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Filmkritik: „Extremity“ (2018)

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EXTREMITY

Story

 
 
 

Das macht vollkommen Sinn: Die schwer traumatisierte Allison verspricht sich durch ein Unternehmen Linderung von inneren Dämonen, indem sie sich freiwillig terrorisieren, schikanieren und demütigen lässt. Kleiner Tipp von uns: Eine fachgerechte psychologische Betreuung hätte einen besseren Effekt gehabt.

 
 
 


 
 
 

EXTREMITY – Kritik

 
 
 
Neue kranke Welt: Es scheint ja heutzutage Menschen zu geben, denen so ein bisschen Geisterbahn nicht mehr ausreicht, um den ultimativen Horror-Kick erleben zu können. Da wird nach immer krasseren Methoden gesucht, um den Adrenalinpegel hoch halten zu können. Längst haben sich da lukrative Märkte erschlossen, die nur ein Ziel kennen: Kunden gegen Geld zu Tode zu ängstigen und dabei möglichst schonungslos, perfide und grausam vorzugehen. Ein Trend, der sich vor allem in Amerika großer Beliebtheit erfreut. Dort wachsen Unternehmen wie Pilze aus dem Boden, die den Kunden auf Wunsch zum freiwilligen Probanden eines realen Horrorfilms machen. Etwas Folter gefällig? Kein Problem. Wenn der Auftraggeber gut zahlt, erlebt der den gewünschten Terror am eigenen Leib. So kann es passieren, dass dieser auf offener Straße überwältigt und verschleppt wird, um dann irgendwo im Nirgendwo gedemütigt, beschimpft oder psychisch gequält zu werden. Es scheint offenbar noch nicht genug Elend auf der Welt zu geben. Manch kranker Fantasie sind eben keine Grenzen gesetzt.
 
 
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Genau jenem kontroversen Thema nimmt sich nun ANTHONY DIBLASI an. Der dürfte vielen Horrorkennern nach MOST LIKELY TO DIE und CASSADAGA kein Unbekannter sein. Zuletzt überraschte der mit dem Sekten-Horror LAST SHIFT und erntete vor allem auf einschlägigen Filmfestivals Lob. Umso mehr freut es, dass der Filmemacher dem Horror-Genre treu bleibt und einen neuen Versuch wagt, um im Gespräch zu bleiben. Mit seinem polarisierenden EXTREMITY gelingt das zweifelsohne, denn was der ambitionierte Regisseur hier auf Zelluloid bannt, ist schon harter Tobak. Darin ist Allison auf der Suche nach Extremen. Die will endlich ihre inneren Dämonen loswerden, von denen sie seit Jahren verfolgt wird. So leidet die Mittzwanzigerin unter einem schwerwiegenden Trauma, das den Alltag zum Horror macht. Um dem täglichen Schrecken zu entkommen, kompensiert sie brutale Underground-Filme. Doch irgendwann reicht die Flucht in die Welt des Genre-Films allein nicht mehr aus, um Erlebtes verarbeiten zu können. Deshalb beschließt sie sich ihren Ängsten zu stellen und nimmt an einem zweifelhaften Programm namens „Perdition“ teil, von dem sie im Internet erfahren hat. Hierbei wird sie gegen Bezahlung an ihre psychischen Grenzen gebracht und permanent von Kameras gefilmt, damit sich die Youtube-Gemeinde an den grenzwertigen Erfahrungen der Teilnehmerin ergötzen kann. Leider scheint Allison ein harter Brocken zu sein. Die zeigt sich von den Terror-Attacken der professionellen Angstmacher nur wenig beeindruckt, was das Terror-Unternehmen stutzig macht. Ist Allison etwa gar nicht hier, um sich zu Tode ängstigen zu lassen? Natürlich nicht. Für die Terror-Bude Grund genug den eigentlichen Intensionen der Auftragsgeberin auf den Grund zu geben. Leider nutzt man dafür fragwürdige Methoden, die jedem Psychologen die Haare zu Berge stehen lassen. Bis der Traumatisierten plötzlich die Sicherungen durchbrennen und alles aus dem Ruder läuft.
 
 
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Im wahrsten Sinne des Wortes schwere Kost. EXTREMITY macht seinem Filmtitel alle Ehre. Hier werden Heldin und Publikum an Grenzen gebracht. Permanente Terror-Attacken ohne roten Faden sollen den Willen des Opfers brechen und den Zuschauer an den Rand des psychisch ertragbaren treiben. Um das Ziel zu erreichen, verzichtet Regisseur ANTHONY DIBLASI auf einen geradlinigen Erzählfluss und füllt stattdessen sein Machwerk mit wahllos aneinandergereihten Terrorszenen, die einzig darauf abzielen den Filmfan zu verstören. Das mag anfangs noch ganz interessant erscheinen, wird aber mit fortlaufender Spielzeit zu einer anstrengenden Angelegenheit, weil der nicht enden wollende Dauer-Terrorbeschuss irgendwann genau das Gegenteil bewirkt: Müdigkeit. Da treiben maskierte Männer in einem leerstehenden Industriekomplex ihr Unwesen und stellen allerhand zweifelhaftes Zeug mit ihren Opfern an. Dabei wird keineswegs in Richtung Gore oder Gewalt geschielt. Sieht man vom gegensätzlichen Finale ab, ist EXTREMITY eher ein Horrorfilm, der von psychologischer Panikmacherei Gebrauch macht, um zu polarisieren. So wird ganz beiläufig aufgeklärt, wer die Drahtzieher des kuriosen Unternehmens sind und in wirren Rückblenden erläutert, welch tragische Erlebnisse Heldin Allison dazu getrieben haben, sich durch diese Art der Traumabewältigung Erlösung zu versprechen. Letzteres wird vor allem in der zweiten Filmhälfte zum Hauptthema gemacht. Hier wird tief in der Psychoanalyse-Kiste gekramt – glaubhaft erscheint das aber zu keiner Minute. Weil EXTREMITY aber bei genauerer Betrachtung kaum Handlung besitzt und die Hauptdarstellerin unzugänglich bleibt, entsteht auch zu keinem Zeitpunkt Mitgefühl mit dem Opfer oder ein Spannungsbogen, der den Zuschauer an die Glotze fesselt. So bleibt die Erkenntnis, dass 100 Minuten ganz schön lang sein können und Regisseur ANTHONY DIBLASI mit EXTREMITY – wie seine Filmheldin in einer Szene zu Beginn des Streifens – so ziemlich ins Klo gegriffen hat. Nach dem genialen LAST SHIFT eine richtige Enttäuschung. Muss man echt nicht sehen!
 
 
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EXTREMITY – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Erst Psycho-Horror, dann Splatterfilm. In EXTREMITY nutzt die traumatisierte Allison eine etwas andere Psychotherapie. Die zahlt freiwillig für Terror und will sich durch ein Unternehmen an die Grenzen des Ertragbaren bringen lassen. Warum? Weil sie sich von inneren Dämonen befreien möchte. Leider übernehmen die bald selbst das Ruder und machen die Leidtragende zur unaufhaltsamen Killermaschine. Stoff, der zusammengefasst eigentlich ganz klasse klingt. Was Regisseur ANTHONY DIBLASI dann aber letztendlich auf Film gebannt hat, ist alles andere als rosig. Der Hauptteil des Films wurde mit wahllos aneinandergereihten Terror-Szenen gefüllt. Dazwischen wird in Rückblenden erläutert, welch geheimnisvolles Schicksal Heldin Allison umgibt. Spannung? Fehlanzeige! Erst im Finale wird es endlich mal interessant und dabei auch gleich aus dem Vollen geschöpft. Dann überschlagen sich Ereignisse und Fans fürs Grobe bekommen auch endlich mal etwas Rot zu sehen. Im Verglich zum eher psychologischen Rest des Films reichlich übertrieben, weil sich der nicht enden wollende Terror-Beschuss plötzlich in einen deftigen Splatterfilm verwandelt. Leider kommt das Gorefest zu spät. Wegen der wirren Aneinanderreihung sinnbefreiter Terror-Momente, denen es an Spannung mangelt, dürften die meisten Zuschauer früh abgeschalten haben. Hinzukommt, dass die Figuren unsympathisch bleiben und deren Ableben zu keiner Zeit berührt. Das zeichnet nicht unbedingt einen guten Horrorfilm aus.
 
 
 


 
 
 

EXTREMITY – Zensur

 
 
 
Erst Terror, dann Splatter. Bis zum Finale gibt es kaum Schauwerte. Hier wird in erster Linie terrorisiert und erschreckt. Erst in den letzten 15 Minuten ändert sich der Ton. Dann geht es ordentlich zur Sache. Da wird ein Protagonist erschossen, einem anderen Charakter die Gesichtshaut vom Kopf gezogen. Außerdem wird ein Protagonist regelrecht mit einem Messer abgeschlachtet. EXTREMITY ist aufgrund des blutigen Endes ein definitiver FSK18er Kandidat.
 
 
 


 
 
 

EXTREMITY – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Dark Elegy Films)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Blackout Experiments (2016)
 
Martyrs (2008)
 
Scare Campaign (2016)
 
Fear, Inc. (2016)
 
Ruin Me (2017)
 

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Filmkritik: „Most Likely to Die“ (2015)

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MOST LIKELY TO DIE

Story

 
 
 
Ein Killer im Schulabschluss-Outfit macht Jagd auf befreundete Endzwanziger, die ein Klassentreffen besuchen wollen.

 
 
 


 
 
 

MOST LIKELY TO DIE – Kritik

 
 
 
Autsch! Was für ein herber Rückschlag für Regisseur ANTHONY DIBLASI. Dabei hatte er zuletzt ein gutes Händchen für markerschütternden Horror bewiesen und mit dem schaurigen Okkult-Thriller LAST SHIFT effektiv an den Schock- und Spannungsschrauben gedreht. Demzufolge sind die Erwartungen beim Zuschauer hoch. Der hofft natürlich, dass jetzt ebenso schaurig-unheimlicher Horror nachgeschoben wird. Doch die Enttäuschung ist bereits auf dem Weg. MOST LIKELY TO DIE heißt der nächste Streich des Herrn DIBLASIS, der sich diesmal nicht mit Geistern oder Sektengurus beschäftigt, sondern müde Slasher-Fans glücklich machen möchte. Doch die dürften sich wenig beeindruckt von dieser Schlitzer-Gurke zeigen. Nein, MOST LIKELY TO DIE ist nicht gerade das, was man unter originell oder clever führen würde. Vielmehr wird die ewig gleiche Leier vom maskierten Psychopathen abgespielt, der aus Rachsucht und Horror-Tradition möglichst kreativ und abwechslungsreich zu morden hat. Vergleicht man MOST LIKELY TO DIE mit den unzähligen Meuchelstreifen, die seit dem Slasher-Boom Ende der 1970er in die Lichtspielhäuser und Wohnzimmer gebracht wurden, lassen sich kaum Alleinstellungsmerkmale finden. Alles wie gehabt. Neu ist hier nur die Verkleidung des Killers, der seine Identität nicht hinter Hockeymaske, Kartoffelsack oder William Shatner-Maske verstecken möchte. Der Bösewicht in MOST LIKELY TO DIE hetzt im Schulabschluss-Outfit durchs Szenario und tötet mit einem handelsüblichen Teppichmesser ahnungslose Opfer. Für Beil oder Machete war er sich wohl zu fein. Oder zu pleite.
 
 
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In diesem Horror-Slasher treffen sich ehemalige Schulfreunde zum Klassentreffen. Zehn Jahre ist es nun her, dass sie die Schule verlassen haben. Weil man sich viel zu erzählen hat, versammelt man sich bereits am Abend vor dem Treffen im Haus eines der Ex-Mitschüler. Der scheint mit seiner Freundin wie vom Erdboden verschwunden zu sein, was aber vorerst niemanden stutzig macht. Stattdessen kommt man auf alte Zeiten zu sprechen und kippt sich ein paar hinter die Binde. Beim Durchstöbern des Jahrbuchs kommt das Gespräch auf einen ehemaligen Klassenkameraden. Mit dem meinten es die Freunde nicht gut und machten ihm den Schulalltag zur Hölle. Doch die Retourkutsche folgt sogleich – nö, mit zehnjähriger Verspätung. Eine vermummte Gestalt treibt im Haus ihr Unwesen. Die Benzinleitungen der Autos sind gekappt und ein Killer hat dafür gesorgt, dass kein Handyempfang möglich ist. Die Freunde sitzen in der Falle und müssen nacheinander blutig ihre Leben lassen. Nur, wer ist der stumme Teppichmesser-Schlitzer, der da so unverfroren die Wiedersehensparty stört? Kleiner Tipp: es ist nicht der Gepeinigte, mit dem man vor zehn Jahren Schindluder getrieben hat.
 
 
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Ich weiß, was du vor zehn Jahren getan hast. Horror-Slasher haben die Eigenschaft, nach immer gleichem Schema abzulaufen. Das hat sich über die Jahre so festgefahren – vermutlich, um Horrorfans intellektuell nicht zu sehr zu fordern. Längst haben die immer gleichen Abläufe begonnen zu langweilen, weil man einfach zu viele dieser stets ähnlich gestrickten Filme gesehen hat. So hinterlassen selbst Mord und Totschlag in den wenigsten Fällen Eindruck, was einige Filmemacher dazu veranlasst hat, sich abseits der bekannten Slasher-Pfade zu bewegen. Vorn dabei: WES CRAVEN. Der reanimierte mit SCREAM – SCHREI ein ganzes Subgenre mit – manche sagen zuviel – Ironie und flößte dem doch schon scheintoten Slasher neues Leben ein. Der Erfolg gab ihm recht. Leider ist MOST LIKELY TO DIE weit von den Qualitäten eines SCREAM entfernt. Der Film scheut das Unkonventionelle und verläuft lieber in sattsam bekanntem Bahnen. Das bedeutet, dass hier eben all das passiert, was schon während der ersten Slasher-Welle vor über 30 Jahren im Kino zu sehen war. Ein maskierter Killer macht sich auf, nacheinander Menschen zu töten. Die handeln in den entscheidenden Momenten nicht sonderlich klug und werden effekttechnisch abwechslungsreich in den Filmhimmel befördert. Wer überleben wird, ist keine Überraschung. So bekommen die Protagonisten, die später ohnehin einen grausamen Tod sterben werden, kaum Screentime, während die eigentlichen Helden im Film eine sichtbare Entwicklung durchleben. Im Falle von MOST LIKELY TO DIE sorgt Armors Pfeil sogar dafür, dass zwei Streithähne das Kriegsbeil begraben und im Schlachtfeld erneut zueinander finden. Ist das nicht romantisch?
 
 
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Für MOST LIKELY TO DIE konnte Regisseur ANTHONY DIBLASI einige bekannter Gesichter gewinnen. So gibt es ein Wiedersehen mit GLEE-Serien-Sternchen HEATHER MORRIS, die hier gleich mal die Hauptrolle ergattert hat und als Scream Queen – wenig überraschend – am Ende überleben wird. Ebenso bekannt: Blogger und Reality-TV-Star PEREZ HILTON. Der spielt im Film eine Nebenrolle und wurde vor allem wegen seiner kontroversen Blogbeiträge auf der eigenen Klatsch-Webseite perezhilton.com zum Internetstar. Der verdient mit heißer Luft übrigens geschätzte 800.000 US-Dollar im Monat. Apropos Luft: Trotz prominenter Besetzung bleibt MOST LIKELY TO DIE nicht mehr als ein laues Meuchel-Lüftchen. Zwar können die Schauspieler zur Abwechslung etwas; viel abverlangt wird ihnen trotzdem nicht. Gleiches gilt für die technische Ebene. Der Film schaut bei Weitem besser aus, als der übliche Slasher-Müll für den Videomarkt, der dem Zuschauer tagtäglich zugemutet wird. Die Voraussetzungen hätten nicht besser sein können. Leider wird die Laune vom kopflosen Drehbuch vermasselt. Das macht dem Horrorfan einen Strich durch die Rechnung. Autorin LAURA BRENNAN sollte in Zukunft besser wieder Skripte für triviale TV-Serien schreiben und von Spielfilmen die Finger lassen. Mit ihren langweiligen Geschichten tut sie niemandem einen Gefallen.
 
 
 


 
 
 

MOST LIKELY TO DIE – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Bluttriefende Hommage an die Slasher-Filme der 1980er. Hier verbeugt sich jemand ehrfürchtig vor Horrorklassikern wie DIE HORROR-PARTY und MONSTER IM NACHTEXPRESS. Trotz lieb gemeinter Absichten handelt es sich bei MOST LIKELY TO DIE leider doch bloß um einen 08/15-Slasher von jemandem, der sich eigentlich mit Horrorfilmen gut auskennt. Regisseur ANTHONY DIBLASI hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er ein Händchen fürs Angstmachen besitzt. Leider passiert es selbst dem erfahrensten Filmemacher, dass sich unter die vielen Hits auch ein Rohrkrepierer einschleicht. Nach der sehenswerten Clive Barker-Verfilmung DREAD und dem grandiosen Okkult-Grusler LAST SHIFT folgt nun der wenig ambitionierte MOST LIKELY TO DIE – ein eher durchschnittlicher Slasher, der keineswegs das Rad neu erfindet oder gar frischen Wind in das totgefilmte Slasher-Genre pustet. Alles schon mal da gewesen – und sogar besser. Abermals müssen Mittzwanziger ums Überleben bangen, weil sich ein Killer für die Demütigungen rächen will, die ihm die Beschuldigten vor vielen Jahren angedeihen ließen. Klingt nach einer Geschichte, mit der sich gefühlt tausend andere Slasher beschäftigen. Demzufolge ist der Handlungsverlauf vorhersehbar und Spannung kommt kaum auf. Immerhin sind einige Morde recht blutig und das Schauspiel passabel. Zudem ist MOST LIKELY TO DIE auf technischer Ebene vielen anderen günstig produzierten Videoproduktionen um Längen voraus. Ob das allein angesichts so wegweisender Meuchel-Klassiker wie HALLOWEEN oder SCREAM ausreicht, sollte jeder Slasher-Fan für sich selbst entscheiden. Dem FILMCHECKER-Team war dieser Horror-Slasher zu unauffällig, unoriginell und ermüdend.
 
 
 


 
 
 

MOST LIKELY TO DIE – Zensur

 
 
 
Zu sehen gibt es einige Bluteffekte – aber nichts, was man unbedient hervorheben müsste. So bekommt der Zuschauer aufgeschlitzte Kehlen und einen abgerissenen Kopf zu sehen. Weiterhin wird mit einem Teppichmesser in Kopf und Brust gestochen. Außerdem wird ein Eishockeyschläger zweckentfremdet. Erst werden mit dem Schläger Beine zertrümmert. Anschließend wird er in den Mund des Opfers eingeführt und tief in den Hals gerammt. Mit viel Glück könnte es hierzulande für MOST LIKELY TO DIE eine FSK16 geben. Eine Erwachsenenfreigabe ist aber wahrscheinlicher.
 
 
 


 
 
 

MOST LIKELY TO DIE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Die Rechte aller verwendeten Bilder liegen bei MarVista Entertainment)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Girl in the Photographs (2015)
 
Bastard (2015)
 
Lost After Dark (2015)
 
Hayride – Das Massaker (2012)
 
Hayride 2 (2015)
 
GirlHouse (2014)
 


Filmkritik: „Last Shift“ (2014)

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LAST SHIFT

(PAYMON – THE KING OF HELL)

Story

 
 
 
Neuer Job, absolutes Grauen: Polizistin Jessica Loren (Juliana Harkavy) erlebt am ersten Arbeitstag in einer Polizeiwache die Hölle auf Erden.
 
 
 


 
 
 

LAST SHIFT – Kritik

 
 
 
ANTHONY DIBLASI ist aus der Versenkung aufgetaucht. Lang war es still um jenen Regisseur geworden, der vor einigen Jahren noch als vielversprechender Newcomer in der Horror-Szene gehandelt wurde, weil er sich den Filmadaptionen diverser Kurzgeschichten von Erfolgsautor CLIVE BARKER (HELLRAISER) angenommen hatte. So fungierte er 2008/2009 in MIDNIGHT MEAT TRAIN und BOOK OF BLOOD als ausführender Produzent und nahm für den Psycho-Horror DREAD gleich selbst Platz auf dem Regiestuhl. Mit Letzterem feierte er sein Regiedebüt und erhielt für seine gelungene Arbeit von Kritikern und Fans viel Lob. Im Falle des neuen Streifens LAST SHIFT muss ANTHONY DIBLASI jedoch ohne Kultschriftsteller CLIVE BARKER auskommen, denn diesmal ist das Drehbuch und die Idee zum Film auf eigenem Mist gewachsen. Ein gewagtes Unterfangen, das der Regisseur jedoch mehr als souverän meistert, schließlich besitzt LAST SHIFT all das, was man von einem guten Horrorfilm neueren Datums erwartet. Um sich jedoch nicht die Spannung nehmen zu lassen, sei an dieser Stelle vorm Lesen der Kritik gewarnt, denn dieser Streifen gehört zu jener Art von Filmen, die nur dann ihr ganzes Gruselpotenzial entfalten können, wenn man vorab so wenig wie möglich über Handlung und Auflösung in Erfahrung bringt. Demzufolge gilt: Weiterlesen aus eigene Gefahr!
 
 
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Es geht um Jessica Loren (JULIANA HARKAVY), die als junge Polizistin in einer Polizeidienststelle das absolute Grauen erlebt. Die attraktive Mittdreißigerin ist gerade in den Dienst getreten und soll in einer Polizeistation die letzte Wache halten bevor das Gebäude für immer geschlossen wird. Was sie erst später erfährt: in diesem Gemäuer regiert der Terror, denn vor genau einem Jahr hat sich hier der Anführer eines satanischen Kultes (JOSHUA MIKEL) zusammen mit zwei weiblichen Anhängern das Leben genommen. Seitdem geht es in der Polizeiwache nicht mit rechten Dingen zu, denn der brutale Sektenguru scheint keine Ruhe gefunden zu haben. Mit allerhand paranormalen Schabernack sorgt er für blutige Unruhe und versucht aus dem Jenseits heraus sein Serienkillerdasein fortzusetzen.
 
 
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Fiese Schockmomente, verstörende Schreie und jede Menge Gänsehaut. Nein, LAST SHIFT ist keiner dieser quälend langweiligen Geisterfilme, die seit PARANORMAL ACTIVITY unermüdlich gedreht werden und sich bis auf Titel und Schauspieler kaum voneinander unterscheiden. Statt die immer gleichen Szenenverläufe nach vorhersehbarem Muster abzuspielen macht ANTHONY DIBLASI von hinterlistiger Verwirrungstaktik Gebrauch und versucht Heldin und Zuschauer zu manipulieren. Die sehen in einer menschenleeren und spärlich ausgeleuchteten Wache plötzlich ominöse Gestalten und werden Zeuge schrecklicher Visionen, die den Augen angsteinflößende Streiche spielen. Was in dieser Polizeistation im Argen liegt, lässt sich nicht so einfach durchschauen, denn Macher Diblasi geizt mit Anhaltspunkten. Ein mehr als geschickter Schachzug, um die Spannung konstant aufrechterhalten zu können, denn erst nach und nach macht Sinn, was anfangs überhaupt nicht einleuchten möchte.
 
 
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Kein Film für schreckhafte Gemüter. PAYMON – THE KING OF HELL, so wie LAST SHIFT in England vermarktet wird, bietet nicht nur atmosphärisches Gruseln nach allen Regeln der Kunst. Dieser Streifen zeigt, dass die eigentliche Geheimzutat eines jedes Geisterfilms seine unvorhersehbaren Schreckmomente sind. LAST SHIFT hat einige der makabersten Schocks in petto, welche man zuletzt im Horrorkino zu sehen bekommen hat. Die sitzen tief vor allem oder gerade wegen einem höchst gelungenen Einsatz von unheilvollen Geräuschen in Kombination mit unbequemen Bildern. Letztere sprechen für sich und sorgen im Finale für schnellen Puls, so dass der von den Morden eines gewissen CHARLES MANSON inspirierte Ausflug ins Horrorgenre länger nachwirkt, als man es anfangs vermutlich erwartet hätte.
 
 
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LAST SHIFT – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT trifft auf LET US PREY. LAST SHIFT ist ein Lehrfilm in Sachen Angstmacherei, der endlich auch mal wieder für Gänsehaut und schnelleren Puls sorgt. Demnach bleibt nicht viel zu sagen außer vielleicht, dass LAST SHIFT ein verdammt guter Grusel-Schocker ist, weil Macher und Horrorfan ANTHONY DIBLASI verstanden hat, worauf es im Horrorkino ankommt. Die clever gestrickte Handlung gibt nur spärlich Informationen preis, die Schockmomente haben es in sich und für Freunde blutiger Horrorware gibt es sogar am Ende etwas Rot zu sehen – bitterböse Auflösung inklusive. Eine markerschütternde Geräuschekulisse komplettiert das gelungene Gruselpaket – was will das Horrorherz eigentlich mehr?
 
 


 
 
 

LAST SHIFT – Zensur

 
 
 
Anfangs noch sehr zurückhaltend, überschlagen sich im Finale die Ereignisse. Dort gibt es Kopfschüsse zu sehen. Trotz rotem Lebenssaft ist LASH SHIFT jedoch keine Gewaltorgie. Der Streifen lebt hauptsächlich von der ungemütlichen Atmosphäre, die in bedrohliche Bilder eingefangen wird. Der Film hat hierzulande in der ungeschnittenen Fassung eine FSK16 erhalten. Aus irgendeinem Grund wurde aber der rote FSK-Flatschen auf die Blu-ray gedruckt. Vermutlich wegen einigen Werbefilmchen im Bonusmaterial.
 
 
 


 
 
 

LAST SHIFT – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) I-ON New Media (KeepCase Blu-ray)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Last Shift; USA 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 90 Min.

FSK: Film: FSK16 (ungeschnittene Fassung) | wegen Bonusmaterial ist die Blu-ray: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Trailershow

Release-Termin: 27.01.2017

 

Last Shift [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

LAST SHIFT – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Packshot / Grafiken liegen bei I-ON New Media

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Let us Prey (2014)
 
Raised by Wolves (2014)
 
Children of Sorrow (2012)
 
The Manson Family (2003)
 
Helter Skelter – Die Nacht der langen Messer (1976)
 


Kritik: „Cassadaga – Hier lebt der Teufel“ (2011)

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Cassadaga – Hier lebt der Teufel

Story

 
 
 
Nachdem die gehörlose Grundschullehrerin Lily Morel ihre geliebte kleine Schwester bei einem Autounfall verliert bricht für die junge Frau eine Welt zusammen. Um die Geschehnisse zu verarbeiten und um den Kopf wieder frei zu bekommen beschließt sie sich nach „Cassadaga“ zurückzuziehen, wo sie sich auch gleich dem Vater einer ihrer Kunst-Schülerinnen anvertraut und sich in selbigen verliebt. Doch der Friede ist nicht von langer Dauer. Nach einem missglückten Séance und dem Versuch mit der toten Schwester in Verbindung zu treten wird Lily fortan vom Geist einer Frau verfolgt, der die junge Lehrerin dazu drängt die mysteriösen Umstände ihres tragischen Todes aufzuklären. Währenddessen zieht ein brutaler, von Puppen besessener, Killer in dem kleinen idyllischen Örtchen durch die Parkanlagen, um sich der Körper attraktiver Frauen zu bemächtigen, deren Glieder er in seinem Keller auf groteske Art und Weise zu Marionetten zusammenflickt.
 
 
 


 
 
 

Cassadaga – Kritik

 
 
 
Anthony DiBlasi, der zuletzt mit der Clive Barker Verfilmung „Dread“ für Aufsehen in der Horrorfilmszene gesorgt hat, gibt seinen zweiten abendfüllenden Spielfilm zum Besten. Anders als in seinem letzten Beitrag, in dem er sich recht gekonnt auf das psychologische Ergründen menschlicher Urängste konzentrierte, serviert uns Regisseur Anthony DiBlasi mit „Cassadaga“ einen recht konventionell gestrickten Horrorfilm, der sich nur recht oberflächlich der psychologischen Schiene bedient und selbige im Film kaum Beachtung findet. Schade eigentlich, denn bereits die Einführung in die Geschehnisse von „Cassadaga“ lies derartiges Hoffen. Ein kleiner freudiger Knabe, wird von der Mutter beim Puppenspiel mit einigen Marionetten ertappt und für seine „Neigung“ konsequent bestraft. Einige Jahrzehnte später hat dem, nun erwachsenen Mann, die dominante Erziehung der Mutter derart psychisch geprägt, dass er fortan durch die Gärten zieht, um unschuldige Frauen zu überwältigen und in den eigenen Hobbykeller zu verschleppen. Dort „funktioniert“ er seine weiblichen Opfer zu grotesken Marionetten um, um sich daraufhin an dem Leiden der wehrlosen Wesen sexuell zu ergötzen. Wer hier dennoch glaubt, dass DiBlasi die Psyche eines Serienkillers erforscht, der irrt. Vielmehr sind die wenigen grotesk bebilderten Szenen aus dem Hobbyheimwerker-Keller einzig dafür in die Szenerie gestreut, um „Cassadaga“ auch unter Horrorfans interessanter zu machen und den Film etwas düsterer und reißerischer zu gestalten, denn eigentlich hat der Film diesen überflüssigen Parallel-Plot gar nicht nötig und mag irgendwie nicht zum Grundton der eigentlichen Geschehnisse passen. Denn die Haupthandlung folgt der tauben Hauptprotagonistin Lily, die sich in eine recht abstruse Geistergeschichte verirrt, deren Rätsel sich Schritt für Schritt versucht zu lösen. Dass dem geübten Zuschauer die Verbindung zwischen dem recht aggressiv in Erscheinung tretenden Geist und der parallel erzählten Serienkiller-Story auf Anhieb logisch erscheint ist leider eines der großen Mankos von „Cassadaga“, denn dieses ist leider viel zu schnell ersichtlich und nicht wirklich neu. Die Story vom wütenden Geist, der die Auflösung seines tragischen Todes fordert, hat die Genre-Welt leider zu oft thematisiert („What Lies Beneath“ oder „Echoes – Stimmen aus der Zwischenwelt“) und birgt, trotz einiger formgerecht eingestreuter Folter-Tortur-Schnipsel, keine gänzlich neuen Facetten. Trotzdem, „Cassadaga“ überrascht dennoch mit einigen sehr ansprechenden Momenten, wobei dem Zuschauer das Rätselraten um die Identität des perversen Irren die gesamte Filmlaufzeit über gehörig auf Trapp hält. Dass im permanenten hin und her switchen zwischen Geister- und Killer-Genre so einige unschöne Logikschnitzer auffallen und seltsam aufdringliche Zufälle und überflüssige Handlungsstränge ins Gewicht fallen, mag man DiBlasi nicht verübeln, zumal sein erneuter Ausflug ins phantastische Genre kaum störende Längen aufweist und fast zwei Stunden kurzweilig zu unterhalten weiß.
 
Die zweite Regiearbeit „Cassadaga“ des Amerikaners Anthony DiBlasi ist ein recht sehenswerter Mix aus diversen Sub-Genres, der trotz recht konventioneller Inszenierung recht kurzweilig erscheint und packend zu unterhalten weiß. Das große Plus in seinem Thriller ist hierbei die recht sympathische Hauptdarstellerin Lily, gespielt von Kelen Coleman, die den recht düsteren und kühlen Gegebenheiten eine gewisse Emotionalität verleiht und dem Zuschauer einmal mehr zum frivolen Mitfiebern einlädt. Einige seltsame Umstände fallen dennoch ins Gewicht. So fragt sich der Zuschauer den gesamten Film über, welchen dramaturgischen Sinn, die zu Beginn penibel eingeführte Gehörlosigkeit der Protagonistin besitzt, wenn ihr Manko doch kaum irgendeine Relevanz für den Fortlauf der Geschichte besitzt. Auch erschließt sich nicht so recht das Motiv der Taten des Killers „Geppetto“, dass nur oberflächlich zu Beginn des Films beleuchtet wird und kaum Zeit findet im Film weiter ausgebaut und erklärt zu werden. Trotzdem, die Symbiose zwischen Geister- und Folterfilm sowie dem Serienkiller-Thema funktioniert, trotz ersichtlicher Disharmonie, überraschenderweise erstaunlich solide. Auch wenn ich nach wie vor der Meinung bin, dass „Cassadaga“ die Killer- und Folterschiene nicht nötig gehabt hätte und sich oftmals das Gefühl aufdrängt, als könnte sich „Cassadaga“ nicht entscheiden, was er denn nun eigentlich sein möchte, weiß der Film fast 100 Minuten durchweg zu unterhalten. Dennoch, dieser kleine sauber abgedrehte ambitionierte Indipendent-Film wird, trotz vieler inhaltlicher Mängel, mit Sicherheit seine Liebhaber finden. Verdient hätte er es allemal!
 
Im übrigen: wer bis nach dem Abspann wartet, dürfte eine kleine Überraschung erleben.
 
 
 


 
 
 

Cassadaga – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Einige verstörende Folterszenen hier, ein paar Geister-Schockszenen da und fertig ist der Genre-Mix Marke „Cassadaga“. Zwar nicht sehr innovativ und nicht wirklich perfekt, aber trotzdem recht unterhaltsam und spannend! Darf man sich gerne ansehen!
 
 
 


 
 
 

Cassadaga – Zensur

 
 
 
Trotz der recht problematischen Thematik ertrinkt „Cassadaga“ nicht in Tonnen von Gedärm und Lebenssaft. Freunde, die hier extremes Folter-Gekröse erwarten dürften ersichtlich schnell enttäuscht werden, da hier kaum etwas von dessen explizit gezeigt wird und vorwiegend im Off stattfindet. Demnach dürften Filmfreunde den Film mit etwas Glück in einer ungeschnittenen FSK16er Freigabe erwarten, wobei ich aber davon ausgehe, dass Anthony DiBlasi´s zweite Filmauswertung in hiesigen Gefilden mit einer ungeschnittenen „Keine Jugendfreigabe“-Kennzeichung abgestraft werden wird.
 
 

Cassadaga – Hier lebt der Teufel [Blu-ray] ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

Cassadaga – Trailer

 
 
 

 
 
 

Ähnliche Filme:

Tötet Katie Melone (2010)

Julias Eyes (2010)

The Road (2012)
 
 
 

Hellraiser80