Filmkritik: „Manhole – Bedrohung von unten“ (2014)

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MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN

(MAEN – HOL | 맨홀)

Story

 
 
 

Ein Psychopath hat es sich in der Kanalisation gemütlich gemacht und fängt Menschen von der Straße weg, um im feuchten Zuhause etwas Gesellschaft zu haben.

 
 
 


 
 
 

MANHOLE – Kritik

 
 
 
Wenn man an südkoreanische Horrorfilme denkt, hat man unweigerliche Streifen vor Augen, in denen tote Geistermädchen mit bleich-geschminkten Gesichtern für das oft fremdverschuldete Ableben grausame Rache nehmen wollen. Dass Südkorea jedoch auch anders kann, haben diverse Filmemacher bewiesen, die sich meist von westlichen Horror-Trends inspirieren ließen, um so mehr Abwechslung in das eher geistererprobte asiatische Genrekino bringen zu können. Dabei ganz weit vorn und international erfolgreich – ein harter Serienkiller-Thriller, der auch hierzulande von Horrorfans positiv aufgenommen wurde: I SAW THE DEVIL. Darin geriet ein psychopathischer Serienkiller an einen tapferen Geheimdienstagenten, der brachiale Vergeltung für den Mord an der Verlobten forderte. Auch der folgende Thriller ist im Serienkiller-Genre angesiedelt. In MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN (Originaltitel: MAEN-HOL) fängt ein Psychopath Frauen von der Straße, und spielt mit ihnen grausame Spiele. Was aber im genannten I SAW THE DEVIL den Puls des Zuschauers erhöht hat, ist in MANHOLE kaum der Rede wert. Die Frage nach dem Grund ist schnell beantwortet: Der Thriller ist dumm und langweilig.
 
 
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In MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN verschwinden seit einiger Zeit Menschen spurlos. Unter den Vermissten viele Frauen und Kinder. Ein gravierendes Problem, was die örtliche Polizei vor Herausforderungen stellt. Weil die keine Hinweise findet, nimmt ein Vater (CHOI DEOK-MOON) das Gesetzt selbst in die Hand. Er sucht nach der verschollenen Tochter und verirrt sich bei seiner Suche in die städtische Kanalisation, wo er einem schrecklichen Geheimnis auf die Schliche kommt. Hier unter lauert das personifizierte Böse. Ein Psychopath (JEONG KYEONG-HO) hat es sich in den unterirdischen Abwasserkanälen gemütlich gemacht und lauert mit Hilfe öffentlicher Überwachungskameras ahnungslosen Opfern auf, die er später in seinen feuchten Unterschlupf entführt. Auch die taubstumme Soo-jeong (KI SAAE-RON) geht dem Killer in die Falle. Die war eigentlich gerade auf dem Heimweg, findet sich aber bald in der Höhle des Löwen wieder. Aber Rettung ist auf dem Weg. Die große Schwester (JEONG YU-MI) macht sich Sorgen und beginnt nach dem Familienmitglied zu suchen. Leider ahnt sie nicht, dass der Weg in ein Labyrinth aus dunklen Schächten führt, aus dem es kein Entkommen gibt.
 
 
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Wie man ein gutes Konzept am besten den Abfluss hinunterspült. Eigentlich besitzt MANHOLE alles, was man von einem reißerischen Horror-Thriller erwartet. So fehlt weder der geheimnisvolle Meuchler, noch schmuddelige Kulisse und schauriger Atmosphäre, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht. Leider kommt wie so oft im Horrorfilm alles anders. Das von JAE-YOUNG SHIN inszenierte Regiedebüt hat ein Problem mit dem Erzählen einer Geschichte, denn permanente Dunkelheit und meterhohe Leichenberge allein machen aus einem einfallslosen Skript noch lange keinen guten Horrorschocker. In MANHOLE werden Menschen planlos durch eine Abwassertunnel gehetzt und treiben den Zuschauer mit nur selten nachvollziehbaren Handlungen in den Wahnsinn. Viel gesprochen wird nicht und Schicksale werden nur oberflächlich beleuchtet, was demzufolge dazu führt, dass es keine nennenswerte Charakterentwicklung gibt und die Figuren austauschbar bleiben. Mitfiebern wird da schwierig, zumal viel passiert, was keiner Logik entspricht. So schlüpft eine der Protagonistinnen zurück in die Kanalisation nachdem sie sich wieder in Freiheit befindet. Statt die Polizei zu benachrichtigen, eilt sie lieber den anderen Opfern zur Hilfe und verirrt sich erneut in einem Irrgarten aus Schächten und Gängen. So etwas ist selten dämlich.
 
 
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In MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN bleibt die Spannung auf der Strecke. Zwischen dem Abhandeln von Horrorklischees (das Handy hat mal wieder keinen Empfang) und dem Abspielen immer gleicher Szenen wird Langeweile zum Launekiller. Das ist kein gutes Aushängeschild für einen Filmemacher, der in erster Linie mit angsteinflößendem Schaffen unterhalten möchte. Dennoch sollte man Erbarmen mit Regisseur JAE-YOUNG SHIN haben. Der hat mit MANHOLE das erste, eigene Drehbuch verfilmt und ist noch recht grün hinter den Ohren, was das Drehen von Filmen angeht. Zwar ist das Drehbuch mies und Gewalt gibt es nahezu kaum zu sehen, dafür punktet der Streifen auf visueller Ebene. Hektische Schnitte und ausgefallene Kamerawinkel sorgen für etwas Dynamik. Finstere Atmosphäre bewirkt unwohliges Magengefühl. Leider ist das auch schon das einzige, was hervorzuheben wäre – aber unterm Strich viel zu wenig. Wer sich nur die Perlen unter den asiatischen Genrefilmen herausfischt, sollte MANHOLE unbedingt von seiner Filmliste streichen. Das ist kein sehenswerter Streifen.
 
 
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MANHOLE – Fazit

 
 
 
4 Punkte Final
 
 
 
Schön gefilmter Horror-Thriller aus Südkorea, der trotz unwohliger Kulisse und unberechenbarem Babyface-Killer kaum der Rede wert ist. Letzterer hat mal wieder in der Kindheit Grausames ertragen müssen und dadurch psychischen Schaden erlitten, weshalb er sich nun eine neue Familie nach seinem Geschmack zusammenstellen möchte. Herr wirf Hirn vom Himmel, denn das sucht man hier vergebens. Täter wie Opfer verhalten sich selten dämlich und machen MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN (OT: MAEN-HOL) zum Geduldsspiel. Wer Spannung braucht ist hier auf dem Holzweg. Vielmehr besteht der asiatische Genre-Streifen aus einer Aneinanderreihung immer gleicher Szenen und macht muntere Männer müde. Am besten meiden oder abschalten, denn die vergeudete Lebenszeit kann man anderweitig investieren.
 
 


 
 
 

MANHOLE – Zensur

 
 
 
Explizite Gewalt ist in MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN Mangelware. Es gibt einen brennenden Körper zu sehen und einen Raum voller toter Menschen, die der Killer dort abgelegt hat, weil die Opfer nicht seinen Vorstellungen entsprachen. Weiterhin hängt ein Mädchen kopfüber in Folie eingewickelt von der Decke und ist dort qualvoll verendet. Ein anderes Opfer wird von einer Eisenstange mehrfach getroffen. Das Meiste passiert im Off oder wird nur angedeutet. Demzufolge ist MANHOLE FSK16-tauglich. Diese Freigabe hat der Streifen auch erhalten. MANHOLE – BEDROHUNG VON UNTEN ist derzeit auf NETFLIX zu sehen. Offenbar hat sich der Streaminganbieter die Rechte gekrallt.
 
 
 


 
 
 

MANHOLE – Trailer

 
 


 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Shiver (2012)
 
Das Haus der Vergessenen (1991)
 
I Saw the Devil (2010)
 

Filmkritik: „Zombie Fight Club“ (2014)

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ZOMBIE FIGHT CLUB

Story

 
 
 
Ein tödlicher Zombievirus hat in der Millionenstadt Taipei ein Desaster angerichtet. Jegliche soziale Strukturen befinden sich am Rande des Zusammenbruchs, was Kriminalität und Korruption blühen lässt. In einem Hochhaus irgendwo in der Innenstadt werden aus Gangstern Gejagte. Die müssen sich ähnlich wie im Remake zu JUDGE DREDD von Stockwerk zu Stockwerk vorarbeiten, um Horden Infizierter Hausbewohner entkommen zu können.

 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Kritik

 
 
 
In Taiwan ist mal wieder die Hölle los, denn dort wandeln erneut hungrige Zombies durch Straßen und Gassen, stets auf der Suche nach wohlschmeckendem Menschenfleisch. Regisseur JOE CHIEN hat ein Herz für Fans von Zombiefilmen. Der fernöstliche Filmemacher scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben Liebhabern solcher Filme mit immer wieder neuem Horrormaterial zu versorgen, in dem sich verängstigte Protagonisten vor Horden Untoter in Sicherheit bringen müssen. Nach dem eher bescheidenen ZOMBIE WORLD WAR (OT: ZOMBIE 108), der zumindest in Taiwan ordentlich Zaster in die Kassen bringen konnte, war es nur eine Frage der Zeit bis CHIEN ein weiteres Mal auf dem Regiestuhl Platz nehmen sollte, um dort anzuknüpfen, wo er zuletzt Erfolge verbuchen konnte. Mit ZOMBIE FIGHT CLUB hat er die sehnlich erwartete Fortsetzung zu ZOMBIE WORLD WAR gedreht und macht quasi nichts anderes als die Gewinnformel seines Erstlings abzuarbeiten und diese um Extremgewalt, Sex und Splatter zu erweitern. Technisch bleibt alles beim Alten. Abermals wird dem Zuschauer eine auf Hochglanz gebügelte und in dreckige Farben getauchte Zombieapokalypse geboten, in der Handlung, Figuren und deren Schicksale kaum Gewichtung finden. Stattdessen wird das grafische Auslöschen von Mensch und Zombie in den Mittelpunkt gerückt, was im direkten Vergleich zu aktuellen, amerikanischen Zombie-Produktionen nicht ganz ohne ist. Neben hektischen Schnitten und schnellen Kampfszenen liegt das Augenmerk auf rasante Schussduelle, ekelige Verwandlungs- und Matscheffekte sowie reißerische Zeitlupenmorde, die so genüsslich und schonungslos zelebriert werden, dass deutschen Zensurbehörden mit ZOMBIE FIGHT CLUB gar keinen Spaß verstehen dürften. Hier wird Gewalt als Mittel zum Selbstzweck eingesetzt, denn die unzugänglichen Protagonisten sehen im kaltblütigen Ausmerzen von Überlebenden und Infizierten den einzigen Ausweg einem postapokalyptischen Weltuntergangsszenario entkommen zu können. Dass im unkontrollierten Blutrausch die Handlungsbeweggründe aller Beteiligten nicht immer Sinn ergeben, ist eines der vielen Mankos mit denen ZOMBIE FIGHT CLUB sprichwörtlich zu kämpfen hat. Dem Zuschauer dürfte es da schwer fallen sich überhaupt mit einem der reichlich unsympathischen Charaktere identifizieren zu können, denn nach einer glaubhaften Charakterisierung sucht man in diesem Splatterfest vergebens.
 
In ZOMBIE FIGHT CLUB handeln die Protagonisten nicht nachvollziehbar. So finden einige Ganoven im Überlebenskampf mit dutzenden Zombies immer noch genügend Zeit, um hilflose Schulmädchen zu vergewaltigen. Zudem handelt ein Lehrer wie von Sinnen, weil seine Tochter erschossen wurde, was ihn aus unerklärlichen Gründen dazu nötigt zwei unschuldige Schulmädchen zu ermorden, mit denen er wenige Minuten zuvor noch friedlich an der Kaffeetafel gesessen hat. Vieles in ZOMBIE FIGHT CLUB ist kaum einleuchtend, weil sich JOE CHIEN zu versteift auf blutige Kämpfe und das grafische Zerschießen von Köpfen konzentriert, statt sich mit seinem Film und dessen Figuren ernsthaft auseinanderzusetzen. Fast alle Protagonisten sind Kanonenfutter, die kurz vorgestellt und wenig später kreativ vor der Kamera um die Ecke gebracht werden. Förderlich ist dies dem Film keineswegs, weil sich trotz abwechslungsreicher Gewaltakte schnell Langeweile einstellt. Letztendlich wird die dünne Handlung allein von den immerhin hervorragend umgesetzten Effekten getragen.
 
ZOMBIE FIGHT CLUB besteht aus zwei unterschiedlichen Filmhälften. Während in der ersten Stunde der Ausbruch einer Zombie-Plage zum Thema des Films gemacht wird und sich einige (kriminelle) Überlebende durch ein Hochhaus kämpfen müssen, setzt die Handlung in den letzten 30 Minuten ein Jahr später ein. In einer Art unterirdischer Kampfarena müssen Überlebende gegen Infizierte kämpfen, um just genau jenen Lehrer zu belustigen, der ein Jahr zuvor seine Tochter auf perfide Weise verloren hat. Mittlerweile handelt der nicht mehr ganz so ehrenhaft und ist zur dunklen Seite übergewechselt, hält sich Überlebende als Sklaven, um diese zu demütigen oder ermorden zu lassen. Bei derart trivialer Filmunterhaltung werden Erinnerungen an das ruppige Exploitationkino der 70er wach, denn JOE CHIEN bleibt bis zum Abspann seinem Kurs treu und ergänzt Zombie-Klischees um Sex, Martial-Arts-Action und Gewalt, so dass zumindest Freunde der etwas härteren Filmgattung gut unterhalten werden dürften. Letztendlich bleibt trotz technisch versierter Machart und reichlich Action die Spannung aus, was ZOMBIE FIGHT CLUB nur zu einem weiteren, unbedeutenden Zombie-Streifen macht, den man nach Sichtung schnell wieder vergessen haben dürfte. Eigentlich schade, hätte CHIENS Zweitwerk durchaus Potenzial gehabt, ein neuer asiatischer Splatter-Hit werden zu können. Leider mangelt es ZOMBIE FIGHT CLUB am Feinschliff, denn trotz glatt polierter Optik fehlt mal wieder das, was man in jedem zweiten Horrorfilm schmerzlich vermisst: ein sympathischer Charakter, der im Verlauf eine glaubwürdige Entwicklung durchlebt, damit sich der Zuschauer mit ihm verbunden fühlen und mitfiebern kann. Dennoch, trotz aller Kritik gehört das Sequel ZOMBIE FIGHT CLUB zu den wenigen Ausnahmen, in denen die Fortsetzung besser ist, als das Original. Demzufolge sollten Zombiefans auf jeden Fall einen Blick riskieren.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Fazit

 
 
 
6 Punkte Final
 
 
 
Die taiwanesische Antwort auf THE WALKING DEAD. ZOMBIE FIGHT CLUB ist ein rasantes Zombie-Splatterfest, das seinesgleichen sucht und anfänglich etwas zu offensichtlich an den Action-Kracher THE RAID oder das JUDGE DREDD-Remake aus dem Jahre 2012 erinnert. Hier wird all das verbraten, was man bereits im schmuddeligen Exploitationkino der 70er zu sehen bekommen hat. Es wird geschossen, gefressen und zermatscht als gebe es keinen Morgen mehr, was zumindest Fans derber Gewaltstreifen durchaus zusagen dürfte. Sieht man jedoch vom hektisch geschnittenen Sex- und Gewaltcocktail sowie einigen frauenfeindlichen Filmmomenten ab, bleibt nicht mehr viel übrig, was ZOMBIE FIGHT CLUB über Wasser halten kann. Die Charaktere sind flach, die Geschichte dünn und Spannung hält sich auch in Grenzen. Wer darüber hinwegsehen kann, wird mit diesem ziemlich kruden Schmuddel-Action-Mix trotzdem gut unterhalten – den vielen kreativen und hervorragend umgesetzten Gewaltspitzen sei Dank, die diesmal vorwiegend aus dem Rechner kommen, jedoch perfekt zum unbequemen Ton der düsteren Kulisse passen.
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Zensur

 
 
 
ZOMBIE FIGHT CLUB hat hierzulande eine ungeschnittene Freigabe erhalten. Das ist verwunderlich. Nicht nur, dass hier ziemlich fragwürdige Gewalt gegenüber Frauen fast schon zelebriert wird; in diesem Film werden in nahezu jeder Filmminute Menschen und Zombies auf grausame Weise um die Ecke gebracht. Manchmal sind die Beurteilungen der FSK nicht nachvollziehbar. Zombiefans dürfte das aber freuen, hat es ZOMBIE FIGHT CLUB mit rotem FSK-Flatschen in die Händlerregale geschafft. Keine Jugendfreigabe!
 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Mad Dimension

 

TECHNISCHE DATEN

Originaltitel: Zombie Fight Club; Taiwan 2014

Genre: Horror, Splatter, Thriller, Action

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Mandarin DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Keine

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 95 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Schwarze KeepCase mit Wendecover

Extras: Trailer zum Film, Trailershow

Release-Termin: 31.07.2015

 

Zombie Fight Club [Blu-ray] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

ZOMBIE FIGHT CLUB – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Judge Dreed (2012)
 
The Raid (2011)
 
The Raid 2 (2014)
 

Filmkritik: „Grave Halloween“ (2013)

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GRAVE HALLOWEEN

Story

 
 
 
Maiko (Kaitlyn Leeb) will die Seele ihrer verstorbenen Mutter mit Hilfe eines Rituals befreien und reist mit ihren Freunden an jenen Ort, wo sich die Mutter einst an einem Baum erhangen hat. Leider spukt es dort gewaltig, so dass die Kids bald um ihr eigenes Leben bangen müssen …
 
 
 


 
 
 

GRAVE HALLOWEEN – Kritik

 
 
 
Alle Jahre wieder die gleiche Prozedur: Pünktlich zur Herbstzeit wollen DVD-Label ihre eingekauften Horrorfilme an den Filmfreund bringen, schließlich gehört es für den Gruselfan alljährlich zur Pflicht, sich das Halloween-Fest mit schaurig-schöne Horrorstreifen zu verschönern. Der Oktober steht ganz im Zeichen des düsteren Genres, denn in keinem anderen Monat des Jahres werden so viele Horrorfilme in Handel, Videotheken und Fernsehen gebracht, wie es während der goldenen Jahreszeit der Fall ist. GRAVE HALLOWEEN ist Gruselstoff den man sich, wie der Name schon sagt, mit Freunden am Halloween-Abend gemeinsam auf der Couch anschaut, um sich gegenseitig Angst einzujagen. Leider ist jedoch nicht überall dort wo „Halloween“ draufsteht auch wirklich gutes Gruselmaterial enthalten, denn wie der Trailer zum Film bereits erahnen lässt, handelt es sich bei GRAVE HALLOWEEN um leidlich unterhaltsamen und vor allem günstig produzierten Horror-Schrott fürs Fernsehen. Hinter dem überflüssigen TV-Beitrag steckt STEVEN R. MONROE. Der genießt seit dem Remake zu I SPIT ON YOUR GRAVE (2010) und dessen Fortsetzung I SPIT ON YOUR GRAVE 2 (2013) unter Folterfans Kultstatus. Bevor er jedoch Frauen in Filmen misshandeln und deren Peiniger durch den Fleischwolf jagen lies, drehte er bevorzugt TV-Ware und wurde nun vom amerikanischen Fernsehsender SYFY noch einmal damit beauftragt, seinen guten Namen für billig gemachten Fernseh-Kram herzugeben.
 
Wie so oft im Horrorfilm wirbt man auch in GRAVE HALLOWEEN damit, dass der Streifens von wahren Begebenheiten inspiriert wurde, schließlich lässt sich heutzutage nur mit einem Echtheits-Zertifikat auf dem Cover Kasse machen. Die Grundlage lieferten die Legenden von „Aokigahara“ – einem dicht bewachsenen Wald in Japan, der für seine hohe Selbstmordrate berüchtigt ist und von den Japanern auch als „Selbstmordwald“ bezeichnet wird. Darin verirren sich Maiko (KAITLYN LEEB) und ihre Freunde. Erstere will hier ein Ritual durchführen, um den Geist ihrer leiblichen Mutter zu befreien, die sich im Wald einst selbst das Leben genommen hat und deren Seele nun darin festsitzt. Leider kommt natürlich alles anders als erwartet. Schnell werden kostbare Hinterlassenschaften der hier Verstorbenen in eigene Taschen gesteckt und somit die Wut all jener Seelen auf den Plan gerufen, die sich in den Wäldern selbst umgebracht haben. Auch Maikos verstorbene Mutter ist über das Fehlverhalten der Rasselbande so erbost, dass sie mit harter Hand durchgreifen und einen nach dem anderen blutig bestrafen muss.
 
Nichts Neues an der Horror-Front. Für GRAVE HALLOWEEN bedient man sich erneut der japanischen Geister-Mythologie und lässt bleich geschminkte Asiaten auf nervende Kanadier los, die mal wieder das tun, was normal denkende Zuschauer nicht nachvollziehen können. STEVEN R. MONROE bekleckert sich für GRAVE HALLOWEEN nicht mit Ruhm, denn was er mit diesem Murks verbrochen hat entspricht letztendlich dem, was man eben von flink fürs TV gedrehten Filmen erwartet: hirnloser Sondermüll mit Platz für viele Werbepausen. Dabei lässt MONROE keine Katastrophe aus und bedient sich sogar der längst nicht mehr ganz so frischen Found-Footage-Thematik. Freundin Cassi ist Filmstudentin und benötigt noch reißerisches Material für ihre Abschlussarbeit. Eine Dokumentation über den unheimlichen Selbstmordwald am Fuß des Flusses Fuji scheint ihr dafür geradezu gelegen. Demzufolge sieht der Zuschauer einen kleinen Teil der Geschehnisse aus der Egoperspektive in Form verwackelter Waldansichten, wo asiatische Geistermädchen mit ungewaschenen Haaren kurz durchs Bild sausen damit die Teenager Panik bekommen. Immerhin besitz Regisseur STEVEN R. MONROE bereits Übung im Machen anspruchsloser TV-Movies, was dem Streifen des Öfteren über die Runden hilft. Tiefgang ist zwar nicht vorhanden, dafür wird es aber nicht langweilig. In GRAVE HALLOWEEN ist immer was los, so dass der Zuschauer erst gar nicht mitbekommt, welch formelhaftes Klischee-Gebräuch ihm hier eingeflösst wird. Hierbei dürften vor allem die fürs TV ungewöhnlich grafischen Splatter-Momente manch Logikloch vergessen lassen, den MONROE hatte wohl noch ein paar kranke Ideen übrig, die in seinem letzten I SPIT ON YOUR GRAVE-Ausflug keine Verwendung finden konnten. So werden die Kids nacheinander vom wütenden Geist der Mutter ins Jenseits befördert, damit der Zuschauer ein paar ekelige Szenen zu sehen bekommt. GRAVE HALLOWEEN ist Fastfood-Horror, der zwar kurzzeitig den Appetit stillt, von dem man jedoch nach nur wenigen Minuten schon wieder Magenknurren bekommt. Der Film ist ein typischer SYFY ORIGINAL-Titel und dürfte wahrscheinlich nur den Horrorfans schmecken, die sich auch über die bisherigen Gurken aus der SYFY-Kreativschmiede amüsieren konnten.
 
 
 


 
 
 

GRAVE HALLOWEEN – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Effektreiches Grusel-Vergnügen für Fans asiatischer Geisterfilme. I SPIT ON YOU GRAVE-Macher STEVEN R. MONROE dreht den Gewaltgang zurück und besinnt sich zurück zu einer Zeit, in der er vornehmlich Filme fürs TV gedreht hat. Sein GRAVE HALLOWEEN ist kein nennenswertes Horror-Spektakel, dazu fehlen dem Streifen einfach neue Ideen. Stattdessen werden bewährte Horrorformeln nach bekanntem Schema kombiniert, damit sich der Zuschauer nicht überfordert fühlt. So bedient man sich von Elementen, die man bereits in J-Schauerwerken wie THE RING oder THE GRUDGE zu sehen bekommen hat, mixt diese mit vorhersehbaren Slasher-Klischees und für TV-Verhältnisse überraschend grafischen Gewaltmomenten. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und das etwas arg gehetzt wirkende Finale endet in einem lauten Effekte-Gewitter, bei dem sich MONROES langjährige TV-Erfahrung bezahlt macht. GRAVE HALLOWEEN (was für ein bescheuerter Titel) ist ein solider Fernsehfilm mit ein paar netten Gewalteinlagen inklusive Überraschungs-Twist. Mehr aber leider auch nicht.
 
 
 


 
 
 

GRAVE HALLOWEEN – Zensur

 
 
 
Einige netten Gewaltmomente hat GRAVE HALLOWEEN zu bieten. So wird ein Bein gebrochen und ein Ast bohrt sich durch die Kehle eines Protagonisten. Mit viel Glück wird’s eine FSK 16.
 
 
 


 
 
 

GRAVE HALLOWEEN – Trailer

 
 


 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
Still 2 (2014)
 
Ring (2002)
 
Der Fluch – The Grudge (2004)
 

Filmreview: „Rigor Mortis – Leichenstarre“ (2013)

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RIGOR MORTIS – LEICHENSTARRE

Story

 
 
 
Chin Siu-Ho (ganz Cinema Verité gespielt von, ja genau, Chin Siu-Ho) war mal Schauspieler. Jetzt hat er gar nüscht mehr. Familie ist ihm weggelaufen, Konto leer und die Rollen bleiben selbstverständlich auch aus. Also mietet sich der völlig gebrochene in eine Parzelle eines verarmten Wohnbunkers ein und bereitet schon mal den Strick vor. Leider gelingt ihm nicht mal die letzte Hängepartie so richtig und der greise Hausmeister Yau pflückt den fast verendeten Chin vom selbsgebauten Galgen. Dieser Yau war, als man an so etwas Unvernünftiges und Unzeitgemäßes noch glaubte, Vampirjäger buddhistisch/taoistischer Schule. Damit der Selbstmordkandidat mal auf andere Gedanken kommt, tragen ihm Yau und sein Assistent schließlich auf, sich um eine Mutter mit Kind, die auch im Appartementkomplex lebt, zu kümmern. Chin lernt einiges über die Geschichte des Gebäudes und der Menschen. So hat ein paar Türen weiter die verwitwete Schneiderin Mui einen fiesen Schwarzmagier mit der Wiederbelebung ihres Mannes betreut.
 
 
 


 
 
 

RIGOR MORTIS – Kritik

 
 
 
Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger war Hongkong so etwas wie der esoterikschwangere, Grenzen der Logik und des guten Geschmacks geflissentlich ignorierende Hinterwäldler-Cousin des westlichen Horrorfilms. Als in den USA machetenschwingende Muttersöhne ganze Zeltlager entvölkerten und in Kontinentaleuropa pizzagesichtige Zombies auf rotem Latex herumkauten, sprangen in den Horrorkrachern aus der damaligen britischen Kronkolonie vor Chinas Küste fusselbärtige Zauberer ihre Opfer an und kotzten auch mal verhexte Spinnentiere und Eidechsen aus (zum Beispiel BLACK MAGIC, 1975, oder der super-durchgedrehte THE BOXER’S OMEN, 1983). Vampire interessierten sich nicht für Holzpfähle oder (im Lande mit dem höchsten Knoblauchexport der Welt) stinkige Knollen, nein die waren meist blind, hopsten vorwärts, konnten nur mit klebrigem Reis zur Raison gebracht werden und reagierten fatal auf magische Schriftrollen (MR.VAMPIRE und Fortsetzungen, 1985ff.).
 
Irgendwann schämte man sich dann, in Indien ist das übrigens ähnlich, für die simple Unterhaltung, die Horror den vermeintlich noch simpleren Gemütern bietet und spezialisierte sich auf eine landeseigene Gattung blutiger und pedantisch durchchoreographierter Polizeiactionfilme, wie sie von späteren Hollywood-Regisseuren wie John Woo oder Ringo Lam durchexerziert wurden. Jetzt, Horror ist bei aller Albernheit ein monetär sicheres Pferd, sieht man in fernen Osten auch das Übernatürliche wieder lieber. Freilich ohne sich allzu sehr im überdrehten Knallchargieren alter Tage zu üben. Im Gegenteil, RIGOR MORTIS macht durchaus Zugeständnisse an die digital nachgefilterte Düsternis zeitgenössischen Mainstream-Horrors. Der Film schafft den Spagat, sich lokaler Genretraditionen zu bedienen und trotzdem die Moderne zu atmen. Faszinierend. Regiedebütant Juno Mak stand beim Verfassen des finalen Drehbuchs (ursprünglich war RIGOR MORTIS’ Script nur Zeitvertreib während anderer Dreharbeiten) mit Takashi Shimizu einer der Retter des japanischen Horrorkinos zur Seite. Ob der Mann hinter dem Ju-On-Franchise Mak nur dramaturgisch oder auch beim Produktionsdesign zur Seite stand, ist nicht bekannt. Sollte dem nicht so gewesen sein, haben wir hier einen Filmemacher am Start, von dem wir, mit seiner glasklaren Vorstellung von Atmosphäre und Optik, gepaart mit einer bewundernswerten Kenntnis seiner landestypischen Horror-Geschichte, noch einiges erwarten dürfen.
 
 
 


 
 
 

RIGOR MORTIS – Fazit

 
 
 
8 Punkte Final
 
 
 
Finstere Neo-Horror-Großtat oder Hommage an vergessene Zeiten asiatischer B-Film-Kunst? RIGOR MORTIS ist beides und dürfte Fans der Moderne den gleichen Spaß machen wie ganz abgehangenen Hasen.
 
 
 


 
 
 

RIGOR MORTIS – Zensur

 
 
 
Die deutsche Fassung von RIGOR MORTIS – LEICHENSTARRE ist vollkommen ungeschnitten. Die Heimkinoversion wurde von der FSK für Volljährige freigegeben und besitzt den roten KEINE JUGENDFREIGABE-Flatschen.
 
 
 


 
 
 

RIGOR MORTIS – Deutsche Blu-ray

 
 
 
Rigor-Mortis-Blu-ray

(c) Ascot Elite

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Jiang Shi; Hong Kong 2013

Genre: Action, Drama, Horror

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Kantonesisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch

Bild: 2.35:1 (1080p)

Laufzeit: ca. 101 Min.

FSK: Keine Jugendfreigabe (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover – Erstauflage zusätzlich im Schuber

Extras: Making of, Artworkgalerie, Deutscher Trailer, Originaltrailer, Trailershow, Erstauflage im Schuber

Release-Termin: 15.04.2014

 
 
 

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RIGOR MORTIS – Trailer

 
 
 


 
 

Christian Ladewig

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
Kiss of the Damned (2012)
 
Dead Mine (2013)
 
Interview mit einem Vampir (1994)
 

Filmreview: „Apartment 1303“ (2007)

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APARTMENT 1303

Story

 
 
 
Weil Mariko nicht daran glaubt, dass ihre Schwester Sayaka Selbstmord begangen hat, geht sie dem mysteriösen Unfall selbst auf die Spur. Die Antworten scheinen in Sayakas alten Apartment verborgen zu sein …
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Kritik

 
 
 
APARTMENT 1303 ist ein Geister-Horrorfilm von ATARU OIKAWA aus dem Jahre 2007. Er basiert auf einem Drehbuch von KEI ÔISHI, welcher sich für mehrere Romanfassungen von TAKASHI SHIMIZUS bekannten Horrorfilm JU-ON: THE GRUDGE (2003) verantwortlich zeichnet. Man könnte nun also davon ausgehen, dass sich der Film in guten Händen befand. Immerhin prahlt auch das Cover mit dem Zusatz „Von den Machern von THE GRUDGE“… Leider war dem nicht so. KEI ÔISHIS Geschichte ist uninteressant und vorhersehbar, und wird nur noch mal durch ATARU OIKAWAS schlechte Regie unterboten. Es ist wirklich schwer etwas Gutes über diesen Film zu erzählen, denn er ist nicht nur unglaublich langweilig, sondern vereinzelt unfreiwillig komisch oder peinlich schlecht. Man sollte dem Label wohl danken das es eine derart furchtbare Synchronisation für APARTMENT 1303 hat anfertigen lassen, denn so hat der Zuschauer zwischenzeitlich etwas worüber er lachen kann und wird dadurch immerhin etwas unterhalten. Größtenteils wird man sich aber durch diesen Streifen quälen müssen. Weder die Geschichte, noch die Charaktere sind in irgendeiner Hinsicht interessant, die Filmmusik ist langweilig oder kaum vorhanden und die Sets sehen billig und steril aus. Hinzu kommt das der Film einen sehr unschönen digitalen Videolook hat. Ein kleiner Lichtblick war immerhin NORIKO NAKAGOSHI, die eine halbwegs vernünftige schauspielerische Leistung erbracht hat. 2012 entstand unter der Regie von MICHAEL TAVERNA (SHOWDOWN IN MANAGUA, 1996) ein Remake mit dem Titel APARTMENT 1303 3D, welches, wenn man den Kritiken Glauben schenken mag, noch mal eine ganze Ecke schlechter als sein Original sein soll. Wie dies möglich sein soll möchte ich gerne wissen.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Fazit

 
 
 
1 Punkte Final
 
 
 
APARTMENT 1303 ist ein durch und durch uninteressanter Film, um den man einen großen Bogen machen sollte.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Zensur

 
 
 
Der Film ist am 27. Februar 2014 von Movie Power/KNM auf DVD erschienen und trägt in seiner ungeschnittenen Form das FSK 16-Siegel. Das Remake wird hierzulande am 25. April 2014 von UNIVERSUM FILM direkt auf DVD und Blu-ray Disc veröffentlicht.
 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Deutsche DVD

 
 
 
Apartment-1303-DVD

(c) MIG Film GmbH

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Apartment 1303; Japan 2007

Genre: Horror

Ton: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Japanisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Englisch

Bild: 1,85:1

Laufzeit: ca. 92 Min.

FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: Amaray mit Wendecover

Extras: Trailer

Release-Termin: 06.03.2014

 
 
 

Apartment 1303 (DVD) ungeschnitten bei AMAZON kaufen

 
 
 


 
 
 

APARTMENT 1303 – Trailer

 
 


 
 

Sam Freissler

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Last Summer (2013)
 
Sadako 3D (2012)
 
Two Moons (2012)
 
RING (1998)
 
JU-ON (2000)
 
THE EYE (2002)
 
Dark Water (2002)