Filmkritik: „Kill Your Friends“ (2015)

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KILL YOUR FRIENDS

Story

 
 
 
Es ist 1997, ein Jahr nachdem die Spice Girls von England aus ihre Welteroberung starteten, und die Menschheit schreit nach Britpop. Zum Glück gibt es Steven Stelfox (Nicholas Hoult), der bei einer englischen Plattenfirma arbeitet und neues Talent an den Laden bringen soll. Als Mitarbeiter der A&R-Abteilung (kurz für Artiste & Repertoire) kriecht er durch Berge von CDs und Demotapes um das nächste große Ding ausfindig zu machen. Dabei sieht er sich als Spieler in der Musikbranche als Hai in einem riesigen Haifischbecken, in dem jeder nach Erfolg strebt. Um jeden Preis. So greift auch Steven langsam aber sicher zu unlauteren Methoden, um innerhalb seiner Firma aufzusteigen und den ganz großen Wurf zu landen. Angefangen bei Koks, leichten Damen und veganen Indie-Bands ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich hinter ihm eine blutige Spur auftut.
 
 
 


 
 
 

KILL YOUR FRIENDS – Kritik

 
 
 
There is no business like show business. Diese goldene Regel begleitet seit Jahren die Entertainmentbranche. Der Mythos von drogenverseuchtem Luxus und intriganten Drahtziehern verfolgt das Business ebenso hartnäckig wie die stetig wachsenden Unmengen von Geld, die sich beispielsweise Plattenfirmen einverleiben. Regisseur Owen Harris hat es sich in seinem ersten Kinofilm zur Aufgabe gemacht, diese düsteren Machenschaften zu entblößen und dabei eine bitterböse Satire auf die skrupellose Jagd nach Ruhm und Reichtum zu drehen. Entsprechend bissig kommen die Porträts der Bands und der „kreativen“ Köpfe hinter den Musikgruppen daher. Da wäre zum Beispiel das Quartett aus gründlich untalentierten jungen Damen, die von Steves Firma als der nächste Hit verkauft werden sollen. Oder der deutsche „Künstler“ Rudi (Moritz Bleibtreu), der sein Geld mit unaussprechlich grausamer Elektro-Musik verdient. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Sequenzen, in denen Steve und seine Kollegen sich unvernünftige Mengen an Rauschmitteln einverleiben und mit erweitertem Bewusstsein durch die vollends willkürliche Welt der wöchentlichen Charts navigieren.
 
 
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Gemischt werden die satirischen Einfälle mit Elementen aus schwarzer Komödie und Krimi-Thriller, was den Film leider kaum bereichert und stattdessen ein Wirrwarr aus Genres heraufbeschwört, in dem man sich nur schwer orientieren kann. Dazu trägt außerdem der Protagonist Steven Stelfox bei, der leider nicht funktioniert. Ein Vergleich mit dem kürzlich produzierten „Filth“ („Drecksau“) scheint angemessen, da beide Filme von skrupellosen Charakteren erzählen, die um jeden Preis ihre Karrieren vorantreiben wollen. Anders als der von James McAvoy brillant gespielte und fürchterlich zerrissene Bruce Robertson ist Steven Stelfox eine Figur, zu der man unmöglich Sympathie entwickeln kann. Wo die Boshaftigkeit in „Filth“ halbwegs nachvollziehbar ist, erfahren wir kaum etwas über die Motive des Hauptcharakters von „Kill Your Friends“, der von nichts weiter als einer unbegründeten Gier getrieben wird. Als moralische Anklage einer perfiden Branche versagt Owen Harris’ Film, da er sich den Fehlbarkeiten seiner Figuren zu sehr annähert und kein Gegengewicht zu ihren Eskapaden liefert. Er nimmt eine ähnlich ziel- und planlose Haltung ein wie Steven selbst, was sich im Film deutlich niederschlägt. Zu sehr wird der Verlauf der Handlung von willkürlichen Ereignissen dominiert, die dem Film zusätzlich ein wenig versöhnliches Ende beschert.
 
 
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KILL YOUR FRIENDS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Alkohol, Blut, Drogen und Spice Girls – Fieser und schwarzhumoriger Drogen-Trip durch die Musikszene der 90er. Mit „Kill Your Friends“ sollte augenscheinlich ein hartes Urteil über die korrupte und moralisch bankrotte Musikbranche gefällt werden. Leider werden die amüsanten und gut getroffenen satirischen Elemente des Films zu sehr verwässert und lassen ihn als halbgaren Mix zwischen dunkler Komödie und wenig spannendem Thriller erscheinen. Die Krönung ist ein vollends unsympathischer Protagonist, der die Sympathien der Zuschauer nur schwer für sich gewinnen kann. Übrig bleibt ein stellenweise unterhaltsamer Film, der über seine hochgesteckten moralischen Ziele stolpert und sie nicht erfüllen kann.
 
 


 
 
 

KILL YOUR FRIENDS – Zensur

 
 
 
Neben permanentem Drogenkonsum und einer Menge Nacktheit gibt es eine Handvoll blutiger Szenen, die „Kill Your Friends“ etwas würzen, aber nicht ins Extreme abrutschen. Der Film hat eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Die Verfilmung des Buches von John Niven feierte ihre Weltpremiere als Eröffnungsfilm des Fantasy Filmfest 2015 und wurde nun vom Rechteinhaber Ascot Elite in Deutschland ungeschnitten veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

KILL YOUR FRIENDS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Kill Your Friends; Großbritannien 2015

Genre: Thriller, Komödien, Krimis

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.39:1 (1080p) | @24 Hz

Laufzeit: ca. 104 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Keepcase mit Wechselcover und Schuber

Extras: Originaltrailer Deutsch, Originaltrailer Englisch, 10 Interviews (ca. 47 Min.), B-Roll (7:48 Min.), Premiere Zürich Filmfestival (5:34 Min.), Trailershow

Release-Termin: 18.03.2016

 

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KILL YOUR FRIENDS – Trailer

 
 


 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Ascot Elite Home Entertainment

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Drecksau (2013)
 
Dom Hemingway (2013)
 
Bad Lieutenant (1992)
 

Kritik: „Entitled – Ein fast perfektes Opfer“ (2011)

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ENTITLED – EIN FAST PERFEKTES OPFER

Story

 
 
 
Paul (Kevin Zegers) hat die Schnauze voll. Zwei Jahre sind seit seinem Abschluss ins Land gezogen und noch immer wohnt er mangels Einkommen bei seinen Eltern. Als ob die Schmach für den jungen Mann nicht genug wäre, reicht das Gehalt des Vaters langsam nicht mehr für die Medikamente seiner kranken Mutter. Am Ende der Vernunft fasst Paul den Entschluss, die Sprösslinge von drei gut betuchten Geschäftsmännern auf einen unfreiwilligen Urlaub einzuladen und sich diesen von den drei Vätern bezahlen zu lassen. Mit unter der Decke stecken die beiden Komplizen Jenna (Tatiana Maslany) und Dean (Devon Bostick) die ihrerseits ein Hähnchen mit den verwöhnten Klassenfeinden zu rupfen haben. Es beginnt ein Entführungs-Thriller, der seinem Publikum neben gelegentlichen Wendungen auch den einen oder anderen moralischen Denkansatz liefert.
 
 
 


 
 
 

ENTITLED – Kritik

 
 
 
Über die Jahre betraten viele kriminelle Protagonisten die Filmbühne, die meisten davon mit ihrer eigenen Rechtfertigung für ihre Taten. Im Fall von Paul Dynan und seines Masterplans ist die Rechtfertigung eine, die zur Zeit in vielen Köpfen der westlichen Welt ihre Runden dreht. Frisch und voller Energie hat der intelligente und fleißige junge Mann die Uni verlassen, nur um festzustellen, dass die Wirtschaft keinen Platz für ihn bietet, der seinen Ambitionen gerecht wird. Während er ein Vorstellungsgespräch nach dem anderen führt, rackert sein Vater sich in Spätschichten den Allerwertesten ab, doch all das reicht nicht einmal, um die medizinische Versorgung eines kranken Familienmitglieds zu sichern, geschweige denn ein Leben zu führen, das den Arbeitsaufwand entschädigt. Also verschiebt der ehrgeizige Paul seinen Fokus und seinen Intellekt auf eine nicht ganz legale Alternative, um an das so wichtige Cash zu kommen.
 
 
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Die soziale und wirtschaftliche Kulisse, vor der sich „Entitled“ abspielt, ist also nicht nur brandaktuell, sondern auch glaubwürdig. Ebenso glaubwürdig ist die Entwicklung der meisten Konflikte im Film, die sich nicht nur zwischen Geisel und Entführer, sondern gelegentlich auch innerhalb der kriminellen Bande und sogar zwischen den drei Vätern abspielen. Die Twists des Films sowie eine Handvoll Überraschungen zum Ende halten derweil souverän die Spannung aufrecht. Die größte Überraschung des Films bleibt jedoch die Verankerung seiner Story in einem glaubhaften, realitätsnahen Hintergrund. Aber wie der Protagonist, der im Lauf des Films oft Sympathie-Punkte gewinnen und wieder verlieren wird, predigt, muss man die Regeln brechen, wenn das Befolgen nicht mehr genügt. Oder?
 
 
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ENTITLED – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
Der Titel des Films fasst seinen Kern treffend zusammen. Was steht wem zu? Wer verdient Gutes, wer verdient Schlechtes? Der Film lässt mehrere Charaktere mit verschiedenen Philosophien und Ansichten aufeinandertreffen und zieht nebenher einen spannenden, soliden und kurzweiligen Thriller auf, über den man sich sogar nach Ablauf des Abspanns noch unterhalten kann.
 
 
 


 
 
 

ENTITLED – Zensur

 
 
 
Von der FSK hat „Entitled“ in seiner unzensierten Fassung das blaue Qualitätssiegel und damit eine Freigabe ab 16 erhalten. Der Film ist zwar nicht überaus brutal oder blutrünstig, die wenigen Gewalteinlagen schlagen jedoch auf Grund ihrer Rohheit und des Verhaltens mancher Charaktere stark ein. Die höhere Einstufung ist auf einige Trailer zurückzuführen, die aus Werbezwecken ebenso auf der Heimkinoveröffentlichung zu finden sind.
 
 
 


 
 
 

ENTITLED – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Entitled; Kanada 2011

Genre: Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.85:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 96 Min.

FSK: Film: FSK 16 (ungeschnittene Fassung) | Blu-ray aufgrund einiger Trailer: Keine Jugendfreigabe

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Trailer, Behind the Scenes, alternatives Ende

Release-Termin: 19.05.2015

 

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ENTITLED – Trailer

 
 


 
 
 

Timo Löhndorf

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Die Rechte aller Grafiken in dieser Review liegen bei Maritim Pictures

 
 
 
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Filmreview: „The Quiet Ones“ (2014)

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THE QUIET ONES

Story

 
 
 
Psychologie-Professor Joseph Coupland (Jared Harris) führt zusammen mit drei Studenten an einer Art erwachsener Wednesday Adams (Olivia Cooke) Experimente durch, die scheinbar vom Geist eines Kindes besessen ist. Mit verschiedenen Tests wollen sie beweisen, dass das Leiden der Patientin auf ein psychischen Traumata zurückzuführen ist und das Geisterwesen allein ihrer Phantasie entspringt …
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Kritik

 
 
 
Irgendwie erzielt die Wiederbelebung der glorreichen HAMMER STUDIOS nicht den Erfolg, den die Produktionsschmiede während ihrer Blütezeit in den 50er- und 60er Jahren verzeichnen konnte. Bis in die späten 70er hinein wurden dort nämlich Horrorfilme am laufenden Band produziert und verhalfen Legenden wie CHRISTOPHER LEE und PETER CUSHING zu Weltruhm. 1979 lief das letzte hauseigene Schaffen über die Leinwand – danach war Schluss. Dreißig Jahre nach Werkstattschließung wurden die Pforten der HAMMER STUDIOS dank Produzent JOHN DE MOL (ja, der BIG BROTHER-Schöpfer ist gemeint) erneut geöffnet und eine Reihe Gruselstreifen gedreht, die aber bisher nicht den Profit brachten, den man sich vielleicht erhofft hatte.
 
Während WAKE WOOD (2008), THE RESIDENT (2009) und das unnötige Remake LET ME IN (2010) hierzulande direkt auf dem Heimkinomarkt verramscht wurden, konnte zumindest THE WOMAN IN BLACK (2011) reichlich Zaster in die Kinokassen schwemmen, was aber vermutlich hauptsächlich an Darsteller DANIEL „POTTER“ REDCLIEF gelegen haben dürfte, der mit seiner Rolle im britischen Gothic-Grusler das ihm auferlegte Image des Zauberlehrlings loswerden wollte. Nun geht HAMMER FILMS in eine weitere Runde. Weil Geister und Wackelkamera seit PARANORMAL ACTIVITY und THE CONJURING immer noch genügend Leute in die Kinos locken können, dürfte es wohl keinen Horrorfan überraschen, dass auch die Macher von HAMMER FILMS auf den Geister, Exorzismus und Found-Footage-Zug springen, um den lukrativen Horror-Trend mitmachen zu können. Leider hat Regisseur JOHN POGUE so ziemlich alles vermasselt, was man bei einem solchen Film falsch machen kann. Für den hiesigen Rechteinhaber ASCOT ELITE daher Grund genug, dass vergeigte Machwerk ohne den Umweg ins Kino direkt in die Händlerregal zu stellen, damit sich Horrorfans das teure Eintrittsticket für THE QUIET ONES sparen können.
 
Übeltäter JOHN POGUE, der bisher nur das leidlich unterhaltsame Video-Sequel QUARANTÄNE 2 – TERMINAL (2011) fabriziert hat, verlagert die Handlung seines aktuellen Machwerks in die 70er und erzählt die Geschichte von Oxford-Professor Joseph Coupland (JARED HARRIES), der fest davon überzeugt ist, dass Geisterwesen nur Manifestation der Psyche sind. Drei seiner Stundenten sind von der radikalen Theorie derart fasziniert, dass sie den Lehrer bei seinen unorthodoxen Experimenten unterstützen. Auf einem Anwesen außerhalb von London soll die These an Patientin Jane Harper (OLIVIA COOKE) bewiesen werden. Die scheint Anzeichen von Besessenheit zu besitzen, quasselt permanent von einer imaginären Freundin namens Eve und start Löcher in die Luft. Während die Arbeiten akribisch mit der Kamera dokumentiert werden, ist es Student Brian McNeil (SAM CLAFLIN), der die zahlreichen Test bald zu hinterfragen beginnt. So ganz Unrecht hat er mit seiner Feststellung nämlich nicht, denn Professor Jared Harris verliert schon bald das Wohl seiner Probandin aus den Augen und hat nur noch ein Ziel: Seine Theorie zu beweisen.
 
Dunkle Flure, nostalgisches Filmmaterial und typisch britisches Gruselflair; eigentlich hätte alles so schön werden können. Wäre da nicht Regisseur JOHN POGUE gewesen, der die eigentlich guten Voraussetzungen für einen Grusler wie diesem im Keim ersticken lässt. THE QUIET ONES ist eine jener modernen Interpretationen altmodischer Geistergeschichten, die einfach keine Angst einjagen wollen, was wohl daran liegen dürfte, dass POGUE immer dann Szenen abrupt enden lässt, wenn es gerade unheimlich und spannend werden will. Für einen Horrorfilm ist derart Vorangehensweise fatal; vor allem dann, wenn es sich ausgerechnet auch noch um Spuk- und Geisterhorror handelt. An beinahe jeder Gruselszene lässt sich die Unfähigkeit seines Machers erkennen. So werden plumpe Spuk-Klischees wie so oft wenig überraschend abgeklappert und plötzlich endende Szenenabläufe oder minderwertige CGI-Effekte verderben beinahe jeden Gruselmoment. Immerhin gefällt der eigentlich unbeliebte Found-Footage-Gimmick, der ja im Horrorfilm zum unverzichtbaren Übel geworden ist und nahezu in jedem zweiten Gruselfilm Verwendung findet. Im Falle von THE QUIET ONES bewirkt der aber ausnahmsweise Atmosphäre, die sich ohnehin recht mager durch die halbherzig geschriebene Geschichte zieht. Zwischen seltsamen Tests und immer wieder gleichen Szenenabläufen, die vermutlich ins Drehbuch geschrieben wurden, damit man auf Spielfilmlänge kommt, gesellt sich schick aufbereitetes 16mm Bildmaterial, das quasi aus Brains Kamera stammt, der die Experimente auf Film festhält. JOHN POGUE schafft das, was bisher nur wenigen Wackelcam-Machern gelungen ist. Er verknüpft das normal gefilmte Geschehen mit krisseligen 16mm-Schnipseln, ohne dass das Found-Footage-Gebräu zu sehr auf den Zünder geht. Dass auf authentisch getrimmte Doku-Material hat Charme, vor allem dann, wenn Professor Joseph Coupland seinen Schülern ältere s/w-Aufnahmen seiner Patienten im Hörsaal vorführt und sich geisterhafte Dinge auf den alten Filmausschnitten ereignen.
 
Leider ist Found-Footage auch das einzige, was POGUE gut beherrscht, denn trotz visuellen Schmankerl und vernünftig agierenden Schauspielern ist THE QUIET ONES eine absolute Enttäuschung und wird dem Namen HAMMER FILMS nicht einmal ansatzweise gerecht. Das ist deshalb recht schade, weil dem Macher JOHN POGUE eine spannende Vorlage zur Verfügung gestanden hat. THE QUIET ONES ist nämlich eine von ach so vielen Horror-Gurken, die zu Beginn damit werben, dass die Schreiberlinge des Films von wahren Begebenheiten inspiriert wurden. Den Horrorstoff für diesen überraschungsarmen Exorzismus-Hochglanz-Spuk lieferte das PHILIP EXPERIMENT, welches von Professor DR.GEORGE OWEN 1972 im kanadischen Toronto tatsächlich durchgeführt wurde und aus einem parapsychologischen Forscherteam bestand, das allein mit Gedankenkraft den Geist des fiktiven Charakters PHILIP AYLESFORD entstehen lies. So interessant die Grundlage, so unausgegoren die Umsetzung. Statt auf amateurhaftes Pixelgewitter und unerfahren Regisseure zu setzen, wäre es für Produktionshaus HAMMER FILMS von Interesse nach wirklich guten Regisseuren zu suchen, die zur Abwechslung auch mal Ahnung haben, wie man gute Horrorfilme macht. Denn im Vergleich zu den klassischen Hammer-Streifen sind die bisher neu entstandenen Filme unter dem Banner HAMMER FILMS sehr liebloser und vor allem austauschbarer Kommerzmüll.
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Was waren das für Zeiten, als HAMMER FILMS noch gute Filme hervorbrachte. Die Reanimation des Produktionshauses durch JOHN DE MOL hat dem Studio nicht gut getan, denn seit der Wiedereröffnung der legendären Horror-Schmiede gehen keine wirklich guten Filme mehr in Produktion, die an die einstigen Erfolge anknüpfen können. THE QUIET ONES verspricht im Trailer viel, hält aber wenig. QUARATNÄNE 2-Verbrecher JOHN POGUE bedient sich wie vieler seiner Kollegen der Found-Footage-Rezeptur und köchelt Geister- und Besessenheits-Thematik auf kleiner Flamme. Bescheidene Computereffekte, magerer Gruselgehalt und klischeehafte Spukeffekte sind das Ergebnis mit dem vermutlich nicht mal Fans paranormaler Geschichten zufrieden sein dürften. Immerhin hat Regisseur JOHN POGUE den Wackelcam-Gimmick gut im Griff. Damit dürfte er für die Zukunft gut gerüstet sein, schließlich dürfte Found-Footage auch in den kommenden Jahren die Filmlandschaft verpesten und mit wackeligen Bildern Kopfschmerzen bereiten.
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Zensur

 
 
 
THE QUIET ONES ist ein stilvoll gedrehter Horrorfilm der alten Schule, bei dem das Augenmerk eher auf Atmosphäre und Gruselfeeling liegt und der keine Zeit mit unnötigen Blut-Albereien vergeudet. Demnach ist das Gezeigte eher subtiler Natur und nicht sonderlich grausam anzusehen. Es gibt Verbrennungen an der Hand und eingeätzte Wundmale zu sehen. In den letzten Minuten sterben einige der Protagonisten im hektisch geschnittenen Bilderhagel, wobei der Höhepunkt eine ziemlich schlecht animierte CGI-Verbrennungs-Sequenz sein dürfte. Hierzulande hat das für FSK16 gereicht.
 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The-Quiet-Ones-Bluray

(c) Ascot Elite

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Quiet Ones; USA/UK 2014

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 98 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Featurette, Film Clip, B-Roll, Soundbites: Jared Harris, Sam Claflin, Erin Richards, Rory Fleck-Byrne, Olivia Cooke, John Pogue, Ben Holden, and Simon Oakes., UK Trailer, 2 US Trailer, TV Spots, Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 12.08.2014

 
 
 

The Quiet Ones [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON bestellen

 
 
 


 
 
 

THE QUIET ONES – Trailer

 
 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
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Possession – Das Dunkle in Dir (2012)
 
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Filmreview: „The Butterfly Room“ (2012)

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THE BUTTERFLY ROOM

Story

 
 
 
Die in die Jahre gekommene Ann (Barbara Steele) erlebt ihren zweiten Frühling. Kinder liebt sie über alles, vor allem dann, wenn diese mit der mysteriösen Dame viel Zeit verbringen. Doch hinter der Fassade der gutherzigen und spendablen Frau verbirgt sich das unberechenbare Böse …
 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Kritik

 
 
 
Die Liebe einer Mutter stirbt nie. Das mag auch für Nachbarin Ann (BARBARA STEELE) gelten, die einfach derart viel Liebe zu vergeben hat, dass sie gleich für mehrere (ihr fremde) Kinder reicht. Doch die nette, alte Dame von nebenan hat auch ihre Problemchen, denn einen wirklich guten Draht zu ihrer eigenen, erwachsenen und übertrieben hysterischen Tochter Dorothy (HEATHER LANGENKAMP) scheint die gute Frau nicht zu haben. Umso erfreulicher, dass die allein erziehende Mutter Claudia (ERICA LEERHSEN) mit Tochter Julie (ELLERY SPRAYBERRY) in das gegenüberliegende Apartment einzieht. Schnell ist ein guter Kontakt zur neuen Nachbarin aufgebaut, so dass die kleine Julie hin und wieder Zeit mit der schrulligen Ann verbringen kann, wenn Mutter Claudia mal wieder etwas länger auf der Arbeit benötigt. Doch mit der älteren Dame scheint irgendwas im Argen zu liegen. Nachts dringen geheimnisvolle Geräusche aus ihrer Wohnung und Menschen verschwinden spurlos, die zuletzt mit der Rentnerin in Verbindung gestanden haben. Alles hat den Anschein, als wenn Anns mysteriöser Schmetterlingsraum ein Geheimnis wahrt zu dem Julie der Zutritt verboten wurde.
 
Der Giallo ist zurück. Das Subgenre des Thrillers wurde von Horror-Kultikone MARIO BAVA (BLUTIGE SEIDE) Mitte der 60er begründet und hat Dank DARIO ARGENTO und SERGIO MARTINO in den 70ern eine Blütezeit erlebt. Seit einigen Jahren versucht man den scheinbar vergessenen Vorläufer des amerikanischen Slasher-Films wieder aufleben zu lassen. Visuell sehr reizvolle und effizient inszenierte Streifen wie GIALLO (2009) oder MASKS (2011) brachten erneut spannendes Krimi-Feeling in die Wohnzimmer und verhalfen dem einst schmuddeligen Giallo zu neuem Glanz. Auch JONATHAN ZARANTONELLO ist ein großer Verfechter jener Filmgattung. Der wollte mit seinem THE BUTTERFLY ROOM nur zwei Dinge: Eine Hommage an den berüchtigten Giallo-Thriller der 70er mit all seinen Lieblingsdarstellern drehen und einen Film in die Kinos bringen, in dem eine Frau unschuldige Kinder gemeingefährlich um die Ecke meuchelt. Ersteres ist ihm zumindest auf jeden Fall eindrucksvoll gelungen. THE BUTTERFLY ROOM entpuppt sich als Klassentreffen der Altstars des Horrorgenres. Wir sehen BARBARA STEELE als bemitleidenswerte und skrupellose Alte, die bereits in Bavas Klassiker DIE STUNDE WENN DRACULA KOMMT (1960) zu sehen war und dort glänzen konnte. Die Darsteller-Riege wird ergänzt durch Scream Queen HEATHER LANGENKAMP, die es vor mehr als 30 Jahren mit Kinderschlächter Freddy Krueger (ROBER ENGLUND) aufnahm und sich im ersten NIGHTMARE ON ELM STREET um Kopf und Kragen schrie. Außerdem ließen es sich Regisseur JOE DANTE (GREMLINS) und CAMILLE KEATON (das Opfer aus dem Original I SPIT ON YOUR GRAVE) nicht nehmen, mal kurz durchs Bild zu huschen, damit die Klassikerfans unter den Filmzuschauern feuchte Höschen bekommen.
 
THE BUTTERFLY ROOM ist ein durchweg sehenswerter Genrebeitrag, was vor allem daran liegen mag, dass ZARANTONELLO dem Horrorfreund nicht die ewig gleiche Brühe vorsetzt, die er schon in zig anderen Möchtegern-Schockern gesehen hat. Sein dritter Spielfilm hat es wahrlich in sich und besinnt sich zu den Wurzeln des Horrors zurück, die das Genre einst zu erfolgreich gemacht haben. Mit überschaubarem Budget erzählt er eine puzzleartige und packende Geschichte, die nie zuviel verrät und mittels intelligent eingestreuter Zeitsprünge von der düsteren Vergangenheit eines betagten, vereinsamten und mordenden Mütterchens berichtet. Hierbei scheint STEELE als meuchelnde Oma perfekt gewählt. Sie agiert zwar ab und an (bewußt?) sonderbar und unbeholfen vor der Kamera, findet aber stets den Spagat zwischen ausgefuchstem Biest und gutherziger Übermutter, der man das eiskalte Killerspiel irgendwie gar nicht übel nehmen will. Im Gegensatz zu den üblichen Verdächtigen der bekannten Gallio-Ära hält sich ZARANTONELLO mit der Zurschaustellung von Grausamkeiten dezent zurück. Großmütterchen Ann schreitet zumeist im Affekt zur Tat und hat eine ganz eigene Methode zur „Müllbeseitigung“ für sich entwickelt, was man natürlich zu keiner Zeit hinterfragen sollte (ist ja schließlich auch ein Horrorfilm), scheint doch Ann im Film mit Bärenkräften gesegnet worden zu sein.
 
Auch wenn es sich bei THE BUTTERFLY ROOM um unverbrauchte Genreware mit viele Liebe zum Detail handelt, hinterlässt das etwas sehr überstützte und viel zu kurze Finale einen recht faden Nachgeschmack. Selbstverständlich arbeitet ZARANTONELLO daraufhin hinaus, dass das perfide Treiben der merkwürdigen Dame am Ende entdeckt wird. Was anfänglich noch nahezu akribisch durchgeplant zu vertuschen versucht wird, verliert am Ende an Wichtigkeit. Ann stapft unüberlegt in ein Fettnäpfchen nach dem anderen und stolpert so in ein Finale, das man fast schon als zwanghaft konstruiert und arg grobmotorisch bezeichnen könnte. Immerhin bleibt das Rätsel um Anns titelgebenden Schmetterlingsraum bis kurz vor Ende gut verschleiert, was auf jeden Fall knapp 90 fesselnde Minuten verspricht. Die sind definitiv gut angelegt, punktet THE BUTTERFLY ROOM doch mit einer unverbrauchten Thriller-Thematik, die zudem sogar auch noch intelligent umgesetzt wurde. Leider hat es bisher noch kein deutscher Verleih riskiert den absolut sehenswerten Streifen auszuwerten, was schon mehr als grotesk anmutet, wenn man sich die Schundwerke anschaut, die tagtäglich in den deutschen Handel gebracht werden. Sollte es dennoch soweit sein: Vormerken und anschauen, denn THE BUTTERFLY ROOM ist eine wirklich liebenswert-schrullige Verbeugung vor den ganz großen Giallo-Regisseuren der 70er Jahre.
 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Ein absoluter Leckerbissen für jeden Horrorfan. THE BUTTERFLY ROOM lässt den längst vergessenen, schmuddligen Giallo der 70er Jahre erneut aufleben und haucht ihm sogar noch frischen Wind ein. Selten hat man einen derart betagten Killer auf der Mattscheibe erlebt, der so ausgefuchst und raffiniert zur Tat schreitet, dass im Gegensatz dazu Genre-Kollegen wie Meyers, Voorhees und Co. in Rente gehen können. Regisseur JONATHAN ZARANTONELLO hat alles richtig gemacht und ein kleines Meisterwerk geschaffen, das den ganz großen Giallis der 70er in nichts nachsteht. Wenn nur andere soviel Herzblut in ihr Schaffen investieren würden, gäbe es schon längst nicht mehr so viele minderwertige Filme wie es aktuell der Fall ist. Von uns gibt es daher auch für THE BUTTERFLY ROOM fast volle Punktzahl und den Hinweis auf Horror-Pflichtprogramm!
 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Zensur

 
 
 
Hierzulande konnte THE BUTTERFLY ROOM problemlos die FSK passieren. Da im Film nur wenige Grausamkeiten gezeigt werden, die zudem kaum blutig sind, wurde der Streifen ab 16 Jahren freigegben. Die Kaufhausversion ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Deutsche Blu-ray

 
 
 
the-butterfly-room-blu-ray

(c) Maritim Pictures

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The Butterfly Room; USA 2012

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch Dolby Digital 2.0, Deutsch DTS-HD MA 5.1, Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 87 Min. (uncut)

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Originaltrailer, Trailershow

Release-Termin: 10.06.2014

 
 
 

Butterfly Room – Vom Bösen besessen [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

THE BUTTERFLY ROOM – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sleep Tight (2011)
 
Das Kindermädchen (1990)
 
Fear – Wenn Liebe Angst macht (1996)
 
Stepfather (1987)
 
Stepfather (2009)
 

Filmreview: „Frankenstein´s Army“ (2013)

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FRANKENSTEIN´S ARMY

Story

 
 
 
Einige Russen stoßen inmitten der Wirren des Zweiten Weltkriegs auf ein geheimes Labor der Nazis, in dem nach Aufzeichnungen Dr. Victor Frankensteins grausige Experimente durchgeführt werden. Ein wahnsinniger Wissenschaftler hat eine schaurige Armee wandelnder Untoter geschaffen, die nun über den Kriegsschauplatz tobt und die Gegner in die Flucht schlagen soll …
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Kritik

 
 
 
Die düstere Nazi-Thematik wurde nun schon in allen erdenklichen Horrorfilmen verwurstet. Ob im Geisterschiff-Schocker DEATH SHIP (1980), im Zombiefilm DEAD SNOW (2009) oder im Exploitation-Trash ILSA, SHE WOLF OF THE SS (1975); die kontroverse deutsche Geschichte hat schon so manch Filmschaffenden auf arg perfide Ideen gebracht. Der niederländische Regisseur RICHARD RAAPHORST sah in der Nazi-Problematik ebenfalls Potenzial und wollte damit nach einigen Kurzfilmen den ersten Langfilm schaffen. Unter dem Titel WORST CASE SCENARIO drehte er zwei kurze Promo-Clips, um mögliche Investoren für seinen Nazi-Flick gewinnen zu können. Doch der erhoffte Dreh kam nie zustande. Stattdessen öffnete sich für den Nachwuchsregisseur ein anderes Türchen. RAAPHORST begann mit der Arbeit am Monster-Trash FRANKENSTEINS ARMY, in dem er einige seiner Ideen aus den zuvor abgedrehten WORST CASE SCENARIO-Trailern gleich für seinen ersten Spielfilm wiederverwerten konnte und sich so einen langjährigen Traum erfüllte. Seine Geschichte über eine gemächlich marschierende Armee von „Zombots“, die durch einen verrückten deutschen Wissenschaftler aus Blech und menschlichen Körperteilen zusammengebastelt wird, erntete bereits bei Kritikern und in Fankreisen ausreichend Lob und dürfte nicht unwesentlich dazu beigetragen haben, dass RAAPHORST vielleicht doch noch sein gescheitertes WORST CASE SCENARIO auf die große Leinwand bringen darf. Um seinen Film so wirtschaftlich wie möglich umsetzen zu können, wurde bei der Produktion auf preisgünstige Wackelkamera-Methodik zurückgegriffen, die im Falle von FRANKENSTEINS ARMY einmal mehr all die üblichen Klischees zu bieten hat, die dieses Subgenre unlängst hervorgebracht hat. Für manchen Horrorfan vermutlich zuviel des Guten, besitzt der berüchtigte Found Footage-Film vermutlich ebenso viele Gegner wie Liebhaber und hat sich durch die unendlich vielen minderwertigen Werke der letzte Zeit wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Trotz aller Skepsis erweist sich die Wackelcam-Rezeptur hier als stimmiges Stilmittel, das hervorragend mit der morbiden Atmosphäre verschmilzt und zusammen mit dem hervorragenden Monster-Design weit mehr als nur ein Wackelkamera-Film unter vielen ist.
 
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges: FRANKENSTEINS ARMY erzählt vom bitteren Kampf eines russischen Aufklärungstrupps, der in deutschem Gebiet nach gegnerischen Stellungen sucht, um diese zur Aufgabe zu zwingen. Seit einer gefühlten Ewigkeit besitzt das Team keinen Kontakt mehr zum Oberkommando und eilt orientierungslos über den Kriegsschauplatz. Plötzlich erhalten die Kameraden einen Funkspruch einer naheliegenden russischen Truppe, die um Hilfe bittet. Für die Soldaten Grund genug ihren Landsleuten zur Hilfe zu eilen. Doch als sie den übermittelten Koordinaten in ein vermeintlich leerstehendes Dorf folgen, ahnen sie nicht, dass sie wenig später von einer Schar grotesker Gestalten heimgesucht werden. In einem geheimen Labor der Nazis hat ein verrückter Wissenschaftler Leichenteile deutscher Gefallener mit Blech und Metall zusammengeflickt und daraus eine Monster-Horde geschaffen, die nun die Russen in die Flucht schlagen soll.
 
Die Geschichte wird hierbei aus der Sicht des russischen Studenten Dimitri (ALEXANDER MERCURY) geschildert, der den Aufklärungstrupp mit seiner 16mm Kamera begleitet und jeden Schritt auf Film festhält. Das Bildmaterial unterliegt selbstverständlich auch in FRANKENSTEINS ARMY technischen Schwankungen. Mit diversen Unschärfen, Bildausfällen oder gar einer zerbrochene Linse muss der Zuschauer leben, wobei gerade in hektischen Situationen ein Erfassen der Ereignisse unmöglich scheint. Immerhin schaut das Bildmaterial dank 16mm schön retro aus (ob nur technisch aufbereitet oder wirklich auf 16mm gedreht sei einmal dahingestellt), so dass der fake-dokumentarische Stil hervorragend zur Geltung kommt und eine authentische Kriegsatmosphäre schafft. Während sich die erste Hälfte des Filmes mit dem Suchen, Erkunden und Entdecken beschäftigt und nicht selten mit einigen unnötigen Längen zu kämpfen hat, geht es dafür in der zweiten mächtig zur Sache. In einem verlassenen Bergdorf bricht der Terror los und die russischen Soldaten werden in regelmäßigen Abständen von absurden Gestalten angegriffen. Die kriechen aus allen Ecken und lassen den Zuschauer nicht selten an berüchtigte Shooter-Games wie DOOM, MEDAL OF HONOUR oder WOLFENSTEIN 3D denken. Die aus Schrott und Kriegsleichenteilen zusammengekleisterten Kreaturen bieten den eigentlichen Wert von FRANKENSTEINS ARMY, denn derart groteske Ungeheuer hat die Filmwelt vermutlich noch nicht zu Gesicht bekommen. Großes Lob gilt daher der Ideenvielfalt des Regisseurs, der hier eine absolut andersartige Horde Monster kreiert hat und dabei sogar durchweg auf CGI-Effekte verzichtet. Die Kreaturen – halb Mensch, halb Maschine – glänzen durch Liebe zum Detail und lassen nur erahnen, wohin die gesamten Produktionsmittel geflossen sein müssen. Die aufwendigen Spezialeffekte sind für das überschaubare Budget, das RAAPHORST für die Umsetzung seiner Perle zu Verfügung gestanden hat, als beachtlich hochwertig zu betiteln und sind zudem in der deutschen Filmversion sogar noch vollkommen komplett. Etwas unverständlich, wird gerade gegen Ende reichlich menschliches Hirn gematscht, wobei die hiesige FSK bei weitaus handzahmeren Filmchen nicht selten gar keinen Spaß verstand. Nichtsdestotrotz hat natürlich auch FRANKENSTEINS ARMY so seine Schnitzer (warum sprechen russische Soldaten eigentlich untereinander perfektes Englisch), die erfrischende Idee überzeugt jedoch prompt und die schnörkelfreie Inszenierung macht RAAPHORSTS Debüt zu einer schwer unterhaltsamen Angelegenheit, die sich kein interessierter Horrorfilmfan entgehen lassen sollte.
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Eine kleine Überraschung auf dem sonst so zwiespältigen Wackelkamera-Markt. Umso erstaunlicher, dass der Initiator dieser Horrorperle direkt aus unserem Nachbarland, den Niederlanden, stammt. In FRANKENSTEIN ARMY erlebt der Zuschauer die vermutlich absurdesten Filmmonster der letzten Jahre. Ein unterhaltsamer Horrorstreifen, der selbst das Herz eingefleischter Found Footage-Gegner schneller schlagen lassen dürfte, denn FRANKENSTEIN ARMY ist laut, blutig und herrlich schräg!
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Zensur

 
 
 
In FRANKENSTEIN´S ARMY geht es gerade gegen Ende recht deftig zur Sache, wobei sich die Frage stellt, wie FRANKENSTEIN´S ARMY unbeschadet durch die FSK gekommen ist. Die deutsche Fassung ist ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

FRANKENSTEIN´S ARMY – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Frankensteins Army Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Frankenstein´s Army; USA/Niederlande 2013

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch und Englisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 (1920x1080p), @24 Hz

Laufzeit: ca. 84 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover und Schuber, Steelbook

Extras: Originaltrailer in Deutsch und Englisch, Making of (ca. 31 Minuten), Trailershow mit sechs Clips anderer Filme aus dem Programm von ASCOT ELITE

 
 
 
Der bisher in Genrekreise mit eher gemischten Gefühlen aufgenommene FRANENSTEIN´S ARMY hat vom Anbieter ASCOT ELITE HOME ENTERTAINMENT eine erstaunlich hochwertige Blu-ray-Veröffentlichung spendiert bekommen. Die Erstauflage wurde sogar in einen Pappschuber gesteckt; ein limitiertes Blu-ray-Steelbook soll zusätzlich folgen. Das anamorphe Widescreenbild ist für einen Found-Footage-Film als ziemlich gelungen zu betiteln. Der schicke Retro-Look des Bildmaterials besitzt einen durchweg lobenswerten Kontrast und eine sehr gute Schärfe; die vielen für einen Wackelcamfilm typischen Mängel im Bildmaterial (unkonstante Kameraführung, Unschärfen usw.) passen thematisch hervorragend zur Geschichte und stören nur selten. Der Schwarzwert ist satt und detailreich und die Kompression bleibt unauffällig. Ebenso lobenswert geht es tonal zugange. Der deutsche und englische Ton liegt in dts-HD-Master 5.1 vor und fällt erstaunlich räumlich und sehr druckvoll aus. Die Dialoge verteilen sich im Frontbereich und sind gut verständlich. Viele kleine Effekte schallen aus den hinteren Lautsprechern, was gerade in den Katakomben für ein angenehmes Gruselfeeling sorgt – auf einen Score wird aufgrund des Doku-Charakteres weitestgehend verzichtet. Für einen eher kleinen Film wie FRANKENSTEIN`S ARMY sollte man beim Bonusmaterial nicht zu viel erwarten. Dem Filmfreund wird das obligatorische Extraprogramm geboten. Herzstück ist das halbstündige „Making of“ bei dem zwar einige Aspekte über die Produktion beleuchtet werden, aber weniger auf die kuriose Entstehungsgeschichte eingegangen wird. Die Promo-Clips der Ursprungsidee WORST CASE SCENARIO haben es nicht auf die Scheibe geschafft, können aber auf einschlägigen Videoportalen wie YOUTUBE kostenlos angesehen werden. Trotzdem sehr bedauerlich, dass diese höchst beeindruckenden Trailer nicht auf der vorliegenden Blu-ray vorzufinden sind. Abgerundet werden die Extras mit dem Originaltrailer in Deutsch und Englisch, sowie sechs Clips aus dem Film-Katalog des Anbieters ASCOT ELITE. Gegner des FSK-Flatschens dürfen sich zudem auf ein Wendecover freuen.
 
 

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FRANKENSTEIN´S ARMY – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth / Hellraiser80

 
 
 
Ähnche Filme:
 
The Dinosaur Project (2012)

The Amityville Haunting (2011)

Tape 407 (2012)

V/H/S (2012)

V/H/S 2 (2013)

Paranormal Activity 3 (2011)

Penance – Sie zahlen für ihre Sünden (2009)

The Tunnel (2011)

Aktion Mutante (1993)

Filmreview: „A Little Bit Zombie“ (2012)

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A Little Bit Zombie

Story

 
 
 
Was für ein Pech: ausgerechnet am letzten Wochenende vor den Vorbereitungen zu seiner Hochzeit wird Steve (Kristopher Turner) von einer Mücke gestochen, die sich einige Minuten zuvor am Blut eines Zombies beköstigt hat. Es dauert nicht lang, bis Steve sich arg unwohl beginnt zu fühlen und wenig später feststellt, dass er sich scheinbar mit einem seltsamen Virus infiziert hat, der ihn nun selbst zum Zombie werden lässt. Zusammen mit seiner Verlobten Tina (Crystal Lowe) und den beiden Freunden Craig und Sarah versucht er nun eine Lösung für das Problem zu finden. Wäre da nicht die allgegenwärtige Gier nach menschlichen Hirn, die ihm allmählich den Verstand rauben möchte …
 
 
 


 
 
 

A Little Bit Zombie – Kritik

 
 
 
Während eines bierseligen Wochenendtrips zur Vorbereitung der Hochzeitsvorbereitungen (tatsächlich) wird ein weicher Bürolurch, Personaler um genau zu sein, von einer übergschnappten Stop Motion Mücke gestochen. Die trägt einen Zombifizierungsvirus in sich. Über die nächsten anderthalben Stunden stellen wir uns nun die Frage, was schlimmer ist: Der Hunger des Protagonisten auf Menschenhirnsudel oder der garstige Kampf um die Gestaltung des propagandistisch schönsten Tag im Leben der eigentlich hasserfüllten Liebenden.
 
Die Sache mit der Ansicht. Wieso der Human Resources-Waschlappen seine Hardcore-Nervensäge von Schuhtick-Verlobter nicht schon nach dem Prolog in den nächsten Unkrauthäcksler wirft, kann nur mit hochengagierter Wahrnehmung ihrer ehelichen Pflichten zusammenhängen. Will sagen: Macht sie sich gut, wenn das Licht ausgeht? Diesen metaphorischen Elefanten, wie man so sagt, aus dem Auge und Wege geräumt, bleibt die Erklärung, dass die Figurenkonstellation so hingenommen werden muss. Sonst käme diese unschöne Melange aus IKEA-Süchtigen-Humor und aufgewärmter Zombiekost, quasi eine LADYKRACHER-fizierung der Genrespielregeln gar nicht erst zu Stande.
 
Oh ja, der Prolog. Praktisch das nächste Metaebene-Fass schaler Ironie aufmachend, wirft uns das Filmteam in die Wirren eines auf überdreht getrimmten Zombiejäger-Heulers. Es gibt sogar einen markigen Fake-BRUCE CAMPBELL und eine mopsige Pornoassistentin mit professoraler Hornbrille. Nach gorigem Spaß-Geballer, was uns in die Untiefen eines Kinosessels beliebiger Fantasy Filmfest Splatterkomödiendepphaftigkeit drückt, lernen wir fix, dass die unsympathischen Sympathieträger vom A LITTLE BIT ZOMBIE gerade in einem Autokino sitzen. Halbnette Idee, etwa fünf Tonnen zu selbstbewußt vorgetragen. Der Stallhase der baldigen Braut ist der coolste Typ im Auto. Ohne Schwierigkeiten. Cooler als der kanadische CHRISTOPH MARIA HERBST, um beim unappetitlichen Vergleich mit deutschem Fernsehhumor, der mir gerade in aller Eitelkeit so gut gefällt, zu bleiben in der Hauptrolle oder dem dauerrülpsenden Klischee-Partytier von bestem Kumpel.
 
Es mag altmodisch klingen aber sollte es nicht das – zumindest beiläufige – Ziel einer komödiantischen Darbietung sein, den Zuschauer wenigstens an den Rand eines Lachmoments zu transportieren? Der Irrglaube, vor lauter Ironie fast in die Hosen machende BWL-Spießer beim Sarkasmus mit Verbaldurchfall verwechseln abzulichten und das als des Humors letztes Hurra verkaufen zu können, war eigentlich fast verendet. Leider wird er aber durch den nicht enden wollende Hagel unwitziger Horror- meist Zombie-Komödien am nervtötenden Leben gehalten. Bis in die Haarspitzen durchkalkulierte und doch überraschend einschlagende Post-Everything Mainstream fare wie CABIN IN THE WOODS fällt dazu ein. Das war jetzt übrigens kein wohlwollender Nicker in Richtung der hippen Hütte. Nein, wirklich nicht. Es spricht nicht für die auf Schülertheater agierenden jungen Menschen im Crowdfundingrausch, wenn sie humoristisch von einer Plastikmücke überboten werden, die zu fiesem NuMetal den Angriffsflug unternimmt und dabei Geräusche macht wie der gefährliche Weihnachtsmann LAVA LAVA im gleichnamigen Drogencartoon aus dem Frankreich der 1990er.
 
 
 


 
 
 

A Little Bit Zombie – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
A LITTLE BIT ZOMBIE ist leider nur eine bedingt spassige Zombie-Komödie, der irgendwie das gewisse Etwas fehlt.
 
 
 


 
 
 

A Little Bit Zombie – Zensur

 
 
 
Die erhältliche, deutsche Heimkino-Fassung ist mit der „FSK16„-Kennzeichnung vollkommen ungeschnitten.
 
 
 


 
 
 

A Little Bit Zombie – Deutsche Blu-ray

 
 
 
A-Little-Bit-Zombie-Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: A Little Bit Zombie; Kanada 2012

Genre: Horror / Komödie

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 1.78:1 / 16:9 (1080/24p)

Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Vier Interviews (ca. 5 Min.), Originaltrailer in Deutsch & Englisch, Trailershow anderer Filme aus dem Hause ASCOT ELITE

 
 
 
ASCOT ELITE spendiert der Zombiekomödie A LITTLE BIT ZOMBIE eine arg bescheidene HD Auswertung. Zwar weiß das Bild durchaus zu gefallen, der Ton bleibt jedoch weitestgehend zweckmäßiger Natur, zumal der Film eher sehr dialoglastig inszeniert wurde und von seinem Dialogwitz lebt, sodass hier kaum Sound-Wunder erwartet werden sollten. Auch der Extra-Sektor schaut eher überschaubar aus. Aus dem schlichten, aber animierten Hauptmenü lassen sich gerade einmal vier Interview-Fetzen entnehmen. Zusammen ergibt das nicht einmal fünf Minuten Laufzeit. Immerhin hat ASCOT ELITE diese deutsch untertitelt. Abgerundet wird das magere Bonuspaket mit dem englischsprachigen sowie deutschen Trailer zum Film. Für Puristen wurde zudem an ein Wendecover ohne FSK-Sticker beigelegt.
 
 

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A Little Bit Zombie – Trailer

 
 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
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Filmreview: „The Ghostmaker“ (2011)

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The Ghostmaker

Story

 
 
 
Womanizer „Kyle“ verdient sich neben dem Studium einige Dollars dazu, um seine heimliche Drogensucht zu finanzieren. Als Entrümplungs-Experte im Einsatz erhofft er sich von den Wiederverkäufen die schnelle Mark. Als er eines Tages zu einer älteren Frau gerufen wird, staunt er nicht schlecht, als diese ihm einen seltsamen Sarg aus dem 15. Jahrhundert überlassen möchte und ihn bittet, diesen doch für sie zu entsorgen. Doch statt sich der Antiquität zu entledigen, karrt er den Gegenstand in den eigenen Keller, wo er ihn ausgiebig beginnt zu studieren. Schnell gelangt er hinter das Geheimnis des Sarkophags und berichtet seinen beiden besten Freunden von seiner Entdeckung. Unkenntlich auf dem ersten Blick, verbirgt sich im Inneren des Sarges ein geheimnisvoller Mechanismus, der es demjenigen ermöglicht als Geist auf Erden zu wandeln, der sich ohne Scheu in den Sarkophag legt. Anfänglich noch bedacht, schwindet bald die Vorsicht der Freunde. Jeder der drei versucht die Fähigkeit der Maschine für seine Zwecke zu nutzen – ein fataler Fehler, wie sich alsbald herausstellen wird …
 
 
 


 
 
 

The Ghostmaker – Kritik

 
 
 
Genug von perversen Folterhorror und penetranten Laien-Kameragewackel?
 
Dann dürfte der vorliegende „The Ghostmaker“ vermutlich vortrefflich munden, denn „Mauro Borellis“ aktueller Grusel-Okkult-Thriller weiß virtuos an die Glanzzeiten atmosphärischen Horrors anzuknüpfen, ohne dabei den Spannungspegel außer Acht zu lassen. Zwar ist die Geschichte der Nahtod-Erfahrung nicht gänzlich neu und erinnert ein wenig an den Hollywood-Klassiker „Flatliners – Heute ist ein schöner Tag zum Sterben„, dennoch ist die gesamte Inszenierung, in Anbetracht des minimalen Budgets, als überaus lobenswert und gelungen zu betiteln. Entgegen der Erwartungen, handelt es sich bei „The Ghostmaker“ um ein waschechtes B-Movie, dem man dennoch seine Herkunft nur selten ansieht. Das Setting gestaltet sich zwar als relativ puristisch, was aber nicht zwingend heißen soll, dass die Geschichte um den mysteriösen Kasten nicht weniger gruselig bleibt.
 
Regisseur „Mauro Borelli“ hat wahrlich alles erdenkliche aus dem minimalen Produktionsbudget gezaubert und so überrascht es immens,  wie gut getrickst die handvol digitaler Spielereien doch daherkommen und wie stimmig dieser kleiner Gruseltrip letztendlich doch ist. Das mag vor allem an dem sicher und gut eingespielten Darsteller-Trio liegen, dass es schafft mit glaubhaften Konflikten untereinander die Geschichte zum Tragen zu bringen und die Spannung auf Höchstmaß zu treiben. Besonderes Augenmerk sei hierbei, mit welch erzählerisch einfachen Mitteln Regisseur „Borelli“ es schafft, die Sympathiepunkte kontrovers zu verteilen. Der anfänglich vermeintliche Bösewicht „Kyle“ erweist sich letztendlich als Held der Handlung – sein bester Freund „Sutton“ dagegen, der sich nur mittels Rollstuhl fortbewegen kann und zu Beginn der Geschichte als vertrauenswürdig gilt, wird am Ende zum skrupellosen und selbstsüchtigen Gegner deklariert. Die Kunst, mit der Erwartungshaltung des Zuschauers zu jonglieren beherrscht „Borelli“ erstaunlich selbstsicher und das geschickte Spiel zwischen Gut und Böse unterhält ungemein. Da überrascht es vor allem, dass eine konventionelle und geradlinig erzählte Geschichte, wie die des „The Ghostmaker“ auch ohne obligatorischen Blutzoll und ausufernde Krösel-F/X auskommt, denn kassenträchtige Gewaltspitzen hat dieser Film rein gar nicht nötig!
 
Insgesamt erlebt der interessierte Filmfreund mit „The Ghostmaker“ einen klassischen und geradlinigen Gruselthriller ohne herausragende Überraschungen. Dennoch, gerade die konventionelle Erzählweise macht diesen Mystery-Thriller recht sehenswert. Die Thematik ist in Anbetracht des ewig gleichen Allerleis gängiger Horrorfilmkost, als relativ erfrischend einzuordnen und die Inszenierung erweist sich als straff und selbstsicher, sodass der Zuschauer verblüfft sein dürfte, wenn „schon“ nach 90 spannenden Filmminuten die Endcredits über den Bildschirm/Leinwand flimmern. Auf derbe Splatter-Exzesse hat Regisseur „Mauro Borellis“ Gott sei Dank verzichtet, sodass „The Ghostmaker“ auch für empfindsame Gemütern uneingeschränkt geeignet ist. Einziger Kritikpunk sei anbei die seltsam, ummantelte Figur genannt, die den Freunden nach dem Benutzen des Sarges des öfteren erscheint und die so rein gar nicht zum Gesamtbild passen mag, weil ihr Erscheinen rein gar keinen tiefgreifenden Sinn besitzt, um die Geschichte voranzutreiben. Dennoch, für eine Genre-Produktion mit derart beschränkten Budget-Rahmen, kann ich den Film nur jeden Horrorfilmfreund empfehlen, der sich gern von frischen Filmideen berieseln lassen möchte!
 
The Ghostmaker“ läuft aktuell im Rahmen einer deutschen „After Dark“ Filmreihe zusammen mit einer kleinen Auswahl andere Genre-Filmen Ende November 2012 in den landesweiten Kinos an. Hoffen wir, dass nach amerikanischen Vorbild, auch die deutsche „After Dark„-Kinoreihe zu einem kleinen Genre-Geheimtipp unter Horrorfilmfreunden avanciert, „Borellis“ Beitrag dürfte bereits jetzt schon als kleine Indiependent-Perle gehandelt werden. Sehenswert!
 
 
 


 
 
 

The Ghostmaker – Fazit

 
 
 
7 Punkte Final
 
 
Ein kleiner, überraschend sehenswerter Geheimtipp für Freunde atmosphärischen Grusels.
 
 
 


 
 
 

The Ghostmaker – Zensur

 
 
 
Der Film lebt weniger von Schocks und derben Terror. Ebenso geht es recht „jugendfreundlich“ zu Gange, sodass der Film ungeschnitten ab FSK16 freigegeben ist!
 
 
 


 
 
 

The Ghostmaker – Deutsche Blu-ray

 
 
 
The_Ghostmaker_Blu-ray
 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: The GHostmaker; USA 2011

Genre: Thriller, Horror, Mysterie

Ton: Deutsch + Engl. DTS-HD MA 5.1

Untertitel: keine

Bild: 2.35:1; (1920x1080p)

Laufzeit: ca. 91 Min.

FSK: FSK 16

Verpackung: Amaray ohne Wendecover

Extras:Trailer, Trailershow

 
 
 
Die kleine Horrorproduktion THE GHOSTMAKER aus dem Hause ASCOT ELITE kommt technisch beeindruckend daher. Für einen derart unbedeutenden Film gestaltet sich die HD-Auswertung unglaublich stimmig. Ein tolles, scharfes Bild weiß zu gefallen. Das HD-Release kommt in zwei verschiedenen Varianten daher. Neben der Blu-ray mit 2D und 3D-Version ist zudem auch eine Veröffentlichung mit zusätzlicher DVD erhältlich. Jede Blu-ray Scheibe bietet dem Zuschauer vor dem Start des Hauptfilms die individuelle Auswahl zwischen der nachträglich konvertierten 3D-Fassung, oder der herkömmlichen 2D-Version des Gruselfilmchens. Beide bestechen durch ein überzeugendes Bild und einem satten Sound. Extra-technisch beeindruckt die Scheibe jedoch nicht wirklich, denn wirklich Bonus gibt es hier nicht zu bestaunen. Lediglich eine Trailershow für zwei Filmen aus dem Programm von LOS BANDITOS Film, sowie den Trailer zu THE GHOSTMAKER in Deutsch und Englisch haben es auf die Blu-ray geschafft. Ebenso sucht man dt. Untertitel zum Hauptfilm vergebens. Für einen so gelungenen Film einfach zu wenig! Bleibt zu erwähnen, dass der Veröffentlichung kein Wechselcover beiliegt, sodass Filmfreunde leider mit dem unschönen FSK-Logo vorlieb nehmen müssen.
 
 

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The Ghostmaker – Trailer

 
 
 


 
 
 

Hellraiser80

 
 
 

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