Filmkritik: „Rift“ (2017)

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RIFT

(RÖKKUR)

Story

 
 
 
Herausforderndes, genreübergreifendes und mehrdeutiges Kino aus Island. Ein mysteriöser Anruf mit Folgen: Der psychisch labile Einar braucht Hilfe und der Ex-Freund schaut nach dem Rechten. Was ihn aber erwartet, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren.

 
 
 


 
 
 

RIFT – Kritik

 
 
 
Es ist schon lange her, dass wir auf FILMCHECKER einen Genre-Streifen aus Island besprochen haben. Kein Wunder, hat sich das Land im kühlen Norden nicht unbedingt durch harte Horrorfilme einen Namen gemacht, sondern werkelt eher an anspruchsvollen Produktionen, die im Thriller, Dramen- oder Krimifach Zuhause sind. Umso mehr erfreut es uns alte Filmfüchse, wenn uns dann doch mal wieder etwas Isländisches vor die Linse kommt und uns in Welten entführt, die wir nur von Ansichtskarten kennen. RIFT nennt sich der folgende Mystery-Thriller aus Island, der natürlich Konventionen strotzt und den Filmfan mit Anspruch konfrontiert. Gute Abwechslung also, um kurz vergessen zu können, dass die Mehrheit der Horrorstreifen neueren Datums eigentlich immer nur aus einer Aneinanderreihung bekannter Szenen besteht, in denen billige Schocks, Stereotypen und Klischees die Angst-Sucht des Zuschauers befrieden sollen.
 
 
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Wenn sich zwei Menschen trennen und gezwungen sind über ihre gescheiterte Beziehung zu sprechen. RÖKKUR (so der Originaltitel) feierte 2017 auf dem 35. Filmfest in München Deutschlandpremiere und handelt von einem mysteriösen Anruf, der Gunnar (BJÖRN STEFÁNSSON) aus dem Schlaf reißt und mit Sorgen zurücklässt. Ex-Freund Einar (SIGUROUR PÓR ÓSKARSSON) scheint in Not zu sein, was Gunnar dazu bewegt nach dem Rechten zu sehen. Der reist in die Einöde Islands und hat gar kein gutes Bauchgefühl. Doch der Ex ist über den Besuch überrascht. Er kann sich an keinen Anruf erinnern und hat sich in das Sommerhäuschen der Eltern zurückgezogen, um nach der Trennung wieder klaren Kopf zu bekommen. Für den Besorgten Grund genug für ein paar Tage zu bleiben. Doch die verlaufen anders als gedacht. Nachts klopft es an der Tür, doch niemand steht davor. Und auch Ex-Freund Einar verhält sich neuerdings seltsam. Der beginnt in der Nacht schlafzuwandeln und irrt nackt durch die Einöde. Was das zu bedeuten hat? Der Zuschauer muss sich gut konzentrieren, denn RIFT beansprucht dessen gesamte Aufmerksamkeit.
 
 
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RIFT ist zweifelsohne kein übler Mystery-Thriller. Das unverbrauchte Setting zieht schnell in den Bann und auch die von hervorragenden Schauspielern verkörperten Figuren bleiben über weite Strecken interessant. Was den LGBTQ-Streifen aber problematisch macht sind die falschen Fährten. Davon gibt es in RIFT reichlich, was eigentlich lobenswert ist, um des Pudels Kern des Films möglichst lang verschleiern zu können. Leider verlaufen vieler derer ins Leere und führen den Zuschauer nicht wieder auf den richtigen Weg zurück. So verwirrt die Handlung schnell und der rote Faden geht verloren. Was bleibt sind viele Fragen, die am Ende ein unbefriedigendes Gefühl hinterlassen, weil wohl die meisten Filmfans die Auflösung nicht verstehen. Fatal für einen Horrortrip, der erst am Ende die Katze aus dem Sack lässt. In Interviews erklärte Regisseur ERLINGUR THORODDSEN, dass sich der Zuschauer nicht so sehr auf Logik konzentrieren soll. Vielmehr soll dieser den Fokus auf die Emotionen der Figuren legen. Diese durchleben im Verlauf von RIFT eine Achterbahn der Gefühle. Letztendlich sei darin die Auflösung des Ausnahmestreifens zu suchen. Ob das jedoch ausreicht, um den genreübergreifenden RIFT verstehen zu können, bleibt fraglich.
 
 
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RIFT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Anspruchsvoller Arthaus-Grusel mit atemberaubenden Bildern und beklemmender Schauerstimmung, der sich in keine Schublade pressen lässt. Der isländische Regisseur ERLINGUR THORODDSEN braucht nicht viel, um Grauen heraufbeschwören zu können. Er nutzt die menschenleere Einöde Islands, um maximales Unbehagen entstehen zu lassen. So reicht ein abgelegenes Haus und vier Figuren aus, um RIFT (Originaltitel: RÖKKUR) tragen zu können. Den Rest bescheren Dunkelheit und Geheimnisse. Letztere verbergen Protagonisten nicht ohne Grund. Leider macht sich RIFT das Leben mit falschen Fährten schwer. Irgendwann findet der Zuschauer den roten Faden nicht mehr. Unkonventionell – gut und schön. Doch was nützen die anspruchsvollsten Drehbücher, wenn selbst das Kopfkino des Zuschauers die vielen offenen Fragen des Films nicht beantworten kann. Demzufolge sollte man den Mix aus Mystery-Thriller und Beziehungsdrama mit Vorsicht genießen. Immerhin: Atmosphärisch wird groß aufgefahren. Zumindest in diesen Belangen kann man RIFT nichts vorwerfen, für den sich Macher ERLINGUR THORODDSEN übrigens von Streifen wie DER FREMDE AM SEE und WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN inspirieren ließ.
 
 
 


 
 
 

RIFT – Zensur

 
 
 
Erst am Ende zeigt der Film etwas Gewalt. So wird ein Kopf mit einem Stein eingeschlagen und ein Gesicht wird mit einem Teppichmesser bearbeitet. RIFT dürfte ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

RIFT – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Breaking Glass Pictures)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Wenn die Gondeln Trauer tragen (1973)
 
Rosemaries Baby (1968)
 

Filmkritik: „The Forgotten“ (2014)

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THE FORGOTTEN

Story

 
 
 

In britischen Sozialwohnungen passieren seltsame Dinge. Dem 14jährigen Tommy bereiten unheimliche Geräusche aus der Nachbarswohnung Angst. Der will in THE FORGOTTEN herausfinden, ob das Gepolter rational erklärbare Ursprünge besitzt oder ob da vielleicht doch höhere Mächte am Werk sind.

 
 
 


 
 
 

THE FORGOTTEN – Kritik

 
 
 
Es müssen nicht immer düstere Friedhöfe, alte Burgen oder englische Herrenhäuser sein, in denen Kreaturen aus dem Jenseits Unruhe stiften. Auch in den Ghettos britischer Großstädte fühlen sich Geister neuerdings heimisch und treiben Besetzer verlassener Sozialwohnungen in den Wahnsinn. Erfahrene Zuschauer wissen natürlich, dass Spuk in den meisten Fällen nicht grundlos stattfindet. Meist wollen Geister den Lebenden Botschaften überbringen oder den eigenen verfrühten Tod rächen, der durch die Hand skrupelloser Zeitgenossen herbeigeführt wurde. In den meisten Fällen löst das unerwartete Kettenreaktionen aus. Ob das auch in THE FORGOTTEN der Fall ist? Hinter dem sensibel orchestrierten Gruselstreifen stecken zwei, die zumindest in England nicht unbekannt sind. OLIVER FRAMTON und JAMES HALL zeichneten für Arbeiten an der langjährigen Polizeiserie THE BILL verantwortlich, die zwischen 1984–2010 eine feste Größe im britischen TV war und unter dem Titel DIE WACHE sogar für Deutschland adaptiert wurde. Für die britische Version steuerten die beiden Autoren Geschichten bei, die dann regelmäßig über die Mattscheibe flimmerten. Mit THE FORGOTTEN hat man zusammen an etwas Eigenem gearbeitet – fernab von Trivialität und Massengeschmack. Ein riskanter Versuch, der sich sehen lassen kann. Über einige wenige Logiklücken sieht man da gern hinweg.
 
 
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Teenager Tommy hat es nicht leicht. Seine Eltern leben getrennt und der Junge hat keine Freunde, weshalb er sich zurückzieht und Bilder malt. Als die Mutter einen Nervenzusammenbruch erleidet, soll der Jugendliche beim Vater wohnen. Der entpuppt sich als Hausbesetzer und plündert abrissreife Gebäude, um sich mit dem Verkauf von Kupferrohren über Wasser halten zu können. Leider ist der Vormund kein unbeschriebenes Blatt, was den Jungen stutzig macht, weil der Vater eigenartiges Verhalten an den Tag legt. Als der von Zuhältern zusammengeschlagen wird und im Krankenhaus landet, ist Tommy auf sich allein gestellt. Nun ist guter Rat teuer. Im neuen Zuhause scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Seltsames Poltern ist im Apartment nebenan zu hören. Leider wohnt dort schon seit Jahren niemand mehr. Das verursacht natürlich Unbehagen. Doch das Leben schlägt manchmal sonderbare Wege ein. Beim Zeichnen auf einer Parkbank lernt er die geheimnisvolle Carmen kennen. Schnell entsteht zwischen den Jugendlichen eine innige Freundschaft, die keine Grenzen kennt. Zusammen versucht man das Geheimnis der unheimlichen Geräusche zu ergründen, die Tommy Nacht für Nacht den Schlaf rauben. Leider ist die Auflösung alles andere als erbaulich.
 
 
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Grusel mit Anspruch. THE FORGOTTEN setzt Köpfchen voraus, was aufgrund der hohen Anzahl an trivial gedrehter Spuk- und Geisterfilme der letzten Jahre schon als Glanzleistung betitelt werden kann. Viele davon machen nämlich das Hirn des Zuschauers zu Brei, wenn mit schlechten Geschichten versucht wird, Unterhaltung vorzugaukeln. Im Grunde besteht das Ergebnis dann aber doch nur aus einer Aneinanderreihung von Klischees. Der englische Regisseur OLIVER FRAMTON macht da einiges anders. Hinter dem Schauerdebüt von der Insel verbirgt sich nämlich ein berührender und zugleich deprimierend-trauriger Geisterfilm, der vor allem durch hervorragend besetzte Jungdarsteller überzeugen kann. Wie im schwedischen SO FINSTER DIE NACHT entsteht hier eine Freundschaft zwischen zwei Jugendlichen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Während der 14jährige Tommy (CLEM TIBBER) als Einzelgänger durchs Leben geht und zurückgezogen in einer ganz eigenen Welt lebt, verschanzt sich die unnahbare Carmen (ELARIA JOHNSON aus AFTERDEATH) hinter dicken Mauern und lässt kaum Schwäche zu. Trotz ihrer Gegensätze erkennen die pubertierenden Protagonisten schnell, dass sie mehr Gemeinsamkeiten besitzen als anfangs vermutet. So machen sich die beiden auf, ein Rätsel zu lösen, das den Zuschauer durch seine unbefriedigende und unerwartete Auflösung leider vor dem Kopf stößt, den Zuschauer aber gleichzeitig da packt, wo es weh tut. Kino kann manchmal ein richtiges Arschloch sein.
 
 
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THE FORGOTTEN ist nichts für Arthouse-Hasser. Dieser Genrestreifen gehört zu jener Gattung Film, die man eigentlich gern im Programmkino sehen würde. Statt plakative Grusel- und Schockeffekte abzuhandeln, waren Drehbuchautor JAMES HALL die Hauptdarsteller wichtig. Demzufolge liegt der Fokus mehr auf Charakterentwicklung und Drama, statt auf Spuk und Erschrecken. Weil es der Film ruhig angeht und so Unheil gemächlich aufgebaut wird, ist THE FORGOTTEN garantiert kein Film für Gegner des langsamen Erzählens. Die sollten besser nach kommerziellem Spukkino Ausschau halten. Der nächste Blödsinn aus Hollywood lässt mit Sicherheit nicht lange auf sich warten. Da sind wir uns sicher.
 
 


 
 
 

THE FORGOTTEN – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
 
Authentisch gespieltes Schauerstück vor ungewöhnlicher Gruselkulisse. THE FORGOTTEN beweist, dass es nicht nur in alten Herrenhäusern oder modrigen Kellergewölben spuken kann. Auch in heruntergekommenen Neubaublöcken Großbritanniens finden es Geister gemütlich. Triste Wohnviertel in sozialen Brennpunkten laden ein zu Spuk auf hohem Niveau. THE FORGOTTEN ist keiner dieser konventionell zusammengekleisterten Gruselfilme. Hier nimmt man sich Zeit für Charakter und Emotionen, so dass Spuk und Budenzauber beinahe zu kurz kommen. Ein gute Entscheidung: THE FORGOTTEN berührt – vor allem wegen der Antihelden, die von talentierten Jungdarstellern verkörpert werden. Mehr Drama statt Horror steht auf dem Programm, was den Beitrag aus der Masse hervorstechen lässt. Wer mit dem schwedischen SO FINSTER DIE NACHT was anfangen konnte, wird sich hier gut aufgehoben fühlen. THE FORGOTTEN ist nämlich mehr oder weniger vom gleichen Kaliber. Ungewöhnlich, ergreifend und sehenswert.
 
 
 


 
 
 

THE FORGOTTEN – Zensur

 
 
 
In THE FORGOTTEN gibt es weder Gewalt noch Blut zu sehen. Hierbei handelt es sich um ein Gruseldrama, das eher von seiner unheilvollen Stimmung lebt, als die Geschehnisse in Blut zu ertränken. Weil es doch hin und wieder etwas unheimlich wird, bekommt der Streifen in Deutschland vermutliche eine FSK16. Insofern sich überhaupt ein Label finden lässt, das den Film hierzulande veröffentlichen möchte. THE FORGOTTEN ist nämlich sehr speziell und richtet sich eher an ein Arthaus-erprobtes Publikum. Übrigens: das Filmplakat ist vollkommen irreführend. Hier wird reißerischer Geisterspuk vorgegaukelt. Der Film ist aber ein ganz anderes Kaliber.
 
 
 


 
 
 

THE FORGOTTEN – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
So finster die Nacht (2008)
 
Let Me In (2010)
 
Citadel – Wo das Böse wohnt (2012)
 

Filmkritik: „A Girl Walks Home Alone at Night“ (2014)

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A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT

Story

 
 
 
In der fiktiven iranischen Stadt Bad City liegt der Hund begraben. Die trostlose Ortschaft wird bevölkert von Drogendealern, Zuhältern, Prostituierten und Junkies, die sich mit ihrer ungemütlichen Umgebung abgefunden haben. Da fällt es kaum auf, dass in ihrer Mitte ein ebenso desillusionierter Vampir in Form einer jungen Frau (Sheila Vand) ein trauriges Dasein fristet. Während ihrer nächtlichen Streifzüge trifft die mysteriöse Blutsaugerin auf Arash (Arash Marandi), einen harmlosen jungen Mann, der zwischen der Drogensucht seines Vaters und seinem eigenen Unglück alle Hände voll zu tun hat. Ohne viele Worte nähern sich die Beiden einander an und ein Lichtblick erfüllt die düsteren Gassen der Bad City.
 
 
 


 
 
 

A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Kritik

 
 
 
Es sollte gleich zu Beginn der Kritik darauf hingewiesen werden, dass „A Girl Walks Home Alone at Night“ weit von einem gewöhnlichen Vampirfilm entfernt ist. Das liegt nicht nur daran, dass die iranisch-amerikanische Newcomerin Ana Lily Amirpour in ihrem ersten Langfilm darauf verzichtet, ihre namenlose Protagonistin auf eine permanente Blutjagd zu schicken. Der Film beschränkt sich nicht auf die üblichen Vorgaben und Forderungen eines Genrefilms, weil er sich ein weit höheres Ziel setzt. Wirft man einen näheren Blick auf die Konstellation der Figuren im Film, wird klar, dass Regisseurin Amirpour nicht nur die Liebesgeschichte eines ungleichen Paares erzählen möchte. Mit der düsteren und effektiven Kulisse der verlassenen Bad City beschwört sie eine ungemütliche, angstvolle Atmosphäre herauf. Ihre Figuren lassen sich in zwei Gruppen teilen: die eine arrangiert sich mit der misslichen Lage, die andere sucht und strebt nach einem Ausweg. Dank der dialogarmen Struktur des Films lässt sich dieses Basiskonstrukt vielfach interpretieren und auf eine Vielzahl verschiedener Situationen beziehen. So kann der Subtext von „A Girl Walks Home Alone at Night“ mühelos als politische Kritik an der strengen iranischen Regierung gelesen werden. Somit ist die Arbeit der jungen Erst-Filmemacherin nicht nur cleverer als die viele ihrer männlichen Kollegen, sondern auch um Einiges stilsicherer.
 
 
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Die Vorbilder, die den Film visuell bestimmen, sind vielfältig. Von alten Noir-Filmen über Western und den etwas modernen Rockabilly-Style bis hin zur Gruselatmosphäre der klassischen Monsterfilme. All jene Einflüsse schmiedet Filmemacherin Ana Lily Amirpour zu einem visuell beeindruckendem Kunstwerk, das sich weniger wie die Kombination von etwas Altem und mehr wie etwas Neues anfühlt. Stellenweise gelingt Amirpour sogar das Einfangen einer spannenden, unbehaglichen Atmosphäre – etwas, dass man in vielen reinrassigen Horror/Vampirthrillern aktuellen Datum schmerzlich vermisst. Der von ihr geschaffene Ort Bad City ist eine stark reduzierte Kulisse, in der außer den Figuren des Films niemand unterwegs zu sein scheint. Zu den kargen, düsteren Bildern gesellt sich ein minimal, effektiver Mix aus Soundeffekten, die dem Zuschauer (genau wie den Figuren) ein Gefühl ultimativer Einsamkeit vermittelt. Die Krönung des Films kommt in Form von Sheila Vand daher. Die Hauptdarstellerin dieses Ausnahmestreifens spricht als namenlose Vampirin zwar nicht viele Worte, versprüht aber mit ihren großen Augen und einem stechenden Blick eine hypnotische wie beängstigende Aura.
 
 
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A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
„A Girl Walks Home Alone at Night“ ist definitiv etwas Neues und ein Film, der die Horrorgemeinde in zwei Lager spalten dürfte. Ana Lily Amirpours Spielfilmdebüt ist ein magnetischer Film, der zwar für den Horrorfan kaum Schauwerte liefert, für den anspruchsvollen Cineasten aber eine bezaubernde Entdeckung sein dürfte. Wer im Genre nach frischen Filmstoffen sucht, ist hier definitiv richtig. „A Girl Walks Home Alone at Night“ ist einzigartig und faszinierend zugleich. Sehenswert!
 
 
 


 
 
 

A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Zensur

 
 
 
Der Film ist in Deutschland ungeschnitten mit einer Freigabe ab 12 erschienen. Dem geringen Gewaltgrad ist diese Freigabe zwar angemessen, aber da der Film von einem sehr tragischen Ton dominiert wird und sich Problematiken wie Drogenabhängigkeit und Prostitution im Detail widmet, scheint diese Freigabe etwas sehr tief angesetzt. In den meisten Fällen hat es dafür von der FSK einen 16er-Freigabe erhalten. Vermutlich war die Zensurbehörde am Tag der Prüfung gut gelaunt.
 
 
 


 
 
 

A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Deutsche Blu-ray

 
 
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(c) Capelight Pictures (ungeschnittene Fassung im KeepCase)

 
 
 
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(c) Capelight Pictures (ungeschnittene Fassung im limitierten Mediabook)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Girl Walks Home Alone at Night; USA 2014

Genre: Horror, Liebesfilme, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Persisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 2.35:1 (1080p, s/w)

Laufzeit: 100 Minuten

FSK: FSK 12 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover, Mediabook

Extras: Kinotrailer, Entfallene Szenen & Hinter den Kulissen, Vice Featurette & Vice trifft Ana Lily Amirpour and Sheila Vand | zusätzlich im Mediabook: 32-seitiges Booklet (Comic)

Release-Termin: Blu-ray: 28.08.2015 | Mediabook: 28.08.2015

 
 
 


 
 
 

A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Mediabook

 
 
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A GIRL WALKS HOME ALONE AT NIGHT – Trailer

 
 


 
 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Capelight Pictures

 
 
 
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