Filmkritik: „68 Kill“ (2017)

68-kill-2017-poster

 
 
 

68 KILL

Story

 
 
 

Ein Geldraub und seine Folgen. Habgier sorgt in 68 KILL für Chaos. Das muss Chip durchleben, der für die Freundin alles tut, um die Angebetete glücklich zu machen. Diesmal hat Gutgläubigkeit aber ungeahnte Folgen, denn die Liebste entpuppt sich als gerissenes Miststück und geht für Kohle sogar über Leichen. Diamonds Are A Girl’s Best Friend.

 
 
 


 
 
 

68 KILL – Kritik

 
 
 
Wie verhalten sich Frauen eigentlich in Horrorfilmen? In den seltensten Fällen helle, denn Drehbuchautoren meinen es mit weiblichen Figuren im Horror-Genre nicht immer gut. So wird oft wenig von Protagonistinnen abverlangt. Die müssen in der Regel als Blickfang herhalten und sich in den meisten Filmen dem starken Geschlecht unterwerfen. Doch Frauen können auch anders. Wenn es nach Regisseur TRENT HAAGA geht, sind die nämlich alles andere als nett. Der ambitionierte Regie-Neuling hat mit 68 KILLS seinen zweiten Spielfilm inszeniert, ist aber im Filmbusiness kein Unbekannter. So konnte sich Haaga bereits als Schauspieler in Horror-Werken wie STARRY EYES oder ATOMIC HERO 4 einen Namen machen. Aber auch als Drehbuchautor war der Filmemacher schon mehrfach unterwegs. So gehen die Drehbücher zu DEADGIRL und IT CAME FROM THE DESERT auf das Konto des Multitalents, das sogar auch noch Filme hin und wieder produziert, wenn es die Zeit hergibt. Laut Interviews mit der Fachpresse kam die Idee zur zweiten Regie-Arbeit ganz nebenbei. Als leidenschaftlicher Fan der Bücher von Autor BRYAN SMITH verschlang Regisseur TRENT HAAGA dessen ersten nicht Horror-Roman 68 KILL, war begeistert und wollte aus der Novelle unbedingt einen Film machen. Er veränderte den Plot minimal und fand die Idee spannend einen Kerl auf eine Reise zu schicken, während der er lernen musste unabhängig zu werden. Entstanden ist ein rabenschwarzer Selbstfindungstrip, der sich wohlwollend vom üblichen Horrorbrei abzuheben versteht, weil hier endlich mal nicht Ware von der Stange abgeliefert wurde, sondern Indie-Kino mit Überraschungen, das man in derartiger Form bestimmt noch nicht auf der Mattscheibe hatte.
 
 
68-kill-2017-bild-2
 
 
Girlpower mal anders: Unterschätze niemals die Reize schöner Frauen. Die können nämlich auch schnell mal den Tod bedeuten. Mit jener Weisheit muss auch Angsthase Chip (MATTHEW GRAY GUBLER) Bekanntschaft machen, der in 68 KILL Tage voller Turbulenzen erlebt. Alles beginnt nach einem Schäferstündchen mit Freundin Liza (ANNALYNNE MCCORD). Die ist nicht auf den Kopf gefallen und stockt ihr Einkommen etwas auf, indem sie gelegentlich mit Männern in die Kiste springt und dafür Geld bekommt. Einer ihrer „Gönner“ scheint besonders reich zu sein. Der versteckt im Safe 68.000 Dollar, die Rebellin Liza natürlich auch gern ihr Eigen nennen würde. Prompt schmiedet sie einen Plan. Sie überredet Lover Chip zu einem Einbruch, um die Moneten zu stehlen. Doch es kommt alles anders. Kaum Zutritt zum Anwesen verschafft, zeigt Liza ihr wahres Gesicht. Die zückt ein Messer und tötet den spendablen Geldgeber sowie dessen Frau. Was folgt entwickelt sich für den verschreckten Chip zum Albtraum. Der muss nicht nur einsehen, dass seine Freundin eine skrupellose Psychopathin ist, sondern wird zudem in einen Strudel von Umständen gezogen, aus dem bald kein Entkommen mehr ist. So muss eine Zeugin (ALISHA BOE) überwältigt werden. Die war zum Zeitpunkt des Mordes im Haus und hat davon Wind bekommen. Deshalb wird sie kurzerhand in den Kofferraum gesperrt und soll als Folteropfer enden. Leider macht Chip Probleme. Der ist mit dem Vorhaben seiner Freundin gar nicht einverstanden und stellt sich ihr in den Weg. Keine gute Idee, denn Liza versteht keinen Spaß mit Liebhabern, die ihr in den Rücken fallen. Manchmal ist es eben besser, wenn man emanzipierten Damen aus dem Weg geht. Von denen wird Chip im späteren Verlauf nämlich noch einige treffen.
 
 
68-kill-2017-bild-1
 
 
Vertauschte Rollen. 68 KILL zeigt ein ungewohnt dominantes Bild der Frau. In diesem zynischen Indie-Thriller haben nämlich Damen die Hosen an und Männer nichts zu melden. Die verhalten sich wie Kerle, während Letztere selbst zu Weicheiern verkommen. Das gängige Klischee der unterwürfigen und nicht immer hellen Frau hat hier Sendepause. Regisseur TRENT HAAGA beschreibt seinen Heldinnen im Film als unberechenbar, furchtlos und knallhart, die ungewohnt ruppig zur Sache gehen, wenn Lösungen für Probleme gefunden werden müssen. Für den Zuschauer bedeutet das harte Action und blutige Gewalteinlagen, welche gern auch mal Grindhouse-Feeling ins Wohnzimmer holen und Fans fürs Grobe glücklich machen. Jene Filmliebhaber bekommen hier häppchenweise Exploitation aufgetischt, die sich selbst nicht immer ernst nimmt. 68 KILL erfreut mit bissigem Zynismus und hat auch noch Antiheldinnen an Bord, die Dank cooler Sprüchen auch gern mal Figuren aus Werken des oft gelobten QUENTIN TARANTINO in Erinnerung holen. Dabei erweist sich vor allem ANNALYNNE MCCORD als Glücksgriff. Die Darstellerin lieferte bereits in EXCISION meisterliches Schauspiel ab und verkörperte dort einen irren Teenager mit einer makabren Leidenschaft für den Tod. Offenbar hat die Amerikanerin eine Vorliebe für verhaltensauffällige Rollen. Im direkten Vergleich ist deren Rolle in 68 KILL nämlich nicht weniger durchgeknallt. Die entpuppt sich im Film als eiskalte Psychopathin und lässige Amazone, die Männer nur für Zwecke missbraucht, um Ziele erreichen zu können. Irgendwie cool, aber dennoch beunruhigend, denn bei so selbstbewussten Damen, bekommt man es als Mann schon mal mit der Angst zu tun
 
 
68-kill-2017-bild-3
 
 


 
 
 

68 KILL – Fazit

 
 
 

7 Punkte Final

 
 
 
Vier durchgeknallte Emanzen in gleich einem Streifen. 68 KILL ist die Erwachsenenversion von SPICEWORLD – DER FILM. Dass Frauen nicht nur gründlich putzen und gut kochen können, will der von Regisseur TRENT HAAGA inszenierte Exploitation-Heuler unter Beweis stellen. Die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Genre-Autor BRYAN SMITH handelt von furchtlosen Frauen, die mit Männern keine Gnade kennen. Letztere verfallen hier schnell den Reizen allzu taffer Damen und bemerken erst spät, dass man dem Netz einer Schwarzen Witwe nicht mehr entkommen kann, wenn man sich darin verfangen hat. 68 KILL ist ein rabenschwarzes Horror-Vergnügen mit allerhand Überraschungen, dreisten Weibern und deftigen Gewalteskapaden. Schauspielerisch ist Gebotenes erste Sahne und auch die Handlung überzeugt mit frischen Ideen und unerwarteten Wendungen. Leider trübt ein zäher Mittelteil den positiven Gesamteindruck. Der bremst den eigentlich rasant inszenierten Thriller ein klein wenig aus. Das sollte aber kein Grund sein, sich mit dieser kruden Amazonen-Bande nicht doch anzufreunden. Unterm Strich sorgen die Hauptdarstellerinnen im Film mit boshaften Sprüchen und gemeingefährlicher Rücksichtslosigkeit für jede Menge Laune und laute Lacher – nicht nur beim weiblichen Publikum.
 
 
 


 
 
 

68 KILL – Zensur

 
 
 
Durchschnittene Kehlen, abgehackte Unterarme, Messer in den Kopf, massakrierte Leiche in einer Hotelwanne. In 68 KILL geht die Post ab, was vermutlich Gewaltfans freuen dürfte. Viele der Gewalttaten sind aber derart grotesk inszeniert, dass sie nicht sonderlich hart wirken. Zudem mildert ein zynischer Unterton das blutige Treiben. Hierzulande hat der Streifen eine Erwachsenenfreigabe erhalten und steht mit rotem FSK-Sticker im Handel.
 
 
 


 
 
 

68 KILL – Deutsche Blu-ray

 
 
 
68-kill-blu-ray

(c) MFA+ Filmdistribution

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: 68 Kill; USA 2017

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p) | @23,976 Hz

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 06.10.2017

 

68 Kill [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 


 
 
 

68 KILL – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte führ Grafiken liegen bei MFA+ Filmdistribution)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Death Proof – Todsicher (2007)
 
Kill Bill – Volume 1 (2003)
 
Kill Bill – Volume 2 (2004)
 
True Romance (1993)
 

Filmreview: „Scorned“ (2013)

Scorned-2013-Mark Jones
 
 
 

SCORNED

Story

 
 
 
Die Rache einer Frau kann so grausam sein. Genau jene Erfahrung muss Kevin (Billy Zane) machen, dessen Freundin Sadie (AnnaLynne McCord) erfährt, dass er es ab und an mal mit deren bester Freundin Jennifer (Viva Bianca) treibt. Die Betrogene findet das alles aber gar nicht witzig und plant grausige Rache …
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Kritik

 
 
 
Unterschätze nie die Rache einer Frau, denn sie wird mit Sicherheit grausam sein. Im Rape’n Revenge-Genre gehört diese Erkenntnis mittlerweile zum obligatorischen Standard, denn seit Regisseur INGMAR BERGMAN mit seiner JUNGFRAUENQUELLE (1960) die Jagd auf skrupellose Frauenschänder vor bereits mehr als 50 Jahren eingeläutet hat, mussten mittlerweile viele jener Sadisten in dutzenden Streifen dieser Art auf oftmals nicht gerade zimperliche Weise ihr Leben lassen. Ob LAST HOUSE ON THE LEFT (1972), EXTREMITIES (1986) oder dem umstrittenen I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013); der Rape’n Revenge-Film bietet trotz seiner zweifelhaften Darstellung von Gewalt und der nicht minder kontroversen Ausübung von Selbstjustiz Jahrzehnte nach Entstehung immer noch genügend Zündstoff, damit besorgte Sittenwächtern und eifrige Zensurbehörden auf die Barrikaden klettern können. Dem Horrorfan kann’s egal sein, denn auch wenn es derart Werke in Deutschland nicht gerade einfach haben, gibt’s die meisten dieser Gewaltpornos ohnehin im Ausland ungeschnitten zu kaufen. Die Bezeichnung Rape’n Revenge ist für den vorliegenden Rachefilm mit ANNALYNNE MCCORD etwas unglimpflich gewählt, bekommen wir hier zwar kein Rape dafür aber umso mehr Revenge vor die Linse. Die MCCORD spielt hier mal wieder eine ziemlich abgefahrene Hauptrolle und dürfte dem Zuschauer mit ihrer außergewöhnlichen Performance als abnormale Tagträumerin Pauline im Horrordrama EXCISION (2012) in Erinnerung geblieben sein. Dort hat sie sich eine reichlich verhaltensauffällige Rolle ergattern können, mit der sie auf einschlägigen Festivals viel Lob ernten konnte. Die Schauspielerin scheint eine Leidenschaft für verwirrte Filmhelden zu hegen, denn in ihrem neuen Schaffen gibt sie sich nicht minder sonderbar. Für ihren aktuellen Streifen mit dem Titel SCORNED (übersetzt: verachtet) legt sie kurzerhand die schmuddelige College-Kluft ab und wirft sich in sexy Dessous, um ihrem Kevin (BILLY ZANE) zu gefallen.
 
Mit ihm will sie ein romantisches Wochenende verbringen, damit sie dem Liebsten mit der freudigen Kunde über kommenden Nachwuchs überraschen kann. Doch ganz so erfreut ist Kevin über die Botschaft seiner Freundin Sadie (ANNALYNNE MCCORD) nicht gerade, findet er sich doch wenig später festgekettet auf dem eigenen Bett wieder und muss allerhand boshafter Folterspielchen über sich ergehen lassen. Das Warum ist schnell erklärt, denn Freund Kevin ist ein ganz schön triebgesteuerter Lüstling, der es hinterrücks auch gerne mal mit Sadies bester Freundin (VIVA BIANCA) im gemeinsamen Schlafgemach treibt. Die wird natürlich unwissenderweise auch zur erheiternden Foltersause eingeladen, um wenig später ebenso gefesselt die Wut der Betrogenen zu spüren. Da werden Erinnerungen an Stephen Kings MISERY (1990) wach, jenem Lieblingsfilm den Sadie zuvor dutzende Male gesehen hat. Sie schnappt sich ein Stück Holz, legt es zwischen die Füße des Geliebten und trommelt mit einem Ambosshammer dagegen. Dem Kevin tut’s weh, Freundin Jennifer flennt und Folterexpertin Sadie bereitet die neue Freizeitgestaltung sichtlich Vergnügen.
 
Foltern einmal anders und zwar herrlich schräg und wunderbar zynisch. ANNALYNNE MCCORD weiß mal wieder, wie man eigentlich trivialen Video-Stuff raffiniert abnormal aufzuwerten versteht. Die zeigt in SCORNED einmal mehr, dass sie eine richtig gute Schauspielerin ist und ihr vor allem die etwas kranken Rollen liegen. Sie spielt die verschrobene Sadie mit derart souveräner Glaubwürdigkeit, dass man meinen könnte, die MCCORDS sei auch im wahren Leben nicht ganz richtig im Kopf. Hinter dem erheiternden Rache-Thriller steckt MARK JONES, der im Horror-Genre kein Unbekannter ist. Vor Ewigkeiten hat der nämlich für den legendäre LEPRECHAUN auf dem Regiestuhl gesessen und den nicht minder unterhaltsamen RUMPELSTILTSKIN (1995) in die Videotheken gebracht. Nach kleinen Erfolgen in den 90ern ist es danach erstaunlich ruhig um den Filmemacher geworden, was sich aber im Falle von SCORNED auch nicht ändern dürfte. In SCORNED steckt der Wurm. Zwar ist MCCORDS Darbietung der psychopathischen Sadie ein großer Pluspunkt; das eher mittelmäßige Drehbuch lässt aber kaum Spannung aufkommen. Sadie findet eine ganz eigenwillige Methode der Genugtuung und beginnt Partner und Freundin für deren Vergehen zu bestrafen. Anfangs sind es subtile Demütigungen; später kommen Schraubstock und Strömschläge zum Einsatz. Leider hört sich die grobe Zurschaustellung gemeiner Abartigkeiten deftiger an, als sie es eigentlich sind, denn ein neuer ultra-derber Tortur-Reißer ist SCORNED nämlich nicht.
 
Wir sehen einen ziemlich desinteressierten BILLY ZANE, der vermutlich einzig der Kohle wegen, die Rolle des potenten Kevin angenommen hat, um seine Vita um ein weiteres B-Movie zu ergänzen. Immerhin winselt sich VIVA BIANCA als gerissene Freundin Jennifer durchaus glaubhaft durch den Film und fordert immer mal wieder zum Duell zwischen den beiden Frauen, damit die kleine Geschichte auch etwas Dynamik erhält. Übrigens hat hier SADIE KATZ (was für ein Zufall, dass die Heldin des Films gleichen Namen trägt) mit am Drehbuch gepinselt. Die blonde Schönheit war zuletzt im ziemlich schläfrigen Zickenkrieg HOUSE OF BAD zu sehen und meistert ihre erste Arbeit als Co-Autorin ganz solide. So gibt es am Ende sogar einige haarsträubende Wendungen zu sehen, die dem Rache-Streifen einen fast schon komödiantischen Einschlag verleihen. Für knapp zwei Millionen Dollar kann man nicht meckern. SCORNED ist wahrlich kein Meisterwerk und der furchtbare Amateur-Soundtrack lässt nicht gerade Filmkunst erwarten. Dank ANNALYNNE MCCORD mausert sich der eigentlich austauschbare und vollkommen unbedeutende SCORNED zum schwarzhumorigen Rachespaß, der dem Horrorfan ab und an sogar ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern dürfte.
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Achtung, eine Frau sieht rot! SCORNED ist ein erheiterndes und rabenschwarzes Rachefilmchen mit reichlich gemeinen Wendungen und der vermutlich durchgeknalltesten Psychopathin der Filmgeschichte. Wir haben reichlich geschmunzelt, obwohl SCORNED im eigentlichen Sinne gar keine Horrorkomödie ist und vermutlich auch gar nicht zum Lachen animieren möchte. Schuld an allem ist mal wieder ANNALYNNE MCCORD, die nach ihrer Glanzleistung in EXCISION erneut eine äußerst spezielle Rolle gefunden hat, in der sich so richtig aufblühen kann. Die foltert sich erfrischend zynisch durch den Film und hat während der Ausführung ihrer eigenwilligen Erziehungsmethoden stets einen trockenen Spruch auf den Lippen. So gilt hier: Wer die Folterkomödie JULIA X mochte, wird SCORNED lieben.
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Zensur

 
 
 
Einige Foltersachen in SCORNED haben es in sich. Da werden Zähne gezogen, mit Strom gefoltert und Füße mit einem Hammer gebrochen. Ganz so rabiat geht es aber nicht zur Sache, so dass SCORNED in Deutschland die KJ-Einstufung in ungeschnittener Form erhalten wird.
 
 
 


 
 
 

SCORNED – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Eine Frau sieht rot (1976)
 
Die Frau mit der 45er Magnum (1981)
 

Filmreview: „Excision“ (2012)

Excision_poster
 
 
 

Excision

Story

 
 
 

Das 17jährige Mädchen Pauline (AnnaLynne McCord) ist nicht wie normale Mädchen in ihrem Alter. Sie interessiert sich nicht für Jungs, schert sich ein Deut um ihr Äußeres und fühlt sich partout von ihrer Familie sowie ihrem Umfeld vollkommen missverstanden. Ein Grund mehr sich in vollkommen absurd-groteske Tagträume zu flüchten, in denen sie von einer bevorstehenden Karriere als Chirurgin träumt …

 
 
 


 
 
 

Excision – Kritik

 
 
 
Teenie Pauline hat gewaltig einen an der Waffel. Das kann man sagen ohne dem Film oder der Figur zu nahe treten zu wollen. Wenn sie nicht in bitter verkleideter Häßlichkeit totes Getier von der Straße aufsammelt und, den Traum von der Medizinerkarriere doch sehr erzwingend, das Skalpell schwingt, ergeht sie sich in Sexträumen, in denen der Splatterriemen tobt. Sex im Blut, Sex mit Blut, Gedärm, Kostüm und Trulala. Die Jungfräulichkeit ist dem armen Ding ein Dorn im unschönen Auge. Natürlich ist ihr Umfeld ein Nest suburbaner Leichenstarre zwischen Schulsport, Kirche und Klappe halten. Halber Lichtblick im Schwarzfilter der gräßlichen Vorstadtidylle ist Paulines kleine Schwester, die, in einem VICTOR HUGO’schen Zug des Ansammeln allen Elends, am großen Horror Mukoviszidose leidet und eine neue Lunge bitter nötig hätte. Wenn da mal nicht die Talente der großen Schwester von Nutzen sein dürften.
 
Die Horror-Sensation aus den USA! Regisseur RICHARD BATES JR. schuf mit EXCISION einen der visionärsten, bildgewaltigsten und provozierendsten Horrorfilm aller Zeiten!
 
So und nicht anders kreischt mich die Eigenwerbung an und ich frage mich, ob diese Form des Superlativ-Wahns bei Leuten ankommt. Selbst gesetzt den Trauerfall, das Zielpublikum ist wirklich in Gänze der Menschenmasse zuzuordnen, die davon ausgehen, Horrorfilme wurden dereinst, vor zehn Jährchen, gesetzlich vom großen Versicherungsrationalisierer Jigsaw Killer als solche beschlossen. Tatsächlich bedient man sich bei offensichtlichen Idolen wie Meister BRIAN DE PALMAS Verfilmung von STEPHEN KINGS erstem Hit, CARRIE, natürlich, findet aber auch Zeit (zumindest hoffe ich das, der Zufallsfaktor wäre schon ein sehr perverser) zu zeigen, was man bei MAY – DIE SCHNEIDERIN des Todes, einem der ersten besseren Beispiele des New Horror im Jahre 2005, der dazu noch bis heute seine Stellung halten kann, gelernt hat. Ist es bei MAY die Kunst des Kleiderdesigns, ist es hier die höhere Medizin, die zur triggernden Grundlage orgiastischer Ekelfeiern dienen muss. EXCISION basiert auf einem 2008er Kurzfilm und überraschenderweise kann man den Machern nicht vorwerfen, sich in allzu aufbläserischen Handlungen ergangen zu haben. Bei ähnlichen Projekten hat man das leider immer wieder sehen müssen. Knappe achtzig Minuten sind aber auch bei deutlich mieseren Schinken als dem hier ein schmerzlindernder Faktor.
 
Hauptdarstellerin ANNALYNNE McCORD musste sich für die Rolle der behackten Hobbychirurgin mittels einer SKETCH-UP/DIETHER KREBS artigen Cro Magnon-Augenbrauenmaske vom gewohnten Pornotussichic verabschieden. Sie steht einer Besetzung vor, die als eine einzige Verneigung vor den Bigotteriedemaskerierungen des großen Vorbildes JOHN WATERS bezeichnet werden kann. Jener ist dann auch gleich selbst an Bord, gemeinsam mit dem seinerzeit minderjährigen Ex-Pornostar TRACI LORDS, die ihre Rolle als strenge Spießermutter durch schiere Anwesenheit konterkariert. So auch, als in einem der satirischen Kerne des Films, Paulines Verzweiflung mit der Bubenwelt und der Kampf gegen jene lästige Unberührtheit entgegengetreten wird.
 
Wer den erwähnten MAY mochte und mit Splatterhorrorware etwas anfangen kann, deren Verständnis des Stilmittels Gewalt in etwa mit dem einer Groteske wie dem schönen Spätwerk KILLER JOE des großen WILLIAM FRIEDKIN d’accord geht, wird sich EXCISION mit Freude ansehen. Gestörte Freude, ja. Aber Freude.
 
 
 


 
 
 

Excision – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Groteske Horror-Satire mit herausragenden Schauspielern und bitterbösem Schlussakt!
 
 
 


 
 
 

Excision – Zensur

 
 
 
Die erhältliche, deutsche Heimkino-Fassung ist mit der „keine Jugendfreigabe„-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten. Es handelt sich hierbei um ein zynisches bebildertes Horror-Drama, dass mit einigen unappetitlichen Szenen nicht geizt. Daher ist die hiesige Alterfreigabe vollkommen gerechtfertigt!
 
 
 


 
 
 

Excision – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Excision_bluray

(c) MIG (Einzel Blu-ray)

 
excision-special-edition

(c) MIG (Special Edition Blu-ray mit BD und DVD)

 
excision-mediabook

(c) 84 (Repack-Mediabook mit BD und DVD)

 
excision-neuauflage

(c) Cosmopolitan Pictures / Alive AG (Neuauflage)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Excision; USA 2012

Genre: Thriller, Drama, Komödie

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1; (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 81 Min.

FSK: FSK 18 – Keine Jugendfreigabe

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Standard-Edition: nur Trailer, Audiokommentar des Regisseurs, Deluxe Edition: Dokumentation: „Nightmares in Red, White and Blue“ (93 min – deutscher Voice-over), Trailer, Audiokommentar des Regisseurs, Bildergalerie – Alle Extras besitzen keine Untertitel!

 
 
 
Die HD-Heimkino-Veröffentlichung von „Excision“ kommt in drei verschiedenen Blu-ray-Ausführungen daher. Neben der schlichten, Standard-Variante in einer herkömmlichen Amaray existiert noch eine 2-Disc Collector´s Edition Blu-ray. Diese wird ebenso in einem normalen Amaray angeboten, wobei sich im Inneren die herkömmliche Blu-ray aus der Standard-Edition befindet, sowie einer Bonus-DVD mit der sehr interessanten Dokumentation „Nightmares in Red, White and Blue“ (93 Min). Diese Deluxe-Variante wird zudem auch als schickes Mediabook vermarktet, sodass sich Verpackungs-Fetischisten danach sicher die Finger lecken dürften.
 
Uns lag zum Test die herkömmliche Collector´s Edition mit Blu-ray und Bonus-DVD zugrunde. Nach dem Einlegen der Blu-ray folgt ein schlichtes, mit Musik untermaltes, Standbild von wo aus der Filmfreund zwischen Hauptfilm, Kapitelwahl, Spracheinstellungen und Extras wählen kann. Die Extras auf dieser Blu-ray beschränken sich vorwiegend auf den Trailer zum Film, sowie einen Audiokommentar des Regisseurs, dem keine hilfreichen Untertitel spendiert wurden. Die Optik des Hauptfilmes überrascht mit einem überzeugendem Bild, das sich durchweg auf einem sehr hohen Niveau befindet. Sehr viele Details, wie Hauptporen und Falten, lassen sich problemlos erkennen und auch die Farben kommen mit einer erstaunlichen Sättigung und Frische daher – Bravo! Da es sich hier um ein eher ruhig erzählten Film handelt, sollten keine Wunder in punkto Tonwiedergabe erwartet werden. Trotzdem ist der Ton als durchweg hochwertig zu bezeichnen.
 
Die Bonus-DVD präsentiert den Hauptfilm erneut in seiner ungeschnittenen Fassung. Diesmal jedoch in SD-Qualität. Zudem unterscheidet sich hier das Bonusmaterial und die Menügestaltung von der Blu-ray-Ausführung maßgeblich. Zwar findet der Filmfreund auch hier den Audiokommentar des Regisseurs begleitend zum Film, aber neben dem Trailer und einer Bildergalerie hat es zudem auch die ausführliche Dokumentation „Nightmares in Red, White and Blue“ (93 Min) auf die Scheibe geschafft. Die Doku bietet einen hervorragenden Überblick über die Meilensteine, der in den USA produzierten Horrorfilme und liegt hier in ihrer gänzlich deutschen Synchronisation vor. Beiden Scheiben bieten deutsche Untertitel zum Hauptfilm. Ein flatschenfreies Wechselcover liegt ebenso vor!
 
 

Excision – Uncut [Blu-ray] [Standard-Version] jetzt bei AMAZON bestellen

 

Excision – Uncut [Blu-ray + Doku-DVD] [Collector’s Deluxe Edition] jetzt bei AMAZON bestellen

 

Excision – Uncut [Blu-ray] [Limitiertes Mediabook] auf AMAZON kaufen/a>

 

Excision – Herausschneiden das Böse um zu heilen die Krankheit (Blu-ray / Neuauflage) ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
Pain & Torture Collection

(c) SchröderMedia HandelsGmbH

 
 
Neben der herkömmlichen Blu-ray erschien der Film auch als Teil eines umfangreichen Horrorfilm-Pakets mit sechs Filmen auf 2 DVDs. Auf diesem Heimkinomedium, das als PAIN & TORTURE 6 MOVIE PACK in den Handel gebracht wurde, ist der Streifen ebenso ungeschnitten enthalten, wie auf der bereits erhältlichen Einzel-Blu-ray.
 

Pain & Torture Collection [6 Filme in einer Box] [2 DVDs] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 


 
 
 

Excision – Trailer

 
 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Community (2012)

Undocumented (2010

Menschenfeind (1998)

We Need To Talk About Kevin (2011)

Michael (2011)