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Filmkritik: „Temple“ (2017)

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TEMPLE

Story

 
 
 

Ein mysteriöser Tempel wird für drei Japan-Touristen zur (tödlichen) Falle.

 
 
 


 
 
 

TEMPLE – Kritik

 
 
 
Ist das ein neuer Trend? Nachdem wir erst vor einigen Tagen den Geisterfilm GHOST HOUSE besprochen haben, folgt nur wenige Tage danach ein weiterer Genre-Streifen, der aus Amerika kommt und Horror vor fernöstlicher Kulisse zelebriert. Diesmal wird der Zuschauer aber nicht wie im genannten Grusler nach Thailand entführt. In TEMPLE geht es nach Japan, wo sich seit Filmen wie JU-ON, RINGU und Konsorten Geister offenbar besonders wohlfühlen. Für die Umsetzung waren anfangs die VICIOUS BROTHERS angedacht. Die kennen sich im Horror-Bereich aus und inszenierten bereits zusammen Schauer-Kracher wie GRAVE ENCOUNTERS und den Alien-Horror EXTRATERRESTRIAL. Letztendlich ging das Regiezepter aber an den noch unerfahrenen MICHAEL BARRETT. Der zeichnet hier verantwortlich und feiert mit dem Horrorfilm sein Regiedebüt. Ob der kurzfristige Regiewechsel eine gute Entscheidung gewesen ist, darf nach Sichtung bezweifelt werden. TEMPLE ist nämlich kein Hit. Der Film schaut zwar super aus. Inhaltlich wurmt es gewaltig. Es ist eben nicht alles Gold was glänzt.
 
 
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Auf in den Fernen Osten. Das denkt sich auch die attraktive Kate, die zusammen mit dem Liebsten und einem Freund aus Kindertagen nach Japan reist, um in die Geschichte des Landes eintauchen zu können. Vor allem geheimnisvolle Tempel haben es der Hobbyfotografin angetan, die sie gern genauer erforschen und natürlich auch fotografieren möchte. Eine Gelegenheit bietet sich schon bald. In einem Laden finden die amerikanischen Touristen ein altes Buch, das von einem dieser Tempel berichtet, um den schaurigen Legenden ranken. Dort sollen Kinder auf unerklärliche Weise verschwunden sein. Weil die Einheimischen keine Erklärung für das Verschwinden fanden, beschuldigten sie den Mönch des mysteriösen Tempels für abscheuliche Taten und lynchten die ahnungslose Seele. Das sind Geschichten, die das Herz eines jeden Abenteurers wecken. Deshalb beschließen die Touristen dem Geheimnis des verbotenen Ortes auf den Grund zu gehen. Sie wandern durch Wälder, legen Rast in einem Dorf ein und finden schon bald, wonach sie gesucht haben. Leider leuchtet schnell ein, dass sich Legenden auch mal bewahrheiten können. Der besagte Tempel scheint ein Ort des Bösen zu sein. Für die drei Wanderer schlechte Neuigkeiten, die mit Einbruch der Dunkelheit in den Wäldern ums Überleben bangen müssen.
 
 
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Was ist denn da passiert? TEMPLE hätte Grusel aus dem Bilderbuch werden können, aber wie so häufig in letzter Zeit kommt alles anders. Das große Problem dieses Horrorfilms ist der Gruselanteil selbst. Der kommt nämlich viel zu kurz und endet abrupt. Ist da etwa schon früh das Budget ausgegangen? Dabei beginnt TEMPLE eigentlich ganz vielversprechend und erinnert im Aufbau an den 1999 ins Kino gebrachte THE BLAIR WITCH PROJECT – aber freilich ohne Wackelkamera und Hexe. Drei Touristen hören von schaurigen Geschichten und wollen diese ergründen. Sie befragen Einheimische und beherzigen weder Warnungen noch Ratschläge. Unachtsamkeit führt ins Verderben, denn kaum durchstreifen die neugierigen Wanderer dichte Wälder und es wird dunkel, geht das Winseln los. Wer da keine Parallelen zum erwähnten Found-Footage-Hexentanz findet, ist eindeutig blind oder hat den Film nicht gesehen – kopiert wird nämlich fleißig. Regisseur MICHAEL BARRETT baut langsam Unbehagen auf, zieht Spannungsschrauben fest und lässt alles in atmosphärische Bilder tauchen. Spätestens hier sieht man, wie gut sich der Regisseur mit Kameraspielereien auskennt. Der Filmemacher rückt Horror geschickt ins rechte Licht – offenbar, um Mankos vertuschen zu können. Doch das talentierte Kameraspiel kommt nicht von ungefähr. MICHAEL BARRETT stand nämlich schon selbst für viele Hollywoodfilme als Kameramann hinter der Linse. Darunter für Hochglanzware wie TED und dessen Fortsetzung. Einschlägige Erfahrungen machen sich in TEMPLE bezahlt. Der Streifen schaut nämlich besser aus, als er letztendlich ist. Leider legt TEMPLE nach knapp sechzig Minuten Spielzeit eine Talfahrt ein. Haben Protagonisten ihr Ziel erreicht, flimmert auch schon der Abspann über die Mattscheibe. Offenbar fehlt hier Filmmaterial, denn TEMPLE wirkt unfertig und überstürzt. Während man sich zuvor Zeit für Aufbau und Charakterentwicklung gelassen hat, wird die Nacht des Grauens in zehn Minuten abgehandelt. Eine herbe Enttäuschung für Gruselfans, denen nicht einmal Gelegenheit gegeben wird sich richtig erschrecken zu können.
 
 
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TEMPLE – Fazit

 
 
 

5 Punkte Final

 
 
 
Atmosphärischer Asien-Grusler, der aber irgendwie unfertig wirkt. Entweder wurde kurzerhand viel Gruselmaterial entfernt oder man musste aus Budgetgründen Drehtage streichen, so dass man nur das Nötigste auf Zelluloid bannen konnte. TEMPLE endet abrupt. Aufgrund des zuvor bedacht aufgebauten Spannungsbogens enttäuschend, weil dieser asiatisch angehauchte Gruselstreifen ein wirklich sehenswerter Schauertrip hätte werden können. Die Schauspieler können was, der Film glänzt mit Gespür fürs Visuelle und auch die nicht sonderlich neue Geschichte wurde so verpackt, dass kaum Langeweile aufkommt. Ein Rundum-sorglos-Paket also. Leider vermasselt das eigentliche Gruselfinale den positiven Gesamteindruck. Das fehlt nämlich beinahe ganz. Für einen Gruselfilm fatal. Vielleicht kann sich Macher MICHAEL BARRETT irgendwann zu einem Director’s Cut durchringen und jene Vision Horrorfans zeigen, die er eigentlich in die Kinos bringen wollte. TEMPLE – so wie er uns vorlag – ist leider ein trauriger Reinfall.
 
 
 


 
 
 

TEMPLE – Zensur

 
 
 
Gewaltmomente gibt es kaum im Film zu sehen. TEMPLE setzt eher auf subtiles Grauen mit Gänsehautgarantie. Daher dürfte der Streifen hierzulande ohne Probleme eine FSK16 erhalten.
 
 
 


 
 
 

TEMPLE – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Blair Witch Project (1999)
 
Nightlight (2015)
 
The Forest (2016)
 
Willow Creek (2013)
 
Across the River (2013)
 
The Shrine (2010)
 
The Barrens (2012)
 
Exists – Die Bigfoot-Legende lebt! (2014)
 

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Filmkritik: „Phobia 2“ (2009)

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PHOBIA 2

Story

 
 
 
Fünf teuflisch-makabre Kurzgeschichten, die von hungrigen Geistern, komatösen Hirntoten, scheintoten Schauspielerinnen, skrupellosen Autoverkäuferinnen und unvorsichtigen Rucksacktouristen erzählen …
 
 
 


 
 
 

PHOBIA 2 – Kritik

 
 
 
Verbucht ein Horrorfilm im Kino Erfolge, lass ihm schnell eine Fortsetzung folgen. Auch in Thailand kennt man die Formel des schnellen Geldes. Anders als hier in Deutschland scheint es dort finanziell lukrativ zu sein landeseigene Gruselware in die Lichtspielhäuser zu bringen, die sogar noch Zuschauer findet. Nach dem überraschenden Geldsegen der thailändischen Horror-Anthologie 4BIA (2008) war die logische Konsequenz daraus, so schnell wie möglich einen weiteren Ableger zu drehen, damit der Erfolg zeitnah wiederholt werden konnte. Die Rechnung ging auf: Die Fortsetzung PHOBIA 2 wurde im Inland ein Hit, spülte in der ersten Woche rund 65 Millionen Baht in die Kinokassen und entwickelte sich zum bis dato kommerziell erfolgreichsten Horrorstreifen in Thailand. Ein Grund hierfür dürfte vermutlich die äußerst konventionelle Inszenierung gewesen sein. Die Macher der Kurzgeschichtensammlung (die übrigens auch an SHUTTER und THE ABC’S OF DEATH beteiligt gewesen waren) klammern sich nicht krampfhaft an befremdliche Erzählmethodik aus Fernost, sondern schielen gen Westen, um PHOBIA 2 auch dort möglichst gewinnbringend vermarkten zu können.
 
 
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Das Resultat ist konventioneller als anfänglich erwartet und erinnert mit all den makabren Pointen an die Erwachsenen-Version der beliebten GESCHICHTEN AUS DER GRUFT-Reihe, die Ende der 80er im Fernsehen zum Kult wurde. Wie bereits im Vorgänger 4BIA reduziert sich auch der Nachfolger auf das clever konstruierte Schock- und Filmtwist-Prinzip, wobei auch in PHOBIA 2 großen Wert auf möglichst makabre Enden gelegt wurde. Die jeweiligen Episoden sind abwechslungsreich, glänzen mit atmosphärischer Dichte und gefallen durch visuelles Raffinesse. Im Gegensatz zum ein Jahr zuvor veröffentlichten 4BIA besitzt keine der Geschichten inszenatorische Hänger. Stattdessen legen die Regisseure ein beachtliches Tempo an den Tag und räumen dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen ein. Im Mittelpunkt stehen fünf lose Geistergeschichten, die mit keiner Rahmenhandlung verknüpft wurden und für die fünf unterschiedlichen Thai-Regisseure verantwortlich waren. Die Kurzgeschichten erzählen von Vergeltung und begangenen Sünden, was für die Helden der knapp zwanzigminütigen Segmente meist kein gutes Ende zur Folge hat, schließlich müssen die für ihr meist skrupelloses Vorgehen bestraft werden.
 
 
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Während in der ersten Episode mit dem Titel NOVICE ein kleinkrimineller Jugendlicher von seiner Mutter in einem buddhistischen Kloster versteckt wird und schon bald den Zorn hungriger Geistern zu spüren bekommt, weil er sich den Regeln der Klostergemeinschaft widersetzt, führt uns WARD in ein Krankenhaus in dem sich seltsame Dinge ereignen. Dort hofft der junge Arthit auf Genesung, der sich wegen seiner verletzten Beine mit einem komatösen Patienten ein Zimmer teilen muss. Doch der schlummernde Zimmergenosse ist nicht so hirntot wie eigentlich vermutet, was den Krankenhausaufenthalt für Arthit zum quälenden Albtraum werden lässt. Für die dritte Kurzgeschichte wurden Elemente aus Zombie- und Geisterfilmen vermischt. Entstanden ist die vermutlich beste Episode der gesamten Anthologie. BACKPACKERS beginnt wie ein einfältiges WOLF CREEK-Duplikat, streut aber immer wieder falsche Fährten, um den Zuschauer zu verwirren. Am Ende gibt’s das erste Mal Gekröse zu sehen, damit auch der Gorehound unter den Zuschauern zufriedengestellt wird. Regisseur SONGYOS SUGMAKANAN berichtet hier von zwei japanischen Rucksacktouristen, die von zwei hilfsbereiten Truckern nach Bangkok mitgenommen werden. Hätten die jedoch geahnt, welch tödliches Frachtgut auf der Ladefläche schlummert, wären die beiden Tramper wohl lieber nach Bangkok gelaufen.
 
 
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Weiter geht’s mit dem zynischen SALVAGE, in dem eine Autoverkäuferin Kunden über den Tisch zieht. Sie richtet Unfallautos her und verkauft sie an gut zahlende und nichtsahnende Kunden. Als ihr Sohn Toey beim Spielen auf dem Autohof verschwindet, schlagen die verunglückten Seelen der ehemaligen Autobesitzer Alarm. Eine schreckliche Nacht gespickt mit punktgenauen Schockeffekten folgt und läutet die letzte Episode mit dem Titel IN THE END ein, für die sich noch mal einige Schauspieler aus dem Erstling vor der Kamera versammelten, um PHOBIA 2 mit selbstironischem Gruselquatsch abschließen zu können. In dieser Kurzgeschichte erkrankt eine Schauspielerin am Set eines Horrorfilms. Als sie unter mysteriösen Umständen aus dem Krankenhaus verschwindet und noch kränklicher am Filmset erscheint, sind die Kollegen fest davon überzeugt, dass die Gute nicht mehr unter den Lebenden weilt. Ähnlich wie in SCREAM – SCHREI! (1996) werden hier die Klischees moderner Horrorware wunderbar selbstironisch durch den Kakao gezogen. Dabei achtet Macher BANJONG PISANTHANAKUN penibel darauf, dass seine Geschichte nicht zu arg ins Alberne abgleitet und stets den Anspruch unterhaltsamen Gruselfutters beibehält. Neben einigen humoristischen Anspielungen, in denen selbst nicht davor gescheut wird den Vorgänger 4BIA auf die Schippe zu nehmen, übertrumpft sich die Episode mit einem göttliche erheiterndem Twist-im-Twist.
 
 
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PHOBIA 2 darf zweifelsohne als eine der gelungensten Horror-Anthologien gewertet werden und gehört neben THE ABC’S OF DEATH, CREEPSHOW, NECRONOMICON und V/H/S 2 zum Besten was das Sub-Genre bisher hervorgebracht hat. Das sah auch das neue deutsche Label FROZEN DICE MEDIA so und veröffentlicht den Grusler leicht verspätet als Teil der labeleigenen Filmreihe EPIC ASIA nun auch in Deutschland. Wer nur die Perlen unter den Horrorstreifen sucht darf getrost zugreifen, denn PHOBIA 2 richtet sich vor allem an ein Mainstream verwöhntes Publikum.
 
 
 


 
 
 

PHOBIA 2 – Fazit

 
 
 
9 Punkte Final
 
 
 
Ein pikant gewürzter Horror-Mix, der Lust auf mehr macht. Für PHOBIA 2 sollte man schockresistent sein. Die thailändische Kurzgeschichtensammlung geizt nämlich nicht mit handfesten Schreckmomenten, die ein gesundes Herz voraussetzen. Nachdem der Erstling mit dem Titel 4BIA bereits 2008 ordentlich Kasse machte, folgte mit der Fortsetzung PHOBIA 2 der bis dato erfolgreichste Horrorfilm Thailands. Für Horror-Anthologie-Fans sind beiden Teile ein Must-See, schließlich waren die Macher um eine konventionelle Inszenierung bemüht, damit auch westliche Zuschauer mit der Horrorsammlung etwas anfangen konnten. Umso verwunderlicher, dass sich bis heute kein deutscher Verleih finden konnte, der die beiden Horrorfilme hierzulande auswerten wollte. Das junge Label FROZEN DICE MEDIA schafft Abhilfe und bringt zumindest den besseren zweiten Teil in die Wohnzimmer. Wir meinen: PHOBIA 2 gehört in jede gut sortierte Horrorsammlung – darum kauft Leute, kauft!
 
 
 


 
 
 

PHOBIA 2 – Zensur

 
 
 
Ein paar wenige grausame Momente hat PHOBIA 2 zu bieten. Es werden einem Jungen Steine ins Gesicht geworfen, die obligatorischen Zombie-Beissattacken gibt es zu sehen und ein zermatschtes Kind unter der Motorhaube vervollständigen das kleine Splatter-Paket. Nicht viel, daher hat der Streifen von der FSK eine Freigabe ab 16 Jahren erhalten und das sogar in ungeschnittener Form.
 
 
 


 
 
 

PHOBIA 2 – Deutsche Blu-ray

 
 
 
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(c) Fozen Dice Media (KeepCase Blu-ray erscheint am 01.11.2015 im Handel)

 
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(c) Illusions Unltd.Films / Fozen Dice Media (Mediabook erscheint am 27.08.2015)

 
 
 

TECHNISCHE DATEN


Originaltitel: Ha prang; Thailand 2009

Genre: Horror, Thriller

Ton: Deutsch DTS-HD MA 5.1, Thailändisch DTS-HD MA 5.1

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bild: 1.78:1 (1080p Full HD)

Laufzeit: ca. 126 Min.

FSK: FSK 16 (ungeschnittene Fassung)

Verpackung: KeepCase mit Wechselcover

Extras: Making Of aus dem Synchronstudio mit Rewinside, Rotpilz und Scene Take TV, Trailer, Slideshow

Release-Termin: KeepCase: 01.11.2015 | Mediabook: 27.08.2015

 
 
 


 
 
 

PHOBIA 2 – Mediabook

 
 
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Mit der Veröffentlichung zu PHOBIA 2 wagt der Anbieter FROZEN DICE MEDIA den Sprung ins Mediabook-Geschäft und bringt die sehenswerte Kurzgeschichtensammlung nun auch als limitierte Sonderveröffentlichung auf den Markt, damit Sammler ihr Regal um ein weitere Schmankerl bereichern können. Als Vertrieb fungiert ILLUSIONS UNLTD. FILMS, der Horrorfans von Begriff sein dürfte, da die Jungs bereits dutzende Horrorklassiker im deutschsprachigen Ausland als DVD und Blu-ray veröffentlicht haben. Für den Mediabook-Start eines noch unbekannten Labels ist die Veröffentlichung von PHOBIA 2 ganz anständig geworden. So gefällt neben der optischen Präsentation und der guten Bildqualität besonders die deutsche Synchronisation für die namhafte Größen der deutschen Youtube-Szene gewonnen werden konnte. Das Resultat kann sich hören lassen, denn während viele deutsche Indie-Labels vermehrt auf günstige Pornosynchronisationen Wert legen, hat man bei FROZEN DICE MEDIA Qualität walten lassen. Das deutsche Release von PHOBIA 2 ist eine Veröffentlichung von Fans für Fans. Per Crowdfunding wurde Geld gesammelt, damit der Streifen in Deutschland veröffentlicht werden konnte. Wie das Projekt zustande kam, kann im Mediabook nachgelesen werden. Darin erfährt der Sammler zudem, wer hinter dem Label steckt und wer an der Veröffentlichung beteiligt gewesen ist. Hierbei kommen auch jene zu Wort, die für die hochwertige Synchronisation verantwortlich zeichnen. Das ist zwar teils viel Eigenwerbung, aber dennoch sehr informativ. Gleiches gilt übrigens für das einzige richtige Extra auf der DVD/Blu-ray. Neben dem Filmtrailer und einer Slideshow hat man exklusiven Bonus produziert, den man nur auf der deutschen Scheibe findet. Hier folgt der Zuschauer den Arbeiten an der Übersetzung und erhält Einblicke in die Synchronisationsarbeiten. Das ist löblich, denn andere Label hätten es vermutlich bei Trailer und Bildergalerie belassen. Ganz nebenbei ist das 30-minütige Synchro-Making-of äußerst kurzweilig, da die Beteiligten offenbar viel Spaß bei den Arbeiten im Studio hatten. Letztendlich bleibt zu sagen, dass die Veröffentlichung zu PHOBIA 2 gut geworden ist. Einige filmbezogene Extras hätte das Release runder gemacht – vermutlich konnte man die wohl nicht lizenzieren. Trotzdem: betrachte man, was man für gleiches Geld von anderen Labels geboten bekommt, ist das schon als lobenswert zu betiteln, was FROZEN DICE MEDIA dem Filmfan mit viel Herzblut bietet.

 
 

Phobia 2 [Blu-ray] [Limitiertes Mediabook] ungeschnitten auf AMAZON kaufen

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PHOBIA 2 – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnliche Filme:
 
P.O.E. Project of Evil (2012)

The Penny Dreadful Picture Show (2013)

5 Senses of Fear (2013)

Sanitarium (2013)

Scary or Die (2012)


Filmreview: „Last Summer“ (2013)

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LAST SUMMER

Story

 
 
 
Feiersause mit unerwartetem Ausgang: Joy (Pimpakan Praekunnatham) stirbt nach einem heimlich eingeflösstem Drogencocktail in Folge einer allergischen Reaktion und kehrt als Geist zurück, um ihren plötzlichen Tod zu vergelten …
 
 
 


 
 
 

LAST SUMMER – Kritik

 
 
 
Ungezogene Kids müssen bestraft werden. Jene Regel gilt nicht nur für amerikanische Horrorfilme. Ob unehelicher Sex, verbotener Drogenkonsum oder hinterhältiges schikanieren; wer im Genre Böses tut, wird nicht selten mit dem Tod bestraft. Auch in Thailand macht man da keine Ausnahme. Dort hat man sich mal wieder die Arbeit gemacht und Horror-Nachschub gedreht, der sich an ein eher jugendliches Kinopublikum richtet. RUEDOO RON NAN CHAN TAI heißt der Gruseltrip, der sich erneut von gängiger Rezeptur bedient, die das asiatischen Horrorkinos so populär gemacht hat. Denn wie es bei Filmen aus Fernost nun mal der Fall ist, darf auch hier das Geistermädchen nicht fehlen, das stets damit beschäftigt ist Protagonisten und Zuschauer zu Tode zu ängstigen. Hinter dem Gruselprojekt stecken drei Regisseure, die mit RUEDOO RON NAN CHAN TAI eine etwas sehr eigensinnige Anthologie gedreht haben, der man aber zu keinem Moment anmerkt, dass hier drei verschiedene Macher am Werk waren. Das hört sich zwar auf den ersten Blick durchaus innovativ an, hat aber umgesetzt weder Hand noch Fuß. Trotz interessanter Grundidee lässt sich RUEDOO RON NAN CHAN TAI in keine Horrorschublade stecken. Der Grusler entpuppt sich als etwas unentschlossene ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST trifft auf THE RING-Mischung, die sich am Ende sogar gänzlich vom Horror verabschiedet und sich stattdessen zu einem traurigen Familiendrama entwickelt. Jeder der drei Filmschaffenden hat sich der Umsetzung eines Teils des Streifens gewidmet, wobei im Verlauf der Handlung vermehrt die Schicksale von Personen beleuchtet werden, die in irgendeiner Weise mit der Toten in Verbindung gesstanden haben. Die Übergänge zwischen den jeweiligen Arbeiten sind derart fließend, dass man hinter RUEDOO RON NAN CHAN TAI keine Geschichtensammlung vermuten würde, insofern man es nicht wüsste. Ob die filmische Umsetzung in Form einer Anthologie taktisch klug gewesen ist, scheint aufgrund des angestrebten Zielpublikums fraglich zu sein. Denn das dürfte sich aufgrund der etwas unhomogenen Inszenierung sehr vor den Kopf gestoßen fühlen. Immerhin ist der vorliegende Schauerfilm trotz obligatorischer Geisterproblematik kein Vertreter jener Streifen, die sich ausschließlich den typisch asiatischen Regeln des fernöstlichen Horrorkinos unterwerfen. Die Regisseure KITTITHAT TANGSIRIKIT, SITTISIRI MONGKOLSIRI und SARANYOO JIRALAK schielen nämlich ganz euphorisch gen Westen und distanzieren sich recht schnell von eigensinnig asiatischer Filmdramaturgie, die sich für den westlichen Zuschauer oft eher unfreiwillig komisch und meist ziemlich befremdlich anfühlt. Das macht sich vor allem im konventionell gestrickten Einstieg bemerkbar, der eher an amerikanisches Horrorkino erinnert und vermuten lässt, dass man im Falle von RUEDOO RON NAN CHAN TAI daran interessiert war, ihn möglichst gewinnbringend auf dem internationalen Filmmarkt zu verscherbeln.
 
LAST SUMMER (so der Titel für den weltweiten Filmmarkt) handelt von einigen Kids, die mal wieder so richtig die Sau raus lassen wollen. Singh (JIRAYU LA-ONGMANEE) stibitzt die Schlüssel zum Strand-Wochenendhaus des Vaters und will mit reichlich Alkohol und dem besten Kumpel zwei attraktiven Mädchen imponieren. Darunter befindet sich auch die aufstrebende Schauspielerin Joy (PIMPAKAN PRAEKUNNATHAM), die zuvor im Chat geäußert hat, dass sie eigentlich jeglichen Lebenswillen begraben hat. Damit das hübsche Mädchen wieder auf andere Gedanken kommt, wird sie erstmal mit Alkohol abgefüllt. Ein fataler Fehler, denn schon bald erliegt die Schülerin den Folgen einer allergischen Reaktion. Weil die Kids Angst vor Konsequenzen haben, wird die Leiche kurzum ins Meer geworfen, damit der plötzliche Tod des Mädchens vertuscht werden kann. Doch Joys Beseitigung scheint schwieriger zu sein, als anfänglich gedacht. Stunden nach der „Meerbestattung“ wird die Leiche erneut zum Strandhaus gespült, so dass Singh einen zweiten Versuch wagt, sich dem toten Körper zu entledigen. Er zwängt die Leiche in einen roten Koffer und ruft dadurch Joys Wut auf den Plan, die sich mit ihrem unerwarteten Ableben noch nicht so recht arrangieren möchte und all jene beginnt heimzusuchen, mit denen sie noch ein Hühnchen zu rupfen hat.
 
Burschen mit glattgebügelter BRAVO-Ästhetik kommen vor allem bei pubertierenden Mädchen gut an. In LAST SUMMER ist das unweigerlich der Fall, denn hier haben wir mal wieder attraktive Jungspunte im Angebot, die Mädchenherzen im Sturm erobern werden. Boy-Power ist in LAST SUMMER Programm, denn hier sind es zur Abwechslung keine kleinen Screem-Queens, die sich verängstigt durch den Film kreischen müssen, was einmal mehr verdeutlicht, dass es das Regietrio eher auf das weibliche, junge Publikum abgesehen hat. Die bekommen selbstverständlich das geboten, was man in sogenannten „Mädchen-Gruselfilmen“ halt zu sehen bekommt: Subtile Schauermomente, biegsame Geistergören, kurzweilige Schocks und natürlich bonbonsüße Knaben, die Girlie-Köpfe schön klebrig zu vernebeln wissen. Leider ist LAST SUMMER kein Reißer, was vor allem daran liegen mag, dass die Macher versucht haben mehrere Geschichten in einem Film unterzubringen. Die ersten dreißig Minuten handeln von Joys Ableben, der Beseitigung des Körpers und ihrer Rache als Geist (Regie: KITTITHAT TANGSIRIKIT). Nachdem sie ihre männlichen Kollegen in den Filmhimmel geschickt hat, bekommt die beste Freundin Meen ihr Fett weg (Regie: SITTISIRI MONGKOLSIRI). Danach setzt LAST SUMMER ganz neu an, beleuchtet die familiären Diskrepanzen der verstorbenen Schülerin und Joys Bruder wird in den Mittelpunkt gerückt (Regie: SARANYOO JIRALAK). Das letzte Segment nimmt dem Gruselfilm dabei etwas arg das Tempo und will so rein gar nicht zum Rest des Racheplots passen, zumal hier kaum Horror geboten wird und der ohnehin gemächliche Erzählrhythmus noch träger wird. Immerhin stimmt die Technik. Besitzer einer Heimkinoanlage dürften vor allem am Ton Gefallen finden, denn der Geist der Toten stöhnt und knurrt sich ziemlich beeindruckend durch die Kinoboxen. Ob das allein einen guten Film ausmacht dürfte fraglich bleiben, denn LAST SUMMER ist trotz gelungenem Einstieg und einigen gut sitzenden Schocks ganz schön mittelmäßiger PG13-Buddenzauber.
 
 
 


 
 
 

LAST SUMMER – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Nix Neues aus Fernost: RUEDOO RON NAN CHAN TAI oder LAST SUMMER (so wie er international genannt wird) bietet nichts, was man nicht in unzählig anderen Gruselfilmen aus Asien bereits gesehen hat. Hier macht der Zuschauer natürlich einmal mehr Bekanntschaft mit einem biegsamen Geistermädchen, das unspektakulär durch den Film krabbelt und dabei überraschungsarm Protagonisten in den Tod treibt. Neu ist aber, dass man hier zugunsten eines weiblichen Teenie-Publikums auf zuckersüße Boy-Power setzt. Gut getan hat’s LAST SUMMER leider nicht, verliert sich der Grusler in der Unentschlossenheit der Filmmacher, die sich scheinbar nicht so recht einig waren, in welche Schublade sie ihr Anthologie-Machwerk stecken wollten. Aus ICH WEISS WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST meets THE RING wird kurzerhand ein Familiendrama, das irgendwie nicht so recht zum Rest des Filmes passen will. Trotzdem dürfte LAST SUMMER seine (weiblichen) Fans finden – den adretten Jungdarstellern sei Dank.
 
 
 


 
 
 

LAST SUMMER – Zensur

 
 
 
LAST SUMMER wurde für Jugendliche konzipiert und richtet sich an ein PG13-Publikum. Demnach halten sich auch die Grausamkeiten in Grenzen. Einer Leiche werden die Gliedmaßen gebrochen, damit sie in einen Koffer passt, es gibt einen Kehlenschnitt zu sehen und wie ein Mädchen vom Dach der Schule fällt. Das ist alles nicht sonderlich explizit und reicht für eine deutsche FSK16.
 
 
 


 
 
 

LAST SUMMER – Trailer

 
 

 
 

Marcel Demuth (Hellraiser80)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Sadako 3D – Ring Originals (2012)
 
Two Moons (2012)
 
Aberration (2013)
 
Ring: Kanzen-ban (1995)
 
Ring – Das Original (1998)
 
Ring 2 (1999)
 
Ring: Spiral (1998)
 
Ring Ø (2000)
 
Rasen (1999)
 
The Ring Virus – Kreaonisches Remake (1999)
 
Ring – Amerikanisches Remake (2002)
 
Ring 2 – Amerikanisches Remake (2005)