Filmkritik: „Winchester“ (2018)

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WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN

(WINCHESTER: THE HOUSE THAT GHOSTS BUILT)

Story

 
 
 

Eines der größten und verwinkelsten Häuser Amerikas ist gleichzeitig auch das verfluchteste. WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN geht dem Mythos einer Spukbehausung auf den Grund, die jedem Kind in Amerika unter dem Namen „Das Winchester-Haus“ ein Begriff ist.

 
 
 


 
 
 

WINCHESTER – Kritik

 
 
 
Nichts ist gruseliger als die Realität. Wohl ein Grund, warum gerade jene Spukfilme besonders erfolgreich sind, deren Geschichten auf tatsächlichen Vorfällen beruhen. Dabei haben sich vor allem Filme über Horror-Häuser zu regelrechten Publikumsmagneten entwickelt, in denen es auch heute noch angeblich spuken soll. Ganz weit vorn: das von JAMES WAN entwickelte Conjuring-Universum. Mit mittlerweile über eine Milliarde US-Dollar Umsatz gehört diese auf wahren Begebenheiten beruhende Spukfilm-Reihe zu den umsatzstärksten ihrer Art und ruft natürlich Nachahmer auf den Plan, die mit ebensolchem Cocktail aus Wahrheitsgehalt, Grusel und Schrecken lukrative Erfolge feiern wollen. Doch leider ist nicht alles Gold, was glänzt, wie das folgende Schauererlebnis beweist. WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN macht zwar von genannter Gruseltaktik Gebrauch, kam aber trotz Starbesetzung nicht gut beim Publikum an. Mit einem Einspielergebnis von gerade einmal 25 Millionen US-Dollar im Entstehungsland Amerika blieb das Spukmärchen über das bekannteste Gruselhaus der Vereinigten Staaten weit hinter den Erwartungen zurück. Doch woran mag das Desinteresse gelegen haben? Wir haben den Streifen mal genauer unter die Lupe genommen.
 
 
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Jedes Land hat seine Spukhäuser. So auch die Vereinigten Staaten. Neben der legendären Hütte im verschlafenen Amityville, gilt auch die Winchester-Villa im kalifornischen San Jose zu jenen Behausungen, die auch heute noch Angst und Schrecken verbreiten. Mit Letzterer setzt sich der Streifen WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN auseinander, der die wahre Geschichte von Sarah Winchester (HELEN MIRREN) erzählt, die als Witwe des Gewehrfabrikanten William Winchester ein schweres Erbe antreten muss. Nicht nur, dass sie die Geschäfte weiterführen muss. Auch eine ununterbrochene Bautätigkeit treibt die Hauseigentümerin voran, die offenbar kein Ziel finden will. Dass bei über kaum noch zählbaren Zimmern, falscher Türen und im Nirgendwo endenden Treppen bald der Geisteszustand der Eigentümerin angezweifelt wird, liegt umso näher. Den soll der bekannte Psychologe Dr. Eric Price (JASON CLARKE) untersuchen. Erste Gespräche mit der Erbin bestätigen den Verdacht der Unzurechnungsfähigkeit, denn die Hauseigentümerin gibt zu verstehen, dass sie versucht ein Gefängnis für rastlose Seelen zu bauen, die durch Winchester-Waffen zu Tode kamen und sich nun rächen wollen. Alles nur Einbildung? Dr. Eric Price zumindest kann bald über die Geschichten seiner Patientin gar nicht mehr lachen. Als der nämlich allein seine Runden durch die verwinkelte Villa dreht, muss er feststellen, dass es hier tatsächlich nicht mit rechten Dingen zugeht.
 
 
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Zwar ein einzigartiges architektonisches Kuriosum, aber kein nennenswerter Gruselfilm. WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN hat ein großes Problem und das nennt sich Ideenarmut. Der Streifen bietet – trotz interessantem Background – nicht sonderlich viel Neues. So bekommt der Zuschauer das zu sehen, was nun mal Gruselfilme über verfluchte Spukhäuser ausmachen: schauderhafte Geister-Fratzen, mysteriöses Flüstern, unerwartete Schockmomente, knarrende Türen und schlecht ausgeleuchtete Flure. Alles schon mal dagewesen und nicht mehr ganz so furchteinflößend, wie vielleicht noch vor 30 Jahren. Alteingesessene Horrorkenner lockt man damit nicht mehr vorm Ofen hervor, zumal der Streifen mit seinen stattlichen 100 Minuten auch ziemlich lang geraten ist und viel Sitzfleisch voraussetzt. Was man WINCHESTER aber gutheißen muss, sind die düsteren Bilder, die vor allem durch die beinahe schon theatresken Kulisse des Hauses einen Großteil der unheimlichen Atmosphäre ausmachen. Hier fahren die deutschstämmigen Spierig-Brüder groß auf und heben sich damit von den vielen austauschbaren Low-Budget-Produktionen ab, in denen es so ziemlich langweilig spukt und herumgeistert. Leider reichen atmosphärische Kamerafahrten und schaurige eingefangene Gruselbilder aber allein schon lange nicht mehr aus, um auf dem übersättigten Geister-Filmmarkt Eindruck hinterlassen zu können. Es dürstet nach innovativen Handlungen, die man so nicht kommen sieht und die deshalb beunruhigen. Die fehlt natürlich auch in WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN. Wohl kein unwesentlicher Fakt, warum der Streifen bei Kritikern und Horrorfilmfans durchwachsene Stimmen erhielt. Sieht man nämlich von der opulenten Bilderflut ab, bleibt gähnende Leere. Beinahe möge man meinen, dass die Macher ihre dünne Handlung um die atmosphärischen Bilder geschrieben und diese stetig erweitert haben. Damit wäre man zumindest auf gleicher Ebene, wie die einst tatsächlich gelebte Hauseigentümerin der Winchester-Villa. Die hat ihr Heim über Jahre auch stetig um Zimmer, Flure und Türen erweitert. Nur hat ihr Lebenswerk die Zeit überdauert. An WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN wird man sich hingegen in einigen Jahren nicht mehr erinnern können.
 
 
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WINCHESTER – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Optisch opulent in Szene gesetzter Gruselfilm, der aber nicht sonderlich originell ist. Das ist auch schon das eigentliche Problem von WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN. Zwar besitzt die Produktion mit HELEN MIRREN eine bekannte und vor allem mit Preisen ausgezeichnete Schauspielerin. Handlungstechnisch wird hier 100 Minuten lang auf Sparflamme geköchelt. Anfangs scheint alles noch äußerst mysteriös zu sein. Doch schnell ist die Katze aus dem Sack und der Streifen hangelt sich von Schockmoment zu Schockmoment, um jenem Subgenre gerecht zu werden, in dem er beheimatet ist. Trotz lautem Gepolter und vielen Jump Scares will weder Spannung noch Angstgefühl entstehen. Für einen Gruselfilm fatal, der eigentlich darauf aus ist, den Zuschauer um den Schlaf zu bringen. Nach dem kommerziell erfolgreichen JIGSAW scheinen die im niedersächsischen Buchholz geborenen Spierig-Brüder kein Glück in Hollywood gehabt zu haben. Ihr Gruselmärchen spielte nicht einmal annähernd so viele Dollars ein, wie gehofft. Aufgrund der Vorlage eine Enttäuschung. Das tatsächliche Winchester-Haus bietet generell viele interessante Kuriositäten, die sogar Stephen King für das Drehbuch zu STEPHEN KINGS HAUS DER VERDAMMNIS inspiriert haben sollen. Potenzial, das die Regisseure PETER und MICHAEL SPIERIG für konventionelles und lahmes Mainstreamkino außer Acht gelassen haben. Die wollten viel, waren dann aber offenbar überfordert. Man merkt’s dem Grusel-Flickwerk an. Mittelmäßige Gruselunterhaltung. Bedauerlich!
 
 
 


 
 
 

WINCHESTER – Zensur

 
 
 
WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN ist ein typischer Vetreter der Gattung Geister-Horror. Hier wird nicht gemordert, sondern gespukt. Schocks sind daher an der Tagesordnung. In Deutschland hat der Film eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten und ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

WINCHESTER – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im KeepCase)

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(c) SPLENDID FILM (Blu-ray im limitierten Digipack)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Winchester: The House That Ghosts Built; Australien | USA 2018

Genre: Horror, Thriller, Mystery

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,39:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 109 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover | Digipack

Extras: Making Of, Interviews, Trailer, Trailershow | zusätzlich im Digipack: 5 Cover-Motive, Deko-Schlüssel zum Film

Release-Termin: 31.08.2018

 

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WINCHESTER – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei SPLENDID FILM)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Das Geisterschloss (1999)
 
Haunting of Winchester House (2009)
 
Haunted Hill (1999)
 

Filmkritik: „Insidious: Chapter 3“ (2015)

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INSIDIOUS: CHAPTER 3 – JEDE GESCHICHTE HAT EINEN ANFANG

Story

 
 
 
Im Prequel zu Teil 1 und 2 trifft das Medium Elise Rainier auf die junge Quinn, die gerne Kontakt zu ihrer verstorbenen Mutter aufnehmen möchte. Natürlich geht dabei etwas schief und sowohl Quinn als auch Elise müssen sich fortan mit Wesen aus der Schattenwelt herumschlagen, die gerne im Diesseits Fuß fassen möchten.
 
 
 


 
 
 

INSIDIOUS: CHAPTER 3 – Kritik

 
 
 
Der erste Teil der „Insidious“-Reihe hat sich ja story- und figurentechnisch fast ausnahms-, aber vor allem hemmungslos bei diversen anderen Horrorfilmen bedient. Erstlings-Regisseur Leigh Wannell (der in den „Insidious“-Filmen den Sidekick Specs spielt und bislang nur als Schauspieler und Drehbuchautor diverser „Saw“-Filme einen Namen gemacht hat) geht gleich noch einen dreisten Schritt weiter und klaut sich seinen ersten eigenen Film bei den beiden „Insidious“-Vorgängerteilen zusammen. So dreist muss man auch erst mal sein, da könnte man fast vergessen, was für ein lahmes Grusel-Filmchen Whannell im hier vorliegenden dritten Teil der vollkommen überflüssigen Reihe abgeliefert hat. Aber eben nur fast.
 
 
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Das Medium Elise (Lin Shaye) – *unheilvolle Musik einspiel* – wird von der jungen Quinn (Stefanie Scott) aufgesucht, die ihre Mutter an den Krebs verloren hat und nun mit Vater (Dermot Mulroney) und Bruder (Tate Berney) allein klarkommen muss. Sie hätte da aber doch noch ein paar Fragen an Mutti (vielleicht sowas wie „Hast du mein Lieblingsshirt gewaschen“ oder „Können Bienen pupsen“ oder „Warum hat mein Agent mich für diesen grauenhaften Horrortrip unterschreiben lassen“) und möchte deshalb gerne, dass Elise mit dem verstorbenen Familienmitglied Kontakt aufnimmt. Beim Versuch der Kontaktaufnahme nimmt das Medium allerdings eine böse Kraft wahr, die ins Diesseits drängt. Daraufhin bricht Elise die Sitzung ab und bittet das Mädchen, nicht selbst zu versuchen, die tote Mutter im Jenseits zu kontaktieren. Was nun passiert ist vorhersehbar. Wie diese renitenten Rotzblagen in dem Alter nun mal so sind, hören sie auf solcherlei Warnungen grundsätzlich nicht. Was zur Folge hat, dass Quinn immer häufiger von einem verschrumpelten Opa in versifftem Krankenhaus-Flatterhemd und mit Sauerstoffmaske (seltsamerweise aber ohne die dazugehörige Sauerstoffflasche – der rebellische Alte) heimgesucht wird. Irgendwann ist auch der natürlich skeptische Papa überzeugt und engagiert das Flachpfeifen-Vollobst-Gespann Trick und Track, ach nee: Tucker (Angus Sampson) und Specs (Leigh Whannell). Was nun folgt, ist natürlich der unlogische, dämliche, vor allem aber unspannende Showdown, in dem die diesseitigen Blitzbirnen auf die jenseitigen Schreckgespenster treffen und ein wenig paranormalen Rabbatz veranstalten. Bedauerlicherweise dauert dieser Humbug 97 Minuten, wobei der Genrekenner spätestens 30 Minuten ob der dargebotenen Langeweile sanft entschlummert sein dürfte.
 
 
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Die „Insidious“-Reihe ist eine weitere goldene Kuh, die so lange gemolken wird, bis sich kein Dollar Gewinn mehr mit ihr machen lässt. Das war schon bei den „Saw“-Filmen so, die immer überflüssiger wurden und lässt sich auch bei diversen anderen Fortsetzungsreihen feststellen, die so lange immer neue Teile generieren, bis auch der letzte Zuschauer genervt das Weite gesucht hat. Warum dies allerdings im vorliegenden Fall nicht schon nach Teil 1 passiert ist, scheint weiterhin schleierhaft. Schon der Erstling zeichnete sich durch das Fehlen jeglicher inszenatorischer Kreativität aus, wirkte einfach nur schlecht aus anderen Filmen zusammengestümpert (wie aus POLTERGEIST von 1982) und war mit einem so albern aussehenden Dämon besetzt, dass man kurz vor einem hysterischen Lachanfall stand. Aber nein, die Einspielergebnisse bewiesen das Gegenteil und so wurde flugs ein zweiter Teil gedreht, der ähnlich uninspiriert daherkam und die unsägliche Geschichte plump fortsetzte.
 
 
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Regisseur Leigh Wannell (der im Übrigen auch das murksige Drehbuch zu diesem Schnarchnasen-Film verbrochen hat) hingegen dachte wohl, es sei clever, nicht erneut auf die Inhalte der ersten beiden Teile einzugehen, sondern seine Geschichte vor den Ereignissen von Teil 1 anzusetzen. Was daran allerdings clever sein soll – man weiß es nicht. Zumindest dürfte der Macher mit so unfassbar behäbiger und standardisierter Vorgehensweise keinen Blumentopf gewinnen. Der Film ist entweder todlangweilig und wird von überflüssigen Dialogen flankiert oder wartet mit schon beleidigend plumpen Krawall-Schocksequenzen auf, bei denen Whannell wohl dachte, laut = cool und schockierend. Laut sind die Schockmomente – keiner Frage, aber ebenso schockierend schlecht. So lassen sich die Schocks leicht vorausahnen: einfach jedes Mal von drei runterzählen, dann kommt punktgenau die „überraschende“ Schrecksekunde. Fantastisch. Selten sind die Schreckmomente zwar nicht, dafür wurden sie aber immer wieder selten dämlich umgesetzt. So ist in „Insidious 3“ beim Erschrecken Einfallslosigkeit Programm, schließlich entpuppen sich die Schocksequenzen als 08/15 Angstmacher, die in ihrer trivialen Form auch dem Kopf eines Dreijährigen entsprungen sein könnten, der hier versucht hat seine persönlichen Hui-Buh-Momente auf Zelluloid zu bannen.
 
 
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Also, wir haben hier zur Hälfte dieselben stumpfsinnigen Charaktere wie in den Vorgängerfilmen und zur anderen Hälfte neue Gesichter, die aber ebenso austauschbar sind wie Familie Lambert (wobei man sich fragen muss, wie schlecht es um Dermot Mulroney finanzielle Situation bestellt sein muss, wenn er in so einem Murks mitspielt). Lin Shaye arbeitet sich gewohnt souverän auch noch durch den größten Horror-Mumpf (damit hat sie ja ausreichend Erfahrung – die Senioren-Horrorqueen) und Pips und Pups, äh Sampson und Whannell sehen noch behämmerter aus als in den anderen „Insidious“-Teilen. Der angezettelte Budenzauber unterläuft problemlos jegliches Interesse-Radar und ist so konventionell, zäh und laberlastig geworden, dass man aufpassen muss, den Film nicht mit tausenden anderen Genrebeiträgen zu verwechseln. Wurde der lächerlichen Schlussakkord erwähnt, der den Zuschauer unsanft zu dem zeitlich danach angesiedelten Teil 1 der Reihe schubst?
 
 


 
 
 

INSIDIOUS: CHAPTER 3 – Fazit

 
 
 
2 Punkte Final
 
 
 
„Insidious Chapter 3“ ist genauso überflüssig und einfallslos wie die ersten beiden Teile. Leigh Whannell ist bestenfalls ein mittelmäßiger Schauspieler und ein schaurig schlechter Regisseur. Die hier angewandten Schockmomente sind Standards des Standard und bestenfalls laut und lächerlich. Die Darsteller spielen zugegebenermaßen solide, aber was nützt gutes Schauspiel, wenn der Film selbst für die Tonne ist? Zwischen den plumpen Erschreckversuchen ist der Film zäh und viel zu dialoglastig. Schauspielerin und Horrorikone Lin Shaye ist mittlerweile über 70. Vielleicht sollte sie lieber in Rente gehen, als in immer weiteren Horrorgurken mitzuspielen. Für Fans der Reihe vermutlich wieder ganz großes Gruselkino. Für den Genrekenner eher eine Anleitung zum wiederholten Gähnen. Nicht mehr als zwei von zehn Fortsetzungsreihen, die besser nie fortgesetzt worden wären.
 
 


 
 
 

INSIDIOUS: CHAPTER 3 – Zensur

 
 
 
„Insidious: Chapter 3“ ist – wie schon die Vorgänger – subtiles Gruselvergnügen ohne blutige Raffinessen. Hier wird in erster Linie erschreckt und gespukt. Das hat dem Streifen eine FSK16 beschert. Natürlich in ungeschnittener Form versteht sich.
 
 
 


 
 
 

INSIDIOUS: CHAPTER 3 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Sony Pictures Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Insidious: Chapter 3; Kanada | USA 2015

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1, Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1, Italienisch DTS-HD MA 5.1, Französisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Türkisch, Arabisch, Italienisch, Finnisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Niederländisch

Bild: 2.39:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 97 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Heimsuchung: Ein Medium berichtet, Entfallene Szenen, Stunts: Der Autounfall, Cherry Glazerr: Tiptoe Through the Tulips, Makabre Kreationen, Enthält auch die Geschichte des Anfangs: Blick „Hinter die Kulissen“ von Chapter 3

Release-Termin: 12.11.2015

 

Insidious: Chapter 3 – Jede Geschichte hat einen Anfang [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

INSIDIOUS: CHAPTER 3 – Trailer

 
 


 
 

MissVega

(Mehr Kritiken von MISSVEGA gibt es hier zu lesen)

Die Rechte aller Grafiken liegen bei SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Insidious (2010)
 
Insidious: Chapter 2 (2013)
 
Poltergeist (1982)
 
Poltergeist II – Die andere Seite (1986)
 
Poltergeist III – Die dunkle Seite des Bösen (1988)

Filmreview: „100 Bloody Acres“ (2012)

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100 BLOODY ACRES

Story

 
 
 
Die beiden Brüder Lindsay (Angus Sampson) und Reggie Morgan (Damon Herriman) haben eine grandiose Geschäftsidee. Sie fahren die Straßen nach tödlich verunglückten Unfallopfern ab und verarbeiten die Reste zu potentem Pflanzendünger. Währenddessen sind die drei Freunde Sophie (Anna McGahan), James (Oliver Ackland) und Wes (Jamie Kristian) auf dem Weg zu einem Musik-Festival. Die fröhliche Sause findet allerdings ein frühes Ende, als das Auto zum Erliegen kommt und der Hinterwäldler Reggie den Städtern Hilfe anbietet. Die finden sich jedoch bald gefesselt und geknebelt im Schuppen Reggies und seiner Brüder wieder und sind so rein gar nicht erfreut darüber, die Bekanntschaft mit einer in der heimischen Werkstatt gebauten Dünger-Verarbeitungsmaschine zu machen …
 
 
 


 
 
 

100 BLOODY ACRES – Kritik

 
 
 
An 100 BLOODY ACRES kann sich der Zuschauer erneut davon überzeugen, dass es doch noch Filme innerhalb des Horror-Genres gibt, die es schaffen, ein Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Vor nunmehr fast zwei Jahrzehnten brachte WES CRAVEN mit seiner legendären SCREAM-Trilogie (1996-2000) frischen Wind in die angestaubte Horrorfilmwelt und bewies eindrucksvoll, dass Horror nicht immer zwangsläufig ernst sein muss, sondern sich auch gut und gern mal auf die Schippe nehmen darf. Im Zuge der neuen ironischen Slasher-Welle Mitte der 90er Jahre, folgten mit der beliebten SCARY MOVIE Reihe mehr oder weniger gelungene Horror-Parodien, die zuletzt mit GHOST MOVIE ihren kläglichen Höhepunkt fanden. Der vorliegende 100 BLOODY ACRES erweist sich jetzt als Glücksgriff für die Geschwister CAMERON und COLIN CAIRNES, die die Muse fanden, einen herrlich bösartigen Schenkelklopfer zu schaffen. Das fertige Filmdebüt steht groß-budgetierten Produktionen, wie der herrlich abgedrehten Zombie-Komödie SHAUN OF THE DEAD (2004), in nichts nach. Wer sich noch an den kanadischen TUCKER AND DALE VS. EVIL (2010) erinnern kann, dürfte vermutlich vor Freunde im Kreis springen, wenn er liest, dass 100 BLOODY ACRES quasi die australische Antwort auf den selbstironischen Backwood-Slasher ist.
 
Hier heißen die beiden Brüder jedoch nicht Tucker und Dale, sondern Lindsay (ANGUS SAMPSON) und Reggie Morgan (DAMON HERRIMAN), die ein kleines Unternehmen betreiben, das sich auf die Herstellung von Dünger aus menschlichen Überresten spezialisiert hat. Die Geschwister streifen die Landstraßen nach Roadkill ab und werfen ihre Funde wenig später in den Fleischwolf ihrer Werkstatt, der aus den verwesenden Überresten einen durchaus potenten Wundersaft zaubert. Natürlich treffen die beiden Landeier auf drei ziemlich abgedrehte Stadtmenschen und die Rezeptur ihre Geheimzutat droht aufzufliegen, was natürlich verhindert werden muss. Was folgt ist eine wunderbar schwarzhumorige Low-Budget-Komödie, deren Geschichte eigentlich total bescheuert ist, aber den Zuschauer ungemein unterhält.
 
100 BLOODY ACRES funktioniert deshalb so gut, weil es dem Film immer wieder gelingt mit der Erwartungshaltung des Zuschauers zu jonglieren. An Filme wie TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) angelehnt, werden hier die Klischees und Stereotypen des berüchtigten Terrorfilms Backwoods-Horror wunderbar auf die Schippe genommen; die Geschichte findet immer wieder ideenreiche Wendungen um die Gegebenheiten kreativ weiterzuspinnen, ohne dabei zu langweilen. Wie bereits in TUCKER AND DALE VS. EVIL finden hier unzählige Einfälle ihren Weg in den Film, die vor allerhand Situationskomik strotzen und unzählige Lacher garantieren. Während die geschäftstüchtigen Geschwister zu Beginn noch als gutmütige Helden deklariert werden, die meinen mit ihrer Arbeit gemeinnützig zu handeln, so wird im Verlauf der Story ein Keil zwischen die Brüder getrieben. Bruder Lindsay, ein bärtiger Koloss, findest bald Gefallen daran auch noch lebende Menschen für seinen Spezialdünger zu opfern, während der zurückhaltende Reggie schnell an der Zurechnungsfähigkeit seines Bruders zweifelt und sich stattdessen von Opfer Sophie (ANNA MCGAHAN) umnebeln lässt. Die ist natürlich mit allen Wassern gewaschen und nicht einmal annähernd so unschuldig, wie sie zu Beginn des Film scheint. CAMERON und COLIN CAIRNES schaffen es innerhalb ihres Films, die Sympathiepunkte neu zu verteilen, so dass sich Reggie am Ende sogar zum Antihelden entwickelt und sich mit Leichtigkeit in die Herzen der Zuschauer spielt. Auch wenn es vermutlich nicht zum neuen Kultfilm reichen wird, ist die Inszenierung über weite Strecken derart abgedreht, dass sich der australischen Comedy-Thriller mit all den unglückliche Todesfällen (die natürlich gar nicht so gewollt waren) immerhin wohlwollend vom pubertären Fakälwitz eines amerikanischen SCARY MOVIE abzuheben versteht. Plumper Fäkalhumor war gestern, in 100 BLOODY ACRES geht es mit viel Wortwitz reichlich intelligent zur Sache, was aber nicht bedeuten soll, dass hier nicht auch der Lebenssaft fließt. Hier wird Over-The-Top-gesplattert, dass das Herz eines jeden Gorehounds schneller zu schlagen beginnt. Trotzdem sollten die diversen „bösen“ Szenen mit einem gewissen Augenzwinkern genossen werden, denn wirklich hart anzusehen sind die natürlich nicht.
 
 
 


 
 
 

100 BLOODY ACRES – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Wer meint Australier hätten keinen Humor, der hat 100 BLOODY ACRES nocht nicht gesehen. Reichlich rabenschwarzer Schabernack für Freunde selbstironischer Horrorstreifen. 100 BLOODY ACRES steht Horror-Komödien wie SHAUN OF THE DEAD oder TUCKER AND DALE VS. EVIL in nichts nach! Anschauen lohnt!
 
 
 


 
 
 

100 BLOODY ACRES – Zensur

 
 
 
100 BLOODY ACRES ist nicht besonders brutal. Zwar handelt es sich hier um eine Splatter-Komödie; die dargestellten Grausamkeiten sind jedoch derart überspitzt und ironisch dargestellt, dass das natürlich nicht wirklich hart wirkt. Von daher wurde 100 BLOODY ACRES hierzulande frei ab 18 Jahren veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

100 BLOODY ACRES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Weltkino

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 100 Bloody Acres; Australien 2012

Genre: Horror, Splatter, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Deutsch DTS-HD MA 2.0, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2,35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK18 – Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Kinotrailer, Trailershow

Release-Termin: 22.05.2014

 
 
 

100 Bloody Acres [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

100 BLOODY ACRES – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Mega Monster Movie (2009)

A Little Bit Zombie (2012)

Chillerama (2011)

Tucker and Dale vs. Evil (2010)

Scary Movie (2000)

Scary Movie 2 (2001)