon gefühlte eine Milliarden Male gesehen. Zwischen all den trivialen Spukhausklischees findet der Zuschauer kaum eine eigenständige und vor allem fesselnd erzählte Story. Warum der Film geschnitten werden musste um eine „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichnung zu erhalten, entzieht sich mir jeglicher Logik. Es gibt einige kurze Mordsequenzen, die aber weitestgehend auf das Ausschlachten explizite Schauwerte verzichten.

(Keine Jugendfreigabe-Version ist geschnitten!)

Hellraiser80