Filmreview: „Hansel & Gretel get baked“ (2013)

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Hansel & Gretel get baked

Story

 
 
 

Hansel (Michael Welch) und seine Schwester Gretel (Molly C. Quinn) haben mal wieder so richtig Lust einen gehörig fetten Joint durchzupfeifen. Kurzum macht sich Gretel´s Freund Ashton (Andrew James Allen) auf den Weg, einige Gramm hochwertiges Marihuana zu besorgen. Glaubt man den Gerüchten, so soll die alte Agnes (Lara Flynn Boyle) über den besten Stoff der Stadt verfügen. Doch der friedliche und gastfreundliche Schein der gebrechlichen Dame trügt, denn hinter der Fassade des eigentlich harmlos wirkenden Mütterchen, verbirgt sich das unberechenbare Böse. Sie lockt nichtsahnende Teenager in ihr Haus, wo sie die Kids genüsslich foltert und anschließend verspeist, um sich deren jugendliche Lebenskraft einzuverleiben zu können. Nachdem Gretel vergebens auf die Rückkehr ihres Freundes wartet, machen sich die Geschwister auf die Suche nach dem vermissten Freund und stoßen bei ihren Recherchen auf das dubiose Geheimnis der blutgierigen Hexe Agnes!
 
 
 


 
 
 

Hansel & Gretel get baked – Kritik

 
 
 
Kaum erblickt eine lukrative Film-Idee das Licht der Zelluloid-Welt, kann man als Filmfreund flink davon ausgehen, dass unzählig thematisch ähnliche Werke, wie Pilze aus dem Boden sprießen werden, die im Zuge des Originals schnell auch noch einige Dollars Gewinn machen möchten. Zu einem der wohl bekanntesten Kandidaten dieser Art gehört das ominöse Filmstudio „The Asylum„, das sich seit jeher dieser dreisten Masche bedient und wohl jedem interessierten Horrorfilmfreund hinreichend bekannt sein dürfte. Seit ihrem fragwürdigem Bestehen hat es sich die B-Movie-Schmiede zur Aufgabe gemacht, die Ideen bekannter Mainstream-Filmchen preisgünstig und fachgerecht zu recyceln, um oftmals noch vor dem eigentlichem Kinostarts der Vorlage, Genre-Fans mit ihren trashig-belanglosen No-Budget-Werken gehörig auf den Zünder zu gehen. Auch das massentaugliche Horrormär „Hänsel und Gretel: Hexenjäger“ aus dem Hause „Paramount/MGM“ scheint hierbei einigen sehr emsigen Filmemachern eine vielversprechende Vorlage geboten zu haben, sodass der Heimkinomarkt aktuell einmal mehr mit einem ziemlich dreisten Etikettenschwindel überschwemmt wird. Insofern sich der interessierte Genre-Filmfreund nicht bereits in unzähligen Foren über das Vorhandensein diverser „Hänsel und Gretel„-Duplikate informiert haben sollte, dürfte er aufgrund der diversen Mogelpackungen vermutlich schnell den Überblick verlieren und sich fragen, bei welchen dieser diversen Filme es sich denn nun eigentlich um das glattgebügelte Kino-Original handelt?
 
Auch der vorliegende „Hansel & Gretel get baked“ lässt, aufgrund der ziemlich absurden Story, einmal mehr vermuten, dass es sich bei dieser etwas sehr frei interpretierten „Hänsel und Gretel„-Version um ein billig heruntergekurbeltes „Asylum„-Werk handelt. All denen sei jedoch versichert, das hier Entwarnung gegeben werden darf. Wie das, zugegebenermaßen, sehr groteske Filmplakat bereits verlauten lässt, haben sich hier die Produzenten des erfolgreichen „Twilight„-Franchise zusammengerafft und einen Film geschaffen, der diesmal rein gar nicht jugendkonform daherkommen möchte. Hier werden keine weichgespült-verliebten Teenies mit allerhand pubertären Alltagsproblemchen konfrontiert, sondern die wenigen Protagonisten dürfen sich mit einer durchaus boshaft-grimmigen Zeitgenössin umherschlagen, die daran Gefallen gefunden hat, nichtsahnende Teenager schön sadistisch in kleine Scheibchen zu filetieren, damit sie diese formgerecht den gierigen Schlund hinabwürgen kann. Hierbei sollte das gelüstge Treiben durchaus mit einem zwinkernden Auge genossen werden, denn „Hansel and Gretel get baked“ hat im Grunde genommen nur im entferntesten überhaupt noch irgendetwas mit der Grimmschen Vorlage zu tun. Stattdessen gibt es hier Fun-Splatter nonstop für all die Horrorfans, die einmal mehr mit Vorliebe den Intellekt ausschalten und sich von schön dümmlicher Horrorware berieseln lassen möchten. Regisseur „Duane Journey“ gelingt es mit viel Wortwitz einen durchweg unterhaltsamen Partyfilm zu kreieren, der sich vollkommen unbeschwert bedeutend besser durchschlägt, als die letzten 20 „Asylum„-Werke zusammen. Immerhin bietet das kuschelige Heim der mordgeilen Hexe Agnes Unterschlupf für allerhand skurrile Zeitgenossen, die in den unmöglichste Momenten, die vollkommen schwachsinnigsten Dinge veranstalten. Da werden „unbrauchbare“ Kids kurzum in Zombies verwandelt, die es sich in Mülltonnen und Küchenschränken gemütlich machen und Hexe Agnes fortan treue Dienste erweisen. Auch ein dämonischer Killerhund sorgt für Zucht und Ordnung im Haushalt, sodass es allzu neugierigen Kids durchaus erschwert werden dürfte, einen Ausweg aus dem absurden Folter-Irrgarten zu finden.
 
In seinen besten Momenten erinnert „Hansel & Gretel get baked“ ziemlich grandios an die kreativen „Night of the Demons„-Filme der späten 80er Jahre, in denen die dämonische Präsenz einer gewissen Angela unter Teenagern für Angst und Schrecken sorgte und welche sich deren Körper durch allerhand perfiden Ideen entledigte. „Hansel & Gretel get baked“ macht da natürlich auch keine Ausnahme, nur mit dem Unterschied, dass das Töten im Jahre 2013 natürlich etwas expliziter und handfester daherkommt, als es vermutlich in den 80ern der Fall gewesen ist. Hier werden Augäpfel zweckentfremdet und Beine amputiert, damit diese dann köstlich aufbereitet auf dem Küchentisch serviert werden dürfen. Das liest sich zwar vermutlich durchaus widerlich, wird aber mit einem derart zynischen Unterton gewürzt, dass diese Szenen schnell ihren eigentlichen Schrecken verlieren.
 
Manchmal fragt man sich als Horrorfilmfreund, auf welch seltsame Ideen so manch Filmschreiberling kommt. Da werden Hänsel und Gretel als Teenager in die Gegenwart transferiert und geraten an eine Marihuana-dealende Frau, die sich im Endeffekt als Fleisch verspeisende Furie entpuppt. Okay, dass wirkt wahrlich arg gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber in der Umsetzung erfrischend unterhaltsam. Hierbei sei vor allem die Leichtigkeit zu nennen, mit welcher der Film es schafft, eine durchaus kurzweilige Geschichte zu erzählen, die im Grunde genommen einen Gehalt von Null besitzt. Macht nichts, hier gibt es Blut und Gemeinheiten satt für alle Horrorfilmfans, die es blutig und witzig zu gleich mögen! Von daher, ein 6er-Pack Bier zur Hand, Glotze an und Hirn auf Standby herabgefahren – „Hansel & Gretel get baked“ rockt!
 
 
 


 
 
 

Hansel & Gretel get baked – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Fieser Splatter-Partyfilm für all die Fans, der etwas handfester Zunft.
 
 
 


 
 
 

Hansel & Gretel get baked – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung dürfte ungeschnitten eine „Keine Jugendfreigabe“-Einstufung erhalten.
 
 
 


 
 
 

Hansel & Gretel get baked – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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SMILEY

Story

 
 
 
Die unbeholfene und zurückhaltende Ashley ist neu an der Uni und findet Halt bei ihrer Kommilitonin, Mitbewohnerin und Freundin Proxi, die ihr Unterschlupf in ihrer Villa bietet. Bei einer trinkfreudigen Party erfahren die beiden von der urbanen Legende des SMILEY. Einem ominösen Serienkiller, der durch das World Wide Web spukt und seinen Opfern in diversen Cam-Chat-Räumen auflauert. Glaubt man den mysteriösen Erzählungen, so meuchelt die ominöse Gestalt den ahnungslosen Chatpartner kaltblütig nieder, sobald man virtuell drei mal nach ihr ruft. Zuvor noch als Hirngespinst belächelt, beginnt die seltsame Legende das Interesse der beiden Freundinnen zu wecken. Schnell durchstöbern die beiden die unzähligen Chaträume des Internets um nach einem potenziellen Probanden für ihr makabres Experiment zu suchen. Der lässt nicht lange auf sich warten und so staunen die beiden Mädchen nicht schlecht, als das Gegenüber von SMILEY höchstpersönlich ins Jenseits befördert wird, nachdem die Freundinnen drei Mal den Satz „I did it for the lulz“ in das Dialogfeld ihres Laptops hämmern. Anfänglich noch für einen schlechten Scherz gehalten, ist es Ashley die nach und nach von Schuldgefühlen geplagt wird und scheinbar den Verstand zu verlieren scheint, weil sie glaubt von SMILEY verfolgt und tyrannisiert zu werden.
 
Ist der Killer wirklich real, oder entspringt er allein nur der Vorstellungskraft der labilen Ashley?
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Kritik

 
 
 
Wer kennt sich nicht, die urbane Legende der Bloody Mary, die auch heute noch Stoff für immer wieder neue Horrorfilm-Produktionen bietet. Unzählige Unwissende haben in den bisher diversen Genre-Filmen mit ihrem Leben gepokert, nachdem sie drei mal erwartungsvoll nach dem Geist der jungen Damen gerufen haben. Und auch der aktuelle Horrorbeitrag SMILEY macht keinen Hehl daraus, sich dreist dieser altbekannten Geschichte zu bedienen, um sie ins 21.Jahrhundert zu transferieren und die Erzählung rundum erneuert ins Internet zu verlegen, damit sie unweigerlich zum aktuellen Zeitgeschehen passt. Eigentlich keine schlechte Idee, wäre da nicht das unglaublich miese, unwichtige und vollkommen hirnrissige Drehbuch, dass dem Film regelrecht das Genick bricht. Denn SMILEY ist einer dieser kleinen Horrorproduktionen, die Dank eines hübsch-ansprechenden Trailers mehr versprechen, als der Film selbst überhaupt zu bieten hat. So wirklich einordnen lässt sich MICHAEL J. GALLAGHERS aktuelle Regiearbeit nämlich nicht. Denn gänzlich der Erwartungen der Fan-Base handelt es sich bei SMILEY um keinen traditionellen Teenie-Slasher, wie man es vermutlich nach Sichtung des Trailers erwarten dürfte. Vielmehr beschäftigt sich Gallagher mit dem Phänomen „Internet“, dessen Verbreitungs- und Manipulationsmöglichkeiten und dem Tabuthema des „Cyber-Mobbings“, dessen Auswirkungen meist katastrophale Auswirkungen für die Betroffenen zur Folge hat. Hierbei jongliert der Nachwuchsregisseur derart engstirnig mit der kontroversen Thematik, dass er gänzlich den Bezug zum eigenen Film zu verlieren scheint und vollkommen vergisst, dass er eigentlich einen Horrorfilm erzählen möchte. Warum er letztendlich ein derart brisantes Thema überhaupt mit einem Genre-Film verbindet vermag Regisseur MICHAEL J. GALLAGHER vermutlich selbst nur allein zu beantworten wissen, denn SMILEY kocht derart Erklärungs- und Interpretationsansätze auf Sparflamme. Filmfreunde, die hier einen bluttriefenden Slasher-Flick erwarten, dürften bedingungslos enttäuscht werden, denn von derben Morden ist (abgesehen zu Beginn und kurz gegen Ende) weit und breit keine Spur. Stattdessen konzentriert sich die Geschichte einzig und allein auf die labile Ashley, die in regelmäßigen Abständen das mysteriösen Internet-Phantom zu Gesicht bekommt, davon läuft und allmählich den Versand zu verlieren scheint, zumal ihr niemand Glauben schenken und ihr bei dem Kampf gegen den Killer beistehen möchte.
 
Dabei beginnt dieser Horror-Schnell-Schluss eigentlich recht vielversprechend. Die Einführungssequenz beweist Talent sowie handwerkliches Geschick und der obligatorische Intro-Mord sitzt mit all seinen vorhersehbaren Schocks deftig. Auch der ominöse Killer, der in seiner Darstellung eher Übernatürliches vermuten lässt, weiß mit seiner grotesken Maske zu überzeugen. Doch statt auf konventionellen Wege altbekannte Regeln und Klischees abzuhaken verliert sich SMILEY in purer Langeweile. Der gesamte Film hat damit zu kämpfen, überhaupt irgendeine halbwegs vernünftige Geschichte zu erzählen. Dabei darf der Zuschauer der jungen Ashley beiwohnen, wie sie verwirrt und planlos von einem Setting zum nächsten irrt. Die junge Protagonistin kämpft sich durch das stressigen Uni-Leben, vergnügt sich mit einem seltsamen Außenseiter und sitzt verzweifelt auf der Polizeiwache, um die Beamten von der Existenz eines Internet-Killers zu überzeugen. Wirklich spannend wird es zu keiner Zeit, ganz Geschweige davon, dass der maskierte Mörder überhaupt erwartungsgemäß zur Tat schreitet.
 
Bis kurz vor Ende bleibt ungewiss, ob der Killer real oder fiktiv ist, wobei der unerwartete Story-Twist einmal mehr beweist, wie armselig so mancher Drehbuchschreiber um sein Überleben pinseln muss, um seine unlogischen Drehbücher an den Mann bringen zu können. Die letztendliche Auflösung der Geschichte gestaltet sich derart hanebüchen und aufdringlich konstruiert, dass man sich als hungriger Horrorfilmfreund schon irgendwie hintergangen fühlt und am liebsten das Geld für das Kinoticket zurück erstreiten möchte. Mit seinen gerade einmal 24 Jahren hat Regisseur MICHAEL J. GALLAGHER einen wahrhaft souverän gedrehten Film abgeliefert – zumindest was technische Belange betrifft. Inhaltlich ist SMILEY null die Bohne wert, denn selten hat man einen Film gesehen, der soviel Potenzial verschenkt hat. Der Killer ist Bombe, dessen Maske wahrlich unheimliche und die Tatsache, dass er aus dem Internet heraus auf unnatürlichem (?) Wege seinen Blutdurst stillt, eigentlich überaus spannend. Das Endergebnis ist eine einzige Enttäuschung. Keiner der guten Ansätze wurde überhaupt genutzt und so bleibt ein überaus unwichtiger und gehaltloser Film, der absolut unspannend vor sich her plätschert und dessen durchaus konstruiert wirkendes Ende diesen bedeutungslosen Film auch nicht mehr über den Durchschnitt rettet.
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
Selten hat man einen Film gesehen, der trotz guter Voraussetzungen sein gesamtes Potenzial verschenkt hat. SMILEY ist trotz gutem Killer-Design ein arg öder Gruselstreifen, der des reißerischen Covers/Trailers wegen vollkommen falsche Erwartungen weckt.
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Zensur

 
 
 
Aufgrund kaum vorhandener Morde ist die deutsche Fassung ungeschnitten mit FSK16 durch die Prüfstelle gekommen. Demnach kann der Horrorfan beruhigt zugreifen. Für eine Freigabe musste nämlich an SMILEY nicht geschnippelt werden.
 
 
 


 
 
 

SMILEY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
SMILEY Blu-ray

(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Smiley; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Deleted Scenes, Gag Reel, Trailer

Release-Termin: 25.02.2014

 
 
 

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Smiley – Trailer

 
 
 


 
 
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