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Filmkritik: „The Hatred“ (2017)

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THE HATRED

(ALICE – THE HATRED)

Story

 
 
 

Einmal mehr: Ein idyllisches Landhaus in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Vier Frauen und ein kleines Mädchen machen darin Bekanntschaft mit bösen Mächten, die von einem okkulten Relikt ausgehen, das vom ehemaligen Besitzer im Haus gut versteckt wurde. Leider machen attraktive Darstellerinnen und etwas CGI-Spuk im Finale aus beliebigem Budenzauber noch lange keinen Horror-Hit.

 
 
 


 
 
 

THE HATRED – Kritik

 
 
 
Wie viele Filme über Gruselhäuser haben wir hier auf FILMCHECKER eigentlich schon besprochen? Vermutlich werden es so viele Schlechte gewesen sein, dass wir uns an die meisten davon schon gar nicht mehr erinnern können. Viel Positives gibt es auch vom nächsten Streifen dieser Art nicht zu berichten. THE HATRED (Arbeitstitel: ALICE – THE HATRED) gehört nämlich zu diesen Videoproduktionen, die kaum Alleinstellungsmerkmale besitzen und es lieber so handhaben, wie unzählige Filmemacher zuvor. Da ist Langeweile vorprogrammiert, denn in Zeiten in denen es Horror im Überfluss gibt, muss man sich schon ins Zeug legen, um Horrorfans beeindrucken zu können. Was Fans wirklich wollen, war den Machern von THE HATRED aber egal. Die spulen Grusel nach Schema F ab und wollen offenbar schnell damit Geld verdienen. THE HATRED schaut zwar – wie seine Darstellerinnen – makellos aus, ist aber lieblos und spannungsarm. Eben ein typischer Vertreter jener Gattung Film, die man in den 1980ern schnell in die Wühlboxen der Videotheken geworfen hat, weil keiner sie leihen wollte. Da hilft auch ein reißerisches Cover nicht. Das verursacht nämlich Zorn, weil es falsche Erwartungen schürt. Was nämlich Slasher, Epidemie- oder Folter-Blödsinn suggeriert, ist zäher Geisterspuk, der erst kurz vor der Zielgeraden in die Puschen kommt. Für so hinterlistige Irreführung müsste man allen Beteiligten gehörig den Hintern versohlen.
 
 
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Die Geschichte von THE HATRED ist schnell erzählt. Der Film berichtet von einem Gemäuer, das eine schlimme Vergangenheit besitzt. Ein Nazi-Offizier mit einer Vorliebe fürs Okkulte hat hier in den 1960ern seine Tochter umgebracht. Der Grund: Ein altes Relikt. Das entpuppt sich als Herd des Hasses und bringt Unheil über seinen Besitzer und dessen Familie. Jahre nach dem Verbrechen machen es sich vier perfekt geschminkte Weiber im alten Landhaus gemütlich. Es wird über Jungs geredet und auf ein kleines Mädchen aufgepasst. Natürlich meint man es mit den Schönheiten nicht gut. Erst faselt die kleine Irene in Rätseln und macht damit ihren Sitterinnen Angst. Später stoßen die Damen selbst auf erwähntes Nazi-Relikt und entfesseln damit eine Spirale des Bösen, die natürlich für einige den Tod bedeutet. Weil die Frauen gesichtslos bleiben, ist deren Ableben ohnehin egal, denn im Falle von THE HATRED hat man sich nicht einmal Gedanken über Charakterentwicklung gemacht. Da muss Drehbuchschreiber und Filmemacher MICHAEL G. KOEHOE noch einiges lernen. Mit so ausgelutschten Geschichten wie die von THE HATRED gewinnt man heutzutage nicht mal mehr einen Blumentopf.
 
 
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Nur weil mit großen Namen geworben wird, muss nicht immer Gutes dahinter stecken. Was eigentlich hat Produzent MALEK AKKAD geritten, für diesen Quatsch Geld zu investieren? Den alteingesessenen Horrorfans dürfte der Herr kein Unbekannter sein. Akkad ist nämlich Produzent diverser HALLOWEEN-Filme und fungierte ab HALLOWEEN 6 bei allen Streifen der Reihe als Geldgeber. Warum er ausgerechnet Kohle für THE HATRED locker gemacht hat, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben, denn hinter dem Gruselfilm steckt ein ermüdender Spuk-Schnarcher von der Stange auf den niemand gewartet hat. Zu sehen gibt es unverschämt attraktive Mädels, die in amerikanischen Horrorfilmen ohnehin zum Grundinventar gehören, vorhersehbare Geister-Klischees und jede Menge Langeweile. Die Höhepunkte reduzieren sich auf einen überlangen Prolog. Darin zu sehen: „Wishmaster“ ANDREW DIVOFF, der hier einen ehemaligen Nazi-Offizier verkörpert, welcher unentdeckt ins amerikanische Hinterland flüchten konnte und dort als Landwirt getarnt okkulte Artefakte sammelt. Sonderlich viel Spaß scheint ihm die Arbeit an THE HATRED auch nicht zu machen. Divoff quasselt seinen Text lustlos herunter und agiert zudem übertrieben steif. Vermutlich war ihm schon beim Lesen des Drehbuchs bewusst, dass diese glattgebügelte Gruselgurke ohnehin ein Flop werden wird. Durchstöbert man die bisherige Vita von Regisseur und Drehbuchautor MICHAEL G. KOEHOE ist das kein Wunder. Der war zwar bei vielen bekannten Hollywood-Produktionen – darunter TEXAS CHAINSAW 3D oder SINISTER 2 – Mädchen für Alles. Was er aber bisher selbst auf die Beine gestellt hat, ist eher mau statt wow. THE HATRED basiert auf den Kurzfilm HUSH, den der Filmemacher bereits 2015 gedreht hat. Warum der jedoch noch einmal auf Spielfilmversion aufgeblasen werden musste, entschließt sich jeglicher Logik. Was man hier zu sehen bekommt, wurde bereits in vielen schlechten Streifen gleichen Formats bis zum Erbrechen auf die Mattscheibe gebracht. Warum dann gleichen Käse noch einmal verfilmen? Wir werden und wollen es eigentlich auch gar nicht erfahren.
 
 
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THE HATRED – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final

 
 
 

Ermüdender Spuk-Albtraum nur für besonders Ausgeschlafene geeignet. Ein Spukhaus, vier dumme Weiber und ein kleines Mädchen, das permanent in Rätseln quasselt. THE HATRED ist eine Nullnummer und langweilig obendrein. Nach Originalität sucht man hier vergebens, denn der Streifen läuft nach gleichem Schema ab, wie unzählige Geisterfilme zuvor. Einziger Lichtblick ist ein Wiedersehen mit ANDREW DIVOFF. Der dürfte vielen Horrorfans als diabolischer WISHMASTER in Erinnerung geblieben sein. In THE HATRED zeigt er sich ganz ohne Maske und Verkleidung vor der Kamera – ist aber böse, wie eh und je. Leider ist das Wiedersehen nicht von langer Dauer. Der bekannte Schauspieler muss bereits nach wenigen Minuten sein Leben lassen. Verflixt und zugenäht, warum müssen Filmemacher immer so dreist den Spaß nehmen.
 
 
 


 
 
 

THE HATRED – Zensur

 
 
 
Sonderlich viel Gewalt hat THE HATRED nicht zu bieten. Im Prolog wird ein Mädchen vom eigenen Vater in einem Trog ertränkt. Der wiederum wird von seiner Frau ermordet, die ihn mit Pestizid vergiftet. Die restlichen Gewaltakte werden im Finale gezeigt. Dennoch ist THE HATRED eher ein Gruselfilm, der von subtiler Angstmacherei lebt – wenngleich die zum großen Teil ihr Ziel verfehlt. Hierzulande dürfte der Filme ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

THE HATRED – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Demonic (2015)
 
Annabelle 2 (2017)
 
Ouija: Ursprung des Bösen (2016)
 
Wait Till Helen Comes (2016)
 
We Are Still Here – Haus des Grauens (2015)
 

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Filmkritik: „I Spit on Your Grave 3“ (2015)

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I SPIT ON YOUR GRAVE: VENGEANCE IS MINE

(I SPIT ON YOU GRAVE 3)

Story

 
 
 
Jennifer Hills (SARAH BUTLER) – das Vergewaltigungsopfer aus dem I SPIT ON YOUR GRAVE-Remake – rächt sich an den Peinigern vergewaltigter Frauen einer Selbsthilfegruppe.
 
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOU GRAVE 3 – Kritik

 
 
 
Wer öfter Kritiken auf FILMCHECKER liest, dürfte vermutlich mitbekommen haben, dass wir keine Freunde brutaler Gewaltfilme sind, in denen aus reiner Sensations- und Geldgeilheit Menschen gequält, gedemütigt und gerichtet werden. So hatten in der Vergangenheit vor allem Rape-and-Revenge-Streifen das Nachsehen, die wegen ihrer sadistischen Zurschaustellung frauenverachtender Quälerei keine lobenden Worte erhalten haben. Einer, dem besonderes Augenmerk geschenkt wurde, war I SPIT ON YOUR GRAVE 2. Hier wurde die Messlatte in punkto Sadismus besonders nach oben geschoben, was den Streifen vor allem bei jenen interessant machen konnte, die die Qualität eines Horrorfilms allein vom Gewaltpegel abhängig machen. Für Macher STEVEN R. MONROE ein ganz großer Coup. Dem gelang mit der kontroversen Neuauflage eines in Deutschland immer noch beschlagnahmten Racheklassikers und deren ultrabrutaler Fortsetzung der Sprung in die Liga der gefragtesten Horror-Regisseure. Trotz zweifelhaftem Ruhm gelang ihm immerhin das Kunststück, die schmuddeligen Revenge-Streifen von einst wieder ins Kino zu bringen. So war das Subgenre des groben Rachefilms in den siebziger und achtziger Jahren eine sichere Bank in Hollywood und bediente gnadenlos das niedere Auge-um-Auge-Bedürfnis des kleinbürgerlichen Zusehers. Meir Zarchis I SPIT ON YOUR GRAVE war seinerzeits nur die B-Movie-Überspitzung zahlreicher konservativen Reißer, die vor allem CHARLES BRONSON und Kollegen über Nacht zu gefragten Schauspielern machten.
 
 
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Dass aufgrund des finanziellen Erfolgs der neuen I SPIT-Streifen ein weiterer Ableger gedreht werden musste, war logische Konsequenz. Der ist nun unter dem Titel I SPIT ON YOUR GRAVE: VENGEANCE IS MINE erschienen und wirbt reißerisch im Namen mit vielversprechender „Rache“. Die zweite Fortsetzung knüpft direkt an die Geschehnisse des Remakes aus dem Jahr 2010 an und rückt Hauptdarstellerin Jennifer Hills (SARAH BUTLER aus TERROR Z) erneut in den Fokus. Die nennt sich jetzt Angela und versucht nach einer grausamen Vergewaltigung zu ihrem alten Leben zurückzufinden. Hilfe verspricht sie sich in einer Selbsthilfegruppe für Vergewaltigungsopfer, in der sie die schrecklichen Erlebnisse besser verarbeiten lernen will. Doch die zermürbte Protagonistin wird von ihrer Vergangenheit eingeholt. Als sie in der Gruppe die selbstbewusste Marla (JENNIFER LANDON) kennenlernt, scheint das Leben endlich wieder einen Sinn zu ergeben. Die Frauen schließen Freundschaft und verbringen viel Zeit miteinander, in der die taffe Marla Unterricht im schlagfertigen Umgang mit allzu aufdringlichen Männern erteilt. Doch die Ereignisse nehmen eine unerwartete Wendung. Die rebellische neue Freundin wird tot aufgefunden. Zurück bleibt eine desorientierte Angela, der der Boden erneut unter den Füßen weggezogen wird. Die versucht den Täter zur Verantwortung zu ziehen, scheitert aber an einem maroden Justizsystem. Umso einleuchtender die Entscheidung das Gesetz ein weiteres Mal selbst in die Hand zu nehmen. Weil die Polizei kein ernsthaftes Interesse besitzt, gemeldeten Vergewaltigungen nachzugehen, übernimmt Angela kurzum deren Arbeit in Eigenregie. Im Namen aller missbrauchten Frauen mutiert sie zur Super-Rächerin, um Vergeltung für all jene einzufordern, die ebenso vergewaltigt und von der Justiz im Stich gelassen wurden.
 
 
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Das Thema Vergewaltigung ist brisant. Immer mehr Frauen gehen an die Öffentlichkeit, um zu berichten, was aus Angst oder Scham lang geheim gehalten wurde. So brachen amerikanische Studentinnen 2014 ihr Schweigen und entfachten damit eine Debatte über sexuelle Übergriffe an Universitäten. Die wurde zusätzlich durch einen Report des Pentagons verschärft, in dem von acht Prozent mehr gemeldeten Vergewaltigungen unter Militäranghörigen berichtet wurde. Trotz heißer Diskussionen und schärferer Gesetze werden die meisten Täter nie vor Gericht gebracht. Der Anteil verurteilter Sexualstraftäter ist im Verhältnis zu den Anzeigen der Opfer gesunken, was vor allem daraus resultiert, weil nicht immer an einer ernsthaften Verfolgung und Aufklärung der Taten gearbeitet wird. Immer noch scheinen sexuelle Übergriffe auf Frauen verharmlost, nicht ernst genommen zu werden, was dazu führt, dass Sexualverbrechen nicht genauer untersucht oder Akten mangels Beweise ganz geschlossen werden. Für die Opfer ein Albtraum, die mit den tragischen Erlebnissen allein fertig werden müssen. Der Staat unterstützt nur die wenigsten bei der Trauma-Verarbeitung. Ein Grund mehr, warum vielen nur der Weg zum Psychologen oder die Flucht in Selbsthilfegruppen bleibt, um sich dort die Last irgendwie von der Seele reden zu können.
 
 
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I SPIT ON YOUR GRAVE 3 beteiligt sich an der kontroversen Debatte und greift genau jene Hilflosigkeit vieler Frauen auf, die sich von Justiz und Behörden im Stich gelassen fühlen. Filmheldin Angela sitzt in ähnlicher Zwickmühle und nimmt das Gesetz selbst in die Hand, weil ihr die Tatenlosigkeit des Rechtssystems ein Dorn im Auge ist. Was folgt, ist für die Gewaltfraktion interessant. Die fehlgeleitete Protagonistin bestraft all jene mit dem Tod, die Frauen quälen oder missbrauchen und dafür nicht verurteilt werden. Interessanterweise schlägt I SPIT ON YOUR GRAVE 3 einen Richtungswechsel ein. Statt möglichst viel perverses Material auf Film zu bannen und sich ausschließlich auf das exploitative Zelebrieren von Gewaltmomenten zu beschränken, hat dieser Ableger auch etwas zu erzählen. Die Weiterentwicklung war bitter nötig, stieß bereits I SPIT ON YOUR GRAVE 2 an seine Grenzen. Er hatte eigentlich die gleiche Geschichte zu erzählen, wie der Vorgängerfilm. Somit dürften sich vor allem jene vor den Kopf gestoßen fühlen, die sich vom neusten Ableger ein ähnlich gestricktes Gewaltepos versprochen haben, in dem ausschließlich gefoltert, gedemütigt und vergewaltigt wird.
 
 
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Der frische Wind ist dem Newcomer R.D. BROWNSTEIN zu verdanken, der für I SPIT ON YOUR GRAVE: VENGEANCE IS MINE verantwortlich zeichnet. Der macht aus schonungslosem Rape-and-Revenge gesellschaftskritische Thriller-Ware, die deutlich gehaltvoller ist, als man es von einem Film dieses Subgenres erwartet hätte. Statt dummer Gewalt dominiert im Film das Drama um Angela, die mit inneren Dämonen ringen muss und am Ende den Kampf gegen den Hass verliert. Was folgt ist das Resultat eines mangelhaft funktionierenden Justizsystems. Die verwirrte Filmheldin verwandelt sich zur Killermaschine, die im Racherausch nicht mehr zwischen guten und bösen Jungs unterscheiden kann. Doch damit nicht genug. BROWNSTEIN treibt seine Figur weiter in den Abgrund, bis die letztendlich selbst zur boshaften Kreatur mutiert, die weder Skrupel noch Moral kennt. Letztendlich vermittelt I SPIT ON YOUR GRAVE 3 eine wichtige Botschaft. So hebt BROWNSTEIN am Ende den Zeigefinger und mahnt vor unermüdlichen Streben nach Rache und Vergeltung, schließlich bringt grenzenloser Hass niemals gewünschte Genugtuung, sondern immer nur weiteres Chaos.
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOU GRAVE 3 – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
WENIGER I SPIT ON YOUR GRAVE – dafür mehr DEATH WISH und DIE FRAU MIT DER 45ER MAGNUM. I SPIT ON YOUR GRAVE: VENGEANCE IS MINE ist der beste Teil der gesamten Filmreihe, insofern man die Qualität von Horrorfilmen nicht unbedingt am Härtegrad festmacht. Zuschauer, die die Vorgänger gerade wegen der Gewalt in den Himmel gelobt haben, werden vom neuesten Ableger reichlich enttäuscht werden. Bis auf zwei kurze (aber heftige) Gewaltmomente hält sich Teil drei zurück mit der Zuschaustellung reißerischer Exploitation-Momente. Stattdessen wurde diesmal ein Drehbuch mit richtigen Dialogen verfilmt, das sogar gesellschaftskritische aber auch moralische Ansätze besitzt. So setzt sich der Streifen mit dem Thema Rache auseinander, klärt aber auf, dass Genugtuung nie zu Gerechtigkeit führt, welche man sich von Vergeltung erhofft. Das Gegenteil ist der Fall, denn die Filmheldin wird durch rastloses Rächen nur noch weiter in den Abgrund gerissen. Hier erinnert der Film an Abel Ferraras in Exploitationfan-Kreisen geschätzten, unterkühlt-brutalen DIE FRAU MIT DER 45ER MAGNUM. Newcomer R.D. BROWNSTEIN macht mit dem Richtungswechsel alles richtig und hat mit I SPIT ON YOUR GRAVE 3 einen Film gedreht, dem es zur Abwechslung gelingt wirklich zu polarisieren. Der Streifen ist mehr Drama als Horror und regt mit brisanter Thematik zum Nachdenken an. Das ist bisher noch keinem Streifen der Reihe gelungen. Somit wird der Film vermutlich all jene ansprechen, die bisher so rein gar nichts mit der Filmserie anfangen konnten. Auch wenn sich der aktuelle Ableger deutlich von seinen Vorgängern abhebt, kann man nur hoffen, dass man die Grab-Serie damit ruhen lässt. Jeder weiterer Rache-Quatsch wäre überflüssig und unnötig.
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOU GRAVE 3 – Zensur

 
 
 
Auch wenn I SPIT ON YOUR GRAVE: VENGEANCE IS MINE in Sachen Gewalt nicht die Härte der Vorgängerfilme erreicht, gibt es 2-3 kurze Szenen, die es in sich haben. So wird ein männliches Geschlechtsteil bearbeitet und die Analpenetration mit einem Rohr geht durch Mark und Bein. Auch wenn Gewalteinsätze überschaubar sind, hat I SPIT ON YOUR GRAVE: VENGEANCE IS MINE hierzulande ebenso Probleme mit der FSK bekommen. Der Film ist in Deutschland geschnitten erschienen. Das ist kein Wunder, weil die Prüfbehörde so ihre Probleme mit Selbstjustiz in Filmen besitzt. Natürlich gibt es für Horrorfans eine Alternative. Rechteinhaber ILLUSIONS UNLTD. hat I SPIT ON YOUR GRAVE 3 – wie bereits die Teile zuvor – ungeschnitten im deutschsprachigen Ausland veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOU GRAVE 3 – Österreichische Blu-ray

 
 
 
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(c) ILLUSIONS UNLTD. (KeepCase im Schuber – ungeschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

 

Originaltitel: I Spit on Your Grave III: Vengeance Is Mine; USA 2015

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton:Deutsch DTS HD 5.1, Englisch DTS HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min. (ungeschnittene Fassung)

FSK: AT-Import – ungeprüft (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: AT-Import – KeepCase im Schuber (nur Erstauflage)

Extras: „Back to the Cabin“ – Interview mit Sarah Butler zu Teil 1 (2010), Sarah Butler Interview (2015), Trailer

Release-Termin: ungeschnittener AT-Import: 28.01.2016

 

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Der auf ungeschnittene Horrorware spezialisierte Rechteinhaber ILLUSIONS UNLTD. aus Österreich sorgt für zufriedene Gesichter. Das ist auch kein Wunder, denn das Label veröffentlicht den dritten Teil ebenso wie die Vorgänger in ungeschnittener Filmfassung und deutscher Sprache. Damit die Optik im Sammlerregal einheitlich bleibt, wurde auch die Blu-ray zu I SPIT ON YOU GRAVE 3 in einen stabilen Schuber gesteckt, der selbstverständlich nur bei der Erstauflage mit an Bord ist. Sammler sollten sich demnach beeilen, denn lange wird es diese Auflage aufgrund der hohen Nachfrage dieser Filmreihe nicht geben. Bleibt noch zu erwähnen, dass Bild und Ton tadellos sind. Leider mangelt es der Veröffentlichung an Bonusmaterial. Bis auf einige Interviews sucht man nach Extras vergebens. Schade. Dennoch dürfte das Fans der Reihe nicht stören. Denen dürfte es weitaus wichtiger sein, den Film ungeschnitten ihr Eigen zu nennen.
 
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOU GRAVE 3 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Tiberius Film (KeepCase Blu-ray – geschnittene Fassung)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: I Spit on Your Grave III: Vengeance Is Mine; USA 2015

Genre: Horror, Drama, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (geschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wechselcover

Extras: Sarah Butler Interview (2015), Trailer

Veröffentlichung: 07.03.2016

 
 
 

I Spit On Your Grave 3 – Mein ist die Rache [Blu-ray] auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

I SPIT ON YOU GRAVE 3 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Savaged (2013)

Bait (2014)

Bound to Vengeance (2015)

Evangeline (2013)

Girls against Boys (2012)

Big Driver (2014)

Autumn Blood – Zeit der Rache (2013)

I Spit on your Grave 2(2013)

Last House on the Left (2009)

I Spit on your Grave (2010)

Extremities (1986)

Straw Dogs (2011)

Eden Lake (2008)


Filmkritik: „The Drownsman“ (2014)

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THE DROWNSMAN

Story

 
 
 
Die hübsche Madison hat panische Angst vor Wasser und das nicht ohne Grund. Nach einer Nahtoderfahrung wird sie von einem Geist verfolgt, der sich Wasser zu Eigen macht, um sie und ihre Freunde zu töten.
 
 
 


 
 
 

THE DROWNSMAN – Kritik

 
 
 
Urängste haben im Horrorfilm immer wieder einen besonderen Stellenwert, denn daraus lassen sich die wohl besten Geschichten machen. Eine dieser Urängste wird im Film THE DROWNSMAN zum Thema gemacht: nämlich die vom Wasser und dem Ertrinken. Die hübsche Madison (MICHELLE MYLETT – die Heldin aus ANTISOCIAL) hat eine unbeschreibliche Furcht vor Wasser. Ob im Waschbecken, in Form einer Pfütze oder als Getränk – kaum mit dem Nass in Berührung gekommen, wird die Mittzwanzigerin von Angstattacken heimgesucht, die ihr unbeschreibliche Qualen bereiten. Doch die Phobie ist nicht unbegründet. Ein Trauma ist für die Leiden verantwortlich. Vor genau einem Jahr fiel die bis dahin lebensfrohe Frau in einen See und drohte zu ertrinken. Auf der Schwelle zum Tod begegnete sie einem unheimlichen Fremden, der sie fortan in ihren Träumen besucht. Für Madison kein einfaches Los, denn real wirkende Träume und Visionen machen ihr das Leben zur Hölle. Doch wozu hat man Freunde, wenn sie in schweren Zeiten nicht zur Seite stehen würden. Die besten Freundinnen sind zur Stelle und wollen der Traumatisierten helfen. Madison soll sich ihrer Angst stellen. Bei einer Séance inklusive Schaumbad, sollen Fragen geklärt und Leiden beseitigt werden. Was die Freundinnen leider nicht ahnen: mit dem Kontakt zu den Toten wird eine Tür geöffnet durch die das Böse aus Madisons Visionen und Träumen in unsere Welt schlüpfen kann. Was folgt ist vorprogrammiert. Die Mädchen werden vom Geist eines unaufhaltsamen Serienmörders verfolgt (RY BARRETT ebenfalls aus ANISOCIAL), der mit den naiven Protagonistinnen ein Hühnchen zu rupfen hat.
 
 
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Pitschnasse Haare, starrer Blick und ständig tropfendes Wasser. Nein, das hier ist keine weitere Fortsetzung des japanischen Kassenschlagers RINGU, in dem ein wütender Kindergeist aus Brunnen, Waschmaschinen und TV-Geräten krabbelt und tödlichen Unfug treibt. Der hier besprochene Streifen kommt aus Kanada und hat mit dem bekannten RING-Franchise nichts am Hut, obwohl der Film bei genauer Betrachtung dem genannten Gruselexport aus Japan nicht unähnlich ist. Ein toter Serienkiller sucht sich in THE DROWNSMAN einen Weg aus dem Reich der Toten in die Welt der Lebenden, um das auszuleben, was Kultkiller wie JASON VOORHEES, VICTOR CROWLEY und MICHAEL MEYERS stets von Neuem vorantreibt: Rache. Statt die Leidenschaft fürs Töten mit Machete und Küchenmesser auszuleben, geht Filmmörder Sebastian in THE DROWNSMAN wesentlich unkonventioneller vor. Er meuchelt nicht, sondern ertränkt. Das Element Wasser spielt in diesem Horrorstreifen eine wesentlich Rolle, das dem Killer als Brücke in unsere Welt dient. Ähnlich wie die Dunkelheit in DER FLUCH VON DARKNESS FALLS oder erschreckende Albträume in A NIGHTMARE ON ELM STREET kann das Böse in THE DROWNSMAN nur dann nach seinen Opfern krallen, wenn die mit Wasser in Berührung kommen. Das sorgt zwar für etwas Abwechslung und schnellen Herzschlag; neu erfunden wird das Slasher-Genre dadurch jedoch nicht.
 
 
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Eigentlich ist THE DROWNSMAN kaum der Rede wert, denn die Handlung ist derart klischeebehaften und überschaubar, dass sie auf einem Bierdeckel Platz finden würde. Die Darstellerinnen strotzen nicht gerade vor Talent und agieren reichlich unsicher, dass man meinen könne, sie ständen das erste Mal vor der Kamera. Zudem hat man ausufernde Gewaltmomente gänzlich aus dem Drehbuch radiert, damit sich der Schrecken auf subtile Weise entfalten kann. Trotz quälender Vorhersehbarkeit überrascht der Film durch eine souveräne technische Inszenierung, die THE DROWNSMAN dann doch wertiger erscheinen lässt, als er letztendlich ist. Die Kulisse ist minimalistisch aber finster, eine auf Hochglanz gebügelte Optik rückt die vielen (Er)Schreckmomente ins rechte Licht. Somit ist passable Gruselunterhaltung garantiert, die sich kurzweilig ihren Weg durch den übernatürlichen Slasher bahnt. Regisseur CHAD ARCHIBALD und Produzent von Filmen wie IF A TREE FALLS, ANTISOCIAL und SEPTIC MAN hat vorausschauend gearbeitet. Nicht nur, dass er beim Drehbuchschreiben an das offene Ende gedacht hat. Ganz nebenbei war er darum bestrebt ein neues Franchise zu kreieren, dass Potenzial haben könnte in Serie zu gehen. Mit der imposanten Figur des DROWNMAN hat er einen interessanten Mythos und gleichzeitig einen neuen unkaputtbaren Filmkiller geschaffen, der genügend Potenzial besitzt, um in mehreren Fortsetzungen sein Unwesen treiben zu können. Sichtlich von Cravens NIGHTMARE ON ELM STREET inspiriert, erinnert THE DROWNSMAN an die vielen schwarzhumorigen Abenteuer eines gewissen FREDDY KRUEGER, der in sieben Albträumen, einer TV-Serie und dem obligatorischen Remake sein Unwesen trieb. Der schlich sich in die Albträume vorlauter Teenager, um sie dort einen Kopf kürzer machen zu können. Ganz ähnlich geht es THE DROWNSMAN zu. Bösewicht Sebastian ist zwar nicht zu scharfzüngig wie sein kreativer Metzelkollege aus der Elm Street, hat es aber ebenso faustdick hinter den schmutzigen Ohren. Die dampfenden Rohre und lodernden Flammen aus Freddys Welt wurden durch speiende Wasserfontänen ersetzt, die es dem Killer ermöglichen ahnungslose Opfer aus unserer in seine feuchte Welt zu zerren. Kaum kommt eine der Figuren mit Wasser in Berührung findet sie sich im Folterkeller des Drownsman wieder und muss dort ums Überleben wimmern und schwimmen. Das passiert atmosphärisch, abwechslungsreich und tricktechnisch ganz ordentlich, so dass THE DROWNSMAN definitiv Lust auf mehr macht. In diesem Fall darf die Fortsetzung gern kommen – wir sind bereit.
 
 
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THE DROWNSMAN – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
A NIGHTMARE UNDERWATER. Ein freucht-gruseliges Albtraumszenario, das sich menschliche Urängste zunutze macht, um maximales Unbehagen heraufbeschwören zu können. Auch wenn der Plot so ziemlich offensichtlich an Cravens Klassiker NIGHTMARE ON ELM STREET erinnert ist THE DROWNSMAN besser als man bei einer solch erfolgreichen Vorlage vermuten würde. Macher CHAD ARCHIBALD hat einen soliden Horrorbeitrag ohne Längen auf Zelluloid gebracht, der unbeschwert mit dem Element Wasser spielt und ganz nebenbei für ein paar fiese Schreckmomente sorgt, die trotz Vorhersehbarkeit ordentlich zusammenschrecken lassen. Die Quintessenz des Streifens ist jedoch Filmmonster Sebastian. Der wortkarge, mürrische und imposante Bösewicht hat gute Chancen in die Reihe beliebter Filmmeuchler aufgenommen zu werden. Da kann man nur hoffen, dass der Film trotz schauspielerischer Defizite und simpler Geschichte gut angenommen wird, damit eine Fortsetzung folgen kann, schließlich hat Regisseur CHAD ARCHIBALD mit seinem THE DROWNSMAN das erreicht, von dem manch anderer Filmschaffender nur träumen kann: unterhaltsames Horrorkino, das den Zuschauer packt und nicht mit Langeweile quält.
 
 
 


 
 
 

THE DROWNSMAN – Zensur

 
 
 
Blut oder Gewalt gibt es im Film nicht zu sehen. Der Filmmörder reißt seine „Beute“ unter Wasser oder sperrt sie in Behälter, die sich dann mit Wasser füllen. Demzufolge wird THE DROWNSMAN bereits für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet sein.
 
 


 
 
 

THE DROWNSMAN – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Der Fluch von Darkness Falls (2003)
 
Dream Demon (1988)
 
A Nightmare on Elm Street (1984)
 
Ring – Remake (2002)


Filmkritik: „Paranormal Resurrection“ (2014)

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PARANORMAL RESURRECTION – DIE SCHATTEN DER EX

(ECHOES)

Story

 
 
 
Eine von Albträumen geplagte Drehbuchautorin wird von einem hartnäckigen Geist verfolgt, der der Leidgeplagten auf nicht sonderlich vertrauenserweckender Weise mitteilen möchte, dass ihm zu Lebzeiten etwas Tragisches passiert ist.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL RESURRECTION – Kritik

 
 
 
Nichts ist grausamer, als die Rache einer betrogenen Ehegattin. Weitaus beängstigender ist jedoch die Rache einer betrogenen Ehefrau, die schon längst das Zeitlich gesegnet hat. Rastlose Seelen, denen es nach Vergeltung dürstet sind im Spuk- und Geistergenre längst keine Seltenheit mehr. Dabei sind der Hartnäckigkeit und dem Einfallreichtum verbitterter Geisterwesen keine Grenzen gesetzt, schließlich gehört es mittlerweile auch im Geister-Genre zum guten Ton, wenn der Besuch aus dem Jenseits kreativ und schonungslos bestraft. Klassischer Rache-Spuk von der Stange kommt mit PARANORMAL RESURRECTION (der im Original ECHOES heißt) in die Heimkinos, der von Autor und Regisseur NILS TIMM fabriziert wurde. Der ambitionierte Regieneuling inszenierte bisher nur Kurzfilme und hat nun endlich seinen ersten Langfilm gedreht, der leider ohne Umwege direkt auf Heimkinomedium ausgewertet wird. Der Grund für die gestrichene Kinoauswertung liegt auf der Hand. Was in PARANORMAL RESURRECTION gezeigt wird, hat man bereits dutzende Male gesehen, will nicht sonderlich fesselnd und dürfte vermutlich auch keinen Originalitätspreis gewinnen.
 
 
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Anna (KATE FRANZÖSISICH) ist erfolgreiche Bloggerin und angehende Drehbuchautorin. Also ihr neues Drehbuch nicht gut vom Studio angenommen wird und erneut von der Autorin umgeschrieben werden soll, schlägt Freund Paul (STEVEN BRAND) vor hinaus in sein Glashaus zu fahren, um fernab von Trubel und Hektik etwas Entspannung zu finden. Für Anna eine gute Gelegenheit etwas Abstand zu gewinnen und neue Ideen zu sammeln. Doch auch im großzügig eingerichteten Luxusanwesen irgendwo in der Wüste kommt die strebsame Schriftstellerin nicht zur Ruhe. Albträume plagen sie und eine höhere Macht scheint ihr auf Schritt und Tritt zu folgen. Als Paul zu einem Geschäftstermin muss und Anna allein in seinem Glaskasten zurücklässt, überschlagen sich die Dinge. Etwas versucht mit der verängstigten Frau Kontakt aufnehmen zu wollen und hinterlässt Botschaften, die bald ein schockierendes Ganzes ergeben.
 
 
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PARANORMAL RESURRECTION – DIE SCHATTEN DER EX bietet klassischen Geisterstoff und versucht mit falschen Fährten für Verwirrung zu stiften. So wird die Protagonistin von einer unsichtbaren Kraft attackiert, quält sich mit seltsamen Albträumen und wird Zeuge unheimlicher Ereignisse für die sie keine rationalen Erklärungen findet. Was die Heldin bis dato noch nicht weiß, ist dem Zuschauer nach einer langen Liste ähnlich gestrickter Gruselstreifen einleuchtend. Ein Geist hat sich an die Fersen von Anna geheftet und er will ihr klar machen, dass ein tragisches Ereignis für seinen Tod verantwortlich ist. Was folgt gleicht einem Detektivspiel, schließlich geben Geister in solchen Machwerken bekanntlich erst dann Ruhe, wenn die Gründe für das frühzeitige Ableben ans Tageslicht kommen. So muss die Heldin tief in der Entstehungsgeschichte des gläsernen Wohnkastens stöbern und ein Puzzle aus Hinweisen rekonstruieren, weil ein zorniger Geist mal wieder nur spuken und nicht Tacheles reden möchte.
 
 
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Für seinen ersten Geisterfilm hat sich NILS TIMM für eine eher ungewöhnliche Kulisse entschieden, die man vermutlich in erster Linie nicht mit Spuk, Rache- und Poltergeistern in Verbindung bringen würde. Bis in staubige Wüstenlandschaft verfolgt Heldin Anna das Grauen, das sogar bei Tag nichts unversucht lässt, um die Protagonistin mit Rätseln zu verwirren. Die Suche nach Antworten erfolgt dabei nach bekanntem Muster. Anfängliche Visionen, Wahnvorstellungen und nichterklärbare Ereignisse münden in Besessenheit. Der Geist schlüpft in Anna und rächt sich durch die Hand der unwissenden Autorin. Aufgrund der vorhersehbaren Handlung nicht sonderlich interessant, wagt der Film keine Experimente, sondern orientiert sich beim Gruselkonzept vornehmlich an den Regeln konventionell gestrickter Mystery-Thriller in denen übernatürliche Dinge eine wesentliche Rolle spielen. Demzufolge bietet PARANORMAL RESURRECTION nichts Neues und erinnert in der Machart an Filme wie ECHOES – STIMMEN AUS DER ZWISCHENWELT oder SCHATTEN DER WAHRHEIT. Im Gegensatz zum Erstling aus der Mache von NILS TIMM konnten genannte Horror-Thriller mit Suspense und Gänsehaut überzeugen. Zutaten, die im hier besprochenen PARANORMAL RESURRECTION schmerzlich vermisst werden.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL RESURRECTION – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Unheimliches Rätselraten mit überraschenden Wendungen. PARANORMAL RESURRECTION (Originaltitel: ECHOES) ist klassischer Geisterspuk vor außergewöhnlicher Kulisse, dem es jedoch an Phantasie mangelt. Wer schon einige Geisterfilme auf dem Bildschirm hatte, dürfte allmählich erkannt haben, dass Geister den Lebenden meist Botschaften überbringen und von ihrem plötzlichen Ableben berichten wollen. Nichts anderes erzählt die Geschichte dieses immerhin handwerklich souverän inszenierten Debüts. Der Zuschauer begleitet in PARANORMAL RESURRECTION – DIE SCHATTEN DER EX eine verwirrte Heldin, die aus diversen Puzzleteilen ein tragisches Ereignis rekonstruiert, das die Grundlage für seichten Geister-Rachestoff bietet. Kein überragendes Meisterwerk. Dafür bietet PARANORMAL RESURRECTION zumindest Mystery-Fans kurzweilige 90 Minuten Schauerunterhaltung. Leider werden all jene mit diesem teils vorhersehbaren Gruselfilm nichts anfangen können, die bisher schon einige Geisterfilme im Heimkino gesehen haben. Neue Ideen sucht man in PARANORMAL RESURRECTION vergebens, was für Kenner des Geister-Genres schnell langweilig werden könnte.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL RESURRECTION – Zensur

 
 
 
PARANORMAL RESURRECTION – DIE SCHATTEN DER EX ist subtiler Mystery-Thriller in dem nicht viele Grausamkeiten gezeigt werden. Einem Charakter werden die Augen ausgedrückt. In einer anderen Szene sehen wir wie ein schlafender Protagonist mit einem Messer von der besessenen Anna erstochen wird. Der Film hat in Deutschland ohne Probleme die FSK mit einer Freigabe ab 16 Jahren passiert.
 
 
 


 
 
 

PARANORMAL RESURRECTION – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Kinokater | Lighthouse Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Echoes; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englischh DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer

Release-Termin: 22.04.2015

 

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PARANORMAL RESURRECTION – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken und Packshot liegen bei Kinokater | Lighthouse Home Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Jessabelle (2014)
 
Nightlight (2015)
 
Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt (1999)
 
Schatten der Wahrheit (2000)