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Filmkritik: „Paramedics“ (2016)

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PARAMEDICS

(BODIES)

Story

 
 
 

Zwei Sanitäter verdienen sich schmutziges Geld mit fragwürdigen Praktiken. Sie fangen Notrufe ab, um verletzten Menschen zur Hilfe zu eilen. Statt zu helfen, haben die aber andre Pläne mit den nach Hilfe suchenden Patienten.

 
 
 


 
 
 

PARAMEDICS – Kritik

 
 
 
Man stelle sich vor: Ein Rettungswagen trifft am Unfallort ein, Sanitäter verarzten Schwerverletzte, die später auf dem Operationstisch landen und ihrer Organe beraubt werden. Ein Albtraumszenario, das nicht weit hergeholt ist. Illegaler Organhandel boomt seit Jahren und scheint vor allem dort zu florieren, wo tagtäglich ums Überleben gekämpft werden muss und die Not sozial schwacher Menschen ausgenutzt wird. Angesichts dieser Umstände mutet es schon etwas makaber an, was uns da mit PARAMEDICS (Alternativtitel: BODIES) ins Haus geflattert ist. Filmemacher RODNEY WILSON hat nämlich aus der ohnehin brisanten Thematik vom Organlager Mensch einen Horrorfilm gedreht, der vermutlich Fans fürs grobe Handwerk hellhörig machen dürfte. Leider wird sich bei dieser Zielgruppe wohl schnell Ernüchterung breitmachen. PARAMEDICS ist nämlich – auch wenn es die Bilder in der Kritik vermuten lassen – kein Splatter- und Gorefest á la HOSTEL, das auf die niederen Instinkte des Zuschauers abzielt. Hier wird schwarzhumorigen Nachschub für all jene geliefert, die eine Leidenschaft für bitterböse Späße besitzen. Viel Splatter wird nicht gezeigt. Stattdessen quasseln Protagonisten erstaunlich viel, was aufgrund der reißerischen Ausgangssituation dann doch vielen Horrorfans vor den Kopf stoßen dürfte. Manchmal können Inhaltsangaben und Filmbilder auch dreiste Blender sein.
 
 
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Eine Geschichte über zwei Geschwister, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Corey (JOE BOCIAN) kommt bei Frauen gut an und weiß, was er will. Ganz anders hingegen: Jeffrey (BRIAN LANDIS FOLKINS). Der ist geistig zurückgeblieben, unsicher und steht unter der Fuchtel des dominanten Bruders. Dennoch verbindet die beiden ein gemeinsames Ziel. Sie besorgen kranken Menschen Organe, die sie dringend benötigen. Die Sache hat nur einen Haken. Wie Herzen, Nieren und Lebern beschafft werden, ist alles andere als ehrenhaft. Hierfür sind die Brüder als Sanitäter im Einsatz und schlachten ahnungslose Patienten in einem provisorisch eingerichteten Operationsraum aus, um deren Organe an jene weiterzuverkaufen, die darauf sehnsüchtig warten und gut dafür löhnen. Die Geschäfte laufen gut, bis man auf die kesse Cindy (JENICE MARSHALL) trifft. Die ist gerade mit den Freundinnen im Wald unterwegs und verletzt sich den Fuß. Schnell ist der Rettungswagen gerufen. Ein fataler Fehler, denn wenig später befindet auch die attraktive Blondine in den Fängen der skrupellosen Geschwister, die mit ihren Organen Geld verdienen wollen.
 
 
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Reduzierte Gore-Einlagen zugunsten hanebüchener Dreiecksbeziehung. Wer sich im Falle von PARAMEDICS ausgeschlachtete Menschen am Fließband erhofft, wird schnell eines Besseren belehrt. Der Film hat zwar einige schmerzhafte Momente zu bieten, fokussiert sich aber mehr auf das Zusammenspiel dreier Protagonisten, die sich in einer Art Kammerspiel gegenseitig an die Gurgel gehen. Schnell stellt sich nämlich heraus, dass sich das neue Opfer nicht so schnell unterkriegen lässt. Cindy beginnt mit den Brüdern ein perfides Spiel zu spielen und versucht die Geschwister gegeneinander aufzuhetzen. Das wirkt vielerorts unglaubwürdig und arg konstruiert, zumal Identifikationsfiguren fehlen. Die drei Figuren sind alles andere als sympathisch. Das erschwert das Mitfiebern und macht das Treiben gleichgültig. Bei den drei Schauspielern ist keine Schuld zu suchen. Die machen ihre Sache ganz gut und agieren für Low-Budget-Verhältnisse erstaunlich professionell. Der Übeltäter ist Regisseur RODNEY WILSON selbst, der nämlich auch gleich das Drehbuch zum Film geschrieben und darin noch etwas Übung nötig hat. Manchmal ist es eben besser, wenn man Drehbücher zu Filmen von Leuten verfassen lässt, die sich auch damit auskennen.
 
 
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PARAMEDICS – Fazit

 
 
 
5 Punkte Final
 
 
 
Bitterböser Organhandel-Schocker mit Schwächen. Man sollte sich nicht vom Filmplakat blenden lassen, das ruppiges Exploitation-Kino vermuten lässt. Die wenigen Ausweidungsmomente sind zwar gut getrickst, aber rar gesät. PARAMEDICS ist eher Psychothriller mit schwarzhumoriger Note, in dem das Verhältnis zweier ungleicher Brüder auf die Probe gestellt wird. Deren Handlungen und Entscheidungen sind oft nicht nachvollziehbar, weshalb die meisten Horrorzuschauer PARAMEDICS vermutlich auch schnell als Blödsinn abstempeln dürften. Immerhin können Schauspieler und Kulisse überzeugen. Letztere beschränkt sich auf nur einen Raum und lässt schnell ein beklemmendes Gefühl der Hilflosigkeit aufkommen. Wenn da nur nicht das undurchdachte Drehbuch wäre, das teils absurde Wendungen einschlägt und am Ende mit grimmiger Pointe Haare zu Berge stehen lässt. Aufgrund der überschaubaren Handlung ist PARAMEDICS mit knapp 90 Minuten etwas zu lang geraten. Demzufolge sollte man unbedingt Erwartungen herunterschrauben, wenn man dennoch am vorgestellten Organraub-Horror interessiert ist. Ein origineller oder gar spannender Schocker ist dieser Film definitiv nicht.
 
 
 


 
 
 

PARAMEDICS – Zensur

 
 
 
Auch wenn sich die Geschichte von PARAMEDICS ziemlich reißerisch liest, sollte man keinen Film im Stile eines HOSTEL erwarten. Zu Beginn wird ein Mensch ausgeweitet – eine weitere Körperöffnung folgt im späteren Verlauf. Weiterhin bekommt man einen sehr schmerzhaften Beinbruch und eine Vergewaltigung zu sehen. Weil die Thematik über illegalem Organhandel dann doch schon sehr bitter aufstößt und die Spezialeffekte nicht ohne sind, könnte PARAMEDICS vermutlich einen roten FSK-Flatschen erhalten – sollte er überhaupt in Deutschland ausgewertet werden.
 
 
 


 
 
 

PARAMEDICS – Trailer

 
 

 
 
 

Marcel Demuth

(Rechte für Grafiken liegen bei Pretty Monkeys Media)

 
 
 
Ähnche Filme:
 
Turistas (2006)
 
Train – Nächster Halt: Hölle (2008)
 
Caged (2010)
 

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Filmreview: „Caged“ (2010)

 

Das deutsche „Fantasy Filmfest“ präsentiert alljährlich diverse aktuelle Genreproduktionen, oftmals sogar als Welturaufführung, oder Deutschlandpremiere.

Darunter oftmals absolute Raritäten, die man nach dortiger Ausstrahlung nie wieder zu Gesicht bekommt.

Aber neben vielen drittklassigen Produktionen, bietet das Filmfest auch jedes Jahr einige überraschend gute Nischenproduktionen. Darunter fiel 2010 der französische Beitrag „Caged“, der sich passend in die Riege aktueller französischen Hochglanzschocker einreihte.

 

 

Nachdem die Ärzte Carole und Samir als Freiwillige Helfer in Jugoslawien zurück nach Frankreich kehren wollen nehmen sie aufgrund einer Straßenblockade einen Umweg in kauf und werden daraufhin von Unbekannten überfallen.

Nach einem missglückten Fluchtversuch werden beide in Zellen gesperrt und realisieren erst nach einigen Tagen, aus welchem Grund sie festgehalten werden.

 

 

Eins vorweg, „Caged“ ist kein ultrabrutaler Splatter-Schocker a lá „High Tension“ oder „Inside“ geworden. Auch erreicht er nie die psychische Belastbarkeit eines „Martyrs“.

Vielmehr pendelt sich Yann Gozlans Spielfilm-Debüt irgendwo zwischen „Turistas“, „Hostel“ und „Train“ ein und bietet grundsolide und hochspannende Thrillerunterhaltung.

Wie bei seinen großen Vorbildern macht „Caged“ dabei auch in visueller Hinsicht eine gute Figur. Der dreckige Grundton des Films wirkt in der Kombination von perfekt ausgeleuchteten und edel gefilmten Kamerafahrten und dem recht glaubhaft agierenden Protagonisten gleich doppelt so beklemmend. Hollywood sollte sich an dieser aktuellen französischen Produktion ein Beispiel nehmen. Nicht immer müssen „aufgehübschte“ Teenies auf dem Operationstisch um ihr Leben betteln – „Caged“ zeigt, dass auch Enddreißiger sich geschickt mit Axt, Messer und Schusswaffen zur Wehr setzen können.

Allen Gorehounds sei an dieser Stelle gesagt, dass natürlich „Caged“ auch das ein oder andere Gekrösel bietet. Der Thriller hält sich zwar in körperlicher Gewalt recht züchtig und bedeckt, dreht aber wenn dann richtig auf. Hierbei sei zu nennen, dass das „Ausweidungsresultat“ eines der Protagonisten im Verlauf der Geschichte schon sehr optisch professionell und widerlich aussah und gerade zartbesaiteten Gemütern die ein oder andere schlaflose Nacht bereiten dürfte.

Neben den wenigen, aber deftigen Splattereffekten lebt der Thriller vorwiegend von seiner sehr unangenehmen psychischen Gewalt, die sich vorwiegend in den Köpfen der Zuschauer abspielt. Dabei tut es „Caged“ recht gut, dass die Spannungsschraube in der 2. Hälfte des Films auf Maximum gedreht wird.

Bisher hat sich Koch Media mit der Veröffentlichung recht schwer getan.

„Caged“ dürfte jedoch im Herbst ungeschnitten mit „Keine Jugendfreigabe“ auf Blu-ray und DVD erscheinen. Erscheinungstermin: 30.September 2011.

 

Fazit 8/10 Punkte

 

Höllisch guter Thriller aus Frankreich. Der gewalttechnisch NICHT seinen großen Geschwistern „Martyrs“ und „High Tension“ das Wasser reichen kann. „Caged“ geht eigene Wege und orientiert sich dabei vorwiegend an amerikanischen Hochglanzproduktionen wie „Hostel“ und „Turistas“ und macht dabei eine wahrlich blendende Figur.

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