Filmreview: „Nazi Zombie Battleground“ (2012)

NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND
 
 
 

NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND

Story

 
 
 
Die Anthologie NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND erzählt drei Geschichten von mysteriösen Gegebenheiten, die sich in der Zeit während des Zweiten Weltkrieges abspielen. Dabei treffen die Helden auf eine bitterböse SS-Offizierin, einen gänsehautverursachenden Waldgeist und bizarre Spinnen in Teufelsgestalt.
 
 
 


 
 
 

NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND – Kritik

 
 
 
Wenn auf einem Blu-ray Cover vielversprechend damit geworben wird, sowas wie der vorliegende NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND sei „…eine der größten Zombie-Abschlachtplatten aller Zeiten!…“ , dann wird garantiert schnell das Interesse eines jeden Fans geweckt. Enttäuschend, wenn dann der Zuschauer trotz plakativen Werbespruchs kein Metzel-Feuerwerk zu Gesicht bekommt. Wie zu seligen VHS-Zeiten haben manche Filmlabel mal wieder daran Gefallen gefunden, ihre Veröffentlichungen mit herrlich reißerischen Fotomontagen, neu kreierten Filmtiteln und irreführenden Zitaten zu schmücken und tanzen damit dem Käufer ganz schön dreist auf der Nase umher. NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND ist eine dieser faulen Tomaten, die unweigerlich falsche Erwartungen weckt. Hier gibt es zwar Nazis zu sehen; die versprochenen Zombies machen sich aber überraschend rar. Der ursprüngliche Titel BATTLEFILD DEATH TALES kommt dem bunten Treiben schon viel näher, denn im Grunde genommen handelt es sich bei diesem Horrorfilm um eine Kurzgeschichtensammlung, die sich mit gruseligen Geschehnissen während des Zweiten Weltkriegs beschäftigt. Für diesen Trash-Spaß zeichnen die Filmemacher JAMES EAVES, ALAN RONALD und PAT HIGGINS verantwortlich, die bereits im Jahre 2009 mit der Umsetzung an der Anthologie-Sammlung BORDELLO DEATH TALES soviel Spaß hatten, dass sie sich kurzum dazu entschlossen einen weiteren Film dieser Art zu drehen. Schauplatz ist diesmal nicht das Freudenhaus sondern das Schlachtfeld des 2. Weltkrieges, wo sich einige Überlebende nicht vor dem Kugelhagel der Deutschen in Acht nehmen müssen, sondern auch vor allerhand seltsamen Zeitgenossen. Interessanterweise erinnert die gesamte Inszenierung, trotz Kosten in Höhe von 50.000 Britische Pfund, sehr an die Splatter-Werke des deutschen Amateurfilmers OLAF ITTENBACH – mit dem Unterschied, dass NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND durch hohen technischen Standard zu gefallen weiß. Hier wird nicht wie bei der deutschen Konkurrenz mit Tierinnereien und Kunstblut um sich geworfen und dabei das Erzählen einer gescheiten Geschichte außer acht gelassen, sondern in dieser Sammlung macht man sich sogar die Mühe, den Zuschauer nicht zwangsläufig mit dem ewig gleichen Mist zu langweilen.
 
In der ersten Geschichte mit dem Titel MEDAL OF HORROR (Drehbuch und Regie: JAMES EAVES) soll ein Soldat und Frauenschwarm die Tochter eine Majors aus den Klauen der SS-Offizierin Jezabel befreien. Die hat nicht nicht nur ihr Haar akkurat gebunden und ruft die berüchtigten ILSA-Exploitationfilme der 70er Jahre ins Gedächtnis zurück; sie besitzt auch einen Roboter, den sie liebevoll „Nazibot“ nennt und der ihr als Lügendetektor nützliche Dienste erweist. Die zweite Geschichte HARRIET’S WAR (Drehbuch und Regie: ALAN RONALD) erzählt von den Ermittlungen der Parapsychologin und Geisterjägerin Harriet Price, die den Fall eines jungen Paares untersuchen soll. Während die Haut des verstörten Mädchens Christina mit Wundmalen in Hakenkreuz-Form übersät ist, findet die Wissenschaftlerin auf den sterblichen Überresten des Freundes Rückstände von Ektoplasma. Schnell stellt sich heraus, dass für die Schandtaten etwas zutiefst Böses verantwortlich, die Ursache jedoch rein menschlicher Natur ist. Das abschließende Segment DEVILS OF THE BLITZ ( Drehbuch, Regie und Produzent: PAT HIGGINS) handelt von einer kleinen Familie, die sich vormBombenhagel in Sicherheit bringen will. Doch der Weg in den Keller ist versperrt, denn gefräßige „Spider Devils“ haben es sich dort gemütlich gemacht.
 
NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND glänzt mit allerhand Zitaten aus bekannten Genre-Werke (GHOULIES, ILSA – SHE WOLF OF THE SS) und nimmt sich nicht immer bierernst. Vor allem die erste Episode punktet mit allerhand urkomischen Slapstickeinlagen und hinreißend absurden Ideen, die nicht selten an ein buntes Comic erinnern. Die überzogene Erzählweise hat durchaus Charme; verliert aber in der lieblos zusammengeschusterten deutschen Synchronisation jeglichen Reiz. Wer des Englischen mächtig ist sollte NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND unbedingt in die Originalfassung anschauen, denn trotz fehlender Rahmenhandlung und des etwas gewöhnungsbedürftigen Digitallooks ist NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND ein erfrischend andersartiger Anthologiefilm, der eine durchweg erheiternde Figur macht.
 
 
 


 
 
 

NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Im Vergleich zum Anthologiefilm BORDELLO DEATH TALES, vom gleichen Team zwei Jahre zuvor gedreht, ist der vorliegende NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND ein Quantensprung. Zwar immer noch ein Low-Budget-Filmchen, das jedoch ähnlichen Produktionen in technischen Belangen einiges voraus hat. Da kann man nur hoffen, dass das Dream-Team JAMES EAVES, ALAN RONALD und PAT HIGGINS in regelmäßigen Abständen weitere „Death Tales“ auf den Heimkinomarkt wirft. Denn der Ideenreichtum ihres aktuellen Beitrags ist erstaunlich vielfältig und macht Lust auf mehr.
 
 
 


 
 
 

NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND – Zensur

 
 
 
Anders, wie das Cover der Heimkinoveröffentlichung vermuten lässt, ist NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND nicht wirklich blutig. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten ab 18 Jahren freigegben und hat von der FSK den roten KJ-Freigabe erhalten.
 
 
 


 
 
 

NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND – Deutsche Blu-ray

 
 
 
NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND Blu-ray

(c) Savoy Film (Einfach KeepCase-Variante)

 
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(c) Savoy Film (Limitierte Sammlerauflage)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Battlefield Death Tales; England 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 1.78:1 (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: keine

 
 
 
Der hiesige Rechteinhaber bringt NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND in zwei verschiedenen Blu-ray-Auswertungen auf dem Markt. Während die Einzel-Disc lediglich über den Hauptfilm verfügt, nicht einmal einen vernünftigen Kapitelindex besitzt und auf allerlei Bonus verzichtet; erscheint parallel dazu eine limitierte Collector´s Edition. Diese beinhaltet neben dem Hauptfilm auf Blu-ray und DVD allerhand Bonusmaterial. So lässt sich in dieser Veröffentlichung ein Audiokommentar finden und diverse Hinter-den-Kulissen-Features runden das Extrapaket ab. Zudem kommt die Deluxe-Ausgabe im Schuber daher. Überraschenderweise ist das Bild der Blu-ray für eine derartige Produktion erstaunlich hochwertig. Beim Ton sollte der Zuschauer zur englischen Sprachausgabe wechseln, denn die deutsche Synchronisation ist kaum zu ertragen. Bleibt zu erwähnen, dass beide Veröffentlichungen über ein Wechselcover ohne FSK-Flatschen verfügen.
 
 

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nazi-zombie-invasion-ultimate-collection-bluray

(c) Cosmopilitan Pictures

 
 
 
Neben der bisherigen Filmfassung zu NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND auf Blu-ray und DVD wurde der Streifen erneut im Zuge der NAZI ZOMBIE INVASION – ULTIMATE COLLECTION veröffentlicht. Auf dieser Sammlung von Zombiefilmen sind neben dem besagten NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND auch die Streifen: OASE DER ZOMBIES, NAZI SKY und ATTACK OF THE NAZI HERBALS enthalten. Alle Filme dieser Sammlung sind ungeschnitten.
 
 

Nazi Zombie Invasion – Ultimate Collection [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

NAZI ZOMBIE BATTLEGROUND – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth/ Hellraiser80

 
 
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Filmreview: „V/H/S 2“ (2013)

V-H-S-2_Poster
 
 
 

V/H/S 2

Story

 
 
 
Zwei Privatdetektive sind auf der Suche nach einem vermissten Studenten, der nicht auf die Anrufe seiner besorgten Mutter reagiert. Um das Verschwinden des Jungen aufzuklären, durchsuchen die Ermittler seine Wohnung nach Anhaltspunkten. Sie stoßen auf seltsame Videobänder, die allerhand mysteriöse Gegebenheiten festgehalten haben. Nach und nach wird den Detektiven bewusst, dass der Junge eine Leidenschaft für Snuff-Filme hegt, die er online mit Gleichgesinnten teilt.
 
 
VIDEOBAND I – PHASE I CLINICAL TRIALS
(Adam Wingard / A Horrible Way to Die)
 
Ein junger Mann erleidet eine schwere Augenverletzung und bekommt ein künstliches Auge mit Kamera eingepflanzt. Fortan sieht er tote Menschen umherwandeln – mit fatalen Folgen.
 
 
VIDEOBAND II – A RIDE IN THE PARK
(Eduardo Sanchez und Gregg Hale / Blair Witch Project)
 
Ein unwissender Fahrradfahrer mit Helmkamera wird von zwei Zombies gebissen und verwandelt sich wenig später auch in einen Untoten.
 
 
VIDEOBAND III – SAFE HAVEN
(Gareth Huw Evans / The Raid, Timo Tjahjanto / Macabre)
 
Dokumentarfilmer wollen ein Interview mit einem indonesischen Sektenguru führen und werden in seinen Unterschlupf gerufen. Wenige Minuten später spielen sich grausame Dinge ab.
 
 
VIDEOBAND VI – SLUMBER PARTY ALIEN ABDUCTION
(Jason Eisener / Hobo with a Shotgun)
 
Ein Wochenende ohne Erziehungsberechtigte. Für eine Gruppe Teenager Grund genug, die elternfreie Zeit gebührend zu feiern. Doch der Abend entwickelt sich für die Kids zu einem fürchterlichen Albtraum – Aliens scheinen nur auf die Abwesenheit der Eltern gewartet zu haben.

 
 
 


 
 
 

V/H/S 2 – Kritik

 
 
 
Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass der Anthologie-Streifen V/H/S für weltweites Aufsehen sorgte. Auch als Kurzgeschichtensammlung bot das aktuell beliebte Found-Footage-Genre verschiedenen Regisseuren die Möglichkeit, ihre kreativen Horrorvisionen in die Tat umzusetzen; mit überraschendem Erfolg, wie sich kurz nach Veröffentlichung des Films herausstellen sollte. V/H/S – EINE MÖRDERISCHE SAMMLUNG gewann nicht nur auf Filmfestivals Preise, sondern avancierte unter Horrorjüngern rasch zum Geheimtipp des Jahres 2012, so dass eine Fortsetzung nicht lange auf sich warten ließ. Anfänglich als S-VHS betitelt, erschien jüngst das Sequel, dass das Konzept des Erstlings ebenso hervorragend weiterzuführen versteht. Von der vornehmlich kreativen Titelgebung wichen die Produzenten dennoch ab. Vermutlich aus Marketinggründen, denn aus SUPER-VHS würde schließlich V/H/S 2. Man muss ja den Bekanntheitsgrad des Originaltitels für die Fortsetzung nutzen.
 
V/H/S 2 ist vermutlich eine der wenigen Nachzügler, die bei weitem besser sind als der eigentliche Vorgänger. Das ist im Horror-Genre keine Selbstverständlichkeit, schwimmen doch die meisten Sequels erfolgreicher Filmchen vergeblich im Fahrtwasser der Vorlage und schaffen es nur selten, an die Qualität der Originale anzuknüpfen. Den Machern von V/H/S 2 ist das Gegenteil gelungen. Ganz nach der Devise „blutiger, spannender und schockierender“ werden hier alle Register effektiven Gruselns gezogen, die dem interessierten Filmfreund vor Freude das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen dürfte. Im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen wieder fünf Episoden vollgestopft mit Wackelcam-Ware, die von einer handvoll bekannter Genre-Regisseure inszeniert wurden. Für den wilden Horrorspaß konnten die Macher hinter V/H/S 2 erfahrene Filmemacher wie EDUARDO SANCHEZ und GREGG HALE (THE BLAIR WITCH PROJECT), JASON EISENER (HOBO WITH A SHOTGUN) und GARET HUW EVANS (THE RAID) gewinnen, die es durchaus verstehen, den Horrorfan das Fürchten zu lehren. Anders als in V/H/S – EINE MÖRDERISCHE SAMMLUNG kommt die Fortsetzung deutlich gehaltvoller und professioneller daher. Aufwendige Effekte und durchdachte Szenarien deuten auf ein umfangreiches Budget hin, was dem Film durchaus zu Gute kommt. Gerade in Bezug auf den Gewaltpegel gibt sich das direkte Sequel blutiger und kompromissloser. Da wird Gedärm aus Leibern gerissen, Kehlen werden aufgeschlitzt und Munition durch Schädeldecken gejagt. Ganz zur Freunde des erwartungvollen Zuschauers, der sich aufgrund der realistischen Darstellungen gierig die Hände reiben und es wohl möglich kaum erwarten dürfte, V/H/S 2 auf der heimischen Mattscheibe begutachten zu dürfen. Auch wenn das muntere Treiben knöcheltief im roten Lebenssaft watet, haben die jeweiligen Regisseure eindrucksvoll bewiesen, dass man selbst im eigentlich totgefilmten Found-Footage-Stil noch allerhand kreative Ideen entwickeln kann. So sieht man die Geschehnisse nicht nur aus der bekannten Sicht von Überwachungs- und normalen Handkameras, wie im Segment SAFE HAVEN. Die Regisseure haben versucht, jede Geschichte eine gänzlich eigene innovative Note zu verleihen. So wird die erste Episode PHASE I CLINICAL TRIALS aus der Perspektive eines künstlichen Auges geschildert – der Mystery-Thriller THE EYE lässt grüßen. In Geschichte Nummer zwei, A RIDE IN THE PARK, schlüpft der Zuschauer in die Ego-Ansicht eines Zombies und die abschließende Episode SLUMBER PARTY ALIEN ABDUCTION wird aus dem Blickwinkel eines Hundes protokolliert.
 
Wie bei Anthologie-Streifen üblich, sind natürlich alle Segmente von unterschiedlicher Qualität, wobei die Unterschiede in V/H/S 2 nicht so gravierend sind wie im Teil zuvor. Die einzelnen Geschichten sind in ihrer Machart perfekt, stimmig und derart unterschiedlich, dass man Ungereimtheiten mit der Lupe suchen müsste. Der Einsatz verschiedener Kamera-Arten lässt den Film erfrischend erscheinen, wobei die jeweiligen Regisseure stets darum bestrebt sind, aus den eigentlich hanebüchenen Stories das Maximum herauszukitzeln. Gelungen ist das definitiv. Der Unterhaltungswert ist hoch, so dass selbst Found-Footage-Gegner erstaunlich viel Spaß an V/H/S 2 haben werden. Herzstück der Sammlung ist dennoch der beeindruckende Sekten-Beitrag SAFE HAVEN, der von GARETH HUW EVANS (THE RAID) und TIMO TJAHJANTO (MACABRE) inszeniert wurde. Was dem Fan hier an absurd-überdrehten, typisch asiatischem Nonsens präsentiert wird, mag man kaum glauben. Der Einsatz des allseits bekannten Wackelcam-Konzepts wirkt hier derart durchdacht, dass es bedauerlich ist zu sehen, dass die Geschichte bereits nach 30 Minuten ein Ende findet. SAFE HAVEN ist derart vollgestopft mit wunderbar makabren Ideen und beeindruckend guten Effekten, dass das Segment für sich allein ausgereicht hätte, einen abendfüllenden Spielfilm zu erzählen.
 
Mit V/H/S 2 erlebt der Fan einen der besten Found-Footage-Schocker überhaupt. Derbe Schockeffekte, witzige Ideen und handfestes Blutgematsche lassen die viel zu plakativ eingesetzten Wackeleffekte der Kamera vergessen, die das Found-Footage-Genre seit jeher prägen. Auch wenn Gegner dieser Filmart vermutlich schnell die Nase rümpfen werden, sobald die Geschehnisse der erste Mal mit den obligatorischen Totalausfällen des Bildes zu kämpfen haben, sei versichert, dass V/H/S 2 eine merklich positives Beispiel dafür ist, wie man aus einem ausgelutschten Konzept einen interessanten Beitrag zaubern kann. Bei den bisher positiven Lobeshymnen im Internet dürfte es wenig überraschen, wenn V/H/S 2 rasch ein dritter Teil folgt. Hält dieser konsequent das gleiche Niveau, darf V/H/S gern in Serie gehen!
 
 
 


 
 
 

V/H/S 2 – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Der vermutlich beste Wackelcam-Schocker überhaupt! Ein Found-Footage-Knaller, der definitiv Spaß macht: blutig, wild und höllisch spannend!
 
 
 


 
 
 

V/H/S 2 – Zensur

 
 
 
Der zweite Teil kommt erstaunlich blutrünstig daher. Vor allem in der dritten Episode SAFE HAVEN fließt der Lebenssaft literweise. Demnach hat der Streifen hierzulande keine Freigabe in ungeschnittener Form erhalten. Die deutsche Kaufhausfassung von SUNFILM mit rotem FSK18-Flatschen ist geschnitten. Wer den Film komplett haben möchte, muss ins deutschsprachige Ausland gehen. Dort wird V/H/S 2 unter dem Titel S-VHS ungeschnitten und in deutscher Sprache von LFG in einem Mediabook angeboten.
 
 
 


 
 
 

V/H/S 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
S-VHS Mediabook

(c) LFG – ungeschnitten

 
s-vhs blu-ray

(c) Sunfilm – geschnitten

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: V/H/S 2; Indonesien, Kanada, USA 2013

Genre: Horror, Science Fiction, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: SUNFILM-Fassung: FSK18 (geschnitten), LFG-Fassung: ungeprüft (ungeschnitten)

Verpackung: SUNFILM-Fassung: Amaray mit Wendecover, LFG-Fassung: Mediabook

Extras: Behind the Scenes, Interviews

Release-Termin: Beide Filmfassungen bereits erhältlich

 
 
 

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V/H/S 2 – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
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The ABCs of Death
 
 
 

The ABC´s of Death

Story

 
 
 
26 Todesarten und 26 Horror-Kurzgeschichten. Unter dem Slogan „The ABC´s of Death“ schildern 26 verschiedene Regisseure ihre ganz eigene Betrachtungsweise zum Thema Tod. Unter den anwesenden Filmemachern haben sich eine stattliche Anzahl bekannter Genre-Größen versammelt, die in der Horrorfilmszene nicht unbekannt sind:
Nacho Vigalondo“ („Timecrimes„), „Xavier Gens“ („Frontier(s)„) „Adam Wingard“ und „Simon Barrett“ („V / H / S „), „Jason Eisener“ (“ Hobo with a Shotgun „), „Ti West“ („The Innkeepers„) und „Ben Wheatley“ (“ Kill List „).
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Kritik

 
 
 
Wenn sich 26 talentierte Köche zusammentun, um an einer Suppe köcheln, so kann man laut Erfahrung oftmals davon ausgehen, dass am Ende eine ziemlich versemmelte Soße bei rauskommen dürfte. Denkste, dachten sich 26 Regisseure und begannen an einem abendfüllenden Spielfilm zu tüfteln, der die Filmwelt vom Gegenteil überzeugen sollte. Unter dem Banner „The ABC´s of Death“ bekamen 25 von Ihnen die Aufgabe mit ca. 5000 US Dollar, einen etwas 10-minütigen Filmbeitrag zu kreieren, der sich mit einer möglichst perfiden Art des Sterbens beschäftigen sollte.
Damit nicht nur alteingesessene Filmhasen die Chance ergreifen konnten, ihr künstlerischen Visionen auf die große Leinwand zu transferieren, wurden auch potenzielle Hobby- und Nachwuchsregisseure dazu aufgefordert, ihr kreatives Schaffen der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Kurzum wurde ein Youtube-Wettbewerb ins Leben gerufen, der diverse unbekannte Filmemacher dazu bewegte, eigene Kurzfilme zu drehen und sich mit selbigen für den noch fehlenden 26. Beitrag zu bewerben. Eine rege Teilnahme erfolgte, wobei sich der Brite „Lee Hardcastle“ mit seiner skurrilen Tonfiguren-Animation direkt in die Herzen der Jurymitglieder „kneten“ und sich auf diesem Wege den Buchstaben „T“ ergattern konnte.
 
Nach der Weltpremiere beim internationalen Filmfestival in Toronto wurde „The ABC´s of Death“ mit teilweise gemischten Gefühlen aufgenommen. „…Zu viele Filme, zu wenig qualitativ wertvolle Beiträge…“ ließen Kritiker verlauten und in der Tat, ein marginaler Teil der Gesamtwerks beinhaltet durchaus durchwachsene und gewöhnungsbedürftige Kost. Hierbei wären vor allem einige durchweg geschmacklose Beiträge zu nennen, die sich mit äußerst kontroversen Themen beschäftigen und sie zugleich in einen durchweg bizarre Background verfrachten. Einer dieser Beiträge ist „Ti West´s“ („House of the Devil„) „M is for Miscarriage„, in welchem eine Frau versucht ihre Fehlgeburt zu beseitigen.
West, der sich zuletzt mit zwei äußerst gelungen Spielfilmen als unkonventioneller Filmemacher behaupten konnte, hat sich mit seinem ziemlich lust- und geschmacklosen Beitrag keinen wirklichen Gefallen getan. Seine Erzählung wirkt durchweg uninspiriert, überflüssig und unwichtig, sodass man als Fan des Ausnahme-Regisseurs rein gar nicht glauben möchte, dass „West“ derart Nonsens für ein so ambitioniertes Werk, wie „The ABC´s of Death“ beigesteuert haben soll.
 
Doch nicht nur „Ti West“ allein, war der Aufgabe nicht annähernd gewachsen einen halbwegs einfallsreichen Kurzfilm zum Thema Tod beizusteuern, auch der Brite „Jason Eisener“ („Hobo with a Shotgun„) wusste mit dem ihm zugeteilten Buchstaben nichts wirklich Kreatives anzufangen. Sein Kurzfilm über einen in die Jahre gekommenen Hausmeister, der eine etwas abartige Vorliebe für die heranwachsenden Knaben einer Grundschule besitzt und mit Genuß deren Schweiß von den Sportbänken der Turnhalle schleckt und deshalb „bestraft“ wird, wirkt derb daneben und bereichert diesen Anthologie-Streifen in keinster Weise. Trotzdem, auch wenn sich in „The ABC´s of Death“ einige ziemlich misslungene Querschläger eingeschlichen haben, so sollte diese Kurzfilm-Parade von keinem Horrorfilm-Fan unbeachtet bleiben, der sich auch für Werke jenseits des Mainstreams interessiert. Die Produzenten „Tim League“ und „Ant Timpson“ haben mit ihrem „The ABC´s of Death“ ein kreativ ansprechendes Werk geschaffen, dass überwältigt und in derart umfangreichen Form seinesgleichen suchen dürfte. Ob zynisch-makaber, blutgierig-widerwärtig oder kunstvoll-experimentierfreudig; die Vielfalt der verschiedenen Segmente machen diesen außergewöhnlichen Anthologie-Streifen unglaublich abwechslungsreich und heben den Film weit über den Durchschnitt. Vor allem die unterschiedlichen Stile, mit welchen die diversen Regisseuren ihre kleinen Geschichten bereichern, sind nicht zu verkennen. Viele derer, haben das brillante Konzept zu ihrem Vorteil genutzt und kleine, kunstvolle Meisterwerke geschaffen, die es sogar schaffen, so etwas wie Anspruch in das ohnehin gebeutelte Horror-Genre zu bringen. Allen voran „Marcel Sarmiento“ („Deadgirl“), der mit seinem „D is for Dogfight“ einen unglaublich grandios gefilmten Schaukampf präsentiert, in dem sich Hund und Mensch gegenseitig in den Tod duellieren. Der, in Slow Motion abgedrehte Augenschmaus wirkt unverkennbar stimmig und derart klug ausgetüftelt, dass man diesem Segment fast schon Arthouse-lastige Züge zusprechen möchte und den Shorty zugleich auch als besten Filmbeitrag der gesamten Sammlung bezeichnen darf.
 
 
 
Wer als Horrorfilm-Freund die Nase voll hat, sich ständig mit dem immer wiederkehrenden Stereotypen und vorhersehbaren Klischees in Horrorfilmen umherschlagen zu müssen, sollte definitiv eine Auge auf den kommenden Kurzfilm-Kracher „The ABC´s of Death“ werfen. Hier schreiten zur Abwechslung einmal keine Kannibalen, Serienkiller, Geister oder Vampire schaufreudig zur Tat, sondern hier beschäftigen sich 26 ziemlich abwechslungsreiche Kurzfilme mit 26 perfiden Arten das Zeitliche zu segnen. „The ABC´s of Death“ schafft es gänzlich jeden Geschmack zu befriedigen. Aufgrund des enormen abwechslungsreichen Inszenierung dürfte hier jeder Filmfreund zumindest ein Episode finden, die seinem Geschmack perfekt zu unterstreichen weiß.
Der Gorehound bekommt mit „Xavier Gens“ („Frontier(s)„) „X for XXL“ ein derbes Splatter-Brett vor den Kopf gestoßen und auch Freunde überdreht asiatischer Skurrilitäten dürfen einmal mehr erkennen, dass die Asiaten in Bezug auf Horror und Gewalt einen vollkommen gewöhnungsbedürftigen Humor besitzen, welcher auf uns Europäern ziemlich grotesk und weltfremd wirkt. Gerade aufgrund der Vielfältigkeit der einzelnen Beiträge, sollte der Filmfreund im Laufe der zweistündigen Filmlaufzeit einige Pausen einlegen, um Gesehenes zu verarbeiten. Gerade weil die einzelnen Episoden nahtlos aneinander knüpfen und keine Rahmenhandlung existiert, die die Geschichten miteinander verbindet, dürfte dieses Kurgeschichten-Lexikon am Stück schwer zu verdauen sein. Trotzdem, die bemerkenswert internationale Vielfalt der einzelnen Beiträge beweist, dass guter Horror nicht zwangsläufig aus Amerika kommen muss, sondern eine weltweite Sprache spricht. Die Regisseure der einzelnen Geschichten stammen aus aller Herren Länder und ihre Stile bereichern das brillantes Konzept hinter „The ABC´s of Death“ ungemein. Idealerweise sollte man dieses Experiment vollkommen uneingenommen goutieren und auf sich wirken lassen – denn verdient hat es „The ABC´s of Death“ definitiv gesehen zu werden!
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Fazit

 
 
 
10 Punkte Final
 
 
 
Skurril, makaber, einzigartig und uneingeschränkt sehenswert!
Eine Horrorfilmsammlung, welche man in dieser Form bisher noch nie gesehen hat.
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Zensur

 
 
 
Da es in „The ABC´s of Death“ teilweise arg rabiat zur Sache geht („X is for XXL„) und vor allem die Episode „L for Libido“ mit dem  Thema „Pädophilie“ nicht gerade zimperlich umgeht, könnte es bei der FSK-Prüfung durchaus Probleme geben. Man kann nur hoffen, dass sich die FSK gnädig stimmen lässt und sich bei diesem sehenswerten Beitrag für den „Keine Jugenfreigabe„-Stempel entscheidet, ohne dafür Schnitte zu verlangen!
 
 
 


 
 
 

The ABC´s of Death – Trailer

 
 
 


 
 

Hellraiser80

 
 
 
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Scary or Die

Story

 
 
 
Die ominöse Internetseite „Scary or Die“ wartet mit allerhand seltsamen Clips auf, die sich eine junge Dame nun interessiert zu Gemüte führt. Jeder Clip erzählt eine grausame Geschichte, an dessen Ende der jeweilige Hauptprotagonist sein Leben lassen muss….
 
 
 


 
 
 

Scary or Die – Kritik

 
 
 
Bei der Indie-Produktion „Scary or Die“ erlebt der Filmfreund erneut ein recht bunt durcheinander gewürfeltes Horrorsüppchen, dass mit den unterschiedlichsten Subgenres aufwartet. In typischer „Creepshow“-Manier werden dem Zuschauer fünf qualitativ durchwachsene Horrorgeschichten serviert, die mal mehr, mal weniger überzeugen können. Hauptaugenmerk sei hierbei die umfangreichste Geschichte dieser Kurzgeschichten-Sammlung mit dem Titel „Clowned“, dessen Hauptprotagonist dem Filmfan frech-frivol vom verkaufsträchtigen Cover der Blu-ray/DVD entgegenlächelt. Um es vorwegzunehmen: Filmfreunde, die sich allein nur des reißerischen Plakats wegen für den Kauf dieses einzig für den Heimkinomarkt produzierten Titels entscheiden, dürften gnadenlos enttäuscht werden. Denn anders, als man es vermutlich aufgrund dieser fies drein grinsenden Clown-Maske erwartet, handelt es sich bei dieser Kurzgeschichte um keinen derben Killerclown-Streifen.
 
Das Geschichten-Segment „Clowned“ äußert sich eher als todtrauriges Grusel-Drama, dass von einem jungen farbigen Mann handelt, der unfreiwilligerweise von einem bösartigen Clown gebissen wird und zu selbigen mutiert. Statt auf konventioneller Strecke Gewalt zum Selbstzweck zu zelebrieren endet diese Geschichte mit fast schon poetisch und melancholisch anmutenden Bildern. Auch „Teujung´s Lament“ ist überaus sehenswert. Diese Erzählung handelt von einem alleinstehenden Mann, der vor einiger Zeit seine liebliche Ehefrau verloren hat. In seinem trostlosen Kummer und seiner endlosen Einsamkeit begegnet er einer unbekannten Schönheit, welche er aus einer misslichen Lage befreit. Als Dankeschön für seine Bemühungen spendiert die Fremde ihm einen unvergesslichen Abend – mit unvorhersehbaren Ende.
 
Mit „Teujung´s Lament“ erlebt der Filmfreund einen unangenehmen, wortkargen Beitrag, welcher allein nur von seiner überaus zermürbenden, traurigen und depressiven Grundstimmung lebt, die man in dieser Art und Weise schon lange nicht mehr in einem Genre-Film erlebt hat. Demnach äußert sich das unweigerlich konsequent-geschmacklose Ende, in seiner Form als wunderschöne Erlösung, zumindest für den leidenden Protagonisten der Geschichte. Wie schon in „Clowned“ zuvor kommt dieser Kurzgeschichte der langsame Erzählfluss zugute, der sich Zeit lässt, dem Zuschauer die Gegebenheiten ausführlichst zu erklären, damit dieser sich mit den Figuren identifizieren kann. Worte benötigt „Teujung´s Lament“ kaum, um seine beiden Charaktere zu skizzieren. Hier zählen allein Gestik, Mimik und das prägende Schicksal des männlichen Protagonisten um eine einfache, aber dennoch höchst effektive Geschichte zu erzählen, die es schafft auch ohne Blutzoll zu fesseln. Überhaupt gibt sich „Scary or Die“ wenig zeigefreudig in Sachen „Splatter-Horror“, was aber nicht heißen soll, dass in diesem Anthologie-Streifen nicht auch Freunde derber Gewalt auf ihre Kosten kommen dürfen. Die erste Geschichte „The Crossing“ geht zumindest in Sachen „handfester“ Unterhaltung nicht zimperlich vonstatten. In diesem Segment geht es um zwei menschenverachtende Hinterwäldler, die mit der Freundin des einen an die Mexikanische Grenze reisen. Dort angekommen, offenbaren die beiden Männer die wahre Intention ihrer Reise, was für alle Beteiligten ein unangenehmes Ende zur Folge hat.
 
The Crossing“ ist typisch anspruchslose Horror-Unterhaltung, die sich dem aktuell so beliebten Backwood- und Zombie-Genre bedient. Zwar wird hier auf Sparflamme gesplattert, im Vergleich zu den vier übrigen Episoden geht es dennoch sehr direkt und robust zu Gange, sodass zumindest die Filmfreunde halbwegs unterhalten werden, die sonst eher Genre-Filme der etwas härteren Gangart bevorzugen. Immerhin weiß das Ende mit seinem offensichtlich selbstironischen und ziemlich makaberen Ende zu überzeugen, welches es sogar schafft, einen winzigen Hauch des Charmes der typischen „Geschichten aus der Gruft“- Comics zu versprühen.
 
Die beiden letzten Episoden „Re-Membered“ und „Lover Come Back“ fügen sich leider kaum bis gar nicht in das Grundkonzept dieses Sammelsuriums düsteren Gegebenheiten ein. Mit ihren gerade einmal 3-5 Minuten Nettospielzeit wirken sie viel zu kurz, sodass man sich als Horrorfilmfreund überhaupt nicht mit dem Kontext und den Gegebenheiten der Erzählungen einlassen und identifizieren kann. Teilweise wirken die Geschichten lieblos und unfertig und scheinen einzig in die Handlung integriert, um die Laufzeit des Filmes auf die üblichen 90 Minuten zu strecken. Interessanterweise hat zumindest „Lover Come Back“ ein nennenswertes Erzähl-Konzept. Die Geschichte einer jungen Frau, die von ihrem Freund im Streit ermordet, in einen Koffer gequetscht und letztendlich von den Toten aufersteht, um sich für all die Schandtaten zu rächen, schildert die Rückkehr der jungen Dame auf recht unkonventionelle Art und Weise. Ihr Schicksal spielt sich rückwärts ab und darf durchaus mit einigen recht hübsch-verspielten optischen Spielereien aufwarten. Dunkle Waldpfade und unheimlicher Nebel gesellen sich zu seltsamen Kamerablickwinkeln und düsterer Atmosphäre. Hätten sich hier die Macher hinter dieser Episode mehr Zeit genommen um das Schicksal der betrogenen Freundin genauer zu beleuchten, wäre durchaus auch ein sehr sehenswerter Beitrag daraus werden können. So dümpelt diese Geschichte ebenso wie die vollkommen konfuse Rache-Episode mit dem reißerischen Titel „Re-Membered“ unvorteilhaft vor sich daher und nimmt „Scary or Die“ ein wenig das recht forsche Tempo, dass diesen kleinen Indie-Film dennoch recht sehenswert macht.
 
Nach „The Theatre Bizarre“, „V/H/S (2012)“ und „Chillerama“ ist nun „Scary or Die“ bereits der dritte Anthologie-Streifen in Folge, der 2012 dem gierigen Horrorfilmfreund das Leben herrlich-makaber und unterhaltsam-widerlich versüßen möchte. Zwar erreicht er zu keiner Zeit die künstlerische Frische eines „TTB“ und den vollkommen absurden und dennoch urkomischen Unterhaltungswert eines „Chillerama“, ist aber dennoch einer der besserer Vertreter seines Subgenres. Dass dem Film wahrlich kaum Budget zur Verfügung gestanden haben muss, ist aufgrund des Direct-to-Status offensichtlich, sieht man „Scary or Die“ dennoch kaum an. Die Filmemacher haben aus den vorhanden Mitteln das Maximale herausgeholt und schaffen es, zumindest in zwei Episoden, herausragende Leistungen zu vermitteln. Die Episode „Clowned“ ist mit Abstand das Herz dieser Kurzgeschichten-Sammlung und ist in seiner Darstellung als überaus sehenswert einzustufen. Aus den Gegebenheiten dieser Erzählung hätte man sogar einen abendfüllenden Spielfilm zaubern können – das Potenzial hätte die Story zumindest auf jeden Fall gehabt. Unter dem Strich bleibt ein kleiner unauffälliger Genre-Beitrag, der mehr verspricht, als man von derart unkommerziellen Veröffentlichungen erwarten würde.
 
 
 


 
 
 

Scary or Die – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 

Solider Genre-Beitrag mit durchwachsenen Kurzgeschichten. „Geschichten aus der Gruft“-Fans und Anthologie-Freunde dürfen durchaus einen Blick riskieren, zumal das Segment „Clowned“ zu einer der erfrischendsten Kurzgeschichten der letzten Dekaden gehört.
 
 
 


 
 
 

Scary or Die – Zensur

 
 
Bis auf die erste Episode „The Crossing“ fließt kein einziger Tropfen Blut im Film, sodass der Film ungekürzt mit FSK16 die Prüfinstanz durchwandern dürfte.
 
 
 


 
 
 

Scary or Die – Trailer

 
 

 
 

Hellraiser80

 
 
Ähnliche Filme:

 
 

Chillerama (2011)

The Theatre Bizarre (2011)

Little Deaths (2011)